Oliver Stone

Oliver Stone am Set von Savages (Universal Pictures)

Oliver Stone ist einer dieser Regisseure, deren beste Zeit gefühlt schon lange hinter ihnen liegt. Statt mit ihren Filmen selbst zu begeistern, stehen sie in letzter Zeit mehr aufgrund ihrer Themenwahl in der Presse. Zugegeben: Stone war schon immer jemand, der sich an Sachen ranmachte, die nicht unbedingt jedem passten. Aber was er in den letzten 10 Jahren so produziert hat, hinterlässt mitunter schon einen faden Beigeschmack.

Da wäre seine unverständliche Faszination mit Fidel Castro, dem er gleich drei Dokumentarfilme (Comandante (2003), Looking for Fidel (2004), Castro in Winter (2012)) spendierte, sein völlig verfrühter und absolut falsch besetzter Film zum 11. September 2011 namens World Trade Center (2006 mit Nicolas Cage), das komische Ding (war das grad Satire, was ich gesehen habe oder ernst gemeint?!) namens W. (2008) über Präsident George Bush Jr. und sein Anbandeln mit dem Venezuelischen Präsidenten auf Lebenszeit Hugo Chávez (Mi Amigo Hugo (2014)) neben so einigen anderen mehr oder weniger fragwürdigen Werken bei denen man sich nicht so wirklich sicher war, ob da grad eine politische Agenda über die Leinwand lief oder nicht.

Er ist aber auch jemand, der definitiv einen etwas ungewöhnlicheren Stil pflegt. Bei ihm stehen Charaktermomente und die dazugehörigen starken Bilder mit einem extremen Blick fürs Detail klar im Vordergrund. Klar gibt es hier und da Explosionen aber er gehört ganz klar mehr zur Scorsese-Schule der Regisseure. Das ist vermutlich mit der größte Grund, warum ich grundsätzlich sehr an seinen Filmen interessiert bin. Und es gehen auch definitiv einige sehr interessante Werke auf sein Konto. So mögen zwar nicht unbedingt immer inhaltlich ganz korrekt sein (viele basieren auf wahren Begebenheiten). Aber selbst dann regen sie zumindest zum Nachdenken an. Was hat er also so halbwegs interessantes gemacht?

  • Salvador (1986) – Absoluter Box-Office-Flop, der aber von Kritikern extrem hochgelobt wurde. Es geht um den erfahrenen aber fiktiven Fotojournalisten Richard Boyle, der über den realen Bürgerkrieg in El Salvador (1979-1992) berichten soll und, wie soll es anders sein, fürchterliches erlebt. Nun will er raus aus dem Land.
  • Platoon

    Platoon (Promobild)

    Platoon (1986) – Wer kennt nicht das berühmte Bild von Willem Dafoe (in einer Glanzrolle), der im Dreck kniet und gen Himmel schreit. Quasi noch so ein brutaler Kriegsfilm, dieses Mal über Vietnam und basierend auf den persönlichen Erfahrungen von Stone im Krieg.

  • Wall Street (1987) – Michael Douglas in einer wenn nicht sogar der besten Rolle seiner Karriere (Falling Down wäre noch ein Kandidat) als rücksichtsloser Investmentbanker. Von vielen falsch verstanden, trotzdem noch ein heute brandaktueller Klassiker. Der Nachfolger (Wallstreet: Geld schläft nicht (2010)) war auch okay hatte aber bei weitem nicht den Einschlag.
  • Geboren am 4. Juli (1989) – Film Nummer Zwei über Vietnam. Allerdings geht es weniger um den Krieg als vielmehr um die Veteranen, die zurückkehren und wie ihr Leben danach aussieht. Für mich der erste Film Stones, wo er so richtig seine “amerikanische Seite” raushängen ließ. Kam bei selbigen natürlich extrem gut an. Vermutlich auch dank Tom Cruise, der damals noch auf Wolke 7 schwebte was Hollywood anging.
  • The Doors (1991) – Ein Doku-Drama über die gleichnamige Rockband um Jim Morrison (Val Kilmer in einer extrem starken Performance) bei der sich Morrisons Familie (teilweise zu Recht) massiv über die angeblich falsche Darstellung beschwerten. Quasi das erste Mal, wo er so zeigt, dass ihm die Realität zweitrangig ist, sollte sie ihm nicht dramatisch genug sein.
  • JFK (1991) – Ich weiß, ich wiederhole mich so langsam. Aber auch hier wieder ein bekannter Schauspieler, Kevin Costner, in einer absoluten Paraderolle als Anwalt, der die JFK-Verschwörung aufdecken möchte. Das Ergebnis ist ziemlich einseitig und fragwürdig (Stichwort “Schwulenorgie”) aber nichtsdestotrotz einer der am besten Inszenierten und spannendsten Gerichtssaalthriller aller Zeiten.
  • Zwischen Himmel und Hölle (1993) – Der dritte Teil von Stones Vietnam-Trilogie. Dieses Mal darf Tommy Lee Jones dran, der sich in eine junge Vietnamesin verliebt und sie nach Amerika holt. Leider verkraftet Steve, wie die meisten Veteranen, die Rückkehr nicht und alles geht massiv den Bach runter. Definitiv der schwächste der drei weil die Geschichte viel zu dünn ist für einen 2-Stunden-Film. Da können die erneut starken Bilder einfach nicht drüber hinwegtäuschen. Muss man also nicht gesehen haben.
  • Natural Born Killers (Promo-Bild)

    Natural Born Killers (Promobild)

    Natural Born Killers (1994) – Ein Film, an dem sich die Geister scheiden allerdings vermutlich aus unterschiedlichen Gründen. Speziell die Gewaltdarstellung hat damals für viel Aufregung gesorgt. Ich selbst kann auch relativ wenig mit der Geschichte über ein Amokläuferpäärchen auf Drogentrip anfangen obwohl das ursprüngliche Drehbuch von Quentin Tarantino stammt (vielleicht hätte doch lieber er selbst es drehen sollen). Für mich ist der Mix aus Flashbacks mit sinnlosem Gemorde einfach nicht wirklich ansprechend. Dann lieber Bonnie and Clyde (1967).

  • Nixon (1995) – Am Anfang des Films steht, dass es sich hier um eine “Interpretation” der Ereignisse handelt vor allem basierend auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Im Zentrum steht Nixon wie er seine berühmten Tonbandaufzeichnungen aufnimmt. In Flashbacks wird dann in die entsprechende Zeit zurückgesprungen und das jeweilige Event gezeigt. Von allen seinen Präsidentenfilmen wohl der, der am nächsten an der Realität ist und Anthony Hopkins als Nixon ist, auch hier wieder, einfach die perfekte Besetzung.
  • U-Turn – Kein Weg zurück (1997) – Jennifer Lopez hat mal auf Schauspielerin gemacht. Erinnert ihr euch noch? Vermutlich nicht. Auch U-Turn wird daran wenig ändern. Es geht um einen abgefuckten Typen namens Bobby (Sean Penn), der ein paar Gangstern 13.000 US-Dollar schuldet. Leider geht seine Karre auf dem Weg zu ihnen in einer Kleinstadt kaputt. Er übergibt sie einem schäbigen Mechaniker, der von ihm immer mehr Geld will und trifft auf Lopez, die im Film verheiratet ist aber davon weiß Bobby nichts. Am Ende bringen sich irgendwie alle gegenseitig um. Ein ziemlich vergessliches Werk.
  • Any Given Sunday (Promobild)

    Any Given Sunday (Promobild)

    An jedem verdammten Sonntag (1999) – Es gibt viele Rollen Al Pacinos, die sich als Kandidat für die beste seiner Karriere anbieten. Egal ob es Michael Corleone in The Godfather II ist, Tony Montana in Scarface, Lieutenant Vincent Hanna in Heat — die Auswahl ist groß. Für mich ist es aber seine Darstellung des Coachs Tony D‘Amato in Oliver Stones Drama über ein (fiktives) American-Football-Team. Das muss man definitiv gesehen haben. Aber auch abseits von Pacino hat der Film viel zu bieten, gibt er doch einen interessanten Blick auf diesen professionellen Sport und zwar aus allen relevanten Blickwinkeln (Wettbüros, Trainer, Spieler, Vereine, etc.) ohne dabei großartig zu predigen und mit eindrucksvoller Bildgewalt. Aus meiner Sicht ein absoluter Pflichtfilm.

