Unser (fast leeres) Gemüsebeet

Na, heute schon eure Vitamine zu euch genommen? Nicht? Also bitte – so langsam müsste euch doch klar sein, wie wichtig es ist darauf zu achten. Schließlich wollen doch die meisten von uns ein möglichst langes und gesundes Leben. Wenn man aber nicht zu NEMs greift, stellt sich natürlich die Frage wie man die Dosierung im jeweiligen Lebensmittel möglichst hochhält. Wir haben sicherlich alle schon einmal gehört, dass beispielsweise Gemüse im heißen Wasser zu kochen die wohl schlechteste Variante ist (dabei wird es sowieso viel zu matschig). Aber stimmt das immer oder wie reagieren die einzelnen Vitamine auf die jeweilige Zubereitungsart?

Wasser = flüchtig

Nun, fangen wir doch mit dem einfachsten an: Im letzten Eintrag hatte ich erwähnt, dass sich die 13 Vitamine noch einmal in wasserlöslich und fettlöslich aufteilen lassen. Was passiert also mit den B- und C-Vitaminen, wenn sie auf das Wasser im Kochtopf treffen? Sie lösen sich aus dem Lebensmittel und verschwinden im Kochwasser, das ihr dann anschließend in den Ausguss schüttet. Super Leistung, lieber Koch! Dann doch lieber eine Suppe draus machen oder einen Gemüsefond.

Hightech-Gemüse-Dämpfen

Außerdem sind die wasserlöslichen Vitamine grundsätzlich nicht gerade wärmefest. Also selbst beim Dämpfen gehen vom Vitamin C im Gemüse durchschnittlich gut 30% verloren. Und das ist neben dem Dünsten noch die schonendste Zubereitungsart! Wärmt ihr es am nächsten Tag in der Mikrowelle nochmal auf, werden weitere 50% zerstört. Und das ist wörtlich gemeint, denn durch das Erhitzen wird die organische Verbindung aufgelöst.

Leider gibt es nicht nur beim Zubereiten einen Vitaminverlust. Ihr lagert eure Kartoffeln bei Raumtemperatur? Dann verlieren sie monatlich 15% ihres Vitamin-C-Gehalts. Spinat schafft es sogar über Nacht mehr als 50 Prozent seines Vitamin Cs zu vergessen. Also lieber das Gemüse trocknen? Bloß nicht! Da verschwinden gleich mal 80%. Einfrieren? Immer noch 30% Verlustrate. Weitere Feinde, die den Abbau von wasserlöslichen Vitaminen beschleunigen: Licht, Sauerstoff und ein alkalischer pH-Wert (sprich eben zum Beispiel Leitungswasser).

Ihr seht: Wenn man es nicht direkt vom Acker in den Mund packt (natürlich mitsamt Dreck – dann habt ihr auch gleich die Mineralien :smile: ), dann ist bei den wasserlöslichen Vitaminen immer ein nicht gerade kleiner Verlust da. Wie heißt es so schön? Wie man’s macht, ist es verkehrt!

Fett = resistent

Die fettlöslichen Vitamine sind da zum Glück wesentlich resistenter und genügsamer. Zwar hat ein gekochtes Ei auch 20% weniger Vitamin A als ein rohes. Aber das Provitamin A (Betacarotin) mag es sogar, wenn es heiß wird und lässt sich dann vom Körper noch besser verarbeiten. Hier macht es tatsächlich sogar einen signifikanten Unterschied in welchem Zustand ihr die Karotte esst. Am besten sind pürierte, gekochte Karotten mit etwas Öl. Dann kann der Körper bis zu 45% mehr Betacarotin aus ihnen rausholen. Die klassischen, gerne im Salat vorkommenden Karottenstückchen hingegen sind mit gerade mal 3% die wohl schlechteste Variante seine Karotten zu naschen. Die Begründung ist recht simpel: Sind die Teile kleiner, wurden mehr Zellen zerstört und das Provitamin A kann leichter „herausfallen“. Entsprechend wichtig ist es etwas zu tun, was wir alle mittlerweile nicht mehr ganz so ausführlich machen: längeres Kauen.

