Der Januar ist schon wieder fast rum. Wird also so schleunigst Zeit für ein paar Videos. Praktischerweise sind letzte Woche gleich zwei interessante Titel für wenig Geld veröffentlicht worden. Hier ist Nummer Eins:

Christoph spielt #39: Saints Row: Gat Out of Hell
Produktionstechnisch gibt es zwei Neuerungen auf Basis eures Feedbacks. Die eine fällt sofort auf: Ich halte die Packung nun nicht mehr ständig in die Kamera. Stattdessen zeige ich sie nur kurz und natürlich während dem eigentlichen Unboxing. Den Rest der Zeit wird aktuell das Cover eingeblendet. Sollte die Sache etwas ruhiger machen wenngleich ich jetzt nicht weiß was ich mit meinen Händen anfangen soll :smile: . Deswegen habe ich auch gleich wieder die Idee verworfen hier zum Beispiel den Trailer oder Screenshots durchlaufen zu lassen. Da wäre eure Aufmerksamkeit ja auch wieder woanders.

Die zweite Änderung ist während des Gameplays zu bemerken. Und zwar habe ich die Abschnitte, in denen ich längere Zeit in den Menüs rummache ohne irgendetwas dazu zu sagen auf 300% beschleunigt (oben rechts blinkt das Vorspulsymbol – siehe zum Beispiel ab Minute 34:49). Macht bei Saints Row: Gat Out of Hell natürlich nur 2-3 Minuten Unterschied aus. Aber ist ein erster Ansatz die Länge der Videos vielleicht auf 60-75 Minuten zu drücken statt euch 75-90 Minuten zu servieren. Auch längere Ladebildschirme wären beispielsweise ein Vorspulkandidat (mit Ausnahme des ersten, weil es ja schon wichtig ist zu sehen wie lange es normalerweise dauert). Ich hab‘ zwar auch über einen harten Schnitt nachgedacht, konnte mich am Ende jedoch nicht dazu überwinden. Prinzipiell ist die Menüführung ja schon interessant nur halt keine 5 Minuten am Stück. Mal schauen wie sich das in Zukunft entwickelt. Das nächste Video habe ich zum Verfassungszeitpunkt noch nicht geschnitten.

Sind das zwei sinnvolle Ansätze oder habt ihr euch etwas GANZ anderes gewünscht? Feedback wie immer unten in die Kommentare. Besonders interessiert mich natürlich, was ihr für langweilige Passagen haltet, die ich ruhig vorspulen könnte.

Das Spiel

Es ist schon ein komisches Gefühl mal wieder ein klassisches Addon in der Hand zu halten beziehungsweise zu spielen. Gut, ganz klassisch ist es auch wieder nicht weil es alleine lauffähig ist. Da war Two Worlds II: Pirates of the Flying Fortress (2011) noch anders (ja, mir fällt kein einziges anderes Addon seitdem ein). Aber ihr wisst was ich meine. Seit dem Aufstieg der DLC gibt es sowas ja nur noch äußerst selten. Nicht einmal eine Compilation aller DLCs bekommt man abseits einer Game of the Year-Edition. Es steht höchstens noch eine leere DVD-Hülle mit einem Code für den Season Pass im Regal. Echt schlimm. Von daher schon ein klarer Pluspunkt für den Titel.

Saints Row: Gat Out of Hell (Herstellerbild)

Saints Row: Gat Out of Hell (Herstellerbild)

