Eine aufgeweckte Katze

MAU! MAU! *brummel* MIAU!

Ich will eure Aufmerksamkeit und zwar sofort! Alle Blicke zu mir, alle Spielsachen und Leckerlis zu meinen Füßen und am besten auch gleich noch jemanden zum Bauchkraulen abstellen. Aber flott! Ja, so macht ihr das gut. Bitte? Sitz machen, Pfötchen geben und die Faust wählen mit dem Leckerli drin? Von mir aus mache ich eure anspruchslosen Spielchen mit – hauptsache es gibt am Ende was zu kauen.

Und jetzt, wo ihr voll auf mich fixiert seid, kann ich euch endlich davon erzählen wie es mir so geht. Mittlerweile bin ich schließlich schon über ein Jahr im Hause Lysanda obwohl ich zumindest im Sommer „draußen“ durchaus superduper toll finde. Ab Herbst bleibt die Heizung allerdings mein Lieblingsort (Anm. d. Red.: Vorbildlich abgesichert mit einem engmaschigen Lichtschachtgitter). Da scheint meine Herkunft (zur Erinnerung: Fuerteventura) am meisten durchzukommen.

Pichu, der Intelligenzlose

Mein Spanisches Temperament ist allerdings auch nicht ohne. Aber was soll ich denn machen? Ich bin die einzige Kätzin hier im Haus. Da muss ich mich doch irgendwie gegen die anderen drei Volltrottel durchsetzen und den Dosenöffnern sagen, wo es langgeht. Beispielsweise muss im Schlafzimmer einfach morgens das Fenster geöffnet werden, damit ich rausschauen kann. Und das muss ich selbstverständlich laut einfordern! Bitte? Ich könnte schlicht zur Katzenklappe raus? Ich kann dir auch einfach die Augen auskratzen, lieber Besucher! Und nein, als Nica noch bei uns war, war es nicht viel besser. Zwei Frauen in einem Haushalt gehen einfach nicht. Insofern finde ich es ganz gut jetzt die Chefin zu sein – auch wenn es die drei anderen Hansel nicht immer kapieren.

Vor allem der liebe Pichu…der, bei dem offensichtlich jemand im Gehirn ständig irgendwelche aktuellen Popsongs singt. Anders kann ich mir sein Verhalten einfach nicht erklären. So viele Adjektive könnte man auf diesen Typen verwenden: Hibbelig, Frech, Eingebildet, Sorglos, Dauerhungrig und trotzdem würde man nur an der Oberfläche dieses naiven und treudoofen Katers kratzen. Meine Vermutung ist ja, dass er eigentlich ein Hund werden wollte aber auf dem Weg dahin irgendwo falsch abgebogen ist.

Nach Größe sortiert

Zugegeben: Auf seine Art und Weise ist er doch süß. Und ich finde es tatsächlich sehr lustig ihm vom Kratzbaum herab auf die Nase zu hauen. Und auch, dass er mich hin und wieder (wie alle) am Kopf putzt oder mir einen Nasenstupser gibt ist völlig okay. Mäuse jagen kann er ebenso vorzüglich. Ich kann ihn ganz gut tolerieren, will ich damit sagen. Aber die meiste Zeit ist er einfach nur ein unruhiges Nervenbündel. Man könnte meinen, er wäre ein Teenager. Seine Katzenakne würde das bestätigen. Aber eigentlich wird er dieses Jahr schon zwei Jahre alt. Naja, vielleicht in der Entwicklung stehen geblieben oder so. Hoffentlich wird er in seinem jugendlichen Leichtsinn nicht doch mal überfahren…

Balu, mein Bro

Balu und ich, wir verstehen uns hingegen super. Er haut mir zwar ab und zu auf den Po, der sexistische Drecksack, um mich dazu zu bringen mit ihm zu spielen (Paaren geht ja bei uns beiden nicht mehr). Aber ich als süße und flauschige 3,8kg-Katze werde garantiert nicht mit einem riesigen 7,4kg-Schwergewicht rummachen. Ein Prankenhieb und ich lieg unter den Futterdosen! Nene, das lassen wir mal lieber. Ansonsten ist Balu tatsächlich die einzige Katze hier im Haus, die ich immer Grüße, wenn ich sie sehe. Er ist zwar groß und stark aber im Herzen doch ein ganz lieber und verletzlicher Kerl. Schade, dass ihm die anderen aus Angst immer noch aus dem Weg gehen.

Und dann wäre da noch Jules. Warum sind die Bösen immer schwarz-weiß?! Erst Nica, jetzt Jules. Es zeigt sich wieder: Getigert ist die einzig wahre Fellfarbe! Wenigstens habe ich ihn frühzeitig in die Schranken verwiesen und er geht mir großzügig aus dem Weg, ohne, dass ich ihn überhaupt anschauen muss. Ich bin aber natürlich nicht ganz herzlos. So lasse ich den armen, schüchternen Kerl beim Fressen gerne den Vortritt – also zumindest solange ich keinen massiven Kohldampf habe. Dann kann er mir selbstverständlich auch gestohlen bleiben. Aber Jules ist definitiv das absolute Gegenteil von Pichu.

Zwei Kabbelbrüder

Vielleicht kabbeln sich die zwei deshalb so gerne. Schüchtern und besonnen gegen Stürmisch und Rücksichtslos. Da kracht, bummt und trampelt es nur so im Haus, wenn die zwei mal wieder ihre fünf Minuten haben. Wer da im Weg steht, hat ein Problem, so heftig wie die zwei sich angehen. Will gar nicht wissen wie viele Gehirnzellen bei jedem Schlag mit dem Kopf gegen die Wand oder die Kommode verloren gehen bei beiden. Ein Wunder, dass es noch keine ernsten Verletzungen gab. Und sowas nennen Männer „spielen“. Nene, das ist mir definitiv zu brutal. Dann lieber von den Dosenöffnern mit dem Federwedel am Kratzbaum hochjagen lassen. Das ist echter Spaß!

Tolle Sache

Klingt fast so, als wäre ich besser eine Einzelkatze geworden, ich weiß. Aber nein: Ganz alleine will ich dann doch nicht sein. Mit Balu um die Häuser streifen, Pichu verhauen und Jules mobben möchte ich einfach nicht missen. Und auch sonst geht es mir richtig, richtig gut. Obwohl ich den anderen den Fortritt lasse gibt es genug (hochwertiges) Futter, die Dosenöffner knuddeln mich schön und viel, es gibt haufenweise Leckerlis, die Umgebung ist auch toll (und voller Mäusenester) – mir könnte es vermutlich nicht bessergehen.

In diesem Sinne: MEHR SPIELSACHEN! MEHR LECKERLIS! MEHR MÄUSE! MEHR WARME HEIZUNGEN!

Alle paar Jahre fällt der 1. Januar auf einen Montag. Bevor wir also zum heutigen Thema kommen:

Das Team von Beim Christoph wünscht euch ein frohes und erfolgreiches Jahr 2018!

Möge 2018 für euch genauso oder besser sein als 2017 (je nachdem)! Und jetzt wünsche ich viel Spaß mit dem Beim Christoph Jahresrückblick 2017:

re-duc-tion (n.) – 2. The result of reducing: a reduction in absenteeism.
TheFreeDictionary

Ich hatte kurz überlegt „downfall“ als das zusammenfassende Wort des Jahres zu wählen. Das war mir aber dann doch etwas zu extrem und vor allem viel zu negativ besetzt. Zwar war 2017 für Beim Christoph nicht unbedingt das beste Jahre. Aber zum einen gab es schon schlechtere (Pre-2006) und zum anderen sehe ich es ganz klar als „Gesundschrumpfen“ an. Lassen wir an diesem verschlafenen Neujahrstag also mal eine Runde lang das vergangene Jahr Revue passieren und schauen was so aus Sicht von Beim Christoph los war und was ich persönlich alles getrieben habe.

