Ihr habt es sicherlich mitbekommen: Christian Schmidt, langjähriger Spieletester und bis Juni stellvertretender Chefredakteur der GameStar, hat sich in einer Kolumne bei Spiegel Online (Link führt zur Langfassung bei Kaliban) die Seele vom Leib geschrieben. Viele haben darauf mittlerweile mehr oder weniger besonnen reagiert und auch ich habe selbstverständlich eine Meinung zu dieser Angelegenheit — sowohl aus Leser- als auch Redakteurssicht, auch wenn ich erst zweieinhalb Jahre Teil dieses Metiers bin. Doch darauf werde ich erst in einem anderen Eintrag eingehen. Oder vielleicht sogar im kommenden Podcast? Wer weiß. Diese Entscheidung müssen die Gäste der Laberecke 2011 treffen :smile: .

Richten wir stattdessen mal wieder unseren Blick gen GamersGlobal. Dort sind am Wochenende zwei Texte von mir online gegangen:

 Syndicate Syndicate: Reboot enthüllt // Es wird ein Ego-Shooter – Eigentlich hat ja die Deus Ex-Serie von Syndicate (1993) geklaut und nicht umgekehrt, wenn man es so sagen möchte. Aber natürlich kommt es jetzt so kurz nach der Veröffentlichung von Deus Ex: Human Revolution ganz anders rüber. Und ganz ehrlich: Die bisherigen Screenshots erinnern schon sehr stark an den Konkurrenten. Auf die inhaltlichen Parallelen gehe ich da gar nicht erst weiter ein. Der Zeitpunkt für die Ankündigung, auch wenn sie offiziell erst nächste Woche erfolgt, ist da ein wenig schlecht gewählt wie ich finde.

Reboot eines Klassikers

Die Reaktionen der Leser auf die Nachricht, dass der Reboot der Serie ein Ego-Shooter wird, waren vorhersehbar. Viel Geschimpfe ist in den wahsinnig vielen Kommentaren zu lesen (wir waren in Deutschland die Ersten mit der Neuigkeit). Auch ich bin ganz klar enttäuscht. Neben der X-COM-Reihe hat mich in diesem Bereich nur noch Syndicate angemacht, auch wenn letzteres auf Echtzeit- statt Rundentaktik setzte. Ich fand es immer sehr cool mit dem Überzeuger durch die Auftragsgebiete zu laufen und eine immer größer werdende Menschenmenge hinter mir herlaufen zu lassen. Außerdem hatten wir ja schon im Eintrag zu Deus Ex: Human Revolution festgestellt, dass ich gerne den indirekten Weg nehme und das Überzeugen erlaubte es entsprechend auch viele Missionen zu beenden, ohne abseits des eigentlichen Ziels jemanden zu töten. Zudem macht mich auch einfach das Cyberpunk-Setting an. Definitiv ein Titel, den ich auch heute noch gerne hervorhole und uneingeschränkt empfehlen kann. Klar, die Bedienung ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und selbstverständlich könnte auch die Grafik ein kleines Update vertragen. Aber es sind die inneren Werte, die zählen und die stimmen auch heute noch.

Doch zurück zum Reboot: Ich bin weniger darüber enttäuscht, dass es kein Taktikspiel wird, sondern mehr darüber, dass ihnen nichts anderes als ein Shooter eingefallen ist. Ab und zu hat man schon das Gefühl, als wäre es das einzige Genre da draußen. Aber gut: Mal abwarten was daraus wird. Vielleicht steckt doch noch mehr dahinter, als die Beschreibung hergibt. Und Koop für vier Spieler mit Missionen aus dem Original? Bin ich sofort dabei! Kaufen und spielen werde ich es mit ziemlicher Sicherheit so oder so. Ich kenne da ja nichts. Außerdem traue ich Starbreeze Studios durchaus ein sehr gutes Spiel zu. The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay, Enclave und The Darkness sind alles spielenswerte Titel und Project Red Lime, so der Arbeitstitel des neuen Syndicate, ist auch schon sehr lange in Entwicklung. Da ist die Chance hoch, dass sich da doch ein paar Leute mal ausführlich Gedanken darüber gemacht haben.

Warhammer 40.000: Space MarineTest zu Warhammer 40.000: Space Marine – Von Bagdadsoftware gibt es nach reiflichen Überlegungen 3 von 5 Sics. Es ist kein abgrundtief schlechtes Spiel geworden. Im Gegenteil hat es durchaus seine positiven Seiten. Der Mehrspielermodus beispielsweise macht wirklich Laune, auch wenn es einfach an Modi und Karten fehlt. Außerdem hat mich die Atmosphäre des Spiels mächtig beeindruckt. Egal ob beim Leveldesign, dem Grafikstil, den Soundeffekten oder dem Soundtrack — alles schreit nach Warhammer 40.000 und zieht euch dank der gut inszenierten Hintergrundgeschichte vorbildlich in das Universum hinein.

Repetitives Gameplay

Aber auch wenn ich ausgesprochener Fan von schlichteren Spielen wie Serious Sam oder Painkiller bin: Die Kämpfe in Warhammer 40.000: Space Marine sind schlicht ermüdend langweilig. Ich konnte das Spiel für den Test tatsächlich nicht am Stück spielen. Ich musste immer mal wieder eine Pause einlegen, weil es mir so total auf den Keks ging schon wieder gegen die ewig gleichen Horden aus Orks anzutreten und sie buchstäblich tot zu klicken. Erst spät wechselt das Feindbild auf die immer gleichen Horden aus Chaos-Truppen. Super, Relic! Das nenne ich Abwechslung…

Ich weiß, es soll absichtlich ein simplerer Konsolenshooter sein — ihre Worte, nicht meine –, aber die Entwickler verschenken viel zu viel Potential dadurch. Die guten Ansätze sind schließlich da. Die Abschnitte mit dem Jetpack beispielsweise fand ich super und die Kämpfe erträglicher gemacht. Und auch die wenigen Bosskämpfe, so stupide sie vom Ablauf her sind, waren eine willkommene Ablenkung. Das zeigt mir deutlich, dass ein Shooter im Warhammer-40.000-Universum funktionieren kann und kein elendiger Flop wie Warhammer 40.000: Fire Warrior dabei rauskommen muss. Die Entwickler haben ihrer Zielgruppe aber anscheinend nicht mehr zugetraut. Vielleicht dann, falls er kommt, in Teil 2.