Ja, wir kaufen bei Discountern…

Vitamin E und Vitamin K hingegen interessiert das alles nicht die Bohne. Das sind die Ratten unter den Vitaminen. Selbst wenn ihr Vitamin E in die Fritteuse packt, sind nach 10 Stunden immer noch mindestens 25% davon im Lebensmittel erhalten. Vitamin K steht dem nicht wesentlich nach.

Fazit

Was nehmen wir also aus dem heutigen Eintrag mit? Nun, wenn ihr nicht alle eure Vitamine grundsätzlich durch Nahrungsergänzungsmitteln zu euch nehmen wollt, dann solltet ihr beim Kochen aufpassen. Also zum einen natürlich überhaupt selbst kochen, denn in den Fertiggerichten oder im FastFood sind garantiert so gut wie keine Vitamine mehr drin. Zum anderen darauf achten, wie ihr mit dem Lebensmittel umgeht: Nicht lange lagern, nur kurz und hoch erhitzen (und das Gemüse erst ins kochende Wasser werfen und nicht mit aufwärmen) und lieber dämpfen und dünsten statt kochen und braten. Und wenn ihr es doch kocht (weil ihr matschiges Gemüse aus unerfindlichen Gründen toll findet :smile: ), dann zumindest das Wasser nicht wegkippen sondern für andere Sachen aufheben.

Wir nehmen mittlerweile nur noch gefrorenes Gemüse (wenn es nicht aus dem eigenen oder dem Garten der Eltern stammt), dämpfen es in unserem „hightech“ 21-in-1-Kocher und zerstören dann doch alle Vitamine indem wir es am nächsten Tag auf der Arbeit in der Mikrowelle wieder aufwärmen :wink: .

Sicarius

Taxis und Könige

Das 1. Jahr (auch als Papierhochzeit bezeichnet) ist geschafft. So schnell kann es wie immer gehen und trotzdem war uns vermutlich nie langweilig. Wie auch? Beispielsweise haben wir in der Zeit 75% unseres derzeitigen Katzenbestands bekommen (Lyssi, Pichu und Jules). Und ja, wir haben uns immer noch ganz dolle lieb, wie man so schön sagt. Nicht, dass es euch etwas anginge aber ich will ja nicht so sein :smile: .

Nun aber genug mit der Gefühlsduselei. Ich habe mal wieder ein paar Spiele mehr oder weniger ausführlich gespielt. Die meiste Zeit zwar Dying Light (Hauptspiel durch, Addon mittendrin), darüber darf ich euch aber ja leider nichts erzählen (indiziert und so). Widmen wir uns also stattdessen ein paar mobile Spielen – wobei einer der Titel, wie ich leider erst im Nachhinein festgestellt habe (ich werde irgendwie immer nachlässiger…), auch auf dem PC verfügbar ist:

Crazy Taxi Gazillionaire (Herstellerbild)

Crazy Taxi Gazillionaire (01.06.2017; iOS, Android) – Ja, ich bin ein Hypokrit. Am 29.05.2017 habe ich mich unter anderem über Clicker Games aufgeregt und keine Woche später installiere ich mir nicht nur eins auf dem Smartphone – ich „spiele“ es auch noch bis zum (derzeitigen) Ende durch. Dabei ist es so unendlich langweilig und hat mit dem Original Crazy Taxi abseits von der Thematik überhaupt nichts zu tun.

