Sicarius

Das Crowdfunding-Jahr 2012

Eine schicke Eurobox

Letzte Woche war es mal wieder soweit: Zwei Pakete wurden von der Post geliefert und damit waren zwei weitere Crowdfunding-Projekte für mich erfolgreich abgeschlossen. Das erste Paket enthielt das Buch SNES: A Visual Compendium. Dessen Crowdfunding-Kampagne fand 2017 statt und es ist das mittlerweile fünfte über Kickstarter finanzierte Werk des Verlags Bitmap Books.

Das zweite Paket enthielt amüsanter Weise die physische Box von Grim Dawn. Ja, obwohl das Hauptspiel schon Anfang 2016 veröffentlicht wurde, fehlten die Goodies noch. Der Kickstarter dazu fand sogar schon 2012 statt (die 11. Crowdfunding-Kampagne, die ich je unterstützt habe). Und ja, ich bin weiterhin einer dieser komischen Typen, der nur sehr wenige Spielekampagnen unterstützt, wo es nicht auch eine physische Box dazu gibt.

Erfolgsgeschichte?

Grim Dawn ist aber bei weitem nicht die einzige Kampagne von 2012, bei der ich noch auf die Erfüllung warte. Unterstützt hatte ich damals, zur Hochzeit des Crowdfunding-Booms, satte 58 Projekte (das meiste waren irgendwelche Videospiele). 12 davon konnten das anpeilte Ziel nicht erreichen, bleiben 46 theoretisch erfolgreiche Projekte. Und wie viele davon sind tatsächlich 100% abgeschlossen, sprich das Spiel ist erschienen und ich habe mittlerweile alle Goodies erhalten (unabhängig davon, wie lange es gedauert hat am Ende)? 30 Stück.

Immerhin 65% könnte man es positiv formulieren. Bei fünf weiteren Kampagnen ist zumindest das eigentliche Produkt fertig gestellt worden. Es fehlen „nur noch“ die Goodies. Die Chance, dass die noch eintreffen ist bei drei dieser fünf Projekten aber praktisch null. Bei den anderen zweien besteht zumindest noch eine realistische Chance. Belieben noch 11 Projekte. Weitere fünf davon sind immerhin in irgendeiner Form (Alpha, Beta, Early Access) für mich schon spielbar (ja, darunter auch Star Citizen) und die Kommunikation von Seiten der Entwickler ist weiterhin vorhanden. Nur eines wird wohl nie fertiggestellt: Nekro. Einer der paar Dungeon Keeper-Inspirationen mit interessanten Ideen, die anfangs auf Kickstarter aufgepoppt sind.

Böse Partner

Ein Screenshot aus Nekro

Viel fehlt bis zum Release von Nekro laut dem einzigen kommunikativen Entwickler wohl nicht mehr. Und ich kann tatsächlich bestätigen, dass es bereits sehr gut und fast vollständig spielbar ist. Als das Projekt in die Early-Access-Phase eingetreten ist (und anscheinend auch gut Geld gemacht hat), meinte der zweite Gründer von darkFroge, dass er das Geld alleine verdient hat. Gleichzeitig machte er aber keine Anstalten es dazu zu benutzen, das Spiel zu Ende zu entwickeln. Und wenn sich zwei streiten, kommt am Ende kein fertiges Projekt raus. Das Ergebnis ist ein Titel, den nur Leute spielen können, die rechtzeitig vor der Entfernung aus dem Steam-Shop ihren Key eingegeben haben. Von den physischen Goodies, die niemals das Licht der Welt erblicken werden, will ich erst gar nicht anfangen…

Und damit sind wir bei den verbliebenen sechs Projekten angekommen. Das berühmteste darunter dürfte Neal Stephensons Clang sein, das eine historisch Schwertkampfsimulation werden sollte. Am Ende kam nur ein Prototyp raus und das Thema wurde immerhin offiziell eingestellt. Drei weitere Projekte zeigen zumindest ein gewisses Level an Aktivität (ironischerweise sind alle drei Point & Click-Adventure) mit zwar teilweise größeren Abständen zwischen den Updates aber immerhin sichtbare Fortschritten (oder glaubwürdigen Ausreden). Es ist halt wie es am Anfang der ganzen Crowdfunding-Blase war: Man hat die benötigten Ressourcen völlig unterschätzt. Und vor allem ein Indie-Entwickler kann sich halt nicht so einfach woanders Geld holen. Also wird nur noch in der Freizeit weitergearbeitet.

Das vorletzte Projekt, eine Dokumentation über Dungeons & Dragons, zeigt zwar keine offizielle Aktivität mehr. Man kann aber dank des amerikanischen Justizsystems mitverfolgen was gerade ansteht (alles online einsehbar – da könnte sich unser Rechtsstaat mal eine Scheibe davon abschneiden). Hier haben sich die ursprünglichen Partner nämlich auch verkracht mit dem Ergebnis, dass einer davon eine zweite Crowdfunding-Kampagne zum exakt gleichen Thema startete (mit Erfolg). Jetzt wird darum gestritten, ob das zulässig war und ob er Inhalte von der ersten Doku in seine zweite übernommen hat und so. Der Rechtsstreit dauert seit 2014 an. Die bislang letzte Aktivität war Mitte Dezember 2017. Wird sich also noch hinziehen…

Ewige Entschuldigungen

Was für ein hässliches Cover…

Und dann wäre da zu guter Letzt noch der Autor von High Score, Rusel DeMaria, der offensichtlich nicht so ganz verstanden hat wie die Zeiten heutzutage sind. Es ist nicht so, dass er keine Erfahrung im Schreiben hätte – immerhin 60 Bücher (darunter viele Lösungsbücher) hat er vor allem in den 90igern veröffentlicht. Seine Idee war es entsprechend die 3. Edition seines Lexikons über die Geschichte von Videospielen einfach über Crowdfunding zu finanzieren und dann selbst zu veröffentlichen. Das Ergebnis ist, dass das Buch immer noch nicht wirklich von angefangen wurde.

Das Kickstarter-Geld war ziemlich schnell weg, stattdessen hat er zuerst versucht seine Recherchereisen in Blogform zu hinterlegen und Eintritt zu diesem Blog zu verlangen, anschließend gab es sehr weit auseinanderliegende Updates voller Jammerei. Von wegen, wie schwer es doch ist heutzutage an die Insider-Infos zu kommen, weil er keine Kontakte mehr hat. Dann kam eine Krankheit dazwischen bevor er anfing etwas anderes zu machen. Zuerst hat er die ersten beiden Editionen von High Score etwas aktualisiert und als eBook neu veröffentlicht. Dann hat er zwei Bücher über die Entwicklung der Xbox geschrieben. Alles mit dem Ziel Geld zu verdienen, wieder Kontakte in die Branche zu bekommen und dann endlich High Score – 3rd Edition schreiben zu können.

