Sicarius

Der Computer lebt!

Mein neuer Arbeitsplatz

Mein neuer Arbeitsplatz

„Nur“ 85 Updates erwarteten mich auf Steam als ich erstmals wieder mit dem Hauptrechner online ging. Bei immerhin über 400 installierten Spielen und 174 Tagen (fast ein halbes Jahr) Abwesenheit gar nicht mal so viel. Aber ja: Wie erwartet, konnte ich am Samstag endlich nach dem Putzen der Fenster (zum 1. Mal in diesem Haus) alles in Sachen Hardware und Elektronik aus dem Keller holen, saubermachen, aufbauen und anschalten.

Und was soll ich sagen? Ausnahmsweise funktionierte alles auf Anhieb – auch der Subwoofer hat den Umzug erfolgreich überlebt. So sollte das ja normalerweise sein. Leider ist das anscheinend bei mir so eine Sache mit dem „normal“. Gut, zwei Probleme sind dann doch noch aufgetaucht: Die Box hinten rechts hat etwas gekratzt aber das lag (zum Glück) nicht an ihr, sondern am Kabel/der Verbindung.

Außerdem hat es kurz den Anschein gemacht, als hätte ich zum ersten Mal in gut zehn Jahren wieder das Buch Bagdadsoftware and the Curse of the Hard Disk Drive aus dem Schrank holen müssen. Aber am Ende half es sie einmal abzustecken und ohne zu booten. Anschließend wurde sie wieder korrekt erkannt. Was Anderes will ich auch nicht hoffen, schließlich war es die Western Digital mit 4TB, die noch relativ frisch ist. Vermutlich hat sie sich aber nur durch die ganzen Updates verschluckt. Vor allem Steam und World of Tanks haben die etwas unschöne Angewohnheit jedes bisschen Festplattenleistung beim Aktualisieren für sich in Anspruch zu nehmen.

Wie denn das?!

Und wie ist sonst so die Bilanz des Umzugs? Nun bei den Filmen und Serien fehlen weiterhin nur die, die schon in Eckental nicht mehr vorhanden waren (genauer gesagt nur Oktober – der Rest ist noch bei diversen Leuten im „Verleih“). Bei den Spielen gab es hingegen zusätzliche Verluste, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich hoffe entsprechend, dass in irgendeinem Karton doch noch Limbo, Metal Gear Solid 4 und StarCraft II: Legacy of the Void auftauchen. Macht einfach keinen Sinn, dass die plötzlich verschwunden sind (die Sammlung war komplett beim Einräumen in Klein-Gerau). Zum einen habe ich niemanden Spiele ausgeliehen während meiner Zeit in Klein-Gerau und zum anderen habe ich die Kartons alphabetisch befüllt. Sehr, sehr komisch. Die fünf Spiele, die mir schon in Eckental plötzlich gefehlt haben, habe ich hingegen endlich mal nachgeordert, damit die Sammlung wieder komplett ist.

Jetzt muss ich nur noch hoffen, dass auch die CD- und Papierhüllen auch noch soweit vollständig sind. Die stehen aktuell noch im Keller, sollen aber auch endlich seit meinem Wegzug aus Gunzemich wieder ausgepackt werden. Dann wäre erstmals seit 2013 alles sicht- und greifbar – falls ich spontan das Bedürfnis habe Magic Carpet 2: The Netherworlds zu spielen. Habe ich schon erwähnt, dass ich viel zu viel Geld für Unterhaltungsmedien ausgegeben habe? Bitte? Könnte mich ja jetzt davon trennen? Hab‘ ich doch schon getan! So einige Serien sind bei eBay gelandet! Was? Videospiele verkaufen? Ich glaub‘ du hast sie nicht mehr alle, doofer Besucher! Meine geliebten Videospiele verkaufen…wo leben wir denn? Ich dachte, ich hätte ein Haus gekauft, um endlich genug Platz dafür zu haben. Also komm mir nicht mit so blöden Ideen!

