Jules

Batcat

Mmmh…kuscheln

*ein sanftes, sehr zurückhaltendes „Miau“ hallt durch die Weiten der Webseite“

Na ihr? Persönlich habe ich mich euch noch gar nicht vorgestellt. Ich bin der „kleine“ Jules. Anders als die anderen Katzen hier, durfte ich mich damals nicht selbst vorstellen. Aber das ist okay. Immerhin darf ich jetzt endlich mal ran und euch davon erzählen, wie es mir in den letzten zwei Monaten im Hause Lysanda so ergangen ist. Und bevor die Frage kommt: Ja, ich habe mich definitiv mittlerweile hier eingelebt und will am liebsten nicht mehr weg – zumindest tagsüber und wenn ich nicht gerade pinkeln oder kacken muss. Nachts geht es natürlich raus in die weite, weite Welt zusammen mit Balu, Lyssi und Pichu, um die Nachbarschaft unsicher zu machen und die Mäusepopulation auszurotten!

Mein Alterskumpel

Pichu ist übrigens ein gutes Stichwort: Er ist mein absoluter Bro. Wir zwei, wir verstehen uns und haben extrem viel Spaß miteinander. Zugegeben: Als er mir am ersten Tag nach meiner Ankunft direkt einen Kuss gegeben hat, war das durchaus etwas unheimlich. Aber Pichu weiß eben wie man das Eis bricht und heißt jeden in seinen Reihen sofort willkommen. Ohne ihn, wäre es hier in der Bude wahrscheinlich unendlich langweilig. Lyssi will nämlich immer noch nichts mit mir zu tun haben. Sie toleriert mich nur – sprich sie hat aufgehört mich anzuknurren. Und Balu? Naja, der ist halt groß, träge und ein alter Sack. Wir kommen zwar klar aber innige Freunde sind wir auch wieder nicht. Ich glaube, er weiß wegen seiner Größe nicht so ganz wie er mit uns umgehen soll. Er hat zwar seine Momente, in denen er mit Pichu und mir balgen möchte. Aufgrund der Unsicherheit auf beiden Seiten (will er uns jetzt buchstäblich platt machen?!) funktioniert das nicht lange. Sicherlich etwas schade für den alten Mann aber ganz ehrlich? Das ist sein Problem und nicht meins!

Es ist nicht wonach es aussieht!

Mit Pichu ist das definitiv ganz anders. Der war zwar anfangs auch ne total faule Socke, aber ihn habe ich ganz klar aus der Reserve gelockt bekommen. So viel gebalgt haben wahrscheinlich weder er noch ich bislang in unserem Leben. Dabei ist das so toll und lustig. Ab und zu liegen wir außerdem gemeinsam im Karton (wie Ying und Yang), wenn wir vom ganzen Rumspringen mal ausgepowert sind. Komischerweise habe ich meine Nase dann meist in seinem Hintern statt, dass wir Kopf an Kopf liegen. Keine Ahnung warum aber das können wir alles machen, mein Bro und ich. Nur ins Schlafzimmer gehe ich mit ihm nicht. Verstehe auch nicht, warum er da morgens immer gleich hineinstürmt, wenn die Türen geöffnet werden und laut Maunzend aufs Bett springt. Leckerlis scheint es auf jeden Fall keine zu geben, sondern höchstes ausgiebige Streicheleinheiten. Aber die hole ich mir woanders. Also bleibe ich lieber im Wohnzimmer und liege weiter im Karton bis es Futter gibt.

Kuschelkurs

Die Chefin vergleicht mich hingegen ständig mit Nica. Nicht nur wegen der Fellfarbe, sondern auch wegen meiner Liebe zu Kartons (stehen grad viele im Wohnzimmer *yay*!) und weil ich so tooooootal verschmust bin. Hände müssen geknuddelt werden – egal ob sie gerade ein Leckerli halten oder nicht! Kann ich doch nichts für. Ich will halt immer und zu jeder Zeit auf einen Schoß und geknuddelt werden. Und dabei am liebsten meinen Streichler vor Freude auf den Mund küssen und wie ein Baby auf der Brust liegen. Scheint zumindest der Chefin allerdings nicht ganz so zu gefallen. Ich wäre aufdringlich sagt sie. Ich würde es als liebevoll und dankbar bezeichnen. Mir doch egal, dass sie gerade Chips isst oder mit dem Handy spielen will. Wenn ich komme, dann muss nun einmal die volle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet werden. Ist das so schwer zu verstehen?

Eine Box ist groß genug für zwei!

