Wie? Es ist schon fast wieder ein Jahr her, dass ich euch fünf hörenswerte Spiele-Soundtracks vorgestellt habe?! Das kann ja nicht angehen! Dabei habe ich doch so viele Lieder auf der Festplatte, dass ich damit auf einer einsamen Insel stranden und trotzdem bis ans Ende meiner Tage durchgängig einen anderen Track hören könnte. Und genau deswegen stelle ich euch heute  vier Alben vor, die nicht unbedingt direkt unter den Begriff „Spielesoundtracks“ fallen aber trotzdem für „echte Gamer“ (unechte müssen wie gewohnt draußen bleiben) hörenswert sind sowie  einen top-aktuellen Soundtrack. Wie immer gilt: Ich kann nur über die Version des Albums reden, die ich besitze und nicht über diverse Abwandlungen mit ggf. mehr oder weniger Tracks.

Spectra (Cover)

Spectra (Cover)

Spectra (2013)

Komponist: Niamh „chipzel“ Houston (Super Hexagon)
Umfang: 00:48:32 (13 Lieder)
Mögliche Bezugsquelle: Bandcamp (7 Britische Pfund)

Die Chiptune-Musikern (sie nutzt einen Nintendo Gameboy) Niamh „chipzel“ Houston habe ich durch ihren Soundtrack zu Super Hexagon kennengelernt, der durch seinen heftigen und pumpenden Beat nicht nur während des Spielens das Blut in Wallung brachte, sondern auch außerhalb perfekt Adrenalinfördernd wirkte. Darauf baut sie ganz klar in diesem Album auf, dass ansonsten kein Spiel als Grundlage hat. Das Gameboy-Gepiepse wird gekonnt mit elektronischen Elementen aufgebohrt und ergibt am Ende einen Mix, der mich ganz klar an Soundtracks wie Scott Pilgrim vs. The World: The Game oder Reset Generation erinnert – nur irgendwie noch härter und schneller. Ist natürlich nur etwas für jemanden, der grundsätzlich was mit dieser Art von Musik etwas anfangen kann :smile: .

Persönliches Lieblingslied: Track 08 – Beyond The Cosmos [03:33] (Anhören)

Das vermutlich „sanfteste“ und damit vermutlich auch klassischste Chiptune-Lied auf dem gesamten Album. Aber gerade deswegen finde ich es zum einen angenehm erholsam aber zum anderen auch einfach „nett“. Es hat etwas Leichtes und Befreiendes an sich, was in mir ein schönes Gefühl der Zufriedenheit erzeugt. Und geht es nicht am Ende um das, was Musik beim Anhören mit einem macht?

 

VGL: Volume One Cover

VGL: Volume One
(Cover)

Volume One (2008)

Komponist: Diverse (eingespielt von Video Games Live)
Umfang: 01:04:08 (15 Lieder)
Mögliche Bezugsquelle: Video Games Live (15 US-Dollar)

Wer Video Games Live nicht kennt: Das ist eine Erfindung von Spielekomponist Tommy Tallarico, die durch die ganze Welt zieht (aber ohne festes Orchester – es werden immer Leute vor Ort genommen!) und als erste überhaupt Spielemusik mit klassischem Orchester auf die große Bühne gebracht haben (anno 2005) und auch immer noch tun. Mittlerweile gibt es schon die fünfte CD, die alle zu empfehlen sind. Doch die für mich Beste ist immer noch die erste. Das hat zwei Gründe:

Die Auswahl der Spiele ist (für mich) fast 100% perfekt (Kingdom Hearts, WarCraft, Halo, uvm.) und es sind auch noch Stücke, die man so vermutlich noch nicht gehört hat sowohl was das Arrangement als auch den Orchestereinsatz betrifft. Die neueren CDs leiden etwas darunter, dass mittlerweile jedes Studio sich ein großes Orchester mietet. Entsprechend klingen die Lieder teilweise genauso wie im offiziellen Soundtrack und dafür brauche ich logischerweise Video Games Live nicht – so gut die Medleys von Tallarico & Co. auch arrangiert sind. Live aber unabhängig davon definitiv einen Besuch wert!

Persönliches Lieblingslied: Track 02 – WarCraft Suite [05:05] (Anhören)

Wie das Spiel ist auch die Musik der WarCraft-Spiele stark überzeichnet und kommt am besten zur Geltung, wenn sie mit einer entsprechenden Größe präsentiert wird (siehe auch das nächste Album) und in diesem Medley ist das eindeutig der Fall. Es wird die ganze Bandbreite abgedeckt (schwere Trommeln, durchdringende Blechbläser, mystischer Chor, sanfte Geigen, etc.) und damit ein episches Gesamtwerk geschaffen, das mir an so einigen Stellen echte Gänsehaut bereitet (vor allem im Chorfinale) und einfach nur geil ist. Klingt dämlich, aber ich weiß nicht wie man es anders beschreiben soll.

