Düstere und bedrohliche Atmosphäre im Wald

Vor gut einem Monat hatte ich euch von Grim Dawn vorgeschwärmt und darin auch gemeint, dass ich schon lange kein so atmosphärisches Action-Rollenspiel mehr gespielt hätte. Seitdem habe ich (komme leider hauptsächlich nur am Wochenende dazu) weitere rund 20 Stunden in den Titel versenkt und möchte heute versuchen noch einmal genauer auf diesen einen Punkt einzugehen, denn er macht für mich einen großen Teil der Motivation aus. Der Rest des Titels hat zwar seine mehr oder weniger einzigartigen Aspekte (wie die Dual-Klassen) aber im Kern ist es doch schlicht und einfach ein Action-Rollenspiel. Links klicken für den Hauptangriff, rechts klicken für den Sekundärangriff, ein paar Hotkeys für die Zauber und Spezialfähigkeiten und schon erscheint das nächste „Level Up“ auf dem Bildschirm. Same ol‘ same ol‘.

Dunkle Seiten

Der Titel des Spiels sagt es eigentlich schon: „Grim Dawn“ – „Düstere/Grauenvolle/Trostlose/Makabere Morgendämmerung/Morgenröte“. Die Welt von Cairn ist kein schöner Ort. Das wird von der ersten Sekunde an klar. Schließlich beginnt eure Geschichte am Galgen. Besessen von einer Art Dämon rettet euch nur das Versprechen des Todes vor einem ewigen Dasein als machtlose Puppe. Es stellt sich aber schnell die Frage, ob Überleben tatsächlich so viel besser ist. Mal abgesehen davon, dass man euch mehr aus der Not als aus Nächstenliebe am Leben gelassen hat: Was für ein Land Cairn auch mal gewesen sein mag – von seiner ehemaligen Schönheit und Blüte ist nichts mehr erkennbar.

Selbst wenn die Sonne hoch am Himmel steht, ist alles in dunkle Schatten getaucht, wirkt das grüne Gras alles andere als saftig und erscheinen die Bäume nicht als Zeichen des Lebens, sondern als Bringer des Todes. Von den einstigen Prachtbauten, den hübschen Häusern und Burgen, den gepflegten Feldern und Gärten sind bestenfalls nur noch halb verfallene Ruinen übrig. Schlimmstenfalls hat sich das Böse bis auf die Grundmauern ausgebreitet und durch seine Essenz alles bis tief in den Boden hinein vergiftet. Die verdorbenen Tiere und Menschen, grässlichen Dämonen und Geister, die überall herum wuseln machen es logischerweise nicht viel besser. Der Grim Dawn hat Mensch und Natur verändert und die böse Seite herausgekehrt. Und wer ist schuld daran? Natürlich die Menschen selbst!

Mir san schuld!

Da fühlt man sich gleich Willkommen!

Es ist doch immer das Gleiche: Man experimentiert herum, entdeckt dabei eine neue Ebene der Existenz und schon geht alles den Bach runter. Körperlose Wesen fallen ein, um diese tolle neue Welt und ihre Bewohner in ihren Besitz zu nehmen. Und ob das nicht schon genug wäre, kommen auch noch die Ch’tonians daher und wollen – ähnlich wie die Protos in StarCraft – einfach alle auslöschen, weil die Menschheit ja sowieso gerade ausstirbt und man die Körperlosen nicht einfach frei herumlaufen lassen kann. Beide haben also gemeinsam, dass sie das menschliche Leben so überhaupt gar nicht interessiert.

Aber wo übernatürliche Kräfte am Werk sind, sind natürlich auch Landsleute, die in der Illusion leben, sie könnten davon profitieren. Sie lassen sich bereitwillig von den Körperlosen übernehmen, werden Anhänger von Ch’tonian oder bringen einfach so aus Spaß an der Freude Leid und Schmerz über das Land. Gleichzeitig gibt aber auch diejenigen, die aus der Not heraus sich dem Bösen zuwenden.

Starke Inhalte

Wenn gute Menschen aus der Not böse werden sind das natürlich die Geschichten, die einen am meisten mitreißen. Da wäre beispielsweise die Sache mit John und seiner Familie. Auf der Flucht vor dem Grim Dawn versuchen sie in den hohen Norden zu fliehen. Aber die Tore zur Stadt sind verriegelt (die hat andere Probleme – sehen wir gleich noch). Also campieren sie woanders zusammen mit anderen Flüchtlingen. Im Verlauf von nur drei Seiten Text entfaltet sich der Abgrund, in den sie stürzten. Erst das Pferd, dann die Männer, dann ahnungslose Reisende und am Ende sogar die eigene Familie bis der Hunger auch den letzten Rest Menschlichkeit aus dem Autor verschwinden lässt. Als Spieler findet ihr nicht nur die losen Seiten des Tagesbuchs, sondern ebenso die Wirkungsstätte und die Toten der Familie. Das macht das Gelesene noch lebendiger und noch schrecklicher.

Noch mehr mitgenommen – und der tatsächliche Ausschlaggeber dieses Eintrags – war aber besagte Stadt Darkvale und die dazugehörige Festung Darkvale Gate. Mit dem Kult von C’thon hat man freilich schon ziemlich früh im Spiel zu tun. Und, dass es bei Kulten in solchen Spielen logischerweise selten mit hübschen Einhörnern und Regenbögen zu tun hat ist logischer. Aber hier in Darkvale wird erstmals so richtig deutlich, was für ein Ausmaß an Schrecken die Jungs verbreiten. Es ist natürlich nichts Neues was den Inhalt angeht: Eine Stadt wird von religiösen Männern versklavt/hingerichtet. Aber die Texte der ehemaligen Bewohner und Kultisten zusammen mit dem äußerst makaberen und detaillierten Art Design gehen dann doch stark unter die Haut.

Spoiler voraus

Solltet ihr nicht genau wissen wollen, was euch in Darkvale erwartet, dann bitte diesen Absatz überspringen!

Ähm…ja…ne…lass mal gut sein!

Ihr als Spieler werdet vor vollende Tatsachen gesetzt. Was genau geschehen ist, erfahrt ihr wieder nur aus Textseiten, die ihr in den Häusern findet. Es fängt relativ harmlos an: Flüchtlinge kommen in die Stadt und berichten davon wie das Böse die Hauptstadt überfallen hat. Dass dort alles den Bach runtergeht und unglaubliche, grässliche Dinge geschehen würden. Dann verschwindet plötzlich der Dorf-Alkoholiker. Das fällt zwar auf, aber vermissen tut ihn keiner. Es erwacht auch gleichzeitig eine komische neue Religion im Ort. Sie verehren einen gewissen Blutgott namens C’thon. Unser Blut wäre nur von ihm geliehen behaupten sie und wenn die Zeit kommt, müssten wir es wieder zurückgeben. Verrückte halt, denkt man.