Gut, ab und zu stinke ich etwas eklig. Gefällt mir genauso wenig wie den Dosenöffnern. Aber ihr könnt das doch sicherlich nachvollziehen: Wenn man pupsen muss, dann muss man eben pupsen. Da hilft alles nichts. Ich weiß zwar nicht, warum ich an manchen Tagen so viel pupsen muss (und kleinere Probleme beim Kacken habe), aber wenn es so ist, ist es halt so (Anm. d. Red.: Scheint mit einer Futtersorte zusammen zu hängen – machen grad eine Ausschlussdiät.).

Perfektes Gespann

Ich kann also, wie schon anfangs gesagt, mit gutem Gewissen behaupten: Mir geht es richtig gut hier. Ich habe einen gleichaltrigen Freund mit dem ich rummachen kann, das Futter ist fantastisch, die Gegend super, duper toll und die Dosenöffner habe ich auch total gerne. Zwar ist der Chef ähnlich wie Balu viel zu groß und man muss ständig Angst haben, dass man nicht von ihm plattgewalzt wird (springe deshalb weiterhin früh genug aus dem Weg). Aber ich weiß ja, dass er mich gerne hat. Ich freue mich wirklich darüber hier gelandet zu sein und bin gespannt, was mein Leben hier noch so bringen wird.

Und zu wissen, dass meine beiden Findelkinder, um die ich mich bis zu meiner Gefangenschaft gekümmert hatte auch ein liebevolles Zuhause gefunden haben, macht mich gleich noch viel glücklicher. Da muss ich jetzt unbedingt erst einmal eine Runde mit irgendjemanden schmusen, um das zu kompensieren.

*setzt seinen völlig unschuldigen Blick auf und zieht von dannen*

Sicarius

Da waren es wieder vier!

Auch Jules mag wie Nica Kisten

Es ist immer traurig, wenn ein Vierbeiner den eigenen Haushalt verlässt. Aber man sollte natürlich auch die positive Seite sehen: Es ist wieder ein Platz für eine andere hilfsbedürftige Seele frei, den es zu füllen gilt. Und das haben wir mittlerweile getan. Ging wieder alles schneller als geplant aber als Lysanda eines Tages unseren Jules in ihrer Facebook-Timeline vorfand (in einem Beitrag aus der Gruppe Katzenvermittlung), war sofort klar: Der passt perfekt in unsere Familie. Jung, schwarz-weiß und äußerst knuddelbedürftig.

Gestatten? Jules!

Laut Impfpass ist der kleine Jules am 23.05.2016 geboren aber wie bei allen unseren Findelkindern, handelt es sich eher um eine Schätzung als die Realität, denn auch er wurde erst mit einigen Monaten auf dem Buckel von der Straße aufgegabelt. Die Finder dachten zuerst, dass es sich um eine Katze handeln würde, da sich das Tier liebevoll um zwei Kätzchen kümmerte. Aber nach dem Einfangen stellte man fest: Jules ist ein Kater aus der Ukraine (wir sind eben ein echter Multikulti-Haushalt). Ein total verschmuster und munterer Kater. Perfekt also für unsere kleinere Truppe, in der er sich in den letzten zwei Wochen bereits ganz gut eingewöhnt hat. Sogar das Fressen aus dem großen Napf mit Balu und Pichu geht bereits. Lyssi frisst allerdings weiterhin nur selten mit den anderen zusammen – vermutlich hat sie zu viel Respekt vor Balu. Sie wartet entweder auf dem Sofa oder dem Kratzbaum darauf, dass die anderen fertig sind. Andererseits: Vielleicht ist sie einfach intelligent genug zu wissen, dass das Futter nicht wegrennt und es bei uns im Haus immer genug gibt.

Einschub Anfang

DIY-Kratzbaum

Den Kratzbaum haben wir übrigens komplett selbst zusammengebastelt. Das „Haus“ besteht einfach nur aus vier Fichtenholzbrettern (ich glaube 50 auf 30cm), die wir mit Winkeln zusammengeschraubt haben. Zusätzlich kamen mit einem speziellen Bohraufsatz noch unterschiedlich große Löcher in die Front, damit sie spielen können (eine Katze im Haus, eine Katze davor – ihr wisst schon). Die Röhre an sich ist kostenlos aus dem Baumarkt. Da sind normalerweise Teppiche oder sowas aufgewickelt. In das oberste Brett haben wir mit der Stichsäge ein Loch gemacht, die Röhre durchgesteckt und auch sie mit Winkeln an den Brettern befestigt. Um die Rohre haben wir anschließend einfach das Sisal (ca. 50m) drumgewickelt und oben und unten einen Nagel reingeschlagen. Die Lücke oben ist entstanden, weil wir wohl das Sisal nicht fest genug runtergedruckt haben. Durch das Gewicht der Katzen, hat es sich in der Zwischenzeit noch etwas gesetzt. Schon in diesem Zustand (Haus mit Röhre und Sisal) waren die Katzen von dem Ding übrigens begeistert. Letzter Schritt war oben noch ein Brett an Wand und Röhre zu befestigten und fertig war das äußerst kostengünstige DIY-Ding (das teuerste dürfte 100m-Rolle Sisal gewesen sein).

