Drei von vier Katzen im Garten

Die Phase der Gefangenschaft ist vorüber! Seit einer Woche sind Pichu und Lyssi nun in der Katzenklappe registriert und haben freien Zugang zur Außenwelt. Klappt nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch mittlerweile ganz gut. Am schnellsten hat es Pichu kapiert, wie das komische Ding funktioniert durch das Balu und Nica immer verschwunden sind.

Lyssi hingegen…nun, bei ihr mussten wir etwas nachhelfen. Rein ging zwar relativ schnell (Panik kann Wunder wirken) aber raus wollte sie partout nicht – zumindest durch die Klappe. Am Ende hat es geholfen sie 2-3mal gegen ihren Willen durchzuschieben. Jetzt hat sie es anscheinend kapiert. Aber während Pichu sich draußen sofort sehr wohl fühlte, ist sie weiterhin etwas unsicher. Am Samstag hat es beispielsweise etwas geregnet, das fand sie gar nicht toll und hat hilflos rumgemaunzt als sie ein etwas dickerer Tropfen traf. Ganz am Anfang hing sie sogar panisch im Fliegennetz (das jetzt entsprechend stark beschädigt ist), weil sie das mit der Katzenklappe noch nicht verstanden hatte. Aber das hat sich nun zum Glück auch gelegt. Fehlt nur noch die Umschulung von „drinnen ins Katzenklo machen“ auf „draußen auf den Acker kacken“ (reimt sich!), dann ist diese Umstellung genauso abgeschlossen. Wenn wir jetzt noch Pichu beibringen könnten nicht auf die Küchenzeile zu springen und Balu nicht immer die Krallen auszupacken, nur weil er Essen riecht…

Ist übrigens nun ganz lustig: Wenn wir abends zu Bett gehen und die Wohnzimmertür schließen (wollen ja frühmorgens nicht von Radau an der Schlafzimmertür geweckt werden), dann sind zwei Minuten später alle Katzen aus dem Wohnzimmer verschwunden. Sind wir Zuhause und wach, sind alle vier Katzen fast immer in unserer Nähe. Haben wir doch heimlich Hunde bekommen?

Menschen! Draußen!

Der Garten nach dem Hauskauf und der ersten Rasur

Aber nicht nur die Katzen halten sich vermehrt draußen auf, auch wir beschäftigen uns mittlerweile etwas ausführlicher mit unserem Garten (abseits vom Rasen mähen und Erdbeeren züchten). Letztes Jahr hatten wir uns hauptsächlich mit Aufräumen beschäftigt. Da sich faktisch drei Jahre lang kein Schwein darum gekümmert hatte, war er entsprechend verwildert. Aber das hatte ich schon einmal erwähnt. Dieses Jahr wollen wir ihn nun in Schuss bringen (und halten).

Die ersten Maßnahmen haben wir dazu mittlerweile schon ergriffen. So habe ich eine Seite des Garagenkabuffs mit weißer Silikonfarbe gestrichen, damit sie (fast) wieder wie neu aussieht. Hat auch soweit ganz gut geklappt bis auf die Tatsache, dass am Anfang wohl meine Farbrolle noch etwas zu nass und damit die Farbe nicht 100% deckend war. Aber man sieht es aus meiner Sicht nur, wenn man genau hinschaut (oder es weiß). Anschließend hieß es ein paar Löcher davor auszuheben, um die Himbeersträucher einzupflanzen. Die stehen tatsächlich schon seit einem Jahr hier rum, fristeten aber ihr Dasein bislang in einem Eimer – gab einfach zu viel Anderes zu tun. Auch der Johannisbeerstrauch, der aktuell mehr ein Johannisbeerpflänzchen ist, durfte sein Eimergefängnis mittlerweile verlassen und fand einen (hoffentlich) angenehmen Platz im Garten.

