Ursprünglich hatte ich euch angekündigt, dass ich euch heute etwas über unseren neuen NAS erzähle. Der Eintrag ist auch tatsächlich zum Verfassungszeitpunkt schon sehr weit fortgeschritten. Aber dann ist mir eingefallen, dass letzte Woche die gamescom 2018 stattfand – und da muss ich selbstverständlich meinen Senf dazu geben. Den Bericht zum NAS gibt es entsprechend erst nächsten Montag.

Die gamescom 2018 also. Das wichtigste Thema haben die meisten vermutlich nur am Rande mitbekommen, da für uns informierte Gamer schon Anfang des Monats alles dazu gesagt wurde. Aber irgendwie läuft die Zeit bei manchen Politikern und Verbänden anders oder sie warten immer auf den Punkt der höchstmöglichen medialen Aufmerksamkeit. Aber deswegen widme ich denen gar keine Aufmerksamkeit (wen interessiert schließlich, was der DGB zu Computerspielen zu sagen hat…), sondern erkläre nur kurz, was sich Großes ereignet hat.

Computerspiele machen Nazis!

Through the Darkest of Times (Herstellerbild)

Über das Thema mit den Ländersperren hatten wir zuletzt im Mai gesprochen. Im Ergebnis sind diese auf Steam etwas härter geworden, richten sich aber weiterhin hauptsächlich gegen Spiele mit in Deutschland gemäß §86a StGB verbotenen Symbolen. Im letzten Absatz hatte ich allerdings schon angedeutet, dass plötzlich etwas Bewegung in die Sache gekommen ist aufgrund eines kostenlosen Flashspielchens zur Bundestagswahl. Ich ging von einem kleinen Schritt aus aber zu meiner und vermutlich auch vieler anderer Überraschung brachte die USK am 9. August 2018 eine Pressemitteilung heraus: Sie wird in Zukunft wie die FSK bei Filmen die Sozialadäquanz prüfen (grob gesagt „nutzt das Spiel Nazisymbolik nur weil es cool ist oder steckt mehr dahinter?“) statt wie bisher pauschal solche Titel von der Prüfung auszuschließen. Das erste Spiel, dass diese Prüfung (zumindest für die gamescom-Demo) erfolgreich hinter sich gebracht hat ist Through the Darkest of Times. Sprich es ist trotz Hakenkreuze, Hitler-Gruß und was noch so alles dazu gehört von der USK mit „ab 12 Jahren“ freigegeben worden und darf (wenn sich die finale Version nicht signifikant von der Demo unterscheidet) somit ohne Einschränkungen auf dem deutschen Markt verkauft werden.

Gut, Through the Darkest of Times ist natürlich ein absolut vorbildlicher Titel für so eine Veränderung. Er kommt aus Deutschland, ist ein Strategiespiel, hat einen kunstvollen Anstrich (der Stil soll an vom dritten Reich verbotene Künstler erinnern), es geht um den deutschen Widerstand vor und während des 2. Weltkriegs und es hat schon mehrere deutsche Preise abgeräumt bevor es überhaupt erschienen ist. Dennoch: Es hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Das nächste Call of Duty im 2. Weltkrieg wird sich zwar höchstwahrscheinlich immer noch zensieren müssen, denn Multiplayertitel in denen ihr selbst Nazis spielen könnt, werden es vermutlich schwer haben eine Sozialadäquanz begründen zu können. Aber das nächste Wolfenstein? Die Chancen stehen so gut wie nie.

Ach und die Politiker, Verbände, etc. die sich jetzt aufregen sind der Meinung, dass sowas in Computerspielen nichts zu suchen hat. Man könnte vielleicht argumentieren wegen der Aktivität statt Passivität im Vergleich zum Film aber wo ist wirklich der große Unterschied, ob der Held den Nazi erschießt oder ich den Nazi erschieße? Die Realität ist, dass sie Angst davor haben, dass dadurch die Symbolik plötzlich überall wieder salonfähig wird. Warum das bei Filmen und Büchern bislang keine Gefahr darstellte verstehe ich zwar nicht aber gut ich bin ja auch kein Politiker. Deswegen lasse ich das lieber andere diskutieren und bin froh, dass wir endlich einen großen Schritt weitergekommen sind bei dem Thema.

