17 Jahre ist es demnächst (November 1998) her, dass Half-Life das Shooter-Genre quasi über Nacht von stupidem Geballere ohne Plan hin zu einem Mittendrin-Erlebnis revolutionierte. Speziell die Entscheidung von Valve auf traditionelle Zwischensequenzen zu verzichten, war ein Meilenstein. Statt euch einfach nur einen Film zu zeigen, behieltet ihr die ganze Zeit über die Kontrolle über euren Charakter.

Doch nicht alle Spiele sind auf diese neue Art der Erzählweise aufgesprungen. Entsprechend heute die Frage an euch: Gefällt es euch besser, wenn die Entwickler euch das Ruder aus der Hand nehmen und euch genau das zeigen, was sie euch zeigen wollen? Oder seid ihr lieber selbst Herr der Lage und lebt mit der Gefahr etwas zu verpassen, um im Gegensatz vielleicht etwas anderes zu entdecken?

Ich seh‘ schon: Beim Christoph wird über lang oder kurz doch zu einem Life-Blog. Geahnt hatte ich es schon anno 2011, als damals Bagdadsoftware seinen 10. Geburtstag feierte und ich als Blick auf das Jahr 2021 schrieb:

Ob sich diese Inhalte dann immer noch um Videospiele, Katzen und anderen Nerdkram drehen werden oder durch alltäglicheres ersetzt wurden — das steht auf einem anderen Blatt.

Das alte Lied

Mein Bunker nach der Pest

Mein Bunker nach der Pest

Die Situation mit dem Spielen wird nämlich gefühlt nur schlimmer. Wie soll es auch anders sein, wenn ich meine eigene Wohnung letzte Woche praktisch gar nicht gesehen habe (weder von innen noch von außen). Dabei hatte ich Anfang des Monats sogar mal wieder ein paar Spiele gekauft (Mortal Kombat X, Dying Light und Resident Evil: Revelations 2) gehabt in einem Anfall geistiger Umnachtung. Glaub‘ in Dying Light habe ich es immerhin bislang geschafft knapp zwei Stunden zu investieren trotz der Hitze. Macht im ersten Moment auch gefühlt etwas mehr Spaß als die Dead Island-Titel. Hauptgrund ist, dass es nicht ganz so ziellos und unzusammenhängend wirkt. Die Hauptgeschichte ist zwar weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau aber dafür haben die Nebenquests wesentlich mehr Biss. Außerdem funktioniert das Parkour überraschend gut (wenn auch nicht ganz so perfekt wie man es sich wünschen würde) und speziell nachts habe ich wesentlich mehr Respekt vor den Zombies (auch wenn die Mechanik „Zombies mit Sichtradius“ ein wenig deplatziert daherkommt). Ist ja sonst eher so, dass bis auf ein paar Bosse die alle relativ witzlos sind. Das stört mich zum Beispiel ein wenig an den Dead Rising-Titeln (neben dem ganzen Gehetze wegen des Zeitlimits). Hier ist das nur Tagsüber so. Aber da beides bekanntlich indiziert ist, halte ich jetzt wieder meinen Mund.

Kommen wir stattdessen zu einem anderen Titel mit dem ich mich wesentlich mehr beschäftigt habe: Fallout Shelter. Zur Erinnerung: Das ist das Spin-Off für Smartphones (die Android-Fassung kommt Mitte August), in dem ihr einen Fallout-Bunker aufbaut und die Bewohner darin hegen und pflegen müsst. Leider ist da vermutlich jetzt auch die Luft raus. Da ich mal einen Tag keinen Bock hatte ständig Ressourcen zu sammeln (das übliche Farmville-Gameplay), waren meine Bewohner aufgrund von Essensmangel sehr Angeschlagen in Sachen Lebensenergie. Normalerweise erst einmal kein Problem. Ein paar Stimpaks und eine halbe Stunde lang fleißig Ressourcen sammeln und alles ist wieder gut. Leider wurde mein Bunker gleichzeitig von einer Kakerlaken-Plage buchstäblich überzogen. Was am Ende übrig blieb waren haufenweise Leichen in allen Räumen (mindestens 50 von 96) und nicht einmal ansatzweise genug Geld, um alle Bewohner wiederzubeleben. Aber auch nicht genug Leute, um den Betrieb halbwegs aufrecht zu halten. Von daher werde ich, so wie ich mich kenne, das Ding jetzt auch schon wieder zur Seite legen und mich anderen Gefilden zuwenden. Wobei das auch nicht weiter schlimm ist, da ich sowieso bis auf einen Raum schon alles freigeschaltet hatte und das Spielprinzip auf Dauer doch extrem öde ist. Dann doch lieber einen KairoSoft-Titel, wie ich finde.