Und sonst?

Sailor Moon (Screencap)

Sailor Moon (Screencap)

Nein, gespielt habe ich am Hauptrechner trotzdem noch nichts. Lysanda und ich sind aktuell zu sehr damit beschäftigt meine Wissenslücke namens Sailor Moon zu schließen. Ja, wir haben tatsächlich angefangen alle 200 Folgen von Sailor Moon – Das Mädchen mit den Zauberkräften. Sind allerdings noch nicht sehr weit (Folge 13 steht an), weshalb ich mir einen ausführlichen Erfahrungsbericht an dieser Stelle (noch) spare. Das hebe ich mir für später auf. Aber ich muss trotzdem folgende Punkte auf Basis der bisherigen Folgen loswerden:

  • Usagi „Bunny“ Tsukino ist eine unerträgliche Heulsuse
  • Es wird ganz schön extremes Szenenrecycling gemacht auch abseits der Verwandlungsanimationen der Kriegerinnen
  • Superman hatte immerhin eine Brille auf wenn er „privat“ unterwegs war – wieso niemand die Sailor-Kriegerinnen erkennt ist so total unlogisch…
  • Das „Monster der Woche“-Format wirkt sehr gezwungen zumal es der immer gleiche Folgenablauf ist
  • Tuxedo Mask ist sowas von eingebildet, dass gibt’s nicht!
  • Luna und Sailor Mars sind meine derzeitigen Lieblingscharaktere weil vor allem letztere der absolute Kontrast zur Sailor Moon darstellt
  • Die deutsche Übersetzung wirkt öfters mal unvollständig/komisch zum Beispiel, wenn sie ihr Diadem wirft und gefühlt 20 Minuten Pause ist bevor „Mondschein flieg und sieg“ aus den Boxen kommt

Mehr dazu wie gesagt, sobald ich mehr davon gesehen habe. Die meisten Serien fangen ja eher schwach an (ja, auch Staffel 1 von Star Trek: The Next Generation ist nicht der Brüller). Deswegen werfe ich noch lange nicht die Flinte ins Korn. Aber das ist mir bislang besonders aufgefallen.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

Sicarius

Biblische Filme

Gerade in der heutigen Zeit, in der „Bingewatching“ total in Mode gekommen ist, sind Cliffhanger ein absolutes Ärgernis. Da hat man eine Staffel der Serie an einem Tag verschlungen und muss dann Monate warten, um zu erfahren wie es weitergeht. Und mittlerweile sind es nicht nur Serien, sondern sogar Filme, die den Zuschauer unbefriedigt zurücklassen. Dabei sind die doch genauso anfällig wie Spiele. Wird Teil 1 ein Flop, dann wird Teil 2 garantiert nicht mehr erscheinen und die wenigen Fans stehen im Regen.

Ganz so schlimm ist es bei unserem heutigen Thema zwar nicht – irgendwann wird Evangelion: Final oder Evangelion: 3.0+1.0 (wie auch immer er am Ende heißen wird) sicherlich erscheinen – aber es nervt trotzdem gewaltig, dass es nicht einmal ein Veröffentlichungsdatum dafür gibt. Und nein, den Manga zu lesen oder die Anime-Serie bzw. die andere Filmreihe zu schauen hilft herzlich wenigen, da es sich bei den Rebuild of Evangelion-Filmen explizit um eine Neuinterpretation der Kultreihe Neon Genesis Evangelion handelt. Im ersten Film kam Lysanda zwar noch halbwegs gut mit aber spätestens ab dem zweiten wurden die Unterschiede im Vergleich zum Manga/Anime immer und immer größer.