Bagdadsoftware meint: Wenn euch das Spiel wirklich interessiert, dann empfehle ich euch die Demo zu spielen. Wenn ihr aber da schon feststellt, dass es euch auf Dauer zu blöd ist, dann lasst die Finger davon. Solltet ihr hingegen Spaß damit haben, dann kann die Vollversion in Maßen für euch durchaus einen Blick wert sein. Und Warhammer-Fans sollten es sich auf jeden Fall mal anschauen. Wie gesagt: Die Atmosphäre ist wirklich fantastisch.

Übrigens: Die Kommentare unter dem Test finde ich mal wieder amüsant. Sonst beschwert sich immer jeder ich würde zu hoch bewerten, dieses Mal ist es genau andersrum. Ich kann es einfach niemandem Recht machen :wink: .

Oh man, was tut mir der Rücken weh. Man sollte halt ab und an doch auf die Warnungen im Handbuch der Spiele hören und immer mal wieder eine Pause einlegen. Stattdessen habe ich die letzten fünf, mächtig anspruchsvollen Spielstunden von Kartoffelernte 2011 – Hutzelgrund Edition am Stück durchgezockt und bezahle nun die Zeche dafür. Absolut nicht zu empfehlen!

Aber gut, ich hatte ja versprochen, dass wir auf dieses Thema nicht mehr näher eingehen werden. Kommen wir also sogleich zur Hauptsache des heutigen Eintrags: Massig Werbung für meine neusten Artikel drüben bei GamersGlobal. Nach der gamescom erst einmal etwas erholen? Pustekuchen! Die Weihnachtszeit steht schließlich bevor. Bereitet euch also mal wieder auf einen äußerst umfangreichen Eintrag vor.

DOOMDoom 1 & 2 nicht mehr indiziert – Dies ist vermutlich meine am meisten aufgerufene News seit der Entstehung von GamersGlobal. Es ist aber auch eine Hammerneuigkeit mit der absolut gar keiner gerechnet hatte (wie schon damals bei der USK-Freigabe von Gears of War 3). Vermutlich sogar ZeniMax nicht, obwohl sie den Antrag gestellt hatten. Aber irgendeiner muss ja den Anfang machen und der positive Ausgang des Verfahrens hat hoffentlich eine anhaltende Wirkung auf die Branche. Ich hoffe sehr, dass nun auch andere Publisher folgen und Klassiker wie Duke Nukem 3D oder Heretic frühzeitig eine zweite Chance und einen Re-release in Deutschland bescheren.

Hintergründe

Bei Filmen ist diese Praxis ja schon länger gang und gäbe. Wobei es vermutlich da schon immer naheliegender war eine Neuveröffentlichung zu bringen. Laserdisc, DVD, Blu-ray — immer wieder willkommene Gründe dem doofen Kunden (=ich, der sich unter anderem Der Herr der Ringe noch einmal geholt hat und auch bei Star Wars noch einmal zuschlägt) das gleiche Produkt immer wieder unterzujubeln. Da versucht man es natürlich eher mal einen Titel wie Terminator (wobei hier bereits die 25-Jahre-Regelung griff, er wurde nämlich schon am 1. Oktober 1985 indiziert) oder Die totale Erinnerung – Total Recall (mit Erfolg) vom Index zu schaffen.

Bei Videospielen dachten sich vermutlich viele bislang, dass kein Deutscher auf die Idee käme für ein Ultima IV: Quest of the Avatar noch einmal Geld auszugeben. Spätestens seit Good Old Games sollte allerdings klar sein, dass es durchaus einen Markt dafür gibt — sogar einen sehr großen. Wundert mich auch nicht weiter. Ich habe zwar viele Klassiker im Original, aber wenn ich die Wahl habe zwischen ewig herum machen, um das Spiel wieder zum Laufen zu bekommen oder einfach noch einmal einen 10er ausgeben und dafür sofort loslegen, dann gehe auch ich bereitwillige den komfortableren Weg.

Vielleicht hat auch ein wenig geholfen, dass die USK und die BPjM sich deutlich verändert haben in den letzten Jahren und die Publisher entsprechend nicht mehr mit einem „Das hat doch eh keinen Wert!“ an die Sache herangehen, sondern bereitwilliger geworden sind das Geld zu investieren und es zu versuchen.

Gnadenlose Ausnutzung

Aber egal welche Gründe es hatte, dass ZeniMax den Antrag eingereicht hat: Sie haben es getan, hatten Erfolg und haben damit eine bislang einmalige Situation nicht nur für die Branche, sondern auch die deutsche Presse geschaffen. Während die internationalen Magazine ihr Pulver für Doom schon vor Jahren verschossen haben, können wir die Vorlage gnadenlos ausnutzen, um endlich einige (Retro-)Features zum Thema zu bringen. Das Interesse von Seiten der User ist eindeutig da, denn in Erinnerungen schwelgen mag schließlich jeder gerne. Und wer wäre bei GamersGlobal besser dafür geeignet sich darum zu kümmern, als ich, der bekannte id-Fanboy :smile::

Doom (First15) mit Hintergrundinfos – Ihr glaubt gar nicht wie viel Aufwand in diesem kurzen Video steckt. Nur mit der Tastatur einen Shooter zu steuern ist gar nicht mehr so einfach, wenn man es schon mindestens 13 Jahre nicht mehr gemacht hat. Und egal was die Kommentatoren sagen: Der größte Teil der Spieler nutzte 1993 den rudimentären Maussupport nicht und WASD war damals auch noch kein Standard. Es kam für mich also absolut nicht in die Frage etwas anderes als das Default-Layout zu verwenden.

Aber trotz all der Versuche vorab, bei denen ich immer viel früher gestorben bin, habe ich in der finalen Version immer noch die eine oder andere Sache falsch gemacht und beispielsweise völlig das Strafen vergessen. Wobei ich „ALT + Richtungstaste“ nach wie vor für ein total umständliches System halte :smile: . Spaß hat es trotzdem gemacht. DOOM und auch DOOM II waren, sind und werden immer sehr gute Spiele bleiben — auch ohne dass man die Nostalgiebrille aufsetzen muss.