 

Echoes Of War (Cover)

Echoes Of War
(Cover)

Echoes of War (2008)

Komponist: Diverse (eingespielt vom Eminence Symphony Orchestra)
Umfang: 01:30:10 (15 Lieder auf 2 CDs)
Mögliche Bezugsquelle: Amazon US (für viel zu viel Geld)

Es gibt Dinge, die kommen erst so richtig zur Geltung, wenn sie in die richtigen Hände gelangen. Und im Fall der Musik von Blizzard Entertainment ist es das Eminence Sympohoy Orchestra. Das hat sich hingesetzt und bekannte Stücke bzw. teilweise sogar nur Motive aus der Hauptspielehistorie der Kalifornier genommen (leider kein Stück aus The Lost Vikings mit dabei) und zu richtigen Orchesterwerken aufgebohrt. Das Ergebnis ist buchstäblich einzigartig. So hat man selbst auf den Soundtrack-CDs von Blizzard ihre Musik noch nicht gehört. Wenn beispielsweise auf CD 1 (enthält ausschließlich WarCraft-Stücke – CD 2 StarCraft und Diablo) in Track 6 (The Visions Of The Lich King Overture) Arthas Motiv herausklingt und in seinen dunklen Gegenpart mutiert, dann ist das ein intensiver Gänsehautmoment (siehe auch das vorherige Album), der schwächere Menschen (mich natürlich nicht) buchstäblich zu Tränen rührt.

Das große Orchester mit seinem Chor gibt den Liedern die epische Breite, die sie im Original haben sollten aber entweder mitunter vermissen ließen oder im Vergleich dann doch nicht so intensiv hatten. Ich mag zum Beispiel die meisten Lieder der Blizzard-Spiele gar nicht so wirklich bzw. oft nur in Kombination mit der genialen CGI-Sequenz für die sie geschrieben wurden. Aber auf diesen zwei CDs werden schon allein durch die klar herausdefinierten, bekannten Motive die richtigen Emotionen und Gefühle transportiert – und das mit einer gewaltigen Wucht, die einfach nur gut tut. Warum klingen die World of WarCraft-Soundtracks nicht auch durchgängig so gut?

Persönliches Lieblingslied: CD 1 – Track 01 – Journey To Kalimdor [04:08] (Anhören)

Schon die ersten Takte geben ganz klar die Richtung des gesamten Albums vor: Episch, schwer und doch abwechslungsreich. Schließlich würde man völlig erschlagen werden von 1 1/2 Stunden durchgehend Trommeln und Blechbläsern. Stattdessen gibt es auch die ruhigen Momente, die einen etwas Zeit zum Durchatmen lassen bevor es wieder so richtig kracht und rumst. Somit steht der Einstiegstrack symbolisch für das ganze Album und gefällt mir wegen seiner Dramaturgie auch am Besten.

 

Reformation: Last Ninja 2 (Cover)

Reformation
Last Ninja 2 (Cover)

Reformation Last Ninja 2 (2016)

Komponist: Matt Gray (Dominator 2)
Umfang: 01:24:08 (13 Lieder)
Mögliche Bezugsquelle: C64Audio (15 Britische Pfund)

Ich gebe offen zu: Dieses Album ist der Hauptgrund für den heutigen Eintrag. Ich bin absoluter Fan des Soundtracks zu The Last Ninja 2 (C64), mag aber eigentlich eher selten irgendwelche Remixes, da sie oftmals nicht das Original respektieren (mitunter sogar, wenn der Remix vom selben Komponist kommt!) und stattdessen einfach nur irgendwelchen Technomist drüberrotzen. Matt Gray hat das bei seinem Werk nicht getan. Mal abgesehen davon, dass er sich sehr viel Zeit gelassen hat (der Kickstarter war 2014), hat er sich nicht einfach hingesetzt und gesagt „Okay, ich muss das jetzt alles neu machen und mich dabei total neu erfinden“, sondern hat stattdessen auf seinen Originalen aufgebaut. Sprich das wichtigste und auch charakterisierenste „Gepiepse“ da gelassen, wo es nicht nur hingehört, sondern wo es auch weiterhin völlig passend ist.

