Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #18

Kein Kommentar…

Es gibt Dinge, die sind nicht unbedingt ein Weltuntergang aber gebrauchen kann man sie trotzdem nicht. Ein Beinbruch zum Beispiel oder wenn im Garten plötzlich buchstäblich die Scheiße rumschwimmt. Mit letzterem Problem hatten wir vergangene Woche zu kämpfen. Die ganze Zeit war es bekanntlich sehr trocken und entsprechend der Boden nicht gerade saugfähig. Als dann am Montagabend ein starkes Gewitter kam, stand ziemlich schnell der Garten unter Wasser.

Volle Kanäle

Ein Unterwasserbeet wäre an sich natürlich kein Problem gewesen aber anscheinend waren die Abwasserkanäle an der Hauptstraße mit den Wassermassen absolut überfordert eben, weil es lange dauerte bis das Regenwasser auf den Wiesen versickerte. Die Folge war, dass der ganze Kram in die Hausanschlüsse verteilt wurde – darunter auch unserer, der nicht nur aus unerfindlichen Gründen wenig Überdeckung hat, sondern zusätzlich in der Einfahrt zur Garage ein Loch hatte (stand bei der Besichtigung damals ein Blumentopf drauf).

Wie die Geschichte weitergeht, könnt ihr euch sicherlich denken: Vorne von der Hauptstraße kam der ganze Dreck angeschossen und ist fröhlich aus dem Loch geschossen. Zum Glück, muss man sagen: Wäre das Loch nicht gewesen, hätten wir die Scheiße vermutlich buchstäblich im Bad gehabt. Also im strömenden Regen raus und so gut es ging den Scheißdreck (sorry, der heutige Eintrag enthält notgedrungen oft dieses Wort) erst einmal in die Mülltonne geschippt. Anschließend das Loch wieder abgedeckt und die Nase für den Rest des Tages zugehalten :smile: .

Die Lösung

Kurzfristig musste natürlich nun eine richtige Lösung her, mal abgesehen davon, dass uns das Loch sowieso schon von Anfang an gestört hat. Also hieß es die komplette Strecke vom Loch bis zur Hauseinführung aufzugraben und anschließend das Stück mit dem Loch durch etwas Durchgängiges ersetzen. Direkt vor der Hauswand haben wir hingegen einen Rückstaudoppelverschluss für fäkalienhaltiges Abwasser montiert. Das Ding lässt nur Wasser (und andere Dinge) in Fließrichtung durch. Kommt der Mist von der anderen Seite, wird er durch eine Klappe im inneren davon abgehalten weiter vorzudringen.

Rückstauverschluss und Reinigungsrohr

Zusätzlich gibt es eine zweite Klappe (deswegen Doppelverschluss), die im Notfall per Hand verriegelt werden kann. Wenn die erste Klappe quasi nicht mehr ausreicht oder ein Problem hat, dann kann man damit noch die Schotten dichtmachen. Kostet einen Batzen Geld so ein Ding (in der Variante DN160 und ohne Motor 200-300 Euro). Aber die gebe ich liebend gerne dafür aus, dass ich zum einen nicht noch einmal Scheiße schippen muss und zum anderen die Scheiße nicht doch mal im Bad habe.

Außerdem haben wir, wie im Haus, ein Reinigungsrohr eingebaut. Damit können wir dann in Richtung Hauptstraße durchspülen bzw. mit der Spirale rein, falls doch mal was verstopft sein sollte auf dem Stück. Sehr praktisch und kann ich nur empfehlen, die paar Euro (22, um genau zu sein) für so etwas zu investieren – sowohl im als auch außerhalb des Eigenheims. Hat alles in allem einen guten halben Tag gedauert (inklusive parallelen Baumarktbesuch) aber das lag mehr am reinen Aufwand und weniger an der Umsetzung. Wie man Abwasserrohre verlegt weiß ich ja mittlerweile.

Was haben wir also aus der Sache gelernt? Bekannte Schwachstellen zügig beheben und nicht erst warten bis die Kacke buchstäblich am Dampfen ist :smile: .

Zyklische Prüfungen

Während die Scheiße im Garten eine unvorhergesehene Sache war, standen in den letzten Wochen auch ein paar geplante Dinge auf dem Programm: Die zyklischen Prüfungen der Heizungsanlage und was dazu gehört. Hatte ja schon einmal erwähnt, dass es mit dem Hauskauf allein nicht getan hast und es zusätzlich noch laufende Kosten zu berücksichtigen gibt. In Bezug auf die Heizung habe ich nun endlich die (hoffentlich?) komplette Liste der Dinge, die da so auf einen zukommen. Zur Erinnerung: Wir haben einen 7.000l Stahlöltank im Keller (aus dem Baujahr des Hauses), eine dazugehörige Ölheizung (geht auf die 20 zu) sowie eine Solarthermie-Anlage (hat immer noch nichts mit Photovoltaik zu tun).

Die gemessenen Werte

Die jährliche Kontrolle des Ölofens durch den Schornsteinfeger (~50-70 Euro) hatte ich ja schon erwähnt. Auch die regelmäßige Wartung (normalerweise genauso jährlich) durch den Heizungsbauer (~160 Euro) ist wichtig (aber nicht verpflichtend), denn sie sorgt nicht nur dafür, dass der Ofen in Schuss bleibt. Die Effizienz wird dadurch wieder besser (beispielsweise wenn die Einspritzdüse schon ziemlich hinüber ist und ausgetauscht wird) und das spart nicht nur Geld, weil der Verbrauch wieder etwas sinkt, sondern hilft zusätzlich die Grenzwerte einzuhalten, die der Schornsteinfeger überprüft.

Noch mehr!

Größer sind die Abstände zwischen der Feuerstättenschau. Die wird alle 3,5 Jahre vom Bezirksschornsteinfeger durchgeführt (30-40 Euro) und soll sicherstellen, dass grundsätzlich alles in Ordnung ist (genug Belüftung im Heizraum im Falle eines älteren Ölofens, Kamin auf dem Dach noch in Ordnung, Rohre dicht, etc.). Das gilt auch für die fünfjährige Prüfung der Heizölbehälteranlagen (Raum und Öltank außen; ~120 Euro) zu der genauso das Heberschutzventil gehört (das aber wiederrum von jemand anderes geprüft wird…; ~100 Euro). Das soll grob gesagt verhindern, dass wenn der Öltank komplett voll ist und irgendwo die Saugleitung undicht ist, irgendetwas ausläuft.