Der restliche Garten

Der Garten heute – wesentlich leerer

Das Gewächshaus, welches wir zusammen mit dem Haus erstanden hatten, hat hingegen mittlerweile einen neuen Besitzer gefunden. Zum einen wussten wir nie so recht was wir damit anfangen sollten und zum anderen war es bei einem heftigen Sturm (weil im Boden anscheinend überhaupt nicht befestigt) umgefallen und hatte sich etwas verbogen. Statt mich damit weiter rumzuschlagen, haben wir es dann einfach über Facebook verschenkt. Der neue Besitzer hat hoffentlich seine Freude dran. Das Beet darunter hat Lysanda aber dann doch wieder in Beschlag genommen und etwas Gemüse reingeplfanzt. Wird sich zeigen, ob davon irgendwas tatsächlich ausgewachsen wird (Pfefferminze und Gras finden das Beet ebenfalls absolut dufte). Aber wie heißt es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Das gilt auch für unsere Neuanschaffung (46 Euro): Einen Mangelbaum. Ja, wir haben uns einen jungen Baum angeschafft und ihn in den Garten gepflanzt. Bislang schießt er schon fleißig nach oben (mittlerweile schon über 2 Meter hoch). Wird aber sicherlich noch so einige Zeit dauern, bis wir tatsächlich die ersten Mandeln davon ernten können – sollte er bis dahin überleben. Haben mit sowas ja auch noch überhaupt keine Erfahrung. Haupttreiber für diesen Kauf war ausschließlich unser sehr hoher Mandelverbrauch. Zwar wird der sicherlich nicht mit einem Baum gedeckt werden können. Aber selbst gezogen ist das selbstverständlich etwas ganz Besonderes.

Weitere Fortschritte

Geschmacklich top aber im Wachsen schlimmer als Unkraut

Richtig gut geht es hingegen unserem Rosmarin. Auch den haben wir vom Vorbesitzer übernommen. Obwohl er nur in einem Pflanzstein saß, hat er sich ganz schön entwickelt. So sehr, dass er seinen Pflanzstein schon lange hinter sich gelassen und in alle daruntergelegenen weiter ausgebreitet hatte – zum Nachteil der darin enthaltenen Pflanzen. Also haben wir ihn nun auch von seiner Enge erlöst und auf einen freien Platz im Garten umgesiedelt. War ein ganz schöner Kraftakt ihn von seinem alten Platz zu lösen. Erst musste ich seine Wurzeln unter dem Pflanzstein durchschneiden (ganz schöne dicke Dinger) und dann war er mit seinem Stein schon so fest verbunden, dass es einen ganz schönen Kraftakt gekostet hat ihn da raus zu bekommen. Meint man gar nicht wie stark sich ein paar poplige Wurzeln in ein paar Sandsteinporen verankern können.

Als nächstes stehen nun drei Sachen an: Die restlichen der bestehenden Pflanzsteine mal komplett zu säubern und neu zu setzen. Am anderen Rand des Gartens neue Pflanzsteine zu platzieren und eine weitere Garagenwand zu säubern, um darunter weitere Pflanzsteine (die großen Dinger mit 48x30x5cm, die 45kg pro Stück wiegen) zu platzieren. Da sollen vermutlich die Erdbeeren ihre neue Heimat finden. Dann wären auf der Terrasse nur noch die Kräuter und die Schokoladenminze (ja, sowas gibt es) übrig, die man unter keinen Umständen in die Freiheit entlassen darf. Die Vermehren sich alle wie Hasen, wenn man sie lässt :smile: .

Und über die kahlen Stellen, die ich durch die Umbauaktionen geschaffen habe, wächst ebenfalls langsam aber sicher schon wieder Gras drüber (mit etwas Unterstützung durch Nachsähen). Da kommt Freude auf, auch wenn ich sicherlich nie einen richtigen grünen Daumen bekommen werde. Spaß, das gebe ich offen zu, macht es mir aber tatsächlich trotzdem. Werde ich doch noch zu einem echten Mannskerl? Vermutlich nicht. Aber Hauptsache unser Garten sieht halbwegs anständig aus.

Pichu

Gleichberechtigung für Katzen!

Das bin ich!

