Sicarius

Rennende Sphärenläufer

Selbst wenn man, wie ich, derzeit hauptsächlich auf dem Smartphone zockt: Etwas Abwechslung muss sein. Nein, ich rede nicht davon, dass am Donnerstag seit langem mal wieder ein neuer Kairosoft-Titel erschienen ist, der nicht im Free-2-Play-Format daherkommt (March to a Million). Zwar habe ich mir auch den selbstverständlich sofort gekauft und spiele fleißig aber da bin ich noch nicht tief genug drin, um eine Einschätzung treffen zu können. Anders sieht es bei den folgenden zwei Titeln aus:

Die Ruhe vor dem Sturm

Magic the Gathering: Puzzle Quest (2015; iOS & Android) – Ich bin bekanntlich einer der wenigen, der sich tatsächlich bis zum Finale von Puzzle Quest: Challenge of the Warlords durchgekämpft hat. Sprich, der nicht auf dem Weg der endlosen Langeweile dieses Match-3-Titels erlegen ist. Mittlerweile gibt es nicht nur ein paar Nachfolger zum Original, sondern auch ein paar (hauptsächlich Mobile) Spin-offs. Darunter einen mit der Lizenz des Kartenspiels Magic the Gathering. Und da ich sowohl Fan von Puzzle Quest als auch Magic the Gathering bin und die App darüber hinaus Free-2-Play ist, habe ich mich mittlerweile in den ewigen Kampf der Planeswalker gestürzt.

Das Spielprinzip ist bekannt: 7×7 Steine in sechs Varianten (fünf Farben, ein Spezialstein) liegen zufällig verteilt herum und ihr müsst mindestens drei zusammenbringen, um sie vom Spielfeld zu löschen. Getreu der Lizenz, sammelt ihr dadurch Mana in den verschiedenen Farben bzw. (durch die Spezialsteine), Planeswalker-Loyalitätspunkte (für spezielle Zaubersprüche eures Charakters). Habt ihr genug Mana gesammelt (die Farbe ist egal – eure Planeswalkeraffinität entscheidet nur, wie viel Mana ihr für die Kombi erhaltet), wird die oberste Karte in eurer virtuellen Hand ausgespielt. Das kann ein Zauber, eine Kreatur oder ein Support sein. Letzteres werden zu Steinen auf dem Spielfeld, die euch besondere Boni geben aber auch vom Gegner einfach gelöscht werden können, wenn er sie als Teil seiner Dreier-Kombi verwendet. An Kreaturen könnt ihr bis zu drei gleichzeitig auf dem Spielfeld haben, die auf euren Gegner (bestenfalls) jede Runde solange einschlagen bis er keine Lebensenergie mehr hat.

Grenzenlose Freiheit

Eine der unzähligen Karten

Soweit, so einfach. Das coole an Magic the Gathering: Puzzle Quest ist jedoch, dass ihr euer Karten-Deck wie im Original frei zusammenstellen könnt. Hier kommt dann natürlich auch der Free-2-Play-Aspekt ins Spiel. Zwar erhaltet ihr einen gewissen Grundstock und könnt regelmäßig kostenlos neue Karten erhalten (alle acht Stunden sowie bei täglichem Login ein paar Mal im Monat). Aber natürlich wollen die Entwickler, dass ihr die Kartenpacks kauft. Das gilt genauso für zusätzliche Planeswalker. Schließlich wollt ihr ja nicht einfach nur Chandra haben, sondern unbedingt Chandra, Torch of Defiance. Um die zu bekommen, braucht ihr jedoch Kristalle und die gibt es am einfachsten für echtes Geld. Genauso wie die Planeswalkerpunkte, die ihr benötigt, um eure Charaktere aufzuleveln.

Steht euer Deck, könnt ihr damit die Einzelspielerkampagne meistern, gegen Decks anderer Spieler antreten (allerdings KI-gesteuert) oder in Events kämpfen und dadurch jeweils Belohnungen (Kartenbooster, Kristalle, Planeswalkerpunkte) erhalten, um den Zyklus zu wiederholen.

Beim Christoph meint: Der Titel leidet leider ab einem gewissen Punkt stark unter dem Free-2-Play-Gedanken. Zwar gewinne ich mit den Standarddecks immer noch halbwegs regelmäßig aber meine Freiheit eigene, erfolgreiche Decks zu bauen ist massiv dadurch eingeschränkt, dass die dicken Karten (Mythics, Rares) nur äußerst selten im kostenlosen Booster drin sind. Auch das Aufleveln meiner Charaktere geschieht nur langsam und dadurch komme ich in den diversen Events sowie der Einzelspielerkampagne aktuell nicht weiter. Sprich es heißt für mich aktuell vor allem: Grinden, grinden und grinden. Das ist schade, da das eigentliche Spielprinzip richtig viel Laune macht. Die Kombination aus dem Zufallselement (welche Karten habe ich gerade gezogen und welches Mana kann ich mir holen) plus Taktik (für welche Karte aus meiner Hand sammele ich jetzt Mana, wie funktioniert mein Deck) funktioniert einwandfrei. Deshalb: Wer beide Originale mag (und neben seiner physischen und digitalen Kartensammlung auch noch eine Mobile anfangen will), sollte sich den Titel unbedingt mal anschauen.

Ein Mehrspielerrennen

Super Mario Run (2016; iOS & Android) – Was waren alle gespannt auf diesen Titel. Das erste „richtige“ Mobilegame von Nintendo (vorher kamen Miitomo und Pokémon Go) und der „erste“ Auftritt des Klempners namens Mario auf einer anderen Plattform als dem Nintendo (es gab in den 90igern mal ein paar PC-Lernspiele). Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Mario (könnt im Laufe des Spiels noch fünf weitere Charaktere freischalten) läuft automatisch von links nach rechts durch die sehr übersichtlichen Levels. Länger als 60 Sekunden dauert denke ich keines von den 24 Levels, die im Einzelspielermodus zur Verfügung stehen – zumindest nach der Zahlung von 9,99 Euro. Ohne dürft ihr nur die ersten vier Levels immer und immer und immer und immer…ihr wisst schon :smile: .

