Deus Ex Go war jeden Cent wert!

Es ist ja nichts Neues, dass es im Mobile Gaming-Bereich den ein oder anderen fragwürdigen Trend gibt – oder zumindest Dinge, die ich als Spieleveteran überhaupt nicht verstehe. Das hängt sicherlich viel mit den Bezahlmodellen zusammen. Free-2-Play, Freemium und wie der ganze Mist alles heißt ist der defacto Standard auf den mobilen Plattformen. Da gibt es leider nichts mehr dran zu rütteln. Nur noch selten gibt es Titel für die man nur einmal einen fairen Betrag bezahlt und dann stundenlang seinen Spaß hat. Stattdessen kostenlos herunterladen und dann entweder haufenweise Lebenszeit und Datenvolument verschwenden durch Warten und Werbung guggen oder eben tief in die Tasche greifen (bevorzugt mittlerweile gleich als monatliches Abo). Dass darunter der Inhalt massiv leidet, dürfte nicht weiter verwundern. Bei der Stange halten heißt nun einmal die Devise. Mit Spaß hat das aus meiner Sicht alles nichts mehr zu tun (ich spreche aus Erfahrung…) und ich verstehe auch oft nicht, warum man damit so viel Zeit verbringt.

Wobei ich natürlich einschränkend dazu sagen muss, dass ich keinen Schimmer habe ob wirklich alle Titel so erfolgreich sind wie es auf mich wirkt. Es kann durchaus sein, dass durch diese ganzen „du kriegst was, wenn du die App installierst“-Sachen nur der Eindruck von Reichweite entsteht. Andererseits: Wenn „Spiele“ wie Mobile Strike oder Forge of Empires so extrem viel Geld in ihre aggressive Werbung stecken können, dann muss dabei am Ende auch ein großer Haufen Kohle dafür abfallen.

Fragewürdige Entwicklungen

Cooking Dash ist ein gutes Spiel, leidet aber unter F2P

Bei einem Titel wie Cooking Dash, Magic the Gathering: Puzzle Quest oder den 10.000 verschiedenen Match-3-Variationen kann ich ja zumindest anfänglich die Faszination noch nachvollziehen, auch wenn aus meiner Sicht irgendwann doch mal die Luft raus sein müsste. Wenn ich den Changelogs der Updates lese, dass es nun 1.100 Levels gibt, frage ich mich durchaus ernsthaft wer sich damit wirklich so lange aus echter Freude heraus beschäftigt. Aber mittlerweile sind Genre entstanden, wo auch ich nur noch mit einem großen Fragezeichen dastehe und die Intelligenz der Menschheit in Frage stelle.

Dabei war schon das Geschrei im Internet groß als 2012 Dear Esther auf den Markt kam und über Nacht das Genre der „Walking Simulator“ aus der Taufe hob. Ihr wisst schon: Die Art von Spiele, die wenig typische Spielinhalte haben und sich stattdessen darauf konzentrieren euch eine Welt zum Erkunden vorzusetzen, um darin eine spannende Geschichte zu erzählen. Mit „Gaming“ hätte das nichts zu tun, meinten viele (und tun es teilweise auch immer noch – Stichwort Firewatch-Refundkontroverse). Ich frage mich mittlerweile, was diese Leute zu Vertretern der neuartigen Genre „Casino/Arcade Games“, „Clicker Games“ und „Idle Games“ sagen.

Casino/Arcade Games

Coin Dozer ist pure Langeweile

Zugegeben: Bei den Casino Games im Ganzen sind natürlich auch Sachen wie Poker oder Black Jack enthalten, die tatsächlich so etwas wie Mehrwert und Langzeitspaß bieten können. Aber was auf den mobilen Plattformen zu sprießen scheint sind eher Dinge wie die einarmigen Banditen. Ihr wisst schon: Früher habt ihr an einem Hebel gezogen, heute wird nur noch auf einen Knopf gedrückt, drei Walzen fangen an sich zu drehen, ihr drückt wieder den Knopf und das Ding hält an. Werden bestenfalls drei gleiche Symbole auf allen Walzen angezeigt gewinnt ihr. Anschließend geht es wieder von vorne los.

Das ist schon in der Realität extrem bescheuert aber als App, wo man nicht einmal die geringe Chance hat Geld zu gewinnen (sondern es nur für extra Spins ausgeben kann)? Wer lädt sich so etwas herunter und investiert auch noch seine hart erarbeiteten Euros darin?! Die Vertreter der Arcade Games sind da nicht viel besser. Coin Dozer (Münzen und Preise liegen auf einer Rampe, ihr werft zusätzliches Geld rein und hofft, dass durch den zusätzliche Platzverbrauch vorne Sachen runterfallen) oder Greifer-Apps sind gefühlt der totale Renner aber wo liegt darin bitte der Sinn? Die Dinger sind doch schon in der Realität totale Zeitverschwendung. Wer will das auch noch unterwegs haben, geschweige denn dafür Geld ausgeben?!

