Age of Conan: Hyborian Adventures

(Level 1-24)

Angespielt

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Nachdem ich also innerhalb von rund fünf Tagen die 14 Gigabyte heruntergeladen hatte, durfte ich am 18.05. in die EarlyAccess-Phase des MMOs einsteigen. Seitdem bin ich bereits 23mal im Level aufgestiegen (bei insgesamt 80 Level) und kann dementsprechend schon einiges zum MMO für Erwachsene erzählen.

Was natürlich sofort auffällt ist die grandiose und auch realistische Grafik. Zwar verlangt sich auch entsprechend viel von der eigenen Hardware, aber hier sieht man wenigstens wo diese Power hinfließt. Auch die Spielermodelle gefallen und es gibt eine große Anzahl an Möglichkeiten bei der Erstellung von der Frisurform und -farbe über die Körperform bis hin zum abschließenden Ganzkörpertattoo. Auch mit 12 Klassen wählbaren Klassen ist die Auswahl ganz ordentlich und es sollte für fast jeden Geschmack etwas dabei sein.

Ich habe mich für die Rolle einer Nekromantin entschieden und bin in einem violetten Bikini am Strand der Isle of the Black Ones gelandet. Das ist quasi die Tutorialinsel von Age of Conan: Hyborian Adventures mit der Stadt Tortage. Bis ungefähr Level 20 ist nun das Spielerlebnis zwei geteilt. Auf der einen Seite gibt’s den sogenannten Schicksalsquest. Das ist eine lange, Einzelspielerquestreihe die eine spannende und interessante Geschichte rund um den aktuellen Herrscher in Tortage und die eigene Herkunft erzählt. Diese läuft vollständig in einer instanzierten Nachtversion der Insel ab. Es belästigt einen also niemand anderes dabei und alles passiert nur für den Spieler selbst. Auf Wunsch kann man aber auch in der Taverne in den Tagmodus wechseln. Dort ist dann der übliche MMO-Ablauf mit tonnenweisen Quests und anderen Mitspielern.

Diese Zweiteilung ist wirklich innovativ und führt vor allem aus rollenspieltechnischer Sicht sehr gut in die Welt von Hyboria ein. Da man auch die Wahl hat was man tun möchte, gibt es eigentlich nichts daran auszusetzen. Auch schön ist, dass auf der Insel alle Dialoge vollständig vertont sind. Landet man dann aber in Aquilonia, der richtigen Welt des Spiels, ist kurzzeitig auch erst einmal die Enttäuschung groß, dass hier jetzt gar nichts mehr vertont ist. Und wenn wir gerade schon bei Negativpunkten sind, arbeiten wir doch auch noch einen anderen offensichtlichen ab:

Neben dem viel zu kleinen Inventar, wie immer in einem Rollenspiel, ist das Questmanagment teilweise absolut bescheuert. So muss der Spieler mindestens ein dutzend Mal in das gleiche Gebiet - für den gleichen Questgeber. Zwar wird die Geschichte dadurch etwas anschaulicher erzählt, aber es geht einem doch schnell auf die Nerven schon wieder zurück zu müssen. Da wäre es doch besser gewesen die Sache etwas zu zusammen zu fassen und mehrere Questziele auf einmal erledigbar zu machen.

Das Kampfsystem ist auch relativ innovativ für ein Onlinerollenspiel. Anstatt automatisch Anzugreifen und ab und zu eine zusätzliche Taste zu drücken, macht die Spielfigur hier überhaupt nichts. Jeder Schwertstreich muss manuell ausgeführt werden. Dafür darf man selbst bestimmen von welcher Richtung aus man zuschlägt und mit einem entsprechend großen Gerät, trifft man dabei auch alles in Reichweite und nicht nur den anvisierten Gegner. Diese Freiheit ist aber auch wichtig, da sowohl Spieler als auch NPCs drei Schilder um sich herumhaben. Wie in TIE Fighter lässt sich deren Position manuell einstellen. Sind zum Beispiel alle drei auf der linken Seite, kommt von dort so gut wie kein Schaden durch aber man ist natürlich auf den anderen Seiten sehr verwundbar. Zusätzlich ermöglicht das System auch noch mächtige Kombos. Das gilt aber natürlich nur für Nahkämpfer. Magier können stattdessen eigene Zaubersprüche zusammenbauen. Dieser kann allerdings sehr schnell zur Gefahr für das eigene Leben werden, denn je mächtiger der Spruch, desto höher auch die Chance das er fehlschlägt und der Spieler selbst die Wirkung zu spüren bekommt.

Dank der Thematik aus der Feder von Robert E. Howard und dem Realismusanspruch der Entwickler, ist die Welt von Conan zusätzlich auch noch äußerst erwachsenen. Weder gibt es eine kunterbunte Grafik noch Elfen und Zwerge. Viel mehr gibt es leicht bekleidete und auch nackte Frauen. Diese haben dann zwar eine detailgetreue Brust- und Nippeldarstellung aber untenrum eine ungesunde Färbung die stark nach einer viel zu langen Zeit mit der Unterhose auf der Sonnnenbank aussieht. Auch Sex wird viel angedeutet aber komischerweise haben bislang selbst die Huren es abgelehnt mit meiner Figur ins Bett zu steigen. Um meinen Frust darüber loszuwerden spritzt dafür dann in den Kämpfen mächtig das Blut. Dort gibt es dann auch sogenannte "Fatalities".

Wer mit Mortal Kombat aufgewachsen ist, weiß, dass dies besonders brutale Tötungen sind. Macht der Spieler nun wahnsinnig viel Schaden an einem Gegner, passiert so ein Fatality. Bei Nahkämpfer kann dies zum Beispiel eine Köpfung sein, die sehr offensichtlich brutal ist. Aber viel brutaler, weil subtiler, sind die der Magier. Wenn ich als Nekromant mit meinem Parasitenspruch einen ausführe, dann fällt der Gegner auf die Knie und schreit gen Himmel während man relativ deutlich sieht wie kleine Insekten ihn langsam auffressen. Aber hat man die Animation ein paar Mal gesehen, achtet man nicht mehr drauf. Viel wichtiger ist dann die Belohnung für solch eine Tötung. Als Nekromant erhält der Spieler zum Beispiel dann für eine Minute einen mächtigen Eisgolem.

Auf jeden Fall ist der Titel absolut nichts für Kinder und Jugendliche - und doch sind schon wieder haufenweise idiotische Kinder unterwegs. Natürlich sind sicherlich auch ein paar darunter die offiziell erwachsen sind, aber einige U16-Jährige haben sich dennoch schon geoutet. Aus der idyllischen Welt eines MMOs nur mit Erwachsenen ist also nicht wirklich etwas geworden.

Zusammenfassend bleibt also erst einmal festzuhalten, dass Age of Conan: Hyborian Adventures sehr erfrischend ist. Die realistische Grafik ist sehr gut, die Freizügigkeit und Brutalität für manche vielleicht gewöhnungsbedürftig aber erfrischend und das Kampfsystem definitiv motivierender als alles was bislang in einem MMO dagewesen ist. Auch die Welt an sich fühlt sich einfach mehr wie ein dreckiges Gothic an als ein sauber gelecktes The Elder Srolls IV: Oblivion. Mir gefällt es also bislang und dabei kommen die richtig guten Sachen wie PvP-Belagerungen, Spielerstädte, der Kampf von Reittieren und alle erst noch auf mich zu![CH]

(Veröffentlicht am 22.05.2008)