Sicarius

Düstere Morgendämmerung

Grim Dawn: Ashes of Malmouth (Herstellerbild)

Vor mehr als vier Jahren habe ich euch an dieser Stelle im Rahmen meiner (leider sehr kurzlebigen) Videoreihe Christoph stellt vor Grim Dawn…nun ja, vorgestellt halt :smile: . Gut ein Jahr nach dem dazugehörigen Kickstarter stand damals die erste Alpha-Version für die Backer bereit. Mittlerweile ist das Spiel nicht nur schon über ein Jahr (25. Februar 2016) erfolgreich (über 1 Millionen Mal verkauft) auf dem Markt – seit letzter Woche gibt es sogar das erste, richtige Add-on namens Ashes of Malmouth. Das erhöht nicht nur den Level Cap auf 100 und den Devotion Cap auf 55 (durch Glaubenspunkte könnt ihr Sternenbilder freischalten, die euch bestimmte Boni geben), sondern es gibt auch noch zwei neue Klassen (Nekromant und Inquisitor), zwei weitere Kampagnenakte und haufenweise anderes Zeugs (mehr Gegner, mehr Gegenstände, mehr Umgebungen, etc.).

Angesichts der Veröffentlichungen von Divinity: Original Sin 2 vor kurzem, dass vermutlich von 99% aller Magazine dieses Jahr zumindest das Prädikat „Rollenspiel des Jahres“ bekommen wird (zu Recht versteht sich!), interessiert sich aktuell aber vermutlich keiner so richtig für Grim Dawn. Ich schon. Zugegeben, hauptsächlich weil ich Divinity: Original Sin (Enhanced Edition) durchspielen will, bevor ich Teil 2 richtig anfange, dafür jedoch aktuell keine Lust habe. Doch wen kümmern schon solche Details? Schauen wir uns also das Erstlingswerk von Crate Entertainment mal genauer an. Und nein, ich setze nicht voraus, dass ihr das obige Video vorher schaut. Ich weiß, dass es nicht der absolute Brüller ist :smile: .

Die Entwicklungsgeschichte

Titan Quest (Herstellerbild)

Um Grim Dawn wirklich zu verstehen, müssen wir noch weiter zurückspringen. Und zwar in das Jahr 2006. Damals, am 26. Juni 2006 (also fast genau zehn Jahre vorher), hat das Entwicklerstudio Iron Lore Entertainment sein Erstlingswerk Titan Quest veröffentlicht. Basierend auf der hauseigenen PathEngine, handelte es sich um ein Action-Rollenspiel vom Schlage eines Diablo nur angesiedelt in der mythologischen Antike, mit viel mehr Inhalten (Größe der Spielwelt, Anzahl der Quests, etc.) und statt der Möglichkeit nur eine Klasse zu wählen, konntet ihr gleich zwei haben (musstet eure Levelup-Punkte aber natürlich entsprechend aufteilen). Der Titel wurde zu einem absoluten Geheimtipp (auch heute noch absolut zu empfehlen!) und ein Jahr später folgte das Add-on Titan Quest: Immortals. Leider half „Geheimtipp“ nicht die Kosten zu decken, weshalb 2008 das Studio schließen musste. Die Schuld wurde allen möglichen Leuten gegeben. Zum einen natürlich den Raubkopierern, aber genauso den Hardwareherstellern, deren Komplettsysteme mit integrierten Audio- und Grafikchips zu massiven Kompatibilitätsproblemen geführt hätten. Mal abgesehen davon, dass 2006 grundsätzlich ein eher schlechtes Jahr für PC war. Damals hatte die neue Konsolengeneration ja erst richtig begonnen. Ach und kein Publisher wollte ihr Folgeprojekt unterstützten.

Was macht man also, wenn das Geld nicht mehr reicht? Genau: Insolvenz anmelden, den Laden schließen und keine zwei Tage später eine neue Firma gründen: Crate Entertainment. Dann wurde zuerst die unangekündigte IP „Black Legion“ zurückgekauft (die, für die sie keinen Publisher fanden) und anschließend ihre PathEngine. Mit beidem im Gepäck konnte 2010 endlich das neue Spiel vorgestellt werden: Grim Dawn. Ja, der Titel war bis zur Veröffentlichung über sechs Jahre in der Entwicklung! Leider wollte ihn immer noch keiner haben, weshalb er 2012 (die Firma bestand zu dem Zeitpunkt aus nur zwei Mitarbeitern) zu einer der ersten Kickstarter-Erfolgsstories wurde nachdem Broken Age die Fluttore geöffnet hatte.