An den drei Sachen kommt ihr definitiv nicht vorbei. Für die Feuerstättenbeschau meldet sich der Schornsteinfeger einfach selbst an und wenn ihr die Heizölanlagenprüfung nicht rechtzeitig macht, dann erhaltet ihr Post von eurer Stadtverwaltung mit entsprechender Frist. Gilt natürlich auch, wenn der Prüfer irgendwelche Mängel findet. Die werden an den Staat gemeldet, kriegen eine Behebungsfrist und müssen bis dahin logischerweise beseitigt sein.

Der größte Kostenpunkt ist aber definitiv die Öltankreinigung, die zwar anders als der Rest keine gesetzliche Pflicht ist, aber trotzdem alle fünf Jahre empfohlen wird (~500 Euro). Werden wir aber definitiv immer wieder machen lassen. Schon allein, weil dabei logischerweise der Öltank auch mal innen überprüft wird.

Und schwupps waren wieder 1.000 Euro weg…was man nicht alles macht, damit einem nicht Nachts plötzlich die Kellerdecke explodiert :smile: .

Drei von vier Katzen im Garten

Die Phase der Gefangenschaft ist vorüber! Seit einer Woche sind Pichu und Lyssi nun in der Katzenklappe registriert und haben freien Zugang zur Außenwelt. Klappt nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch mittlerweile ganz gut. Am schnellsten hat es Pichu kapiert, wie das komische Ding funktioniert durch das Balu und Nica immer verschwunden sind.

Lyssi hingegen…nun, bei ihr mussten wir etwas nachhelfen. Rein ging zwar relativ schnell (Panik kann Wunder wirken) aber raus wollte sie partout nicht – zumindest durch die Klappe. Am Ende hat es geholfen sie 2-3mal gegen ihren Willen durchzuschieben. Jetzt hat sie es anscheinend kapiert. Aber während Pichu sich draußen sofort sehr wohl fühlte, ist sie weiterhin etwas unsicher. Am Samstag hat es beispielsweise etwas geregnet, das fand sie gar nicht toll und hat hilflos rumgemaunzt als sie ein etwas dickerer Tropfen traf. Ganz am Anfang hing sie sogar panisch im Fliegennetz (das jetzt entsprechend stark beschädigt ist), weil sie das mit der Katzenklappe noch nicht verstanden hatte. Aber das hat sich nun zum Glück auch gelegt. Fehlt nur noch die Umschulung von „drinnen ins Katzenklo machen“ auf „draußen auf den Acker kacken“ (reimt sich!), dann ist diese Umstellung genauso abgeschlossen. Wenn wir jetzt noch Pichu beibringen könnten nicht auf die Küchenzeile zu springen und Balu nicht immer die Krallen auszupacken, nur weil er Essen riecht…

Ist übrigens nun ganz lustig: Wenn wir abends zu Bett gehen und die Wohnzimmertür schließen (wollen ja frühmorgens nicht von Radau an der Schlafzimmertür geweckt werden), dann sind zwei Minuten später alle Katzen aus dem Wohnzimmer verschwunden. Sind wir Zuhause und wach, sind alle vier Katzen fast immer in unserer Nähe. Haben wir doch heimlich Hunde bekommen?

Menschen! Draußen!

Der Garten nach dem Hauskauf und der ersten Rasur

Aber nicht nur die Katzen halten sich vermehrt draußen auf, auch wir beschäftigen uns mittlerweile etwas ausführlicher mit unserem Garten (abseits vom Rasen mähen und Erdbeeren züchten). Letztes Jahr hatten wir uns hauptsächlich mit Aufräumen beschäftigt. Da sich faktisch drei Jahre lang kein Schwein darum gekümmert hatte, war er entsprechend verwildert. Aber das hatte ich schon einmal erwähnt. Dieses Jahr wollen wir ihn nun in Schuss bringen (und halten).

Die ersten Maßnahmen haben wir dazu mittlerweile schon ergriffen. So habe ich eine Seite des Garagenkabuffs mit weißer Silikonfarbe gestrichen, damit sie (fast) wieder wie neu aussieht. Hat auch soweit ganz gut geklappt bis auf die Tatsache, dass am Anfang wohl meine Farbrolle noch etwas zu nass und damit die Farbe nicht 100% deckend war. Aber man sieht es aus meiner Sicht nur, wenn man genau hinschaut (oder es weiß). Anschließend hieß es ein paar Löcher davor auszuheben, um die Himbeersträucher einzupflanzen. Die stehen tatsächlich schon seit einem Jahr hier rum, fristeten aber ihr Dasein bislang in einem Eimer – gab einfach zu viel Anderes zu tun. Auch der Johannisbeerstrauch, der aktuell mehr ein Johannisbeerpflänzchen ist, durfte sein Eimergefängnis mittlerweile verlassen und fand einen (hoffentlich) angenehmen Platz im Garten.

Der restliche Garten

Der Garten heute – wesentlich leerer

Das Gewächshaus, welches wir zusammen mit dem Haus erstanden hatten, hat hingegen mittlerweile einen neuen Besitzer gefunden. Zum einen wussten wir nie so recht was wir damit anfangen sollten und zum anderen war es bei einem heftigen Sturm (weil im Boden anscheinend überhaupt nicht befestigt) umgefallen und hatte sich etwas verbogen. Statt mich damit weiter rumzuschlagen, haben wir es dann einfach über Facebook verschenkt. Der neue Besitzer hat hoffentlich seine Freude dran. Das Beet darunter hat Lysanda aber dann doch wieder in Beschlag genommen und etwas Gemüse reingeplfanzt. Wird sich zeigen, ob davon irgendwas tatsächlich ausgewachsen wird (Pfefferminze und Gras finden das Beet ebenfalls absolut dufte). Aber wie heißt es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Das gilt auch für unsere Neuanschaffung (46 Euro): Einen Mangelbaum. Ja, wir haben uns einen jungen Baum angeschafft und ihn in den Garten gepflanzt. Bislang schießt er schon fleißig nach oben (mittlerweile schon über 2 Meter hoch). Wird aber sicherlich noch so einige Zeit dauern, bis wir tatsächlich die ersten Mandeln davon ernten können – sollte er bis dahin überleben. Haben mit sowas ja auch noch überhaupt keine Erfahrung. Haupttreiber für diesen Kauf war ausschließlich unser sehr hoher Mandelverbrauch. Zwar wird der sicherlich nicht mit einem Baum gedeckt werden können. Aber selbst gezogen ist das selbstverständlich etwas ganz Besonderes.

