Alle 13 Vitamine

Insgesamt gibt es nach derzeitigem Stand 13 organische Verbindungen, die offiziell unter dem Trivialnamen (Gegenteil von wissenschaftlicher Name) „Vitamin“ bezeichnet werden und wissenschaftlich anerkannt sind. Es gibt zwar hier und da auch noch weitere Bezeichnungen wie Vitamin S, Vitamin H oder Vitamin I – aber die werden entweder fälschlicherweise für anderes Verbindungen (also keine Vitamine) genutzt, sind mittlerweile veraltet oder schlicht Marketingsprech, um euch einen Bären aufzubinden (z.B. Vitamin Q). Das interessiert uns also alles nicht weiter.

Von diesen 13 offiziellen Vitaminen sind vier Stück von der fettlöslichen und neun von der wasserlöslichen Variante. Sprich sie vermischen sich entweder nur in Wasser oder nur in Öl. Viel wichtiger ist allerdings, dass nur die fettlöslichen Vitamine (mit Ausnahme von Vitamin B12) vom Körper langfristig gespeichert werden können. Bei den wasserlöslichen wird das überflüssige Material einfach kurzfristig über den Urin wieder ausgeschieden. Diese Info ist auch insofern wichtig, als dass der Körper auch entsprechend Öl und Wasser zur Verarbeitung braucht. Es bringt also überhaupt nichts euren Salat trocken und fettfrei zu genießen, denn erst der Schuss Olivenöl sorgt dafür, dass Vitamin D, Vitamin A & Co. tatsächlich verarbeitet werden können.

Die Vitamine

Vor zwei Wochen haben wir über das Vitamin C (wasserlöslich) gesprochen. Vitamin D (fettlöslich) hatten wir sogar schon im letzten Jahr „abgearbeitet“, genauso wie das Vitamin K (fettlöslich). Fehlen nach Adam Riese noch zehn Stück mit denen wir uns beschäftigen wollen: Vitamin A (fettlöslich), Vitamin E (fettlöslich) und Vitamin B (acht Stück – alle wasserlöslich). Und nein, mir ist aktuell nicht wirklich klar, warum bei Vitamin B alle einzeln aber beispielweise Vitamin K nur einmal statt zweimal zur Gesamtsumme gerechnet werden. Vielleicht finden wir es noch heraus :smile: .

Heute nehmen wir uns mal das Vitamin A vor, Retinol. Wenn ihr Eltern oder Großeltern hattet, die sich zumindest etwas um eure Ernährung gekümmert haben, habt ihr sicher schon einmal gehört, dass Karotten gut für die Augen sind. Das ist tatsächlich richtig und liegt an den Beta-Carotinen, die in einer großen Auswahl von Gemüse zu finden sind.

Die Zufuhr

Was aber haben Beta-Carotine nun mit Vitamin A zu tun? Nun, Beta-Carotine werden auch als Provitamin A bezeichnet. Was jetzt schon wieder Provitamine sind, fragt ihr euch? So werden die Vorstufen zu Vitaminen bezeichnet. Mit Provitaminen kann euer Körper überhaupt nichts anfangen, sondern muss sie (in Kombination mit anderen Bauelementen) erst zum eigentlichen Vitamin verstoffwechseln. So wird aus den Beta-Carotinen in eurem Gemüse am Ende das Vitamin A. Die Faustregel ist 1mg Vitamin A entstehen aus 6mg Beta-Carotin.

Vitamin A (25.000 IU pro Kapsel)

Das bedeutet aber nicht, dass dies der einzige Weg für euren Körper ist an Vitamin A zu kommen. In tierischen Produkten ist es bereits als „fertiges“ Vitamin A enthalten, muss also nicht erst großartig umgewandelt werden. Aber das ist nicht unbedingt ein Vorteil, denn es heißt der Körper kann am Ende dann doch Beta-Carotine besser verarbeiten als fertiges Vitamin A. Außerdem bekommt ihr in Sachen Menge über Gemüse unterm Strich doch noch mehr Vitamin A heraus als über die meisten tierische Produkte. Karotten beispielsweise liefern im rohen Zustand 850mcg auf 100g während im Eigelb nur 380mcg auf 100g enthalten sind. In Hühnerfleisch sogar nur maximal 25mcg auf 100g.

