Kessy

Kessy (17.7.2002 – 8.2.2016)

Ich sehe irgendwie 10 Jahre jünger aus.

Ich sehe irgendwie 10 Jahre jünger aus.

Es ist so weit. Dies sind meine letzten Zeilen. Das unrühmliche und finale Ende meines Daseins auf dieser Erde. Mein Leben endet wie so viele andere – viel zu früh und völlig überraschend. Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich noch auf der Terrasse und schlürfe genüsslich aus einer frischen Pfütze. Ich fühle ein letztes Mal wie das kalte Nass sich seinen Weg durch meinen Körper bahnt und spüre die Erfrischung, die es bringt.

Heute ist mein letzter Morgen auf dieser Welt. Der Chef wird mich irgendwann im Laufe des Vormittags ein letztes Mal in mein Körbchen tragen. Ich werde ihn gewähren lassen. Zum Wehren oder Weglaufen bin ich schon zu schwach. Mein Körper besteht nur noch aus Fell, Haut und Knochen weil ich schon seit Tagen nichts mehr Essen kann. Der Chef wird mit mir ein letztes Mal den Weg zum Tierarzt fahren. Auch das wird mich nicht weiter stören. Mein Ende ist besiegelt und es gibt nichts, was ich noch dagegen tun könnte. Dort angekommen werde ich meine letzte Spritze erhalten. Sie wird kurz piksen. Das war es dann aber auch. Ich werde friedlich und ohne Schmerzen in liebvollen Händen einschlafen, meinen letzten Atemzug tun und übergehen in die nächste Form des Seins. Auf dieser Welt verbleiben werden nur ein lebloser Körper und die unzähligen schönen Erinnerungen an mich in den Köpfen vieler liebevoller Menschen. Menschen, die mich in den 13 1/2 Jahren meines Daseins äußerst gern gehabt haben. Menschen, die sich um mich gekümmert haben. Menschen, die mich bis zum Schluss liebten.

Die letzten Tage

Während mir die Frühlingssonne ein letztes Mal auf den Pelz scheint, versuche ich Abschied zu nehmen. Versuche es meinen Frauchen und Herrchen so einfach wie möglich zu machen. Mir nichts anmerken zu lassen, dass es mir richtig schlecht geht. Schließlich wurde ich als Diva geboren, habe als Diva gelebt und werde mich entsprechend auch stoisch als Diva meinem finalen Schicksal stellen. Zugegeben: Die beiden Spritzen, die mir der Tierarzt am Samstagmorgen verabreicht hat, helfen massiv. Sie lindern meinen Schmerz und lassen mich meine letzten Tage ohne Sorge und Leid ertragen. Im Gegensatz zum Webmaster, dessen tränengefülltes Gesicht nur im Ansatz die Trauer und Hilflosigkeit zeigt, die er in seinem Inneren fühlt.

Mein erster und letzter Selfie

Mein erster und letzter Selfie

Dabei hat er gar nichts falsch gemacht. Im Gegenteil. Er hat mich 2007 genauso wie der Rest seiner Familie mit offenen Armen empfangen und war bis zu meinem Tod an meiner Seite. Er kann nichts dafür, dass sich in meinem Bauch innerhalb kürzester Zeit ein Tumor gebildet hat. Ein Tumor so groß, dass er mittlerweile den Zugang zu meinem Darm komplett verschließt. Wäre er am Samstag nicht gekommen und hätte mich zum Tierarzt gebracht, ich wäre vermutlich elendig verhungert bevor es jemand bemerkt hätte. So hatte ich wenigstens die Chance in Würde Abschied zu nehmen. Ich konnte in Ruhe ein letztes Mal auf meinen Lieblingsplätzen liegen, konnte noch ein paar Leckerli naschen ohne sie gleich wieder Auskotzen zu müssen und durfte noch einmal die Liebe der Personen spüren, die mir so ein schönes und erfülltes Leben beschert haben. Ich hätte selbstverständlich noch gerne etwas mehr Zeit bei euch verbracht. Doch ich werde offensichtlich woanders gebraucht. So bleibt mir am Schluss nur zu sagen:

Danke, dass ihr den Worten eines Katzenviechs gelauscht und Freude an meinen Abenteuern gefunden habt.
Danke, dass ihr mich gefüttert, gestreichelt und gebürstet habt.
Danke, dass ihr mir ein Zuhause gegeben und viel Liebe entgegen gebracht habt.
Danke für alles, was ihr für mich getan habt!
Ich war wirklich gerne bei euch!