Weitere Fortschritte

Geschmacklich top aber im Wachsen schlimmer als Unkraut

Richtig gut geht es hingegen unserem Rosmarin. Auch den haben wir vom Vorbesitzer übernommen. Obwohl er nur in einem Pflanzstein saß, hat er sich ganz schön entwickelt. So sehr, dass er seinen Pflanzstein schon lange hinter sich gelassen und in alle daruntergelegenen weiter ausgebreitet hatte – zum Nachteil der darin enthaltenen Pflanzen. Also haben wir ihn nun auch von seiner Enge erlöst und auf einen freien Platz im Garten umgesiedelt. War ein ganz schöner Kraftakt ihn von seinem alten Platz zu lösen. Erst musste ich seine Wurzeln unter dem Pflanzstein durchschneiden (ganz schöne dicke Dinger) und dann war er mit seinem Stein schon so fest verbunden, dass es einen ganz schönen Kraftakt gekostet hat ihn da raus zu bekommen. Meint man gar nicht wie stark sich ein paar poplige Wurzeln in ein paar Sandsteinporen verankern können.

Als nächstes stehen nun drei Sachen an: Die restlichen der bestehenden Pflanzsteine mal komplett zu säubern und neu zu setzen. Am anderen Rand des Gartens neue Pflanzsteine zu platzieren und eine weitere Garagenwand zu säubern, um darunter weitere Pflanzsteine (die großen Dinger mit 48x30x5cm, die 45kg pro Stück wiegen) zu platzieren. Da sollen vermutlich die Erdbeeren ihre neue Heimat finden. Dann wären auf der Terrasse nur noch die Kräuter und die Schokoladenminze (ja, sowas gibt es) übrig, die man unter keinen Umständen in die Freiheit entlassen darf. Die Vermehren sich alle wie Hasen, wenn man sie lässt :smile: .

Und über die kahlen Stellen, die ich durch die Umbauaktionen geschaffen habe, wächst ebenfalls langsam aber sicher schon wieder Gras drüber (mit etwas Unterstützung durch Nachsähen). Da kommt Freude auf, auch wenn ich sicherlich nie einen richtigen grünen Daumen bekommen werde. Spaß, das gebe ich offen zu, macht es mir aber tatsächlich trotzdem. Werde ich doch noch zu einem echten Mannskerl? Vermutlich nicht. Aber Hauptsache unser Garten sieht halbwegs anständig aus.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #16

Das Anti-Aliasing funktioniert nicht ganz

Es geht weiter voran in unserem Hause. Am Wochenende wurde (bis auf einen kleinen Flecken am Fenster) das „Kabuff“ fertig – hochdeutsch auch als Abstellkammer bezeichnet. Außerdem konnten wir endlich den Flur putzen und damit beginnen ihn fertig einzurichten (Garderobe und ein paar Poster vermutlich). Es fehlen jetzt also nur noch ein paar Detailarbeiten (Klingelkasten lackieren, Silikonfugen im Bad, Grundreinigung) bevor wir endlich und nach bald 1 ½ Jahren Arbeit sagen können: Das Erdgeschoss ist fertig renoviert und entspricht unseren (aktuellen) Vorstellungen und Wünschen!

Der Flur

Bei meinem letzten Statusbericht waren wir gerade fertig mit dem Streichen des Flurs in einem hübschen Orangerot. Haben tatsächlich fast den kompletten 5-Liter-Eimer (wie immer Südwest Euro Classic) gebraucht. Zugegeben: Auch wegen dem Malheur mit den Rissen, was zu großflächigem Doppelstreichen führte. Aber waren trotzdem ein wenig überrascht über die verbrauchte Menge. Anschließend ging es wieder daran die Styroporleisten an die Decke zu machen. Waren zwar etwas aus der Übung (ich kann das YouTube-Video sowie die dazugehörige Gehrungslade nicht genug in den Himmel loben) aber nach der zweiten Leiste ging es wieder zügig und nur mit den üblichen Problemen bei den Ecken (alles schief und krumm hier) ganz gut vonstatten.

Allerdings haben wir nur gut die Hälfte des Flurs renoviert, da nur hier Tapeten hingegen. Der Rest ist mit rauem Weiß-Putz gemacht und da müssen wir uns irgendwann mal gesondert mit beschäftigen. Er sieht grundsätzlich zwar noch gut aus aber hat halt hier und da ein paar Flecken, die vermutlich teilweise einfach mit einem Lappen weggehen, teilweise aber auch mit Weiß überstrichen werden müssen. Drängender war das Problem des Übergangs von unserer Farbe in den vorhandenen Putz. Das Ergebnis seht ihr rechts: Ein schickes Doppel-Dreieck, welches Lysanda mit Hilfe von etwas Abklebeband und – weil es scheiß Klebeband war – etwas Nacharbeit an die Wand gezaubert hat.

Apropos Übergang: Die Ausgleichsprofile für die einzelnen Räume in den Flur konnten wir nach dem Putzen logischerweise auch endlich anbringen. Aufgrund eines unterschiedlich hohen Türrahmens war es im Kabuff etwas mehr Sägearbeit als in den beiden anderen Räumen. Aber alles keine Probleme, die nicht zu lösen gewesen wären. Zum Einsatz kamen vergleichsweise billige Profile aus dem Baumarkt zum Kleben. Und ja: Das hält Bombenfest. Was auch immer die Hersteller da drauf machen übersteht eindeutig den 3. Weltkrieg.