Das Spiel

Grim Dawn (Herstellerbild)

Wir wissen also nun, dass hinter Crate Entertainment die Macher von Titan Quest stecken und Grim Dawn auf einer (massiv überarbeiteten) Version der PathEngine basiert. Vermutlich könnt ihr jetzt schon zwei und zwei zusammenzählen, um auf fünf zu kommen: Grim Dawn ist ein Action-Rollenspiel in einem mythologischen viktorianischen Setting (allerdings viel weniger Steampunk als in The Incredible Adventures of Van Helsing), dessen Alleinstellungsmerkmal die Möglichkeit ist durch das Verbinden von zwei „Masteries“ eine neue Klasse zu kreieren (aber nicht bei Spielstart, sondern erst ab Level 10). Mit dem Add-on sind es nun acht Klassen, die ihr tatsächlich vollkommen beliebig miteinander kombinieren könnt. Ich habe mich bei meinen Neustart mit Veröffentlichung des Add-ons logischerweise für einen Apostate entschieden. Das ist die Kombination aus Nekromant und Inquisitor – den beiden neuen Klassen. Ich zaubere Hilfe herbei (aktuell vier hochgepowerte Skelette), kann gleichzeitig fleißig verschiedene Kampfzauber sprechen und schieße parallel aus der Ferne mit meiner Flinte auf alles, was nicht bei drei auf den Bäumen oder ein unsterblicher NPC ist.

Das grundlegende Spielprinzip sollte jedem mittlerweile bekannt sein: In Hubs gibt es Quests, die entweder euch alleine oder mit drei Freunden hinaus in die (nicht zufallsgenerierte!) Wildnis führen. Dort erwarten euch viele unterschiedliche Arten von Gegnern – darunter auch Minibosse und Bosse. Ihr klickt fleißig mit links drauf bis sie tot sind und bei ihrem Ableben lassen sie mitunter Gegenstände von diverser Qualität fallen. Die sammelt ihr genauso ein, wie die Sachen, die aus Truhen herausfallen und statt damit entweder euren Charakter aus oder verkauft sie einem Händler. Und da heutzutage kein Spiel mehr ohne „Crafting“ auskommen darf, gibt es natürlich hier ebenso hunderte verschiedene Rezepte, mit denen ihr eure Ausstattung noch einen Tick besser machen könnt.

Herausstellungsmerkmale 

Grim Dawn (Herstellerbild)

So viel Standard, so viel Action-Rollenspiel. Warum solltet ihr also nun Grim Dawn spielen statt weiter in Diablo III oder Path of Exile stupide herumzugrinden? Nun, da wäre zum einen die Grafik (Isometrische Ansicht, vollständig zoom- und drehbar ist). Man merkt der Engine zwar trotz des Upgrades ihr Alter an (viele eckige Kanten) und entsprechend kann es bei der rohen Power nicht einmal mit Divinity: Original Sin mithalten. Aber der Detailgrad vor allem der Umgebungen ist abartig hoch – fast schon zu hoch, weil man teils gar nicht mehr erkennen kann was jetzt eigentlich ein nutzbares Objekt oder nur Hintergrund ist. Seit Titan Quest habe ich kein so atmosphärisches ARPG mehr gezockt (Divinity: Original Sin ist kein ARPG – aber in Sachen Detailgrad eindeutig vergleichbar). Zusammen mit den vielen Kampf- und Drumherumeffekten (jede Region hat ihr eigenes Wetter, das sich fließend ändert und es gibt Tag-/Nachtwechsel) und den abwechslungsreichen Gegnertypen macht der Titel optisch richtig was her, finde ich.

Zum anderen ist wäre da die Komplexität des Titels. Schon mit nur einer Klasse müsst ihr genau überlegen, wie ihr eure Punkte im Skill Tree verteilt. So könnt ihr nicht einfach nur linear in Skills investieren, sondern diese müssen erst noch freigeschaltet werden indem ihr grundlegende Punkte in die Klasse steckt. Es will also sehr stark abgewägt sein, ob ihr nach dem Aufstieg lieber den Punkt in die horizontale Linie investiert und dafür beim nächsten Mal einen neuen Skill freischalten könnt. Oder doch lieber erst einen bestehenden Skill weiter auflevelt. Bei zwei Klassen wird es nur noch schlimmer. Zum Glück könnt ihr jederzeit bei einem Trainer alles zurücksetzen. Nur ein Klassenwechsel ist nicht möglich. Und es nur drei Attribute (Physique, Cunning und Spirit). Wenn das auch noch die üblichen 6-10 Stück wären… Dazu kommen die eingangs erwähnten Sternenbilder, das Crafting sowie die wirklich tausend verschiedenen Arten von Gegenständen. Ihr seht: Die Individualisierungsoptionen für euren Charakter sind fast schon erschlagend.