Es gilt das Ende des Levels zu erreichen, dabei möglichst viele Coins einzusammeln (sowie die 15 Special Coins, um drei Bonuslevel freizuschalten) und allen Gefahren auszuweichen. Kompliziert ist anders. Der einzige Unterschied zu all den Endlosrunnern dort draußen auf dem Markt ist schlicht, dass es ein definiertes Ende für jedes Level gibt. Mit den Coins könnt ihr euch anschließend Objekte für Peachs Königreich kaufen, von denen ihr aber auch erst einen Großteil freischalten müsst. Zum einen durch das Bewältigen des Einzelspielermodus, vor allem aber durch den Mehrspielermodus.

Zu zweit allein

Nach Zahlung des Eintritts (ein „Rally-Ticket“ pro Rennen) tretet ihr in speziellen, ein Stück weit zufallsgenerierten Varianten der Einzelspielerlevels gegen menschliche Spieler an – könnte man zumindest denken. In der Realität steht zwar der Name eines anderen Nutzers drauf, gesteuert wird die Figur aber von der KI. Ob dabei einfach nur ein altes Replay abläuft, sich die KI die Verhaltensmuster des eigentlichen Spielers gemerkt hat oder wirklich einfach nur die KI zockt – ich weiß es nicht. Am Ende des Tages ist es auch völlig egal, da ihr keinerlei Interaktionsmöglichkeiten habt mit dem Gegenüber (nur die übliche, völlig umständliche Friendslist).

Mein Königreich

Das Spielprinzip bleibt im Mehrspielermodus bis auf drei Details unverändert. So läuft das Level in einer Endlosschleife und endet, wenn die Zeit abgelaufen ist. Außerdem steigert ihr durch das Sammeln von Coins steigert euer Coin-Meter. Ist es voll, sind im Level plötzlich noch mehr Coins solange bis es wieder leer ist. Und zu guter letzt erhaltet ihr durch das Vollführen von„Tricks“ (knapp Gegnern entkommen, Special Coins sammeln, und sowas) Toad-Zuschauer.

Letzteres ist der ganze Sinn und Zweck des Mehrspielermodus, denn nur, wenn ihr genug von den Toads (gibt sechs Farben) habt, werden weitere Gebäude, Spezialsachen und Dekoobjekte für das Königreich freigeschaltet. Die gesammelten Toads werden quasi auf eure Coins aufgerechnet und wenn ihr mehr habt als euer Gegner, gewinnt ihr das Rennen und erhaltet als Belohnung die Coins sowie alle Toads. Das Ziel des Spiels? 9999 Toads sammeln und alle Objekte für das Königreich freischalten. Danach? Nix mehr.

Beim Christoph meint: Das Spielprinzip an sich macht freilich kurze Zeit Spaß. Da ist es egal ob jetzt Mario draufsteht, Rayman oder sonst was. Und es kommt absolut durchpoliert daher, wie man es eben von einem Nintendo-Titel erwarten würde. Ich finde es außerdem gut, dass es im Gegensatz zu den typischen Endlosrunnern ein definiertes Ende gibt. Das ist allerdings auch sein größtes Problem: Äußerst lange hält der Titel absolut nicht bei der Stange. Nach spätestens einer Stunde habt ihr alle Levels der Einzelspielerkampagne durch und schon ein paar Runden im Mehrspielermodus gedreht. Danach hält höchstens noch die Sammelwut bei Laune (sowie die Herausforderung die Special Coins zu finden und einzusammeln) – wenn überhaupt. Dass dieses übersichtliche Vergnügen 10 Euro kostet finde ich durchaus eine Frechheit. Da gibt es im Vergleich einfach viel Besseres. Zum Beispiel Rayman Jungle Run bzw. Rayman Fiesta Run .

Ein Teil der neuen Titel

Vergangene Woche musste meine Internetleitung ganz schön Schwitzen. 220 GiB wurden insgesamt an drei Tagen runtergeladen – und da fehlen noch die paar Dutzend GiB, die ich tatsächlich von DVD installiert habe. Hatte ich in letzter Zeit eigentlich wieder mal erwähnt, wie sehr es mir auf den Geist geht, dass Blu-ray bei PC-Games immer noch kein Standard ist (oder einfach ein USB-Stick)? Nein? Ja, es nervt. Mafia III kommt auf sechs (!) DVDs daher. Nene, da ist runterladen mitunter schneller. Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske kommt zwar mit nur einer DVD aus, aber da verarscht Bethesda die Käufer mal wieder. Die restlichen 27 GB werden vom Steamserver geholt. Gilt natürlich mal mehr oder weniger für alle der 10 Retail-Titel, die ich nun erstanden habe. Installieren und loslegen wie anno dazumal? Heutzutage ausgeschlossen.

Von daher habe ich tatsächlich kein großes Problem damit, wenn es heißt, dass in der Retail-Packung von Mass Effect: Andromeda nur noch ein Downloadcode ist. Hauptsache ich hab‘ was im Regal – zumal es EA zumindest bei Addons/DLCs tatsächlich schon länger so handhabt. War also nur eine Frage der Zeit, bis sie sich die Kosten für die DVD(s) auch an anderen Stellen einsparen. Will gar nicht wissen wie viele Mass Effect: Andromeda gebraucht hätte. Klar: Blu-ray oder USB-Stick wären auch ein Ansatz gewesen aber für ersteres ist der Zug eindeutig abgefahren, dafür ist der Retailmarkt dann doch mittlerweile zu klein (im PC-Bereich) und zweiteres ist anscheinend nur für Kickstarter-Projekte interessant (ja, machen mittlerweile einige).

Was gespielt!

Da ich aber sowieso eher einer Minderheit angehöre, was das ganze Thema „Retailversion“ angeht, belassen wir es auch schon wieder dabei. Kommen wir stattdessen zur viel wichtigeren Frage: Was habe ich denn nun schon alles gezockt von dem, was in der letzten Woche seinen Weg auf meinen Rechner fand? Zeit für ein paar Ultrakurzeindrücke halbwegs aktueller Titel, würde ich sagen!

