Ab heute ist wieder Arbeiten angesagt. Der linke Nasenflügel ist laut Krankenhausarzt wieder in einem perfekten Zustand. Im rechten Flügel hängen hingegen noch die Fäden rum (sechs Wochen dauert es bis sie sich von alleine Auflösen), ich hol beim Spülen immer noch vergleichsweise viel Dreck raus und es besteht immer noch ein klein wenig die Gefahr, dass die Wunde an der Nasenmuschel mit der Nasenscheidewand zusammenwächst. Aber durch die regelmäßigen Termine beim HNO zur Trennung der beiden, ist das Risiko mittlerweile sehr gering, weil auch diese Wunde fast komplett verheilt ist.

So muss das sein. Stellt sich nur noch die Frage, was ich die letzte Woche so getrieben habe mit meiner Freizeit. Nun, tatsächlich wieder vergleichsweise viel gezockt. Bis Dienstagnachmittag noch World of WarCraft (immer noch nicht mit allen Dungeons von Wrath of the Lich King fertig) und dann unter anderem Beat Hazard.

Rhythmus im Weltraum

Beat Hazard: Shadow Operations Unit (Herstellerbild)

Hatte gar nicht mehr im Kopf, dass ich mir für meine NOCA-Nominierung für die Beste Ablenkung für Zwischendurch des Jahres 2012 im Winter Sale 2015 den DLC Shadow Operations Unit gekauft hatte. Also habe ich mal wieder in diesen immer noch absolut empfehlenswerten Top-Down-Rhythmusshooter reingeschaut und fleißig Shadow-Missionen erledigt. Die Meinung zu diesen DLC ist auf Steam eher auf der negativen Seite aber ich finde ihn tatsächlich ganz nett. Ja, ihr spielt im Prinzip einfach weiter das Grundspiel und habt nur die Möglichkeit andere Schiffe zu benutzen mit ihren ganz eigenen Vor- und Nachteilen (und Shadow-Missionen).

Aber der DLC bringt zum einen durch die Schiffe etwas Abwechslung in die Sache und zum anderen auch neue Herausforderungen, denn die neuen Schiffe sind teilweise echt gewöhnungsbedürftig (steuern sich zum Beispiel wie ein Wal im Weltraum). Und das Erfüllen der Shadow-Missionen ist aufgrund teilweise sehr heftiger Sterbekonditionen (zum Beispiel: „Verliere den kompletten Missionsfortschritt“) kein Pappenstiel. Ach und wer auf Mods steht: Dank Workshop-Support warten mittlerweile hunderte Schiffe von andern Nutzern darauf von euch geflogen zu werden. Wer also immer noch Spaß am Original hat und zumindest für ein paar Stunden etwas mehr Abwechslung haben möchte, kann aus meiner Sicht durchaus zugreifen – spätestens, wenn er mal wieder in einem Sale runtergesetzt ist.

Themawechsel

Aber wie der Titel des Eintrags schon sagt, soll es heute gar nicht so detailliert um Beat Hazard gehen. Stattdessen habe ich es tatsächlich geschafft endlich mal wieder ein Spiel durchzuspielen, das nicht von Kairosoft stammt:

Cover

Uncharted: The Golden Abyss (2012, PSV) – Es gibt tatsächlich nur ein paar Punkte, die deutlich machen, dass es sich hier um keinen Titel aus der Hauptserie handelt. Da wäre zu allererst natürlich die Tatsache, dass ihr es auf einem kleineren Bildschirm zockt und die Grafik eher auf dem Niveau von Drake’s Fortune ist als auf dem von Drake’s Deception. Dann steht SIC Bend Studios statt Naughty Dog als Entwickler drauf. Und als PlayStation Vita-Launch-Titel muss das Spiel natürlich den ganzen Firlefanz der Plattform unterstützen/nutzen (Backpad, Motion Control, Touch Control, etc.). Aber abseits davon steht nicht nur Uncharted drauf, es ist auch 100% Uncharted drin – was eindeutig positiv gemeint ist.

Die übliche Schatzsuche

Die Geschichte spielt noch vor Uncharted: Drake’s Fortune und es geht um den Cibola-Mythos (Sieben Städte aus Gold), dem ein paar verrückte spanische Inquisitoren während der Zeit der Entdeckung Amerikas anhingen. Wie immer ist die ganze Sache in Uncharted natürlich kein Mythos und am Ende findet Drake tatsächlich mit Quivira eine dieser sagenumwobenen Goldhalden. Und selbstverständlich ist Drake nicht der einzige, der danach sucht. Sein geldgieriger Kumpel Dante sowie der Rebellengeneral Guerro wollen das Gold unter allen Umständen haben und stellen sich Drake mit einer ganzen Armee entgegen. Aber Drake ist nicht alleine Unterwegs und kann neben Marisa Chase als neuer Charakter auch auf den altbekannten Sully zählen. Dabei gibt es keine großartigen neuen Erkenntnisse über Drake oder Sully, die Geschichte steht wirklich fast vollständig unabhängig von den Konsolentiteln auf eigenen Füßen. Es fügt sich aber aus meiner Sicht trotzdem alles perfekt und ohne Widersprüche in den restlichen Kanon ein.