Es gilt auch heuer wieder: Wenn ich von „dieses Jahr“ rede, ist 2017 gemeint und mit „nächstes Jahr“ 2018. Alles andere würde die Sache viel zu kompliziert machen. Und wie immer gilt: Die Werte in den Klammern sind die Vergleichszahlen aus 2016. Sie sowie alle dazugehörigen Tabellen sind auf dem Stand 31.12.2017. Außerdem ein Dank an Rondrer, der die Statistikauswertung anno 2012 dankenswerterweise kreiert hat.

Einträge und Autoren

2017 war das erste Jahr mit nur noch 56 (78) Einträgen (52 Montagseinträge, 3 Feiertagsgrüße und ein Sondereintrag). Dafür waren es 56 echte und (zumindest aus meiner Sicht :smile: ) hochwertige Einträge ohne irgendwelche Filler. Dass bei dieser übersichtlichen Anzahl kein einziger Gastbeitrag dabei ist, dürfte wenig verwunderlich sein. Obwohl die Einladung natürlich weiterhin an alle offen ist. Azzkickr kann mir jederzeit sein 25. Werk schicken (vielleicht über seine aktuellen Gedanken zu Virtual Reality?) und ich werde es liebend gerne veröffentlichen. Lysanda konnte immerhin 5 (6) Co-Autor-Erwähnungen für sich verbuchen. Irgendwann werde ich sie bestimmt mal dazu bringen können auch mal einen kompletten Eintrag selbst zu schreiben statt die Hauptarbeit immer mir zu überlassen :wink: .

Nica konnte heuer leider nur einen Eintrag auf das digitale Papier bringen bevor sie viel zu früh von uns gegangen ist. Immerhin zog schon bald danach das Knuddeltier Jules bei uns ein. Ganz abgesehen von Pichu, der schon seit März seine Runden im Haus dreht. Damit sind mittlerweile 4 (3) Katzen als Autoren Beim Christoph tätig. Müssen wir uns wohl doch mal in Kessys Welt umbenennen und endlich die Internetkatzendollars einsammeln?

Die Inhalte

Nein, von Kessys Welt sind wir doch noch ein bisschen entfernt trotz 7 (10) Katzen-Einträgen in diesem Jahr. Man mag es nämlich kaum glauben aber 2017 wurde Beim Christoph tatsächlich mal wieder vom Thema Spiele dominiert. Mit 19 (12) Einträgen (davon 14 [4] mit der Zusatzkategorie Gespielt) zum Thema lag diese Kategorie sogar mit etwas Abstand vor der Gesundheit mit 10 (11) Einträgen. Hier die Übersicht darüber, welche Kategorien in diesem Jahr wie oft mit einem Eintrag verknüpft wurden:

Man kann erkennen, dass Beim Christoph zwar nicht zu den Hochzeiten der Spieleberichterstattung zurückkehrt ist. Gleichzeitig wird aber deutlich, dass es stattdessen eben nicht nur um komischen Gesundheitskram und/oder Katzen geht wie es vielleicht den Anschein hat. Beim Christoph ist schlicht im (vom Webmaster verhassten) „Blog“-Stadium angekommen und es geht mehr oder weniger gleichwertig um alles, was mich im täglichen Leben so beschäftigt. Das scheint, wie wir weiter unten noch sehen werden, zwar weniger Leute zu interessieren als die reine Spielethematik. Aber wie heißt es so schön? Man sollte über das schreiben, was man kennt. Und das ist aufgrund der Reduktion des Spielekonsums nun eine etwas differenzierte Angelegenheit als früher. Insofern kann man es auch wieder positiv sehen. Erwachsen werden, Weltblick erweitern und so.

Dass es abseits der Einträge wieder keine neuen Inhalte wie Podcasts oder Videos gab erwähne ich an dieser Stelle einfach mal so nebenbei. 2018 wird es voraussichtlich nicht viel anderes werden, auch wenn Lysanda vor allem im Gesundheits- und Katzenbereich so einige Ideen hat, die ggf. über die Textform hinausgehen. Mal schauen ob sich daraus irgendetwas entwickelt.

Der Umfang

Beim Thema der Länge der einzelnen Einträge, geht die Kurve aus nachvollziehbaren Gründen wieder nach oben mit nun durchschnittlich 1155,3 (834,8) Wörter pro Eintrag. Schließlich haben die Donnerstags-Umfragen mit ihren nur 3-4 Zeilen Text den Wert ganz schön in den Keller gebracht. Rechnet man entsprechend aus 2015 und 2016 die Umfragen heraus, ist die durchschnittliche Wortanzahl je Eintrag zwar trotzdem seit dem Höhepunkt anno 2014 mit sagenhaften 1389,8 Wörtern etwas abgesunken aber immer noch über dem Niveau von 2011.

Insgesamt gibt es nun 1.429 Einträge hier auf der Seite mit einer Gesamtlänge von 1.107.381 (1.042.682) Wörtern. Wenn ihr das Archiv von Anfang bis Ende durchlest, habt ihr also den Inhalt von mindestens 15 Romanen verschlungen. Ob ihr in der Zeit nicht besser besagte Romane gelesen hättet…darauf gehen wir an dieser Stelle lieber nicht weiter ein :smile: . Lustigerweise habe ich mit 64.699 Wörtern dieses Jahr fast genauso viele wie 2016 getippt (64.277). Und liege damit aber immer noch unter dem Wert von 2008, wie die Übersicht zeigt:

Irgendwie fällt mir jedes Jahr ein neuer Wert ein, zu dem ich eine Statistik machen kann. Mal schauen was es nächstes Jahr sein wird :smile: .

Immer noch kein Kommentar

Jetzt aber genug zu meinem Geschreibsel. Schauen wir uns stattdessen mal an, was ihr so 2017 getrieben habt. Die Antwort: Mit 66 (149) Kommentaren leider nicht viel. Am häufigsten haben neben meiner einer mit 14 (31) noch Kirika mit 10 (39), v138 mit 10 (19) und Zille mit 8 (10) Kommentaren ihre Meinung unter einem Eintrag geäußert. Sehr, sehr wenig wenn man sich die Übersicht anschaut:

Umgerechnet macht das schlappe 1,2 (1,9) Kommentare pro Eintrag und ist der schlechteste Wert in der neueren Geschichte der Seite (die beginnt ab 2006). Wenn es noch weiter sinkt, muss ich wohl doch wieder ein Forum eröffnen :wink: .

Immerhin: Wenn mal ein Kommentar da war, dann hatte er einen gewissen Umfang mit durchschnittlich 103,7 Wörter pro Kommentar. Also fast einer Verdoppelung im Vergleich zu 2016 mit 52,9 Wörtern.

Damit kommen wir insgesamt auf 6.554 (6.488) Kommentare mit einer Gesamtlänge von 497.832 Wörtern. Die halbe Million wurde also leider nicht geknackt. Nächstes Jahr sollte das aber bei gleichbleibender Beteiligung klappen, oder nicht?

Persönlich finde ich es wie immer schade, dass nicht so viel kommentiert wird. Aber die Gründe hatten wir ja schon mehrfach erörtert und sind für mich auch absolut nachvollziehbar. Durch die weitere Reduktion der Einträge, die erweiterte Themenvielfalt sowie der damit verbundene stärkere Blogcharakter ist der Mitredebedarf einfach nicht mehr ganz so groß. Was will man schließlich unter einem Katzeneintrag viel mehr schreiben als „Doofes Vieh!“ oder „Haha, wie süß!“? Eben. Von daher zwar schade aber ist halt so. Solange ihr mein Geschreibsel zumindest noch lest und halbwegs interessant findet (bzw. es vielleicht sogar weiterhilft), können ich und somit Beim Christoph damit leben. Zumal ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass ich zumindest ab und zu einen Eintrag raushaue, wo es euch dann doch mal in den Fingern juckt (wie vermutlich der heutige :smile: ).