Das Kabuff

Schick!

Fortschritte im Flur waren notwendig, damit ich endlich unseren Werkzeug- und Materiallagerplatz in der Abstellkammer auflösen konnte. Zwar fand noch nicht alles seinen in den Keller aber irgendwie habe ich es geschafft alles so im Flur zu verteilen, dass man nicht mehr drüber fällt und die Arbeiten im Kabuff beginnen konnten. Das war schon weiß gestrichen und litt nur unter ein paar Löchern (unter anderem von den Elektrikern, die eine illegale Steckdose entfernt haben) sowie so einigen tiefschwarzen Flecken. Also einmal mit Moltofill durch und anschließend den kompletten Raum nochmal weiß überstrichen. Außerdem die Lampe an der Wand ausgewechselt. Die hing sowieso nur noch mehr schlecht als recht dran.

Nächster Schritt war das Verlegen des Laminats. Unser Vorgänger hatte zwar schon versucht Laminat reinzulegen aber aus irgendeinem Grund hat er sich massiv verschätzt. Sprich es war gefühlt 20 Meter von allen Wänden entfernt. Da konnte selbst die breiteste Fußleiste nichts mehr retten. Also raus damit und Neues gekauft. 15 Euro haben wir für zwei Pack Restposten (inkl. Integrierter Trittschalldämung) bei einem lokalen Händler bezahlt. Von dem hatten wir auch das ganze Kork fürs Schlafzimmer. Das Laminat lag also jetzt schon über ein Jahr im Keller rum. Übrig blieb eine einzige Diele. Der Arbeitsaufwand war vermutlich nicht einmal eine Stunde.

Für die Fußleisten ging es hingegen wieder in den Baumarkt. Weiß und breit sollten sie sein, da auch wir aufgrund der kurvigen Wände nicht überall 100% den minimalsten Abstand hatten. Drei Stück und einen Haufen Nägel reichten am Ende aus. Anschließend hat Lysanda noch mit Acryl hinten aufgefüllt. Wie gesagt: Kurvige Wände und bei steifen Fußleisten bleibt auch mal ein Abstand. Sieht man aber absolut nichts mehr davon dank des Acryls.

Den Abschluss bildete das Wandregal. Dafür griffen wir auf die gleichen Bauteile zurück, wie für mein Figurenregal im Arbeitszimmer. Nur die Bretter sind mit 20cm nicht ganz so breit. Wir mussten am Ende nicht einmal irgendwo Abschneiden. Die 2 Meter passen perfekt rein und dank der nur 20cm Tiefe geht sogar das Fenster noch problemlos auf. So fiel sogar das schräg Anschneiden des 4. Fichtenholzbretts weg. So muss das sein und ich finde, es ist definitiv schick geworden. Vom zusätzlich verfügbaren Platz, den wir nun haben, ganz abgesehen.

Das Bad

Zwischen Styroporleiste und Decke kommt noch Silikon

100 Styproporleisten je 2 Meter hatten wir im Dezember 2015 bestellt – und sie haben tatsächlich für alle Räume gereicht! Okay, im Kabuff haben wir keine hingemacht aber selbst dafür hätten wir noch genug übergehabt (dürften noch 5-6 Stück im Keller liegen). Dafür haben wir sie ins Bad an die Decke gemacht. Klingt im ersten Moment vielleicht etwas komisch: Styropor und Feuchtraum, geht das? Nun, offensichtlich ja. Zumindest hält der Kleber bis jetzt und sobald Lysanda das Ganze noch mit Silikonfugen abgedichtet hat, werden uns endgültig keine Sorgen mehr machen müssen. Nur in der Dusche haben wir uns für eine klassische Kunststoffleiste entschieden (auch mit dem Styroporkleber befestigt). Weniger wegen der Nässe, sondern mehr wegen dem Übergang zwischen Dusche und dem Rest des Bads. So konnten wir die 1-m-Kunststoffleisten einfach ungeschnitten an die Decke kleben und die Styroporleisten darüberstülpen.

Und damit ist erst einmal wieder alles gesagt, was es zum aktuellen Stand der Dinge zu sagen gibt. Die nächsten Projekte? Im Keller aufräumen und dafür Regale aufbauen, den Garten auf Vordermann bringen und für die Katzen ein paar Sachen bauen (Kratzbaum freistehend und Kratzbrett an der Wand).

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #15

Wie im Jahresrückblick erwähnt, geht es aktuell wieder weiter was das Thema „Erdgeschoss renovieren“ angeht. Zwar kommen wir faktisch nur am Wochenende dazu irgendetwas zu tun aber wie heißt es so schön? Steter Tropfen höhlt den Stein. Sprich der Flur ist verputzt und auch schon Farbe drauf. Sah sehr schick und einladend aus. Leider musste ich am Sonntagmorgen beides an drei Stellen wieder mit Hammer und Spachtel runterholen, denn es hatten sich Risse gebildet.

Rigipsplatten – Nichts für n00bs!

Links eine der besagten Rigips-Wände

Der Grund für diese Situation ist relativ simpel: Der Vorbesitzer hatte sowohl Bad als auch Küche umgebaut und die neuen Wände zum Flur hin mit Rigipsplatten versiegelt. Wenn man es richtigmacht, absolut kein Problem. Im Gegenteil: Theoretisch hätten wir nicht einmal verputzen müssten, sondern direkt streichen können, weil es schon eine gerade und glatte Fläche hätte sein können. Praktisch wurde aber wieder massiv geschlampt.

Problem Nr. 1: Die Platten sind falschrum montiert was zu runden Ecken führt. Aber das konnten wir wie bei allen anderen Ecken im Haus relativ schnell mit einer Eckschiene lösen.