Clicker Games

Die nächste Stufe auf meiner persönlichen Beklopptheitsskala sind die Clicker Games. Meines Wissens war es der Cookie Clicker, der damit erstmals so richtig Erfolg hatte. Was aber am PC (gefühlt) mehr aus Ironie gespielt wurde, hat sich auf den mobilen Plattformen mittlerweile zu einem richtigen Markt entwickelt. Clicker Heroes, AdVenture Capitalist, Sakura Clicker und Tabs to Riches sind nur vier Beispiele eines schier unerschöpflichen Vorrats an stupiden „Tipp“-Titeln, die euch versuchen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

AdVenture Capitalist
heißt Tippen bis der Arzt kommt

Anders kann man es nicht beschreiben. Schließlich geht es um buchstäblich nichts. Ihr tippt auf den Bildschirm, bekommt dadurch irgendeine Währung oder Erfahrungspunkte oder sonst was und schaltet damit neue Sachen frei, um wieder Motivation zum Tippen zu bekommen. Mehr ist es nicht. Wem macht so etwas Spaß?! Da kann ich plötzlich die Leute verstehen, die Spiele als stupide Zeitverschwendung ansehen. Leider geht es ja immer noch schlimmer.

Idle Games

Das allerneuste auf dem mobilen Markt sind die „Idle Games“. Wie er Name schon sagt, spielen sie sich quasi von selbst und sind die nächste Evolutionsstufe der Clicker Games. Ihr habt zwar, oftmals ähnlich wie bei den Clicker Games, durch stupides Tippen die Möglichkeit minimal einzugreifen. Aber in der Hauptsache habt ihr einfach das Smartphone irgendwo rumliegen, das Spiel offen und es spielt sich von selbst. Natürlich behaupten sie auf Reddit & Co., dass ein Titel wie Endless Frontier selbstverständlich noch irgendwelche taktische Tiefe hat und man es mitnichten einfach nur offen lassen kann, um seine Armeen sich automatisch hochleveln zu lassen. Und bis zu einem gewissen Grad haben sie wahrscheinlich auch recht.

Das ändert aber nichts daran, dass es total dämlich ist. Entweder ich möchte ein Spiel spielen, oder eben nicht. Ich brauche doch meinen Akku nicht von etwas leersaugen zu lassen, wovon ich überhaupt nichts habe. Außer ein paar bunte Bildchen mit großen Zahlen für die ich keinerlei Herausforderung meistern musste gibt es hier doch überhaupt nichts. Bei den Clicker Games muss ich wenigstens noch aktiv auf den Bildschirm tippen und habe somit zumindest eine minimale Aktivität. Aber bei den Idle Games (bislang übrigens hauptsächlich Rollenspiele)? Da ist nicht einmal das notwendig.

Fazit

Ich weiß nicht, ob ich ein alter Sack geworden bin, der die heutige Jugend nicht mehr versteht. Aber ich finde die aktuellen Entwicklungen mehr als traurig. Ja, mobiles Spielen auf einem Smartphone muss andere Bedingungen erfüllen als ein Konsolen/PC- oder gar ein Handheldtitel. Aber ein wenig Anspruch möchte ich als Spieler doch trotzdem haben, oder nicht? Es kann doch nicht nur darum gehen irgendwelche Zahlen unendlich hoch nach oben zu treiben (ein Ende hat schließlich so gut wie kein Free-2-Play-Titel) und dadurch Sachen freizuschalten?

Ja, technisch gesehen ist ein Diablo III auch nichts Anderes. Aber da gibt es dann doch noch mehr Drumherum und vor allem mehr für mich als Spieler zu tun als einfach nur das Spiel laufen zu lassen. Ist unsere Gesellschaft mittlerweile so schnelllebig und der Durst nach dem schnellen Fix so groß geworden, dass wir nicht einmal mehr Zeit haben das absolute Minimum in einen Titel zu investieren? Bitte sagt mir, dass ich mich irre!

Sicarius

Eine alternative Messe

Es ist tatsächlich schon wieder ein paar Tage her, seit ich das letzte Mal auf einer Messe war. Die gamescom 2012 genauer gesagt, damals noch mit GamersGlobal. Glaub‘ ganz normal würde ich auf diese Messe auch nie wieder gehen. War einfach zu angenehm im Business Bereich :smile: . Dafür waren Lysanda und ich am Samstag im Congress Center Düsseldorf (CCD) beim 34. Deutschen Heilpraktikertag. Ja, soweit ist es mittlerweile schon mit mir gekommen, dass ich mir eine europäische Fachmesse für komplementäre und alternative Medizin antue.

War aber tatsächlich ganz interessant (und wie immer bei Messen: Ertragsreich). Die Messe war zweigeteilt. Ein zentraler Fokus war das volle Programm in den neun Konferenzräumen mit jeweils anderen Themenbereichen aufgeteilt in 45 Minuten lange Vorträge. So wurde beispielsweise fleißig über Frauenprobleme philosophiert und Teile der traditionellen chinesischen Medizin vorgestellt. Wir haben uns allerdings drei Vorträge zum Thema „Magen-Darm“ angehört:

Darmflora und Atmungssystem

Zum Glück gab es zu allen Vorträgen Handouts.