Besucherspionage – Anzahl

Die Übersicht von Google Analytics

So viel also zu den Inhalten von Beim Christoph. Dieses Jahr gefühlt etwas kürzer aber ehrlich gesagt wüsste ich nicht worüber ich noch groß referieren könnte. Vorschläge gerne in die Kommentare :tongue: . Kommen wir stattdessen zur anderen Seite der Medaille, die direkt durch die Inhalte beeinflusst wird: Den harten Fakten. Zur Erinnerung: Gemäß meiner Datenschutzerklärung läuft im Hintergrund der Seite Google Analytics mit und erzählt mir alles von euch. Von der Größe eurer Unterhose bis zum Inhalt eures Schweizer Kontos – nichts bleibt mir verborgen! Zumindest solange ihr nicht das Script bspw. mit dem offiziellen Browser-Plugin blockt, wie es selbstverständlich euer gutes Recht ist. Verstehe zwar nicht warum ihr das tun wolltet, schließlich sind die Daten doch immer hochinteressant für mich. Aber vielleicht habt ihr ja doch was zu verbergen?! Es soll wohl niemand von eurer Teddybärensammlung erfahren…ich verstehe schon :wink: . Schauen wir doch mal, was für Daten uns diejenigen unter euch ohne Blocker im Zeitraum 01.01. bis 27.12.2017 so hinterlassen haben. Die Zahlen von 2016 stehen erneut in den Klammern.

Wie aufgrund der reduzierten Anzahl an Einträgen und den wenigen Kommentaren erwartet sind die Besucherzahlen massiv eingebrochen. Genauer gesagt um satte 52,26% auf nur noch 4.741 (9.931). Das macht 13,13 (25,94) Besucher pro Tag. Davon sind 3.290 (6.262) sogenannte Uniques mit 8.037 (16.841) Seitenaufrufen. Also auch hier jeweils ein Einbruch um die 50%. Die Dauer der einzelnen Sitzungen ist ebenso um 18,29% auf nur noch 1 Minute und 41 Sekunden gesunken. Gleich geblieben ist ausschließlich mit 1,70 (1,70) die Anzahl an aufgerufenen Seiten pro Sitzung. Ich hoffe, dass dieser Trend 2018 nicht weiter anhält, sonst muss ich mir doch 2019 schwer überlegen ob Beim Christoph in dieser Form tatsächlich noch Sinn macht.

Ich weiß: Ich behaupte immer es wäre mir egal ob es viele oder nur einer liest. Und das stimmt natürlich. Hauptsache ich schreibe überhaupt. Aber wenn es tatsächlich keinen mehr interessiert, dann wäre bspw. eine vollständige Rückkehr zum Tagebuchmodus zu Beginn der Neuzeit denkbar (Einträge ohne Mindestlänge und ohne festen Zeitplan). Oder wirklich eine radikale Konzeptänderung mit bspw. einer neuen Fokussierung auf ein völlig anderes Themengebiet. Mal schauen. Noch ist es zu früh Beim Christoph komplett abzuschreiben. Ich wollte damit nur sagen, dass ich mir freilich wie immer meine Gedanken mache, wie ich die Seite am besten auf meine neue Lebenssituation umstellen kann ohne euch noch weiter vor den Kopf zu stoßen.

Um diesen Absatz aber auf einer positiven Note enden zu lassen: Google Analytics trackt mittlerweile auch die Tageszeit, zu der die jeweilige Seite besucht wird. Hier das dazugehörige Bild:

Die Erkenntnis ist wenig überraschend: Die meisten Besucher waren im letzten Jahr Sonntags, Montags und Dienstags nachmittags unterwegs. Der Anstieg Dienstagnachts um 23 Uhr schiebe ich auf irgendwelche Spambots, die Google nicht rausfiltern kann. Oder ist hier tatsächlich jemand, der explizit immer um diese Uhrzeit vorbeischaut :smile: ?

Besucherspionage – Herkunft

Zu wissen wie viele Leute da waren ist schön und gut. Wichtiger und interessanter sind natürlich die Daten, die sie mitbringen. Zum Beispiel, dass heuer 51,4% (35,3% direkt www.beimchristoph.de in den Browser eingetippt oder zumindest ein entsprechendes Lesezeichen angeklickt haben. 32,1% kamen über eine Google-Suche hierher, was in Sachen Anteil an den Gesamtusern tatsächlich 10,7% mehr sind als letztes Jahr. Dafür fanden nur noch 15,1% (32%) ihren Weg über irgendwelche Verweise auf anderen Webseiten hierher. Am meisten abgesackt sind aber die Zugriffe über die sogenannten Sozialen Netzwerken mit nur noch 1,4% (11,3%). Das entspricht einem Rückgang von satten 93,95% auf nur noch 68 (1.124) Zugriffe.

Von diesen 68 Zugriffen kommen exakt 100% von Facebook – vermutlich aufgrund von Verlinkungen von Lysanda. Von allen anderen Netzwerken kam dieses Jahr niemand hierher. Wenig verwunderlich, da ich auf Twitter dieses Jahr erneut keinen einzigen Link gepostet habe (sollte ich wirklich mal wieder tun) und auf deviantART scheinbar auch keiner einen Grund hatte die dortigen Links anzuklicken. Neben meinen Dauerbrennern (die beiden Kur-Einträge), die vor allem bei Google sehr weit oben zu finden sind und den Körpertuning-Artikeln, war übrigens mein Podcast mit Harald Fränkel heuer wieder ein großer Besuchermagnet. Ist ja auch ein absolut zeitloses Werk *ist stolz auf sich*.

Besucherspionage – Hardware

Mein heimischer Arbeitsplatz (Katze im Preis inbegriffen)

Was steht als nächstes auf der Liste? Ach ja: Wie kommen die lieben Besucher eigentlich auf die Webseite. Nun, damit:

  1. Desktoprechner wurden bei 2.821 (5.904) Zugriffen verwendet was 59,50% (59,45%) entspricht
  2. Smartphones wurden bei 1.587 (3.500) Zugriffen verwendet was 33,47% (35,24%) entspricht
  3. Tablets wurden bei 333 (527) Zugriffen verwendet was 7,02% (5,31%) entspricht

Es hat sich also dieses Jahr so gut wie gar nichts getan wenn man sich die Aufteilung des Kuchens anschaut. Ein paar Zugriffe haben sich vom Smartphone aufs Tablet verschoben aber insgesamt ist das Bild unverändert. Die allermeisten unter euch nutzen immer noch den klassischen Desktop (oder Laptop), um im Internet zu surfen. Vermutlich ein Großteil davon von der Arbeit aus – böse, böse. Wie gut, dass Google Analytics sowas noch nicht trackt :smile: . Hätte tatsächlich erwartet, dass der Smartphone-Anteil weiter zu Lasten des Desktops ansteigt.

Als nächstes gibt es die Antwort auf die Frage, was für Smartphones aktuell bei unseren Besuchern so „in“ sind. Das Ergebnis:

  1. Apple iPhone mit 746 (1.447) Zugriffen unverändert auf Platz 1
  2. Apple iPad mit unverändert 213 Zugriffen (alt Platz 3)
  3. Samsung SM-G920F Galaxy S6 mit 97 (588) Zugriffen (alt Platz 2)
  4. Samsung SM-G930F Galaxy S7 mit 60 (93) Zugriffen (alt Platz 5)
  5. BQ BQS-5065 Aquaris X5 Plus als Neueinsteiger mit 43 Zugriffen

Das Samsung Galaxy S5 ist aus den Top 5 komplett rausgefallen. Im Laufe des Jahres haben also zumindest einige Besucher auf ein anderes Modell gewechselt. Von dem Android-Telefon von BQ habe ich bislang noch nie etwas gehört. Andererseits bin ich im Smartphone-Markt nicht unbedingt so tief drin. Schließlich bin ich fest in Apples Hand (auch wenn ich weiterhin mein iPhone 6+ in Betrieb behalte statt auf etwas Neueres zu wechseln). Keine Ahnung ob der Unterschied bei den Android-Sachen abseits des Supports wirklich so groß ist zwischen den Herstellern. Ich würde zwar auch eher zu einem Samsung-Gerät greifen. Aber das liegt schlicht und einfach daran, dass ich die Marke kenne und weiß, dass sie mir in der Hose explodieren kann :smile: . Ungeachtet dessen finde ich es natürlich immer toll, wenn der Markt nicht nur von zwei Firmen dominiert wird, sondern offensichtlich mal jemand anderes was interessantes rausbringt.

