Palladion

 

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Ein weiteres, auf der GC spielbares, Studentenprojekt war Palladion. Gezeigt wurden von diesem Adventure am Stand der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig zwei Räume mit drei Rätseln. Sechs Medientechnik-Studenten des Lehrbereichs “Digitale Spiele” haben im Rahmen ihrer Diplomarbeit dafür einen Monat lang daran gewerkelt.

Was ist los?

Der Spieler übernimmt darin die Kontrolle von Nick, der seine todkranke jüngere Schwester in einer Stadt tief unter der Erde sucht. Was es damit auf sich hat oder wie Julie da überhaupt hingekommen ist, wird in der Demo jedoch nicht deutlich. Es gibt zwar einen Introfilm, diesen musste ich jedoch ohne Ton genießen weshalb ich nicht allzu viel verstanden habe. Allerdings machen die paar Happen an Geschichte, die ich mitbekam, durchaus Lust darauf mehr über die ganze Sache zu erfahren.

Spielerisch gestaltet sich der Titel hingegen wie ein klassisches Point & Click-Adventure. Der Spieler bewegt Nick per Mausklick durch die Szenen und interagiert mit einem Objekt per Mausklick. Leider stechen diese Objekte nicht aus den Hintergründen heraus, weshalb man immer auf die eingebaute Hotspotanzeige zurückgreifen muss. Mit einem Druck auf die Leertaste werden alle benutzbaren Objekte auf dem Bildschirm markiert und Nick kann fröhlich damit beginnen, dass zu tun, was jeder gute Adventureheld macht: Alles einsacken was nicht niet- und nagelfest ist um damit die Rätsel zu lösen.

Die Rätsel

Beim ersten Rätsel muss Nick einen Weg finden das Licht wieder anzuschalten. Dieses ist auch durchweg logisch aufgebaut und man weiß eigentlich sofort was zu tun ist. Ein wenig Kombinieren im Inventar und schon läuft die Sache. Beim zweiten Rätsel muss der Spieler hingegen ein paar Kontakte einer Konsole neu routen – und hier fehlte es eindeutig etwas an Hinweisen. Zwar ist auch hier sofort klar, was gemacht werden soll, aber die Rückmeldung bei einer Fehlverbindung ist nicht sehr verständlich. Selbst logisches Ausprobieren führte deshalb bei mir nicht zum Erfolg und einer der Entwickler musste mir die Lösung zeigen. Das letzte Rätsel war dann hingegen wieder logisch und schnell gelöst.

Gebaut wurde der Titel mit der Hilfe des kostenlosen Wintermute Engine Development Kit, dass speziell für Adventures geeignet ist und setzt auf 3D-Modelle vor 2D-Hintergründen. Während jedoch letztere sehr detailliert und stimmig gezeichneten sind, war Nick nicht gerade ansehnlich. Wenige Details und wenig Kantenglättung führten zu einem eher unpassenden Pixelhaufen. Hier sollte definitiv noch einiges an Arbeit investiert werden.

Fazit

Aufgrund der kurzen Spieldauer lässt sich leider kein wirkliches Urteil bilden. Der Titel hat durchaus Potential zu einem ausgewachsenen Adventure zu werden. Die Hintergrundgeschichte klingt bereits im Ansatz interessant und das grundlegende Gameplay war in der Demo auch schon solide vorhanden. Allerdings kann man bei Adventures in dieser Hinsicht sowieso nicht wirklich viel falsch machen. Ein solches Spiel lebt von seinen Charakteren, den Dialogen und vor allem den Rätseln. Man darf Palladion auf jeden Fall im Auge behalten und hoffen, dass die Entwickler einen Publisher finden.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann auf der offiziellen Homepage eine aktualisierte Version der GC-Demo herunterladen.[CH]

(Veröffentlicht am 23.08.2008 bei JörgSpielt)