Drei von vier Katzen im Garten

Die Phase der Gefangenschaft ist vorüber! Seit einer Woche sind Pichu und Lyssi nun in der Katzenklappe registriert und haben freien Zugang zur Außenwelt. Klappt nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch mittlerweile ganz gut. Am schnellsten hat es Pichu kapiert, wie das komische Ding funktioniert durch das Balu und Nica immer verschwunden sind.

Lyssi hingegen…nun, bei ihr mussten wir etwas nachhelfen. Rein ging zwar relativ schnell (Panik kann Wunder wirken) aber raus wollte sie partout nicht – zumindest durch die Klappe. Am Ende hat es geholfen sie 2-3mal gegen ihren Willen durchzuschieben. Jetzt hat sie es anscheinend kapiert. Aber während Pichu sich draußen sofort sehr wohl fühlte, ist sie weiterhin etwas unsicher. Am Samstag hat es beispielsweise etwas geregnet, das fand sie gar nicht toll und hat hilflos rumgemaunzt als sie ein etwas dickerer Tropfen traf. Ganz am Anfang hing sie sogar panisch im Fliegennetz (das jetzt entsprechend stark beschädigt ist), weil sie das mit der Katzenklappe noch nicht verstanden hatte. Aber das hat sich nun zum Glück auch gelegt. Fehlt nur noch die Umschulung von „drinnen ins Katzenklo machen“ auf „draußen auf den Acker kacken“ (reimt sich!), dann ist diese Umstellung genauso abgeschlossen. Wenn wir jetzt noch Pichu beibringen könnten nicht auf die Küchenzeile zu springen und Balu nicht immer die Krallen auszupacken, nur weil er Essen riecht…

Ist übrigens nun ganz lustig: Wenn wir abends zu Bett gehen und die Wohnzimmertür schließen (wollen ja frühmorgens nicht von Radau an der Schlafzimmertür geweckt werden), dann sind zwei Minuten später alle Katzen aus dem Wohnzimmer verschwunden. Sind wir Zuhause und wach, sind alle vier Katzen fast immer in unserer Nähe. Haben wir doch heimlich Hunde bekommen?

Menschen! Draußen!

Der Garten nach dem Hauskauf und der ersten Rasur

Aber nicht nur die Katzen halten sich vermehrt draußen auf, auch wir beschäftigen uns mittlerweile etwas ausführlicher mit unserem Garten (abseits vom Rasen mähen und Erdbeeren züchten). Letztes Jahr hatten wir uns hauptsächlich mit Aufräumen beschäftigt. Da sich faktisch drei Jahre lang kein Schwein darum gekümmert hatte, war er entsprechend verwildert. Aber das hatte ich schon einmal erwähnt. Dieses Jahr wollen wir ihn nun in Schuss bringen (und halten).

Die ersten Maßnahmen haben wir dazu mittlerweile schon ergriffen. So habe ich eine Seite des Garagenkabuffs mit weißer Silikonfarbe gestrichen, damit sie (fast) wieder wie neu aussieht. Hat auch soweit ganz gut geklappt bis auf die Tatsache, dass am Anfang wohl meine Farbrolle noch etwas zu nass und damit die Farbe nicht 100% deckend war. Aber man sieht es aus meiner Sicht nur, wenn man genau hinschaut (oder es weiß). Anschließend hieß es ein paar Löcher davor auszuheben, um die Himbeersträucher einzupflanzen. Die stehen tatsächlich schon seit einem Jahr hier rum, fristeten aber ihr Dasein bislang in einem Eimer – gab einfach zu viel Anderes zu tun. Auch der Johannisbeerstrauch, der aktuell mehr ein Johannisbeerpflänzchen ist, durfte sein Eimergefängnis mittlerweile verlassen und fand einen (hoffentlich) angenehmen Platz im Garten.

Der restliche Garten

Der Garten heute – wesentlich leerer

Das Gewächshaus, welches wir zusammen mit dem Haus erstanden hatten, hat hingegen mittlerweile einen neuen Besitzer gefunden. Zum einen wussten wir nie so recht was wir damit anfangen sollten und zum anderen war es bei einem heftigen Sturm (weil im Boden anscheinend überhaupt nicht befestigt) umgefallen und hatte sich etwas verbogen. Statt mich damit weiter rumzuschlagen, haben wir es dann einfach über Facebook verschenkt. Der neue Besitzer hat hoffentlich seine Freude dran. Das Beet darunter hat Lysanda aber dann doch wieder in Beschlag genommen und etwas Gemüse reingeplfanzt. Wird sich zeigen, ob davon irgendwas tatsächlich ausgewachsen wird (Pfefferminze und Gras finden das Beet ebenfalls absolut dufte). Aber wie heißt es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Das gilt auch für unsere Neuanschaffung (46 Euro): Einen Mangelbaum. Ja, wir haben uns einen jungen Baum angeschafft und ihn in den Garten gepflanzt. Bislang schießt er schon fleißig nach oben (mittlerweile schon über 2 Meter hoch). Wird aber sicherlich noch so einige Zeit dauern, bis wir tatsächlich die ersten Mandeln davon ernten können – sollte er bis dahin überleben. Haben mit sowas ja auch noch überhaupt keine Erfahrung. Haupttreiber für diesen Kauf war ausschließlich unser sehr hoher Mandelverbrauch. Zwar wird der sicherlich nicht mit einem Baum gedeckt werden können. Aber selbst gezogen ist das selbstverständlich etwas ganz Besonderes.

Weitere Fortschritte

Geschmacklich top aber im Wachsen schlimmer als Unkraut

Richtig gut geht es hingegen unserem Rosmarin. Auch den haben wir vom Vorbesitzer übernommen. Obwohl er nur in einem Pflanzstein saß, hat er sich ganz schön entwickelt. So sehr, dass er seinen Pflanzstein schon lange hinter sich gelassen und in alle daruntergelegenen weiter ausgebreitet hatte – zum Nachteil der darin enthaltenen Pflanzen. Also haben wir ihn nun auch von seiner Enge erlöst und auf einen freien Platz im Garten umgesiedelt. War ein ganz schöner Kraftakt ihn von seinem alten Platz zu lösen. Erst musste ich seine Wurzeln unter dem Pflanzstein durchschneiden (ganz schöne dicke Dinger) und dann war er mit seinem Stein schon so fest verbunden, dass es einen ganz schönen Kraftakt gekostet hat ihn da raus zu bekommen. Meint man gar nicht wie stark sich ein paar poplige Wurzeln in ein paar Sandsteinporen verankern können.