  • Alexander (2004) – Colin Farrell in der Rolle von Alexander dem Großen. Okay, vergesst diesen Film gleich wieder. Nix gegen ihn, aber für die Darstellung einer solch historisch wichtigen Figur taugt er nicht. Angelina Jolies nackter Hintern kann da zwar ein wenig drüber hinwegtäuschen aber was Historien-Schinken angeht, ist Alexander einfach nur schlecht. Im Detail sicherlich besser als das “Wer will Brad Pitts Penis sehen?”-Werk namens Troja, aber trotzdem nichts was man gesehen haben muss. Gebt euch lieber sowas wie Ben-Hur (1959), Die zehn Gebote (1956), oder Sparatacus (1960), wenn ihr sehen wollt, wie man es richtig und nicht weniger eindrucksvoll macht.
  • Savages (Promobild)

    Savages (Promobild)

    Savages (2012) – Stein des Anstoßes für diesen Eintrag und definitiv Stone in alter, bekannter Form. Im Film folgt ihr Chon (eine Art BWL-Student) und Ben (Kriegsveteran), die ins Canabis-Business einsteigen und immensen Erfolg haben. Natürlich bleibt der Erfolg nicht unbeachtet: Ein mexikanisches Kartell will ein Stück vom Kuchen abhaben. Chon und Ben finden das nicht lustig, also entführt das Kartell kurzerhand ihre Freundin O. Das finden wiederrum Chon und Ben nicht so gut und versuchen sie schnellstmöglich wieder zurück zu bekommen. Es entsteht ein spannendes Katz- und Mausspiel bei dem lange nicht klar ist, wer am Ende tatsächlich überleben wird und eigentlich alle nur verlieren können (inklusive einem wirklich überraschenden Twist am Ende). O, die Erzählerin, sagt entsprechend auch am Anfang “Nur weil ich euch diese Geschichte erzähle, bedeutet das nicht, dass ich mich nicht gerade mit einem Stein am Fuß am Grund des Meeres befinde”.

    Salma Hayek als die einsame Chefin vom Drogenkartell, John Travolta in seiner Standardrolle als schmieriger Typ auf Seiten der amerikanischen Drogenbehörde (das hat er immer noch drauf) und Benicio del Toro als verdammt sadistischer Killer des Kartells machen genauso wie die drei Hauptdarsteller eine extrem gute Figur. Zusammen mit der erneut etwas ungewöhnlicheren Darstellung und Erzählstruktur ist es zwar ein äußerst brutales Werk (was aber wahrscheinlich noch harmlos im Vergleich zur Realität des Drogenkriegs in Südamerika ist) aber eben wieder eines mit sehr guten Charakteren, von denen die meisten sich eben nicht einfach nur in schwarz und weiß aufteilen lassen. Klare Empfehlung von mir.

Und damit habt ihr wieder ein bisschen mehr Futter auf eurer “Werde ich vielleicht irgendwann mal anschauen”-Liste.

Bis Montag!

Andere erfreut der Anblick ihrer Freundin, andere das Ergebnis einer Verfügbarkeitsprüfung

Manche erfreut der Anblick ihres Partners, andere sowas

Am Samstagmorgen war es endlich soweit: Die Multi-service access node im Multifunktionsgehäuse zwei Straßen weiter war im System endlich buchbar nachdem Anfang der Woche bereits das Rathaus die Pressemitteilung meines Arbeitgebers zum Abschluss der Arbeiten rausgehauen hatte und ich konnte endlich den neuen Tarif bestellen. Jetzt heißt es auf die Auftragsbestätigung warten und den darin enthaltenen Bereitstellungstermin. Am Ende werden es aber trotzdem allerhöchstens zwei Monate gewesen sein, in denen ich wieder in die Steinzeit des Internets zurückkehren musste. Bitte nicht persönlich nehmen, wenn ihr gezwungen seid immer noch nur mit 348 kbit/s oder über LTE zu surfen. Aber ihr wisst ja: Was man einmal hat, gibt man ungern wieder her.

Rein rechnerisch werde ich spätestens ab Mitte November mindestens 90 Mbit/s an Downloadbandbreite und einen Upload von 33 Mbit/s zur Verfügung haben und damit fast doppelt beziehungsweise viermal so schnell wie im Elternhaus unterwegs sein. Genial! Endlich wieder Twitch-Streams auf “Source” schauen und keine Downloads mehr priorisieren/anhalten müssen. Und natürlich, ganz wichtig: Wieder neue Videos von mir! Die letzte Folge von Christoph spielt ist schließlich auch schon wieder zwei Monate alt. Doch dazu dann mehr, wenn es tatsächlich soweit ist.

Die Konkurrenz

Natürlich: Ich hätte auch auf Kabel umsteigen können. Die Grundgebühr für den Fernsehteil bezahl ich ja eh schon jeden Monat mit den Nebenkosten (was mich verständlicherweise absolut ankotzt zusammen mit der Rundfunkgebühr). Aber nicht nur weil mir eine bestimmte Firma jeden Monat Geld auf mein Konto überweist, würde ich niemals zu solch einem Anbieter wechseln. Das Linesharing ist in dicht besiedelten Gebieten einfach eine blöde Idee, wie beispielsweise auch Rondrer mittlerweile feststellen musste (=Bandbreiten brechen abends und am Wochenende massiv ein). Da lobe ich mir meine dedizierte Leitung, die mir normalerweise konstant 24/7/365 die volle Leistung bringt.

Also zumindest solange ich nicht sonntags auf YouTube unterwegs bin. Da kann auch ich dann die Bytes einzeln zählen. Keiner kann mir erzählen, dass das normal ist. Entsprechend stelle ich mir die Frage: Wo bleibt denn endlich das Gesetz zur Netzneutralität, liebe EU?! Bitte? EU-Ratspräsidentschaftsinhaber Italien hat zu viel mit anderen Sachen zu tun, deswegen wurde die Sache erstmal vertagt? Na dann. Das Gesetz zur Subventionierung der armen Tomaten-Bauern ist natürlich viel wichtiger. Kann ich vollkommen nachvollziehen auch wenn ein Gesetz gegen Dumping-Preise und das Erziehen der Bevölkerung, dass Geiz eben nicht geil ist vielleicht die langfristig bessere Lösung wäre.