Hi! Ich in der Pichu, ein Kater und neu hier in dieser Runde. In Spanien wurde ich Pikachu gerufen aber meine neuen Dosenöffner fanden den Namen doof und total „Mainstream“. Deswegen bin ich nun einfach nur noch „Pichu“. Ich bin vermutlich im Mai 2016 in Spanien auf die Welt gekommen, also ungefähr in Lyssis Alter. Aber während sie ein spanisches Inselkind ist, komme ich (wie es sich für anständige Katzen gehört) vom Festland. Ich bin damals, als ich noch ein ganz kleines Kätzchen war, einer netten Dame im Park hinterhergelaufen, die mich dann freundlicherweise aufgenommen und aufgepäppelt hat. Sehr nett von ihr, wie ich finde. Praktischerweise gehört sie zu den lieben und netten Damen und Herren des Tierschutzvereins Katzenherzen. Entsprechend konnte ich bei ihr und ihren vier Katzen bis zu meiner Vermittlung bleiben. Nach einer rund 25 Stunden langen Autofahrt (Lyssi durfte immerhin Fliegen!) bin ich vor zwei Wochen als vierte und vorerst letzte neue Katze in der Casa Lysanda angekommen. Schon einen Tag später durfte ich Bekanntschaft mit der restlichen Katzenbande hier machen…

Die anderen Viecher

Die erste, die mich in meinem temporären Zuhause im Obergeschoss besuchte, war der schwarz-weiße Bär namens Nica. Sie scheint so etwas wie die oberste Chefin hier im Haus zu sein. Kam sofort rein, inspizierte meinen Aufenthaltsraum ohne groß Rücksicht auf mich zu nehmen und machte es sich in „meiner“ Plüschhöhle bequem. Wie es sich für einen Vertreter des oberen Managements wohl gehört, hat sie mich gleich angeknurrt als ich ihr zu nahekam, um sie zu beschnuppern. Aber insgesamt scheint sie richtig cool drauf zu sein und mich bereits fest in ihren Mitarbeiterstab aufgenommen zu haben – zumindest darf ich sie schon ab und an etwas sauberlecken, wenn sie das möchte. Ansonsten respektiere ich sie und komme ihr lieber nicht ganz so nah. Ihr wisst schon, wegen den Ohrfeigen.

Ihr Geschäftspartner, Balu, ist da schon etwas anders drauf. Er findet mich nämlich durchaus ganz dufte. Natürlich hält er ebenso wie Nica ein wenig professionellen Abstand (gebietet ja schon alleine der Altersunterschied) und war anfangs etwas misstrauisch mir gegenüber. Aber ab und zu lässt er seine strenge, fast schon väterliche Fassade, fallen und balgt mit mir zusammen herum. Das finde ich toll. Zumal ich auch noch ungefähr so aussehe wie Balu. Wenn man nicht so genau hinschaut, könnte man mich glatt mit ihm verwechseln. So bin ich ebenfalls getigert aber etwas eleganter und stromlinienförmiger gebaut als er. Dafür kann er nichts. Zum einen muss ich noch wachsen, zum anderen verdanke ich mein spitzes Gesicht und meine großen Pranken meinen Eltern. Entweder meine Mutter oder mein Vater muss ein Perser oder einer anderen orientalischen Rasse angehört haben. Das verleiht mir ein gewisses adeliges Aussehen. Offiziell bin ich aber trotzdem eine europäische Kurzhaar wie wir alle hier im Hause. Schließlich kann ich keine Papiere vorweisen, die etwas anderes behaupten.

Die Dritte im Bunde

Eine Runde chillen mit Lyssi

Und dann wäre da noch Lyssi. Die konnte mit mir anfangs so überhaupt nichts anfangen. Es klang teilweise als würde jemand Löcher in die Wand bohren, so stark hat sie geknurrt und gefaucht. Freilich war aber auch sie äußerst neugierig zu wissen, wer da Neues im Haus ist. Sie schlich dauernd um mich herum und blickte interessiert um alle Ecken. Es ging vermutlich mehr darum mir zu verstehen zu geben, dass SIE die Chefin der Katzenhorde ist. Ich habe zwar einen ganz anderen Eindruck gewonnen (sie frisst zum Beispiel nicht mit uns zusammen, sondern wartet bis wir alle fertig sind) aber ich als ruhiger und äußerst mitteilsamer Kerl (böse Zungen behaupten ich würde wie ein Hund mupsen) habe sie einfach machen lassen.