Lebendige Welt

Grim Dawn (Herstellerbild)

Zu guter Letzt ist da natürlich noch das Drumherum. Wo Diablo ja schon immer sehr mit Aufgaben spart und sich voll und ganz auf das (aus seiner Sicht) wesentliche konzentriert, gehört Grim Dawn eindeutig mehr zu meiner geliebten Sorte ARPG mit echten Inhalten. Es gibt viele Quests, die Spielwelt (viktorianisch erlaubt viele unterschiedliche Varianten) und die Charaktere sind interessant und haben viel zu erzählen und ihr lauft eben nicht nur stupide durch die Gegend, um alles zu töten was euch vor die Nase kommt. Okay, letzteres stimmt natürlich nicht ganz, weil freilich alle Quests am Ende darauf hinauslaufen. Aber ihr wisst was ich meine: Das Töten hat einen Sinn und es gibt einen roten Faden.

Cool ist auch, dass es sowohl freundliche und gegnerische Fraktionen gibt mit entsprechenden Auswirkungen. Also bei befreundeten Fraktionen bekommt ihr mehr Quests und einen besseren Deal bei Händlern. Befeindete schicken hingegen stärkere Gegner auf euch los, wenn ihr sie zu viel ärgert. Weder das eine noch das andere könnt ihr technisch gesehen tatsächlich großartig beeinflussen (das Spiel entscheidet für euch, wen ihr angreifen könnt und wen nicht). Aber ich finde es trotzdem ein nettes Feature, was zusätzliche Abwechslung reinbringt. Genauso wie die Möglichkeit in der Wildnis Überlebende zu finden oder Bauwerke wieder her zu richten. Letzteres wird meist gebraucht um Zugang oder zumindest einfacheren Zugang zu neuen Regionen zu bekommen (z.B. eine Brücke reparieren). Ersteres schaltet logischerweise weitere Händler, Questgeber und dergleichen frei.

Grim Dawn (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Wem Divinity: Original Sin 2 zu sehr CRPG ist und stattdessen ein ARPG sucht, der wird bei Grim Dawn aus meiner Sicht nicht nur fündig, sondern auch glücklich. Mit 35 Euro auf Steam (mit allen DLCs), ist es nicht mehr das teuerste auf dem Markt und stundenlange Unterhaltung ist garantiert. Das Setting ist trotz der Konkurrenz durch Victor Vran und The Incredible Adventures of Van Helsing immer noch angenehm frisch und in Sachen Freiheit gibt es faktisch abseits von Titan Quest immer noch kein vergleichbares ARPG auf dem Markt. Bei mir war die Suchtspirale auf jeden Fall sofort wieder da und, zum Leidwesen von Lysanda, ich habe auch schon wieder einige Stunden darin versenkt ohne mich zu langweilen. Nachdem mich Dishonored 2 grad nicht ganz so reizt, dürfte das jetzt auch mein nächster Spielefokus sein – also abseits von Learn Japanese To Survive – Hiragana Battle. Aber das Spiele ich bekanntlich aus anderen Gründen :smile: .

„Katzen und Gesundheit. Gibt es denn nichts interessanters über das der Webmaster zu berichten weiß?“ jammert Besucher A. „Doch!“, antwortet der Webmaster ihm freudestrahlend, „Über (vermutlich?) mittelmäßige Anime, die kein Schwein kennt und auch nie anschauen wird! So wie die folgenden zwei Serien:“

Cover

Wish Upon the Pleiades (2015, Anime-Serie mit 12 Episoden, DV) – Mädchen, die offensichtlich von Sailor Moon inspiriert sind aber statt das Böse zu besiegen auf Autobesen durch den Weltraum fliegen, um Motorfragmente zu sammeln. Klingt komisch? Ist es irgendwie auch. Unser Hauptcharakter ist Subaru, die in der Schule auf vier Mädchen mit magischen Kräften sowie einem komischen blauen Ballknuddeldingsbums namens Pleiadian trifft. Dabei stellt sich zum einen heraus, dass eines der Mädchen ihre alte Kinderfreundin Aoi ist, die sie schon ewig nicht mehr gesehen hat. Und zum anderen, dass auch Subaru magische Kräfte hat und dazu bestimmt ist der Gruppe beizutreten, um die Aufgabe zu erfüllen:

Wish Upon the Pleiades (Gainax-Promobild)

Es fliegt unsichtbar um die Erde herum das Raumschiff von Pleiadian, weil der Antrieb sich in 12 Teile (später 13) aufgespalten hat. Ohne Antrieb, läuft das Raumschiff nicht nur Gefahr irgendwann auf die Erde zu fallen – Pleiadian kommt auch nicht mehr in sein eigenes Sternensystem Plejaden (deswegen der Name) zurück. Und nur die Mädchen mit ihren Motorbesen und ihren magischen Kräften können sie einsammeln. Blöd nur, dass auch ein komischer Junge, der scheinbar auf dem Mond lebt (?) sie auch haben will. Was folgt sind 12 Episoden voller (akkurater) astronomischer Informationen, fünf Mädchen die nicht nur zueinander, sondern auch sich selbst und eben komische Hexenbesen, die wie Autos klingen und an der Front Kühlergrills haben. Ach und gleichzeitig gründen sie an ihrer Schule zur Tarnung eine Arbeitsgruppe namens „Cosplay und Astronomie“. Ihr wisst schon: Weil sie durchs Weltraum reißen und sich (Sailor Moon-ähnlich) vor dem Losfliegen verwandeln.