Dann verschwinden aber immer mehr Leute und die Bewohner fangen doch mal an misstrauischer zu werden. Sind beim Arzt nicht in letzter Zeit verdächtig viele Leute statt geheilt zu werden an ihrer Krankheit gestorben? Und hat der Nachbar nicht vor kurzem gemeint, dass er im Badehaus eine Blutlache gesehen hätte? Ja, die Kultisten haben ganz, ganz böse Dinge getan. Wer nicht ihrem Kult beitreten wollte, der wurde als Opfer missbraucht. Über die Aufzeichnungen und die grausigen Szenen in vielen Häusern, bekommt man ein genaues Bild von dem, was man eigentlich nur noch als Schlachthaus bezeichnen kann.

Vor allem besagtes Badehaus mit den Leichen über den Badewannen zusammen mit dem vor Stolz triefenden Bericht des Vorstehers lässt einem die Haare zu Berge stehen. Da erzählt er erfreut, wie er nach langem Versuchen ein extrem effizientes System zum Blut ablassen gebaut hat. Die Menschen kommen zum Baden und im Wasser ist eine Substanz, die sie schläfrig macht. Dann lässt er das Wasser in die Tanks zurück und stellt über einen Schalter den Abfluss um auf total praktische Fässer, die der dorfeigene Fassmacher (auch ein Kultanhänger) für ihn herstellt. Die Glasgefäße, die sie sonst immer benutzen wären zwar stylischer aber man nimmt halt was man kriegen kann. Die schlafenden Leute hängt er an einen Haken (der sehr gut in den Armaturen versteckt ist!) und anschließend beschreibt er detailliert wie er sie aufschlitzt, um möglichst viel Blut in möglichst kurzer Zeit heraus zu bekommen. Nur weil man Menschen einem Gott opfert, muss es schließlich ja nicht gleich eine Sauerei hinterlassen!

Wenn das nicht genug Motivation ist dem Kultistenchef mal gehörig eins auf die Nase zu geben, dann wird es spätestens der Besuch in Darkvale Gate sein wo der Innenarchitekt vor allem auf eine Kombination aus verstümmelten Leichen und Blutlachen gesetzt hat, um eine absolute Wohlfühlatmosphäre zu erzeugen.

Spoiler fertig

Grim Dawn (Herstellerbild)

Ja, der Hauptteil der Geschichte von Grim Dawn wird über Text erzählt. Aber der hat es aus meiner Sicht in sich. Vor allem durch die Kombination von dem was man liest und wie der Ort aussieht, an dem man den Text gefunden hat. Das düstere und detaillierte Art Design passt da wirklich perfekt dazu und lässt mich an die Diskussion um den Grafikstil von Diablo III denken, das im Vergleich definitiv wesentlich bunter ist obwohl dort auch das Ende der Menschheit auf dem Spiel steht. Während mich Blizzards Werk in der Hinsicht ziemlich kalt gelassen hat, zieht mich Crate Entertainment auch dank des düsteren und etwas realistischeren Grafikstils voll in seinen Bann.

Vor allem aber – und das ist vermutlich das, was mich am meisten reinzieht an der Sache – ist es der menschliche Faktor, der für mich diese tiefe Atmosphäre erzeugt. Ja, böse Viecher aus einer anderen Dimension haben das alles angezettelt und machen alles kaputt – buhu. Aber wie Literatur, Filme und andere Spiele immer wieder zeigen: Das Furchterregendste ist immer noch das, was sich Menschen selbst in solch einer Situation wo es um das allgemeine Überleben geht gegenseitig antun können. Und davon gibt es in Grim Dawn mehr als genug. Das ist nicht schön, nicht lustig und schon gar nicht spaßig. Es übt aber seinen Reiz aus (vermutlich nicht auf jeden). Es gibt mir einen Grund den (absolut nicht strahlenden) Helden zu spielen. Es gibt mir die Motivation Gutes zu tun und dem Bösen die Stirn bieten zu wollen statt einfach nur Monster tot zu klicken, weil ich dafür Erfahrungspunkte kriege. Das schafft nicht jedes Spiel aber Grim Dawn ist eines davon.

Ich kann entsprechend nur nochmal wiederholen: Wer ARPGs mag, sollte Grim Dawn eine echte Chance geben.

MTG-Booster-Pack-Ausbeute: Teures Papier

Der Spieleherbst ist in vollem Gange. Seit Wochen erscheint Top-Titel nach Top-Titel, der um die Gunst der Spielerschaft buhlt (während ich mich weiterhin ausschließlich mit Grim Dawn beschäftige). Und wie immer, wenn ein Blockbuster auf den anderen folgt, wird dabei auch ein aktueller Trend in der Spielebranche deutlich sichtbar. In diesem Jahr heißt dieser ganz klar „Lootboxen/-crates“.

Das sind Kisten, die der Spieler entweder zufällig im Laufe des Spiels erhält oder sich mit diversen Ressourcen (Echtgeld oder Ingamewährung) in einem Ingameshop kaufen kann. Manchmal ist zusätzlich noch ein Schlüssel (auch wieder gegen Echtgeld oder Ingamewährung) notwendig, um sie zu öffnen. Enthalten ist das Versprechen etwas aus einer Reihe von Skins/Gegenständen/Boostern mit unterschiedlichem Wert zu erhalten. Je begehrter der Skin/Gegenstand/Booster, desto niedriger seine Wahrscheinlichkeit ihn durch das Öffnen so einer Box zu bekommen. Es ist quasi im Kern nichts anderes als beispielsweise die Booster Packs bei Kartenspielen wie Magic: The Gathering oder Pokémon.

Alter Hut

Das Konzept von „Lootcrates“ an sich ist freilich nichts Neues. Im mobilen Bereich kommen sie schon seit den Anfängen vor allem in Free-2-Play-Titeln zum Einsatz. Allein in Dynasty Warrior: Unleashed gibt es beispielsweise Dutzende verschiedene Varianten an Kisten und Schriftrollen für jeden Aspekt des Spiels. Sie enthalten Offiziere, Waffen, Rüstungen, etc. und sind ein zentraler Faktor, um sein Heldenteam verbessern zu können.

Auf dem PC hat vor allem Valve mit ihren Kisten in Counter-Strike, Team Fortress 2 und DOTA 2 bereits so einige Millionen Euro gescheffelt und teilweise sogar einen regelrechten Schwarz- und Glücksspielmarkt erschaffen. Auch EA hat mit Titanfall oder in der Battlefield-Reihe bereits damit fleißig experimentiert. Jetzt kommen Lootboxen aber nicht nur vermehrt im „Mainstream“ an (in Bezug auf PC & Konsolen) – sie erhalten aus Sicht der Spieler zudem ganz neue Dimensionen. Im Speziellen haben Middle-Earth: Shadow of War und Star Wars: Battlefront II in den letzten Wochen die Gemüter erregt obwohl Titel wie Assassin’s Creed: Origins oder Call of Duty: WWII ebenso Lootboxen enthalten.

Die Beispiele

Star Wars: Battlefront II (Herstellerbild)

Grundsätzlich sind sowohl Middle-Earth: Shadow of War als auch Star Wars: Battlefront II laut Kritikern und Spielern sehr gute und empfehlenswerte Titel. Der Spielspaß wird aber wohl in beiden durch Lootcrates geschmälert.