Uncharted: Golden Abyss (Herstellerbild)

Auch spielerisch erwartet euch alles, was die großen Konsolentitel zu bieten haben und mehr oder weniger Spaß machte: Circa 10-12 Stunden Spielzeit vollgestopft mit einer interessanten und gut erzählten Geschichte sowie mit zahlreichen Kletter-, Prügel-, Schieß- und Puzzleeinlagen inklusive haufenweise Quick Time Events. Allerdings wurden die Sachen angereichert mit den neuen Funktionalitäten der PSV. Beim Klettern etwa bricht ein Stein ab und Drake muss sich retten? Also mit dem Finger über den Bildschirm in die Richtung streichen, die das Spiel anzeigt. Quasi statt in den QTE irgendwelche Buttons drücken, müsst ihr auf dem Bildschirm rumschmieren. Teilweise eine äußerst nervige Angelegenheit, vor allem in den Kämpfen (Spoiler: die finalen Bosskämpfe sind mehrere Minuten lang nur dieser Mist mit einem kompletten Neustart beim kleinsten Fehler!). Größtes Problem dabei: Der Bildschirm reagiert nicht immer gut auf die jeweilige Eingabe. Wie oft ich am Checkpoint neu starten musste, nur weil ich scheinbar nicht fest genug oder sowas über den Bildschirm gestrichen habe, geht auf keine Kuhhaut.

Die nervigen Features

Motion Control kommt hingegen hauptsächlich beim Schießen zum Einsatz, darf aber zum Glück von euren Nerven fast vollständig ignoriert werden (zumindest auf „Hard“ bin ich so schon oft genug gestorben) solange ihr die PSV ruhig haltet. Nur beim Reinzoomen mit dem Fotoapparat oder dem Scharfschützengewehr müsst ihr entweder wieder über den Bildschirm streichen oder das Backpad nutzen. Wie gut das funktioniert, könnt ihr euch denken: Gar nicht. Immer eine extrem nervige und absolut ungenaue Angelegenheit. Ab und zu, wenn ihr beispielsweise über eine Planke geht, stolpert Drake außerdem und ihr müsst ihn wieder durch Bewegen der PSV in Balance bringen. Vermutlich die einzige Sache, die halbwegs gut funktioniert.

Uncharted: Golden Abyss (Herstellerbild)

Zum Lösen der Puzzle (auch bei den optionalen) steht fast ausschließlich hantieren mit den Touch-Komponenten auf dem Programm. Die einfachste Variante ist, dass ihr Objekte per Drag & Drop verschieben müsst. Besonders gerne dürft ihr aber Wischen. Ein Schwert hat Symbole drauf, ist aber total verdreckt? Also auf dem vorderen Bildschirm fleißig schubbeln, um den Dreck zu lösen und dabei mit dem Backpad das Objekt drehen, um alle Seiten frei zu bekommen. Oder ihr findet einen Stein mit Markierungen, die ihr auf ein Blatt übertragen sollt: Wieder schubbeln bis jede Ecke des Blattes mit Kohle voll ist. Prinzipiell ist, dass alles natürlich sehr nett. Aber es wird dadurch der Spielfluss sehr häufig und verhältnismäßig lange unterbrochen (genauso wie durch die gefühlt 10.000 verschiedenen Sachen, die ihr sammeln könnt). Und ich weiß nicht, wer es wirklich angenehm findet auf einer Glasplatte mit dem blanken Finger herum zu schrubben. Ich auf jeden Fall nicht. Schon gar nicht bei sommerlichen Temperaturen, wenn besagte Finger sowieso schon so eklig pappen. Mir tun die QA-Tester leid, die über Tage und Wochen hinweg diesen Mist machen mussten.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es solide 3 von 5 Sics. Größtes Problem sind für mich tatsächlich die ganzen Zusatzfeatures, die nur wegen der PSV eingebaut wurden plus noch ein paar Kleinigkeiten bei der Steuerung, die hier und dazu unnötigem Ableben führten. Ihr wisst schon: Wegen der doofen Kamera an der Kante vorbeigesprungen, Drake nicht in die richtige Deckung bekommen und derlei Krimskrams, der mir aber auch schon in der Hauptserie dann und wann den Nerv raubte. Ohne diese Probleme hätte ich locker noch einen Sic mehr gegeben, denn es erwartet euch ein Abenteuer, dass aus meiner Sicht auf jeden Fall auf dem Niveau der großen Vorbilder ist. Für Fans eindeutig ein Pflichtkauf und für PSV-Besitzer auf der Suche nach einem Action-Adventure auch eine klare Empfehlung.

Eine Runde in Alt-Dalaran rumstehen

So langsam wird das wieder mit der Nasenatmung. Hoffentlich dann auch mit den gewünschten dauerhaft positiven Auswirkungen. Die Platzwunde mit dem blauen Auge ist bereits so gut wie verheilt (die Fäden wurden letzte Woche schon gezogen). Der Zeitpunkt der Operation war auch ganz praktisch, da ich seit langem mal wieder sieben Tage kostenlose Spielzeit für World of WarCraft geschenkt bekommen habe von Blizzard. Das letzte Mal hatte ich mich ja durchaus extrem aufgeregt darüber, wie sich das Spiel so seit meiner ernsten Zeit (2005 bis 2009) entwickelt hat. Aber ich freue mich natürlich trotzdem immer wieder darauf mal reinzuschauen. Schließlich fehlen mir aktuell noch maximal sieben Tage bis ich nach über 12 Jahren ENDLICH meinen Winterspring Saber reiten darf. Ja, interessiert keine Sau mehr mittlerweile aber es geht mir hier um das Prinzip!

