…und da war sie auch schon wieder vorbei, die Electronic Entertainment Expo 2017. Wobei bei genauerer Betrachtung nach den Pressekonferenzen am Wochenanfang sowieso nicht mehr viel passiert. Danach veröffentlichen alle Webseiten ihre diversen Previews auf Basis der exakt gleichen Demo plus ein paar Interviews und das war es auch schon. Der einzige Lichtblick sind hier und da die unbekannten Indie-Titel, die von irgendeinem Reporter gefunden werden. In diesem Jahr was es nicht wirklich anders. Die einzige echte Neuerung: 15.000 Tickets für Otto-Normal-Spieler wurden verkauft. Das Ergebnis war wohl ein extrem vollgepackter Showfloor (noch mehr als sonst) sowie abnormale Wartezeiten an den Ständen. Andererseits: Wer die gamescom kennt, für den war das wohl nichts Überraschendes.

Aber was ist viel interessanter als das Drumherum? Die Hardware und die Spiele natürlich. Also werfen wir doch mal einen Blick auf das, was so angekündigt und zu sehen war – in keiner bestimmten Reihenfolge (Links gehen hauptsächlich zu den Trailern):

Anthem (Herstellerbild)

Anthem – Daran hat also der Hauptteil von Bioware gearbeitet während die B-Truppe anscheinend Mass Effect: Andromeda versaut hat. Sieht definitiv grafisch sehr gut aus und auch die Hintergrundgeschichte interessiert mich schon jetzt. Auch spielerisch finde ich den Action-betonteren Fokus durchaus schick, auch wenn ich die Kämpfe lieber in First-Person und weniger aus Schulterperspektive bestritten hätte. Was mir nicht gefällt dürfte klar sein: Es soll in Konkurrenz zu Destiny treten und ist damit eines dieser verkappten Pseudo-MMORPGs. Damit bin ich schon wieder raus. Das nächste bitte!

A Way Out – Äußerst interessantes und auch riskantes Konzept (wie schon Brothers: A Tale of Tow Sons einen reinen Zwei-Spieler-Koop-Titel zu machen. Online stelle ich mir das zwar unspielbar vor aber zu zweit auf der Couch mit jemanden der mit der Thematik was anfangen kann (also leider nicht mit Lysanda…) könnte es ein vermutlich eher lineares aber richtig cooles Spielerlebnis werden.

Kingdom Hearts III – Der Trailer ist irgendwie nicht wirklich gut gegmacht (und so mysteriös und unverständlich wie die Serie an sich) aber hey: Es lebt und sieht immer noch sehr gut aus! Muss endlich mal die anderen Teile fertig durchspielen. Warum sind JRPG immer so lang?!

Xbox One X (Herstellerstudie)

Xbox One X – Mehr P0wär!!! Ich persönlich finde den Trend komisch unter dem gleichen Namen einfach ein neueres Modell zu veröffentlichen (vor allem mit so einem bekloppten Zusatz). Aber ob jetzt Xbox One oder Xbox 2018 draufsteht ist am Ende des Tages auch wieder völlig egal. Fakt ist: Die Vorteile einer Konsole gegenüber einem PC schwinden weiter, wenn die Entwickler jetzt auch schon für Konsolentitel quasi zwei Modi einbauen müssen (sollten sie nicht Xbox One X- bzw. PS4 Pro-exklusiv sein). Und ansonsten ist mehr Power unter der Haube immer gut für die weitere Spieleentwicklung egal auf welcher Plattform. Da Microsoft zumindest aktuell auf Cross-Plattform setzt, ist es sogar noch besser für PCler.

Forza 7 – Es ist nicht Forza Horizon 3 also uninteressant :smile: .

