Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #19

Auch Pichu hat mit seiner Fachkunde unterstützt.

Als Immobilienbesitzer hat man irgendwie immer etwas Unvorhergesehenes zu tun und muss ggf. auch noch unvorhergesehen Geld ausgeben. Das letzte Wochenende haben wir beispielsweise statt auf der Couch in der Küche verbracht. Der Patient: Die Spülmaschine (Siemens S9LT1). Die hatte letztes Jahr schon mal ein Problem, das sich am Ende allerdings vergleichsweise schnell und günstig lösen ließ (die Laugen-/Ablaufpumpe war hinüber). Heuer scheint es eine komplexere Sache zu sein. Immerhin sind wir mittlerweile am ursprünglichen Fehler dran. Am Samstag (und erste Hälfte des Sonntags) hieß es erst einmal sich vorzuarbeiten. Sprich funktioniert der Aquastopp noch (Antwort nach etwas draufklopfen: ja)? Sind die Zu- und Abführungsschläuche okay (einwandfrei)? Funktioniert das Gebersystem noch (etwas verkalkt aber funktionsfähig)? Am Ende haben wir die komplette Waschtasche (vor allem oben links ist eine Kammer, in der sich extrem viel Mist heimisch fühlt) und das Gebersystem rausgenommen und über Nacht in Essigessenz eingelegt, um den Kalk und ein paar Essensreste rauszubekommen, die sich darin angesammelt hatten. Anschließend noch mit einer Nagelspitze und ein Neodym-Magnet die überlebenden Reste freigekratzt und rausgespült und wieder alles zusammengebaut. Das war vermutlich die erste Reinigung seit der ersten Inbetriebnahme anno 2007.

Sonntagmorgen ging sie dann auch endlich wieder an, zog wie vorgesehen Wasser und fing fleißig das Spülen an. Wir hatten schon die Hoffnung, dass damit die Sache tatsächlich erledigt wäre. Aber nein: Der Todfeind aller Spülmaschinen zeigte sein Gesicht in Form von Wasser in der Bodenwanne. Irgendwo ist also eine undichte Stelle. Blöd ist nur, dass wir sie partout nicht finden. Wir haben mittlerweile alles soweit abgebaut, was sich abbauen lässt, um in die Wanne schauen zu können aber der Ursprung des Wasserfalls will sich partout nicht zeigen. Morgen werden wir sie mal auf die Seite legen, die Bodenwanne komplett entfernen und dann mal schauen ob wir so irgendwo was entdecken können. Ganz so alt kann der Fehler nicht sein, sonst hätte schon längst mal die Küche unter Wasser gestanden.

Update: Wir haben es am Montagabend dann aufgegeben. Konnten nicht einmal die Bodenwanne vom Gehäuse lösen irgendwie. Also haben wir nochmal die Sache Revue passieren lassen und festgestellt, dass wir sie eh nicht wirklich brauchen und versuchen sie jetzt einfach nur noch loszuwerden, um den Platz für nützlicheres zu verwenden.

Keine Garantie

Für alle, die nicht wissen wie ein Ausdehnungsgefäß aussieht.

Sowas viel Stress braucht man absolut nicht. Schon gar nicht am Wochenende. Aber wann hat man schon sonst Zeit dafür? Eben: Nie. Immerhin war das Internet im Allgemeinen und YouTube im Speziellen mal wieder eine große Hilfe. Zwar muss man hier und da etwas suchen bis man endlich den gefunden hat, der nicht einfach nur grob über die Sachen drüber fliegt. Und es ist natürlich von Vorteil, dass zumindest unsere Spülmaschine noch aus viel Mechanik besteht. Eben wie bei alten und neuen Autos. Freilich hätten wir auch einfach einen Handwerker rufen können. Aber für das Geld was allein die Anfahrt und die ersten 15 Minuten kosten kann man sich schon eine neue gebrauchte Spülmaschine zulegen. Entsprechend finden wir entweder den Fehler und kriegen ihn repariert oder wir wissen wenigstens in Zukunft wie man das Ding fachgerecht komplett zerlegt und holen uns eine andere. Wobei bei zwei Personen der Aufwand mit der Hand zu spülen durchaus überschaubar ist.

Erschwerend kommt beim Thema Handwerker auch noch hinzu, dass das Bestellen desselbigen nicht unbedingt immer oder zumindest zügig zum Ziel führt. Dass unsere Solarheizung Druck verliert habe ich schon vor über 1 1/2 Jahren festgestellt. Doch der Fehler wollte den Heizungsbauern irgendwie nicht so recht ins Auge springen. Hat so einige Anfahrten (glücklicherweise meist in Verbindung mit anderen Arbeiten) gekostet bis jetzt vor kurzem endlich der Groschen fiel: Das Ausdehnungsgefäß (von 2009) hatte nicht mehr ausreichend Druck im Inneren. Ein Tausch (und 500 Euro) später steht die Messnadel nun endlich wieder wie eine eins auf ihrer Position. Wenn ich allerdings höre, dass sie teilweise die Dinger verbauen und schon ein halbes Jahr später die Membrane wieder im Eimer ist… wird denn heute nichts mehr Hochwertiges gebaut?! :smile: .