Minimum und Extrem

Aber wie immer gibt es eine Ausnahme: Leber. In Rindsleber sind beispielweise 7.744 mcg Vitamin A auf 100g enthalten. Lebertran hat sogar 30.000mcg auf 100g – aber wer trinkt schon 100g Lebertran jeden Tag? Da ist Schweineleber mit bis zu 42.000mcg auf 100g schon wahrscheinlicher. Zu viel ist trotzdem nicht gut, denn wie oben erwähnt gehört Vitamin A zu den fettlöslichen Vitaminen und wird vom Körper gespeichert. Blöd nur, dass dieser nicht wirklich in der Lage ist den Überschuss wieder abzubauen und so eine Überdosis ist genauso wenig lustig wie ein Mangel. Entsprechend vorsichtig muss man hier unter Umständen beim Thema Nahrungsergänzungsmittel sein je nachdem wie man sich tagtäglich ernährt.

Die DGE empfiehlt 800 (weiblein) bis 1000 (männlein) Mikgrogramm an Vitamin A pro Tag. Sprich mit 200-300g Spinat jeden Tag hättet ihr zumindest den DGE-Bedarf bereits gedeckt. Wie immer ist es aber natürlich zum einen die Frage, wie gut man sich tatsächlich daranhält. Essen wir wirklich jeden Tag 100-150g Karotten? Leber mögen auch die wenigsten in großen Mengen (wenn überhaupt). Und zum anderen sind es wie immer nur die Minimum-Werte, die nur verhindern, dass es zu bestimmten Krankheiten kommt. Der tatsächliche Bedarf ist wie immer etwas höher. Wir nehmen zum Beispiel jeden Tag 25.000 IU (Vitamin-A-IU mal 0,3 ergibt Mikrogramm), also 7.500mcg weil bei uns der Bioscan einen Mangel aufgezeigt hatte. Wir werden mal schauen was der nächste Bioscan bringt und dann vermutlich auf 10.000 IU (3.000mcg) reduzieren. Die sind laut Wikipedia bereits in mehreren Studien als völlig ungefährlich eingestuft worden.

Auswirkungen

Eine Überdosierung (Hypervitaminose) findet entweder bei langfristiger Einnahme von mehr als 15-30.000mcg pro Tag statt (gibt unterschiedliche Ansichten) oder bei kurzfristiger Einnahme von satten 200.000mcg am Tag. Da muss man also schon so einiges in sich reinschaufeln, um das zu erreichen. Damit zu spaßen ist trotzdem nicht: Haarausfall, Juckreiz, Leberstörungen, beschleunigter Knochenabbau und noch ganz viele weitere Symptome können durch Vitamin-A-Hypervitaminose auftreten.

Lustigerweise kann eine Hypovitaminose, also ein Vitaminmangel, zu ähnlichen Symptomen plus noch ein paar mehr führen (Eisenmangel, verringerte Sehschärfe, Nierensteine, Austrocknung von Haus, Haaren, Nägeln und Augen, etc.). Aber ich denke es ist recht einfach zu erkennen ob ihr zu viel oder zu wenig Vitamin A zu euch nehmt :smile: .

Und wie man an den Symptomen sieht, wird Vitamin A in so einigen Bereichen eures Körpers gebraucht. Ganz vorne natürlich zur Produktion der Sehpigmente der Netzhaut. Aber auch bei der Bildung von Haut und Schleimhäuten sowie die dadurch folgende Stärkung des Immunsystems und bei der Knochenbildung und – heilung. Es fördert auch die Umsetzung des Eisens aus dem Blut ins Speichereisen. Ganz wichtig aber für uns Männer: Es wird zur Herstellung von Testosteron benötigt und hat starken Einfluss auf unsere Spermien. Aber auch Frauen könne bei einem Mangel Probleme mit Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten bekommen.

