Angesichts des Todes von Leonard Nimoy vergangenen Freitag, ist es denke ich heute an der Zeit mal eine etwas lockerere Frage zu stellen: Wer ist aus eurer Sicht der beste erste Offizier im Star Trek-Universums und warum? Zur Erinnerung:

  • Commander/Captain Spock (Star Trek: The Original Series)
  • Commander William T. Riker (Star Trek: The Next Generation)
  • Major/Colonel Kira Nerys (Star Trek: Deep Space Nine)
  • Commander Chakotay (Star Trek: Voyager)
  • Subcommander/Commander T’Pol (Star Trek: Enterprise)

Nebenschauplätze, Einmalauftritte, Zukunftsversionen sowie Filme, von deren Existenz ich nichts wissen möchte (die Reboots) sind von der Auswahl ausgenommen (also beispielsweise kein Lieutnant Commander Worf als erster Offizier der USS Defiant).

Und solltet ihr nichts mit Star Trek am Hut haben: WARUM NICHT?! :smile:

Star Trek: The Original Series (Promo. Paramount)

Star Trek: The Original Series (Promobild. Paramount)

Ich war und bin nicht der größte Fan von Star Trek: The Original Series und der Crew rund um Donjuanist James T. Kirk. Die wirklich guten Folgen, die tatsächlich für knapp 60 Minuten unterhaltsam sind oder zumindest einen tieferen Sinn haben, liegen weit auseinander und sind extrem schlecht gealtert. Staffel 3 steht bei mir sogar auf gleicher Stufe mit Staffel 8 von 24 in Bezug auf die Tatsache, dass ich mich bis heute nicht überwinden konnte sie komplett fertig zu schauen. Spock‘s Brain ist schlicht die grottigste Folge einer TV-Serie aller Zeiten. Aber selbst bei den restlichen Folgen verspüre ich kein großes Bedürfnis sie noch einmal zu erleben. Das gilt auch für Star Trek: The Motion Picture (von Star Trek V: The Final Frontier brauchen wir bekanntlich nicht zu reden). Bevor ich mir den noch einmal antue, lege ich dann doch lieber gleich 2001: A Space Odyssey ein, den ich für gleichermaßen für ein völlig überbewertetes Kubrick-Werk halte.

Mein erster Kontakt mit Leonard Nimoy dürfte entsprechend weniger durch Wiederholungen von Raumschiff Enterprise im ZDF stattgefunden haben als durch Wiederholungen von Kobra, übernehmen Sie! (Mission: Impossible) bei der ARD sowie seinem Gastauftritt bei Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (eine der besten Doppelfolgen der Serie!) beim ZDF. Ja, damals Ende der 80iger und Anfang der 90iger waren die öffentlich-rechtlichen Sender noch zu gebrauchen. Können sich die Jüngeren unter uns vermutlich gar nicht mehr vorstellen, dass man mal freiwillig das erste oder zweite Programm eingeschaltet hat. Ich kann es auch nicht mehr glauben, obwohl ich live dabei war! Aber ich schweife ab. Ich wollte schließlich noch die (leider wenigen) guten Star Trek-Videospiele wie die beiden Adventure Star Trek: Judgment Rites (1993) und Star Trek: 25th Anniversary (1992) erwähnen, in denen seine Stimme zu hören ist und die ich in meinen prägenden Kinderjahren gespielt habe.

Sein Vermächtnis

Star Trek III: The Search for Spock (Promobild, Paramount)

Star Trek III: The Search for Spock (Promobild, Paramount)

Entsprechend war mir lange Zeit nicht wirklich bewusst (und ist es wahrscheinlich bis heute nicht in vollem Umfang), welche Auswirkungen Nimoy auf das Franchise hatte. Seine Entscheidung aus dem “Guggt mal, wir haben ein stereotypisches Alien in unserer Crew”-Wegwerfcharakter Spock eine interessante und facettenreiche Person zu machen, mit der sich Millionen von Menschen identifizieren können, war sicherlich nicht so geplant (angeblich ist es spontan passiert als er in einem Take “Faszinierend!” sagen sollte und es dabei quasi “klick” machte). Es lässt sich aber nicht leugnen, dass Spocks Tod am Ende von Star Trek II: The Wrath of Khan selbst härtesten Männern die Tränen kommen lässt und nur dank seines Darstellers daraus eine der besten Filmtrilogien (Teil 2 sowie Star Trek III: The Search for Spock und Star Trek IV: The Voyage Home, bei denen er Regie führte) aller Zeiten wurde.