Beim Christoph: Von mir bekommt die Serie solide 3 von 5 Sics. Sie macht nicht viel falsch, ist insgesamt kurzweilig gehalten und gibt trotz der kürze (12 Episoden mit 20 Minuten Laufzeit) allen Charakteren ausreichend Zeit sich weiter zu entwickeln. Sie ist zwar, was ihre moralischen Ansprüche geht teilweise etwas zu sehr auf die Nase („Wir alle verändern uns, dürfen aber keine Angst davor haben und sind trotzdem immer noch die alten“ – oder so ähnlich), was vermutlich an der Zielgruppe liegt (ist halt doch eher an Kinder gerichtet) und die Autohexenbesen haben mich massiv irritiert (schaut euch unbedingt mal auf YouTube einen Clip an oder so). Aber unterm Strich nette und vor allem auch informative Unterhaltung.

Cover

Jormungand (2012, Anime-Serie mit 24 Episoden [2 Staffeln], DV) – Nach dem ganzen Mädchenkram, wollte ich im Anschluss mal was actionreicheres haben. Und das habe ich mit Jormungand eindeutig bekommen. Der Titel der Serie basiert auf dem altnordischen „Jörmundgandr“, hat aber aus meiner Sicht (trotz dem Zitat am Anfang) inhaltlich gar nichts mit der dazugehörigen germanischen Mythologie zu tun. Kann natürlich nicht ausschließen, dass ich etwas übersehen habe…egal.

In der Serie (und im Manga logischerweise) geht es um den Kindersoldaten Jonathan „Jona“ Mar, der extrem schlechte Erfahrungen bei einem Bürgerkrieg in seinem Heimatland gemacht hat und deswegen Waffen im Allgemeinen und Waffenhändler im Speziellen absolut nicht ausstehen kann. Ironischerweise wird er von Koko Hekmatyar als Bodyguard angeheuert – einer der erfolgreichsten Waffenhändlerin der HCLI in Europa und Afrika und muss, um sie zu beschützen, genau: Waffen benutzen – und er weiß auch sehr gut, wie man damit umgeht. Klingt absurd, funktioniert aber sehr gut. Wie sagt einer der Charaktere? Jona ist Kokos Gewissen. Entsprechend interessant ist vor allem Jonas Konflikt mit sich selbst, mit Koko (die ihn liebevoll wie einen kleinen Bruder behandelt) und der ganzen absurden Situation an sich.

Jormungand (White Fox-Promobild)

Die erste Staffel besteht hauptsächlich aus dem Kennenlernen der Charaktere (Koko hat einen Bruder und noch viele weitere Bodyguards) sowie dem zeigen, was Koko und ihre Leute so im Waffenhändlergeschäft erleben (mit vereinzelten Doppelfolgen) und natürlich was Jona darüber denkt. Erst in Staffel 2, Untertitel Perfect Order, geht es ausschließlich um das namensgebende Jormungand und damit die übergeordnete Geschichte. Dabei wird sehr viel geschossen, viele Leute sterben (mehr oder weniger detailliert) und grundsätzlich allerlei Kriegsgerät stark zelebriert (am Ende wisst ihr fast mehr über Waffen als ein CoD-Spieler). Es gibt aber auch den ein oder anderen lustigen Moment, nur falls ihr gerade total abgeschreckt seid :smile: .

Beim Christoph: Von mir gibt es 4 von 5 Sics, auch wenn mich Lysanda deswegen etwas komisch anschauen wird :smile: . Mich hat die Serie nicht nur gut unterhalten, sie hat auch definitiv meine Erwartungen übertroffen. Die Gewalt ist zwar hier und da etwas unnötig detailliert und so manches hochtrabende Zitat der Charaktere wirkt deplatziert (wieder die Sache mit Moral), Koko und Jona habe ich trotzdem ziemlich schnell ins Herz geschlossen. Koko, weil trotz ihrer Arbeit und ihrer klar psychopatischen Tendenzen hinter der grinsenden Fassade ein Mensch mit Herz steckt. Und Jona wegen seinem inneren Konflikt. Sein Ringen mit der Situation, sein widersprüchliches Verhalten (er hasst Waffen und benutzt sie doch – und das auch noch extrem gut) – das ist alles sehr gut herausgearbeitet und führt vor allem in der zweiten Staffel zu einer herzzerreißenden Szene.

