Ich hatte in den Kommentaren zum Eintrag Umfrage: AMD oder nVidia? schon mal kurz erwähnt, dass es bei mir in Sachen Grafikkarte zu einer Neuanschaffung kam. Hier will ich darlegen was dazu geführt hat und was am Ende dabei herausgekommen ist. Ein bisschen Frust von der Seele schreiben ist sicher auch dabei  :wink: .

Disclaimer: Ich will hier niemanden Diskreditieren, daher werde ich Händlernamen usw. nicht nennen.

Voraussetzungen

Im November 2013 habe ich mir einen neuen Rechner zusammengestellt. Grobe Specs: Intel Xeon E3-1230 v3, Gigabyte GA-H87-D3H, Crucial Ballistix Sport 16GB DDR3 Kit, Samsung SSD 840 EVO Series 250GB und, darauf kommt es heute besonders an, eine MSI GTX 760 Twin Frozr 2GB. Ich habe alles, zusammen mit einem anderen Modell der GTX760, bei Händler A gekauft. Da die Karte (mit dem Referenzdesign) dann aber viel zu laut war, habe ich sie zurückgeschickt und dafür bei Händler B die MSI bestellt (weil sie bei A nicht lieferbar war, oder so).

MSI GTX760 (Herstellerbild)

MSI GTX760 (Herstellerbild)

Bis zu diesem Sommer lief der Rechner auch perfekt und dabei wunderbar leise. Hab‘ zwischenzeitlich dann auch noch mein magnetisches Datengrab gegen eine Samsung 850 Evo ausgetauscht. Im August hat dann der Lüfter der Grafikkarte das Rattern angefangen. Im Idle deutlich hörbar und störend und unter Last wurde es richtig schlimm. Klare Sache: Die Karte muss ausgetauscht oder repariert werden. Glück im Unglück: Die 2 Jahre Gewährleistungsfrist ging noch bis Anfang November. Also erst einmal den MSI Support kontaktiert. Die haben freundlich geantwortet, dass die Karte oder zumindest der Lüfter ausgetauscht werden muss und sie das nicht direkt machen, sondern es über den Händler laufen muss.

Das war insofern doof, als dass Händler B seit meinem Kauf Insolvenz angemeldet hatte. Der Insolvenzverwalter hat aber dafür gesorgt, dass der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Ein bisschen schlechtes Gefühl hatte ich dabei zwar schon, habe das Paket aber trotzdem abgeschickt, da ich ja kein Geld oder so vom Händler wollte, sondern er einfach nur gegenüber dem Hersteller die Herstellergarantie einfordern musste. Als ich dann nach mehr als 2 Wochen noch nichts gehört hatte (noch nicht mal ne Eingangsbestätigung oder so) und auch auf meine Anfrage nicht geantwortet wurde, verließ mich dann ziemlich der Mut. Habe dann auch noch in Foren und auf Bewertungsportalen diverse Horror-Stories gelesen (z.B., dass in einem ähnlichen Fall der Hersteller einen Wertgutschein für die reklamierte Ware ausgestellt hätte, Händler B den aber wiederum nicht an den Kunden rausgeben hätte dürfen und stattdessen in die Insolvenzmasse eingegangen wäre oder so). Dabei auch noch bisschen was übers Insolvenzrecht gelernt z.B., dass man als Kunde der vor dem Stellen des Insolvenzantrages gekauft hat, quasi gar keine Rechte gegenüber dem Unternehmen mehr hat, sondern nur noch Forderungen über den Insolvenzverwalter stellen kann. Und ob (und vor allem wie viel) man da dann bekommt ist erstens fraglich und zweitens dauert es auch Monate wenn nicht gar Jahre.

Zu dem Zeitpunkt habe ich dann nicht mehr damit gerechnet, dass das gut für mich ausgeht. Ich habe mit 2 Möglichkeiten gerechnet: Ich bekomme  entweder meine Grafikkarte irgendwann im kaputten Zustand zurück und dann will ich sie auch nicht wieder in den Rechner bauen, weil sie mir zu laut ist oder ich bekomme gar nichts mehr zurück und kann selber sehen wie ich an die Karte oder Geld oder sonst was komme. Da ich auch keine Lust hatte weiter ohne vernünftige Grafikkarte da zu sitzen, habe ich mich dazu Entschlossen für Ersatz zu sorgen. Wenn ich dann doch noch die reparierte Karte zurückbekommen hätte, hätte ich sie auf eBay verkauft, die erzielen sogar noch ganz gute Preise.

Also ging die Suche nach einer neuen Karte los. Ich hatte eine GTX760, daher wäre die aktuelle Alternative eine GTX960 gewesen. Da war mir aber gleich klar, dass mir der Leistungssprung einfach nicht groß genug ist, wenn ich schon 200€ investiere. Der nächste logische Schritt und auch meine präferierte Karte wäre die GTX970 gewesen, aber diese „Schummelkarte“ mit ihren 3,5 + 0,5GB VRAM wollte ich dann doch nicht kaufen. Auch wenn ich davon ausgehe, dass ich nie etwas davon gemerkt hätte, wollte ich das Vorgehen seitens nVidia einfach nicht unterstützen. Das heißt nicht, dass ich nVidia insgesamt meiden will, aber die spezielle Karte muss einfach nicht sein. Daher bin ich dann bei der Radeon R9 390 gelandet, da sie u.a. auch bei Computerbase was Preis/Leistung angeht knapp vor der GTX970 angesiedelt war. Als Modell hab ich mich für die PowerColor Radeon R9 390 PCS+ entschieden, da sie laut des CB Tests das beste Kühlsystem hat. Der hohe Leistungsverbrauch war mir zwar durchaus bewusst und ein Dorn im Auge, habe mir aber nicht viel dabei gedacht, da die Karte zum einen im Idle den Lüfter komplett abstellt (machen glaube ich mittlerweile fast alle aktuellen Karten), also ist das Lautstärketechnisch kein Thema und zum anderen läuft der Rechner nicht soooo viel, von den Stromkosten her war es mir also schlicht egal.