Abgesehen davon gibt es allerdings, wie ich auch im Video sage, gar nicht viel zu erzählen. Es ist schlicht mehr vom Gleichen mit einem etwas anderen Setting und hier und da ein paar Anpassungen/Streichungen und kleineren Neuerungen (neue Superkräfte und Aktivitäten beispielsweise). Völlig okay für den Preis und nichts anderes als ich erwartet hatte. Entsprechend kann ich die teilweise extrem stark negativen Tests nicht ganz nachvollziehen. Natürlich sollte man erwähnen, dass zum Beispiel das Aushängemerkmal der Serie, die Individualisierungsmöglichkeiten für euren Charakter, nicht mit drin sind oder traditionelle Storymissionen nicht ganz so viele vorhanden sind. Wobei sich einige Tests sogar über die etwas minimalistischeren Zwischensequenzen aufregen. Ich finde die Erzählungen mit dem Buch hingegen durchaus nett. Aber es lässt sich natürlich auch kritisieren. Dennoch habe ich teilweise das Gefühl, dass viele Tester an die Sache mit dem falschen Blick rangegangen sind (vielleicht weil sie Addons nicht mehr gewohnt sind?) oder es war schlicht der Fehler von Deep Silver es als alleinlauffähiges Produkt rauszuwerfen. Der Negativpunkt, dass der Humor angeblich zu kurz kommt, ist hingegen eine Sache, die selbstverständlich stark anzukreiden ist. Bislang konnte ich mich in der Hinsicht zwar noch nicht beschweren. Aber wenn ich sehe, dass die geniale Gesangseinlage quasi im Trailer schon gespoilert wurde und es wohl keine weitere gibt. Dann ist das schon extrem ärgerlich.

Chancen auf das Spiel des Jahres wird der Titel zwar natürlich nicht haben – dafür bietet er vermutlich doch zu wenig Inhalte so viel Spaß auch das Herumfliegen macht (vor allem, wenn man einige Upgrades gekauft hat). Aber nach gut 8-10 Stunden Spielspaß sieht es definitiv aus (hab’ zum Verfassungszeitpunkt jeztt 2 Stunden unter der Haube). Von daher bleibt meine Empfehlung: Wer Saints Row IV gespielt hat und damit Spaß hatte und Nachschub benötigt, greift bedenkenlos zu. Schon allein, weil die Geschichte ja durchaus an Teil 4 anschließt. Alle anderen sollten über die Re-Elected Edition nachdenken. Aber als erster Einstieg in die Welt der Saints taugt Saints Row: Gat Out of Hell eindeutig nicht. Was aus meiner Sicht aber nur logisch ist. Um es zu wiederholen: Wir reden hier von einem Expansion Pack.

Und damit gebe ich auch schon wieder ab bis Donnerstag! Ja, ihr habt richtig gelesen. Neue Videos sind so ein Bedarfsfall für einen solchen Eintrag. Die will ich nicht noch länger liegen lassen. Schon so ist das enthaltene Spiel schon wieder 1 1/2 Wochen alt zum Veröffentlichungszeitpunkt. Welches Spiel ich meine? Blackguards 2: Das Schwarze Auge.

Die Details zur Folge

Thema: Saints Row: Gat Out of Hell

Länge: 01:09:31

Timestamps:
Einleitung (00:00:10)
Unboxing (00:03:43)
Beginn der Spielstunde (00:07:45)
Abschließendes Fazit (01:06:55)

Aufgezeichnet mit Logitech HD WebCam 510 (720p), Fraps 3.5.99 (30fps, Full Video, Multichannel) und Adobe Audition CC 2014
Format: H.264, 2560×1440, 30fps, 11-13 MBit/s durchschnittliche Videobitrate, AAC-Audio
Geschnitten mit Adobe Premiere Pro CC 2014

Zusammensetzung des zur Aufzeichnung verwendeten Rechners

Auflösung: 2560×1440 (Vollbild) bei 60hz und adaptiven V-Sync

Preset: Ultra
Anti-Aliasing: 8x MSAA
Filter Mode: Anisotropic 16x
Scene Detail: High
Lighting Detail: High
Shadow Detail: High
Reflections: High
Post Processing Detail: High
Ambient Occlusion: High

Die Aufzeichnung mit Fraps hatte einen vernachlässigbaren Einfluss auf meine Framerate im Spiel.

Vorschau: Am Donnerstag gibt es Folge 40 von Christoph spielt mit Blackguards 2: Das Schwarze Auge.