Stattdessen tippt ihr stupide auf den Bildschirm, um euere Taxis zum nächsten Kunden fahren zu lassen und bei der Ablieferung Geld zu bekommen. Gleichzeitig sammeln eure Taxis auch automatisch Geld pro Sekunde – selbst wenn das Spiel nicht offen ist. Also heißt es Taxis freischalten und upgraden, um noch mehr Geld zu bekommen, um weitere Taxis freizuschalten und zu upgraden (kostet natürlich immer etwas mehr als das vorherige). Habt ihr genug Geld verdient, könnt ihr euer Unternehmen außerdem an die Konkurrenz verkaufen. Das resettet einen Teil eures Spielfortschritts, erhöht aber den dauerhaften Multiplikator (=noch mehr Geld pro Stunde). Und das wars. Mehr ist es nicht (plus etwas Werbung schauen jeden Tag für noch mehr Multiplikatoren). Und ich habe es trotzdem tatsächlich durchgespielt. Also ich habe nun alle 60 Taxis auf Level 999 bekommen.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es gnadenlose 1 von 5 Sics und ich bitte euch inständig einen großen Bogen um diesen Mist zu machen. Dass ich so viel Zeit darin versenkt habe ist schon Schande genug. Vergesst einfach, dass das Spiel existiert und holt euch lieber das Original Crazy Taxi. Das ist mittlerweile auch für Smartphones kostenlos zu haben.

 

Reigns (Herstellerbild)

Reigns (11.08.2016; PC, iOS, Android) – Tinder für Könige. So einfach lässt sich das Spielprinzip zusammenfassen. Doch statt fescher Bräute und süßen Herren, gilt es Entscheidungen zu treffen indem ihr entweder nach links oder rechts wischt. Ziel des Ganzen? Möglichst lange überleben (eine Entscheidung pro Jahr) und damit König sein. Dazu gilt es die vier Mächte im Land (Kirche, Untertanen, Armee und Schatzkammer) im Gleichgewicht zu halten. Füllt sich bei einem der Balken komplett oder ist komplett leer, dann stirbt euer aktueller König und ihr übernehmt die Rolle des nächsten Regenten, der auf den Erfolgen oder Misserfolgen seines Vorgängers aufbaut. Zusätzlich gibt es diverse Pfade, die ihr in eurem Regentenleben durcharbeiten könnt, wenn ihr zum richtigen Zeitpunkt bei den richtigen Personen (oder Tieren) die passende Entscheidung trefft. Schafft ihr diese bis zum Ende durchzustehen, gibt es meist einen neuen Charakter, der euch fortan belästigt mitsamt einem neuen Stapel Karten oder spezielle Fähigkeiten. Gebt ihr beispielsweise Geld für eine Scheune aus, seid ihr für ein paar Jahre gegen jedwede Hungersnot geschützt. Es gibt wohl tatsächlich auch eine zentrale Geschichte und damit ein offizielles Ende aber das habe ich bislang noch nicht entschlüsselt :smile: .

Ihr müsst also immer genau abwägen, was ihr zu wem sagt. Fragt euch die Kirche nach Geld für eine neue Basilika aber eure Schatzkammer ist fast leer? Dann lieber ablehnen und Vertrauensverluste beim Papst hinnehmen statt von den Geschäftsleuten aus der Stadt vertrieben zu werden. Oder die Bevölkerung beklagt, dass der Preis für Brot zu hoch ist. Lehnt ihr ab, findet sie das logischerweise nicht so gut. Und dann führt euer Hund euch in den dunklen Wald zu einem Pilz – esst ihr ihn oder nicht? Und so weiter und so fort. Ein einfaches und schnell verständliches Spielprinzip (auch grafisch – es sind einfach nur Spielkarten mit Gesichtern).

Beim Christoph meint: Es ist nicht zu leugnen, dass das Spiel sich sehr schnell wiederholt. Was vor allem daran liegt, dass ihr neue Sachen nur freischaltet, wenn ihr eben zu den richtigen Zeiten die richtigen Antworten gebt. Das herauszufinden kann mitunter etwas dauern (und ggf. einen Blick ins Guide erfordern). Aber für Zwischendurch (das Tempo ist durch das Wischen definitiv sehr hoch) macht es immer mal wieder Spaß ein paar Regentenleben durchzugehen und neue Sachen freizuschalten (unter anderem auch verschiedene Todesarten). Für die drei Euro habt ihr mit dem ungewöhnlichen Spielprinzip garantiert ein paar Stunden Spaß.