In Middle-Earth: Shadow of War gibt es ein Post-Endgame in dem es darum geht Festungen einzunehmen und zu verteidigen. Um das zu tun, benötigt ihr Orks mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, die an eurer Seite stehen. Nun könnt ihr entweder hinaus in die Welt gehen und Orks versklaven. Das braucht Zeit, ist mitunter nicht gerade sehr anspruchsvoll und spaßig und es gibt keine Garantie, dass der versklavte Ork auch tatsächlich euren Ansprüchen genügt. Um die Sache abzukürzen, könnt ihr Lootcrates kaufen. Die geben euch genauso wenig eine Garantie, dass ihr genau den richtigen Ork erhaltet. Aber es spart natürlich Zeit im Austausch gegen Geld. Entsprechend der Vorwurf der Spieler: Das Post-Endgame wurde ausschließlich so langatmig gestaltet, damit ihr Geld ausgebt, um es abzukürzen.

Bei Star Wars: Battlefront II enthalten die Lootcrates hingegen Objekte, welche die Balance im Mehrspielermodus verändern. Also nicht nur einfach kosmetische Veränderungen wie Skins oder mal einen Erfahrungspunkteboost wie bspw. in Battlefield 3. Stattdessen merkliche Verbesserungen der Fähigkeiten eures Helden oder Fahrzeugs. Und auch wenn viele Waffen und Helden im normalen Spielverlauf durch schlichtes Aufleveln freigeschaltet werden: Einiges versteckt sich ausschließlich in einer Lootcrate. Der (bislang noch unbewiesene) Vorwurf hier: Pay-2-Win. Wer nicht bezahlt, ist schlechter gestellt als der, der bezahlt. Statt Skill entscheidet der Geldbeutel über Sieg oder Niederlage.

Das Thema

Dynasty Warriors: Unleashed (Herstellerbild)

Die Aussage der Hersteller ist oft, dass alles was in Lootcrates zu finden ist, auch auf normalem Wege zu erspielen ist. Damit ist entweder gemeint, dass ihr keine Lootcrates kaufen müsst oder die Lootcrates mit im Spiel erhaltener Währung kaufbar sind. Das stimmt natürlich, ist aber eigentlich immer mit einer teils extremen Zeitinvestition verbunden. Bei Free-2-Play wie anfangs geschrieben schon lange an der Tagesordnung. Jetzt eben langsam aber sicher Teil von Vollpreistiteln im Allgemeinen und „Games as a Service“ im Speziellen.

Jetzt kann man natürlich lang und breit darüber schimpfen wie böse die Hersteller/Entwickler sind und wie scheiße diese Entwicklung doch ist und wie die ganze Videospielebranche komplett den Bach runter geht dadurch. Auch ich bin absolut kein Fan von Lootcrates und was sie vor allem im Zusammenspiel mit „Games as a Service“ für die Zukunft bedeuten könnten. Im Appstore auf den Smartphone ist es ja schon sichtbar: Die Top-Listen führen Titel an, die vollgepackt sind damit und im Gegenteil inhaltlich wenig mehr zu bieten haben als eine halbwegs süchtig machende Mechanik selbst wenn es nur Powercreep („brauche stärkeres Team, um weiter zu kommen“) ist wie in Dynasty Warriors: Unleashed. Riesige Open-World-Titel wie die Assassin’s Creed-Serie mit ihrem Collectible-Wahn entwickeln sich schon länger in die gleiche Richtung.

Aber was in diesen Diskussionen immer und immer wieder zu kurz kommt (oder in Grund und Boden geschrien wird), ist die einfache Tatsache: Wir alle sind selbst mit schuld an dieser Entwicklung. Die Spiele im Appstore sind ja nicht an erster Stelle, weil Apple sie da positioniert hat. Nein, sie sind dort weil es teils Millionen von Spielern gibt, die sie (für mich oftmals völlig unverständlicherweise) spielen. Selbst Lysanda zeigte keinerlei Mitgefühl (so gemein! :smile: ) als ich meinte, dass ich diesen Trend traurig finde und verwies (zu Recht!) darauf, dass die Hersteller Wirtschaftsunternehmen und keine Almosenfabriken sind.

Der Teufelskreis

Overwatch (Herstellerbild)

Hergestellt wird, was der Markt will und Geld bringt. Und der Markt, also wir, fordert zwar auf der einen Seite Titel mit langer Spielzeit vollgestopft mit starken Inhalten (The Witcher 3 wird mit seinen 200 Stunden mit hoher Qualität aktuell immer als Paradebeispiel genannt). Aber bereit dafür (vorab?) zu bezahlen sind wir einfach nicht. Der Preis eines Spiels zum Releasetag hat sich seit zwei Jahrzehnten nicht mehr geändert (und ist durch den Preiskampf unter den Händlern eher noch nach unten gegangen). Die wenigen Versuche mehr zu nehmen (z.B. damals bei Command & Conquer: Tiberian Sun) sind gescheitert. Einzig für die teils absurd teuren Collector’s Editions wird der Geldbeutel aufgemacht (200 Euro für eine schlecht verarbeitete Drachenstatue?!).

Stattdessen gibt es schon vor der Veröffentlichung die ersten Rabatte (kommt bei Steam überhaupt noch irgendetwas ohne 10% bis eine Woche nach Release aus?!) und kurz darauf die ersten Sales (dürfte bei Steam bald wieder losgehen). Mit dem Ergebnis, dass die Spieler dazu erzogen wurden einfach die paar Tage abzuwarten bis zum Kauf. Sie haben sowieso viel zu viel zu zocken, da macht das den Wenigsten was aus. Signifikante Patches nicht nur gegen Bugs, sondern auch mit kostenlosen Inhalten und „Games as a Service“ sind mittlerweile noch mehr Argumente gegen den frühen Kauf – auch wenn dafür gefühlt die „Game of the Year“-Bundles aussterben.

Die Folge ist, dass Publisher und Entwickler andere Wege gehen müssen, um die teils absurden Kosten eines AAA-Titels reinzuholen. Nachdem wir uns an DLCs gewöhnt haben, wird nun eben mit Lootcrates die Mikrotransaktionen-Sau durch die Straßen getrieben. Und auch an die werden wir uns gewöhnen. Gibt ja heute schon Leute, die sie in beispielsweise in Overwatch super duber toll finden weil ach so hübsche Kostüme drin sind. Auf den Smartphones dieser Welt kräht sowieso mittlerweile mehr kein Hahn danach.