Fazit

Eine gesunde Katze

Bis zum Bioscan hatten wir uns mit Vitamin A nur am Rande beschäftigt und nehmen es auch erst circa vier Monate zusätzlich ein. Dabei ist auch in unserem Standardgemüse (Brokkoli und Blumenkohl) nicht ganz so viel darin enthalten. Entsprechend war es gar nicht so sehr verwunderlich, dass wir laut Bioscan einen Mangel hatten. Andererseits nehme ich die Warnung vor einer Hypervitaminose hier durchaus ernster als beispielsweise bei Vitamin D, denn zum einen ist die Marge niedriger (die 15mg hat man mit zwei Kapseln à 25.000 IU schon erreicht). Und zum anderen kann der Körper wirklich überhaupt nicht richtig damit umgehen, was vor allem die langfristigen Folgen schlimmer macht.

Man sollte hier also schon wissen was man tut. So ist es aber mit allem. Selbst an zu viel Wasser trinken kann man sterben. Auch für Katzen ist Vitamin A nicht ungefährlich. Diese können es noch schlechter Abbauen als Menschen. Einer Katze Leber als Leckerlies zu verkaufen sollte man lieber gar nicht tun. Da gibt es besseres Fleisch/Trockenfleisch für. Das Futter ist da meist schon ausreichend Substituiert bzw. Leber ist billig und daher im Futter gerne schon enthalten.

Bevor ihr also anfangt Vitamin A zu substituieren, solltet ihr erst einmal schauen ob ihr wirklich einen Mangel habt (lässt sich gegen Bezahlung [20-25 Euro] mittels Blutprobe feststellen) und erst anschließend entweder die Ernährung dahingehend anpassen oder ein passendes NEM (wie immer bitte auf die Zusatzstoffe achten!) nutzen, um den Mangel mittelfristig (nicht kurzfristig) zu beheben.

Sicarius

Da waren es wieder vier!

Auch Jules mag wie Nica Kisten

Es ist immer traurig, wenn ein Vierbeiner den eigenen Haushalt verlässt. Aber man sollte natürlich auch die positive Seite sehen: Es ist wieder ein Platz für eine andere hilfsbedürftige Seele frei, den es zu füllen gilt. Und das haben wir mittlerweile getan. Ging wieder alles schneller als geplant aber als Lysanda eines Tages unseren Jules in ihrer Facebook-Timeline vorfand (in einem Beitrag aus der Gruppe Katzenvermittlung), war sofort klar: Der passt perfekt in unsere Familie. Jung, schwarz-weiß und äußerst knuddelbedürftig.

Gestatten? Jules!

Laut Impfpass ist der kleine Jules am 23.05.2016 geboren aber wie bei allen unseren Findelkindern, handelt es sich eher um eine Schätzung als die Realität, denn auch er wurde erst mit einigen Monaten auf dem Buckel von der Straße aufgegabelt. Die Finder dachten zuerst, dass es sich um eine Katze handeln würde, da sich das Tier liebevoll um zwei Kätzchen kümmerte. Aber nach dem Einfangen stellte man fest: Jules ist ein Kater aus der Ukraine (wir sind eben ein echter Multikulti-Haushalt). Ein total verschmuster und munterer Kater. Perfekt also für unsere kleinere Truppe, in der er sich in den letzten zwei Wochen bereits ganz gut eingewöhnt hat. Sogar das Fressen aus dem großen Napf mit Balu und Pichu geht bereits. Lyssi frisst allerdings weiterhin nur selten mit den anderen zusammen – vermutlich hat sie zu viel Respekt vor Balu. Sie wartet entweder auf dem Sofa oder dem Kratzbaum darauf, dass die anderen fertig sind. Andererseits: Vielleicht ist sie einfach intelligent genug zu wissen, dass das Futter nicht wegrennt und es bei uns im Haus immer genug gibt.

