Sicarius

Eine alternative Messe

Es ist tatsächlich schon wieder ein paar Tage her, seit ich das letzte Mal auf einer Messe war. Die gamescom 2012 genauer gesagt, damals noch mit GamersGlobal. Glaub‘ ganz normal würde ich auf diese Messe auch nie wieder gehen. War einfach zu angenehm im Business Bereich :smile: . Dafür waren Lysanda und ich am Samstag im Congress Center Düsseldorf (CCD) beim 34. Deutschen Heilpraktikertag. Ja, soweit ist es mittlerweile schon mit mir gekommen, dass ich mir eine europäische Fachmesse für komplementäre und alternative Medizin antue.

War aber tatsächlich ganz interessant (und wie immer bei Messen: Ertragsreich). Die Messe war zweigeteilt. Ein zentraler Fokus war das volle Programm in den neun Konferenzräumen mit jeweils anderen Themenbereichen aufgeteilt in 45 Minuten lange Vorträge. So wurde beispielsweise fleißig über Frauenprobleme philosophiert und Teile der traditionellen chinesischen Medizin vorgestellt. Wir haben uns allerdings drei Vorträge zum Thema „Magen-Darm“ angehört:

Darmflora und Atmungssystem

Zum Glück gab es zu allen Vorträgen Handouts.

Im ersten Vortrag referierte die unterfränkische Heilpraktikerin Lisa Rauth über den Zusammenhang zwischen einer unausgeglichenen Darm-Mikrobiota (der neue Begriff für „Darmflora“) und bestimmten Krankheiten/Allergien. Die Kernaussage war, dass wir sowieso schon nur noch vergleichsweise wenige Keime (400-700 statt >1000) in uns haben und wir diese noch weiter durch Antibiotika reduzieren. Dürfte keine Neuigkeit für die meisten sein, dass wir immer mehr Antibiotika selbst für Kleinigkeiten verschrieben bekommen (im Prinzip bei jeder Erkältung wie ich selbst bestätigen kann). Dass damit nicht nur die bösen Bakterien, sondern quasi jedes Mal die Darmflora um 10% reduziert wird klingt logisch. Da jedoch 70-80% aller Immunglobuline im Darm gebildet werden, wird dadurch auch das Immunsystem massiv geschädigt (wo nix is, kann nix in den restlichen Körper verteilt werden). Die Folge ist speziell bei Kindern und Jugendlichen ein erhöhtes Risiko an den unterschiedlichsten Allergien und Krankheiten zu leiden – unter anderem eben Asthma. Nicht nur, wenn sie schon früh Antibiotika kriegen, sondern auch wenn die Mutter bereits vorbelastet ist und sie quasi ihr schlechtes Immunsystem weitergibt.

Der amerikanische Professor Martin J. Blaser hat das wohl ausführlich sowohl an Mäusen als auch Menschen erforscht (und das dazugehörige „Panikbuch“ Antibiotika Overkill geschrieben). Natürlich ging es am Ende auch darum Werbung für bestimmte Produkte (die ich an dieser Stelle nicht erwähne) inklusive Therapieplan zu machen, die dabei helfen sollen die Darmflora nach einer oder mehreren Antibiosen (so nennt sich wohl eine Antibiotika-Behandlung) wieder zu reparieren.

Beim Christoph meint: Ich fand die Überschrift ein bisschen irreführend, weil sie auf die Atmungssysteme nur grob eingegangen ist. Inhaltlich war bis auf die Produktwerbung aber durchaus einiges interessantes und vor allem logisches dabei. Wenn ich so drüber nachdenke, wie oft ich eigentlich unnötig Antibiotika genommen habe (bei einer normalen Erkältung braucht die kein Mensch), nur weil es mir der Hausarzt verschrieben hat, ist dies durchaus zumindest eine mögliche Erklärung für meine aktuellen Probleme (mal schauen was die Darmspiegelung Ende Mai sagt). Mein Asthma würde ich jetzt zwar nach diesem kurzen Vortrag noch nicht einfach darauf schieben (im Kern handelt es sich hier ja um eine Überreaktion des Immunsystems, die zu einer Dauerentzündung in der Lunge führt). Aber auch hier: Es ist ein interessanter Ansatz mit dem man sich mal mehr beschäftigen kann.

Moderne Säure-Basen-Regulation für eine gestresste Gesellschaft

Das wichtigste Werbegeschenk: Doktor Ente!

Der zweite Vortrag beschäftigte sich mit dem gefühlten Lieblingsthema von Naturheilkundlern: Der Übersäuerung unseres Körpers. Im Kern geht es darum, dass unser Körper im Idealfall einen pH-Wert von 7,4 im Blut hat (7,0 heißt völlig neutral). Nur so ist gewährleistet, dass alle physiologischen Regelmechanismen funktionieren. Läuft der zu sehr aus dem Ruder, gibt es einen Aufenthalt im Krankenhaus oder schlimmstenfalls sogar auf dem Friedhof. Reguliert wird das Ganze hauptsächlich von der Lunge, der Niere, der Leber und der Haut (Schwitzen). Die verarbeiten den ganzen Mist und schaffen ihn nach draußen. Essen wir aber zu viel Säure, dann sind die Organe mit der Regulation des pH-Wertes der verschiedenen Körperbereiche überfordert und im schlimmsten Falle bricht das ganze System zusammen.

Woher die ganze Säure kommt? Nun hauptsächlich natürlich durch unsere sehr fleisch- (Harnsäure) und zuckerlastige (Essigsäure) Ernährung. Aber auch Stress (Salzsäure) und Rauchen (Nikotinsäure) helfen nicht gerade. Die Folge ist eine Liste an Problemen, die diesen Eintrag sprengen würde aber unter anderem stehen darauf Kopfschmerzen, Osteoporose und innere Unruhe. Also die Ernährung komplett umstellen und sich nur noch durch den Wald fressen? Tatsächlich nein, was mich etwas überraschte. Natürlich war die Grundaussage von Angelika Wagner-Bertram, dass man 80% basische Lebensmittel wie Gemüse essen soll und nur 20% Säurebildner. Aber sie hat ebenso erklärt, dass man diese Imbalance durchaus ausgleichen kann. Wer ein 200g Steak isst, muss einfach nur 400g Blumenkohl essen und schon hat man einen „Potential Renal Acid Load“ (PRAL) von circa 0 – also neutral.

Mag im ersten Moment nach viel klingen aber Lysanda und ich haben unsere Mittagsernährung tatsächlich schon seit Monaten (ohne es zu wissen) so ausgerichtet. Sie zwar mehr als ich (100-150g Fleisch auf 300g Gemüse) aber ich bin halt auch ein Weichei, der seine Kohlenhydrate nicht missen mag :smile: . Man kann die Menge also durchaus verdrücken und ist anschließend satt.

Beim Christoph meint: Von allen Vorträgen vermutlich der, bei dem ich grundsätzlich am meisten verstanden habe. Ganz so überzeugt bin ich von diesem Säuren-Basen-Zeugs zwar immer noch nicht (müssen wir uns noch weiter einlesen) aber eine gewisse Logik kann ich durchaus nachvollziehen. Das Glas reines Leitungswasser (pH-Wert von 7) ist zum Beispiel das Schlechteste, was man zum Essen trinken kann. Die Magensäure hat bei der Verdauung nämlich einen pH-Wert von 2-4. Deshalb heißt es auch gerne, man soll beim Essen gar nichts flüssiges zu sich nehmen um die Magensäure nicht zu sehr abzuschwächen (ca. 30 Minuten Abstand). So könnte z.B. Sodbrennen durch diese Maßnahme vermieden werden, da dieses häufig durch zu wenig Magensäure entsteht.

Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen auf Basis labormedizinischer Parameter

Probepackungen von NEMs gab es auch.

Der absolute Hardcore-Vortrag zum Abschluss des Heilpraktikertags. Der Vortragende, Manfred Tuppek, ist alteingesessener Heilpraktiker (seit 1981) und Leiter der medizinisch wissenschaftlichen Abteilung des BIO-LABOR und ihm ging es vor allem um das Reizdarmsyndrom und dessen Therapie. Dahingehend hat er natürlich erst einmal erklärt, was so die häufigsten Ursachen für das Problem sind (Nahrungsmittelunverträglichkeiten, genetische Veranlagung, Emotionen, etc.). So habe ich zum Beispiel gelernt, dass in 33% eine Fructoseintoleranz vorliegt. Eine Intoleranz unterscheidet sich von einer Allergie übrigens dadurch, dass bei einer Allergie schon im Moment nach wenigen Sekunden Symptome entstehen und bei einer Intoleranz kleinere Mengen gar kein Problem sind. Anschließend hat er anhand von echten Beispielen aus seinem Labor gezeigt, auf welche Werte man besonders achten sollte, um die genaue Krankheit und die Ursache dafür zu analysieren. Neben der Bestimmung der einzelnen Immunglobuline im Blutserum, gehört da wohl vor allem die Pilzdiagnostik im Stuhl mit dazu. Vor allem der Candida-Hefepilz hat wohl gar nichts im Darm verloren und macht massive Probleme, wenn das Immunsystem sowieso schon geschwächt ist. Zum Abschluss hat er anhand von ein paar ausgewählten Produkten erklärt, wie man die Sachen in den Griff kriegen kann.