Das neue Lied

Was treibe ich also die ganze Zeit? Nun, ich hatte logischerweise lange gewartet, bevor ich euch von meiner geänderten Lebenssituation erzählt hatte. Wusste ja auch nicht, ob das überhaupt was wird und es die ersten Wochen überlebt. Da die Zeichen aber nun ganz gut aussehen (der Urlaub war im Prinzip die letzte Vorprüfung ob wir uns wirklich volle 24 Stunden aushalten), waren die letzten Wochen und werden damit auch die kommenden durch das Thema „Zusammenziehen“ bestimmt. Warum das alles so viel Zeit in Anspruch nimmt? Meine Wohnung ist ja schließlich groß genug für zwei. Entsprechend dürfte das doch gar nicht viel Aufwand sein. Umziehen, Ummelden, Vermieter Bescheid sagen und ein paar Versicherungen/Verträge kündigen. Fertig. Das ist eine Sache von nicht einmal einer Woche, würde jetzt unser Muster-Besucher sagen.

Theodor-Heuss-Brücke (Mainz–Wiesbaden) Quelle Wikipedia / JosePian unter CC BY-SA 3.0

Theodor-Heuss-Brücke (Mainz–Wiesbaden)
Quelle: Wikipedia; Autor: JosePian;
Verwendung gemäß CC BY-SA 3.0

Ganz einfach: Weil ich tatsächlich unter die Bauherren gehe. Und bevor jetzt sofort wieder alle die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Es wird so finanziert, dass es einer von uns alleine tragen kann im Fall der Fälle ohne es gleich abstoßen/Zwangsversteigern zu müssen. Wir haben darüber definitiv sehr lange und sehr intensiv nachgedacht/diskutiert und jedes mögliche Horrorszenario durchgespielt (inklusive im absoluten Streit und voller bösem Willen auseinander gehen) und treffen entsprechende Vorabmaßnahmen (inklusive Privatvertrag). Ich renne da nicht mit offenen Augen ins Verderben. Liebe hin oder her: Wer weiß was morgen ist und unter der Brücke will ich garantiert nicht enden. Schon allein, weil die Brücken hier in Darmstadt nicht gerade gut für Obdachlose geeignet sind :smile:.

Perfekte Zeiten

Aber Scherz beiseite: Das Risiko 100% ausschließen lässt sich zwar nie (eine Kündigung beispielsweise), dass nicht doch noch was in die Hose geht. Aber es ist sehr viel Denkkapazität in das grundlegende Vorhaben geflossen bevor auch nur groß die Sucherei anfing. Gleichzeitig ist die aktuelle Situation quasi perfekt: Die Zinsen sind im Keller (1,8%!), wir im besten Alter, haben einen sicheren Job und verdienen gut und ob ich jetzt monatlich einen Haufen Geld einem Vermieter in den Rachen werfe oder mir zum gleichen Preis etwas handfestes Kapital schaffe – die Wahl dürfte eindeutig sein. Eine Eigentumswohnung stand natürlich auch im Raum aber wenn man die Preise hier im Darmstädter Gebiet vergleicht, ist ein kleines Reihenhäuschen in einem Neubaugebiet/Wohnpark eindeutig die bessere Wahl.

Somit haben wir die Tage viel Zeit damit verbracht Musterhäuser (und auch Bestandshäuser – stand auch als Option natürlich offen) zu besichtigen. Mittlerweile dürfte der Auswahlhammer aber ziemlich gefallen sein. Jetzt heißt es die Finanzierung im Detail planen und in trockene Tücher bringen. Wenn das alles soweit passt und nicht doch noch etwas Unvorhergesehenes passiert, beginnt anschließend das Bauen (bzw. technisch gesehen steht das Fundament sogar schon – die Firma ist sich wohl ziemlich sicher alle Häuser verkauft zu bekommen) und Anfang 2016 steht der Einzug ins traute Eigenheim bevor. Hätte ich selbst nie gedacht, dass mir das mal passieren würde. Doch ich habe mich durchaus recht schnell mit dem Gedanken angefreundet muss ich sagen. Wie gesagt passt einfach grad alles irgendwie, um so was anzugehen.