Elektrisierende Stimmung

Und dann war da noch die Sache mit der Deckenlampe, die uns am Ende einen Computermonitor (hing am selben Stromkreis – und hatte vermutlich schon einen kleinen Schuss weg), einen Schalter, eine Hausstaubsaugeranlage und die Lampe selbst gekostet hat. Gut sowohl der Schalter als auch die Hausstaubsaugeranlage hatten noch Garantie, wurden also kostenfrei ersetzt. Und beim Computermonitor hat es mit dem Iiyama zum Glück nur den Ältesten erwischt (dürfte von 2001 gewesen sein das Ding). Ärgerlich ist es trotzdem. Wie es passiert ist? Nun, es geht um einen Kellerraum. Dort liegen die Kabel auf dem Putz. Die ursprüngliche Lampe hatte einen Metallrand und keine Öffnung, um das Kabel einzuführen. Ich glaube, ihr könnt euch schon denken, wohin das führt: Metallrand hat ins Kabel geschnitten und beim Einschalten flog mir alles um die Ohren.

Endlich anständiges Licht!

Blöd aber halb so wild, dachte ich. Loch in den Metallrand gebohrt, das Kabel mit Mantel möglichst weit reingeschoben und dann wieder an die Decke. Wieder Schalter betätigt, wieder flog mir alles um die Ohren (inkl. FI-Schalter). Nochmal alles abmontiert, im Beisein von Lysanda alles geschaut (auch ob ich vielleicht in den Bohrlöchern doch was erwischt habe), wieder anmontiert und wieder alles durch die Gegend gefetzt. Ich wusste nicht mehr wie mir geschieht. Dann fiel mir doch mal die schwarze Stelle IN der Lampe auf, wo sich (vermutlich beim allerersten Kurzschluss) der Kabelmantel verabschiedet und das Kupfer mit dem Gehäusemetall verbunden hatte. Also neue Lampe gekauft und jetzt funktioniert alles wieder. Also außer dem Monitor, der aktuell kaputt im Keller steht :smile: .

Was lernen wir also daraus? Der Webmaster hat noch einen langen Weg vor sich bis er ein richtiger Handwerker ist und beim Montieren nicht mehr kaputt macht als ganz. Lysanda ist da definitiv schon wesentlich weiter :smile: . In diesem Sinne gebe ich ab bis kommenden Montag. War ein verdammt langes Wochenende. Entsprechend muss ich mich jetzt mal ein wenig ausruhen.

Die aktuelle Versionsnummer

Am Dienstagabend war es mal wieder soweit: Das (von manchen?) lang erwartete „Fall Creators Update“ (Version 1709) für Windows 10 wurde für die Allgemeinheit zum Download bereitgestellt. Dem Hauptrechner wurde es Freitagsabends auch direkt angeboten und lief ohne große Probleme in weniger als 15 Minuten durch. Er hing nur im Vorfeld der Installation beim Download und der Vorbereitung etwas länger auf 83% fest. Nach dem Upgrade musste ich ausschließlich meine Einstellungen in der Creative Konsole für die Soundkarte neu treffen. Nicht mehr funktionierende Treiber oder Programme, wie bei scheinbar vielen anderen „Upgradern“, konnte ich bei mir nicht feststellen. Und in Sachen Spiele läuft Grim Dawn ebenso immer noch einwandfrei.

Auf meinem Laptop, den ich scheinbar tatsächlich seit April nicht mehr anhatte, dauerte zwar alles ein wenig länger. Wenn man ein halbes Jahr ein Gerät nicht mehr anhatte, dann ist es halt erst einmal ein wenig mit sich selbst beschäftigt und da der Laptop mit seinen vier Jahren auch nicht mehr ganz so der neuste ist (Festplatte ist ein massiver Flaschenhals), dauert halt alles grundsätzlich etwas. Ich musste außerdem zum Windows Update Assistent (Media Creation Tool) greifen, weil das Update mir hier noch nicht unter Windows Update zur Verfügung gestellt wurde. Anschließend lief es aber auch hier einwandfrei und ohne irgendwelche Beschwerden vor, während oder danach durch. Bleibt Lysandas Laptop, der nochmal ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat und entsprechend NOCH mehr Zeit braucht :smile: .

Die Neuerungen

AAAAAHHH EIN UNTEXTURIERTES SPACE SHUTTLE!

Stellt sich nun die Frage, was es nach der Installation überhaupt an tollem Neuem gibt bzw. genauer, was mir aufgefallen ist und was davon im (leider nicht mehr täglichen) Anwendungsfall relevant sein könnte. Die neue Schaltfläche „Kontakte“ in der Taskleiste habe ich zum Beispiel sofort wieder deaktiviert. Wenn jemand meine Taskleiste vollstopft mit Sachen, dann ausschließlich ich *hmpf* . Im Explorer fiel mir hingegen der neue Ordner „3D-Objekte“ unter „Dieser PC“ auf. Keine Ahnung ob der grundsätzlich schon länger da war (viele der ganzen 3D-Programme wurden ja schon im letzten Creators Update eingeführt) aber er ist auf jeden Fall nun prominenter. Kein Wunder, ist doch eine zentrale Neuerung (die ich nicht nutzen kann) des Updates das ganze Thema Mixed Reality mit VR-Brillen. Ich konnte entsprechend nur das Spaceshuttle im Mixed Reality Viewer dank Webcam auf mein virtuelles Ich zufliegen lassen und nicht auf mein echtes :smile: . Damit war dieses Thema für mich aber auch schon wieder durch. Mit Cortana und OneDrive habe ich ebenso absolut gar nichts am Hut.