Und jetzt hört auf um mich zu trauern. Dass meine Zeit auf dieser Erde begrenzt ist, war von Anfang an klar. Freut euch stattdessen auf die Geschichten und Abenteuer der nächsten Katze(n), die von den liebevollen Armen des Webmasters und Lysanda in Empfang genommen werden. Und bis dahin stöbert ihr einfach ein wenig im Archiv, um euch noch einmal in Erinnerung zu rufen, was für eine tolle Katze ich war.

Eure

Kessy - Göttin der Knuddeleinheiten

Kessy – Göttin der Knuddeleinheiten

PS: Zum Abschluss noch ein Gedicht:

Wenn es soweit ist…

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach,
und quälende Pein hält ständig mich wach,
was Du dann tun musst – tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.

Dass Du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag – mehr als jemals geschehn –
muss Deine Freundschaft das Schwerste bestehn.

Wir leben zusammen in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muss? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.

Nur- bitte bleibe bei mir bis zum Schluss
auch wenn es für Dich schwer sein muss.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh.

Mit der Zeit – ich bin sicher – wirst Du es wissen,
es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauende Blicke ein letztes Mal –
Du hast mich befreit von Schmerz und Qual.

Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,
der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es darf nicht sein, dass Dein Herz um mich weint.

Autor unbekannt

Kessy

Ein tierischer Statusbericht

Kessy auf einem ihrer Lieblingsplätze

Einer meiner Lieblingsliegeplätze

Hält sich ja sehr in Grenzen die Begeisterung über meinen 13. Geburtstag hier Beim Christoph. Und dann wird auch noch das „100% Frauen“-Klischee erfüllt. Natürlich habe ich nicht erwartet von Azzkickr gratuliert zu bekommen – aber gar keiner der männlichen Besucher? Schwach! Oder hat das nur etwas mit Aberglauben zu tun? Also, dass es Unglück bringt jemanden zu seinem 13. Geburtstag zu beglückwünschen? Wäre natürlich kein Grund eurer Knuddelgöttin nicht zu huldigen!

Vernachlässigt!

Aber ich bin es ja leider mittlerweile gewohnt nur noch die zweite Geige überall zu spielen. Nicht nur, dass ich den doofen Webmaster nun nicht einmal mehr alle vier Wochen sehe und er mich dann auch weiterhin fast immer zum Frisör schleift. Seit neustem bringt er auch noch so eine kleine Dame mit, der er irgendwie wesentlich mehr Aufmerksamkeit schenkt als mir. Völlig unverständlich. Als gäbe es eine wichtigere Person als mich! Wie kann jemand, der nur ein paar Haare auf dem Kopf hat eine bessere Gesellschaft sein als ich?! Da macht das Streicheln doch gar keinen Spaß.

Einen Lichtblick gibt es bei der Sache allerdings dann doch: Die junge Dame versteht definitiv ihr Knuddelhandwerk. So gut durchgeknuddelt bin ich schon lange nicht mehr geworden. Das ist jedes Mal ein so dermaßen geniales Gefühl, das lässt sich gar nicht so richtig in Worte fassen. Wenn sie mich mit beiden Händen sanft aber bestimmt hinter den Ohren krault und mir gleichzeitig den Kopf massiert, dann fühle ich mich als wäre ich im siebten Katzenhimmel. Allein wenn ich schon wieder dran denke, kommt in mir das Bedürfnis hoch das Schnurren anzufangen. Mmmmmh.

Aufregung pur!

Andere pflanzen Pflanzen, wieder andere Katzen.

Andere pflanzen Pflanzen, wieder andere Katzen.

Abseits von dieser Neuerung gibt es gar nicht mal so viel zu berichten aus meinem Katzenleben. Es ist die meiste Zeit doch der alte, liebgewonnen Trott bestehend aus Essen, Schlafen, Putzen, Schlafen, Essen, Schlafen, Putzen, Schlafen, Schlafen, etc. Über zwei Sachen kann ich aber auf jeden Fall berichten. Da wäre zum Beispiel die Wiese gegenüber der Kirche, die es jetzt leider nicht mehr gibt. Irgendein Vollidiot – ja, man muss es so krass ausdrücken! – hat da nun ein total hässliches, kleines Haus draufgestellt. Könnt ihr euch das überhaupt vorstellen?! Auf meinen Mäusejagdgrund einfach ein Gebäude gestellt! Eine absolute Sauerei!