Ungeschickte Überleitung

Das First15-Video wird, wenn es nach mir geht, nicht der einzige Beitrag zu diesem Thema bleiben. Neben Deus Ex: Human Revolition, bei dem das Ende immer näher rückt, lässt mich derzeit aber auch das Tagesgeschäft nicht wirklich los. Nächste Woche steht beispielsweise schon wieder der nächste Test an: Warhammer 40.000: Space Marine. Ich weiß, es erscheint offiziell eigentlich morgen schon. Aber das Testmuster ist zum Verfassungszeitpunkt immer noch nicht da. Meist kein gutes Zeichen was die Qualität eines Titels betrifft. Ich rate deshalb an dieser Stelle ein wenig zur Vorsicht, falls ihr ernsthaft über den Kauf nachdenkt. Und in den letzten zehn Tagen sind auch schon wieder drei weitere Artikel von mir erschienen:

Tropico 4Test zu Tropico 4 – Von Bagdadsoftware gibt es, wie vor zwei Jahren für den Vorgänger, 4 von 5 Sics. Zwar ist der neue Teil spielerisch klar besser als der Vorgänger und sieht auch grafisch immer noch sehr gut aus, obwohl Teil 3 stellenweise tatsächlich mehr drauf hatte. Aber für die vollen 5 Sics wie bei Die Siedler 7 sind mir immer noch zu viele Ungereimtheiten drin.

Meine persönlichen Hauptkritikpunkte sind die stark schwankende Spielbalance, der viel zu geringe Wuselfaktor und die KI der Bauarbeiter. Mir geht es so dermaßen auf den Keks, wenn ich tatsächlich mehrere Spieljahre einfach vorspulen muss, nur weil die Hupen trotz veränderten Prioritäten das eine Gebäude nicht bauen, auf das ich so dringend warte. Und bei der Spielbalance ist das Problem, dass einzelne Wirtschaftszweige selbst in Missionen mit abgeschwächtem Handel das gesamte Spiel dominieren. Das ist zwar ein Stück weit realistisch, Öl ist nun einmal eines der lukrativsten Geschäfte auf Erden, aber wer das einmal raus hat macht in der Kampagne trotz wechselnder Aufgabenstellungen erst einmal nichts anders als zu versuchen diese Wirtschafszweige aufzubauen und sich danach erst um das eigentliche Missionsziel zu kümmern. Da geht doch der Spielspaß ein Stück weit verloren.

Trotz dieser und den weiteren, im Test erwähnten Mängel habe ich aber wie schon mit Teil 3 sehr viel Spaß mit dem Titel. Er spielt sich einfach sehr stark anders als die Die Siedler-, SimCity– oder die Anno-Reihe und legt viel mehr Wert auf den Wirtschaftssimulationsaspekt als die Konkurrenz ohne das man gleich ertränkt wird vor Möglichkeiten. Und die Neuerungen, die die Entwickler mit Teil 4 eingeführt haben, sind durch die Bank sinnvoll und motivieren noch stärker weiter zu machen. Speziell natürlich die kleinen und großen Aufgaben, die immer mal wieder aufpoppen. Endlosspiel hin oder her, ab und zu freut man sich dann doch über klare, kurzfristige Ziele. Die Karibik-Musik und das Setting im Allgemeinen tun ihr übriges, um mich an den Bildschirm zu fesseln.

Bagdadsoftware meint: Wer Aufbauspiele mag und ein paar Abstriche in Sachen Grafik und Spielkomfort verkraften kann, der sollte sich das Spiel unbedingt anschauen. Und auch Besitzer von Teil 3 finde ich, sollten Tropico 4 zumindest eine Chance geben anstatt gleich drauf rumzuhacken.

Two Worlds II: Pirates of the Flying FortressAngetestet zu Two Worlds II: Pirates of the Flying Fortress – Ich gebe hiermit zu, dass ich Two Worlds II noch nicht durchgespielt habe. Es gab 2010 einfach zu viele gute Rollenspiele und ich hatte auch noch mit den Resten (Divinity II: Eco Draconis) von 2009 zu kämpfen. Aber irgendwann werde ich auch dazu kommen, denn es definitiv ein sehr gutes und ein sehr umfangreiches Action-Rollenspiel mit einer Grafikpracht, die selbst Azzkickr überzeugen sollte.

Wer also das Hauptspiel schon durch hat, der darf sich sehr auf das Addon freuen. Schon alleine deshalb, weil es eben seit langem mal wieder ein richtiges Addon statt eines uninspirierten DLCs ist, der nicht viel am eigentlichen Spiel verändert oder gar verbessert. Was ich gesehen habe, machte auf jeden Fall schon einen sehr guten Eindruck und verspricht ein klein wenig mehr zu werden, als nur mehr vom Gleichen. Und wer bislang auch noch keine Zeit für den Titel hatte, dem empfehle ich die Velvet Game of the Year Edition, die am 18. Oktober erscheint und sowohl Hauptspiel als auch Addon für derzeit 48,99 Euro enthält.

Grotesque Tactics 2: Dungeons & DonutsAngetestet zu Grotesque Tactics 2: Dungeons & Donuts – Zweimal hatte ich mir die Präsentation auf der gamescom angeschaut und dann habe ich als glaube ich einziger Redakteur in Deutschland auch noch die sehr unfertige Demo zum selbst Anspielen erhalten. So muss das sein und wird von mir auch entsprechend mit einem ausführlichen Artikel belohnt! Und einen potentiellen Podcast-Gast habe ich auch dabei aufgegabelt — das nur so am Rande :wink: .

Der Titel selbst wird sicherlich wieder ein Geheimtipp werden für alle, die den Humor der Entwickler mögen und mit dem sanften Schwierigkeitsgrad keine Probleme haben. Spielerisch versuchen die Entwickler zwar schon den Anspruch zu steigern, aber es kommt an die Größen der beiden Genre einfach nicht heran. Ist aber auch gar kein Problem, weil das gar nicht der Anspruch von Silent Dreams ist und es auch erneut gleich zum Budgetpreis in den Handel kommt (ohne jedwede Form von DRM!). Mich persönlich stört zwar tatsächlich die überarbeitete Grafik — die grellen Farben des Vorgängers passten meiner Meinung nach besser zum restlichen, humoristischen Stil des Spiels –, aber das wird mich jetzt nicht vom Kauf abhalten. Ja, ich weiß — es braucht schon generell sehr viel, um mich vom Kauf eines neuen Spiels abzuhalten, aber ihr wisst doch was ich meine :smile: .