Besucherspionage – Anbieter

So (oder besser) muss das aussehen

Die Hardware ist die eine Sache. Für mich als Mitarbeiter eines gewissen deutschen Telekommunikationsunternehmens interessiert mich aber selbstverständlich viel mehr mit welchem Anbieter ihr im Internet unterwegs seid. Ja, die allermeisten teilen es Google tatsächlich nicht mit (auf Platz 1 ist „not set“) aber wir können eben nur die Daten nehmen, die mir zur Verfügung stehen. Leider muss ich da auch wieder ausfiltern. Habe ich schon erwähnt, dass Google bis heute nicht gescheit mit Spam richtig umgehen kann? Naja, die bereinigte Liste müsste aus meiner Sicht so aussehen:

  1. Deutsche Telekom AG mit 869 (1.383) Zugriffen
  2. OVH Hosting Inc. als Neueinsteiger mit 221 Zugriffen
  3. Vodafone GmbH mit unverändert 156 Zugriffen (alt Platz 4)
  4. Arcor AG mit immer noch 135 Zugriffen (alt Platz 5)
  5. Berolina Klink GmbH & Co. KG als Neueinsteiger mit 103 Zugriffen

Gut, dass mein Arbeitgeber immer noch Platz 1 ist, ist schön. Der letztjährige 3. Platz, Telefonica O2 Germany, ist komplett aus der Top 10 verschwunden während Kabel Deutschland (alt Platz 2) überhaupt nicht mehr auftaucht in der Statistik?! Wenn stattdessen der Vodafone-Anteil gestiegen wäre, könnte ich es ja noch nachvollziehen, aber einfach so komplett weg? Komisch. Vielleicht hat ja einer in den Kommentaren eine Idee, was ich hier übersehe.

Die Neueinsteiger kapiere ich allerdings genauso wenig. OVH Hosting ist, wie der Name schon sagt, eigentlich erst einmal ein Hosting-Anbieter und kein Provider. Und die Berolina Klink ist eine Reha-Klinik irgendwo bei Hannover. Ich kann mir es nur erklären, dass es sich bei beiden um ein firmeninternes Netzwerk handelt, dass sich im Netz so meldet. Ähnlich wie wir es vor ein paar Jahren schon mit dem „Network of Ariva“ hatten. Aber egal was am Ende dahintersteckt: Solange ihr keine Spambots seid, finde ich es toll, dass ihr vorbeischaut!

Besucherspionage – Browser

Ich benutze weiterhin Maxthon (der als Chrome erkannt wird)

Kommen wir als nächstes zur verwendeten Software, auch wenn es da in diesem Jahr zumindest in Sachen Browser absolut keine Veränderungen in der Rangliste gab:

  1. Chrome mit 2.075 (4.767) Zugriffen
  2. Firefox mit 1.086 (2.231) Zugriffen
  3. Safari mit 1.051 (1.753) Zugriffen
  4. Opera mit 166 (332) Zugriffen
  5. Internet Explorer mit 155 (326) Zugriffen

Erst auf Platz 6 kommt mit 54 (97) Zugriffen Microsofts Edge-Browser. Warum auch immer ist der Internet Explorer quasi weiterhin häufiger im Einsatz. Liegt vielleicht wieder an diversen Arbeitsrechnern, die ja meist ältere Software nutzen und man keine Dritt-Browser installieren darf. Wobei letzteres vermutlich gar nicht mehr so ganz stimmen dürfte. Ich gehe stark davon aus, dass viele Firmen mittlerweile erkannt haben, dass es selbst im Intranet nicht so gut ist mit einer riesigen Sicherheitslücke unterwegs zu sein und es zumindest dem Arbeitnehmer freistellen welchen Browser er nutzt. Natürlich sind dann trotzdem viele interne Seiten weiterhin nur auf den IE ausgelegt – aber ein Schritt nach dem anderen. Bitte? Ich klinge, als würde ich aus Erfahrung sprechen? Wer kommt denn auf sowas…

Wechseln wir lieber zur nächsten Übersicht: Auf welchem Betriebssystem der jeweilige Browser installiert ist. Hier gab es immerhin eine kleine Veränderung:

  1. Windows mit 2.628 (4.878) Zugriffen (unverändert Platz 1)
  2. Android mit 990 (1.822) Zugriffen (alt Platz 3)
  3. iOS mit 903 (2.155) Zugriffen (alt Platz 2)
  4. Macintosh mit 121 (789) Zugriffen (unverändert Platz 4)
  5. Linux mit 79 (181) Zugriffen (unverändert Platz 5)

iOS und Mac waren quasi die großen Verlierer durch den massiven Einbruch der Besucherzahlen. Deckt sich zwar irgendwie nicht ganz mit der Gerätestatistik, da dort Android einen stärkeren Verlust hinlegen musste. Aber hey: Bei sich so stark veränderten Grundzahlen ist eine korrekte Einschätzung durchaus schwierig (weshalb ich auch auf die Prozentangaben in diesem Jahr verzichten habe). Immerhin: Windows Phone, BlackBerry und sogar die Nintendo Wii tauchen 2017 erneut in der Top 10 auf.

Besucherspionage – Der Rest

Ich bin immer aktuell!

Google wertet auch eure Adobe Flash Player-Version aus. Aber da allein in diesem Jahr vier Versionssprünge stattgefunden haben, ist die Übersicht aus meiner Sicht nicht wirklich brauchbar ohne sie zeitlich weiter einzugrenzen. Schließlich liegt Version 24 schon allein deswegen auf Platz 1, weil sie seit November 2016 verfügbar ist und Version 28 erst seit Dezember. Immerhin: Von Version 21 (April 2016) haben die meisten auf etwas Aktuelleres gewechselt. Schließlich gehört der Flash Player heutzutage zu einer der größten Sicherheitsrisiken im World Wide Web.

Dann gibt Google noch Auskunft darüber, ob ihr Java aktiviert habt: Bei 3.965 (7.024) Zugriffen war die Java-Unterstützung nicht aktiv und nur bei 776 (2.907) war sie an. Keine Ahnung ob das tatsächlich großartige Auswirkungen auf die Nutzung von Beim Christoph hat. Das müsste uns Rondrer verraten.

Interessanter ist da schon die Statistik über die Bildschirmfarben, die mich jedes Jahr wieder mit einem Fragezeichen zurücklässt:

  1. 24-bit nutzten 2.991 (6.294) Zugriffe
  2. 32-bit nutzten 1.698 (2.988) Zugriffe
  3. 16-bit nutzten 15 (24) Zugriffe

Hier bin ich erneut auf die Analyse unserer Computerexperten angewiesen. Ich hätte eigentlich erwartet, dass mittlerweile alle Geräte (sowohl Desktops als auch Smartphones) mit 32-bit Farbtiefe unterwegs sind. Dem scheint aber nicht so zu sein. Sind es immer noch die Smartphones – ggf., weil sie komisches Zeugs melden (siehe Thema Auflösung)? Oder woher könnte dieser Wert stammen? Bitte um Unterstützung in den Kommentaren! Ich finde unter Windows 10 nicht einmal mehr die Möglichkeit die Farbtiefe anzupassen…

Bei den Auflösungen hat sich allerdings tatsächlich was getan. Letztes Jahr hatte Rondrer ja festgestellt, dass sich sein Android-Handy mit „360×640“ meldet. Das scheint heuer weniger oft vorgekommen zu sein, wie die Top 5 zeigt:

  1. 1920×1080 verwenden 728 (1.300) Besucher (alt Platz 3)
  2. 1366×768 verwenden 593 (1.654) Besucher (alt Platz 1)
  3. 2560×1440 verwenden 592 (322) Besucher (Neueinsteiger)
  4. 360×640 verwenden 567 (1.519) Besucher (alt Platz 2)
  5. 1024×768 verwenden 302 (118) Besucher (Neueinsteiger)

Die Auflösungen 1680×1050 und 1920×1200 sind komplett aus der Top 10 rausgefallen. Es haben also zum einen einige unter euch tatsächlich den Monitor gewechselt. Und zum anderen scheinen einige Handys nun eine andere Auflösung zu melden (oder Google sie richtig zu interpretieren). Immer gut. Und nein, auch in diesem Jahr ist die Palit GeForce GTX 1070 Super Jetstream nicht in meinen Rechner gewandert. Ich glaube mittlerweile wäre wahrscheinlich einfach mal wieder ein Gesamtupgrade (Mainboard, RAM, CPU, SSDs, etc.) sinnvoller statt nur ein GPU-Update. Aber nächstes Jahr steht erst einmal ein Network Attached Storage (NAS) auf meiner Einkaufsliste (vermutlich von Synology mit zwei Bays, jeweils mindestens 4 TB und die dann im RAID). Aber ich halte euch natürlich wie immer auf dem Laufenden was meine Hardwarekäufe angeht :smile: .