Als nächstes stehen nun drei Sachen an: Die restlichen der bestehenden Pflanzsteine mal komplett zu säubern und neu zu setzen. Am anderen Rand des Gartens neue Pflanzsteine zu platzieren und eine weitere Garagenwand zu säubern, um darunter weitere Pflanzsteine (die großen Dinger mit 48x30x5cm, die 45kg pro Stück wiegen) zu platzieren. Da sollen vermutlich die Erdbeeren ihre neue Heimat finden. Dann wären auf der Terrasse nur noch die Kräuter und die Schokoladenminze (ja, sowas gibt es) übrig, die man unter keinen Umständen in die Freiheit entlassen darf. Die Vermehren sich alle wie Hasen, wenn man sie lässt :smile: .

Und über die kahlen Stellen, die ich durch die Umbauaktionen geschaffen habe, wächst ebenfalls langsam aber sicher schon wieder Gras drüber (mit etwas Unterstützung durch Nachsähen). Da kommt Freude auf, auch wenn ich sicherlich nie einen richtigen grünen Daumen bekommen werde. Spaß, das gebe ich offen zu, macht es mir aber tatsächlich trotzdem. Werde ich doch noch zu einem echten Mannskerl? Vermutlich nicht. Aber Hauptsache unser Garten sieht halbwegs anständig aus.

Sicarius

Essen für Vierbeiner

Vier Katzen, ein Napf

Das mit dem Katzenfutter ist so eine Sache. Die meisten Katzen sterben heutzutage an Nierenversagen (wie Felix), Tumore (wie Kessy) oder andere Funktionsstörungen an lebenswichtigen Organen. Die Hauptschuld daran hat definitiv das Futter welches sie ihr Leben lang erhalten. Ich habe mir da früher tatsächlich überhaupt keine großen Gedanken gemacht. Kessy hat einfach immer Felix als Nassfutter und Trockenfutter bekommen. Es hat ihr geschmeckt, sie wollte nichts anders. Also warum herumexperimentieren? Nun, wenn man sich die Inhaltsstoffe mal genauer anschaut, dann ist Felix mit eins der schlechtesten Sachen, die man seinem Haustier antun kann – deswegen. Da habe ich mittlerweile eindeutig (nicht nur aufgrund meiner beiden Einschläferungen) dazu gelernt. Ich zitiere die Zusammensetzung von „Felix – Köstliche Fleichvielfalt Huhn“:

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (min. 4% Huhn)
  • pflanzliche Eiweißextrakte
  • Fisch und Fischnebenerzeugnisse
  • Mineralstoffe
  • Zucker

Sprich an einer Dose Felix ist das Huhn vielleicht mal in einem Kilometer dran vorbeigelaufen. Was „Fisch und Fischnebenerzeugnisse“ sind kann man nur vermuten (die Möglichkeiten sind vielfältig – sowohl gut als auch schlecht). Teilweise sollen wohl sogar Abfälle aus Altersheimen verarbeitet sein, die wiederrum vollgestopft sind mit tollen Medikamentenresten. Zucker (und Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit) ist hingegen giftig für die Katze. Deren Körper kann damit absolut nichts anfangen – schlimmer noch: Sie schmecken es nicht einmal. Warum dann Zucker drin ist? Ganz einfach: Damit es für uns Menschen schöner aussieht. Sonst nichts.

Die bekannten Marken

Jetzt könnte man denken: Okay, Felix ist auch eine absolute Billigmarke! Kein Wunder, dass die nichts taugt. Aber Whiskas, Sheba oder vielleicht sogar „des Tierarztes Freund“ Royal Canin? Da muss man ganz schön was auf die Theke legen für und in der Werbung sehen die Katzen doch so glücklich aus. Das muss einfach gut sein! Nope:

Sheba Menü mit Geflügelleber

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. Geflügelleber mind. 4%)
  • Mineralstoffe
  • Zucker

Whiskas Pastete mit Kaninchen und Huhn

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. min. 4% Kaninchen, min. 4% Huhn)
  • Getreide
  • pflanzliche Eiweißextrakte
  • Mineralstoffe

„Aber Sicarius: Im Whiskas ist doch immerhin kein Zucker drin!“, wird jetzt der ein oder andere anmerken – dafür aber Getreide. Damit kann die Katze ebensowenig etwas anfangen. Man muss immer bedenken: Das natürliche Futter einer Katze ist eine Maus. Da ist weder Zucker dran noch extrem viel Getreide (ein bisschen was vielleicht im Mausmagen). Aber selbst wenn es anders wäre: Es ist einfach eine Verarsche „mit Kaninchen und Huhn“ draufzuschreiben, wenn davon quasi nichts drin ist.

Und dann gibt es den ganzen Nassfutterkram noch in den „Kitten“- und „Senioren“-Varianten. Der Unterschied zur normalen Sorte? Äußerst begrenzt. Im Gegenteil: Whiskas packt in die Junior-Variante sogar zum Getreide noch Zucker dazu. Also doppelt so schlimm. Von dem Kram auf jeden Fall die Finger weg. In der Natur gibt es zwar auch Kindermäuse, aber die haben die gleichen Inhaltsstoffe wie ausgewachsene Mäuse. Mal abgesehen davon, dass Kitten von ihren Müttern genauso ausgewachsene Mäuse vorgesetzt bekommen. Die suchen keine extra kitten-gerechte Mäuse.