Das Wichtige bei Grotesque Tactics war schon in Teil 1 der Humor und der hat mir in der Vorschauversion schon wieder sehr gut gefallen und mich einige Male zum Schmunzeln gebracht. Klar, es sind teilweise schon sehr flache Witze und Kalauer dabei. Aber drüber lachen kann man trotzdem und so viele Spiele, die sich selbst nicht zu ernst nehmen, gleichzeitig auch noch das eigene Genre so offen auf die Schippe nehmen und tatsächlich halbwegs gut sind gibt es nicht. Mir fallen außerhalb von Adventure-Spielen sogar auf Anhieb nur Duke Nukem Forever (2011), die LEGO-Spiele und The Bard’s Tale (2004) ein. Vermutlich gab es aber schon noch ein paar mehr in den letzten Jahren, die mir nur gerade entfallen sind. Helft mir da doch einfach in den Kommentaren auf die Sprünge.

Und damit wären wir am Ende des heutigen Werbeeintrags angelangt. Allen, die bis zum Ende durchgehalten haben, wünsche ich eine angenehme Woche!

Das war vielleicht eine anstrengende Woche. Nicht nur wegen der E3, sondern auch wegen dem einen Test, den ich kurzfristig noch einschieben musste. Aber wie heißt es so schön? Dazu später mehr. Reden wir stattdessen zuerst einmal über die Electronic Entertainment Expo 2011, besser bekannt als mit eine der langweiligsten E3s der letzten Jahre.

Die Pressekonferenzen

Die ersten Anzeichen, dass es dieses Jahr eher gediegen wird, gab es schon auf den Pressekonferenzen der drei großen Hersteller. Da die von Sony mitten in der Nacht (2 Uhr morgens!) stattfand und ich am nächsten Tag arbeiten musste, fiel mir in diesem Jahr die Microsoft Pressekonferenz zu und da ging es echt nur um das eine: Kinect. Ja, ich finde die Technologie toll und man sieht im Vergleich zum letzten Jahr auch endlich die ersten Schritte in eine sinnvolle Richtung. Aber zum einen haut mich 90% von dem Zeug, das gezeigt wurde immer noch nicht vom Hocker. Zum anderen scheint einfach niemand von den Entwicklern zu verstehen, dass ich nicht 8 Stunden in einer komisch gebückten Haltung verbringen möchte, um ein Ghost Recon – Future Soldier durchzuspielen. Macht denn bei denen keiner einen Langzeittest vorher? Oder ist das etwa sowieso nur Show, damit Microsoft etwas zu zeigen hat? Und auch die ganze Sprachsteuerung wie in Mass Effect 3 ist zwar ein nettes Gimmick, aber das mache ich vielleicht zwei- oder dreimal bevor ich zum Gamepad greife und meine Wahl wieder manuell treffe. Zur Pressekonferenz habe ich neben dem Report auch noch drei News verfasst: Kinect Fun Labs gestartet, Neue Xbox- und Xbox-Live-Features angekündigt und XBLA Summer of Games 2011 – Titel bekanntgegeben.

Sony machte es nicht viel besser. Ja, ich mache wie beim Nintendo 3DS keinen Hehl daraus, dass mich die PS Vita — was für ein vollkommen bekloppter Name – absolut nicht interessiert. Ich bin einfach nicht die Zielgruppe solcher Handhelds, auch wenn es hier und da super Spiele dafür gibt. Und der Rest waren größtenteils neue Szenen aus bekannten Spielen. Nintendo hatte es also nicht sonderlich schwer dieses Jahr die beste Konferenz zu machen. Mal abwarten was aus der WiiU — was für ein vollkommen bekloppter Name — noch wird. Der neuartige Controller klingt auf jeden Fall nach einer netten Idee. Dazu die Unterstützung haufenweiser 3rd-Party-Hersteller mit echten Core-Games und volle Abwärtskompatibilität zur Wii. Da kann man sich den Kauf vielleicht doch mal überlegen.

Der traurige Rest

Nach den Pressekonferenzen herrschte dann komplett tote Hose. Gut, ich habe zugegebermaßen auch von Mittwoch bis Freitag nicht so viel live mitbekommen, wegen dem anderen Thema. Aber Neuankündigungen, oder umwerfende Spielszenen eines lange erwarteten Titels? Fehlanzeige. Alles schon einmal gesehen und gehört. Ja, ich klinge tatsächlich ein wenig wie Azzkickr im letzten Jahr nach der gamescom 2010 und das finde ich sogar ein wenig schade. Aber er hat schon irgendwie Recht, der Mann :smile: .

Von mir kamen zur E3 bislang noch zwei weitere Artikel: Eine News-Vorschau zu Der Herr der Ringe – Der Krieg im Norden und ein Report zu Saints Row – The Third. Zwei Titel, die mich tatsächlich interessieren. Erster vor allem wegen dem Koop-Modus, auch wenn ich es zeitlich vermutlich niemals schaffen werde ihn überhaupt auszuprobieren. Aber auch ein Stück weit, weil ich das actionreiche Konzept mag und außerdem gibt es nie genug gute Spiele aus dem Der Herr der Ringe-Universum! Bei Saints Row – The Third erwarte ich schlicht mehr vom gleichen, was ich aber definitiv nicht negativ meine. Es sollte ja eigentlich bekannt sein, dass mir Saints Row 2 viel besser gefallen hat als GTA IV. GTA 4 fühlte sich stellenweise wie Arbeit an und die Welt ist auch für meinen Geschmack viel zu ernst geworden. Bei Saints Row ist es genau umgekehrt: Je bekloppter die Idee, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie ins Spiel übernommen wird. Hier steht ganz klar der Spaß im Vordergrund und ich kann nur jedem empfehlen, zumindest den zweiten Teil nachzuholen. Aber bitte nicht mit der deutschen Version. Die ist so stark beschnitten, dass vom eigentlichen Spiel so gut wie nichts mehr übrig ist. Teil 3 wird Ende des Jahres dann die Verrücktheitslatte wieder ein Stück weiter hoch legen, da bin ich mir jetzt schon sicher.