Egal ob es Filme, Serien, Spiele oder Bücher sind – überall wo eine Geschichte erzählt wird, besteht die Gefahr, dass man vorher schon erfährt was eigentlich passiert. War es früher das Gespräch von Kollegen im Büro oder Mitschülern auf dem Pausenhof, die einem verraten haben, dass Darth Vader Lukes Vater ist. Helfen heute die sozialen Medien noch schnell und noch geballter mit Details zu Dingen bombardiert zu werden, die ihr erst noch konsumieren wollt. Schlimmer noch: Speziell im Bereich der Filme gehen mittlerweile immer mehr Studios her und packen wichtige Details der Geschichte (teilweise sogar die Twists) in ihre Trailer. So ist man quasi gar nicht mehr sicher vor dem gefürchteten Spoiler.

Wie seht ihr das? Vermiesen euch Spoiler das Leben oder zumindest den Genuss eines Werks? Ist es euch egal, wenn ihr vorher schon wisst, dass Bruce Willis ein Geist ist? Oder gehört ihr gar zu der Gruppe von Leuten, für die zu wissen was passieren wird, das Erlebnis sogar noch besser macht?

Unnötiges Symbolbild

Unnötiges Symbolbild

Euphorische Berichte sind immer ein Problem bevor ein Produkt veröffentlicht wird. Egal ob es sich dabei um den nächsten AAA-Blockbuster handelt, einen Indietitel oder irgendein Fanprojekt. Aber speziell bei letzteren frustriert es ungemein, wenn in der Überschrift so mancher Magazine dick und fett von einem “Remake des Lieblingsspiels XYZ mit Unreal Engine 200” oder “Solo-Dinosaurierspiel mit CryEngine” gesprochen wird und im Text dann unendlich viele Lobeshymnen auf praktisch null Grundlage gebracht werden. Schlimmer noch: Teilweise geht es nicht einmal um irgendein Remake, sondern der jeweilige Fan hat einfach nur seine Lieblingslocation nachgebaut (mit mehr oder weniger Erfolg) und denkt gar nicht dran ein gesamtes Spiel draus zu machen. Aber Hauptsache irgendwelche Erwartungen in dieser Hinsicht mit der Überschrift wecken.

Vergebene Liebesmüh’

Ist hingegen tatsächlich mal wirklich ein vollständiges Remake/neues Spiel geplant, erwarten einen trotzdem nur ein paar Designstudien (Renderbilder von Waffen/Monstern und vielleicht eine Location) ohne, dass man nach dieser einen News jemals wieder von dem Ding hören würde. Und die wenigen, die es tatsächlich weiter schaffen als nur diese erste Ankündigung, werden vor allem im Retro-Bereich sehr gerne und sehr schnell von den jeweiligen Publishern mit einer Trademark-Notice abgeschossen – zu Recht meiner Meinung nach. Mitleid mit diesen Fans habe ich absolut keines. Wenn ich lese “Super Mario Bros. Remake in Arbeit”, dann ist doch sofort klar, dass das Ding keine sechs Monate überleben wird. Selbst Black Mesa musste sehr schnell das “Half-Life” aus dem Namen streichen. Warum also nicht stattdessen gleich die Arbeit in einen neuen Titel stecken – gerne auf Basis einer bekannten Marke?

Natürlich bekommt so ein Werk mehr Aufmerksamkeit geschenkt als ein “Duber Hans Geschwister”-Plattformer (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aber die Chancen auf eine Veröffentlichung stehen dafür gleichzeitig unendlich mal höher. Zumal es auf einem Lebenslauf meiner Meinung nach immer besser aussieht – und darum geht es denke ich am Ende des Tages sehr vielen, die solche Fanprojekte starten beziehungsweise Renderbildchen veröffentlichen – wenn man dort eine eigene Marke (egal ob fertiggestellt oder nicht) erwähnt und im Portfolio ein eigener Charakter enthalten ist. Der “megascharfe” Zero-Suit-Render von Samus macht sicherlich genauso wenig Eindruck wie ein “Hab” 5 Jahre meines Lebens in ein Nintendo-Remake gesteckt, das kurz vor der Veröffentlichung vom Markeninhaber einkassiert wurde. Entsprechend kann ich es Ihnen auch nicht zeigen”.