Das Ergebnis ist ein Album, das nicht nur dem Originalsoundtrack gerecht wird, sondern ihn tatsächlich sogar übertrifft weil Gray seine Songs behutsam und mit Augenmaß verändert, erweitert und verstärkt hat. Die Lieder klingen quasi nun auch tatsächlich so, wie sich das Original für einen Kenner mit rosarotem Hörgerät im Kopf anhörte.

Persönliches Lieblingslied: Track 02 – Central Park Main Theme [07:50]

In diesem Fall bin ich eindeutig vorgeschädigt, denn der Track ist auch mein absoluter Liebling im Original. Der Remix hat im Vergleich nun eindeutig mehr „rums“ bekommen und klingt stellenweise auch asiatischer (was sicherlich schon damals die eigentliche Absicht war – Ninjas halt). Gleichzeitig ist trotzdem noch so viel von damals enthalten, dass meine Füße sofort wieder mitwippen. Das Stück hat einfach alles. Es klingt auf der einen Seite locker und leicht und ist doch voller Spannung und Tempo. Perfekt.

 

Battlefield 1 (Cover)

Battlefield 1
(Cover)

Battlefield 1 (2016)

Komponist: Johan Söderqvist & Patrik Andrén
Umfang: 01:08:27 (25 Lieder)
Mögliche Bezugsquelle: Amazon (9,99 Euro)

Die letzten Soundtracks der Battlefield-Reihe haben mir nicht wirklich gefallen. Zu viel irgendwie unharmonische Elektronikklänge für meinen Geschmack. Doch da sich die Serie dieses Mal wieder auf die Vergangenheit zurückbesinnt, durften auch die Komponisten zurück zum klassischen Klang. Bislang ausschließlich für Film und Fernsehen aktiv, bringen die beiden das Orchester und damit auch die Epik zurück in den Battlefield-Klang – zumindest zu einem Teil, denn der erste Weltkrieg war bekanntermaßen kein Zuckerschlecken und diese Dramatik ist auch im Soundtrack zu hören (vor allem durch die eingestreuten, sehr melancholischen Choreinlagen).

Vermutlich auch deshalb verzichten sie – geschickter Weise, muss man sagen – darauf bereits im Hauptthema das bekannte Motiv zu bringen. Doch das macht den Einstieg keineswegs schlechter und führt im Gegenteil dazu, dass man umso mehr vom Stuhl hochspringt, wenn es dann nach 10 Sekunden im 15. Lied plötzlich in all seiner Stärke und Wucht aus den Boxen dröhnt. „Endlich wieder Zuhause“ schießt es da einem durch den Kopf.

Persönliches Lieblingslied: Track 17 – Flight School [03:07] (Anhören)

Ich mag viele Dinge an Musik (Geigen, Dramatik, Härte, etc.) aber vor allem mag ich clevere Komponisten, die es schaffen ein bekanntes Motiv geschickt neu zu formieren. Nachdem sie also kurz zuvor endlich das Originalmotiv wieder hervorgeholt haben, nehmen sie es in diesem Track und machen daraus ein äußert erhabenes und antreibendes Werk, das zwar nie seinen Höhepunkt erreicht aber doch ein wollig kribbeliges Gefühl erzeugt.

 

Und damit seid ihr schon wieder gut 5-6 Stunden beschäftigt. Anschließend erwarte ich nicht nur eure Meinung zu den ausgewählten Alben in den Kommentaren, sondern gerne auch weitere Empfehlungen. Müssen auch nicht zwingend in diese Richtung gehen. Ihr wisst ja: Ich bin prinzipiell offen für alles. Ob es mir am Ende gefällt ist natürlich ein anderes Thema :smile: .

Auch wenn Sailor Moon weiterhin fleißig über den Fernseher turnt (nähern uns dem Ende von Staffel 3): Was Handfestes für echte Männer (und Frauen) muss man ab und zu schon dazwischen einschieben, um nicht endgültig nur noch von sprechenden Katzen, liebestollen Mädchen und unfähigen dunklen Kriegern zu träumen. Obwohl sich durchaus die Frage stellt, ob die nachfolgenden beiden Filme tatsächlich eine so viel bessere Alternative waren…

Birdman (Cover)

Birdman (Cover)

Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (2014, Komödie, DV) – Der Film, der anno 2014/2015 mit einer Vielzahl von Auszeichnungen (unter anderem den Oscar für den besten Film) und Lobeshymnen bedacht wurde. In technischer Hinsicht ist der Film auch definitiv richtig cool durch die Illusion eines einzigen, durchgehenden Takes (die Schnitte wurden digital entfernt). Das verstärkt die Hektik der Geschichte und erzeugt gleichzeitig auch einen gesunden Flow, der die wenigen Locations (90% des Films findet in einem Theater statt) gekonnt miteinander verbindet. Inhaltlich muss ich hingegen sagen, fand ich die Geschichte des gefallen Schauspielers Riggan Thomson (Michael Keaton) eher fragwürdig als unterhaltsam oder gar interessant.