Und damit ist das Thema „E3“ für dieses Jahr auch schon wieder erledigt und das Warten auf die gamescom beginnt. Da erhoffe ich mir schon ein paar Infos mehr. Ich glaube nämlich, dass selbst unter Publishern und Entwicklern mittlerweile die E3 sehr viel Ruf eingebüßt hat und deshalb gar nicht mehr so viel gezeigt wird. Kommen wir aber nun endlich zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags:

Duke Nukem ForeverTest zu Duke Nukem Forever – Ja, ihr habt richtig gelesen. Ganz ohne fliegende Schweine und ohne Temperaturschwankungen in der Hölle, kam am Freitag nach 14 Jahren endlich das Spiel aller Spiele in den Handel — und ich musste…nein, DURFTE es testen! Was für eine Ehre und gleichzeitig aber auch was für ein Druck da auf mir lastete.

Würde sich das BRINK-Debakel wiederholen und die Kommentare nur aus Flames bestehen? Oder würden wir eine Wertung drunter schreiben, mit der wirklich alle einverstanden sind? Nun nach mittlerweile über 230 Kommentaren ist die Antwort ein klares „Jein“. Es wird viel gemekert über die 8.5/10 drüben, aber der Ton ist dieses Mal klar gesitteter und es gibt auch sehr viele positive Stimmen. Eben der normale Mix. Lassen wir aber nun die Kommentare, Kommentare sein und kommen wir zur spannendsten Frage des heutigen Eintrags: Was bekommt das Spiel von Bagdadsoftware?

Old-School-Action

Soll ich euch noch weiter auf die Folter spannen? Nein, tue ich nicht. Bagdadsoftware vergibt für Duke Nukem Forever 4 von 5 Sics. Jetzt ist vermutlich gerade Maverick vom Stuhl gefallen und wird mir gleich lautstark was erzählen von wegen was mir einfällt dem Spiel keine 5 Sics zu geben. Um dem Vorzugreifen, gebe ich gleich selbst die Antwort auf die Frage: „Warum gibt es den letzten Sic nicht?“

Nun, mir hat das Spiel offensichtlich Spaß gemacht und es ist auch überraschend gut geworden — sowohl offline als auch online. Aber für mich persönlich wiegen einige der Kritikpunkte einfach zu schwer. Ich fand es beispielsweise schlicht doof wieder durch Luftungsschächte krabbeln zu müssen, außerdem ist es schlicht bescheuert, dass man nur zwei Waffen gleichzeitig tragen darf und auch einige der anderen Features, die sich der Duke von modernen Shootern abgeschaut hat sind für mich in diesem Spiel einfach nicht tragbar. Wenn man schon Kompromisse macht, dann bitte auch konsequent. Aber nicht hier in einen Old-School-Shooter einfach solche „Features“ einbauen, nur weil es laut Call of Duty „in“ ist. Da habe auch ich in der Hinsicht eine gewisse Erwartungshaltung, wenn vorne auf der Packung „Duke Nukem“ steht. Deshalb gibt es den einen Sic weniger.

Aber ich meckere immer noch auf hohem Niveau. Lasst euch auf keinen Fall von der unterirdisch schlecht gewählten Demo irritieren und lest stattdessen meinen wieder sehr ausführlichen Test voller Bilder! Fakt bleibt, dass aus Duke Nukem Forever doch noch ein richtig gutes Spiel geworden ist und jeder, der auch nur Ansatzweise etwas mit dieser Art von Humor etwas anfangen kann, muss es sich holen. Diejenigen unter euch, die schon damals Duke Nukem 3D mochten, haben es sich aber sowieso schon geholt. Anders als früher sind wir ja auch mittlerweile tatsächlich 18 :wink: . Aber ich kann auch nachvollziehen, wennn ein Teil der jungen Generation der Shooterfreunde, die mit Halo & Co. groß geworden sind, mit dem Duke keine Freude haben. Er ist eben ein bisschen eigen und auch ein wenig altmodisch in seinen Weltansichten. Oder anders ausgedrückt: „Perhaps you had to be there!“

Ich wünsche einen angenehmen Feiertag. Am Donnerstag dreht sich dann alles um Hellgate Global. Ich dachte ja die ganze Zeit, dass es absoluter Müll wird. Aber JakillSlaviks Kommentar unter dem ersten Eintrag hat mich jetzt doch neugierig gemacht. Mal schauen, was er zu sagen hat.

Sicarius

Red Faction: Armageddon

Jetzt ist aber endlich mal genug mit Azzkickrs Daddelkiste. Nicht, dass es am Ende auch noch einen Podcast dazu gibt :wink: . Das Schlimme an der ganzen Sache ist allerdings, dass der Herr die Power nur dazu nutzt, um Cityville und Farmville zu spielen. Das ist fast so absurd, wie die Leute, die bei der Deutschen Telekom anrufen, und wegen eBay mehr Bandbreite haben wollen…“Verrückt!“, sag‘ ich da nur. Ich würde nie im Leben meine abstrus teure Grafikkarte gegen eine noch viel teurere Grafikkarte auszutauschen, nur um ein oder zwei Frames mehr in Quake Live zu haben. Wie? Nein, das Upgrade von der HD4870X2 auf die HD5970 letztes Jahr, das war…äh…das hat damit überhaupt nichts zu tun. Das wurde vom Arzt verschrieben…die ist vom Laster gefallen…ach seid doch einfach ruhig! Sonst muss ich am Ende noch bei GamersGlobal einen Heulsusen-Artikel über die Kommentare hier bei Bagdadsoftware verfassen…

Apropos „GamersGlobal“: Bevor nächste Woche die E3 losgeht und danach direkt die Welt die Welt untergeht, weil Duke Nukem Forever endlich in den Handelkommt (10.6.), musste ich unbedingt noch einen Test schreiben:

 Red Faction: Armageddon Test zu Red Faction: Armageddon – Von Bagdadsoftware gibt es nach langen Überlegungen 4 von 5 Sics. Auf der einen Seite bin ich ganz klar ein Riesenfan der offenen Spielwelt von Red Faction: Guerrilla und ich finde es entsprechend unendlich schade, dass die Zerstörung der Level im neusten Teil so stark in den Hintergrund rückt. Auf der anderen, habe ich mich beim Testen wirklich keine Sekunde gelangweilt und war immer motiviert weiterzuspielen.