Also bei Händler A bestellt, schnell eingebaut (ok, so schnell gings nicht, da sie zu lang war und ich erst die Seitenwand des einen Festplattenkäfigs entfernen musste) und der erste Eindruck war durchaus positiv: Leistung satt, keinerlei Probleme mit den Treibern und bei ausgeschalteten Lüfter logischerweise tatsächlich lautlos. Spulenfiepen, was einige bemängeln, kann ich auch nicht ausmachen. Habe mit der Karte Middle Earth: Shadow of Mordor auf Ultra mit den offiziellen HD-Texturen (muss man separat herunterladen) fast komplett durchgezockt und war was das angeht begeistert. Schaut genial aus und lief absolut Butterweich.

Allerdings hat das mit der Lüfterabschaltung im Idle mal so gar nicht funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte. Man muss wissen, dass die R9 390 im Leerlauf mit zwei angeschlossenen Monitoren mal eben 60-70W (laut CB Test) mehr verbraucht als mit nur einem Monitor. Das habe ich im Vorfeld zwar gelesen und wahrgenommen, die Auswirkungen habe ich mir aber einfach nicht bewusst gemacht. Der immense Leistungsverbrauch führt logischerweise dazu, dass man die Karte eben nicht Lüfterlos betreiben kann. Bei mir war es so, dass die Karte dann im Idle in festen Intervallen (vielleicht jede Minute oder so) doch den Lüfter anmachen musste. Und auch auf der geringsten Lüfterstufe ist die Karte dann doch relativ laut. Und das ständige an- und ausgehen macht es nicht weniger nervig. Anfangs hab ich noch gedacht, dass das schon ok ist, aber mit der Zeit hatte ich da definitiv keine Lust mehr. Und der Stromverbrauch ist dann doch nicht mehr zu vernachlässigen.

Irgendwann erhielt ich dann tatsächlich die Mail, dass meine GTX760 fertig repariert wäre (da waren seit dem Einschicken sechs Wochen vergangen). Musste allerdings nochmal 5€ für den Versand überweisen (wieder Insolvenzrecht, dürfen sie nicht übernehmen usw.), nachdem ich das Porto für das hinsenden auch schon gezahlt hatte. Aber gut, was will man machen. Bis sie dann letztendlich versendet wurde und ich sie in Empfang nehmen konnte (wurde dummerweise an die Adresse meiner Eltern versendet, da hab ich nicht aufgepasst) vergingen dann nochmal 2 1/2 Wochen.

Bild das urpsrünglich für die eBay Auktion gedacht war. Jetzt verwende ich es halt hier

Bild das urpsrünglich für die eBay Auktion gedacht war.

Jetzt hatte ich natürlich die Situation, dass ich zwei prinzipiell funktionierende und gute Karten da hatte. Nachdem ich mit der Leistung der GTX760 nie unzufrieden war und sie im reparierten Zustand auch wieder flüsterleise ist, hab ich mich entschiedene sie in den Rechner zu bauen und die R9 390 irgendwie wieder los zu werden. Das ist auch wieder nicht so einfach: Die Wiederrufsfrist war längst abgelaufen (waren 4-5 Wochen seit Kauf) und einen Mangel hat sich ja an sich nicht, dass sie imho unbrauchbar wäre. Ist ja nur eine Produkteigenschaft. Habe natürlich trotzdem mal bei Händler A angefragt, ob er sie noch zurück nimmt. Die Antwort war zwar „ja, nehmen wir auf Kulanz zurück“, es gab allerdings ein paar dicke „Aber“: 30€ werden vom Wert abgezogen (finde ich noch ok, ist ja schließlich jetzt gebraucht und alles), bei „schlechtem“ Zustand entsprechend noch mehr, Versand muss ich selber zahlen UND ich bekomme das Geld nicht bar sondern nur als Guthaben beim Shop. Daher wollte ich sie dann doch lieber bei eBay verscherbeln. Bis ich gesehen habe, dass die mittlerweile fest 10% vom Verkaufspreis als Gebühr verlangen. Hätte ich also noch 300€ für die Karte bekommen (was schon ein sehr optimistischer Wert ist, ich persönlich würde für ne gebrauchte Karte niemals so viel zahlen, realistischer sind vielleicht 250€?), hätte ich 30€ Gebühren plus evtl. PayPal Gebühren zahlen dürfen. Dazu die Unsicherheit welcher Preis am Ende herauskommt und es dann evtl. Probleme mit dem Käufer geben könnte. Da hab ich mich doch ganz schnell wieder umentschieden und das Paket an den Händler fertig gemacht. Mal sehen was ich mit dem Guthaben dann kaufe. Ewig lang rumliegen lassen (bis evtl. tatsächlich ne neue Grafikkarte fällig wird und dazu ein netter 4k Monitor) will ich es nicht, am Ende gehen die auch Pleite oder sonst was unvorhergesehenes passiert… Bin für Vorschläge offen :)

Fazit

Nach drei Monaten seit den ersten Problemen mit der GTX760 habe ich es „geschafft“ den Status Quo wieder herzustellen. Und es hat mich „nur“ ~50€, eine Menge Nerven und die Verpflichtung in nicht allzufernen Zukunft Hardware im Wert von mindestens knapp 300€ zu kaufen. Toll.