Bevor wir aber jetzt anfangen hier politisch zu werden – eine Diskussion, bei der ich nur verlieren kann –, wechseln wir doch lieber mal das Thema: Nachdem der gesamte Umzug mittlerweile komplett abgeschlossen ist und ich auch mein erstes Gehalt in neuer Höhe letzte Woche überwiesen bekam, habe ich mir mal ein paar Videospiele von meiner neuen Warteliste (die “gibt keine Special Edition zum Release und ist für mich kein “Must Have”, deswegen später”-Titel) gegönnt:

Fallende Mechs

Titanfall (Cover)

Titanfall (Cover)

Technisch gesehen gab es von Titanfall zwar eine Spezialfassung, aber auch ich habe meine Limits. Eins davon ist keine 250 Euro für eine Collector’s Edition auszugeben und zwar egal wie cool die darin enthaltene Figur aussieht (und sie sieht EXTREM cool aus). Ja, selbst die berühmte Nano Edition von Crysis 2 (mit dem wirklich praktischen und hochwertigen Rucksack) hat damals nur um die 160 Euro gekostet!

Titanfall lässt sich wohl am besten mit “The Prodigy Returns” beschreiben. Nachdem sie als Teil von 2015 für Electronic Arts den Hit Medal of Honor: Allied Assault produziert hatten, gründeten die Designer Jason West und Vince Zampella zusammen mit Gran Collier Infinity Ward und erschufen das Monster namens Call of Duty. 2010 hatten sie dann keine Lust mehr darauf, gründeten Respawn Entertainment und kehrten in die offenen Arme von Electronic Arts zurück (weil der Publisher es einfach nicht schaffte Activision Parolie zu bieten). Das Ergebnis schreit aus allen Ecken und Enden “Call of Duty”, vermischt mit einer Packung Parkour und einer Prise Battlefield.

Titanfall (Herstellerbild)

Titanfall (Herstellerbild)

Das Ergebnis ist extrem beeindruckend und damit meine ich nicht nur die Grafik, die sich definitiv sehen lassen kann auf dem PC. Interessanterweise kommt übrigens NICHT DICEs Heiligtum, die Frostbite-Engine zum Einsatz, sondern eine stark modifizierte Version der Source Engine. Gebt es ruhig zu: Wenn ich es euch nicht gesagt hätte, ihr hättet es nicht bemerkt (abseits der nicht zerstörbaren Umgebungen) so sehr wurde sie verändert. Ich beziehe mich auch auf die spielerische Seite, die einige wirklich coole Ideen hat, die zum einen den Spielfluss erhöhen und zum anderen aber auch die ganze Sache etwas abwechslungsreicher machen.

Exoskelett

Allen voran wäre da natürlich der Namensgebende Titan, euer ganz persönlicher Mech der entweder KI-gesteuert für Chaos sorgt oder eben von euch direkt gesteuert werden darf. Wer jedoch nun an MechWarrior und ähnliche Spiele denkt, liegt komplett falsch. Die Titanen sind zwar groß und schwer, fühlen sich aber mehr wie eine Erweiterung eures normalen Soldaten an weil sie eben nicht so träge sind wie ihre berühmten Vorbilder aus dem BattleTech-Universum. Zwar können sie weder springen noch rennen, aber ein 360-No-Scope ist prinzipiell auch mit ihnen möglich. Das macht das Spiel angenehm flüssig. Gleichzeitig bringen sie aber auch für die Leute, die gerade nicht drinsitzen eine interessante Herausforderung ins Spiel, quasi eine Art Miniboss, den es zu besiegen gilt. Dabei gibt es logischerweise nichts Genialeres als einem Titanen auf den Rücken zu springen und seinen wunden Punkt direkt anzugreifen. Äußerst cool.

Da sind wir aber auch schon bei der zweiten Sache: Dem Parkour. Ich kann mich an keinen Mehrspielertitel erinnern, der tatsächlich so “3D” war. Selbst BRINK ging nicht so weit, was das Herumturnen in den Levels anging. In Titanfall rennt ihr an Wänden entlang, klettert meterhohe Mauern hoch und seid auch sonst extrem beweglich und damit auch zügig unterwegs (es hat etwas von Assassin’s Creed zu seinen besten Zeiten). Es gibt nur wenige Orte im Level, die ihr nicht erreichen könnt, was natürlich im Gegenzug eine starke vertikale Komponente reinbringt. Anders als in den steifen Multiplayer-Matches in Prey, funktioniert das hier aber auch und macht aufgrund seiner Flüssigkeit sehr viel Laune.

Titanfall (Herstellerbild)

Titanfall (Herstellerbild)

Punkt 3 sind die Grunts. Titanfall hat zwar keine Solokampagne (nur eine Pseudo-Multiplayer-Kampagne, die ihr aber nicht explizit von vorne starten könnt, sondern quasi im Kreis auf offiziellen EA-Servern läuft), was dem Spiel meiner Meinung nach definitiv weh tut, aber KI-gesteuerte Gegner gibt es trotzdem. Diese stellen zwar nicht die extrem große Gefahr dar (ihr erkennt sehr schnell wer ein Spieler ist und wer eine KI, schon allein am Bewegungsmuster) und können auch keine Titanen herbeirufen. Sie beleben aber nicht nur das Schlachtfeld (es kämpfen maximal sechs gegen sechs Spieler), sie helfen auch dabei Leerlauf zu vermeiden (es ist immer jemand da, den ihr abschießen könnt) und geben selbst schlechteren Spielern (=ich) das Gefühl einen Beitrag zu leisten. Ich habe bislang sogar die Erfahrung gemacht, dass in den Matches wesentlich mehr KI-Gegner getötet werden als menschliche Spieler. Es fällt aber eben nicht auf. Natürlich kriegt ihr durch einen Spielerkill mehr Erfahrungspunkte und es bringt euch mitunter auch dem Spielziel schneller näher (es gibt mit den DLCs zwei Dutzend Spielmodi, wenn nicht sogar mehr). Doch erwischt ihr mal einen dieser sechs. In der Zeit habt ihr genug Grunts geplättet und dabei Spaß gehabt als ihr für einen Spieler kriegen würdet.

Zugegeben: Das lässt sich auch als Manko auslegen und auch ich frage mich, wie Titanfall wohl im Battlefield-Stil mit 64 Spielern aussehen würde (nein, Battlefield 2142 ist absolut kein Vergleich). Aber angesichts der Tatsache wie viel Laune die Matches bislang gemacht haben, akzeptiere ich diese Designlimitation ohne lange drüber nachzudenken.

Beim Christoph meint: Titanfall hält sich länger als so manch anderer Multiplayer-Shooter aber langfristig wird es sich genauso wenig wie ein Brink oben halten können. Call of Duty ist wohl dann doch zu stark. Und das ist schade. Wie auch schon Splash Damages Werk, ist Titanfall angenehm frischer Wind im Genre, der mir persönlich vermutlich auch deshalb mehr Spaß macht als das ewig gleiche Geballere in jedem einzelnen Call of Duty.

Da es sich aber wie gesagt um einen reinen Multiplayer-Shooter handelt und die Spielerzahlen seit Release schon massiv gefallen sind, kann ich es aber auch nicht so einfach empfehlen. Ich finde zwar, dass es jeder Mal erlebt haben sollte (genauso wie BRINK oder Enemy Territory: Quake Wars), um zu wissen was in dem Bereich noch möglich ist und sich der Fortschritt eben nicht nur auf immer nur noch abstrusere Killstreaks beschränken muss. Aber selbst zum Budgetpreis (die PC-Version kostet keine 25 Euro mehr) kann ich nicht garantieren, dass sich die Investition langfristig wirklich noch lohnt. Gäbe es eine Solo-Kampagne, sähe die Sache anders aus. So müsst ihr es selbst entscheiden ob es euch das Geld wert ist.