 

Und damit gebe ich ab bis Montag!

Jules

Batcat

Mmmh…kuscheln

*ein sanftes, sehr zurückhaltendes „Miau“ hallt durch die Weiten der Webseite“

Na ihr? Persönlich habe ich mich euch noch gar nicht vorgestellt. Ich bin der „kleine“ Jules. Anders als die anderen Katzen hier, durfte ich mich damals nicht selbst vorstellen. Aber das ist okay. Immerhin darf ich jetzt endlich mal ran und euch davon erzählen, wie es mir in den letzten zwei Monaten im Hause Lysanda so ergangen ist. Und bevor die Frage kommt: Ja, ich habe mich definitiv mittlerweile hier eingelebt und will am liebsten nicht mehr weg – zumindest tagsüber und wenn ich nicht gerade pinkeln oder kacken muss. Nachts geht es natürlich raus in die weite, weite Welt zusammen mit Balu, Lyssi und Pichu, um die Nachbarschaft unsicher zu machen und die Mäusepopulation auszurotten!

Mein Alterskumpel

Pichu ist übrigens ein gutes Stichwort: Er ist mein absoluter Bro. Wir zwei, wir verstehen uns und haben extrem viel Spaß miteinander. Zugegeben: Als er mir am ersten Tag nach meiner Ankunft direkt einen Kuss gegeben hat, war das durchaus etwas unheimlich. Aber Pichu weiß eben wie man das Eis bricht und heißt jeden in seinen Reihen sofort willkommen. Ohne ihn, wäre es hier in der Bude wahrscheinlich unendlich langweilig. Lyssi will nämlich immer noch nichts mit mir zu tun haben. Sie toleriert mich nur – sprich sie hat aufgehört mich anzuknurren. Und Balu? Naja, der ist halt groß, träge und ein alter Sack. Wir kommen zwar klar aber innige Freunde sind wir auch wieder nicht. Ich glaube, er weiß wegen seiner Größe nicht so ganz wie er mit uns umgehen soll. Er hat zwar seine Momente, in denen er mit Pichu und mir balgen möchte. Aufgrund der Unsicherheit auf beiden Seiten (will er uns jetzt buchstäblich platt machen?!) funktioniert das nicht lange. Sicherlich etwas schade für den alten Mann aber ganz ehrlich? Das ist sein Problem und nicht meins!

Es ist nicht wonach es aussieht!

Mit Pichu ist das definitiv ganz anders. Der war zwar anfangs auch ne total faule Socke, aber ihn habe ich ganz klar aus der Reserve gelockt bekommen. So viel gebalgt haben wahrscheinlich weder er noch ich bislang in unserem Leben. Dabei ist das so toll und lustig. Ab und zu liegen wir außerdem gemeinsam im Karton (wie Ying und Yang), wenn wir vom ganzen Rumspringen mal ausgepowert sind. Komischerweise habe ich meine Nase dann meist in seinem Hintern statt, dass wir Kopf an Kopf liegen. Keine Ahnung warum aber das können wir alles machen, mein Bro und ich. Nur ins Schlafzimmer gehe ich mit ihm nicht. Verstehe auch nicht, warum er da morgens immer gleich hineinstürmt, wenn die Türen geöffnet werden und laut Maunzend aufs Bett springt. Leckerlis scheint es auf jeden Fall keine zu geben, sondern höchstes ausgiebige Streicheleinheiten. Aber die hole ich mir woanders. Also bleibe ich lieber im Wohnzimmer und liege weiter im Karton bis es Futter gibt.

Kuschelkurs

Die Chefin vergleicht mich hingegen ständig mit Nica. Nicht nur wegen der Fellfarbe, sondern auch wegen meiner Liebe zu Kartons (stehen grad viele im Wohnzimmer *yay*!) und weil ich so tooooootal verschmust bin. Hände müssen geknuddelt werden – egal ob sie gerade ein Leckerli halten oder nicht! Kann ich doch nichts für. Ich will halt immer und zu jeder Zeit auf einen Schoß und geknuddelt werden. Und dabei am liebsten meinen Streichler vor Freude auf den Mund küssen und wie ein Baby auf der Brust liegen. Scheint zumindest der Chefin allerdings nicht ganz so zu gefallen. Ich wäre aufdringlich sagt sie. Ich würde es als liebevoll und dankbar bezeichnen. Mir doch egal, dass sie gerade Chips isst oder mit dem Handy spielen will. Wenn ich komme, dann muss nun einmal die volle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet werden. Ist das so schwer zu verstehen?