Mir bleibt dann nur zu sagen, dass AMD dringenst das Problem der hohen Leistungsaufnahme gerade im Idle mit mehreren Monitoren in den Griff bekommen muss. Das kann einfach nicht ihr ernst sein, ein imho untragbarer Zustand. Ach AMD, warum machst du es einem denn so schwer? Niemand kann ernsthaft ein Monopol von Intel und nVidia wollen, aber wenn willigen Kunden solche Steine in den Weg geworfen werden, wie soll sich an der jetztigen Situation etwas ändern?

In den Kommentaren dürft ihr jetzt gerne ausdiskutieren, an welcher Stelle ich den größten Fehler gemacht habe :smile: .

So, nachdem der dieser Seite namensgebende Christoph sich irgendwo stinkfaul ausruht (nehme ich jetzt mal an… Umzug? Kann ja jeder behaupten) werde ich heute mal wieder den Gastbeitrag übernehmen. Übrigens der aller erste dieses Jahr. Erstaunlich, vielleicht hat Christoph sich das Ausruhen tatsächlich verdient. Vielleicht aber auch nicht, wer weiß das schon.

Und da ich euch natürlich möglichst viel Inhalt bieten will (haha, wer’s glaubt…) gibt es heute die Zweite Runde von Quickies mit Ron. Die erste Ausgabe ist immerhin schon mehr als ein Jahr her.

LEGO Lord of the Rings – Das gefühlte 200. Lego Spiel von Traveller’s Tale (die ich konstant mit Telltale verwechsele. Ich weiß nie wer wer ist). Ich mag diese Spiele ja, aber ich hab auch bei weitem nicht alle bisher erschienene Teile gespielt, daher bin ich was das angeht auch nocht nicht komplett ausgebrannt. Hab` glaub ich nur sämtliche Star Wars-Teile und den ersten Indiana Jones-Titel gespielt. Großartige Abweichungen von der bekannten Formel gibt es nicht. Jeder der jemals eines der TT Lego-Spiele gespielt hat, wird sich sofort zurecht finden. Die einzige große Neuerung (zumindest für mich, hab jetzt nicht nachgeschaut, ob es das schon vorher gab) ist die relativ große, offene und zusammenhängende Welt außerhalb der einzelnen Level, in der sogar die Story desöfteren weitergeführt wird. Und man hat gar teilweise die Wahl welchen Storystrang man zuerst weiterführt: Entweder man begleitet Frodo und Sam mit dem Ring oder geht vielleicht doch erstmal mit Aragorn, Gimly, Legolas und Co. ne Runde Orks verprügeln. Insgesamt finde ich, wurde die Story des Films mal wieder gut umgesetzt. Der Humor stimmt weiterhin und es macht einfach nach wie vor Spaß sämtliche in Reichweite befindliche Objekte zu verprügeln um an die begehrten Studs zu kommen. Doch ein paar Punkte sind mir dann doch negativ aufgefallen: Das Spiel ist doch relativ verbuggt. Da bin ich von TT Besseres gewohnt. Es ist jetzt nicht wirklich eine Bug-Orgie und es sind auch nicht wirklich Showstopper dabei, aber man bleibt doch öfter mal stecken, Achievements werden manchmal nicht so richtig registriert, andere wiederum kann man extrem leicht (und unabsichtlich!) exploiten, ich hatte 2 Abstürze, etc. Macht was das angeht einfach irgendwie keinen guten Gesamteindruck. Dann ist es mir mittlerweile mit der Sammelei fast ein bisschen zu viel: In den einzelnen Leveln gibt es jetzt nicht mehr nur die 10 Minikits und eine gewisse Anzahl an Studs zu sammeln, sondern zusätzlich noch einen Schmiedeplan und 3 besondere Gegenstände. In der offenen Welt kann man darüber hinaus dutzende Charaktere finden, die man dann kaufen kann, es gibt 100 (oder so) Mithrilblöcke zu finden, weitere Schmiedepläne und Quests, bei denen man irgendwelchen NPCs die Gegenstände aus den Leveln bringen muss. Mit den Schmiedeplänen und Mithrilblöcken kann man dann beim Schmied in Brill mehrere Dutzend weitere Gegenstände herstellen. Was bei jedem einzelnen Gegenstand EWIG dauert. Hab das Spiel zwar letztendlich auf 100%, am Ende wars dann aber doch eine ziemliche Quälerei. Das kann man finde ich wieder ein bisschen zurückschrauben oder zumindest ein bisschen komfortabler machen.