Fazit

Monument Valley 2 (Herstellerbild)

Sollen wir also plötzlich wieder alle am Releasetag kaufen und jeden Sale ignorieren, um zur guten alten Zeit zurückzukehren? Nein, natürlich nicht. Der Zug ist abgefahren. Wir müssen uns aber im Klaren darüber sein, dass das was wir durch einen Sale sparen uns mit großer Wahrscheinlichkeit versucht wird hinterher auf andere Art und Weise aus der Tasche zu ziehen. Und wenn wir dann nachgeben, haben „die“ gewonnen und „wir“ verloren. Aber selbst wenn die eine Variante nicht mehr so gut funktioniert (oder etabliert genug ist wie bei den DLCs), dann wird es wieder etwas Neues geben. Man kann versuchen dem zu widerstehen indem man es entweder ignoriert oder zusätzliche Zeit investiert, um hoffentlich das gleiche Ergebnis zu erhalten. Aber nicht erst Star Wars: Battlefront II zeigt, dass dieses „Versprechen“ auch nicht mehr lange Bestand haben wird. Das neuste Patent von Activision zur Werbung für Mikrotransaktionen („kaufe das hier und du wirst deinen Feind in der nächsten Runde besiegen!“) zwischen Multiplayer-Matchen ist da sicherlich nur der Anfang. Die Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass es immer genug Menschen („Wale“) gibt, die bereitwillig den Geldbeutel auspacken (siehe Pferderüstung in The Elder Scrolls IV: Oblivion). Gefühlt wollen es vor allem die asiatischen Spieler gar nicht anders. Und solange es solche Leute gibt, solange können die „guten Gamer“ so viel jammern und boykottieren wie sie wollen – es wird sich nichts ändern.

Die Gefahr bei all dem ist wie immer, dass die Qualität und Vielfalt leidet. In einem Einzelspielertitel mit dichter Geschichte lässt sich nun einmal eher weniger eine Lootcrate unterbringen als in einem Multiplayertitel oder überfrachteten Open-World-Kracher. Zumal in sich geschlossene Einzelspielertitel sowieso als „Games as a Service“ eher schlecht funktionieren. Also lieber stupide Pseudo-MMOs wie Destiny auf den Markt schmeißen statt intensive Spielerlebnisse zu finanzieren, die aber am Ende zwar die Kritiker loben aber irgendwie doch die Masse nicht kauft. Oder, um beim Smartphone-Beispiel zu bleiben: Lieber das 100.000ste Free-2-Play-Match-3-Spiel auf den Markt bringen und damit tonnenweise Kohle scheffeln als ein interessantes Werk wie Monument Valley 2 für 5,50 Euro in den Appstore stellen, das am Ende keinen Gewinn bringt.

Sicarius

Düstere Morgendämmerung

Grim Dawn: Ashes of Malmouth (Herstellerbild)

Vor mehr als vier Jahren habe ich euch an dieser Stelle im Rahmen meiner (leider sehr kurzlebigen) Videoreihe Christoph stellt vor Grim Dawn…nun ja, vorgestellt halt :smile: . Gut ein Jahr nach dem dazugehörigen Kickstarter stand damals die erste Alpha-Version für die Backer bereit. Mittlerweile ist das Spiel nicht nur schon über ein Jahr (25. Februar 2016) erfolgreich (über 1 Millionen Mal verkauft) auf dem Markt – seit letzter Woche gibt es sogar das erste, richtige Add-on namens Ashes of Malmouth. Das erhöht nicht nur den Level Cap auf 100 und den Devotion Cap auf 55 (durch Glaubenspunkte könnt ihr Sternenbilder freischalten, die euch bestimmte Boni geben), sondern es gibt auch noch zwei neue Klassen (Nekromant und Inquisitor), zwei weitere Kampagnenakte und haufenweise anderes Zeugs (mehr Gegner, mehr Gegenstände, mehr Umgebungen, etc.).

Angesichts der Veröffentlichungen von Divinity: Original Sin 2 vor kurzem, dass vermutlich von 99% aller Magazine dieses Jahr zumindest das Prädikat „Rollenspiel des Jahres“ bekommen wird (zu Recht versteht sich!), interessiert sich aktuell aber vermutlich keiner so richtig für Grim Dawn. Ich schon. Zugegeben, hauptsächlich weil ich Divinity: Original Sin (Enhanced Edition) durchspielen will, bevor ich Teil 2 richtig anfange, dafür jedoch aktuell keine Lust habe. Doch wen kümmern schon solche Details? Schauen wir uns also das Erstlingswerk von Crate Entertainment mal genauer an. Und nein, ich setze nicht voraus, dass ihr das obige Video vorher schaut. Ich weiß, dass es nicht der absolute Brüller ist :smile: .

Die Entwicklungsgeschichte

Titan Quest (Herstellerbild)

Um Grim Dawn wirklich zu verstehen, müssen wir noch weiter zurückspringen. Und zwar in das Jahr 2006. Damals, am 26. Juni 2006 (also fast genau zehn Jahre vorher), hat das Entwicklerstudio Iron Lore Entertainment sein Erstlingswerk Titan Quest veröffentlicht. Basierend auf der hauseigenen PathEngine, handelte es sich um ein Action-Rollenspiel vom Schlage eines Diablo nur angesiedelt in der mythologischen Antike, mit viel mehr Inhalten (Größe der Spielwelt, Anzahl der Quests, etc.) und statt der Möglichkeit nur eine Klasse zu wählen, konntet ihr gleich zwei haben (musstet eure Levelup-Punkte aber natürlich entsprechend aufteilen). Der Titel wurde zu einem absoluten Geheimtipp (auch heute noch absolut zu empfehlen!) und ein Jahr später folgte das Add-on Titan Quest: Immortals. Leider half „Geheimtipp“ nicht die Kosten zu decken, weshalb 2008 das Studio schließen musste. Die Schuld wurde allen möglichen Leuten gegeben. Zum einen natürlich den Raubkopierern, aber genauso den Hardwareherstellern, deren Komplettsysteme mit integrierten Audio- und Grafikchips zu massiven Kompatibilitätsproblemen geführt hätten. Mal abgesehen davon, dass 2006 grundsätzlich ein eher schlechtes Jahr für PC war. Damals hatte die neue Konsolengeneration ja erst richtig begonnen. Ach und kein Publisher wollte ihr Folgeprojekt unterstützten.

Was macht man also, wenn das Geld nicht mehr reicht? Genau: Insolvenz anmelden, den Laden schließen und keine zwei Tage später eine neue Firma gründen: Crate Entertainment. Dann wurde zuerst die unangekündigte IP „Black Legion“ zurückgekauft (die, für die sie keinen Publisher fanden) und anschließend ihre PathEngine. Mit beidem im Gepäck konnte 2010 endlich das neue Spiel vorgestellt werden: Grim Dawn. Ja, der Titel war bis zur Veröffentlichung über sechs Jahre in der Entwicklung! Leider wollte ihn immer noch keiner haben, weshalb er 2012 (die Firma bestand zu dem Zeitpunkt aus nur zwei Mitarbeitern) zu einer der ersten Kickstarter-Erfolgsstories wurde nachdem Broken Age die Fluttore geöffnet hatte.