Just Cause 3 (Herstellerbild)

Just Cause 3 (2015) – Theoretisch müsste mein Rechner noch ausreichen dafür (hab‘ ja aktuell immer noch „nur“ die GeForce GTX 780 im Gehäuse). Trotzdem habe ich, wenn es so richtig rundgeht, mit Lagspikes zu kämpfen (Einbruch der Framerate auf 15fps). Nach ein wenig Einlesen musste ich leider feststellen, dass das wohl ein allgemeines Problem mit diesem Titel ist und es trotz mehrerer Patches wohl nie ganz verschwunden ist. Klar hilft es noch mehr Power unter der Haube (damit quasi der Einbruch nicht unter 30fps geht) zu haben aber glücklich sind anscheinend die wenigsten mit der Performance des Titels und es liegt wohl mehr an der CPU (Physikengine) als an der Grafikkarte.

Ich bin logischerweise auch nicht wirklich glücklich mit dieser Situation. Schließlich lebt die Serie davon, dass es in jeder Sekunde hoch hergeht. Da ist FPS eigentlich die falsche Maßeinheit. Explosionen pro Sekunde wäre viel besser. Und der Anfang hat auch eindeutig wieder sehr viel Laune gemacht. Er war actionreich, der Titel nimmt sich offensichtlich selbst nicht zu ernst (was sehr gut ist) und als Kenner der Vorgänger findet man sofort rein. Außerdem sieht Medici grafisch wieder genauso genial aus wie Panau. Aber es ist – zumindest aus meiner Sicht – auf meinem aktuellen System unabhängig von den Grafikeinstellungen schlicht unspielbar. Andererseits muss ich auch ganz klar sagen: Bei Just Cause 2 war es anno 2010 auch nicht anders. Von daher warte ich einfach mal weiter ab und zocke noch ein bisschen Teil 2 (habe noch lange nicht die 100% darin erreicht).

Mad Max (Herstellerbild)

Mad Max (2015) – Warum Avalanche Studios gleich zwei Open-World-Titel mit im Prinzip der gleichen Prämisse (nur der eine bunt und humorvoll, der andere eben nicht) im gleichen Jahr veröffentlichte weiß ich nicht. Klar, man musste noch ein bisschen von der Mad Max: Fury Road-Hypewelle erwischen. Trotzdem war es aus meiner Sicht nicht die beste Entscheidung. Auch deshalb, weil man im direkten Vergleich eben sieht, dass in Mad Max weniger Ressourcen geflossen sind als in Just Cause 3. Immerhin ist dafür die Performance um Welten besser. Und natürlich ist es cool endlich mal selbst in dieser speziellen Apokalypse herum zu fahren und ums Überleben zu kämpfen. Allein der Introfilm hat durchaus schon massig Stimmung gemacht, die glücklicherweise auch ins Spiel übergeht. Die Frage, auf die ich natürlich jetzt noch keine Antwort habe, wird aber sein: Kann es wirklich die gleiche Wirkung wie Just Cause entfalten und lange bei der Stange halten? Was ich so gelesen habe wohl nicht (soll sich sehr repetitiv anfühlen). Mal schauen. Ich werde ihm auf jeden Fall aus besagten Performancegründen erst einmal den Fortritt vor Just Cause 3 geben.

The Binding of Isaac: Afterbirth+ (Herstellerbild)

The Binding of Isaac: Afterbirth+ (2017) – Jetzt gibt es schon DLCs zu DLCs (ihr benötigt sowohl The Binding of Isaac: Rebirth als auch The Binding of Isaac: Afterbirth)…wie tief ist die Welt nur gesunken? Gut, in diesem Fall passt das natürlich schon ganz gut. Das Grundspiel ist schließlich weiterhin unverändert. Es gibt eben nun wieder mehr Gegenstände, mehr Monster, mehr Bosse, mehr Räume, mehr Herausforderungen noch mehr Variationen. Damit es quasi auch beim 1.000.000 Durchgang nicht langweilig wird (ich habe glaube ich seit >50 Runden nicht mehr gewonnen). Und wenn doch, gibt es nun sogar Mod-Support. Letzteres tangiert mich nicht (bin ja noch seeehr lange mit dem normalen Spiel beschäftigt) aber der Rest motiviert mich eindeutig dazu den Titel mal wieder öfters zu starten. Wer also immer noch nicht genug vom Spiel hat, der muss bei diesem DLC-DLC einfach zuschlagen. Doch wem erzähl ich das: Das habt ihr dann schon längst :smile: .

SUPERHOT (Herstellerbild)

SUPERHOT (2016) – Der Titel, den ich bislang von allen neuen am längsten gespielt habe. Das Spiel an sich ist relativ simpel: Die Zeit läuft nur, wenn ihr euch bewegt (dazu gehört es auch mit der Maus sich umzuschauen!) und euer Ziel ist es alle Gegner im aktuellen Areal zu töten (sowohl sie als auch ihr haltet nur einen Treffer aus) und ist weniger Ego-Shooter als Ego-Puzzler. Das ist cool und vor allem später in den Challenges (bspw. bewege dich so wenig wie möglich) mal was ganz neues und herausforderndes. Ich finde allerdings tatsächlich das Drumherum tausendmal spannender. Die Frage ist nur, wie ich darauf näher eingehen kann, ohne etwas Substantielles zu verraten. Vermutlich gar nicht. Sagen wir es stattdessen so: Es ist richtig genial wie die Entwickler hier mit der Meta-Ebene spielen. Es erinnert ein wenig an Spec Ops: The Line (das ihr hoffentlich alle gespielt habt!) oder BioShock, geht aber natürlich in eine ganz andere Richtung was die Message angeht. Spielerisch und inhaltlich also ein äußerst innovativer Titel, den man aus meiner Sicht unbedingt mal erlebt haben sollte. Eine Demo gibt es zwar nicht, aber dafür könnt ihr den 7DFPS-Gamejam-Prototypen im Browser zocken.

 

Und damit sind wir schon wieder am Ende des Eintrags angekommen. Die restlichen Titel habe ich bislang nur installiert und mal testweise gestartet, um die Performance zu sehen. Dazu dann also mehr, wenn ich mehr Zeit mit ihnen verbringen konnte.

Der Paketdienstleister Hermes und ich – ob wir jemals Freunde werden? Drei Pakete, alle mit Identitätsnachweis (weil besagte „ab 18“-Spiele drin) und alle Anfang der Woche verschickt. Angekommen? Kein einziges bislang. Okay, das stimmt technisch gesehen nicht ganz. Einmal war der Hermes-Fahrer wohl mit zwei der Lieferungen da, traf aber niemanden an und konnte es aufgrund der Altersnachweisforderung nicht beim Nachbarn abgeben.

