Warnung: Stellt Kaffee/Tee/Sonstige Getränke bereit, legt euch etwas Essen neben die Maus und geht am besten noch einmal aufs Klo bevor ihr hier weiterlest. Wie es mittlerweile die Tradition verlangt, erwartet euch heute wieder ein absoluter Monstereintrag (wenngleich ein paar hundert Wörter kürzer als der derzeitige Rekordhalter aus dem letzten Jahr). Und damit ihr ihn auch so richtig verinnerlichen könnt, sollten alle eure Grundbedürfnisse gestillt sein. Legt am besten auch ein bisschen Musik auf. Das hilft nicht nur der Verdauung, sondern regt auch euer Gehirn an – zumindest wenn ihr nicht gerade Death Metal oder so auf voller Lautstärke durch die Boxen jagt…

(Danke an JakillSlavik für das Banner)

(Danke an JakillSlavik für das Banner)

Kessy, Göttin der Knuddeleinheiten: *schnarch*

Bühnenhelfer: Pssst…Pssst.

Kessy, Göttin der Knuddeleinheiten: *schnarch*

Bühnenhelfer: Pssst. Miss Kessy. Wir sind auf Sendung.

Kessy, Göttin der Knuddeleinheiten: *grunz* mmmmh? Wer wagt es meinen Schönheitsschlaf zu stören? Die Strahler sind hier so angenehm warm.

Bühnenhelfer: Ähm…wir sind live.

Kessy, Göttin der Knuddeleinheiten: Bitte? Live? Na und?! Im Gegenteil: Katzenlivestreams sind “in” und bringen die ganz große Kohle ein! Aber gut, jetzt wo ich eh wach bin können wir von mir aus mit dieser armseligen Veranstaltung beginnen. *streck* *Pfote leck* *räusper*

Guten Abend, sehr geehrte Damen und Herren! Es ist mir wie immer eine große Ehre Sie erneut begrüßen zu dürfen. Die diesjährige Veranstaltung stand bekanntlich auf wackeligen Füßen weil unser lieber Herr Webmaster meinte, er müsse sich unbedingt weiterentwickeln und seinen Spielekonsum einschränken. Ein absolutes Unding wie ich finde! Natürlich muss am Ende des Tages genug Geld für meine Leckerli übrig bleiben, aber der Rest hat er gefälligst ausschließlich zu eurer Unterhaltung auszugeben! Und Unterhaltung heißt heute selbstverständlich: Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards 2014 – nur Live und in Farbe hier Beim Christoph!

Durfte ich Sie im letzten Jahr nur als Hologramm begrüßen, freut es mich sehr endlich wieder in Person hier auf der Bühne zu sitzen und Sie durch die Show zu führen. Die Entfernung nach Darmstadt ist glücklicherweise nicht ganz so groß wie nach Nürnberg. Doch genug davon: Zum mittlerweile achten Mal sind wir hier versammelt, um die Besten der Besten unter den Videospielen des vergangenen Jahres zu finden und zu küren. Und natürlich haben wir erneut ein volles Programm, um Sie, liebe Zuschauer, bei Stange zu halten. Ja, alle 10 Milliarden. Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und senden erstmals auch mit Dolmetscher zum Mars (dank Curiosity). Zwar fällt aus diesem Grund, Sie wissen gar nicht was so eine Übertragungslizenz zum Mars kostet, die Trophäe für unsere Gewinner etwas kleiner aus. Ja, man könnte fast sagen sie wäre nicht existent. Aber wir leben bekanntlich in einer Zeit, wo sowieso irgendwie alles nur noch aus 1en und 0en besteht. Von daher dürfte es den lieben Entwicklern und Publisher gar nicht weiter auffallen. Immerhin bieten wir noch keine Mikrotransaktionen. Die Einführung mussten wir leider aufgrund von technischen Problemen auf 2015 verschieben.

Jetzt aber genug von meinem sinnloses Geblabber. Die Bagdadsoftware NOCAs also. Das weltweit bekannte Phänomen! Doch für unsere außerirdischen Zuschauer eine kurze Erläuterung: Die NOCAs sind der bedeutendste Wegweiser nicht nur für die irdische Spiele-, sondern die gesamte, universumsweite Unterhaltungsindustrie. Vergesst solche Kleinigkeiten wie die Joystick Awards oder angebliche Trendmessen wie die Electronic Entertainment Expo. Nur hier bei uns werden die echten Sieger gekürt und damit die Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Und um dieser Bedeutung gerecht zu werden, teilen wir die Show auch 2014 wieder in zwei Teile auf: Heute erfahren Sie ausschließlich welche drei Titel in den 14 Unterkategorien nominiert wurden. Die Gewinner sowie das Spiel des Jahres rücken wir hingegen erst am 1. Weihnachtsfeiertag in Videoform heraus. Die NOCAs sind schließlich unser Weihnachtsgeschenk an die jeweiligen Gewinner.

Bitte? Wie die Spiele ausgewählt wurden? Die viel wichtigere Frage ist warum Sie mir einfach aus dem Publikum ungefragt Fragen zurufen! Ich komm gleich runter und knuddel Sie durch! Aber gut, dann sag’ ich es Ihnen halt: Die nachfolgenden 45 Titel (wovon Sie heute nur 42 erfahren) wurden von unserer Ein-Mann-Jury nach absolut objektiven und überhaupt nicht frei erfundenen Kriterien ausgewählt. Manch einer behauptet zwar, dass es sich schlicht um Werke handelt, die der Webmaster in diesem Jahr gerne gespielt hat. Aber wir widersprechend diesem Gerücht selbstverständlich vehement und bringen als Beweis einen Auszug aus den Juryberatungen:

Sie sehen: Hier geht alles absolut korrekt und mit rechten Dingen zu. Hier wird bis auf das letzte Gramm genau geprüft, ob ein Produkt es wirklich verdient hat für eine Kategorie nominiert zu werden geschweige denn diese am Ende auch zu gewinnen. Halbe Sachen gibt es bei uns nicht. Also höchstens 3DS-Spiele, deren Packung ist bekanntlich kleiner. Aber ich rede schon wieder zu viel. Sie wollen ja endlich Fakten haben. Dazu muss ich mich aber erst noch fix umziehen. Deshalb übergebe ich nun ganz kurz an den unwichtigsten Mann auf dieser und auch der anderen Seite des Internets: den Webmaster!

Der Webmaster: Danke Kessy. Schön dich wieder live dabei zu haben. Die Sache mit Skype und dem Hologramm im letzten Jahr war bekanntlich nicht so der Brüller. Die Technik ist einfach noch nicht so weit. Da entstehen noch viel zu viele Missverständnisse durch Übertragungsfehler. Das dürfte dieses Jahr nicht mehr passieren. Schon alleine deshalb, weil es die “Honorable Mentions” nicht mehr gibt und entsprechend gar keine Fragen zu ihnen anfallen dürften. Da ich mich, wie Kessy erwähnt hat, dieses Jahr nicht ganz so extrem auf dem aktuellen Stand gehalten habe wie sonst, war es schon schwierig genug in den meisten Kategorien überhaupt drei würdige Kandidaten zu finden. Dann auch noch ein viertes Spiel zu erwähnen wäre schlicht nicht möglich gewesen. Aber bevor wir darauf näher eingehen: Sie sind ja aus einem bestimmten Grund heute Abend hier. Und zwar, weil Sie unbedingt mal wieder so richtig phänomenal gute Witze hören wollen. Witze wie zum Beispiel die Frage, was man mit einem Hund ohne Beine macht. Na, um die Häuser ziehen natürlich! Und wissen Sie, als Mitarbeiter beim Magenta T werde ich gerne nach unseren Produkten gefragt. Zum Beispiel was groß und grau wäre und telefonieren kann. Viele wissen gar nicht, dass es sich dabei um einen Telefant handelt. Übrigens nur 1999,99 Euro pro Monat. Wenn Sie online bestellen sogar nur 1949,99 Euro! Der hat allerdings nichts mit dem Praktifant zu tun. Also dem dicken Ding am Kopierer.

In diesem Sinne auch von mir ein herzliches Willkommen hier Beim Christoph an diesem kühlen aber schneelosen Montag. Es ist wie immer eine Ehre hier stehen zu dürfen und Ihnen die Bagdadsoftware NOCAs näher bringen zu können. 15 Kategorien erwarten uns in diesem Jahr wieder und zwar nur mit minimalen Änderungen. So wurde die Kategorie “Bestes Jump ‘n’ Run des Jahres” in “Bester Plattformer des Jahres” umbenannt. Das hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Spiele, die in dieser Kategorie auftauchen. Es ist schlicht eine sprachliche Anpassung auf den korrekten Begriff für dieses Genre. Und auch das “Beste Koop-Spiel des Jahres” hat einen neuen, allgemeineren Namen erhalten. Wir vergeben dieses Jahr schlicht den NOCA für das “Beste Multiplayer-Spiel des Jahres”. Ich spiele sowieso schon so wenig online, da wollen wir die paar Titel, die nicht hauptsächlich auf Koop ausgelegt sind nicht auch noch außen vor lassen. Zumal ich schon so in der einen oder anderen Kategorie den Genrebegriff etwas weiter auslegen musste (nein, dieses Jahr kein SSX als Rennspiel), um ausreichend Kandidaten zu finden. Doch da wird Sie unsere liebe Kessy dann später darauf hinweisen. Bitte? Wir würden hier beim Christoph eh nur mauscheln, um künstlich fiktive Listen voll zu kriegen? Wer behauptet denn sowas?! Sofort verhaften und in die Tigergrube werfen! Bevor Sie fragen: Löwen waren gerade aus.

Ähm, wo waren wir? Ach ja: Wie immer gilt, dass für eine Nominierung nur diejenigen Titel in Frage kommen, die ich zum einen tatsächlich gespielt habe und die zum anderen legal in Deutschland erhältlich sind. Ein Dead Rising 3 muss deshalb beispielsweise leider außen vor bleiben da es indiziert ist und die Verantwortlichen Capcom keine Notwendigkeit für eine spezielle deutsche Version gesehen haben. Mal ganz abgesehen davon, dass die PC-Version anscheinend in so kleinen Mengen produziert wurde, dass ich immer noch auf meine Lieferung der Retailfassung warte.  “Gespielt” heißt jedoch nicht, dass ich bereits das Ende gesehen habe. Das ist nicht von Belang. Außerdem gilt, was selbstverständlich sein dürfte, dass nur Spiele berücksichtigt wurden, die zwischen dem 01.01.2014 und dem heutigen Tag auf den Markt gekommen sind. Wer auf die Idee kommt in der Weihnachts- und Silvesterwoche ein Spiel rauszuwerfen, der hat schlicht Pech gehabt. Betrachtet wurden außerdem nur Werke, die auf einer der folgenden Plattformen verfügbar sind: PC, PlayStation 3, Xbox 360, Nintendo DS, Nintendo 3DS und iOS. Alles andere kommt mangels Hardware schlicht nicht in Frage. Für etwaige Spenden wenden Sie sich bitte an die bekannte E-Mail-Adresse. Wobei dieses Jahr überraschend viel entweder PC-exklusiv oder zumindest auch für PC erschienen ist. Somit stellte sich die Frage nach der Hardware gar nicht mal so oft.

Jetzt ist es aber wirklich genug der Einleitung. Kommen wir endlich zur Hauptattraktion des heutigen Abends. Meine Damen, Herren und Aliens! Es freut mich sehr Ihnen die Anwärter auf die Bagdadsoftware NOCAs 2014 vorzustellen! Die meisten Links, wir sind rechtlich verpflichtet Sie darauf hinzuweisen (kein Scherz!), führen zu Amazon. Nur bei Titeln, wo es nicht einmal eine leere DVD-Hülle gibt, führt er zu Steam oder die Herstellerhomepage. Jetzt können wir aber wirklich loslegen – nach der obligatorischen Werbung versteht sich.

Werbung Anfang

< Ein Junge in stereotypischen 80iger Klamotten sitzt vor einem ausgeschalteten C64 und schaut traurig rein >

Stimme aus dem Off: Was ist denn los, Jimmy?

< Der Junge schaut traurig in die Kamera >

Jimmy: Meine Eltern hängen in der Vergangenheit fest, ziehen mich nach ihren Vorbildern aus ihrer Jugend an und geben mir keine PlayStation 4.

Stimme aus dem Off: Jimmy. Jimmy. Du brauchst doch keine PlayStation 4 um Spaß zu haben.

Jimmy: Nicht?!

< Jimmys Gesicht hellt sich auf und trendige Musik beginnt zu spielen. Zoom auf den C64 wo Beim Christoph in einem Textbrowser sichtbar wird. >

Jimmy: Wow! Cool! So viel zu lesen! Danke, Mann!

< Ein Schriftzug springt in die Bildschirmmitte >

Beim Christoph – Läuft auch auf dem ältesten Scheiß

Werbung Ende

Der Webmaster: Mmmh. Ich glaube, wir müssen so langsam mal unsere Marketingabteilung wechseln. Hätten die Millionen vielleicht nicht als Vorkasse bezahlen sollen. Doch da kümmern wir uns später drum. Nun heißt es Bühne frei für die 15 Kategorien und ihre 42 Nominierten! Kessy, übernehmen Sie!