Relaxen

Abseits von meinen Abenteuern in Winterspring arbeite ich mich fleißig weiter durch die Inhalte von Wrath of the Lich King (noch ein paar 5-Mann-Dungeons und Icecrown-Quests, dann ist es endlich geschafft) sowie Cataclysm (Hyjal und Vashj‘ir schon erledigt – jetzt Twilight Highlands). Wobei sich der Anspruch extrem in Grenzen hält aufgrund des Downgrades durch das jeweilige nächste Addon. Wie es genau funktioniert weiß ich nicht (konnte irgendwie keine Infos finden). Also ob die Gegner dann einfach so schwach werden wenn man +5 Level über ihnen ist oder schlicht die ganzen Inhalte generft werden. Ist aber auch egal. Mit aktuell Level 88 bin ich zwar vergleichsweise stark für die Regionen (80-85) aber trotzdem fliege ich nur so durch die Inhalte, weil alle Gegner bereits beim Anschauen tot umfallen (geben im Gegenzug aber so gut wie keine Erfahrungspunkte mehr). Finde ich äußerst erholsam und tatsächlich eine gute Idee von Blizzard. So kann ich die Inhalte einfach nur erleben und die Geschichte genießen – inklusive Sachen, die ich sonst vermutlich nie erfahren hätte (besagte 5-Mann-Dungeons, die ich nun auch alleine bestehen kann). Die Raids sind zwar, soweit ich das bislang gesehen habe, immer noch nicht Solo machbar – also kein Lich King töten für mich. Aber immerhin zum Beispiel gerade mit Jaina Proudmoore durch die Forge of Souls und die anhängenden Instanzen in Icecrown Citadel gewuselt (nichts für mich gedroppt allerdings :smile: ).

Nur noch ein paar Quests bis zum Achievement

So „gechillt“ das Spiel zu erleben macht mir tatsächlich genug Laune, dass ich darüber nachdenke doch nochmal 30 Tage einzukaufen und mich inhaltlich zumindest halbwegs bis zum aktuellen Addon (Legion) vorzuarbeiten. Leider habe ich bekanntlich nicht einmal Ansatzweise die Zeit dafür diese dann auch tatsächlich zu nutzen. Also wird dieses Vorhaben unter Garantie im Sande verlaufen (ist es hiermit). Aber bis Dienstagnachmittag meine Spielzeit abläuft werde ich sicherlich noch ein paar Stündchen darin versenken. Die Kritikpunkte aus meinem anderen Eintrag sind freilich weiterhin richtig und gültig und wenn ich ernsthaft vorne mitspielen würde, würden sie mich auch weiterhin nerven. Aber mich am unteren Ende der Fahnenstange einfach nur von Quest zu Quest zu hangeln, da kann ich beispielsweise mit den homogenisierten Klassen leben (spiel ja nur alleine mit meiner Nachtelfendruidin). Und die Kennzeichnung auf der Minimap wo das nächste Questziel ist weiß ich sogar sehr zu schätzen.

Andere Spiele

Abseits von World of WarCraft habe ich mal wieder im Ausland ein paar Spielchen eingekauft. Weniger, weil es ganz schlimme Sachen sind, sondern mehr, weil die Verfügbarkeit im Deutschland nicht mehr wirklich gegeben ist. Das ist auch der einzige Grund, warum ich jetzt zugeschlagen und nicht noch länger gewartet habe. Vor allem Dying Light: The Following gibt es Retail quasi nirgends mehr zu einem vernünftigen Preis kaufen (ich weiß, ich bin weiterhin bekloppt). Außerdem landeten noch Sniper: Ghost Warrior 3, Dead Rising 4 und Dead Island: Definitive Collection in meinem Warenkorb. Aber Meinungen gibt es an dieser Stelle zu keinem davon von mir. Zum einen, weil zwei der Titel indiziert sind und ich somit gar nichts sagen darf und zum anderen, weil ich die anderen zwei noch nicht ausreichend gezockt habe. War ja mit World of WarCraft beschäftigt sowie im Bett mit Uncharted: Golden Abyss. Zu letzterem aber erst mehr, wenn ich es durchhabe. Bin allerdings erst ungefähr bei der Hälfte angekommen. Hätte wirklich nicht gedacht, dass der Titel so umfangreich ist. Es ist tatsächlich in allen Belangen sehr nah an seinen großen Brüdern dran (aber zeitlich vor Uncharted: Drake’s Fortune angesiedelt).

Und was zockt ihr aktuell so bei diesen durchaus sommerlichen Temperaturen?

