Sicarius

Erdbebenmeister

Wenn der Sicarius es tatsächlich mal geschafft hat brandaktuelle Spiele länger als zwei Minuten zu spielen, dann sollte man diese Anomalie gar nicht erst in einer ewig langen Einleitung verstecken. Lasst uns stattdessen sofort loslegen mit der höchst professionellen Berichterstattung:

Es blutet wieder in Quake!

Quake Champions (Closed Beta; PC) – Ich stehe voll hinter dem Motto „Quake for Life!“. Es gab, gibt und wird sicherlich nie einen besseren Arena-Shooter als Quake III Arena bzw. Quake Live (vor dem Steam-Update) geben. Nein, Unreal Tournament ist im Vergleich einfach nur lahm, unnötig kompliziert und überladen (wer braucht schon Waffen mit Sekundärfeuermodus?!) und schlichtweg doof. Entsprechend war ich im ersten Moment sehr enthusiastisch als der Ankündigungstrailer zu Quake Champions vor gut einem Jahr auf der E3 2016 bei Bethesda über die Leinwand lief. Dann kamen aber die Infos: Free-2-Play, Charaktere mit Spezialfähigkeiten und ein Look, der mehr an Unreal Tournament 2004 erinnert als an den Gothic-Stil von Quake (wenngleich grafisch natürlich auf dem neusten Stand). Das kann ja nichts werden.

Die Hauptprobleme

Nach zahlreichen Matches in der Closed Beta muss ich leider sagen, ist meine Euphorie nicht komplett zurückgekehrt. Aber fangen wir von vorne an: Aktuell läuft Quake Champions nur über den Bethesda Launcher. Also schon wieder eine zusätzliche Anwendung. Im Spiel selbst fällt sofort die Free-2-Play-Komponente ins Auge: Es steht euch nur der Charakter „Ranger“ zur Verfügung. Alle anderen Champions müsst ihr euch erst freischalten. Wie? Dauerhaft nur mit realem Geld. Temporär (24 Stunden) geht es hingegen mit der Ingamewährung, die ihr durch das Bestreiten von Matches und den dazugehörigen Awards (zum Beispiel den Klassiker „Impressive“ für „Treffe zweimal hintereinander mit der Railgun“) bzw. das Erfüllen der Daily Challenges erhaltet (töte einen Gegner mit einer Rakete in der Luft zum Beispiel).

Mein Erzfeind: Der Scalebearer

Jeder Charakter hat nicht nur unterschiedliche Start- und Maximalwerte in Sachen Lebensenergie und Rüstung, sondern auch noch eine Spezialfähigkeit, die sich automatisch nach 30 Sekunden wieder auflädt. Das lässt sich allerdings durch auf der Karte verteilte Sanduhren etwas beschleunigen. Visor kann dadurch kurzzeitig durch Wände andere Spieler sehen, Sorlag verpritzt Area-of-Effect-Säure und der Scalebearer hat einen Bull Rush zur Verfügung, mit dem er Feinde einfach über den Haufen rennt (extrem nervig!).

Begrenzungen

Damit kommen wir schon zu den nächsten zwei fundamentalen Problemen von Quake Champions: Zum einen ist eure Charakterauswahl extrem begrenzt. Aktuell stehen euch nur neun Stück zur Verfügung und soweit ich das verstanden habe, kommen da nicht viel mehr dazu. Freilich dürft ihr jeden Charakter optisch verändern – aber nicht frei nach Schnauze. Stattdessen kauft ihr euch mit der Ingamewährung Lootboxen, die Klamotten oder Waffenskins enthalten mit denen ihr euren Champion zumindest etwas individualisieren könnt.

Zum anderen ist damit auch die Zeit vorbei, wo ihr euren Charakter nur basierend auf dem Aussehen wählen konntet, denn die Spezialfähigkeiten sind zwar nicht kriegsentscheidend. Aber sie können eben doch das Zünglein an der Waage in einem knappen Kampf sein. Als Clutch alle halbe Minute ein Schild anmachen zu können, das jeden Schaden abblockt ist durchaus nicht ohne. Außerdem macht es zusätzlich noch einen massiven Unterschied ob ihr nur 100 Lebenspunkte haben könnt oder 150. Hatte bislang nicht den Eindruck, als wäre dafür noch etwas am Charakter anders (beispielsweise seine Geschwindigkeit). Kann mich aber natürlich täuschen.

Das Angebot

Die Optik ist durchaus beeindruckend.

In der Closed Beta stehen aktuell nur drei größere Karten zur Verfügung. Eine davon, Blood Covenant, kommt Veteranen sofort bekannt vor. Es handelt sich hier nämlich um eine vergrößerte Variante von Campgrounds. Abseits des grundsätzlich etwas ungewohnt bunten Looks und ihrer gefühlt etwas zu großen Fläche, sind die Karten aber prinzipiell optisch wie spielerisch abwechslungsreich und interessant gestaltet.

Spielmodi gibt es hingegen aktuell vier von anscheinend sechs geplanten zum Testen: Deathmatch, Team Deathmatch, Duel und Sacrifice. Während Deathmatch und Team Deathmatch wie gehabt sind, hat Duel eine Veränderung bekommen: Jeder Spieler wählt zu Beginn des Matches drei Champions aus, die es dann jeweils gilt zu besiegen. Sprich es geht nicht mehr darum innerhalb von 10 Minuten die meisten Frags zu machen, sondern einfach nur den Gegner drei Mal zu töten. Macht das Spiel natürlich wesentlich schneller aber ich hoffe trotzdem, dass es auch noch eine „normale“ Duell-Variante geben wird. Angekündigt wurde bislang allerdings nur ein neuer 2vs2-Duel-Modus, der von Quake-Legende Richard „noctis“ Gansterer designt wurde. Sacrifice ist hingegen der neue Teammodus (4vs4). Darin geht es darum eine Seele in der Mitte der Map einzusammeln, sie zu eurem Opferturm zu bringen und dann für eine gewisse Zeit diesen Turm zu beschützen. Quasi eine modifizierte Version von CTF. Spaß machen prinzipiell wie gehabt alle Modi – abhängig davon mit welchen Mitspielern man es zu tun hat.