 

Der Sohn von Rom

Ryse: Son of Rome (Cover)

Ryse: Son of Rome (Cover)

Zugegeben: Der Kauf von Ryse: Son of Rome hätte bislang mangels einer Xbox One so oder so keinen Sinn gemacht. Aber die PC-Version hätte ich auch nicht unbedingt am Releasetag kaufen müssen (trotz Budgetpreis). Doch ich schweife schon wieder ab.

Ryse: Son of Rome ist so ein Spiel, das ohne die extrem schicke Grafik (CryEngine Reboot) sicherlich nicht einmal ansatzweise so viel bei Laune halten würde. Und die Grafik ist definitiv extrem gut und lässt sich ganz klar als “Next-Gen” bezeichnen (für Konsolenverhältnisse natürlich). Wie schon in Crysis 3, sind vor allem die Charaktere und ihre Animationen eine Augenweide (und dadurch auch extrem im Uncanny-Valley-Territorium). Doch auch das restliche Spiel ist ein angenehm flüssiges und bombastisches Erlebnis, von dem ihr euch nur schwer losreisen könnt in den rund 6 Stunden, welche die Kampagne dauert.

Ryse: Son of Rome (Herstellerbild)

Ryse: Son of Rome (Herstellerbild)

Im Spiel schlüpft in diesem Third-Person-Action-Titel in die Rolle eines römischen Generals namens Marius Titus, der seinem Imperator per Flashback seine Geschichte erzählt (das Ende könnt ihr euch denken). Es geht um seine Familie, die von Barbaren ermordet wurde und von seinem Rachefeldzug (ach und Rom wurde auch halb niedergebrannt dabei, aber das ist natürlich unwichtig). “Rachefeldzug” heißt dabei vor allem eines: Hunderte von Barbaren an unterschiedlichen aber nahtlos verknüpften (Ladezeiten sind quasi nicht vorhanden und die Zwischensequenzen gehen ohne jede Unterbrechung in die Spielgrafik über) und imposanten Schauplätzen (denkt an Call of Duty nur in der Antike) möglichst brutal niedermetzeln.

Blut spritzt, Gedärme fliegen

Brutal bedeutet dabei nicht nur haufenweise Blut und viel Geschrei, sondern vor allem ein extrem starker Fokus auf Exekutionen. Landet ihr genug Treffer auf einen Gegner, startet ihr auf Knopfdruck ein Quicktime-Event in dem ihr in Slow-Motion Schwerter in Hälse rammt, Hände und Füße abhackt und euer Schild dem anderen in die Fresse haut. Am Ende gibt es nicht nur Erfahrungspunkte, die ihr zum Aufleveln braucht (um unter anderem noch bessere Hinrichtungen zu vollführen), sondern ihr füllt beispielsweise auch eure Lebensenergie oder eure Fokusleiste (Bullet Time) wieder auf. Es war entsprechend ganz passend, dass ich mir am Samstag endlich mal 300: Rise of an Empire” angeschaut habe. Geben sich beide nicht viel was das angeht.

Das Kampfsystem ist dabei extrem stark an die Batman-Spiele von Rocksteady Studios angelehnt (Batman: Arkham Asylum & Co.), entsprechend schnell entsteht ein hypnostierender Flow wenn ihr es mal raushabt wie Blocken funktioniert. Euer Schwert flitzt dann nur so von Gegner zu Gegner, nur unterbrochen vom ein oder anderen Schildangriff oder Speerwurf und der nächsten glorifizierten Enthauptung während gleichzeitig euer Combo-Meter neue Höhen erreicht. Zugegeben: An vorgegebenen Stellen im Spiel macht ihr auch mal ein paar “General-Tätigkeiten” und geht zusammen mit eurer Mannschaft beispielsweise in der Schildkrötenformation vor oder gebt euren Bogenschützen Befehle wie sie sich positionieren sollen. Das ist aber am Ende des Tages alles nur die berühmte Railshooter-Sequenz, die jeder Actiontitel haben muss, in wesentlich kleinere Häppchen aufgeteilt.

Ryse: Son of Rome (Herstellerbild)

Ryse: Son of Rome (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Ryse: Son of Rome dürfte eigentlich kein Spaß machen. Obwohl es nur 6 Stunden lang ist, wiederholt es sich bereits ab der zweiten Minute. Egal ob ihr den 1. oder den 1000. Barbar euer Schwert in den Bauch rammt: Es ist faktisch immer das Gleiche. Doch Crytek hat es geschafft mal wieder ein Spiel zu machen, bei dem es mir extrem leicht fällt in den berühmten Flow zu verfallen (wie zum Beispiel in Mirror’s Edge). Das liegt zum einen am spielerischen aber zum anderen auch ganz klar an der Darstellung. Die Animationen sind butterweich, die Charaktere lebensecht (in Sachen Modell; inhaltlich sind sie absolutes 2D), die Levels atemberaubend, die Pausen fließend und somit gibt es faktisch nichts, dass mich unsanft wieder aus meiner Metzelorgie herausholt.

Zwar ist das am Ende alles nichts weiter als Popcorn-Kino für “echte” Männer. Aber das war bei 300 ja auch nicht anders und trotzdem haben wir monatelang “This is Sparte!” gerufen (bei 300: Rise of an Empire nicht ganz so viel; der Hauptdarsteller ist einfach falsch besetzt). Von daher: Wenn ihr euch einfach mal verlieren wollt und/oder den Zack Synder-Film “geil” fandet, kann ich den Kauf nur empfehlen – allerdings mit der Einschränkung, dass ihr entsprechende Hardware unter dem Tisch stehen haben solltet. Wie bislang alle Spiele von Crytek, verliert sicherlich auch Ryse: Son of Rome auf niedrigeren Grafikeinstellungen so einiges an Reiz. Im Gegenzug unterstützt der Titel auch von Haus aus 4k-Auflösungen, die aber vermutlich derzeit keine Grafikkarte flüssig darstellen kann :smile: .

Bis Donnerstag!

Transformers: Fall of Cybertron (Herstellerbild)

Transformers: Fall of Cybertron (Herstellerbild)

Über die Qualität von Michael Bays Transformers-Filme brauchen wir uns denke ich nicht großartig zu unterhalten. Während sie in Sachen Optik und Sound ganz vorne mitspielen haben sie ansonsten absolut nichts zu bieten und eigenen sich bestenfalls als Popcorn-Kino – wenn überhaupt. Aber die Filme haben auch etwas Gutes mit sich gebracht: Die Rückkehr der Transformers in die Spielebranche. Zugegeben: Mit geteiltem Erfolg. Die Titel, die tatsächlich auf der Lizenz basieren sind die üblichen Schrotttitel, die man gleich wieder vergessen kann. Doch Publisher und Lizenzinhaber Activision hatte sich glücklicherweise nicht darauf beschränkt, sondern auch noch ein Spiel abseits davon in Auftrag gegeben. Der Name dieses Werks? Transformers: War for Cybertron (2010).

Und siehe da: Was die High Moon Studios fabriziert hatten kam zwar weiterhin keinem Blockbuster gleich, entpuppte sich jedoch als überraschend gut. Entsprechend ist es wenig verwunderlich und in diesem Falle sogar äußerst erfreulich gewesen, dass zwei Jahre später mit Transformers: Fall of Cybertron die Serie fortgesetzt wurde. Einem Spiel, dem man die deutlichen Fortschritte sowohl in Sachen Technik als auch im eigentlichen Spiel im Vergleich zum Vorgänger mehr als deutlich anmerkte. Auch ich war begeistert. Doch wie es bei einer Serie so oft ist, endete Teil 2 technisch gesehen auf einen Cliffhanger (Megatron wurde zwar besiegt aber die Welt Cybertron ist am Ende). Entsprechend war ich extrem gespannt darauf zu sehen wie es weitergeht und freute mich im ersten Moment sehr über die Ankündigung von Transformers: Rise of the Dark Spark oder Transformers: The Dark Spark, wie es aus unerfindlichen Gründen in Deutschland heißt.