Einschub Anfang

DIY-Kratzbaum

Den Kratzbaum haben wir übrigens komplett selbst zusammengebastelt. Das „Haus“ besteht einfach nur aus vier Fichtenholzbrettern (ich glaube 50 auf 30cm), die wir mit Winkeln zusammengeschraubt haben. Zusätzlich kamen mit einem speziellen Bohraufsatz noch unterschiedlich große Löcher in die Front, damit sie spielen können (eine Katze im Haus, eine Katze davor – ihr wisst schon). Die Röhre an sich ist kostenlos aus dem Baumarkt. Da sind normalerweise Teppiche oder sowas aufgewickelt. In das oberste Brett haben wir mit der Stichsäge ein Loch gemacht, die Röhre durchgesteckt und auch sie mit Winkeln an den Brettern befestigt. Um die Rohre haben wir anschließend einfach das Sisal (ca. 50m) drumgewickelt und oben und unten einen Nagel reingeschlagen. Die Lücke oben ist entstanden, weil wir wohl das Sisal nicht fest genug runtergedruckt haben. Durch das Gewicht der Katzen, hat es sich in der Zwischenzeit noch etwas gesetzt. Schon in diesem Zustand (Haus mit Röhre und Sisal) waren die Katzen von dem Ding übrigens begeistert. Letzter Schritt war oben noch ein Brett an Wand und Röhre zu befestigten und fertig war das äußerst kostengünstige DIY-Ding (das teuerste dürfte 100m-Rolle Sisal gewesen sein).

Einschub Ende

Freilich vertragen sich noch nicht alle mit Jules – vor allem Lyssi knurrt noch ein wenig rum – und vor allem mir gegenüber (groß = komisch) ist er noch zurückhaltend. Aber speziell mit Pichu scheint er langsam aber sicher warm zu werden. Einziges Problem: Pichu hat sich zu sehr an Balus Art gewöhnt (gemächlich und faul). Er muss erst wieder lernen, dass man auf eine andere Katze draufspringt, wenn die einen herausfordernd anschaut und nicht einfach nur weiter vor sich hindöst. Insgesamt sind wir uns aber sicher, dass wir mit Jules wieder einen guten Fang gemacht haben. Ich habe ihn definitiv schon in mein Herz geschlossen und werde ihn NIE WIEDER HERGEBEN!!!!!1111 äh…sorry…ich meinte, ihn bis an sein Lebensende (bitte frühestens in 15 Jahren) liebhaben und ihm zusammen mit Lysanda ein schönes Zuhause geben.

Bros for Life!

Lyssi + Decke = Glück

Den anderen drei Katzen geht es selbstverständlich auch soweit richtig gut bei uns. Lyssi jammert zwar ständig, die kleine Bratze, aber sie will halt einfach nur Aufmerksamkeit haben. Bei drei Kerlen völlig verständlich. Sie zieht immerhin – zumindest vermuten wir es – trotzdem mit Balu nachts um die Häuser. Warum wir es vermuten? Als wir vor kurzem ein Paket zur Post bringen wollten, liefen uns sowohl Balu als auch Lyssi laut maunzend nach. Lysanda musste dann zurück bleiben, damit die Viecher nicht doch aus Versehen irgendwo überfahren werden. Am liebsten liegt Lyssi aber auf einer Flauschedecke herum – sogar lieber als bei Lysanda auf dem Schoss (da war sie anfangs ja nicht wegzukriegen von)! Lysanda will ihr deswegen am liebsten alle Decken wegnehmen. So gemein :smile: !