Das Gameplay

Mit aktiviertem Schild in den Kampf

Spielerisch hält Quake Champions an der Loadout-Idee fest, die schon mit dem Steamupdate in Quake Live Einzug hielt. Sprich bei jedem Respawn dürft ihr sowohl euren Champion wechseln als auch entscheiden mit welcher von drei Waffen (meist Assault Rifle, Shotgun oder Lightning Gun) er startet. Das Aufsammeln auf der Karte ist aber weiterhin das A und 0.

Und dann kann es mit dem Fraggen losgehen. Erfreulicherweise ist das Spieltempo wie versprochen sehr hoch. Ersten Messungen von echten Pro-Gamern nach wohl zwar nicht wie versprochen komplett auf Quake III Arena-Niveau, aber für mich als 08/15-Quaker tatsächlich ausreichend. Auch die Waffen haben den gewohnten id-Software-Rums drauf und fühlen sich nach etwas an. Nur der Look derselben gefällt mir irgendwie überhaupt nicht. Geht anscheinend nicht nur mir so, denn als Waffenskins kann man sich unter anderem die Klassiker aus den vorherigen Titeln freischalten.

Wichtige Powerups werden hingegen angekündigt („Quad Damage spawns in 15 Seconds“) und deren Lokation zusätzlich ab diesem Zeitpunkt im HUD angezeigt. Weniger wichtige haben einen Ring, der sich solange füllt, bis es respawnt. Vorteil: Es trifft sich plötzlich alles dort und es geht heiß her und man muss nicht mehr selbst zählen. Nachteil: Man muss nicht mehr selbst zählen und damit geht etwas der Anspruch verloren. Außerdem wird, wie mittlerweile auch bei Quake Live, der durch euch verursachte Schaden über den Köpfen der anderen Spieler angezeigt. Alles in allem steckt in Quake Champions aber definitiv spürbar der Quake-Kern. Daran wird das Spiel also aus meiner Sicht nicht scheitern. Als Veteran habe ich tatsächlich mehr mit dem Drumherum ein Problem.

Teilweise ist etwas viel auf dem HUD los

Beim Christoph meint: Um es gleich zu Beginn ganz deutlich zu machen: Quake Champions macht trotz all der ganzen Probleme massiv Laune und es ist definitiv kein Overwatch-Klon. Es sieht zwar nicht unbedingt aus wie Quake, aber es fühlt sich so an – und das ist erst einmal das Wichtigste. Und trotz der Spezialfähigkeiten entscheidet am Ende des Tages euer Können in 99% der Fälle, ob ihr den Zweikampf gewinnt oder nicht. Klar gibt es den ein oder anderen Cheapshot – wie gesagt, hasse ich Scalebarers Bull Rush abgrundtief. Aber abseits des Duell-Modus fällt das auf meinem Spielniveau (Mittelklasse würd ich sagen) aufgrund des sowieso eher chaotischen Spielverlaufs im Großen und Ganzen nicht ganz so stark ins Gewicht. Im Gegenteil freue ich mich natürlich auch darüber einen Kampf dank dem geschickten Aktivieren meiner Fähigkeit doch noch gewonnen zu haben.

Mit den anderen, spielerisch relevanten Änderungen habe ich mich ebenso arrangiert. Ja, die Loadout-Sache finde ich schon bei Quake Live doof. Andererseits beschleunigt es das Match ein wenig und verringert die Chance auf billige Spawnkills, da sich der Gegenüber direkt wehren kann (wenngleich mit nur sehr wenig Munition ausgestattet). Und an den neuen Look habe ich mich sowieso schon nach 2-3 Matches gewöhnt gehabt.

Ja, es gibt eine doppelläufige Schrotflinte

Schwerwiegender finde ich die Free-2-Play-Komponente. Ja, natürlich will id Software am Ende des Tages Kohle scheffeln. Und dank der Spezialfähigkeiten können die Entwickler auch noch damit argumentieren, dass ihr euch ja nur die Helden kaufen müsste, dir euch wirklich gefallen. Aber ein Match aus 10 Rangers ist zwar 100% ausbalanciert aber visuell halt ein wenig langweilig. Dass ich die Beinplatte gegen eine andere austauschen oder statt des Quake Champions-Rocket Launchers den aus Quake verwenden kann, ist da nur ein schwacher Trost für den Verlust meines geliebten Bones. Meine Spielzeit wird es auf jeden Fall massiv negativ beeinflussen, sollte am Ende der Closed Beta wieder alle Champions für mich weggesperrt werden (Teilnehmer der ersten paar CBs-Wochenenden bekamen alle Champions freigeschaltet). Für alle anderen gilt: Beobachten und wenn es soweit ist, einfach mal reinschauen. Kostet ja nichts. Wer nur Call of Duty spielt, wird zwar an Quake Champions wieder keine Freude haben aber wer auf schnelle Arena-Shooter steht, wird trotzdem zumindest eine gewisse Zeitlang (bis die Paywall zuschlägt) Spaß damit haben – das verspreche ich hiermit :smile: .

 

So viel also erst einmal zu Quake Champions. Ich werde es selbstverständlich weiter im Auge behalten. Mal schauen ob ich Lust habe nächste Woche ein paar Worte über die E3 zu verlieren. Wie immer verspreche ich nichts :smile: . Bis dann!

Deus Ex Go war jeden Cent wert!