Die Realität

Der erste Schock kam als ich in der Pressemitteilung lesen musste, dass nicht mehr die High Moon Studios als Entwickler tätig sein würden. Diese waren in der Zwischenzeit zuerst mit Deadpool beschäftigt und sind seitdem an den PS3- und X360-Versionen von Call of Duty: Advanced Warfare dran. Wen schickte Activision also stattdessen ins Rennen, um halbwegs passend zum vierten Film (Transformers: Age of Extinction) einen neuen Teil der Serie rauszuhauen? Edge of Reality. Die haben zwar im Januar für etwas Aufsehen gesorgt für ihren ersten eigenen Titel, Loadout aber ansonsten ist ihr Resümee nicht gerade von Qualität geprägt.

Transformers: The Dark Spark (Herstellerbild)

Transformers: The Dark Spark (Herstellerbild)

Der nächste Schock kam, als verkündet wurde, dass Transformers: The Dark Spark das Cybertron-Universum mit dem der Filme zusammenführen würde. Dabei war die Unabhängigkeit von Michael Bays Werken ja mit eine der Stärken der Serie. Stattdessen haben wir im Ergebnis nun schon das erste Problem: Die alten Charaktermodelle aus den Vorgängern stehen zwar prinzipiell zur Verfügung. In der Story werden aber hauptsächlich die Glitzer-Umsetzungen aus den Filmen verwendet und ich sage ganz klar: Die sehen absolut scheiße aus.

Wobei grundsätzlich auf der Xbox 360 der Titel extrem viel schlechter aussieht als Transformers: Fall of Cybertron auf dem PC obwohl es natürlich die gleiche Engine und gleichen Assets sind. Von daher schiebe ich die Schuld jetzt nur ein Stück weit auf die Entwickler und mehr auf die nicht vorhandene Leistung der Box. Warum ich es dann überhaupt dafür gekauft habe obwohl es auch dieses Mal eine PC-Version gibt? Nun weil die PC-Version nicht im stationären Handel veröffentlicht wurde, sondern nur Online verfügbar ist. Also habe ich notgedrungen zur Xbox-360-Fassung gegriffen. Will ja was im Regal stehen haben.

Das Spiel

Der Grundaufbau ist wie in den Vorgängern: Es handelt sich um einen Third-Person-Shooter bei dem ihr den Kampf um den Dark Spark (eine Überwaffe quasi) im Laufe der Kampagne auf beiden Seiten der Medaille (also Decepticons und Autobots) erlebt. Und nicht nur das: Ihr wechselt auch innerhalb der Missionen mitunter die Rolle. Fangt ihr das Level noch mit Soundwave an, schlüpft ihr zwischendrin mal in die Rolle von Shockwave und endet auf Starscream – alle selbstverständlich mit ihren ganz eigenen Fähigkeiten und Bewaffnung. Der Umfang bewegt sich wohl ungefähr auf dem Niveau des Vorgängers sprich um die 7-8 Stunden.

Waffen könnt ihr jedoch an Terminals jederzeit gegen andere freigeschaltete auswechseln (ihr könnt nur zwei gleichzeitig tragen) und auch verbessern, wenn ihr die notwendigen Upgrade-Module gefunden habt. Also alles wie gehabt. Genauso wie die Power-ups, die euch zusätzlich zur jeweiligen Hauptfähigkeit eines Charakters zur Verfügung stehen. Damit könnt ihr euch temporär heilen, ein Schild erzeugen oder sonstige Sperenzien. Während die normale Fähigkeit jedoch nur einen simplen Cooldown besitzt, sind die Power-ups nach einem benutzen verbraucht und müssen erst wieder gefunden werden. Das gilt auch für die “Hacks”. Das sind Modifizierungen, die euch zusätzliche Erfahrungspunkte geben aber im Gegenzug das Spiel schwerer machen. Zum Beispiel könnt ihr mit einem Hack zwar schneller schießen, dafür halten die Gegner aber mehr aus. Power-ups und Hacks findet ihr zufällig in Containern, die ihr entweder in der Spielwelt findet oder als Belohnung am Levelende erhaltet beziehungsweise am Ende eines Multiplayer-Matches.

Transformers: The Dark Spark (Herstellerbild)

Transformers: The Dark Spark (Herstellerbild)

Ja, der Horde-Modus feiert seine Rückkehr. Erneut dürft ihr mit bis zu drei anderen versuchen euch 15 Wellen lang gegen immer stärker werdende Gegnerwellen zu wehren. Das macht auch erneut einige Zeit Laune – wenn ihr Mitspieler findet. Das war sicherlich schon zum Release nicht einfach und jetzt ein halbes Jahr später sucht er auch schon etwas länger. Hat aber bei mir immerhin schon 3-4 hingehauen! Erspielte Hacks und Powerups sowie euer Gesamtlevel werden fröhlich zwischen Kampagne und Multiplayer ausgetauscht. Wobei das Level an sich keinerlei Auswirkungen auf irgendetwas hat. Zusätzliche Charaktere schaltet ihr hingegen auch nur durch das Öffnen von Kisten frei.

Die Probleme

Klingt soweit vollkommen okay und nicht viel anders als wir es schon kennen. Warum ist Transformers: The Dark Spark also im Vergleich zum Vorgänger so schlecht? Nun da wäre natürlich zum einen die Geschichte. Durch den Versuch die Universen zu kombinieren, passt irgendwie alles hinten und vorne nicht. Zumal auch die Dialoge gefühlt an Qualität abgenommen haben. Natürlich waren sie auch 2012 nicht auf Bestseller-Niveau. Aber was bislang so an vollkommenem Mist aus den Boxen gedrungen ist…echt schlimm. Zumal auch die Sprecher (glücklicherweise bei den Hauptcharakteren alle unverändert) teilweise massive Aussetzer haben. Lockdown, neben Megatron der Hauptbösewicht, klingt sowas von gelangweilt und unpassend, ich würde ihm am liebsten jedes Mal seine Metallfresse einschlagen wenn er den Mund aufmacht.

Leider setzt sich die maximale Mittelmäßigkeit des Produkts auch beim dritten Punkt fort, dem Spielerischen (die anderen sind Technik und Geschichte). Ich weiß nicht wie es Edge of Reality geschafft hat das zu versauen, aber ich fühle mich in Transformers: The Dark Spark nicht mehr als würde ich einen mächtigen Transformers spielen obwohl sie sich immer noch schick bewegen und die Waffen den nötigen Rums haben (sind ja schließlich auch die exakt gleichen Assetts). Stattdessen bin ich in der Haut einer völlig unbeweglichen Schrottkiste (=kann sich nicht ducken) unterwegs, die schon beim Anschauen auseinander fällt und werde selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad in Sekunden von Gegnern zerlegt, die ich nicht einmal weiß wo sie sind. Da ich mich wie gesagt als Transformer nicht ducken kann, hilft nur noch das Trial & Error-Prinzip. Was aber dank der teilweise extrem weit auseinanderliegenden Checkpoints auch keinen großen Spaß macht. Man muss in manchen Situationen echt schon Angst haben an einer Ecke hängen zu bleiben, nur weil diese Pause ausreicht, um euch zu dezimieren. Zu den schlechten Kämpfen kommt dann noch das restliche, uninspirierte Design der linearen Levels und der Missionen vom Schlage eines “Lege an vier Stellen den Schalter um”. Von echter Abwechslung wie im Vorgänger keine Spur.