Muss ich jetzt etwas Zuhause in der Scheune jagen gehen, oder was?! Da ist mir doch viel zu kalt und dunkel drin! Außerdem kann man sich im Stroh einfach nicht so gut wie ein cooler Löwe in der Savanne fühlen. Ihr wisst schon: Langsam und gebückt durch das saftig grüne Gras auf die Beute zu schleichen, dann mit einem riesigen Satz den Feind erlegen und genüsslich im Schutz der Halme verspeisen. Herrlich. Bitte? In der Savanne gibt es nicht so grünes Gras wie bei uns? Ach halt doch einfach die Klappe, du vorlauter Besucher! Du verstehst das doch sowieso nicht. Du mit deinen zwei Beinen. Du könntest dich noch so tief ins Gras legen und wärst trotzdem meilenweit sichtbar. Außerdem habt ihr Nacktaffen viel zu wenig Fell, um für einen Löwen durchzugehen.

Veränderungen!

Doch nicht nur auf der Wiese wird kräftig gebaut. Auch Zuhause ist irgendwie seit ein paar Monaten mächtig viel Aktivität ausgebrochen. Vor allem die kleine Chefin und ihr männlicher Begleiter sind mittlerweile sehr oft in meinem Revier anzutreffen und machen dann zusammen mit dem Chef in irgendeiner Ecke viel Krach und Dreck. Mir scheint, als wollten sie hier renovieren. Aber da gebe ich ihnen! Die sollen es bloß nicht wagen mich in irgendeiner Weise in meiner täglichen Routine dauerhaft zu stören! Meine Liegeplätze müssen unter allen Umständen da bleiben wo sie sind. Ich merke es sofort, wenn sie auch nur einen Millimeter versetzt wurden und dann gibt es Ärger, das sage ich! Da ist nichts mehr sicher! Und wenn denen dann auch noch einfällt irgendwelche Türen ständig zuzumachen, dann wird es mächtig Action geben im Haus.

Ein weiterer meiner Lieblingsplätze

Ein weiterer meiner Lieblingsliege- und Sitzplätze

Aber es kommt noch schlimmer: Ich habe gehört, der kleine Chef hätte auch noch eine eigene Katze, die dann natürlich mit Umziehen müsste. Und soweit ich weiß ist das so eine billige 08/15-Hauskatze. Das geht ja mal so überhaupt nicht. Mit einer norwegischen Waldkatze, einer Perser oder auch mit einer anderen Maine Coon könnte ich ja noch leben. Die sind wenigstens auf meinem Niveau. Aber eine stupide Wald- und Wiesenkatze? Wenn die in mein Territorium einziehen soll, dann gibt’s mächtig Ärger. Da werde ich dem Drecksvieh sofort klar machen, wo sein Platz ist. Ich Diva kann mich doch nicht im gleichen Haus wie so eine niedere Kreatur aufhalten. Völlig undenkbar!

Ein positiver Ausgang für so eine Aktion wäre vermutlich nur zu erwarten, wenn sich das Vieh noch als Sklave abrichten ließe. Ich glaube der Kater (macht es noch schlimmer!) ist noch keine fünf Jahre alt. Da könnte das noch klappen und er wäre immerhin ein wenig nützlich für mich. So als Leckerli-Apportierer oder Mäuseloch-Beobachter vielleicht. Aber nur als mitfressender Störenfried, der in MEINE Blumentöpfe kackt? Niemals!

Epilog

Doch genug aufgeregt. Jetzt habt ihr mal wieder einen kleinen Überblick darüber, wie es mir im Hutzelgrund so ergeht. Technisch gesehen natürlich nichts überwältigendes Neues dabei, aber was erwartet ihr auch bei einer alten Dame? Ich habe meine Routine mittlerweile drin und die ziehe ich nun bis zum Lebensende durch. Auf Neuerungen kann ich in meinem Alter eindeutig verzichten. Das regt nur unnötig auf, artet somit in Stress aus und lässt das Fell ausfallen. Und das wollen wir natürlich nicht. Ich möchte meine Pracht schließlich bis zum Ende behalten, egal wie sehr der Frisör versucht daran etwas zu ändern indem er immer gefühlt eine zweite Katze aus mir rauskämmt, der Drecksack. Das sind meine Notreserven! Echt schlimm.

Aber gut. Ich gehe mal stark davon aus, dass wir uns erst im nächsten Jahr wieder lesen werden. Wie gesagt: Ich spiele ja nur noch die zweite Geige. Von daher gehe ich jetzt wieder Leckerli futtern und meinen Schönheitsschlaf halten.