Es ist ja nichts Neues, dass es im Mobile Gaming-Bereich den ein oder anderen fragwürdigen Trend gibt – oder zumindest Dinge, die ich als Spieleveteran überhaupt nicht verstehe. Das hängt sicherlich viel mit den Bezahlmodellen zusammen. Free-2-Play, Freemium und wie der ganze Mist alles heißt ist der defacto Standard auf den mobilen Plattformen. Da gibt es leider nichts mehr dran zu rütteln. Nur noch selten gibt es Titel für die man nur einmal einen fairen Betrag bezahlt und dann stundenlang seinen Spaß hat. Stattdessen kostenlos herunterladen und dann entweder haufenweise Lebenszeit und Datenvolument verschwenden durch Warten und Werbung guggen oder eben tief in die Tasche greifen (bevorzugt mittlerweile gleich als monatliches Abo). Dass darunter der Inhalt massiv leidet, dürfte nicht weiter verwundern. Bei der Stange halten heißt nun einmal die Devise. Mit Spaß hat das aus meiner Sicht alles nichts mehr zu tun (ich spreche aus Erfahrung…) und ich verstehe auch oft nicht, warum man damit so viel Zeit verbringt.

Wobei ich natürlich einschränkend dazu sagen muss, dass ich keinen Schimmer habe ob wirklich alle Titel so erfolgreich sind wie es auf mich wirkt. Es kann durchaus sein, dass durch diese ganzen „du kriegst was, wenn du die App installierst“-Sachen nur der Eindruck von Reichweite entsteht. Andererseits: Wenn „Spiele“ wie Mobile Strike oder Forge of Empires so extrem viel Geld in ihre aggressive Werbung stecken können, dann muss dabei am Ende auch ein großer Haufen Kohle dafür abfallen.

Fragewürdige Entwicklungen

Cooking Dash ist ein gutes Spiel, leidet aber unter F2P

Bei einem Titel wie Cooking Dash, Magic the Gathering: Puzzle Quest oder den 10.000 verschiedenen Match-3-Variationen kann ich ja zumindest anfänglich die Faszination noch nachvollziehen, auch wenn aus meiner Sicht irgendwann doch mal die Luft raus sein müsste. Wenn ich den Changelogs der Updates lese, dass es nun 1.100 Levels gibt, frage ich mich durchaus ernsthaft wer sich damit wirklich so lange aus echter Freude heraus beschäftigt. Aber mittlerweile sind Genre entstanden, wo auch ich nur noch mit einem großen Fragezeichen dastehe und die Intelligenz der Menschheit in Frage stelle.

Dabei war schon das Geschrei im Internet groß als 2012 Dear Esther auf den Markt kam und über Nacht das Genre der „Walking Simulator“ aus der Taufe hob. Ihr wisst schon: Die Art von Spiele, die wenig typische Spielinhalte haben und sich stattdessen darauf konzentrieren euch eine Welt zum Erkunden vorzusetzen, um darin eine spannende Geschichte zu erzählen. Mit „Gaming“ hätte das nichts zu tun, meinten viele (und tun es teilweise auch immer noch – Stichwort Firewatch-Refundkontroverse). Ich frage mich mittlerweile, was diese Leute zu Vertretern der neuartigen Genre „Casino/Arcade Games“, „Clicker Games“ und „Idle Games“ sagen.

Casino/Arcade Games

Coin Dozer ist pure Langeweile

Zugegeben: Bei den Casino Games im Ganzen sind natürlich auch Sachen wie Poker oder Black Jack enthalten, die tatsächlich so etwas wie Mehrwert und Langzeitspaß bieten können. Aber was auf den mobilen Plattformen zu sprießen scheint sind eher Dinge wie die einarmigen Banditen. Ihr wisst schon: Früher habt ihr an einem Hebel gezogen, heute wird nur noch auf einen Knopf gedrückt, drei Walzen fangen an sich zu drehen, ihr drückt wieder den Knopf und das Ding hält an. Werden bestenfalls drei gleiche Symbole auf allen Walzen angezeigt gewinnt ihr. Anschließend geht es wieder von vorne los.

Das ist schon in der Realität extrem bescheuert aber als App, wo man nicht einmal die geringe Chance hat Geld zu gewinnen (sondern es nur für extra Spins ausgeben kann)? Wer lädt sich so etwas herunter und investiert auch noch seine hart erarbeiteten Euros darin?! Die Vertreter der Arcade Games sind da nicht viel besser. Coin Dozer (Münzen und Preise liegen auf einer Rampe, ihr werft zusätzliches Geld rein und hofft, dass durch den zusätzliche Platzverbrauch vorne Sachen runterfallen) oder Greifer-Apps sind gefühlt der totale Renner aber wo liegt darin bitte der Sinn? Die Dinger sind doch schon in der Realität totale Zeitverschwendung. Wer will das auch noch unterwegs haben, geschweige denn dafür Geld ausgeben?!

Clicker Games

Die nächste Stufe auf meiner persönlichen Beklopptheitsskala sind die Clicker Games. Meines Wissens war es der Cookie Clicker, der damit erstmals so richtig Erfolg hatte. Was aber am PC (gefühlt) mehr aus Ironie gespielt wurde, hat sich auf den mobilen Plattformen mittlerweile zu einem richtigen Markt entwickelt. Clicker Heroes, AdVenture Capitalist, Sakura Clicker und Tabs to Riches sind nur vier Beispiele eines schier unerschöpflichen Vorrats an stupiden „Tipp“-Titeln, die euch versuchen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

AdVenture Capitalist
heißt Tippen bis der Arzt kommt

Anders kann man es nicht beschreiben. Schließlich geht es um buchstäblich nichts. Ihr tippt auf den Bildschirm, bekommt dadurch irgendeine Währung oder Erfahrungspunkte oder sonst was und schaltet damit neue Sachen frei, um wieder Motivation zum Tippen zu bekommen. Mehr ist es nicht. Wem macht so etwas Spaß?! Da kann ich plötzlich die Leute verstehen, die Spiele als stupide Zeitverschwendung ansehen. Leider geht es ja immer noch schlimmer.