Die natürliche Variante

Ein Teil unseres Nassfuttervorrats

Wenn ich dauernd von Mäusen rede, könnte man natürlich daraus schlussfolgern, dass man dann einfach die füttert. Frische Mäuse, gewolfte oder ganze Eintagsküken und was der Zooladen um die Ecke einem noch so mehr oder weniger lebendiges verkauft. In der Theorie ist das auch absolut nicht verkehrt. Barfen ist die natürlichste und beste Art sein Haustier zu ernähren (egal ob Katze oder Hund). Leider ist Barfen nicht ohne. Es reicht eben nicht einfach nur die Hühnerleber hinzulegen, sondern man braucht noch Zusatzstoffe wie Vitamine und ähnlichen Krimskrams, damit das Tier alles bekommt was es braucht. Da muss man sich schon richtig gut einlesen, um da nicht noch mehr Schaden anzurichten als mit minderwertigem Futter. Die Faustregel lautet: Hochwertiges Dosenfutter ist wesentlich besser als schlechtes Barfen.

Und so machen wir es auch mit unseren Vieren. Ja, hochwertiges Futter ist keine kleine Investition (da ist man schnell bei 3-4 Euro pro kg). Andererseits: Man will ja hoffentlich, dass einem das besagte Haustier so einige Jahre begleitet und eben nicht an irgendeinem Organversagen frühzeitig verstirbt (100% ausschließen kann man es natürlich trotz hochwertigem Futter nicht). Die Zusammensetzung liest sich gleich viel gesünder von so einem Nassfutter:

MAC’s Gelügel & Cranberry

  • Fleisch (min. 45% Geflügel, min. 25% Rind
  • tierische Nebenerzeugnisse (Geflügelherzen, Gegflügelleber, Geflügelmagen, Rinderherzen, Rinderleber, Rinderpansen)
  • Cranberry (3%)
  • Mineralstoffe (1%)
  • Distelöl (0,2%)

Nicht nur sind die tierischen Nebenerzeugnisse detailliert aufgelistet sowie ein hoher Fleischanteil (min. 70%) enthalten: Es ist auch weder Getreide noch Zucker drin. Man kann sich zwar durchaus darüber streiten, warum in fast jeder Futtersorte Rind mit drin ist. Welche Katze erlegt in der Wildnis schließlich eine Kuh? Aber das ist nur bei Katzen mit Allergie auf dieses Fleisch ein echtes Problem. Uneingeschränkt empfehlen (alle selbst getestet) können wir die Marken MAC’s, Bozita und Feringa. Wer es doch etwas billiger haben will, der kann es mit Carny versuchen. Das ist Mittelklasse, weil Kuheuter mit drin sind. Auch darauf kann so manche Katze empfindlich mit Durchfall reagieren.

Futterumstellung

Ein extrem hungriger Balu (Symbolbild)

Ob die eigene Katze das neue Futter verträgt, muss man immer austesten. Es ist durchaus normal, wenn sie am Anfang ein wenig Durchfall bekommt wegen der ungewohnten Zusammensetzung. Es sollte aber nicht längere Zeit sein. Auch normal ist, dass der Vierbeiner das neue Futter vielleicht am Anfang verschmäht. Das ist genetisch bedingt. Quasi „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“. Da heißt es sie langsam dran gewöhnen: Altes Futter jeden Tag ein Stück mehr durch neues Futter ersetzen – manchmal in homöopathischen Mengen. Geduld ist dabei durchaus manchmal notwendig aber es lohnt sich am Ende auch. Unsere haben beispielsweise ein ganz tolles, geschmeidiges Fell bekommen. Manchmal hilft das sogenannte Zauberpulver. Das sind zerbröselte Cosma Snackies (gefriergetrocknetes Fleisch). Die meisten Katzen fahren voll darauf ab und fressen dann auch das darunterliegende Futter gleich mit.

In der Zeit der Umstellung sollte man sich außerdem erst einmal auf eine neue Futtersorte beschränken und nicht gleich verschiedene Marken mischen. Danach aber unbedingt mindestens drei Arten mittel- bis hochklassiges Nassfutter bereithalten. Der Grund ist ganz einfach: Zum einen ist eine zukünftige Futterumstellung leichter und zum anderen packen die Hersteller verschiedene Mengen an Vitaminen in ihre Dosen. Wenn man mehrere mischt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Stubentiger am Ende auch alles hat, was er braucht. Denn so richtig weiß niemand was Katze wirklich braucht.

Über die Menge philosophieren hingegen ganze Internetforen. Auch wir haben am Anfang auf Kontrolle gesetzt (vor allem wegen Balu, der etwas auseinanderging – was aber, wie wir heute wissen vermutlich genauso am Billigfutter lag das auch wir anfangs fütterten). Leider hat das nur bedingt funktioniert, da Balu dann dauernd Angst hatte zu verhungern. Unsere Lösung, die auch überraschend gut klappt: All you can eat-Buffet. Wir geben ihnen morgens 800g in den Napf und dann können sie den ganzen Tag dran futtern. Ist der Napf abends leer, gibt es nochmal 400g. Ansonsten müssen sie bis zum nächsten Morgen aushalten. Wir hatten natürlich die Befürchtung, dass sich Balu dann erst recht fett frisst. Aber nachdem er sich am Anfang ein paar Mal überfressen (und übergeben) hatte, hat er mittlerweile verstanden, dass zum einen immer genug da ist und zum anderen wann er eigentlich satt ist. Seitdem hält er auch sein Gewicht einwandfrei bzw. er hat sogar etwas abgenommen.

Das Thema Trockenfutter

Links Trockenfleisch, rechts die Cosma

Neben dem Nassfutter gibt es natürlich noch das Trockenfutter. Leider taugt das durch die Bank nichts. Das hat zwei wichtige Gründe: Zum einen sind Katzen sehr schlechte Trinker, da sie ursprünglich aus der Wüste stammen und ihren Flüssigkeitsbedarf schon immer über das Futter decken mussten. Sie wissen nicht wann sie eigentlich Durst haben und, wie der Name schon sagt, Trockenfutter verstärkt diese Problematik. Zweites Problem ist, dass Trockenfutter oftmals wieder Getreide enthält (gibt auch ein paar ohne). Und das ist schlecht.

