Tom Clancy’s EndWar

 

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Es wurde sehr schnell ruhig um dieses Spiel. Schon vom Release der Konsolenversion Ende im November 2008 hat man nicht wirklich viel mitbekommen und die Veröffentlichung der PC-Version fand nun komplett ohne eine Werbekampagne statt. Meist kein Zeichen für ein wirklich gutes Spiel. Umso überraschender ist das nun erhältliche Ergebnis.

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Der wichtigste Punkt ist natürlich das vorab viel beworbene Aushängeschild des Spiels: Die Sprachsteuerung. Die PC-Version lässt sich zwar auch wie gewohnt mit Maus und Tastatur steuern und der geübte Echtzeitstrategie ist damit auch deutlich schneller, aber es ist einfach ein ganz anderes Gefühl vor seinem Rechner zu sitzen und Befehle ins Mikrofon zu brüllen. Und es funktioniert auch richtig gut, ist intuitiv und läuft schnell ab.

Ein Druck auf die Leertaste und das Spiel erwartet die bis zu fünf Wörter die dann zusammen einen Befehl wie "Unit One Move to Alpha" bilden. Welche Einheit jetzt Einheit Eins und welche Einheit Zwei ist, sieht man direkt über dem jeweiligen Squad (egal ob freundlich oder feindlich) oder auf den einnehmbaren Stützpunkten. Die wichtigsten Kommandos hat man bereits nach ein paar Einsätzen verinnerlicht, aber zur Hilfe erscheint ein Popup-Menü in dem alle, im derzeitigen Kontext möglichen Befehle auch angezeigt werden. Nach dem loslassen der Leertaste wird der Befehl dann ausgeführt. Selbst mit meiner Aussprache einiger englischer Wörter hat er nur selten Probleme. Wer es dem System noch einfacher möchte, der kann aber auch einfach auf Deutsch umstellen und dann "Einheit Eins Gehe zu Alpha" sagen. Ob er allerdings "Oinhoit Oans Geah zu Olpho" versteht, halte ich dann doch für fraglich.

Standard 1 Und Standard 2

Abseits der Sprachsteuerung gleicht der Titel einem stark abgespeckten Strategiespiel. So steht immer nur eine Handvoll an Einheiten bereit und diese sind zusätzlich nur in Squads steuerbar. Das Stein-Schere-Papier-Prinzip ist also schnell durchschaut und die Unterschiede zwischen den drei Fraktionen (Amerikaner, Europäer und Russen) halten sich in Grenzen. Basenbau entfällt sogar ganz. Dafür sammelt man Commanderpunkte bei erfolgreichen Abschüssen oder beim erfolgreichen Einnehmen von Uplinks und wenn man noch einen Platz frei hat, darf Nachschub geordert werden.

Leider ist die Kamera, die sich nicht frei bewegen lässt, sondern fest an einem der Squads hängt, viel zu nah am Geschehen und erlaubt nur selten wirklichen Überblick. Da hilft dann nur das Umschalten auf die schematische Übersichtskarte. Da man hier auch Befehle geben kann, ist es in großen Schlachten sogar sinnvoller gleich hier das Match zu bestreiten. Besonders weil die Framerate selbst auf starken Rechnern in solchen Fällen stark in die Knie geht.

Durch die so gut wie nicht vorhandene Hintergrundgeschichte entsteht auch keine Langzeitmotivation. Stattdessen entscheidet man sich sowohl im Einzelspieler als auch im Multiplayer für eine Fraktion und arbeitet dann einfach auf einer Weltkarte Einsätze ab bis man die Welt erobert hat. Der Unterschied ist im Mehrspielermodus nur, dass hier alle Spieler auf die gleiche Karte zugreifen und tatsächlich den dritten Weltkrieg führen. Da nur alle 24 Stunden ein Update durchgeführt wird und es keinerlei Angaben gibt wie viele Siege welche Fraktion auf dem jeweiligen Feld bereits eingefahren hat, gleicht das Ganze derzeit jedoch einem willkürlichen Hin und Her.

Webmaster 1 Gib Fazit

Die Sprachsteuerung ist wirklich cool und macht richtig Laune. Und da ich sowieso nicht der hochbegabte Echtzeitstratege bin, stört es mich auch nicht, dass die ganze Sache nicht allzu anspruchsvoll ist. Die geringe Sicht und vor allem die teils lausige Performance vermiesen mir da schon eher den Spielspaß. Und wenn die Freude über die Sprachsteuerung erst einmal abgeklungen ist, wird nicht mehr viel Langzeitmotivation übrigbleiben und das Spiel vermutlich schon wieder von meiner Festplatte verschwinden.

Zusammengefasst funktioniert Tom Clancy’s EndWar zwar als berühmtes "Proof of Concept", aber als Vollpreistitel sollte man es sich dann doch zweimal überlegen ob man wirklich zugreift oder lieber in ein Arena Wars Reloaded oder Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 investiert. Es macht jedoch auf jeden Fall Lust darauf zu sehen, was in Zukunft in der Richtung noch alles kommen wird. Besonders auf den Konsolen ist diese Methode definitiv besser als alles was man je mit einem Gamepad anstellen könnte.

Tom Clancy’s EndWar besitzt außer einem Multiplayer-CD-Key keinen Kopierschutz und lässt sich ohne DVD im Laufwerk starten. Zum Onlinespielen wird ein UBI.com-Konto benötigt.[CH]

(Veröffentlicht am 05.03.2009)