Die Spiele

Jetzt aber genug von dem Drumherum. Kommen wir endlich zu den wirklich spannenden Themen der gamescom 2018: Den Spielen! Und von denen gab es logischerweise wieder so einige zu sehen. Die Neuankündigungen hielten sich dabei aber leider sehr in Grenzen. Deswegen erwähne ich zusätzlich den ein oder anderen interessanten Titel, der zwar schon seit der E3 bekannt ist aber von dem es nun erstmals mehr Gameplay zu sehen gab und zu dem ich im E3-Eintrag nichts geschrieben hatte. Die Links führen wieder zu den jeweiligen Trailern.

Torchlight Frontiers (Herstellerbild)

Torchlight Frontiers – Ich werde mit der Serie einfach nicht warm. Ich hänge immer noch an Teil 1. Ab und zu mal ein Dungeon-Level aber zu mehr kann ich mich nicht aufraffen. Ich weiß nicht warum, aber anders als bei Diablo will irgendwie kein echter Spaß aufkommen (und dabei macht es noch so viel mehr als die Konkurrenz). Entsprechend interessiert mich der neue Ableger, der auch noch ein MMO werden soll überhaupt nicht.

GeForce RTX 2070/2080/2080 Ti – Zugegeben: Technisch gesehen keine Neuankündigung eines Spiels aber trotzdem eine Neuankündigung, die es in sich haben könnte. Und damit meine ich nicht nur die exorbitanten Preise (die 2070 kostet 639 Euro, die 2080 Ti satte 1.259 Euro). Nein, es geht um die Konzentration auf Echtzeit-Ray-Tracing (deswegen RTX statt GTX), das in den dazugehörigen Spielevideos schon durchaus einen sichtbaren Unterschied machte obwohl nach meinem Verständnis rein von den Taktraten und dergleichen die Karte gar nicht so viel mehr unter der Haube hat als eine 1070 Ti. Das Thema reine Power ist entsprechend zweigeteilt. Der Fokus liegt wie gesagt auf Raytracing. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die normale FPS-Performance nicht den ganz großen Sprung machen wird. Aber das werden wir erst in den ersten echten Tests sehen. Freue mich aber natürlich, dass nach vergleichsweise langer Zeit wieder was potentiell richtig Neues versucht wird (Echtzeit-Raytracing eben) und bin gespannt was da kommt.

The Grand Tour Game (XONE, PS4) – Ach stimmt ja: Amazon hatte 2014 ein eigenes Entwicklerstudio gegründet. Nein, ihr habt nichts verpasst. Die Amazon Game Studios haben tatsächlich bis heute noch keinen Titel veröffentlicht. Und The Grand Tour Game? Interessant finde ich die Idee (wie damals beim MMO und der dazugehörigen TV-Serie Defiance) Spiel und Episoden zu verknüpfen. Sprich die neue Folge geht online, ihr schaut sie euch an und dann könnt ihr es im Spiel quasi nacherleben. Aber das war es dann auch schon. Optisch sieht es nur mäßig aus, spielerisch soll es nach den ersten Berichten ebenso nicht der Brüller sein und die Sprüche gehen einem wahrscheinlich relativ schnell auf den Senkel (obwohl ich durchaus die ein oder andere Folge der Vorgängerserie gesehen habe und die Art britischen Humors zu schätzen weiß). Insofern sicherlich nett für Fans aber ich bleibe dann doch lieber bei den „richtigen“ Rennspielen wie zum Beispiel Forza Horizon 4 im Oktober 2018.

Die Siedler (Herstellerbild)