Inhaltsverzeichnis:

01. Beste Ablenkung für Zwischendurch des Jahres 2014
02. Bestes Action-Adventure des Jahres 2014
03. Bester Action-Titel des Jahres 2014
04. Bester Plattformer des Jahres 2014
05. Bestes Adventure des Jahres 2014
06. Bestes Multiplayerspiel des Jahres 2014
07. Bestes Rennspiel des Jahres 2014
08. Bestes Rollenspiel des Jahres 2014
09. Bester Shooter des Jahres 2014
10. Bestes Strategiespiel des Jahres 2014
11. Bester Soundtrack (Original) des Jahres 2014
12. Visuell ungewöhnlichstes Spiel des Jahres 2014
13. Enttäuschung des Jahres 2014
14. Überraschung des Jahres 2014
15. Spiel des Jahres 2014

01. Beste Ablenkung für Zwischendurch des Jahres 2014

Der Webmaster sagt immer, dass er nicht verstehen kann wie einem in der heutigen Zeit Langweilig sein kann. Selbst wenn man keine Lust/Zeit hat irgendwas Großes anzufangen/weiterzumachen oder mal einen kleinen Burnout hat, stehen einem fast unmöglich viele Möglichkeiten des Zeitvertreibs zur Verfügung, um die Batterien wieder aufzufüllen oder Wartezeiten zu überbrücken. Und wir meinen damit nicht das Anschauen von Katzenvideos! Der Webmaster hat in diesem Jahr in solchen Situationen stattdessen vor allem zu den folgenden Kandidaten gegriffen:

  • Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call (Herstellerbild)

    Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call (Herstellerbild)

    Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call (3DS) – Der Vorgänger, schlicht Theatrhythm Final Fantasy gennant, gewann 2012 die ultimative NOCA-Krone (Kategoriesieg und Spiel des Jahres). Mit dem Nachfolger will Square Enix nun nicht nur diesen Erfolg wiederholen, sondern auch klarstellen, dass ihr Guitar Hero-Verschnitt mit Spielemusik bei weitem keine Eintagsfliege war. 221 Lieder über alle Final Fantasy-Spiele hinweg, ein neuer Quest-Modus und drei unterschiedliche Steuerungsmodi sind nur einige der Highlights, die euch erneut stunden…nein, monatelang Spaß bereiten und an den 3DS fesseln!

  • The Binding of Isaac: Rebirth (PC, Mac, Linux, PS4, PSV) – Auch dieses Remake kann auf einen Vorgänger setzen, der zumindest einen NOCA mit nach Hause nehmen durfte. Und auch hier gilt, dass die Entwickler bei Nicalis unter Anleitung von Erfinder Edmund McMillen alle Register gezogen und dadurch einen Rogue-Like geschaffen haben, der dem Original technisch wie spielerisch in fast jeder Hinsicht (der Soundtrack ist nicht ganz so gut) überlegen ist und selbst für Veteranen extrem viel Neues bietet ohne tatsächlich Grundlegendes am bekannten Spielprinzip des beinharten Überlebenskampf zu ändern.
  • Tower of Guns (PC) – Der Name ist Programm in diesem Rogue-Like (noch einer!). Der Turm mit seinen unzähligen, zufällig zusammengesetzten Räumen ist definitiv extrem voll mit Geschützen, Drohnen und schwer bewaffneten Bossgegnern, die alle nur eines wollen: Euch ins Jenseits schicken. Da klingt es fast unfair, dass ihr im Gegenzug nur auf eine Waffe zurückgreifen, diese aber immerhin durch das Sammeln von Upgrades in fünf Stufen verbessern dürft. Doch aufgepasst: Werdet ihr getroffen, dann verliert ihr nicht nur Lebensenergie, auch eure Knarre levelt langsam aber sicher wieder ab. Und als wenn das noch nicht genug wäre, erhöht sich stetig der Schwierigkeitsgrad je weiter ihr kommt. Klingt unfair? Ist es auch! Doch einen regelrechten Kugelhagel zu überleben war noch nie so anspruchsvoll und schon gar nicht so spaßig.

02. Bestes Action-Adventure des Jahres 2014

Das Genre der Action-Adventure gehört wohl zu denen, die sich am breitesten auslegen lassen. Zwar versucht der Webmaster sich jedes Jahr auf die wirklich klassischen Vertreter zu konzentrieren, in denen euch ein guter Mix aus Rätseln, Plattforming und Kämpfen erwartet. Aber die Realität ist, dass es offiziell eben auch noch andere Spiele gibt, die hier reinpassen, wie euch die diesjährigen Nominierungen wieder zeigen:

  • Alien: Isolation (Herstellerbild)

    Alien: Isolation (Herstellerbild)

    Alien: Isolation (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Wenn wir an die Alien-Filme denken, denn erinnern wir uns an eine spannungsgeladene Atmosphäre nur durchdrungen durch das monotone Piepsen des Bewegungsmelders und der Gefahr hinter jeder Ecke auf das Monster zu treffen. Alien: Isolation fängt erstmals seit Aliens vs. Predator 2 (2001) dieses Gefühl der Angst wieder gekonnt ein. In der Haut von Ripleys Tochter arbeitet ihr euch Zentimeter für Zentimeter Metrovania-ähnlich (ihr findet etwas, dass es euch erlaubt in einem bereits vor langer Zeit besuchten Raum eine Tür zu öffnen und betreibt entsprechendes Backtracking) durch eine Raumstation immer darauf bedacht so wenig Lärm wie möglich zu machen, um nicht nur das Alien nicht auf euch aufmerksam zu machen, sondern auch die vielen anderen Gefahren zu meiden. Euer einziges Ziel: Überleben. Gänsehaut pur gerade weil oft lange Zeit nichts passiert.

  • Castlevania: Lords of Shadow 2 (PC, PS3, X360) – Der 34. Teil des erfolgreichen Franchise, das die Geschichte der Familie Belmont und deren Kampf gegen Dracula höchstpersönlich erzählt. Doch Castlevania: Lords of Shadow 2 kehrt nach den Ereignissen im ersten Teil den Spieß um und macht euch zum gefürchtetsten Vampir der Welt. Angesiedelt in der heutigen Zeit, gehören die linearen Levels des Vorgängers der Vergangenheit an und machen Luft für eine offene Welt, in der ihr auf der Suche nach Erlösung erneut gegen eine Vielzahl an Dämonen bestehen, Rätsel lösen und viel herumklettern müsst. Ach und Patrick Stewarts Stimme ist auch wieder zu hören. Das allein wäre aus Sicht des Webmasters wohl schon eine Nominierung wert gewesen, aber wir hier bei den NOCAs schauen selbstverständlich immer auf das Gesamtpaket und nicht nur auf solche, völlig unwichtigen Details!
  • Mittelerde: Mordors Schatten (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Spiele mit offenen Welten haben meist eines gemeinsam: Konsequenzen für euer Handeln gibt es außerhalb vorgebenen Stationen in der  Hintergrundgeschichte meist äußerst wenige. Natürlich ist es ärgerlich, wenn uns in GTA V die Polizei verfolgt und wir nach dem Sterben mit weniger Geld in der Tasche am Krankenhaus aufwachen. Doch danach kann die Jagd auf unschuldige Zivilisten sofort weitergehen. Nicht so bei Talions Kampf gegen Saurons Hand. Dank des Nemesis-System verändert jedes Ableben die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und jeder Kill eurerseits macht eure Gegner noch mächtiger. Einfach nur drauflos und alles ermorden, was einem vor die Klinge kommt, ist also nicht die beste Lösung. Doch gerade das Taktieren – was passiert wenn ihr diesen und jenen Ork umbringt und wie könnt ihr das für eure Zwecke ausnutzen? – macht einen großen Teil des Spielspaßes aus.

03. Bester Action-Titel des Jahres 2014

Während es bei den Action-Adventures zumindest noch eine grobe Definition gibt, was so dazugehört, ist das reine Action-Genre im Prinzip das Sammelbecken für alles, was sich nicht so richtig woanders zuordnen lässt. Einzige Einschränkung: Es muss viel los sein auf dem Bildschirm (Bonuspunkte für bombastische Explosionen). Aber selbst mit dieser Einschränkung wird der Pool an Kandidaten nur unwesentlich kleiner. Entsprechend schwer war es für den Webmaster sich für die folgenden Drei zu entscheiden:

  • Elite: Dangerous (Herstellerbild)

    Elite: Dangerous (Herstellerbild)

    Elite: Dangerous (PC, Mac) – Zwar ist die Releaseversion trotz der sehr langen Alpha/Beta/Gamma/Leberkäs’-Phase immer noch nicht ganz da, wo die Entwickler sie haben wollen. Das ändert aber nichts daran, dass die Rückkehr dieser altehrwürdigen Weltraumsimulation schon jetzt sowohl spielerisch als auch insbesondere grafisch äußerst gelungen ist. Wir sind uns zwar sicher, dass Star Citizen da nochmal einen drauflegen wird, aber das soll bekanntlich erst 2016 erscheinen. Bis dahin lädt euch Frontier Developments nicht nur in das bislang schönste, sondern auch größte Universum des Genres ein, um darin im Prinzip zu tun und lassen, was ihr wollt. Pirat oder Söldner spielen? Handel treiben (dynamische Wirtschaft inklusive)? Ressourcen sammeln? Oder einfach nur zünftige Dogfights erleben? Es stehen euch buchstäblich Milliarden Sonnensysteme offen in denen ihr euch austoben könnt. Wenn es einen Grund gab den eingestaubten Joystick mal wieder auszupacken, dann auf jeden Fall Elite: Dangerous.

  • Ryse: Son of Rome (PC, XONE) – Crytek verabschiedet sich mit diesem Werk fast vollständig von ihrer Shooter-Vergangenheit. Nur die extrem schicke Grafik ist von der Crysis-Serie übrig geblieben. Der Rest ist einem völlig linearen…ja, Gemetzel gewichen, das es gerade wegen seines extremen Fokus auf das Wesentlich (gnadenlose Action) so gut schafft euch in den berühmten Flow zu bringen. Es klingt sicherlich brutal und für Außenstehende unverständlich, doch diese Symphonie der Gewalt lässt euch nicht viel Zeit darüber nachzudenken wem ihr gerade die Hand abgehakt habt, sondern treibt euch geblendet von den butterweichen Animationen und den lebensechten Charakteren unterstützt durch einen gelungenen Soundtrack immer weiter eurem Ziel entgegen. Da spielt es gar keine Rolle, dass die Hintergrundgeschichte keine wirkliche Substanz bietet und ihr wie in einem Call of Duty nur von Scriptevent zu Scriptevent hechtet. Spaß macht es trotzdem.
  • WATCH_DOGS (PC, PS3, PS4, X360, XONE, WiiU) – Der Webmaster hat ein absolutes Faible für Hacker und den dazugehörigen Lebensstil (inklusive den Verschwörungstheorien). Er selbst könnte zwar eine Unix-Konsole vermutlich nicht von einem Eimer Wasser unterscheiden. Aber in einer Welt, wo mit einem Knopfdruck auf dem Smartphone Gasleitungen explodieren, ist das sicherlich auch nicht weiter relevant. Verpackt in eine offene Welt, die zu gleichen Teilen von Grand Theft Auto und von Assassin’s Creed inspiriert wurde, folgt ihr dem Hacker Adrien Pierce wie er es mit “THE MAN” aufnimmt und dabei mindestens halb Chicago lahmlegt. Statt jedoch Unschuldige zu überfahren (das machen nur Black Hats), arbeitet er lieber aus dem Hinterhalt und bewegt sich vornehmlich heimlich still und leise durch die überraschend lebendige und gut gefüllte (weil im Vergleich übersichtlichere) Stadt. Sehr cool!

04. Bester Plattformer des Jahres 2014

Den Plattformern ging es dieses Jahr überhaupt nicht gut. Im AAA-Bereich kam praktisch fast gar nix und zwar auf allen Plattformen. Und selbst Indie-Entwickler haben anscheinend 2014 dem Genre den Rücken gekehrt und sich stattdessen auf andere Dinge konzentriert. Entsprechend schwer war es für den Webmaster überhaupt Titel für diese Kategorie zu finden, geschweige denn welche, die auch tatsächlich einen Sieg verdient hätten. Am Ende fiel seine Wahl auf die folgenden Werke, die laut Wikipedia zum Genre gehören:

  • Child of Light (Herstellerbild)

    Child of Light (Herstellerbild)

    Child of Light (PC, PS3, PS4, PSV, WiiU, X360, XONE) – Das eigentliche Spiel, also der Mix aus Plattformer, Rollenspiel und Rundentaktik, ist nicht ganz so tiefgründig wie es sich viele vielleicht erhofft hätten. Aber wie so oft sind es nicht bestimmte Einzelteile, die Ubisofts Werk so überraschend unterhaltsam machen. Zwar bieten die Kämpfe durchaus ihre interessanten Ideen wie beispielsweise die Licht- und Schattendynamik. Doch es ist Zusammenspiel aus allem, dass Child of Light von einem billigen Arthouse-Indietitel zu einem…ja, wie soll man es anders sagen, schönen Spielerlebnis erhebt. Der traurige Soundtrack, der düstere Grafikstil, die einzigartigen Dialoge (Reime!) fügen sich nahtlos in die Spielmechanik ein und sorgen für ein paar angenehme Stunden Spielspaß bei denen man sich irgendwie wohl fühlt.

  • LEGO Batman 3: Jenseits von Gotham (PC, PS3, PS4, PSV, 3DS, X360, XONE, WiiU) – Das Spiel bricht nicht großartig mit der bekannten aber immer noch spaßigen (wenngleich angesichts von gefühlt 1 Millionen Collectibles etwas ermüdenden) Formel der restlichen LEGO-Spiele von Traveller’s Tales. Es lässt sich aber wohl als das umfangreichste Spiel zum Thema Superhelden aller Zeiten bezeichnen (ja, es übertrifft auch das letztjährige LEGO Marvel Super Heroes!). 150 Charaktere aus dem DC Universum und den vorherigen LEGO Batman-Titeln stehen bereit, um euch mit auf eine umfangreiche Reise durch buchstäblich Raum und Zeit zu nehmen und die spannende Geschichte nach dem Quasi-Cliffhangers von LEGO Batman 2: DC Super Heroes fortzusetzen. Dabei ist der Wiederspielwert durch viele kleine Details auch abseits der bekannten “Spielt das Level nochmal, um alle Geheimnisse zu finden” erfreulich hoch dieses Mal.
  • Lifeless Planet (PC, Mac, XONE) – Auf dem Weg zu einem entfernten Planeten, auf dem Leben vermutet wird, stürzt euer Raumschiff ab. Verloren auf einer unbekannten Welt und konfrontiert mit der Tatsache, dass euer Sauerstoff langsam aber sicher zu Neige geht, macht ihr euch auf die Umgebung zu untersuchen…und stoßt auf ein verlassenes, sowjetisches Dorf. War die Reise nur eine Täuschung? Seid ihr immer noch auf der Erde? Was ist hier los?! Auf der Suche nach der Antwort springt, klettert und rätselt ihr euch durch die karge und äußerst bedrückende Landschaft voller Überreste einer vergangenen Zivilisation nur “bewaffnet” mit einem Jetpack und einem mobilen Roboterarm.