World of Tanks: Xbox 360 Edition – Was wäre eine Liste von Spielen von mir ohne World of Tanks? Ich bin in die Beta der Xbox Version gekommen und habe es natürlich gleich ausprobiert. Aber wer jetzt von mir eine detaillierte Einschätzung von mir erwartet, ist hier leider fehl am Platz. Ich hab`s glaub ich nur 15min oder so insgesamt bisher „ausgehalten“. Dass das Gameplay auf der Box ein bisschen Arcadiger werden würde war zu erwarten, aber irgendwie kam ich da einfach gar nicht klar. Mir war das einfach alles viel zu unübersichtlich im Gefecht. Ist vielleicht irgendwie realistischer, wenn man wirklich nur das im Blick hat, was gerade unmittelbar um einen herum geschieht, aber von der PC Version bin ich einfach gewohnt jederzeit die komplette Karte im Auge zu haben und jederzeit zu wissen, welche Gegner und Teamkameraden noch leben und welche nicht etc. An die Informationen kommt man in der Xbox Version zwar auch irgendwie ran, aber nur in nem extra Karten-Menü, nicht ohne die Sicht aufs Spielgeschehen zu verlieren. Aber wie geschrieben, ich hab es nur sehr sehr kurz ausprobiert und dem Spiel dementsprechend keine faire Chance gegeben. Wenn man sich dran gewöhnt hat ist das bestimmt ne andere Sache. Aber ich bleib einfach bei der PC Version, da weiß ich was ich hab :)

Forza Horizon – Da kann ich gar nicht viel dazu sagen, einfach nur ein hervorragendes Rennspiel für die 360. Super Fahrgefühl, extrem viele Autos, eine große Abwechslungsreiche offene Welt und viele mögliche Rennen und Challenges, die man dort erleben kann. Bin jetzt kein allzugroßer Rennspiel-Fanatiker, daher hab ich nicht so viele Spiele zum Vergleichen, Forza Horizon ist aber für mich das bisher beste „Street-Racing“-Spiel, das ich gespielt habe. Kann aber so aus dem Kopf auch nur Test Drive Unlimited, Burnout Paradise und diverse Need-For-Speed Teile als von mir gespielte Konkurrenten aufzählen. Muss mir wohl auch noch Forza 4 zulegen um zu sehen was die Serie auf richtigen Rennstrecken zu bieten hat.

Worms Revolution – Mal wieder ein Neues (naja, so neu ist es auch nicht mehr) Worms-Spiel. Schon traurig, dass Team17 nichts mehr anderes macht als einen Worms-Titel nach dem anderen rauszukloppen für so viele verschiedene Plattformen wie möglich. Und anders als der Name erwarten lässt, bleibt die Revolution bei diesem Titel auch mal wieder aus. Klassisches 2D Gameplay dargestellt durch eine 3D Engine. Die größte Neuerung, das Wasser innerhalb der Karten, das einen nicht sofort tötet, und die Objekte auf der Karte sind zwar ganz nett und bieten neue Optionen, wirklich revolutionär sind sie aber nun auch wieder nicht. Ansonsten mehr vom Gleichen: Ein paar wenige neue Waffen (quasi alles Superwaffen, die man so selten sieht, dass man keine Ahnung hat wie sie funktionieren und man sie dementsprechend eh nur verschwendet), eine neue Singleplayer-„Kampagne“ etc. Auch neu sind die verschiedenen Wurmtypen: Neben dem klassischen Soldaten gibt es jetzt noch kleine schnelle Scouts, langsame, starke fette Würmer und Wissenschaftler, die Leben wiederherstellen. Das find ich die dämlichste Neuerung, damit kann ich kaum was anfangen… Das beste ist immernoch einfach nur Soldaten gegen Soldaten zu spielen. Und die aller schlimmste Neuerung: Das Ninja Seil ist so gut wie unbrauchbar geworden. Ja, ich sehe ein, dass es in früheren Spielen vielleicht viel zu stark war, aber jetzt kann mans komplett vergessen… Wenns darum geht nen kleinen Absatz hochzukommen, kann man benutzen, ansonsten nurnoch unbrauchbar. Klingt alles sehr negativ? Ja das mag sein. Ist es deswegen ein schlechtes Spiel? Bestimmt nicht! Es ist halt immer noch Worms und gerade im Multiplayer macht es so viel Spaß wie eh und je. Aber mehr Spaß als Worms Reloaded oder wer es ganz klassisch mag Worms 2 verspricht es finde ich auch nicht.

Risen 2 – Man merkt dem Spiel seine Piranha Bytes-Wurzeln definitiv noch an und das ist definitiv etwas Ggutes. Aber irgendwie hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Es war solide Kost, aber irgendwie auch nicht mehr. Dazu noch das komplett verkorkste Kampfsystem (Im Nahkampf konnte ich gar nichts erreichen, dafür war ich sobald ich auf Fernkampf, also Musketen, umgestiegen bin komplett übermächtig. Bei den Bosskämpfen nicht ein einziges Mal Schaden zu nehmen spricht für sich…) und das Spiel hinterlässt bei mir eher gemischte Gefühle. Da müsste genauso wie bei Team17 das nächste Mal einfach ein bisschen mehr kommen. Und damit meine ich nicht mehr Content, sondern wieder mal etwas herausragendes und nicht nur Standard-Kost.

So, das war`s dann schon wieder für heut.