Interessanter sind da schon die neuen Konverter-Funktionen des integrierten Taschenrechners (unter anderem Währung, Volumen, Temperatur und sowas) oder die Möglichkeit, dass sich bei einem Neustart mit Aktualisierung Windows von alleine wieder einloggen kann. Könnte freilich auch eine Sicherheitslücke sein, aber das werden die kommenden Monate zeigen. Die neue Anzeige der GPU-Auslastung im Task-Manager ist hingegen ganz nett obwohl in meinem Fall mein Lüfter schon die ganz Zeit genau anzeigte, ob meine GPU sich gerade langweilt oder nicht :wink : .

Weitere Kleinigkeiten

Gleichfalls nett aber nicht weltbewegend ist, dass wieder ein paar Sachen aus der Systemsteuerung in die Einstellungs-App gewandert sind. Und es nun z.B. die Möglichkeit gibt Windows zu erlauben regelmäßig und völlig automatisch die temporären Dateien sowie Sachen im Papierkorb zu löschen. Oder sein Smartphone fest mit dem Rechner verbinden, um theoretisch fließend arbeiten zu können bspw. auf dem Handy eine Webseite öffnen und dann „Seamless“ diese auch auf dem Rechner bereitstellen. Können in diesem Fall die wichtigsten Browser zwar meines Wissens (Maxthon kann es schon ewig) mittlerweile sowieso. Aber Windows-Standard-Funktionalitäten sind ja immer noch einmal ein weiterer Schub für solche Sachen und es gibt ja noch mehr, was sich damit machen lässt.

Designtechnisch fällt erst auf den zweiten Blick auf, dass manche Fenster nun eine leichte Transparenz haben (z.B. das Startmenü). Aber da muss man schon teilweise sehr genau hinschauen. Dass sich nun das Startmenü wie jedes andere Fenster diagonal vergrößern und verkleinern lässt, ist da schon wesentlich auffälliger und nützlicher (für mich).

Wad?! Ich bin nur ein mittler NAT-Typ?! Sauerei!

In Sachen Spiele ist in den Einstellungen jetzt eine Testfunktion wie man es von der Xbox kennt, um die Verbindung zum Xbox-Netzwerk zu prüfen. Also man kann direkt sehen, was für meinen Ping man hat, wie hoch der Paketverlust ist und ob der Router richtig konfiguriert ist (wir es bei mir bis gerade nicht der Fall war). Außerdem macht in den Medien aktuell der neue Eintrag „TruePlay“ die Runde. Quasi eine Windows-weite Anti-Cheat-Funktion, die von den Spieleentwicklern verwendet werden kann. Standardmäßig ist die Funktion nach dem Update übrigens ausgeschaltet. Sollten also Spiele darauf zurückgreifen wollen, dann werden sie vermutlich darauf hinweisen und nicht mehr starten oder sowas. Aber aktuell gibt es noch keine damit.

Fazit

Und mehr fällt mir tatsächlich nicht an Neuerungen ein/auf. Sicherlich gibt es im Hintergrund auch noch so einige Stabilitätsverbesserungen und vor allem beim Spielemodus einige veränderte Stellschrauben. Aber als Otto-Normalverbraucher würde ich sagen, merkt man vom Fall Creators Update so gut wie gar nichts. Das ist jetzt nicht zwingend schlecht und stört mich persönlich überhaupt nicht. Ich habe tatsächlich lieber alle halben Jahre ein kleineres Upgrade mit Kleinigkeiten, die mir ein bisschen das Leben erleichtern bzw. das System verbessern anstatt alle 2-3 Jahre den Rechner wegen einer komplett neuen Windows-Version neu aufsetzen zu „müssen“ mit dem Risiko größerer Probleme/Umgewöhnungsphasen. Insofern unterstütze ich hier (nicht nur) Microsofts Ansatz eines lebenden Betriebssystems.

Ansonsten gibt es an dieser Stelle aus meiner Sicht zum Windows 10 Fall Creators Update nicht viel mehr zu sagen. Wenn ihr schon Windows 10 draufhabt, müsst ihr über kurz oder lang sowieso auf die neuste Version umsteigen. Und in dem Fall kann ich nur sagen, dass es aus meiner Sicht keinen Grund gibt zu Warten. Wer hingegen immer noch auf Windows 7 rumhängt (Windows 8-Systeme haben hoffentlich alle schon das Upgrade gemacht)…nun den wird auch die Version 1709 von Windows 10 nicht überzeugen. Das ist einfach so.