Einer der Hauptgründe ist die Hintergrundgeschichte und die Art und Weise wie sie erzählt wird (wirklich super Zwischensequenzen). Für Kenner der Serie, gibt es nicht nur viele Anspielungen zu entdecken, man will auch einfach wissen wie es mit den Masons und dem Mars weitergeht. Und das, obwohl das Happy End von Anfang an unausweichlich ist. Da kann auch der wirklich nette Storytwist am Ende nicht viel dran ändern. Aber keine Angst: Auch wenn ich euch klar empfehle die Vorgänger gespielt zu haben, werdet ihr auch ohne Vorkenntnisse euren Spaß haben.

Sandboxkämpfe

Und dann ist da ja auch noch der Kern des Spiels: die Kämpfe. Volition hat das schon geschickt gemacht. 12 teils konventionelle, teils schon fast abstrus mächtige Waffen, aus denen man aber nur jeweils vier gleichzeitig mitnehmen darf — da fällt die Qual der Wahl schon schwer. Klar, die Vorzeigewaffe ist natürlich das wirklich innovative Magnetgewehr. Aber auch die Singularitätsgranate oder die starke Plasmakanone wollen benutzt werden und laden zum Experimentieren ein. Dazu kommen Aliens (die doofen Kultisten ignorieren wir einfach mal), die zwar alle nicht wirklich viel Hirn, aber dafür interessante Spezialfähigkeiten besitzen und schon fällt es gar nicht mehr so wirklich auf, dass man sich eigentlich nur durch lineare Levels bewegt. Die Freiheit wird euch schlicht auf eine Art und Weise vorgegaukelt. Nämlich durch die Frage, welche Waffe oder welche Nanoforgekraft man nun gegen den nächsten Gegner einsetzt. Und die Fahrzeugeinsätze kommen immer genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie lockern dann das Geschehen auf, bevor es Gefahr läuft doch noch eintönig zu werden. Schade nur, dass die Einsätze alle so kurz sind. Andererseits: Lieber zu kurz und sie positiv in Erinnerung halten, als umgekehrt.

Red Faction: Armageddon ist also ein richtig guter und auch spaßiger 3rd-Person-Shooter geworden. Zwar könnte der Mehrspielermodus umfangreicher und auch einfach interessanter sein, aber Volition hat prinzipiell alles richtig gemacht. Aber um zurück zu meinen langen Überlegungen zu kommen: Es ist halt vollkommen anders im Vergleich zu Red Faction: Guerrilla und ein Teil von mir hätte das Spiel dafür gerne ein Stück weit bestraft. Also drüben eine halbe Note, hier ein Sic weniger. Doch die Frage war am Ende natürlich, ob mir da nicht die eigene Erwartungshaltung den Blick zu stark trübt. Hier hat mir wieder einmal die Wertungskonferenz mit Jörg sehr stark weitergeholfen.

Die Wertungsfindung

Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass Jörg sich in Sachen Wertung ziemlich heraushält. Vor allem, wenn er das Spiel selbst gar nicht oder nur wenig gespielt hat. Er klopft dann immer nur die eigenen Argumente ab und regt dich dazu an, noch einmal selbst genauer darüber nachzudenken, was denn nun für und gegen die jeweilige Wertung spricht. Klingt einfacher, als es wirklich ist, vor allem weil Jörg teilweise schon ganz schön fiese Fragen stellt, um den eigenen Denkapparat in die Gänge zu bringen.

Es ist also einfach über Wertungen zu schimpfen und auch ihre Abschaffung zu fordern, doch als Autor habe ich sie mittlerweile tatsächlich ein Stück weit zu schätzen gelernt. Wir machen uns nämlich im Hintergrund schon sehr viele Gedanken über die ganze Sache und das wirkt sich am Ende auch sehr positiv auf den eigentlichen Text aus. Ihr müsst den Wertungskasten quasi als Endkontrolle sehen. Passt das, was ich geschrieben habe mit dem überein, was ich eigentlich vermitteln möchte?

Bei mir ist die Tendenz übrigens, dass ich eigentlich eine gute Note geben möchte, aber der Text viel zu negativ rüberkommt. Bevor aber jetzt wieder „Manipulation!“ geschrien wird: Natürlich sind nach der Anpassung immer noch die gleichen Vor- und Nachteile aufgeführt. Es kommt beim Schreiben aber auch immer darauf an, wie man etwas formuliert oder an welcher Stelle der jeweilige Punkt steht. Ihr habt ja sicherlich schon davon gehört, dass einem immer die letzte Aussage im Kopf bleibt. Bin ich also einen Absatz lang voll des Lobes, schließe am Ende jedoch mit einem äußerst negativen Punkt ab, wirkt auch der vorherige Teil plötzlich nicht mehr so Vorteilhaft. Es entstehen dabei ganz andere Gedanken im Kopf, als wenn ich die Kritik beispielsweise mittendrin einfließen lasse. Ja, wir Schreiberlinge manipulieren eure Gedanken! Skandal! Ruft den Datenschutzbeauftragten! :smile:

Lange Rede, kurzer Sinn: Lest den Test, wenn ihr es noch nicht getan habt und genießt den Feiertag!

Sicarius

BRINK

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser!

Ich darf mich ihnen vorstellen, ich bin der Webmaster. Sie kennen mich vielleicht noch aus Einträgen wie…ja…gute Frage. Habe in letzter Zeit ja vor allem mit einem geglänzt: Abwesenheit. Waren aber auch vier sehr anstrengende Wochen. Was ruft der Herr aus der hinteren Reihe? Was aus dem mehr auf mich selbst achten geworden ist? Ja, ähm…nun zumindest bis Ende Mai werde ich jetzt erst einmal nicht mehr großartig viel machen für GamersGlobal abseits des Tagesgeschäft. Das ist doch schon einmal was, oder nicht? Aber kommen wir doch endlich zum Kern des heutigen Eintrags: die BRINK-Woche. Angefangen hat alles mit diesem Report:

Splash Damage – Ja, richtig gesehen: Seit 2009 endlich mal wieder ein echter Report von mir. Etwas, was ich mir immer wieder vornehme, aber es am Ende dann zeitlich doch nicht klappt. Doch dieses Mal habe ich mich einfach mal auf meinen Hintern gesetzt und losgetippt. Viel recherchieren musste ich nicht. Ich bin mit allen Studios, die auch nur im entferntesten mit id Software zusammenhängen, sehr gut vertraut. Wer hat da schon wieder „Fanboy!“ gerufen? „Quake for Live, Bitch!“, wie der Amerikaner sagen würde.