Ich denke am besten eignet sich The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz als Vergleich, denn beide Filme setzen auf einen Hauptdarsteller (in dem Fall Mickey Rourke) dessen Leben sich im Drehbuch sehr deutlich wiederspiegelt und die dadurch eine Art Befreiung erlebten (sowohl Rourke als auch Keaton sind wieder gefragtere Schauspieler). Keaton war Batman (1989 und 1992), erlangte viel Ruhm durch ihn, konnte aber danach erst einmal nicht so wirklich wieder aus seinem Schatten herausspringen – genauso wie der Charakter im Film, der eindeutig einen Knall hat (sieht und hört Birdman und glaubt Telekinese zu können) und gleichzeitig seine ganze Energie und Hoffnung in ein Theaterstück auf dem Broadway setzt. Sein Gegenspieler ist Mike Shiner (Edward Norton in einer sehr guten Performance), ein erfolgreicher Broadway-Schauspieler, der in seinem Stück in einer Nebenrolle einspringen muss und Riggan mit seiner Art zur Weißglut treibt.

Birdman (Fox-Promobild)

Birdman (Fox-Promobild)

Aber während mich The Wrestler wirklich mit Randy Robinson mitfühlen ließ und der Cliffhanger mir tief ins Herz stach, hinterlässt Birdman nur ein fades Gefühl im Mund. Das hat mehrere Gründe: Riggan ist für mich keine sympathische Person, die übernatürlichen Einlagen fand ich völlig deplatziert und komisch und der Film gibt mir irgendwie auch nicht wirklich die Gelegenheit großartig mit ihm mit zu fühlen. Während Randy versucht mit seinem Leben ins Reine zu kommen, interessiert Riggan die ganze Zeit nur sein doofes Stück in der Hoffnung, dass er wieder Relevanz erlangt. Wo da die wunderbare Persiflage auf Schauspieler und Filmbranche sein soll, von der die Kritiker so schwärmen, kann ich als Laie nur erahnen. Für mich ist es eher eine Aneinanderreihung von Eskalationen mit wenig Witz. Unter einer schwarzen Komödie verstehe ich durchaus etwas Anderes zum Beispiel Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben.

Beim Christoph meint: Von mir erhält Birdman gerade so 2 von 5 Sics weil mir die Kinematographie sehr gut gefallen hat (Stichwort One-Take aber auch der Rest). Ansonsten blieben Lysanda und ich mehr mit einem großen Fragezeichen in Form von „Was für einen komischen Kram haben wir da grad geschaut“ zurück. Das muss natürlich nichts Schlechtes sein, siehe beispielsweise Terry Gilliams Brazil. Aber in diesem Fall war es definitiv mehr ein unbefriedigendes Gefühl als ein „Wow war das Strange“-Flash. Interessant? Ja. Gut und empfehlenswert? Aus meiner Sicht nicht. Dann doch lieber The Wrestler.

Beowulf (Cover)

Beowulf (Cover)

Die Legende von Beowulf (Beowulf, 2007, CGI-Fantasyfilm, Director’s Cut, DV) – Ja, dieses Werk hatte ich tatsächlich bis heute nicht gesehen obwohl ich mich durchaus daran erinnern kann, dass es viele Diskussionen um eine nackte Angelina Jolie gab (ist natürlich nicht wirklich ihr Körper – und viel zu sehen gibt es sowieso nicht). Dass sie, um die Dame unterzubringen, die Legende etwas verbiegen – damit kann ich durchaus leben. Die „Sünden der Väter“ sind durchaus ein interessanter (wenn auch kein neuer) Ansatz, um die Geschichte zu erweitern/verändern. Zumal dadurch der zweite Teil des Gedichts einen besseren Zusammenhang zur ersten Hälfte bekommt. Im Original werden Grendel und Grendels Mutter einfach von Beowulf ermordet und es geht ein paar Jahre mit einem Drachen weiter. Und auch an das CGI habe ich mich relativ schnell gewöhnt, obwohl es hier und da definitiv sehr steif wirkt (Der Polarexpress mit Tom Hanks kenne ich nicht – dort soll es im Vergleich aber besser sein).

