Klomanager – Spül mir das Lied vom Kot

 

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Tycoon- bzw. früher noch einfach als Managerspiele bezeichnet, gibt es heute wie Sand am Meer und zu jedem noch so unwahrscheinlichen Thema. Der Gefängnistycoon sei hier nur als eines der vielen Beispiele genannt. Im Jahre 1995 veröffentlichte die ATARI Inside auf ihrer Dezemberausgabe einen Manager mit einem Thema, dass bis heute nur von seinem offiziellen Nachfolger wieder aufgegriffen wurde: das Klo. Daraus erschließt sich auch Passenderweise der Name dieses kleinem Freewarespielchen für den ATARI ST: Klomanager – Spül
mir das Lied vom Kot. Zum Download steht es samt Emulator und Quellcode auch heute noch auf der offiziellen Homepage des Klomanagers. Nun aber zum Spiel:

Mit Scheiße Geld verdienen

Wie der Name schon sagt, ist es im Spiel die Aufgabe des Spielers eine Art Bahnhofstoilette mit sechs Ställen zu managen, was gar nicht so einfach ist. Es gilt nicht nur ausreichend Klopapier einzukaufen sondern der verantwortungsbewusste Manager muss natürlich auch dafür sorgen, dass die Toiletten sauber
und funktionsbereit sind. Zusätzlich ist die Ausstattung des Toilettenraums wichtig um so viele zahlende Besucher wie möglich in die heiligen Hallen zu locken.

Zur Verfügung stehen einem hier die üblichen Verdächtigen wie ein Seifenspender oder ein Handtrockner. Als zusätzlicher Geldspender steht auch noch ein Kondomautomat mit dem passenden Namen „Cond-O-Mat“ bereit. Die Toiletten an sich sind zu Beginn mit einfachen Plastikbrillen und Papierklorollen ausgestattet. Je nach Geldbeutel können diese aber auch durch eine Marmorklobrille, die wohl ziemlich kalt sein dürfte, ersetzt oder die Luxusvariante des Klopapiers aus Seide aufgehängt werden. Dies erhöht nicht nur die Qualität des Klos sondern führt auch zu einem entsprechend höheren Besucheransturm - zumindest wenn der Preis für den jeweiligen Stall nicht zu hoch gewählt wurde. Auch wenn sich im Spiel viel im "scheißen" dreht, gehören die Kunden nicht gerade zur Fraktion der "Geldscheißer".

Verrichtet man seine Arbeit gut, fließt am Ende einer Runde nicht nur das schöne Bargeld in die eigenen Taschen Kassen. Man verdient sich gleichzeitig auch Belohnungen wie z.B. die „goldene Klobürste für Hygiene“, indem man bestimmte Vorgaben erfüllt wie: "Die Sauberkeit der Toiletten muss eine bestimmte Anzahl an Runden über einem bestimmten Wert liegen.".

Sauberkeit ist dabei nicht nur wichtig um Preise zu gewinnen und Besucher anzulocken, denn auf ein verkotztes Klo geht niemand, sondern auch falls das Gesundheitsamt sich dazu entscheidet mal vorbeizukommen. Findet dieses ein oder mehrere dreckige Klos vor, führt dies zu teils sehr hohen Geldstrafen. Während das Amt im Einzelspielermodus zufällig zur Aktion tritt, kann man es im Mehrspielermodus gezielt auf seinen Gegner hetzen. Bis zu vier Spieler bekriegen sich darin um die Vorherrschaft im Klosektor. Neben dem Gesundheitsamt steht auch noch die Möglichkeit zur Sabotage zur Verfügung um den Gegner in den finanziellen Bankrott zu treiben. Damit sind allerdings die Möglichkeiten den Gegner irgendwie zu beeinlussen auch schon erschöpft. Die Werbekampagne hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Besucherzahlen des Gegners.

Oldschool

Technisch wird das Spiel durch reine Textbildschirme dominiert auf denen man langweilige Buttons drückt. Nur das eigene Büro in der Stehpinklerabteilung, die Toiletten selbst und die Waschbecken haben mehr zu bieten. Diese Grafiken holen natürlich trotzdem heutzutage keinen mehr vor dem Ofen hervor. Dennoch versprüht sie ihren eigenen Charme und durch kleine Details wie dem Graffiti an den Wänden zu Beginn mancher Runden kommt auch ein wenig Atmosphäre auf. Die Sounds sind natürlich auch entsprechend minimalistisch aus heutigen Gesichtspunkten und die Steuerung ist teilweise doch sehr umständlich. Dies darf man aber einem so alten Spiel heutzutage nicht mehr als Negativpunkt ankreiden wenngleich kleinere Komfortfunktionen wie das gleichzeitige festsetzen eines Preises für alle Ställe sicher möglich und definitiv wünschenswert wären.

Das Problem ist eher die Langzeitmotivation vor allem im Solomodus. Da das Spiel keine KI-Gegner bietet, werden die sowieso schon sehr monotonen und sich andauernd wiederholenden Tätigkeiten sehr schnell langweilig. Den Hauptteil jeder Runde verbringt man eben doch nur damit die Toiletten zu reparieren und säubern und Klopapier nachzukaufen. Im Multiplayer-Modus hält sich der Spielspaß zwar etwas länger aber allzu viel Zeit am Stück möchte man mit dem Programm dennoch nicht verbringen. Die wenigen Ausbaumöglichkeiten der Toiletten und des WC-Raums helfen auch nicht den Spielspaß viel zu verlängern, da man viel zu schnell schon alles gesehen hat und so keine wirklichen Überraschungen mehr auf den Spieler warten.

Fazit

Auch wenn die Langzeitmotivation nicht vorhanden ist, macht eine Runde Toilettenmanagment zwischendurch vor allem gegen Freunde auch mit dem Ur-Klomanager immer wieder Spaß. Zwar bietet natürlich der Nachfolger sowohl grafisch als auch spielerisch mehr aber dieser kostenlose Ausflug in die Vergangenheit der Serie lohnt sich definitiv um die lange Wartezeit auf „Der Klomanager 2“ etwas zu überbrücken.[CH]

2/5 Punkte

(Veröffentlicht am 30.06.2007)