Idle Games

Das allerneuste auf dem mobilen Markt sind die „Idle Games“. Wie er Name schon sagt, spielen sie sich quasi von selbst und sind die nächste Evolutionsstufe der Clicker Games. Ihr habt zwar, oftmals ähnlich wie bei den Clicker Games, durch stupides Tippen die Möglichkeit minimal einzugreifen. Aber in der Hauptsache habt ihr einfach das Smartphone irgendwo rumliegen, das Spiel offen und es spielt sich von selbst. Natürlich behaupten sie auf Reddit & Co., dass ein Titel wie Endless Frontier selbstverständlich noch irgendwelche taktische Tiefe hat und man es mitnichten einfach nur offen lassen kann, um seine Armeen sich automatisch hochleveln zu lassen. Und bis zu einem gewissen Grad haben sie wahrscheinlich auch recht.

Das ändert aber nichts daran, dass es total dämlich ist. Entweder ich möchte ein Spiel spielen, oder eben nicht. Ich brauche doch meinen Akku nicht von etwas leersaugen zu lassen, wovon ich überhaupt nichts habe. Außer ein paar bunte Bildchen mit großen Zahlen für die ich keinerlei Herausforderung meistern musste gibt es hier doch überhaupt nichts. Bei den Clicker Games muss ich wenigstens noch aktiv auf den Bildschirm tippen und habe somit zumindest eine minimale Aktivität. Aber bei den Idle Games (bislang übrigens hauptsächlich Rollenspiele)? Da ist nicht einmal das notwendig.

Fazit

Ich weiß nicht, ob ich ein alter Sack geworden bin, der die heutige Jugend nicht mehr versteht. Aber ich finde die aktuellen Entwicklungen mehr als traurig. Ja, mobiles Spielen auf einem Smartphone muss andere Bedingungen erfüllen als ein Konsolen/PC- oder gar ein Handheldtitel. Aber ein wenig Anspruch möchte ich als Spieler doch trotzdem haben, oder nicht? Es kann doch nicht nur darum gehen irgendwelche Zahlen unendlich hoch nach oben zu treiben (ein Ende hat schließlich so gut wie kein Free-2-Play-Titel) und dadurch Sachen freizuschalten?

Ja, technisch gesehen ist ein Diablo III auch nichts Anderes. Aber da gibt es dann doch noch mehr Drumherum und vor allem mehr für mich als Spieler zu tun als einfach nur das Spiel laufen zu lassen. Ist unsere Gesellschaft mittlerweile so schnelllebig und der Durst nach dem schnellen Fix so groß geworden, dass wir nicht einmal mehr Zeit haben das absolute Minimum in einen Titel zu investieren? Bitte sagt mir, dass ich mich irre!

Sicarius

Spielegelubber

Lacuna Passage (Herstellerbild)

Ich würde euch ja soooo gerne ein paar Worte zu Quake Champions sagen (aktuell läuft der Closed Beta Test) aber während für die Presse das NDA letzte Woche gelüftet wurde, dürfen die „normalen“ Teilnehmer noch nicht weiter darüber reden. Der Kickstarter-Titel Lacuna Passage (ihr seid ein Astronaut, der auf dem Mars gestrandet ist und nun halbwegs realistisch überleben muss) hat auch noch ein NDA (bzw. mehr eine Bitte bis zum Start der Early-Access-Phase nichts zu sagen) und Introversions neustes Werk Scanner Sombre konnte ich erst gut 15 Minuten spielen.

War übrigens total überrascht, als die Mail dazu kam. Hätte nicht gedacht, dass das so vergleichsweise fix und ohne großes Tamtam veröffentlicht wird (ungefähr ein Jahr haben sie dran gebastelt entwickelt). Nach den monatlichen Prison Architect-Updatesvideos war ich wohl etwas verwöhnt :smile: . Optisch aber auf jeden Fall mal wieder was absolut ganz Anderes (wie man es von Introversion halt gewohnt ist). Inhaltlich aber – zumindest was ich so gelesen habe – ist die Luft leider schnell raus und die Spielzeit mit 2-3 Stunden ziemlich begrenzt und linear. Wäre jetzt auch tatsächlich nicht überraschend, denn Introversion ist definitiv ein „Systemdriven“-Team. Die Spielmechanik kommt zuerst, dann wird Drumherum eine Geschichte gebaut. Aber mal schauen. Auf Steam ist die Wertung tatsächlich bei „Very Positive“. Es gibt also durchaus Leute, denen es zu gefallen scheint – vermutlich auch mir am Ende.

Was sonst noch?

Aufgrund meines begrenzen Zeitbudgets am Hauptrechner, versuche ich mittlerweile natürlich sehr fokussiert zu spielen und mich nur kurzzeitig von „ui, was Neues“ ablenken zu lassen. Zuletzt war das „Neue“ (abseits der obene erwähnten Titeln) Yooka-Laylee. Ihr wisst schon, der geistige Nachfolger zum hochgelobten Plattformer Banjo-Kazooie (1998, N64), der über Kickstarter finanziert wurde. Übrigens gefühlt mittlerweile meine einzige Quelle für neue Spiele. Wenn ich was Neues reinkriege, dann höchstwahrscheinlich, weil ich die Crowdfunding-Kampagne unterstützt habe.

Yooka-Laylee (Herstellerbild)

Das große Vorbild kenne ich tatsächlich nur indirekt. Ihr wisst schon: Mangels entsprechender Nintendo-Hardware in den damaligen Jahren. Wirklich gespielt (wie so oft aber noch nicht durch) habe ich aus der Reihe nur den verpöhnten Xbox-360-Titel Banjoo-Kazooie: Nuts & Bolts (der dritte und bislang letzte Teil der Hauptserie) von 2008. Aber ich bin ja bekanntlich immer offen für neues und für gute Plattformer sowieso. Die erste Stunde hat bislang auch durchaus Laune gemacht. Es ist optisch sehr hübsch und hat eine fröhliche Soundkulisse (der Soundtrack ist von Rare-Urgestein David Wise) und die Steuerung geht gut und griffig von der Hand (die Kamera ist ein anderes Thema). Allerdings sehe ich auch schon die ersten Negativpunkte: Die piepsigen Kauderwelsch-Stimmen in den Dialogen und die klaren Andeutungen auf umfangreiches Backtracking („hier kommst du nur mit Fähigkeit XY ran“). Ersteres wurde wohl mit einem aktuellen Patch verbessert (bzw. die Möglichkeit eingebaut es auszuschalten), Letzteres ist dem Genre geschuldet (Metroidvania) und einfach nicht mein persönliches Ding. Vorallem wenn man so viel zeitlichen Abstand zwischen den Sessions hat, vergisst man andauernd wo jetzt eigentlich noch was offen war. Ich weiß: Luxusprobleme :smile: . Aber trotzdem dürfte es für Plattformer-Fans im Allgemeinen und Fans des großen Vorbilds im Speziellen eine gute Investition sein.