Das Spiel

Grim Dawn (Herstellerbild)

Wir wissen also nun, dass hinter Crate Entertainment die Macher von Titan Quest stecken und Grim Dawn auf einer (massiv überarbeiteten) Version der PathEngine basiert. Vermutlich könnt ihr jetzt schon zwei und zwei zusammenzählen, um auf fünf zu kommen: Grim Dawn ist ein Action-Rollenspiel in einem mythologischen viktorianischen Setting (allerdings viel weniger Steampunk als in The Incredible Adventures of Van Helsing), dessen Alleinstellungsmerkmal die Möglichkeit ist durch das Verbinden von zwei „Masteries“ eine neue Klasse zu kreieren (aber nicht bei Spielstart, sondern erst ab Level 10). Mit dem Add-on sind es nun acht Klassen, die ihr tatsächlich vollkommen beliebig miteinander kombinieren könnt. Ich habe mich bei meinen Neustart mit Veröffentlichung des Add-ons logischerweise für einen Apostate entschieden. Das ist die Kombination aus Nekromant und Inquisitor – den beiden neuen Klassen. Ich zaubere Hilfe herbei (aktuell vier hochgepowerte Skelette), kann gleichzeitig fleißig verschiedene Kampfzauber sprechen und schieße parallel aus der Ferne mit meiner Flinte auf alles, was nicht bei drei auf den Bäumen oder ein unsterblicher NPC ist.

Das grundlegende Spielprinzip sollte jedem mittlerweile bekannt sein: In Hubs gibt es Quests, die entweder euch alleine oder mit drei Freunden hinaus in die (nicht zufallsgenerierte!) Wildnis führen. Dort erwarten euch viele unterschiedliche Arten von Gegnern – darunter auch Minibosse und Bosse. Ihr klickt fleißig mit links drauf bis sie tot sind und bei ihrem Ableben lassen sie mitunter Gegenstände von diverser Qualität fallen. Die sammelt ihr genauso ein, wie die Sachen, die aus Truhen herausfallen und statt damit entweder euren Charakter aus oder verkauft sie einem Händler. Und da heutzutage kein Spiel mehr ohne „Crafting“ auskommen darf, gibt es natürlich hier ebenso hunderte verschiedene Rezepte, mit denen ihr eure Ausstattung noch einen Tick besser machen könnt.

Herausstellungsmerkmale 

Grim Dawn (Herstellerbild)

So viel Standard, so viel Action-Rollenspiel. Warum solltet ihr also nun Grim Dawn spielen statt weiter in Diablo III oder Path of Exile stupide herumzugrinden? Nun, da wäre zum einen die Grafik (Isometrische Ansicht, vollständig zoom- und drehbar ist). Man merkt der Engine zwar trotz des Upgrades ihr Alter an (viele eckige Kanten) und entsprechend kann es bei der rohen Power nicht einmal mit Divinity: Original Sin mithalten. Aber der Detailgrad vor allem der Umgebungen ist abartig hoch – fast schon zu hoch, weil man teils gar nicht mehr erkennen kann was jetzt eigentlich ein nutzbares Objekt oder nur Hintergrund ist. Seit Titan Quest habe ich kein so atmosphärisches ARPG mehr gezockt (Divinity: Original Sin ist kein ARPG – aber in Sachen Detailgrad eindeutig vergleichbar). Zusammen mit den vielen Kampf- und Drumherumeffekten (jede Region hat ihr eigenes Wetter, das sich fließend ändert und es gibt Tag-/Nachtwechsel) und den abwechslungsreichen Gegnertypen macht der Titel optisch richtig was her, finde ich.

Zum anderen ist wäre da die Komplexität des Titels. Schon mit nur einer Klasse müsst ihr genau überlegen, wie ihr eure Punkte im Skill Tree verteilt. So könnt ihr nicht einfach nur linear in Skills investieren, sondern diese müssen erst noch freigeschaltet werden indem ihr grundlegende Punkte in die Klasse steckt. Es will also sehr stark abgewägt sein, ob ihr nach dem Aufstieg lieber den Punkt in die horizontale Linie investiert und dafür beim nächsten Mal einen neuen Skill freischalten könnt. Oder doch lieber erst einen bestehenden Skill weiter auflevelt. Bei zwei Klassen wird es nur noch schlimmer. Zum Glück könnt ihr jederzeit bei einem Trainer alles zurücksetzen. Nur ein Klassenwechsel ist nicht möglich. Und es nur drei Attribute (Physique, Cunning und Spirit). Wenn das auch noch die üblichen 6-10 Stück wären… Dazu kommen die eingangs erwähnten Sternenbilder, das Crafting sowie die wirklich tausend verschiedenen Arten von Gegenständen. Ihr seht: Die Individualisierungsoptionen für euren Charakter sind fast schon erschlagend.

Lebendige Welt

Grim Dawn (Herstellerbild)

Zu guter Letzt ist da natürlich noch das Drumherum. Wo Diablo ja schon immer sehr mit Aufgaben spart und sich voll und ganz auf das (aus seiner Sicht) wesentliche konzentriert, gehört Grim Dawn eindeutig mehr zu meiner geliebten Sorte ARPG mit echten Inhalten. Es gibt viele Quests, die Spielwelt (viktorianisch erlaubt viele unterschiedliche Varianten) und die Charaktere sind interessant und haben viel zu erzählen und ihr lauft eben nicht nur stupide durch die Gegend, um alles zu töten was euch vor die Nase kommt. Okay, letzteres stimmt natürlich nicht ganz, weil freilich alle Quests am Ende darauf hinauslaufen. Aber ihr wisst was ich meine: Das Töten hat einen Sinn und es gibt einen roten Faden.

Cool ist auch, dass es sowohl freundliche und gegnerische Fraktionen gibt mit entsprechenden Auswirkungen. Also bei befreundeten Fraktionen bekommt ihr mehr Quests und einen besseren Deal bei Händlern. Befeindete schicken hingegen stärkere Gegner auf euch los, wenn ihr sie zu viel ärgert. Weder das eine noch das andere könnt ihr technisch gesehen tatsächlich großartig beeinflussen (das Spiel entscheidet für euch, wen ihr angreifen könnt und wen nicht). Aber ich finde es trotzdem ein nettes Feature, was zusätzliche Abwechslung reinbringt. Genauso wie die Möglichkeit in der Wildnis Überlebende zu finden oder Bauwerke wieder her zu richten. Letzteres wird meist gebraucht um Zugang oder zumindest einfacheren Zugang zu neuen Regionen zu bekommen (z.B. eine Brücke reparieren). Ersteres schaltet logischerweise weitere Händler, Questgeber und dergleichen frei.

Grim Dawn (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Wem Divinity: Original Sin 2 zu sehr CRPG ist und stattdessen ein ARPG sucht, der wird bei Grim Dawn aus meiner Sicht nicht nur fündig, sondern auch glücklich. Mit 35 Euro auf Steam (mit allen DLCs), ist es nicht mehr das teuerste auf dem Markt und stundenlange Unterhaltung ist garantiert. Das Setting ist trotz der Konkurrenz durch Victor Vran und The Incredible Adventures of Van Helsing immer noch angenehm frisch und in Sachen Freiheit gibt es faktisch abseits von Titan Quest immer noch kein vergleichbares ARPG auf dem Markt. Bei mir war die Suchtspirale auf jeden Fall sofort wieder da und, zum Leidwesen von Lysanda, ich habe auch schon wieder einige Stunden darin versenkt ohne mich zu langweilen. Nachdem mich Dishonored 2 grad nicht ganz so reizt, dürfte das jetzt auch mein nächster Spielefokus sein – also abseits von Learn Japanese To Survive – Hiragana Battle. Aber das Spiele ich bekanntlich aus anderen Gründen :smile: .