Gesamtfazit

Und damit ist mal wieder auf einem großen Haufen DINA4-Seiten alles gesagt, was es auf Basis der zur Verfügung stehenden Statistiken zu sagen gibt. Die herausstechenden Punkte sind natürlich die endgültige Halbierung der Einträge sowie der eindeutig damit verbundene massive Rückgang der Besucher- und Kommentarzahlen. Zwar gab es heuer wieder mehr Einträge, in denen es zumindest zum Teil um Videospiele ging. Aber einen Grund darüber großartig zu diskutieren gab es trotzdem nicht. Ich kann entsprechend nur noch einmal hoffen, dass ihr mein Geschreibsel trotzdem halbwegs gerne lest und hier und da euren Nutzen daraus zieht. Auf jeden Fall gilt:

Ein dickes Dankeschön an alle Besucher, egal ob ihr nur unregelmäßig vorbeischaut und kommentiert oder Beim Christoph als Startseite eingerichtet habt. Ohne euch, würde das alles hier schon lange überhaupt keinen Spaß mehr machen!

Was 2018 bringen wird, ist wie oben angedeutet noch nicht ganz klar. Einen Eintrag jeden Montag wird es aber auf absehbare Zeit weiterhin geben inklusive der Themenvielfalt aus Katzen, Unterhaltungsmedien, Haushalt und Gesundheit. Wie ich aber auch im letzten Jahresrückblick schon geschrieben habe: Ich bin immer offen für Themenvorschläge. Wenn es etwas gibt, was euch interessiert und wo ihr denkt, dass ich was zu sagen hätte, dann immer her damit. Und nein: Religion und Politik gehören definitiv weiterhin nicht dazu.

Aus dem Leben des Webmasters

Das war also 2017 aus Sicht von Beim Christoph. Was fehlt jetzt noch? Mal überlegen…mmmh…ist immer so kompliziert sich den Aufbau von diesen „Traditions“-Einträgen zu merken. Bitte? Die Überschrift sagt es doch schon? Ach Mist, erwischt. Natürlich fehlt jetzt noch ein Blick auf mein eigenes Leben. Wie ist es mir heuer ergangen und wie denke ich geht es 2018 weiter?

In Hinsicht auf meine Arbeit könnte ich im Prinzip grad den Text von letztem Jahr wieder hier reinkopieren. Ich mache weiterhin die Tätigkeit, die ich seit dem Wechsel nach Darmstadt mache (mittlerweile schon wieder drei Jahr her) und ich fühle mich auch prinzipiell weiter wohl dort. Gegen Ende des Jahres ist es etwas stressig geworden (wird sich im neuen Jahr sicherlich fortsetzen) weil es plötzlich in unserer IT-Landschaft eine große Bewegung gibt. Aber ich werde immer noch gut genug für die Tätigkeit bezahlt (nächste Gehaltserhöhung ist ab heute gültig) und in Sachen Work-Life-Balance kann ich mich ebenfalls absolut nicht beschweren (Gleitzeit und Home-Office-Möglichkeiten sei Dank). 2018 erwarte ich auf der Arbeit auch keine großen Überraschungen oder einschneidende Veränderungen und ganz ehrlich: Das ist völlig okay. Mir reichten die Abwechslung und die Herausforderungen, die ich jetzt schon habe. Meine Freizeit ist mir einfach mittlerweile wichtiger geworden. So mache ich zwar mit dem Japanisch nächstes Jahr nicht direkt weiter, bin aber froh es endlich zumindest mal tatsächlich angefangen zu haben es zu lernen. Darüber reden tue ich ja schon länger. Der erste Brief mit vielen japanischen Wörtern ist schon vor Weihnachten Richtung Japan ausgelaufen. Mal schauen was sie darüber denkt :smile: .

Privat – Leben

Sieht doch nett aus!

Zuhause haben wir es mittlerweile geschafft die 1. Etage komplett zu renovieren wie wir sie aktuell haben wollen. Natürlich haben gewisse Katzen schon wieder hier und da ein paar Kratzer in die Wand reingemacht, weshalb ich schon wieder zur Farbe greifen müsste. Aber die Reste von 2016 (Flur, Bad, Kabuff) wurden heuer alle von uns erfolgreich abgearbeitet. Auch im Garten sind wir einen großen Schritt weiter. Lysanda hat im Beet die ersten Eigenanbauversuche hinter sich gebracht und ansonsten haben wir überall Pflanzenkübel, Bäume, Sträucher und so weiter nach unseren Vorstellungen verteilt. Hier und da fehlt noch ein bisschen Erde (vor allem in der Einfahrt durch die Notfallgrabung) und an der Terrasse müsste ein bisschen was gemacht werden. Doch wie heißt es so schön? Eins nach dem anderen! Aktuell ist weiterhin erst einmal der Keller dran.

Erwähnenswerte Höhepunkte gab es heuer ansonsten aus meiner Sicht nicht so wirklich. Finde ich allerdings gut (und hatte ich mir letztes Jahr genau so gewünscht). Lysanda und ich leben unser neues Leben als Familie, uns geht es gut, das Geld ging auch nicht aus, ich konnte mal wieder ein bisschen zocken und wir haben uns immer noch gern und so weiter und so fort. Wie gesagt: 2017 war für mich vergleichsweise langweilig aber im positiven Sinne. Ja, wie oben schon erwähnt ist Nica viel zu früh von uns gegangen. Immerhin haben wir nicht wochenlang vergeblich auf sie gewartet. Sie war einfach morgens nicht da und nachmittags hat Tasso angerufen. Hätte den Umständen entsprechend echt nicht besser passieren sollen. Deswegen auch an dieser Stelle noch einmal mein Appell: Wenn ihr eine Katze auf der Straße liegen seht und ungefährlich anhalten könnt, dann legt sie zumindest an den Straßenrand (damit sie nicht völlig zu matsch gefahren wird). Bestenfalls nehmt ihr sie mit und bringt sie zum nächsten Tierarzt. Der Besitzer wird es euch unendlich danken!

Immerhin war 2017 in Sachen Katzen nicht nur traurig, denn Pichu und Jules sind eingezogen. Außerdem haben sich Balu und Lyssi weiter eingelebt und wollen – zumindest sieht es so aus – definitiv nicht mehr weg.

Privat – Gesundheit

In Sachen Gesundheit war 2017 etwas gemischt aber mit Tendenz zum Positiven. Wieder so einige Ärzte besucht und die Waage zeigt leider aktuell wieder etwas mehr an (die Kleidergröße halte ich aber zum Glück grade noch so). Dafür würde ich sagen, dass ich meine Psyche sehr gut in den Griff bekommen habe durch diverse Maßnahmen (Hypnose, NEMs, EFT, Reiki). Nein, eine neue „klassische“ Psychotherapie habe ich nicht gemacht. Das sehe ich mittlerweile aus diversen Gründen als reichlich sinnlos an (das gilt nur in Bezug auf mich! Das ist keine Verallgemeinerung!). Freilich habe ich wie jeder Mensch auch mal meine schlechten Tage. Aber die sind bei weitem nicht mehr so schlimm und vor allem häufig wie noch 2016. Insgesamt fühle ich mich mittlerweile also tatsächlich halbwegs wohl in meiner Haut, obwohl es weiterhin Luft nach oben gibt vor allem was so die Standardsachen betrifft (bspw. das Liebe Selbstwertgefühl). Vielleicht ist 2018 dann mal die Zeit gekommen einen entsprechenden Eintrag zu tippsen – mal schauen.