Ich unterstelle Hr. DeMaria absolut keine böse Absicht. Aber es ist eindeutig, dass er extrem naiv an die Sache rangegangen ist und ich habe extrem wenig Hoffnung, dass sich hier noch etwas tut. Immerhin: Wir 416 Unterstützer (ja, 2012 waren auch die kleinen noch erfolgreich) haben seine drei eBooks kostenlos als Entschädigung bekommen. Mal schauen wann ich dazu komme die 800 Seiten von Game of X zu lesen. Komme ja schon nicht zu den gedruckten Büchern. Wie soll ich da noch mein digitales Zeug schaffen? :smile: .

Zusammenfassung

Fassen wir also noch einmal zusammen: 2012 habe ich 58 Projekte unterstützt, von denen 46 erfolgreich ihr Geld gesammelt haben (und meist mehr). 30 Stück sind abgeschlossen, weitere 10 sind zumindest spielbar, bei 4 Stück ist immerhin noch Kommunikation und Fortschritt vorhanden, eins wurde offiziell eingestellt und nur bei einem ist der Status tatsächlich komplett unklar. Ganz ehrlich: Bevor ich diesen Eintrag angefangen habe, dachte ich, die Rohrkrepiererquote wäre höher. Vermutlich denke ich da mehr an 2013… :smile: .

Allerdings haben wir noch nicht die eigentlich entscheidende Zahl betrachtet: Wie viele von den 35 nutzbaren (abgeschlossen oder es fehlen nur noch ein paar Goodies) Projekten aus dem Jahre 2012 waren am Ende tatsächlich ihr Geld wert? Nun, tatsächlich die meisten würde ich sagen. Richtig bereut habe ich es ausschließlich die Ouya unterstützt zu haben. Da habe ich mich einfach vom Hype mitreißen lassen. Die Pebble wollte ich zwar am Ende auch nicht mehr haben, da habe ich aber meinen kompletten Einsatz wieder erstattet bekommen insofern hege ich hier kein böses Blut.

Weitere schlechte Beispiele

Legends of Aethereus (Herstellerbild)

Vom Ergebnis her ihr Geld nicht wert waren aus meiner Sicht außerdem der Taktik-Shooter Takedown: Red Sabre, das Journalistenbuch Up Up Down Down Left Write, das Pseudo-MMO-Rollenspiel Legends of Aethereus (auch hier sind die Entwickler vom Erdboden verschwunden – immerhin erst nach der Veröffentlichung) und tatsächlich Tropes vs. Women in Video Games.

Letzteres war weniger den Inhalten geschuldet – wenn mal ein Video kam, fand ich es gut -, sondern eher, dass Fr. Sarkeesian das Projekt aus meiner Sicht relativ schnell als lästig angesehen hat und nur noch „Dienst nach Vorschrift“ dafür machte. Sie hat stattdessen den Erfolg und die Aufmerksamkeit, die sie durch den Kickstarter bekommen hat, dafür verwendet ihre eigentliche Webseite Feminist Frequency aufzumotzen und zu pushen. Das fand ich sehr schade. Sie wollte sich am Ende sogar davor drücken die physischen Goodies rauszuschicken („sind die nicht total out heute?“). Nach etwas Protest kam immerhin ein USB-Stick (statt der versprochenen DVD) mit den Episoden in hoher Qualität… Ne, so interessant die Videos und so wichtig die dadurch angestoßene Debatte auch war – nochmal bekommt die Dame von mir kein Geld.

Epilog

Mittlerweile unterstützte ich nur noch wenige Crowdfunding-Projekte (2017 waren es 11 Stück) und wenn, dann nur noch Sachen, wo ich mir relativ sicher bin, dass etwas Gutes dabei rauskommt. Das betrifft vor allem Wiederholungstäter wie der oben erwähnte Publisher Bitmap Books. Da weiß ich nicht nur, was mich erwartet. Ich kann mir außerdem sicher sein, dass ich das Produkt mit allem Drum und Dran am Ende auch erhalte. Und ich muss sagen: Diese Strategie funktioniert bislang sehr gut.

In diesem Sinne: Bis Montag!

Die langerwartete Box

Um das ganze Thema „Crowdfunding“ ist es mittlerweile durchaus sehr ruhig geworden. Nicht etwa, weil der Trend schon wieder abgestorben ist. Nein einfach deshalb, weil er mittlerweile zur Normalität geworden ist. Entweder man macht mit oder man macht halt nicht mit. Es kräht kein Hahn mehr wirklich danach. Kein Wunder: Die Kampagne zum Double Fine Adventure namens Broken Age ist auch schon wieder fast fünf Jahre her.

Seitdem ist der Hype zwar massiv abgeflaut aber es gibt immer noch viele Projekte, die nur dank Kickstarter & Co. überhaupt auf den Markt kommen. Natürlich noch viel mehr, die dort nicht erfolgreich sind. Und freilich ebenso die Titel, die trotz Crowdfunding-Erfolg irgendwie immer noch nicht erschienen sind. Ja, auf die Box von Broken Age haben alle sehr lange warten müssen. Aber in meiner Übersicht stehen definitiv noch mehr 2012er Kampagnen, die bis heute noch nicht 100% abgeschlossen sind. Einige davon werden es wohl auch nie sein. Aber das ist nun einmal das Risiko beim Crowdfunding. Es ist am Ende des Tages eben nur eine Spende und keine Vorbestellung. Warum das so mancher immer noch nicht kapiert hat, will mir nicht in den Kopf gehen.

Der alternative Weg

Es ist für mich auf jeden Fall sehr cool mit anzusehen, dass sich einige Leute dank Crowdfunding erfolgreich ihre Nische geschaffen haben und damit Dinge produzieren, die richtig gut sind. Damit meine ich selbstverständlich nicht nur Spieleentwickler auch wenn ich es durchaus erfreulich finde, dass Leute wie Brian Fargo (inXile Entertainment – Wasteland 3), Swen Vincke (Larian Studios – Divinity: Original Sin) oder die Jungs von Obsidian (Pillars of Eternity II) und Stoic Studio (The Banner Saga) nicht nur mehr Freiheiten haben IHR Spiel mit IHRER Vision zu entwickeln (der Publisher erfüllt nur noch die Funktion, die er anfangs hatte – das Vertreiben des Titels), sondern parallel viel positive Bestätigung für ihre Arbeit erhalten, weil das Ergebnis am Ende richtig gut geworden ist.