Parallel dazu hatte ich am gleichen Tag für alle drei Pakete eine Umleitung in den Paketshop beauftragt. „Sind am Freitag ab 16 Uhr dort“ ließ die (kostenpflichtige!) Hotline damals verlauten. Also Freitagabend hin: Fehlanzeige. Samstagvormittag stand dann plötzlich in der (völlig unbrauchbaren) Hermes-App zumindest bei zwei der Pakete: „Die Sendung liegt im Hermes Paketshop zur Abholung bereit“. Also die Einkaufsfahrt genutzt, um noch einmal vorbeizuschauen. Ergebnis? Immer noch keine Pakete im Paketshop. Meine Hoffnung auch nur eines der Pakete jemals zu erhalten? Äußerst gering. Der Paketshop kann nichts dafür und die Hotline verweist vermutlich nur darauf, dass es laut System angekommen wäre. Aber mal schauen was der Montag noch so bringt – in der App hat sich zumindest bislang noch nichts weiter getan (das dritte Paket befindet sich genauso im Nirgendwo…).

Meine Gründe

Dass ich meine Päckchen schon abgeschrieben habe, mag pessimistisch klingen aber ich halte Hermes einfach nur für einen Sauhaufen. Ich kann einfach nicht verstehen, warum dieser Dienstleister so beliebt ist. Okay, doch: Er ist ein paar Euro günstiger. Und ja, DHL hat auch schon 2-3 Päckchen, die an mich adressiert waren, verschlampt und sich hier und da nicht glorreich verhalten – aber da reden wir von den letzten 17 Jahren und einer ganzen Menge von Lieferungen (vor allem natürlich von OkaySoft :smile: ). Hermes hingegen? Nun folgende Erfahrungen habe ich mit ihnen allein in den letzten 24 Monaten sowohl beim Empfang als auch Versand gemacht:

  • Mein Sendungsverlauf

    Sie geben grundsätzlich ohne Freigabe alles beim Nachbarn ab (immerhin legen sie es nicht einfach vor die Tür wie andere Versender).

  • Ihre Hinweiszettel sind völlig unbrauchbar, weil sie oft nicht einmal mit dem Mindestmaß an Informationen ausgefüllt wurden und selbst die Hotline kann mit dem Barcode mitunter nichts anfangen (zum Glück geht auch die Suche nach Adresse).
  • Sie behaupten sie hätten Pakete ausgeliefert und am Ende können sie nicht einmal nachweisen wer unterschrieben haben soll (ich weiß bis heute nicht wo meine ursprüngliche Kopie von Mittelerde: Mordors Schatten hingekommen ist).
  • Ihre Auslieferer sind auf „Schnell, schnell“ getrimmt und pflaumen einen entsprechend gerne mal an oder hetzen einen doch zügiger zu unterschreiben. Was sagte der Zusteller als er spätabends meine Reha-Koffer brachte: „Ich hatte heute Morgen geklingelt! [Wir waren wohlgemerkt den GANZEN Tag da!]. Jetzt musste ich extra wegen ihnen in meinem Feierabend nochmal vorbeikommen, um das sperrige Ding loszuwerden!!“.
  • Sie beschädigen/zerstören gerne mal Sachen (an einem meiner beiden Reha-Koffer war der Griff abgebrochen) und es ist ihnen völlig egal.
    • Sie haben eine kostenpflichtige Hotline.
  • Sie haben eine völlig unübersichtliche App, die aus meinen drei Paketen mehrere Dutzend Einträge macht, die keine Sau mehr versteht.
  •  Lassen sich einen ganzen Lieferwagen (!) klauen und brauchen dann trotzdem mindestens vier Wochen, um den Wert der Lieferung zu ersetzen.
  • Man ist von Paketshop-Öffnungszeiten abhängig (ich mag DHL-Packstationen!).
  • usw.

Um die Inhalte der Pakete mache ich mir in dem Fall natürlich keine Sorgen. Sowohl Amazon als auch Medimops werden das sicherlich unkompliziert behandeln und zügig neu verschicken, sollte bis Mitte der Woche tatsächlich immer noch nichts da sein. Es ist trotzdem nervig und einfach nur unnötig. Zumal mich das Ganze dank dem blöden „Ab 18“-Mist auch noch 5 Euro mehr Versand kostet. Das DHL-Päckchen mit den zwei „Ab 16“-Titeln ist hingegen wie geplant und ohne jedwede Probleme eingetroffen. So erwarte ich das eigentlich von allen Paketdienstleistern – aber „eigentlich“ ist bekanntlich ein Füllwort. Kleiner Trost für Hermes: DPD und GLS sind nicht viel besser.

Themenwechsel

In Level 1 unterwegs

Nun aber genug gemeckert. Es war zwar durchaus therapeutisch, dass ich meinem Ärger mal Luft gemacht habe, aber meine Pakete zaubert es natürlich trotzdem nicht herbei. Kommen wir stattdessen mal wieder zum Thema „Spiele“ und sogar mal wieder etwas Aktuellem: Diablo. Okay, das Original hat am 31.12.2016 seinen 20. Geburtstag gefeiert und ist damit alles, nur nicht mehr aktuell. Aber natürlich lässt es sich Blizzard nicht nehmen dieses Jubiläum ein wenig zu feiern – und zwar in allen ihren derzeitig relevanten Titeln: Die Arbeiter in StarCraft II haben ein spezielles Porträt, in Heroes of the Storm gibt es u.a. eine neue Karte, Overwatch bietet ein paar Sprays basierend auf den Diablo-Klassen, in Hearthstone gibt es ein neues Setting plus neuen Helden und dazugehörigen Karten, in World of WarCraft gibt’s ein riesiges Event mit neuen Achievements und speziellen Items und in Diablo III? Nun, da gibt es das The Darkening of Tristram-Tribute-Event.