05. Bestes Adventure des Jahres 2014

Der Webmaster hat einen etwas fragwürdigen Geschmack, wenn es um Adventures geht. Das sieht man allein schon daran, dass er Sam & Max: Freelance Police für das beste LucasArts-Adventure aller Zeiten hält. Dabei wissen wir doch alle, dass der Titel alleine The Secret of Monkey Island gebührt. Dennoch ist er sich offensichtlich nicht zu schade über den Tellerrand zu blicken und das gesamte Spektrum an Adventure-Untergenres zu durchforsten (inklusive den Hidden-Object-Dingern). Und aus diesem fast undurchdringbaren Dschungel kam er unter anderem mit diesen Dreien wieder heraus:

  • Blackwell Epiphany (Herstellerbild)

    Blackwell Epiphany (Herstellerbild)

    Blackwell Epiphany (PC, Mac, Linux) – Der langerwartete Abschluss der mitreißenden Geschichte rund um das Medium Rosa Blackwell und ihren Begleiter Joey Mallone (ein Geist), die für ewig aneinander gebunden (oder doch nicht?! Spoiler!) sich nachts aufmachen anderen Geistern zu helfen endlich ins Jenseits überzutreten. Trotz der technischen Limitationen durch die Adventure Game Studio Engine, erzeugt Dave Gilbert erneut allein durch seine detaillierte Darstellung von mehr oder weniger berühmten und berüchtigten Orten in New York auf euren Bildschirm und nutzt geschickt die beklemmende Atmosphäre, um euch noch tiefer in die Geschichte hineinzuziehen. Klassische Rätsel spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle während ihr die Umgebungen untersucht, die Hinweise findet und geschickt kombiniert. Stattdessen stehen erneut die Charaktere und ihre Schicksale im Vordergrund, egal ob sie euch seit 2006 begleiten oder erst hier neu hinzugekommen sind.

  • Shadowgate (PC, Mac) – Der Tod lauert hinter jeder Ecke in diesem Egosicht-Adventure alter Schule. Kein Wunder, handelt es sich im Kern doch “nur” um eine Remastered Edition des Apple Macintosh-Originals von 1987. Veteranen können ihre selbstgemachte Komplettlösung aber gleich wieder zurück in den Schrank lagen, denn fast alle Rätsel wurden vollständig überarbeitet, entsprechend modernisiert und um damals aus Zeit- und Platzgründen gestrichene Räume erweitert. Der Kern ist aber unverändert: Verben auf dem Bildschirm zusammenklicken, haufenweise Text über handgezeichnete und nur spärlich animierte Hintergründe, unsichtbarer Zeitdruck (mit jedem Klick vergeht eine Runde) und auf den höheren Schwierigkeitsgraden (die Rätsel unterscheiden sich teils komplett!) sicherlich auch etwas unfair. Quasi das Dark Souls des Adventure-Genres. Niemand hat schließlich gesagt, dass der Ausflug ins finstere Schloss Shadowgate einfach wäre. Anspruch und Spannung pur!
  • Tesla Effect: A Tex Murphy Adventure (PC, Mac, Linux) – Steht die Rückkehr der interaktiven Filme an? Unwahrscheinlich. Aber wenn es einen gibt, der es verdient hat ins HD-Rampenlicht zu treten, dann der heruntergekommene Detektiv Tex Murphy mit seinem ewigen Drei-Tage-Bart. Und das nicht nur, weil die Entwickler euch 1998 mit einem fiesen Cliffhanger zurückließen. Seine Spiele gehören auch zu den Besten dieses eigenartigen Untergenres. Zwar ist sein sechstes Abenteuer außerhalb der Filmsequenzen nicht unbedingt auf dem heutigen Stand der Technik, doch inhaltlich hat es der alte Sack immer noch drauf. Die Rätsel bieten die ein oder andere Kopfnuss während die Noir-Atmosphäre genauso perfekt eingefangen wird wie der traditionelle B-Movie-Flair – inklusive des eher sarkastisch veranlagten Humors der meisten Charaktere, die euch auf eurem Abenteuer rund um die Erfindungen von Nicola Tesla und dem langerwarteten (vorläufigen?) Finale der Adventurereihe begegnen.

06. Bestes Multiplayer-Spiel des Jahres 2014

Online ist nicht so unbedingt das Ding des Webmasters. Und selbst für zünftige Koop-Sessions hat er meistens nicht allzu viel Zeit. Doch ab und zu packt auch ihn die Lust sich mit anderen Spielern zu vergnügen oder ihnen zumindest zu zeigen, was 15 Jahre Quake III Arena/Quake Live aus einem machen (nichts Gutes!). 2014 haben ihn die folgenden Titel in ihren Bann gezogen und zu ein paar zünftigen Matches überreden können:

  • Gauntlet (Herstellerbild)

    Gauntlet (Herstellerbild)

    Gauntlet (PC) – Der Arcadeklassiker schlechthin im Jahr 1985. Nicht, dass das der Webmaster wüsste. Da hat er noch extrem kräftig in die Windeln gepupst. Doch die Neuauflage mit ihrem Koop-Fokus auf bis zu vier Spieler (online sowie lokal!), die jeweils eine unterschiedliche Klasse in dieser von Dungeons & Dragons-inspirierten Welt übernehmen, gefällt auch ihm. Natürlich hat sich in den 29 Jahren so einiges getan. Doch im Kern erwartet euch weiterhin ein beinharter Dungeoncrawler, in dem sich durch Horden von Gegnern zu den Zwischenbossen vorzuarbeiten, um das namensgebende Gauntlet zu meistern. Aufgrund der komplett verschiedenen Klassen bei jedem Spielstart wieder ein komplett anderes Erlebnis und eine völlig neue Herausforderung – und da habt ihr noch keine menschliche Spieler im Boot, die vermutlich öfters als geplant der Hauptgrund für euer Ableben sein werden. Wie soll der Magier auch wissen, dass sein mächtiger Flächenzauber auch den Barbaren prutzelt?! Ups.

  • Plants vs. Zombies: Garden Warfare (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Ein Casual Game wird zum Third-Person-Shooter? Das klang auf der E3 2013 wie ein verspäteter Aprilscherz auf Kosten von Call of Duty. Doch EA und PopCap meinten es Ernst und tatsächlich kann sich das Endergebnis trotz Mikrotransaktionen sehen lassen. Die bekannten Pflanzen und Zombies wurden in traditionelle Klassen eingeteilt, die ihr nach und nach durch das Erfüllen von Challenges (“töte 10 Zombies mit dem Standardangriff”) auflevelt entweder im Koop-Modus, der dem Vorbild noch am nächsten kommt (verteidigt in der Rolle der Pflanzen euren Garten gegen angreifende Horden von KI-Zombies). Oder in den unterschiedlichen Versus-Modi, in denen eine Seite die Rolle der Zombies übernimmt. Kinderfreundlich? Absolut. Viele optische (und absurde) Individualisierungsoptionen für euren Charakter? Bingo. Spaßig? Aber sowas von!
  • Titanfall (PC, X360, XONE) – Man nehme eine Handvoll Call of Duty, packt eine gleichwertige Menge BRINK dazu, vermischt alles mit einer Brise Battlefield 2152 und lässt es drei Jahre bei Respawn Entertainment reifen (mit Unterstützung von Microsoft). Fertig ist Titanfall, das wie die große Konkurrenz auf Schnelligkeit setzt, euch jedoch gleichzeitig zu Fuß eine ungeahnte Bewegungsfreiheit gibt. Fast jede Wand könnt ihr mühelos hochklettern und so Hindernisse auf direktem Weg überwinden oder auch, den entsprechenden Perk vorausgesetzt, einfach mal ein paar Sekunden hängenbleiben, um eure Feinde ins Visier zu nehmen. Doch spätestens nach zwei Minuten heißt es: Titanfall und schwere Mechs stürzen auf das lebendige Schlachtfeld (Dutzende KI-Soldaten sind immer mit dabei). Was jedoch nicht bedeutet, dass das Spiel dadurch plötzlich langsamer wird. Stattdessen fühlen sich die dicken Monster mehr wie eine Erweiterung eures Charakters an. Allerdings mit dem Unterschied, dass ihr nun die anderen Soldaten wie Ameisen zertreten könnt. Innovativ, spaßig und leider zumindest auf dem PC nicht mehr mit ganz so gut gefüllten Servern!

07. Bestes Rennspiel des Jahres 2014

Es fällt schwer zu sagen welches Genre dieses Jahr ausgetrockneter war. Die Plattformer oder die Rennspiele. In beiden Genres war 2014 extrem tote Hose mit sehr wenigen hochwertigen Veröffentlichungen sowohl im AAA- als auch Indiebereich. Wenn nicht Ubisoft Anfang Dezember noch einen gewissen Titel auf den Markt geworfen und dieser sich nicht als tatsächlich gut herausgestellt hätte, würde die Liste definitiv wesentlich mehr Fragen aufwerfen. So stand in der Not beispielsweise lange Zeit Trials Frontier drauf. Ihr wisst schon, dieser Smartphone-Ableger. Da ist im Vergleich sogar SSX mehr Rennspiel. Glücklicherweise sieht die Liste der Nominierten nun so aus:

  • GRID: Autosport (Herstellerbild)

    GRID: Autosport (Herstellerbild)

    GRID: Autosport (PC, PS3, X360) – Ich könnte an dieser Stelle die Frustration des Webmasters mit diesem Titel wiedergeben. Doch das wäre nicht fair. Auch wenn wir wissen, dass es Codemasters NOCH besser kann: GRID: Autosport gehört trotzdem mit zu den besten Rennspielen auf dem Markt. Nur deshalb fallen die vielen Kleinigkeiten so negativ auf, die dann doch nicht passen (das halbherzige Cockpit zum Beispiel). Viele Stunden Spielspaß mit einem gelungenen Fahrgefühl über mehrere Fahrzeugklassen hinweg erwarten euch trotzdem. Und das ist bekanntlich dass, was zählt!

  • The Crew (PC, PS4, X360, XONE) – Need for Speed Underground vermischt mit Test Drive Unlimited (Eden Games) von den Rennspielexperten bei Ivory Tower (gegründet von ehemaligen Eden Games-Mitarbeitern) unter Mithilfe von Ubisoft Reflections (Driver). Damit wisst ihr im Prinzip schon alles, was es zum Titel zu sagen gibt. Er ist technisch nicht auf der Höhe der Zeit, der Onlinemodus hat seine Macken und in der riesigen Spielwelt wiederholt sich die eine oder andere der zahlreichen Aufgabe – wie eben damals in den Test Drive Unlimited-Spielen. Und doch schaffen es die Franzosen erneut euch das Gefühl zu vermitteln tatsächlich einfach nur in einem Auto zu sitzen und durch die Gegend zu cruisen. Nur den Knopf zum Fenster runterlassen, den haben sie auch dieses Mal wieder vergessen!
  • Trials Fusion (PC, PS4, X360, XONE) – Zugegeben: Mit einem klassischen Rennspiel hat die Trials-Reihe wahrscheinlich nicht allzuviel zu tun. Aber immerhin steuert ihr hier wenigstens ein Motorrad (oder ein Quad) über die völlig abstrusen und sehr hübschen 2.5D-Strecken mit dem Vorhaben möglichst schnell und mit möglichst wenig Fehler zum Ziel zu kommen. Zwar ist der Webmaster eindeutig zu blöd für die höheren Schwierigkeitsgrade (beziehungsweise die Entwickler zu sadistisch), aber bis dahin füttert auch der neuste Teil der Serie gekonnt den “Jetzt erst recht”-Teil seines Gehirns dank des bekannten aber erweiterten Spielprinzips. Zusätzlich zu Höchstleistungen motiviert hat ihn zudem der unkomplizierte Onlinemodus, der ihm ständig die Erfolge der Anderen (=Rondrer) unter die Nase reibt.

08. Bestes Rollenspiel des Jahres 2014

2014 war ganz klar das Jahr der Rollenspiele. Das Genre ist nicht nur dank unzähliger Kickstartererfolge wieder voll im Trend. Entsprechend groß und schwer war die Auswahl für den Webmaster trotz so einiger Verschiebungen nach 2015. Die folgenden drei Titel dürfen sich somit glücklich schätzen, dass sie gegen so viel Konkurrenz bestehen konnten und zumindest Nominiert wurden:

  • Divinity: Original Sin (Herstellerbild)

    Divinity: Original Sin (Herstellerbild)

    Divinity: Original Sin (PC, Mac, Linux) – Der Webmaster ist bekanntlich ein absoluter Larian Studios-Fanboy. Die Belgier könnten wahrscheinlich eine Packung voller Sand für 60 Euro ins Regal stellen und er würde sie trotzdem kaufen. Doch bei ihrem neusten Werk hat er ausnahmsweise mal recht: Das Party-Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen ist gleichzeitig extrem Oldschool (mit allen Stärken und Schwächen, die damit verbunden sind) als auch sehr modern. Neben einem starken Koop-Fokus (inklusive einem innovativen Dialogsystems) erwarten neugierige Spiele viele Neuerungen nicht nur in technischer, sondern auch spielerischer Hinsicht (Stichwort “Die 4 Elemente”). Die 80+ Spielstunden, die es ungefähr dauert bis ihr die Ursache für das Böse in Rivellon auf den Grund geht und es (selbstverständlich) ausschaltet, vergehen dabei wie im Fluge.