Metro Exodus – Die Metro-Spiele waren bislang interessant, weil sie sehr bedrückend, voller Geschichte und quasi vollständig linear waren (und Hardwareanforderung vom Mond hatten). Also nicht ganz das Anti-S.T.A.L.K.E.R. aber fast. Ich habe so ein wenig die Befürchtung, dass mit einer semi-offenen Welt (es sollen nicht-lineare Levels sein) an der Oberfläche davon etwas verloren geht. Ich kann aber nicht bestreiten, dass es trotzdem vor allem grafisch wieder sehr cool aussieht. Dieser dreckige Look vollgepackt mit Details ist echt genial und ich finde es super, dass er es auch an die aufgetaute Oberfläche geschafft hat.

Assassin’s Creed Origins (Herstellerbilld)

Assassin’s Creed OriginsUnity und Syndicate waren einfach nur noch langatmig, doof und uninspiriert. Entsprechend hat Ubisoft tatsächlich sehr konsequent die Notbremse gezogen und damit der Serie wieder Zeit zum Atmen gegeben. Das hat nicht nur dazu geführt, dass wir Spieler wieder interessierter daran sind, sondern auch offensichtlich zu vielen willkommenen Änderungen zur völlig abgenutzten Formel geführt. Was soll ich sagen? Mich macht das Setting an (Ägypten und Anfangszeit der Assassinen), das Kampfsystem sieht launig aus (Pfeil und Bogen geht sowieso immer) und die Rollenspielelemente könnten etwas mehr Motivation bieten als 1.000.000 Collectibles. Definitiv eins meiner Highlights der diesjährigen E3.

Minecraft Super Duper Graphics Pack – Genau das, was Minecraft gefehlt hat könnte man sarkastisch sagen. Aber tatsächlich hat der Trailer wieder ein bisschen Lust in mir geweckt das Spiel mal wieder zu starten. Zumal sie es durchaus geschafft haben trotz des massiven Grafikupdates den zentralen, blockigen Look zu erhalten. Von daher: Count me in!

DOOM VFR (Herstellerbild)

DOOM VFR – Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass einem dabei nicht schlecht wird. Aber egal: Es sieht richtig cool aus und mehr DOOM geht immer. Wenn ich vielleicht irgendwann mal ein VR-Headset habe, dann steht das auf jeden Fall auf meiner Einkaufsliste weit oben drauf. Fallout 4 VR nicht so sehr…

The Evil Within 2 – Ich habe von dem Trailer nur wenig verstanden, was aber vermutlich daran liegt, dass ich Teil 1 noch nicht durch bin. Der war aber ein erfrischend guter Horrortitel der alten Schule. Wenn Teil 2 (was der Trailer nahelegt) in die gleiche Kerbe schlägt, dann dürfen wir uns wieder auf einen gehörigen Schrecken einstellen.

Wolfenstein II: The New Colossus – Ich kann Wolfenstein: The New Order (und sein Stand-Alone-Addon Wolfenstein: The Old Blood) nicht genug in den Himmel loben. Das Spiel hat es perfekt geschafft die Old-School-Shooter-Romantik in eine moderne Zeit zu bringen und dabei tonnenweise Spaß zu machen. Von Teil 2 will ich einfach nur mehr. Mir ist es fast (aber nur fast) egal, wie die Geschichte von B.J. Blazkowicz weitergeht. Hauptsache wieder schnelle, völlig überzogene und cool inszenierte Kämpfe in bester Ego-Shooter-Manier und wenn ich mir den Trailer so anschaue, dann wird es davon wieder mehr als genug geben.

XCOM 2: War of the Chosen (Herstellerbild)

XCOM 2: War of the Chosen – Anders als XCOM: Enemy Within scheinen die Neuerungen nicht ganz so einschneidend und mehr in Richtung klassisches Addon zu gehen (mehr, mehr und noch mehr). Aber zum einen geht mehr XCOM sowieso immer und zum anderen ist mir „mehr“ auch mehr taktische Möglichkeiten und mehr interessante Herausfordeurngen gemeint. Zumal die „Chosen“ (drei neue feindliche Commander) jetzt nicht nur Einfluss auf das lokale Schlachtfeld haben, sondern auch auf die Globalstrategie. Das könnte lustig (und bockschwer) werden.