Mal abgesehen davon, dass die Community ein größeres „Besitzgefühl“ dadurch entwickelt, weil sie mehr oder weniger aktiv mitgewerkelt haben. Wie schrieb Swen Vincke nach der Veröffentlichung von Divinity: Original Sin so schön? „We couldn’t have achieved this level of success without the help of all our Kickstarter backers“.

Neben den Spielen finde ich aber vor allem im Buch- und Musikbereich mittlerweile viel Hochwertiges, was es ohne Crowdfunding wahrscheinlich nicht gegeben hätte. Die beiden Verlage Read-Only Memory (The Bitmap Brothers: Universe) und Bitmap Books (Generation 64) sind gute Beispiele für viele interessante Projekte, die am Ende zu hochwertigen und interessanten Büchern über die Spieleindustrie werden, die den Markt (und mein Wissen) massiv bereichern. Aber auch einzelne Sachen wie das mega-interessante A History of the Great Empires of EVE Online von Andrew Groen oder die englischen Übersetzungen der ziemlich einzigartigen Hinter-den-Kulissen-von-Spielen-Büchern von Third Edition Books. Von den ganzen Webcomics, die dank Crowdfunding überhaupt erst in physikalischer Form veröffentlicht wurden ganz zu schweigen. Letzteres ist aber vermutlich wirklich nur für verrückte Sammler wie mich interessant :smile: .

Die Anklage

Ein Teil meiner Crowdfunding-Sammlung

Bei den „Wiederholungstätern“ unter den Crowdfunding-Projekten kommt freilich gerne der Vorwurf auf, warum sie denn schon wieder den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen. Ihr vorheriges Produkt war doch so erfolgreich, da könnten sie den Nachfolger doch sicherlich mit den Gewinnen finanzieren. Ich teile diese Meinung logischerweise nicht. Zum einen kann selbst bei einem erfolgreichen Projekt am Ende nicht genug für den Nachfolger übrigbleiben, schließlich gibt es mehrere Varianten von Erfolg – der finanzielle kann durchaus trotzdem ausbleiben. Es geht aber auch nicht unbedingt nur darum das Projekt überhaupt über die Bühne zu bringen. Im Gegenteil heißt es in diversen Nachfolger-Crowdfunding-Kampagnen klipp und klar, dass ein Grundbetrag bereits vorhanden ist und das Produkt auf jeden Fall erscheinen wird mit oder ohne Erfolg der neuen Kampagne.

Mit dem zusätzlichen Geld und vor allem der zusätzlichen Aufmerksamkeit kann der Hersteller aber nun einmal noch ein Quäntchen mehr Qualität herauskitzeln bzw. wieder die Community stärker mit einbinden. Und diesen Ansatz finde ich super. Vor allem deshalb, weil ansonsten die ganzen Leute am Ende jammern würden, warum der Nachfolger nicht 100mal besser ist oder eine ähnliche Kritik. Aber auch, weil er seinen gewünschten Effekt hat. Natürlich hätte Sam Dyer (Bitmap Books) nach dem Erfolg von Commodore 64: a Visual Compendium alle weiteren Bücher aus eigener Tasche produzieren können. Sie wären jedoch nicht annähernd so umfangreich geworden wie sie es nun dank der (massiv) überfinanzierten Kickstarter-Kampagnen. Da habe ich als Käufer doch nur Vorteile: Ich weiß, dass der Anbieter schon mehrere Kampagnen erfolgreich durchgeführt und abgeliefert hat. Ich kenne die Qualität, die er bietet und ich kriege gleichzeitig mehr für den gleichen Preis. Das einzige Negative bleibt, dass ich ihm das Geld vorab geben muss. Und ja: Natürlich könnte trotz der ganzen Erfahrung das aktuelle Projekt in die Hose gehen. Dennoch unterstütze ich in so einem Fall bereitwilliger als bei einem unbeschriebenen Blatt. Das seht ihr logischerweise auch an meiner Crowdfunding-Übersicht, die mittlerweile gefühlt nur noch von Nachfolgern erweitert wird :smile: .

Fazit

Eine aktuelle Kampagne, die ich unterstütze

Was lässt sich also nach fünf Jahren Crowdfunding sagen? Nun, die Masse an Mist ist freilich nicht weniger geworden. Die Erfolgschancen stehen allerdings schlechter für sie, denn das Absterben des Hypes hat dazu beigetragen, dass die Köpfe auf beiden Seiten etwas kühler geworden sind. Plus natürlich dank der vielen Sicherheitsmaßnahmen, die aufgrund der Anfangsprobleme von den Crowdfunding-Plattformen eingeführt wurden. Dadurch ist eindeutig die Qualität angestiegen und die Wahrscheinlichkeit, dass das Finanzierte auch tatsächlich erscheint. Bei mir ist beispielsweise 2015/2016 nichts mehr dabei was nicht entweder schon da ist (vor allem bei Büchern geht es mittlerweile sehr fix) oder wo ich sagen würde, dass es niemals kommt. Und auch wenn der eine oder andere Rohrkrepierer dabei war: Insgesamt bin ich mit dem Ausstoß der letzten fünf Jahre sehr zufrieden.

Es ist natürlich weiterhin nicht jedermanns Sache und am Ende des Tages gibt es die vollständige Sicherheit nur, wenn man mit dem Kauf bis nach dem Release wartet. Aber ich finde es sehr gut, dass sich Crowdfunding als echte Alternative zum klassischen Publisher-Verhältnis im Mainstream etabliert hat und so nicht nur Innovationen gefördert werden, sondern auch einfach bessere Produkte, weil sie ohne großen Marktdruck entstehen können.

Die Halbzeit des Jahres 2013 ist erreicht und immer mehr Kickstarter-Projekte aus dem vergangenen Jahr nähern sich dem Ende oder zumindest einem spielbaren Stadium. Ganz aktuell ist beispielsweise Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards: Reloaded in die Beta-Phase eingetreten. Erscheinen soll es am 31. Mai. Zu Grim Dawn, dem geistigen Nachfolger von Titan Quest, ist am Mittwoch auch die erste spielbare Alpha-Version veröffentlicht worden und am gleichen Tag kam die Bedrock Beta (im Prinzip auch nicht mehr als eine Alpha) von War for the Overworld raus. Ihr wisst schon, der Dungeon Keeper 2-Klon. Und nach der ersten Stunde mit allen drei Titeln kann ich definitiv ein positives Fazit ziehen.

Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards: Reloaded

Screenshot aus Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards: ReloadedAuf den ersten Blick sieht es aus wie ein Hochglanz-Remake (HD-Comic-Grafik, Sprachausgabe, intuitivere Bedienung) des berühmten ersten Teil von 1987. Tatsächlich wurde das Kickstartergeld ($655.182) auch dazu verwendet quasi einen Director’s Cut des Spiels zu machen. So gibt es ein neues Mädel namens Jasmine, das ihr erobern könnt (beziehungsweise es versuchen) sowie mehrere zusätzliche Locations und damit auch Rätsel. Außerdem wurden ein paar alte Rätsel überarbeitet und entsprechend verändert weil sie entweder völlig überholt sind oder schlicht schon damals schlecht designed.

Veteranen finden sich aber natürlich trotzdem gleich wieder zurecht und können das ein oder andere Rätsel sicherlich noch aus dem Gedächtnis lösen. Die Bedienung entspricht hingegen nun dem modernen Point ’n‘ Click-Standard. Vorbei die Zeiten, in denen ihr einem Parser Textbefehle erteilt habt. Und auch der spielerische Anspruch wurde nur unmerklich zurückgeschraubt. Ich scheitere teilweise bereits bei der Altersabfrage am Anfang, bei der ihr aus fünf Allgemeinwissenfragen drei richtig beantworten müsst, um zu überprüfen ob ihr tatsächlich so alt seid wir ihr behauptet. Sterben ist wie zu Sierras Zeiten etwas, das ihr oft tun werdet. Sowohl mit Absicht (sind wieder sehr lustige Sequenzen) oder ohne. Dass das Taxi euch im ersten Bildschirm überfährt, wenn ihr auf die Straße geht, das wusste ich beispielsweise noch und bin trotzdem auf losgelaufen :smile: . Aber anders als damals, wo ihr dann das Spiel wieder von Anfang an starten musstet, werdet ihr sogleich wiederbelebt.

Ansonsten gibt es im Prinzip nicht viel mehr dazu zu sagen. Was ich bislang gespielt habe macht einen hervorragenden Eindruck in allen Belangen (auch die englische Sprachausgabe ist überraschend gut). Wer sich also noch für den lieben Larry interessiert, er hatte in den letzten Jahren nicht gerade viel Erfolg mit seinen Spielen (mit Recht natürlich), sollte sich das Remake definitiv mal anschauen. Wenn ihr natürlich Larry und seinem pubertären Humor nicht mögt, dann lasst lieber die Finger davon, egal wie sehr ihr Adventures liebt.

Grim Dawn

Screenshot aus Grim DawnHolla die Waldfee sieht das genial aus und läuft trotzdem auf höchsten Details rund. Aber das war ja bei Titan Quest damals auch nicht viel anders. Vom Stil her erinnert es sehr stark an Diablo II. Also nicht kunterbunt, sondern schon realistischer und dunkler. In Sachen Atmosphäre orientiert sich der Titel aber ganz klar mehr an europäischen Rollenspielen und weniger an Blizzards Machwerken. Entsprechend detailliert kommt die Umgebung daher. Das geht sogar so weit, dass es unterschiedlich große Wasserpfützen gibt, die sogar reagieren, wenn ihr hindurchlauf. Sehr schick. Die Perspektive ist hingegen klassisch isometrisch, was auch einfach zu so einem Action-Rollenspiel am besten passt. Die Kamera lässt sich jedoch zoomen und frei drehen.

Spielerisch ist hingegen bislang gewohnte Action-Rollenspiel-Kost, von der es vielleicht aktuell ein wenig viel gibt. Aber gut: Vor allem wer Titan Quest gespielt hat (Warum hast du’s da in der letzten Reihe nicht gespielt?! Du Drecksack!) fühlt sich sofort heimisch. Auch das Skillsystem funktioniert ähnlich. Statt am Anfang des Spiels eine Klasse zu wählen, wählt nach den ersten paar Leveln eure erste Skillklasse und später dann noch eine zweite und kombiniert sie quasi. Jede Skillklasse hat dann noch einmal mehrere Skilltrees aus denen ihr euch dann eure Talente zusammenbasteln nach Wunsch zusammenbasteln könnt, um euren ganz individuellen Charakter zu bekommen.

Ich werde mit der Alpha und der Beta jetzt zwar voraussichtlich nicht immens viel Zeit verbringen, was aber einfach daran liegt, dass ich noch so viel andere fertige Produkte zu spielen habe. Aber auch hier kann ich nur festhalten, dass mir sehr gut gefallen hat, was ich bislang gesehen habe. Grim Dawn scheint ganz klar wieder die Stärken von Titan Quest zu besitzen und gleichzeitig die Fehler von damals auszumerzen. Könnte definitiv wieder ein Geheimtipp sein, der uns am Ende des Jahres erwarten wird. Blöd nur, dass mit Divinity: Original Sin natürlich gleichzeitig ein wahrscheinlich sogar noch interessanter Titel ins Haus steht. Und wer hat schon noch die Zeit zwei Action-Rollenspiele so richtig zu zocken.

War for the Overworld

Screenshot aus War of the OverworldDer Titel des Spiels ist ein direkter Bezug auf Dungeon Keeper III: War for the Overworld. Dem Spiel, das am Ende von Dungeon Keeper 2 angedeutet, aber dann bekannt nicht entwickelt wurde. Die Jungs von Subterranean Games wollten ursprünglich sogar einen offiziellen dritten Teil basteln, bekamen aber von EA nicht die Lizenz. Das hält sie aber definitiv nicht davon ab sich sehr, sehr nah am inoffiziellen Vorgänger zu orientieren. Das fängt schon bei der Grafik an, die sofort an Teil 2 erinnert. Und leider bislang nicht so viel besser aussieht im Vergleich, wie ich erwartet habe. Ich hoffe, da passiert bis zur Veröffentlichung doch noch das ein oder andere.