Von daher lehne ich mich gerne aus dem Fenster und behaupte, dass Spock beziehungsweise sein reales Ich einen großen Anteil daran hatte, dass Star Trek überhaupt zu einem Franchise wurde, geschweige denn überhaupt erst eine dritte Staffel der The Original Series produziert worden war. Gleichzeitig war er für mich nie einfach nur der Typ in der blauen Uniform und den lustigen Ohren, eben weil mein Kontakt mit dem Original lange Zeit nicht großartig vorhanden war. Mir bleibt er stattdessen vor allem als ein Mann in Erinnerung, der den Eindruck machte als würde er ewig leben. Natürlich bekam sein Gesicht immer mehr Falten und seine beruhigende Stimme wurde kratziger (allerdings dadurch noch wesentlich “cooler”). Aber er wurde 83, hatte ein erfülltes Leben und war entsprechend bis zuletzt omnipräsent in allen Medien.

Die Stimme

Leonard Nimoy (Foto von Gage Skidmore via Wikipedia)

Leonard Nimoy
(Foto von Gage SkidmoreCC BY-SA 3.0)

Für mich war Nimoy somit auf gewisse Art vor allem der weise Mann, der auf dem Berg in einer Höhle sitzt und seine Prophezeiungen verkündet. Doch anders als beim stereotypischen Ende-der-Welt-Verkünder, habe ich ihm seine wohlbedachten, besonnen Worte abgenommen, die er mit ruhiger und fast schon monotoner Stimme vorbrachte oder über seine Gedichte verbreitete. Er hatte schlicht etwas zu sagen im Gegensatz zu beispielsweise einem William Shatner (schaut euch unbedingt mal Mind Meld: Secrets Behind the Voyage of a Lifetime an, um den direkten Kontrast zwischen beiden engen Freunden zu sehen). Somit steckte in ihm am Ende doch mehr Spock, als er sich anfangs zugestand (seine erste Biographie aus dem Jahre 1977 trug den Titel I Am Not Spock, seine zweite anno 1995 dann I Am Spock). Und er hauchte damit im Laufe seines Wirkens auch vielen anderen Charakteren Leben ein.

Ich könnte mir beispielsweise die ältere Version (versucht erst gar nicht das zu verstehen. Kingdom Hearts hat extrem viel mit Zeitreisen und Quasi-Widergeburten zu tun) von Xehanort, dem Hauptbösewicht der Serie, ohne Nimoy schlicht nicht vorstellen. Diese verquere, pseudo-philosophische Gelaber von der Kraft der Herzen würde aus jedem anderen Mund vermutlich lachhaft klingen (und tut es auch bei dem einen oder anderen Charakter der Serie). Von daher hoffe ich inständig, dass er vor seinem Tod noch alle Zeilen für Kingdom Hearts III aufzeichnen konnte, um die Geschichte des Charakters anständig zu Ende zu bringen (Teil 3 soll der finale Showdown zwischen Sora und Xehanort sein). Tragisches Detail: Der japanische Synchronsprecher des Charakters, Chikao Ōtsuka, ist bereits im Januar gestorben. Er wurde 85.

