Pichu

Gleichberechtigung für Katzen!

Das bin ich!

Hi! Ich in der Pichu, ein Kater und neu hier in dieser Runde. In Spanien wurde ich Pikachu gerufen aber meine neuen Dosenöffner fanden den Namen doof und total „Mainstream“. Deswegen bin ich nun einfach nur noch „Pichu“. Ich bin vermutlich im Mai 2016 in Spanien auf die Welt gekommen, also ungefähr in Lyssis Alter. Aber während sie ein spanisches Inselkind ist, komme ich (wie es sich für anständige Katzen gehört) vom Festland. Ich bin damals, als ich noch ein ganz kleines Kätzchen war, einer netten Dame im Park hinterhergelaufen, die mich dann freundlicherweise aufgenommen und aufgepäppelt hat. Sehr nett von ihr, wie ich finde. Praktischerweise gehört sie zu den lieben und netten Damen und Herren des Tierschutzvereins Katzenherzen. Entsprechend konnte ich bei ihr und ihren vier Katzen bis zu meiner Vermittlung bleiben. Nach einer rund 25 Stunden langen Autofahrt (Lyssi durfte immerhin Fliegen!) bin ich vor zwei Wochen als vierte und vorerst letzte neue Katze in der Casa Lysanda angekommen. Schon einen Tag später durfte ich Bekanntschaft mit der restlichen Katzenbande hier machen…

Die anderen Viecher

Die erste, die mich in meinem temporären Zuhause im Obergeschoss besuchte, war der schwarz-weiße Bär namens Nica. Sie scheint so etwas wie die oberste Chefin hier im Haus zu sein. Kam sofort rein, inspizierte meinen Aufenthaltsraum ohne groß Rücksicht auf mich zu nehmen und machte es sich in „meiner“ Plüschhöhle bequem. Wie es sich für einen Vertreter des oberen Managements wohl gehört, hat sie mich gleich angeknurrt als ich ihr zu nahekam, um sie zu beschnuppern. Aber insgesamt scheint sie richtig cool drauf zu sein und mich bereits fest in ihren Mitarbeiterstab aufgenommen zu haben – zumindest darf ich sie schon ab und an etwas sauberlecken, wenn sie das möchte. Ansonsten respektiere ich sie und komme ihr lieber nicht ganz so nah. Ihr wisst schon, wegen den Ohrfeigen.

Ihr Geschäftspartner, Balu, ist da schon etwas anders drauf. Er findet mich nämlich durchaus ganz dufte. Natürlich hält er ebenso wie Nica ein wenig professionellen Abstand (gebietet ja schon alleine der Altersunterschied) und war anfangs etwas misstrauisch mir gegenüber. Aber ab und zu lässt er seine strenge, fast schon väterliche Fassade, fallen und balgt mit mir zusammen herum. Das finde ich toll. Zumal ich auch noch ungefähr so aussehe wie Balu. Wenn man nicht so genau hinschaut, könnte man mich glatt mit ihm verwechseln. So bin ich ebenfalls getigert aber etwas eleganter und stromlinienförmiger gebaut als er. Dafür kann er nichts. Zum einen muss ich noch wachsen, zum anderen verdanke ich mein spitzes Gesicht und meine großen Pranken meinen Eltern. Entweder meine Mutter oder mein Vater muss ein Perser oder einer anderen orientalischen Rasse angehört haben. Das verleiht mir ein gewisses adeliges Aussehen. Offiziell bin ich aber trotzdem eine europäische Kurzhaar wie wir alle hier im Hause. Schließlich kann ich keine Papiere vorweisen, die etwas anderes behaupten.

Die Dritte im Bunde

Eine Runde chillen mit Lyssi

Und dann wäre da noch Lyssi. Die konnte mit mir anfangs so überhaupt nichts anfangen. Es klang teilweise als würde jemand Löcher in die Wand bohren, so stark hat sie geknurrt und gefaucht. Freilich war aber auch sie äußerst neugierig zu wissen, wer da Neues im Haus ist. Sie schlich dauernd um mich herum und blickte interessiert um alle Ecken. Es ging vermutlich mehr darum mir zu verstehen zu geben, dass SIE die Chefin der Katzenhorde ist. Ich habe zwar einen ganz anderen Eindruck gewonnen (sie frisst zum Beispiel nicht mit uns zusammen, sondern wartet bis wir alle fertig sind) aber ich als ruhiger und äußerst mitteilsamer Kerl (böse Zungen behaupten ich würde wie ein Hund mupsen) habe sie einfach machen lassen.