Eine Box ist groß genug für zwei!

Gut, ab und zu stinke ich etwas eklig. Gefällt mir genauso wenig wie den Dosenöffnern. Aber ihr könnt das doch sicherlich nachvollziehen: Wenn man pupsen muss, dann muss man eben pupsen. Da hilft alles nichts. Ich weiß zwar nicht, warum ich an manchen Tagen so viel pupsen muss (und kleinere Probleme beim Kacken habe), aber wenn es so ist, ist es halt so (Anm. d. Red.: Scheint mit einer Futtersorte zusammen zu hängen – machen grad eine Ausschlussdiät.).

Perfektes Gespann

Ich kann also, wie schon anfangs gesagt, mit gutem Gewissen behaupten: Mir geht es richtig gut hier. Ich habe einen gleichaltrigen Freund mit dem ich rummachen kann, das Futter ist fantastisch, die Gegend super, duper toll und die Dosenöffner habe ich auch total gerne. Zwar ist der Chef ähnlich wie Balu viel zu groß und man muss ständig Angst haben, dass man nicht von ihm plattgewalzt wird (springe deshalb weiterhin früh genug aus dem Weg). Aber ich weiß ja, dass er mich gerne hat. Ich freue mich wirklich darüber hier gelandet zu sein und bin gespannt, was mein Leben hier noch so bringen wird.

Und zu wissen, dass meine beiden Findelkinder, um die ich mich bis zu meiner Gefangenschaft gekümmert hatte auch ein liebevolles Zuhause gefunden haben, macht mich gleich noch viel glücklicher. Da muss ich jetzt unbedingt erst einmal eine Runde mit irgendjemanden schmusen, um das zu kompensieren.

*setzt seinen völlig unschuldigen Blick auf und zieht von dannen*

Unser (fast leeres) Gemüsebeet

Na, heute schon eure Vitamine zu euch genommen? Nicht? Also bitte – so langsam müsste euch doch klar sein, wie wichtig es ist darauf zu achten. Schließlich wollen doch die meisten von uns ein möglichst langes und gesundes Leben. Wenn man aber nicht zu NEMs greift, stellt sich natürlich die Frage wie man die Dosierung im jeweiligen Lebensmittel möglichst hochhält. Wir haben sicherlich alle schon einmal gehört, dass beispielsweise Gemüse im heißen Wasser zu kochen die wohl schlechteste Variante ist (dabei wird es sowieso viel zu matschig). Aber stimmt das immer oder wie reagieren die einzelnen Vitamine auf die jeweilige Zubereitungsart?

Wasser = flüchtig

Nun, fangen wir doch mit dem einfachsten an: Im letzten Eintrag hatte ich erwähnt, dass sich die 13 Vitamine noch einmal in wasserlöslich und fettlöslich aufteilen lassen. Was passiert also mit den B- und C-Vitaminen, wenn sie auf das Wasser im Kochtopf treffen? Sie lösen sich aus dem Lebensmittel und verschwinden im Kochwasser, das ihr dann anschließend in den Ausguss schüttet. Super Leistung, lieber Koch! Dann doch lieber eine Suppe draus machen oder einen Gemüsefond.

Hightech-Gemüse-Dämpfen

Außerdem sind die wasserlöslichen Vitamine grundsätzlich nicht gerade wärmefest. Also selbst beim Dämpfen gehen vom Vitamin C im Gemüse durchschnittlich gut 30% verloren. Und das ist neben dem Dünsten noch die schonendste Zubereitungsart! Wärmt ihr es am nächsten Tag in der Mikrowelle nochmal auf, werden weitere 50% zerstört. Und das ist wörtlich gemeint, denn durch das Erhitzen wird die organische Verbindung aufgelöst.

Leider gibt es nicht nur beim Zubereiten einen Vitaminverlust. Ihr lagert eure Kartoffeln bei Raumtemperatur? Dann verlieren sie monatlich 15% ihres Vitamin-C-Gehalts. Spinat schafft es sogar über Nacht mehr als 50 Prozent seines Vitamin Cs zu vergessen. Also lieber das Gemüse trocknen? Bloß nicht! Da verschwinden gleich mal 80%. Einfrieren? Immer noch 30% Verlustrate. Weitere Feinde, die den Abbau von wasserlöslichen Vitaminen beschleunigen: Licht, Sauerstoff und ein alkalischer pH-Wert (sprich eben zum Beispiel Leitungswasser).

Ihr seht: Wenn man es nicht direkt vom Acker in den Mund packt (natürlich mitsamt Dreck – dann habt ihr auch gleich die Mineralien :smile: ), dann ist bei den wasserlöslichen Vitaminen immer ein nicht gerade kleiner Verlust da. Wie heißt es so schön? Wie man’s macht, ist es verkehrt!