Quickies mit Ron

Nachdem der Webmaster gerade Köln unsicher macht, muss ich mich mal wieder als Lückenfüller betätigen und da ich zu faul für was gescheites bin, führe ich die Tradition der Ultra-Kurz-Berichte weiter. Also ohne Umschweife ran ans Werk:

Batman: Arkham City – Bin noch nicht ganz durch, aber die Haupthandlung geht wohl schon dem Ende hingegen. Das Spiel ist auf jedenfall eine konsequente Fortführung von Arkham Asylum. Sieht alles sehr stylisch aus, das Fortbewegen per Grapple-Gun und Gleit-Umwang macht Spaß und das Kampfsystem funktioniert auch wieder gut. Wobei mir es mir da zuweilen zu viele „Spezialgegner“ (Bewaffnet, mit Körperpanzerung, mit Schild etc.) gibt, für die man jeweils unterschiedliche spezielle Angriffe benötigt. Das kann dann doch mal nerven. Aber ob man die Open-World wirklich gebraucht hätte? Ich weiß nicht. Das führt zu Problemen, die viele Open-World Spiele haben: Die Haupt-Story macht es an vielen Stellen eigentlich nötig sich zu beeilen, um irgendwelche schlimmen Dinge zu verhindern. Es passiert aber nichts, solange man nicht zu den entsprechenden Story-Triggern geht. Man kann jederzeit beliebig lange irgendwelchen Nebenaufgaben nachgehen, ohne dass es irgendjemanden stört. Klar wäre es auch nervig wenn man Nebenaufgaben mittendrin abbrechen müsste wegen dem Hauptquest, aber so wie es ist nimmt das jegliches Spannungsgefühl aus der Haupt-Geschichte raus, da man nie das Gefühl hat sich wirklich beeilen zu müssen. Ansonsten aber hervorragendes Spiel: Kaufen!

RAGE – So ich muss mir mal wieder ein paar Feinde schaffen, zuviel Harmonie bringt auch keinem was ;). Ich habe RAGE noch wirklich nicht viel gespielt, aber für nen ersten Eindruck reichts. Und der ist leider nicht sehr positiv. Der erste Aufregen kam ja schon beim allerersten starten: Obwohl das Spiel an sich extrem flüssig lief, hatte ich in regelmäßigen Abständen fette Hänger. Ich vermute allerdings, dass ich daran selbst schuld war, weil ich extra noch nen neuen Graka-Treiber installiert hatte und danach keinen Neustart gemacht hatte (er fragt ja nach der Treiber Installation nichtmal mehr danach). Seitdem läuft es allerdings fluffig, daher will ich das dem Spiel nicht ankreiden, angepisst war ich aber trotzdem… Zum Fan der Megatextures macht mich das Spiel auf jedenfall nicht: Von nahem sehen die Texturen einfach bescheiden aus. Da hab ich lieber Texturen die sich vielleicht mal wiederholen, aber dafür kein solcher Matsch sind. Zusätzlich gibt es immer noch das sichtbare nachladen von höher aufgelösten Versionen der Texturen, was einfach keinen guten Eindruck macht. Es ist bei weitem nicht so schlimm, wie bei manchen Leuten kurz nach Release, aber mich störts auf jedenfall noch. Das Gameplay hingegen ist ok. Mit Quad oder Buggie rumschrubben macht Spaß. Die Shooter Sequenzen find ich bisher nicht sehr herausragend. Es gibt auch mal wieder was, was ich bei Spielen nicht ausstehen kann: Gegner, die mehr als einen Kopfschuss brauchen, wenn sie nicht wenigstens nen sichtbaren Helm oder irgendwas tragen. Ich werds auf jedenfall weiterspielen, bisher bin ich aber nicht beeindruckt.

World of Tanks – Mal ein kleines Update zu meinem Eintrag von vor ziemlich genau einem Jahr: Ich spiele derzeit wieder vermehrt WoT und ich muss sagen ich finde es immer noch super (eigentlich sogar besser als jemals zuvor). Wargaming zeigt auch hervorragenden Support für das Spiel. Ständig gibt es Patches mit neuen Panzern, neuen Karten und noch vielem mehr. Seit meinem Eintrag ist Beispielweise ein komplett neuer französischer Tech-Tree hinzugekommen und es gibt einige neue Spielmodi (Die sich spielerisch allerdings auch nicht wirklich von dem einen ursprünglichen unterscheiden). Auf jedenfall ein tolles Spiel und ein F2P-Titel, bei dem ich gerne ein paar Euro für nen Premium Account und sonstige Kleinigkeiten ausgebe.

Rockstar präsentiert Tischtennis – Christoph hat ja schon einiges dazu geschrieben und dem gibt es auch nicht viel hinzuzufügen. Wollte es nur nochmal erwähnen, weils einfach gut ist (aber durchaus auch ein bisschen speziell ;) ). Dürfte nur im Singplayer gerne etwas motivierender sein. Ein Karrieremodus wäre schön. Oder zumindest einen eigenen Tischtennis Spieler und nicht nur die vorgegebenen.