Einschub Ende

Freilich vertragen sich noch nicht alle mit Jules – vor allem Lyssi knurrt noch ein wenig rum – und vor allem mir gegenüber (groß = komisch) ist er noch zurückhaltend. Aber speziell mit Pichu scheint er langsam aber sicher warm zu werden. Einziges Problem: Pichu hat sich zu sehr an Balus Art gewöhnt (gemächlich und faul). Er muss erst wieder lernen, dass man auf eine andere Katze draufspringt, wenn die einen herausfordernd anschaut und nicht einfach nur weiter vor sich hindöst. Insgesamt sind wir uns aber sicher, dass wir mit Jules wieder einen guten Fang gemacht haben. Ich habe ihn definitiv schon in mein Herz geschlossen und werde ihn NIE WIEDER HERGEBEN!!!!!1111 äh…sorry…ich meinte, ihn bis an sein Lebensende (bitte frühestens in 15 Jahren) liebhaben und ihm zusammen mit Lysanda ein schönes Zuhause geben.

Bros for Life!

Lyssi + Decke = Glück

Den anderen drei Katzen geht es selbstverständlich auch soweit richtig gut bei uns. Lyssi jammert zwar ständig, die kleine Bratze, aber sie will halt einfach nur Aufmerksamkeit haben. Bei drei Kerlen völlig verständlich. Sie zieht immerhin – zumindest vermuten wir es – trotzdem mit Balu nachts um die Häuser. Warum wir es vermuten? Als wir vor kurzem ein Paket zur Post bringen wollten, liefen uns sowohl Balu als auch Lyssi laut maunzend nach. Lysanda musste dann zurück bleiben, damit die Viecher nicht doch aus Versehen irgendwo überfahren werden. Am liebsten liegt Lyssi aber auf einer Flauschedecke herum – sogar lieber als bei Lysanda auf dem Schoss (da war sie anfangs ja nicht wegzukriegen von)! Lysanda will ihr deswegen am liebsten alle Decken wegnehmen. So gemein :smile: !

Pichu und Balu hingegen sind mittlerweile wie Geschwister. Wir können sie tatsächlich in manchen Situationen beim ersten Hinschauen nicht unterscheiden von hinten (das Fellmuster ist sehr ähnlich). Wie sie daliegen oder sitzen, wie sie sich putzen (auch gegenseitig) – es sieht teilweise exakt gleich aus (und findet mitunter sogar synchron statt). Liegt Balu draußen auf einem der Gartenstühle, liegt Pichu auf einem anderen mit dabei und sowas. Da haben sich definitiv zwei gefunden. Und das, obwohl Pichu dem großen Balu anfangs nicht über den Weg getraut hat und sich auch Balu eher zurückhielt.

Balu an sich hat aktuell mit einer Allergie zu kämpfen. Sein Gesicht sieht extrem verboten aus (Pusteln und Krusten, weil er sich die Pusteln aufgekratzt hat). Unsere Tierärztin meinte, dass sie zu dieser Jahreszeit einige Katzen in der Umgebung mit dem Problem hätte. Scheint also irgendetwas auf den Feldern zu sein. Leider können wir ihm nicht großartig helfen außer ihn mit Cortison vollzupumpen bis die Phase vorbei ist. Wirklich unschöne Sache, wird uns aber vermutlich ab sofort jedes Jahr begleiten. Ist nur noch die Frage, von wann bis wann.

Eine Frage

Balu und Pichu – Zwei Brüder?

Warum wir wieder auf vier Katzen erhöht haben? „Warum nicht?“ ist die einfache Antwort. Wir haben den Platz, die Mittel sowie soziale Katzen mit denen es tatsächlich problemlos geht neue Kameraden unterzubringen. Und es gibt genug da draußen, die ein liebevolles Zuhause suchen (Kastriert verdammt nochmal eure Stubentiger und alle, die vor eurer Haustür rumlugern!). Ja, ich wollte ursprünglich nur zwei Katzen haben. Aber Balu hat sich nun einmal gelangweilt und wurde zum Frustesser. Also musste eine dritte her. Dass wir damals zu Lyssi gegriffen haben, war technisch gesehen ein Fehler von uns (wir haben sie natürlich trotzdem lieb) und hat dadurch das Problem nicht gelöst. Also haben wir noch Pichu dazu geholt.