Beim Christoph meint: Natürlich ging es auch ihm am Ende des Tages vor allem darum sein Labor und die dazugehörigen Produkte zu bewerben. Und inhaltlich ist definitiv einiges über mich drüber geflogen, weil er wirklich tief in die Thematik reinging. Von E. coli hab‘ ich ja schon einmal gehört und Immunglobuline sind mir mittlerweile genauso ein Begriff aber so Sachen wie Alpha 1-Antitrypson und DAO? Nie gehört :smile: . Immerhin habe ich gelernt, wie man bestimmte Nahrungsmittelintoleranzen ganz einfach selbst testen kann. Zum Beispiel einen halben Liter Fruchtsaft nüchtern auf Ex trinken. Müsst ihr nach 30 Minuten dringend auf der Toilette explorieren, dann habt ihr eine Fructoseintoleranz – ansonsten nicht.

Die Ausstellung

Kulis! Haufenweise Kulis!

Der zweite Teil des Heilpraktikertags war eine Messehalle (allerdings nicht annährend so groß wie bei der gamescom) voll mit Austellern. Da war wirklich alles dabei. Von Praxissoftware und allerlei Gerätschaften wie Bioresonanz, Laserakupunktur und Globulienergetisierer – der Bioscan war auch da aber man musste einen Termin haben – über Nahrungsergänzungsmittel und Fachbücher hin zu Versandapotheken und Weiterbildungsanbietern. Zwar fehlten ein paar Anbieter, die wir schon kannten wie beispielsweise der sehr empfehlenswerte Onlinehändler Vitamin Express. Aber es war dennoch sehr informativ mal einen noch größeren Überblick zu erhalten, was es so auf dem Markt gibt. Hier und da konnte man sogar Probepäckchen einsacken (die T-Shirts der Heilpraktikermesse), was vor allem bei Produkten interessant ist, die ansonsten einfach nur abartig teuer sind. Da können wir jetzt schön vergleichen, ob es der Aufpreis tatsächlich wert ist oder das billigere Präparat es auch tut (vermutlich letzteres). Außerdem konnten wir haufenweise Kulis, Post-Its und Blöcke abstauben. Durchaus nützlicher als das 10.000 Schlüsselband :smile: . Teilweise gab es auch mal was zum Probieren wie Stutenmolke, Brottrunk, energetisiertes Wasser, bei Vollmond abgefülltes Wasser oder verschiedene fermentierte Vitamindrinks (igitt).

Gekostet hat uns der Tag zusammen 60 Euro sowie fünf Stunden Fahrt (500km für Hin- und Rückfahrt). Sicherlich nichts, was wir jedes Jahr machen werden (anders als bei Spielen ändert sich da ja dann doch nicht so viel) und schon gar nicht etwas, was jeder von euch machen sollte. Aber wir haben die Investition nicht bereut. Es war unterm Strich durchaus eine interessante und informative Erfahrung. Jetzt heißt es für uns erst einmal alles verarbeiten (eine ganze Tasche voller Infomaterial).

Bis Montag!

Sicarius

Körpertuning – Bioscan

Der Bioscanner

Mit den Blutwerten ist das so eine Sache. Man muss wissen wie man sie interpretiert, die Werte können von Labor zu Labor abweichen, je nach Arzt fällt es schwerer oder leichter bestimmte Werte zu bekommen und vermeintlich „Exotisches“ kann mitunter ganz schön in den Geldbeutel gehen. Mal abgesehen davon, dass es zusätzlich jeweils eine Blutentnahme und eine Wartezeit bis die Ergebnisse da sind braucht. Wie viel einfacher wäre es, wenn man einfach ein Gerät anschließt und 90 Sekunden später hat man mehr Werte als man sich erträumen könnte (ca. 230 Stück)?

Und tatsächlich: Es gibt so ein Ding. Nennt sich Bioscan-SWA (Skalarwellen-Analysator) und ist wirklich ganz praktisch. Aber bitte nicht von der Werbung täuschen lassen: Der Bioscan ersetzt nicht die Schulmedizin oder den Blut- und Urintest – es ergänzt ausschließlich bzw. kann als Anhaltspunkt dienen, wo man vielleicht noch einmal genauer hinschauen sollte. Der Bioscan hat einfach, wie auch der Blut- und der Urintest, seinen speziellen Anwendungsfall. Je nachdem wo ein Wert aussagekräftiger ist.

Die Funktionsweise

Warum dieses Diagnostikgerät den normalen Blutwert nicht ersetzen kann, ist schnell erklärt: Der Bioscanner führt eine bioenergetische Spektralanalyse durch. Sprich er gibt ausschließlich Auskunft darüber was in euren Zellen los ist. Dazu sendet er elektromagnetische Wellen in verschiedenen Frequenzbereichen über einen Metallstab aus, den ihr für 90 Sekunden in der Hand haltet. Quasi für jedes Organ eine andere Frequenz, um es vereinfacht auszudrücken. Am Ende kommt die Skalarwellenstrahlung mehr oder weniger stark wieder zurück zum Empfänger (Resonanzprinzip) und der Computer macht daraus einen Wert. Und das eben in 90 Sekunden für ca. 230 Stück sortiert nach Themenbereichen:

  • Kardio- und Zerebrovaskuläre Funktionen (enthält u.a. Cholesterinspiegel und den Gefäßwiderstand)
  • Magen-Darmfunktion (zeigt u.a. wie gut die Magensäure ist)
  • Leberfunktion (enthält z.B. den Fettgehalt der Leber)
  • Gallenblasenfunktion (zeigt wie es der Galle geht)
  • Nierenfunktion (enthält u.a. den Status der Harnsäure)
  • Lungenfunktion (nicht zu verwechseln mit der LuFu beim Lungenarzt!)
  • Ein Auszug aus den Parameter-Beschreibungen

    Funktionen der Hirnnerven (enthält z.B. den Gedächtnis- und Stimmungsindex)

  • Knochendichte (wie der Name schon sagt: Enthält Angaben zur Knochengesundheit)
  • Knochen (enthält noch mehr Informationen zur Knochengesundheit)
  • Blutzucker (ist natürlich abhängig davon, ob ihr gerade nüchtern seid oder nicht)
  • Allgemeiner körperlicher Zustand (enthält z.B. Geisteskraft und Wassermangel)
  • Homotoxine (enthält Aussagen über den Vergiftungsgrad mit z.B. Tabak/Nikotin)
  • Spurenelemente (alle möglichen Mineralien wie z.B. Eisen, Magnesium und Zink)
  • gynäkologische Parameter (je nachdem ob männlich oder weiblich)
  • Haut (enthält z.B. den Feuchtigkeitsgehalt oder die Wahrscheinlichkeit für Hornhautbildung)
  • Endokrines System (Gesamtübersicht über das Hormonsystem mit Schilddrüse & Co.)
  • Immunsystem (wie gut funktionieren die einzelnen Teile des Immunsystems)
  • Vitamine (alles von Vitamin A bis K)
  • Aminosäuren (alles von Lysin bis Homocystein)
  • Knochenwachstumsindex (enthält u.a. Angaben darüber wie gut sich eure Knochen heilen können)
  • Augen (enthält u.a. Informationen darüber ob ihr dunkle Augenringe habt und eure Augen schlaff sind – teilweise auch von eurem aktuellen Müdigkeitszustand abhängig)
  • Schwermetalle (enthält u.a. die Aussage, ob ihr mit Aluminium vergiftet seid)
  • Allergien (egal ob Milch oder Tierhaar – hier findet sich die Info dazu)
  • Koenzyme (enthält u.a. den Nicotinamid [Vitamin B3] und Q10-Wert)
  • Adipositas (enthält u.a. die Angabe wieviel braunes Fettgewebe ihr habt)
  • Kollagen (Übersicht darüber in welchen Körperbereichen wie viel Kollagen zur Verfügung steht – ist sehr wichtig für den Stoffwechsel)
  • Dickdarm (sagt u.a. aus, ob es den Darmbakterien gut geht oder nicht)
  • Schilddrüse (TSH, Ft3, Ft4 und Tyhreoglobulin)

Vieles davon kannten wir selbst noch nicht. Aber die Entwickler des Geräts haben da mitgedacht und liefern für wirklich jeden Wert nicht nur eine textuelle wie grafische Anzeige des Normbereichs und wo ihr darin liegt. Es gibt auch ausführliche Erklärungen darüber für was der Wert zuständig ist und was es bedeutet einen zu hohen oder niedrigen Wert zu haben. Sehr praktisch zum Nachlesen – ersetzt aber natürlich nicht die dazugehörige Beratung durch einen Erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker.