Im ersten Vortrag referierte die unterfränkische Heilpraktikerin Lisa Rauth über den Zusammenhang zwischen einer unausgeglichenen Darm-Mikrobiota (der neue Begriff für „Darmflora“) und bestimmten Krankheiten/Allergien. Die Kernaussage war, dass wir sowieso schon nur noch vergleichsweise wenige Keime (400-700 statt >1000) in uns haben und wir diese noch weiter durch Antibiotika reduzieren. Dürfte keine Neuigkeit für die meisten sein, dass wir immer mehr Antibiotika selbst für Kleinigkeiten verschrieben bekommen (im Prinzip bei jeder Erkältung wie ich selbst bestätigen kann). Dass damit nicht nur die bösen Bakterien, sondern quasi jedes Mal die Darmflora um 10% reduziert wird klingt logisch. Da jedoch 70-80% aller Immunglobuline im Darm gebildet werden, wird dadurch auch das Immunsystem massiv geschädigt (wo nix is, kann nix in den restlichen Körper verteilt werden). Die Folge ist speziell bei Kindern und Jugendlichen ein erhöhtes Risiko an den unterschiedlichsten Allergien und Krankheiten zu leiden – unter anderem eben Asthma. Nicht nur, wenn sie schon früh Antibiotika kriegen, sondern auch wenn die Mutter bereits vorbelastet ist und sie quasi ihr schlechtes Immunsystem weitergibt.

Der amerikanische Professor Martin J. Blaser hat das wohl ausführlich sowohl an Mäusen als auch Menschen erforscht (und das dazugehörige „Panikbuch“ Antibiotika Overkill geschrieben). Natürlich ging es am Ende auch darum Werbung für bestimmte Produkte (die ich an dieser Stelle nicht erwähne) inklusive Therapieplan zu machen, die dabei helfen sollen die Darmflora nach einer oder mehreren Antibiosen (so nennt sich wohl eine Antibiotika-Behandlung) wieder zu reparieren.

Beim Christoph meint: Ich fand die Überschrift ein bisschen irreführend, weil sie auf die Atmungssysteme nur grob eingegangen ist. Inhaltlich war bis auf die Produktwerbung aber durchaus einiges interessantes und vor allem logisches dabei. Wenn ich so drüber nachdenke, wie oft ich eigentlich unnötig Antibiotika genommen habe (bei einer normalen Erkältung braucht die kein Mensch), nur weil es mir der Hausarzt verschrieben hat, ist dies durchaus zumindest eine mögliche Erklärung für meine aktuellen Probleme (mal schauen was die Darmspiegelung Ende Mai sagt). Mein Asthma würde ich jetzt zwar nach diesem kurzen Vortrag noch nicht einfach darauf schieben (im Kern handelt es sich hier ja um eine Überreaktion des Immunsystems, die zu einer Dauerentzündung in der Lunge führt). Aber auch hier: Es ist ein interessanter Ansatz mit dem man sich mal mehr beschäftigen kann.

Moderne Säure-Basen-Regulation für eine gestresste Gesellschaft

Das wichtigste Werbegeschenk: Doktor Ente!

Der zweite Vortrag beschäftigte sich mit dem gefühlten Lieblingsthema von Naturheilkundlern: Der Übersäuerung unseres Körpers. Im Kern geht es darum, dass unser Körper im Idealfall einen pH-Wert von 7,4 im Blut hat (7,0 heißt völlig neutral). Nur so ist gewährleistet, dass alle physiologischen Regelmechanismen funktionieren. Läuft der zu sehr aus dem Ruder, gibt es einen Aufenthalt im Krankenhaus oder schlimmstenfalls sogar auf dem Friedhof. Reguliert wird das Ganze hauptsächlich von der Lunge, der Niere, der Leber und der Haut (Schwitzen). Die verarbeiten den ganzen Mist und schaffen ihn nach draußen. Essen wir aber zu viel Säure, dann sind die Organe mit der Regulation des pH-Wertes der verschiedenen Körperbereiche überfordert und im schlimmsten Falle bricht das ganze System zusammen.

Woher die ganze Säure kommt? Nun hauptsächlich natürlich durch unsere sehr fleisch- (Harnsäure) und zuckerlastige (Essigsäure) Ernährung. Aber auch Stress (Salzsäure) und Rauchen (Nikotinsäure) helfen nicht gerade. Die Folge ist eine Liste an Problemen, die diesen Eintrag sprengen würde aber unter anderem stehen darauf Kopfschmerzen, Osteoporose und innere Unruhe. Also die Ernährung komplett umstellen und sich nur noch durch den Wald fressen? Tatsächlich nein, was mich etwas überraschte. Natürlich war die Grundaussage von Angelika Wagner-Bertram, dass man 80% basische Lebensmittel wie Gemüse essen soll und nur 20% Säurebildner. Aber sie hat ebenso erklärt, dass man diese Imbalance durchaus ausgleichen kann. Wer ein 200g Steak isst, muss einfach nur 400g Blumenkohl essen und schon hat man einen „Potential Renal Acid Load“ (PRAL) von circa 0 – also neutral.

Mag im ersten Moment nach viel klingen aber Lysanda und ich haben unsere Mittagsernährung tatsächlich schon seit Monaten (ohne es zu wissen) so ausgerichtet. Sie zwar mehr als ich (100-150g Fleisch auf 300g Gemüse) aber ich bin halt auch ein Weichei, der seine Kohlenhydrate nicht missen mag :smile: . Man kann die Menge also durchaus verdrücken und ist anschließend satt.