Die Ausnahmen

Wing Commander: Privateer - Gemini Gold (Herstellerbild)

Wing Commander: Privateer – Gemini Gold (Herstellerbild)

Bleiben die, die es tatsächlich nach unzähligen Jahren zu einem vollständigen Release schaffen. Projekte an denen Leute gearbeitet haben (und arbeiten), die sich tatsächlich gekümmert haben, ein Team führen und zusammenhalten konnten und nicht gleich beim Abschluss der Schule/Uni/Ausbildung oder anderen lebensverändernden Ereignissen den Hut schmeißen. In Sachen Remakes lassen sich die an einer Hand abzählen, die entweder schon veröffentlicht wurden oder zumindest gute Chancen haben noch zu erscheinen. Mir fallen da aktuell sogar nur Black Mesa, Skywind und Wing Commander: Privateer – Gemini Gold ein.

Von den ganzen CryEngine-Dinosauriertitel wüsste ich hingegen keinen einzigen, der am Ende tatsächlich veröffentlicht wurde. Selbst X-Isle: Dinosaur Island, was irgendwann mal bei Ubisoft mit der CryEngine 1 in Entwicklung war, wurde nie veröffentlicht! Sind Dinosaurier und oder die CryEngine verflucht, oder warum scheint es so schwer zu sein mit denen ein anständiges Spiel zu machen? Nein, Multiplayer-Titel wie Dino: D-Day oder ORION: Prelude zählen nicht (mal ganz abgesehen von ihrer Qualität). Ich hoffe inständig, dass Jurassic World ein absoluter Knaller wird und sich danach auch die Spielebranche wieder an dem Thema versucht. Egal ob mit oder ohne Federn: Ich will Jurassic Park: Trespasser 2 oder von mir aus auch einfach nur ein Jurassic Park 2 (quasi ein Nachfolger zum DOS/Amiga-Titel)! Übrigens ist Trespasser auch eines dieser CryEngine-Dino-Remakes. Doch ich schweife ab.

“Sorry for the lack of updates, but I haven’t been working on the project much as ive been busy with other things.”

Die Realität ist nun einmal, dass so ein Fanprojekt durchzuziehen verdammt viel Arbeit ist – und zwar selbst wenn sich ein Team findet. Vielleicht wird es im Team sogar noch schlimmer eben weil die einen die Sache ernster nehmen als die anderen. Leute springen ab, halten Deadlines nicht ein (wenn es überhaupt welche gibt), stellen sich als unfähig heraus und sind über den gesamten Globus verteilt also nur schwer zu fassen, es gibt keine klare Linie wo es hin soll und wie es aussehen soll, die Sache ist zu ambitioniert und so weiter und so fort. Da sind meine zwei Einträge pro Woche ein Witz gegen würde ich sagen. Von daher ist es völlig verständlich, wenn Projekte angekündigt werden aber nie wirklich erscheinen.

Jurassic Park: Aftermath (Herstellerbild)

Jurassic Park: Aftermath (Herstellerbild)

Gleichzeitig sehe ich aber auch die lieben Journalisten in der Verantwortung genau deshalb darauf zu verzichten schon bei den ersten Screenshots (oder wann auch immer sie darauf stoßen) in die Vollen zu gehen. Man muss solche Projekte definitiv äußerst differenziert betrachten. Über Skywind kann man sich mittlerweile freuen. Da gibt es bereits über einen sehr langen Zeitraum sehr viel Aktivität und – ganz wichtig – auch sichtbare Progression und es sieht entsprechend auch ganz danach aus, als würden sie die Sache zu Ende durchstehen. Aber ein Crynosaurs oder Jurassic Park: Aftermath (sehe ich da schon wieder die Trademark-Polizei rumlaufen)? Gerne mal erwähnen. Ist ja auch wichtig, um vielleicht potentielle Leute fürs Team zu finden. Aber nicht gleich mit Lobeshymnen überschütten nur weil es einen Trailer gibt in dem ein paar Dinosaurier über die Insel in Crysis laufen oder ein paar Locations zumindest aus dem Kamerawinkel fertig erscheinen. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit, dass da nie irgendetwas Spielbares draus wird viel viel zu hoch.