Commander Keen – Episode 1-5 – Nachdem es bei Steam den „Complete Pack“ im Angebot gab musste ich einfach zuschlagen. Allerdings ist der Name „Complete Pack“ ziemlich irreführend: Keen Dreams und Episode 6: Aliens Ate My Babysitter! fehlen kommentarlos. Die ersten beiden Episoden habe ich mittlerweile abgeschlossen hänge jetzt in der 3., da es da ein paar echt üble Level gibt. Und das ist auch genau das was ich bisher aus den Spielen mitgenommen habe: Sie sind verdammt schwer. Ich hatte schon einige Momente, in denen ich am liebsten in die Tastatur gebissen hätte ;). Da man sofort beim berühren eines Feindes oder sonst irgendetwas gefährlichem stirbt und dann das Level komplett von neuem beginnen muss, verzeiht das Spiel einfach keine Fehler, da muss quasi jeder Sprung und jeder Schuss sitzen. Für Nostalgiker, die früher zumindest eine der Episoden gespielt haben auf jedenfall das Geld wert. Für alle anderen wohl eher nicht zu empfehlen.

Space Pirates and Zombies (and Bounty Hunters) – Schon etwas länger her, dass ich es gespielt hab, hat mir aber doch schon ziemlich Spaß gemacht. Wurde mir nur persönlich irgendwann zu eintönig. Die Spielwelt ist riesig (bzw. die Anzahl der bereisbaren Sonnensysteme ist riesig), selbst wenn man beim Start eine klein gewählt hat. Und ohne einen Großteil davon abgegrast zu haben, sieht man in den schwierigeren Systemen kein Land. Das war mir dann zuviel immer gleiches abfarmen der Systeme. Aber bis dahin war es ein großer Spaß. Vorallem die vielen grundverschiedenen Raumschiffe mit verschiedensten Waffen und Anbauteilen haben mir gefallen.

Ok, waren teilweise vielleicht nicht wirklich Ultra-Kurz, aber da würde ja auch irgendwo dem Motto der Seite wiedersprechen ;).

PS: Noch einen kleinen Nachschlag zu Rage: Vielleicht ein bisschen kleinlich von mir, aber unendlich nervig: Jedesmal wenn man das Spiel startet und man nach den verschiedenen Intros und dem obligatorischen Startbildschirm ins Hauptmenü kommt speichert er erstmal und man muss nen Moment warten. WAS ZUR HÖLLE SPEICHERT ER DA? ICH HAB DAS SPIEL GERADE ERST GESTARTET. Aber da hört es ja nicht auf… Auch wenn man das Spiel beenden will muss man den Weg über das Hauptmenü gehen. Und dann speichert er ebenfalls wieder. Aber nicht den Spielfortschritt, den muss man vorher noch von Hand speichern… ARGH!

Da Bagdadsoftware ja eine multimediale Seite ist, hab ich mir gedacht ich behandel etwas, was bisher ziemlich kurz kam: Bücher. Um das ganze allerdings noch radikaler zu gestalten, haben die Bücher nicht im geringsten etwas mit Spielen zu tun. Und sie passen auch nicht mal in meinen normales Beuteschema was Bücher angeht, wobei ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich die letzten Jahre eh kein einziges nicht-Fachbuch gelesen hab. Und um dem ganzen noch eine Krone aufzusetzen handelt es sich um 2 Romane, die mir meine Mutter zum lesen gegeben hat. Denkbar schlechte Vorraussetzungen um mir gefallen zu können ;).

Die Säulen der ErdeEs handelt sich übrigens um den historien Roman die Säulen der Erde (Pillars of the Earth) und seinen Nachfolger die Tore der Welt (World Without End) von Ken Follett.

Handlung

Über die Handlung der beiden Bücher möchte ich nicht allzuviel schreiben, da selbst der Klappentext und auch die meisten Kurzzusammenfassungen, die man so liest, schon jeweils die ersten Kapitel der Bücher spoilern. Nur soviel: „Die Säulen der Erde“ spielt im England des 12. Jahrhunderts größtenteil in einem Kloster names Kingsbridge, dem sich anschließenden Ort mit gleichem Namen und der Gegend außenrum. Die Handlung wird aus der Sicht einer Hand voll Hauptcharakteren beschrieben, die im Laufe des Buches von ihrer Jugend bis ins hohe Alter begleitet werden. Diese bestehen aus einem frommen Mönch, mehreren Steinmetzen und Baumeistern, deren Familien und den beiden Kindern eines Grafen. Zusätzlich gibt es noch die Antagonisten als Hauptpersonen, die jeweils auch das Leben der Hauptcharaktere begleiten, aus deren Sicht wird die Geschichte aber nur selten erzählt.

Die Tore der WeltDie Handlung von „die Tore der Welt“ spielt 200 Jahre später am gleichen Ort. Auch sind einige der Hauptcharaktere Nachkommen der Leute aus dem ersten Buch, ansonsten ist die Handlung aber, abgesehen von gelegentlichen Erwähnungen der Vergangenheit, eigenständig.

Die Handlung beider Bücher umfasst eine Menge verschiedener Themen. Es geht um das Leben einfacher Handwerker und Bauern, das Leben innerhalb der Klostermauern aber auch, wie es auf Burgen des niederen und mittleren Adels sowie am Hofe des Königs zu geht. Es geht um die Lebensträume der Menschen, um Armut und Hunger, die Schrecken des Krieges, um rachsüchtige Herrscher, um die Pest, um Handwerkskunst, um den Glauben der Menschen und noch vieles, vieles mehr.