Age of Empires: Definitive Edition – Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich wirklich viel Zeit in diesen Titel stecken werde. Hatte glaube ich auch nie das Original durch – nur der Soundtrack ertönt regelmäßig durch meine Boxen (so wie jetzt gerade). Cool ist es aber trotzdem, dass es ihn gibt. Und es gefällt mir auch grafisch eindeutig besser als Blizzards StarCraft Remastered. Außerdem: Wenn Microsoft jetzt plötzlich Age of Empires wieder als kompetente Marke für sich entdeckt – vielleicht steht dann auch mal Age of Empires IV auf dem Produktionsplan?

Skull & Bones – Wir sind uns alle einig, dass die Schiffe der beste und interessanteste Teil von Assassin’s Creed IV: Black Flag waren. Entsprechend bin ich froh, dass es Ubisoft auch kapiert hat und nun einen Titel bringt, in dem es um nichts anderes geht. Auch, weil es ein noch viel zu wenig befahrenes Genregewässer ist. Ja, die Freude wird für mich wieder dadurch etwas gedämpft, dass es sich um einen Onlinetitel handelt. Aber aktuell bin ich noch zu sehr vom Trailer gehypt, um darüber groß zu jammern :smile: .

Beyond Good & Evil 2 – Es ist mir völlig egal ob es am Ende gut oder schlecht wird…ich will es einfach nur endlich spielen können. Teil 1 ist mittlerweile 14 Jahre alt und die Ankündigung von Teil 2 feiert nächstes Jahr auch schon ihren 10. Geburtstag. Echt traurig. Dabei bin ich doch sogar einer der (leider) wenigen, welche die Erstauflage im Regal stehen haben (Releasetagkauf). Es ist zwar etwas schade, dass sie nun doch die Prequel-Richtung zu gehen scheinen und damit der Cliffhanger immer noch nicht aufgelöst wird. Aber Hauptsache ich kann wieder in diese wundervolle, andersartige (man könnte auch sagen, französische) Welt abtauchen! Also bitte, bitte: Nicht noch einmal in der Versenkung verschwinden.

Monster Hunter World (Herstellerbild)

Monster Hunter World – Die Faszination der Monster Hunter-Serie (aus meiner Sicht reines gegrinde) habe ich noch nie verstanden (aber ich habe es versucht!). Deswegen nur eine Erwähnung, weil es erstmals auch für PC kommt und grundsätzlich wieder bombastisch aussieht.

Detroid – Mein Verhältnis zu David Cage als angespannt zu bezeichnen ist leicht untertrieben. Ich bleibe weiterhin dabei, dass er lieber Filme produzieren sollte als das, was er als „Spiele“ bezeichnet. Aber wie immer ist der Trailer an sich sehr beeindruckend (wenngleich nicht mehr ganz so wie damals Heavy Rain: The Casting) und auch die Geschichte, die er erzählen will, interessiert mich durchaus. Aber wenn es am Ende wieder nur ein QTE-Titel wird, dann finde ich das irgendwie doof.

Metroid: Samus Returns – Ich bin nicht der größte Samus-Fan auf Erden. Aber wie so oft finde ich das Universum sehr interessant und wenn ich nun Teil 2 in wesentlich besser erleben kann (Teil 1 war schon sehr anstrengend zu spielen), dann immer her damit. Der Trailer macht einen guten Eindruck und der 3DS als Zielsystem passt für mich perfekt. Also immer her damit!

 

Und damit sind wir durch alle Sachen durch, die mich etwas stärker interessiert haben. Natürlich habe ich das eine oder andere Spiel unter den Tisch fallen lassen wie Metroid Prime 4, Crackdown 3 oder Spider-Man. Aber für die könnt ihr ja in den Kommentaren die Werbetrommel rühren, wenn sie euch (oder andere) total „geflasht“ haben :smile: . Also: Wie habt ihr die E3 erlebt und was fandet ihr gut oder schlecht?