Der Vergleich

Die Übersicht zu den Vitaminen

Jetzt hat man den Bioscan und die Blutwerte und stellt fest: Bei manchen passt die Tendenz ganz gut zusammen (Blutwerte haben logischerweise andere Einheiten als der Bioscan, der quasi Widerstände ausgibt). Bei manchen weichen sie aber komischerweise ab. Bestes Beispiel: Lysanda hat aktuell einen Ferritin-Wert (Speichereisen) von 50 – also noch nicht wirklich gut. Der Bioscan zeigt hingegen voll im grünen Bereich an. Die Erklärung: In den Zellen ist aktuell genug da aber der Speicher ist noch nicht wieder vollständig aufgefüllt.

Aber hat man das mal verstanden, kann man wunderbar Tendenzen sehen und schauen worauf man den Arzt vielleicht noch stoßen sollte bzw. welche Nahrungsergänzungmittel vielleicht noch sinnvoll wären. In sich ist der Test hingegen sehr gut vergleichbar und ist mit seinen Kosten (50 bis 80 Euro) für die Masse an Werten definitiv billiger als ein ähnlich umfangreicherer Bluttest (wobei man viele Werte gar nicht über das Blut kriegen kann). Sprich man kann ganz einfach in einem halben Jahr den Test noch einmal machen und sehen, ob sich erfolgreich was getan hat. Bei einem Blutwert ist das dank der Knauserigkeit mancher Ärzte ja leider nicht so einfach.

Fazit

Für uns war der Test auf jeden Fall sehr aufschlussreich. So haben wir zum Beispiel festgestellt, dass unsere bisherigen Entgiftungsmaßnahmen (MSM) bislang noch nicht ausreichend waren. Auch unser Vitamin C-Spiegel ist niedriger als wir erwartet hatten (essen doch mittlerweile viel Grünzeug und nahmen bereits Ascorbinsäure zusätzlich). Von Kollagen hatten wir hingegen bislang noch überhaupt nichts gehört dabei ist es beispielsweise verantwortlich für die Elastizität der Venen. Hat man zu wenig, dann sind die entsprechend enger, das Herz muss mehr pumpen und das führt zu allerhand Problemen. Lustigerweise braucht der Körper Vitamin C, um Kollagen herzustellen. Hatte ich schon erwähnt, dass diese ganzen Wechselwirkungen undurchschaubar und nervig sind? :smile: Außerdem habe ich wohl Probleme mit dem Darm (abseits meiner Hämorriden) mit denen ich mich näher mit meinem Proktologen unterhalten muss. Viele Werte passen aber auch mit den uns vorliegenden Bluttests gut zusammen und die ein oder andere positive Überraschung (meine Niere ist zum Beispiel noch sehr gut in Schuss) gab es auch.

Stellt sich abschließend noch die Frage, wie ihr an so einen Bioscan rankommt. Nun, wenn ihr 5.400 Euro überhabt, könnt ihr euch das Gerät (inklusive Laptop!) einfach so für den Hausgebrauch kaufen. Ansonsten sind es vor allem Heilpraktiker, die einen Bioscanner besitzen (schwierig zu finden – haben auch lange gebraucht). Es gibt aber auch eine Facebook-Gruppe, in der einige Mitglieder das Gerät gekauft haben und nun damit durch Deutschland tingeln. Ein Video wie der Test abläuft und was man da so sieht findet ihr zum Beispiel hier auf YouTube.

Eine Flasche WPO

Es wird mal wieder Zeit, dass wir uns über das Thema Gesundheit unterhalten. Allerdings beschäftigen wir uns heute mal mit keinem Vitamin und auch keinem Mineral. Es ist genauso wenig ein Nahrungsergänzungsmittel im herkömmlichen Sinne. Im Gegenteil ist es eher bei Hausfrauen und -männern als effektives Reinigungs- und Bleichmittel bekannt und kommt in allerlei Industriezweigen als Desinfektionsmittel zum Einsatz. Und doch ist es nicht nur ein Hygienemittel, es kann ebenfalls als Heilmittel verwendet werden. Entsprechend möchten wir es tatsächlich in unserem Haushalt nicht mehr missen. Die Rede ist von Wasserstoffperoxid (WPO) d.h. Wasser, welches ein zusätzliches Sauerstoffmolekül besitzt (Wasser = H2O, WPO = H2O2) und die je nach Verdünnungsstufe andere Verwendungszwecke hat. Zum Verdünnen wird übrigens einfach Wasser genommen. Ist also kein Problem auch Zuhause den Prozentsatz zu verringern.

Vielseitig Einsetzbar

Die 11,9%ige Variante wird beispielsweise vom Frisör genutzt, um eure Haare zu blondieren. Warum exakt 11,9%? Weil ab 12% die Gefährlichkeit massiv zunimmt und damit die Bürokratie übernimmt. Dann gibt es eine Meldepflicht über den Verkauf und es muss eine Endverbleibserklärung unterschrieben werden.

Kein Wunder: Mit 30% tötet ihr buchstäblich jede Art von Schimmel in eurem Haus. Eine zu 35% verdünnte Version kommt hingegen unter anderem in der Getränkeindustrie zum Einsatz, um die PET-Flaschen zu reinigen. Sie eignet sich aber auch sehr gut, um sie Verdampfen zu lassen und Reinräume…nun, rein zu machen. Noch lustiger wird es ab >85% aufwärts. Nicht nur konnte man damit eine Mischung für U-Boot-Antriebe machen (Walter-Antrieb – heute kommt es nur noch als Sauerstoffzufuhr zum Einsatz) – es lassen sich genauso wunderbar Raketen und Torpedos damit antreiben. Und nein, die Wasserstoffbombe sowie der Brennstoffzellenantrieb bei Autos funktioniert leider anders. Allerdings können hochkonzentrierte WPO-Lösungen durchaus einfach mal verpuffen und eine nette Explosion verursachen. Somit kann ich durchaus nachvollziehen, warum der Staat da ein Auge drauf hat wer wie viele und in welcher Konzentration vorrätig hat :smile: .

Um diese Explosionsgefahr zu mindern, ist zum einen ein Loch im Deckel (wird Druck aufgebaut, geht er da raus). Zum anderen sollte die Flasche aber auch immer bei maximal Zimmertemperatur gelagert werden und nicht direkt in der Sonne. Im Sommer bei >30°C am besten in den Kühlschrank packen.

Die Standardvariante

Zuhause und im Alltag (z.B. beim Zahnarzt) kommt hingegen hauptsächlich die stark verdünnte Variante mit 3% zum Einsatz. Die könnt ihr genauso wie die Blondierlösung überall frei erwerben und ist auch noch ziemlich billig. Wir haben für 1L in der Apotheke gerade mal 4,50 Euro bezahlt. Das ist entsprechend unsere Empfehlung: Einfach mal in die Apotheke um die Ecke gehen. Spart die Portokosten, die fast so hoch sind wie die Flasche kostet. Dort gibt es übrigens mit der entsprechenden Begründung (und ausgefülltem Papierkram) genauso die 30%-Variante zum Schimmeltöten. Aber mit der definitiv nur mit Handschuhen arbeiten, nicht auf die Haut bringen und schon gar nicht in irgendwelche Körperöffnungen schütten. Das meine ich absolut ernst! Das Zeug wird in der Mikroelektronik als Ätzmittel eingesetzt. Da ist ein hochprozentiger Schnaps nix dagegen.

Die 3%-Variante ist da eindeutig wesentlich ungefährlicher, sollte allerdings nicht in größeren Mengen auf einmal getrunken werden. Der Grund ist ganz einfach: Wenn WPO seine Wirkung entfaltet, dann setzt es aktiven Sauerstoff frei (es schäumt und bildet Bläschen). Dabei macht es quasi alle Bakterien tot, die nicht bei drei auf den Bäumen sind. Das ist toll im Einsatz von Krankheitskeimen. Im Magen, wo viele gutartige Bakterien leben, ist es hingegen nicht so empfehlenswert diese in großen Mengen dahin zu raffen. Entsprechend zum Beispiel auch bei der Anwendung in der Nase (Nasenschleimhäute) und im Genitalbereich aufpassen (ja, es können vaginale Krankheiten damit behandelt werden).