Fett = resistent

Die fettlöslichen Vitamine sind da zum Glück wesentlich resistenter und genügsamer. Zwar hat ein gekochtes Ei auch 20% weniger Vitamin A als ein rohes. Aber das Provitamin A (Betacarotin) mag es sogar, wenn es heiß wird und lässt sich dann vom Körper noch besser verarbeiten. Hier macht es tatsächlich sogar einen signifikanten Unterschied in welchem Zustand ihr die Karotte esst. Am besten sind pürierte, gekochte Karotten mit etwas Öl. Dann kann der Körper bis zu 45% mehr Betacarotin aus ihnen rausholen. Die klassischen, gerne im Salat vorkommenden Karottenstückchen hingegen sind mit gerade mal 3% die wohl schlechteste Variante seine Karotten zu naschen. Die Begründung ist recht simpel: Sind die Teile kleiner, wurden mehr Zellen zerstört und das Provitamin A kann leichter „herausfallen“. Entsprechend wichtig ist es etwas zu tun, was wir alle mittlerweile nicht mehr ganz so ausführlich machen: längeres Kauen.

Ja, wir kaufen bei Discountern…

Vitamin E und Vitamin K hingegen interessiert das alles nicht die Bohne. Das sind die Ratten unter den Vitaminen. Selbst wenn ihr Vitamin E in die Fritteuse packt, sind nach 10 Stunden immer noch mindestens 25% davon im Lebensmittel erhalten. Vitamin K steht dem nicht wesentlich nach.

Fazit

Was nehmen wir also aus dem heutigen Eintrag mit? Nun, wenn ihr nicht alle eure Vitamine grundsätzlich durch Nahrungsergänzungsmitteln zu euch nehmen wollt, dann solltet ihr beim Kochen aufpassen. Also zum einen natürlich überhaupt selbst kochen, denn in den Fertiggerichten oder im FastFood sind garantiert so gut wie keine Vitamine mehr drin. Zum anderen darauf achten, wie ihr mit dem Lebensmittel umgeht: Nicht lange lagern, nur kurz und hoch erhitzen (und das Gemüse erst ins kochende Wasser werfen und nicht mit aufwärmen) und lieber dämpfen und dünsten statt kochen und braten. Und wenn ihr es doch kocht (weil ihr matschiges Gemüse aus unerfindlichen Gründen toll findet :smile: ), dann zumindest das Wasser nicht wegkippen sondern für andere Sachen aufheben.

Wir nehmen mittlerweile nur noch gefrorenes Gemüse (wenn es nicht aus dem eigenen oder dem Garten der Eltern stammt), dämpfen es in unserem „hightech“ 21-in-1-Kocher und zerstören dann doch alle Vitamine indem wir es am nächsten Tag auf der Arbeit in der Mikrowelle wieder aufwärmen :wink: .

Sicarius

Taxis und Könige

Das 1. Jahr (auch als Papierhochzeit bezeichnet) ist geschafft. So schnell kann es wie immer gehen und trotzdem war uns vermutlich nie langweilig. Wie auch? Beispielsweise haben wir in der Zeit 75% unseres derzeitigen Katzenbestands bekommen (Lyssi, Pichu und Jules). Und ja, wir haben uns immer noch ganz dolle lieb, wie man so schön sagt. Nicht, dass es euch etwas anginge aber ich will ja nicht so sein :smile: .

Nun aber genug mit der Gefühlsduselei. Ich habe mal wieder ein paar Spiele mehr oder weniger ausführlich gespielt. Die meiste Zeit zwar Dying Light (Hauptspiel durch, Addon mittendrin), darüber darf ich euch aber ja leider nichts erzählen (indiziert und so). Widmen wir uns also stattdessen ein paar mobile Spielen – wobei einer der Titel, wie ich leider erst im Nachhinein festgestellt habe (ich werde irgendwie immer nachlässiger…), auch auf dem PC verfügbar ist:

Crazy Taxi Gazillionaire (Herstellerbild)

Crazy Taxi Gazillionaire (01.06.2017; iOS, Android) – Ja, ich bin ein Hypokrit. Am 29.05.2017 habe ich mich unter anderem über Clicker Games aufgeregt und keine Woche später installiere ich mir nicht nur eins auf dem Smartphone – ich „spiele“ es auch noch bis zum (derzeitigen) Ende durch. Dabei ist es so unendlich langweilig und hat mit dem Original Crazy Taxi abseits von der Thematik überhaupt nichts zu tun.