Spielerisch ist die aktuelle Version noch äußerst rudimentär und hat auch definitiv noch starke Schwächen neben unzähligen Bugs. Es gibt derzeit nur vier Räume, fünf Kreaturenarten, die noch keine speziellen Kampftalente besitzen und nur ein Hunger- und Schlafbedürfnis haben, sowie zwei Heldentypen gegen die ihr euch zur Wehr setzen müsst. Dennoch muss ich ehrlich zugeben, dass ich selbst damit bereits meinen Spaß hatte. Es macht definitiv auch 14 Jahre nach Dungeon Keeper 2 immer noch Laune sich durch den Untergrund zu graben, Nutzräume zu bauen und den eigenen Kreaturen beim Tagewerk zuzuschauen. Der berühmte First-Person-Modus ist glücklicherweise auch bereits mit drin (wenngleich mit Clippingfehlern), damit ich mein Werk auch so richtig genießen kann. Und alles geht abseits von kleineren Problemen (ihr seht noch nicht wo ihr was baut, das Interface lässt sich nur in einem bestimmten Modus benutzen, etc.) auch wie damals einfach und schnell von der Hand. Es hat keine 30 Minuten gedauert, da hatte ich bereits eine florierende Basis am Laufen. Leider fehlt derzeit noch die Speicherfunktion.

Ich muss aber ganz klar betonen, dass die Entwickler noch extrem viel vor sich haben. Den angepeilten Release im 3. Quartal 2013 sehe ich derzeit nicht als Realistisch an wenn am Ende dann auch tatsächlich ein würdiger Nachfolger rauskommen soll. Und ich würde mir auch definitiv wünschen, dass die Entwickler vor allem bei der Grafik doch noch etwas nachbessern. Es sieht zwar nicht grottig schlecht aus. Aber gleichzeitig auch nicht wie ein Spiel aus dem Jahre 2013. Leute wie Azzkickr dürfen sich aber dennoch bereits kleine Hoffnungen machen :smile: . Wenn die Beta etwas weiter fortgeschritten ist, mache ich vielleicht auch mal ein Video, damit ihr selbst euch einen besseren Eindruck davon machen könnt.

Ich muss wirklich langsam aber sicher mal zu Pötte kommen mit der Kickstarter-Nachlese. Sonst werden wir ja nie fertig. Wobei derzeit nur noch ein Kickstarter offen ist. Gibt es vielleicht dann endlich mal eine Pause? Vermutlich nicht. So weit war ich schon einmal, dann starteten innerhalb von wenigen Wochen wieder ein paar hochkarätige Projekte, die ich natürlich unter allen Umständen unterstützen musste. Welche das waren? Nun, soweit sind wir noch nicht. Heute stehen stattdessen diese 13 Kickstarter im Fokus:

    Konzeptzeichnung zu Jack Houston and the Necronauts

  • Jack Houston and the Necronauts (Warbird Games, 26.06. – 10.08.2012)
    Status: In Arbeit

    Noch ein Adventure?! Okay, langsam wird es echt ein wenig zu viel. Man könnte fast meinen Kickstarter wäre nur für Adventures und Rollenspiele da. Aber gut. Immerhin hat Jack Houston and the Necronauts abseits des gewohnten, verbgesteuerten Point & Click-Systems ein paar besondere Merkmale. Da wäre zum einen das ungewöhnliche Pulp Sci-Fi-Setting (denkt an Flash Gordon oder generell Sci-Fi aus den 50igern) mit dem namensgebenden Jack Houston als erster Mensch auf einem fremden Planeten voller Gefahren. Zum anderen verwenden die Entwickler (digital nachbearbeitete) Stop-Motion-Aufnahmen für alle Animationen im Spiel und bauen wohl auch alle Szenen als Sets nach. Das Ergebnis soll so ein richtiges Old-School-Sci-Fi-Feeling sein. Die ersten Videos dazu sehen auch interessant aus.

    In die Nachrichten ist das Spiel kurz nach dem Kickstarter gekommen, weil gut 10.000 US-Dollar nicht bei den Entwicklern ankamen. Stattdessen versteckten sich dahinter nicht gültige Kreditkarten und dergleichen. Entsprechend hätten sie ihr Ziel eigentlich gar nicht erreicht, was auch ein massives Problem für sie darstellte, da sie trotzdem die ganzen Gebühren an Amazon/Kickstarter zahlen mussten ohne gleichzeitig tatsächlich die komplette Kohle zu erhalten. Glücklicherweise kam dann durch die Berichterstattung in den Medien über PayPal noch eine schöne Summe zusammen, die die ungedeckten Schecks ausgeglichen hat.

  • Bad Dudes 2 (Pinstripe Games, 09.07. – 08.08.2012)
    Status: Kickstarter nicht erfolgreich

    Teil 1 kenne ich nicht. Weder die Arcade-Version noch die Konsolen-/Heimcomputerumsetzungen habe ich je gesehen geschweige denn gespielt. Aber die Aussicht mal wieder ein richtiges Beat ‚em Up vom Schlage eines Double Dragon zu spielen war durchaus verlockend. Andererseits war schnell klar, dass die Jungs von Pinstripe Games nicht unbedingt die große Erfahrung haben. Der Kickstarter wurde während seiner Laufzeit mehrfach überarbeitet und damit auch das Design des Spiels. Hinzu kommt, wie ich jetzt erst im Nachhinein herausgefunden habe, dass die Jungs bereits für ein anderes Spiel einen damals erfolgreichen Kickstarter durchgeführt haben. Dieses Spiel (Jesh) ist bis heute nicht erschienen! Entsprechend ist es ganz gut, dass Bad Dudes 2 nicht geklappt hat.

  • SpaceChem (Zachtronic Industries, 15.07. – 30.07.2012)
    Status: Abgeschlossen

    Das Spiel an sich ist bereits 2011 erschienen und hat sehr schnell seine Fans gefunden. Vermutlich vor allem unter Wissenschaftlern :smile: . Es handelt sich nämlich um ein Puzzle-Spiel in dem ihr aus Atomen Moleküle für einen Reaktor bildet. Dazu müsst ihr auf einer Input-Seite den Prozess so designen, dass eben im Output dann das richtige rauskommt. Gar nicht so einfach sag ich euch. Im Kickstarter ging es nun schlicht darum das Spiel mitsamt seinem DLC auf eine CD zu pressen und in ein Keep Case zu stecken. Und als Fan von Boxed Copies habe ich natürlich nicht lange überlegt und zugeschlagen. Im Paket war dann sogar als kleiner Bonus noch eine Papiervariante des Spiels. Sehr cool.