In diesem Sinne: Was sind eure bisherigen Erfahrungen mit 1709? Das Update schon installiert? Wenn ja, alles soweit gut gelaufen? Wenn nicht, was war/ist das Problem?

Sicarius

Düstere Morgendämmerung

Grim Dawn: Ashes of Malmouth (Herstellerbild)

Vor mehr als vier Jahren habe ich euch an dieser Stelle im Rahmen meiner (leider sehr kurzlebigen) Videoreihe Christoph stellt vor Grim Dawn…nun ja, vorgestellt halt :smile: . Gut ein Jahr nach dem dazugehörigen Kickstarter stand damals die erste Alpha-Version für die Backer bereit. Mittlerweile ist das Spiel nicht nur schon über ein Jahr (25. Februar 2016) erfolgreich (über 1 Millionen Mal verkauft) auf dem Markt – seit letzter Woche gibt es sogar das erste, richtige Add-on namens Ashes of Malmouth. Das erhöht nicht nur den Level Cap auf 100 und den Devotion Cap auf 55 (durch Glaubenspunkte könnt ihr Sternenbilder freischalten, die euch bestimmte Boni geben), sondern es gibt auch noch zwei neue Klassen (Nekromant und Inquisitor), zwei weitere Kampagnenakte und haufenweise anderes Zeugs (mehr Gegner, mehr Gegenstände, mehr Umgebungen, etc.).

Angesichts der Veröffentlichungen von Divinity: Original Sin 2 vor kurzem, dass vermutlich von 99% aller Magazine dieses Jahr zumindest das Prädikat „Rollenspiel des Jahres“ bekommen wird (zu Recht versteht sich!), interessiert sich aktuell aber vermutlich keiner so richtig für Grim Dawn. Ich schon. Zugegeben, hauptsächlich weil ich Divinity: Original Sin (Enhanced Edition) durchspielen will, bevor ich Teil 2 richtig anfange, dafür jedoch aktuell keine Lust habe. Doch wen kümmern schon solche Details? Schauen wir uns also das Erstlingswerk von Crate Entertainment mal genauer an. Und nein, ich setze nicht voraus, dass ihr das obige Video vorher schaut. Ich weiß, dass es nicht der absolute Brüller ist :smile: .

Die Entwicklungsgeschichte

Titan Quest (Herstellerbild)

Um Grim Dawn wirklich zu verstehen, müssen wir noch weiter zurückspringen. Und zwar in das Jahr 2006. Damals, am 26. Juni 2006 (also fast genau zehn Jahre vorher), hat das Entwicklerstudio Iron Lore Entertainment sein Erstlingswerk Titan Quest veröffentlicht. Basierend auf der hauseigenen PathEngine, handelte es sich um ein Action-Rollenspiel vom Schlage eines Diablo nur angesiedelt in der mythologischen Antike, mit viel mehr Inhalten (Größe der Spielwelt, Anzahl der Quests, etc.) und statt der Möglichkeit nur eine Klasse zu wählen, konntet ihr gleich zwei haben (musstet eure Levelup-Punkte aber natürlich entsprechend aufteilen). Der Titel wurde zu einem absoluten Geheimtipp (auch heute noch absolut zu empfehlen!) und ein Jahr später folgte das Add-on Titan Quest: Immortals. Leider half „Geheimtipp“ nicht die Kosten zu decken, weshalb 2008 das Studio schließen musste. Die Schuld wurde allen möglichen Leuten gegeben. Zum einen natürlich den Raubkopierern, aber genauso den Hardwareherstellern, deren Komplettsysteme mit integrierten Audio- und Grafikchips zu massiven Kompatibilitätsproblemen geführt hätten. Mal abgesehen davon, dass 2006 grundsätzlich ein eher schlechtes Jahr für PC war. Damals hatte die neue Konsolengeneration ja erst richtig begonnen. Ach und kein Publisher wollte ihr Folgeprojekt unterstützten.

Was macht man also, wenn das Geld nicht mehr reicht? Genau: Insolvenz anmelden, den Laden schließen und keine zwei Tage später eine neue Firma gründen: Crate Entertainment. Dann wurde zuerst die unangekündigte IP „Black Legion“ zurückgekauft (die, für die sie keinen Publisher fanden) und anschließend ihre PathEngine. Mit beidem im Gepäck konnte 2010 endlich das neue Spiel vorgestellt werden: Grim Dawn. Ja, der Titel war bis zur Veröffentlichung über sechs Jahre in der Entwicklung! Leider wollte ihn immer noch keiner haben, weshalb er 2012 (die Firma bestand zu dem Zeitpunkt aus nur zwei Mitarbeitern) zu einer der ersten Kickstarter-Erfolgsstories wurde nachdem Broken Age die Fluttore geöffnet hatte.