Die Geschichte

Evangelion: 1.11 - You Are (Not) Alone (Promobild)

Evangelion: 1.11 – You Are (Not) Alone (Promobild)

Aber fangen wir vorne an: Wovon rede ich überhaupt? Nun von den drei Anime-Filmen Evangelion: 1.11 – You Are (Not) Alone. (2007), Evangelion: 2.22 – You Can (Not) Advance. (2009) und Evangelion: 3.33 – You Can (Not) Redo. (2012), die ich mir irgendwann vor unserem Umzug mit Lysanda zusammen angeschaut habe (sie kannte den Manga aber nicht diese Filme). In ihnen folgt ihr der Geschichte des 14 Jahre alten Shinji Ikari, der in Neo-Tokyo 3 lebt und eines Tages in das Hauptquartier der geheimen UN-Organisation NERV gebracht wird. Der dortige Chef: Sein Vater. Der will, dass Shinji die Evangelion Einheit 1 (EVA-01) steuert, um den Angriff der Engel abzuwehren (die Geschichte beginnt mit Engel Nr. 4).

Die Evangelion sind riesige Mechs, die nach einer Katastrophe namens „Second Impact“ speziell für den Kampf gegen die Engel gebaut wurden, um die dritte Katastrophe zu verhindern (der „First Impact“ soll wohl die Auslöschung der Dinosaurier gewesen sein). Nur bestimmte Länder dürfen diese EVAs überhaupt haben und der Pilot wird genau auf diesen einen EVA ausgesucht. Theoretisch kann ein EVA zwar auch mal von jemand anderen übernommen werden, aber das wohl nur unter extremen Schwierigkeiten. Die Engel sind hingegen ungefähr genauso große Monster, die einfach plötzlich auftauchen und als Ziel das NERV-Hauptquartier haben. Warum? Weil da angeblich der Schlüssel zum Starten des besagten „Third Impact“ verborgen liegt. Klingt alles stark nach Pacific Rim? Ja, da seid ihr vermutlich nicht die einzigen. Allerdings ist der Manga/die Serie von 1995 – also wenn jemand was abgeschaut hat, dann Hr. Del Toro. Macht aber nichts.

Diese Gefechte zwischen den EVAs und den Engeln, so imposant und wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte sie auch sind, bilden aber nur einen ganz kleinen Teil der Handlung. Viel wichtiger ist das, was mit Shinji passiert, der nur äußerst widerwillig überhaupt in EVA-01 einsteigt. Daran ändert sich auch im Verlauf der Filme nicht viel. Das Verhältnis zu seinem Vater als zerrüttet zu bezeichnen, ist noch harmlos und die „Gefühle“ seines EVA machen Shinji zusätzlich zu schaffen. Das Hauptproblem ist aber wohl die äußerst schüchterne Rei. Sie ist so etwas wie die Ziehtochter von Shinjis Vater und steuert EVA-00. Und wie soll es auch anders sein, entwickelt Shinji Gefühle für sie. Wohin das führt? Nun, alles weitere wären massive Spoiler, die ich euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten möchte. Außerdem fehlt ja sowieso noch der vierte Film. Das Finale kenne ich entsprechend auch noch nicht :smile: .

Der Ansatz

Evangelion: 3.33 - You Can (Not) Redo. (Promobild)

Evangelion: 3.33 – You Can (Not) Redo. (Promobild)

Mit den Rebuild of Evangelion-Filmen verfolgen die Autoren zwei Dinge: Zum einen soll der Anima/Manga dank (damals) aktuellster 3D CG in neuem Glanz erstrahlen. Und das tut er definitiv. Alle drei Filme sehen extrem gut aus, die Animationen sind butterweich und es gibt nicht wie in so manch anderem Anime diesen stilistischen Bruch zwischen 2D- und 3D-Objekten, weil eben 100% des Werks im Computer entstanden sind. Vor allem natürlich in den Kämpfen kommt das so richtig gut zur Geltung.