Reise in die Unendlichkeit

Es klingt sicherlich schnuzlig, aber es gibt nur wenige mir nicht persönlich bekannten Menschen, die ich dennoch tatsächlich vermissen werde. Leonard Nimoy gehört definitiv dazu. Ich weiß nicht auf welche Art und Weise er mich in den letzten 20-25 Jahren geprägt hat. Aber das spielt auch keine Rolle. Wichtig ist nur das Wissen, dass er und seine Charaktere einen noch so kleinen Einfluss auf mein Leben hatten. Und dafür bin ich ihm auf immer und ewig dankbar.

Live long and prosper, Leonard Simon Nimoy.

Der hochgehypte PlayStation-4-Blockbuster The Order: 1886 ist wohl nur 5-8 Stunden lang, je nachdem wie gründlich ihr durch das Spiel geht. Das führte schon im Vorfeld zum Aufflammen der alten Diskussion nach dem Wert eines Spiels. Sind 60 Euro (ein Preis, der übrigens schon seit einer halben Ewigkeit absolut stabil ist!) gerechtfertigt für solch ein kurzes Spielerlebnis fragt sich der lautstarke Teil des Internets und sagt: Nein!

Doch ist das nicht zu einfach gedacht? Welche Folgen hätte es, wenn Entwickler nun versuchen würden wieder die Spielzeit zu erhöhen? Ist es nicht sinnvoller zu schauen was ich in der Zeit erlebe und daraufhin zu urteilen, ob es das Geld wert ist?

Eigentlich wollte ich euch heute mal wieder fünf Soundtrack-Empfehlungen geben, doch dann lag pünktlich zum Release das Päckchen mit diesem Spiel vor der Tür:

Christoph spielt #41: The Book of Unwritten Tales 2
Für den Fall, dass ihr nachschauen wollt wer anno 2009 und 2011 so die Gewinner bei den Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards waren, hier die entsprechenden Links: 2009, 2011. Und nein, ich weiß nicht mehr wie ich auf die Idee kam Call of Duty: Modern Warfare 2 zum Shooter des Jahres zu machen :smile: .

Produktionstechnisch gibt’s dieses Mal keine Besonderheiten. Gab auch keine Szene, die ich Vorspulen konnte obwohl das Video zugebenermaßen langatmig ist. Sage auch nicht viel, weil es schlicht nicht wirklich was zu sagen gibt. Es passiert ja nicht viel. Ich hatte durchaus gehofft, dass wir in der ersten Stunde zumindest jeweils kurz Zeit mit allen vier Helden verbringen würden. Leider ist die Realität so, dass das Segment mit Ivo im Vergleich zum Intro mit Nate doch etwas umfangreicher ist. Und das liegt nicht an der Schwierigkeit des Rätsels, sondern weil es schlicht einiges zum Anschauen gibt.

Das ist natürlich, wie ich im Videofazit auch sage, nicht unbedingt schlimm. Ein Adventure muss für mich nicht den bombastischen Einstieg haben. Zumal ich als Veteran ja schon eine gewisse Bindung zu den Charakteren habe. Aber es macht natürlich das Zuschauen nicht sonderlich interessant. Von daher ist euch verziehen, wenn ihr hier nur stückweise reinschaut. Schon allein, um die paar kleineren Rätsel, die ich tatsächlich löse, nicht gespoilert zu bekommen.

Das Spiel

The Book of Unwritten Tales 2 (Herstellerbild)

The Book of Unwritten Tales 2 (Herstellerbild)

Gleichzeitig fällt es mir aber auch weiterhin schwer ein halbwegs brauchbares Fazit für euch zu ziehen. Mir selbst hat Gefallen, was ich gesehen habe. Es machte definitiv den Eindruck, dass es wieder die Stärken der Vorgänger besitzt. Allein schon das ständig auseinanderfallende Game of Thrones-Intro/Tutorial war richtig nett. Auch die Andeutungen in der Bibliothek, die Sache mit dem roten Hering und die ganze Angeln-Thematik haben mich sofort wieder schmunzeln lassen. Gefällt natürlich nicht jedem. Nicht nur weil es halt teilweise echte Kalauer sind, sondern weil man sicherlich nicht alles unbedingt versteht, wenn man nicht ganz so tief in der Spielekultur drin ist. Selbst ich weiß beispielsweise weiterhin nicht, auf was eigentlich die anderen 3 Würfel Anspielungen sind (der schleimige Würfel, der Tron-artige Würfel und der Stein mit den Verzierungen drauf).