Das Spiel

Grim Dawn (Herstellerbild)

Wir wissen also nun, dass hinter Crate Entertainment die Macher von Titan Quest stecken und Grim Dawn auf einer (massiv überarbeiteten) Version der PathEngine basiert. Vermutlich könnt ihr jetzt schon zwei und zwei zusammenzählen, um auf fünf zu kommen: Grim Dawn ist ein Action-Rollenspiel in einem mythologischen viktorianischen Setting (allerdings viel weniger Steampunk als in The Incredible Adventures of Van Helsing), dessen Alleinstellungsmerkmal die Möglichkeit ist durch das Verbinden von zwei „Masteries“ eine neue Klasse zu kreieren (aber nicht bei Spielstart, sondern erst ab Level 10). Mit dem Add-on sind es nun acht Klassen, die ihr tatsächlich vollkommen beliebig miteinander kombinieren könnt. Ich habe mich bei meinen Neustart mit Veröffentlichung des Add-ons logischerweise für einen Apostate entschieden. Das ist die Kombination aus Nekromant und Inquisitor – den beiden neuen Klassen. Ich zaubere Hilfe herbei (aktuell vier hochgepowerte Skelette), kann gleichzeitig fleißig verschiedene Kampfzauber sprechen und schieße parallel aus der Ferne mit meiner Flinte auf alles, was nicht bei drei auf den Bäumen oder ein unsterblicher NPC ist.

Das grundlegende Spielprinzip sollte jedem mittlerweile bekannt sein: In Hubs gibt es Quests, die entweder euch alleine oder mit drei Freunden hinaus in die (nicht zufallsgenerierte!) Wildnis führen. Dort erwarten euch viele unterschiedliche Arten von Gegnern – darunter auch Minibosse und Bosse. Ihr klickt fleißig mit links drauf bis sie tot sind und bei ihrem Ableben lassen sie mitunter Gegenstände von diverser Qualität fallen. Die sammelt ihr genauso ein, wie die Sachen, die aus Truhen herausfallen und statt damit entweder euren Charakter aus oder verkauft sie einem Händler. Und da heutzutage kein Spiel mehr ohne „Crafting“ auskommen darf, gibt es natürlich hier ebenso hunderte verschiedene Rezepte, mit denen ihr eure Ausstattung noch einen Tick besser machen könnt.

Herausstellungsmerkmale 

Grim Dawn (Herstellerbild)

So viel Standard, so viel Action-Rollenspiel. Warum solltet ihr also nun Grim Dawn spielen statt weiter in Diablo III oder Path of Exile stupide herumzugrinden? Nun, da wäre zum einen die Grafik (Isometrische Ansicht, vollständig zoom- und drehbar ist). Man merkt der Engine zwar trotz des Upgrades ihr Alter an (viele eckige Kanten) und entsprechend kann es bei der rohen Power nicht einmal mit Divinity: Original Sin mithalten. Aber der Detailgrad vor allem der Umgebungen ist abartig hoch – fast schon zu hoch, weil man teils gar nicht mehr erkennen kann was jetzt eigentlich ein nutzbares Objekt oder nur Hintergrund ist. Seit Titan Quest habe ich kein so atmosphärisches ARPG mehr gezockt (Divinity: Original Sin ist kein ARPG – aber in Sachen Detailgrad eindeutig vergleichbar). Zusammen mit den vielen Kampf- und Drumherumeffekten (jede Region hat ihr eigenes Wetter, das sich fließend ändert und es gibt Tag-/Nachtwechsel) und den abwechslungsreichen Gegnertypen macht der Titel optisch richtig was her, finde ich.

Zum anderen ist wäre da die Komplexität des Titels. Schon mit nur einer Klasse müsst ihr genau überlegen, wie ihr eure Punkte im Skill Tree verteilt. So könnt ihr nicht einfach nur linear in Skills investieren, sondern diese müssen erst noch freigeschaltet werden indem ihr grundlegende Punkte in die Klasse steckt. Es will also sehr stark abgewägt sein, ob ihr nach dem Aufstieg lieber den Punkt in die horizontale Linie investiert und dafür beim nächsten Mal einen neuen Skill freischalten könnt. Oder doch lieber erst einen bestehenden Skill weiter auflevelt. Bei zwei Klassen wird es nur noch schlimmer. Zum Glück könnt ihr jederzeit bei einem Trainer alles zurücksetzen. Nur ein Klassenwechsel ist nicht möglich. Und es nur drei Attribute (Physique, Cunning und Spirit). Wenn das auch noch die üblichen 6-10 Stück wären… Dazu kommen die eingangs erwähnten Sternenbilder, das Crafting sowie die wirklich tausend verschiedenen Arten von Gegenständen. Ihr seht: Die Individualisierungsoptionen für euren Charakter sind fast schon erschlagend.

Lebendige Welt

Grim Dawn (Herstellerbild)

Zu guter Letzt ist da natürlich noch das Drumherum. Wo Diablo ja schon immer sehr mit Aufgaben spart und sich voll und ganz auf das (aus seiner Sicht) wesentliche konzentriert, gehört Grim Dawn eindeutig mehr zu meiner geliebten Sorte ARPG mit echten Inhalten. Es gibt viele Quests, die Spielwelt (viktorianisch erlaubt viele unterschiedliche Varianten) und die Charaktere sind interessant und haben viel zu erzählen und ihr lauft eben nicht nur stupide durch die Gegend, um alles zu töten was euch vor die Nase kommt. Okay, letzteres stimmt natürlich nicht ganz, weil freilich alle Quests am Ende darauf hinauslaufen. Aber ihr wisst was ich meine: Das Töten hat einen Sinn und es gibt einen roten Faden.

