Pichu

Gleichberechtigung für Katzen!

Das bin ich!

Hi! Ich in der Pichu, ein Kater und neu hier in dieser Runde. In Spanien wurde ich Pikachu gerufen aber meine neuen Dosenöffner fanden den Namen doof und total „Mainstream“. Deswegen bin ich nun einfach nur noch „Pichu“. Ich bin vermutlich im Mai 2016 in Spanien auf die Welt gekommen, also ungefähr in Lyssis Alter. Aber während sie ein spanisches Inselkind ist, komme ich (wie es sich für anständige Katzen gehört) vom Festland. Ich bin damals, als ich noch ein ganz kleines Kätzchen war, einer netten Dame im Park hinterhergelaufen, die mich dann freundlicherweise aufgenommen und aufgepäppelt hat. Sehr nett von ihr, wie ich finde. Praktischerweise gehört sie zu den lieben und netten Damen und Herren des Tierschutzvereins Katzenherzen. Entsprechend konnte ich bei ihr und ihren vier Katzen bis zu meiner Vermittlung bleiben. Nach einer rund 25 Stunden langen Autofahrt (Lyssi durfte immerhin Fliegen!) bin ich vor zwei Wochen als vierte und vorerst letzte neue Katze in der Casa Lysanda angekommen. Schon einen Tag später durfte ich Bekanntschaft mit der restlichen Katzenbande hier machen…

Die anderen Viecher

Die erste, die mich in meinem temporären Zuhause im Obergeschoss besuchte, war der schwarz-weiße Bär namens Nica. Sie scheint so etwas wie die oberste Chefin hier im Haus zu sein. Kam sofort rein, inspizierte meinen Aufenthaltsraum ohne groß Rücksicht auf mich zu nehmen und machte es sich in „meiner“ Plüschhöhle bequem. Wie es sich für einen Vertreter des oberen Managements wohl gehört, hat sie mich gleich angeknurrt als ich ihr zu nahekam, um sie zu beschnuppern. Aber insgesamt scheint sie richtig cool drauf zu sein und mich bereits fest in ihren Mitarbeiterstab aufgenommen zu haben – zumindest darf ich sie schon ab und an etwas sauberlecken, wenn sie das möchte. Ansonsten respektiere ich sie und komme ihr lieber nicht ganz so nah. Ihr wisst schon, wegen den Ohrfeigen.

Ihr Geschäftspartner, Balu, ist da schon etwas anders drauf. Er findet mich nämlich durchaus ganz dufte. Natürlich hält er ebenso wie Nica ein wenig professionellen Abstand (gebietet ja schon alleine der Altersunterschied) und war anfangs etwas misstrauisch mir gegenüber. Aber ab und zu lässt er seine strenge, fast schon väterliche Fassade, fallen und balgt mit mir zusammen herum. Das finde ich toll. Zumal ich auch noch ungefähr so aussehe wie Balu. Wenn man nicht so genau hinschaut, könnte man mich glatt mit ihm verwechseln. So bin ich ebenfalls getigert aber etwas eleganter und stromlinienförmiger gebaut als er. Dafür kann er nichts. Zum einen muss ich noch wachsen, zum anderen verdanke ich mein spitzes Gesicht und meine großen Pranken meinen Eltern. Entweder meine Mutter oder mein Vater muss ein Perser oder einer anderen orientalischen Rasse angehört haben. Das verleiht mir ein gewisses adeliges Aussehen. Offiziell bin ich aber trotzdem eine europäische Kurzhaar wie wir alle hier im Hause. Schließlich kann ich keine Papiere vorweisen, die etwas anderes behaupten.

Die Dritte im Bunde

Eine Runde chillen mit Lyssi

Und dann wäre da noch Lyssi. Die konnte mit mir anfangs so überhaupt nichts anfangen. Es klang teilweise als würde jemand Löcher in die Wand bohren, so stark hat sie geknurrt und gefaucht. Freilich war aber auch sie äußerst neugierig zu wissen, wer da Neues im Haus ist. Sie schlich dauernd um mich herum und blickte interessiert um alle Ecken. Es ging vermutlich mehr darum mir zu verstehen zu geben, dass SIE die Chefin der Katzenhorde ist. Ich habe zwar einen ganz anderen Eindruck gewonnen (sie frisst zum Beispiel nicht mit uns zusammen, sondern wartet bis wir alle fertig sind) aber ich als ruhiger und äußerst mitteilsamer Kerl (böse Zungen behaupten ich würde wie ein Hund mupsen) habe sie einfach machen lassen.