Und jetzt wo Nica nicht mehr da ist, bestand die Gefahr, dass die Dynamik bei uns Zuhause wieder aus den Fugen kippt. Es klingt etwas gemein zu sagen, dass Nica nicht die größten Auswirkungen im Haushalt hatte (sie war eher für sich und mochte nur Balu) und ihr Verlust für die anderen drei nicht so schwer wiegte wie beispielsweise Pichu es würde. Ein Loch hatte sie trotzdem gerissen und mit Jules hoffen wir, dass wir es erfolgreich wieder geschlossen haben.

Ich hatte gehofft, dass es etwas länger dauern würde, bis ich meinem nächsten geliebten Haustier „Tschüss!“ sagen muss. Leider hilft der Glaube allein nicht immer. Stattdessen bekam ich heute am frühen Nachmittag einen Anruf von TASSO e.V. mit der schlechten Nachricht:

Nica (20.02.2012 – 05.07.2017)

Jemand hatte sie heute Morgen tot am Straßenrand gefunden und zu einem Tierarzt gebracht. Sie wurde wohl beim Überqueren der Landstraße angefahren (wo sie natürlich überhaupt nichts zu suchen hatte) und starb. Dabei haben wir noch am Montag erst ihre Zähne ziehen lassen (sie hatte die Zahnkrankheit Forl) :-(  .

Damit hat es die liebe Nica leider nur rund 14 Monate in unserem Hause ausgehalten. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es ihr in dieser Zeit so gut gegangen ist wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Viel besser als irgendwo in Rumänen auf der Straße herumzulungern oder irgendwo hier in Deutschland in irgendeinem Tierheim auf Abholung zu warten. Ja, sie lag meistens irgendwo in irgendeiner Kiste herum und schlief oder war draußen unterwegs auf Jagd. Sie konnte aber auch anders, denn tief in ihrem Herzen war sie eine total knuddelsüchtige Katze, die schon auf drei Meter Entfernung mit dem Schnurren anfing. Nur Lyssi mochte sie irgendwie überhaupt nicht :smile: .

Ich werden dich vermissen – genauso wie ich Flecki, Felix und Kessy vermisse. Ich werde dich nie vergessen und die Erinnerung an dich in meinem Herzen tragen, Nica. Auch Lysanda, Balu, Pichu und sogar Lyssi (sie wird es nur vermutlich nie zugeben) wirst du fehlen, du flauschiges Fellknäul.

Danke, dass wir dich ein Stück auf deinem Lebensweg begleiten durften! Egal, wo du jetzt bist, ich wünsche dir alles Gute. Hoffentlich findest du dort die ideale Kiste, die du bei uns immer gesucht hast.

In tiefster Trauer

Dein Christoph

 

Freund, bitte trauere nicht um mich,
ich bin immer noch hier, auch wenn du mich nicht siehst.
Ich bin Tag und Nacht an deiner Seite,
und werde für immer in deinem Herzen bleiben.

Mein Körper ist vergangen, aber ich bin immer noch nah,
ich bin alle was du fühlst, siehst und hörst.
Meine Seele ist frei, aber ich werde dich nie verlassen,
solange du mich in deinem Herzen lebendig hältst.

Ich werde niemals aus deiner Sicht verschwinden,
ich bin der hellste Stern in der Sommernacht.
Ich werde niemals außerhalb deiner Reichweite sein,
ich bin der warme, weiche Sand, wenn du am Strand bist.

Ich bin die bunten Blätter, wenn der Herbst kommt,
der reine weiße Schnee, der den Boden bedeckt.
Ich bin die wundervollen Blumen, an denen du dich so erfreust,
das klare, kühle Wasser in einem stillen See.

Ich bin die erste bunte Blüte, die du im Frühling siehst,
der erste warme Regentropfen, den der April bringt.
Ich bin der erste Lichtstrahl, wenn die Sonne zu scheinen beginnt,
und du wirst sehen, dass das Gesicht im Mond meines ist.

Wenn du beginnst zu denken, dass dich niemand liebt,
kannst du durch den Herrn über dir zu mir sprechen.
Ich werde meine Antwort durch die Blätter der Bäume flüstern,
und du wirst meine Anwesenheit in der warmen Sommerbriese fühlen.

Ich bin die heißen, salzigen Tränen, die fließen, wenn du weinst,
und die schönen Träume, die kommen, wenn du schläfst.
Ich bin das Lächeln, das du auf dem Gesicht eines Babys siehst.
Such nur nach mir, Freund, ich bin überall.

Autor unbekannt

Drei von vier Katzen im Garten

Die Phase der Gefangenschaft ist vorüber! Seit einer Woche sind Pichu und Lyssi nun in der Katzenklappe registriert und haben freien Zugang zur Außenwelt. Klappt nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch mittlerweile ganz gut. Am schnellsten hat es Pichu kapiert, wie das komische Ding funktioniert durch das Balu und Nica immer verschwunden sind.