Beowulf (Paramount-Promobild)

Beowulf (Paramount-Promobild)

Und sehr viel mehr gibt es zu diesem Werk tatsächlich nicht zu sagen. Es ist relativ kurzweilig, die Action ist etwas auf der Slapstick-Seite (Stichwort nackter Beowulf) aber ganz gut gemacht und er hat ein angenehm zügiges Tempo. Gleichzeitig gibt es keine herausragenden schauspielerischen Leistungen, die Geschichte ist genauer betrachtet äußert simpel und der gesamte Film dadurch ziemlich durchschnittlich und eher auf der vergesslichen Seite.

Beim Christoph meint: Hier vergebe ich 3 von 5 Sics, die ohne Wenn und Aber zustande kommen. Es ist ein Film, der mich zwei Stunden solide unterhalten hat und es gleichzeitig schaffte, dass zumindest ich mich etwas genauer über das Original informiert habe (gelesen noch nicht). Für einen netten Popcorn-Filmabend gibt es eindeutig schlechteres (siehe oben) aber natürlich auch besseres.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

Ab und zu braucht man auch mal eine Pause von Sailor Moon auch wenn ich zugeben muss, dass die Serie definitiv zum Ende der 1. Staffel hin massiv an Fahrt aufgenommen hat. Plötzlich kommt eine Folge mit Cliffhanger nach der anderen. Da will man natürlich unbedingt weiterschauen (zum Verfassungszeitpunkt sind wir bei Folge 38 von 46). Dennoch blieb genug Zeit für die folgenden zwei Blu-rays:

Zoomania (Cover)

Zoomania (Cover)

Zoomania (Zootopia, 2016, 3D-Animationsfilm, DV) – So viele Animationsfilme, wie ich im letzten Jahr geschaut habe, habe ich gefühlt mein ganzes Leben nicht gesehen. Ich weiß, ist schon ein schweres Schicksal so eine Beziehung mit einer Frau, die auch mal was Anderes sehen will als nur Mord und Todschlag :smile: . Andererseits fällt mir auch jetzt erst auf, wie viele von den Dingern in kürzester Zeit ins Kino kommen – und da rede ich nur von Disney und Pixar-Werken.

Aber egal – dieses Mal also ein Hase mit viel Ehrgeiz, der vom Feld in die Utopie…äh…Großstadt zieht, um dort ihren Traum zu verwirklichen (Polizistin werden). Anfangs als Quotenhase zur Politesse verdonnert (ja, der ganze Film ist wie immer mit einer starken „Message“ versehen), trifft sie auf den Fuchs Nick Wilde der von dem ganzen Friede, Freude, Eierkuchengedöhns in der Stadt (Raubtiere und Beutetiere leben friedlich zusammen) nicht ganz so viel hält und einfach sein Ding durchzieht (billige Trickbetrügereien). Judy Hopps (so heißt unser Hase) wird dann ganz schnell in einen Entführungsplot verwickelt, zieht Nick Wilde mit hinein und reißt dabei fast die ganze Stadt in den Untergang bevor sie sich dann doch wieder fängt und es zum Happy End kommt (Stadt gerettet, Bösewichte hinter Gittern, Fuchs vorbildliches Mitglied der Gesellschaft, Hase ohne Vorurteile, etc.).

Hier 08/15-Überschrift einfügen

Zoomania (Disney-Promobild)

Zoomania (Disney-Promobild)

Im Prinzip könnte ich meine bisherigen Rezensionen von anderen 3D-Animationsfilmen einfach 1 zu 1 hier rein kopieren. Zum Beispiel, dass die lustigste Szene (Führerscheinstelle) mal wieder (fast) komplett im Trailer enthalten war. Oder, dass die knapp 2 Stunden trotzdem durchaus unterhaltsam waren und es neben den üblichen Pop-Culture-Anspielungen (zum Beispiel Der Pate mal wieder – dieses Mal als Spitzmaus) auch noch ein paar andere mehr oder weniger lustige Gags gab. Im Kern ist es aber erneut die irgendwie immer gleiche Geschichte vom kleinen Mann mit einem Traum, der zum Held wird wie man sie von Disney & Co. immer und immer wieder serviert bekommt. Nur der politische Hintergrund unterscheidet sich jedes Mal – hier nun das Thema Integration und Toleranz.

Ja, mir ist durchaus klar, dass es sich am Ende des Tages um Filme für Kinder handelt und die sind schon damit zufrieden, dass ein süßer Hoppelhase auf der Leinwand herumtollt und lustige Sachen macht. Insofern hat der Film durchaus sein Ziel erreicht und bietet nicht nur für die Kleinen, sondern auch für ihre großen Begleiter eindeutig solide Unterhaltung wie man sie, so muss man es leider sagen, mittlerweile gewohnt ist.

