Moviestorm

 

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Neben MovieSandbox, war am Machinima-Stand des GC ART-Bereichs auch das kostenlose Produktionstool MovieStorm an mehreren Rechnern nutzbar. Entwickelt von der britischen Firma Short Fuze, ist es sehr umfangreich und vereint vom Setaufbau, über die Dialogaufzeichnung bis hin zum Rendering des Films alles in einem Programm.

Die große Stärke des Tools liegt dabei in der einfachen Bedienung. Die Editoren für das Set, die Charaktere und die Szene an sich könnten mitsamt der Grafik geradewegs aus Die Sims 2 stammen. Über ein Menü werden die Setbestandteile ausgewählt, in den Raum gestellt und können dann noch gedreht oder in der Größe verändert werden. Wände und Böden mit Farben oder Texturen versehen, die richtige Beleuchtung per Schieberegler auswählen und schon ist das Set fertig. Dann geht es an die Charaktere.

Bedienkomfort

Wie bei den Sets, gibt es auch hier eine kleine, vorgefertigte Auswahl. Man darf diese wiederrum nach Herzenslust bis ins kleinste Detail über Regler und Auswahlmenüs verändern oder von Grund auf eine neue Figur basteln. Es ist auch möglich Dialog aufzunehmen und Lippensynchron der Figur zuzuweisen. Die aktuelle, englische Version erkennt sogar kleine, einfache Wörter und Sätze wie „Hello“ und kann selbstständig die Lippensynchronität herstellen.

Directions, Mr. Director?

Stehen Set und Schauspieler fest, geht es ab ins Filmstudio. Am unteren Bildschirm befindet sich nun eine Zeitleiste. Unterteilt in die vier Bereiche Kamera, Umgebung, Charakteraktion und Charaktersprache, sieht der Regisseur hier seinen gesamten Filmablauf auf einen Blick und kann von dort aus direkt den entsprechenden Editor für die jeweilige Aktion aufrufen. Jeder Charakter hat dabei seine eigenen zwei Zeitleisten. Das ist zwar übersichtlicher, jedoch sieht man dadurch immer nur die Leiste des gerade ausgewählten Schauspielers. Aber bevor man sich darüber Gedanken macht, sollten natürlich die Charaktere an ihre Ausgangsposition gestellt werden.

Nun kann die Figur einfach ausgewählt und wie in Die Sims auf ein Objekt geklickt werden um ein Auswahlmenü zu erhalten. Je nach Objekt werden dabei nur die Aktionsmöglichkeiten angezeigt, die auch tatsächlich Sinn machen. Ein Klick auf die Couch, “hinsetzen” auswählen, die Länge bestimmen und schon setzt sich der Charakter auf die Couch. Auch Gesichtsausdrucksänderungen lassen sich so ganz einfach einbauen und werden in die Zeitleiste übernommen.

Frontale bitte!

Der Regisseur kann sich natürlich auch zu jeder Zeit einen Teil oder den ganzen Ablauf des Films innerhalb des Sets anschauen. Dies ist besonders wichtig, da einige Befehle teils sehr komische Animationen hervorrufen. So klappt zum Beispiel die Umarmung zweier Charaktere im Sitzen nicht sonderlich gut. Das ist äußerst unschön und kommt genauso wie Clippingfehler doch relativ oft vor. Aber in den meisten Fällen lässt sich das Problem durch ein leichtes Anpassen der Ausgangsposition beheben und man kann weiter zum Kameraeditor gehen.

Dort kann der Nutzer nicht nur detailliert festlegen wann ein Kamerawechsel stattfindet, sondern zusätzlich auch genau die Ausrichtung bestimmen, indem er einfach zum gewünschten Zeitpunkt springt und im Bild die Ansicht anpasst.

Der Rest

Und damit ist der Film auch schon fertig. Auf Wunsch kann man noch in den Schnittraum und Szenen durch die Gegend schieben, die falsch aufgenommen wurden. Danach geht es aber auf jeden Fall in das sechste Tool, in dem der Film gerendert und abgespeichert wird.

Als weiterer, eigentlich selbstverständlicher Komfort, kann jeder Zeit zwischen den Editoren gewechselt werden um zum Beispiel zusätzliche Charaktere zu erstellen. Einzelne Szenen, Charaktere und Sets lassen sich zusätzlich für spätere Wiederverwendung abspeichern.

Fazit

Das Programm orientiert sich sehr stark an den Tools die The Movies und Die Sims 2 von Haus aus den Machinimamachern bieten und vereint tatsächliche beide Welten fast perfekt. Innerhalb von Minuten lassen sich dank der einfachen und übersichtlichen Bedienung Sets erstellen, Charaktere anheuern und kleine Szenen drehen. Dadurch habe ich in der Zeit, in der ich mich mit dem Tool beschäftigen konnte, wesentlich mehr Vorzeigbares zustande gebracht als in der gleichen Zeitspanne mit MovieSandbox. Es eignet sich perfekt für alle, die zum ersten Mal in die Welt der Machinimas reinschnuppern. Und dennoch hat auch ein Profi, wenn er es möchte, alles bis ins kleinste Detail in der Hand und kann eigene Dinge einbringen.

Herunterladen kann man das Programm auf der offiziellen Homepage nach einer kurzen Registrierung.[CH]

(Veröffentlicht am 23.08.2008 bei JörgSpielt)