Kessy

Katzenjammer, die Zweite

Gibt es etwas schöneres als in der Abendsonne auf dem Balkon zu liegen?

Gibt es etwas Schöneres als in der Abendsonne auf dem Balkon zu liegen?

Wisst ihr was heute ist? Na, mein 12. Geburtstag! Das müsstet ihr doch wissen. Schließlich haben wir doch vor zwei Jahren ganz groß hier auf der Seite mein erstes Jahrzehnt (logischerweise) auf dieser Erde gefeiert. Aber gut: Es gibt ja angeblich Leute, die lesen meine Einträge nicht. Und da die nicht mitlesen, kann ich sie auch als total doof bezeichnen. Erfahren es ja sowieso nicht. Dabei schreibe ich doch gar nicht mehr so viel. Mein letzter regulärer Eintrag ist auch schon wieder ein Jahr alt. Man könnte schon fast von einer Tradition sprechen. Jedes Jahr im Juli um meinen Geburtstag herum einen Eintrag von mir. Nicht gerade viel aber immerhin etwas.

Es gibt aber auch leider nicht allzu viel zu berichten. Ich vermisse definitiv den Webmaster und er mich hoffentlich genauso, der Drecksack. Lässt mich hier einfach alleine mit dem Chef und der Chefin. Keiner mehr da außer seinem Schwager, der mich hin und wieder mal so richtig durchknuddelt. Stattdessen wollen mich alle nur kämmen. Als wäre das nötig. Ich besitze eine natürliche Schönheit, die ich täglich durch unzählige Stunden Schönheitsschlaf und nicht weniger Stunden Lecken pflege. Da gibt es nichts zu kämmen. Aber nein, das verstehen die Dosenöffner natürlich nicht. Statt mir was Leckerli zu geben holen sie den Kamm raus. Als würde es nicht schon reichen, dass ich weiterhin alle vier Wochen zum Frisör muss. Dabei hatte ich gehofft, dass das Thema mit dem Verschwinden des Webmasters endlich erledigt wäre. Aber nein. Schlimmer noch: Kommt der Depp doch mal wieder vorbei, schleppt er mich auch noch selbst hin. Da braucht er sich nicht wundern, dass ich ihn nicht mehr freudig an der Haustür erwarte, wenn er mal wieder unangekündigt reinschneit.

Unzumutbar!

Sowieso haben sich meine Lebensbedingungen irgendwie massiv verschlechtert. Ja, ich bin sogar fast soweit, dass ich mal PETA oder den deutschen Tierschutzbund anrufe. Nicht nur, dass es fast gar keine Leckerli mehr für mich gibt. Ich werde beispielsweise auch mittlerweile nachts einfach vom Chef im unteren Stockwerk eingesperrt. Nur weil er wegen mir nicht die Flurtür aufstehen lassen möchte. Könnte ja zwei Euro mehr kosten zu heizen dadurch. Dann engagiere halt einen Butler für mich oder mach‘ halt eine Katzenklappe in die Glastür rein! Mir sind gefälligst zu jeder Tages- und Nachtzeit Tür und Tor offen zu halten, damit ich mein Territorium erkunden kann.

Kunststoffschaum ist bequemer als man denkt!

Kunststoffschaum ist bequemer als man denkt!

Immerhin habe ich immer noch ausreichend und gut gepolsterte Schlafplätze da unten drin. Vor allem im Nähzimmer der Chefin liegt immer sehr viel Stoff rum auf dem ich mich und meine überflüssigen Haare ablegen kann. Übrigens noch ein Grund, warum ich meiner Meinung nach nicht zum Frisör müsste! Ich bin schließlich wie eine Schlange. Aus dem was ich an Haaren verliere könnte man auch eine zweite Katze bauen. Aber die Dame und der Herr sind halt einfach schlecht erziehbar. Mehrere Monate hat es beispielsweise gedauert, bis sie verstanden haben, dass in meiner Toilette das falsche Streu drin ist. Immer und immer wieder habe ich demonstrativ daneben meine Nr. 2 gemacht. Aber auch nur die Nr. 2. Ich habe dann doch einen gewissen Anstand. Gepinkelt wurde weiterhin ordentlich im Kasten. In ihrer Not haben sie sogar eine zweite Toilette hingestellt. Aber auch wenn ich den Gedanken gar nicht so schlecht fand – eine für unter die Woche, eine fürs Wochenende zum Beispiel –, es war immer noch das billige Miststreu drin, dass nur am Hintern kratzt. Mittlerweile haben sie mich aber verstanden. Jetzt ist wieder das richtige Streu drin in dem ich mit meinem Königinnen-Hintern ohne Probleme feierlich Platz nehmen und meine Audienz halten kann.