Die Zukunft

Die Folgen für Beim Christoph dürften klar sein: Es wird vermutlich bald eine neue Kategorie „Hausherr“ oder so ähnlich geben. Schließlich will ich euch ja an den Erfahrungen (Positiv wie Negativ) teilhaben lassen, die mit der ganzen Chose verbunden sind. Natürlich wie immer unter der Prämisse, dass ich nicht alles ins Internet hinausposaunen werde und zwischen Realität und Niederschrift durchaus auch mal ein paar Wochen ins Land ziehen lasse. Ist aber garantiert auch für euch ganz interessant zu wissen das Ganze. Die Älteren unter den Besuchern, die schon im trauten Eigenheim sitzen, dürfen sich dann jedes Mal ins Fäustchen lachen, wenn ich von den gleichen Fehlern schreibe, die sie schon vor Jahren gemacht haben :smile: .

Wünscht mir also Glück (oder von mir aus auch die Pest – mir wurscht) und wir lesen uns am Montag wieder!

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr es noch nicht gemerkt habt: Der Sommer ist da. Die Temperaturen in den letzten Wochen haben oft die 30°C überschritten und die Sonne ist ein Dauergast am Firmament. Oder anders ausgedrückt: Es ist scheiß‘ warm und zwar nicht nur draußen, sondern auch drinnen!

Da stellt sich natürlich die Frage, wie ihr es bei den Temperaturen mit dem Spielen haltet. Setzt ihr euch mit dem Laptop/Tablet/Smartphone in den Park? Haltet ihr es tapfer im Ledersessel im stickigen Arbeitszimmer aus? Oder verzichtet ihr ganz darauf, während euer Gehirn verpruzelt und macht etwas anderes?

PS: Nein, ich schaue mir die Fragen nicht von GamersGlobal ab. Ich seh‘ das immer erst Montags, dass dort drüben Sonntags quasi schon die gleiche Frage gestellt wurde und reg‘ mich drüber auf. *grml*

Kessy

Ein tierischer Statusbericht

Kessy auf einem ihrer Lieblingsplätze

Einer meiner Lieblingsliegeplätze

Hält sich ja sehr in Grenzen die Begeisterung über meinen 13. Geburtstag hier Beim Christoph. Und dann wird auch noch das „100% Frauen“-Klischee erfüllt. Natürlich habe ich nicht erwartet von Azzkickr gratuliert zu bekommen – aber gar keiner der männlichen Besucher? Schwach! Oder hat das nur etwas mit Aberglauben zu tun? Also, dass es Unglück bringt jemanden zu seinem 13. Geburtstag zu beglückwünschen? Wäre natürlich kein Grund eurer Knuddelgöttin nicht zu huldigen!

Vernachlässigt!

Aber ich bin es ja leider mittlerweile gewohnt nur noch die zweite Geige überall zu spielen. Nicht nur, dass ich den doofen Webmaster nun nicht einmal mehr alle vier Wochen sehe und er mich dann auch weiterhin fast immer zum Frisör schleift. Seit neustem bringt er auch noch so eine kleine Dame mit, der er irgendwie wesentlich mehr Aufmerksamkeit schenkt als mir. Völlig unverständlich. Als gäbe es eine wichtigere Person als mich! Wie kann jemand, der nur ein paar Haare auf dem Kopf hat eine bessere Gesellschaft sein als ich?! Da macht das Streicheln doch gar keinen Spaß.

Einen Lichtblick gibt es bei der Sache allerdings dann doch: Die junge Dame versteht definitiv ihr Knuddelhandwerk. So gut durchgeknuddelt bin ich schon lange nicht mehr geworden. Das ist jedes Mal ein so dermaßen geniales Gefühl, das lässt sich gar nicht so richtig in Worte fassen. Wenn sie mich mit beiden Händen sanft aber bestimmt hinter den Ohren krault und mir gleichzeitig den Kopf massiert, dann fühle ich mich als wäre ich im siebten Katzenhimmel. Allein wenn ich schon wieder dran denke, kommt in mir das Bedürfnis hoch das Schnurren anzufangen. Mmmmmh.

Aufregung pur!

Andere pflanzen Pflanzen, wieder andere Katzen.

Andere pflanzen Pflanzen, wieder andere Katzen.

Abseits von dieser Neuerung gibt es gar nicht mal so viel zu berichten aus meinem Katzenleben. Es ist die meiste Zeit doch der alte, liebgewonnen Trott bestehend aus Essen, Schlafen, Putzen, Schlafen, Essen, Schlafen, Putzen, Schlafen, Schlafen, etc. Über zwei Sachen kann ich aber auf jeden Fall berichten. Da wäre zum Beispiel die Wiese gegenüber der Kirche, die es jetzt leider nicht mehr gibt. Irgendein Vollidiot – ja, man muss es so krass ausdrücken! – hat da nun ein total hässliches, kleines Haus draufgestellt. Könnt ihr euch das überhaupt vorstellen?! Auf meinen Mäusejagdgrund einfach ein Gebäude gestellt! Eine absolute Sauerei!