Sicarius

Tanzende Actionhelden

Der Steam Summer Sale war urplötzlich da (zumindest für mich) und ist auch schon wieder vorbei. Ich habe aber tatsächlich in der Zeit knapp 85 Euro (in drei Einkäufen) ausgegeben – hauptsächlich für Sachen von meiner Wishlist, die zum einen unter 5 Euro gekostet haben (vor allem DLC) und von denen es keine Retailversion gibt. Ja, diese Einschränkung gibt es weiterhin. Hält mich immerhin davon ab noch mehr zu kaufen :smile: . Nennenswert (und die einzigen, die ich bislang überhaupt ausführlicher gespielt habe) sind aus den Einkäufen aber nur Broforce und Crypt of the NecroDancer. Entsprechend geht es heute um diese zwei Titel mit Retro-Look:

Tanzen im Dungeon

Crypt of the NecroDancer (Herstellerbild)

Crypt of the NecroDancer hat mich schon länger massiv gereizt, schließlich hatte ich euch den Soundtrack bereits vor langer, langer Zeit wärmstens empfohlen (daran hat sich übrigens nichts geändert). Und ich muss sagen, dass mich ebenso das Spiel sofort überzeugen konnte. Die Idee sich nur im Takt der Musik bewegen zu können ist zumindest für mich ziemlich neu. Daraus dann auch noch einen Rogue-like zu machen (und damit den The Binding of Isaac-Fanboy-Teil meines Hirns zu aktivieren) war ein gewiefter Schachzug. Einfach die Levels auswendig zu lernen ist da nicht aufgrund des zufälligen Aufbaus. Stattdessen heißt es wie in Dark Souls und Co. die Gegner zu beobachten, ihre Verhaltensweisen zu lernen und dann den richtigen Takt zu finden, um Anzugreifen (und dabei keinen einen einzigen Beat fallen zu lassen).

Die diversen Power-ups, die ihr nach und nach mit aufgesammelten Diamanten freischaltet, tun ihr Übriges, um euch jedes Mal vor neue Herausforderungen zu stellen. Ganz irritiert war ich beispielsweise vom „springe doppelt so weit“-Power-up. Da war ich fast schon froh endlich zu sterben, weil ich damit überhaupt nicht klarkam (wie soll ich denn jetzt den Schatz einsammeln, der da in der Mitte des Raums liegt?! Egal wie, ich springe immer nur drüber!) :smile: . Richtig coole und trotz (erwartungsgemäß) vieler Neustarts eine richtig spaßige Angelegenheit. Nur der Gesang des Shopkeepers – der gefällt mir auch im Spiel nicht. Von daher: Wer kein Problem mit Rhythmus-Titeln und Rollenspiel-Rogue-likes hat, sollte sich Crypt of the NecroDancer unbedingt mal anschauen. Es ist eindeutig mal was anderes.

Nostalgie-Patriotimus pur

Broforce (Herstellerbild)

Broforce ist da das komplette Kontrastprogramm. Da kommt es so überhaupt nicht auf Feingefühl und Taktik an. Aber das ist bei den Titeln des Publishers Devolver Digital ja sowieso eher selten der Fall. Stattdessen werden die Actionhelden meiner Kindheit wieder zum Leben erweckt und sorgen für reichlich Chaos und brutale (Cartoon-)Action auf dem Bildschirm. Das Ziel: Den Boss am Ende des Levels finden und ihn besiegen. Warum? Weshalb? Wieso? Völlig egal. Der General hat es so entschieden, also geht die Broforce da hin und räumt auf. Dazwischen: Haufenweise Feinde und fast vollständig zerstörbares Terrain. Komplett wäre auch fatal, da man sich sonst sehr schnell in eine Situation bringen würde in der man nicht mehr weiter nach rechts laufen kann.

Alle Helden sterben bei einem Treffer sofort, besitzen aber unterschiedliche Bewaffnung. Während Brade sich mit seinem Schwert durch die Menge metzelt, spielt MacBrover lieber mit Dynamit und sprangt alles in die Luft. Außerdem gibt es für jeden noch eine Spezialfähigkeit, die Rambro beispielsweise eine Granate werfen oder Ash Brolliams mit seiner berühmten Kettensäge unverwundbar über den Bildschirm rasen lässt. Freigeschaltet werden die Helden nach und nach durch das Befreien von Gefangenen in den Levels. Diese sind zugleich auch ein Level up sowie ein Heldenwechsel. Ihr startet das Level quasi zufällig mit einem schon freigeschalteten Helden und wenn ihr einen Gefangenen befreit, werdet ihr zu einem zufällig anderen Helden. Nur in einigen wenigen „Covert Operations“-Levels habt ihr einen vorgegebenen Helden und auch nur ein einziges Leben.

Sterbt ihr doch mal im Kugelhagel, wacht ihr ohne große Unterbrechung am letzten Checkpoint als ein anderer Held wieder auf. Nur wenn euch die Leben ausgehen, heißt es zurück zum Anfang. Das macht das Spiel schnell und tatsächlich ziemlich frustfrei im Normalfall. Wie man natürlich das Achievement schaffen soll, für das man in der Kampagne kein einziges Mal sterben darf, erschließt sich mir nicht so ganz :smile: . Ach und einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler (online wie offline) gibt es auch. Mich macht das Spiel definitiv sehr an. Das kompromisslose „Ist doch alles egal“-Setting und die unkomplizierte und schnelle Action sind eine gelungene Kombination, die extrem viel Spaß macht. Also wer es noch nicht kennt und mit 2D-Shootern etwas anfangen kann: Zuschlagen ist Pflicht!