Insgesamt dennoch knapp 4 von 5 Sics für Zoomania weil die Faultiere in der Führerscheinstelle wirklich extrem lustig sind. Um die Wertung allerdings in einen besseren Kontext zu bringen: Im Vergleich fand ich Alles steht Kopf aber tatsächlich origineller (wenngleich er zum Ende hin etwas abflacht).

Ant-Man (Cover)

Ant-Man (Cover)

Ant-Man (2015, SciFi-Action, DV) – Dass nicht alle Marvel-Filme der absolute Hit sein werden, war spätestens seit Iron Man 2 klar (wobei ich ihn persönlich nicht ganz so schlimm finde wie gefühlt die meisten Fans). Aber Ant-Man ist eindeutig der „normalste“ Superhelden-Film aus der zweiten Phase. Ist zwar keine Kunst, wenn man berücksichtigt welche Bloche fünf andere absoluten Blockbuster dazu zählen. Aber es ist entsprechend nicht verwunderlich, dass er nicht in so hohen Tönen gelobt wird wie die anderen.

Ich fand es hingegen tatsächlich mal wieder erholsam, dass nicht die ganze Welt am Abgrund steht und auch die Riege der Charaktere sehr übersichtlich ist. Das macht ihn zu einem wesentlich einfacher zu verdauenden Actionfilm. Mal abgesehen davon, dass man ausnahmsweise mal nicht alle vorherigen Marvel-Filme gesehen haben muss, um ihn zu verstehen. Außerdem spielt Michael Douglas eine wichtige Hauptrolle – und das finde ich immer gut. Ich mag den Kerl :smile: .

Kleine Männer

Ant-Man (Disney-Promobild)

Ant-Man (Disney-Promobild)

Die Geschichte ist wie gesagt eher übersichtlich. Im Prinzip ist es ein einziger Heist-Movie. Scott Lang (Paul Rudd) hat die Reputation ein toller Einbrecher zu sein (obwohl er für seinen tollen Coup im Gefängnis landete?) und wird deshalb von Hank Pym (Michael Douglas) angeheuert den in Entwicklung befindlichen Schrumpfanzug und alle dazugehörigen Daten zu zerstören. Der stammt von seinem ehemaligen Schüler und wird bei seiner ehemaligen Firma entwickelt. Hank hatte sich jahrelang geweigert seine Schrumpfformel herauszurücken, weil er Angst hatte, dass sie für böse Zwecke eingesetzt wird – zu Recht wie man sieht. Natürlich hat Hank auch so einen Anzug Zuhause und macht Scott damit zum Ant-Man. Fertig.

Der Rest des Films sind Trainingsmontagen, das Zusammenrotten einer Gruppe von unfähigen Kriminellen und der Einbruch in die Firma an sich. Nichts Besonderes aber doch irgendwie alles auf einem hohen Niveau (Schauspielerisch und Technisch sowieso) und erfrischend viel Humor.

Ich fand mich entsprechend sehr gut unterhalten von den zwei Stunden Film und kann guten Gewissens 4 von 5 Sics vergeben. Zwar gab es wie immer die eine oder andere Logiklücke. Aber das tat dem Spaß insgesamt keinen großen Abbruch. Im Gegenteil bin ich wirklich gespannt wie Marvel den Ant-Man in die restliche Avengers-Riege integriert.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

Den Rundfunkbeitrag muss mittlerweile jeder von uns bezahlen. Anders als noch zu Zeiten der Gebühreneinzugszentrale (GEZ), spielt es für die öffentlich rechtlichen Medien heutzutage keinerlei Rolle mehr, ob ihr ihren „Service“ nutzt oder nicht. Dass ihnen trotzdem das Geld nicht reicht und sie mehr wollen…nun, darum soll es hier nicht gehen. Stattdessen stellt sich die Frage: Nutzt ihr noch das klassische Fernsehangebot (egal ob öffentlich-rechtlich oder privat)? Oder haben Streaming (Netflix, Amazon Video) bzw. PayTV-Angebote (Sky) es komplett ersetzt?