Die Siedler (PC) – Wisst ihr was Marty Stratton, Executive Producer bei id Software, auf der diesjährigen QuakeCon gesagt hat? Er bereut es DOOM (2016) DOOM genannt zu haben, weil jetzt immer alle die Jahreszahl dazu schreiben. Deswegen heißt DOOM Eternal auch nicht DOOM II. Endlich hat es mal ein Entwickler verstanden, wie scheiße es ist wieder von vorne anzufangen. Und was macht Ubisoft? Nennt den achten Teil der Hauptreihe wieder Die Siedler… Aber kommen wir zum Positiven: Serienerfinder Volker Wertich ist wieder da nachdem EA sein Studio anno 2013 geschlossen hatte (EA Phenomic – unter anderem SpellForce und BattleForge). Der Grafikstil sagt mir aktuell noch nicht ganz so zu (die „realistischeren“ Menschen gefielen mir schon in Teil 5 nicht) aber ich werde mich dran gewöhnen. Wege (weiterhin ohne Flaggen) bleiben relevant und neben etwas Zurückbesinnen auf alte Stärken sollen definitiv so einige vor allem Komfortneuerungen kommen. Ich bin wirklich gespannt was da rauskommt. Ich fand Die Siedler 7 richtig super. Aber aufgrund von Ubisofts-DRM-Maßnahmen damals hat das ja leider gefühlt keiner mitbekommen.

Desperados 3 (PC, XONE, PS4) – Eines kann man THQ Nordic nicht vorwerfen: Sie kaufen nicht alle IPs auf, die sie kriegen können, um sie dann im Schrank versauern zu lassen, sondern machen was damit (bringen sie wieder in den Handel, machen ein Remaster und/oder arbeiten an Nachfolgern). Und während Commandos gerade erst in ihren Besitz übergegangen ist, bekommt nun die ehemalige Konkurrenz aus Deutschland als erstes einen Nachfolger. Und ich muss an dieser Stelle gestehen: Nicht nur habe ich bis heute keinen einzigen Teil der Echtzeit-Taktik-Serie im Wilden Westen gespielt – ich besitze sogar keinen. Sollte mir bei Gelegenheit mal die Complete Collection gönnen, auch wenn sie wohl nicht so einfach unter Windows 10 läuft. Zu Desperado 3 gibt es hingegen aktuell nicht mehr zu sagen. Es kommt, wird vom deutschen Studio Mimimi Productions (Shadow Tactics: Blades of the Shogun) und setzt die Geschichte von John Cooper fort.

The Dark Pictures: Man of Medan (PC, XONE, PS4) – Until Dawn kenn ich mangels Hardware nicht, kann also keinen Vergleich ziehen. Es heißt aber, es wäre das selbe in Grün nur mit anderem Setting und komprimiert (nur 45 Minuten pro Dark Pictures-Episode?). Das erste Gameplay wirkt auf mich sehr unbeholfen und wenig tiefgründig (etwas durch die Gegend laufen, Sachen aufheben, Quick-Time-Events). Hat bei mir keinen wirklich guten Eindruck hinterlassen das Ganze. Da freue ich mich lieber weiter auf Resident Evil 2 (2019).

A Plague Tale: Innocence (Herstellerbild)

A Plague Tale: Innocence (PC, XONE, PS4) – Meine Begeisterung über den Publisher Focus Home Interactive hatte ich glaube ich schon öfters kundgetan. Ja, sie bringen aus Budgetgründen nicht die qualitativ hochwertigsten Titel auf den Markt aber sie machen im Gegenzug einfach ihr eigenes Ding ohne dem nächsten Hype zu folgen und veröffentlichen dadurch viele Geheimtipps. Und A Plague Tale: Innocence gehört da wieder einmal dazu. Das Spiel ist schon länger angekündigt (eine erste Vorschau-Welle gab es im Februar 2017) aber nach den 16 Minuten Spielszenen ist mir überhaupt erst so richtig klar, worum es überhaupt geht und ich muss ganz klar sagen: Mir gefällt wirklich, was ich dort sehe. Es ist eine Eskortmission der anderen Art mit schicker Grafik und hunderten von furchteinflößenden Ratten. Es zeigt mal wieder gut, dass es nicht immer nur weltrettende Action sein muss, sondern auch die ruhigen und linearen Puzzler, in denen es nur um wenige Personen geht, echte Spannung und eine bedrückende Atmosphäre aufbauen können. Außerdem ist Paris während der Pest (1349) ein sehr interessantes Setting, an das sich glaube ich bislang noch gar kein Spiel herangetraut hat? Zumindest fällt mir keines ein. Aus meiner Sicht definitiv ein Titel, der zwar höchstwahrscheinlich nur Wertungen im 70iger Bereich erhalten wird aber den ihr dennoch im Auge behalten solltet.