Sicarius

Erdbebenmeister

Wenn der Sicarius es tatsächlich mal geschafft hat brandaktuelle Spiele länger als zwei Minuten zu spielen, dann sollte man diese Anomalie gar nicht erst in einer ewig langen Einleitung verstecken. Lasst uns stattdessen sofort loslegen mit der höchst professionellen Berichterstattung:

Es blutet wieder in Quake!

Quake Champions (Closed Beta; PC) – Ich stehe voll hinter dem Motto „Quake for Life!“. Es gab, gibt und wird sicherlich nie einen besseren Arena-Shooter als Quake III Arena bzw. Quake Live (vor dem Steam-Update) geben. Nein, Unreal Tournament ist im Vergleich einfach nur lahm, unnötig kompliziert und überladen (wer braucht schon Waffen mit Sekundärfeuermodus?!) und schlichtweg doof. Entsprechend war ich im ersten Moment sehr enthusiastisch als der Ankündigungstrailer zu Quake Champions vor gut einem Jahr auf der E3 2016 bei Bethesda über die Leinwand lief. Dann kamen aber die Infos: Free-2-Play, Charaktere mit Spezialfähigkeiten und ein Look, der mehr an Unreal Tournament 2004 erinnert als an den Gothic-Stil von Quake (wenngleich grafisch natürlich auf dem neusten Stand). Das kann ja nichts werden.

Die Hauptprobleme

Nach zahlreichen Matches in der Closed Beta muss ich leider sagen, ist meine Euphorie nicht komplett zurückgekehrt. Aber fangen wir von vorne an: Aktuell läuft Quake Champions nur über den Bethesda Launcher. Also schon wieder eine zusätzliche Anwendung. Im Spiel selbst fällt sofort die Free-2-Play-Komponente ins Auge: Es steht euch nur der Charakter „Ranger“ zur Verfügung. Alle anderen Champions müsst ihr euch erst freischalten. Wie? Dauerhaft nur mit realem Geld. Temporär (24 Stunden) geht es hingegen mit der Ingamewährung, die ihr durch das Bestreiten von Matches und den dazugehörigen Awards (zum Beispiel den Klassiker „Impressive“ für „Treffe zweimal hintereinander mit der Railgun“) bzw. das Erfüllen der Daily Challenges erhaltet (töte einen Gegner mit einer Rakete in der Luft zum Beispiel).

Mein Erzfeind: Der Scalebearer

Jeder Charakter hat nicht nur unterschiedliche Start- und Maximalwerte in Sachen Lebensenergie und Rüstung, sondern auch noch eine Spezialfähigkeit, die sich automatisch nach 30 Sekunden wieder auflädt. Das lässt sich allerdings durch auf der Karte verteilte Sanduhren etwas beschleunigen. Visor kann dadurch kurzzeitig durch Wände andere Spieler sehen, Sorlag verpritzt Area-of-Effect-Säure und der Scalebearer hat einen Bull Rush zur Verfügung, mit dem er Feinde einfach über den Haufen rennt (extrem nervig!).

Begrenzungen

Damit kommen wir schon zu den nächsten zwei fundamentalen Problemen von Quake Champions: Zum einen ist eure Charakterauswahl extrem begrenzt. Aktuell stehen euch nur neun Stück zur Verfügung und soweit ich das verstanden habe, kommen da nicht viel mehr dazu. Freilich dürft ihr jeden Charakter optisch verändern – aber nicht frei nach Schnauze. Stattdessen kauft ihr euch mit der Ingamewährung Lootboxen, die Klamotten oder Waffenskins enthalten mit denen ihr euren Champion zumindest etwas individualisieren könnt.