Die großen Zeitfresser

Auf dem Smartphone zocke ich weiterhin hauptsächlich Magic the Gathering: Puzzle Quest (es gab kürzlich ein richtig großes Update, das vieles verändert und vor allem verbessert hat – allerdings auch ein paar Bugs mitbringt), High Sea Saga (langsam aber sicher habe ich genug gegrindet, um endlich das offizielle Ende zu erreichen) und das jeweils neuste Kairosoft-Spiel (derzeit Shiny Ski Resort – endlich mal wieder ein richtiger, Vollpreistitel von ihnen!). Bleibt also noch das Spiel, auf das ich zumindest auf dem Hauptrechner hauptsächlich meine Zeit investiere: Mad Max.

Mad Max (Herstellerbild)

Ich hatte ja erwähnt, dass ich es aufgrund von Performanceproblemen (ich beobachte den Preis der Palit GeForce GTX 1070 Super Jetstream auf eBay derzeit SEHR genau) Just Cause 3 vorgezogen hatte. Während Just Cause 3 mehr Wert auf Spektakel legt, geht es bei Mad Max mehr um die Story. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Titel nur bedingt würde ich sagen. Mal abgesehen davon, dass man sowieso alles schon einmal in anderen Open-World-Titeln gesehen hat und es gleichzeitig unter den gleichen Problemen leidet. Im Prinzip fahre ich ja nur von Punkt zu Punkt auf der Karte, erledige was ich dort zu tun habe und fahre weiter.

Die Punkte

Schade (oder gut?) ist, dass bestimmte Gameplay-Elemente gar nicht so sehr zum Tragen kommen. Benzin für euer Fahrzeug und Wasser für Max (zum Heilen) ist mir nie wirklich ausgegangen. Man findet nicht nur gefühlt ausreichend von allem, was natürlich dem „es ist die Apokalypse“-Gedanken ein wenig widerspricht. Wer gründlich ist und damit auch seine Fähigkeiten ziemlich zügig steigern kann, verbraucht auch nicht mehr so viel bzw. bekommt beim Sammeln mehr. Dazu kommt noch, dass alles automatisch in den Hauptlagern aufgefüllt wird, sobald ihr die entsprechenden Projekte aufgebaut hat. Das am Ende nicht einmal Sterben eine echte Konsequenz hat (ihr wacht am nächstgelegenen Lager wieder auf), erhöht nicht gerade den Anspruch und die Herausforderung des Titels.

Mad Max (Herstellerbild)

Spaß macht es trotzdem durch das karge Land zu fahren und besagte Missionen (aktuell hauptsächlich optionale) zu erledigen. Die Vorlage ist einfach perfekt umgesetzt (inkl. zumindest auf Englisch einem australischen Akzent der meisten Bewohner). Am liebsten gefallen mir aber tatsächlich die Lagerbefreiungen dank des mittlerweile etablierten Batman: Arkham Asylum-Nahkampfsystems. Es ist einfach cool auch mit einem Dutzend Gegnern ohne große Probleme fertig zu werden. Außerdem mag ich den übersichtlichen Rahmen in dieser Situation. Suche alle optionalen Sachen, erledige das Missionsziel und schlage dazwischen ein paar Leuten die Fresse ein. Linear aber fokussiert und übersichtlich (auch was den Zeitansatz angeht). Im Auto ist hingegen eindeutig die Harpune mein Liebingswerkzeug. Warum mühselig gegnerische Fahrzeuge zerstören, wenn man einfach den Fahrer herausziehen kann? Eben! In solchen Situationen kommen dann die Just Cause-Wurzeln am deutlichsten heraus. Zwar könntet ihr theoretisch auch die Reifen platt schießen und derlei Kram aber das kommt nur selten zum Einsatz.

Beim Christoph meint: Mad Max ist für Fans der Vorlage und für alle, die tatsächlich Nachschub aus dem Genre der Open-World-Action-Titel brauchen (was ich mir nicht vorstellen kann) ein empfehlenswerter Titel. Er ist nicht schlecht und er ist auch kein 08/15-Durchschnitt. Er ist aber auch nicht imposant sowohl was die Grafik als auch das Spielerische angeht. Es sind Ansätze von guten Ideen vorhanden, die aber zumindest für mich als Komplettist keinerlei echte Auswirkungen haben. Was Mad Max bietet ist solide aber eben mehr auch nicht. Entsprechend gilt: Was man hier macht, hat man schon 1.000mal woanders gemacht. Just Cause 2 oder natürlich, wenn es die Hardware hergibt, Just Cause 3 sind für die meisten unter euch ganz klar die bessere Wahl.