Sicarius

Erdbebenmeister

Wenn der Sicarius es tatsächlich mal geschafft hat brandaktuelle Spiele länger als zwei Minuten zu spielen, dann sollte man diese Anomalie gar nicht erst in einer ewig langen Einleitung verstecken. Lasst uns stattdessen sofort loslegen mit der höchst professionellen Berichterstattung:

Es blutet wieder in Quake!

Quake Champions (Closed Beta; PC) – Ich stehe voll hinter dem Motto „Quake for Life!“. Es gab, gibt und wird sicherlich nie einen besseren Arena-Shooter als Quake III Arena bzw. Quake Live (vor dem Steam-Update) geben. Nein, Unreal Tournament ist im Vergleich einfach nur lahm, unnötig kompliziert und überladen (wer braucht schon Waffen mit Sekundärfeuermodus?!) und schlichtweg doof. Entsprechend war ich im ersten Moment sehr enthusiastisch als der Ankündigungstrailer zu Quake Champions vor gut einem Jahr auf der E3 2016 bei Bethesda über die Leinwand lief. Dann kamen aber die Infos: Free-2-Play, Charaktere mit Spezialfähigkeiten und ein Look, der mehr an Unreal Tournament 2004 erinnert als an den Gothic-Stil von Quake (wenngleich grafisch natürlich auf dem neusten Stand). Das kann ja nichts werden.

Die Hauptprobleme

Nach zahlreichen Matches in der Closed Beta muss ich leider sagen, ist meine Euphorie nicht komplett zurückgekehrt. Aber fangen wir von vorne an: Aktuell läuft Quake Champions nur über den Bethesda Launcher. Also schon wieder eine zusätzliche Anwendung. Im Spiel selbst fällt sofort die Free-2-Play-Komponente ins Auge: Es steht euch nur der Charakter „Ranger“ zur Verfügung. Alle anderen Champions müsst ihr euch erst freischalten. Wie? Dauerhaft nur mit realem Geld. Temporär (24 Stunden) geht es hingegen mit der Ingamewährung, die ihr durch das Bestreiten von Matches und den dazugehörigen Awards (zum Beispiel den Klassiker „Impressive“ für „Treffe zweimal hintereinander mit der Railgun“) bzw. das Erfüllen der Daily Challenges erhaltet (töte einen Gegner mit einer Rakete in der Luft zum Beispiel).

Mein Erzfeind: Der Scalebearer

Jeder Charakter hat nicht nur unterschiedliche Start- und Maximalwerte in Sachen Lebensenergie und Rüstung, sondern auch noch eine Spezialfähigkeit, die sich automatisch nach 30 Sekunden wieder auflädt. Das lässt sich allerdings durch auf der Karte verteilte Sanduhren etwas beschleunigen. Visor kann dadurch kurzzeitig durch Wände andere Spieler sehen, Sorlag verpritzt Area-of-Effect-Säure und der Scalebearer hat einen Bull Rush zur Verfügung, mit dem er Feinde einfach über den Haufen rennt (extrem nervig!).

Begrenzungen

Damit kommen wir schon zu den nächsten zwei fundamentalen Problemen von Quake Champions: Zum einen ist eure Charakterauswahl extrem begrenzt. Aktuell stehen euch nur neun Stück zur Verfügung und soweit ich das verstanden habe, kommen da nicht viel mehr dazu. Freilich dürft ihr jeden Charakter optisch verändern – aber nicht frei nach Schnauze. Stattdessen kauft ihr euch mit der Ingamewährung Lootboxen, die Klamotten oder Waffenskins enthalten mit denen ihr euren Champion zumindest etwas individualisieren könnt.

Zum anderen ist damit auch die Zeit vorbei, wo ihr euren Charakter nur basierend auf dem Aussehen wählen konntet, denn die Spezialfähigkeiten sind zwar nicht kriegsentscheidend. Aber sie können eben doch das Zünglein an der Waage in einem knappen Kampf sein. Als Clutch alle halbe Minute ein Schild anmachen zu können, das jeden Schaden abblockt ist durchaus nicht ohne. Außerdem macht es zusätzlich noch einen massiven Unterschied ob ihr nur 100 Lebenspunkte haben könnt oder 150. Hatte bislang nicht den Eindruck, als wäre dafür noch etwas am Charakter anders (beispielsweise seine Geschwindigkeit). Kann mich aber natürlich täuschen.

Das Angebot

Die Optik ist durchaus beeindruckend.

In der Closed Beta stehen aktuell nur drei größere Karten zur Verfügung. Eine davon, Blood Covenant, kommt Veteranen sofort bekannt vor. Es handelt sich hier nämlich um eine vergrößerte Variante von Campgrounds. Abseits des grundsätzlich etwas ungewohnt bunten Looks und ihrer gefühlt etwas zu großen Fläche, sind die Karten aber prinzipiell optisch wie spielerisch abwechslungsreich und interessant gestaltet.