Hab” ich schon erwähnt, dass ich endlich mal einen FERTIGEN Solo-Dinosauriertitel haben will? Ja? Gut.

Bis Montag!

2014 war der Kino-Umsatz für die Filmbranche zwar so hoch wie schon lange nicht mehr. Gleichzeitig sank die Zahl der verkauften Tickets. Paradox? Nein: Die Preisaufschläge dank 3D, IMAX und co. haben erneut die Bilanz gerettet. Sprich die Verluste werden mit besagten Preiserhöhungen kaschiert statt tatsächlich etwas am grundlegenden Problem zu ändern. Immerhin sind mittlerweile nicht mehr die Filesharer schuld!

Ist Kino in Zeiten von 80″-4K-MegaMonster-Curved-Bildschirmen überhaupt noch relevant? Wann ward ihr das letzte Mal dort? Was müssen die Betreiber tun, um euch anzulocken? Oder liegt es an den Filmen?

Das war also unsere erste Woche in sieben Jahren ohne einen Donnerstagseintrag. Ganz schön ungewohnt. Aber definitiv eine große Last von meinen Schultern am Mittwoch auf der Arbeit nicht auf die Uhr schauen zu müssen und Abends dann einfach zwanglos irgendwas zocken zu können ohne immer im Hinterkopf zu haben “spätestens um 18 Uhr musst du mit dem Tippen anfangen!”. Ein Eintrag braucht durchschnittlich 1-2 Stunden je nach Thema und logischerweise Umfang. Und trotzdem sind zumindest letzte Woche die Besucherzahlen nicht dramatisch eingebrochen aufgrund der doch zahlreichen Kommentare (Danke an alle Beteiligten!). So sollte das sein. Beim heutigen Thema erwarte ich allerdings ein nicht ganz so rege Engagement, denn wir reden mal wieder über mehr oder weniger alte Filme, die ihr entweder gesehen habt oder nicht :smile: .

Zuvor muss ich allerdings doch noch was loswerden: Am Samstag kam die nächste Ladung (sind nicht allzu viele) Spiele für die PlayStation Vita rein. Mit dabei war Freedom Wars. Ein Spiel, von dem ich vorher noch nie etwas gehört hatte (obwohl es in Japan sehr erfolgreich war), aber das eine aus meiner Sicht äußerst interessante Prämisse hat:

Mal kein Held sein

Es ist das Jahr 102.014. Die Erdoberfläche ist eine ausgedörrte Ruine auf der Leben unmöglich ist. Entsprechend hat sich die Menschheit in Städte unter die Erde zurückgezogen und versucht verzweifelt Mittel und Wege zu finden, es oben wieder grün werden zu lassen. Natürlich ändert dies nichts am Ressourcenmangel weswegen die einzelnen Städte unter einander Krieg führen und sich vor allem gegenseitig die Bürger klauen. Menschen, die etwas zu ihrer Stadt beitragen können (zum Beispiel weil sie geniale Ingenieure sind), sind quasi eine wichtige Ressource. Ihr schlüpft nun in die Rolle eines Sünders. Also einem Kriminellen. Weil ihr euer Gedächtnis verloren habt (ihr seid bei einem Kampf mit dem Kopf zuerst aufs Pflaster geknallt…) und somit nichts mehr Nützliches zur Gesellschaft beitragen könnt, wurdet ihr zu 1 Million Jahren Gefängnis verurteilt.