Zum anderen – und deswegen handelt es sich bei den vier Filmen auch um eine Reinterpretation der Geschichte – sollen sie zugänglicher sein für alle, die Neon Genesis Evangelion bislang noch nicht kennen. Ob das so wirklich gelungen ist, wage ich nicht zu beurteilen. Verwirrend finde ich sie immer noch extrem und anders als bei Ghost in the Shell kann mich auch Lysanda nicht vollständig aufklären, weil die Abweichungen zum Manga eben extrem groß sind (es gibt nicht nur neue Szenen, sondern auch neue Charaktere und Handlungsorte). Allerdings, und das ist wohl das Wichtigste, wollte ich trotz oder gerade deswegen sofort den nächsten Film weiterschauen (sind alle drei jeweils so um die 100 Minuten lang). Umso verärgerter war ich über den dritten Film, der schon inhaltlich extrem komisch ist (er spielt 14 Jahre nach Teil 2) und dann eben auch noch mit einem massiven Cliffhanger endet. Das kann man doch nicht machen!

Beim Christoph meint: Von mir erhält Evangelion: 1.11 – You Are (Not) Alone. 4 von 5 Sics, Evangelion: 2.22 – You Can (Not) Advance. 4 von 5 Sics und Evangelion: 3.33 – You Can (Not) Redo. 3 von 5 Sics. Ja, der letzte Film hat mich extrem verärgert. Zum einen wegen dem Ende und zum anderen weil ich ihn von allen dreien am verworrensten fand. Die 96 Minuten waren einfach plötzlich rum und ich blieb vollkommen unbefriedigt zurück. Dennoch: Wer auch nur einen Hauch von Interesse an Anime hat (und mit großen Robotern keine Probleme hat), dem kann ich Rebuild of Evangelion nur ans Herz legen. So intensiv bei der Sache war ich bislang noch bei keinem Anime. Zugegeben: Die Menge habe ich jetzt noch nicht gesehen, aber für mich sind die drei derzeit ganz klar auf Platz 1.

Maria Titova bei den Berlin Masters 2013 (Quelle: YouTube)

Maria Titova bei den Berlin Masters 2013 (Quelle: YouTube)

Kennt ihr rhythmische Sportgymnastik? Nein? Also bitte. Diese Turnsportart ist doch sogar seit 1984 bei Olympia vertreten! Da tanzen vor allem Frauen mit Hula-Hopp-Reifen, einem 6-Meter-langen Band an einem Stab, zwei Kegeln, einem Ball und einem Seil zu Musik auf einer Matte rum. Also nicht alles gleichzeitig. Das sind unterschiedliche Disziplinen, die sie jeweils absolvieren müssen (bei Wettkämpfen vier Stück) und Punkte dafür erhalten. Am Ende gewinnt diejenige, die die höchste Gesamtpunktzahl hat. Erschwerend kommt wohl dazu, dass sich das jeweilige Handgerät zu jeder Zeit in Bewegung befinden muss während man durch die Gegend turnt. Sieht vor allem beim Band durchaus beeindruckend aus, wenn das so schick flattert. Müsst ihr euch unbedingt mal bei YouTube anschauen. Ich persönlich bin übrigens Fan von den Küren Ball und Band. Die beiden Disziplinen sehen irgendwie am imposantesten aus.

Wie ich gerade jetzt darauf komme? Die olympischen Spiele finden doch erst nächstes Jahr wieder statt? Bin ich etwa auf meine alten Tage plötzlich zum Leistungssportler geworden? Hat mich meine Begleiterin einer Gehirnwäsche unterzogen und jetzt interessiere ich mich nur noch für Frauenthemen? Nein, natürlich nicht. Aber wir schauen gerade gemeinsam eine japanische Anime-Serie, die sich um diese Sportart dreht. Ja, ich weiß: Klingt äußerst komisch. Aber man muss das vermutlich mehr als Metapher für den Leistungsdruck sehen, unter dem die Jugendlichen dort drüben in der Schule stehen. Oder irgendeiner hat halt eine Marktlücke gefunden. Kann auch sein :smile: . Aber von was rede ich überhaupt?