Eine zufriedene Katze (Jules-Symbolfoto)

Außerdem habe ich 2017 bekanntlich meine Nase richten lassen. Lysanda schläft zwar immer noch mit Ohrstöpseln, weil mein Schnarchen nicht zu 100% aufgehört hat. Aber es ist definitiv um einiges besser (und leiser) geworden und, was noch wichtiger ist, ich kann spürbar besser atmen. Hatte gleichzeitig überraschend wenig mit meinen Allergien zu kämpfen in diesem Jahr und mein Asthma habe ich weiterhin sehr gut im Griff (meine Lungenwerte sind so gut wie vor zwei Jahren – bei weniger Medikamenten!) mit klarer Tendenz nach oben. Ungeplant war ich nur mal zu Ostern krank, weil ich es mit dem Entgiften ein wenig übertrieben habe. Ansonsten keinen großartigen Schnupfen oder sonst irgendwelche Volks-Wehwehchen gehabt. Da sag‘ noch einer NEMs und Alternativmedizin würden nicht helfen!

Ansonsten habe ich weiter fleißig das Fitnessstudio und meine Kurse besucht (Rückenfitness, Reha-Kurs und Aqua Fitness). Dass mein Bauch sich immer noch nach vorne wölbt ist also ganz eindeutig ein Ernährungsthema. Warum müssen Süßigkeiten und Kohlenhydrate auch so gut schmecken?!

Privat – Zähne

Ein großes Thema waren auch meine Rückschmerzen wo uns erst gegen Ende des Jahres ein richtiger Durchbruch gelang mit dem großen Thema „CMD“. Das ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber meine Rückenschmerzen sind definitiv schon wesentlich weniger geworden durch die dazugehörige Physiotherapie und den Spezialübungen, die ich machen soll. Ich wache dadurch nicht mehr jeden morgen damit auf, sondern nur noch ab und zu. Ich hoffe, die Schiene hält was sie verspricht und ist nicht einfach nur ein verdammt teurer Spaß (~2.000 Euro).

Wegen meiner Zahnzusatzversicherung kann ich die erst im Januar einbauen lassen (hatte Anfang 2017 gerade gewechselt…). Dieses Jahr musste die erst einmal meine Ersatzfüllungen und Implantantkrone bezahlen. Die waren nicht gut gemacht, weshalb sie mein CMD-Zahnarzt ausgetauscht hat. Wenn der Biss nicht in Ordnung ist, hilft nämlich auch die Schiene nichts. Aus meiner Sicht war es aber das Geld wert. Vor allem die Implantatkrone ist eine riesige Erleichterung. War bislang immer ein totaler Entzündungsherd aber keiner meiner bisherigen Zahnärzte hat da außer ein bisschen Salbe drauf schmieren etwas gemacht. Dabei war schlicht das Problem, dass die Krone nicht richtig an den Zwischenraum angepasst war und auf das Zahnfleisch drückte. Das sollte doch eigentlich jedem Zahnarzt auffallen…

Privat – Ausblick

Meine Japanisch-Mappe

Auch heuer muss ich für vieles aus den vorherigen Absätzen ein großes Dankeschön an Lysanda richten. Sie ist weiterhin eine unschätzbare Motivationsquelle und Unterstützung nicht nur aber vor allem was meine Gesundheit angeht. Wenn sie sich nicht in die Themen einlesen und mich anstupsen würde, würde ich immer noch in meinem Kellerloch vor mich hin weinen. Klingt hart aber was meinen Körper angeht bin ich einfach eine total faule Sau, die lieber in Selbstmitleid versinkt statt den ersten Schritt zu gehen. Doofe Angewohnheit. Solltet ihr absolut nicht nachmachen!

Und wie geht es 2018 weiter? Nun, prinzipiell hoffentlich erst einmal einfach wie dieses Jahr. Weiterhin fleißig Sport machen, Lysanda und die Katzen gernhaben, ein bisschen am Haus weitermachen und derlei völlig langweiliger, alltäglicher Kram. Ansonsten eindeutig wieder mehr für die Waage tun und schauen wie die Schiene mir weiterhilft. Auf der Arbeit erwarte ich zwar keine großen Überraschungen, bin aber natürlich trotzdem gespannt wie es weitergeht und was ggf. Neues dazu kommt. Vermutlich auch privat das eine oder andere Neue versuchen (ggf. mit Auswirkungen auf Beim Christoph – bspw. wird mein Bildungsurlaub 2018 eine Schreibwerkstatt sein) aber insgesamt trotzdem nichts überstürzen und vor allem Leben.

Epilog

Ich würde sagen, dass ist eine gute Stelle, um aufzuhören. Nach fast einer Woche Schreibarbeit und vermutlich dem 6. Platz auf der Rangliste der längsten Einträge auf der Webseite, ist es aber auch definitiv genug von mir für heute. Ich hoffe, ihr hattet Spaß am Lesen und wie es die Tradition verlangt, übergebe ich den Stab nun an euch: Wie war euer Jahr 2017?

Sicarius

メリークリスマス

Weihnachten ist die Zeit des Jahres, in der jeder versucht etwas zu kompensieren bzw. zu kaschieren und sich stattdessen eine heile Welt zusammenlügt. Durch den zwang Weihnachten miteinander zu verbringen wird die fehlende Zusammengehörigkeit in der Familie vertuscht. Durch große Geschenke wird das fehlende Geld im Geldbeutel ignoriert. Der pflichtbewusste Kirchenbesuch gaukelt den anderen Dorfbewohnern vor, dass ihr noch existiert. Und welche anatomischen Fehler dieser Typ verheimlichen möchte dürfte ja wohl klar sein:

Ein Typ mit großem Hut

Echt schlimm solche Leute. Aber man soll ja nicht über andere meckern und schimpfen und sich stattdessen liebhaben. In diesem Sinne:

Beim Christoph wünscht allen Besuchern und Lesern angenehme Feiertage!

Erholt euch ein wenig vom alltäglichen Stress aber erzwingt nicht Dinge, die das restliche Jahr auch nicht da sind. Weder Weihnachten noch Silvester (Neujahrsvorsätze) sind dazu geeignet die zahlreichen Unzulänglichkeiten in unseren Leben auszubügeln. Ist total doof, ich weiß :smile: .

Und da Heiligabend heuer auf einen Sonntag fällt, kommt der nächste Eintrag schon in vier Stunden. Bis dahin!

PS: Wie immer bedeutet der Titel dieses Eintrags „Frohe Weihnachten!“. Dieses Mal – aus naheliegenden Gründen – auf Japanisch und mit Katakana geschrieben. Gelesen wird es „merī kurisumasu“ und ist wie so oft im Japanischen einfach eine „verunstaltete“ Version des englischen Begriffs „Merry Christmas“.

Sicarius

こにちわ

Mittlerweile müssen wir auch schon Diktate machen.

はじめまして。ゑぶますとえるです。どうぞよろしくおねがいします。わたしはがくせいのマインツだいがくのにほんごです。

Nein, das ist kein Kauderwelsch und auch nicht wieder so ein über irgendeine Webseite billig verschlüsselter deutscher Text. Wenn ihr den Text in Google Translate reinpackt, kommt ebenfalls nur bedingt das Richtige raus – aber das ist ja nichts neues :smile: . Das ist Hiragana (Japanisch) und normaler Schrift steht dort „Hajimemashite. Webumasutoeru desu. Dōzo yoroshiku onegai shimasu. Watashi wa gakusei no mainz-daigaku no nihongo desu“ oder auf Deutsch: „Freut mich sie kennen zu lernen. Ich bin der Webmaster. Ich lerne Japanisch an der Uni Mainz“ (den Begriff „Volkshochschule“ gibt es so nicht im Japanischen).