Freedom Wars (Herstellerbild)

Freedom Wars (Herstellerbild)

Aber das Justizsystem kennt auch in 100.000 Jahren noch das Wort “Rehabilitation”, deswegen bekommt ihr die Möglichkeit eure Gefängnisstrafe durch das Kämpfen im Krieg nicht nur zu reduzieren, sondern auf dem Weg in die Freiheit auch stetig Hafterleichterungen zu bekommen. Wäre ja schließlich noch mehr Verschwendung euch einfach nur verrotten zu lassen. Wagt ihr beispielsweise zu Beginn mehr als fünf Schritte in eurer Gefängniszelle zu tun, wird schlagartig eure Strafe um 10 Jahre verlängert. Ihr legt euch zum Schlafen hin? Das habt ihr euch noch nicht verdient! 10 Jahre! Ihr versucht Small Talk mit eurem Roboterbegleiter zu halten? Ressourcenverschwendung! 10 Jahre! Hat da jemand “Totalitär” gerufen?! Selbst ein einfaches Recht wie das Nutzen des Inventars müsst ihr euch erst verdienen (in diesem Fall relativ einfach durch das Spielen des Tutorials).

Zum eigentlichen Spiel, es ist ein Third-Person-Actiontitel, kann ich an der Stelle noch nicht viel sagen (erst 4 Missionen erfüllt). Angesichts der 1 Millionen Jahre erwarte ich jedoch viele, viele Wiederholungen (immerhin scheint der Onlinemodus ziemlich unkompliziert zu sein). Aber die grundlegende Geschichte finde ich so cool, dass ich euch unbedingt kurz davon erzählen wollte :smile: . Es ist allerdings etwas schade, dass der Titel nur japanische Sprachausgabe bietet (englische und deutsche Untertitel stehen bereit). Vor allem während den hektischen Kämpfen ist es doch etwas schwierig auf die Untertitel zu achten – womit wir einen sehr guten Übergang zum heutigen Hauptthema haben, denn es geht um zwei Werke aus dem asiatischen Raum:

The Raid (Cover)

The Raid (Cover)

The Raid (The Raid: Redemption – 2011) – Nein, es ist nicht der Van Heflin-Film von 1954 über den Amerikanischen Bürgerkrieg gemeint. Auch nicht die Hongkonger Action-Komödie aus dem Jahre 1991, der nie bei uns veröffentlicht wurde – wobei wir damit schon näher dran kommen. Das passiert, wenn man meint für Europa einen Filmtitel ganz oder teilweise ändern zu müssen! Eigentlich heißt das Werk nämlich The Raid: Redemption. Stattdessen gibt es bei uns die völlig irreführende Ergänzung “20 Elite Cops. 30 Floors of Hell”. Warum irreführend? Achtung: Spoiler! Weil nach gefühlt 15 der 101 Minuten von den 20 Cops nur noch eine Handvoll übrig ist, das Haus auf dem Cover nur 24 Stockwerke hat und im Film der Endgegner schon auf dem 15. Stockwerk wartet. Spoiler Ende Echt schlimm. Doch genug dazu.

The Raid ist ein indonesischer Martial-Arts-Actionfilm (sprich Schusswaffen spielen nur eine untergeordnete Rolle) mit einer äußerst simplen Geschichte, die mittlerweile stark an Dredd (2012) erinnert obwohl er später kam. Und zwar steht in den Slums von Jakarta ein Hochhaus, in dem es nur so von Kriminellen wimmelt. Eines Tages wird ein 20-Mann-Elite-Team von der Polizei hingeschickt, um endlich das Nest auszuräuchern. Wobei auch das in verschiedener Hinsicht nicht ganz stimmt. Aber ohne erneut zu spoilern, nur das relevanteste: Es sind frisch ausgelernte Rekruten statt gestählte Veteranen, welche die Arbeit erledigen sollen. Mit entsprechendem Erfolg. Schnell heißt es nur noch: “Vergesst die Mission! Wie kommen wir hier wieder lebend raus?!”

Äktschn!

The Raid (Promobild)

The Raid (Promobild)

Viel geredet wird hier nicht viel, was das Schauen des indonesischen Originals mit englischen Untertiteln entsprechend relativ einfach macht. Aber keine Angst: Es gibt anders als bei Red Cliff auch eine richtige Synchronisation. Stattdessen hechtet ihr von Actionsequenz zu Actionsequenz. Der Vergleich zu einem Videospiel ist definitiv naheliegend in dem die einzelnen Stockwerke als Levels fungieren und jeweils eine Art Zwischenboss wartet. Auch der Gewaltgrad ist definitiv auf dem Niveau eines klassischen Ego-Shooters.