Letzteres klingt auf dem Papier extrem genial: Erlebt alle 16 Levels des Original-Diablo in HD! Die Realität sieht allerdings anders aus: Ihr findet in „Old Tristram“ am Brunnen ein Portal zu einer anderen Variante von „Old Tristram“, die mit einem ekligen, augenkrebserzeugenen Pixel-Grafikfilter (das Original sieht selbst heute definitiv nicht so extrem beschissen aus) und einer stark herangezoomten Kamera versehen ist. Außerdem ist euer Interface ein wenig an Teil 1 angelehnt. Blizzard hat sich nicht einmal die Mühe gemacht Tristram selbst korrekt zu übernehmen. Stattdessen erwartet euch ein Schlauch von und zu den wichtigsten Locations (Hexe, Kathedrale, usw.). In der Kathedrale geht es dann genauso weiter: Es erwarten euch die Dungeon-Assets von Diablo III nur mit dem Unterschied, dass sie dank des Filters bekloppt aussehen und sich die einzelnen Bauteile häufiger Wiederholen und dabei der Soundtrack aus dem Jahre 1996 aus den Boxen kommt.

Mein Inventar nach Level 5

Das Original also nicht einmal ansatzweise in HD! Mehr ein „Best of“, denn natürlich erwarten euch in den 16 ziemlich kleinen Levels alle wichtigen Mini- und Hauptbosse (Skelettkönig, Metzger bis hinunter zu Diablo selbst) sowie Gegnertypen von Teil 1. Die Gegenstände, die ihr so findet, wiederholen sich zum einen oft (Wiederholung scheint Retro zu sein), sind aber sowohl in der Namensgebung („Godly Plate of the Whale“) als auch bei der Darstellung sehr stark vom Original inspiriert – wenn nicht sogar kopiert. Bescheuert ist, dass ihr das Event anscheinend in einem Rutsch durchspielen müsst. Ich war schon in Level 5 (ca. 1 Stunde Spielzeit) angekommen bevor ich angefangen habe diesen Eintrag zu schreiben. Als ich gerade wieder rein bin, um ein paar Screenshots zu machen, war ich wieder im normalen Diablo III. Sehr doof und erklärt die stark zusammenstauchten Levels – 15 Stunden am Stück hat man früher mal auf LAN-Partys das Original gezockt aber Diablo III vermutlich nicht mehr. Ach und anders als im Original gibt es ein geheimes Kuh-Level!

Beim Christoph meint: Das Diablo III-Event ist ganz nett, weckt bei mir aber keinerlei nostalgischen Erinnerungen. Ich werde natürlich schon allein wegen den Erfolgen und dem Cow-Pet versuchen es durch zu spielen – ist also mal wieder ein Grund Diablo III zu spielen. Aber ehrlich gesagt: Ich hatte tatsächlich mehr erwartet. Klar, es sind kostenlose Inhalte, die euch ein paar Stunden Spaß bereiten. Aber sie werden dem Original und vor allem seiner Bedeutung (Schaffung eines komplett neuen Genres) aus meiner Sicht nicht wirklich gerecht.

2016 war wieder kein gutes Jahr für Videospiele im Haushalt des Sicarius. Wenn tatsächlich mal was gezockt wurde, dann hauptsächlich auf meinem iPhone. Entsprechend wenige Spiele habe ich gekauft (hauptsächlich Kairosoft-Spiele) – AAA-Titel abseits von meiner Top 1 sogar keinen einzigen! Somit steht es auch heuer wieder völlig außer Frage eine Verleihung der Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards durchzuführen, so schade es auch ist.

Lasst uns aber dennoch gemeinsam ein wenig nicht nur mein, sondern in den Kommentaren genauso euer Spielejahr 2016 Revue passieren. Was haben wir trotz unserer vielen anderen Verpflichtungen geschafft über den kleinen und großen Bildschirm laufen zu lassen?

Rückblick

Wie schon 2015 war es gar nicht so einfach herauszufinden, was ich überhaupt alles dieses Jahr gezockt habe. War irgendwie wesentlich einfacher als ich pauschal alles gekauft und zumindest ein paar Stunden gezockt habe. Aber wie schon erwähnt war es definitiv am häufigsten das iPhone, das mich bei der Stange gehalten hat. Abseits davon habe ich nur ein paar wenige Stündchen am PC verbracht. Die Konsolen waren außer zum Updaten meines Wissens 2016 bei mir überhaupt nicht an und meine beiden Handhelds kamen nur in der Reha zum Einsatz. Somit blieben für meine Top 5 des Jahres nicht viel mehr Titel als die folgenden übrig:

DOOM (2016) Herstellerbild)

1. DOOM (2016; PC, PS4, XONE) – War doch klar, dass das Werk von id Software auf dem ersten Platz stehen wird. Ich hatte es ja schon im August über alles gelobt und daran hat sich nichts geändert. Mehr noch als Wolfenstein: The New Order, schafft es DOOM (2016) die alte Ego-Shooter-Faszination in die Moderne zu bringen. Zumindest in der Einzelspielerkampagne stimmt einfach alles: der Humor (selbst euren Charakter interessiert die Story nicht), das Leveldesign (guter Mix aus grenzenloser Freiheit und zielstrebiger Führung), das Pacing (es ist nie langweilig), die Waffen (endlich mal wieder was mit echtem „Rums“ in der Hand!), die Musik (passt wie die Faust ins Auge eines Imps), die Kämpfe (schnell, hart und blutig) – perfekt! Selbst die „Glory Kills“, die im Vorfeld durchaus etwas kritisch beäugt wurden („nehmen Tempo aus dem Spiel“) funktionieren überraschend gut und sorgen gerade dafür, dass das Tempo jederzeit hoch bleibt in den Kämpfen. So muss ein DOOM in der heutigen Zeit nicht nur aussehen, sondern sich auch spielen. Ja, ids neustes Werk wäre höchstwahrscheinlich der Gewinner für den „Spiel des Jahres“-NOCA geworden – und das absolut verdient!