  • Dragon Age: Inquisition (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Nach unserem Ausflug in die Stadt der Ketten in Dragon Age II, kehren wir im dritten Teil der Serie endlich wieder zurück zum Wichtigsten im Heldenleben: Die Welt retten. Ohne echten Savegameimport zwar aber dennoch mit einer eindeutigen Rückbesinnung auf die Stärken des ersten Teils (wieder mehr klassisches Rollenspiel) kombiniert mit einem gutem Stück The Elder Scrolls V: Skryim (riesige, offene Welt) und, für die Konsolenspieler unter uns, etwas mehr Action. Das Ergebnis sieht nicht nur dank der Frostbite-Engine richtig gut aus, sondern zieht vor allem Veteranen der Serie sofort wieder in seinen Bann. Schließlich will auch der Webmaster wissen, wie der Kampf der Einwohner von Thedas gegen die bösen Dämonen weitergeht.
  • Might & Magic X: Legacy (PC, Mac) – Während Divinity: Original Sin das Untergenre der isometrischen, rundenbasierten Party-Rollenspiele wiederbelebte, widmeten sich die Deutschen bei Limbic Entertainment den rundenbasierten Party-Rollenspielen aus der Ego-Sicht (siehe Lands of Lore: The Throne of Chaos) und machten eine der erfolgreichsten Rollenspielserien der 90iger Jahre fit für die Neuzeit. Wenngleich spielerisch gar nicht so viel Neues dabei ist und stattdessen auf Altbewährtes gesetzt wird. Auf der Halbinsel Agyn erwarten euch entsprechend viele Gefahren, die es zu bewältigen und zahlreiche Dungeons, die es mit eurer Vierer-Gruppe Kachel für Kachel zu erkunden gilt. Wer hat da Legends of Grimrock gerufen?! Aber der Vergleich passt ein Stück weit natürlich, wenngleich der Indie-Überraschungshit wesentlich stärker auf Rätsel/Fallen setzt. Bei Might & Magic X: Legacy bekommt ihr hingegen das klassische Rollenspiel-Gesamtpaket.

Der Webmaster: Sind Sie noch bei uns? Oder schon eingeschlafen? Hoffentlich nicht. Das Beste steht uns schließlich noch bevor! Aber natürlich sind wie hier Beim Christoph nicht herzlos und gönnen Ihnen nun eine kurze Toilettenpause. Bitte? Raucherpause? Pfff. Wir haben hier kein Mitleid mit Rauchern! Doch bevor wir zur kurzen Werbeunterbrechung kommen, natürlich noch die diesjährige Gewinnspielfrage:

Wo befinden Sie sich gerade?

  • Im Wohnzimmer
  • Beim Christoph
  • Auf dem Mars

Die Auflösung gibt es wie gewohnt nach der Werbung!

Werbung Anfang

< Ein stereotypischer, bayerischer Mitbürger kommt in Lederhosen auf den Bildschirm gelaufen. Rechts oben prankt das Logo der CSU. >

Hackl Schorsch: Nur bei uns Bayän wern Vidospielä ernst genumme! Seid dreissich Joarn awaide mer droh die Dreckskillerspiele zu verbiede un mer wen so lang ned uffhern bis mer nemmer gewähld wedde!
Wollt isch nur mo gesoacht habbe!

< Das Bild wird weiß und ein Schriftzug erscheint >

Diese Werbung wurde finanziert von der Christlich-Sozialen Union in Bayern

Werbung Ende

Der Webmaster: Willkommen zurück! Die Halbzeit ist vorüber, los geht es zum Endspurt der Nominierungen für die Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards 2014! Zuvor allerdings noch die Auflösung des Gewinnspiels: Die richtige Antwort war selbstverständlich “Beim Christoph” und gewonnen hat:

*unaussprechliches Wort* aus dem Daan-Krater auf dem Mars!

Herzlichen Glückwunsch auf den roten Planeten! Ihr Preis, ein Kecks (sic!), ist unterwegs und wird in 6-12 Monaten bei Ihnen ankommen. Viel Spaß damit! Nun zurück zu unserer Knuddelgöttin Kessy:

09. Bester Shooter des Jahres 2014

Stand 2013 das Shooter-Genre unter dem Stichwort “Oldschool”, war 2014 ganz klar das Jahr der Evolution im Rahmen von heiß erwarteten Fortsetzungen. Nur wenige echte neue IPs erblickten das Licht der Händlerregale. Doch die meisten Nachfolger stellten sich tatsächlich als überraschend gut heraus. Von daher war dieser Entwicklung nichts entgegenzusetzen, wie auch die Auswahl des Webmasters mehr als eindeutig zeigt:

  • FarCry 4 (Herstellerbild)

    FarCry 4 (Herstellerbild)

    FarCry 4 (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Ich als Vertreterin der Felidae bin jetzt nicht unbedingt Fan dieser Ego-Shooter-Serie. Daran ändert auch der neuste Teil nichts, der euch erneut zwingt Katzen zu töten (Pumas, um genau zu sein). Entsprechend finde ich es gar nicht gut, dass der Webmaster diesen Ausflug ins Himalaya-Gebirge für einen NOCA nominiert. Ist mir egal wie viel Spaß es wieder macht durch die offene Welt zu düsen, Stützpunkte einzunehmen, Tiere zu jagen und einen charismatischen Bösewicht auszuschalten. Da mögen die Neurungen wie der kleine Helikopter oder der Greifhaken noch so cool sein und sich noch so gut in das aus dem Vorgänger bekannte Spielprinzip einfügen: So was darf man einfach nicht unterstützten! Zumal es dank der feschen Grafik auch noch so unglaublich realistisch aussieht, wenn ihr der armen Katze einen Pfeil in die Stirn bohrt. Ekelhaft! Warum ruft keiner den deutschen Tierschutzbund?!

  • Sniper Elite 3 – Afrika (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – In Afrika ist die Hölle los und ihr seid als Karl Fairburne mittendrin. Nun, das stimmt nicht ganz. Fairburne ist ein Scharfschütze und hält sich dann doch etwas abseits in den wenigen Schattenplätzen auf, um in Ruhe sein Ziel zu suchen, zu finden und ungesehen den brutalen Kopfschuss zu setzen (X-Ray-Ansicht sei Dank seid ihr wieder Live dabei). Die größte Neuerung im Vergleich zum Vorgänger ist jedoch, dass euch Gegner noch besser hören. Den ersten Schuss könnt ihr noch gefahrlos durch die Stille jagen. Doch dann beginnt die Jagd und es heißt den Ort wechseln. Oder ihr stimmt euer Abdrücken mit dem Donnern der Flak oder ähnlich lauten Geräuschquellen ab, um weiterhin unentdeckt zu bleiben. Das bringt noch mehr Taktik und Spannung in das Scharfschützenleben.
  • Wolfenstein: The New Order (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Captain William “B.J. ” Blazkowicz ist zurück, um ein paar Naz…äh, um dem Regime in den Arsch zu treten. Das hat in der Zwischenzeit trotz B.J.s Erfolge den Krieg gewonnen und wir befinden uns im Jahr 1960 eines alternativen Universums inklusive Roboterhunden und riesigen Mechs. Was folgt ist ein beinhartes Actionfeuerwerk mit einem gelungenen und äußerst spaßigen Mix aus Oldschool-Mechaniken (Lebensenergie suchen, zwei Waffen gleichzeitig und eine hohe Spielgeschwindigkeit) und modernen Genrestandards (bombastische Scriptsequenzen, viele Schleicheinlagen und eine “richtige” Hintergrundgeschichte). Da ist es tatsächlich ein wenig schade, dass die Entwickler zugunsten der 10-15 Stunden andauernden Einzelspielerkampagne auf einen Mehrspielermodus verzichtet haben.

10. Bestes Strategiespiel des Jahres 2014

Mit den Strategiespielen tut sich der Webmaster traditionell äußerst schwer. Er ist einfach zu blöd für logisches Denken. Vor allem, wenn er unter Zeitdruck arbeiten muss, wie es in klassischen Echtzeitstrategiespielen wie der Command & Conquer-Serie der Fall ist. Da kommt es ihm ganz recht, dass neben den Rollenspielen auch die gemächlichere Rundenstrategie/-taktik vor allem dank Crowdfunding eine Renaissance erlebt. So konnte er sich ganz in Ruhe mit den folgenden Werken auseinandersetzen:

  • Age of Wonders III (Herstellerbild)

    Age of Wonders III (Herstellerbild)

    Age of Wonders III (PC) – Auf den ersten Blick erwartet euch ein Heroes of Might & Magic-Konkurrent. Doch tatsächlich sitzt der niederländische 4X-Titel irgendwo zwischen dieser Art von Rundentaktik und der Globalstrategie eines Civilization V. Städte- und Armeemanagement, Forschung und Ressourcensammeln stehen genauso im Fokus wie die taktisch anspruchsvollen und rundenbasierten Hexfeld-Schlachten auf einem separaten Bildschirm. Und dann mischen die Entwickler dieses Mal sogar noch eine gute Packung Rollenspiel mit dazu in Form vieler Individualisierungsoptionen für euren Anführer. Da macht der Eroberungsfeldzug über die schicken gestalteten Karten gleich doppelt so viel Spaß. Bitte? Es geht auch friedlich? Diplomatie und so? Pah! Die Elfen des Webmasters sind keine Kuschelbande!

  • Blackguards: Das Schwarze Auge (PC, Mac) – Wenn man an das Pen & Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge denkt, dann erscheint vor dem geistigen Auge (logischerweise) erst einmal an ein klassisches Rollenspiel. Doch viele vergessen, dass auch dort die Kämpfe rundenbasiert ablaufen, Entfernungen eine große Rolle spielen und das Hexfeld schon immer ein wichtiger Bestandteil von Tabletop-Werken ist. Entsprechend verwundert es nicht, dass mit Daedalic nun endlich jemand auf die Idee gekommen ist euch eine Gruppe von Abenteurern an die Hand zu geben und sie in eine Reihe von Hexfeld-Rundentaktik-Gefechten ohne viel Drumherum zu schicken – natürlich basierend auf den aktuellsten Regeln der Vorlage und eingebettet in eine spannende Geschichte. Da verwischen die Grenzen zwischen Rollenspiel und Rundenstrategie und erschaffen eine ganze Menge Spielspaß.
  • Tropico 5 (PC, Mac, Linux, X360, PS4) – Der Diktator ist zurück! Und dieses Mal hat er seine gesamte Familie im Gepäck, um die tropische Insel irgendwo in der Karibik nicht nur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu regieren, sondern von der Kolonialzeit bis in die Moderne. Klingt erst einmal nach einem brutalem Regime und wir reden natürlich auch von einem Diktator, doch wie gewohnt geht es in den Tropen etwas lässiger zu. Eine Zivilisation aus dem Nichts zu einer Weltmacht aufzubauen passiert schließlich nicht über Nacht und dauert vor allem in einem Aufbauspiel einige Zeit. Dazu stehen euch nicht nur noch mehr Möglichkeiten (unter anderem zusätzliche Ressourcen inklusive der entsprechenden weiter verarbeitenden Betriebe) zur Verfügung. Es erwarten euch auch logischerweise ganz neue Herausforderungen. Ihr wisst schon: Die üblichen Probleme mit den Verwandten.

11. Bester Spielesoundtrack (Original) des Jahres 2014

Ein paar Tausend Euro für ein paar “hippe” Lieder ausgeben kann jeder. Aber das Geld einem Komponisten zu geben, der explizit für das jeweilige Spiel nicht nur einen unterstützenden, sondern gleichzeitig auch einen außerhalb des Spiels gut hörbaren und einzigartigen Score zu schaffen – das ist definitiv eine große Herausforderung. Es gilt die Mitte aus “Hintergrundgedudel” und störendem “Actiongehämmer” zu finden. In diesem Jahr haben den Webmaster in dieser Hinsicht die folgenden Werke überzeugt:

  • Ryse: Son of Rome (Herstellerbild)

    Child of Light (Cœur de Pirate) – Die kanadische Komponistin ist Fan des Klaviers. Genauer gesagt eines gemächlicheren, ja fast traurig klingenden Klaviers. Das kommt auch in Werk zu Ubisofts zum Vorschein. Umso überraschender sind die wenigen, temporeichen Titeln, in denen eher klassische Orchestermittel zum Einsatz kommen und Geigen und Trompeten sowohl für Dramatik und Geschwindigkeit als auch etwas Abwechlsung sorgen. Definitiv ein Album, bei dem ihr euch einfach mal zurücklehnen und die Augen schließen könnt.

  • Ryse: Son of Rome (Dynamedion) – Es dürfte nicht überraschen, dass bei einem Werk aus deutschen Landen wieder einmal die Jungs aus Mainz ihre Finger im Spiel haben. Aber warum auch nicht? Selbst ihre schlechtesten Kompositionen (=Standardkram) sind immer noch besser als vieles, was sonst so auf den Markt geschmissen wird. Was nicht bedeutet, dass Ryse: Son of Rome schlecht wäre. Tatsächlich lassen Tilman Sillescu und seine Jungs es wieder einmal ordentlich krachen (viele Trommeln, laute Trompeten und schnelle Geigen) und verpassen dem Actiontitel nicht nur den epischen, orchestralen Soundtrack, den er verdient hat, sondern den man so auch bei einem Sandalenstreifen auf der Kinoleinwand oder im Fernsehen erwarten würde.
  • Titanfall (Stephen Barton) – Im Spiel geht es nicht zimperlich zu. Wir reden hier schließlich von Zusammenstößen von zwei Armeen, bewaffnet mit riesigen Mechs auf entfernten Planeten in der nahen Zukunft. Das ist kein Kindergeburtstag. Der englische Komponist versucht euch zwar anfangs auf die falsche Fährte zu führen, doch auch er kann die Dramatik nicht ewig zurückhalten und nimmt stattdessen langsam aber sicher mächtig Fahrt auf ohne die Absicht zu haben bis zum Ende des Albums das Tempo wieder wegzunehmen. Stattdessen erwartet euch ein harter Mix aus klassischem Orchester und, wie es sich für SciFi gehört, elektronischen Klängen, der das Adrenalin nur so durch euren Körper pumpt.