Vor der Messe, ist nach der Messe heißt es so schön. Vergangene Woche waren es sogar zwei: QuakeCon 2017 und gamescom 2017. Erstere hat allerdings nicht allzu viele Neuigkeiten gebracht. Quake Champions ist in die Early Access-Phase eingetreten (und uns Beta-Tester wieder auf „0“ zurückgesetzt worden) und das Komplettpaket (alle Champions von heute und in Zukunft enthalten) kostet 30 Euro, Brink (2011!) ist überraschend und ab sofort Free-2-Play (ich stehe immer noch zu meiner 9.0/10!), die Veröffentlichungstermine für Skyrim VR, Fallout VR und DOOM VR sind bekanntgegeben worden (könnt ihr selbst googeln) und das war es auch schon neben der ersten Quake Champions-Weltmeisterschaft natürlich.

Kommen wir also lieber gleich zur gamescom 2017, die zumindest ein paar Neuigkeiten zu bieten hatte. Waren zwar nicht ganz so viele wie bei der E3 2017. Aber die ist ja erst rund zwei Monate her. Wie immer gehen die Links hauptsächlich zu den neusten Trailern. Zwar gibt es zu den meisten Sachen auch schon die Möglichkeit sie bei Amazon vorzubestellen aber ihr sollt ja nicht vorbestellen :smile: .

Age of Empires 4 (PC) – Es gab noch nichts zu hören oder zu sehen (Age of Empires: Definitive Edition stand im Vordergrund). Aber Microsoft hat das Flehen der Fans endlich erhört (bzw. den Erfolg von Age of Empires II HD in seinen Kassen gespürt) und mit Relic Entertainment immerhin eines der aktuell wohl erfahrensten Echtzeit-Strategieentwicklerstudios (nach Creative Assembly) beauftragt. Die Chancen für eine fulminante Rückkehr der Serie stehen also tatsächlich ganz gut.

ANNO 1800 (Herstellerbild)

ANNO 1800 (PC) – Nein, ich habe immer noch keinen Teil der Reihe wirklich signifikant lange gespielt. Ihr wisst doch: Die Siedler for Life! Aber in meinem Herzen ist auch weiterhin Platz für die schicke Grafik, die immense Komplexität der Simulation und den hohen Anspruch der Konkurrentenreihe. Außerdem kommt ja mittlerweile eh alles von Blue Byte :smile: . Was mir nicht ganz so gefällt ist die Tatsache, dass die Entwickler anscheinend keine eigenen Ideen mehr haben (reine Unterstellung meinerseits) und (ähnlich wie bei Might & Magic X: Legacy oder Might & Magic: Heroes VII) die Community stark mit in die Entwicklung einbeziehen wollen. Das kann gut gehen, oder eben nicht. Mal schauen…

Aquanox: Deep Descent (PC) – Ich habe den Kickstarter damals (2015) nicht unterstützt und was jetzt erstmals zu sehen war, bestätigt mich in der Vermutung, dass hier eine typische Nordic Games-Gurke zu entstehen scheint. Also ein Titel mit zu wenig Budget, zu wenig Zeit und gleichzeitig zu hohen Ansprüchen. Der Trailer ist lahm (und nein, nicht nur weil es unter Wasser spielt), die Berichte der Journalisten erschreckend und die angekündigten Features teilweise totaler Blödsinn wie der „Hardcore-Modus“. Immerhin sieht es halbwegs schick aus. Aber ein würdiger Schleichfahrt-Nachfolger? Da bin ich weiterhin EXTREM skeptisch.

Assassin’s Creed Origins (Herstellerbild)

Assassin’s Creed: Origins (PC, PS4, XONE) – Okay, weder eine Neuankündigung noch gab es wirklich signifikant neue Informationen. Aber der Cinematic-Trailer ist (wie bei fast allen Assassin’s Creed-Titeln) wieder richtig gut gemacht. Okay, inhaltlich passiert recht wenig aber dank Leonard Cohens „You Want It Darker“ im Hintergrund (natürlich perfekt mit den Bildern verwoben) gefällt mir das Ding extrem gut. Unbedingt mal anschauen, egal ob euch das Spiel auch nur die Bohne interessiert.

Biomutant (PC, PS4, XONE) – THQ Nordic (ehemals Nordic Games) hatte dieses Mal echt viel zu zeigen, muss ich sagen. Darunter auch diese komplette Neuankündigung, die im Gegensatz zu Aquanox: Deep Descent tatsächlich einen interessanten Eindruck macht. Das liegt natürlich vor allem am Setting: So viele Spiele mit Kung-Fu-Waschbären gibt es jetzt nicht. Schon gar nicht welche, die im Laufe des Spiels noch mutieren (radioaktiver Waschbär quasi). Open-World-Action-RPG klingt wie immer etwas schwammig aber der Trailer und das erste Gameplay sehen nicht nur sehr bunt, sondern durchaus sehr spaßig aus (wenngleich eben wie ein typisches Open-World-Action-Adventure). Und die Idee, ähnlich wie in Bastion, einen Erzähler eure Schritte kommentieren zu lassen könnte auch cool werden. Dass bei Experiment 101 ehemalige Entwickler von Just Cause arbeiten, stimmt mich zusätzlich positiv. Und zumindest der Trailer macht den Eindruck, dass THQ Nordic hier das ganze Geld reingesteckt hat, das bei anderen Projekten zu fehlen scheint.

Gravel (Herstellerbild)

Gravel (PC, PS4, XONE) – Keine Neuankündigung aber mehr Infos und ein genauerer Blick auf das neuste Werk der italienischen (Motorrad)-Rennspielveteranen bei Milestone (Bleifuss, WRC, MotoGP). Technisch mag es nicht zu begeistern, aber spielerisch sieht das arcadige Gameplay wieder sehr gelungen aus und der Fokus weg von einem Open-World-Titel hin zu einem etwas fokussierteren Karrieremodus kann dem Titel auch nur guttun. Für Offroad-Fans wird es garantiert wieder ein Geheimtipp werden, da bin ich mir schon so gut wie sicher.

Jurassic World Evolution (PC, PS4, XONE) – Es ist noch so gut wie nichts über dieses Spiel bekannt. Aber ich sage euch schon jetzt warum es der absolute Knaller wird: Jurassic Park-IP, Dinosaurier, Freizeitparkwirtschaftsimulation, Frontier Developments als Entwickler. Noch Fragen? Nein? Na also. Pflichtkauf!