Mittlerweile verstehen wir uns aus meiner Sicht fantastisch. Morgens und abends jagen wir uns fleißig durch die Bude und haben viel Spaß zusammen. Das ist echt lustig! Und soweit ich das verstanden habe, bin ich auch genau deswegen hier gelandet: Um der kleinen Lyssi Gesellschaft zu leisten nachdem sich Balu wohl als nicht ganz so Spielbereit herausgestellt hat. Mir aber tatsächlich völlig egal warum ich hier bin. Hauptsache ich bin nicht mehr in Spanien und habe jetzt ein richtiges Zuhause. Mit Nica, Balu und Lyssi komme ich insgesamt gut klar und ich bin nun maximal noch das vierte Rad am Wagen. Nur raus will ich endlich mal. Lyssi ist genauso nervös und will unbedingt hinaus die weite Welt erkunden. Die Großen dürfen es schließlich auch und wir springen Balu immer sofort an, wenn er mit Duftneuigkeiten im Fell von draußen reinkommt.

Die Dosenöffner

Bei den Dosenöffnern im Bett

Großer Chef und große Chefin sind soweit auch ganz okay. Aktuell bin ich immer noch etwas unsicher und hibbelig unterwegs. Wobei ich nicht leugnen kann, dass es durchaus Spaß macht aus dem Katzenklo rauszuspringen und dabei das ganze Streu im Wohnzimmer zu verteilen :smile: . Deshalb verbringe ich noch nicht viel Zeit in ihren Armen oder hole mir viele Streicheleinheiten ab. Aber ich lass die beiden definitiv wissen, dass ich da bin und beispielsweise gerade sehr viel Hunger habe. Echt schlimm, dass die für die Zubereitung so lange brauchen. Dose auf und in den Napf – zumindest kannte ich es bislang so. Stattdessen gibt es hier gefühlt von der großen Chefin ein riesiges Menü zusammengepanscht in ein Schälchen. Hochwertiges Dosenfutter mit mildem Joghurt und Hühnerbrühe vermischt sowie jetzt auch noch morosche Karottensuppe mit Hühnerbrust. So gut habe ich noch nie in meinem kurzen Leben gegessen…

Wobei ich gehört habe, dass der Joghurt und die Karottensuppe eigentlich nur für mich als Medizin dabei sind. Und es stimmt: Ich habe etwas Durchfall und ab und zu kann ich nicht richtig durch die Augen schauen weil sich meine Bindehaut davorgeschoben hat (Anm. d. Red.: Nickhautvorfall). Woher ich das haben sollte, weiß ich nicht. Aber so ein Umzug mit der dazugehörigen Essensumstellung ist natürlich mit viel Stress verbunden. Wie gesagt: So richtig ruhig bin ich auch nach zwei Wochen noch nicht. Man weiß ja nie, wann Lyssi um die Ecke kommt und auf einen draufspringt!

Am ehesten verstehe ich mich aber noch mit dem großen Chef. Zu dem komme ich schon etwas öfters und lege mich ähnlich wie Balu voll auf ihn drauf und lecke ihm alle Extremitäten ab. Was nicht heißt, dass die große Chefin nicht ebenfalls super lieb und nett ist. Aber wir Männer müssen nun einmal zusammenhalten. Immerhin herrscht dank mir in dieser Beziehung nun wieder ein Gleichgewicht (3 vs. 3).

Und damit wisst ihr schon einmal ein bisschen von mir. Wir lesen uns sicherlich irgendwann mal wieder. Jetzt muss ich aber erst einmal Nica ablecken gehen. Ihr wisst schon: Wenn der Chef ruft, dann muss man Folge leisten.