12. Visuell ungewöhnlichstes Spiel des Jahres 2014

Wir leben in einer Zeit wo Grafik prinzipiell keine große Rolle mehr spielt. Ja, natürlich versuchen trotzdem immer noch sehr viele Entwickler noch mehr Shadereffekte und noch mehr Realismus aus ihren Engines zu kitzeln und die lautstärksten Spieler fahren weiterhin extrem darauf ab. Gleichzeitig sind wir aber auf einem Niveau angekommen, wo es definitiv wesentlich einfacher und auch wesentlich wichtiger ist seinen eigenen Stil zu finden und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen als noch mehr Polygone für eine Nase auszugeben. So wie es diese drei machen:

  • FRACT OSC (Herstellerbild)

    FRACT OSC (Herstellerbild)

    Child of Light (PC, PS3, PS4, PSV, X360, XONE, WiiU) – Wir wussten es bisher nicht aber mittlerweile sind wir uns sicher, dass wir schon immer mal ein interaktives Aquarell erfahren wollten. Und Child of Light macht dies möglich. Während Shelter im vergangenen Jahr vor allem durch seine Abstraktheit beeindruckte, geht Ubisoft genau den umgekehrten Weg und zaubert mit dem digitalen Pinsel sehr detaillierte und schön anzusehende Bilder auf den Bildschirm, die trotz all der Gefahren zum Innehalten und Bewundern einladen. Gleichzeitig schaffen es die Entwickler gekonnt den Spagat zwischen blendend Farbenfroh und bedrückend Trist zu gehen, um dem Kontinent Lemuria ganz ohne Worte Leben einzuhauchen und zu einem eigenständigen Charakter zu machen. Der übliche “nur für Kinder”-Stil ist hier nicht zu finden.

  • FRACT OSC (PC, Mac) – TRON wird garantiert das erste sein, was euch beim Anblick dieses Titels in den Kopf schießt. Doch das stimmt nur im ersten Augenblick. Bei genauerem Hinsehen stellt sich schnell heraus, dass die neonfarbene Welt aus wesentlich mehr besteht als nur abstrakten Strukturen in den Farben hellblau, weiß und schwarz. Schon alleine deshalb, weil hier ganz klar Grün und Magenta das Bild dominieren. Jeder Abschnitt hat jede doch seine ganz eigene Identität und unterscheidet sich deutlich vom vorherigen. Somit ist nicht nur das Spielprinzip ungewöhnlich, es handelt sich um einen musikalischen Erkundungstitel (Musik spielt bei den Rätseln eine große Rolle), auch die Spielwelt ist fremdartig, ungewohnt und doch auf ihre Art und Weise äußerst interessant und einladend.
  • Jazzpunk (PC, Mac, Linux) – Es ist beeindruckend wie eine Spielwelt so detailliert und doch so abstrakt und unnahbar wirken kann und schon allein dadurch die richtige Stimmung erzeugt wird. Auf der einen Seite sind Zivilisten als anonyme schwarze Blöcke dargestellt während die Hauptcharaktere keine Gesichter besitzen. Ihre Klamotten und ihre Accessoires sind es stattdesen, die sie in dieser Cartoon-Welt zu einem dreidimensionalen Leben erwecken. Auf der anderen Seite wirken die Umgebungen sehr lebendig nicht nur weil viel Betrieb ist, sondern weil Jalousien halb kaputt vom Fenster herunterhängen, in den Platten im Gehsteig Abnutzungserscheinungen sichtbar sind und sogar einzelne Zeitungsseiten verstreut herumliegen. Diese Details verstärken die Absurdität des sowieso schon an sich äußerst surrealen Adventures rund um einen Spion im Kalten Krieg (allerdings in einer alternativen Zeitlinie).

13. Enttäuschung des Jahres 2014

Obwohl der Webmaster seinen Spielekonsum eingeschränkt hat, ist er weiterhin nicht davor gefeit auch mal daneben zu greifen. Ihr wisst schon, das Spiel, was im Vorfeld so super aussah und genial klang, sich am Ende aber bei dem es dann doch nicht so richtig Klick macht. Und damit sind nicht unbedingt die echten Rohrkrepierer gemeint. Wesentlich schmerzlicher ist es, wenn die Ansätze für ein super Spiel da sind, aber die Entwickler es einfach nicht geschafft haben ein anständiges Paket zu schnüren. Die unrühmlichen Nominierten sind:

  • Dark Souls II (Herstellerbild)

    Dark Souls II (Herstellerbild)

    Dark Souls II (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Angesichts der Tatsache, dass der Webmaster jetzt nicht unbedingt der beste Freund des Vorgängers ist, verwundert diese Wahl sicherlich. Doch wie so viele hatte sich der Webmaster durchaus Hoffnungen gemacht, dass die Entwickler aus den vorhandenen Fehlern (ja, ihr dämlichen Fanboys!) lernen und dank reichlich Evolution ein echtes Meisterwerk abliefern würden. Das Ergebnis enttäuschte jedoch sowohl viele beinharte Fans als auch Neueinsteiger. Recycling und Verschlimmbesserungen erzeugen ein Gefühl von “Sie wussten nicht so recht, was sie tun“ und helfen nicht gerade das sowieso schon grundlegend fragwürdige Spielprinzip noch spaßiger werden zu lassen. Nein, der Satz “Der DLC ist besser als das ganze Spiel!” ist nicht unbedingt als Lob zu verstehen!

  • Thief (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Die Entwicklung des vierten Teils der erfolgreichen Schleicher-Serie zu beobachten war äußerst interessant, da voller Wiedersprüche und noch mehr Schweigen. Das hat sicherlich hier und da schon die Alarmglocken klingeln lassen. Doch nachdem Eidos Montreal mit Deus Ex: Human Revolution bereits einer anderen geliebten Spielereihe ein erfolgreiches Comeback beschert hatte, blieb ein Funken Hoffnung – der nicht erfüllt wurde. Veteranen erwartete ein äußerst lineares Geschleiche verpackt in eine nur so von Klischees strotzenden Geschichte voller zweidimensionaler Charaktere ohne jedweden Tiefgang und Herausforderung. Und Neueinsteiger fragen sich, warum die Vorgänger angesichts dieses durchschnittlichen Werks so gefeiert werden.
  • Transformers: The Dark Spark (PC, PS3, PS4, X360, XONE, 3DS, WiiU) – Nachdem den überraschend guten Vorgängern bestand durchaus die Hoffnung, dass die Trilogie rund um den Kampf auf Cybertron auch tatsächlich einen würdigen Abschluss finden würde. Doch ein Entwicklerwechsel und ein Veröffentlichungsdatum um den vierten Film herum später, sind vom alten Glanz nur noch Bruchstücke über, die hier und da beim Spielen hervorscheinen und schmerzlich daran erinnern, dass man sein Mittagessen auch mit Rezept ungenießbar machen kann. Was bleibt ist ein nur wenig gelungener Ausschuss, den man nach einigen Bissen angeekelt ins Klo schüttet und runterspült.

14. Überraschung des Jahres 2014

Schon 2013 war der Webmaster überrascht davon wie viele Spiele entweder aus dem Nichts kamen oder sich als überraschend spaßig entpuppten. Dieser Trend setzte sich dieses Jahr eindeutig fort und zwar auch oder gerade im Bereich der AAA-Titel, zu denen man am Releasetag mittlerweile sowieso gefühlt schon alles gesehen hat und somit meint genau zu wissen, was einen erwartet. Die diesjährigen Überraschungskandidaten sind:

  • Goat Simulator (Herstellerbild)

    Goat Simulator (Herstellerbild)

    Goat Simulator (PC, Mac, Linux) – Eigentlich hätten sich die Entwickler denken können, dass ihre absurde Techdemo hohe Wellen schlagen würde. Das Internet ist schließlich sehr empfänglich für Blödsinn, vor allem wenn er aus dem Nichts auf sie zukommt. Vielleicht war das sogar der Plan, wenn man so manchem Verschwörungstheoretiker glauben möchte. Doch egal warum, weshalb und wieso am 1. April dieses abstruse Werk letztendlich seinen Weg auf Steam fand: Die Abenteuer einer physikalisch überhaupt nicht korrekt simulierten Ziege wurden über Nacht zu einem vollen Erfolg dessen Humor man entweder mag oder eben nicht. Ein Mittelweg scheint nicht zu existieren. Und die vielen kostenlosen Erweiterungen haben den Kultstatus des Spiels nur noch weiter verstärkt.

  • Mittelerde: Mordors Schatten (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Videospiele auf Basis der Tolkin-Lizenz waren in den letzten Jahren trotz des Erfolgs der Filme eher rar gesät und wenn doch mal eines kam, dann eher von mittelmäßiger Qualität. Entsprechend groß war auch die Skepsis im Vorfeld dieses Titels aus dem Hause Monolith Productions (F.E.A.R.). Speziell das Nemesis-System klang wieder einmal zu gut, um wahr zu sein. Doch das Ergebnis konnte überraschenderweise am Ende tatsächlich fast vollständig überzeugen und bot eine hohe spielerische wie technische Qualität, die auch oder gerade abseits der Geschichte sehr viel Laune bereitete.
  • Wolfenstein: The New Order (PC, PS3, PS4, X360, XONE) – Der letzte Ableger der Serie, Wolfenstein (2009), konnte nicht so wirklich überzeugen. Und dann beauftragte Publisher Bethesda auch noch mit MachineGames ein völlig neues Studio (ehemalige Leute von Starbreeze Studios) mit der Wiederauferstehung der Kultserie. Das konnte nur phänomenal in die Hose gehen – zumindest dachten Fans das im Vorfeld. Was jedoch am Veröffentlichungstag im Laden stand war ein überraschend gelungenes Spielerlebnis, welches gekonnt Oldschool-Spielelemente wie ein hohes Spieltempo voller Action mitsamt einer absurden Auswahl an Waffen mit modernen Genre-Elementen vermischte und einfach Spaß machte.

15. Spiel des Jahres 2014

Sind wir also endlich bei der letzten und wohl wichtigsten Kategorie angekommen. Wer wird in diesem Jahr den ultimativen Sieg davontragen? Ist es der Landwirtschafts-Simulator 15? Oder doch eher Call of Duty: Advanced Warfare? Nun, so viel ist sicher: Keiner von beiden. Wäre ja noch schöner. Nein, das Spiel des Jahres wurde bereits in den ersten 10 (Genre-)Kategorien erwähnt und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit (so ungefähr 100%) auch den Sieg in der jeweiligen Kategorie davontragen.

Aber wie kommt der Webmaster eigentlich auf sein Spiel des Jahres? Ganz einfach: Entscheidend bei der Auswahl ist schlicht und ergreifend wie viel Spaß er mit dem jeweiligen Titel hatte – und zwar unabhängig von der tatsächlichen Spiellänge. Egal ob er am Ende 200 oder 6 Stunden mit dem Spiel verbrachte: Es spielt keine große Rolle und damit hat prinzipiell jedes Werk die Chance auf den ultimativen und garantiert überhaupt nicht realen Pokal. Doch wen er ganz oben auf das Treppchen gestellt hat, das erfahren Sie wie gewohnt nicht heute, sondern erst am Donnerstag. Wir wollen ja die Spannung hoch halten. Einen kleinen Tipp kann ich Ihnen aber schon einmal geben: So schwer wie in diesem Jahr hatte es der Webmaster seit der Entstehung der Bagdadsoftware NOCAs noch nicht gehabt den ersten Platz zu finden! Die Plätze 2 und 3 trennte nur sehr, sehr wenig vom Sieg.

Doch auch die erfahren Sie erst im nächsten Eintrag und zwar auch dieses Jahr wieder in Videoform. Sie hatten ja nun wahrlich genug zu lesen heute. Wie wär es deshalb, wenn Sie zur Erholung ein wenig runter in die Kommentare springen? Wie denken Sie, wird die Gewinnerliste des Webmasters aussehen? Welche Nominierung können Sie überhaupt nicht nachvollziehen? Was hat Sie überrascht? Diskutieren Sie mit und überlegen Sie sich in der Zwischenzeit auch schon einmal Ihre Gewinner des Spielejahrs 2014. Dann können Sie Ihre Liste am 1. Weihnachtsfeiertag direkt beifügen.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende der heutigen Veranstaltung angekommen. Wir lesen uns dann vermutlich um meinen 13. Geburtstag herum wieder, also im Juli 2015. Bis dahin zurück in die Nervenheilanstalt…äh die Sendezentrale.

Der Webmaster: Danke Kessy. Wie immer ein Genuss mit dir Zusammenzuarbeiten. Du bist immer so erfreut und dankbar diese Arbeit übernehmen zu dürfen. Da könnten sich andere ein Beispiel dran nehmen…nicht. Und jetzt geh’ wieder die Chefin ärgern!

Ähm, wo waren wir? Ach genau: Ja, Kessy hat natürlich recht. Dieser Mo-moo-moonster-Eintrag ist tatsächlich schon wieder fertig. Aber nicht traurig sein: In 364 Tagen kommt bestimmt der nächste. Also vielleicht. Unter Umständen. Keine Ahnung. Schalten Sie einfach ein und sehen Sie selbst, ob es wieder einmal Zeit ist für mich Sie mit langweiligen Geblubber zu belästigen!