SpellForce 3 (Herstellerbild)

SpellForce 3 (PC) – Noch ein Titel von THQ Nordic, den ich die ganze Zeit mit Argwohn betrachtet habe zumal es mit Grimlore Games auch noch von einem internen Entwicklerstudio gebastelt wird. Dass die Releaseversion unzählige Bugs haben wird, ist auf jeden Fall gesetzt. Aber immerhin: Der Rest macht mittlerweile (der Release ist im Dezember) dann doch tatsächlich einen guten Eindruck. Grafisch sieht es sowieso sehr gut aus aber mir geht es vor allem um das spielerische, was die Serie überhaupt erst so einzigartig und interessant gemacht hat (der Mix aus Echtzeitstrategie und Rollenspiel). Da scheinen die Entwickler nichts anbrennen zu lassen und im Gegenteil die Komplexität noch weiter zu erhöhen (ob das gut ist, wird sich zeigen). Aber Herausfordernd waren die ersten beiden Teile ja auch schon (vor allem die Addons zu Teil 1). Wenn die Geschichte passt (es spielt vor Teil 1), die mich persönlich natürlich am meisten interessiert (habe sogar die Bücher gelesen) und der Soundtrack genauso reinhaut wie der von Teil 2, dann könnte da doch tatsächlich zumindest ein Geheimtipp draus werden.

Phantom Doctrine (PC) – Was ist besser als Rundentaktik mit Aliens in der Zukunft? Rundentaktik im Kalten Krieg in der Vergangenheit. Das meine ich ernst: XCOM ist schön und gut aber ein Grund, warum damals die erste Ankündigung eines neuen XCOM (ihr wisst schon, der Titel, aus dem dann das mittelmäßige The Bereau: XCOM Declassified wurde) so interessant klang, war das 50iger Jahre-Setting. Mit Phantom Doctrine fallen jetzt zwar die Aliens weg und es geht in die 80iger, aber wenn trotzdem das kultige Spiongefeeling (also weniger Geballere und mehr Schleichaction) rüberkommt, dann bin ich definitiv sehr interessiert an diesem Titel. Die ersten Gameplay-Szenen machen auf jeden Fall schon einmal einen guten Eindruck und gehen in die richtige Richtung.

Secret of Mana (Herstellerbild)

Secret of Mana (PC, IOS, PS4, PSV, Wii) – Ob sich die Fans immer noch darüber streiten, ob es nun „Mona oder „Mana“ ausgesprochen wird? Egal. Ich habe es, wie so oft mangels Hardware, bis heute nicht gespielt. Aber ich kenne glaube ich abseits von Final Fantasy VII kein Japano-Rollenspiel, dass so extrem in den Himmel gelobt wird. Ob es unbedingt ein 3D-Komplettremake hätte sein müssen, darüber kann man sicherlich streiten. Wenn ich sowieso alles neu baue, hätte man auch einen komplett neuen Teil machen können. Aber es sieht schick aus und spielerisch ist es vermutlich sowieso über jeden Zweifel erhaben – zumindest, wenn man Japano-Rollenspiele und ihre Eigenheiten mag. Ich glaube auf jeden Fall nicht, dass hier ein Rohrkrepierer rauskommen wird.

X4: Foundations (PC) – X: Rebirth war bekanntlich nicht so der Brüller. Ja, man könnte sogar sagen, er war der letzte Scheiß (selbst nach 100 Patches). Schlimmer noch als Teil 3, der immerhin ein paar Fans gewinnen konnte (inklusive mir). Ob es nun der offizielle 4. Teil richten kann? Ich bezweifle es tatsächlich. Warum? Weil die Entwickler schon wieder eine Eier legende Wollmilchsau angekündigt haben statt sich einfach mal auf das Wesentliche zu konzentrieren. Was bringt mir es, wenn ich alle Schiffe im Universum selbst fliegen kann, wenn es keinen Spaß macht? Was bringt mir ein dynamisches Universeum, in dem die KI sich selbstständig ausbreitet und weiterentwickelt, wenn dann doch alles gleich aussehen wird? Was hilft mir es, wenn das Wirtschaftssystem bis zur letzten Schraube simuliert wird aber aufgrund 100.000 Bugs am Ende doch nichts funktioniert? Was bringt mir die geilste Grafik, wenn es selbst auf einem High-End-Rechner ruckeln wird? Ihr seht: Ich habe jede Hoffnung darauf verloren, dass Egosoft in der Lage ist die X-Reihe wieder auf die rechte Bahn zu bringen. Ich lasse mich zwar wie immer gerne vom Gegenteil überzeugen aber ich rate absolut jedem, selbst dem absoluten Hardcorefan, davon ab einen Kauf diesen Titels vor den ersten Tests auch nur in Erwägung zu ziehen.

 

Damit soll es das auch schon wieder von mir zum Thema gamescom 2017 (und QuakeCon 2017) gewesen sein. Wie habt ihr die Messe erlebt? Irgendwelche Überraschungen oder zumindest Highlights oder alles alter, langweiliger Käse?

Ab heute ist wieder Arbeiten angesagt. Der linke Nasenflügel ist laut Krankenhausarzt wieder in einem perfekten Zustand. Im rechten Flügel hängen hingegen noch die Fäden rum (sechs Wochen dauert es bis sie sich von alleine Auflösen), ich hol beim Spülen immer noch vergleichsweise viel Dreck raus und es besteht immer noch ein klein wenig die Gefahr, dass die Wunde an der Nasenmuschel mit der Nasenscheidewand zusammenwächst. Aber durch die regelmäßigen Termine beim HNO zur Trennung der beiden, ist das Risiko mittlerweile sehr gering, weil auch diese Wunde fast komplett verheilt ist.

So muss das sein. Stellt sich nur noch die Frage, was ich die letzte Woche so getrieben habe mit meiner Freizeit. Nun, tatsächlich wieder vergleichsweise viel gezockt. Bis Dienstagnachmittag noch World of WarCraft (immer noch nicht mit allen Dungeons von Wrath of the Lich King fertig) und dann unter anderem Beat Hazard.

Rhythmus im Weltraum

Beat Hazard: Shadow Operations Unit (Herstellerbild)

Hatte gar nicht mehr im Kopf, dass ich mir für meine NOCA-Nominierung für die Beste Ablenkung für Zwischendurch des Jahres 2012 im Winter Sale 2015 den DLC Shadow Operations Unit gekauft hatte. Also habe ich mal wieder in diesen immer noch absolut empfehlenswerten Top-Down-Rhythmusshooter reingeschaut und fleißig Shadow-Missionen erledigt. Die Meinung zu diesen DLC ist auf Steam eher auf der negativen Seite aber ich finde ihn tatsächlich ganz nett. Ja, ihr spielt im Prinzip einfach weiter das Grundspiel und habt nur die Möglichkeit andere Schiffe zu benutzen mit ihren ganz eigenen Vor- und Nachteilen (und Shadow-Missionen).

Aber der DLC bringt zum einen durch die Schiffe etwas Abwechslung in die Sache und zum anderen auch neue Herausforderungen, denn die neuen Schiffe sind teilweise echt gewöhnungsbedürftig (steuern sich zum Beispiel wie ein Wal im Weltraum). Und das Erfüllen der Shadow-Missionen ist aufgrund teilweise sehr heftiger Sterbekonditionen (zum Beispiel: „Verliere den kompletten Missionsfortschritt“) kein Pappenstiel. Ach und wer auf Mods steht: Dank Workshop-Support warten mittlerweile hunderte Schiffe von andern Nutzern darauf von euch geflogen zu werden. Wer also immer noch Spaß am Original hat und zumindest für ein paar Stunden etwas mehr Abwechslung haben möchte, kann aus meiner Sicht durchaus zugreifen – spätestens, wenn er mal wieder in einem Sale runtergesetzt ist.