Transformers: The Dark Spark (Herstellerbild)

Transformers: The Dark Spark (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Vergesst es. Transformers: The Dark Spark ist nicht der echte dritte Teil der Serie. Also aus Sicht von Activision natürlich schon. Aber für mich haben sie mir schlicht den Wolf im Schafspelz untergejubelt. Tatsächlich handelt es sich hier um eine weitere billige Filmlizenz, die dieses Mal aber nicht nur den guten Willen der Filmfans ausnutzt, sondern eben auch denen, die mühevoll mit der Cybertron-Reihe überhaupt erst gewonnen wurden. Schade. Ganz klar ein NOCA-Kandidat für die “Enttäuschung des Jahres”.

Vielleicht macht sich High Moon Studios ja nach Call of Duty: Advanced Warfare wieder ans Werk und macht sich an Transformers: Rise of Cybertron oder sowas. Ist zwar vermutlich unwahrscheinlich (als würde Activision tatsächlich verstehen, warum die Wertungen dieses Mal schlecht sind). Aber man kann ja noch hoffen. Bis dahin ist aber ganz klar meine Ansage: Ab sofort wieder einen großen Bogen um Videospiele mit “Transformers” im Namen machen.

Bis Montag!

Seit ziemlich genau 4 Wochen bin ich nun schon in meiner neuen Wohnung und doch war es erst mein erstes vollständiges Wochenende Zuhause. Vorher kam irgendwie immer was anderes dazwischen. Passenderweise kam am Donnerstag auch mein Subwoofer endlich wieder zurück aus Hamburg. Er hatte wieder das gleiche Problem (er “furzte” unkontrolliert) wie im letzten Jahr nach dem Umzug nach Nürnberg. Irgendwie scheint das Ding lange Transportwege nicht zu verkraften egal wie gut gesichert/verpackt es ist. Immerhin wurde die Reparatur dieses Mal auf Garantie gemacht eben weil es der gleiche Fehler war (Teufel gibt nur auf die eigentlichen Boxen 12 Jahre – Fehler an der Elektronik werden nur 2 Jahre gedeckt).

Leider muss ich ihn am Montag wohl schon wieder einpacken. Kaum hingestellt und angeschlossen fing er mit einem KOMPLETT neuen Problem an (geht geschätzt einmal pro Tag einfach mal aus und braucht dann ein paar Minuten stromlose Ruhe bis er wieder angeht). Werde bei der Hotline entsprechend auch mal fragen ob sie nicht irgendwo ein komplettes Ersatzgerät haben, das sie mir billig verkaufen können. Nervt einfach nur noch. Immerhin hinderte mich dieses Problem aufgrund seiner geringen Häufung nicht daran endlich mal wieder mit anständigem Ton zu spielen. Nichts gegen das Corsair Vengeance 1500 v2 Headset, das leistet sehr gute Arbeit, aber ich bin einfach kein Headset-Typ. Da schwitz ich nur noch schneller und wenn ich schwitz, dann hab‘ ich keinen Bock mehr zum Zocken :smile: . Von daher war ich echt froh wie mein lieber Subbi vor der Tür stand.

Doch bevor wir im nächsten Eintrag endlich mal wieder auf Spiele zu sprechen kommen (Transformers: The Dark Spark), die ich tatsächlich gespielt habe, noch eine Sache:

Senna (Cover)

Senna (Cover)

Senna (2010; Extended Version) – Anders als Le Mans handelt es sich hier um einen vollwertigen Dokumentarfilm. Er unterscheidet sich jedoch in einem interessanten Detail von anderen Dokus: Es gibt keinen Erzähler. Stattdessen werden die Bilder durch damaligen Livekommentar sowie durch Interviews mit Zeitzeugen kommentiert beziehungsweise andersherum: Die Interviews mit Zeitzeugen werden mit passenden Originalaufnahmen unterlegt. Tatsächlich seht ihr in der Kinoversion des Films ausschließlich Originalaufzeichnungen ohne jemals das Gesicht von demjenigen zu sehen, der gerade spricht. In der erweiterten Fassung wurden hingegen ganz klassisch Interview-Segmente mit Leuten vor neutralem Hintergrund eingeschnitten. Das hat natürlich den Nachteil, dass diese Sequenzen aufgrund ihrer natürlich wesentlich höheren technischen Qualität etwas aus dem Rahmen fallen. Aber der massive zusätzliche Informationsgewinn (Kino: 104min, Erweitert: 162min) entschädigt locker dafür.

Es muss aber noch einmal betont werden, dass der Film ausschließlich aus Originalaufnahmen (Fernsehübertragungen, offizielle Auto- und FIA-Aufzeichnungen, Heimaufnahmen, etc.) besteht. Keine Nachstellungen, kein CGI-Kram, pure Realität. Entsprechend faszinierend ist es zu sehen wie viele Kameras schon in den 80iger/90iger Jahren (Senna fuhr von 1984-1994) auf die Formel 1 gerichtet waren und zwar nicht nur auf der Rennstrecke, sondern in den Garagen, in den Boxen und sogar in den Fahrerbesprechungen und jedes Mal in überraschend guter Qualität. Da kann Sky mit seinen popeligen acht Perspektiven (oder sind es mittlerweile mehr?) gar nicht mithalten. Ihr seht hier Ansichten, die es definitiv sonst nirgends zu sehen gibt.

Um was geht es?

Senna (Promobild)

Senna (Promobild)

Jetzt bin ich aber natürlich bereits in die vollen gegangen ohne euch zu sagen um was es in Senna überhaupt geht: Nun, wie ihr sicherlich vermuten könnt geht es um die Karriere des Brasilianers Ayrton Senna, einer Legende der Formel 1 (3 Weltmeisterschaften und 41 Siege in 161 Rennen, 81 mal auf dem Treppchen und 65 mal auf der Pole Position) und zwar ausschließlich darum.

Der Film beginnt mit seinem Debüt in der Königsklasse 1984 bei Toleman und endet mit Aufnahmen von seiner Beerdigung nach seinem tödlichen Unfall 1994 beim Rennen von Imola im Auto von Williams. Privates wird nur hin und wieder am Rande erwähnt. Stattdessen steht mehr seine Fehde mit dem Franzosen Alain Prost (noch so eine Legende) im Vordergrund, der bei McLaren (1988-1993) anfangs sein Teamkollege war und dann zu Williams wechselte. Eine Rivalität, die wohl damals massiv die Aufmerksamkeit der Medien anzog und die Kassen klingeln ließ weil vor allem Senna sehr aggressiv auf der Strecke vorging (sowohl Prost als auch Senna gewannen ihre Weltermeisterschaft 1989 respektive 1990 weil sie sich gegenseitig im Grand Prix von Japan aus dem Rennen warfen). Also nix von wegen Teamorder, sondern “ich überhol dich hier und jetzt egal ob du mir Platz machst”. Wobei sich die beiden wohl nach Prosts unfreiwilligem Aussetzen 1992 (er hatte sich zu viel über sein Auto bei Ferrari beschwert also haben sie ihn kurzerhand rausgeworfen) anfingen zu vertragen. Das würde laut Prost im Film aber nicht gut genug rüberkommen. Was für die Kinofassung definitiv stimmt. In der erweiterten Version kommt es unter anderem dank der Interviews mit ihm wesentlich deutlicher rüber.