Zum anderen ist damit auch die Zeit vorbei, wo ihr euren Charakter nur basierend auf dem Aussehen wählen konntet, denn die Spezialfähigkeiten sind zwar nicht kriegsentscheidend. Aber sie können eben doch das Zünglein an der Waage in einem knappen Kampf sein. Als Clutch alle halbe Minute ein Schild anmachen zu können, das jeden Schaden abblockt ist durchaus nicht ohne. Außerdem macht es zusätzlich noch einen massiven Unterschied ob ihr nur 100 Lebenspunkte haben könnt oder 150. Hatte bislang nicht den Eindruck, als wäre dafür noch etwas am Charakter anders (beispielsweise seine Geschwindigkeit). Kann mich aber natürlich täuschen.

Das Angebot

Die Optik ist durchaus beeindruckend.

In der Closed Beta stehen aktuell nur drei größere Karten zur Verfügung. Eine davon, Blood Covenant, kommt Veteranen sofort bekannt vor. Es handelt sich hier nämlich um eine vergrößerte Variante von Campgrounds. Abseits des grundsätzlich etwas ungewohnt bunten Looks und ihrer gefühlt etwas zu großen Fläche, sind die Karten aber prinzipiell optisch wie spielerisch abwechslungsreich und interessant gestaltet.

Spielmodi gibt es hingegen aktuell vier von anscheinend sechs geplanten zum Testen: Deathmatch, Team Deathmatch, Duel und Sacrifice. Während Deathmatch und Team Deathmatch wie gehabt sind, hat Duel eine Veränderung bekommen: Jeder Spieler wählt zu Beginn des Matches drei Champions aus, die es dann jeweils gilt zu besiegen. Sprich es geht nicht mehr darum innerhalb von 10 Minuten die meisten Frags zu machen, sondern einfach nur den Gegner drei Mal zu töten. Macht das Spiel natürlich wesentlich schneller aber ich hoffe trotzdem, dass es auch noch eine „normale“ Duell-Variante geben wird. Angekündigt wurde bislang allerdings nur ein neuer 2vs2-Duel-Modus, der von Quake-Legende Richard „noctis“ Gansterer designt wurde. Sacrifice ist hingegen der neue Teammodus (4vs4). Darin geht es darum eine Seele in der Mitte der Map einzusammeln, sie zu eurem Opferturm zu bringen und dann für eine gewisse Zeit diesen Turm zu beschützen. Quasi eine modifizierte Version von CTF. Spaß machen prinzipiell wie gehabt alle Modi – abhängig davon mit welchen Mitspielern man es zu tun hat.

Das Gameplay

Mit aktiviertem Schild in den Kampf

Spielerisch hält Quake Champions an der Loadout-Idee fest, die schon mit dem Steamupdate in Quake Live Einzug hielt. Sprich bei jedem Respawn dürft ihr sowohl euren Champion wechseln als auch entscheiden mit welcher von drei Waffen (meist Assault Rifle, Shotgun oder Lightning Gun) er startet. Das Aufsammeln auf der Karte ist aber weiterhin das A und 0.

Und dann kann es mit dem Fraggen losgehen. Erfreulicherweise ist das Spieltempo wie versprochen sehr hoch. Ersten Messungen von echten Pro-Gamern nach wohl zwar nicht wie versprochen komplett auf Quake III Arena-Niveau, aber für mich als 08/15-Quaker tatsächlich ausreichend. Auch die Waffen haben den gewohnten id-Software-Rums drauf und fühlen sich nach etwas an. Nur der Look derselben gefällt mir irgendwie überhaupt nicht. Geht anscheinend nicht nur mir so, denn als Waffenskins kann man sich unter anderem die Klassiker aus den vorherigen Titeln freischalten.