Tierärzte behaupten zwar, dass Trockenfutter gut für die Zähne wäre. Aber so kurz wie das im Mund ist, bezweifle ich das durchaus. Zum Glück gibt es eine Vielzahl an Alternativen zum klassischen Trockenfutter. Da wären zum Beispiel die schon erwähnten, aber extrem teuren Cosma Snackies (also gefriergetrocknetes Fleisch). Außerdem kommt Trockenfleisch sehr gut bei unseren Vierbeinern an. Damit sind sie außerdem eine gute Weile mit Kauen beschäftigt, was wiederrum tatsächlich gut für die Zähne ist. Aber aufgepasst: Nicht einfach irgendwelche Hundeleckerlies kaufen. Da sind häufig wieder Kohlenhydrate (Getreide) drin, die zwar der Hund verträgt und braucht, Katze aber nicht. Weiterer Vorteil von Trockenfleisch: Mit einem Dörrautomat kann man es auch selbst herstellen.

Pichu

Gleichberechtigung für Katzen!

Das bin ich!

Hi! Ich in der Pichu, ein Kater und neu hier in dieser Runde. In Spanien wurde ich Pikachu gerufen aber meine neuen Dosenöffner fanden den Namen doof und total „Mainstream“. Deswegen bin ich nun einfach nur noch „Pichu“. Ich bin vermutlich im Mai 2016 in Spanien auf die Welt gekommen, also ungefähr in Lyssis Alter. Aber während sie ein spanisches Inselkind ist, komme ich (wie es sich für anständige Katzen gehört) vom Festland. Ich bin damals, als ich noch ein ganz kleines Kätzchen war, einer netten Dame im Park hinterhergelaufen, die mich dann freundlicherweise aufgenommen und aufgepäppelt hat. Sehr nett von ihr, wie ich finde. Praktischerweise gehört sie zu den lieben und netten Damen und Herren des Tierschutzvereins Katzenherzen. Entsprechend konnte ich bei ihr und ihren vier Katzen bis zu meiner Vermittlung bleiben. Nach einer rund 25 Stunden langen Autofahrt (Lyssi durfte immerhin Fliegen!) bin ich vor zwei Wochen als vierte und vorerst letzte neue Katze in der Casa Lysanda angekommen. Schon einen Tag später durfte ich Bekanntschaft mit der restlichen Katzenbande hier machen…

Die anderen Viecher

Die erste, die mich in meinem temporären Zuhause im Obergeschoss besuchte, war der schwarz-weiße Bär namens Nica. Sie scheint so etwas wie die oberste Chefin hier im Haus zu sein. Kam sofort rein, inspizierte meinen Aufenthaltsraum ohne groß Rücksicht auf mich zu nehmen und machte es sich in „meiner“ Plüschhöhle bequem. Wie es sich für einen Vertreter des oberen Managements wohl gehört, hat sie mich gleich angeknurrt als ich ihr zu nahekam, um sie zu beschnuppern. Aber insgesamt scheint sie richtig cool drauf zu sein und mich bereits fest in ihren Mitarbeiterstab aufgenommen zu haben – zumindest darf ich sie schon ab und an etwas sauberlecken, wenn sie das möchte. Ansonsten respektiere ich sie und komme ihr lieber nicht ganz so nah. Ihr wisst schon, wegen den Ohrfeigen.

Ihr Geschäftspartner, Balu, ist da schon etwas anders drauf. Er findet mich nämlich durchaus ganz dufte. Natürlich hält er ebenso wie Nica ein wenig professionellen Abstand (gebietet ja schon alleine der Altersunterschied) und war anfangs etwas misstrauisch mir gegenüber. Aber ab und zu lässt er seine strenge, fast schon väterliche Fassade, fallen und balgt mit mir zusammen herum. Das finde ich toll. Zumal ich auch noch ungefähr so aussehe wie Balu. Wenn man nicht so genau hinschaut, könnte man mich glatt mit ihm verwechseln. So bin ich ebenfalls getigert aber etwas eleganter und stromlinienförmiger gebaut als er. Dafür kann er nichts. Zum einen muss ich noch wachsen, zum anderen verdanke ich mein spitzes Gesicht und meine großen Pranken meinen Eltern. Entweder meine Mutter oder mein Vater muss ein Perser oder einer anderen orientalischen Rasse angehört haben. Das verleiht mir ein gewisses adeliges Aussehen. Offiziell bin ich aber trotzdem eine europäische Kurzhaar wie wir alle hier im Hause. Schließlich kann ich keine Papiere vorweisen, die etwas anderes behaupten.

Die Dritte im Bunde

Eine Runde chillen mit Lyssi

Und dann wäre da noch Lyssi. Die konnte mit mir anfangs so überhaupt nichts anfangen. Es klang teilweise als würde jemand Löcher in die Wand bohren, so stark hat sie geknurrt und gefaucht. Freilich war aber auch sie äußerst neugierig zu wissen, wer da Neues im Haus ist. Sie schlich dauernd um mich herum und blickte interessiert um alle Ecken. Es ging vermutlich mehr darum mir zu verstehen zu geben, dass SIE die Chefin der Katzenhorde ist. Ich habe zwar einen ganz anderen Eindruck gewonnen (sie frisst zum Beispiel nicht mit uns zusammen, sondern wartet bis wir alle fertig sind) aber ich als ruhiger und äußerst mitteilsamer Kerl (böse Zungen behaupten ich würde wie ein Hund mupsen) habe sie einfach machen lassen.

Mittlerweile verstehen wir uns aus meiner Sicht fantastisch. Morgens und abends jagen wir uns fleißig durch die Bude und haben viel Spaß zusammen. Das ist echt lustig! Und soweit ich das verstanden habe, bin ich auch genau deswegen hier gelandet: Um der kleinen Lyssi Gesellschaft zu leisten nachdem sich Balu wohl als nicht ganz so Spielbereit herausgestellt hat. Mir aber tatsächlich völlig egal warum ich hier bin. Hauptsache ich bin nicht mehr in Spanien und habe jetzt ein richtiges Zuhause. Mit Nica, Balu und Lyssi komme ich insgesamt gut klar und ich bin nun maximal noch das vierte Rad am Wagen. Nur raus will ich endlich mal. Lyssi ist genauso nervös und will unbedingt hinaus die weite Welt erkunden. Die Großen dürfen es schließlich auch und wir springen Balu immer sofort an, wenn er mit Duftneuigkeiten im Fell von draußen reinkommt.