Muss ich jetzt etwas Zuhause in der Scheune jagen gehen, oder was?! Da ist mir doch viel zu kalt und dunkel drin! Außerdem kann man sich im Stroh einfach nicht so gut wie ein cooler Löwe in der Savanne fühlen. Ihr wisst schon: Langsam und gebückt durch das saftig grüne Gras auf die Beute zu schleichen, dann mit einem riesigen Satz den Feind erlegen und genüsslich im Schutz der Halme verspeisen. Herrlich. Bitte? In der Savanne gibt es nicht so grünes Gras wie bei uns? Ach halt doch einfach die Klappe, du vorlauter Besucher! Du verstehst das doch sowieso nicht. Du mit deinen zwei Beinen. Du könntest dich noch so tief ins Gras legen und wärst trotzdem meilenweit sichtbar. Außerdem habt ihr Nacktaffen viel zu wenig Fell, um für einen Löwen durchzugehen.

Veränderungen!

Doch nicht nur auf der Wiese wird kräftig gebaut. Auch Zuhause ist irgendwie seit ein paar Monaten mächtig viel Aktivität ausgebrochen. Vor allem die kleine Chefin und ihr männlicher Begleiter sind mittlerweile sehr oft in meinem Revier anzutreffen und machen dann zusammen mit dem Chef in irgendeiner Ecke viel Krach und Dreck. Mir scheint, als wollten sie hier renovieren. Aber da gebe ich ihnen! Die sollen es bloß nicht wagen mich in irgendeiner Weise in meiner täglichen Routine dauerhaft zu stören! Meine Liegeplätze müssen unter allen Umständen da bleiben wo sie sind. Ich merke es sofort, wenn sie auch nur einen Millimeter versetzt wurden und dann gibt es Ärger, das sage ich! Da ist nichts mehr sicher! Und wenn denen dann auch noch einfällt irgendwelche Türen ständig zuzumachen, dann wird es mächtig Action geben im Haus.

Ein weiterer meiner Lieblingsplätze

Ein weiterer meiner Lieblingsliege- und Sitzplätze

Aber es kommt noch schlimmer: Ich habe gehört, der kleine Chef hätte auch noch eine eigene Katze, die dann natürlich mit Umziehen müsste. Und soweit ich weiß ist das so eine billige 08/15-Hauskatze. Das geht ja mal so überhaupt nicht. Mit einer norwegischen Waldkatze, einer Perser oder auch mit einer anderen Maine Coon könnte ich ja noch leben. Die sind wenigstens auf meinem Niveau. Aber eine stupide Wald- und Wiesenkatze? Wenn die in mein Territorium einziehen soll, dann gibt’s mächtig Ärger. Da werde ich dem Drecksvieh sofort klar machen, wo sein Platz ist. Ich Diva kann mich doch nicht im gleichen Haus wie so eine niedere Kreatur aufhalten. Völlig undenkbar!

Ein positiver Ausgang für so eine Aktion wäre vermutlich nur zu erwarten, wenn sich das Vieh noch als Sklave abrichten ließe. Ich glaube der Kater (macht es noch schlimmer!) ist noch keine fünf Jahre alt. Da könnte das noch klappen und er wäre immerhin ein wenig nützlich für mich. So als Leckerli-Apportierer oder Mäuseloch-Beobachter vielleicht. Aber nur als mitfressender Störenfried, der in MEINE Blumentöpfe kackt? Niemals!

Epilog

Doch genug aufgeregt. Jetzt habt ihr mal wieder einen kleinen Überblick darüber, wie es mir im Hutzelgrund so ergeht. Technisch gesehen natürlich nichts überwältigendes Neues dabei, aber was erwartet ihr auch bei einer alten Dame? Ich habe meine Routine mittlerweile drin und die ziehe ich nun bis zum Lebensende durch. Auf Neuerungen kann ich in meinem Alter eindeutig verzichten. Das regt nur unnötig auf, artet somit in Stress aus und lässt das Fell ausfallen. Und das wollen wir natürlich nicht. Ich möchte meine Pracht schließlich bis zum Ende behalten, egal wie sehr der Frisör versucht daran etwas zu ändern indem er immer gefühlt eine zweite Katze aus mir rauskämmt, der Drecksack. Das sind meine Notreserven! Echt schlimm.

Aber gut. Ich gehe mal stark davon aus, dass wir uns erst im nächsten Jahr wieder lesen werden. Wie gesagt: Ich spiele ja nur noch die zweite Geige. Von daher gehe ich jetzt wieder Leckerli futtern und meinen Schönheitsschlaf halten.

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