Das Set von Cosi fan tutte

Nachdem wir uns in der letzten Saison hauptsächlich Sinfonie- und Kammerkonzerte im Staatstheater Darmstadt angeschaut haben, haben wir unsere Abo-Karten dieses Jahr mehr für Theatervorstellungen und Opern genutzt – mit bislang durchaus positivem Ergebnis. Wir müssen nächstes Jahr nur genauer darauf achten, ob in der Beschreibung etwas Anderes als „in deutscher Sprache“ steht. Es gibt zwar bei den fremdsprachlichen Sachen immer Übertitel. Doch wie der Name schon sagt, hängen die ÜBER der Bühne. Da wir uns aber (aus den Erfahrungen mit den Konzerten) ziemlich weit vorne im Saal befanden, waren diese für uns nur mit großer Anstrengung (ständig nach oben schauen) lesbar. Nächste Saison also mehr im hinteren Bereich einen Platz kaufen.

In der aktuellen Saison gesehen haben wir bislang die Mozart-Oper Così fan tutte, ossia La scuola degli amanti, Carmen (Oper von Georges Bizet), Evita (Musical von Andrew Lloyd Webbers) und Das Abschiedsdinner (Kammerspiel von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellìere). Und da uns vor allem die letzten beiden richtig gut gefallen haben, will ich euch darüber etwas mehr erzählen:

 

Das Abschiedsdinner – Die Prämisse ist simpel: Pierre und Clotilde stellen fest, dass sie irgendwie viel zu wenig Zeit haben und warum? Weil sie zu viele Freunde haben, mit denen sich treffen. Dabei mögen sie viele dieser Freunde eigentlich gar nicht so wirklich. Die meisten haben irgendwelche nervigen Marotten, die ihnen mittlerweile nur noch auf den Geist gehen. Glücklicherweise hat Pierre mal von etwas gehört, dass sich „Abschiedsdinner“ nennt. Man lädt die Freunde, die man loswerden möchte, zum schönsten Abend ihres Lebens ein (spielt ihre Lieblingsmusik, gibt Wein aus ihrem Geburtsjahr, macht ihr Lieblingsessen, etc.) und meidet sie danach für immer und ewig. Klingt absurd und ist es auch.

Ihr erstes Abschiedsdinner wollen die beiden mit Bea und Antoine machen, denn vor allem Antoine nervt mit seinen ewigen langen Geschichten, seinem fragwürdigen Musikgeschmack und nervigem Gelächter. Leider kommt Antoine nicht nur alleine, sondern er merkt auch relativ schnell, dass er sich auf einem Abschiedsdinner befindet. Was folgt ist eine absurde Eskalation der Ereignisse (unter anderem verlangt Antoine ein psychologisches Rollenspiel mit Rollentausch), denn Antoine will nicht so einfach das Freundschaftsverhältnis aufgeben und verstehen, warum es so weit kommen konnte.

Das Kammerspiel findet auf einem einzigen Set (ein Raum voller Stühle mit Namen der Freunde von Pierre und Clotilde) mit nur drei Schauspielern statt und enthält überraschenderweise mehr nackte Haut (vor allem männlicher Art) als ich bislang von meinen Theaterbesuchen gewohnt war :smile: .

Beim Christoph meint: Nur 75 Minuten dauert die ganze Angelegenheit. Aber 75 Minuten in denen einem definitiv nicht langweilig werden, sondern die sehr lustig und unterhaltsam daherkommen. Schon die Idee hinter dem Abschiedsdinner ist völlig bekloppt. Aber mit Antoine kommt dann ein so überdrehter und überzogener Charakter auf die Bühne, dass er das Publikum sofort vollständig in seinen Bann zieht. Man kann sofort mit Pierre mitfühlen, dem es anfangs sichtlich schwer fällt gute Miene zu Antoines Eskapaden zu machen. Und doch entwickelt sich am Ende alles etwas anders, als man erwarten würde. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sics. Klare Empfehlung, wenn das Stück auch bei euch gespielt wird!