Die Dosenöffner

Bei den Dosenöffnern im Bett

Großer Chef und große Chefin sind soweit auch ganz okay. Aktuell bin ich immer noch etwas unsicher und hibbelig unterwegs. Wobei ich nicht leugnen kann, dass es durchaus Spaß macht aus dem Katzenklo rauszuspringen und dabei das ganze Streu im Wohnzimmer zu verteilen :smile: . Deshalb verbringe ich noch nicht viel Zeit in ihren Armen oder hole mir viele Streicheleinheiten ab. Aber ich lass die beiden definitiv wissen, dass ich da bin und beispielsweise gerade sehr viel Hunger habe. Echt schlimm, dass die für die Zubereitung so lange brauchen. Dose auf und in den Napf – zumindest kannte ich es bislang so. Stattdessen gibt es hier gefühlt von der großen Chefin ein riesiges Menü zusammengepanscht in ein Schälchen. Hochwertiges Dosenfutter mit mildem Joghurt und Hühnerbrühe vermischt sowie jetzt auch noch morosche Karottensuppe mit Hühnerbrust. So gut habe ich noch nie in meinem kurzen Leben gegessen…

Wobei ich gehört habe, dass der Joghurt und die Karottensuppe eigentlich nur für mich als Medizin dabei sind. Und es stimmt: Ich habe etwas Durchfall und ab und zu kann ich nicht richtig durch die Augen schauen weil sich meine Bindehaut davorgeschoben hat (Anm. d. Red.: Nickhautvorfall). Woher ich das haben sollte, weiß ich nicht. Aber so ein Umzug mit der dazugehörigen Essensumstellung ist natürlich mit viel Stress verbunden. Wie gesagt: So richtig ruhig bin ich auch nach zwei Wochen noch nicht. Man weiß ja nie, wann Lyssi um die Ecke kommt und auf einen draufspringt!

Am ehesten verstehe ich mich aber noch mit dem großen Chef. Zu dem komme ich schon etwas öfters und lege mich ähnlich wie Balu voll auf ihn drauf und lecke ihm alle Extremitäten ab. Was nicht heißt, dass die große Chefin nicht ebenfalls super lieb und nett ist. Aber wir Männer müssen nun einmal zusammenhalten. Immerhin herrscht dank mir in dieser Beziehung nun wieder ein Gleichgewicht (3 vs. 3).

Und damit wisst ihr schon einmal ein bisschen von mir. Wir lesen uns sicherlich irgendwann mal wieder. Jetzt muss ich aber erst einmal Nica ablecken gehen. Ihr wisst schon: Wenn der Chef ruft, dann muss man Folge leisten.

Nica

Beobachtungsbericht

Möwe in der Mittagspause

Ministerrat der rumänischen Katzendiktatur
Ministerium für Katzensicherheit

Hauptabteilung: Internationale Spionage
Unterabteilung: Langzeitobservation
Telefon: Schnurr-Knatsch-Quietsch

Betrifft: Balu und Lyssi
Wohnhaft: Casa Lysanda
Decknamen: Taube und Papagei

Für die Zeit vom 28.11.2016 bis 05.03.2017

Status: Gegen Ende des Jahres 2016 habe ich, Agent Möwe, erfolgreich meinen Beobachtungsposten „Viel zu kleine Kiste auf der Kommode“ eingenommen. Ich habe ihn bis Februar immer nur kurzzeitig für meine Pausen (Toilette, Futter, Erholung im Arbeitszimmer) sowie diverse Haus- und Umgebungserkundungen verlassen, um einen möglichst detaillierten Bericht über das Werken der beiden potentiellen Rebellenführer Taube und Papagei abliefern zu können. Meine Tarnung als Geliebte von Observationsobjekt Taube ist weiterhin voll intakt. Er ist unverändert gerne in meiner Nähe, putzt mich fleißig und informiert mich über wichtige Vorkommnisse sowohl in der Casa Lysanda als auch in der näheren Gegend. Ab und zu versucht er zwar mit mir zu spielen, diese Avancen muss ich jedoch aus professionellen Gründen immer ablehnen und weiße ihn entsprechend mit einem deutlichen Fauchen zurecht.

Taube in meiner Kiste

Meine Beziehung zu den Dosenöffnern, Deckname Knuddelriese und Futterlady, ist ebenso in einem hervorragenden Zustand. Zwar nehmen sie mich ab und zu hart ran und tropfen mir Drogen in die Augen – ich vermute, um mich gefügiger zu machen – bislang zeigen diese jedoch glücklicherweise keine Wirkung. Der Catnip-Ball ist da ein ganz anderes Thema aber ich benutze ihn selbstverständlich nur während meiner offiziellen Pausen! Ich erhalte außerdem regelmäßig ausreichend Nahrung (zweimal am Tag), bekomme ab und zu ein paar Leckerlis direkt an meinen Observationspunkt geliefert (aufstehen dafür liegt nicht in meiner Befugnis) und werde vor allem vom Knuddelriesen oft gut durchgeknuddelt. Meine Tarnung ist also auch hier vollkommen in Takt.

Observationen über Taube: Objekt Taube (so bezeichnet wegen den gurrenden Geräuschen, die er von sich gibt) ist weiterhin sehr auf Dosenöffner Knuddelriese bezogen. Als Knuddelriese im November für drei Wochen nicht im Haus war, konnte man ihm die Trauer sehr stark ansehen. Selbst bei einer eintägigen Abwesenheit vermisst er den warmen und vor allem großen Schoß des männlichen Dosenöffners. Für mich total unverständlich, da Knuddelriese es gar nicht so angenehm zu finden scheint, dass Taube auf ihm draufliegt. Zumindest hält er es auf der Couch nicht allzu lange aus und verscheucht Taube dann wieder. Taube entscheidet sich danach auf dem Ottomanen sitzen zu bleiben und sich Schlafen zu legen. Im Bett legt er sich hingegen immer außer Reichweite der Dosenöffner ans Fußende.