Das Desasterwochenden

Trotz oder gerade wegen seiner aggressiven Fahrweise und seiner dazugehörigen Anzahl an Crashes war Senna aber wohl auch einer, der sich stark um die Sicherheit auf der Strecke Sorgen machte und ständig für (sinnvolle) Verbesserungen plädierte. Er war es sogar, der am Renntag in Imola morgens die Fahrervereinigung GPD wieder ins Leben rief, quasi eine Art Gewerkschaft für Formel-1-Fahrer. Hat ihm natürlich am Ende nicht viel geholfen als er mit 200 km/h in Imola in eine Betonwand krachte, ihn sein rechter Vorderreifen am Kopf traf und ein Gestänge von der Aufhängung sich in seinen Helm bohrte. Grund für diesen Unfall war wohl, dass die Lenkstange seines Wagens sich an einer Schweißnaht in Luft aufgelöst hatte und der Wagen somit unkontrollierbar geworden war. Aber 100% sicher ist sich wohl niemand, da die Blackbox bei der Auswertung angeblich unlesbar war. Klar ist, dass an seinem Schädel nicht mehr viel ganz war, er aber ansonsten keine weiteren nennenswerten Verletzungen hatte. Selbst das Auto sah noch überraschend vollständig aus in Anbetracht der Wucht mit der er in den Aufnahmen in die Wand kracht. Das sah extrem heftig aus. Allerdings nicht ganz so heftig wie der Unfall ein paar Wochen zuvor wo er buchstäblich abhebt, in einen Reifenstapel fliegt, durch den Aufprall sich sein Auto in der Luft auf den Kopf dreht und er so mit dem Kopf zuerst im Kies landet. Wäre das eine Betonschikane gewesen, dann wäre er vermutlich schon damals nicht mehr aufgestanden. Alter Schwede. So viel man auch heutzutage über die Formel 1 jammern kann: Sowas passiert heutzutage zum Glück nicht mehr.

Senna (Promobild)

Senna (Promobild)

Aber Sennas Tod mit 34 Jahren war nur die letzte Tragödie an diesem extremen Wochenende in Imola. Im Training hatte es schon Rubens Barrichello massiv erwischt, der sich dabei einen Arm und seine Nase brach. Im Qualifying passierte dann noch etwas viel schlimmeres und zwar genau eine Kurve vor der, in der Senna dann 24 Stunden später tödlich verunglücken sollte: Der Österreicher Roland Ratzenberger (auch 34), in seinem dritten Qualifying in der Formel Eins überhaupt, verliert die Kontrolle über seinen Wagen, knallt mit 300 km/h in die Schikane und war sofort tot (von seinem Auto war nur noch das massiv eingedrückte Grundchassis über!). Das erste Todesopfer in der Formel 1 seit 1982 (Riccardo Paletti). Normalerweise hätte deshalb das Rennen wohl eigentlich gar nicht stattfinden dürfen (in Italien muss bei einem Tod ein Sportevent sofort abgesagt werden) aber aufgrund von Schummeleien durch die Rennleitung wurde der Eindrucke erweckt, als wäre Ratzenberger erst im Krankenhaus gestorben und nicht auf der Rennstrecke. Also wurde am nächsten Tag gestartet und prompt knallte es schon wieder. JJ Lethos Auto war beim Start abgesoffen und Pedro Lamy krachte ihm voll rein. Fünf Safety-Car-Runden später wurde der Verkehr wieder freigegeben und Senna war vor Schumacher in Führung (der aber extrem viel Druck machte). Zwei Runden später war Senna nicht mehr.

Zwar wurde auch er noch auf der Strecke behandelt und anschließend in ein Krankenhaus geflogen aber auch hier scheint wohl wieder nicht alles mit rechten Dingen vonstattengegangen zu sein. So wurde er zwar technisch gesehen wiederbelebt und durch Maschinen noch am Leben erhalten aber dann vier Stunden später doch nachträglich zum Crashzeitpunkt für Hinrtot erklärt. Da muss man sich schon die Frage stellen wie viele Millionen Sponsorengelder ein Menschenleben wert ist, wenn ZWEIMAL im gleichen Event so ein Bockmist gemacht wird nur um den Zirkus am Laufen zu halten. Zur Verantwortung wurde natürlich keiner gezogen soweit ich das Lesen konnte (im Film wird darauf nicht weiter eingegangen). Nur ein Chefmechaniker bei Williams wurde 2007 wegen Mord verurteilt aber da war die Sache schon lange verjährt und er musste die Haft nicht antreten.

Bagdadsoftware meint: 5 von 5 Sics gibt es von mir für diesen Dokumentarfilm. Ich habe mit der Formel 1 noch nie viel am Hut gehabt und seit Schumachers Abgang habe ich meines Wissens auch kein einziges Rennen mehr gesehen. Dennoch hat mich das Werk die fast drei Stunden nicht nur voll in seinen Bann gezogen, sondern im Anschluss direkt auf eine lange Reise durch das Land namens Wikipedia geschickt. Vor allem natürlich um mehr über den fatalen Crash zu erfahren aber auch Senna, Prost und die FIA-Regularien interessierten mich plötzlich massiv. Dabei bin ich auf faktisch keine Unstimmigkeiten (abseits von Prosts Protest über seine Darstellung gegen Ende des Films) mit Senna gestoßen, nur auf alternative Deutungen der Situation — ja, leider auch ein paar Trottel, die behaupten Senna hätte Selbstmord begangen. Wie bescheuert muss man sein, um so etwas in die Welt zu setzen?! Und dann landet das ” der Vollständigkeit halber” auch noch auf Wikipedia. Und das ist ja auch ein Auszeichnungsmerkmal für einen gelungen Dokumentarfilm, wenn er es schafft tatsächlich einfach nur die Realität wiederzugeben.

Somit kann ich abschließend nur eine klare Empfehlung für Senna aussprechen für alle, die dieses Thema auch nur ein bisschen interessiert. Es ist ein extrem gut gemachtes Werk nicht nur über eine interessante Persönlichkeit (inklusive so einigen Parallelen zu Schumacher und damit meine ich nicht ihre Kart-Vergangenheit) und ihr spannendes Leben, sondern auch über eine Zeit in der die Sicherheit der Fahrer plötzlich keine allzu große Rolle mehr spielte (die GPD war 1982 aufgelöst worden) und stattdessen die Formel 1 begann die “Elektronikmonstern” von heute zu erfinden.

Bis Donnerstag!

Destiny (Herstellerbild)

Destiny (Herstellerbild)

Ich weiß nicht mehr von wem der Tweet stammte, aber vor kurzem beschwerte sich ein internationaler Spielejournalist darüber, dass jemand ein Spiel als “Mist” bezeichnete obwohl derjenige bereits 50+ Stunden darin versenkt hatte. Wenn das Spiel so schlecht wäre, würde er doch schon wesentlich früher mit dem Spielen aufhören, ergänzte er also kann es ja wohl nicht so schlecht sein. Gleichzeitig waren in den letzten Wochen öfters Stimmen zu hören, die sich über die Kritik zu Destiny aufregten mit bekannten Sätzen wie “man muss die Loot Cave doch gar nicht ausnutzen, um höher zu kommen, man kann auch “normal” spielen” (Ich kann mir auch ein Linux ohne GUI installieren, stimmt. Aber warum sollte ich?) und auch hier wurde gerne das Argument von wegen “wenn es so schlecht ist, dann spiele es halt nicht” herangezogen und damit jede weitere Diskussion im Keim erstickt. Hin und wieder schlich sich war mal jemand ein der meinte “Ja, die Kritik ist berechtigt aber trotzdem kann ich mich aus einem unverständlichen Grund nicht vom Spiel lösen” aber das schien mir doch die Minderheit.