Bitte? Draußen auf der Wiese mein Geschäft machen wo ich sowieso aktuell den ganzen Tag rumturne auf der Suche nach den Mäusen? Also bitte. Ihr verrichtet ja auch nicht auf eurem Schreibtisch im Büro oder Geschäft. Wenn doch, dann solltet ihr vielleicht mal zum Psychiater gehen. Außerdem würde das nur meine Beute vertreiben, wenn ich mich auf der Wiese entladen würde. Dabei ist es jetzt schon schwer genug noch was zu fangen. Nein nicht, weil ich so langsam ein alter Sack…äh eine erfahrene Dame bin. Ich war stattdessen anscheinend in der Vergangenheit zu gründlich und erfolgreich. Die alten Biester sind alle tot und neue kommen keine dazu, weil mir mein Ruf (und mein Glöckchen um den Hals) vorauseilt. Sehr schade.

Alles in allem geht es mir aber natürlich weiterhin ganz gut. Wie sagt der Webmaster so gerne in seinen Einträgen? „Passt scho“. Ach ne, dass sagt er im echten Leben. Schreiben tut er „ich meckere hier auf hohem Niveau“. Mir könnte es schließlich wie immer noch besser gehen. Zum Beispiel indem ihr mir jetzt endlich huldigt und mir Leckerli zum Geburtstag schenkt. Oder wollt ihr mich etwa verhungern lassen?!

Miau!

Kessy

Katzengeschichten

Kessy geht's gutMir scheint, als wäre es schon wieder fast ein Jahr her, dass ich den letzten Eintrag schreiben durfte. Ja, ihr habt richtig gelesen: Mein elfter Geburtstag steht vor der Tür. Wie doch die Zeit vergeht während ich hochproduktiv auf meinen diversen Liegeplätzen liege und vor mich hindöse. Was für ein tolles Leben ich doch habe — mal abgesehen von den ausreichend oft erwähnten Reaktionsproblemen meines Personals in Bezug auf „Ich will JETZT Futter haben!“ und „Ich will JETZT raus!“. Ich bin in diesem Jahr bislang sogar zu faul auf die Wiese zu gehen und Mäuse zu jagen. Ist alles viel zu nass und da sich lange Haare und Wasser nicht so gut vertragen, lege ich mich lieber ausgestreckt in den Hof und schaue dem stetigen Treiben der Dosenöffner zu. Es reicht wenn ich alle vier Wochen zum Frisör geschleppt werde. Ich muss die Frequenz ja nicht aus eigener Kraft erhöhen.

Was für ein Leben

Ich gebe allerdings offen zu, dass ich mich derzeit auch öfters mal etwas einsam fühle. In den letzten Monaten war der doofe Webmaster immer mal wieder die ganze Woche durch weg und ich musste allein mit der Chefin auskommen. Was für ein Horror! Aber ich weiß mich natürlich zu wehren. Das Betttuch des Webmasters wird mittlerweile landläufig als kaputter Fetzen bezeichnet. Wie? Das neue Kratzbrett, das extra für mich gekauft wurde weil ich das alte mittlerweile dahin gerafft habe mit meiner ganzen Katzenkraft? Igitt! Das hat lila Plüschränder und so eine komische Klingelkugel. Da geh‘ ich nicht ran! Ich bleib da lieber beim Bett und den Sesseln.

Gleichzeitig setze ich mich auch öfters am Computer neben meinem Herrn auf den Boden. Ist etwas gefährlich wegen den Rollen des Chefsessels, zumal der Volltrottel mitunter gar nicht mitbekommt, dass ich dort sitze. Als würde ich meine Ankunft nicht jedes Mal ausreichend lautstark verkünden. Kann ich doch nichts dazu, dass mir als Prinzessin kein Bläsertrupp zur Verfügung gestellt wird. Ich wäre ja schon über einen roten Teppich froh. Aber nein, ich muss natürlich über den gleichen Bodenbelag schreiten wie das gemein Volk. Egal: Ich mag es trotzdem neben ihm zu liegen und den komischen Geräuschen, der Webmaster nennt es Spielemusik, im Zimmer zu lauschen. Vor allem der Subwoofer hat es mir angetan. Da stecke ich gerne meine Nase rein. Das kribbelt so schön.