Mein Schiffchen

2. High Sea Saga (2016; iOS, Android) – Über 100 Stunden habe ich bereits in diesen Kairosoft-Titel versenkt und trotzdem habe ich ihn immer noch nicht durch. Zugegeben: Das ist weniger verwunderlich, als es sich anhört, handelt es sich hierbei doch um ein Free-2-Play-Werk. Ja, davon bringt der japanische Entwickler (leider) mittlerweile immer mehr auf den Markt. Der große Unterschied zu seinen anderen, einmal-bezahlen Werken sind vor allem die „Social Features“ (mit und gegen andere spielen) sowie viel gegrinde wenn ihr kein Geld ausgeben wollt. Entsprechend langsam kommt ihr damit voran (hänge auch aktuell etwas fest) eure Piratenmannschaft und euer Schiff aufzuleveln, um damit dann die Quests auf den einzelnen Inseln zu meistern sowie zwischendurch gegen andere (menschliche wie computergesteuerte) Piraten zu kämpfen und ein paar Leute gefangen nehmen, um sie entweder zu eurer Mannschaft hinzuzufügen oder sie als Untertanen zu gewinnen. Wie immer ist der Weg das Ziel (ja, es gibt ein offizielles Ende) und wie von Kairosoft-Titeln gewohnt, gibt es extrem viel Tiefgang zu entdecken.

Jeden aus eurer Mannschaft (aktuell bei mir 60 Matrosen und 12 Monster) dürft ihr beispielsweise individuell ausstatten in Sachen Spezialfähigkeiten, Beruf (=Klasse) und Bewaffnung und natürlich gilt es erst alles freizuschalten. Die Monster wollen beispielsweise aus Eiern ausgebrütet werden, die ihr durch die Zugabe von Essen (Power-Ups) vor dem Schlüpfen nach euren Wünschen manipuliert. Für die Berufe brauchen eure Matrosen Erfahrung, die sie durch das Benutzen der Geschäfte, Übungsräumen und Dekorationsobjekten auf eurem Schiff sammeln und für die „besseren“ (tatsächlich haben alle Berufe ihre Vor- und Nachteile) muss der kleine Mann sogar erst eine bestimmte Anzahl an anderen Berufen gemeistert haben. Und auch nur so kommt ihr an die verschiedenen Spezialfähigkeiten wie „Alle in der ersten Reihe angreifen“, die durch das Meistern des jeweiligen Berufs dann dem Kompagnon für alle Ewigkeit zur Verfügung stehen. Auf den Inseln baut ihr hingegen Geschäfte nachdem ihr das Bossmonster besiegt habt und erhöht so eure Population (zum Freischalten zusätzlicher Meere) und habt, logischerweise, Zugriff auf noch mehr Sachen.

Ich könnte noch seitenweise weiterschreiben aber wichtig zu wissen ist für euch denke ich nur: Es ist ab und zu etwas nervig, weil ich erst warten muss bis meine Recken stark genug sind – es hält mich aber problemlos und wie erwähnt schon eine halbe Ewigkeit bei Laune und macht sehr viel Spaß.

Angriff!

3. Skyforce Unite! (2016; iOS, Android) – Noch ein Free-2-Play-Titel von Kairosoft. Statt mit Piratenschiffen, seid ihr hier rundenbasiert mit Flugzeugen unterwegs. Im Vergleich zu High Seas Saga ist der Titel etwas geradliniger aber definitiv nicht weniger umfangreich. Nicht nur gibt es dutzende unterschiedliche Flugzeuge (unterteilt in Kategorien wie Bomber, Jäger, Hubschrauber), auch ihre Bewaffnung und ihre Upgrades sind zahlreich und dürfen von euch individuell zusammengestellt werden. Anschließend geht es auf das Spielfeld auf dem ihr euch mit Zahlenkarten bewegt bis ihr auf einen Feind stoßt. Dann gilt es diese zufällig ausgewählten Karten zu nutzen, um entweder anzugreifen, sich zu heilen oder einen Spezialangriff zu fahren. Dass jeder Feind genauso wie ihr verschiedene Stärken und Schwächen hat, dürfte logisch sein. Und so arbeitet ihr euch von Region zu Region (natürlich mit jeweils unterschiedlichen Gegnertypen und damit Herausforderungen an die Ausstattung und Art eurer Flugzeuge) durch bis der finale Boss im Dreck liegt. Auch gegen menschliche Teams könnt ihr antreten, obwohl meine Erfahrung ist, dass die asiatischen Spieler einen immer nur gnadenlos platt machen.

Im Gegensatz zu High Seas Saga bin ich bei Skyforce Unite! tatsächlich schon am offiziellen Ende angekommen und spiele seitdem nur noch sporadisch weiter, um noch bessere Flugzeuge und Upgrades für diese freizuschalten. Zudem fehlen mir noch so einige Feindfotos (damit analysiert ihr sie und erhaltet dann Kampfboni oder zusätzliche Items), schließlich muss man immer abwägen ob man seinen Zug tatsächlich dafür verbraucht ein Foto zu machen oder dadurch eher Gefahr läuft zu sterben. Vor allem in den Eskort-Missionen (ihr könnt auf Wunsch Aufträge annehmen) ist das ein wichtiger Faktor. Bis zu diesem Punkt hat mich der Titel aber trotz der üblichen Free-2-Play-Barrieren sehr stark motiviert und sehr viel Spaß bereitet. Eben wie fast alle Kairosoft-Titel…ich scheine da eindeutig eine gewisse Affinität zu haben für.

The Incredible Adventures of Van Helsing: Final Cut (Herstellerbild)

4. The Incredible Adventures of Van Helsing: Final Cut (2015; PC) – Im „Final Cut“ haben die Entwickler von Nerdcore Games alle drei Teile ihrer Hack ’n‘ Slay-Saga in einem einzigen Titel vereinigt. So könnt ihr die ganze Geschichte an einem Stück und ohne Unterbrechung erleben. Es wurde quasi das Beste aller drei Welten zusammengepackt – zumindest je nachdem welchen Fan man fragt (zum Beispiel wurde die Anzahl der Klassen im Vergleich wieder reduziert). Ich hatte bislang nur die Teile 1 und 2 durchgespielt aber da man als Besitzer der Trilogie (halb-)automatisch den „Final Cut“ bekommt, habe ich damit nochmal von vorne begonnen und erlebe damit das grandiose (?) Finale der Serie.