Spielmodi gibt es hingegen aktuell vier von anscheinend sechs geplanten zum Testen: Deathmatch, Team Deathmatch, Duel und Sacrifice. Während Deathmatch und Team Deathmatch wie gehabt sind, hat Duel eine Veränderung bekommen: Jeder Spieler wählt zu Beginn des Matches drei Champions aus, die es dann jeweils gilt zu besiegen. Sprich es geht nicht mehr darum innerhalb von 10 Minuten die meisten Frags zu machen, sondern einfach nur den Gegner drei Mal zu töten. Macht das Spiel natürlich wesentlich schneller aber ich hoffe trotzdem, dass es auch noch eine „normale“ Duell-Variante geben wird. Angekündigt wurde bislang allerdings nur ein neuer 2vs2-Duel-Modus, der von Quake-Legende Richard „noctis“ Gansterer designt wurde. Sacrifice ist hingegen der neue Teammodus (4vs4). Darin geht es darum eine Seele in der Mitte der Map einzusammeln, sie zu eurem Opferturm zu bringen und dann für eine gewisse Zeit diesen Turm zu beschützen. Quasi eine modifizierte Version von CTF. Spaß machen prinzipiell wie gehabt alle Modi – abhängig davon mit welchen Mitspielern man es zu tun hat.

Das Gameplay

Mit aktiviertem Schild in den Kampf

Spielerisch hält Quake Champions an der Loadout-Idee fest, die schon mit dem Steamupdate in Quake Live Einzug hielt. Sprich bei jedem Respawn dürft ihr sowohl euren Champion wechseln als auch entscheiden mit welcher von drei Waffen (meist Assault Rifle, Shotgun oder Lightning Gun) er startet. Das Aufsammeln auf der Karte ist aber weiterhin das A und 0.

Und dann kann es mit dem Fraggen losgehen. Erfreulicherweise ist das Spieltempo wie versprochen sehr hoch. Ersten Messungen von echten Pro-Gamern nach wohl zwar nicht wie versprochen komplett auf Quake III Arena-Niveau, aber für mich als 08/15-Quaker tatsächlich ausreichend. Auch die Waffen haben den gewohnten id-Software-Rums drauf und fühlen sich nach etwas an. Nur der Look derselben gefällt mir irgendwie überhaupt nicht. Geht anscheinend nicht nur mir so, denn als Waffenskins kann man sich unter anderem die Klassiker aus den vorherigen Titeln freischalten.

Wichtige Powerups werden hingegen angekündigt („Quad Damage spawns in 15 Seconds“) und deren Lokation zusätzlich ab diesem Zeitpunkt im HUD angezeigt. Weniger wichtige haben einen Ring, der sich solange füllt, bis es respawnt. Vorteil: Es trifft sich plötzlich alles dort und es geht heiß her und man muss nicht mehr selbst zählen. Nachteil: Man muss nicht mehr selbst zählen und damit geht etwas der Anspruch verloren. Außerdem wird, wie mittlerweile auch bei Quake Live, der durch euch verursachte Schaden über den Köpfen der anderen Spieler angezeigt. Alles in allem steckt in Quake Champions aber definitiv spürbar der Quake-Kern. Daran wird das Spiel also aus meiner Sicht nicht scheitern. Als Veteran habe ich tatsächlich mehr mit dem Drumherum ein Problem.

Teilweise ist etwas viel auf dem HUD los

Beim Christoph meint: Um es gleich zu Beginn ganz deutlich zu machen: Quake Champions macht trotz all der ganzen Probleme massiv Laune und es ist definitiv kein Overwatch-Klon. Es sieht zwar nicht unbedingt aus wie Quake, aber es fühlt sich so an – und das ist erst einmal das Wichtigste. Und trotz der Spezialfähigkeiten entscheidet am Ende des Tages euer Können in 99% der Fälle, ob ihr den Zweikampf gewinnt oder nicht. Klar gibt es den ein oder anderen Cheapshot – wie gesagt, hasse ich Scalebarers Bull Rush abgrundtief. Aber abseits des Duell-Modus fällt das auf meinem Spielniveau (Mittelklasse würd ich sagen) aufgrund des sowieso eher chaotischen Spielverlaufs im Großen und Ganzen nicht ganz so stark ins Gewicht. Im Gegenteil freue ich mich natürlich auch darüber einen Kampf dank dem geschickten Aktivieren meiner Fähigkeit doch noch gewonnen zu haben.

Mit den anderen, spielerisch relevanten Änderungen habe ich mich ebenso arrangiert. Ja, die Loadout-Sache finde ich schon bei Quake Live doof. Andererseits beschleunigt es das Match ein wenig und verringert die Chance auf billige Spawnkills, da sich der Gegenüber direkt wehren kann (wenngleich mit nur sehr wenig Munition ausgestattet). Und an den neuen Look habe ich mich sowieso schon nach 2-3 Matches gewöhnt gehabt.