Demnächst soll mit Reigns: Her Majesty übrigens ein Nachfolger erscheinen. Dieses Mal dürft ihr in die Rolle der Königin schlüpfen.

 

Ansonsten beschäftigt mich auf dem Smartphone weiterhin Magic the Gathering: Puzzle Quest sowie aktuell Cat Quest (kostet Geld und gibt es auch auf Steam) und Dynasty Warriors: Unleashed (Free-2-Play). Und damit gebe ich ab bis Montag!

Die Nase ist wieder komplett heile und hat zumindest zu einem Teil die gewünschte Besserung gebracht (Luft geht besser durch und Schnarchen ist weniger geworden aber nicht zu 100% weg). Ist also nun endlich Friede-Freude-Eierkuchen im Körper des Sicarius (und Erholung im Geldbeutel)? Leider nein. Die nächste Baustelle ist schon länger parallel offen aber mittlerweile bin ich einige Schritte weiter, weiß wo das Problem liegt und habe mit den ersten (leider teuren) Gegenmaßnahmen begonnen.

Der Leidensweg

Ein Platt- und ein Hohl(stinke)fuß

Ich hatte schon vor fast zwei Jahren erwähnt, dass ich mit den vor allem nachts mit den Zähnen knirsche und entsprechend eine Aufbissschiene trage. Dadurch werden aber natürlich nur die Zähne geschützt und nicht das grundlegende Problem gelöst. Gleichzeitig wache ich morgens immer wieder mit Verspannungen in der rechten Schulter auf und habe trotz nachweislich ausreichend Muskeln nicht so wirklich Kraft in den Armen. Also ging es erst einmal zum Orthopäden. Der hat mich gefühlt nicht großartig angeschaut, sondern nur festgestellt, dass mein linkes Bein um 0,7cm kürzer ist als das rechte und mir Einlagen (was bei der geringen Verschiebung theoretisch nicht notwendig ist) sowie Krankengymnastik verschrieben. Danach bin ich zusätzlich zu einem Osteopathen gegangen (80 Euro pro Sitzung wovon meine Krankenkasse immerhin für bis zu vier Sitzungen jeweils die Hälfte bezahlt hat). Beides (Krankengymnastik und Osteopath) haben auch kurzfristige Verbesserung gebracht aber die Verspannung kamen (und kommen aktuell noch) immer wieder.

Bei meiner bislang letzten Sitzung hat mich der Osteopath dann mal gefragt, ob ich eine Aufbissschiene tragen würde. Das habe ich selbstverständlich bejaht und da meinte er: Das könnte davonkommen und ich sollte die mal überprüfen lassen. Hörte ich zum ersten Mal diese Aussage. Wie soll, nur weil ich mit den Zähnen knirschen, mir die Schulter weh tun?! Passte aber natürlich mit dem Symptom zusammen (die Schmerzen/Verspannungen waren nach dem Schlafen am stärksten).