Beim Christoph meint: Von allen Vorträgen vermutlich der, bei dem ich grundsätzlich am meisten verstanden habe. Ganz so überzeugt bin ich von diesem Säuren-Basen-Zeugs zwar immer noch nicht (müssen wir uns noch weiter einlesen) aber eine gewisse Logik kann ich durchaus nachvollziehen. Das Glas reines Leitungswasser (pH-Wert von 7) ist zum Beispiel das Schlechteste, was man zum Essen trinken kann. Die Magensäure hat bei der Verdauung nämlich einen pH-Wert von 2-4. Deshalb heißt es auch gerne, man soll beim Essen gar nichts flüssiges zu sich nehmen um die Magensäure nicht zu sehr abzuschwächen (ca. 30 Minuten Abstand). So könnte z.B. Sodbrennen durch diese Maßnahme vermieden werden, da dieses häufig durch zu wenig Magensäure entsteht.

Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen auf Basis labormedizinischer Parameter

Probepackungen von NEMs gab es auch.

Der absolute Hardcore-Vortrag zum Abschluss des Heilpraktikertags. Der Vortragende, Manfred Tuppek, ist alteingesessener Heilpraktiker (seit 1981) und Leiter der medizinisch wissenschaftlichen Abteilung des BIO-LABOR und ihm ging es vor allem um das Reizdarmsyndrom und dessen Therapie. Dahingehend hat er natürlich erst einmal erklärt, was so die häufigsten Ursachen für das Problem sind (Nahrungsmittelunverträglichkeiten, genetische Veranlagung, Emotionen, etc.). So habe ich zum Beispiel gelernt, dass in 33% eine Fructoseintoleranz vorliegt. Eine Intoleranz unterscheidet sich von einer Allergie übrigens dadurch, dass bei einer Allergie schon im Moment nach wenigen Sekunden Symptome entstehen und bei einer Intoleranz kleinere Mengen gar kein Problem sind. Anschließend hat er anhand von echten Beispielen aus seinem Labor gezeigt, auf welche Werte man besonders achten sollte, um die genaue Krankheit und die Ursache dafür zu analysieren. Neben der Bestimmung der einzelnen Immunglobuline im Blutserum, gehört da wohl vor allem die Pilzdiagnostik im Stuhl mit dazu. Vor allem der Candida-Hefepilz hat wohl gar nichts im Darm verloren und macht massive Probleme, wenn das Immunsystem sowieso schon geschwächt ist. Zum Abschluss hat er anhand von ein paar ausgewählten Produkten erklärt, wie man die Sachen in den Griff kriegen kann.

Beim Christoph meint: Natürlich ging es auch ihm am Ende des Tages vor allem darum sein Labor und die dazugehörigen Produkte zu bewerben. Und inhaltlich ist definitiv einiges über mich drüber geflogen, weil er wirklich tief in die Thematik reinging. Von E. coli hab‘ ich ja schon einmal gehört und Immunglobuline sind mir mittlerweile genauso ein Begriff aber so Sachen wie Alpha 1-Antitrypson und DAO? Nie gehört :smile: . Immerhin habe ich gelernt, wie man bestimmte Nahrungsmittelintoleranzen ganz einfach selbst testen kann. Zum Beispiel einen halben Liter Fruchtsaft nüchtern auf Ex trinken. Müsst ihr nach 30 Minuten dringend auf der Toilette explorieren, dann habt ihr eine Fructoseintoleranz – ansonsten nicht.

Die Ausstellung

Kulis! Haufenweise Kulis!

Der zweite Teil des Heilpraktikertags war eine Messehalle (allerdings nicht annährend so groß wie bei der gamescom) voll mit Austellern. Da war wirklich alles dabei. Von Praxissoftware und allerlei Gerätschaften wie Bioresonanz, Laserakupunktur und Globulienergetisierer – der Bioscan war auch da aber man musste einen Termin haben – über Nahrungsergänzungsmittel und Fachbücher hin zu Versandapotheken und Weiterbildungsanbietern. Zwar fehlten ein paar Anbieter, die wir schon kannten wie beispielsweise der sehr empfehlenswerte Onlinehändler Vitamin Express. Aber es war dennoch sehr informativ mal einen noch größeren Überblick zu erhalten, was es so auf dem Markt gibt. Hier und da konnte man sogar Probepäckchen einsacken (die T-Shirts der Heilpraktikermesse), was vor allem bei Produkten interessant ist, die ansonsten einfach nur abartig teuer sind. Da können wir jetzt schön vergleichen, ob es der Aufpreis tatsächlich wert ist oder das billigere Präparat es auch tut (vermutlich letzteres). Außerdem konnten wir haufenweise Kulis, Post-Its und Blöcke abstauben. Durchaus nützlicher als das 10.000 Schlüsselband :smile: . Teilweise gab es auch mal was zum Probieren wie Stutenmolke, Brottrunk, energetisiertes Wasser, bei Vollmond abgefülltes Wasser oder verschiedene fermentierte Vitamindrinks (igitt).

Gekostet hat uns der Tag zusammen 60 Euro sowie fünf Stunden Fahrt (500km für Hin- und Rückfahrt). Sicherlich nichts, was wir jedes Jahr machen werden (anders als bei Spielen ändert sich da ja dann doch nicht so viel) und schon gar nicht etwas, was jeder von euch machen sollte. Aber wir haben die Investition nicht bereut. Es war unterm Strich durchaus eine interessante und informative Erfahrung. Jetzt heißt es für uns erst einmal alles verarbeiten (eine ganze Tasche voller Infomaterial).