Nica mag Regale

Nica mag Regale

Ja, das Wohnzimmer ist tatsächlich nun zu 99% fertig (noch einmal um die Fenster herum streichen) und die Möbel soweit eingeräumt (die neue Couch wird erst im Juli geliefert). Das war ja auch eine Vorbedingung für die Ankunft unserer zwei neuen Begleiter. Auch das Arbeitszimmer nähert sich seiner Fertigstellung und damit das Ende des Aufenthalts meines Hauptrechners unten im Keller. Aber das ist heute (noch) nicht unser Thema, denn mit der Fertigstellung des Wohnzimmers wurde (fast vollautomatisch) eine Amazon-Bestellung ausgelöst, die (unter anderem) einen neuen Fernseher und einen Blu-ray-Player beinhaltete. Und wie der Zufall so will, konnte ich beide am Wochenende erstmals in Betrieb nehmen.

Hintergrund

Ich selbst hatte nie einen eigenen Fernseher. Wenn ich das erwähnt habe, haben mich zwar immer die Leute etwas schief angeschaut, aber ich brauchte einfach keinen. Meine umfangreiche Sammlung an Filmen und Serien spricht zwar im ersten Moment dagegen. Mir reichte es aber schon immer aus auf meinem Computermonitor mir das Zeug anzuschauen, auch wenn mir natürlich der Unterschied zwischen (anfangs) 19″ und 40″ durchaus bewusst war und ist. Dafür hatte/habe ich am Rechner die besseren Boxen. Ja, Azz: Es kommt keine Heimkinoanlage ins Wohnzimmer. Die Lautsprecher am Fernseher reichen erst einmal aus. Und das normale Fernsehprogramm hat mich sowieso in den allermeisten Fällen nicht interessiert (für alles andere gibt es die Mediatheken). Dafür habe ich also auch kein TV-Gerät gebraucht.

Aber zu zweit vor dem Monitor sitzen ist da schon ein anderes Thema. Vor allem wenn dieser dann vergleichsweise klein ist. Das macht dann keinen so richtigen Spaß mehr 3-4m entfernt auf der Couch zu sitzen. Zwar besaß Lysanda ein 32″-Gerät (sechs Jahre alt), aber das konnte (oder wollte) mit keinem Blu-ray-Playern (auch nicht vom Laptop aus) umgehen. Und mit sowas kann isch einfach ned aweide! Es wurde also notgedrungen vor dem Umzug verscherbelt mit der Aussicht auf etwas Neues.

Fernseher

Jetzt haben schon Fernseher Day-1-Patches!

Jetzt haben schon Fernseher Day-1-Patches!

Nach Rücksprache mit unserem webseiteneigenen Hardwarexperten Azzkickr, fiel die Wahl auf ein Samsung-Gerät. Genauer gesagt auf den UE40J6250, also eine gute Mittelklasse mit allem was der normale User so braucht (und vielem mehr). Ja, als Konsole wird höchstens eine WiiU dazu gestellt. Alle anderen betreibe ich weiterhin am Computer. Und mit 40 Zoll ist er dominant genug, um den Platz zwischen den Regalen auszufüllen aber eben auch nicht den kompletten Raum für sich einzuvernehmen. Mal ganz abgesehen davon, dass er mit 429 Euro auch preislich noch auf der vertretbaren Seite liegt.

Technisch gesehen hat das Gerät wie erwähnt so einiges zu bieten: LED-Blacklight-Display in FullHD (1920×1080) auf 101cm Diagonale mit 4xHDMI, 3xUSB, Optical Audio, CI+-Slot, LAN (und WLAN), Composite und was weiß ich noch alles für Anschlüssen. Außerdem einen integrierten Trible Tuner, der auch schon DVB-T2 unterstützt. DVB-T1 funktioniert in der Praxis aber leider nicht so ganz, wie wir uns das gedacht haben. Das liegt aber nur bedingt am Gerät: Es bekommt schlicht und ergreifend an der Stelle keinen Empfang. Es muss also aktuell trotzdem noch eine DVB-T-Antenne mit dran und diese an komische Stellen gepackt werden. Vermutlich werden wir deshalb langfristig auf Telekom Entertain umsteigen. Hilft ja auch unserem Arbeitgeber. Eine Netzwerkdose habe ich in weiser Voraussicht ins Wohnzimmer gesetzt. Wobei ich eine Drahtverbindung für den Fernseher selbst nicht brauche. Der läuft auch über WLAN soweit einwandfrei und überträgt auch so einige Internetsender bzw. Sachen wie YouTube ohne Probleme.

Die Einrichtung ging auch überraschend schmerzfrei vonstatten. Das, was am längsten gedauert hat, war das Softwareupdate auf die aktuelle Firmware (mindestens 30 Minuten). Das bin ich sonst nur von der PlayStation 3 gewohnt. Aber ich gehe auch mal davon aus, dass das bei einem Fernseher jetzt nicht so häufig vorkommt. Oder doch? Egal.