Themawechsel

Aber wie der Titel des Eintrags schon sagt, soll es heute gar nicht so detailliert um Beat Hazard gehen. Stattdessen habe ich es tatsächlich geschafft endlich mal wieder ein Spiel durchzuspielen, das nicht von Kairosoft stammt:

Cover

Uncharted: The Golden Abyss (2012, PSV) – Es gibt tatsächlich nur ein paar Punkte, die deutlich machen, dass es sich hier um keinen Titel aus der Hauptserie handelt. Da wäre zu allererst natürlich die Tatsache, dass ihr es auf einem kleineren Bildschirm zockt und die Grafik eher auf dem Niveau von Drake’s Fortune ist als auf dem von Drake’s Deception. Dann steht SIC Bend Studios statt Naughty Dog als Entwickler drauf. Und als PlayStation Vita-Launch-Titel muss das Spiel natürlich den ganzen Firlefanz der Plattform unterstützen/nutzen (Backpad, Motion Control, Touch Control, etc.). Aber abseits davon steht nicht nur Uncharted drauf, es ist auch 100% Uncharted drin – was eindeutig positiv gemeint ist.

Die übliche Schatzsuche

Die Geschichte spielt noch vor Uncharted: Drake’s Fortune und es geht um den Cibola-Mythos (Sieben Städte aus Gold), dem ein paar verrückte spanische Inquisitoren während der Zeit der Entdeckung Amerikas anhingen. Wie immer ist die ganze Sache in Uncharted natürlich kein Mythos und am Ende findet Drake tatsächlich mit Quivira eine dieser sagenumwobenen Goldhalden. Und selbstverständlich ist Drake nicht der einzige, der danach sucht. Sein geldgieriger Kumpel Dante sowie der Rebellengeneral Guerro wollen das Gold unter allen Umständen haben und stellen sich Drake mit einer ganzen Armee entgegen. Aber Drake ist nicht alleine Unterwegs und kann neben Marisa Chase als neuer Charakter auch auf den altbekannten Sully zählen. Dabei gibt es keine großartigen neuen Erkenntnisse über Drake oder Sully, die Geschichte steht wirklich fast vollständig unabhängig von den Konsolentiteln auf eigenen Füßen. Es fügt sich aber aus meiner Sicht trotzdem alles perfekt und ohne Widersprüche in den restlichen Kanon ein.

Uncharted: Golden Abyss (Herstellerbild)

Auch spielerisch erwartet euch alles, was die großen Konsolentitel zu bieten haben und mehr oder weniger Spaß machte: Circa 10-12 Stunden Spielzeit vollgestopft mit einer interessanten und gut erzählten Geschichte sowie mit zahlreichen Kletter-, Prügel-, Schieß- und Puzzleeinlagen inklusive haufenweise Quick Time Events. Allerdings wurden die Sachen angereichert mit den neuen Funktionalitäten der PSV. Beim Klettern etwa bricht ein Stein ab und Drake muss sich retten? Also mit dem Finger über den Bildschirm in die Richtung streichen, die das Spiel anzeigt. Quasi statt in den QTE irgendwelche Buttons drücken, müsst ihr auf dem Bildschirm rumschmieren. Teilweise eine äußerst nervige Angelegenheit, vor allem in den Kämpfen (Spoiler: die finalen Bosskämpfe sind mehrere Minuten lang nur dieser Mist mit einem kompletten Neustart beim kleinsten Fehler!). Größtes Problem dabei: Der Bildschirm reagiert nicht immer gut auf die jeweilige Eingabe. Wie oft ich am Checkpoint neu starten musste, nur weil ich scheinbar nicht fest genug oder sowas über den Bildschirm gestrichen habe, geht auf keine Kuhhaut.

Die nervigen Features

Motion Control kommt hingegen hauptsächlich beim Schießen zum Einsatz, darf aber zum Glück von euren Nerven fast vollständig ignoriert werden (zumindest auf „Hard“ bin ich so schon oft genug gestorben) solange ihr die PSV ruhig haltet. Nur beim Reinzoomen mit dem Fotoapparat oder dem Scharfschützengewehr müsst ihr entweder wieder über den Bildschirm streichen oder das Backpad nutzen. Wie gut das funktioniert, könnt ihr euch denken: Gar nicht. Immer eine extrem nervige und absolut ungenaue Angelegenheit. Ab und zu, wenn ihr beispielsweise über eine Planke geht, stolpert Drake außerdem und ihr müsst ihn wieder durch Bewegen der PSV in Balance bringen. Vermutlich die einzige Sache, die halbwegs gut funktioniert.

Uncharted: Golden Abyss (Herstellerbild)

Zum Lösen der Puzzle (auch bei den optionalen) steht fast ausschließlich hantieren mit den Touch-Komponenten auf dem Programm. Die einfachste Variante ist, dass ihr Objekte per Drag & Drop verschieben müsst. Besonders gerne dürft ihr aber Wischen. Ein Schwert hat Symbole drauf, ist aber total verdreckt? Also auf dem vorderen Bildschirm fleißig schubbeln, um den Dreck zu lösen und dabei mit dem Backpad das Objekt drehen, um alle Seiten frei zu bekommen. Oder ihr findet einen Stein mit Markierungen, die ihr auf ein Blatt übertragen sollt: Wieder schubbeln bis jede Ecke des Blattes mit Kohle voll ist. Prinzipiell ist, dass alles natürlich sehr nett. Aber es wird dadurch der Spielfluss sehr häufig und verhältnismäßig lange unterbrochen (genauso wie durch die gefühlt 10.000 verschiedenen Sachen, die ihr sammeln könnt). Und ich weiß nicht, wer es wirklich angenehm findet auf einer Glasplatte mit dem blanken Finger herum zu schrubben. Ich auf jeden Fall nicht. Schon gar nicht bei sommerlichen Temperaturen, wenn besagte Finger sowieso schon so eklig pappen. Mir tun die QA-Tester leid, die über Tage und Wochen hinweg diesen Mist machen mussten.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es solide 3 von 5 Sics. Größtes Problem sind für mich tatsächlich die ganzen Zusatzfeatures, die nur wegen der PSV eingebaut wurden plus noch ein paar Kleinigkeiten bei der Steuerung, die hier und dazu unnötigem Ableben führten. Ihr wisst schon: Wegen der doofen Kamera an der Kante vorbeigesprungen, Drake nicht in die richtige Deckung bekommen und derlei Krimskrams, der mir aber auch schon in der Hauptserie dann und wann den Nerv raubte. Ohne diese Probleme hätte ich locker noch einen Sic mehr gegeben, denn es erwartet euch ein Abenteuer, dass aus meiner Sicht auf jeden Fall auf dem Niveau der großen Vorbilder ist. Für Fans eindeutig ein Pflichtkauf und für PSV-Besitzer auf der Suche nach einem Action-Adventure auch eine klare Empfehlung.

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