  • Herstellerbild zu Volgarr the Viking

  • Volgarr the Viking (Crazy Viking Studios, 23.07. – 23.08.2012)
    Status: Spielbare Beta-Version

    Ein Old-School-Hack-’n’-Slash-Game oder besser ausgedrückt ein 2D-Side-Scrolling-Arcade-Action-Titel. Okay, das war jetzt auch nicht hilfreicher. Ihr spielt einen Wikinger, bewegt euch seitwärts durch einen 2D-Level im Retrolook, überwindet (=springt über) Hindernisse, sammelt dabei Schätze ein und besiegt haufenweise Gegner inklusive beeindruckender Bossmonster. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich dabei auf dem Niveau eines Dark Souls, wenngleich die Entwickler im Vergleich zu den Vorbildern wie Ghost ‚N Goblins durchaus Zugeständnisse machen. So könnt ihr einen Helm und ein Schild finden, dank derer ihr nicht nur Zugriff auf Spezialattacken erhaltet, sondern auch mehr Treffer aushaltet. Die Alpha- und Betalevels sind trotzdem bockschwer. Habe bis jetzt noch kein einziges geschafft durchzuspielen.

  • Ouya (Ouya Inc., 10.07. – 09.08.2012)
    Status: Kurz vor dem Versand

    Mal wieder so ein Kickstarter, bei dem ich mich im Nachhein definitive frage, was mich dazu geritten hat ihn zu unterstützen. Vor allem gehörte ich von Anfang zu der Fraktion, die ganz klar gesagt hat, dass das in die Hose geht. Eine Einschätzung, die durch die ersten Berichte und Tests mit Vorabgeräten leider durchaus bestätigt werden. Und dann kommt noch hinzu, dass ich schon grundsätzlich gar nicht weiß wofür ich eine Android-Konsole überhaupt brauchen sollte. Ich werde mir sicher nicht noch einmal alle KairoSoft-Titel dafür kaufen, nur um sie auf dem großen Bildschirm spielen zu können. Und dann gibt es ja noch diesen Free-2-Play-Zwang für das Ding, womit sie sowohl für Entwickler als auch Spieler noch einmal uninteressanter wird. Naja, jetzt kann ich es nicht mehr ändern.

  • Project Giana aka Giana Sisters: Twisted Dreams
    Status: Abgeschlossen

    Ich kenne das Original immer noch nicht, aber die iPhone- und die NDS-Umsetzungen des Jump ’n‘ Runs habe ich gerne gespielt. Dazu kam noch die Ankündigung, dass der Soundtrack von der SID-Metal-Band Machinae Supremacy eingespielt wird und schon habe ich meine Kreditkarte gezückt. Eine Investition, die ich bekanntlich nicht bereut habe. Giana Sisters: Twisted Dreams hat von mir schließlich den NOCA für das Beste Jump ’n‘ Run des Jahres 2012 erhalten.

  • Wings: Director’s Cut (Cinemaware, 10.08. – 11.09.2012)
    Status: Kickstarter nicht erfolgreich

    Hype. Sonst nix. Ich habe bis heute keinen einzigen Cinemaware-Titel gespielt und weiß nur das, was ich in Büchern gelesen und vom Retro Hunter in seinen Videos erfahren habe. Da aber gefühlt geschlossen die gesamte deutsche Spielejournalistenbranche das Projekt unterstützt hat, habe ich halt auch trotz aller Bedenken mal mein Geld mit in den Topf geworfen. Die Updates während des Kickstarters haben mich auch nicht wirklich vom Spiel überzeugt. Entsprechend bin ich nicht unbedingt traurig darüber, dass es am Ende kein Erfolg wurde.

  • Herstellerbild zu Broken Sword - The Serpent’s Curse

  • Broken Sword – The Serpent’s Curse (Revolution Software, 23.08. – 22.09.2012)
    Status: In Arbeit

    Hatten wir heute schon ein Adventure? Ja? Ach ihr wisst doch: Doppelt hält besser. Übrigens auch wieder so ein Kickstarter von einem Nachfolger, bei dem ich keinen der Vorgänger wirklich gespielt habe. Ich besitze sie zwar und habe auf dem iPhone den Director’s Cut von Teil 1 auch schon ein bisschen angedaddelt. Aber bierernste Adventures sind auch heute immer noch nicht so mein Ding, wenn sie nicht gerade The Longest Journey heißen :smile: . Aber trotzdem ein Projekt, dass ich gerne unterstützt habe. Und das nicht nur weil es schon wieder ein Adventure ist, sondern auch wegen Revolution Software und der damit verbundenen Aussicht auf ein baldiges Erscheinen von Beneath a Steel Sky 2. Davon habe ich den Vorgänger nämlich gespielt :smile: .

  • Planetary Annihilation (Uber Entertainment, 15.08. – 14.09.2012)
    Status: In Arbeit

    Ich sehe einen komischen Trend in der heutigen Auflistung. Total Annihilation habe ich nämlich auch nie gespielt. Ja, ich besitze es noch nicht einmal bislang. Aber immerhin: Die Supreme Commander habe ich gespielt. Also ganz unwissend bin ich dann doch nicht, wenn es um das Thema globale Echtzeitstrategie geht. Und Planetary Annihilation ist, wie der Name sicherlich auch andeutet, seit langem mal wieder ein Vertreter dieses speziellen RTS-Genres. Während anderswo der Trend zu wenigen, aber starken Einheiten geht, geht hier unter 100 Einheiten gefühlt nichts. Außerdem ist euer Spielfeld nicht nur ein kompletter Planet, sondern gleich mehrere und das gleichzeitig und in einem Match! Ich habe keine Ahnung, wie man da dann noch den Überblick behalten soll, aber es klingt äußerst cool.

  • A How-To Guide for Freelance Video Game Journalists (Nathan Meunier, 06.08. – 08.09.2012)
    Status: In Arbeit

    Der Name sagt doch schon alles. Es ist ein Buch, das Tipps & Tricks für freie Spielejournalisten enthält und von einem erfahrenen Spielejournalisten geschrieben wurde. Gibt glaube ich kein amerikanisches Spielemagazin wo man nicht schon einen Text von Nathan Meunier lesen konnte. Entsprechend habe ich nicht großartig überlegen müssen ob ich das Projekt unterstütze oder nicht und erhoffe mir sehr viele interessante Infos. Mein Fokus ist zwar derzeit mehr auf meine berufliche Karriere bei der Deutschen Telekom gerichtet, aber mein Traum ist es natürlich immer noch mal mein Brot mit Spielejournalismus zu verdienen.