Cool ist auch, dass es sowohl freundliche und gegnerische Fraktionen gibt mit entsprechenden Auswirkungen. Also bei befreundeten Fraktionen bekommt ihr mehr Quests und einen besseren Deal bei Händlern. Befeindete schicken hingegen stärkere Gegner auf euch los, wenn ihr sie zu viel ärgert. Weder das eine noch das andere könnt ihr technisch gesehen tatsächlich großartig beeinflussen (das Spiel entscheidet für euch, wen ihr angreifen könnt und wen nicht). Aber ich finde es trotzdem ein nettes Feature, was zusätzliche Abwechslung reinbringt. Genauso wie die Möglichkeit in der Wildnis Überlebende zu finden oder Bauwerke wieder her zu richten. Letzteres wird meist gebraucht um Zugang oder zumindest einfacheren Zugang zu neuen Regionen zu bekommen (z.B. eine Brücke reparieren). Ersteres schaltet logischerweise weitere Händler, Questgeber und dergleichen frei.

Grim Dawn (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Wem Divinity: Original Sin 2 zu sehr CRPG ist und stattdessen ein ARPG sucht, der wird bei Grim Dawn aus meiner Sicht nicht nur fündig, sondern auch glücklich. Mit 35 Euro auf Steam (mit allen DLCs), ist es nicht mehr das teuerste auf dem Markt und stundenlange Unterhaltung ist garantiert. Das Setting ist trotz der Konkurrenz durch Victor Vran und The Incredible Adventures of Van Helsing immer noch angenehm frisch und in Sachen Freiheit gibt es faktisch abseits von Titan Quest immer noch kein vergleichbares ARPG auf dem Markt. Bei mir war die Suchtspirale auf jeden Fall sofort wieder da und, zum Leidwesen von Lysanda, ich habe auch schon wieder einige Stunden darin versenkt ohne mich zu langweilen. Nachdem mich Dishonored 2 grad nicht ganz so reizt, dürfte das jetzt auch mein nächster Spielefokus sein – also abseits von Learn Japanese To Survive – Hiragana Battle. Aber das Spiele ich bekanntlich aus anderen Gründen :smile: .

„Katzen und Gesundheit. Gibt es denn nichts interessanters über das der Webmaster zu berichten weiß?“ jammert Besucher A. „Doch!“, antwortet der Webmaster ihm freudestrahlend, „Über (vermutlich?) mittelmäßige Anime, die kein Schwein kennt und auch nie anschauen wird! So wie die folgenden zwei Serien:“

Cover

Wish Upon the Pleiades (2015, Anime-Serie mit 12 Episoden, DV) – Mädchen, die offensichtlich von Sailor Moon inspiriert sind aber statt das Böse zu besiegen auf Autobesen durch den Weltraum fliegen, um Motorfragmente zu sammeln. Klingt komisch? Ist es irgendwie auch. Unser Hauptcharakter ist Subaru, die in der Schule auf vier Mädchen mit magischen Kräften sowie einem komischen blauen Ballknuddeldingsbums namens Pleiadian trifft. Dabei stellt sich zum einen heraus, dass eines der Mädchen ihre alte Kinderfreundin Aoi ist, die sie schon ewig nicht mehr gesehen hat. Und zum anderen, dass auch Subaru magische Kräfte hat und dazu bestimmt ist der Gruppe beizutreten, um die Aufgabe zu erfüllen:

Wish Upon the Pleiades (Gainax-Promobild)

Es fliegt unsichtbar um die Erde herum das Raumschiff von Pleiadian, weil der Antrieb sich in 12 Teile (später 13) aufgespalten hat. Ohne Antrieb, läuft das Raumschiff nicht nur Gefahr irgendwann auf die Erde zu fallen – Pleiadian kommt auch nicht mehr in sein eigenes Sternensystem Plejaden (deswegen der Name) zurück. Und nur die Mädchen mit ihren Motorbesen und ihren magischen Kräften können sie einsammeln. Blöd nur, dass auch ein komischer Junge, der scheinbar auf dem Mond lebt (?) sie auch haben will. Was folgt sind 12 Episoden voller (akkurater) astronomischer Informationen, fünf Mädchen die nicht nur zueinander, sondern auch sich selbst und eben komische Hexenbesen, die wie Autos klingen und an der Front Kühlergrills haben. Ach und gleichzeitig gründen sie an ihrer Schule zur Tarnung eine Arbeitsgruppe namens „Cosplay und Astronomie“. Ihr wisst schon: Weil sie durchs Weltraum reißen und sich (Sailor Moon-ähnlich) vor dem Losfliegen verwandeln.