Splash Damage ist aber auch ein sehr interessantes Studio. In Game Dev Story würde es mit einem Verlust von Fans bestraft werden, weil es zu viele Spiele im selben Genre veröffentlicht. In der Realität sieht die Sache aber natürlich anders aus. Das aus Moddern entstandene Studio hat sich seit ihren Anfängen eine ansehnliche Community um sich aufgebaut — mit der Betonung auf „um sich“. Vor allem Frontmann Paul „Locki“ Wedgwood ist ein äußerst bekannter Name. Die Spiele selbst geraten da tatsächlich erst einmal in den Hintergrund, sind aber natürlich der Grund für den seit mehr einem Jahrzehnt anhaltenden Erfolg.

Splash Damage weiß einfach, wie man einen richtig guten und gleichzeitig auch anspruchsvollen Mehrspielershooter zimmert. Das vergisst man leicht bei der jahrelangen Dominanz der Call of Duty– und Battlefield-Marken. Ihr Kredo ist aber auch gleichzeitig so ein bisschen ihr Fluch, denn ihre Spiele sind kein richtiger Mainstream und schwer zu verdauen. Das zeigen auch wieder die Reviews von Brink, aber dazu später mehr. Und trotzdem sind sie immer noch ein komplett unabhängiges Entwicklerstudio. Davon gibt es ja nicht mehr allzu viele. Aber ich fasele schon wieder zu viel. Lest den Report, wenn ihr es noch nicht getan habt. Splash Damage ist ein Studio, das man durchaus kennen sollte.

Der Anfang vom Ende

Mit dem Report begann also die BRINK-Woche. Er zeigte leider auch gleich, in welche Richtung es gehen sollte und in welche Abgründe sich noch auftun würden. Aber der Reihe nach: Um Mitternacht ging dann der Test online:

BRINKTest zu BRINK – Von Bagdadsoftware gibt es 5 von 5 Sics, was anderes käme auch nicht in Frage. Nicht nur, weil ich sonst meinen Test das Wasser abgraben würde, sondern weil ich einfach richtig viel Spaß mit dem Titel hatte und auch immer noch habe. Wobei natürlich jetzt das Redakteurs-Syndrom so langsam greift und ich das Spiel schlicht wegen akuter Überdosis nicht mehr sehen kann :smile: . Zusammengenommen habe ich seit vorletztem Freitag, da kam das Testmuster, in die Xbox 360- und PC-Fassung rund einen ganzen Tag Spielzeit gesteckt. Und was anscheinend viele nicht verstehen wollen: die meiste Zeit davon in den Einzelspielermodus mit Bots.

Ich will jetzt nicht auch nochmal hier das Fass aufmachen und erneut eine ellenlange Begründung schreiben. Das habe ich mit fünf Seiten Test und etlichen Kommentaren jetzt schon oft genug getan, wenn auch anscheinend ohne großen Erfolg. Ich will aber noch einmal betonen: Ich habe vornehmlich mit Bots gespielt und hatte trotzdem äußerst viel Spaß mit dem anspruchsvollen und definitiv sehr komplexen Spielsystem und den meiner Meinung nach hochintelligenten Bots. Dazu die schicke Grafik, so habt ihr die idTech 4 noch nie gesehen, und ich musste bei der Wertung nicht mehr lange überlegen. Natürlich hat es seine Mängel wie die oberflächliche Hintergrundgeschichte und die vorhandenen KI-Aussetzer. Aber wegen diesen Punkten gab es eben keine 9.5 oder gar 10/10. Übrigens basierte die Wertung Anfangs auf der Xbox 360-Fassung — die PC-Version konnte ich erst 12 Stunden nach Veröffentlichung des Tests spielen. Die hat mich dank der nochmals besseren Grafik und natürlich Maus und Tastatur sogar in der Wertung noch einmal bestärkt.

Die Bürde des Erfolges

Vermutlich habe ich den Erfolg des Tests, er wurde in den ersten 24 Stunden öfters aufgerufen als jeder andere, den wir bislang veröffentlicht haben, vor allem dieser hohen Wertung zu verdanken. Ich hätte jedoch liebend gerne auf diese Ehre verzichtet.

Obwohl wir uns ans Embargo gehalten hatten, waren wir überraschenderweise mehrere Stunden lang das erste Review im Netz und das hat sich auch schnell herumgesprochen. Es gibt sogar eine komplette Babelfish-Übersetzung in irgendeinem englischsprachigen Forum. So haben wir es dann auch endlich in die offiziellen Übersichten geschafft, wo die Wertungen aus „aller“ Welt zusammengetragen werden. Anführungszeichen deshalb, weil dort faktisch immer nur englisch- und deutschesprachige Reviews aufgelistet werden. Auf jeden Fall sprach sich unser Test schnell rum.

Das war erst einmal kein Problem, bis dann die amerikanischen Magazine aus dem Schlaf erwachten — darunter Joystiq und IGN, die beide dem Spiel überraschend niedrige Wertungen gaben. Und ab diesem Zeitpunkt war der Tag im Prinzip für mich gelaufen und der Ton der restlichen Woche endgültig in Stein gemeißelt. Natürlich habe ich mir auch selbst am Anfang ernsthaft Gedanken darüber gemacht, ob ich irgendwas falsch gemacht habe und entsprechende Selbstzweifel sogar gegenüber Jörg geäußert. Erst nach dem Studium der Tests (inklusive viel Kopfschütteln) und vor allem als dann doch noch die hohen 85+ rauskamen, sogar eine 10/10 gibt es, wurde ich wieder ruhiger. Den Kommentatoren war die neue Wertungsentwicklung aber selbstredend komplett egal.