 

Evita – Wer hat nicht schon einmal von diesem Musical gehört? Spätestens als 1996 der gleichnamige Film wie eine Bombe einschlug, war es in aller Munde. Selbst ich, der bis vor kurzem weder das Musical noch den Film gesehen hatte, erkannte im Theater die Melodie zu „Don’t Cry for me Argentina“ schon an den ersten Takten. Aber worum geht es überhaupt? Nun, es erzählt die reale Geschichte von Eva Perón, die 1919 in einem Dorf in Agentinnen aufwuchs und es bis zur Präsidentengattin schaffte („hochgeschlafen“ ist hier tatsächlich der korrekte Ausdruck), bevor sie 1952 an Krebs starb. Eine äußerst einflussreiche Frau (obwohl ohne formale Macht), die nicht nur viel in Sachen Frauenbewegung für Argentinien getan hat, sondern bis heute eine Nationalheldin ist.

Ist aber natürlich nicht ohne Kritik, die Frau. Und das Musical geht da einen, finde ich zumindest, interessanten Weg. Es beginnt nämlich mit der Beerdigung von Evita. Der argentinische Student Che ist nicht so sehr darüber begeistert, wie sehr sein Volk dieser Dame nachweint und erzählt nun die Geschichte von Eva Perón – immer mittendrin Che, der wieder und wieder in den Ablauf eingreift und seine (kritischere) Sicht der Dinge abgibt. So bekommt man auf der einen Seite eine halbwegs akkurate Biographie von Eva Perón und gleichzeitig aber auch eine etwas neutralere Einordnung ihrer Taten. Das ändert zwar nichts daran, dass man mit Evita eifrig mitfiebert. Aber es ist ein schöner Kontrast – wenn man ihn bei dem hohen Tempo überhaupt mitbekommt :smile: .

Es ist zwar erst das zweite Musical, dass ich jemals gesehen habe (Nr. 1 war We Will Rock You in Stuttgart) aber es war definitiv äußerst imposant. Vor allem das riesige Set, das sich fließend mit der fetzigen Musik mehrfach verwandelte (ich wusste bislang gar nicht, dass die Bühne des Staatstheaters so viel Hohlraum bietet). Leider konnte ich keine Fotos machen. Gefühlt war immer irgendetwas in Bewegung. Ob es die teilweise dutzenden Statisten waren, die Hauptdarsteller oder eben die Sets, die von den Helfern gedreht, durch die Gegend geschoben oder aus dem Nichts auftauchten. Sehr cool gemacht.

Beim Christoph meint: Ich habe wie gesagt noch nicht die ganz große Musical-Erfahrung aber Evita hat mich definitiv umgehauen. Die Lieder waren größtenteils super (vor allem natürlich die Klassiker auch wenn ich sie bislang noch nie auf Deutsch gehört hatte), das Setdesign großartig und beeindruckend und die Schauspieler haben durchweg gute Arbeit geleistet (Che fand ich persönlich sogar besser als Evita). Vor allem aber hat mir das hohe Tempo wirklich sehr gut gefallen. Ich habe nur daran gemerkt wie schnell die Zeit vorbeigeht, dass mir so langsam der Hintern weh tat (Theatersitze sind einfach Mist). Von mir gibt es hierfür also auch ganz klar 5 von 5 Sics. Als nächstes muss ich mir jetzt unbedingt mal den Film anschauen.

Mein Hefte-Pile-of-Shame

Es ist soweit: Mein letztes Zeitschriftenabo läuft im September aus. Von den sechs Magazinen, die ich euch anno 2013 vorgestellt hatte, wird dann kein einziges mehr übrig sein. Am längsten hat noch die EDGE (UK) überlebt. Die ist es auch, von der ich noch ein paar Monate eine Ausgabe bekomme. Zwischendurch hatte ich zwar sogar noch ein Abo der Total Film (UK) abgeschlossen, als ich damals in Eckental feststellte, dass mir beim Mittag-/Abendessen der Lesestoff ausgeht. Aber die Zeiten haben sich schon wieder geändert, denn angesichts eines Backlogs (siehe Foto), der nun schon mehrere Jahre umfasst, lohnt sich die Investition von über 100 Euro einfach nicht mehr.

Es ist vorbei!

