AirStrike II: Gulf Thunder

 

Review

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Version 2.71

Noch beliebter als Horizontalshooter wie Jets 'n' Guns waren früher Vertikalshooter (der Bildschirm scrollt also von oben nach unten). Raptor: Call of Shadows (1994) ist aus diesem Genre zu recht auch heute noch der bekannteste Titel. In der Independent Development-Szene wird aber schon seit Jahren an der Wiederbelebung des Genres gearbeitet. Während die einen weiterhin auf 2D-Optik setzen, versuchen sich andere daran, dass Erlebnis in die dritte Dimension zu befördern. Die AirStrike-Serie vom Entwickler Divo Games stammt aus der letzteren Kategorie. Der neuste Sprössling hört auf den Namen AirStrike II: Gulf Thunder und ist mittlerweile auch ganz normal beim Händler zu erhalten.

Hubschraubär

In 24 Levels gilt es mit Hilfe einem von drei gut ausgestatteten Militärhubschraubern, die sich nur durch Rüstung und Geschwindigkeit unterscheiden, der terroristischen Vereinigung mit dem äußerst einfallsreichen Namen N.I.T.O. den Gar auszumachen. Da es im gesamten Spiel nur zwei Bossgegner gibt, ist es in den 22 anderen Missionen immer nur das Ziel den Hubschrauberlandeplatz am Ende des Levels in einem Stück zu erreichen. Selbstverständlich haben die Terroristen daran etwas auszusetzen und hetzen Horden von Gegnern auf den Spieler.

Aus der Luft kommen einem viele verschiedene Hubschrauber und Flugzeuge entgegen, während gleichzeitig vom Boden aus Schiffe, Panzer, Flakstellungen und anderer tödlicher Kram dem Spieler die Hölle heiß machen. Selbstverständlich ist man aber nicht wehrlos und kann schon von Beginn an auf alle verfügbaren Geschütze zurückgreifen. Darunter fallen Waffen wie die Railgun oder die Strahlenkanone. Praktisch gesehen ist es den eigenen Vorlieben des Spielers überlassen, welche er benutzt. Während Dutzende Gegner gleichzeitig auf einen einstürmen, hat man bei allen Waffen das Gefühl, dass sie viel zu schwach sind. Auf dem Schlachtfeld findet der Spieler aber auch noch weitere nützliche Dinge wie verschiedene Raketenarten, PowerUps oder Superwaffen wie der Ionenkanone. Besonders die Raketen sind wichtig, da sie sich automatisch auf das nächstgelegene Ziel stürzen und verheerenden Schaden anrichten.

Guggst du, ein Loch!

Aber nicht nur bewegliche Ziele stehen auf der Abschussliste sondern auch Gebäude und das Terrain lassen sich zerstören. Während Gebäude meist Punkte oder ein PowerUp bereithalten, ist ein Loch im Boden von rein kosmetischer Natur und führt meist eher zu lustigen Effekten wie Geschützen, die plötzlich auf dem Rücken liegen. Obwohl es dennoch zur Atmosphäre beiträgt, ist es meist nur Zufall ob man ein Gebäude oder eine Straße zerstört, denn direktes Anzielen ist selbst bei vordefinierten Gebäuden mit einem PowerUp nicht immer möglich.

Zusammen mit der schieren Übermacht an Gegnern, bedeutet dies, dass man den Feuerknopf zu Beginn eines Levels drückt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Dies hat auch den Vorteil, dass man von der äußerst eintönigen Landschaft, die sich im gesamten Spiel nicht verändert, eher weniger sieht und man sich besser auf die hübschen Waffeneffekte konzentrieren kann. Auch der Rest der Grafik ist eher zweckmäßig als wirklich ansehnlich, denn alles ist äußerst eckig und detailarm. Im optionalen 2D-Modus fällt dies zum Glück eher weniger auf und das Spiel bekommt ein wesentlich besseres Arcadefeeling, da hier zusätzlich die am Bildschirmrand wartenden Gegner nicht mehr auffallen.

Aber selbst der 2D-Modus kann nicht vom schlimmsten Fehler des Spiels ablenken: dem fast komplett fehlenden Sound. Obwohl das Spiel angeblich sogar 3D-Sound besitzt, hört man im Spiel die meiste Zeit selbst bei abgeschalteter Musik gar nichts. Nur ab und zu kann man zaghaft den Ansatz eines Effektgewitters wahrnehmen. Da dies von den Entwicklern sicher nicht so geplant war, wird es sich wohl um einen schwerwiegenden Bug handeln, der auch in der aktuellen Version nicht gefixt wurde. In jedem Falle zerstört die restliche vorhandene Atmosphäre.

Nie mehr allein!

Als kleinen Bonus, bietet das Spiel auch einen Coop-Modus für zwei Spieler. Dieser ist aber auch eher schlecht als recht gelungen. Während Spieler 1 weiterhin alle wichtigen Anzeigen hat, sieht Spieler 2 nicht einmal seine Lebensenergie und muss sich mit dem visuellen Feedback am eigenen Helikopter begnügen (wenn’s brennt -> gleich hinüber). Auch startet Spieler 2 zu Beginn mit keinen weiteren Leben, was bei diesem Spiel meist schnell dazu führt, dass doch wieder nur Spieler 1 weiterspielt. Ein zusätzliches Ärgernis ist die Tatsache, dass beim Tod eines der beiden Spieler, der andere Spieler auch zurückgesetzt wird und somit alle seine Raketen und PowerUps verliert.

Fazit

Kurz: Finger weg!

Lang: Trotz der eher armseligen Grafik, hätte das Spiel sehr gut werden können aber es zwickt und zwackt einfach an viel zu vielen Ecken. Schon die geringe Anzahl an Bossen ist ein Armutszeugnis für solch einen Arcadetitel. Neben dem fehlenden Sound trifft mich aber der total misslungene Coop-Modus am schwersten, denn darüber hätte sich viel retten lassen. AirStrike II: Gulf Thunder wirkt daher wie lieblos dahingeklatscht und gehört somit zu der Sorte von Independant Games, die normalerweise aus gutem Grund keinen Publisher finden. Selbst für 5€ am Wühltisch ist meine klare Empfehlung deshalb, es beim Händler liegen zu lassen. An einer Packung Zigaretten hat man vermutlich mehr Spaß.[CH]

1/5 Punkte

(Veröffentlicht am 25.09.2007)