Pichu und Balu hingegen sind mittlerweile wie Geschwister. Wir können sie tatsächlich in manchen Situationen beim ersten Hinschauen nicht unterscheiden von hinten (das Fellmuster ist sehr ähnlich). Wie sie daliegen oder sitzen, wie sie sich putzen (auch gegenseitig) – es sieht teilweise exakt gleich aus (und findet mitunter sogar synchron statt). Liegt Balu draußen auf einem der Gartenstühle, liegt Pichu auf einem anderen mit dabei und sowas. Da haben sich definitiv zwei gefunden. Und das, obwohl Pichu dem großen Balu anfangs nicht über den Weg getraut hat und sich auch Balu eher zurückhielt.

Balu an sich hat aktuell mit einer Allergie zu kämpfen. Sein Gesicht sieht extrem verboten aus (Pusteln und Krusten, weil er sich die Pusteln aufgekratzt hat). Unsere Tierärztin meinte, dass sie zu dieser Jahreszeit einige Katzen in der Umgebung mit dem Problem hätte. Scheint also irgendetwas auf den Feldern zu sein. Leider können wir ihm nicht großartig helfen außer ihn mit Cortison vollzupumpen bis die Phase vorbei ist. Wirklich unschöne Sache, wird uns aber vermutlich ab sofort jedes Jahr begleiten. Ist nur noch die Frage, von wann bis wann.

Eine Frage

Balu und Pichu – Zwei Brüder?

Warum wir wieder auf vier Katzen erhöht haben? „Warum nicht?“ ist die einfache Antwort. Wir haben den Platz, die Mittel sowie soziale Katzen mit denen es tatsächlich problemlos geht neue Kameraden unterzubringen. Und es gibt genug da draußen, die ein liebevolles Zuhause suchen (Kastriert verdammt nochmal eure Stubentiger und alle, die vor eurer Haustür rumlugern!). Ja, ich wollte ursprünglich nur zwei Katzen haben. Aber Balu hat sich nun einmal gelangweilt und wurde zum Frustesser. Also musste eine dritte her. Dass wir damals zu Lyssi gegriffen haben, war technisch gesehen ein Fehler von uns (wir haben sie natürlich trotzdem lieb) und hat dadurch das Problem nicht gelöst. Also haben wir noch Pichu dazu geholt.

Und jetzt wo Nica nicht mehr da ist, bestand die Gefahr, dass die Dynamik bei uns Zuhause wieder aus den Fugen kippt. Es klingt etwas gemein zu sagen, dass Nica nicht die größten Auswirkungen im Haushalt hatte (sie war eher für sich und mochte nur Balu) und ihr Verlust für die anderen drei nicht so schwer wiegte wie beispielsweise Pichu es würde. Ein Loch hatte sie trotzdem gerissen und mit Jules hoffen wir, dass wir es erfolgreich wieder geschlossen haben.

Mehr Pillen als im Altersheim

Es ist doch schon wieder ein paar Tage her, seit wir über das Thema Vitamine und Mineralien gesprochen haben. Dabei ist unsere Liste an geplanten Gesundheitseinträgen immer noch umfangreich (mindestens noch 15 Themen). Bevor wir aber in die vielleicht wirklich obskuren Sachen abdriften, müssen wir uns natürlich noch über das Volkvitamin unterhalten: Ascorbinsäure, besser bekannt als Vitamin C – eines der wasserlöslichen Vitamine (wie zum Beispiel auch die B-Vitamine).

Im Bereich des Essens gibt es den (völlig idiotischen und verschwenderisch verwendeten) Begriff des „Super Foods“ (Essen, dass besonders reich an irgendwelchen Inhaltsstoffen ist). Würde man das „Super Vitamin“ suchen, dann wäre es sicherlich das Vitamin C. Ohne dieses könnt ihr euch in vielen Fällen mit Nahrungsergänzungsmitteln zuschütten und trotzdem geht in eurem Körper wenig bis gar nichts vonstatten:

  • Es fängt die aggressiven freie Radikale ein und macht sie unschädlich, wirkt also als Antioxidationsmittel (separater Eintrag) und unterstützt das Immunsystem.
  • Es hilft auch grundsätzlich dem Immunsystem zum Beispiel im Kampf gegen Allergien und Erkältung und kann sogar die Zahl von Asthmaanfällen verringern.
  • Es macht das Blut dünnflüssig, was wiederum gut für den Blutdruck ist und Herzkrankheiten vorbeugt.
  • Es hält die Innenwände der Arterien glatt, ist also eine Art Ablagerungsschutz gegen Calcium und vergleichbare Stoffe.
  • Es verbessert unter anderem die Aufnahme von Calcium sowie Eisen. Mir fällt sogar gerade kein einziges Vitamin oder Mineral ein, das nicht gut oder zumindest neutral auf die Hinzugabe von Vitamin C reagiert.
  • Es hilft bei der Regulation von diversen Hormonen bzw. ermöglicht überhaupt erst deren Produktion wie zum Beispiel bei der Schilddrüse oder bei Kindern das Wachstumshormon. Deswegen sollen vor allem stillende Mütter noch mehr Vitamin C zu sich nehmen.
  • Es bringt die Leber dazu bestimmte Stoffe überhaupt erst zu entgiften (aber nicht alle!). Ohne Vitamin C würde beispielsweise Nikotin einfach nur im Körper rumschwirren und euch noch schneller töten :smile: . Das ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass es eben nicht reicht nur der DGE-Empfehlung zu folgen. Durch die Rauchverbote (und damit dem verminderten Passivrauchen) sind wohl auch die Vitamin-C-Werte in der Gesamtbevölkerung angestiegen. Macht ihr also etwas ungesundes, dann muss euer Körper den jeweiligen Stoff (hier Vitamin C) woanders verbrauchen als da, wo er ihn eigentlich haben möchte.
  • Es wirkt stimulierend sowohl für euren Körper (Fettverbrennung in der Muskulatur, gesteigerte Konzentration und Reaktion) führt aber auch zu einer positiveren Stimmung, da die entsprechenden Hormone gebildet werden können (zusammen mit weiteren Baustoffen).
  • und noch vieles mehr…

Ohne ausreichend Vitamin C werdet ihr also sehr schnell, sehr krank. Das beste Beispiel dafür ist die Rolle des Vitamin Cs im Zusammenhang mit dem Bindegewebe.

Das Kollagen

Kollagen mit Schokogeschmack

Ohne Vitamin C (und die Aminosäure Lysin) kann unser Körper das Eiweiß namens Kollagen nicht produzieren. Unsere Bindegewebezellen bestehen allerdings zu einem Großteil aus den verschiedenen Kollagentypen. Egal ob Zähne, Knochen, Knorpel, Bänder, die Haut – überall ist Kollagen drin. Fehlt es, gibt es entsprechend viele Krankheitsbilder wie rheumatisches Fieber, oder Skorbut (bitte nicht vor, während oder nach dem Essen googeln!). Diese werden zwar meist nicht einem Kollagenmangel zugeschrieben, sondern ein Vitamin-C-Mangel diagnostiziert. Aber da der Körper wie gesagt Vitamin C braucht, um überhaupt Kollagen herzustellen, passt das auch logisch zusammen.

Lysanda und ich hatten im Bioscan einen leichten Kollagenmangel ausgewiesen bekommen, den wir dann auch erst einmal mit hochdosierter Aufnahme angegangen sind. Haben uns aber auch zusätzlich dem Vitamin C zugewandt als Hauptübeltäter für das ursächliche Problem. Mittlerweile spielt Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel keine Rolle mehr für uns.

Natürliche Zufuhr

Stellt sich natürlich die Frage, wie wir überhaupt zu einem Vitamin-C-Mangel gekommen sind. Vitamin C sollte eigentlich eines der wenigen Vitamine sein, deren Bedarf (lt. DGE 95-110mg/Tag) durch eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse und Obst tatsächlich gedeckt werden könnte. In 100g Wirsing oder Spinat sind zum Beispiel schon 50mg enthalten. In Kohlrabi und Blumenkohl sogar über 60mg. Brokkoli (110mg), Rosenkohl (112mg) und Paprika (140mg) erfüllen euren Bedarf hingegen theoretisch komplett mit nur 100g. Wer braucht da also noch Nahrungsergänzungsmittel?