Lyssi hingegen…nun, bei ihr mussten wir etwas nachhelfen. Rein ging zwar relativ schnell (Panik kann Wunder wirken) aber raus wollte sie partout nicht – zumindest durch die Klappe. Am Ende hat es geholfen sie 2-3mal gegen ihren Willen durchzuschieben. Jetzt hat sie es anscheinend kapiert. Aber während Pichu sich draußen sofort sehr wohl fühlte, ist sie weiterhin etwas unsicher. Am Samstag hat es beispielsweise etwas geregnet, das fand sie gar nicht toll und hat hilflos rumgemaunzt als sie ein etwas dickerer Tropfen traf. Ganz am Anfang hing sie sogar panisch im Fliegennetz (das jetzt entsprechend stark beschädigt ist), weil sie das mit der Katzenklappe noch nicht verstanden hatte. Aber das hat sich nun zum Glück auch gelegt. Fehlt nur noch die Umschulung von „drinnen ins Katzenklo machen“ auf „draußen auf den Acker kacken“ (reimt sich!), dann ist diese Umstellung genauso abgeschlossen. Wenn wir jetzt noch Pichu beibringen könnten nicht auf die Küchenzeile zu springen und Balu nicht immer die Krallen auszupacken, nur weil er Essen riecht…

Ist übrigens nun ganz lustig: Wenn wir abends zu Bett gehen und die Wohnzimmertür schließen (wollen ja frühmorgens nicht von Radau an der Schlafzimmertür geweckt werden), dann sind zwei Minuten später alle Katzen aus dem Wohnzimmer verschwunden. Sind wir Zuhause und wach, sind alle vier Katzen fast immer in unserer Nähe. Haben wir doch heimlich Hunde bekommen?

Menschen! Draußen!

Der Garten nach dem Hauskauf und der ersten Rasur

Aber nicht nur die Katzen halten sich vermehrt draußen auf, auch wir beschäftigen uns mittlerweile etwas ausführlicher mit unserem Garten (abseits vom Rasen mähen und Erdbeeren züchten). Letztes Jahr hatten wir uns hauptsächlich mit Aufräumen beschäftigt. Da sich faktisch drei Jahre lang kein Schwein darum gekümmert hatte, war er entsprechend verwildert. Aber das hatte ich schon einmal erwähnt. Dieses Jahr wollen wir ihn nun in Schuss bringen (und halten).

Die ersten Maßnahmen haben wir dazu mittlerweile schon ergriffen. So habe ich eine Seite des Garagenkabuffs mit weißer Silikonfarbe gestrichen, damit sie (fast) wieder wie neu aussieht. Hat auch soweit ganz gut geklappt bis auf die Tatsache, dass am Anfang wohl meine Farbrolle noch etwas zu nass und damit die Farbe nicht 100% deckend war. Aber man sieht es aus meiner Sicht nur, wenn man genau hinschaut (oder es weiß). Anschließend hieß es ein paar Löcher davor auszuheben, um die Himbeersträucher einzupflanzen. Die stehen tatsächlich schon seit einem Jahr hier rum, fristeten aber ihr Dasein bislang in einem Eimer – gab einfach zu viel Anderes zu tun. Auch der Johannisbeerstrauch, der aktuell mehr ein Johannisbeerpflänzchen ist, durfte sein Eimergefängnis mittlerweile verlassen und fand einen (hoffentlich) angenehmen Platz im Garten.

Der restliche Garten

Der Garten heute – wesentlich leerer

Das Gewächshaus, welches wir zusammen mit dem Haus erstanden hatten, hat hingegen mittlerweile einen neuen Besitzer gefunden. Zum einen wussten wir nie so recht was wir damit anfangen sollten und zum anderen war es bei einem heftigen Sturm (weil im Boden anscheinend überhaupt nicht befestigt) umgefallen und hatte sich etwas verbogen. Statt mich damit weiter rumzuschlagen, haben wir es dann einfach über Facebook verschenkt. Der neue Besitzer hat hoffentlich seine Freude dran. Das Beet darunter hat Lysanda aber dann doch wieder in Beschlag genommen und etwas Gemüse reingeplfanzt. Wird sich zeigen, ob davon irgendwas tatsächlich ausgewachsen wird (Pfefferminze und Gras finden das Beet ebenfalls absolut dufte). Aber wie heißt es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Das gilt auch für unsere Neuanschaffung (46 Euro): Einen Mangelbaum. Ja, wir haben uns einen jungen Baum angeschafft und ihn in den Garten gepflanzt. Bislang schießt er schon fleißig nach oben (mittlerweile schon über 2 Meter hoch). Wird aber sicherlich noch so einige Zeit dauern, bis wir tatsächlich die ersten Mandeln davon ernten können – sollte er bis dahin überleben. Haben mit sowas ja auch noch überhaupt keine Erfahrung. Haupttreiber für diesen Kauf war ausschließlich unser sehr hoher Mandelverbrauch. Zwar wird der sicherlich nicht mit einem Baum gedeckt werden können. Aber selbst gezogen ist das selbstverständlich etwas ganz Besonderes.