Bis Montag!

Mein Hefte-Pile-of-Shame

Es ist soweit: Mein letztes Zeitschriftenabo läuft im September aus. Von den sechs Magazinen, die ich euch anno 2013 vorgestellt hatte, wird dann kein einziges mehr übrig sein. Am längsten hat noch die EDGE (UK) überlebt. Die ist es auch, von der ich noch ein paar Monate eine Ausgabe bekomme. Zwischendurch hatte ich zwar sogar noch ein Abo der Total Film (UK) abgeschlossen, als ich damals in Eckental feststellte, dass mir beim Mittag-/Abendessen der Lesestoff ausgeht. Aber die Zeiten haben sich schon wieder geändert, denn angesichts eines Backlogs (siehe Foto), der nun schon mehrere Jahre umfasst, lohnt sich die Investition von über 100 Euro einfach nicht mehr.

Es ist vorbei!

Damit endet auch für mich endgültig die Ära der Papierhefte. Am Ende hatte ich fast 20 Jahre lang mindestens ein Spielemagazin im Abo. Ursprünglich wollte ich eigentlich die PC Action, bekam aber aufgrund eines Fehlers bei Computec 1997 dann erst einmal ein PC Games-Abo. Meine Aboprämie? Stonekeep, Descent II und Conquest of the New World in der Blackmarket Edition. Ja, ich dachte damals „3 Spiele sind besser als 1“ :smile: . Davor wurde regelmäßig in der Schulbibliothek die PowerPlay und die PC Games gelesen (und fleißig darüber diskutiert, welches Heft besser ist – Antwort: Keines). Eine Zeit voller schöner Erinnerungen. Azzkickr war beispielsweise neidisch, dass ich fast immer die GameStar schon samstags im Briefkasten hatte und er erst montags (dafür besaß oder besitzt er vielleicht sogar immer noch von Ausgabe 1 an alle Hefte). Musste ihm dann über ICQ die wichtigsten Wertungen mitteilen.

Oder die „weiße“ Phase (das Grunddesign war weiß) der PC Action, wo das Cover von leicht bekleideten Damen geziert wurde. Aus meiner Sicht (unabhängig von den Damen) immer noch die beste Zeit für dieses Magazin. Da stimmte einfach alles (Redaktion, Inhalte und Aufmachung). Lange Jahre hatte übrigens auch meine Hefte aufgehoben. Ein schnell wachsender Stapel angesichts von bis zu Spitzenzeiten sechs verschiedenen Magazinen, die jeden Monat eintrafen.

Alte Leiden

Irgendwann wurde ich dann doch von meiner Frau Mama davon überzeugt, dass ich in die alten Ausgaben eh nie wieder reinschauen werde und brachte mich dazu den mittlerweile auf mehrere Kartons (alle doppelt so groß wie ein normaler Umzugskarton) angewachsenen Bestand aus dem Speicher zu entsorgen – inklusive der Heft-CDs/DVDs. Vermutlich hätte ich auf eBay dafür noch 2-3 Euro bekommen. Aber das war mir der Aufwand einfach nicht wert. Zumal der Zustand so mancher Ausgaben nicht mehr der Beste war. Zum einen wegen der Lagerbedingungen, zum anderen wegen den blöden Heft-CD/DVD-Halterungen.

EDGE-Cover

Die Spielemagazine haben alle Jahre gebraucht, um ein halbwegs vernünftige Lösung dafür zu finden (z.B. separate, heraustrennbare Seite am Anfang des Hefts). Was habe ich mir haufenweise Cover zerstört bei dem Versuch die Medien herauszulösen. Die Halterungen ließen sich selten so öffnen, dass kein mehr oder weniger langer Riss entstand. Von den CD-Hüllen-Inlays brauchen wir erst gar nicht reden. Was es da an Stilblüten gab: Aus dem Heft rausschneiden und damit auf der Rückseite einen Artikel zerstören, sie heraustrennbar machen aber so, dass sie dabei einreißen und so weiter. Keine Ahnung warum das so ein schwieriges Unterfangen war für die Verlage. Oder ging es wieder darum Geld zu sparen? Keine Ahnung. War auf jeden Fall total nervig.

Wie geht’s weiter?

Ganz ausschließen will ich natürlich nicht, dass ich nicht doch irgendwann wieder ein Printmagazin lesen werde. Aber ob es dann wieder ein Spieleheft sein wird? Das ist aus derzeitiger Sicht tatsächlich eher unwahrscheinlich. Es hatte ja schon seinen Grund, warum am Ende nur noch die EDGE (UK) übrigblieb und ich selbst dort nur die Kommentarspalten und die Reports gelesen habe. Doch darüber, dass mich die klassische Spieleberichterstattung (Previews und Reviews) überhaupt nicht mehr Anmacht, hatte ich ja schon 2013 geschrieben. Daran hat sich nicht geändert. Im Gegenteil ist es eher noch schlechter geworden insofern, dass ich selbst online mittlerweile nur noch regelmäßig bei Kotaku lese und selbst auf YouTube mittlerweile eher weniger Spielevideos schaue (Kochshows ftw.!).