Wichtige Powerups werden hingegen angekündigt („Quad Damage spawns in 15 Seconds“) und deren Lokation zusätzlich ab diesem Zeitpunkt im HUD angezeigt. Weniger wichtige haben einen Ring, der sich solange füllt, bis es respawnt. Vorteil: Es trifft sich plötzlich alles dort und es geht heiß her und man muss nicht mehr selbst zählen. Nachteil: Man muss nicht mehr selbst zählen und damit geht etwas der Anspruch verloren. Außerdem wird, wie mittlerweile auch bei Quake Live, der durch euch verursachte Schaden über den Köpfen der anderen Spieler angezeigt. Alles in allem steckt in Quake Champions aber definitiv spürbar der Quake-Kern. Daran wird das Spiel also aus meiner Sicht nicht scheitern. Als Veteran habe ich tatsächlich mehr mit dem Drumherum ein Problem.

Teilweise ist etwas viel auf dem HUD los

Beim Christoph meint: Um es gleich zu Beginn ganz deutlich zu machen: Quake Champions macht trotz all der ganzen Probleme massiv Laune und es ist definitiv kein Overwatch-Klon. Es sieht zwar nicht unbedingt aus wie Quake, aber es fühlt sich so an – und das ist erst einmal das Wichtigste. Und trotz der Spezialfähigkeiten entscheidet am Ende des Tages euer Können in 99% der Fälle, ob ihr den Zweikampf gewinnt oder nicht. Klar gibt es den ein oder anderen Cheapshot – wie gesagt, hasse ich Scalebarers Bull Rush abgrundtief. Aber abseits des Duell-Modus fällt das auf meinem Spielniveau (Mittelklasse würd ich sagen) aufgrund des sowieso eher chaotischen Spielverlaufs im Großen und Ganzen nicht ganz so stark ins Gewicht. Im Gegenteil freue ich mich natürlich auch darüber einen Kampf dank dem geschickten Aktivieren meiner Fähigkeit doch noch gewonnen zu haben.

Mit den anderen, spielerisch relevanten Änderungen habe ich mich ebenso arrangiert. Ja, die Loadout-Sache finde ich schon bei Quake Live doof. Andererseits beschleunigt es das Match ein wenig und verringert die Chance auf billige Spawnkills, da sich der Gegenüber direkt wehren kann (wenngleich mit nur sehr wenig Munition ausgestattet). Und an den neuen Look habe ich mich sowieso schon nach 2-3 Matches gewöhnt gehabt.

Ja, es gibt eine doppelläufige Schrotflinte

Schwerwiegender finde ich die Free-2-Play-Komponente. Ja, natürlich will id Software am Ende des Tages Kohle scheffeln. Und dank der Spezialfähigkeiten können die Entwickler auch noch damit argumentieren, dass ihr euch ja nur die Helden kaufen müsste, dir euch wirklich gefallen. Aber ein Match aus 10 Rangers ist zwar 100% ausbalanciert aber visuell halt ein wenig langweilig. Dass ich die Beinplatte gegen eine andere austauschen oder statt des Quake Champions-Rocket Launchers den aus Quake verwenden kann, ist da nur ein schwacher Trost für den Verlust meines geliebten Bones. Meine Spielzeit wird es auf jeden Fall massiv negativ beeinflussen, sollte am Ende der Closed Beta wieder alle Champions für mich weggesperrt werden (Teilnehmer der ersten paar CBs-Wochenenden bekamen alle Champions freigeschaltet). Für alle anderen gilt: Beobachten und wenn es soweit ist, einfach mal reinschauen. Kostet ja nichts. Wer nur Call of Duty spielt, wird zwar an Quake Champions wieder keine Freude haben aber wer auf schnelle Arena-Shooter steht, wird trotzdem zumindest eine gewisse Zeitlang (bis die Paywall zuschlägt) Spaß damit haben – das verspreche ich hiermit :smile: .