Bis dahin: Viel Spaß beim Ignorieren meiner Spieleempfehlungen!

< Die Credits laufen an. Während der Webmaster obszöne Gesten in die Kamera macht, läuft in der Ecke ein Trailer im Briefmarkenformat. >

Stimme aus dem Off: Weibliche Charaktere sind uns zu aufwendig. Nicht-humanoide Aliens sowieso. Und Männliche wollen Sie offensichtlich auch nicht haben. Was bleibt also noch übrig?!

< Explosionen dröhnen aus den Boxen und die Musik nimmt an Tempo auf. >

Weihnachten 2015

Assassin’s Creed: Lineman - Der Kampf gegen die Templar erreicht eine neue Dimension.

FarCry 5: Low Poly – So undetailliert, dass Sie gar nicht merken ob Ihr Charakter nun schwarz, weiß, männlich oder weiblich ist.

WATCH_DOGS: Datapaket – Sehen SieChicago aus einer ganz neuen Perspektive!

Rayman Blop – Fliegende Hände und Füße waren nur der Anfang!

Ubisoft Entertainment – It‘s probably not in the Game!

< Die Credits sind vorüber und der Sender schaltet zu “24 Stunden Mord und Totschlag” um >

Hab’ ich schon erwähnt, dass wir beim Christoph nächste Woche wieder die Sau rauslassen (geschlachtet wird aber erst Mitte Januar)? Mehrfach? Sehr gut! Muss schließlich sicherstellen, dass ihr nicht vor lauter Weihnachtsstress vergesst hier vorbeizuschauen. Zumal ihr wieder ein bisschen Zeit mitbringen müsst, um den derzeit drittlängsten Eintrag in der Geschichte der Seite zu lesen (knapp 8.900 Wörter!). Zur Erinnerung: Am Montag gibt es Teil 1 der Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards 2014 mit den Nominierten in den 14 Kategorien. Am Mittwochabend folgt dann um 20 Uhr der traditionelle Weihnachtsgruß und vier Stunden später erfahrt ihr auch schon die 15 Gewinner der Bagadadsoftware NOCAs. Bereitet euch also schon einmal vor!

Das Vergnügen nach der Arbeit

Kingdom Hearts HD 2.5 Remix (Herstellerbild)

Kingdom Hearts HD 2.5 Remix (Herstellerbild)

Ich hab‘ hingegen meine Arbeit schon so weit erledigt und beschäftige aktuell hauptsächlich die PlayStation 3. Die kam dieses Jahr im Vergleich zum PC und zur Xbox 360 definitiv etwas kurz und ringt nach meiner Aufmerksamkeit. Da kam es ganz passend, dass als so ziemlich der letzte relevante Release in diesem Jahr Anfang Dezember Kingdom Hearts HD II.5 ReMIX veröffentlicht wurde. Die dicke Collector’s Edition mit dem genialen Plüsch-Heartless habe ich zwar leider nicht mehr bekommen aber gut. Mangels umfangreicher Vorbestellliste verpasse ich nun halt hin und wieder ein paar Sachen.

Und wie es sich gehört, habe ich noch keine Sekunde davon gespielt. Stattdessen dreht wieder die Kingdom Hearts HD I.5 ReMIX-Bluray seine Runden im Laufwerk, da ich noch nicht alle drei enthaltenen Titel (Kingdom Hearts: Final Mix und Kingdom Hearts Re:Chain of Memories sowie Kingdom Hearts: 385/2 Days als Film) durch habe. Aber ich nähere mich dem Ende.

ARGH!

Neben Kingdom Hearts HD I.5 ReMIX arbeite ich aber auch ein weniger weiter an den “Klassikern”, um wieder Futter für einen Late to the PS3-Part-Spieleeintrag zu bekommen (und natürlich die Historie erlebt zu haben). Dabei musste ich mal wieder ganz klar feststellen, dass der Sixaxis-Controller Sonys größter Fehler bei der PlayStation 3 war. Also nicht nur, weil der Controller an sich wohl ziemlich Müll war, weshalb er ein Jahr später durch den DualShock 3 ersetzt wurde, sondern wegen diesem VERDAMMTEN Motion-Control-Scheißdreck. Der Hauptgrund aus meiner Sicht, warum viele Launchtitel beziehungsweise Spiele der ersten Generation auf der PlayStation 3 so extremer Mist sind, war der Zwang für die Entwickler unter allen Umständen diese scheiß Sixaxis-Steuerung einbauen zu müssen.

LAIR (Herstellerbild)

LAIR (Herstellerbild)

Bestes Beispiel dafür ist logischerweise LAIR. Ihr wisst schon, das Spiel von Factor 5, dass der geistige Nachfolger zu den Star Wars Rogue Squadron werden sollte und auch das Potential dazu hatte. Statt in einer fernen Galaxie einen X-Wing zu fliegen, ward ihr im Mittelalter auf einem Drachen unterwegs. Theoretisch die zweitgenialste Spielidee auf Erden (die erste ist eine anständige Umsetzung von Pacific Rim) und 2007 mit einer wahnsinnig geilen Grafik und einem fantastischen Soundtrack ausgestattet. Leider ist es selbst nach den Patches, die versucht haben eine “normale” Steuerung einzubauen, vollkommen unspielbar dank des völlig unbrauchbaren Herumfuchtelns mit dem Controller.

ARGH!, die Zweite

Nun wollte ich mich mit Heavenly Sword beschäftigen bevor ich großartig in die God of War-Reihe einsteige. Quasi so als kleiner Aperitif und Ausgleich zum muskelstrotzenden Kratos mit der (leider mal wieder leicht bekleideten) jungen Nariko und ihrem langen, wogenden roten Haar (aus heutiger Sicht natürlich Grafisch ein Witz im Vergleich zu dem, was Tomb Raider beispielsweise bietet) ein wenig (wohl so 7-9 Stunden) auf den Putz hauen. Wurde auch im Gegensatz zu LAIR damals halbwegs gut bewertet (75-85%). Neben der Grafik wurde vor allem der Soundtrack von Nitin Sawhney und das Kampfsystem gelobt.

Fing auch alles soweit okay an, bis es dann plötzlich hieß: “Der Feind bringt Katapulte in Stellung. Bemann die Kanone und decke unseren Rückzug!” Damit startete die erste “richtige” Sequenz (es gab vorher schon eine, aber da war Sixaxis optional), in der ihr gezwungen werdet ein Projektil mit dem Controller ins Ziel zu manövrieren. Ich bin mal so frech zu behaupten, dass das keiner im ersten Anlauf geschafft hat obwohl ihr mehrere Minuten Zeit für die 12 notwendigen Treffer habt. Ich habe es immerhin schon im zweiten Anlauf geschafft aber natürlich ohne auch nur ansatzweise das Combo-Meter nach oben zu bringen (schaltet zusätzliche Sachen frei).

Lass mal gut sein!

Heavenly Sword (Herstellerbild)

Heavenly Sword (Herstellerbild)

Es war extrem frustrierend die Kanonenkugeln zu steuern. Es ist schon an sich ein Problem nachzuvollziehen, wie sich meine Bewegungen mit dem Controller auswirken. Wenn dann aber wie hier auch noch die Reaktion verzögert erfolgt (soll vermutlich einen realistischeren Flug simulieren), bin ich komplett am Ende und würde am liebsten das Gamepad in die Ecke feuern. Und ich bezweifle stark, dass das die letzte Sequenz dieser Art war. Zumal ihr selbst in den Kämpfen hin und wieder den Controller anheben müsst, um eine Konterattacke zu starten. Werde ich aber höchstwahrscheinlich niemals tun. Mehr dazu aber dann im dazugehörigen Eintrag sobald ich es dann mal durch habe.

ES braucht auf jeden Fall keinen zu wundern, dass ich bis heute (!) noch nicht mit einer Wii gespielt habe (vielleicht beim nächsten Preisnachlass der WiiU dann) und Kinect sowie PlayStation Move nur von gamescom-Terminen kenne. Bleibt mir bloß weg mit diesem Teufelszeug solange es nicht anständig und hundertprozentig funktioniert! Ansätze, wie man es richtig machen könnte, gibt es aber glücklicherweise schon. Die Razer Hydra ist beispielsweise eing großes Stück weiter und geht eindeutig in die richtige Richtung. Die könnte zusammen mit der Oculus Rift (und natürlich entsprechender Spieleunterstützung) mächtig einschlagen. Aber ein Day-One-Kauf wird auch die nicht für mich. Aber schauen wir mal, was 2015 beziehungsweise vermutlich eher 2016 so in der Richtung bringen wird.

Bis Montag!

League of Legends (ESLtv Screencap)

League of Legends (ESLtv Screencap)

Es dürfte mittlerweile klar sein, dass ich absoluter Fan von eSport-Streams bin. Ich finde es super und überhaupt nicht langweilig den Pros dabei zuzuschauen, wie sie ihre Arbeit machen. Ich fiebere feste mit, freue mich über “sick plays” und lerne hier und da tatsächlich auch dazu beziehungsweise versuche bestimmte Sachen bewusst zu beachten/zu machen wenn ich dann mal selbst spiele (mit mehr oder weniger Erfolg, versteht sich). Zwar habe ich in keinem Spiel irgendein Team, wo ich jetzt sage: Das sind meine absoluten Favoriten und ich verfolge jeden Schritt, den sie tun. Aber natürlich gibt es in jedem Match jemanden, den ich dann doch lieber gewinnen sehe (meist das bekanntere Team :smile: ). Derzeit schaue ich League of Legends, Counter-Strike: Global Offensive und selbstverständlich Quake Live. Ab und an auch mal eine Runde StarCraft II aber mit DotA 2 kann ich weiterhin überhaupt nichts anfangen und mit Hearthstone erst recht nicht (Magic the Gathering for life!). Doch um die geht es heute gar nicht.

Meine Aufgabe ist es hingegen wie immer euch meine Interessen aufzuzwingen. Schließlich ist das Internet einzig alleine dazu da, andere von eurer Sichtweise zu überzeugen. Und deshalb gebe ich euch heute einen kleinen Guide zur Einführung in die Welt des professionellen Counter-Strike: Global Offensive-Spielens an die Hand. Als nicht, wie ihr selbst zu einem Profi werdet. Wenn ich das wüsste, würde ich jetzt in Schweden in einem Gamerhaus sitzen und trainieren! Nein, ich will euch nur ein paar Grundlagen geben, damit ihr vielleicht auch mal eine Runde zuschaut, ihr daran Gefallen findet und ihr eurerseits die Szene noch bekannter macht! Ihr dachtet doch nicht ernsthaft, ich würde das aus Nächstenliebe tun, oder?!

Das Spiel

Ich gehe zwar stark davon aus, dass jeder, der diese Zeilen liest schon einmal irgendeine Version von Counter-Strike gespielt hat, aber ganz kurz: Counter-Strike begann 1999 als eine Modifikation für Half-Life. Seit 1999 gab es drei relevante Versionen des Spiels: Counter-Strike 1.6, Counter-Strike: Source und Counter-Strike: Global Offensive. Letztere ist die einzig relevante. Zwar hängen noch ein paar Pros in den Vorgängern fest und es gibt sicherlich auch noch vereinzelt Turniere. Die Masse an Spielern findet sich jedoch im neusten Teil wieder.

Counter-Strike: Global Offensive (Herstellerbild)

Counter-Strike: Global Offensive (Herstellerbild)

In Counter-Strike: Global Offensive traten zwei Teams mit je 5 Leuten in verschiedenen Spielmodi gegeneinander an: Die Terroristen gegen die Counter-Terroristen. Einer dieser Spielmodi und der einzige, der professionell gezockt wird, ist das Bombenlegen. Die Terroristen müssen innerhalb von zwei Minuten an einem von zwei Orten eine Bombe ablegen und diese 30 Sekunden lang verteidigen (dann explodiert sie). Die Aufgabe der Counter-Terroristen ist es logischerweise dies zu verhindern. Nach 15 Runden werden die Seiten gewechselt und wer es zuerst schafft 16 Runden zu gewinnen, der hat gewonnen.

Beiden Seiten steht am Anfang einer Runde eine gewisse Menge an Geld zur Verfügung (abhängig davon, ob die Bombe gelegt wurde, ob sie die Runde gewonnen haben, wie viele Leute jemand getötet hat, was in der vorherigen Runde gekauft wurde und so weiter und so fort), um sich mit Waffen (alles reale Schießprügel) und Ausrüstung (Bombenentschärfungskit, Granaten, Kevlarweste, etc.) auszustatten. Allein schon diese Mechanik bringt ein großes Maß an Strategie rein, da ein wichtiger Schritt zum Sieg ist, die Wirtschaft des gegnerischen Teams zu zerstören und sie zum “Ecoen” zu zwingen. Sprich sie haben so wenig Geld übrig, dass sie sich nicht anständig ausstatten können und ziehen deshalb blank (Standardpistole und maximal 2-3 Granaten), um dann in der nächsten Runde wieder genug Geld zu haben. Das sind dann (normalerweise) relativ einfach zu gewinnende Runden für das andere Team.

Die Karten

In Counter-Strike: Global Offensive stehen euch haufenweise Karten zur Verfügung, auf denen ihr euch austoben könnt. Und zwar auch ohne, dass ihr in den Steam Workshop schaut. Aber zum einen eignen sich nicht wirklich alle, um darauf anständige und ausbalancierte Matches ablaufen zu lassen. Zum anderen kann man jetzt von den Pros auch nicht verlangen 2000 Karten (Übertreibung) zu beherrschen. Deshalb wird in den Ligen und auf den Turnieren aktuell hauptsächlich ein Pool aus den folgenden Karten gebildet:

Die Links führen zu einer Übersicht der Karte, da es sicherlich nicht zuführend wäre, wenn ich sie euch hier mündlich beschreibe. Könntet damit vermutlich sowieso nichts anfangen :smile: .