Beim Christoph: Von mir bekommt die Serie solide 3 von 5 Sics. Sie macht nicht viel falsch, ist insgesamt kurzweilig gehalten und gibt trotz der kürze (12 Episoden mit 20 Minuten Laufzeit) allen Charakteren ausreichend Zeit sich weiter zu entwickeln. Sie ist zwar, was ihre moralischen Ansprüche geht teilweise etwas zu sehr auf die Nase („Wir alle verändern uns, dürfen aber keine Angst davor haben und sind trotzdem immer noch die alten“ – oder so ähnlich), was vermutlich an der Zielgruppe liegt (ist halt doch eher an Kinder gerichtet) und die Autohexenbesen haben mich massiv irritiert (schaut euch unbedingt mal auf YouTube einen Clip an oder so). Aber unterm Strich nette und vor allem auch informative Unterhaltung.

Cover

Jormungand (2012, Anime-Serie mit 24 Episoden [2 Staffeln], DV) – Nach dem ganzen Mädchenkram, wollte ich im Anschluss mal was actionreicheres haben. Und das habe ich mit Jormungand eindeutig bekommen. Der Titel der Serie basiert auf dem altnordischen „Jörmundgandr“, hat aber aus meiner Sicht (trotz dem Zitat am Anfang) inhaltlich gar nichts mit der dazugehörigen germanischen Mythologie zu tun. Kann natürlich nicht ausschließen, dass ich etwas übersehen habe…egal.

In der Serie (und im Manga logischerweise) geht es um den Kindersoldaten Jonathan „Jona“ Mar, der extrem schlechte Erfahrungen bei einem Bürgerkrieg in seinem Heimatland gemacht hat und deswegen Waffen im Allgemeinen und Waffenhändler im Speziellen absolut nicht ausstehen kann. Ironischerweise wird er von Koko Hekmatyar als Bodyguard angeheuert – einer der erfolgreichsten Waffenhändlerin der HCLI in Europa und Afrika und muss, um sie zu beschützen, genau: Waffen benutzen – und er weiß auch sehr gut, wie man damit umgeht. Klingt absurd, funktioniert aber sehr gut. Wie sagt einer der Charaktere? Jona ist Kokos Gewissen. Entsprechend interessant ist vor allem Jonas Konflikt mit sich selbst, mit Koko (die ihn liebevoll wie einen kleinen Bruder behandelt) und der ganzen absurden Situation an sich.

Jormungand (White Fox-Promobild)

Die erste Staffel besteht hauptsächlich aus dem Kennenlernen der Charaktere (Koko hat einen Bruder und noch viele weitere Bodyguards) sowie dem zeigen, was Koko und ihre Leute so im Waffenhändlergeschäft erleben (mit vereinzelten Doppelfolgen) und natürlich was Jona darüber denkt. Erst in Staffel 2, Untertitel Perfect Order, geht es ausschließlich um das namensgebende Jormungand und damit die übergeordnete Geschichte. Dabei wird sehr viel geschossen, viele Leute sterben (mehr oder weniger detailliert) und grundsätzlich allerlei Kriegsgerät stark zelebriert (am Ende wisst ihr fast mehr über Waffen als ein CoD-Spieler). Es gibt aber auch den ein oder anderen lustigen Moment, nur falls ihr gerade total abgeschreckt seid :smile: .

Beim Christoph: Von mir gibt es 4 von 5 Sics, auch wenn mich Lysanda deswegen etwas komisch anschauen wird :smile: . Mich hat die Serie nicht nur gut unterhalten, sie hat auch definitiv meine Erwartungen übertroffen. Die Gewalt ist zwar hier und da etwas unnötig detailliert und so manches hochtrabende Zitat der Charaktere wirkt deplatziert (wieder die Sache mit Moral), Koko und Jona habe ich trotzdem ziemlich schnell ins Herz geschlossen. Koko, weil trotz ihrer Arbeit und ihrer klar psychopatischen Tendenzen hinter der grinsenden Fassade ein Mensch mit Herz steckt. Und Jona wegen seinem inneren Konflikt. Sein Ringen mit der Situation, sein widersprüchliches Verhalten (er hasst Waffen und benutzt sie doch – und das auch noch extrem gut) – das ist alles sehr gut herausgearbeitet und führt vor allem in der zweiten Staffel zu einer herzzerreißenden Szene.

 

Und damit gebe ich ab bis Montag!

Jules

Batcat

Mmmh…kuscheln

*ein sanftes, sehr zurückhaltendes „Miau“ hallt durch die Weiten der Webseite“

Na ihr? Persönlich habe ich mich euch noch gar nicht vorgestellt. Ich bin der „kleine“ Jules. Anders als die anderen Katzen hier, durfte ich mich damals nicht selbst vorstellen. Aber das ist okay. Immerhin darf ich jetzt endlich mal ran und euch davon erzählen, wie es mir in den letzten zwei Monaten im Hause Lysanda so ergangen ist. Und bevor die Frage kommt: Ja, ich habe mich definitiv mittlerweile hier eingelebt und will am liebsten nicht mehr weg – zumindest tagsüber und wenn ich nicht gerade pinkeln oder kacken muss. Nachts geht es natürlich raus in die weite, weite Welt zusammen mit Balu, Lyssi und Pichu, um die Nachbarschaft unsicher zu machen und die Mäusepopulation auszurotten!