WAD?!

Nach meinem Bildungsurlaub im Juli wollte ich die Sache jetzt endlich mal richtig angehen. Natürlich nicht aus Spaß an der Freud‘, sondern wegen meiner japanischen Brieffreundin, die ich vor einigen Jahren geerbt hatte. Deren Englischkenntnisse sind leider nur begrenzt weswegen sich bislang die Briefe auf das übliche Smalltalk-Blabla begrenzten. Das würde ich gerne zumindest ein Stück weit ändern.

Und da es in Darmstadt und Umgebung (derzeit) keinen Japanisch-Kurs gibt, fahre ich halt seit Anfang September nun jede Woche Donnerstag nach Mainz in die VHS (der Link geht schon zum nächsten A1/1-Kurs im Januar). Die Lehrerin ist auch selbst gebürtige Japanerin (und ich kenne sie aus dem Bildungsurlaub) – was Fluch und Segen gleichermaßen ist. Fluch weil man sie teilweise dann doch etwas sehr schlecht versteht (sowohl auf Deutsch als auch Japanisch). Segen weil ich mir zumindest einbilde, dass ich es so gleich richtig lerne.

Mittlerweile (10 von 15 Termine mit je 3 Schulstunden) haben wir alle 108 Hiragana (die 1. von drei Schriften) gelernt, können schon bis 9.999 zählen, die grundlegende Grammatik und damit ein paar Alltagssituationen meistern wie z.B. nach der Uhrzeit fragen (und Antworten), Preise erfragen, Begrüßungen und sowas. Wir hangeln uns zwar technisch gesehen am Lehrbuch Japanisch im Sauseschritt 1 entlang aber die Lehrerin benutzt fast ausschließlich ihr eigenes Material (vermutlich aus ihren eigenen, alten Schulbüchern). Auch hier wieder Fluch und Segen. Fluch weil man schlecht einfach mal so was nachschlagen kann Zuhause und Segen, weil ich ihr Material tatsächlich meist verständlicher finde als das zusammengedampfte Buch. Im 2. Semester würden wir dann Katakana (die 2. der drei Schriften) lernen und ab dem 3. geht es mit den Kanji (die Hauptschrift) los.

Anstrengend

Auszug aus der allerersten Stunde.

Ist definitiv eine anspruchsvolle Sache das Japanisch-Lernen. Gut, ist natürlich grundsätzlich nicht einfach eine neue Sprache zu lernen. Aber die östlichen und vor allem asiatischen sind da noch einmal eine Stufe schwerer. Nicht einmal so sehr wegen der unbekannten Schriften (zumindest in den ersten beiden Semestern). Bei den Silbenschriften Hiragana und Katakana ist es wirklich nur auswendig lernen und schon kann man fleißig Wörter daraus zusammensetzen. Bei Kanji ist die Anzahl der Zeichen nicht nur >1000, es handelt sich zudem um Symbole (deswegen so viele), die auch noch ineinander verbunden werden könne, um neue Bedeutung zu kreieren und sowas.

Hiragana und Katakana reichen prinzipiell, um zwar einfache aber vollständige, japanische Texte zu verfassen. Das ist auch erst einmal mein Grundziel (siehe Brieffreundin). Beliebige Texte lesen ist hingegen etwas schwieriger, weil normalerweise alle drei Schriftarten gleichzeitig verwendet werden. Entsprechend kann man eine japanische Tageszeitung selbst als Japaner erst am Ende der schulischen Laufbahn halbwegs lesen. Meine Brieffreundin muss da sich entsprechend etwas anpassen :smile: .

Die grundlegende Grammatik ist (aktuell) auch relativ einfach, wenn man es mal verstanden hat. Was fehlt sind einfach die vielen, vielen Vokabeln. Und die zu lernen ist aus meiner Sicht die größte Schwierigkeit. Vor allem weil es so ewig viele Ausnahmen gibt. Zum Beispiel bei den Tagen: Technisch gesehen bedeutet „*-nichi“ auf Deutsch „Tag“. Der zwölfte Tag im Monat wäre somit „juuninichi“. Bildet man also alle 31 Tage einfach mit Zahl und „*-nichi“ ab? Natürlich nicht – es gibt 13 Ausnahmen wie zum Beispiel „futsuka“ für den 1. Im Monat. Total doof zum Lernen auch wenn unsere Sensei (=Lehrerin) immer wieder betont, dass der normale Japaner es bei einem Ausländer auch anders versteht und akzeptiert.

Mediale Unterstützung

Learn Japanese to Survive! Hiragana Battle (Herstellerbild)

Wie damals beim englischen (TIE Fighter!), nutze ich aber natürlich auch die wunderbare Welt der Unterhaltungsindustrie für meine Zwecke. Gibt unzählige Apps und Spiele, die versprechen einen beim Lernen zu unterstützen. Zum Hiragana (und später Katakana) lernen habe ich mir beispielsweise auf dem iPhone Kana Master installiert. Das ist wirklich rein für das Lernen der Symbole und sehr einfach gehalten. Es gibt eine Übersichtsseite mit allen Symbolen und eine Quizfunktion, die von euch nach der Bedeutung des Symbols abfragt. Am Hauptrechner kann ich hingegen nur absolut Learn Japanese to Survive! Hiragana Battle und Learn Japanese to Survive! Katakana War empfehlen. Das sind zwei über Kickstarter finanzierte JRPGs, die auf Basis von RPG Maker gebaut sind.

Die Geschichte ist ganz einfach: Irgendein Bösewicht greift eure Heimat an und nutzt dafür komische japanische Zeichen, die niemand töten kann. Als euer Dorf Opfer des Bösewichts wird, taucht eine nette Dame auf (Japanerin), die euch helfen will das Böse zu besiegen. Und wie macht ihr das? Natürlich indem ihr in den rundenbasierten Kämpfen die korrekte Bedeutung der Zeichen benutzt. Also statt einen Schwertangriff durchzuführen oder einen Feuerball zu schleudern, lasst ihr eure Heldentruppe „ga“ oder „no“ sagen (bzw. in der Parallelwelt dann „が“ oder „の”). Buffen, Gegenstände und so Zeugs gibt es prinzipiell zwar auch aber die Rollenspielseite sowie die Spielwelt an sich sind definitiv nicht groß ausgeprägt und was da ist, nicht sehr anspruchsvoll. Das ist nicht schlimm, da es ja nicht darum geht. Aber nur so als Warnung für alle, die ein Final Fantasy erwarten. Zum Lernen der Zeichen ist es auf jeden Fall perfekt weil man eben nicht einfach nur stupide Sachen einstudiert, sondern dabei auch noch die Welt rettet :smile: .

Fazit

Learn Japanese to Survive! Katakana War (Herstellerbild)

Wie gesagt: Das ist keine einfache Sache. Nach den drei Schulstunden dampft einem der Schädel und ohne Zuhause zusätzlich üben geht echt gar nichts. Entsprechend bin ich aktuell tatsächlich schwer am überlegen ob ich das 2. Semester wirklich direkt dranhänge. Auf der einen Seite will ich die Katakana (und weitere Grammatik) schon gerne lernen. Auf der anderen wird das notwendige Zeitinvestment nicht weniger werden. Theoretisch könnte ich natürlich im Selbststudium weitermachen. Aber da ist natürlich der innere Schweinehund und mit Lehrer und in der Gruppe ist es dann doch noch viel besser. Da mache ich mir also wenig Illusionen.

Aber mal schauen. Bin wie gesagt noch hin und hergerissen in der Hinsicht. Hab‘ aber bis Januar ja auch noch ein wenig Zeit mich zu entscheiden. Dass ich jemals ein JRPG oder auch nur ein Anime/Manga im Original genießen werden kann, glaube ich zwar nicht. Dafür sind die Kanji, die es zu lernen gilt einfach zu viele und zu kompliziert. Aber wenn ich mit meiner Brieffreundin ein wenig besser kommunizieren kann und bei einem eventuellen Besuch von Japan nicht ganz hilflos dastehe, dann reicht mir das definitiv aus. Die Lehrerin meinte auch: Wenn ihr nur ein bisschen machen wollt, dann zumindest die ersten beiden Semester. Dann habt ihr die wichtigsten Sachen intus.