  • Cover von Sensible Software 1986-1999

  • Sensible Software 1986-1999 (Read-Only Memory, 06.09. – 07.10.2012)
    Status: Kurz vor der Fertigstellung

    Mit diesem Kickstarter wurden zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Zum einen wurde die Produktion des Buchs über Sensible Software (Cannon Fodder) finanziert, zum anderen aber auch der Aufbau des Publishers Read-Only Memory und damit die Aussicht auf viele weitere Bücher über altgediente (und vermutlich nicht mehr existente) Entwickler. Da ich bekanntlich ein Faible für Entwickler-Post Mortems beziehungsweise generell Historienbücher über die Spielebranche habe, bin ich sehr auf das Ergebnis gespannt und vor allem darauf was in Zukunft noch so kommen wird. Schon die Updates sind hochinteressant mit ihren vielen alten Fotos, Wiederentdeckungen von verloren geglaubten Material und unzähligen Hintergrundinfos. Außerdem sind die Kickstarter-Videos richtig cool gemacht (im Pixel-Look der Sensible Software-Spiele)

  • Dungeons & Dragons: A Documentary (Iconoscope Films/Westpaw Films, 18.08. – 17.09.2012)
    Status: In Arbeit

    Eine Dokumentation über Dungeons & Dragons von Leuten, die das Pen & Paper-Rollenspiel nicht als abgrundtief böses Material für 40-jährige, kinderschändende Jungfrauen ansehen? Da bin ich doch sofort dabei. Außerdem gilt das gleiche wie oben beim Sensible Software-Buch: Ich mag solch tiefergehende Berichterstattung zu meinen Lieblingsthemen egal ob in Film- oder Buchform und die bisherigen Updates sind alleine bereits hochinteressant und gespickt mit vielen tollen Infos zum Spiel aller Spiele. Bin auch hier äußerst gespannt auf das finale Ergebnis.

  • Project Eternity (Obsidian Entertainment, 14.09. – 17.10.2012)
    Status: In Arbeit

    Obsidian könnte im Prinzip einen Kickstarter aufsetzen, mit dem sie Geld für eine neue Toilette sammeln. Ich würde ihn trotzdem unterstützen. Für mich sind die Californier eines der besten Rollenspielentwickler des neuen Jahrzehnts. Sie haben in den zehn Jahren seit ihrer Gründung zwar erst fünf Spiele auf den Markt gebracht, aber die hatten es allesamt in Sich. Entsprechend ist es natürlich noch wesentlich besser, dass sich hinter Project Eternity keine neue Toilette, sondern wieder ein astreines Rollenspiel versteckt. Besser noch: Ein astreines Rollenspiel, das die Jungs von Obsidian erstmals ohne Publisherdruck entwickeln können. Das lässt mich hoffen, dass das Ergebnis nicht nur gewohnt inhaltlich auf äußerst hohem Niveau, sondern auch technisch (Bugs & Co.) von Anfang an überzeugen kann.

So viel also erst einmal wieder dazu. Am Montag erwartet euch an dieser Stelle mit 99%iger Wahrscheinlichkeit endlich die langangekündigte siebte Ausgabe von Christoph spielt mit Star Trek. Und wenn die Technik mitspielt (= die Spiele laufen), kommen die Folgen 8 (Far Cry 3: Blood Dragon) und 9 (Mars: War Logs) direkt danach. Werde heute mal wieder einen Aufnahmemarathon machen :smile: .

Sicarius

Kickstarter-Nachlese #3

Am Dienstag habe ich mal den iCe besucht (Malyce war auch da) und habe mir seinen 60″-Fernseher angeschaut. Ich würde sagen Azzkickr, da hast du noch was nachzuholen :smile: . Allerdings: Einen Computer würde ich da persönlich nur noch dran anschließen, um Gamepad-Titel über Steams Big Picture-Mode zu spielen. Aber einen allgemeinen Windowsalltag halte ich bei der Größe dann doch für ziemlich unmöglich. So groß lassen sich die Icons bestimmt nicht zoomen, dass ich gleichzeitig 10 Meter davon entfernt sitzen kann. Aber mal schauen was Azzkickr und Dod mir für ein Monstrum empfehlen, wenn es dann endlich mal an den Rechnerkauf geht und damit auch auf die Suche nach einem moderneren Hauptmonitor.

Ob das Thema bis zur Laberecke durch ist und meine Gäste dann das neue Setup schon erleben können, weiß ich aber noch nicht. Intels Haswell verspätet sich aufgrund von Problemen beziehungsweise die bereinigten Boards kommen meines Wissens nicht mehr im Juni, also ist an eine Bestellung frühestens im Juli zu denken. Und da ich im August dieses Jahr mal wieder überhaupt keine Zeit habe, denke ich tatsächlich darüber nach die Sache einfach bis Mitte September oder gar Anfang Oktober zu verschieben. Doch wie heißt es so schön: Schaumma.

Das Thema

Es wird dringend mal wieder Zeit mit der Kickstarter-Nachlese weiterzumachen. Im letzten Eintrag dazu am 28. Januar waren wir bei 31 von 61 Projekten für 2012 angekommen. Insgesamt bin ich mittlerweile schon bei 75 Stück und jedes Mal wenn ich denke, dass endlich eine Flaute kommt, startet das nächste interessante Projekt. Ich weiß: #1stWorldProblems, wie die hippen Jugendlichen heutzutage sagen würden. Lassen wir das Gejammere also einfach sein und kommen wir zum dritten Teil der Nachlese und damit den nächsten sechs Projekten, die ich unterstützt habe:

    Herstellerbild zu Quest for Infamy

  • Quest for Infamy (Infamous Quests, 06.06. – 06.07.2012)
    Status: In Arbeit

    Ein Adventure (ja, schon wieder) / Rollenspiel-Mix vom Schlage eines King’s Quest. Das betrifft nicht nur das Spielprinzip, sondern auch die Retro-Grafik. Die Jungs hinter dem Projekt sind in der Hinsicht allerdings nicht unerfahren, sind sie doch verantwortlich für die (Fan-)Remakes von King’s Quest III und Space Quest 2. Ich selbst war zwar nie wirklich ein Sierra-Adventure-Spieler (definitiv immer mehr in der kunterbunten LucasArts-Ecke), aber die Screenshots und vor allem die Demo haben einen guten Eindruck hinterlassen. Und wie sage ich immer wieder gerne? Gute Adventures kann es nie genug geben :smile: .