Historischer Hintergrund

Obwohl die meisten Personen und Orte der Geschichte erfunden sind, so entsprechen doch die „größeren“ Rahmenhandlungen der Realität. „Die Säulen der Erde“ spielt zur Zeit des Erbfolgekrieges um den englischen Königsthron, nachdem der legitime Thronfolger beim Schiffsunglück des White Ships umgekommen ist. Ken Follett schafft es in meinen Augen sehr gut, diese geschichtlichen Details mit der persönlichen Geschichte der Charaktere zu verweben. Die Auseinandersetzungen um die Krone bleiben nicht ohne Folge für die Geschichte und vorallem als dann der offene Krieg ausbricht befinden sich manche Hauptpersonen mitten drin.
„Die Tore der Welt“ spielt auch wieder zur Zeit eines Krieges, diesmal dem hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich, bei dem es, wie könnte es anders sein, auch wieder um die Erbfolge ging, diesmal aber die des französischen Königs. Besonders die Schlacht von Crécy wird im Detail geschildert.

Einschätzung

Wie oben schon geschildert, war ich doch sehr skeptisch was die Bücher angeht, doch hab ich die jeweils über 1200 Seiten letztendlich in relativ kurzer Zeit durchgeackert. Dass ich sehr viel in Bus und Bahn unterwegs bin, kam dem selbstverständlich sehr entgegen, doch auch daheim hab ich viel gelesen. Zum einen kommt doch des öfteren Spannung auf, die einen ermutigt weiterzulesen und zum anderen gefällt mir Ken Folletts Stil irgendwie ziemlich gut. Er beschreibt die Dinge mit sehr vielen Details und einem anscheinend sehr großen geschichtlichen Wissen, was nicht nur die Großereignisse angeht, sondern auch was das Leben in der damaligen Zeit betrifft. Klar, ich kann nicht einschätzen inwiefern die Dinge der Wirklichkeit entsprechen aber zumindest wirkt es sehr realistisch ;). Man hätte sich bestimmt auch ein bisschen kürzer fassen können, aber ein großes Problem sehe ich darin nicht.

Auf jedenfall hab ich das lesen nicht bereut, doch nach den zwei dicken Wälzern werden die nächsten Bücher bestimmt was völlig anderes werden. Zumindest wurde bei mir die Wunsch nach nem Kindle entfacht, diese fetten Bücher aus totem Baum find ich mitlerweile echt unpraktisch und archaisch. Ein Tablet mit herkömmlichen LCD (oder auch OLED) Display käme mir für diesen Zweck aber nicht in Frage, da könnte ich nicht sehr lange am Stück lesen.

Heute möchte ich nicht ein/einen/eine Spiel/Film/Serie/etc. vorstellen, sondern gehe eine „weicheres“ Thema an. Mich beschäftigt schon länger die Frage, die auch schon kurz auf der letzten Laberecke diskutiert wurde: Sind alte Spiele (natürlich nur die guten, also „Klassiker“) genauso gut oder gar besser als ihre heutigen Pendants, oder ist das eine nostalgische Verklärung, die uns da einen Strich durch die Rechnung macht.

Dieser Eintrag hat keinesfalls den Anspruch diese Frage zu beantworten ich möchte nur kurz ein paar Gedanken loslassen, wie ich die Sache sehe und evtl. kann ich ja auch eine Diskussion anregen.

Früher war alles besser!

Beispiele für die Ansicht, dass früher die Spiele einfach besser waren, zu finden ist nicht schwer. Baldurs Gate 2 gilt oft als das Rollenspiel schlechthin und ist sowieso tausendmal besser als Dragon Age 1 und 2, Civilization 2 (oder teilweise auch Civ 1) ist der beste Teil der Serie. Command & Conquer ist seit Red Alert 2 nur noch Schrott, Doom 1 & 2 wischen mit RAGE den Boden auf etc. etc. etc. etc. etc. Das ganze geht soweit, dass viele „Veteranen“ schon wissen, dass ein neues Spiel einer Serie nur schrott sein kann, bevor sie es auch nur eine Sekunde gespielt haben und obwohl noch fast nichts darüber bekannt ist (Beispiel: Das neue Jagged Alliance oder auch der neue Command & Conquer-Teil, über den ja nun wirklich noch nichts bekannt ist). Ähnliches kann man auch bei Filmen beobachten: natürlich ist die alte Star Wars Trilogie viel viel besser als die neue. Die neuen James-Bond-Filme (und Darsteller) können den Klassikern selbstverständlich nicht das Wasser reichen. Und dass die neueren Simpsons-Folgen der letzte hingerotzte Dreck sind versteht sich von selbst.

Auch wenn ich das jetzt überspitzt dargestellt habe und in meinen Augen schon fast ins Lächerliche gezogen habe, sind das doch die vorherrschenden Meinungen gerade im Internet. Jeder der etwas gegenteiliges behauptet, kann sich auf nen ordentlichen Shitstorm gefasst machen.

Der Grund warum ich diese in Stein gemeißelte Thesen hinterfrage ist ganz einfach. In den letzten Jahren hab ich mich desöfteren an Spielen versucht, die als Meisterwerke gelten und in vielen „Die besten Spiele aller Zeiten“-Listen auftauchen. Spiele deren Genres mir zusagen und deren (geistige) Nachfolger mir sehr viel Spaß gemacht haben. Spiele wie: System Shock 2, Deus Ex, Sid Meier’s Alpha Centauri, Master of Orion 2, Baldur’s Gate 1, Heroes of Might and Magic 3.