Es hilft alles nichts: Gemüse ist gesund!

Nun, zuerst einmal natürlich derjenige, der sich nicht so gesund ernährt (gibt ja viele, die kein Gemüse essen – gehörte lange Zeit auch dazu). Dann derjenige, der auf irgendeine Art und Weise krank ist und deswegen einen höheren Bedarf hat. Und dann reden wir hier natürlich von optimalen Bedingungen und im rohen Zustand. Bei der Zubereitung geht, wie ihr sicherlich wisst, schon einiges an Vitaminen verloren. Und dann ist aufgrund des Raubbaus auf den Feldern schon gar nicht mehr die hohe Menge an Vitaminen drin – selbst im teuren Biogemüse. Außerdem – und ihr solltet mittlerweile wissen, dass das kommt – ist die DGE-Empfehlung wieder sehr niedrig und am absoluten Krankheitslimit angesetzt.

Nahrungsergänzungsmittel

Der Ernährungsexperte Linus Pauling hat bis zu seinem Lebensende (93 Jahre wurde er alt) satte 12g genommen. Ich nehme hingegen „nur“ 2,5g zusätzlich zu unseren täglichen Mahlzeiten (mindestens 200g Gemüse) jeden Morgen ein. Da kommt es tatsächlich auf eure persönliche Situation an (unter anderem Größe und Gewicht), die ihr austesten müsst. Bei Schwerkranken kann es sinnvoll sein auch wesentlich mehr Vitamin C pro Tag einzunehmen (teilweise wohl bis zu 200g). Im Normalfall liegt die Durchfallgrenze aber zwischen 5 bis 15g. Ernsthaft Schaden könnt ihr euch durch eine Überdosierung kurzfristig nicht zufügen. Ihr rennt nur dann sehr schnell auf die Toilette, weil euer Körper den Überschuss möglichst schnell loswerden will. Übrigens ein Effekt, den man zur Behandlung von Harnwegsinfektionen nutzen kann.

Unser 5kg-Eimer hat schon abgenommen

Da Vitamin C nach Zitrone schmeckt und, wie anfangs erwähnt, wasserlöslich ist, lässt es sich am einfachsten und billigsten als Pulver kaufen und verwenden. Da Ascorbinsäure gleich Ascorbinsäure ist, könnt ihr beim Kauf auch erst einmal nichts falsch machen. Nur von Multipräparaten oder Präparaten mit Zusatzstoffen solltet ihr wie immer die Finger lassen. Wir nutzen derzeit die E300-Variante von Golden Peanut. Die hatte das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Gibt aber natürlich auch in jeder Drogerie Pulver oder Kapseln zu kaufen.

Fazit

Wir nehmen Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile seit acht Monaten sowohl als Ergänzung zur Aufnahme von Zink und Eisen als auch aufgrund der erwähnten Kollagenproblematik. Natürlich lässt sich schwer abschätzen, welche der vielen Faktoren tatsächlich zur Besserung führte aber gefühlt hat die erhöhte Vitamin-C-Menge positive Auswirkungen auf unseren Alltag gehabt bzw. hat sie auch immer noch. Meine Dauermedikamentation gegen Asthma zum Beispiel konnte ich mittlerweile tatsächlich (in Absprache mit meiner Lungenärztin natürlich) reduzieren und ich glaube mein Zahnfleischbluten ist besser geworden. Negative Auswirkungen sind mir hingegen keine bekannt. Entsprechend können wir, dass ein oder andere Glas Wasser mit Vitamin-C-Pulver nur empfehlen. Den Orangensaft aber bitte im Regal stehen lassen. Da werden die positiven Effekte des Vitamin Cs durch die erdrückende Menge an Zucker wieder negiert.