Sicarius

Freigestellte Bildung

Meine Abschrift eines japanischen Gedichts

Im Gedächtnis bleibt einem meist eher das, was man nicht darf und darüber wird auch häufiger gesprochen. Von den guten Sachen hört man hingegen eher weniger oft. Das gilt ebenso für die Bildungsfreistellung, umgangssprachlich auch als Bildungsurlaub bezeichnet. Gut: In Bayern (und Sachsen) gibt es das nicht. Also war es für mich bislang nicht relevant. Ohne Lysanda hätte ich aber wohl genausowenig in Hessen davon erfahren (die Arbeitgeber wollen natürlich die Zahl der Nutzer klein halten), dabei gibt es das dazugehörige Gesetz schon seit 1974. Mittlerweile habe ich ihn schon zwei Mal mitgemacht und kann wirklich nur empfehlen sich dahingehend mal zu informieren.

Wos des?

Wie der Name schon sagt, geht es um grundsätzlich um berufliche oder politische Weiterbildung. Wobei der Bildungsurlaub erst einmal überhaupt nichts mit eurer täglichen Arbeit zu tun haben muss. Es geht einzig und allein darum, ob das jeweilige Land in dem ihr arbeitet (nicht wohnt!) den entsprechenden Kurs genehmigt hat oder nicht. Entsprechend vielfältig ist das Angebot, das vor allem die Volkshochschulen bundesweit (wie gesagt mit Ausnahme von Bayern und Sachsen) so anbieten. Programmieren, Gesundheitsthemen, Fortbildungen, Soft Skills – es gibt prinzipiell alles.

Das Seminar darf auch prinzipiell in einem anderen Land stattfinden (Bundesland sowie außerhalb von Deutschland). Allerdings müsst ihr dann zwingend schauen, ob euer Bundesland den entsprechend Kurs anerkannt hat. Da jedes Bundesland ein eigenes Gesetz mit anderen Anforderungen an die Kurse abgeschlossen hat, kann man nicht einfach davon ausgehen, dass beispielsweise ein Seminar in Nordrheinwestfalen auch den Ansprüchen der hessischen Gesetzgebung genügt. Immerhin ist es möglich beim jeweiligen Land nachzufragen, ob der gewünschte Kurs von ihnen erlaubt wird und sich so eine Bestätigung zu holen. Manche Kurse (vor allem in Grenznähe) haben das bereits für euch gemacht und schreiben explizit rein, ob das Nachbarbundesland den Kurs abgesegnet hat oder nicht.

Die Kernpunkte

Mein Versuch eines japanischen Gemäldes

Grundsätzlich gilt in fast allen Bundesländern, dass ihr bei der Bildungsfreistellung für fünf Tage von der Arbeit freigestellt und in dieser Zeit ganz normal von eurem Chef weiterbezahlt werdet. Manchmal darf ein Arbeitgeber allerdings auch betriebseigene Schulungen anrechnen lassen, die euren Anspruch reduzieren. Außerdem gilt quasi in allen Bundesländern eine bestimmte Grenze ab wann (wie lange ist man schon im Unternehmen) und wie viele Arbeitnehmer eines Betriebes überhaupt einen Bildungsurlaub in Anspruch nehmen dürfen. Sprich in Kleinstbetrieben (oft <10 Mitarbeiter) habt ihr Pech gehabt, wenn euer Chef nicht gutmütig ist. Und wenn schon ein paar Prozent (meist 10-20%) aller Mitarbeiter eines Unternehmens eine Freistellung beantragt und genehmigt bekommen haben, kann der Arbeitgeber euren Antrag ablehnen. Ist also doch wieder von Vorteil, wenn eure Kollegen nichts von diesem Anspruch wissen :smile: . Eine gute Übersicht über die einzelnen Voraussetzungen und Einschränkungen in den Bundesländern könnt ihr hier einsehen.

Die Seite Bildungsurlaub.de ist auch ein guter, erster Anlaufpunkt um sich grundsätzlich darüber zu informieren wo und welche Bildungsurlaube so angeboten werden und in welchem Preisrahmen sie sich bewegen. Ihr solltet aber dann immer noch manuell recherchieren. Zum einen, weil die Datenbank nicht vollständig ist. Die Webseiten der nahegelegenen Volkshochschulen solltet ihr also unbedingt zusätzlich besuchen. Zum anderen, weil auch Sachen in der Datenbank stehen, die so komischerweise nicht existieren. Keine Ahnung warum das so ist.

Habt ihr euch einen Kurs herausgesucht und gebucht, müsst ihr das dann rechtzeitig bei eurem Arbeitgeber anmelden (wieder abhängig vom Bundesland wie viel Vorlauf er haben muss) und hoffen, dass die Bildungsfreistellung von ihm genehmigt wird. Ist vermutlich mitunter nicht ganz so einfach (vermutlich vor allem abhängig von der Größe des Betriebs) aber die Bedingungen, unter denen er euch die Teilnahme verwehren kann, sind vom Gesetz sehr begrenzt. Hält so manchen vermutlich trotzdem nicht davon ab unter Drohungen oder fadenscheinigen Ausreden doch abzulehnen. Aber so ist das ja leider immer und technisch gesehen könntet ihr ihn dann verklagen. Ob man es macht ist natürlich ein ganz anderes Thema.

Meine Erfahrungen

Kanji-Kalligrafie

Wie anfangs erwähnt, habe ich bislang zwei Bildungsurlaube mitgemacht. Letztes Jahr war es ein Gesundheitskurs (Gesundheit ganzheitlich fördern für 200 Euro) bei der VHS Groß-Gerau und letzte Woche bei der VHS in Mainz Japan: Kultur und Sprache für 273 Euro. Ja, ich habe endlich angefangen japanisch zu lernen! Im September geht es hoffentlich mit einem richtigen Sprachkurs auch wieder in Mainz an der VHS weiter. Beide Seminare waren sehr interessant wobei mir aus naheliegenden Gründen natürlich das Japan-Seminar noch viel besser gefallen hat als der Gesundheitskurs :smile: . Deswegen ist auch der Eintrag voll von Bildern, die ich da produziert habe (rechts unten seht ihr zum Beispiel das Kanji für „blauer Himmel“ sowie meinen Namen auf Hiragana mit Kalligrafie geschrieben). Lysanda hingegen war letztes Jahr mit mir auf dem Gesundheitskurs, hat dieses Jahr Reiki gelernt (auch was japanische) und vorletztes Jahr ihr Englisch aufgebessert.

Insofern werden wir definitiv nächstes Jahr wieder unsere Woche Bildungsfreistellung in Anspruch nehmen. Es hat schließlich nur Vorteile:

  • Ihr könnt euch fünf Tage außerhalb der Arbeit aber doch innerhalb der Arbeitszeit (weil bezahlte Freistellung) weiterbilden und zwar egal ob es eure tägliche Arbeit unterstützt oder nicht, was es euch ermöglicht auch mal in etwas völlig anderes reinzuschnuppern.
  • Da die Seminare von morgens bis nachmittags durchgehen, könnt ihr sehr viel intensiver lernen als jede Woche nur einmal 1-2 Stunden zur VHS zu tingeln.
  • Ihr müsst euch nicht mehrere Wochen die Abende mit einem Termin zuballern.
  • Der Kurs kann von der Steuer abgesetzt werden

Als einziger Nachteil fällt mir nur ein, dass ihr für die Kurse bezahlen müsst. Erwachsenenbildung kostet halt ein wenig. Das gilt aber logischerweise auch für die normalen Abendkurse und dort werdet ihr nicht parallel noch vom Arbeitgeber bezahlt. Somit ist ein Bildungsurlaub zwar kein Nullsummenposten (je nachdem wie viel ihr verdient) aber immer noch billiger und weniger stressig als ein Abendkurs. Also nicht länger zögern: Bildungsurlaub beantragen (wenn ihr dazu berechtigt seid)!

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