Fernseher – Erste Erfahrungen

Stellt sich nun die Frage, ob er auch was taugt. Optisch sieht er auf jeden Fall schick aus, auch wenn ich den Amazon-Rezensionen zustimme, dass der Standfuß etwas sehr dünn zu sein scheint für so ein großes, schweres und verdammt teures Gerät. Aber solange keine Katzen oder Kinder sich daran hochziehen dürfte es passen. Aufbau und Einrichtung ging wie erwähnt absolut ohne Probleme vonstatten und auch das Anschließen der Zusatzgeräte (Antenne und Blu-ray-Player) war dank entsprechendem Diagramm kein Hexenwerk.

Softwaretechnisch ist mir erst einmal der vergleichsweise geringe Speicherplatz (nur 1 GB intern, davon auch nur 460 MB frei nach der Ersteinrichtung) aufgefallen. Das ist nicht gerade viel, vor allem da das Gerät SmartTV-fähig ist und man entsprechend viele Apps und sogar Spiele installieren kann. Da muss vielleicht langfristig eine Erweiterungskarte rein. Ein weiterer Negativpunkt ist eine leichte Verzögerung bei Eingaben. Damit sind nicht Standardsachen wie „Lautstärke“ gemeint, sondern die Bewegung in den Menüs oder im SmartHub. Das ist definitiv spürbar und könnte, sollte ich es wirklich viel nutzen, langfristig ein wenig Nerven. Immerhin findet man sich ziemlich schnell ganz gut zu Recht.

Kein Negativpunkt ist für mich hingegen das Bild. Da wird bei Amazon viel gejammert und Beweisfotos vom Fernseher mit weißem Standbild gezeigt. Und ja, da sieht man natürlich dann an den Rändern das Backlight ins Bild fließen. Bei normaler Nutzung merke ich davon aber überhaupt nichts. Stattdessen erlebe ich bei HD-Bildern eine gestochen scharfe und farblich aus meiner Sicht korrekte Wiedergabe. Bei SD-Sendern kann man die Pixel natürlich einzeln zählen, aber das ist bei Upscaling ja normal.

Als Lysanda mich also nach dem ersten Test fragte, ob wir den Samsung UE40J6250 behalten wollte, konnte ich ohne groß zu zögern „Ja“ sagen. Und ich denke, ich kann ihn auch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Blu-ray-Player

Eine magische schwarze Kiste

Eine magische schwarze Kiste

Auch beim Blu-ray-Player bin ich der Firma Samsung treu geblieben. Mit denen habe ich ja schon im Computer sehr gute Erfahrungen was Laufwerke angeht (sowohl optisch als auch Festplatten). Es fiel die Wahl auf den BD-H6500, der genauso wie der Fernseher keine Wünsche offen lässt: 3D-fähig (wenn auch für uns nicht relevant). UltraHD-Upscaling, SmartTV (wenn auch bei uns doppelt gemoppelt) und auch wieder WLAN-fähig. Außerdem – und das finde ich sowas von extrem praktisch – eine Fernbedienung, die auch Tasten für den Samsung TV integriert hat. Ist natürlich für Besitzer von anderen Fernsehern doof, aber ich finde es ist wahnsinnig genial nicht auf zwei Dingern rumhantieren zu müssen, sondern ganz bequem nur mit einer z.B. die Lautstärke verändern zu können.

Ansonsten lässt sich zu dem Gerät gar nicht viel sagen. Es spielt halt DVDs, Blu-rays und Blu-ray 3D ab, hat einen USB-Eingang und auch hier gingen Anschluss und Einrichtung ohne Probleme von der Hand (Softwareupdate mit 15 Minuten Dauer). Nur eines habe ich sowohl hier als auch beim Fernseher vermisst: Keiner hat ein HDMI-Kabel dabei. Finde ich schon ein wenig lachhaft. Zumal die Dinger heutzutage auch nicht mehr wirklich was kosten. Aber ist ja nichts Neues, dass die Hersteller bei Kabeln sparen (immer diese blöden 1m-Längen!). Auf jeden Fall macht der Blu-ray-Player für seine 90 Euro was er soll und das auch noch schön leise. So muss das sein. Auch hier eine klare Kaufempfehlung.

PS: Diese Webseite ist auch auf im Webbrowser des Fernsehers und Blu-ray-Players einwandfrei nutzbar. Aber das ist ja kein Wunder: Sie läuft ja sogar auf Lynx!

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