Ja, es gibt eine doppelläufige Schrotflinte

Schwerwiegender finde ich die Free-2-Play-Komponente. Ja, natürlich will id Software am Ende des Tages Kohle scheffeln. Und dank der Spezialfähigkeiten können die Entwickler auch noch damit argumentieren, dass ihr euch ja nur die Helden kaufen müsste, dir euch wirklich gefallen. Aber ein Match aus 10 Rangers ist zwar 100% ausbalanciert aber visuell halt ein wenig langweilig. Dass ich die Beinplatte gegen eine andere austauschen oder statt des Quake Champions-Rocket Launchers den aus Quake verwenden kann, ist da nur ein schwacher Trost für den Verlust meines geliebten Bones. Meine Spielzeit wird es auf jeden Fall massiv negativ beeinflussen, sollte am Ende der Closed Beta wieder alle Champions für mich weggesperrt werden (Teilnehmer der ersten paar CBs-Wochenenden bekamen alle Champions freigeschaltet). Für alle anderen gilt: Beobachten und wenn es soweit ist, einfach mal reinschauen. Kostet ja nichts. Wer nur Call of Duty spielt, wird zwar an Quake Champions wieder keine Freude haben aber wer auf schnelle Arena-Shooter steht, wird trotzdem zumindest eine gewisse Zeitlang (bis die Paywall zuschlägt) Spaß damit haben – das verspreche ich hiermit :smile: .

 

So viel also erst einmal zu Quake Champions. Ich werde es selbstverständlich weiter im Auge behalten. Mal schauen ob ich Lust habe nächste Woche ein paar Worte über die E3 zu verlieren. Wie immer verspreche ich nichts :smile: . Bis dann!

Deus Ex Go war jeden Cent wert!

Es ist ja nichts Neues, dass es im Mobile Gaming-Bereich den ein oder anderen fragwürdigen Trend gibt – oder zumindest Dinge, die ich als Spieleveteran überhaupt nicht verstehe. Das hängt sicherlich viel mit den Bezahlmodellen zusammen. Free-2-Play, Freemium und wie der ganze Mist alles heißt ist der defacto Standard auf den mobilen Plattformen. Da gibt es leider nichts mehr dran zu rütteln. Nur noch selten gibt es Titel für die man nur einmal einen fairen Betrag bezahlt und dann stundenlang seinen Spaß hat. Stattdessen kostenlos herunterladen und dann entweder haufenweise Lebenszeit und Datenvolument verschwenden durch Warten und Werbung guggen oder eben tief in die Tasche greifen (bevorzugt mittlerweile gleich als monatliches Abo). Dass darunter der Inhalt massiv leidet, dürfte nicht weiter verwundern. Bei der Stange halten heißt nun einmal die Devise. Mit Spaß hat das aus meiner Sicht alles nichts mehr zu tun (ich spreche aus Erfahrung…) und ich verstehe auch oft nicht, warum man damit so viel Zeit verbringt.

Wobei ich natürlich einschränkend dazu sagen muss, dass ich keinen Schimmer habe ob wirklich alle Titel so erfolgreich sind wie es auf mich wirkt. Es kann durchaus sein, dass durch diese ganzen „du kriegst was, wenn du die App installierst“-Sachen nur der Eindruck von Reichweite entsteht. Andererseits: Wenn „Spiele“ wie Mobile Strike oder Forge of Empires so extrem viel Geld in ihre aggressive Werbung stecken können, dann muss dabei am Ende auch ein großer Haufen Kohle dafür abfallen.

Fragewürdige Entwicklungen

Cooking Dash ist ein gutes Spiel, leidet aber unter F2P

Bei einem Titel wie Cooking Dash, Magic the Gathering: Puzzle Quest oder den 10.000 verschiedenen Match-3-Variationen kann ich ja zumindest anfänglich die Faszination noch nachvollziehen, auch wenn aus meiner Sicht irgendwann doch mal die Luft raus sein müsste. Wenn ich den Changelogs der Updates lese, dass es nun 1.100 Levels gibt, frage ich mich durchaus ernsthaft wer sich damit wirklich so lange aus echter Freude heraus beschäftigt. Aber mittlerweile sind Genre entstanden, wo auch ich nur noch mit einem großen Fragezeichen dastehe und die Intelligenz der Menschheit in Frage stelle.

Dabei war schon das Geschrei im Internet groß als 2012 Dear Esther auf den Markt kam und über Nacht das Genre der „Walking Simulator“ aus der Taufe hob. Ihr wisst schon: Die Art von Spiele, die wenig typische Spielinhalte haben und sich stattdessen darauf konzentrieren euch eine Welt zum Erkunden vorzusetzen, um darin eine spannende Geschichte zu erzählen. Mit „Gaming“ hätte das nichts zu tun, meinten viele (und tun es teilweise auch immer noch – Stichwort Firewatch-Refundkontroverse). Ich frage mich mittlerweile, was diese Leute zu Vertretern der neuartigen Genre „Casino/Arcade Games“, „Clicker Games“ und „Idle Games“ sagen.