Äußere Anwendung

Aber lasst uns endlich konkreter werden: Wofür kann man 3%iges WPO verwenden? Nun, zuerst einmal natürlich als Putz- und Desinfektionsmittel um Flächen (inklusive Möbeln) keimfrei zu kriegen (es wirkt gegen Bakterien und Pilze). Auch gegen kleinere Schimmelpopulationen hilft es bereits (erst ab höheren Populationen braucht es die 30%). Es ist ebenso praktisch beispielsweise in der Toilette, da es organische Verbindungen auflöst und damit Urinstein löst.

Nutzt man es hingegen im Bereich der eigenen Gesundheit, dann unterscheidet man zwischen einer äußeren und einer inneren Anwendung. Logisch: Innere heißt, ich kippe es mir in irgendeine Öffnung. Äußere bedeutet, dass ihr es oberflächlich anwendet wie zum Beispiel:

  • Auch Zahnbürsten für echte Männer lassen sich desinfizieren

    Zum Reinigen der Luft. Da WPO wie erwähnt Krankheitserreger tötet, macht es auch die Luft sauber. Einfach ein bisschen davon mit Wasser in den Diffuser tropfen und los geht’s! Macht tatsächlich vor allem für mich als Asthmatiker einen spürbaren Unterschied. Hilft aber genauso gut bei Erkältungen.

  • Zur Desinfektion von allerlei Handwerkszeug. Von der Zahnbürste übers Gebiss bis hin zu Besteck und Co. könnt ihr damit alles sauber machen was ihr euch in den Mund steckt (oder woanders hin – wir leben in einem freien Land :smile: ).
  • Zur Massage soll es auch ganz gut sein. Selbst haben wir es noch nicht getestet aber die Theorie ist, dass es zum einen Dreck von der Haut entfernt und zum anderen die oberen Hautschichten mit schickem Sauerstoff versorgt werden.
  • Für ein normales Bad in der Badewanne. Erneut mit dem Ansatz, dass es böse Sachen von der Haut entfernt, guten Sauerstoff in den Zellen verteilt und damit eine belebende bzw. für das Immunsysteme eine stärkende Wirkung hat.
  • Für ein angenehmes Fußbad (am besten mit Magnesium). Siehe oben – fördert die Durchblutung und bringt Sauerstoff ins Gewebe.
  • Zur Wundreinigung, denn es desinfiziert sie. Funktioniert überraschend gut muss ich sagen und zwar bei aller Art von kleinen Wunden (Brand, Stich und Schnitt). Es bitzelt zwar kurz (was etwas unangenehm sein kann) und sieht etwas lustig aus aufgrund der chemischen Reaktion aber danach ist die Wunde nicht nur sauber, sie tut auch nicht mehr so weh (oder sogar überhaupt nicht mehr).
  • Als Deo-Ersatz. Das wusste ich bis gerade eben selbst nicht. Aber da ich schwitz wie ein Schwein und entsprechend auch stinke wie eines, muss ich das unbedingt mal testen. Theorie ist wie gehabt: Der Gestank wird durch Bakterien erzeugt, die keiner braucht. Also WPO drauf und weg damit!
  • Zur Vorbeugung bzw. Reinigung von Pickeln. Ist der Pickel schon da, bekämpft es die Entzündung (aufmachen müsst ihr ihn dafür trotzdem). Ist der Pickel noch nicht da, bekämpft es die Bakterien, die den Pickel verursachen würden. Liegt der Pickel unter der Haut, bringt es aber natürlich auch nichts. Da kommt das WPO nicht dran.

Innere Anwendung

Ihr seht: WPO in seiner 3%igen Form hat schon so einige nützlichen Eigenschaften. Wer sich traut, der kann es auch noch an anderen Stellen verwenden:

  • WPO abgefüllt mit Pipette

    Als Mundspülung. Am Zähneputzen kommt ihr zwar nicht vorbei aber die Spülung mit WPO soll die übrig gebliebenen Bakterien vertreiben und somit Karies vorbeugen. Soll entsprechend genauso gegen Mundgeruch helfen.

  • Als Nasenspray bei Entzündungen. Hier auf jeden Fall vorher noch weiter verdünnen! Wie oben geschrieben, reagieren die Nasenschleimhäute etwas empfindlich. Aber es hilft tatsächlich, um auch dort Entzündungen zu bekämpfen und den Dreck rauszuholen. Wirkt im ersten Moment gleichzeitig sehr erfrischend durch die Sauerstofffreigabe – anschließend fängt aber das unangenehme Bitzeln wieder an :smile: .
  • Als Ohrreiniger. Es heißt ja, man soll Q-Tips nicht verwenden, um den Mist aus dem Ohr zu holen. Man würde das ganze Zeug damit nur noch weiter reinschieben. Was also dann? Nun, den Kopf auf die Seite legen, WPO reintropfen und solange warten bis das Knistern nicht mehr zu hören ist (tut nicht weh). Dann Kopf auf die andere Seite legen und das WPO rauslaufen lassen. Ergebnis: Ein sauberes Ohr (und damit wieder ein besseres Gehör).

Auf die Sache mit der Vagina gehe ich hingegen an dieser Stelle nicht weiter ein, sonst muss ich Beim Christoph doch noch ein „ab 18″-Label verpassen :smile: .

Fazit

Und damit wisst ihr das Wichtigste über WPO. Es gibt zwar noch einige andere Einsatzgebiete (man soll sogar Lebensmittel damit frisch halten und Krebs bekämpfen können). Aber wir wollten uns auf die Sachen beschränken, die wir entweder schon selbst getestet haben oder für uns zumindest plausibel und nützlich klingen. In unserem Haushalt stehen auf jeden Fall mittlerweile so einige Fläschchen (als Spray oder mit Pipette) in den einzelnen Räumen herum. Im Bad hauptsächlich zur Mundhygiene. Im Wohnzimmer zum Behandeln von Wunden. In der Küche zur Desinfektion und so weiter und so fort. Eine sehr praktische Flüssigkeit und für den Preis kriegt man nichts vergleichbares. Weiterer Pluspunkt: Es schadet nicht einmal Katzen! Als unsere Lyssi sich nach dem Fädenziehen die Kastrationswunde wieder aufgekratzt hat, haben wir das damit behandelt. Eine Creme hätte hier nicht funktioniert, da sie sie sofort wieder abgeleckt hätte und Cremes sind selten gut für Katzenmägen.

Für weiterführende Informationen gibt es ein paar deutschsprachige Bücher sowie Facebookgruppen, die sich intensiv mit den unterschiedlichen Einsatzgebieten auseinandersetzen (und sogar Gels aus WPO machen).

Das Hauptgebäude der Reha-Klink

Der Haupteingang der Reha-Klink in Utersum

Am 8. März 2012 habe ich den wohl erfolgreichsten Eintrag in der Geschichte der Webseite veröffentlicht: Meinen Bericht über meine Reha in Utersum. Seitdem war praktisch kein Monat vergangen, in dem dieser Eintrag nicht die Charts anführte in Sachen Aufrufen. Kein Wunder: Egal welche Kombination von Reha und Utersum man bei der Google-Bildersuche eingibt – mein kleines (damals war noch das alte CMS aktiv) Zimmerfoto taucht sehr weit vorne auf. Mittlerweile werden zwar aufgrund von Facebook-Verlinkungen die Einträge zum Thema Vitamine und Mineralstoffe häufiger aufgerufen aber tot zu kriegen ist mein Reha-Eintrag trotzdem nicht. Und was macht der erfolgreiche Selbstvermarkter in solchen Situationen? Er kramt das Thema wieder hervor!

Das hat aber natürlich einen Grund: Nach etwas mehr als 4 1/2 Jahren war ich die letzten drei Wochen wieder im Reha-Zentrum in Utersum auf der Nordseeinsel Föhr. Ich werde allerdings nicht noch einmal bei den Grundlagen anfangen. Stattdessen geht es mir vor allem darum weitere Details zu bringen, über die Änderungen seit meinem ersten Aufenthalt zu berichten und auf jeden Fall mehr Fotos (dieses Mal MIT Vergrößerung) zu zeigen. Seht diesen Eintrag also eindeutig als Ergänzung und lest bitte zuerst das „Original„, um das Komplettbild zu erhalten. Wir warten selbstverständlich auch auf euch.