Turniere und Ligen

Da die eSport-Szene von Counter-Strike: Global Offensive aktuell äußerst lebendig ist, gibt es auch so einige Turniere und Ligen, denen ihr folgen könnt. Die wichtigsten sind aus meiner Sicht in Europa die folgenden. Allerdings wichtig zu beachten: Hauptsprache ist Englisch. Es gibt hier und da auch mal eine russische Übertragung. Aber selbst die Deutsche Meisterschaft fand am Wochenende auf Englisch statt.

  • Logo der Starladder

    Logo der Starladder

    Starladder (Russland; Online und LAN) – Season 12 startet heute mit der Gruppenphase. Es geht um 50.000 Dollar und 16 Teams kämpfen um die Kohle. Übertragen werden die Spiele hauptsächlich auf dem Twitch-Channel >starladder5 .

  • Fragbite Masters (Schweden; Online und LAN) – Season 4 startet nächstes Jahr. Es geht vermutlich wieder um circa 17.000 Euro (160.000 SEK) und bis zu 128 Teams kämpfen um den Preis. Hauptübertragungsort ist der Twitch-Channel FragbiteLive.

  • Dreamhack (Schweden; LAN) – Die Weltmeisterschaft (wenngleich dann doch hauptsächlich nur europäische Teams immer da sind), die zweimal im Jahr stattfindet (Dreamhack Summer und Dreamhack Winter). 16 Teams ringen um 100.000 Dollar und auf Twitch geht es im Juni/Juli 2015 unter DreamhackCS wieder zur Sache.

  • ESL (The eSports League) (Deutschland, Online und LAN) – Die wohl älteste, noch existierende Liga oder eher “Ligen”, denn die ESL bietet einiges an. Darunter auch das Prestigeträchtigste Event, die Intel Extreme Masters. Die sind aber diese Saison ohne Counter-Strike: Global Offensive, was natürlich schade ist. Doch egal um was es gerade geht: Unter ESLtv könnt ihr zuschauen und bekommt sogar hin und wieder sogar einen deutschen Kommentar!

  • FACEIT League (UK; Online) – Wann die nächste Saison startet ist noch nicht bekannt aber es ging das letzte Mal um 50.000 Dollar für 6 Nordamerikanische und 30 europäische Teams. Heimat der Übertragung ist der Twitch-Channel FACEITTV.

Caster & Analysten

Einfach nur einem Spiel zuschauen kann Spaß machen, aber viel schöner ist natürlich wenn euch jemand auch erklärt, was denn so auf dem Bildschirm los ist. Entsprechend nachfolgenden ein paar Personen, denen es sich besonders lohnt zuzuhören:

  • Anders und Semmler (Fragbite Live Screencap)

    Anders und Semmler (Fragbite Live Screencap)

    Anders Blume (RoomOnFire) – Ein kleiner Feuerball. Extrem guter Play-by-Play-Caster, der es schafft euch mit seinem sehr aktiven Kommentar-Stil sehr gut ins Geschehen rein zu ziehen.

  • Auguste “Semmler” Massonnat (RoomOnFire) – Co-Kommentator und der perfekte Ausgleich zu Anders Blume. Wesentlich ruhiger unterwegs und entsprechend mehr für die Analyse zuständig. Ergänzen sich sehr gut die beiden und sind sehr gern gesehene Gäste bei allen Ligen und Turnieren.

  • Daniel “ddk” Kapadia (FACEITTV) – Kommt aus dem Quake-Bereich (ehemaliger QuakeWorld-Pro) und castet schon einige Jahr. Ist nicht unbedingt der beste Play-by-Play-Caster, hat aber ein gutes Auge fürs Detail und fühlt sich entsprechend vor allem als Analyst am wohlsten, wo er euch das Match in allen Einzelheiten näher bringt.

  • Duncan “Thorin” Shields (Freier) – Bezeichnet sich selbst als eSports Historiker und ist tatsächlich schon EEEEEWWWWIG dabei. Castet selten tatsächlich und ist mehr für die Analyse nach dem Match zuständig. Hat aber definitiv extrem viel Ahnung von dem was er redet und steht auch ganz klar zu seiner Meinung, was erfrischend ist.

Europäische Pro-Teams

In Europa gibt es vergleichsweise viele professionelle Counter-Strike: Global Offensive-Teams, die ganz oben mitspielen. Darunter tatsächlich auch drei Deutsche: mousesports (schon ewig dabei), Berzerk (ehemals Team ALTERNATE) und PlanetKey Dynamics. Aber auch wenn es Berzerk zur Dreamhack Winter schaffte, viel Wichtiger sind die folgenden:

  • Natus Vincere (Ukraine) – Existent seit 2009 sind sie so ein wenig die bemitleidenswerten Looser, die immer weit kommen aber denen dann doch das letzte Bisschen zum obersten Platz fehlt. Dabei haben sie mit Ladislav “GuardiaN” Kovács den drittbesten Scharfschützen der Szene.

  • Hellraisers (Russland) – Sie schaffen es noch nicht ganz vorne mitzuspielen, sollte man aber dennoch im Auge behalten. Mit den richtigen Strategien und etwas mehr Teamwork könnten die Jungs ganz schnell für Aufregung sorgen (und haben es hier und da auch schon).

  • Titan (Frankreich) – Kenny “kennyS” Schrub ist der beste Lone-Wolf-Scharfschütze der Szene. Was der alles trifft geht auf keine Kuhhaut. Leider schafft es kein Team so richtig seinen Spielstil zu integrieren. Entsprechend schwankend ist Titan unterwegs. Wenn kennyS trifft, dann gewinnen sie. Trifft er nicht, dann nicht. Entsprechend bewegen sie sich trotz ihrem Potential mittlerweile nur noch im Mittelfeld.

  • Virtus.Pro (Russland) – Der Bär im Logo ist nicht ohne Grund gewählt. Wo Virtus.Pro auftaucht, da wird mächtig aufgeräumt. Derzeit zwar aus meiner Sicht noch die Nummer 4 in Europa, das wird sich aber vermutlich sehr bald ändern. Jedes Turnier scheinen sie eine noch bessere Figur zu machen. Haben übrigens mit Christian “PsYcHo” Lenz einen deutschen Manager.

  • Logo der Ninjas in Pyjamas

    Logo der Ninjas in Pyjamas

    Ninja in Pyjamas (Schweden) – Die alten Hasen der Szene. Sie sind seit 2000 dabei (natürlich mit wechselndem Lineup) und haben schon so einige Titel mit nach Hause genommen (2012/2013 haben sie 87 Spiele hintereinander gewonnen!). Unterm Strich derzeit die Nummer 3 in Europa. Ein besonderes Auge solltet ihr bei diesem Team übrigens auf auf Christoper “GeT_RiGhT” Alesund haben. Ein unglaublich begabter Stratege und ein fantastischer Aimer, der aber gerne allein unterwegs ist.

  • Team-LDLC.com (Frankreich) – Die diesjährigen Sieger der Dreamhack Winter und in der aktuellen Aufstellung ganz klar Anwärter auf den Status “Bestes Team Europas”. Einen der fünf herauszupicken ist gar nicht möglich, so gut wie sie aktuell zusammenarbeiten.

  • Fnatic (Schweden) – Die derzeitige Nummer 1 Europas auch nach der Kontroverse und ihrem freiwilligen Ausscheiden im Viertelfinale auf der Dreamhack Winter 2014. In diesem Team gibt es praktisch keinen schlechten Spieler. Herausstechen tun aber Jonatan “Devilwalk” Lundberg und Jesper “JeSpErW” Wecksell. Erster ist ein talentierter Coach (spielt nicht mit, sondern steht hinter dem Team und hat den Blick fürs Ganze – quasi so etwas wie der 12. Spieler auf dem Feld), der immer wieder für Überraschungen gut ist. Letzterer ist, der nach kennyS beste Scharfschütze der Szene aber mit dem Unterschied, dass er sich jede Runde eine andere, ungewöhnliche Ecke sucht und auch im Team sehr gute Arbeit leistet.

Wetten

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Seit Valve die Waffenskins eingeführt hat, hat sich eine sehr aktive Wettindustrie rund um Counter-Strike: Global Offensive gebildet, die es in anderen Titeln so (noch) nicht gibt (auch nicht bei DotA 2). Der Nachteil dieses Trends ist, dass Onlineturniere massiv mit DDoS-Attacken zu kämpfen haben weil sich haufenweise Vollidioten einbilden damit das Ergebnis zu beeinflussen. In der Realität verschwenden sie nur jedermanns Zeit, weil das Match oft längere Zeit pausiert oder gar vertagt werden muss. Das nervt logischerweise auch als Zuschauer massiv.

Haupttreffpunkt für Wettsüchtige ist die CSGOlounge. Aber auch E-sport bets ist groß im Kommen und bietet sogar Unterstützung für mehr Spiele als nur Counter-Strike: Global Offensive. Ich weise allerdings an dieser Stelle zwingend darauf hin, dass keine der beiden Seiten nach deutschem Recht arbeitet also technisch gesehen bei uns illegal sind. Ich bin also nicht schuld, wenn ihr deswegen Ärger bekommt!

Epilog

Jetzt wisst ihr also Bescheid beziehungsweise ich habe euch genug gelangweilt und ich hoffe, dass ihr vielleicht doch mal in das ein oder andere Match. Besser als Fußball ist es schließlich allemal!

Bis Donnerstag!

PS: Kommenden Montag ist es soweit! Die Bagdadsoftware NOCAs 2014 stehen an! Der Nominierungseintrag ist auch mittlerweile fertig (inklusive mehrfachem drüberlesen) und das Gewinner-Video auch schon im Kasten und auf YouTube versteckt. Schaltet also unbedingt ein!

Wing Commander III: Heart of the Tiger (Quelle: MobyGames)

Wing Commander III: Heart of the Tiger (Quelle: MobyGames)

Apropos Wing Commander III: Heart of the Tiger (schon wieder einer dieser dämlichen Rückbezüge zum letzten Eintrag ohne Zusammenhang!): Das hat am Montag auch seinen zwanzigsten Geburtstag gefeiert. Hatte ich ganz vergessen zu erwähnen. Dabei ist es aus meiner Sicht ganz klar der beste Teil der Hauptreihe. Das liegt vor allem an der Geschichte, die den (buchstäblich) explosiven Abschluss der Kilrathi-Trilogie bildete. Und das sage ich als jemand, der tatsächlich bis heute weder Wing Commander noch Wing Commander II – Vengeance of the Kilrathi wirklich gespielt geschweige denn durchgespielt hat (besitzen tue ich die Erstauflagen aber natürlich)! Ich weiß, ich geh‘ und stelle mich in die nächste Ecke zum Schämen. Aber die Wahrheit lässt sich nun einmal nicht leugnen.

Für mich gehören die Knuddelkatzen und ihre Darstellung in diesem Spiel zu den besten Feindbildern in einem Videospiel. Sie sind einfach so süß, wenn sie sich aufregen. Für den Film wurden sie bekanntlich umdesignt zu haarlosen Orks oder was auch immer das sein sollte. Es hat schon seinen Grund, warum ich dieses komische Werk mit Freddie Prinz Jr. bis heute nicht gesehen habe.

Die Probleme

Freilich hat sich das Spiel technisch nicht gerade gut gehalten. 640×480 mit 256 Farben und die Videosequenzen mit Interlacing auf 640×352 (=Schwarze Balken), dazu eine völlig statische Kamera erst mit Wing Commander IV: The Price of Freedom kam Bewegung rein. Da kann man heutzutage nur noch drüber lächeln. Und auch die Sache mit dem “in eine Sackgasse spielen” kommt heutzutage nicht mehr ganz so gut an würde ich sagen.

So cool es auch ist, dass Wing Commander III: Heart of the Tiger eine mehrfach abzweigende Handlung hat, wo ihr auch mal eine Mission verlieren könnt (beziehungsweise werdet – was wiederum ein Kritikpunkt ist; siehe Weltraumkanone): Es macht keinen Spaß vor eine unmögliche Situation gestellt zu werden und erst später zu erfahren, dass man sich das Erreichen des Spielendes vor ein paar Missionen verbaut hat. 1994 gab es bekanntlich noch kein Google, um herauszufinden, dass man die Kilrathi-Invasionsflotte schlicht nicht besiegen kann egal wie lange man es schafft zu überleben. Und glaubt mir: DQ und ich haben es SEHR lange versucht. Wie oft wir dabei zugesehen haben wie Luke Skywalker…äh…Mark Hamill…äh…Christopher Blair von den Kilrathi desintegriert wurde geht auf keine Kuhhaut. Ich glaub einer der wichtigen Trigger war das erfolgreiche Befreien der Wissenschaftler vom Gefängnisplaneten. Aber ganz sicher bin ich mir nicht und so wichtig, dass ich es jetzt nachschauen würde ist es auch wieder nicht :smile: . Es war auf jeden Fall nicht lustig!

Der Status

Wing Commander III: Heart of the Tiger (Quelle: MobyGames)

Wing Commander III: Heart of the Tiger (Quelle: MobyGames)

Aber abseits des technischen Aspekts behaupte ich mal frech, dürfte das Spiel prinzipiell noch heute sehr gut funktioniert und Spaß macht. Tatsache ist schließlich, dass ich im Bereich der Weltraumsimulationen in den letzten zwanzig Jahren erstaunlich wenig getan hat. Das geht sogar so weit, dass ich instinktiv ohne groß nachzudenken bestimmte Tasten drücke, um beispielsweise Gegner durchzuschalten (T für Target) oder meine Geschwindigkeit dem Ziel anzupassen (=Enter) und mich dann ärgere, wenn doch einmal ein Spiel meint, dass das nicht geht oder einen anderen Hotkey nimmt. Es hat einen Grund, warum ein Ego-Shooter nicht plötzlich die rechte Maustaste für “Primary Fire” benutzt, verdammt nochmal! Das hat DOOM damals so festgelegt, also habt ihr das auch heute noch so zu machen!!!!11111elf Bitte? DOOM wurde hauptsächlich noch mit den Pfeiltasten gespielt? Ach halt doch dein Maul, du Besserwisser!