Stattdessen tippt ihr stupide auf den Bildschirm, um euere Taxis zum nächsten Kunden fahren zu lassen und bei der Ablieferung Geld zu bekommen. Gleichzeitig sammeln eure Taxis auch automatisch Geld pro Sekunde – selbst wenn das Spiel nicht offen ist. Also heißt es Taxis freischalten und upgraden, um noch mehr Geld zu bekommen, um weitere Taxis freizuschalten und zu upgraden (kostet natürlich immer etwas mehr als das vorherige). Habt ihr genug Geld verdient, könnt ihr euer Unternehmen außerdem an die Konkurrenz verkaufen. Das resettet einen Teil eures Spielfortschritts, erhöht aber den dauerhaften Multiplikator (=noch mehr Geld pro Stunde). Und das wars. Mehr ist es nicht (plus etwas Werbung schauen jeden Tag für noch mehr Multiplikatoren). Und ich habe es trotzdem tatsächlich durchgespielt. Also ich habe nun alle 60 Taxis auf Level 999 bekommen.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es gnadenlose 1 von 5 Sics und ich bitte euch inständig einen großen Bogen um diesen Mist zu machen. Dass ich so viel Zeit darin versenkt habe ist schon Schande genug. Vergesst einfach, dass das Spiel existiert und holt euch lieber das Original Crazy Taxi. Das ist mittlerweile auch für Smartphones kostenlos zu haben.

 

Reigns (Herstellerbild)

Reigns (11.08.2016; PC, iOS, Android) – Tinder für Könige. So einfach lässt sich das Spielprinzip zusammenfassen. Doch statt fescher Bräute und süßen Herren, gilt es Entscheidungen zu treffen indem ihr entweder nach links oder rechts wischt. Ziel des Ganzen? Möglichst lange überleben (eine Entscheidung pro Jahr) und damit König sein. Dazu gilt es die vier Mächte im Land (Kirche, Untertanen, Armee und Schatzkammer) im Gleichgewicht zu halten. Füllt sich bei einem der Balken komplett oder ist komplett leer, dann stirbt euer aktueller König und ihr übernehmt die Rolle des nächsten Regenten, der auf den Erfolgen oder Misserfolgen seines Vorgängers aufbaut. Zusätzlich gibt es diverse Pfade, die ihr in eurem Regentenleben durcharbeiten könnt, wenn ihr zum richtigen Zeitpunkt bei den richtigen Personen (oder Tieren) die passende Entscheidung trefft. Schafft ihr diese bis zum Ende durchzustehen, gibt es meist einen neuen Charakter, der euch fortan belästigt mitsamt einem neuen Stapel Karten oder spezielle Fähigkeiten. Gebt ihr beispielsweise Geld für eine Scheune aus, seid ihr für ein paar Jahre gegen jedwede Hungersnot geschützt. Es gibt wohl tatsächlich auch eine zentrale Geschichte und damit ein offizielles Ende aber das habe ich bislang noch nicht entschlüsselt :smile: .

Ihr müsst also immer genau abwägen, was ihr zu wem sagt. Fragt euch die Kirche nach Geld für eine neue Basilika aber eure Schatzkammer ist fast leer? Dann lieber ablehnen und Vertrauensverluste beim Papst hinnehmen statt von den Geschäftsleuten aus der Stadt vertrieben zu werden. Oder die Bevölkerung beklagt, dass der Preis für Brot zu hoch ist. Lehnt ihr ab, findet sie das logischerweise nicht so gut. Und dann führt euer Hund euch in den dunklen Wald zu einem Pilz – esst ihr ihn oder nicht? Und so weiter und so fort. Ein einfaches und schnell verständliches Spielprinzip (auch grafisch – es sind einfach nur Spielkarten mit Gesichtern).

Beim Christoph meint: Es ist nicht zu leugnen, dass das Spiel sich sehr schnell wiederholt. Was vor allem daran liegt, dass ihr neue Sachen nur freischaltet, wenn ihr eben zu den richtigen Zeiten die richtigen Antworten gebt. Das herauszufinden kann mitunter etwas dauern (und ggf. einen Blick ins Guide erfordern). Aber für Zwischendurch (das Tempo ist durch das Wischen definitiv sehr hoch) macht es immer mal wieder Spaß ein paar Regentenleben durchzugehen und neue Sachen freizuschalten (unter anderem auch verschiedene Todesarten). Für die drei Euro habt ihr mit dem ungewöhnlichen Spielprinzip garantiert ein paar Stunden Spaß.

Demnächst soll mit Reigns: Her Majesty übrigens ein Nachfolger erscheinen. Dieses Mal dürft ihr in die Rolle der Königin schlüpfen.

 

Ansonsten beschäftigt mich auf dem Smartphone weiterhin Magic the Gathering: Puzzle Quest sowie aktuell Cat Quest (kostet Geld und gibt es auch auf Steam) und Dynasty Warriors: Unleashed (Free-2-Play). Und damit gebe ich ab bis Montag!

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