Abseits zu seiner innigen, wenngleich nicht wirklich in gleichem Maße erwiderten Beziehung zu Knuddelriese, ist er ein begeisterter Esser. Es ist zwar dank des hochwertigen Futters, das wir nun bekommen, nicht mehr ganz so schlimm und er geht nicht mehr so massiv in die Breite. Aber wenn auch nur die Chance besteht, dass es etwas zu futtern gibt, dann ist er gleich zur Stelle. Dabei geht er durchaus intelligent vor. So macht Dosenöffner Futterlady aktuell Experimente namens „Clickertraining“ mit ihm, bei denen er sich äußerst schlau anstellt und ziemlich schnell weiß, welches Verhalten Futterlady von ihm erwartet. Und er war schon immer absoluter Meister in der Katzenkönigsdisziplin „Süß und Knuddelig-Aussehen“.

Taubes Verhältnis zu Papagei lässt sich hingegen als „Vorsichtig“ zusammenfassen. Man merkt ihm an, dass er gerne mehr mit ihr machen möchte (vor allem balgen). Der große Gentleman ist aber sehr schüchtern und traut sich nicht so richtig an sie ran. Es ist zwar schon besser geworden über die letzten Monate und es gibt entsprechend mittlerweile hin und wieder Momente, in denen sie sich durch das Haus jagen. Aber so richtig viel Zeit möchte Taube weiterhin nicht mit Papagei verbringen. Verlassen die Dosenöffner das Haus, lässt auch er Papagei ganz alleine zurück.

Papagei mag Schuhe

Observationen über Papagei: Objekt Papagei (so bezeichnet wegen ihrer Vorliebe bei Dosenöffner Katzenlady im Bett auf der Schulter zu sitzen und ihrem hohen Mitteilungsbedarf) möchte endlich nach draußen. Nicht nur langweilt sie sich die meiste Zeit, da Objekt Taube nur selten mit ihr spielt. Sie hat natürlich auch mitbekommen, dass es da draußen vor den Türen und Fenstern etwas Interessantes gibt. Wenn Taube die Casa Lysanda durch die Katzenklappe betritt, wartet sie schon ganz hibbelig davor und springt Taube an. Warum die Dosenöffner sie immer noch nicht rauslassen, ist mir derzeit nicht bekannt. Ich habe sie nur von einer vierten Katze namens Pichu reden hören. Ich vermute hier einen direkten Zusammenhang, der sich aber noch erhärten muss. Weitere Berichte folgen.

Um meine Tarnung als fürsorgliche Mutter aufrecht zu erhalten, bringe ich ihr hin und wieder sowohl lebende als auch tote Mäuse mit. Sie hat das Konzept des Tötens zwar offensichtlich noch nicht verstanden aber immerhin ist sie dann einige Stunden beschäftigt und die Maus an einem Herzinfarkt gestorben. Sowie mag sie alle Arten von Tieren und sitzt immer sehr gespannt vor dem Fernseher, wenn gerade eine Tiersendung läuft.

Ansonsten ist sie sehr massiv auf Dosenöffner Futterlady bezogen und traut Knuddelriese nicht wirklich über den Weg. Morgens, wenn die Türen geöffnet werden, sprintet sie sofort zu ihr ins Bett. Und kaum sitzt Futterlady irgendwo, ist Objekt Papagei sofort wieder auf ihrem Schoss. Weiter ist festzuhalten, dass die kleine Scheißbratze (ich toleriere sie zwar aber mag sie überhaupt nicht – und lasse sie das auch immer wissen!) vor Wasser keinen Respekt hat, ähnlich wie Kessy mit Schuhen spielt und von der Toilette sehr fasziniert ist. Wenn einer der Dosenöffner sein Geschäft verrichtet, ist sie immer zur Stelle und schaut genau hin. Ich vermute eine massive Verhaltensstörung, die ebenso dafür verantwortlich ist, dass sie sich eher springend („Parkour“) und mit einem rasend hohen Tempo durch das Haus bewegt. Von geruhsamen Gehen hat sie wohl bislang noch nichts gehört.

Fazit: Die aktuellen Beobachtungen legen nahe, dass derzeit von Taube und Papagei keine Gefahr für unsere glorreiche Katzendiktatur ausgeht. Sie sind beide zu sehr mit sich selbst beschäftigt und alles andere als verbrüderte Rebellen. Ich empfehle dennoch die Fortsetzung der Langzeitbeobachtungen. Vor allem die bereits erwähnten, äußerst mysteriösen Entwicklungen rund um diesen ominösen „Pichu“ sollten weiter im Auge behalten werden. Dadurch könnte sich die gesamte Situation noch einmal verändern.

Gezeichnet

Agent Möwe

Was gibt's?

Was gibt’s? Ich bin der Balu.

Ich muss hier glaube ich so langsam mal was klar stellen. Kann ja nicht angehen, dass die beiden Mädels ständig nur über mich lästern und so tun als wären sie hier die Chefs im Haus (auch wenn ich bislang die meisten Einträge geschrieben habe…). Nein, dass ich ihnen beim Essen den Vortritt lasse hat damit ÜBERHAUPT nichts zu tun! Das macht man als Gentleman so und ich bin definitiv ein gut erzogener, wenn auch etwas schüchterner Kerl. Wobei ich mich eher als „besonnen“ bezeichnen würde – zumindest so lange die Chefin nicht mit Käse, Fisch oder Hähnchenfleisch hantiert. Dann werde ich, das gebe ich offen zu, etwas hibbelig. Aber kann ich was dafür, dass der Kram so gut schmeckt? Da muss ich doch sicherstellen, dass ich definitiv was davon ab kriege und nicht nur meine Konkurrenz namens Nica und Lyssi. Dass es dabei Kollateralschäden geben kann (Aua an diversen Körperstellen der Chefin) tut mir ja durchaus leid aber hey: ESSEN!