/me summt eine lizenzfreie Wartemusik

Ein wilder Sicarius auf Föhr

Ein wilder Sicarius auf Föhr

Die Krankheit und die Beantragung

Die Nordsee mit Wasser

Die Nordsee mit Wasser

Mein mittelschweres Asthma habe ich seit der letzten Reha vollkommen im Griff und ich bin super gut eingestellt was meine Medikamente angeht. Meine Lungenfunktion ist damit im Bereich bzw. teilweise sogar über dem was ein normaler Erwachsener haben sollte. Entsprechend hatte ich nicht erwartet, dass es in dieser Hinsicht hier noch wirklich Verbesserung nach oben geben wird. Aber zum einen weiß man ja nie und zum anderen tut Seeluft immer gut. Da ich aber zusätzlich in den Wochen vor Reha-Antritt sowohl mit einem Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich als auch einem angehenden Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich diagnostiziert wurde, wollte ich die Reha dafür oder besser gesagt dagegen nutzen. Zusätzlich standen das Thema Gewichtsreduktion und mein seelischer Zustand (Stichwort Depressionen) auf dem Antrag mit drauf.

Bei der Beantragung bin ich am Anfang den gleichen Weg gegangen, wie beim letzten Mal: Ich habe bei der Hotline der Deutschen Rentenversicherung Bund angerufen. Anders als vor vier Jahren, hat die Dame an der Hotline mir jedoch die Unterlagen anschließend einfach alle zugeschickt statt mir nur die Nummern zum Download auf der Webseite mitzuteilen. Nachdem ich die Antragsformulare hatte, bin ich zu meiner Lungenärztin und habe sie darum gebeten ihren Befund zu schreiben mit dem Gedanken, dass sie mir den zuschickt und ich dann alles an die DRV Bund weiterleite. Entsprechend überrascht war ich als keine sechs Wochen später plötzlich Post aus Berlin im Briefkasten war mit der Bitte, ich solle doch meinen Antrag nachreichen – sie hätten schon den Befund bekommen und bräuchten keine weiteren. Also Antrag plus Anschreiben (wieder mit Angabe des Wunschterminfensters sowie den Reha-Zentren auf Utersum und Borkum als Wunschkliniken) fix fertig gemacht, abgeschickt und Mitte Juli hatte ich schon meinen Genehmigungsbescheid. Ging alles wieder wesentlich schneller als ich das geplant hatte irgendwie :smile: .

Die Anreise

Das Zimmer für die nächsten Wochen

Das Zimmer für die nächsten Wochen

Ein paar Tage später kam noch die Post von der Utersumer Klinik in der mein voraussichtlicher Antrittstermin drinstand. Da dieser mir allerdings nicht passte (war direkt nach den Flitterwochen) hatte ich zwei Möglichkeiten: Entweder Widerspruch bei der DRV Bund einreichen oder einfach mal bei der Klinik anrufen und nachfragen ob man da nicht was machen könnte. Und siehe da: Die Klinik hatte kein Problem damit. Die Mitarbeiterin fragte schlicht „Sagen sie mir wann sie anreisen wollen.“ und damit war die Sache erledigt. Sehr schön!

Die Anreise selbst Mitte November gestaltete sich genauso problemlos. Ich hatte rechtzeitig meine Fahrkarten und meinen Reiseplan erhalten (dieses Mal gleich mit korrektem Startbahnhof) und die zwei Koffer wurden wieder von Hermes abgeholt. Zwar musste ich eine Terminverschiebung für die Abholung auf Samstag vereinbaren (sie wollten freitags aber ihr kennt ja Paketdienstleister: „Seien sie bitte am besten den ganzen Tag Zuhause und wir kommen dann kurz vor Schluss“) aber das hat wunderbar geklappt (auch das Abholen). Es gab allerdings den Hinweis, dass dadurch auch die Koffer erst einen Tag später in der Klinik sein würden. Entsprechend dicker war mein Handgepäck dieses Mal gepackt. Entsprechend überrascht (und weil die Hermeswebseite was anderes behauptete) war ich, als ich in meinem Zimmer in der Klink ankam und feststellen musste: Die Koffer sind doch schon da. Quasi perfekt gelaufen alles.

Die Klinik

Postkarten, Knabbereien und Hygieneartikel gibt's im hauseigenen Kiosk

Der hauseigene Kiosk

Auf den ersten Blick war die Klinik unverändert (auch die Zimmer sind exakt wie vor vier Jahren) und ich habe mich sofort wieder zu Recht gefunden. Nur im Detail haben sich Änderungen ergeben wie renovierte Stationszimmer, umgezogene Labors oder die Aushänge der Aktivtherapien vom Keller in den ersten Stock. Außerdem wurde die Tischtennisplatte entfernt (gab wohl Probleme mit der Lautstärke im Nebengebäude), die Kegelbahn war die kompletten drei Wochen außer Betrieb und die Lehrküche wird aktuell renoviert. Letzteres ist besonders relevant, da es die alte Lehrküche überhaupt nicht mehr geben wird in dieser Form. Es gab wohl Probleme mit dem Personalaufwand (ja, DRV-Kliniken sind Wirtschaftsunternehmen) und entsprechend werden wohl zukünftig keine richtigen Mittagessen mehr gekocht, sondern nur noch „Snacks“ (Muffins, Salate, etc.). Ist definitiv schade. Hatte ich mich durchaus darauf gefreut nachdem ich das letzte Mal aufgrund meiner damals noch begrenzten Ernährungspalette das Angebot nicht voll genutzt hatte.

Was etwas besser geworden ist, ist tatsächlich der Handyempfang. Man hat doch an einigen Stellen mehr zum einen überhaupt Empfang und zum anderen dann oft sogar LTE. Leider eben nur LTE oder Edge. Meinen UMTS-Stick konnte ich also weiterhin nur im Amrum-Zimmer nutzen und nicht auch in meinem normalen Zimmer. Die normale Internetverbindung in der Klinik ist aber immer noch unter aller Sau, um es deutlich auszudrücken. Die 25 Euro für den vier Wochen lang gültigen WLAN-Zugang solltet ihr euch definitiv sparen. Da ist selbst DSL Light schneller. Klarer Nachteil des besseren LTE-Empfangs sowie dem grundsätzlichen technischen Fortschritt der letzten vier Jahre: Ich hatte mein Datenvolumen sehr schnell verbraucht gehabt. Zurückhaltung ist also das oberste Gebot :smile: .

Die Lage

Leider war der WLAN-Pass nicht die einzige Ausgabe, die ich im Nachhinein bereut habe: Das Geld für den 30 Euro teuren Buspass hätte ich mir ebenso sparen können, denn ich habe ihn definitiv nicht so häufig genutzt wie das letzte Mal. Dafür gab es drei Gründe:

1. Die Busse fahren im Winter immer noch sehr, sehr selten (nicht einmal jede Stunde). Man kann also nicht einfach mal abends zum Essen nach Wyk reinfahren, weil man Angst haben muss nicht mehr heim zu kommen. Entsprechend war sowieso die meiste Zeit Laufen die bessere Alternative.

2. Während im Frühjahr 2012 zumindest 2-3 Restaurant offen hatten, war im November gefühlt die ganze Insel abgeschlossen. Ist auf der einen Seite verständlich: Die Sommersaison war noch nicht ganz so lange rum und bis zur Wintersaison müssen die Bewohner wieder Energie tanken. Auf der anderen Seite nervt es aber schon gewaltig. Glücklicherweise gibt es auf der Homepage der Insel eine relativ komplette Übersicht der Restaurant und ihrer Öffnungszeiten. Ihr müsst also nicht Angst haben mit dem Bus durch die Gegend zu fahren oder beim Spazierengehen plötzlich vor geschlossenen Toren zu stehen. Die beiden „Restaurant“ (La Rocca und die Zur Kombüse) an der Strandpromenade in Wyk, die ganzjährig von 11 bis Spätabends warme Küche anbieten, kann ich allerdings nur bedingt empfehlen. Hochwertiges Essen ist eindeutig etwas anderes. Andererseits: Besser als Eintopf waren sie trotzdem :smile: .

Der Speiseplan

Der Speiseplan

3. Die geänderte Situation im Speisesaal (plus mein grundsätzlich geändertes Ernährungsverhalten), die dazu führte, dass ich abseits von Samstags (immer noch Eintopf-Tag) keinen Grund mehr hatte Essen zu gehen. Wurde vor vier Jahren das Mittagessen noch komplett ausgegeben, gibt es nun eine Art Buffet.

Das funktioniert so: Grundsätzlich erhaltet ihr Gericht 1. Gericht 2 ist die vegetarische Variante bzw. das Sonderessen. Das wird entweder vom Arzt am Anfang verordnet, ihr könnt dem Küchenpersonal sagen, dass ihr es immer haben wollt oder ihr könnt, wenn euch das Gericht auf dem Essensplan gefällt, euch bis zu einem Tag vorher dafür anmelden. Am gleichen Tag einfach nur die Schlange wechseln wird vom Personal hingegen mit klarer Abweisung bestraft.