Diese Spiele haben alle eines gemeinsam: Ich bin an alle Spiele sehr hoffnungsvoll herangegangen, weil ich mir sicher war, dass mir diese Spiele einfach gefallen müssen. Alle gelten bis heute als Referenz in ihren Genres, die muss man doch einfach mögen (und gespielt haben), wenn man das Genre mag. Doch keines dieser Spiele hab ich länger als 2-3 Stunden gespielt. Ich finde zu diesen Spielen einfach keinen Zugang und demenstprechend fehlt mir die Lust sie ein zweites mal zu starten. Eines haben die meisten dieser Spiele gemeinsam: Sie sind sehr komplex und ihre Tutorials (wenn überhaupt vorhanden) kratzen nur an der Oberfläche. Heutige Spiele sind da wesentlich zugänglicher, was allerdings oft auch als Casualisierung (Unwort des Jahrtausends!) verschriehen wird und den elitären Veteranen selbstverständlich nur Spott wert ist. In vielen Fällen ist wohl wirklich die tatsächliche Komplexität zurückgegangen, wobei man da meiner Meinung nach sehr stark zwischen tatsächlicher Komplexität und Komplexität, die durch unzulänglichkeiten der Technik entstanden sind, unterscheiden muss. Wenn das Inventarmanagement oder die Menüs umständlich und verwirrend sind und man für jede noch so kleine Tätigkeit zig Tastendrücke braucht hat das nichts mit Komplexität zu tun, es ist einfach nur umständlich. Gerade bei MMOs wünschen sich anscheinend viele Leute die Zeiten zurück, bei denen man für jeden Schwerthieb erstmal 20 Befehle eingeben musste.

Heroes of Might & Magic III: The Restoration of ErathiaAber ist die Komplexität das Einzige Problem? Mit komplexen Spielen, die ich damals schon gespielt hab, habe ich auch heute kein Problem und ich kann mit denen heute noch genauso viel Spaß haben, wie mit modernen Titeln. Und auch mit dem Train Simulator 2012 der ein waschechte Simulation ist und dessen Tutorial auch nicht gerade ausführlich sind, habe ich meinen Spaß. Dafür, dass ein Zug nicht viel mehr machen kann als vorwärts und rückwarts zu fahren, steckt da doch ne Menge dahinter.

Ist es vielleicht die Grafik, die mich abstößt? Die Titel grafisch überholt zu nennen ist ne ziemliche Untertreibung, teilweise sind sie einfach potthäßlich. Dass es nicht gerade motiviert, kaum etwas zu erkennen sollte klar sein, aber als wirkliches Problem würde ich das auch nicht bezeichnen. Gibt ja auch neue Titel, die mit ihrer Grafik keinen Blumentopf gewinnen würden, mir aber trotzdem zusagen. Minecraft sei als Beispiel genannt, aber ich spiele nebenher auch viele viele kleine Flashgames, die grafisch den alten Spielen relativ nahe kommen.

Oder ist es einfach die übertriebene Erwartungshaltung? Wie oben schon geschrieben, gelten die Spiele als Meisterwerke. Vielleicht können sie diese extreme Erwartungshaltung auch einfach nicht erfüllen. Die Macher haben damals auch nur mit Wasser gekocht und irgendwo sind es dann doch „nur“ Spiele, wie viele andere davor und danach auch. Da spielt dann bestimmt auch rein, dass viele Leute doch ein relativ verklärtes und überhöhtes Bild von diesen Spielen haben. Allein schon was die Grafik angeht; ich bin immer wieder überrascht wie häßlich Spiele, die ich früher gespielt hab, tatsächlich sind. Das scheint sich in der Erinnerung falsch festzusetzen. Und es ist ja allgemein bekannt, dass man bei Dingen, die einem positiv im Gedächtnis bleiben, die negativen seiten gerne vergisst. Genauso wie man bei negativen Erinnerungen auch die positiven Seiten vergisst.

Die Umstände unter denen man das jeweilige Spiel damals gespielt hat tun dann wahrscheinlich ihr übriges. Es ist einfach ein Unterschied, wenn man Dinge das erste mal erlebt und diese Gefühle verbinden sich unzertrennlich mit diesem Spiel. Wenn man das erste mal eine riesige unendlich scheinende Spielwelt in einem Rollenspiel erlebt, hinterlässt das einfach nen ganz anderen Eindruck, wie wenn man sowas schon dutzendmale erlebt hat und der Unterschied nur darin liegt ob es ein Quadratkilometer oder 5 sind. Wenn man als Kind oder Jugendlicher noch leichter beeindruckbar ist was Monster, Dungeons und mächtige Waffen eingeht, bleibt das auch viel stärker haften, wie wenn man schon 15 Jahre Spielgeschichte hinter sich hat.

Und woran liegt es jetzt wirklich? Keine Ahnung, ich schätze es ist ne Mischung aus allem. Die Spiele waren damals wie heute bestimmt nicht schlecht, aber ich muss einfach damit aufhören mir von anderen Leuten ihre Meinung zu den Spielen aufdrängen zu lassen und einfach nur das zu spielen, was mir jetzt gerade Spaß macht. Und wenn mir dadurch die Meilensteine der Spielegeschichte entgehen? Völlig egal, das kann ja wohl kaum der Anspruch an meine Freizeitbeschäftigung sein.

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