Damit endet auch für mich endgültig die Ära der Papierhefte. Am Ende hatte ich fast 20 Jahre lang mindestens ein Spielemagazin im Abo. Ursprünglich wollte ich eigentlich die PC Action, bekam aber aufgrund eines Fehlers bei Computec 1997 dann erst einmal ein PC Games-Abo. Meine Aboprämie? Stonekeep, Descent II und Conquest of the New World in der Blackmarket Edition. Ja, ich dachte damals „3 Spiele sind besser als 1“ :smile: . Davor wurde regelmäßig in der Schulbibliothek die PowerPlay und die PC Games gelesen (und fleißig darüber diskutiert, welches Heft besser ist – Antwort: Keines). Eine Zeit voller schöner Erinnerungen. Azzkickr war beispielsweise neidisch, dass ich fast immer die GameStar schon samstags im Briefkasten hatte und er erst montags (dafür besaß oder besitzt er vielleicht sogar immer noch von Ausgabe 1 an alle Hefte). Musste ihm dann über ICQ die wichtigsten Wertungen mitteilen.

Oder die „weiße“ Phase (das Grunddesign war weiß) der PC Action, wo das Cover von leicht bekleideten Damen geziert wurde. Aus meiner Sicht (unabhängig von den Damen) immer noch die beste Zeit für dieses Magazin. Da stimmte einfach alles (Redaktion, Inhalte und Aufmachung). Lange Jahre hatte übrigens auch meine Hefte aufgehoben. Ein schnell wachsender Stapel angesichts von bis zu Spitzenzeiten sechs verschiedenen Magazinen, die jeden Monat eintrafen.

Alte Leiden

Irgendwann wurde ich dann doch von meiner Frau Mama davon überzeugt, dass ich in die alten Ausgaben eh nie wieder reinschauen werde und brachte mich dazu den mittlerweile auf mehrere Kartons (alle doppelt so groß wie ein normaler Umzugskarton) angewachsenen Bestand aus dem Speicher zu entsorgen – inklusive der Heft-CDs/DVDs. Vermutlich hätte ich auf eBay dafür noch 2-3 Euro bekommen. Aber das war mir der Aufwand einfach nicht wert. Zumal der Zustand so mancher Ausgaben nicht mehr der Beste war. Zum einen wegen der Lagerbedingungen, zum anderen wegen den blöden Heft-CD/DVD-Halterungen.

EDGE-Cover

Die Spielemagazine haben alle Jahre gebraucht, um ein halbwegs vernünftige Lösung dafür zu finden (z.B. separate, heraustrennbare Seite am Anfang des Hefts). Was habe ich mir haufenweise Cover zerstört bei dem Versuch die Medien herauszulösen. Die Halterungen ließen sich selten so öffnen, dass kein mehr oder weniger langer Riss entstand. Von den CD-Hüllen-Inlays brauchen wir erst gar nicht reden. Was es da an Stilblüten gab: Aus dem Heft rausschneiden und damit auf der Rückseite einen Artikel zerstören, sie heraustrennbar machen aber so, dass sie dabei einreißen und so weiter. Keine Ahnung warum das so ein schwieriges Unterfangen war für die Verlage. Oder ging es wieder darum Geld zu sparen? Keine Ahnung. War auf jeden Fall total nervig.

Wie geht’s weiter?

Ganz ausschließen will ich natürlich nicht, dass ich nicht doch irgendwann wieder ein Printmagazin lesen werde. Aber ob es dann wieder ein Spieleheft sein wird? Das ist aus derzeitiger Sicht tatsächlich eher unwahrscheinlich. Es hatte ja schon seinen Grund, warum am Ende nur noch die EDGE (UK) übrigblieb und ich selbst dort nur die Kommentarspalten und die Reports gelesen habe. Doch darüber, dass mich die klassische Spieleberichterstattung (Previews und Reviews) überhaupt nicht mehr Anmacht, hatte ich ja schon 2013 geschrieben. Daran hat sich nicht geändert. Im Gegenteil ist es eher noch schlechter geworden insofern, dass ich selbst online mittlerweile nur noch regelmäßig bei Kotaku lese und selbst auf YouTube mittlerweile eher weniger Spielevideos schaue (Kochshows ftw.!).

