Guitar Hero III – Legends of Rock

 

Review

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Version 1.1

 

Nach dem Absprung von Harmonix, die nun Rock Band veröffentlichten, legte Activision  die schwere Last der äußerst erfolgreichen Spieleserie namens "Guitar Hero" in die Hände der Tony Hawks-Macher von Neversoft Entertainment. Das Ergebnis heißt Guitar Hero III – Legends of Rock und erstmalig gibt es dank dem Publisher Aspyr Media auch eine PC-Version des Titels.

Gibson Explorer

Das Erste, was Einem nach dem Öffnen der riesigen Packung in die Hände fällt, ist die Plastiknachbildung einer Gibson Explorer, genannt Guitar Xplorer. Dies ist  das gleiche Modell, wie es der Xbox-Version von Guitar Hero II beilag. Der Gitarrrenkörper sowie das Griffbrett sind in schickem Schwarz/Weiß gehalten. Auf dem Griffbrett befinden sich jedoch keine Saiten sondern  fünf Tasten in verschiedenen Farben (Grün, Rot, Gelb, Blau und Orange). Am Korpus finden sich hingegen die Anschlagtaste (Strum Bar), der Wimmerhaken (Whammy Bar) und ein analoges Steuerkreuz mit zwei Tasten. Da die Menüs des Spiels allerdings komplett mit den anderen Komponenten der Gitarre gesteuert werden, werden diese nur äußerst selten benötigt.

Der Gitarre sieht man nicht nur an, dass sie aus Plastik ist, sondern es ist auch deutlich hörbar beim Spielen. Besonders die Strum Bar gibt beim Drücken ein relativ lautes "Klack" –Geräusch von sich. Bei voller Lautstärke des Spiels ist dies zwar nicht mehr richtig zu hören, aber es ist dennoch ein unschöner Nebeneffekt der billigen Verarbeitung. Ansonsten ist sie hingegen bequem zu tragen und alle Tasten lassen sich angenehm bedienen.

Deine erste Band

Ist der zukünftige Rockstar mit der Gitarre ein wenig vertraut, geht es ans Herz des Spiels: der Karrieremodus. Dort wird zuerst eine Band erstellt und ein Gitarrist aus Figur, Kleidung und Gitarre gebastelt. Die Auswahl ist zu Beginn zwar eher dürftig, aber für jedes der 42 verfügbaren Lieder (darunter Metallica – One, The Who – The Seeker, Iron Maiden – Number of the Beast und Alice Cooper – School’s Out) gibt es nach der erstmaligen Beendigung einen kleinen Geldbetrag. Mit diesem Budget lassen sich dann zukünftig im Shop Bonuslieder, neue Charaktere, neue Kleidung und neue Gitarren freischalten.

Und dann geht das Gerocke auch schon los: In jedem der sechs Abschnitte warten je vier Lieder und eine Zugabe darauf gemeistert zu werden. Zusätzlich gibt es noch drei sogenannte "Boss Battles" dazu aber später mehr. Der Schwierigkeitsgrad zieht dabei relativ gleichmäßig an, während man sich die Liste nach oben durcharbeitet und nach dem erfolgreichen  Abschließen eines Abschnitts, wird man auch mit einer kleinen Zwischensequenz belohnt. Das Spiel an sich ist dabei immer das Gleiche: Auf dem Bildschirm wird ein Griffbrett angezeigt. Auf Diesem  bewegen sich von oben herab verschiedenen farbige Noten auf den Spieler zu. Nun gilt es auf der Gitarre die entsprechende Taste zu Drücken und im richtigen Moment dann die Strum Bar zu betätigen, um die Note zu spielen. Auf der leichtesten Schwierigkeitsstufe hält sich dabei das Tempo noch in Grenzen und es müssen nur drei verschiedene Arten beziehungsweise Farben als Noten gespielt werden. Aber schon auf Schwierigkeitsgrad "Normal" kommt die blaue Taste dazu und die Geschwindigkeit zieht an. Dort entsteht allerdings bereits das Gefühl, wirklich das Lied zu spielen. Beim Wechsel auf "Hart" wird die Schwierigkeit dann noch einmal kräftig angezogen, indem nun Dank der fünften Taste auch ein  Umgreifen auf dem Griffbrett nötig wird – bei nochmals stark erhöhter  Spielgeschwindigkeit.