Doch genau diese Reduktion auf das wesentliche, die sehr gut gestalteten und gefilmten Kämpfe, machen den Film so unterhaltsam. Geradlinig aber rasant und ohne viele Ablenkungen ist das Spektakel schneller vorbei als ihr es merkt. Wenn man so gut unterhalten wird, kümmert es nicht, dass die einzelnen Charaktere nicht großartig an Tiefe gewinnen. Zugegeben: Beim zweiten Mal anschauen verliert der Film dann sicherlich deswegen stark. Aber beim ersten Mal eine etwas ungewohntere (westliche Actionfilme sind ganz anders aufgebaut) aber gelungene Achterbahnfahrt, die von mir 4 von 5 Sics erhält. Teil 2 aus diesem Jahr soll wohl auch sehr gut sein. Mal schauen.

Snowpiercer (Cover)

Snowpiercer (Cover)

Snowpiercer (2013) – Ein südkoranischer Science-Ficition-Actionfilm (basierend auf einem französischen Graphic Novel Le Transperceneige) jedoch anders als The Raid mit hochkarätigen, englischsprachigen Schauspielern (Chris Evans, Ed Harris, John Hurt) besetzt und zu 80% auf Englisch. Die restlichen 20% sind koreanisch und an dieser Stelle ein Hinweis von mir: Wenn ihr bei Blu-ray in den Einstellungen die Untertitel komplett abschaltet, dann werden auch die koreanischen Passagen nicht übersetzt. Anfangs dachte ich, dass gehört einfach dazu bis ich dann gemerkt habe, dass die durchaus auch was Wichtiges sagen. Ist mir damals bei Der Anschlag (russisch) schon einmal passiert. Hier bitte das “I don’t know what I’m doing”-Meme einfügen.

Die Geschichte

Wir befinden uns im Jahr 2031. Die Erde ist ein Eisplanet geworden nachdem man 2014 versuchte Chemikalien in die Atmosphäre zu pumpen und damit das Ozonloch zu reparieren. Die einzigen Überlebenden der Menschheit befinden sich an Bord eines Zuges, der sich fortwährend im Kreis über die Planetenoberfläche seinen Weg bahnt um nicht einzufrieren. Ursprünglich gebaut wurde er von einem etwas verrückteren Milliardär namens Wilford (Ed Harris), der quasi eine etwas andere Art von Weltreise machen wollte. Stattdessen ist er zu einer Art Arche geworden, die von der “ewigen Maschine” angetrieben wird.

Snowpiercer (Promobild)

Snowpiercer (Promobild)

Der Religionsvergleich ist dabei gar nicht mal weit hergeholt, denn die wohlhabenderen Passagiere beten den Antrieb (=Gott) und Wilford (=Jesus) tatsächlich an. Sind ja schließlich ihre Lebensretter. Und damit sind wir auch schon beim Konflikt des Films: Der Zug ist in zwei Teile aufgeteilt. Im hinteren Bereich sind die Slums mit den Leuten, die nichts haben und sich gerade so auf den Zug retten konnten. Es herrschen Das Boot-artige Bedingungen. Im vorderen Teil haben sich hingegen die Reichen breitgemacht, die sich ein Ticket leisten konnten. Sie lassen es sich logischerweise ziemlich gut gehen (Schule, Disco, Sauna, Bäder, Aquarium, botanischer Garten, echtes Essen, und dergleichen). Der Film dreht sich nun um Curtis Everett (Chris Evans), der eine Revolution der Slumbewohner anführt und sich Wagon für Wagon zur Maschine vorkämpft.

Mitfiebern!