Fazit

Soweit also meine Meinungen zur den gamescom 2018-Nachrichten. Unterm Strich von außen gesehen heuer keine wirklich spektakuläre Show. Aber nach dem Feuerwerk, das die E3 2018 abgebrannt hatte, war das auch nicht zu erwarten. Stattdessen gab es vor allem mehr Infos zu bereits angekündigten Titeln und damit kann ich leben.

Wie schaut’s bei euch aus? Ward ihr vor Ort? Was fandet ihr interessant? Was habe ich Wichtiges vergessen? Springt doch mal wieder in die Kommentare und gebt euren Senf ab :wink: .

Sicarius

Eine ewige Aufregung

Ein Ausschnitt des Verlaufs

Nein, die neue Hardware ist noch nicht im Haus. Sie wurde zwar am Dienstag von Mindfactory verschickt aber es war tatsächlich auch so geplant. Unter der Woche hätte ich sowieso keine Zeit gehabt und am Wochenende war ich nicht im Haus (Verwandtentreffen). Entsprechend hatte ich bereits am Dienstag den Wunschtag auf den heutigen Montag gesetzt. Eigentlich hätte man erwarten können, dass damit die Geschichte zu Ende ist. Aber DHL macht es spannend:

Am Mittwochmorgen um 6 Uhr kam eine Mail, dass mein Wunschtag abgelehnt wurde und das Paket weiterhin am Mittwoch kommen würde. Aber der nächste Schritt („Ins Zustellfahrzeug eingeladen“) folgte im Laufe des Vormittags nicht. Stattdessen kam irgendwann der Hinweis im Sendungsverlauf „Paket wird bis zum Wunschtag eingelagert“. *yay* – hat die Umstellung doch noch geklappt! Anscheinend hat der Postbote aber nicht richtig hingeschaut, denn am Samstagmorgen poppte erneut die Mail „Ihr Paket kommt heute“ in meinem Postfach hoch und es wurde tatsächlich ins Zustellfahrzeug geladen. Am Ende kam es trotzdem nicht (obwohl Lysanda daheim war…) und der Status wechselte zurück auf „Lieferung am Wunschtag“. Vermutlich hatte der Postbote dann irgendwann im Auto gesehen, dass der Aufkleber eben nicht Samstag, sondern Montag sagte. Es ist auch weiterhin bei ihm im Auto lt. Sendungsverfolgung. Er hat es also augenscheinlich nicht ausgeladen.

Kann natürlich die Denke des Lieferanten nachvollziehen, weil wir, wenn notwendig den Wunschtag oft auf Samstag ändern und er deshalb wahrscheinlich gar nicht weiter drüber nachgedacht hatte beim Einladen. Aber ein wenig amüsant ist es schon. Ich hoffe nun, dass es heute tatsächlich wie geplant eintrifft und – viel wichtiger – durch den Heckmeck nicht doch irgendwas abbekommen hat. Will euch ja schließlich wie angekündigt kommenden Montag darüber berichten was ich gekauft habe und wie es sich in der Praxis so macht. Und nicht davon berichten wie ich mich mit dem Support von Mindfactory rumschlagen musste. Drückt mir die Daumen!

Die Erde bebte!

RAGE 2 (Herstellerbild)

Nun aber genug von den Leiden des jungen Paketdienstnutzers. Kommen wir zum wirklich interessanten Thema des Wochenendes: Die QuakeCon 2018. Ja, zum mittlerweile 21. Mal luden id Software und ihr neuer Herrscher Bethesda zum Stelldichein in Dallas (Texas). Mit im Gepäck? Mehr Infos zu Fallout 76, das mich weiterhin nicht die Bohne interessiert und The Elder Scrolls Online (neuer DLC), dessen weitere Entwicklung ich auch höchstens am Rande verfolge. Ach und Quake Champions ist nun (wie ursprünglich angekündigt – das haben einige Magazine scheinbar vergessen) in den Free-to-Play-Modus gewechselt. Außerdem wurde der Death Knight (ein Gegner aus Quake) als neuer Champion vorgestellt und zum Kaufen freigeschaltet.