Ich werde alt

Wenn ich mir mein Geschreibsel so durchlese, werde ich mit dem Alter wohl doch ein wenig soft. Leider kann ich das auch von meinen Zähnen behaupten, deren Anzahl trotz aller Pflegemaßnahmen meines Pflegepersonals sogar abnimmt. So sehr ich auch auf Leckerli stehe: Es nervt schon ein Stück weit, dass ich nicht mehr ganz so anständig kauen kann. Blödes weiches Zahnfleisch. Was mich aber natürlich nicht davon abhält trotzdem dem Futterspender gleich alles aus der Hand zu reißen und es auf einmal runterzuschlucken. Wer weiß, wer mir sonst das Leckerli wegnimmt?! Oder ob ich überhaupt noch mehr bekomme, wenn ich mir nicht gleich alles nehme. Kann man in dieser Familie ja nie wissen. Sicarius hat zwar erst vor kurzem wieder gejammert, dass er 90 Euro für Katzenfutter, Leckerli, Streu und das besagte Kratzbrett ausgegeben hat. Aber ich finde, das ist für eine Diva wie mich noch viel zu wenig. Wo sind die goldenen Schüsseln? Die eigene Mäusefarm? Der eigene Butler, der mir auf dem Katzenklo den Hintern abwischt?

Ich fordere hiermit mehr Budget für den Katzenhaushalt und weniger Investitionen in Videospiele! Das würde die Wirtschaft in Europa wesentlich mehr in Schwung bringen als all die Wahlversprechen der großen und kleinen Parteien zusammen. Und solange meine Forderungen nicht erfüllt werden, esse ich statt einem gleich zwei 100g-Päckchen Felix pro Tag! Egal wie viel ich dafür jammern muss! Die Belagerung der Blumentöpfe hat auch bereits wieder begonnen. Natürlich ohne vorherige Kriegserklärung. Die sind für Langweiler. Echte Katzen arbeiten aus dem Hinterhalt. Entsprechend gilt: Sollte das alles nicht fruchten, werde ich zu heimtückischen Knuddelattacken übergehen. Ihr sitzt nachts ahnungslos auf der Toilette? Schwups habt ihr mich auf dem Schoß! Wenn euch das nicht das Fürchten lehrt, dann weiß ich auch nicht.

Epilog

Nun aber genug mit dem Geschreibsel. Ich habe noch zu tun. Mich in die Abendsonne legen zum Beispiel. Oder mal wieder auf den Computer springen und mit meiner Pfote vier Sekunden lang auf dem Einschaltknopf stehen. Das war lustig als die Bildschirme plötzlich dunkel wurden und auch das nervige blaue Licht an der Decke verschwand. Der Webmaster war ganz baff. Aber er hat es ja nicht anders verdient, wenn er mir keine Aufmerksamkeit schenkt!

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal!

Kessy

Doofe Katzen-Konkurrenz

Habt ihr das mitbekommen? Letzten Donnerstag fand in Minneapolis das erste Internet Cat Video Film Festival statt! 79 Videos wurden gezeigt mit insgesamt so um die eine Stunde Spielzeit. Wer regelmäßig das Internet frequentiert, kennt die meisten schon. Und dafür sind angeblich um die 10.000 Leute angreist! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vermutlich 99% Furries, die froh waren, endlich mal in ihren Outfits nicht aufzufallen. Und dann hat auch noch ER gewonnen. Ihr wisst schon, Henri 2: Paw de Deux. Diese doofe, „französische“ Katze und ihr pseudo-philosophisches Geblubber. Das war mein Gesichtsausdruck

Kessy is not amused

Wie bitte? Was höre ich da aus der letzten Reihe? Ich wäre neidisch auf diese billige Maine-Coon-Kopie? Pfff. Wartet es nur mal ab! Wenn der Herr Webmaster dann endlich einen halbwegs anständigen Upload hat, dann werdet ihr euch nicht mehr vor lustigen, darmatischen, spannenden und sonst wie unterhaltsamen Katzenvideos mit mir retten können. Dann gewinne ICH das CatVidFest 2013!

Aber was rede ich mir hier den Mund fusselig. Ihr habt doch schon lange oben auf den Link zur Playlist geklickt und schaut euch die Videos an. Ihr Dosenöffner seid so einfach gestrickt. Kaum läuft eine Katze über den Monitor, schon vergesst ihr Millionen von Jahren Evolution.

Ich geh dann mal die Möbel zerkratzen.

Nächste Seite »