Auch grafisch hat es mir, trotz der Clipping-Fehler und dem fehlenden Anti-Aliasing ganz gut gefallen. Der kunterbunte Stil der Vorgänger macht immer noch einen guten Eindruck und passt perfekt zu dieser Art von klassischer Fantasy-Welt. Von daher ist mein persönliches Fazit nach der ersten Stunde zumindest, dass sich das Geld und Warten für mich gelohnt hat und ich mich drauf freue weiterzuspielen (nachdem ich endlich FarCry 3 durchgejagt habe – ja, bin derzeit auf einem Ubisoft-Trip).

Darauf aufbauend lehne mich aus dem Fenster und behaupte, dass Fans der Vorgänger auch ihren Spaß haben werden und damit ebenso jeder, welcher den amüsanteren Ablegern des Adventure-Genres nicht abgeneigt ist. Wobei ich da dann doch zumindest das Nachholen von Teil 1 empfehle. Der hat sich auch sehr gut gehalten abseits der hier und da etwas veralteten World of WarCraft-Gags. Die Zusammenfassung im Intro sagt zwar schon alles, was Relevantes in Teil 1 passiert. Aber der Weg ist hier ganz klar das Ziel und die Bindung zu den Charakteren entsprechend höher als wenn ihr nun ins kalte Wasser springt.

Bis Montag!

Die Details zur Folge

Thema: The Book of Unwritten Tales 2

Länge: 01:20:47

Timestamps:
Einleitung (00:00:10)
Unboxing (00:06:37)
Beginn der Spielstunde (00:14:24)
Abschließendes Fazit (01:15:33)

Aufgezeichnet mit Logitech HD WebCam 510 (720p), Fraps 3.5.99 (30fps, Full Video, Multichannel) und Adobe Audition CC 2014
Format: H.264, 2560×1440, 30fps, 11-13 MBit/s durchschnittliche Videobitrate, AAC-Audio
Geschnitten mit Adobe Premiere Pro CC 2014

Zusammensetzung des zur Aufzeichnung verwendeten Rechners

Auflösung: 2560×1440 (Vollbild) bei 60hz und adaptiven V-Sync

Grafikqualität: Ultra

Die Aufzeichnung mit Fraps hatte keinen Einfluss auf meine Framerate im Spiel.

Vorschau: Die nächste Folge von Christoph spielt könnte vielleicht schon kommende Woche erscheinen und Homeworld Remastered Collection zum Thema haben. Ist aber nicht in Stein gemeißelt.

Die aktuelle Konsolengeneration zeichnet sich aktuell weniger durch ihre fantastischen Blockbuster aus, sondern mehr durch die Tatsache, dass gefühlt die halbe Bibliothek aus Remakes/Enhanced Ports besteht (wobei es damals bei PS3/Xbox 360 nicht viel anders war). Darunter Titel wie The Last of Us oder Grand Theft Auto V, deren Originalversion noch gar nicht so viele Monate auf dem Buckel hat. Oder Sachen wie The Legend of Zelda: Majoras Mask 3D und Resident Evil HD Remaster, die sich sogar besser verkaufen als so manch aktuelle Blockbuster. Von ihrer Originalversion gar nicht erst zu reden.

Aber ist das wirklich eine gute Sache? Zwar ist der Bedarf offensichtlich da, wie die Verkaufszahlen zeigen. Doch nutzen die Publisher hier nicht einfach nur die rosa-rote Nostalgiebrille der Fans aus, oder haben Remakes tatsächlich eine Daseinsberechtigung indem sie beispielsweise dafür sorgen Klassiker auch Spielern zugänglich zu machen, die damals nicht dabei waren? Wie seht ihr das?

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