Casino/Arcade Games

Coin Dozer ist pure Langeweile

Zugegeben: Bei den Casino Games im Ganzen sind natürlich auch Sachen wie Poker oder Black Jack enthalten, die tatsächlich so etwas wie Mehrwert und Langzeitspaß bieten können. Aber was auf den mobilen Plattformen zu sprießen scheint sind eher Dinge wie die einarmigen Banditen. Ihr wisst schon: Früher habt ihr an einem Hebel gezogen, heute wird nur noch auf einen Knopf gedrückt, drei Walzen fangen an sich zu drehen, ihr drückt wieder den Knopf und das Ding hält an. Werden bestenfalls drei gleiche Symbole auf allen Walzen angezeigt gewinnt ihr. Anschließend geht es wieder von vorne los.

Das ist schon in der Realität extrem bescheuert aber als App, wo man nicht einmal die geringe Chance hat Geld zu gewinnen (sondern es nur für extra Spins ausgeben kann)? Wer lädt sich so etwas herunter und investiert auch noch seine hart erarbeiteten Euros darin?! Die Vertreter der Arcade Games sind da nicht viel besser. Coin Dozer (Münzen und Preise liegen auf einer Rampe, ihr werft zusätzliches Geld rein und hofft, dass durch den zusätzliche Platzverbrauch vorne Sachen runterfallen) oder Greifer-Apps sind gefühlt der totale Renner aber wo liegt darin bitte der Sinn? Die Dinger sind doch schon in der Realität totale Zeitverschwendung. Wer will das auch noch unterwegs haben, geschweige denn dafür Geld ausgeben?!

Clicker Games

Die nächste Stufe auf meiner persönlichen Beklopptheitsskala sind die Clicker Games. Meines Wissens war es der Cookie Clicker, der damit erstmals so richtig Erfolg hatte. Was aber am PC (gefühlt) mehr aus Ironie gespielt wurde, hat sich auf den mobilen Plattformen mittlerweile zu einem richtigen Markt entwickelt. Clicker Heroes, AdVenture Capitalist, Sakura Clicker und Tabs to Riches sind nur vier Beispiele eines schier unerschöpflichen Vorrats an stupiden „Tipp“-Titeln, die euch versuchen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

AdVenture Capitalist
heißt Tippen bis der Arzt kommt

Anders kann man es nicht beschreiben. Schließlich geht es um buchstäblich nichts. Ihr tippt auf den Bildschirm, bekommt dadurch irgendeine Währung oder Erfahrungspunkte oder sonst was und schaltet damit neue Sachen frei, um wieder Motivation zum Tippen zu bekommen. Mehr ist es nicht. Wem macht so etwas Spaß?! Da kann ich plötzlich die Leute verstehen, die Spiele als stupide Zeitverschwendung ansehen. Leider geht es ja immer noch schlimmer.

Idle Games

Das allerneuste auf dem mobilen Markt sind die „Idle Games“. Wie er Name schon sagt, spielen sie sich quasi von selbst und sind die nächste Evolutionsstufe der Clicker Games. Ihr habt zwar, oftmals ähnlich wie bei den Clicker Games, durch stupides Tippen die Möglichkeit minimal einzugreifen. Aber in der Hauptsache habt ihr einfach das Smartphone irgendwo rumliegen, das Spiel offen und es spielt sich von selbst. Natürlich behaupten sie auf Reddit & Co., dass ein Titel wie Endless Frontier selbstverständlich noch irgendwelche taktische Tiefe hat und man es mitnichten einfach nur offen lassen kann, um seine Armeen sich automatisch hochleveln zu lassen. Und bis zu einem gewissen Grad haben sie wahrscheinlich auch recht.

Das ändert aber nichts daran, dass es total dämlich ist. Entweder ich möchte ein Spiel spielen, oder eben nicht. Ich brauche doch meinen Akku nicht von etwas leersaugen zu lassen, wovon ich überhaupt nichts habe. Außer ein paar bunte Bildchen mit großen Zahlen für die ich keinerlei Herausforderung meistern musste gibt es hier doch überhaupt nichts. Bei den Clicker Games muss ich wenigstens noch aktiv auf den Bildschirm tippen und habe somit zumindest eine minimale Aktivität. Aber bei den Idle Games (bislang übrigens hauptsächlich Rollenspiele)? Da ist nicht einmal das notwendig.

Fazit

Ich weiß nicht, ob ich ein alter Sack geworden bin, der die heutige Jugend nicht mehr versteht. Aber ich finde die aktuellen Entwicklungen mehr als traurig. Ja, mobiles Spielen auf einem Smartphone muss andere Bedingungen erfüllen als ein Konsolen/PC- oder gar ein Handheldtitel. Aber ein wenig Anspruch möchte ich als Spieler doch trotzdem haben, oder nicht? Es kann doch nicht nur darum gehen irgendwelche Zahlen unendlich hoch nach oben zu treiben (ein Ende hat schließlich so gut wie kein Free-2-Play-Titel) und dadurch Sachen freizuschalten?

Ja, technisch gesehen ist ein Diablo III auch nichts Anderes. Aber da gibt es dann doch noch mehr Drumherum und vor allem mehr für mich als Spieler zu tun als einfach nur das Spiel laufen zu lassen. Ist unsere Gesellschaft mittlerweile so schnelllebig und der Durst nach dem schnellen Fix so groß geworden, dass wir nicht einmal mehr Zeit haben das absolute Minimum in einen Titel zu investieren? Bitte sagt mir, dass ich mich irre!

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