Bei Gericht 2 werdet ihr, ihr habt es vermutlich erraten, auch entsprechend noch bedient. Gericht 1 dürft ihr euch hingegen endlich selbst zusammenstellen. Ihr könnt also ein Stück weit selbst entscheiden, ob ihr lieber Nudeln statt Reis zum Fisch wollt und welches Gemüse ihr noch mit drauf packt. Ein Stück weit deshalb, weil die grundsätzliche Zusammenstellung natürlich immer noch vorher festgelegt wird. Es stehen also nicht jeden Tag Nudeln und Reis als Beilage zur Auswahl. Aber ihr seid trotzdem zum einen freier wie ihr euren Teller vollmacht und zum anderen habt ihr nun die Möglichkeit mal einen anständigen Nachschlag zu holen. Letztes Mal bekam ich höchstens nochmal Gemüse aber auf gar keinen Fall mehr Fleisch. Finde ich eine sehr gute Änderung und mir hat es dadurch eindeutig besser geschmeckt die meiste Zeit (Eintopftag…). Der Essensplan folgt weiterhin der Lebensmittelpyramide also zweimal Fisch in der Woche und so Kram.

Übrigens stehen nun feste Essenszeiten auf dem Therapieplan. Daran gehalten haben sich aber vermutlich nur die wenigsten – ich Inklusive. Sobald man mal seine Reha-Truppe gefunden hat, will man ja schließlich immer mit denen zusammen essen.

Abseits davon ist die grundsätzliche Lage der Klinik natürlich immer noch perfekt (Geldautomat fehlt weiterhin). Dieses Mal war die Nordsee sogar anwesend (und es gab Wattwanderungen!). Auch das Wetter hielt nach einer verregneten ersten Woche standhaft durch mit zumindest wenig Regen und ab und zu viel Sonne. Ich könnte also wieder so einige Male meine langen Runden über Strand, Deich und Feldwege ziehen (unter anderem zum immer noch empfehlenswerten Café Stellys Hüüs in Oldsum). Dabei half mir, dass ich gefühlt mittlerweile besser zu Fuß bin. War weit weniger anstrengend beispielsweise die circa acht Kilometer bis Nieblum über den Strand zu laufen. Zugegeben: Sie danach auch wieder zurückzulaufen ohne Mittagessen intus zu haben war dann schon durchaus etwas grenzwertig. Aber unter einem groß angekündigten „Weihnachtsmarkt“ verstehe ich halt durchaus mehr als nur ein Zimmer mit Handarbeitverkaufsständen z.B. eine Würstchenbude.

Die Therapie – Allgemein

Eines meiner vielen Mittagessen

Eines meiner vielen Mittagessen

In Sachen Therapie fällt im Nachgang vor allem auf, dass ich wesentlich mehr Vorträge dieses Mal hatte. Gefühlt kamen Sport- und Bewegungsangebote da etwas zu kurz. Außerdem hatte ich aus unerfindlichen Gründen an den Freitagen und Samstagen immer so gut wie gar keine Termine. Fand ich nicht so gut. Klar: Mehr Zeit für am Strand rumlaufen oder ins freie Training zu gehen (wenn man es darf). Für letzteres stehen mittlerweile zudem Terminvorschläge auf dem Plan. Wie beim Essen, hält sich jedoch keiner so wirklich dran (ja, auch ich nicht). Trotzdem sollte man aus meiner Sicht doch die Therapie so planen, dass der Patient die ganze Woche ausgelastet ist. Außerdem sind mir die Änderungen bei der Aktivtherapie sehr negativ aufgefallen. Zur Erinnerung: Als Ergänzung zum Therapieplan hängen an zentraler Stelle täglich zusätzliche, freiwillige Angebote aus an denen man teilnehmen kann.

Zwar war das grundsätzliche Angebot wieder sehr abwechslungsreich (inklusive ein paar ganz neuen Sachen) aber die Chance zum Beispiel bei meiner geliebten Traumreise mit zu machen standen dieses Mal extrem schlecht (habe es nur einmal geschafft). Warum? Weil die Zettel nur noch an der Pinwand im Flur landen, wenn noch Platz ist. Vorher hängen sie im Zimmer der Therapieplanung, die zum einen nur morgens zwei Stunden offen hat und zum anderen weil sich da dann entsprechend lange Schlangen bilden. Da hatte ich keine Zeit und Lust für. Dann noch der ein oder andere Arschloch-Patient, der einfach seine ganze Clique eingeklebt hat und schon waren die Termine voll. Wenn man dann dahin kommt und der Kurs ist doch nicht voll, weil ein paar der fleissigen Einkleber nicht gekommen sind, dann platzt einem endgültig die Hutschnur. Das lief das letzte Mal eindeutig besser.

Was das Pflichtprogramm anging habe ich natürlich, basierend auf dem letzten Mal, direkt bei der Aufnahme wieder massiv dem Arzt ins Gewissen geredet und klar gesagt was ich möchte bzw. mir erklären lassen, was ich noch haben könnte. Das ist immer ganz wichtig, um am Ende nicht mit einem leeren Plan und verpassten Chancen dazu stehen. Schließlich hat man hier nun einmal die Möglichkeit Sachen kostenfrei auszuprobieren, die man sich Zuhause vielleicht noch nicht getraut hat.

Die Therapie – Im Detail

Einer meiner vielen Therapiepläne

Einer meiner vielen Therapiepläne

Aber gehen wir doch mal im Detail auf die Sachen ein, die ich in den drei Wochen so gemacht habe. Bei Angeboten, die ich schon das letzte Mal hatte, verzichte ich allerdings auf eine genauere Beschreibung. Die findet ihr dann im alten Eintrag.

Pflicht

  • Wirbelsäulentraining – Wie der Name schon sagt, wurden Übungen zur Stärkung der Wirbelsäule gemacht. Nicht nur für die Muskulatur direkt an der Wirbelsäule, sondern auch Dinge zur Stärkung des Drumherum (Stichwort „Stabilisierung“). War durchaus abwechslungsreich und ich habe zumindest nach den ersten Terminen so einige Muskeln gespürt, die ich noch nicht kannte :smile: .
  • Atemtraining (Gruppe) – Dieses Mal musste ich nicht meinem Atem nachfühlen, wenngleich das Ziel gleich war: Zu lernen bewusst zu atmen und ihn in bestimmte Ecken des Körpers bringen. Gefiel mir eindeutig besser und hat mir mehr gebracht würde ich sagen – auch für den Alltag.
  • Hydro-Jet
  • Aqua-Jogging
  • Progressive Muskelrelaxation – Letztes Mal hatte ich noch gesagt, dass Entspannung nichts für mich wäre. Mittlerweile geht das ein wenig besser. Bei dieser Form handelt es sich um Entspannung nach der Jakobsmethode (hinlegen, Muskeln einzeln anspannen und wieder entspannen – dann nachfühlen). Ich hätte stattdessen aber auch autogenes Training oder Qigong machen können.
  • Psychologische Einzelberatung – Natürlich kann hier schon allein wegen der begrenzten Zeit keine richtige Therapie stattfinden (hatte nur zwei Termine) aber zum einen hat es geholfen mal wieder eine komplett neue Perspektive zu hören und zum anderen habe ich durchaus einige Sachen vom Psychologen dahingehend mitbekommen, wie ich Zuhause am besten in dieser Richtung weitermachen sollte. Fand ich entsprechend äußerst hilfreich und es waren zwei sehr angenehme Gespräche.

Freiwillig

  • Ergometertraining
  • MTT Gerätetraining – Dieses Mal mit sechs statt nur vier Geräten.
  • Kraftquellenarbeit – Den Begriff hatte ich vorher noch nie gehört. Im Kern hat es aber schon etwas Spirituelles. Gibt aber unterschiedliche Ausprägungen, welche die Dame hier anbietet. Ich war bei der „Biografiearbeit“, bei der einem das „Leben“ (in Person der Veranstalterin) in drei Runden unterschiedliche Arten von Karten austeilt. Diese werden entweder einfach von einem selbst interpretiert oder erst zu einem Muster („Wandelwinde“) zusammengelegt und dann interpretiert und darüber in der Gruppe gesprochen. War sehr interessant und faszinierend zu sehen, dass die Karten (logischerweise durch das eigene Suggerieren) wahres sprechen und auch noch einen Zusammenhang bildeten. Mehr darüber könnt ihr übrigens auf der Homepage der Verantstalterin erfahren.
  • Rückenfit – Wie der Name schon sagt: 45 Minuten voller Übungen für den Rücken. In der Zeit, wo ich dabei war, haben wir mit dem komischen (und anstrengenden) Schwingstab gearbeitet.
  • Traumreise
  • Zirkeltraining – Nach Runde 2 war ich am Ende und wurde vom Physiotherapeuten wegen viel zu hohem Puls rausgenommen. Waren extrem anstrengend diese 10 Stationen mit den jeweils unterschiedlichen Übungen für die verschiedenen Muskelgruppen. Absolut nichts für mich…

Vorträge/Seminare

  • Ein paar meiner Wandelwindkarten

    Ein paar meiner Wandelwinde-Karten

    Schulungsbuffet – Es wurde vorgestellt nach welchen Vorgaben/Ideen das Essen in der Klinik zusammengestellt wird.