Mittlerweile verstehen wir uns aus meiner Sicht fantastisch. Morgens und abends jagen wir uns fleißig durch die Bude und haben viel Spaß zusammen. Das ist echt lustig! Und soweit ich das verstanden habe, bin ich auch genau deswegen hier gelandet: Um der kleinen Lyssi Gesellschaft zu leisten nachdem sich Balu wohl als nicht ganz so Spielbereit herausgestellt hat. Mir aber tatsächlich völlig egal warum ich hier bin. Hauptsache ich bin nicht mehr in Spanien und habe jetzt ein richtiges Zuhause. Mit Nica, Balu und Lyssi komme ich insgesamt gut klar und ich bin nun maximal noch das vierte Rad am Wagen. Nur raus will ich endlich mal. Lyssi ist genauso nervös und will unbedingt hinaus die weite Welt erkunden. Die Großen dürfen es schließlich auch und wir springen Balu immer sofort an, wenn er mit Duftneuigkeiten im Fell von draußen reinkommt.

Die Dosenöffner

Bei den Dosenöffnern im Bett

Großer Chef und große Chefin sind soweit auch ganz okay. Aktuell bin ich immer noch etwas unsicher und hibbelig unterwegs. Wobei ich nicht leugnen kann, dass es durchaus Spaß macht aus dem Katzenklo rauszuspringen und dabei das ganze Streu im Wohnzimmer zu verteilen :smile: . Deshalb verbringe ich noch nicht viel Zeit in ihren Armen oder hole mir viele Streicheleinheiten ab. Aber ich lass die beiden definitiv wissen, dass ich da bin und beispielsweise gerade sehr viel Hunger habe. Echt schlimm, dass die für die Zubereitung so lange brauchen. Dose auf und in den Napf – zumindest kannte ich es bislang so. Stattdessen gibt es hier gefühlt von der großen Chefin ein riesiges Menü zusammengepanscht in ein Schälchen. Hochwertiges Dosenfutter mit mildem Joghurt und Hühnerbrühe vermischt sowie jetzt auch noch morosche Karottensuppe mit Hühnerbrust. So gut habe ich noch nie in meinem kurzen Leben gegessen…

Wobei ich gehört habe, dass der Joghurt und die Karottensuppe eigentlich nur für mich als Medizin dabei sind. Und es stimmt: Ich habe etwas Durchfall und ab und zu kann ich nicht richtig durch die Augen schauen weil sich meine Bindehaut davorgeschoben hat (Anm. d. Red.: Nickhautvorfall). Woher ich das haben sollte, weiß ich nicht. Aber so ein Umzug mit der dazugehörigen Essensumstellung ist natürlich mit viel Stress verbunden. Wie gesagt: So richtig ruhig bin ich auch nach zwei Wochen noch nicht. Man weiß ja nie, wann Lyssi um die Ecke kommt und auf einen draufspringt!

Am ehesten verstehe ich mich aber noch mit dem großen Chef. Zu dem komme ich schon etwas öfters und lege mich ähnlich wie Balu voll auf ihn drauf und lecke ihm alle Extremitäten ab. Was nicht heißt, dass die große Chefin nicht ebenfalls super lieb und nett ist. Aber wir Männer müssen nun einmal zusammenhalten. Immerhin herrscht dank mir in dieser Beziehung nun wieder ein Gleichgewicht (3 vs. 3).

Und damit wisst ihr schon einmal ein bisschen von mir. Wir lesen uns sicherlich irgendwann mal wieder. Jetzt muss ich aber erst einmal Nica ablecken gehen. Ihr wisst schon: Wenn der Chef ruft, dann muss man Folge leisten.

Print Friendly
Tweet about this on TwitterShare on FacebookEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

:smile: :sad: :wink: :tongue: :-x :roll: mehr »
*