Sicarius

Rennende Sphärenläufer

Selbst wenn man, wie ich, derzeit hauptsächlich auf dem Smartphone zockt: Etwas Abwechslung muss sein. Nein, ich rede nicht davon, dass am Donnerstag seit langem mal wieder ein neuer Kairosoft-Titel erschienen ist, der nicht im Free-2-Play-Format daherkommt (March to a Million). Zwar habe ich mir auch den selbstverständlich sofort gekauft und spiele fleißig aber da bin ich noch nicht tief genug drin, um eine Einschätzung treffen zu können. Anders sieht es bei den folgenden zwei Titeln aus:

Die Ruhe vor dem Sturm

Magic the Gathering: Puzzle Quest (2015; iOS & Android) – Ich bin bekanntlich einer der wenigen, der sich tatsächlich bis zum Finale von Puzzle Quest: Challenge of the Warlords durchgekämpft hat. Sprich, der nicht auf dem Weg der endlosen Langeweile dieses Match-3-Titels erlegen ist. Mittlerweile gibt es nicht nur ein paar Nachfolger zum Original, sondern auch ein paar (hauptsächlich Mobile) Spin-offs. Darunter einen mit der Lizenz des Kartenspiels Magic the Gathering. Und da ich sowohl Fan von Puzzle Quest als auch Magic the Gathering bin und die App darüber hinaus Free-2-Play ist, habe ich mich mittlerweile in den ewigen Kampf der Planeswalker gestürzt.

Das Spielprinzip ist bekannt: 7×7 Steine in sechs Varianten (fünf Farben, ein Spezialstein) liegen zufällig verteilt herum und ihr müsst mindestens drei zusammenbringen, um sie vom Spielfeld zu löschen. Getreu der Lizenz, sammelt ihr dadurch Mana in den verschiedenen Farben bzw. (durch die Spezialsteine), Planeswalker-Loyalitätspunkte (für spezielle Zaubersprüche eures Charakters). Habt ihr genug Mana gesammelt (die Farbe ist egal – eure Planeswalkeraffinität entscheidet nur, wie viel Mana ihr für die Kombi erhaltet), wird die oberste Karte in eurer virtuellen Hand ausgespielt. Das kann ein Zauber, eine Kreatur oder ein Support sein. Letzteres werden zu Steinen auf dem Spielfeld, die euch besondere Boni geben aber auch vom Gegner einfach gelöscht werden können, wenn er sie als Teil seiner Dreier-Kombi verwendet. An Kreaturen könnt ihr bis zu drei gleichzeitig auf dem Spielfeld haben, die auf euren Gegner (bestenfalls) jede Runde solange einschlagen bis er keine Lebensenergie mehr hat.

Grenzenlose Freiheit

Eine der unzähligen Karten

Soweit, so einfach. Das coole an Magic the Gathering: Puzzle Quest ist jedoch, dass ihr euer Karten-Deck wie im Original frei zusammenstellen könnt. Hier kommt dann natürlich auch der Free-2-Play-Aspekt ins Spiel. Zwar erhaltet ihr einen gewissen Grundstock und könnt regelmäßig kostenlos neue Karten erhalten (alle acht Stunden sowie bei täglichem Login ein paar Mal im Monat). Aber natürlich wollen die Entwickler, dass ihr die Kartenpacks kauft. Das gilt genauso für zusätzliche Planeswalker. Schließlich wollt ihr ja nicht einfach nur Chandra haben, sondern unbedingt Chandra, Torch of Defiance. Um die zu bekommen, braucht ihr jedoch Kristalle und die gibt es am einfachsten für echtes Geld. Genauso wie die Planeswalkerpunkte, die ihr benötigt, um eure Charaktere aufzuleveln.

Steht euer Deck, könnt ihr damit die Einzelspielerkampagne meistern, gegen Decks anderer Spieler antreten (allerdings KI-gesteuert) oder in Events kämpfen und dadurch jeweils Belohnungen (Kartenbooster, Kristalle, Planeswalkerpunkte) erhalten, um den Zyklus zu wiederholen.

Beim Christoph meint: Der Titel leidet leider ab einem gewissen Punkt stark unter dem Free-2-Play-Gedanken. Zwar gewinne ich mit den Standarddecks immer noch halbwegs regelmäßig aber meine Freiheit eigene, erfolgreiche Decks zu bauen ist massiv dadurch eingeschränkt, dass die dicken Karten (Mythics, Rares) nur äußerst selten im kostenlosen Booster drin sind. Auch das Aufleveln meiner Charaktere geschieht nur langsam und dadurch komme ich in den diversen Events sowie der Einzelspielerkampagne aktuell nicht weiter. Sprich es heißt für mich aktuell vor allem: Grinden, grinden und grinden. Das ist schade, da das eigentliche Spielprinzip richtig viel Laune macht. Die Kombination aus dem Zufallselement (welche Karten habe ich gerade gezogen und welches Mana kann ich mir holen) plus Taktik (für welche Karte aus meiner Hand sammele ich jetzt Mana, wie funktioniert mein Deck) funktioniert einwandfrei. Deshalb: Wer beide Originale mag (und neben seiner physischen und digitalen Kartensammlung auch noch eine Mobile anfangen will), sollte sich den Titel unbedingt mal anschauen.

Ein Mehrspielerrennen

Super Mario Run (2016; iOS & Android) – Was waren alle gespannt auf diesen Titel. Das erste „richtige“ Mobilegame von Nintendo (vorher kamen Miitomo und Pokémon Go) und der „erste“ Auftritt des Klempners namens Mario auf einer anderen Plattform als dem Nintendo (es gab in den 90igern mal ein paar PC-Lernspiele). Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Mario (könnt im Laufe des Spiels noch fünf weitere Charaktere freischalten) läuft automatisch von links nach rechts durch die sehr übersichtlichen Levels. Länger als 60 Sekunden dauert denke ich keines von den 24 Levels, die im Einzelspielermodus zur Verfügung stehen – zumindest nach der Zahlung von 9,99 Euro. Ohne dürft ihr nur die ersten vier Levels immer und immer und immer und immer…ihr wisst schon :smile: .

Es gilt das Ende des Levels zu erreichen, dabei möglichst viele Coins einzusammeln (sowie die 15 Special Coins, um drei Bonuslevel freizuschalten) und allen Gefahren auszuweichen. Kompliziert ist anders. Der einzige Unterschied zu all den Endlosrunnern dort draußen auf dem Markt ist schlicht, dass es ein definiertes Ende für jedes Level gibt. Mit den Coins könnt ihr euch anschließend Objekte für Peachs Königreich kaufen, von denen ihr aber auch erst einen Großteil freischalten müsst. Zum einen durch das Bewältigen des Einzelspielermodus, vor allem aber durch den Mehrspielermodus.