  • Alpha Colony (DreamQuest Games, 14.06. – 15.07.2012)
    Status: 1. Kickstarter abgebrochen, 2. Fehlgeschlagen

    Von dem Spiel habt ihr sicherlich gehört, weil beim zweiten Versuch lächerliche 28 US-Dollar zum Ziel gefehlt haben. Das ging ja massiv durch die Medien und viele diskutierten darüber, ob man da nicht eine Ausnahme machen könnte und dergleichen. Meine Meinung ist ganz klar: Egal ob 1 oder 100.000 Dollar noch zum Ziel fehlen: Sie fehlen und damit ist das Thema erledigt. Almosen gibt’s nicht. Auch nicht von mir, denn ich habe den zweiten Kickstarter schon nicht mehr unterstützt (es sind also quasi meine 28 US-Dollar, die gefehlt haben). So überzeugt war ich dann doch nicht vom Spielkonzept eines modernisierten M.U.L.E. und den Entwicklern dahinter. Zumal sie den, aus meiner Sicht klassischen FAux Pax gemacht haben und beim zweiten Versuch ihr angestrebtes Geldziel gesenkt haben. Und das ist für mich genauso ein schlechtes Zeichen wie iPhone-/Android-Spiele, die plötzlich noch eine PC-Version reinpacken. Das kann nur schiefgehen. Entweder ich brauche das Geld, oder das Projekt wird so massiv zusammengeschnitten, dass man es auch gleich sein lassen kann.

  • HeXit (CyberphobX, 06.06. – 11.07.2012)
    Status: Kickstarter fehlgeschlagen

    Ich weiß absolut nicht, was mich dazu geritten hat das Projekt zu unterstützen. Wahrscheinlich wurde ich von der knapp bekleideten Titelfigur geblendet. Oder generell von der Aussicht auf ein nettes SciFi-Point-and-Click-Adventure (Dreamfall Chapters war da ja noch in weiter Ferne). Aber abseits davon ist es im Nachhinein betrachtet doch ganz gut, dass der Kickstarter nicht erfolgreich war. Außer einer Tussy mit dicken Titten war da nicht wirklich viel interessantes. Immerhin: Das Spiel soll Ende 2014 trotzdem erscheinen. Und wer weiß, vielleicht kommt dann ja doch was halbwegs Anständiges raus. Wenn ich allerdings die Ankündigung von wegen „Sandbox Gameplay“ lese, dann wohl doch eher nicht :smile: .

  • Paper Sorcerer (Ultra Runaway Games, 09.06. – 09.07.2012)
    Status: Spielbare Beta-Version

    Ein klassischer Dungeon Crawler und dann auch noch ein Dungeon Crawler mit einer einzigartigen Optik. Das komplette Spiel wurde nämlich per Hand gezeichnet. Klar, unter den Leveltexturen verstecken sich trotzdem 3D-Objekte. Aber dennoch gibt es dem ganzen einen sehr interessanten Look. Ansonsten ist die Geschichte um einen Zauberer, der aus einem Gefängnis entkommen muss jetzt zwar nicht innovativ, aber sehr klassisch erzählt. Sprich sehr viel (erklärender) Text, alles sehr minimalistisch und eben wie früher die alten Dungeon Master-Spiele. Nur mit dem Unterschied, dass ihr euch dauerhafte Hilfe beschwören könnt (Skelette, Minotauren, etc.) und so langsam aber sicher eine starke Truppe zusammenbastelt. Die äußerst kurze Beta-Version hat definitiv schon Spaß gemacht.

  • Herstellerbild zu Jetpack 2

  • Jetpack 2 (Adept Software, 12.07. – 09.09.2012)
    Status: 1. Kickstarter abgebrochen, der 2. war erfolgreich

    Den zweiten Versuch habe ich mal wieder nicht mitgemacht weil die Boxed Copy rausgeschmissen wurde. Das ist etwas schade, weil das Spiel an sich einen weit fortgeschrittenen und auch guten Eindruck machte. Das Original kenne ich zwar nicht, aber es sah nach einem spaßigen Arcade-/Jump ’n‘ Run-Titel aus. Wie der Name schon sagt, kontrolliert ihr einen Typ mit einem Jetpack und müsst euren Weg durch die mit Fallen und Gegner gespickten Level finden und dabei diverses Zeug aufsammeln, um eure Highscore nach oben zu treiben. Ganz klassisch eben. Werde ich auf jeden Fall weiter bis zum Release im Auge behalten.

  • Legends of Aethereus (ThreeGates Studios, 22.06. – 22.07.2012)
    Status: Spielbare Beta-Version

    Mir waren die LARPenden Entwickler sehr sympathisch und ich fand ihre Videos im Verlauf der Kampagne amüsant. Das Spiel an sich ist ein Action-Rollenspiel aus der Third-Person-Perspektive mit einem starken Fokus auf Koop und „Kein Rollenspiel für Weicheier“. Letzteres hat mich im Pitch ein bisschen genervt (Komfort != Casualmist), aber dafür klang die Idee eine eigene Stadt zu besitzen und diese auch individuell gestalten zu können cool. Der Rest ist klassische Action-Rollenspiel-Kost, die auch definitiv Spaß macht (die Einzelspieler-Beta lief vor einigen Monaten, mittlerweile spiele ich [solo] die Multiplayer-Beta) und sich grafisch auch nicht verstecken muss. Vom inhaltlichen Anspruch geht es zwar wohl mehr in Richtung Diablo und weniger Gothic, aber es ist nicht ganz so ein extremer Hochglanzmist wie The Elder Scolls-Serie. Kann ich nur empfehlen mal im Auge zu behalten. Ich habe sogar vier Keys für die Beta-Version und später auch die Vollversion. Wer sich also gut mit mir stellt, der kriegt vielleicht einen davon ab :smile: .

Und damit wären wir auch schon wieder am Ende des Eintrags angekommen. Ich überlege mir übrigens auch solche Spiele im Rahmen von Christoph spielt vorzustellen. Hat ja nicht jeder Zugriff auf die dazugehörigen Alpha- und Betaversionen, entsprechend interessant könnte es sein beispielsweise eine Unterkategorie „Christoph spielt eine Vorschauversion“ einzuführen und da dann auf das Intro mit Unboxing zu verzichten. Aber das ist derzeit nur eine Überlegung und noch nichts konkretes dahinter. Über Kommentare/Vorschlage eurerseits in dieser Hinsicht würde ich mich wie immer freuen.

Ich wünsche ein angenehmes Wochenende (es soll wohl regnen) und wir lesen uns am Montag wieder. Mit etwas Glück gibt es vielleicht sogar am Montag bereits eine neue Folge von Christoph spielt in neuem Gewand (Erste Version eines Intro, neuer Hintergrund für die Realsequenzen Unboxing und Fazit) und mit Star Trek als Thema. Mal schauen wie viel Zeit und Lust ich habe. Zumal das Spiel den ersten Berichten zufolge nicht der Brüller ist. Aber ich habe auch ehrlich gesagt nichts anderes erwartet.

Nächste Seite »