 

So viel also erst einmal zu Quake Champions. Ich werde es selbstverständlich weiter im Auge behalten. Mal schauen ob ich Lust habe nächste Woche ein paar Worte über die E3 zu verlieren. Wie immer verspreche ich nichts :smile: . Bis dann!

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #18

Kein Kommentar…

Es gibt Dinge, die sind nicht unbedingt ein Weltuntergang aber gebrauchen kann man sie trotzdem nicht. Ein Beinbruch zum Beispiel oder wenn im Garten plötzlich buchstäblich die Scheiße rumschwimmt. Mit letzterem Problem hatten wir vergangene Woche zu kämpfen. Die ganze Zeit war es bekanntlich sehr trocken und entsprechend der Boden nicht gerade saugfähig. Als dann am Montagabend ein starkes Gewitter kam, stand ziemlich schnell der Garten unter Wasser.

Volle Kanäle

Ein Unterwasserbeet wäre an sich natürlich kein Problem gewesen aber anscheinend waren die Abwasserkanäle an der Hauptstraße mit den Wassermassen absolut überfordert eben, weil es lange dauerte bis das Regenwasser auf den Wiesen versickerte. Die Folge war, dass der ganze Kram in die Hausanschlüsse verteilt wurde – darunter auch unserer, der nicht nur aus unerfindlichen Gründen wenig Überdeckung hat, sondern zusätzlich in der Einfahrt zur Garage ein Loch hatte (stand bei der Besichtigung damals ein Blumentopf drauf).

Wie die Geschichte weitergeht, könnt ihr euch sicherlich denken: Vorne von der Hauptstraße kam der ganze Dreck angeschossen und ist fröhlich aus dem Loch geschossen. Zum Glück, muss man sagen: Wäre das Loch nicht gewesen, hätten wir die Scheiße vermutlich buchstäblich im Bad gehabt. Also im strömenden Regen raus und so gut es ging den Scheißdreck (sorry, der heutige Eintrag enthält notgedrungen oft dieses Wort) erst einmal in die Mülltonne geschippt. Anschließend das Loch wieder abgedeckt und die Nase für den Rest des Tages zugehalten :smile: .

Die Lösung

Kurzfristig musste natürlich nun eine richtige Lösung her, mal abgesehen davon, dass uns das Loch sowieso schon von Anfang an gestört hat. Also hieß es die komplette Strecke vom Loch bis zur Hauseinführung aufzugraben und anschließend das Stück mit dem Loch durch etwas Durchgängiges ersetzen. Direkt vor der Hauswand haben wir hingegen einen Rückstaudoppelverschluss für fäkalienhaltiges Abwasser montiert. Das Ding lässt nur Wasser (und andere Dinge) in Fließrichtung durch. Kommt der Mist von der anderen Seite, wird er durch eine Klappe im inneren davon abgehalten weiter vorzudringen.

Rückstauverschluss und Reinigungsrohr

Zusätzlich gibt es eine zweite Klappe (deswegen Doppelverschluss), die im Notfall per Hand verriegelt werden kann. Wenn die erste Klappe quasi nicht mehr ausreicht oder ein Problem hat, dann kann man damit noch die Schotten dichtmachen. Kostet einen Batzen Geld so ein Ding (in der Variante DN160 und ohne Motor 200-300 Euro). Aber die gebe ich liebend gerne dafür aus, dass ich zum einen nicht noch einmal Scheiße schippen muss und zum anderen die Scheiße nicht doch mal im Bad habe.

Außerdem haben wir, wie im Haus, ein Reinigungsrohr eingebaut. Damit können wir dann in Richtung Hauptstraße durchspülen bzw. mit der Spirale rein, falls doch mal was verstopft sein sollte auf dem Stück. Sehr praktisch und kann ich nur empfehlen, die paar Euro (22, um genau zu sein) für so etwas zu investieren – sowohl im als auch außerhalb des Eigenheims. Hat alles in allem einen guten halben Tag gedauert (inklusive parallelen Baumarktbesuch) aber das lag mehr am reinen Aufwand und weniger an der Umsetzung. Wie man Abwasserrohre verlegt weiß ich ja mittlerweile.