Von daher ist es zwar schade, dass auch dieses Thema zu einem Ende kommt. Aber werde ich die monatliche Lieferung vermissen? Offensichtlich nicht, wenn man sich meinen Stapel anschaut in den ich höchstens flüchtig reingeschaut habe bisher. Ich vermute aber mal, dass es bei euch nicht viel anders aussehen wird oder liest tatsächlich noch jemand ein analoges Spielemagazin? Oder grundsätzlich noch ein Printheft?

Die langerwartete Box

Um das ganze Thema „Crowdfunding“ ist es mittlerweile durchaus sehr ruhig geworden. Nicht etwa, weil der Trend schon wieder abgestorben ist. Nein einfach deshalb, weil er mittlerweile zur Normalität geworden ist. Entweder man macht mit oder man macht halt nicht mit. Es kräht kein Hahn mehr wirklich danach. Kein Wunder: Die Kampagne zum Double Fine Adventure namens Broken Age ist auch schon wieder fast fünf Jahre her.

Seitdem ist der Hype zwar massiv abgeflaut aber es gibt immer noch viele Projekte, die nur dank Kickstarter & Co. überhaupt auf den Markt kommen. Natürlich noch viel mehr, die dort nicht erfolgreich sind. Und freilich ebenso die Titel, die trotz Crowdfunding-Erfolg irgendwie immer noch nicht erschienen sind. Ja, auf die Box von Broken Age haben alle sehr lange warten müssen. Aber in meiner Übersicht stehen definitiv noch mehr 2012er Kampagnen, die bis heute noch nicht 100% abgeschlossen sind. Einige davon werden es wohl auch nie sein. Aber das ist nun einmal das Risiko beim Crowdfunding. Es ist am Ende des Tages eben nur eine Spende und keine Vorbestellung. Warum das so mancher immer noch nicht kapiert hat, will mir nicht in den Kopf gehen.

Der alternative Weg

Es ist für mich auf jeden Fall sehr cool mit anzusehen, dass sich einige Leute dank Crowdfunding erfolgreich ihre Nische geschaffen haben und damit Dinge produzieren, die richtig gut sind. Damit meine ich selbstverständlich nicht nur Spieleentwickler auch wenn ich es durchaus erfreulich finde, dass Leute wie Brian Fargo (inXile Entertainment – Wasteland 3), Swen Vincke (Larian Studios – Divinity: Original Sin) oder die Jungs von Obsidian (Pillars of Eternity II) und Stoic Studio (The Banner Saga) nicht nur mehr Freiheiten haben IHR Spiel mit IHRER Vision zu entwickeln (der Publisher erfüllt nur noch die Funktion, die er anfangs hatte – das Vertreiben des Titels), sondern parallel viel positive Bestätigung für ihre Arbeit erhalten, weil das Ergebnis am Ende richtig gut geworden ist.

Mal abgesehen davon, dass die Community ein größeres „Besitzgefühl“ dadurch entwickelt, weil sie mehr oder weniger aktiv mitgewerkelt haben. Wie schrieb Swen Vincke nach der Veröffentlichung von Divinity: Original Sin so schön? „We couldn’t have achieved this level of success without the help of all our Kickstarter backers“.

Neben den Spielen finde ich aber vor allem im Buch- und Musikbereich mittlerweile viel Hochwertiges, was es ohne Crowdfunding wahrscheinlich nicht gegeben hätte. Die beiden Verlage Read-Only Memory (The Bitmap Brothers: Universe) und Bitmap Books (Generation 64) sind gute Beispiele für viele interessante Projekte, die am Ende zu hochwertigen und interessanten Büchern über die Spieleindustrie werden, die den Markt (und mein Wissen) massiv bereichern. Aber auch einzelne Sachen wie das mega-interessante A History of the Great Empires of EVE Online von Andrew Groen oder die englischen Übersetzungen der ziemlich einzigartigen Hinter-den-Kulissen-von-Spielen-Büchern von Third Edition Books. Von den ganzen Webcomics, die dank Crowdfunding überhaupt erst in physikalischer Form veröffentlicht wurden ganz zu schweigen. Letzteres ist aber vermutlich wirklich nur für verrückte Sammler wie mich interessant :smile: .

Die Anklage

Ein Teil meiner Crowdfunding-Sammlung

Bei den „Wiederholungstätern“ unter den Crowdfunding-Projekten kommt freilich gerne der Vorwurf auf, warum sie denn schon wieder den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Ihr vorheriges Produkt war doch so erfolgreich, da könnten sie den Nachfolger doch sicherlich mit den Gewinnen finanzieren. Ich teile diese Meinung logischerweise nicht. Zum einen kann selbst bei einem erfolgreichen Projekt am Ende nicht genug für den Nachfolger übrigbleiben, schließlich gibt es mehrere Varianten von Erfolg – der finanzielle kann durchaus trotzdem ausbleiben. Es geht aber auch nicht unbedingt nur darum das Projekt überhaupt über die Bühne zu bringen. Im Gegenteil heißt es in diversen Nachfolger-Crowdfunding-Kampagnen klipp und klar, dass ein Grundbetrag bereits vorhanden ist und das Produkt auf jeden Fall erscheinen wird mit oder ohne Erfolg der neuen Kampagne.