Als nächstes gab es am Freitag neues Gameplay von RAGE 2 zu sehen. Das Setting wurde vorgestellt und – viel wichtiger – eine (stark zusammengekürzte) Mission durchgespielt bei der zahlreiche Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger sichtbar wurden. Bei der E3 2018 war ich zwar optimistisch aber noch skeptisch, ob aus der Kooperation von id Software (Shooter-Experten) und Avalanche Studios (Open-World-Experten) was Anständiges entstehen wird. Aber nach den sieben Minuten muss ich ganz klar sagen: Immer her damit. Das sieht nicht nur nach einer abwechslungsreichen Menge Spaß aus – es kommt auch sehr viel näher an das heran, was viele schon von RAGE erwartet hatten. Avalanche Studios haben tatsächlich „einfach“ die Grundelemente (Autos mit Bewaffnung, offene Welt, Konvois, etc.) von Mad Max genommen, mehr Geld und Iteration draufgeworfen und gleichzeitig das wie immer geniale Shooter-Gameplay (Waffen, die sich nach etwas anfühlen – ja, es gibt immer noch keinen, der es besser macht) von id Software drüber gestülpt. Frühjahr 2019 soll es erscheinen. Ich freu mich drauf.

Der ewige Untergang

DOOM Eternal (Herstellerbild)

Das Highlight des Abends und das, auf was alle seit der E3 2018 gewartet hatten, war aber natürlich das Gameplay-Reveal von DOOM Eternal. Und was soll nach den 25 Minuten anders sagen als „Fuck, ist das geil!“. DOOM (2016) war ja schon der Hammer aber der Nachfolger setzt eindeutig noch einmal eine sehr, sehr große Schippe oben drauf. Wie erwartet, geht es wie damals bei DOOM II: Hell on Earth auf die Erde. Mit im Gepäck die doppelläufige Schrotflinte und neue Gegner wie der Pain Elemental (mit einer amüsanten Fluganimation) oder der Arch-vile (das Reveal am Ende des Trailers: absolute Gänsehaut). Also nur eine Wiederholung von damals mit schickerer Grafik? Quark. Wie kann man nur so einen Blödsinn behaupten, mein vergangenes Ich?!

Nein, DOOM Eternal dreht den Wahnsinn richtig auf. Aufgrund des geänderten Settings sind die Levels wesentlich offener und vertikaler gestaltet. Also fleißig mit Double Jump, Teleportern und Treppen sich durch die Gegend bewegen? LANGWEILIG! Das ist doch unter der Würde des DOOM Slayers! Nein, die doppelläufige hat einen eingebauten Hookshot. Und warum damit sich irgendwo an Geometrieobjekten hochziehen (geht natürlich ebenfalls), wenn man auch einfach Gegner als Empfangseinheit benutzen kann? Eben. Als das bei Minute 5:20 erstmals gezeigt wurde, ist nicht nur der Saal völlig ausgeflippt – ich fand (und finde) es gleichermaßen genial. Gut, dass auch der Gore-Level noch einmal massiv nach oben geschraubt wurde (gibt jetzt sogar verschiedene Verletzungsstufen), hätte ich jetzt nicht zwingend gebraucht. Aber irgendwie cool ist es natürlich schon, wenn er dem Mancubus das Auge herausreißt und in den Mund steckt. Bitte? Sowas hat Duke schon vor 22 Jahren gemacht? Mag ja sein, aber es verliert nie seinen Reiz :wink: . Oder als er dem Zombie mit der Faust den Kopf in den Brustkorb schlägt. Ähm…wir sind ja in Deutschland. Gewalt ist nicht cool. Gewalt ist nicht lustig. Gewalt ist doof.

DOOM Eternal (Herstellerbild)

Entsprechend gibt es nun neben der Kettensäge die Möglichkeit einen Faustschlag auszuführen (ich hoffe der Soundeffekt bleibt so im finalen Spiel) oder mit einem ausfahrbaren Messer zuzustechen (Altair ruft an, er will das Ding). Und die „Story“-Sequenz auf Phobos fand ich auch genial. Ja, der Slayer hat nicht nur unter Dämonen seinen Ruf weg. Ansonsten scheint alles beim Alten zu sein – und das ist das Beste, was id Software tun konnte. DOOM (2016) war und ist ein neuer Höhepunkt in der Geschichte meines Lieblingsentwicklerstudios und ich will mehr davon haben. Die Chancen für einen Day-One-Kauf von DOOM Eternal beim Release irgendwann in 2019 sind durch die Decke.