Hikari (Cover)

Hikari (Cover)

Hikari – Die kleinen Superstars (Hikari no Densetsu, 1986, japanische Anime-Serie mit 19 Folgen, DV) – Die Serie lief in Deutschland anno 1994 auf RTL2 (kann mich auch dunkel dran erinnern mal reingeschaut zu haben), war aber wohl nicht ganz so erfolgreich wenn man sich anschaut wie viel Mühe man sich mit der deutschen Synchronisation gegeben hat, nämlich keine. Das Intro und das Outro sind zum Beispiel komplett anders (und wesentlich kürzer) als im Original und trotzdem noch gekürzt (das völlig eintönige deutsche Lied wird einfach mittendrin leiser mit Schwarzblende und los geht die Folge). In Japan lief die Serie aber auch nur zweimal im TV. 1986 erstmals und dann 1988 nochmal zu den Olympischen Spielen in Seoul.

Passte da ja ganz gut, denn im Anime (und dem dazugehörigen Manga mit 16 Bänden von Izumi Asou) geht es um das namensgebende Mädchen Hikari. Die ist ein vielversprechendes Mitglied im Rhythmischen-Gymnastik-Verein ihrer Sportschule hat aber so ein paar psychologische Probleme in Form von fehlendem Selbstbewusstsein (kann ich durchaus mitfühlen) obwohl sie eine klasse Leistung abgibt und sich so zur ernsthaften Konkurrenz für Hazuki entwickelt. Hazuki hingegen ist die japanische Königin der rhytmischen Gymnastik und ebenso Mitglied in ihrem Verein (scheint eine erstklassige Sportschule zu sein). Zu allem Überfluss verliebt sich Hikari aber auch noch in Hazukis Freund (ja, es ist SO eine Geschichte). Es wird also nicht nur um die japanische Meisterschaft gekämpft, sondern auch um die Liebe. Und natürlich wäre das Liebesdreieck nicht perfekt, wenn Hikari nicht auch noch einen heimlichen Bewunderer hätte (ein Gitarrenspieler aus einer Band). Da fließen die Hormone nur so aus dem Bildschirm!

Guggt ned so dumm! Die Serie ist durchaus mehr auf Mädchen als Zielgruppe ausgelegt obwohl haufenweise junge Dinger in eng anliegenden Kostümen vorkommen, die in diesem Outfit interessante Verrenkungen machen. Wie im echten Sport halt auch. Das müsste euch doch schon das Cover gezeigt haben.

Ersteindruck

Hikari - Die kleinen Superstars (Screencap)

Hikari – Die kleinen Superstars (Screencap)

Bislang haben wir die ersten fünf Folgen (eine DVD) mit je 25 Minuten durch und ich muss tatsächlich zugeben, dass ich mich noch nicht gelangweilt habe. Vom Stil her ist der Anime erfreulich „normal“ (keine Nahaufnahmen mit komisch verzerrten Gesichtern) und es gibt ein vergleichsweise hohes Tempo. Selbst die Wettkämpfe und Trainingseinlagen werden nach dem ersten Mal zack-zack abgehandelt. Man weiß ja nun um was es geht und noch weitere Montagen aus gefühlt 30 Standbilder von fliegenden Damen braucht man einfach nicht. Wobei die Animationen durchaus gut gelungen sind (gebe allerdings zu, dass ich natürlich noch nicht die Erfahrung habe, um das wirklich gut einschätzen zu können) und es vor allem in diesen, mit klassischer Musik unterlegten Sequenzen Spaß macht zuzuschauen.