Wie es sich gehört, gibt es Erfolge, Niederlagen und auch so einige Überraschungen in den 126 Minuten. Und ihr als Zuschauer seid nicht nur live dabei, sondern mittendrin. Ich habe nicht umsonst weiter oben Das Boot erwähnt. Auch wenn der Zug etwas breiter zu sein scheint als ein ICE, geht es doch sehr eng zu. Entsprechend nah ist die Kamera jederzeit am Geschehen dran. Man könnte übertrieben sagen, dass ihr jede Falte in Evans ernst dreinschauendem Gesicht (Keanu Reeves lässt grüßen?) zählen könnt. Da fällt es wesentlich leichter sich in diese, auf den ersten typische Schwarz-Weiß-Geschichte, hineinziehen zu lassen und zusammen mit Curtis Wagon für Wagon in diese Welt einzutauchen und mit jedem Schritt mehr über die Situation zu erfahren. Ja, die (teils brutalen) Actionsequenzen sind ganz nett (wenngleich die CG-Effekte teilweise etwas billig). Aber das herausstechende sind meiner Meinung nach die Charaktermomente und die Art und Weise, wie sie gefilmt wurden. Das finale Duell (das dürfte kein wirklicher Spoiler sein) zwischen Wilford und Curtis wird zwar nur mit Worten ausgetragen, ist aber nicht minder spannend deswegen.

Von mir gibt es deshalb 4 von 5 Sics und ich finde, dass man diesen Film durchaus mal gesehen haben sollte. Deshalb verstehe ich auch nicht die Leute, welche schon allein die Prämisse des Films (ein Zug, der die Erde umrundet) für absoluten Quatsch halten. Ist ja nicht so, als würde es in den 10 Minuten logisch erklärt werden (soweit eben ein etwas verrückter Milliardär logisch sein kann) warum weshalb und wieso die Situation so ist, wie es ist. Aber selbst ohne ist so ein Gefährt bei weitem nicht das Utopischste, was uns je ein SciFi-Film vor die Nase gesetzt hat. Ganz im Gegenteil.

Spoiler

Snowpiercer (Promobild)

Snowpiercer (Promobild)

Der Hauptgrund, warum der Film von mir keine 5 Sics bekommt, ist das Happy End. Und ja, der Regisseur hat in irgendeinem Interview mal gesagt, dass es ein hoffnungsvolles Ende sein soll und Yona nicht einfach nach der Schwarzblende erfriert beziehungsweise vom Eisbär gefressen wird. Was mich an der ganzen Sache stört ist zum einen, dass es quasi eine B-Story ist, die zu diesem Ende führt. Curtis hat damit praktisch nichts zu tun. Zum anderen macht es die Hauptgeschichte und Curtis‘ Herochoice (übernehme ich Wilfords Posten oder stehe ich zu meinen Idealen) aus meiner Sicht hinfällig. Dabei ist, wie oben geschrieben, das Aufeinandertreffen der beiden und der dazugehörige Twist (alles war geplant) doch ganz klar der Höhepunkt des Films (und gewohnt Ed Harris wie wir ihn kennen).

Stattdessen haben seine Entscheidung (er durchbricht natürlich den Zyklus) und die dadurch möglicherweise entstehenden Konsequenzen keinerlei Relevanz. Den Zug gibt es schließlich nun nicht mehr. Ich hätte die Lawine weggelassen und stattdessen einen Epilog bevorzugt, in dem der Zug stehen bleibt (weil der Antrieb nun kaputt ist) und entweder alle erfrieren oder, wenn es unbedingt ein Happy End sein muss, sie dann alle notgedrungen gemeinsam in die weite Welt aufbrechen und ihr Glück versuchen. Oder, die beste Variante, einfach das Ende der Vorlage übernehmen. Keine Ahnung was daran so großartig falsch war abseits der Tatsache, dass das Publikum vielleicht mit einem weinenden Auge zurückgelassen worden wäre.

Spoiler Ende

Und damit gebe ich ab bis Montag beziehungsweise am Donnerstag werde ich mal die Idee ausprobieren quasi einen Diskussionsthread zu veröffentlichen. Muss mir nur noch ein kontroverses Thema suchen, wo möglichst viele mitreden können :smile: .

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