Weitere Fortschritte

Geschmacklich top aber im Wachsen schlimmer als Unkraut

Richtig gut geht es hingegen unserem Rosmarin. Auch den haben wir vom Vorbesitzer übernommen. Obwohl er nur in einem Pflanzstein saß, hat er sich ganz schön entwickelt. So sehr, dass er seinen Pflanzstein schon lange hinter sich gelassen und in alle daruntergelegenen weiter ausgebreitet hatte – zum Nachteil der darin enthaltenen Pflanzen. Also haben wir ihn nun auch von seiner Enge erlöst und auf einen freien Platz im Garten umgesiedelt. War ein ganz schöner Kraftakt ihn von seinem alten Platz zu lösen. Erst musste ich seine Wurzeln unter dem Pflanzstein durchschneiden (ganz schöne dicke Dinger) und dann war er mit seinem Stein schon so fest verbunden, dass es einen ganz schönen Kraftakt gekostet hat ihn da raus zu bekommen. Meint man gar nicht wie stark sich ein paar poplige Wurzeln in ein paar Sandsteinporen verankern können.

Als nächstes stehen nun drei Sachen an: Die restlichen der bestehenden Pflanzsteine mal komplett zu säubern und neu zu setzen. Am anderen Rand des Gartens neue Pflanzsteine zu platzieren und eine weitere Garagenwand zu säubern, um darunter weitere Pflanzsteine (die großen Dinger mit 48x30x5cm, die 45kg pro Stück wiegen) zu platzieren. Da sollen vermutlich die Erdbeeren ihre neue Heimat finden. Dann wären auf der Terrasse nur noch die Kräuter und die Schokoladenminze (ja, sowas gibt es) übrig, die man unter keinen Umständen in die Freiheit entlassen darf. Die Vermehren sich alle wie Hasen, wenn man sie lässt :smile: .

Und über die kahlen Stellen, die ich durch die Umbauaktionen geschaffen habe, wächst ebenfalls langsam aber sicher schon wieder Gras drüber (mit etwas Unterstützung durch Nachsähen). Da kommt Freude auf, auch wenn ich sicherlich nie einen richtigen grünen Daumen bekommen werde. Spaß, das gebe ich offen zu, macht es mir aber tatsächlich trotzdem. Werde ich doch noch zu einem echten Mannskerl? Vermutlich nicht. Aber Hauptsache unser Garten sieht halbwegs anständig aus.

Sicarius

Essen für Vierbeiner

Vier Katzen, ein Napf

Das mit dem Katzenfutter ist so eine Sache. Die meisten Katzen sterben heutzutage an Nierenversagen (wie Felix), Tumore (wie Kessy) oder andere Funktionsstörungen an lebenswichtigen Organen. Die Hauptschuld daran hat definitiv das Futter welches sie ihr Leben lang erhalten. Ich habe mir da früher tatsächlich überhaupt keine großen Gedanken gemacht. Kessy hat einfach immer Felix als Nassfutter und Trockenfutter bekommen. Es hat ihr geschmeckt, sie wollte nichts anders. Also warum herumexperimentieren? Nun, wenn man sich die Inhaltsstoffe mal genauer anschaut, dann ist Felix mit eins der schlechtesten Sachen, die man seinem Haustier antun kann – deswegen. Da habe ich mittlerweile eindeutig (nicht nur aufgrund meiner beiden Einschläferungen) dazu gelernt. Ich zitiere die Zusammensetzung von „Felix – Köstliche Fleichvielfalt Huhn“:

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (min. 4% Huhn)
  • pflanzliche Eiweißextrakte
  • Fisch und Fischnebenerzeugnisse
  • Mineralstoffe
  • Zucker

Sprich an einer Dose Felix ist das Huhn vielleicht mal in einem Kilometer dran vorbeigelaufen. Was „Fisch und Fischnebenerzeugnisse“ sind kann man nur vermuten (die Möglichkeiten sind vielfältig – sowohl gut als auch schlecht). Teilweise sollen wohl sogar Abfälle aus Altersheimen verarbeitet sein, die wiederrum vollgestopft sind mit tollen Medikamentenresten. Zucker (und Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit) ist hingegen giftig für die Katze. Deren Körper kann damit absolut nichts anfangen – schlimmer noch: Sie schmecken es nicht einmal. Warum dann Zucker drin ist? Ganz einfach: Damit es für uns Menschen schöner aussieht. Sonst nichts.