Problem Nr. 2: Die Platten sind nicht überall 100%ig an der Wand fest. Das führt zum einen zu unsauberen Übergängen (Platte A steht etwas weiter heraus als Platte B) und zum anderen dazu, dass sie sich bei Druck etwas bewegen können. Lösung? Leider keine, da anscheinend nicht genug Holzlatten an die Wand gemacht wurden und wir entsprechend keine weiteren Nägel/Schrauben an den relevanten Stellen platzieren konnten.

Problem Nr. 3: Die Verbindungen zwischen den einzelnen Platten waren (vermutlich auch aufgrund von Problem Nr. 2) mehr schlecht als recht mit Putz geschlossen worden. Zusammen mit der Beweglichkeit mancher Platten sind so die besagten drei Risse entstanden.

Das war uns natürlich schon vor dem Verputzen bewusst und nach etwas Recherche hatten wir die Risse vorab mit Acryl verschlossen. Die Idee dahinter: Acryl ist kein 100% festes Material und sollte sich entsprechend etwas mit den Platten mitdehnen, ohne gleich zu reißen. Leider scheint sich das Acryl nicht mit der Rigipsplatte richtig verbunden zu haben, weshalb die Risse eben nach Verputzen und Streichen wieder da waren. Unsere neue Lösung, die nun hoffentlich besser hilft? Armierungs-/Gewebe-/Fugenband (4,8cm von Knauf) über den Riss gelegt und mit Moltofill eingeputzt. Damit klappt es hoffentlich nun.

Heizungen – Teil 1

Die Heizung im Flur nach dem Umbau

Ein anderes Thema im Flur (und im Keller) war die Heizung. Während im Rest des Hauses alle alten Heizkörper bereits vom Vorbesitzer getauscht worden waren, hingegen sowohl im Flur als auch im Keller noch jeweils ein uralter Flachheizkörper herum. Der im Keller fast drei Meter lang! Nachteil dieser Dinger? Die heizen vor allem erst einmal sich selbst und im Falle riesigen Kellerplatte nicht einmal das (ab der Hälfte war sie praktisch kalt). Einen ganzen Raum damit aufwärmen ist aus meiner Sicht nur schwerlich möglich zumindest aber Kostenintensiv. Also wollte ich die zwei Dinger auf jeden Fall tauschen und praktischerweise wurden im Elternhaus gerade zwei Heizkörper frei (ein normaler für den Flur und ein doppelter für den Keller). Perfekt „getimed“ quasi.

Ich würde freilich nicht an dieser Stelle unter einer eigenen Überschrift berichten, wenn alles ohne Probleme verlaufen wäre. Zwar konnte dieses Mal der direkte Vorbesitzer nichts dafür (außer, dass er sie nicht schon getauscht hatte), mit Herausforderungen hatten wir dennoch zu kämpfen. So fing es schon mit dem Wasserabstellen beim Heizkörper im Flur an. Oben zudrehen, unten zudrehen, Ablaufen lassen und gut is‘ würde man denken! Nur dicht wurde es irgendwie nicht. Am Ende lief es darauf hinaus, dass wir die Heizung komplett ausgeschaltet und das Wasser abgestellt haben, um den Heizkörper abgehängt zu bekommen. War also eins der Ventile im Eimer? Nein, der Rücklauf hatte schlicht eine Doppelsicherung! Ich dachte zwar, ich hätte es zugedreht, es war aber nur die Sicherungsschraube. Das eigentliche Ventil musste danach reingeschraubt werden. Da muss man erst einmal draufkommen! Gut, das Wasser mussten wir für die Heizung im Keller trotzdem abstellen (da gab es kein Rücklaufventil). Aber für den Flur hätten wir es im Nachhinein nicht gebraucht.

Heizungen – Teil 2

Die alte Heizung im Keller vor dem Umbau

Die zweite Herausforderung für beide Heizkörper war, dass natürlich die alten Heizkörper ganz anders an der Wand hingen und damit die Verbindung zu Vor- und Rücklauf angepasst werden mussten. Sprich nicht nur neue Löcher für die Halterungen bohren, sondern von Heizkörper bis Ventil eine Konstruktion aufbauen. Im Flur haben wir es zuerst mit einer starren Verbindung versucht aber während es beim Rücklauf gut funktioniert hat, hing der Vorlauf und damit die Heizung an sich komplett schief da. Um das Problem zu lösen, haben wir am Ende einen Schlauch eingebaut. Sieht vielleicht nicht ganz so professionell aus. Aber ohne den Zulauf komplett neu zu verlegen ging es einfach nicht anders.

Im Keller kamen wir hingegen mit einer starren Konstruktion hin. Auch, weil wir dort mehr Spielraum hatten (der neue Heizkörper ist nur 1,6m lang und hängt tiefer). Im Flur mussten wir immer auf den Abstand zur Haustür noch im Kopf behalten. Glücklicherweise (wir haben die alten Heizkörper über Facebook verschenkt) war es problemlos möglich die 3m-Platte über den Flur nach draußen zu befördern ansonsten hätten wir sie wohl mit der Flex durchschneiden müssen. Einziges Problem im Keller war das Abdichten der Verbindung zwischen alt und neu aber das war zum Glück auch nichts, was ein Baumarktbesuch nicht lösen konnte (neue Heißwasserdichtung). Das Ergebnis nach zwei Samstagen Arbeit? Sowohl im Flur als auch Keller ist es plötzlich sehr viel angenehmer und das bei niedrigerer Thermostateinstellung. So muss das sein :smile:.

Rollladen

Eine der neuen Aufhängefedern

Das letzte aktuelle Thema war einer unserer Rollladen (mit drei „l“ sieht das Wort so dämlich aus…). Der Vorbesitzer hatte (praktischerweise) überall im Haus elektrische installiert. Leider stellten wir eines Tages fest: „Hey, warum ist der Rollladen unterm Dach noch unten?“ Nach dem Öffnen des Kastens mussten wir feststellen, dass die Aufhängefedern des Rollladenpanzers abgerissen waren. Da der Motor trotzdem noch regelmäßig lief (wir wussten ja bis dahin nicht, dass was kaputt ist), war zusätzlich noch die oberste Lamelle mit zerstört worden, da sie sich verkantet hatte. Also den ganzen Rollladenpanzer raus, die oberste Lamelle entfernt, neue Aufhängefedern bestellt – und festgestellt, dass die ebenso wieder aus ihren Löchern springen.