Mein Alterskumpel

Pichu ist übrigens ein gutes Stichwort: Er ist mein absoluter Bro. Wir zwei, wir verstehen uns und haben extrem viel Spaß miteinander. Zugegeben: Als er mir am ersten Tag nach meiner Ankunft direkt einen Kuss gegeben hat, war das durchaus etwas unheimlich. Aber Pichu weiß eben wie man das Eis bricht und heißt jeden in seinen Reihen sofort willkommen. Ohne ihn, wäre es hier in der Bude wahrscheinlich unendlich langweilig. Lyssi will nämlich immer noch nichts mit mir zu tun haben. Sie toleriert mich nur – sprich sie hat aufgehört mich anzuknurren. Und Balu? Naja, der ist halt groß, träge und ein alter Sack. Wir kommen zwar klar aber innige Freunde sind wir auch wieder nicht. Ich glaube, er weiß wegen seiner Größe nicht so ganz wie er mit uns umgehen soll. Er hat zwar seine Momente, in denen er mit Pichu und mir balgen möchte. Aufgrund der Unsicherheit auf beiden Seiten (will er uns jetzt buchstäblich platt machen?!) funktioniert das nicht lange. Sicherlich etwas schade für den alten Mann aber ganz ehrlich? Das ist sein Problem und nicht meins!

Es ist nicht wonach es aussieht!

Mit Pichu ist das definitiv ganz anders. Der war zwar anfangs auch ne total faule Socke, aber ihn habe ich ganz klar aus der Reserve gelockt bekommen. So viel gebalgt haben wahrscheinlich weder er noch ich bislang in unserem Leben. Dabei ist das so toll und lustig. Ab und zu liegen wir außerdem gemeinsam im Karton (wie Ying und Yang), wenn wir vom ganzen Rumspringen mal ausgepowert sind. Komischerweise habe ich meine Nase dann meist in seinem Hintern statt, dass wir Kopf an Kopf liegen. Keine Ahnung warum aber das können wir alles machen, mein Bro und ich. Nur ins Schlafzimmer gehe ich mit ihm nicht. Verstehe auch nicht, warum er da morgens immer gleich hineinstürmt, wenn die Türen geöffnet werden und laut Maunzend aufs Bett springt. Leckerlis scheint es auf jeden Fall keine zu geben, sondern höchstes ausgiebige Streicheleinheiten. Aber die hole ich mir woanders. Also bleibe ich lieber im Wohnzimmer und liege weiter im Karton bis es Futter gibt.

Kuschelkurs

Die Chefin vergleicht mich hingegen ständig mit Nica. Nicht nur wegen der Fellfarbe, sondern auch wegen meiner Liebe zu Kartons (stehen grad viele im Wohnzimmer *yay*!) und weil ich so tooooootal verschmust bin. Hände müssen geknuddelt werden – egal ob sie gerade ein Leckerli halten oder nicht! Kann ich doch nichts für. Ich will halt immer und zu jeder Zeit auf einen Schoß und geknuddelt werden. Und dabei am liebsten meinen Streichler vor Freude auf den Mund küssen und wie ein Baby auf der Brust liegen. Scheint zumindest der Chefin allerdings nicht ganz so zu gefallen. Ich wäre aufdringlich sagt sie. Ich würde es als liebevoll und dankbar bezeichnen. Mir doch egal, dass sie gerade Chips isst oder mit dem Handy spielen will. Wenn ich komme, dann muss nun einmal die volle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet werden. Ist das so schwer zu verstehen?

Eine Box ist groß genug für zwei!

Gut, ab und zu stinke ich etwas eklig. Gefällt mir genauso wenig wie den Dosenöffnern. Aber ihr könnt das doch sicherlich nachvollziehen: Wenn man pupsen muss, dann muss man eben pupsen. Da hilft alles nichts. Ich weiß zwar nicht, warum ich an manchen Tagen so viel pupsen muss (und kleinere Probleme beim Kacken habe), aber wenn es so ist, ist es halt so (Anm. d. Red.: Scheint mit einer Futtersorte zusammen zu hängen – machen grad eine Ausschlussdiät.).

Perfektes Gespann

Ich kann also, wie schon anfangs gesagt, mit gutem Gewissen behaupten: Mir geht es richtig gut hier. Ich habe einen gleichaltrigen Freund mit dem ich rummachen kann, das Futter ist fantastisch, die Gegend super, duper toll und die Dosenöffner habe ich auch total gerne. Zwar ist der Chef ähnlich wie Balu viel zu groß und man muss ständig Angst haben, dass man nicht von ihm plattgewalzt wird (springe deshalb weiterhin früh genug aus dem Weg). Aber ich weiß ja, dass er mich gerne hat. Ich freue mich wirklich darüber hier gelandet zu sein und bin gespannt, was mein Leben hier noch so bringen wird.

Und zu wissen, dass meine beiden Findelkinder, um die ich mich bis zu meiner Gefangenschaft gekümmert hatte auch ein liebevolles Zuhause gefunden haben, macht mich gleich noch viel glücklicher. Da muss ich jetzt unbedingt erst einmal eine Runde mit irgendjemanden schmusen, um das zu kompensieren.

*setzt seinen völlig unschuldigen Blick auf und zieht von dannen*