Nicht gut!

Der Schwierigkeitsgrad ist auch schon der erste Kritikpunkt des Spiels. Während der Sprung von Leicht auf Normal zwar schon schwierig,  jedoch zu meistern ist, wird sich der normale Spieler auf "Hart" schon sehr die Zähne ausbeißen. Dies liegt vor allem daran, dass wichtige Techniken wie Griffwechsel oder Altstrumming (die Strum Bar abwechselnd nach unten und oben drücken) im Tutorial nicht behandelt werden. Außerdem ist der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Normal und Hart sehr groß. Es gibt zwar die Möglichkeit die Lieder in einem Übungsmodus mit verlangsamter Geschwindigkeit zu spielen aber dies ist in den seltensten Fällen wirklich hilfreich.

Der nächste große Negativpunkt ist die Performance des Spiels. Mit eingeschaltetem Publikum ist ein sehr starker Rechner nötig um gelegentliche Ruckler zu vermeiden, die bei einem solchen Rythmusspiel tödlich sind. Mit dem Patch auf Version 1.1 wurde es zwar ein wenig besser, aber die wichtigste Neuerung, die damit eingeführt wurde, ist die Möglichkeit nun das Publikum abzuschalten. Auch der Sound bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm, da er nur in Stereo vorliegt. Eigentlich unverständlich bei einem Musikspiel. Nur beim Einsatz der Spezialfähigkeit "Starpower" wird kurzzeitig in eine Art 5.1-Upmix gewechselt.

You vs. Slash

Diese Starpower dient im normalen Spiel dazu, den Punktemultiplikator zu verdoppeln und das Publikum fröhlicher zu stimmen. Werden zu viele falsche Noten gespielt, kann es nämlich passieren, dass einen die Zuschauer aus dem Saal buhen und somit das Lied gescheitert ist. Die Starpower wird aufgeladen, indem bestimmte Notengruppen richtig gespielt werden. In den "Boss Battles", wird die Starpower hingegen durch Power-Ups, wie "Kaputte Note" ersetzt. Diese werden dem Gegner entgegen geschleudert, um ihn zum Falschspielen zu bringen und somit das Publikum gegen ihn aufzubringen. Während dies gegen menschliche Gegner ein wahres Vergnügen ist, ist es gegen die drei Gegner ein nervtötender Kampf, da diese absolut perfekt spielen. Da kommt es auf Glück und den richtigen Umgang mit seinen Power-Ups an.

Zu Zweit gegen alle

Das Spiel bietet auch einen Coop-Karrieremodus. Wie in allen Mehrspielermodi können auch hier die Spieler den eigenen Schwierigkeitsgrad selbst bestimmen. Zusätzlich besteht aber auch noch die Möglichkeit den Bass zu spielen und es gibt einige Lieder, die im normalen Karrieremodus nicht zur Verfügung stehen. Wer keine zweite Gitarre hat, muss allerdings nicht verzagen, denn das Spiel kann auch mit Tastatur gespielt werden. Zwar gibt es bei einigen Tastaturen Probleme mit bestimmten Tastenbelegungen und es macht auch lange nicht so viel Spaß, wie mit der Plastikklampfe, aber solange eine Einzelgitarre fast genauso viel kostet, wie das komplette Spiel, ist es besser als nichts. Alle Modi können natürlich auch über das Internet gegen andere Besitzer der PC-Version gespielt werden. Plattformübergreifendes Spielen ist leider nicht möglich.

Fazit

Endlich gibt es Guitar Hero für den PC. Es gibt einige kritische Punkte an der Portierung und auch der Nachschub an neuen Liedern ist, anders als bei der Xbox-Version, bislang nicht vorhanden. Aber dafür ist die enthaltene Songauswahl fast perfekt gelungen und das gelungene Gefühl die Plastikgitarre in den Händen zu halten und sich endlich mal wie ein echter Rockstar zu fühlen, bietet  auf dem PC bislang kein anderes Spiel.[CH]

5/5 Punkte

(Veröffentlicht am 21.02.2008)