Mittlerweile verstehen wir uns aus meiner Sicht fantastisch. Morgens und abends jagen wir uns fleißig durch die Bude und haben viel Spaß zusammen. Das ist echt lustig! Und soweit ich das verstanden habe, bin ich auch genau deswegen hier gelandet: Um der kleinen Lyssi Gesellschaft zu leisten nachdem sich Balu wohl als nicht ganz so Spielbereit herausgestellt hat. Mir aber tatsächlich völlig egal warum ich hier bin. Hauptsache ich bin nicht mehr in Spanien und habe jetzt ein richtiges Zuhause. Mit Nica, Balu und Lyssi komme ich insgesamt gut klar und ich bin nun maximal noch das vierte Rad am Wagen. Nur raus will ich endlich mal. Lyssi ist genauso nervös und will unbedingt hinaus die weite Welt erkunden. Die Großen dürfen es schließlich auch und wir springen Balu immer sofort an, wenn er mit Duftneuigkeiten im Fell von draußen reinkommt.

Die Dosenöffner

Bei den Dosenöffnern im Bett

Großer Chef und große Chefin sind soweit auch ganz okay. Aktuell bin ich immer noch etwas unsicher und hibbelig unterwegs. Wobei ich nicht leugnen kann, dass es durchaus Spaß macht aus dem Katzenklo rauszuspringen und dabei das ganze Streu im Wohnzimmer zu verteilen :smile: . Deshalb verbringe ich noch nicht viel Zeit in ihren Armen oder hole mir viele Streicheleinheiten ab. Aber ich lass die beiden definitiv wissen, dass ich da bin und beispielsweise gerade sehr viel Hunger habe. Echt schlimm, dass die für die Zubereitung so lange brauchen. Dose auf und in den Napf – zumindest kannte ich es bislang so. Stattdessen gibt es hier gefühlt von der großen Chefin ein riesiges Menü zusammengepanscht in ein Schälchen. Hochwertiges Dosenfutter mit mildem Joghurt und Hühnerbrühe vermischt sowie jetzt auch noch morosche Karottensuppe mit Hühnerbrust. So gut habe ich noch nie in meinem kurzen Leben gegessen…

Wobei ich gehört habe, dass der Joghurt und die Karottensuppe eigentlich nur für mich als Medizin dabei sind. Und es stimmt: Ich habe etwas Durchfall und ab und zu kann ich nicht richtig durch die Augen schauen weil sich meine Bindehaut davorgeschoben hat (Anm. d. Red.: Nickhautvorfall). Woher ich das haben sollte, weiß ich nicht. Aber so ein Umzug mit der dazugehörigen Essensumstellung ist natürlich mit viel Stress verbunden. Wie gesagt: So richtig ruhig bin ich auch nach zwei Wochen noch nicht. Man weiß ja nie, wann Lyssi um die Ecke kommt und auf einen draufspringt!

Am ehesten verstehe ich mich aber noch mit dem großen Chef. Zu dem komme ich schon etwas öfters und lege mich ähnlich wie Balu voll auf ihn drauf und lecke ihm alle Extremitäten ab. Was nicht heißt, dass die große Chefin nicht ebenfalls super lieb und nett ist. Aber wir Männer müssen nun einmal zusammenhalten. Immerhin herrscht dank mir in dieser Beziehung nun wieder ein Gleichgewicht (3 vs. 3).

Und damit wisst ihr schon einmal ein bisschen von mir. Wir lesen uns sicherlich irgendwann mal wieder. Jetzt muss ich aber erst einmal Nica ablecken gehen. Ihr wisst schon: Wenn der Chef ruft, dann muss man Folge leisten.