Die Diagnose

Meine reguläre Zahnärztin hat mich dann an eine andere Zahnärztin verwiesen, die sich wohl auf sowas spezialisiert hat und mich dann erst einmal richtig in die Mangel nahm. Darunter war auch ein einfacher Muskeltest, der mir massiv die Augen geöffnet hat: Ich habe meine Arme ausgestreckt und die Ärztin drückte mit aller Kraft drauf. War der Mund offen und die Zähne auseinander, konnte ich ihr problemlos Widerstand leisten. Aber kaum habe ich zugebissen (natürlich mit Watte zwischen den Zähnen zur Sicherheit), habe ich jedwede Kraft in den Armen verloren. Hatte ich absolut nicht erwartet diesen Zusammenhang. Sie hat dann noch ein paar weitere Sachen (u.a. verschobener Aufbiss) sich angeschaut und am Ende stand die Diagnose: Craniomandibulare Dysfunktion (CMD), sprich mit meinem Biss stimmt etwas nicht. Die Folge ist, dass mein Kiefer falsch schließt und da am Kiefer starke Muskeln hängen, wird durch dieses Problem auch der restliche Körper unsachgemäß belastet. Daraus resultieren dann so spaßige Dinge wie Ohrgeräusche (Tinnitus), Lichtempfindlichkeit, Schulter- und Nackenschmerzen, Verspannungen von Nacken und Schultern und noch dutzende weitere Sachen, von denen ich zwar nicht alle aber doch so einige habe.

Ihr könnt euch die Situation wie ein Getriebe voller Zahnräder vorstellen. Wenn das kleinste Zahnrad nicht mehr ganz so rund läuft, hat das ganze System ein Problem, welches sich mit unterschiedlicher Kraft auf die anderen Zahnräder verteilt. Da der Kiefer aber die ganze Zeit gegen diese Fehlstellung ankämpft (er weiß aufgrund des Kiefergelenks, welche Bissstellung für ihn richtig ist), wird im ganzen Körper Druck aufgebaut mit den entsprechenden Folgen. Dagegen hilft die normale, kassenfinanzierte Aufbissschiene aber nicht. Sie korrigiert nämlich nicht den Biss, sondern ist auf den aktuellen Biss angepasst und schützt so nur die Zähne. Man könnte sogar sagen, dass sie das Problem noch weiter verstärkt, weil der Kiefer die Zähne nicht weiter abschleifen kann, um seinen korrekten Biss zu finden.

Das sieht nicht ganz richtig aus…

Stellt sich natürlich die Frage nach der Ursache. Da wird es etwas schwammiger wegen dem Henne-Ei-Problem. Habe ich erst aufgrund von psychologischen Problemen (Stress verstärkt es definitiv) mit den Zähnen angefangen zu knirschen und aufgrund fehlender Aufbissschiene am Anfang die Zähne so versaut, dass die CMD entstanden ist? Oder ist das Knirschen der Zähne die Folge der CMD, weil sich beispielsweise durch falsch gemacht Füllungen (habe neun Stück plus zwei Implantate und eine Krone im Mund) die Bissfläche so verändert hat, dass der Kiefer nachhelfen will?

Die Behandlung

Die Zahnärztin hat mir dann im ersten Anlauf eine Sofort-Hilfe-Schiene (den Aqualizer für 16 Euro) gegeben. Wie der Name schon sagt, hat das kleine Plastikding Wasserkissen, die sich beim Aufbeißen entsprechend verformen. Sprich die Zähne sind weiter geschützt aber der Kiefer kann sich in die Position begeben, die er haben will. Damit lässt sich das Problem aber nicht endgültig beheben (ich habe das Ding schon nach ein paar Tagen verloren). Der nächste Schritt wäre eine Ausrichtung des Körpers durch einen Osteopathen gewesen sowie anschließend direkt (keine Umwege, kein Brötchen essen – wirklich direkt und selbst die Erschütterungen beim Autofahren können schon schlecht sein) die Anfertigung einer 1.600 Euro teuren 24-Stunden-Aufbissschiene gewesen. Seid ihr nicht insgesamt gerade, wird nämlich auch die Aufbissschiene wieder nur den schiefen Zustand fördern.

Bei dem Preis habe ich aber dann erst einmal kräftig geschluckt. Die Kasse bezahlt davon nämlich gar nichts (und auch meine Zahnzusatzversicherung hat mich nur mit großen Augen angeschaut). Entsprechend habe ich erst einmal nicht zugesagt und mich weiter informiert. Dabei sind Lysanda und ich auf einen Vortag von einem gewissen Prof. Dr. Winzen gestoßen, der sehr viel Interessantes zu erzählen hatte. Unter anderem, dass er den gesamten Körper betrachtet, die gesetzlich Versicherten im Blick hat (was Kosten angeht) und sein Ziel ist, dass der Patient am Ende der Behandlung abseits von 1-2 Zahnreinigungen im Jahr gar nicht mehr kommen muss weil im Normalfall der Körper alles Weitere regelt. Vor allem letzteres ist natürlich ein lobenswerter Ansatz.