Zu zweit allein

Nach Zahlung des Eintritts (ein „Rally-Ticket“ pro Rennen) tretet ihr in speziellen, ein Stück weit zufallsgenerierten Varianten der Einzelspielerlevels gegen menschliche Spieler an – könnte man zumindest denken. In der Realität steht zwar der Name eines anderen Nutzers drauf, gesteuert wird die Figur aber von der KI. Ob dabei einfach nur ein altes Replay abläuft, sich die KI die Verhaltensmuster des eigentlichen Spielers gemerkt hat oder wirklich einfach nur die KI zockt – ich weiß es nicht. Am Ende des Tages ist es auch völlig egal, da ihr keinerlei Interaktionsmöglichkeiten habt mit dem Gegenüber (nur die übliche, völlig umständliche Friendslist).

Mein Königreich

Das Spielprinzip bleibt im Mehrspielermodus bis auf drei Details unverändert. So läuft das Level in einer Endlosschleife und endet, wenn die Zeit abgelaufen ist. Außerdem steigert ihr durch das Sammeln von Coins steigert euer Coin-Meter. Ist es voll, sind im Level plötzlich noch mehr Coins solange bis es wieder leer ist. Und zu guter letzt erhaltet ihr durch das Vollführen von„Tricks“ (knapp Gegnern entkommen, Special Coins sammeln, und sowas) Toad-Zuschauer.

Letzteres ist der ganze Sinn und Zweck des Mehrspielermodus, denn nur, wenn ihr genug von den Toads (gibt sechs Farben) habt, werden weitere Gebäude, Spezialsachen und Dekoobjekte für das Königreich freigeschaltet. Die gesammelten Toads werden quasi auf eure Coins aufgerechnet und wenn ihr mehr habt als euer Gegner, gewinnt ihr das Rennen und erhaltet als Belohnung die Coins sowie alle Toads. Das Ziel des Spiels? 9999 Toads sammeln und alle Objekte für das Königreich freischalten. Danach? Nix mehr.

Beim Christoph meint: Das Spielprinzip an sich macht freilich kurze Zeit Spaß. Da ist es egal ob jetzt Mario draufsteht, Rayman oder sonst was. Und es kommt absolut durchpoliert daher, wie man es eben von einem Nintendo-Titel erwarten würde. Ich finde es außerdem gut, dass es im Gegensatz zu den typischen Endlosrunnern ein definiertes Ende gibt. Das ist allerdings auch sein größtes Problem: Äußerst lange hält der Titel absolut nicht bei der Stange. Nach spätestens einer Stunde habt ihr alle Levels der Einzelspielerkampagne durch und schon ein paar Runden im Mehrspielermodus gedreht. Danach hält höchstens noch die Sammelwut bei Laune (sowie die Herausforderung die Special Coins zu finden und einzusammeln) – wenn überhaupt. Dass dieses übersichtliche Vergnügen 10 Euro kostet finde ich durchaus eine Frechheit. Da gibt es im Vergleich einfach viel Besseres. Zum Beispiel Rayman Jungle Run bzw. Rayman Fiesta Run .

Ein Teil der neuen Titel

Vergangene Woche musste meine Internetleitung ganz schön Schwitzen. 220 GiB wurden insgesamt an drei Tagen runtergeladen – und da fehlen noch die paar Dutzend GiB, die ich tatsächlich von DVD installiert habe. Hatte ich in letzter Zeit eigentlich wieder mal erwähnt, wie sehr es mir auf den Geist geht, dass Blu-ray bei PC-Games immer noch kein Standard ist (oder einfach ein USB-Stick)? Nein? Ja, es nervt. Mafia III kommt auf sechs (!) DVDs daher. Nene, da ist runterladen mitunter schneller. Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske kommt zwar mit nur einer DVD aus, aber da verarscht Bethesda die Käufer mal wieder. Die restlichen 27 GB werden vom Steamserver geholt. Gilt natürlich mal mehr oder weniger für alle der 10 Retail-Titel, die ich nun erstanden habe. Installieren und loslegen wie anno dazumal? Heutzutage ausgeschlossen.

Von daher habe ich tatsächlich kein großes Problem damit, wenn es heißt, dass in der Retail-Packung von Mass Effect: Andromeda nur noch ein Downloadcode ist. Hauptsache ich hab‘ was im Regal – zumal es EA zumindest bei Addons/DLCs tatsächlich schon länger so handhabt. War also nur eine Frage der Zeit, bis sie sich die Kosten für die DVD(s) auch an anderen Stellen einsparen. Will gar nicht wissen wie viele Mass Effect: Andromeda gebraucht hätte. Klar: Blu-ray oder USB-Stick wären auch ein Ansatz gewesen aber für ersteres ist der Zug eindeutig abgefahren, dafür ist der Retailmarkt dann doch mittlerweile zu klein (im PC-Bereich) und zweiteres ist anscheinend nur für Kickstarter-Projekte interessant (ja, machen mittlerweile einige).

Was gespielt!

Da ich aber sowieso eher einer Minderheit angehöre, was das ganze Thema „Retailversion“ angeht, belassen wir es auch schon wieder dabei. Kommen wir stattdessen zur viel wichtigeren Frage: Was habe ich denn nun schon alles gezockt von dem, was in der letzten Woche seinen Weg auf meinen Rechner fand? Zeit für ein paar Ultrakurzeindrücke halbwegs aktueller Titel, würde ich sagen!