Jetzt würde der normale Mensch denken: Dann schraub sie doch einfach fest, dafür sind da die Löcher schließlich da! Hat bei zweien auch wunderbar funktioniert. Bei der dritten kam das Problem des elektrischen Rollladens zum Tragen. Durch den Motor konnte ich keine Schraube in die Rolle packen. Und wenn die Aufhängefeder nur eingehängt wurde, sprang sie schon nach einmal auf- und zumachen wieder raus. Die Lösung darf man gar nicht verraten (und wird sicherlich nicht für die Ewigkeit halten). Aber wir haben die Feder schlicht fest mit Draht an der Rollladenrolle festgemacht. Sieht total bekloppt aus, funktioniert allerdings einwandfrei. Es ist wirklich praktisch einen Vater zu haben, der sich über die Jahre seines Lebens so einiges selbstständig angeeignet/abgeschaut hat und auch prinzipiell eine bastelfreudige Natur ist :smile: .

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #14

Hier standen mal ganz viele Umzugskartons

Gut ein Jahr ist es nun her, dass wir endlich die Schlüssel für unsere Hütte in die Hand gedrückt bekamen und mit dem Renovieren anfingen. Ja, ich weiß: Wir sind schon wieder alle ein Jahr älter geworden. Echt schlimm und so. Darum geht es mir aber heute (ausnahmsweise) nicht. Und auch der Flur ist seit dem letzten Update nicht fertig geworden (aber dafür tapetenloser!). Gab halt einfach wichtigere Sachen zu erledigen :smile: . Immerhin ist der Keller leerer und aufgeräumter (ebenfalls noch nicht komplett).

Ist allerdings egal, wichtig ist ja nur, ob wir uns zum einen eingelebt haben und zum anderen selbst ein Jahr später noch nicht den Kauf bereuen und die Antwort auf beide Fragen ist: Ja, wir haben uns eingelebt und fühlen uns hier wohl und möchten das Haus definitiv nicht mehr so schnell hergeben – mal abgesehen davon, dass man es aufgrund des Geldwäschegesetztes sowieso erst nach zwei Jahren wieder verkaufen darf. Im Nachhinein betrachtet war es also ganz gut, dass wir das andere Haus im Dorf nicht bekommen hatten – das wäre im Vergleich die schlechtere Wahl gewesen.

Heute will ich nun die Gelegenheit nutzen, euch ein wenig darüber aufzuklären was uns die ganze Sache eigentlich zusätzlich zum Kaufpreis gekostet hat. Natürlich nur ganz grob. Die genauen Zahlen gehen schließlich außer dem Finanzamt niemanden was an.

Kaufnebenkosten

Über die Kaufnebenkosten hatte ich ja bereits ein wenig philosophiert. Man kann diesen dicken Batzen Geld aber nicht oft genug betonen. Wer sich von denen überraschen lässt, hat schnell nicht nur ein kleines, sondern ein ganz großes Problem. Wobei die meisten Makler vermutlich schon sehr genau darauf achten, ob ihr die Kohle dafür auch tatsächlich habt. Die Banken sowieso wenn es um den Kredit geht. Ohne Nachweis darüber, dass wir diesen mittleren fünfstelligen Betrag bereits auf dem Konto hatten, ging schlicht nichts.

Das Schöne an den Kaufnebenkosten ist allerdings, dass ihr die euch im Vorfeld ziemlich genau ausrechnen könnt. Der Gesetzgeber hat da nämlich einen relativ engen Rahmen abgesteckt, was die einzelnen Parteien euch noch abknöpfen können. Und diese drei Parteien sind der Makler (spart ihr euch natürlich, wenn ihr direkt von Privat kauft) mit 5,95% vom Kaufbetrag, das Finanzamt mit 6% (Grunderwerbssteuer) und der Notar mit normalerweise 1,5%-2% (wir lagen bei 1,7%). Im Notarwert sind bereits die Gelder inbegriffen, die ihr der Stadt zahlt für Tätigkeiten wie den Grundbucheintrag (bei uns circa 0,6% für Vormerkung, Eintragung Grundpfandrecht und den eigentlichen Grundbucheintrag am Ende). Sprich, selbst wenn ihr das Haus vollständig über einen Kredit kauft, müsst ihr immer noch mindestens einen Betrag in Höhe von 15% des Kaufbetrags auf der hohen Kante haben, um zum einen überhaupt zum Zug zu kommen und zum anderen nicht auch noch dafür einen Kredit aufnehmen zu müssen.

Handwerker

Kleiner Auszug aus der Tabelle

Mit Hauskauf und den dazugehörigen Kaufnebenkosten ist es aber logischerweise meistens nicht getan. Und das gilt sowohl für den Neubau (eine Küche ist bspw. bei den meisten Reihenhäusern nicht inklusive) als auch den Altbau. Speziell bei letzterem stehen mitunter noch so einige Arbeiten an, bevor es wirklich wohnlich ist. Jetzt hängt es zum Teil vom Geldbeutel und den eigenen Fähigkeiten ab und zum Teil von gesetzlichen Vorgaben, wie ihr mit dieser Situation dann umgeht. Wir haben zwar sehr viel selbst gemacht aber auch wir haben unsere Limits (Expertise, Zeit und natürlich Rechtlich). Also mussten Handwerker her, die zwar wie immer mehr gefunden (und damit mehr gekostet) haben als gedacht. Wir können uns aber nun (hoffentlich?) sicher sein, dass es richtig gemacht wurde und es an den Ecken keine Probleme gibt. Vor allem beim Strom ist eine Abnahme nach VDE gesetzlich vorgeschrieben. Es ist aber ein gutes Gefühl zu wissen, dass nun erst einmal alles passt und nichts anbrennen kann bzw. wenn doch, dass man fünf Jahre Gewährleistung hat.