Richtig viel Spaß macht der Ausflug nach Borgovia (nur echt mit Vampiren und Werwölfen) definitiv auch beim zweiten Mal. Es mag vielleicht nicht die technische wie spielerische Klasse eines Diablo II oder Diablo III erreichen aber mit gefällt der Monsterjäger im Vergleich tatsächlich besser. Das liegt vor allem an eurer ständigen Begleiterin Lady Katarina (ein Geist) sowie am Setting (Steampunk). Obwohl die Geschichte durchaus ernst gestaltet ist (soweit „die Welt wird mal wieder vom Bösen bedroht“ ernst sein kann), sind Van Helsing und Lady Katarina eher ein Buddy-Cop-Movie-Team und auch die restliche Spielwelt nimmt sich nicht ganz so voll. Vor allem sie hat öfters einen dummen Spruch auf den Lippen und neckt den armen Monsterjäger, der komischerweise immer mit seinem berühmten Vater verwechselt wird (warum nur?!). Das macht die Sache wesentlich lockerer und amüsanter. Aber auch die eigentliche Spielwelt und deren detaillierte Darstellung gefällt mir zusammen mit der doch großen spielerischen Freiheit (allein der 1. Fähigkeitenbaum von Van Helsing füllt schon mehrere Bildschirme…) sehr gut, bei der ich gar keine zusätzliche Unterscheidung in irgendwelche Klassen vermisse (gab es im ersten Teil anfangs sowieso nicht). Mal abgesehen davon, dass ich es auch in Hack ’n‘ Slay-Titeln lieber habe einem roten Faden (=zahlreiche Quests) folgen zu können statt nur sinnlos auf er Suche nach Loot dahinzumetzeln.

Ich werde beschossen!

5. Overkill (2014; iOS, Android) – Technisch gesehen gehört der Free-2-Play-Titel zu einer Art von Smartphone-Ego-Shootern, die kein „angesehener Gamer“ gut finden dürfte. Stundenlang und völlig stupide Schießbuden-Gegner auf einer 2D-Ebene abknallen, um genug Geld zu sammeln und die nächste Waffe freizuschalten (oder die aktuelle zu verbessern), um damit genau das gleiche weiter zu machen? Wo ist da der Skill, der Anspruch, das Spiel?! Und doch: Auf irgendeine Art und Weise scheint es Spaß zu machen (gibt mittlerweile schon den 3. Teil der Serie) sich der Herausforderung zu stellen alle Gegner einer Welle abzuschießen bevor sie mich platt machen. Woran es liegen könnte?

Nun, zum einen daran, dass es tatsächlich gar nicht so einfach ist die 21 Gegnerwellen (20 normale und eine „Hell Wave“) pro Level zu meistern (gibt noch einen Survival- und Multiplayermodus). Ein gewisser Zufallsfaktor wo die Feinde nach dem Levelneustart auftauchen, die Zusammensetzung dieser Gruppen (Drohnen sind besonders heftig), die Stärken und Schwächen der eigenen Waffe – es gibt tatsächlich viel zu beachten. Da fällt es gar nicht mal so sehr ins Gewicht, dass es nur fünf Level gibt. Bis man die gemeistert hat, dauert es eine Weile – zumal es vor allem in den späteren Levels (Feinde sind weiter weg) sehr darauf ankommt welche Waffe ihr nutzt (nein, Scharfschützengewehre sind nicht pauschal die beste Lösung). Es ist also nicht so, dass ihr einfach nur mit der AK-47 das komplette Spiel bis ans Ende kommt. Gleichzeitig heißt es mitunter zwischen den Wellen mal zu wechseln. Kommen in dieser Welle viele Drohnen? Dann ist der Granatwerfer wohl besser als das MG4, obwohl dessen Munition viel kostet und für die normalen Gegner normalerweise Verschwendung ist. Und zum anderen profitiert Overkill natürlich immens vom „Das nächste Mal schaff ich’s!“-Faktor sowie von der „Ich will auch mal die Minigun-Benutzen“-Faszination. Ich bin entsprechend immer wieder motiviert es zu starten – schließlich fehlen mir nur noch sieben von 18 Schießprügel und ich muss noch zwei Wellen von Level 5 schaffen.

 

Und damit wisst ihr nun nicht nur, was mich dieses Jahr nicht nur am meisten beschäftigt, sondern auch was mir Spaß gemacht hat in Sachen Videospielen. Wir lesen uns dann am Samstag zum traditionellen Weihnachtsgruß wieder und bis dahin freue ich mich darauf in den Kommentaren davon zu lesen, mit welchen Titeln ihr so durch das Spielejahr 2016 gekommen seid.

Es ist weiterhin schwierig zu sagen was ich eigentlich so spiele, denn viel Substantielles ist da weiterhin nicht dabei. Und ja, eine Top 5 des Jahres möchte ich schon noch machen (die Bagdadsoftware NOCAs sind weiterhin völlig unrealistisch) – wenn ich zeitlich dazu komme und mir überhaupt fünf Spiel einfallen. Ist definitiv traurig geworden mit mir in dieser Hinsicht :smile: . Ja, selbst DOOM habe ich immer noch nicht durch. Was aber auch ein Stück weit daran liegt, dass ich natürlich im ersten Durchlauf gleich alle Secrets sammeln will. Da dauert es durchaus ein wenig länger bis ich ein Level fertig habe. Auch während der Reha habe ich tatsächlich weniger gespielt als vor vier Jahren. Erwähnenswert sind deshalb nur die folgenden zwei:

Kurz aber bockschwer

Metal Slug 7 (Herstellerbild)

Zu allererst habe ich mich mal intensiv mit Metal Slug 7 (Metal Slug XX, NDS, PSP, XLA – 2008) auf meinem Nintendo 3DS beschäftigt. So richtig gespielt hatte ich bis dato noch keinen Titel dieser durchaus umfangreichen Serie (Teil 7 ist der aktuell letzte). Man ist zwar auf dem einfachsten von drei Schwierigkeitsgraden ziemlich schnell durch die sieben Level durch (die Story ist dünner als dünn). Aber das ist bekanntlich nicht Sinn dieser Titel. Stattdessen geht es darum die Highscore in die Höhe zu treiben, das Spiel mit jedem der Charaktere mit ihren grundverschiedenen Vor- und Nachteilen auf „Hart“ zu meistern sowie alle Gefangenen in jedem Level zu befreien.