  • Inhalationstechnik – Wie der Name schon sagt, wurde vorgestellt wie die optimale Inhalationstechnik für die verschiedenen Medikamentenarten ist. Eine wichtige Sache, da das Medikament natürlich in die Lunge soll. Bringt nichts, wenn es irgendwo im Mund rumhängt. Aber für mich nichts großartig Neues dabei gewesen. Hatte es ja schon das letzte Mal gelernt.
  • Peak-Flow-Messung – Wie und warum macht man als Asthmatiker/COPDler diese regelmäßigen Messungen und wie interpretiert man sie. Auch nichts Neues für mich.
  • Asthma-Fragestunde – Die Möglichkeit den ärztlichen Direktor mal auszufragen. Habe ich genutzt, um ein paar allgemeine Fragen in Richtung Zukunft zu stellen. Mich interessiert ja vor allem, ob ich bis zu meinem Tod die Medikamente weiter nehmen muss, oder ob es da Forschungen in die Richtung gibt Asthma dauerhaft zu heilen. Die Antworten fielen aber leider eher mager aus.
  • Sport – Vorstellung des Sportkonzepts in der Klinik sowie dem optimalen Trainingsablauf (Trainieren nach Trainingspuls und im mittleren Bereich). War zumindest amüsant gestaltet.
  • Richtig abnehmen – Lief das letzte Mal unter dem Begriff „Gewichtsreduktion” und auch die inhaltlichen Ansätze haben sich im Vergleich etwas zum positiven geändert. Kann ja nun besser mitreden, aufgrund meiner eigenen Ernährungsumstellung. Aber sind immer noch so einige Sachen dabei, wo ich eher kritisch sehe (Stichwort „DGE-Empfehlung“) bzw. Fragen, wo ich nur mit großen Augen angeschaut wurde. War aber trotzdem wieder interessant und hat sicherlich dem ein oder anderen die Augen geöffnet.
  • Medikamentöse Therapie – Welche Medikamente gibt es gegen Asthma und COPD, welche Wirkstoffe sind drin und was machen sie. Sehr informativ, da ich mich damit tatsächlich noch nie so richtig beschäftigt hatte.
  • Das beste Café auf der Insel!

    Das beste Café auf der Insel!

    Stress – Lustigerweise hatte ich vor der Reha einen Bildungsurlaub mit dem Titel „Gesundheit ganzheitlich fördern“ und da ging es auch an einem Tag um das Thema Stress. Entsprechend waren mir ein paar Dinge schon bekannt. Aber in den paar Terminen (war eine Seminar-Reihe) fanden sich durchaus ein paar neue Denkanstöße, die mir im Kopf geblieben sind und die ich auch versuchen will umzusetzen.

  • Von der Reha in den Alltag – Hier ging es darum sicherzustellen, dass die guten Vorsätze aus der Reha tatsächlich eingehalten und umgesetzt werden. Statistisch ist es wohl normalerweise nach 6-8 Wochen vorbei. War gut gemacht von der Dame (viel Gruppenarbeit) und interessant.
  • Konflikte am Arbeitsplatz – Das war eine extrem chaotische Angelegenheit von der ich außer einem dicken Handout gar nichts mitgenommen habe. Der Vortragende war extrem hibbelig, verwirrt und hatte irgendwie kein richtiges Ziel vor Augen. Schade, da das Thema durchaus wichtig für mich gewesen wäre.
  • Informationen zum Schwerbehindertenrecht – Betrifft mich zum Glück nicht, auch wenn ich theoretisch einen Grad der Behinderung für mein Asthma bekommen könnte – wenn nicht meine Lungenfunktion mittlerweile so extrem gut wäre. Trotzdem interessant mal zu erfahren wie das so abläuft.
  • Funktion der Atemorgane – Theoretisch alles Zeugs, was man aus dem Biologieunterricht kennen sollte aber da hatte ich immer gerade so eine vier. Deswegen ganz interessant mal wieder zu hören wie die Lunge aufgebaut ist und was bei meiner Krankheit da unten passiert. Vor allem habe ich endlich gelernt was zum Geier überhaupt COPD ist („Raucherlunge“). Und schon das allein war es wert :smile: .

Dieses Mal nicht gemacht

  • Auch auf der Insel gibt es Regenbögen

    Auch auf der Insel gibt es Regenbögen

    Schwimmen – Mir reicht einmal Wasser am Tag und da vor bzw. nach dem Aqua Jogging auch immer noch Zeit zum freien Schwimmen ist, musste ich nicht noch zusätzlich gehen.

  • Badminton – Waren schlicht keine Mitspieler da (zumindest habe ich keine gefunden).
  • Bogenschießen – War mir das Wetter zu unbeständig für.
  • Frühsport – Ich hatte dieses Mal die Einstellung „Man muss es nicht übertreiben“, dazu gehörte sich diese Gymnastikeinlage zu sparen.
  • Rückenschule – Hatte eigentlich erwartet, dass es wieder so etwas in der Art geben würde aber hatte nichts im Therapieplan drin und auch der Arzt hat nichts Dahingehendes erwähnt. Schade. Rückengerechtes Aufstehen praktiziere ich seit damals auf jeden Fall.
  • Yoga – Wie gesagt: Bäume gibt es im Wald genug, ich muss nicht noch einer sein…

War wie ihr sehen könnt war es wieder ein stattliches Programm aber wie erwähnt aus meiner Sicht definitiv viel weniger Bewegung (so interessant die meisten Vorträge und Seminare auch waren). Vielleicht habe ich da irgendetwas bei der Aufnahme falsch gemacht aber da wünsche ich mir bei einem eventuellen nächsten Mal eindeutig Besserung bzw. ich werde es explizit einfordern. Wurde immerhin nicht zusammengestaucht, dass ich zu viel machen würde :smile: .

Abseits dieses Programms war ich ansonsten viel laufen und habe mir außerdem bei der Kosmetikerin sowohl eine Fußpflege als auch eine Ganzkörpermassage (ohne Happy End :wink: ) gegönnt. Hatte ich beides noch nie und obwohl es ganz schön war, werde ich es sicherlich nicht regelmäßig daheim fortsetzen. Aber ich wollte es schon immer mal ausprobieren und hier hatte ich nun die Zeit und Gelegenheit dazu.

Das Personal

Der einzige Aufenthaltsraum inklusive Bibliothek

Der Hauptaufenthaltsraum inklusive Bibliothek

Beim Personal hat es in Sachen Ärzten eine massive Änderung gegeben. Wurde ich beim letzten Mal vom ärztlichen Direktor höchstpersönlich aufgenommen und hatte bei den Visiten mit den Chefärzten zu tun, gibt es nun die Stationsärzte. Die sind aus meiner Sicht durchaus arm dran aber das macht es für mich als Patient nicht viel besser. Sie sind fast durchweg ausländischer Abstammung und haben entsprechend so ihre Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Das ist bei einem Arzt eindeutig mehr als suboptimal. Meine Befunde von Zuhause wurden nicht weiter beachtet, ein tiefergehendes Gespräch vor allem über die Hintergründe („Warum ist hier meine Luft plötzlich so viel besser?“) war nicht möglich und auch sonst die Sache sehr anstrengend. Der Kollege kann ja die fachliche Expertise haben – das will ich ihm nicht absprechen und er war auch lieb und nett. Aber wenn man es nicht rüber bekommt, dann ist das ein massives Problem und ich fühle mich allein gelassen. War auch nicht der einzige, der sich darüber beklagte.

Ansonsten war das Personal durch die Bank wieder okay. Vor allem die Kurse mit den ganz jungen Physiotherapeuten, die noch Energie und vor allem Spaß an der Sache haben, waren immer ein Highlight. Anstrengend aber genial. Mit dem Speisesaalpersonal hatte ich erneut nicht viel zu tun, die Damen auf dem Stationszimmer waren nett und hilfreich und auch am Empfang fand ich ein offenes Ohr für meine Sorgen und Nöte. Überraschenderweise hat auch das mit dem Namenswechsel (hatte die Reha ja vor der Heirat beantragt) ganz gut funktioniert und zu weniger Verwirrung geführt als erwartet. Wie ich schon vor vier Jahren schrieb: Ich fühlte mich insgesamt gut aufgehoben.