Was haben wir also aus der Sache gelernt? Bekannte Schwachstellen zügig beheben und nicht erst warten bis die Kacke buchstäblich am Dampfen ist :smile: .

Zyklische Prüfungen

Während die Scheiße im Garten eine unvorhergesehene Sache war, standen in den letzten Wochen auch ein paar geplante Dinge auf dem Programm: Die zyklischen Prüfungen der Heizungsanlage und was dazu gehört. Hatte ja schon einmal erwähnt, dass es mit dem Hauskauf allein nicht getan hast und es zusätzlich noch laufende Kosten zu berücksichtigen gibt. In Bezug auf die Heizung habe ich nun endlich die (hoffentlich?) komplette Liste der Dinge, die da so auf einen zukommen. Zur Erinnerung: Wir haben einen 7.000l Stahlöltank im Keller (aus dem Baujahr des Hauses), eine dazugehörige Ölheizung (geht auf die 20 zu) sowie eine Solarthermie-Anlage (hat immer noch nichts mit Photovoltaik zu tun).

Die gemessenen Werte

Die jährliche Kontrolle des Ölofens durch den Schornsteinfeger (~50-70 Euro) hatte ich ja schon erwähnt. Auch die regelmäßige Wartung (normalerweise genauso jährlich) durch den Heizungsbauer (~160 Euro) ist wichtig (aber nicht verpflichtend), denn sie sorgt nicht nur dafür, dass der Ofen in Schuss bleibt. Die Effizienz wird dadurch wieder besser (beispielsweise wenn die Einspritzdüse schon ziemlich hinüber ist und ausgetauscht wird) und das spart nicht nur Geld, weil der Verbrauch wieder etwas sinkt, sondern hilft zusätzlich die Grenzwerte einzuhalten, die der Schornsteinfeger überprüft.

Noch mehr!

Größer sind die Abstände zwischen der Feuerstättenschau. Die wird alle 3,5 Jahre vom Bezirksschornsteinfeger durchgeführt (30-40 Euro) und soll sicherstellen, dass grundsätzlich alles in Ordnung ist (genug Belüftung im Heizraum im Falle eines älteren Ölofens, Kamin auf dem Dach noch in Ordnung, Rohre dicht, etc.). Das gilt auch für die fünfjährige Prüfung der Heizölbehälteranlagen (Raum und Öltank außen; ~120 Euro) zu der genauso das Heberschutzventil gehört (das aber wiederrum von jemand anderes geprüft wird…; ~100 Euro). Das soll grob gesagt verhindern, dass wenn der Öltank komplett voll ist und irgendwo die Saugleitung undicht ist, irgendetwas ausläuft.

An den drei Sachen kommt ihr definitiv nicht vorbei. Für die Feuerstättenbeschau meldet sich der Schornsteinfeger einfach selbst an und wenn ihr die Heizölanlagenprüfung nicht rechtzeitig macht, dann erhaltet ihr Post von eurer Stadtverwaltung mit entsprechender Frist. Gilt natürlich auch, wenn der Prüfer irgendwelche Mängel findet. Die werden an den Staat gemeldet, kriegen eine Behebungsfrist und müssen bis dahin logischerweise beseitigt sein.

Der größte Kostenpunkt ist aber definitiv die Öltankreinigung, die zwar anders als der Rest keine gesetzliche Pflicht ist, aber trotzdem alle fünf Jahre empfohlen wird (~500 Euro). Werden wir aber definitiv immer wieder machen lassen. Schon allein, weil dabei logischerweise der Öltank auch mal innen überprüft wird.

Und schwupps waren wieder 1.000 Euro weg…was man nicht alles macht, damit einem nicht Nachts plötzlich die Kellerdecke explodiert :smile: .