Mit dem zusätzlichen Geld und vor allem der zusätzlichen Aufmerksamkeit kann der Hersteller aber nun einmal noch ein Quäntchen mehr Qualität herauskitzeln bzw. wieder die Community stärker mit einbinden. Und diesen Ansatz finde ich super. Vor allem deshalb, weil ansonsten die ganzen Leute am Ende jammern würden, warum der Nachfolger nicht 100mal besser ist oder eine ähnliche Kritik. Aber auch, weil er seinen gewünschten Effekt hat. Natürlich hätte Sam Dyer (Bitmap Books) nach dem Erfolg von Commodore 64: a Visual Compendium alle weiteren Bücher aus eigener Tasche produzieren können. Sie wären jedoch nicht annähernd so umfangreich geworden wie sie es nun dank der (massiv) überfinanzierten Kickstarter-Kampagnen. Da habe ich als Käufer doch nur Vorteile: Ich weiß, dass der Anbieter schon mehrere Kampagnen erfolgreich durchgeführt und abgeliefert hat. Ich kenne die Qualität, die er bietet und ich kriege gleichzeitig mehr für den gleichen Preis. Das einzige Negative bleibt, dass ich ihm das Geld vorab geben muss. Und ja: Natürlich könnte trotz der ganzen Erfahrung das aktuelle Projekt in die Hose gehen. Dennoch unterstütze ich in so einem Fall bereitwilliger als bei einem unbeschriebenen Blatt. Das seht ihr logischerweise auch an meiner Crowdfunding-Übersicht, die mittlerweile gefühlt nur noch von Nachfolgern erweitert wird :smile: .

Fazit

Eine aktuelle Kampagne, die ich unterstütze

Was lässt sich also nach fünf Jahren Crowdfunding sagen? Nun, die Masse an Mist ist freilich nicht weniger geworden. Die Erfolgschancen stehen allerdings schlechter für sie, denn das Absterben des Hypes hat dazu beigetragen, dass die Köpfe auf beiden Seiten etwas kühler geworden sind. Plus natürlich dank der vielen Sicherheitsmaßnahmen, die aufgrund der Anfangsprobleme von den Crowdfunding-Plattformen eingeführt wurden. Dadurch ist eindeutig die Qualität angestiegen und die Wahrscheinlichkeit, dass das Finanzierte auch tatsächlich erscheint. Bei mir ist beispielsweise 2015/2016 nichts mehr dabei was nicht entweder schon da ist (vor allem bei Büchern geht es mittlerweile sehr fix) oder wo ich sagen würde, dass es niemals kommt. Und auch wenn der eine oder andere Rohrkrepierer dabei war: Insgesamt bin ich mit dem Ausstoß der letzten fünf Jahre sehr zufrieden.

Es ist natürlich weiterhin nicht jedermanns Sache und am Ende des Tages gibt es die vollständige Sicherheit nur, wenn man mit dem Kauf bis nach dem Release wartet. Aber ich finde es sehr gut, dass sich Crowdfunding als echte Alternative zum klassischen Publisher-Verhältnis im Mainstream etabliert hat und so nicht nur Innovationen gefördert werden, sondern auch einfach bessere Produkte, weil sie ohne großen Marktdruck entstehen können.

Nintendo Switch (Herstellerbild)

Über 100 Millionen Einheiten möchte Nintendo von seiner Switch verkaufen – zumindest erzählen sie das ihren Anlegern. Verständlich: Nach dem eher mäßigen Erfolg der WiiU (ich gebe dem Namen ungefähr 76,43% der Schuld daran) soll die Nintendo Switch endlich wieder an den unvergleichlichen Erfolg der Wii anknüpfen. Ja, technisch gesehen haben sowohl die PlayStation als auch die PlayStation 2 mehr Einheiten verkauft (vom Nintendo DS und den Gameboys ganz zu schweigen). Aber die Wii war definitiv ein anderes Kaliber was das Phänomen an sich anging und entsprechend der Misserfolg der WiiU (14 Millionen verkaufte Einheiten) ein massiver Dorn im Auge des Managements.

Ein einmaliges Ereignis

Doch gerade aufgrund des immensen Erfolgs der Wii bezweifle ich ein wenig, dass da die Switch mithalten kann. Nicht etwa, weil ich die Switch doof finden würde (abseits vom Namen). Nein, die Wii war schlicht und einfach das perfekte Gerät zur perfekten Zeit. Es traf 2006 massiv den Zeitgeist (Bewegungssteuerung, die Out-of-the-Box auch tatsächlich ganz gut funktionierte) und konnte damit Zielgruppen für sich erschließen, die sonst abseits des PCs (und heute Smartphones) nicht erreichte. Vor allem, weil auf der Packung „Nintendo“ stand. Eine Firma, die selbst der Älteste unter den Ältesten kennt. Das darf man definitiv nicht unterschätzen. Gleiche Konsole nur mit „Microsoft“ oder „Sony“ drauf? Ich glaube nicht, dass sie diese Reichweite gehabt hätte.