Entsprechend hatten wir zuallerst mal die Elektriker da. Zwei Mann (Meister mit Azubi) für neun Tage, die das gesamte Haus auf den Kopf gestellt haben. Sprich jedes Kabel, jeden Schalter, jede Steckdose geprüft und den neuen Stromkasten aufgebaut (es hing bislang noch das Original von 1966 im Keller) plus die paar Sonderwünsche von uns erfüllt. Es war richtig, richtig gut, dass wir mit dem Verputzen noch nicht großartig angefangen hatten. So war es kein Problem, dass auf der Kabelsuche oder beim Wünsche erfüllen auch mal ein Schlitz notwendig war. Andersherum hätten wir wohl ein massives Problem gehabt. Kostenpunkt am Ende der 1 1/2 Wochen? Gut 8.000 Euro (inkl. Material). Da haben auch wir etwas überrascht geschaut :smile: .

Dann hatten wir das Thema der Natursteindusche, die nicht nur total versifft, sondern auch nicht abgedichtet war. Also mussten Fliesenleger und Sanitär her. Letzterer hat zusätzlich noch Unzulänglichkeiten beim Abwassersystem (Minusgefälle) und der Wasserzuleitung (verdreckter Filter, viel zu kleine Rohre, etc.) entdeckt. Das Abwasser haben wir allerdings anschließend selbst neu verlegt sowie einen Teil des Abrisses der Dusche selbstständig erledigt (kaputt machen ist schließlich einfach). Es fielen nur rund 400 Euro für einen Rohrreinigungsnotdienst an (ungefähr die Hälfte für das Lösen der Verstopfung, der Rest für die Kamerafahrt zum guggen wo das Problem lag), weil wir ein Rohrstück ausgelassen hatten beim neu machen.

An der Dusche haben Fliesenleger und Sanitär im Tandem gearbeitet (wegen der Anschlüsse und Armaturen) und allein das Verlegen der Bruchsteinfliesen dauerte gut 11 Stunden. Am Ende kamen wir so auf gut 4.400 Euro für den Fliesenleger und 3.800 Euro für den Sanitär (beides wieder inkl. Material). Also alles in allem stattliche 17.000 Euro, die trotz Eigenanteil alleine für die Handwerker noch einmal oben draufkamen.

Material

Unser (temporärer) Lagerplatz

„Eigenanteil“ ist natürlich ein gutes Stichwort, denn wie gesagt haben wir sehr viel selbst gemacht (und machen immer noch). Vom Tapete runtermachen über Verputzen, Laminat verlegen bis hin zum Streichen und ein paar Fliesen verlegen. War selbstverständlich eine massive Lernerfahrung (da weiß man erst YouTube und die ganzen DIY-Seiten im Netz zu schätzen!) und mag hier und da nicht so perfekt sein, wie es ein Handwerker gemacht hat. Aber es spart selbstverständlich gut Geld – zumindest wenn man nicht seine eigene Zeit in die Waage legt :smile: . Kostenlos ist es aber selbstverständlich nicht. Wir waren von Dezember bis Juni jeden Monat mehrfach in diversen Baumärkten (4x Bauhaus, 10x Hornbach, 29x Toom [liegt um die Ecke] – um genau zu sein) unterwegs (plus ein wenig Amazon, eBay und andere Onlineshops), um all die Sachen beizuschaffen, die man so braucht. Damit sind sowohl die Werkzeuge (Pinsel, Mörteleimer, etc,) als auch die Verbrauchsmittel (Farbe, Putz, etc.) und Bauteile (Korklaminat, Armaturen, etc.) gemeint. Plus noch hier und da Unterstützung von daheim.

Gut 5.000 Euro kamen da noch einmal zusammen obwohl es erst einmal nach gar nicht so viel aussieht. Selten lag an der Baumarktkasse ein Betrag über 100 Euro (5x bei den 43 Baumarktbesuchen). Aber wie heißt es so schön? Auch Kleinvieh macht Mist. Die Gefahr dabei, wenn man keine so detaillierte Buchführung macht wie wir (ich liebe Tabellen!): Man kann ganz schön schnell aus den Augen verlieren was man so ausgibt und wundert sich dann vielleicht, warum nichts mehr am Ende des Monats übrig ist. Und: Es mögen „nur“ 5.000 Euro gewesen sein. Aber dann sind wir mit den Handwerkern und den Kaufnebenkosten schon bei einem hohen fünfstelligen Eurobetrag, der zusätzlich zum Hauspreis anfällt und den man erst einmal haben muss. Wer zusätzlich zum Hauskredit also auch noch einen Renovierungskredit braucht, der sollte sich vermutlich die Sache noch einmal sehr, sehr genau überlegen (machen die Banken auch entsprechend ungern).

Laufende Kosten

Makler & Co. sind bezahlt, die Handwerker aus dem Haus und die Renovierung abgeschlossen – endlich hat das Geldausgeben ein Ende! Nie wieder irgendwelchen Fremden regelmäßig Kohle für nichts und wieder nichts in den Rachen werfen – also außer der Bank bis der Kredit abbezahlt ist! Tja, schön wär’s. Auch beim Haus habt ihr ein paar laufende Kosten:

  • Strom – Braucht jeder und bezahlt ihr auch als Mieter meistens selbst. Wir liegen mit unserer Hütte dieses Jahr mit circa 2.400kWh genau auf dem Wert, den die meisten Stromanbieter für einen Zwei-Personen-Haushalt annehmen. Macht um die 60-70 Euro pro Monat je nach Anbieter.
  • Internet – Ohne Festnetztelefon geht es vielleicht noch (hat ja jeder ein Smartphone) aber Internet (VVDSL 100 versteht sich) muss schon sein. Unseren Preis erwähne ich als Mitarbeiter selbstverständlich nicht :smile: .
  • Rundfunkbeitrag – Das einzige was ich zu diesem Thema sage ist, dass ich nicht grundsätzlich gegen diesen Beitrag bin. Ich bin nur nicht damit einverstanden was damit teilweise alles finanziert wird. 17,50 Euro pro Monat werden hier fällig.
  • Schornsteinfeger – Kann jetzt nur als Besitzer einer Ölheizung sprechen aber die muss zwingend regelmäßig überprüft werden (wie stark verschmutzt sie die Umwelt) und auch der Schornstein selbst benötigt ab und an mal eine Reinigung, damit was durchgeht. Kosten sind logischerweise abhängig vom Umfang der Arbeiten.
  • Heizungswartung – Ich kenne mich mit Öl- und Solarheizungen nur bedingt aus, also muss ab und zu ein Fachmann her. Auch hier sind die Kosten nicht fest.
  • Öltanküberprüfung/-reinigung – Ersteres ist Pflicht und wird vom TÜV gemacht (quasi um zu verhindern, dass ihr einen maroden Tank habt und damit eine Umweltgefährdung seid) und zweiteres macht alle paar Jahre durchaus Sinn (tut der Umwelt und der Heizung gut). Preislich wieder je nach Anbieter unterschiedlich.
  • So muss das aussehen!