Bisherige Maßnahmen

Und da der Hr. Professor seine Praxis in Frankfurt am Main hat, sind wir da mal hingetigert und ich habe auch schon die ersten 300 Euro ausgegeben (wie viel ich davon von meiner Zahnzusatzversicherung zurückkriege weiß ich noch nicht – haben meine Kostenbelege noch nicht bearbeitet). Die ersten 200 gingen schon für die erste Besprechung und umfangreiche Diagnose drauf. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass mein Problem eindeutig rechts ist und meine Kiefersehnen auf der Seite verkürzt sind und ich keinerlei Kraft entwickeln kann. Außerdem wurden zwei meiner Kronen (eine Implantat und eine andere) kritisch begutachtet (sind auch zwei absolute Problemzähne) sowie drei Füllungen für eine Erneuerung mit „gescheitem“ Material (weiß selbst nicht welches es ist – hatte bislang Keramik und Kunststoff) vorgesehen. „Gescheites“ Material deswegen – und das habe ich jetzt neu gelernt – weil bei Kunststoff und Keramik ein Kleber verwendet wird, der als Nahrung für Karies dient. Außerdem würden beim Aushärten die beiden Materialien noch zusammenschrumpfen, also den Zahn nicht tatsächlich 100% verschließen bzw. vor allem mittendrin noch Luft lassen. Das kann dazu führen, dass ich dort wieder Karies bildet sowie schlimmstenfalls, dass die Füllung bricht und den gesamten Zahn dabei auseinandernimmt (deswegen habe ich auch zwei Implantate…).

Der kleine (50-Euro-teure) Physiotherapeut

Es folgte eine professionelle Zahnreinigung und jetzt am Mittwoch werden die Füllungen ersetzt. Anschließend vermutlich die Implantatkrone und was mit der anderen Krone bzw. grundsätzlich mit dem stark beschädigten Zahn (hatte sowohl Wurzelbehandlung als auch Wurzelrestriktion) geschieht, steht derzeit noch aus. Die weitere Behandlung bringt nämlich alles nichts, wenn die Füllungen und Kronen weiterhin krumm und schief sind und damit am Ende des Tages trotz aller Maßnahmen dadurch das Problem wieder hochkommt. Wie gesagt: Schon wenige Millimeter zu viel oder zu wenig bringen den ganzen Körper aus dem Gleichgewicht.

Die weiteren Schritte

Sobald die Füllungen und Kronen aber soweit in Ordnung sind, kann es endlich an die eigentliche Behandlung gehen. Im Vorgriff dazu habe ich einen Frontzahnjig bekommen, der auch als „kleiner Physiotherapeut“ bezeichnet wird. Mit dem trainiere ich mehrmals täglich meinen Kiefer, um zum einen die Sehnen wieder zu verlängern und gleichzeitig die Muskelfunktionen zu normalisieren. Gefühlt ist es seitdem schon etwas besser geworden mit meiner Schulterproblematik. Der nächste Schritt ist dann auch hier erst einmal eine (vermutlich nicht ganz billige) 24-Stunden-Schiene, um den gesamten Körper vollends auszurichten und gerade zu bekommen und dann, ganz am Ende, die Bissfläche auf den korrekten Zustand anzupassen. Und wenn das dann passiert ist, sollten viele Probleme nach Adam Riese weg sein. Vielleicht nicht alle (speziell beim Tinnitus bin ich da noch nicht wirklich überzeugt, dass der bei mir davon kommt) aber wenn zumindest die Verspannungen weg sind und ich endlich wieder Kraft in den Armen habe, dann ist das schon einmal ein großer Erfolg.

Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden!

Es kann mir doch keiner erzählen, dass er tatsächlich bei der Menge an Serien, die mittlerweile jedes Frühjahr und jeden Herbst veröffentlicht werden noch mithalten kann. Binge-Watching sowie Staffeln mit „nur“ 6-12 Folgen (dafür zusammenhängend und 45-60min lang) hin oder her: Das ist selbst für Singles doch schon lange nicht mehr machbar. Da kann die Qualität noch so gut sein – ich werde nie im Leben die Zeit haben das meiste davon anzuschauen. Ja, 24 Staffel 8 habe ich auch immer noch nicht erledigt :smile: . Und wenn selbst für die bahnbrechenden Shows keine Zeit mehr bleibt, ist für die Geheimtipps erst recht keine Luft vorhanden. Ich weiß: Luxusprobleme und so. Schade ist es trotzdem.

Reden wir also heute mal über (aus meiner Sicht) so einen Serien-Geheimtipp, den ich nur dank Lysanda kennengelernt habe und den wir nun endlich zu Ende geschaut haben:

Box-Cover

Warehouse 13 (2009-2014; 64 Episoden [5 Staffeln], EV) – Die Prämisse ist, wie so oft, ziemlich simpel: In South Dakota steht ein riesiges, sich automatisch endlos erweiterndes Lagerhaus. Darin werden Artefakte mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten gesammelt. Meistens sind diese Fähigkeiten zwar auf den ersten Blick toll – wer will etwa nicht fliegen können -, haben aber eigentlich immer auch irgendwelche Nachteile und/oder können für böse Zwecke missbraucht werden (beispielsweise eine Schallplatte, die alle Zuhörer ins Koma versetzt). Wenn ihr also mal eine Legende, Mythos oder fantastische Geschichte gehört habt, in der ein Gegenstand von Relevanz war, dann könnt ihr stark davon ausgehen, dass es keine Geschichte war, sondern Realität und sich dieser Gegenstand nun im Lagerhaus befindet. Zum Beispiel der namensgebende Spiegel aus Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln oder Pandoras Box.

Das erste Lagerhaus wurde übrigens von Alexander dem Großen gegründet, um die Artefakte zu sammeln, die er auf seinen Eroberungsstreifzügen gefunden hat. Seitdem wurde das Lagerhaus immer wieder dorthin verlagert, wo derzeit die stärkste Macht herrscht (= größtmöglicher Schutz). Im aktuellen Fall (Lagerhaus Nr. 13) eben die USA (es ist halt eine amerikanische Serie, was will man machen :smile: ). Gesammelt und bewacht werden diese Artefakte von Geheimagenten, von denen aber offiziell niemand etwas weiß und auch nichts wissen darf.

Warehouse 13 (SyFy-Promobild)

Warehouse 13 beginnt mit der Rekrutierung von zwei solcher Agenten (Myka Bering und Pete Lattimer). Beide sind ehemalige CIA-Agenten mit speziellen Fähigkeiten. Myka hat eine hohe, logische Auffassungsgabe und Pete ein starkes Bauchgefühl. Mit ihnen taucht ihr als Zuschauer nun fünf Staffeln lang ab in eine „Welt voller endloser Wunder“, in der wie immer nicht immer alles ganz so rund läuft man aber das Beste daraus macht, um die Welt zu schützen. Artie (quasi Hausmeister des Warehouse), Leena (spirituelle Logistikern) und Mrs. Frederic (Chefin) sind die erfahrenen Warehouse-Mitglieder, die sie auf ihrem Weg begleiten. Außerdem kommen im Laufe der Staffeln noch drei weitere Agenten (und ein Hund) dazu.