Epilog

Ja, die QuakeCon war dieses Jahr mal wieder einen Blick wert. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde: Der Aufkauf von id Software durch Bethesda hat dem Studio eindeutig neues Leben eingehaucht und war die völlig richtige Entscheidung. Und damit verabschiede ich mich bis Montag – dann hoffentlich mit einem ausführlichen Bericht auf die (nicht ganz so neuste) Hardware auf dem PC-Markt.

Ein Teil meines Steameinkaufs

Der Steam Summer Sale ist in vollem Gange (die letzte Woche läuft). Meine (zugegeben eher übersichtliche) Freundesliste hält sich mit ihren Einkäufen allerdings (vorbildlich) zurück. Wenn man so die Berichte liest, liegt es wohl daran, dass die Deals gar nicht so gut wären bzw. mittlerweile eine totale Übersättigung herrscht. So hatte GOG Anfang Juni seinen Sale und zur E3 lockten Ubisoft und EA mit satten Rabatten. Entsprechend hat Steam zwar immer noch das größte Angebot aber entweder man hat es schon oder es ist heruntergesetzter Mist und der ist immer noch Mist :smile: .

Ich habe aber trotzdem irgendwie ganz schön bei Steam zugeschlagen. Wenn ich mich nicht verzählt habe sind es Stand heute 23 Spiele, 44 DLCs sowie zwei Season Passes, die nun meinem Konto zugeordnet sind. Mit Ausnahme von XCOM 2: War of the Chosen (gibt es leider keine Retail) war alles <10 Euro. Dabei bin ich doch noch immer mit Risen 3: Titan Lords beschäftigt (Mitten in Kapitel 3 von 4) :smile: . Aber wie schon beim Ubisoft-E3-Sale nutze ich zumindest (wie man sieht) die Chance DLCs für teilweise signifikant weniger zu ergattern. Erst zuletzt sind ein paar Spiele dazu gekommen, die höchstwahrscheinlich nie eine Retailversion erhalten werden. Ja, ich achte da weiterhin sehr drauf – selbst wenn die Box aktuell im Vergleich zum Sale-Preis teurer sein würde, kaufe ich den Titel nicht digital (allerdings derzeit ebenfalls nicht die Box…). Hat auch seine Vorteile so eine „komische“ Haltung, sonst hätte ich vermutlich noch mehr gekauft :wink: .

Doch nicht nur bei den Spielen mache ich einen Unterschied. Bei den DLC gibt es für mich die mit „echten“ Inhalten und die, mit nur optischen Sachen (Kleidung) oder Kleinigkeiten (neue Waffe). Letzteres hole ich mir nur, wenn zufällig das Bundle mit allem billiger ist als die interessanten DLCs separat zu kaufen. Bin einfach nicht die Zielgruppe für so einen optischen Kram und damit für Fortnite (Namedropping fürs Google Ranking) & Co. absolut kein guter Kunde.

DLC ftw!

Aber ich Langweile euch jetzt nicht damit aufzuzählen, was ich alles „Tolles“ gekauft habe. Bin nur mal wieder etwas selbst von mir überrascht wie stark ich doch zugeschlagen habe. Andererseits bin ich in Sachen DLCs doch einfach weiterhin ein „Komplettist“, der möglichst das Gesamtwerk mit allem Drum und Dran erleben möchte. Und am besten auch noch, bevor ich das Spiel überhaupt richtig angefangen habe damit ich ja im Spielverlauf nichts verpasse bzw. nochmal von vorne spielen müsste. Vor allem, weil ich letzteres nur sehr, sehr selten tue aufgrund der Menge an Titeln in meinem Backlog. Wir hatten ja schon im April das Thema von wegen, dass es schwerer geworden ist den richtigen Zeitpunkt zum Starten eines Titels zu finden.

Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link (Herstellerbild)

Gleichzeitig sind wir mittlerweile mehr als eindeutig darüber hinweg, dass es statt saftigen Addons (wie XCOM 2: War of the Chosen) eben oft nur noch Häppchen-DLCs gibt. Wenn man Glück hat bekommt man gute und hochwertige Inhalte für seine 3-5 Euro, die einen auch 1-3 Stunden beschäftigen oder auf andere Art und Weise einen echten Mehrwert bieten. Hat man Pech wird es ein Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link. Ihr erinnert euch vielleicht: Im Hauptspiel war ein mehr als deutlicher Zeitsprung, der später mit einem lieblosen Standalone-DLC aufgefüllt wurde. Zum Glück gibt es mittlerweile den Director’s Cut. Der macht den Inhalt dieses Spielabschnitts zwar nicht besser aber im Gesamtkontext fällt er nicht mehr negativ auf.

DLC nftw!

Bei Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link bekommt man aber immerhin etwas Mehrwert in Form eines kompletten Levels. Das andere ist wie erwähnt irgendetwas kosmetisches oder eine neue Waffe. Das ist aus meiner Sicht wirklich nur noch reine Geldmacherei. Ja, wenn ich schon 1.000 Stunden in Saints Row 4 versenkt habe und noch weitere 1.000 Stunden plane, ist es sicherlich nett mal wieder ein neues Spielzeug zu haben. Aber ansonsten spielt der Hersteller hier nur mit dem Bedürfnis der (vor allem jungen) Spieler das coole Kostüm, den netten Charakter oder die lustige Waffe zu haben. Wir erinnern uns schließlich alle noch an den Proto-DLC namens Horse Armor Pack für The Elder Scrolls IV: Oblivion (5 Euro damals!).

Übrigens mal wieder ein Pluspunkt für CD Projekt Red: Für The Witcher 3: Wild Hunt sind die ganzen kosmetischen Sachen komplett kostenlos und nur für die Inhalte wie Blood and Wine, die für mich vollwertige Addons sind, müsst ihr blechen. Bei Saints Row IV gebt ihr dafür fast 50 Euro aus.

Geld, Geld, Geld

Overwatch (Herstellerbild)

Ich verstehe natürlich, dass speziell Titel wie Overwatch oder Team Fortress 2 ausschließlich mit hübschen Sachen ihr Geld verdienen können und ansonsten keine Einnahmequelle haben, um den weiteren Betrieb zu sichern. Das ist zwar kein DLC wie bei Saints Row IV, sondern fällt in die Kategorie Loot Boxen. Diese Differenzierung macht aber nur einen kleinen Unterschied (bei DLC weiß ich was ich kriege, bei Loot Boxen habe ich nur eine Chance). Unterm Strich ist beides komisch und stellt für mich das Geschäftsmodell in Frage. Doch die Zielgruppe nimmt es bereitwillig an und in Asien erwarten sie es im Prinzip sogar. Im Zweifel belastet man einfach die Kreditkarte der Eltern mit tausenden von Euro/Dollar, die sie dann über Jahre hinweg abstottern müssen.

Doch ich triffte schon wieder in ein Thema ab, das wir bereits besprochen hatten als der Skandal um Star Wars: Battlefront II war. Macht es weniger aktuell, denn die Aufregung ist zwar abgeklungen aber Loot Boxen immer noch fleißig im Einsatz. Gleichzeitig suchen die Entwickler bereits intensiv nach neuen Möglichkeiten euch möglichst wenig für möglichst viel Geld anzudrehen. Insofern macht es Sinn immer mal wieder darauf hinzuweisen.

Mein erneuter Appell ist es entsprechend, dass ihr den nutzlosen Kram links liegen lasst (braucht ihr wirklich das pinke Hasenkostüm?) und die Hersteller lieber für substantielles belohnt. Ja, wenn eure fünfjährige Tochter unbedingt als Barbie in Quake Champions alle über den Haufen ballern will, dann kauft ihr halt für zwei Euro das Ding. Aber wir alle haben am Ende mehr davon, wenn die Entwickler einsehen würden, dass wir uns nicht mit billig zu produzierenden Inhalten (und nichts anderes sind Skins) zufriedengeben.