Die Geschichte ist hingegen voller Klischees und somit ein Stück weit vorhersehbar. Aber man fiebert trotzdem mit und will wissen, wie es mit Hikari weitergeht. Wird sie es bis ganz oben schaffen? Wird sie mit Ohishi zusammenkommen? Wird sich das andere, gekränkte Mädchen mit ihr wieder versöhnen? Vermutlich ist die Antwort auf alles „ja“, aber der Weg ist bekanntlich das Ziel und ich freue mich tatsächlich darauf die Serie weiterzuschauen. Wie gesagt: Keine Oskar-verdächtige Unterhaltung aber doch nett gemacht und unterhaltsam. Für Männer zwar sicherlich keine Empfehlung (wenn man nicht sowieso das Genre mag) aber anschauen kann man sie sich definitiv. Außerdem hat die Serie mich tatsächlich dazu motiviert eine 30minütige Zusammenfassung der letzten Qualifizierung zur Weltmeisterschaft in der rhythmischen Gymnastik 2012 auf YouTube anzuschauen! Entsprechend kann ich auch noch bestätigen, dass die Darstellung in den Folgen durchaus realitätstreu ist. Und wenn ein Unterhaltungsmedium es schafft mich dazu zu bringen über das jeweilige Thema weiter im Internet zu recherchieren, dann hat es zumindest irgendetwas richtig gemacht.

Aber nein: Am Donnerstag gibt es keine Umfrage darüber, ob ihr auf rhythmische Gymnastik steht. Vielleicht ein andermal :smile: . In diesem Sinne: Bis Montag!

PS: So langsam brauche ich glaube ich auch noch einen Anime- und Mangatag…

Sicarius

Märchenträume

Dass es im Leben des Webmasters derzeit so einige Veränderungen gibt, sollte mittlerweile wohl bekannt sein. Dazu gehört auch, dass er nun langsam aber sicher in die Welt der Anime und Mangas eingeführt wird von seiner neuen Begleitung. Nachdem ich euch das letzte Mal einen Anime vorgestellt hatte, geht es heute also erstmals um Mangas. Das ist technisch gesehen (also lt. Wikipedia) wohl der Begriff für Comics, die ausschließlich aus Japan kommen. Aber in der Realität (wie ihr auch gleich sehen werdet) fallen da auch noch Comics in diesem speziellen Stil aus anderen Ländern darunter. Machen wir also nicht lange rum und unterhalten uns über die ersten zwei Werke, die ich mir zu Gemüte führen durfte:

Die Legenden vom Traumhändler (Cover)

Die Legenden
vom Traumhändler
(Cover)

Die Legenden vom Traumhändler (Jeong-a Lee, 6 Bände, abgeschlossen) – Bei diesem Werk handelt es sich um einen Manhwa, also einem koreanischem Comic. Und von mir erhält die Geschichte von einem stylisch aussehenden Typen (oder Frau – das wird irgendwie nie hundertprozentig klar) mit Zylinderhut und Stock 3 von 5 Sics. Die durchschnittliche Wertung hat mehrere Gründe. Zum einen ging mir das Gejammer der Zeichnerin auf den Geist (jedes Buch enthält ein paar „Behind the Scenes“-Zeilen, die sich gefühlt für alles und jeden entschuldigt und zum anderen anfangs absolut keinen Plan hatte von dem, was sie da eigentlich tut, was am Ende die Sache extrem undurchsichtig machte. Also ich meine damit nicht das Zeichnen. Zwar fand ich den Stil hier und da etwas zu undetailliert und „typisch Japanisch“ (Mädchen mit großen Kulleraugen, die mit abgestumpften Armen wedeln), wenn man so will. Aber die meiste Zeit und vor allem die Darstellungen des Traumhändlers fand ich definitiv schick und imposant. Nein, mein Problem liegt in der übergeordneten Geschichte, um besagten Traumhändler.

Wie der Name schon sagt, verkauft der Traumhändler Träume und zwar den Traum von einem Kind. Aber jedes Kind, das er schenkt, kommt mit einer Bedingung. Wird diese Bedingung nicht erfüllt, holt er sich das Kind wieder und „recycelt“ es. Warum, weshalb, wieso kann ich euch selbst nicht so genau sagen. Anfangs kommt die Geschichte nicht so wirklich in Schwung, weil die Autorin selbst nicht so recht weiß was sie eigentlich vorhat. Und als sie dann einen zusätzlichen Schreiberling anheuert, wird es zwar ein bisschen besser aber das Finale ist trotzdem extrem verworren und komisch.