Just Cause 3 (Herstellerbild)

Just Cause 3 (2015) – Theoretisch müsste mein Rechner noch ausreichen dafür (hab‘ ja aktuell immer noch „nur“ die GeForce GTX 780 im Gehäuse). Trotzdem habe ich, wenn es so richtig rundgeht, mit Lagspikes zu kämpfen (Einbruch der Framerate auf 15fps). Nach ein wenig Einlesen musste ich leider feststellen, dass das wohl ein allgemeines Problem mit diesem Titel ist und es trotz mehrerer Patches wohl nie ganz verschwunden ist. Klar hilft es noch mehr Power unter der Haube (damit quasi der Einbruch nicht unter 30fps geht) zu haben aber glücklich sind anscheinend die wenigsten mit der Performance des Titels und es liegt wohl mehr an der CPU (Physikengine) als an der Grafikkarte.

Ich bin logischerweise auch nicht wirklich glücklich mit dieser Situation. Schließlich lebt die Serie davon, dass es in jeder Sekunde hoch hergeht. Da ist FPS eigentlich die falsche Maßeinheit. Explosionen pro Sekunde wäre viel besser. Und der Anfang hat auch eindeutig wieder sehr viel Laune gemacht. Er war actionreich, der Titel nimmt sich offensichtlich selbst nicht zu ernst (was sehr gut ist) und als Kenner der Vorgänger findet man sofort rein. Außerdem sieht Medici grafisch wieder genauso genial aus wie Panau. Aber es ist – zumindest aus meiner Sicht – auf meinem aktuellen System unabhängig von den Grafikeinstellungen schlicht unspielbar. Andererseits muss ich auch ganz klar sagen: Bei Just Cause 2 war es anno 2010 auch nicht anders. Von daher warte ich einfach mal weiter ab und zocke noch ein bisschen Teil 2 (habe noch lange nicht die 100% darin erreicht).

Mad Max (Herstellerbild)

Mad Max (2015) – Warum Avalanche Studios gleich zwei Open-World-Titel mit im Prinzip der gleichen Prämisse (nur der eine bunt und humorvoll, der andere eben nicht) im gleichen Jahr veröffentlichte weiß ich nicht. Klar, man musste noch ein bisschen von der Mad Max: Fury Road-Hypewelle erwischen. Trotzdem war es aus meiner Sicht nicht die beste Entscheidung. Auch deshalb, weil man im direkten Vergleich eben sieht, dass in Mad Max weniger Ressourcen geflossen sind als in Just Cause 3. Immerhin ist dafür die Performance um Welten besser. Und natürlich ist es cool endlich mal selbst in dieser speziellen Apokalypse herum zu fahren und ums Überleben zu kämpfen. Allein der Introfilm hat durchaus schon massig Stimmung gemacht, die glücklicherweise auch ins Spiel übergeht. Die Frage, auf die ich natürlich jetzt noch keine Antwort habe, wird aber sein: Kann es wirklich die gleiche Wirkung wie Just Cause entfalten und lange bei der Stange halten? Was ich so gelesen habe wohl nicht (soll sich sehr repetitiv anfühlen). Mal schauen. Ich werde ihm auf jeden Fall aus besagten Performancegründen erst einmal den Fortritt vor Just Cause 3 geben.

The Binding of Isaac: Afterbirth+ (Herstellerbild)

The Binding of Isaac: Afterbirth+ (2017) – Jetzt gibt es schon DLCs zu DLCs (ihr benötigt sowohl The Binding of Isaac: Rebirth als auch The Binding of Isaac: Afterbirth)…wie tief ist die Welt nur gesunken? Gut, in diesem Fall passt das natürlich schon ganz gut. Das Grundspiel ist schließlich weiterhin unverändert. Es gibt eben nun wieder mehr Gegenstände, mehr Monster, mehr Bosse, mehr Räume, mehr Herausforderungen noch mehr Variationen. Damit es quasi auch beim 1.000.000 Durchgang nicht langweilig wird (ich habe glaube ich seit >50 Runden nicht mehr gewonnen). Und wenn doch, gibt es nun sogar Mod-Support. Letzteres tangiert mich nicht (bin ja noch seeehr lange mit dem normalen Spiel beschäftigt) aber der Rest motiviert mich eindeutig dazu den Titel mal wieder öfters zu starten. Wer also immer noch nicht genug vom Spiel hat, der muss bei diesem DLC-DLC einfach zuschlagen. Doch wem erzähl ich das: Das habt ihr dann schon längst :smile: .

SUPERHOT (Herstellerbild)

SUPERHOT (2016) – Der Titel, den ich bislang von allen neuen am längsten gespielt habe. Das Spiel an sich ist relativ simpel: Die Zeit läuft nur, wenn ihr euch bewegt (dazu gehört es auch mit der Maus sich umzuschauen!) und euer Ziel ist es alle Gegner im aktuellen Areal zu töten (sowohl sie als auch ihr haltet nur einen Treffer aus) und ist weniger Ego-Shooter als Ego-Puzzler. Das ist cool und vor allem später in den Challenges (bspw. bewege dich so wenig wie möglich) mal was ganz neues und herausforderndes. Ich finde allerdings tatsächlich das Drumherum tausendmal spannender. Die Frage ist nur, wie ich darauf näher eingehen kann, ohne etwas Substantielles zu verraten. Vermutlich gar nicht. Sagen wir es stattdessen so: Es ist richtig genial wie die Entwickler hier mit der Meta-Ebene spielen. Es erinnert ein wenig an Spec Ops: The Line (das ihr hoffentlich alle gespielt habt!) oder BioShock, geht aber natürlich in eine ganz andere Richtung was die Message angeht. Spielerisch und inhaltlich also ein äußerst innovativer Titel, den man aus meiner Sicht unbedingt mal erlebt haben sollte. Eine Demo gibt es zwar nicht, aber dafür könnt ihr den 7DFPS-Gamejam-Prototypen im Browser zocken.

 

Und damit sind wir schon wieder am Ende des Eintrags angekommen. Die restlichen Titel habe ich bislang nur installiert und mal testweise gestartet, um die Performance zu sehen. Dazu dann also mehr, wenn ich mehr Zeit mit ihnen verbringen konnte.

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