Ähm ja, wo waren wir? Ach ja: Weltraumspiele. Wing Commander III: Heart of the Tiger ist aber tatsächlich nicht mein Lieblingsspiel aus dem gesamten Wing Commander-Universum. Diese Ehre gebührt dem Spin-Off von 1993 namens Wing Commander: Privateer. Während ich diese Zeilen schreibe läuft sogar wieder der Soundtrack im Hintergrund. “Oxford Library” und “Fight Approach” sind immer noch absolute Klassiker. Auch wenn ich mich wiederhole, aber es nun einmal für mich der beste Vergleich: Es ist wie bei SimCity 2000 (übrigens bei EA Origin derzeit in der Komplettedition mit allem Drum und Dran kostenlos zu haben!). Wing Commander: Privateer verband perfekt die unkomplizierte Action eines Wing Commander mit der Komplexität eines Elite. Ein bisschen Handel treiben, ein paar Piraten plätten (oder selbst einer werden!) und am Ende das Universum retten. Außerdem gab es einen Sektor mit den Kilrathi (zu dem Zeitpunkt noch im Comic-Look). Perfekt!

Die Top-Liste

Angesichts der Tatsache, dass uns langsam aber sicher die Rückkehr des Genres erwartet (Eterium kam Mitte des Jahres, Elite: Dangerous kommt nächste Woche, Star Ciitzen scheffelt gefühlt täglich mehrere Millionen Dollar zusätzlich), wäre nun auch der geeignete Zeitpunkt mal einen Gesamtblick auf das Genre der Weltraumsimulationen zurück zu werfen. Was sind denn eigentlich meine Lieblingswerke in Sachen Weltraumspiele? Nun, hier ist die entsprechende Top 10:

  1. Star Wars: TIE Fighter (Quelle: MobyGames)

    Star Wars: TIE Fighter (Quelle: MobyGames)

    Star Wars: TIE Fighter (1994) – DER Grund, warum ich heute so gut Englisch kann. Ernsthaft. Es machte schließlich einen großen Unterschied, ob in der Missionsbeschreibung “Destroy” oder “Disable” steht. Ihr dürft euch also sicher sein, dass ich anständig gepaukt habe dafür! Gleichzeitig ist es auch das beste Spiel mit der Star Wars-Lizenz, da ihr auf der richtigen Seite der Macht unterwegs seid und entsprechend die wesentlich cooleren Flieger steuern dürft. Wer will schon einen B-Wing fliegen?

  2. Wing Commander: Privateer (1993) – Wie oben erwähnt eine Weltraumhandelssimulation, welche perfekt den Spagat aus “Action” und “Wirtschaftssimulation” schafft.

  3. Wing Commander III: Heart of the Tiger (1994) – Knuddelkatzen. Ja, es mag auch spielerisch super sein. Aber das interessiert doch nicht. Ich will die nächste Zwischensequenz mit Hobbes (woher Chris Roberts wohl diesen Namen hat… :smile: ) oder Prinz Thrakhath nar Kiranka sehen!

  4. Star Wars: X-Wing Alliance (1999) – Alles was Star Wars: Tie Fighter super gemacht hat (wenngleich auf der falschen Seite der Macht) nur noch schicker, umfangreicher und aus der Sicht eines normalen Händlers. Also nicht einfach nur wieder X-Wing hier, Y-Wing dort, sondern eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Schiffchen zum Steuern! Ja, auch einen gewissen Falken.

  5. Freelancer (2003) – Warum funktioniert mein Joystick nicht?! Ich soll mein Raumschiff mit der Maus steuern? Blasphemie! (ja, ich weiß, es gab später ein Tool) Und trotzdem kam Entwickler Digital Anvil (Chris Roberts) mit diesem Werk näher an Wing Commander: Privateer – also die Art von Weltraumsimulation, die ich offensichtlich liebe – heran als alle anderen. Mal abgesehen davon, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits nach Genre-Nachschub hechelten.

  6. Star Trek: Klingon Academy (Quelle: MobyGames)

    Star Trek: Klingon Academy (Quelle: MobyGames)

    Star Trek: Klingon Academy (2000) – Star Trek: Starfleet Academy? Was will ich den mit pimpfigen Ganzkörperstrumpfhosenträgern irgendwelche berühmten Schlachten nachspielen, wenn ich stattdessen unter General Chang die Ereignisse beeinflussen kann, die zu Stark Trek VI: The Undiscovered Country führten? Eben! Außerdem war es wesentlich komplexer als der Vorgänger.

  7. Privateer 2: The Darkening (1996) – Ich weiß, es hassen mich einige dafür, dass ich dieses Spiel mag. Es wäre kein “richtiges” Wing Commander (deswegen steht’s ja auch nicht im Namen, du Depp!), die Story wäre doof, das Spiel zu kurz und was weiß ich was einige noch so dran auszusetzen haben. Fakt ist: Ich hatte viel Spaß in die Rolle von Clive Owen zu schlüpfen und seine Geschichte zu erleben und zwar wieder gekonnt gemixt mit dem bekannten Handelspart des Vorgängers.

  8. FreeSpace 2 (1999) – Wohl das langlebigste Spiel auf dieser Liste, da Volition 2002 den Source Code veröffentlichte und seitdem immer noch regelmässig Mods und Total Conversions veröffentlicht werden. Es ist aber auch wohl die bislang einzige Weltraumsimulation des neuen Jahrtausends, die am nächsten an das Spielgefühl von Wing Commander herankommt und einen entsprechend starken Fokus auf reine Action legt. Übrigens hat die Serie nichts mit Descent zu tun. Der Vorgänger hieß nur in Nordamerika Descent: FreeSpace – The Great War um Copyright-Problemen aus dem Weg zu gehen.

  9. I-War (1997) – Offiziell heißt das Genre zwar “Weltraumsimulation”, doch echte Simulationen suchte man bislang vergebens. Bis I-War (Independence War: The Starship Simulator in Nordamerika) veröffentlicht wurde. Allein schon durch das Studium des Handbuchs habt ihr mehr über Physik im Weltraum gelernt als in allen Wing Commander-Titeln zusammengenommen. Schlanke Flieger, die sich quasi sofort um 180° drehen oder auf Knopfdruck anhalten können? Vergesst es. Euer Schiff ist ein großes Monster (150 Meter) mit einigem an Momentum – allerdings auch entsprechend dicker Bewaffnung. Im Prinzip schlüpft ihr hier in die Rolle eines der dicken Schlachtschiffe, die ihr in der Konkurrenz immer platt gemacht habt.

  10. DarkStar One (2006) – Wesentlich simpler gestaltet (beispielsweise nur ein Schiff und ein linearer Spielablauf), was dazu führte, dass sich das Gameplay schnell als repetitiv anfühlte. Ich hatte dennoch meinen Spaß damit. Ja, es war kein Wing Commander: Privateer und die Geschichte war typisch Deutsch (langweilige Klischee-Charaktere mit schlechten Dialogen voller gezwungenem Humor). Aber nicht nur angesichts der Tatsache, dass es 2006 faktisch nichts Vergleichbares mehr gab, definitiv ein nettes Spielchen.

Und damit wisst ihr wieder einmal Bescheid. Ward/Seid ihr Fan des Genres? Wenn ja, was sind eure Highlights? Wäre super, wenn ihr vielleicht mal einen Kommentar hinterlassen würdet. Wir müssen die Statistik noch ein wenig hochbringen bis zum Jahresrückblick!

PS: Nur noch 1 1/2 Wochen bis zu den Bagdadsoftware NOCAs 2014! Der Nominierungseintrag (Montag, 22.12.2014) ist auch tatsächlich schon fast fertig. Zum Verfassungszeitpunkt fehlen nur noch 14 von 42 Spielebeschreibungen! Ich bin echt fix dieses Jahr.

Die PlayStation (Quelle: Wikipedia)

Die PlayStation (Quelle: Wikipedia)

Vergangenen Mittwoch war es also soweit – zumindest in Japan. In Deutschland kam sie erst am 29. September 1995 raus – die PlayStation ist 20 Jahre alt. Und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich 19 davon wenn überhaupt nur am Rande mitbekommen habe. Die Original-PlayStation hatte glaube ich damals ein Freund aber selbst da bin ich mir nicht ganz sicher entsprechend dürfte sich mein Kontakt mit ihr (wenn er eine hatte) extrem in Grenzen gehalten haben. Mit der PlayStation 2 habe ich hingegen, da bin ich mir hundertprozentig sicher, bis heute noch keine Sekunde gespielt. Und mit der PlayStation 3 habe ich bekanntlich erst vor fast genau einem Jahr echte Bekanntschaft geschlossen.

Wobei die PlayStation 3 in Sachen Nutzungsverhalten weiterhin weit hinter der Xbox 360 zurückbleibt (vom PC ganz zu schweigen). Gekauft habe ich für sie dieses Jahr glaube ich sogar nur Kingdom Hearts HD 2.5 ReMIX. Zumindest fällt mir auf Anhieb nichts anderes ein. PlayStation-4-Titel, die auch für PlayStation 3 erscheinen kaufe ich nicht. Genauso wenig wie Xbox One-Spiele für Xbox 360. Entweder ganz oder gar nicht. Ein abgespecktes Forza Horizon 2 tue ich mir beispielsweise garantiert nicht an. Da könnte ich auch gleich ein Need for Speed: The Run für 3DS kaufen.

Wie kann man nur so aufwachsen?

Ich weiß, es muss eine traurige Kindheit für mich gewesen sein. Wenig Nintendo – besagter Freund hatte definitiv einen NES auf dem wir viel Nintendo World Cup gespielt haben (ja, ein Fußballspiel mit dem besten Fallrückzieher ev4r!) und beim ehemaligen Nachbarn habe ich immerhin einiges (Familienfreundliches) in Sachen Super Nintendo erlebt –, noch weniger Sony (Wenn überhaupt wie gesagt. Ich habe keinerlei Erinnerung in der Hinsicht.) und von SEGA brauchen wir erst gar nicht anzufangen. Die kenne ich definitiv nur von Bildern. Selbst auf dem AMIGA habe ich nur ein einziges Mal North & South bei einem Kumpel gezockt. Es hieß ganz klar DOS/Windows-PC for Life! bis 2009 (ich steh‘ übrigens weiterhin zu meiner 8,5/10 für WET! Das Spiel ist super und der Soundtrack sowieso!).

Nintendo World Cup (Quelle: MobyGames)

Nintendo World Cup (Quelle: MobyGames)

Bereue ich es also damals nicht dabei gewesen zu sein? Nur ein Stück weit. Klar gab es einige Exklusiv-Titel, die ich schon gerne zur “richtigen” Zeit erlebt hätte und nicht erst nachträglich. Schließlich geht doch einiges verloren, wenn man erst 20 Jahre später diese ersten Polygon-Titel zockt (wie scheiße Super Mario 64 heutzutage aussieht, lässt sich gar nicht in Worte fassen – und das ist “nur” 18 Jahre alt). Dazu kommt der ein oder andere Titel, den ich bis heute mangels echtem (=Retail) Re-Release überhaupt nicht mitbekommen habe obwohl er mich brennend interessiert (die Crash Bandicoot-Reihe beispielsweise).

Die andere Seite

Im Gegenzug habe ich aber sicherlich auch Spiele gezockt, die andere nicht oder nur in andere Form mitbekommen haben. Zwar lange Zeit durch den Filter eines gewissen Don Quichotte (ihm gehörte anfangs der PC und er beschaffte auch die meisten Spiele) und den Enthusiasmus eines Maverick beeinflusst, aber immerhin! SimCity 2000 (immer noch der beste Teil der Serie), Eye of the Beholder (Maverick war allerdings ein wesentlich größerer Fan), DOOM (musste ich heimlich zocken und wurde dann doch mal erwischt), Lands of Lore: The Throne of Chaos (immer noch das beste Rollenspiel aller Zeiten aus meiner Sicht), Duke Nukem 3D (Maverick wieder), Wing Commander III: Heart of the Tiger (warum hat DQ unsere Filmrollen-Edition damals verkauft?!), One Must Fall 2097 (das einzige Beat’em up, dass ich tatsächlich halbwegs beherrsche!), Mad TV (Wo sind nur die guten WiSims hin?!), Sam & Max: Freelance Police (definitiv DQs Schuld) und noch so viele mehr aus der Zeit, die mich geprägt und zu dem gemacht haben, was ich heute bin (=ein einsamer Looser, der an einem Sonntag vor dem Rechner sitzt und für 30 Leute einen Nostalgieeintrag schreibt).

Von daher sehe ich die ganze Sache definitiv extrem locker. Ja, ich habe ein bisschen was verpasst. Aber als Ausgleich dafür andere Erfahrungen gemacht. Und so soll es auch sein. Wäre schließlich langweilig, wenn jeder genau auf dem gleichen Wissensstand wäre. Entsprechend herzlichen Glückwunsch, liebe PlayStation. Es läuft zwar auch bei dir nicht alles rund (Driveclub, PS TV, etc.) und der DualShock 3 ist absoluter Mist aber unterm Strich kann man dich durchaus gebrauchen. Auf die nächsten 20! Dann mit der Holo-PlayStation.
Und wie schaut’s bei euch aus? Wie habt ihr 20 Jahre PlayStation in Erinnerung?

PS: Nur noch drei Einträge bis zu den Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards 2014!

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