Die positive Seite

Natürlich kann man sagen, dass alle sechs Bände genau das sind und es den Reiz ausmacht. Denn die Geschichte des Traumhändlers wird in kurzen Episoden erzählt, die jedes ein Märchen der Gebrüder Grimm oder von Hans Christian Andersen als grundlegendes Thema hat. Grundlegend deshalb, weil sie sich nicht so wirklich an die Vorlage halten, sondern dieser einen Twist verpassen. Und zwar eine meist sehr düstere Wendung (nicht bei allen). Als Fan von American McGee’s Alice also im Prinzip genau mein Ding. Und es gibt auch definitiv ein paar richtig coole Umsetzungen wie beispielsweise die Erzählung von Dornröschen, Spoiler wo der Prinz feststellen muss, dass die Prinzessin nicht schläft, sondern von ihrem Vater aus Eifersucht ermordet wurde Spoiler. Oder besagte Alice aus dem Wunderland, die…sagen wir mal von der roten Königin so einiges gelernt hat. Das sind Episoden, da macht das Lesen Spaß. Aber sobald es wieder zurückgeht zum Traumhändler ist irgendwie die Luft raus und speziell das große Finale hat mir nicht so wirklich gefallen. Auch, weil ich es nicht verstanden habe und es mir erklären lassen musste (machte es nicht viel besser).

Äußerst schade, da Die Legenden vom Traumhändler im Kern eine richtig coole Idee ist. Aber es hapert halt leider doch zu oft an der praktischen Umsetzung, um das Werk uneingeschränkt empfehlen zu können. Sowohl was die Zeichnungen (was aber ein Stück weit dem Genre bedingt ist) als auch was die Geschichten betrifft. Entsprechend eignet es sich sicherlich auch nur bedingt als Einstieg in die Welt der Mangas obwohl der Start mit Dornröschen definitiv gelungen ist.

 

Grimms Manga (Cover)

Grimms Manga
(Cover)

Grimms Manga (Kei Ishiyama, 2 Bände plus 1 Sonderband, abgeschlossen) – Dieses Werk bekommt 4 von 5 Sics. Anders als Die Legenden vom Traumhändler, geht es hier ausschließlich um die Märchen der Gebrüder Grimm. Keine übergeordnete Geschichte, kein Firlefanz Drumherum. Aber genauso wie bei der Konkurrenz bleiben nur wenige Steine auf dem alten und es rutscht hier und da auch wieder etwas weiter ins Düstere ab (allerdings nicht ganz so was eventuelle Morde angeht). Zwar sind nicht alle Geschichten durchgängig auf hohem Niveau, so ist beispielsweise der gestiefelte Kater aus Band 2 mein persönlicher Favorit. Aber der Unterhaltungswert beim Lesen (dieses Mal übrigens wie im Original von hinten nach vorne und rechts nach links!) ist dennoch durchgängig hoch.

Das liegt nicht nur an den Geschichten und ihren interessanten Verdrehungen (was wäre, wenn Hänsel und Gretel die Bösen wären?), sondern auch dem Zeichenstil (wie das meiste im Genre vollständig in schwarz-weiß gehalten), der anders als bei Die Legenden vom Traumhändler durchgängig detailliert (aber nicht hyper-erwachsen) und hochwertig ist. Da kommen die Figuren so richtig schön zur Geltung und geben der Erzählung noch viel mehr Gewicht. Entsprechend viel Spaß hat das Lesen gemacht, der nur dadurch getrübt wurde, dass mir persönlich halt nicht alle Episoden so gut gefallen haben (was aber auch teilweise für die als Vorlage dienenden Märchen gilt). Aus meiner Sicht entsprechend eine klare Kaufempfehlung und von den Mangas, die ich bislang gelesen habe, definitiv mein Liebling.

Mal schauen wie lange er sich auf diesem Platz halten kann…

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