Mehr Essen!

Essen kriege ich in diesem Haushalt sowieso viel zu wenig. Die Chefin hat mich nämlich dreist auf Diät gesetzt. Als wären 7,2kg für einen ausgewachsenen Kater zu viel (Anm. d. Red.: Ja, sind es!). Bitte? Ich hätte Ende August nur 5,8kg gewogen? Das stimmt aber jetzt wiege ich doch wieder 6,15kg. Also kann ich bitteschön wieder mehr Essen haben, oder nicht?! Ich wiederhole noch einmal: Das Essen der Chefin schmeckt mittlerweile richtig, richtig gut. Aktuell gibt es nämlich nur noch hochwertiges nasses Katzenfutter (kein zuckerhaltiges Felix mehr!) bzw. „echtes“ Fleisch sowie als Leckerli vor allem getrocknetes Fleisch (aus der Hundeabteilung) oder Fische statt ungesundem (=fett machendem) Trockenfutter und anderem Kram. Ach und eben ab und zu mal ein Stück Käse oder Hähnchenreste. Da muss man doch einfach drauflosschlemmen, oder seht ihr das etwa anders?

Vor allem wenn sie dann auch noch so gemein ist und Nica und Lyssi auf dem Regal mit einer vollen Dose füttert. Da konnte ich bislang immer nur neidisch unten sitzen und zuschauen nachdem mein eigener Napf viel zu schnell leer war. Mittlerweile sind diese Zeiten aber endlich vorbei. Es hat viel Mut gekostet aber ich habe mich endlich getraut mal da hoch zu springen (Lyssi fliegt eher halsbrecherisch durch die Gegend – das hat mit „Springen“ nicht viel zu tun) und siehe da: Gar nicht so schlimm und endlich Zugang zu noch mehr Essen (Anm. d. Red.: Durch das hochwertige Essen und dem damit verbundenen schneller herbeigeführten Völlegefühl dürfte sich sein Gewicht jetzt automatisch einpegeln)! Lyssi passt es zwar nicht, dass wir deswegen nun alle wieder auf dem Boden essen. Aber die Dame muss auch endlich mal lernen, dass die Welt sich eben nicht nur um sie dreht.

Der sanfte Riese

Groß genug für zwei!

Groß genug für zwei!

Abseits der ganzen Essensthematik (man muss ja schließlich sehen wo man bleibt!) bin ich aber definitiv ein ganz lieber und seelenruhiger Kerl, der am liebsten in Gesellschaft ist. Deshalb warte ich immer vorbildlich auf der Terrasse bis Chef und Chefin nach Hause kommen (zumindest bis zu einer gewissen Uhrzeit) und wenn sie dann mal daheim sind, verbringe ich sehr viel Zeit mit ihnen oder zumindest in ihrer Nähe. Zugegeben: Manchmal ruft die Natur und ich muss kurz durch dieses komische Ding namens Katzenklappe, das immer so ewig braucht bis es „klack“ macht (Anm. d. Red.: Der Chip sitzt halt nun einmal nicht in der Pfote, sondern im Hals…) und mich rauslässt (passe jetzt aber wieder etwas besser durch – frage mich nur warum?) und meine Tätigkeit im Garten erledigen. Aber anschließend bin ich sofort zurück an Ort und Stelle. Am schönsten ist es vermutlich, wenn die gesamte Mannschaft auf der Couch sitzt. Dann lege ich mich gerne zufrieden auf dem Ottomanen dazu oder setze mich beim Chef auf den Schoß und lasse mich kraulen. Wenn er nur nicht so unruhig wäre der Typ…immer macht er irgendwas mit Händen oder Füßen. Hat der nie stilles Sitzen gelernt?!

Den Chef mag ich sowieso irgendwie am liebsten. Wenn er da ist, stupse ich ihn gerne an und fordere ihn auf zum Streicheln. Vor allem wenn er sich rüber ins Arbeitszimmer an den Computer begibt. Das finde ich wahnsinnig toll. Da komme ich dann immer gleich mit, springe auf den Schreibtisch und lege mich am liebsten auf sein kuscheliges Mousepad. Ab und zu zwickt und zieht da zwar etwas komisch an meinem Bauch (Anm. d. Red.: Das Mauskabel auf dem er drauf liegt) aber unterm Strich ein total angenehmer Ort an dem ich mich immer gerne aufhalte – also zumindest so lange der Computer an ist und der Chef davor sitzt. Bin im Herzen halt doch ein kleiner Schmusekater. Tut er das nicht, dann ist mein nächster Lieblingsort die Bettdecke der Chefin im Schlafzimmer. Wenn sie drin liegt, dann mag ich das zwar nicht so sehr und lege mich auf die andere Bettseite (Thema „Unruhe“) aber wenn die Hütte leer ist, dann verziehe ich mich schon sehr gerne an diesen sicheren und kuschelig warmen Ort während andere Vertreter meiner Art in diesem Haushalt vor allem Kisten zu bevorzugen scheinen.

Der schlafende Bär

Nica auf einem "fliegenden Teppich"

Nica auf einem „fliegenden Teppich“

Mit den „anderen Vertretern“ meine ich natürlich zu aller erst Nica, meine liebe, wenn auch etwas begriffsstutzige Freundin (liegt vielleicht an der Sprachbarriere – mein rumänisches ist immer noch nicht so gut). Sie versteht zwar weiterhin nicht, dass ich ab und zu schon gerne mit ihr spielen möchte und geht dann einfach weg. Aber deswegen lasse ich sie die meiste Zeit einfach in Ruhe und behandele sie mit liebevollem Respekt. Ich lecke ihr beispielsweise gerne das Fell wenn sie das möchte (stupst mich dann an), sitze/liege still in ihrer Nähe und leiste ihr Gesellschaft, teile mir mit ihr ein Körbchen und gebe ihr Bescheid, wenn es etwas Relevantes zu beachten gibt (Essen). Wir sind quasi mittlerweile ein eingespieltes Team bzw. mit der Ankunft von Lyssi vielleicht sogar eher wie ein altes Ehepaar. Sie fängt die Mäuse und ich ignoriere sie weil ich besseres Futter von der Chefin bekomme :smile: . Und im Gegensatz zu mir will sie irgendwie dauernd in den Keller. Sobald nur einer unserer Dosenöffner sich auf den Weg macht, springt sie auf und hinterher. Verstehe ich einfach nicht. Hat sie denn nichts aus dem Ich war drei Tage im Kohlenkeller eingesperrt-Fiasko gelernt?