Allerdings war dieser Erfolg ohne langfristige Wirkung aus meiner Sicht. Ja, anfangs war die Konsole monatelang überall ausverkauft und Wii Sports ist in den Top 3 der meistverkauften Videospiele aller Zeiten (nach Tetris und Minecraft und vor GTA V). Aber im Rückblick hat sich gezeigt, dass das Softwareangebot der Wii nicht nur eher übersichtlich blieb, sondern auch von dieser neuen Zielgruppe mit massivem Dessinteresse begleitet wurde. Sie hatten ihr Wii Sports und vielleicht noch WiiFit – mehr brauchten sie nicht. Und alle anderen scherzten stattdessen darüber, dass sie mal wieder ihre Nintendo-Konsole abstauben müssten, weil sie darauf schon ewig nichts mehr gespielt haben.

Gleicher Ansatz, neuer Look

Nintendo Switch (Herstellerbild)

Grundsätzlich erscheint mir die NSC (keine Ahnung, was die offizielle Abkürzung ist) einfach nur eine Weiterentwicklung der WiiU zu sein. Das ist auch erst einmal nicht schlecht. Warum eine Konsole und einen Handheld kaufen, wenn ich beides in einem habe? Der WiiU-Controller war nur einfach nicht wirklich handlich. Da gefallt mir die NSC mit den Joy-Con-Controller wesentlich besser (und sieht etwas handlicher aus). Und Zuhause dann sogar noch optionales Controllerfeeling durch die Joy-Con-Halterung (wieder so ein blöder Name) oder den Pro Controller, so muss das sein!

Ich finde diese vollkommen modulare Idee also nicht nur in Bezug auf die Konsole, sondern auch die Controller durchaus cool. Es steigt zwar die Gefahr, dass man eines der drei Teile verliert aber so ist das ja immer. Dass die Abwärtskompatibilität nur digital ist, weil das System wieder Cartridges benutzt und man vermutlich wieder alles neu kaufen muss (Nintendo halt) ist natürlich doof. Andererseits kann ich mir durchaus vorstellen sowohl eine WiiU im Hause zu haben als auch eine NSC – schon allein weil wahrscheinlich so einige jetzt ihre WiiU samt kompletter Spielesammlung billig bei eBay raushauen werden :smile: . Außerdem ist es völlig legitim mal wieder einen Cut zu machen, denn seien wir mal ehrlich: Wer will schon Wii Sports mit der NSC spielen?

Die ganze Thematik mit dem kostenpflichtigen Onlineservice sehe ich hingegen kritisch. Nicht, weil ich nicht bereit wäre dafür zu bezahlen (ich habe seit Jahren ein Xbox Live Abo). Mein Problem liegt in der Kombination aus „Nintendo“ und „Onlineservice“. Wenn ich wieder (gefühlt) 200-stellige Friendscodes für jedes Spiel einzeln eintippen muss, dann geht mir so langsam die Hutschnur hoch. Kindersicherung schön und gut – das muss einfach bessergehen. Und natürlich bitte endlich nur ein Account auf dem dann für alle Ewigkeit meine gekauften Spiele jederzeit wieder herunterladbar sind.

Die Spiele

Zelda: Breath of the Wild (Herstellerbild)

Am 3. März 2017 soll die kleine schwarze dann im Regal stehen. Das Launch-Lineup von Nintendo für die Switch ist mit zwei Titeln durchaus übersichtlich. Wobei sie mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild natürlich ein massives Schwergewicht mit dabeihaben, welches bei der WiiU eindeutig gefehlt hat. New Super Mario Bros. U ist da einfach kein Vergleich wie ich finde. 1-2 SwitchWii Sports. Der Rest der insgesamt 10 Launchtitel? Nun, hauptsächlich Ports von schon lange auf anderen Plattformen veröffentlichten Titeln. Einzig Super Bomberman R würde mich persönlich noch reizen.

Andererseits behauptet Nintendo, dass das dieses Mal tatsächlich so geplant war. Der Gedanke: Lieber einen regelmäßigen Schub an Neuveröffentlichungen haben und damit ständig im Gespräch sein statt nur hin und wieder. Diesen Ansatz kann ich auch durchaus nachvollziehen, wenngleich er sicherlich dem ein oder anderen Hardcoregamer nicht passen wird, der The Legend of Zelda: Breath of the Wind schon fünf Minunten nach Release 100% durchgespielt hat. Und Nintendo hat durchaus noch ein paar Asse im Ärmel dieses Jahr mit Splatoon 2, Xenoblades Chronicles 2 und Super Mario Odyssey (wobei ich das ästhetisch sehr komisch finde). Die Aussage, dass derzeit 100 Spiele bei 70 Publishern in Entwicklung sind, kommentiere ich hingegen mit einem „Ja, und?“. Das war damals bei der WiiU exakt gleich aber am Ende wurden die meisten davon wieder eingestellt. Wenn Nintendo in dem Punkt wieder auf die Nase fällt, dann müssen sie ihr Konzept mal grundsätzlich überdenken.

Fazit

Ich werde mir keine Nintendo Switch zum Releasetag holen, das dürfte aber niemanden verwundern. Gespannt bin ich aber dennoch, ob Nintendo wirklich aus den Fehlern der WiiU gelernt hat und nun zurück zu alten Stärken findet. Und zumindest was ich bislang gesehen habe, macht mich definitiv mehr an als die WiiU. Außerdem interessieren mich die Entwicklung des Onlineservice und die Third-Party-Spieleversorgung brennend.
Und wie seht ihr das? Steht ihr direkt an Tag 1 im Laden oder findet ihr das neue Gerät total doof?

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