Menschliche Abgründe

Bereits im Splash Damage-Report warf mir ein User unterschwellig vor, ich wäre gekauft. Damals kannte er die Wertung noch nicht, für ihn waren nur die Ankündigung eines umfangreichen Specials und der Report selbst Anlass für diesen Vorwurf. Dass der Report ungeachtet der Wertung, ich hatte das Muster zum Verfassungszeitpunkt noch nicht einmal, erschienen wäre, interessierte ihn nicht. Unter dem Test wurde es nicht besser. Ich verstehe natürlich, dass es verwirrend ist, wenn bei uns so eine hohe Wertung steht und wir angeblich, es macht sich natürlich keiner die Mühe es mal nachzuprüfen, das einzige Magazin damit sind. Doch genau deswegen schreibe ich doch einen fünf Seiten langen Test und handele es nicht wie ein IGN mit Herstellerbilder und ein paar übersichtlichen Absätzen ab. Es interessiert aber schlicht keinen. Der Großteil der negativen Kommentierer schaut nur auf die Wertung am Ende und beginnt dann seinen Kreuzzug gegen Autor und Magazin. Das regt mich immer wieder aufs Neue auf, aber lässt sich leider nicht ändern.

Ich weiß und habe es ja auch an dieser Stelle schon öfters erwähnt, dass man da drüberstehen soll. Und es wirft vermutlich auch kein gutes Licht auf mich, wenn ich jetzt das Heulen anfange von wegen „wääh, die mögen mich alle nicht, dabei bin ich doch so toll“. Aber wenn eine geballte Menge an negativer Energie auf euch einprasselt und alle gutmütigen Versuche eurerseits die Wogen zu glätten nur mit noch mehr Aggression und an den Haaren herbeigezogenen Argumenten belohnt wird, dann hilft irgendwann selbst das dickste Fell nicht mehr. Speziell die Vorwürfe, GamersGlobal und ich wären gekauft, nehmen mich in diesem Zusammenhang hart mit.

Verlogen und Gekauft!

Mir ist vollkommen klar, dass es tatsächlich Wertungen gibt, die gekauft sind. Ich erinnere nur einmal an den Doom 3-Test der amerikanischen PC Gamer, die zum Ausgleich dann das Addon in Grund und Boden stampften. Ich kenne mittlerweile sogar noch viel mehr von solchen, leider wahren Geschichten, von denen ich euch gar nichts erzählen darf. Es ist also durchaus verständlich, wenn jemand eine hohe Wertung erblickt und erst einmal misstrauisch wird. Aber statt sich über den Verfasser zu informieren und vor allem mal den Test aufmerksam zu lesen, dann gleich zum Kommentarfeld zu springen und zu behaupten, der Autor wäre gekauft?

In dem Moment wird kein Gedanke daran verschwendet, was dieser Kommentar mit dem Selbstwertgefühl des Autors anstellt — in diesem Fall natürlich mit mir. Ich mache mir einen Haufen Arbeit, gehe sogar die extra Meile und spiele in 99% aller meiner Fälle sogar den Titel durch, bevor ich den Test schreibe. Glaubt mir, das machen nur die wenigsten Redakteure. Und dann werde ich als Lügner und Betrüger bezeichnet. Danke lieber Kommentator, dass du mir den Tag gründlich versaut hast.

Frustration

Das Schlimme ist, dass ich in der Situation dann auch noch machtlos bin. Ich kann dem Typ erzählen, was ich will — er hat seine Meinung und die wird er garantiert nicht ändern. Schon gar nicht, wenn die Gegenargumente von mir, dem entlarvten Betrüger kommen. Da werde ich emotional natürlich noch weiter in den Keller gezogen. Vor allem, weil ich ja weiß, dass die Vorwürfe nicht stimmen und ich auch immer alles tue, um sie zu entkräften.

Wenn ich hier nach der Veröffentlichung eines Artikels einen Eintrag schreibe, dann ist das im ersten Moment keine Werbung für GamersGlobal (der Großteil unter euch klickt eh nicht auf den Link :smile:). Es dient mehr dazu meinen Aussagen durch eine persönliche Note noch mehr Gewicht zu geben und so euch den Menschen hinter dem Text näher zu bringen. Auch bei der Wertung lasse ich mir nicht reinreden. Natürlich diskutiere ich mit Jörg darüber, aber das ist mehr ein Reality Check. Am Ende des Tages sind es meine Argumente mit denen ich die Wertung bestätige — oder eben nicht. Liegt ein Abgrund dazwischen, dann macht mich Jörg darauf aufmerksam und regt mich zum erneuten Nachdenken an. Aber es sagt mir niemand, dass ich gefälligst die und die Note zu vergeben habe. Schon gar nicht aufgrund irgendeiner Werbeanzeige…

Lichtblicke

Die negativen Kommentare sind gleichzeitig auch emotional ein gefährliches Spiel, das schnell Böse enden kann. Zum Glück habe ich in solchen Situationen Leute wie JakillSlavik und natürlich Jörg um mich, die mir ihr uneingeschränktes Vertrauen schenken und für mich in den Kampf ziehen. Nicht auszudenken was in mir los wäre, wenn mir dieser Rückhalt fehlen würde. So rege ich mich zwar auf und schreibe seitenlange Einträge darüber, glaube am Ende des Tages aber weiterhin an das Gute in den (meisten) Menschen und verfolge meinen Weg weiter, auch wenn dort noch mehr Anonymousse lauern.

Zum Abschluss der Woche kam dann noch mein Brink Guide. Nicht so umfangreich wie meine bisherigen Guides, aber natürlich trotzdem einen Haufen Arbeit und von sehr hoher informationeller Qualität. Ein Teil der Kommentare darunter sind übrigens erneut ein Beweis dafür, dass viele überhaupt nicht lesen, was dort steht. Da wird einfach nur drauf losgeschrieben weil sie sich unbedingt über das Unrecht der Welt auslassen wollen. Dass es gar nicht zum Thema passt interessiert keinen…

Nun soll es aber gut sein. Wahrscheinlich lässt sich JakillSlavik in den Kommentaren noch einmal kurz über die Dummheit mancher Leute aus, einen eigenen Eintrag wollte er dann doch nicht machen. Ich für meinen Teil gönne mir hingegen jetzt etwas Erholung von den ganzen Strapazen und empfehle euch nachher mal bei GamersGlobal vorbeizuschauen. Es tut sich was :smile:!

Bis Donnerstag!

PS: Danke an JakillSlavik, der das Teaserbild zum Splash Damage Report gebastelt hat. Die komplette Fassung, ich musste es leider unten abschneiden, findet ihr in seinem deviantART-Profil.

Nachtrag: Zum zweijährigen Jubiläum hat GamersGlobal mal wieder am Layout geschraubt — auch an dem unserer Artikel. Der Test zu BRINK ist deshalb ein zweites Mal veröffentlicht worden.

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