    Heizöl – Wer mit Öl heizt, braucht Öl, um damit zu heizen. Entsprechend genau habe ich dieses Jahr die Nachrichten verfolgt, um so einige Euro zu sparen – auch wenn ich trotzdem den Tiefpunkt im August verpasst habe. Meine Informationsquelle heißt Tecson.

  • Wasser-/Abwassergebühr – Wasser ist ganz schön billig im Vergleich zum Strom (um die 20 Euro pro Monat). Da versteht man eigentlich gar nicht, warum immer so viel zum Sparen aufgefordert wird (zumal das sehr schlecht für die öffentlichen Rohrnetzte ist).
  • Niederschlagswassergebühr – Da euer Haus auf seiner Fläche dem Regen den freien Zugang zur Erde verweigert, muss das Regenwasser über die Abwasserkanäle abgeführt werden. Das steckt hinter dieser Abgabe, die entsprechend von der Größe der befestigten und wasserundurchlässigen Fläche eures Grundstücks abhängig ist.
  • Müllgebühren – Wir müssen tatsächlich nur die Restmülltonne bezahlen (und die auch nur pauschal und nicht nach Gewicht). Aber ich bezahle gerne dafür, dass ich meinen Dreck nur vor die Haustür bringen muss und er dann regelmäßig von netten Männern in bunter Kleidung abgeholt wird. Über die Höhe entscheidet vermutlich die Stadt selbst.
  • Grundsteuer – Ihr dachtet, es wäre mit der Grunderwerbssteuer getan? Pah! Das Finanzamt möchte schon regelmäßig an euch verdienen. Wie die sie sich errechnet erklärt zum Beispiel Wikipedia.
  • Wohngebäudeversicherung – Ist technisch gesehen in Deutschland nicht mehr Pflicht aber eine Feuerversicherung ist verpflichtend und die ist da schon enthalten. Außerdem sind noch weitere Risiken wie Sturm oder Leitungswasserschäden abgedeckt und das ist aus meiner Sicht nie verkehrt. Der Keller ist schnell mal vollgelaufen und dann kostet es richtig Geld. Die Kosten hängen natürlich von den Leistungen ab.
  • Hausratversicherung – Keine Pflicht aber die Wohngebäudeversicherung deckt nur das Haus ab und nicht, was sich darin befindet. Und wenn man wie ich allein fünf Regale mit Spielen und Filmen voll hat, dann möchte man da schon etwas Kohle sehen, wenn es jemand klaut oder es irgendwie kaputt geht :smile: . Auch hier hängen die Kosten von der Leistung ab. Am sinnvollsten ist es aber wohl – zumindest wenn ihr nicht die extrem teuren Einzelstücke habt – auf die Quadratmeter Wohnfläche zu gehen statt auf den tatsächlichen Wert im Haus.
  • Privathaftplichtversicherung/Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung – Auch wieder kein Muss aber mit einem eigenen Grundstück kommen noch zusätzliche Pflichten wie zum Beispiel die Räumpflicht dazu. Fällt doch mal einer vor eurem Haus auf die Nase, ist es entsprechend ganz nützlich versichert zu sein. Oder wenn ein Ziegel sich im Sturm löst und den Nachbarshund erschlägt. Kann man sonst kaum bezahlen so hoch wie die Kosten für einen Personenschaden sind. Preis hängt logischerweise auch hier von der Versicherung und der Leistung ab.

Das alles zusammen ist noch einmal ein ordentlicher, vierstelliger Betrag pro Jahr selbst ohne die Heizkosten zu berücksichtigen (5000l Heizöl sind nicht billig). Da noch die monatlichen Tilgungszahlungen für den Kredit oben drauf und man kommt mitunter auch an seine Grenzen, wenn man sich verkalkuliert hat oder unvorhergesehenes Eintritt (Scheidung, Arbeitslosigkeit, Auto und dergleichen). Und man muss sich auch noch um den ganzen Mist selbst kümmern anstatt einfach nur dem Vermieter ein paar Kröten zu überweisen und zu sagen „Hier mach‘ du!“. Hab‘ ich schon erwähnt, dass man nicht einfach mit „Ach, ich kauf‘ mir jetzt einfach mal ein Haus!“ an die Thematik rangehen sollte? :smile:

Fazit

Und damit seid ihr jetzt wieder ein gutes Stück schlauer und besser vorbereitet, solltet ihr mit einem Eigenheim liebäugeln. Kann natürlich am Ende des Tages nur von uns sprechen – vor allem bei einem Neubau sieht die Situation sicherlich noch einmal ganz anders aus. Aber als erste Orientierung hilft es garantiert schon einmal weiter. Uns hat die ganze Sache zwar etwas an die Grenzen gebracht hier und da, denn vor allem Handwerkerkosten lassen sich doch irgendwie schwer einschätzen, entsprechend wäre ein Schicksalsschlag sehr ungünstig gewesen Anfang des Jahres. Aber am Ende des Tages wurden alle Rechnungen  pünktlich bezahlt, kein Konto war im Minus und die Vorräte werden seitdem wieder stetig aufgebaut. Und so muss es sein.

Solltet ihr noch zusätzliche Fragen haben, dann einfach in die Kommentare packen. Ansonsten wünsche ich einen angenehmen Feiertag und wir lesen uns am Montag wieder.

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