Die bekannten Marken

Jetzt könnte man denken: Okay, Felix ist auch eine absolute Billigmarke! Kein Wunder, dass die nichts taugt. Aber Whiskas, Sheba oder vielleicht sogar „des Tierarztes Freund“ Royal Canin? Da muss man ganz schön was auf die Theke legen für und in der Werbung sehen die Katzen doch so glücklich aus. Das muss einfach gut sein! Nope:

Sheba Menü mit Geflügelleber

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. Geflügelleber mind. 4%)
  • Mineralstoffe
  • Zucker

Whiskas Pastete mit Kaninchen und Huhn

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. min. 4% Kaninchen, min. 4% Huhn)
  • Getreide
  • pflanzliche Eiweißextrakte
  • Mineralstoffe

„Aber Sicarius: Im Whiskas ist doch immerhin kein Zucker drin!“, wird jetzt der ein oder andere anmerken – dafür aber Getreide. Damit kann die Katze ebensowenig etwas anfangen. Man muss immer bedenken: Das natürliche Futter einer Katze ist eine Maus. Da ist weder Zucker dran noch extrem viel Getreide (ein bisschen was vielleicht im Mausmagen). Aber selbst wenn es anders wäre: Es ist einfach eine Verarsche „mit Kaninchen und Huhn“ draufzuschreiben, wenn davon quasi nichts drin ist.

Und dann gibt es den ganzen Nassfutterkram noch in den „Kitten“- und „Senioren“-Varianten. Der Unterschied zur normalen Sorte? Äußerst begrenzt. Im Gegenteil: Whiskas packt in die Junior-Variante sogar zum Getreide noch Zucker dazu. Also doppelt so schlimm. Von dem Kram auf jeden Fall die Finger weg. In der Natur gibt es zwar auch Kindermäuse, aber die haben die gleichen Inhaltsstoffe wie ausgewachsene Mäuse. Mal abgesehen davon, dass Kitten von ihren Müttern genauso ausgewachsene Mäuse vorgesetzt bekommen. Die suchen keine extra kitten-gerechte Mäuse.

Die natürliche Variante

Ein Teil unseres Nassfuttervorrats

Wenn ich dauernd von Mäusen rede, könnte man natürlich daraus schlussfolgern, dass man dann einfach die füttert. Frische Mäuse, gewolfte oder ganze Eintagsküken und was der Zooladen um die Ecke einem noch so mehr oder weniger lebendiges verkauft. In der Theorie ist das auch absolut nicht verkehrt. Barfen ist die natürlichste und beste Art sein Haustier zu ernähren (egal ob Katze oder Hund). Leider ist Barfen nicht ohne. Es reicht eben nicht einfach nur die Hühnerleber hinzulegen, sondern man braucht noch Zusatzstoffe wie Vitamine und ähnlichen Krimskrams, damit das Tier alles bekommt was es braucht. Da muss man sich schon richtig gut einlesen, um da nicht noch mehr Schaden anzurichten als mit minderwertigem Futter. Die Faustregel lautet: Hochwertiges Dosenfutter ist wesentlich besser als schlechtes Barfen.

Und so machen wir es auch mit unseren Vieren. Ja, hochwertiges Futter ist keine kleine Investition (da ist man schnell bei 3-4 Euro pro kg). Andererseits: Man will ja hoffentlich, dass einem das besagte Haustier so einige Jahre begleitet und eben nicht an irgendeinem Organversagen frühzeitig verstirbt (100% ausschließen kann man es natürlich trotz hochwertigem Futter nicht). Die Zusammensetzung liest sich gleich viel gesünder von so einem Nassfutter:

MAC’s Gelügel & Cranberry

  • Fleisch (min. 45% Geflügel, min. 25% Rind
  • tierische Nebenerzeugnisse (Geflügelherzen, Gegflügelleber, Geflügelmagen, Rinderherzen, Rinderleber, Rinderpansen)
  • Cranberry (3%)
  • Mineralstoffe (1%)
  • Distelöl (0,2%)

Nicht nur sind die tierischen Nebenerzeugnisse detailliert aufgelistet sowie ein hoher Fleischanteil (min. 70%) enthalten: Es ist auch weder Getreide noch Zucker drin. Man kann sich zwar durchaus darüber streiten, warum in fast jeder Futtersorte Rind mit drin ist. Welche Katze erlegt in der Wildnis schließlich eine Kuh? Aber das ist nur bei Katzen mit Allergie auf dieses Fleisch ein echtes Problem. Uneingeschränkt empfehlen (alle selbst getestet) können wir die Marken MAC’s, Bozita und Feringa. Wer es doch etwas billiger haben will, der kann es mit Carny versuchen. Das ist Mittelklasse, weil Kuheuter mit drin sind. Auch darauf kann so manche Katze empfindlich mit Durchfall reagieren.