Aufbau

Der grundlegende Aufbau der Serie ist das „Artefakt der Woche“-Prinzip. Artie hat mal wieder irgendwo einen Ping von irgendwoher bekommen, wo komische Sachen passieren und natürlich steckt irgendein Artefakt (meist von einer berühmten Persönlichkeit produziert) dahinter. Aber wie es sich heutzutage gehört, gibt es auch jeweils eine staffelübergreifende Geschichte und viel Charakterentwicklung (wesentlich mehr als beispielsweise in NCIS). Ein wirklich guter Mix, der super funktioniert und mich definitiv bei Laune gehalten hat. Man ist als Zuschauer quasi erst Neugierig darüber was heute das Artefakt so ist, bleibt weil einem die Charaktere ans Herz wachsen und möchte dann unbedingt wissen was das große Böse im Hintergrund ist. Es hilft, dass sich weder die Charaktere noch die Serie insgesamt total bierernst nehmen. Es ist ernst und spannend (inkl. viel Action), wenn es sein muss aber es gibt auch die lockeren Momente, in denen rumgealbert wird (sowie komische Weihnachtsfolgen). Und auch wenn die fünfte Staffel nur sechs Folgen hat: Die Serie wird tatsächlich soweit abgeschlossen. Also keine Angst, dass es mal wieder so ein Geheimtipp ist, der mittendrin einfach aufhört.

Warehouse 13 (SyFy-Promobild)

Gestört hat mich persönlich an der Serie nur die Qualität der CG-Effekte. Ja, es ist eine TV-Serie und damit das Budget eher übersichtlich (vor allem wenn man wegen den Artefakten so viele Effekte braucht). Aber wenn schon ein digitales Objekt die zentrale Hauptrolle spielt (besagtes Lagerhaus), dann sollte man doch zumindest da ein paar Euro mehr investieren. Und auch sonst gab es so einige Szenen, die etwas komisch aussahen. Klar: Das ist nichts Kriegsentscheidendes und die meisten werden es nicht einmal so stark bemerken wie ich. Ein bisschen hat es meinen Genuss aber dann doch gestört. Gebe ich offen zu. Immerhin gab es als Ausgleich haufenweise Gastauftritte von bekannten Star Trek-Gesichtern (Brent Spiner, Jeri Ryan, Kate Mulgrew, Rene Auberjonois, etc.). Muss wohl einfach so sein bei SciFi-Serien :smile: .

Beim Christoph meint: Mir hat die Serie sehr, sehr gut gefallen. Entsprechend gibt es trotz mittelmäßiger Computergrafiken und der extremen Honda-Werbung in den letzten Staffeln (Claudia fährt einen Toyota Prius und man erfährt öfters, dass dieser Bing als Suchmaschine im OSD benutzt) die vollen 5 von 5 Sics. Ich hätte sehr gerne noch 2-3 Staffeln mit Myka, Claudia, Artie & Co. geschaut. Material hätte es auch noch genug gegeben, um es weiter spannend zu machen (das ist der Vorteil von Artefakten). Der Vergleich mit Akte X und Indiana Jones passt da wirklich sehr gut auch was den Mix aus Bierernst und Lustig angeht. Außerdem lernt man auch gleich noch ein wenig was über diverse reale Geschichte, Legenden und Mythen. Quasi auch noch lehrreich das Ganze :smile: .

Solltet ihr also mal zwischen Game of Thrones und den gefühlt 10.000 Marvel-Netflix-Serien mal 2.688 Minuten Zeit haben, dann schaut euch unbedingt mal Warehouse 13 an. Ich kann es wirklich nur empfehlen. Wer einen kostenlosen Einblick haben möchte, der kann sich Warehouse 13: Grand Designs anschauen. Das ist quasi eine von Toyota gesponserte Folge, die als Webserie veröffentlicht wurde, technisch gesehen wohl irgendwo in Staffel 4 angesiedelt ist aber abseits der enthaltenen Charaktere keine Spoiler enthält oder Auswirkungen auf die Hauptserie hat.