Aber Nica ist definitiv schon etwas Besonderes. Derzeit befindet sie sich ein wenig im Winterschlaf und verbringt die meiste Zeit irgendwo im absoluten Ruhemodus. „Irgendwo“ ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen. Zwar hat sie wie wir alle bestimmte Lieblingsorte (mit Pullis ausgelegte Kiste auf der Kommode im Wohnzimmer, grundsätzlich Kisten aller Art sowie offene Schränke und Schubladen und die Couch-Ecke). Aber sie ist eindeutig offen für Neues. Egal ob auf Fensterbänken, in der Katzenhöhle, auf den Regalen, in den Regalen oder auf fliegenden Mappen (siehe Bild) – es gibt nichts wo sie sich nicht hinlegen und schlafen würde. Okay, das stimmt nicht ganz: Bei der Chefin auf den Schoß geht sie nur mit Widerwillen. Passt ihr gar nicht, wenn vor allem der Chef sie morgens ins Schlafzimmer holt und sie dann „Zwangsgestreichelt“ wird. Verstehe ich gar nicht. Da ist unser Springbock eindeutig ein anderes Kaliber.

Der aufgedrehte Springbock

"Wad upp Lyss'sis?!"

„Jo! We cool, sis!“ – „So cool, bro!“ – „Word!“

Jaja, die Lyssi. Hoffentlich wird die Kleine mit der Zeit noch ruhiger und vielleicht sogar etwas weniger anhänglich. Kaum sitzt oder liegtdie Chefin irgendwo, ist Lyssi auf ihrem Schoss und will die volle Aufmerksamkeit. Sie kann deshalb mittlerweile morgens schon gar nicht mehr aufstehen weil da immer so eine langgezogene Katze ihr fast im Gesicht liegt. Ansonsten wird durch das Haus gerannt und alles unsicher gemacht, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Sie hat sogar aus Langeweile schon den Kalender angefressen. Einen Kalender! Wie kommt auf so eine Idee?! Ich kann sogar nicht mehr durch die Katzenklappe rein, weil sie mich dann immer sofort anspringt! Müsst ihr euch mal vorstellen: Ich muss Angst haben ins Haus zu gehen. Aber sie ist noch lernfähig mit ihren sieben Monaten, keine Frage. Letzte Woche hat sie beispielsweise ihre erste Maus gefangen, die Nica für sie lebend mitgebracht hat. Sind wir als ihre Ersatz-Eltern natürlich sehr stolz darauf! Das wird noch was mit ihr, wenn sie dann endlich mit uns raus darf.

Für sie bin ich wohl auch das große Vorbild – mit allen Vor- und Nachteilen. Zum Beispiel ist es nicht ganz so gut, dass sie beim Futter genauso wie ich ganz vorne mit dabei sein will. Und ihr wisst was das bedeutet: Ich könnte weniger kriegen! Und das sehe ich mal so gar nicht ein! Natürlich schimpfe ich nicht mir ihr aber ich drängele mich dann durchaus etwas härter vor oder schnappe ihr das Leckerli unter den Pfoten weg. Sie soll schließlich lernen wer hier der Herr im Haus ist – nach Nica zumindest. Aber gut, das sind Details. Ansonsten werden wir definitiv warm miteinander vor allem seit sie mal eine Woche lang so ein komisches blaues Ding anhatte nach einem Tierarztbesuch (Anm. d. Red.: Kastration). Ich lasse sie jetzt näher ran an mich und jage sie auch mal voller Freude durchs Haus. Natürlich nur alles gespielt aber deswegen ist es ja so spaßig. Dass sich dadurch die Situation mit der Katzenklappe ergeben hat muss ich wohl für das erste aktzeptieren. Trotzdem schön, dass wir uns so langsam verstehen und sie ihre Angst vor mir verliert (im gleichen Napf mitessen mag sie trotzdem noch nicht). Ja, ich habe sie am Anfang vielleicht etwas zu aggressiv angegangen. Aber das war nicht so ernst gemeint wie sie es anscheinend interpretiert hat. Es ist deshalb schön zu sehen, dass sich das nun zu ändern scheint und sie versteht, dass ich sie nicht auffressen werde – zumindest solange ich noch anderes Futter bekomme…

Katzenspedition

Auch Lyssis Verhältnis zu meiner Nica scheint sich etwas zu lockern. Zwar ruft sie Nica weiterhin gerne mal mit einem Knurren zur Ordnung (natürlich zu recht). Aber wie es sich für Tratschtanten gehört, unterhalten sie sich gerne und viel miteinander (wobei Lyssi eher „gurrt“) und wie erwähnt hat Nica ihr sogar schon eine Maus mitgebracht. Ist halt doch unser Mädchen, die Lyssi. Leider hat Nica letzte Woche nicht nur Mäuse ins Wohnzimmer geholt, es waren zusätzlich noch illegale Einwanderer mit dabei: Flöhe! Dank meinem dicken Fell merke ich ja nichts von und Nica scheint sich ebenso wenig dran zu stören. Und vielleicht würde ich noch schneller abnehmen dank der kleinen Springteufel. Aber besonders mögen tue ich die trotzdem nicht und bin froh, dass sich unsere Chefin aktuell drum kümmert sie zu beseitigen (Anm. d. Red.: Mit Advantage für Katzen).

Über das Ergebnis berichte ich euch allerdings ein andermal. Meine Pfoten tun von dem ganzen Tippen schon weh und ich brauche so langsam mal wieder was zu essen! *pruuh*

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