Von daher ist es zwar schade, dass auch dieses Thema zu einem Ende kommt. Aber werde ich die monatliche Lieferung vermissen? Offensichtlich nicht, wenn man sich meinen Stapel anschaut in den ich höchstens flüchtig reingeschaut habe bisher. Ich vermute aber mal, dass es bei euch nicht viel anders aussehen wird oder liest tatsächlich noch jemand ein analoges Spielemagazin? Oder grundsätzlich noch ein Printheft?

Nica

Beobachtungsbericht

Möwe in der Mittagspause

Ministerrat der rumänischen Katzendiktatur
Ministerium für Katzensicherheit

Hauptabteilung: Internationale Spionage
Unterabteilung: Langzeitobservation
Telefon: Schnurr-Knatsch-Quietsch

Betrifft: Balu und Lyssi
Wohnhaft: Casa Lysanda
Decknamen: Taube und Papagei

Für die Zeit vom 28.11.2016 bis 05.03.2017

Status: Gegen Ende des Jahres 2016 habe ich, Agent Möwe, erfolgreich meinen Beobachtungsposten „Viel zu kleine Kiste auf der Kommode“ eingenommen. Ich habe ihn bis Februar immer nur kurzzeitig für meine Pausen (Toilette, Futter, Erholung im Arbeitszimmer) sowie diverse Haus- und Umgebungserkundungen verlassen, um einen möglichst detaillierten Bericht über das Werken der beiden potentiellen Rebellenführer Taube und Papagei abliefern zu können. Meine Tarnung als Geliebte von Observationsobjekt Taube ist weiterhin voll intakt. Er ist unverändert gerne in meiner Nähe, putzt mich fleißig und informiert mich über wichtige Vorkommnisse sowohl in der Casa Lysanda als auch in der näheren Gegend. Ab und zu versucht er zwar mit mir zu spielen, diese Avancen muss ich jedoch aus professionellen Gründen immer ablehnen und weiße ihn entsprechend mit einem deutlichen Fauchen zurecht.

Taube in meiner Kiste

Meine Beziehung zu den Dosenöffnern, Deckname Knuddelriese und Futterlady, ist ebenso in einem hervorragenden Zustand. Zwar nehmen sie mich ab und zu hart ran und tropfen mir Drogen in die Augen – ich vermute, um mich gefügiger zu machen – bislang zeigen diese jedoch glücklicherweise keine Wirkung. Der Catnip-Ball ist da ein ganz anderes Thema aber ich benutze ihn selbstverständlich nur während meiner offiziellen Pausen! Ich erhalte außerdem regelmäßig ausreichend Nahrung (zweimal am Tag), bekomme ab und zu ein paar Leckerlis direkt an meinen Observationspunkt geliefert (aufstehen dafür liegt nicht in meiner Befugnis) und werde vor allem vom Knuddelriesen oft gut durchgeknuddelt. Meine Tarnung ist also auch hier vollkommen in Takt.

Observationen über Taube: Objekt Taube (so bezeichnet wegen den gurrenden Geräuschen, die er von sich gibt) ist weiterhin sehr auf Dosenöffner Knuddelriese bezogen. Als Knuddelriese im November für drei Wochen nicht im Haus war, konnte man ihm die Trauer sehr stark ansehen. Selbst bei einer eintägigen Abwesenheit vermisst er den warmen und vor allem großen Schoß des männlichen Dosenöffners. Für mich total unverständlich, da Knuddelriese es gar nicht so angenehm zu finden scheint, dass Taube auf ihm draufliegt. Zumindest hält er es auf der Couch nicht allzu lange aus und verscheucht Taube dann wieder. Taube entscheidet sich danach auf dem Ottomanen sitzen zu bleiben und sich Schlafen zu legen. Im Bett legt er sich hingegen immer außer Reichweite der Dosenöffner ans Fußende.

Abseits zu seiner innigen, wenngleich nicht wirklich in gleichem Maße erwiderten Beziehung zu Knuddelriese, ist er ein begeisterter Esser. Es ist zwar dank des hochwertigen Futters, das wir nun bekommen, nicht mehr ganz so schlimm und er geht nicht mehr so massiv in die Breite. Aber wenn auch nur die Chance besteht, dass es etwas zu futtern gibt, dann ist er gleich zur Stelle. Dabei geht er durchaus intelligent vor. So macht Dosenöffner Futterlady aktuell Experimente namens „Clickertraining“ mit ihm, bei denen er sich äußerst schlau anstellt und ziemlich schnell weiß, welches Verhalten Futterlady von ihm erwartet. Und er war schon immer absoluter Meister in der Katzenkönigsdisziplin „Süß und Knuddelig-Aussehen“.