Fazit

Für mich war die Reha dieses Mal nicht ganz so effektiv wie beim letzten Mal, auch wenn überraschenderweise meine Peak-Flow-Werte sich verdoppelt haben. Da muss ich daheim mal mit meiner Lungenärztin schauen was wir da machen können, um das beizubehalten. Das lag freilich nicht an der Klinik – die ist aus meiner Sicht immer noch eine Empfehlung (und Föhr an sich auch) für Asthmakranke oder gynäkologische Patienten. Da ich aber in den letzten vier Jahren mich massiv verändert habe (Ernährung, sportliche Betätigung, etc.) halten sich die Auswirkungen nun in Grenzen (keine 2kg reines Fett verloren zum Beispiel). Erschwerend kamen die seelischen Belastungen dazu, die mich auch hier nicht so richtig losgelassen haben und entsprechend mir die Erholung verdorben haben.

Das Amrumzimmer - Gute Aussicht, bester Handyempfang

Das Amrumzimmer – Gute Aussicht, bester Handyempfang

Dennoch: Ich hatte immer noch sehr viel mehr Bewegung hier als Zuhause (habe massig Punkte in meiner Fitnessapp gesammelt und liege aktuell sogar vor Lysanda!). Aus den Vorträgen und Seminaren habe ich einiges mitgenommen und Abstand von der Arbeit zu gewinnen ist sowieso nicht das Schlechteste. Auch das Kennenlernen neuer Gesichter ist eine nette Sache für mich als total introvertierten Typen. Ja, ich habe meinen Vorsatz eingehalten und war in der Hinsicht wesentlich aktiver! Völlig überraschend (für mich zumindest) hat das ganz gut funktioniert, keiner hat mich aufgefressen und es war angenehm sich unterhalten zu können. Hoffentlich kann ich diese Erkenntnis auch in den Alltag retten. Letztes Mal war ich die vier Wochen ja fast komplett alleine, dieses Mal hab ich vor allem viel im Aufenthaltsraum mit anderen gepuzzelt :smile: .

Nochmal werde ich aber nicht nach Utersum kommen. Das nächste Mal (sollte es stattfinden) möchte ich stattdessen mal die Kliniken auf Borkum oder Norderney kennenlernen. Ein bisschen Abwechlsung muss sein.

Epilog

Und damit wäre auf acht DINA4-Seiten reinem Text (dank der Bilder sind es noch mehr) aus meiner Sicht alles gesagt, was es zu meinem Reha-Aufenthalt (Kur darf man nicht mehr sagen) aus meiner Sicht zu sagen gibt. Fragen, Anregungen, Lob und Kritik wie immer einfach in die Kommentare packen. Ein paar meiner Mitpatienten habe ich auch die URL hierher mitgegeben. Vielleicht äußern sie sich auch noch einmal zu den genannten Punkten, wenn ihre Sicht der Dinge von meiner abweicht.

In Milch ist viel Calcium

Milch hat viel Calcium

Im Eintrag über die K-Vitamine fiel ein Wort besonders oft: Calcium (gerne auch Kalzium geschrieben oder einfach als Kalk bezeichnet). Ein Mengenelement und Mineralstoff, von dem jeder von euch schon einmal gehört hat und zwar vor allem durch den Satz „Calcium ist gut für die Knochen“ – und er stimmt! 99% der rund 1-1,5kg Calcium im Körper befinden sich in unseren Knochen und Zähnen.

Braucht es unser Körper woanders, löst er es von dort heraus und schafft es über das Blut dorthin wo es benötigt wird. Dafür wird in der Nebenschilddrüse das Parathormon produziert, das den Calciumspiegel im Blut reguliert, indem es ihn bei Bedarf erhöht und die Menge an Phosphat im Blut gleichzeitig reduziert. Damit das Calcium überhaupt in den Knochen gelangt, werden hingegen Vitamin D3 (produziert die entsprechenden Transportcontainer) und Vitamin K2 (aktiviert diese Transportcontainer) gebraucht.

Funktion & Quelle

Der Grund, warum 99% allen Calciums im Körper in den Knochen sitzt ist logisch: Ohne Calcium kein Knochenwachstum und damit auch keine Neubildung (zur Erinnerung: unser Skelett erneuert sich alle sieben Jahre von selbst). Außerdem wirkt es sich auf die Festigkeit und Stabilität der Knochen aus. Die restlichen 1% befinden sich im Blutplasma und helfen unter anderem bei der Aktivierung der Blutgerinnung.

Den mütterlichen Rat euer Calcium nicht zu vernachlässigen, sollte man entsprechend Folge leisten. Um eure Knochen fit zu halten, benötigt ihr nämlich als Erwachsener laut DGE satte 1000mg/Tag und unser Körper kann kein Milligramm davon selbst produzieren! Vor allem Kinder und ältere Menschen benötigen eine stetige Zufuhr – erstere für ein gesundes Wachstum, letztere um den Zerfall zu verlangsamen. Dazu müsst ihr beispielsweise pro Tag einen Liter Milch trinken, denn Calcium steckt vor allem in Milchprodukten. Neben der Milch also auch in Käse, Joghurt, Buttermilch und dergleichen. Aber tatsächlich ist auch in diversen Gemüsesorten wie Kohlrabi, Broccoli und vor allem Grünkohl eine nennenswerte Menge enthalten. Eine ausreichende Zufuhr lässt sich zudem durch Mineralwasser bzw. kalkhaltigem Leitungswasser leicht gewährleisten. Eine kleine Übersicht findet ihr beispielsweise hier.

Mineralwasser enthält auch Calcium

Mineralwasser enthält auch Calcium

Neben-Faktoren

Den ganzen Tag Milch trinken reicht aber dann doch nicht, um den Calciumhaushalt auf gutem Niveau zu halten – mal abgesehen davon, dass es grundsätzlich nicht so gut ist so viel Milch zu sich zu nehmen. Nein, es gibt auch hier notwendige Mitspieler sowie Gegenspieler:

Mitspieler

Sind diese Mitspieler nicht in ausreichender Menge vorhanden – bei Magnesium spricht man beispielsweise von einem 2:1-Verhältnis -, dann funktioniert der gesamte Kreislauf nur eingeschränkt oder gar nicht mehr.

Gegenspieler

  • Phosphat (z.B. in Softdrinks enthalten) – Erhöht den Abbau von Calcium aus den Knochen.
  • Oxalsäure (z.B. in Spinat enthalten) – Verringert im Darm die Aufnahme von Calcium.
  • Kochsalz – Erhöht die Ausscheidung von Calcium.

Es macht wenig Sinn einen dieser Gegenspieler gleichzeitig zu einem Glas Milch zu konsumieren. Stattdessen besser die Aufnahme über den Tag verteilen – quasi morgens das Glas Milch und erst mittags die Cola.

Mangel

Normalerweise sollte der Anteil von Calcium im Blutserum zwischen 2,20mmol/l und 2,65mmol/l liegen (bei Kindern etwas höher). Wie beim Magnesium gilt jedoch: Der Körper holt sich alles aus den Knochen heraus was er kann bevor der Blutwert schlechter wird. Er ist entsprechend mehr ein Indikator dafür, ob die Nebenschilddrüse gut arbeitet und weniger, ob ihr schon in einem Calcium-Mangel steckt. Ein Mangel wird stattdessen mehr durch seine Symptome erkannt: Bei einem kurzfristigen Mangel könnt ihr schmerzhafte Muskelkrämpfe bekommen und reagiert emotional heftiger („Launisch“). Langfristig führt ein Mangel hingegen zum Beispiel zu Osteoporose (Muskelschwund), Rachitits, Muskelschwäche oder grauem Star.

Eierschalen könnt ihr auch Essen

Eierschalen könnt ihr auch Essen

Der Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln ist bei Calcium allerdings tatsächlich nicht zu empfehlen, da die Versorgung über die Nahrung völlig ausreichend ist und die Co-Faktoren (siehe oben) stark mitberücksichtigt werden müssen. Erst wenn diese im grünen Bereich sind und trotzdem immer noch ein Mangel besteht, dann könnt ihr mit dem Verzehr von abgekochten und gemahlenen Eierschalen (hat jeder) oder Urkorallen (hier liegt bereits ein 2:1 Verhältnis von Magnesium und Calcium vor) etwas nachhelfen. Von Pillen aber am besten die Finger lassen, auch wenn eine Überdosierung im Normallfall nicht möglich ist. Wie so oft sortiert der Körper es einfach über den Stuhl aus. Nur bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse lagert sich das Calcium im Blut ab und kann die Arterien verstopfen (=Schlaganfall).

Wir selbst nehmen entsprechend auch kein zusätzliches Calcium, da wie erwähnt eine ausreichende Versorgung über eine achtsame Ernährung völlig ausreichend ist und bei Problemen eher andere Faktoren als Calcium eine Rolle spielen.

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