Sowieso glaube ich, dass ich noch nie eine so dermaßen große Diskrepanz bei einem AAA-Titel zwischen objektiver Spielqualität und tatsächlicher Spielerzahl gesehen habe (ja, selbst bei Call of Duty nicht) wie bei diesem im Vorfeld extrem hochgehypten Bungie-Produkt (“Spiel des Jahrtausends”, “Franchise für die nächsten 10 Jahre”, etc.). Noch mehr als bei Diablo III wird über das Lootsystem und das an Guild Wars erinnernde Levelsystem gejammert, es wird geschimpft über die extrem dünne Geschichte, es wird ein Mangel an Spielinhalten vorgeworfen und was weiß ich noch alles aber trotzdem verbringen die Leute weiterhin Stunde um Stunde mit diesem offensichtlich nur mittelmäßigen Titel (basierend auf den Tests und Let’s Plays, die ich bislang so gesehen/gelesen habe) statt etwas “Anständiges” zu spielen. Immerhin behauptet keiner wie beispielsweise damals bei Final Fantasy XIII, dass das Spiel nach 20 Stunden plötzlich fantastisch wird (wird es nicht).

Psychologie!

Aber es ist ja nichts Neues, dass vor allem wir Videospieler uns vieles schön reden beziehungsweise aus einer Art Faulheit/Gewohnheit heraus einfach den Trott weiter mitmachen (World of WarCraft anyone?). Keiner von uns wird sicherlich behaupten können, dass er sich nicht schon einmal ein schlechtes/mittelmäßiges Spielerlebnis überspielt hat, nur um die investierte Zeit/Geld zu rechtfertigen egal ob es am Anfang noch Spaß gemacht hat oder nicht. Da können unsere Ansprüche noch so hoch sein: In diese Falle tappen wir alle mal (eher mehrmals) auch ohne gleich die rosarote Brille aufsetzen zu müssen.

Von daher kann ich ein Stück weit natürlich verstehen, wenn einige die Kritik ausblenden und nichts an ihren aktuellen vermeintlichen Lieblingstitel heranlassen wollen obwohl sie vermutlich genau so gut wie alle anderen wissen, dass es stimmt. Mich stört aber natürlich gewaltig die Art und Weise, wie sie es tun sprich mit den Internet-üblichen Angriffen auf die Fähigkeiten und das Verhalten der jeweiligen Person (“du bist nur zu blöd dafür”, “du musst es ja nicht machen”). Eben dieses komische “entweder du bist für etwas oder gegen etwas”-Verhalten. Ein Zwischendrin wird nicht zugelassen oder besser ausgedrückt: In der Spielebranche gibt es nur Gewinner und Verlierer, nichts anderes. Daran müssen wir echt arbeiten.

Nachdenken!

PuzzleQuest (Herstellerbild)

PuzzleQuest (Herstellerbild)

Entsprechend fand ich auch die Aussage dieses Journalisten so vollkommen unpassend und unreflektiert. The Elder Scrolls IV: Oblivion ist aus meiner Sicht ein absolutes Drecksspiel und trotzdem habe ich mindestens 75 Stunden darin versenkt (allerdings bis heute nicht durchgespielt). Und selbst ein Fallout: New Vegas, dass ein super Spiel ist, machte mir nach 30 Spielstunden eigentlich keinen richtigen Spaß mehr. Ich hab‘ mich halt durch die DLCs gearbeitet, um es abhaken zu können. Von den unzähligen anderen Titeln wie PuzzleQuest: Challenge of the Warlords oder Chaser, durch die ich mich mit meiner billigen “Jetzt erst recht”-Begründung durchgequält habe obwohl ich keinen wirklichen Spaß (mehr) hatte ganz zu schweigen.

Von daher einfach die Kritik abzuwürgen nur weil derjenige nicht schon nach 10 Stunden einen Titel zur Seite legt, sondern erst nach 50 finde ich absolut idiotisch und kontraproduktiv. Es gibt schließlich viel zu viele Gründe, warum diese Erkenntnis erst so spät kommt. Neben dem Schönreden wäre da auch das Thema, dass die Probleme vielleicht sogar erst später sichtbar werden. Wie beschissen die KI eines Total War – ROME II eigentlich wirklich ist, bemerkt man halt mitunter erst, nachdem man sich in das Spiel so richtig eingefunden hatte. Oder die Sache mit der Kampagne in Tropico 4, die sich nach der Hälfte wiederholt. Und natürlich gibt es auch noch den bekannten Fall von wegen “Meckern auf hohem Niveau”. Gerade weil etwas so viel Spaß macht, regt man sich über jede Kleinigkeit (=verpasste Chance) so extrem auf. Hatten wir ja hier beim Christoph auch schon oft genug und ich vermute speziell Azzkickr mit seinen “komischen” Ansprüchen kann davon ein Lied singen :smile: .

Der Idealfall

Ich finde es somit sehr gut, wenn jemand (Spieletester sowieso) anständig Zeit in einen Titel investiert und damit auch die nötige Datenbasis hat bevor er ihn fundiert für gut oder schlecht befindet. Das ist definitiv auch schon immer mein Anspruch, wenngleich ich natürlich verstehe, dass es Situationen gibt, in denen es nicht geht. Oftmals ruft halt die Deadline (wobei ich dann trotzdem versuchen würde eine Verlängerung zu kriegen mit der Begründung, dass noch was im Argen liegt) und im Rahmen von Christoph spielt habe ich einfach nicht mehr als die eine Stunde, um dann schon einmal ein “yay” oder “nay” auszusprechen. Wobei ich selbst da bis zur Veröffentlichung des dazugehörigen Eintrags noch weiterspiele und versuche weitere Eindrücke zu gewinnen und mich dann auch ohne lange Nachzudenken selbst korrigiere.

Unnötiges Symbolbild

Unnötiges Symbolbild

Dieses “mehr Zeit investieren” zusammen mit etwas ehrliche Reflektion würde so manchen “Dieses Spiel ist fantastisch und das beste was mein Gehirn jemals erlebt hat”-Tweet (nur leichte Übertreibung), der oft schon nach 30-60 Minuten Spielzeit gebracht wird, sicherlich bereits im Keim ersticken. Und ja: Ich spreche damit jetzt eine ganz gewisse Person an auf deren Einschätzung ich deshalb schon lange nichts mehr gebe.

Epilog

Was will ich also mit all dem sagen? Vermutlich einfach nur, dass es mich mal wieder aufregt wie sich vor allem Leute mit einer gewissen Vorbildfunktion verhalten. Speziell natürlich diejenigen, die es aus meiner Sicht eigentlich besser wissen müssten und sogar oftmals explizit betonen, dass sie quasi gar keine öffentliche Meinung haben wollen (so einige bei RoosterTeeth sind da wahre Meister drin) und gleichzeitig die Sicht der anderen als eine Art Fluktuation abtun. Hin und wieder lohnt es sich mal kurz Nachzudenken bevor man etwas loslässt. Habe ich auch auf die harte Tour gelernt!

Bis Montag!

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