Letzteres ist besonders schwierig, da ihr zwar sterben dürft – ihr habt sowohl ein paar Leben als auch ein paar Continues – aber dadurch die Anzahl der befreiten Gefangenen zurückgesetzt wird. Und sterben werdet ihr viel, denn ihr haltet ausschließlich einen einzigen Treffer aus. Da sind die Bosskämpfe fast schon einfacher als die einzelnen Levelabschnitte in denen euch zahlreiche Soldaten inklusive schwerem Geschütz (Helikopter, Panzer, stationäre Geschütze und dergleichen) das Leben schwermachen. Hektik ist deswegen auch ganz klar mein größter Feind gewesen. So viel passiert mitunter auf dem Bildschirm, dass Auswendiglernen nicht nur eine Tugend, sondern sogar eine Pflicht ist. Wie oft ich aus Versehen zur falschen Waffe gewechselt habe geht auf keine Kuhhaut. Gleichzeitig kommt aber natürlich wie immer in solchen Spielen sehr schnell ein „Jetzt erst recht!“- oder „Noch einmal, dann schaffe ich es!“-Gefühl auf. Zusammen mit dem Drumherum wie dem lustigen Comiclook (allein wie euer kleine Panzer durch die Gegend juggelt ist sooooo putzig) und dem treibenden Soundtrack, ergibt das einen durchaus kurzweiligen Titel.

Beim Christoph meint: Wer das Genre der Run’n’Gun-Shoot ‚em ups mag, der wird mit Metal Slug 7 genauso seinen Spaß haben wie mit einem Contra. Die Serie dürfte mittlerweile ziemlich nah an der Perfektion sein. Ich war auf jeden Fall länger unterhalten als ich dachte und hatte ganz klar Spaß dabei, da ich schon auf Mittel absolut kein Land sehe (und vergebe deswegen keine finale Wertung). Ich habe es im Laufe der drei Wochen trotzdem immer mal wieder probiert, bin mitunter auch mal wieder ein Stück weiter gekommen vor dem Scheitern und war dadurch wieder frisch motiviert weiter zu machen. So sollte das sein.

Ein portabler Shooter

Resistance: Burning Skies (Herstellerbild)

Neben dem Nintendo 3DS hatte ich selbstverständlich auch meine PlayStation Vita dabei. Darauf lief nicht nur Uncharted: Golden Abyss (noch nicht durch), sondern vor allem Resistance: Burning Skies (PSV, 2012). Da habe ich zwar die Hauptserie noch nicht durch (Teil 3 fehlt noch) aber der Vita-Titel ist sowieso ein Spin-off der während dem ersten Teil spielt. Während sich Nathan Hale also in Großbritannien vergnügt, sind wir hier in New York unterwegs. Die Geschichte rund um den Feuerwehrmann Tom Riley, der wie so oft nur zufällig zum Kämpfer wird und eigentlich ausschließlich seine Familie schützen will, ist also kein Muss und füllt ausschließlich ein paar zusätzliche Details vor allem in Bezug auf die Chimera aus. Sie ist auch ganz gut gemacht und hält bei der Stange. Nervig ist nur, dass ihr die jeweilige, stilistisch einfach gehaltene, Introsequenz eines Levels jedes Mal wieder komplett anschauen müsst (obwohl ihr es schon gespielt habt und anschließend an einem Checkpoint im Level startet!), wenn ihr das Spiel beendet und neu startet.

Das Spielprinzip ist hingegen exakt das Gleiche wie auf der PlayStation 3 – nur etwas limitierter sowohl in Sachen Technik (das Original war ja schon nicht besonders hübsch) als auch beim Gameplay (stark lineare Level mit übersichtlichen Set-Pieces). Mit allerlei Schießprügel bewaffnet (alle aus der Hauptserie bekannt), die ihr im Laufe des Spiels mit Verbesserungen versehen dürft (aber immer nur zwei davon auf einer Waffe gleichzeitig aktiv), kämpft ihr euch in der Ego-Perspektive durch die verschiedenen Areale und bekämpft fleißig kleine und große Vertreter der Chimera inklusive regelmäßigen und imposanten Bosskämpfen.

Übersichtlich

Der Anspruch ist dabei selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad eher überschaubar, schließlich mussten die Entwickler berücksichtigen, dass es mit dem Zielen trotz zwei Sticks nicht ganz so schnell und genau geht wie auf der Konsole. Letzteres macht sich speziell im finalen Bosskampf bemerkbar, wo ihr auf bestimmte Punkte zielen müsst. Aber selbst da habe ich maximal ein halbes Dutzend Anläufe gebraucht, bis ich es geschafft hatte.

Resistance: Burning Skies (Herstellerbild)

Die Schwierigkeit entsteht quasi mehr durch eure Probleme mit der Steuerung und weniger durch eure Gegner, die vergleichsweise wenig treffen und auch teilweise sehr vorhersehbare Angriffsmuster haben. Das ist besonders bei den fliegenden Chimera auffällig, die ihre 3-4 vorgegebenen Punkte in Reihenfolge anfliegen. Entsprechend hinter die Deckung gehen, einen der Punkte mit dem Scharfschützengewehr anpeilen und warten. Nach gut sechs Stunden Spielzeit lag dann der letzte Feind schon im Dreck und ich hatte meine allererste Platinum-Trophäe (sammele alle Trophäen im Spiel). Kurz und knackig quasi, denn gelangweilt habe ich mich zu keinem Zeitpunkt und ich wusste auch immer wo es als nächstes hingeht. Für die Zeit danach gibt es zwar einen Mehrspielermodus und ich hatte auch tatsächlich ein paar Runden Spaß damit. Aber sowas ist mir auf einem Handheld zum einen viel zu anstrengend und zum anderen hat man ja nicht immer Internet zur Hand.

Beim Christoph meint: Shooter gibt es auf der PlayStation Vita nicht ganz so viele und für Fans der Serie ist der Titel durchaus interessant. Aber mehr als solide 3 von 5 Sics kann ich Resistance: Burning Skies dann doch nicht mit gutem Gewissen geben. Ich habe ihn hauptsächlich gekauft und gespielt, weil mich die Serie und die dazugehörige Geschichte interessiert und unter dieser Prämisse hatte ich auch meinen Spaß. Aber abgesehen davon bietet er spielerisch absoluten Shooter-Durchschnitt und die Grafik ist selbst für 2012er Verhältnisse potthässlich. Somit ist es alles nur kein Pflichtkauf.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

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