Futterumstellung

Ein extrem hungriger Balu (Symbolbild)

Ob die eigene Katze das neue Futter verträgt, muss man immer austesten. Es ist durchaus normal, wenn sie am Anfang ein wenig Durchfall bekommt wegen der ungewohnten Zusammensetzung. Es sollte aber nicht längere Zeit sein. Auch normal ist, dass der Vierbeiner das neue Futter vielleicht am Anfang verschmäht. Das ist genetisch bedingt. Quasi „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“. Da heißt es sie langsam dran gewöhnen: Altes Futter jeden Tag ein Stück mehr durch neues Futter ersetzen – manchmal in homöopathischen Mengen. Geduld ist dabei durchaus manchmal notwendig aber es lohnt sich am Ende auch. Unsere haben beispielsweise ein ganz tolles, geschmeidiges Fell bekommen. Manchmal hilft das sogenannte Zauberpulver. Das sind zerbröselte Cosma Snackies (gefriergetrocknetes Fleisch). Die meisten Katzen fahren voll darauf ab und fressen dann auch das darunterliegende Futter gleich mit.

In der Zeit der Umstellung sollte man sich außerdem erst einmal auf eine neue Futtersorte beschränken und nicht gleich verschiedene Marken mischen. Danach aber unbedingt mindestens drei Arten mittel- bis hochklassiges Nassfutter bereithalten. Der Grund ist ganz einfach: Zum einen ist eine zukünftige Futterumstellung leichter und zum anderen packen die Hersteller verschiedene Mengen an Vitaminen in ihre Dosen. Wenn man mehrere mischt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Stubentiger am Ende auch alles hat, was er braucht. Denn so richtig weiß niemand was Katze wirklich braucht.

Über die Menge philosophieren hingegen ganze Internetforen. Auch wir haben am Anfang auf Kontrolle gesetzt (vor allem wegen Balu, der etwas auseinanderging – was aber, wie wir heute wissen vermutlich genauso am Billigfutter lag das auch wir anfangs fütterten). Leider hat das nur bedingt funktioniert, da Balu dann dauernd Angst hatte zu verhungern. Unsere Lösung, die auch überraschend gut klappt: All you can eat-Buffet. Wir geben ihnen morgens 800g in den Napf und dann können sie den ganzen Tag dran futtern. Ist der Napf abends leer, gibt es nochmal 400g. Ansonsten müssen sie bis zum nächsten Morgen aushalten. Wir hatten natürlich die Befürchtung, dass sich Balu dann erst recht fett frisst. Aber nachdem er sich am Anfang ein paar Mal überfressen (und übergeben) hatte, hat er mittlerweile verstanden, dass zum einen immer genug da ist und zum anderen wann er eigentlich satt ist. Seitdem hält er auch sein Gewicht einwandfrei bzw. er hat sogar etwas abgenommen.

Das Thema Trockenfutter

Links Trockenfleisch, rechts die Cosma

Neben dem Nassfutter gibt es natürlich noch das Trockenfutter. Leider taugt das durch die Bank nichts. Das hat zwei wichtige Gründe: Zum einen sind Katzen sehr schlechte Trinker, da sie ursprünglich aus der Wüste stammen und ihren Flüssigkeitsbedarf schon immer über das Futter decken mussten. Sie wissen nicht wann sie eigentlich Durst haben und, wie der Name schon sagt, Trockenfutter verstärkt diese Problematik. Zweites Problem ist, dass Trockenfutter oftmals wieder Getreide enthält (gibt auch ein paar ohne). Und das ist schlecht.

Tierärzte behaupten zwar, dass Trockenfutter gut für die Zähne wäre. Aber so kurz wie das im Mund ist, bezweifle ich das durchaus. Zum Glück gibt es eine Vielzahl an Alternativen zum klassischen Trockenfutter. Da wären zum Beispiel die schon erwähnten, aber extrem teuren Cosma Snackies (also gefriergetrocknetes Fleisch). Außerdem kommt Trockenfleisch sehr gut bei unseren Vierbeinern an. Damit sind sie außerdem eine gute Weile mit Kauen beschäftigt, was wiederrum tatsächlich gut für die Zähne ist. Aber aufgepasst: Nicht einfach irgendwelche Hundeleckerlies kaufen. Da sind häufig wieder Kohlenhydrate (Getreide) drin, die zwar der Hund verträgt und braucht, Katze aber nicht. Weiterer Vorteil von Trockenfleisch: Mit einem Dörrautomat kann man es auch selbst herstellen.

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