Taubes Verhältnis zu Papagei lässt sich hingegen als „Vorsichtig“ zusammenfassen. Man merkt ihm an, dass er gerne mehr mit ihr machen möchte (vor allem balgen). Der große Gentleman ist aber sehr schüchtern und traut sich nicht so richtig an sie ran. Es ist zwar schon besser geworden über die letzten Monate und es gibt entsprechend mittlerweile hin und wieder Momente, in denen sie sich durch das Haus jagen. Aber so richtig viel Zeit möchte Taube weiterhin nicht mit Papagei verbringen. Verlassen die Dosenöffner das Haus, lässt auch er Papagei ganz alleine zurück.

Papagei mag Schuhe

Observationen über Papagei: Objekt Papagei (so bezeichnet wegen ihrer Vorliebe bei Dosenöffner Katzenlady im Bett auf der Schulter zu sitzen und ihrem hohen Mitteilungsbedarf) möchte endlich nach draußen. Nicht nur langweilt sie sich die meiste Zeit, da Objekt Taube nur selten mit ihr spielt. Sie hat natürlich auch mitbekommen, dass es da draußen vor den Türen und Fenstern etwas Interessantes gibt. Wenn Taube die Casa Lysanda durch die Katzenklappe betritt, wartet sie schon ganz hibbelig davor und springt Taube an. Warum die Dosenöffner sie immer noch nicht rauslassen, ist mir derzeit nicht bekannt. Ich habe sie nur von einer vierten Katze namens Pichu reden hören. Ich vermute hier einen direkten Zusammenhang, der sich aber noch erhärten muss. Weitere Berichte folgen.

Um meine Tarnung als fürsorgliche Mutter aufrecht zu erhalten, bringe ich ihr hin und wieder sowohl lebende als auch tote Mäuse mit. Sie hat das Konzept des Tötens zwar offensichtlich noch nicht verstanden aber immerhin ist sie dann einige Stunden beschäftigt und die Maus an einem Herzinfarkt gestorben. Sowie mag sie alle Arten von Tieren und sitzt immer sehr gespannt vor dem Fernseher, wenn gerade eine Tiersendung läuft.

Ansonsten ist sie sehr massiv auf Dosenöffner Futterlady bezogen und traut Knuddelriese nicht wirklich über den Weg. Morgens, wenn die Türen geöffnet werden, sprintet sie sofort zu ihr ins Bett. Und kaum sitzt Futterlady irgendwo, ist Objekt Papagei sofort wieder auf ihrem Schoss. Weiter ist festzuhalten, dass die kleine Scheißbratze (ich toleriere sie zwar aber mag sie überhaupt nicht – und lasse sie das auch immer wissen!) vor Wasser keinen Respekt hat, ähnlich wie Kessy mit Schuhen spielt und von der Toilette sehr fasziniert ist. Wenn einer der Dosenöffner sein Geschäft verrichtet, ist sie immer zur Stelle und schaut genau hin. Ich vermute eine massive Verhaltensstörung, die ebenso dafür verantwortlich ist, dass sie sich eher springend („Parkour“) und mit einem rasend hohen Tempo durch das Haus bewegt. Von geruhsamen Gehen hat sie wohl bislang noch nichts gehört.

Fazit: Die aktuellen Beobachtungen legen nahe, dass derzeit von Taube und Papagei keine Gefahr für unsere glorreiche Katzendiktatur ausgeht. Sie sind beide zu sehr mit sich selbst beschäftigt und alles andere als verbrüderte Rebellen. Ich empfehle dennoch die Fortsetzung der Langzeitbeobachtungen. Vor allem die bereits erwähnten, äußerst mysteriösen Entwicklungen rund um diesen ominösen „Pichu“ sollten weiter im Auge behalten werden. Dadurch könnte sich die gesamte Situation noch einmal verändern.

Gezeichnet

Agent Möwe