Holla, die Waldfee! Das war vielleicht eine Woche. Absolut kein Vergleich zu der eher langweiligen E3 2017. Nicht nur gab es viele Neuankündigungen, es waren auch einige heiß ersehnte Sachen dabei. Das Ergebnis war zwar nicht immer das, was sich vor allem die mitteilsamen Gamer gewünscht haben. Lasst uns also nicht weiter Zeit mit der Einleitung verschwenden, sondern direkt in das Thema einsteigen. Schließlich muss ich meinen völlig unqualifizierten Senf (spiel ja nur noch alten Scheiß) dazu abgeben. Eine bestimmte Reihenfolge gibt es nicht und wie so oft, gehen die meisten Links zu den Trailern.

Command & Conquer Rivals (Herstellerbild)

Command & Conquer Rivals (iOS, Android) – Es ist mir sowas von dermaßen scheißegal wie gut das Moment-to-Moment Gameplay sein mag (einige Journalisten verteidigen das Spiel aktuell verdächtig stark…), es ist ein weiteres Drecks-Mobile-Free-2-Play-Game wie sie seit mittlerweile Jahren den AppStore fluten und damit ist es bei mir schon vollkommen unten durch. Schon der Trailer ist exakt genauso aufgebaut wie beim restlichen Rotz dieser Art. Es fehlt nur der Prominente. Hat Dungeon Keeper (2014) echt so viel Kohle gescheffelt? Ich könnte mich seitenweise über diese Entscheidung von EA aufregen aber ganz ehrlich: Einfach ignorieren. Gar nicht erst zum Testen runterladen (dann könnte EA mit den Downloadzahlen prahlen), sondern einfach vergessen, dass es existiert.

DOOM Eternal (PC, XONE, PS4) – FUCKING YES! Ja, technisch gesehen habe ich DOOM (2016) immer noch nicht durch. Aber das liegt weniger an der genialen Qualität des Spiels und mehr an meinem Zeitmangel. Der Trailer hat mich sofort wieder angefixt (vor allem die Eskalation des Soundtracks hin zum Rip & Tear-Motiv). Wenn es einfach nur mehr vom gleichen gibt, reicht mir das völlig. Ach und vielleicht streichen sie einfach den Mehrspielermodus komplett raus (oder überarbeiten ihn vollständig). Den braucht eh keiner. Lieber ein paar Einzelspielerlevels mehr.

Halo Infinite (PC, XONE) – Auf der einen Seite finde ich super, dass endlich mal wieder ein Halo offiziell für den PC erscheint. Auf der anderen bin ich enttäuscht, dass sie aus dem Misserfolg von Halo 5: Guardians den falschen Schluss gezogen haben. Im neusten Teil soll nämlich der Master Chief wieder die dominante Rolle einnehmen, weil im Vorgänger es den Leuten angeblich nicht gefallen hat Locke zu spielen. Dass das eigentliche Problem nicht Locke war, sondern das Marketing eine völlig falsche Erwartungshaltung geweckt hat (Master Chief ist plötzlich böse?!) und das im Spiel dann nicht erfüllt wurde wird einfach ignoriert. Stattdessen kramt man Master Chief schon wieder hervor (vielleicht auch Cortana obwohl es da einige Hürden gibt…). Schickt den armen Mann doch endlich in Rente und erzählt mal was Neues. Spielerisch erwarte ich hingegen solide Konsolen-Shooter-Kost. Da hat 343 Industries bislang nichts anbrennen lassen.

Satisfactory (Herstellerbild)

Satisfactory (PC) – Das Spiel mit dem coolsten Namen und dem passendsten Trailer seit langem. Unbedingt anschauen. Und ja, die Jungs von Coffee Stain Studio können auch richtige Spiele und nicht nur Goat Simulator-Nonsense. Das Spielprinzip klingt einfach (eine gut funktionierende Produktionsstraße aufbauen) und sehr relaxend. Ich bin wahrscheinlich zu doof dafür aber als jemand, der schon Die Siedler damals lieber ohne Feinde gespielt hat und stattdessen sein Wegenetz bis zum Optimum optimierte, könnte das da perfekte Werk für mich werden.

Fallout 76 (PC, XONE, PS4) – Ein neues Fallout *yay*! Ein neuer Online-Survival-Shooter *nay*… Langsam geht mir es wirklich auf den Keks, dass alle immer einem Trend hinterherrennen. Aktuell eben Battle Royale und Online-Survival-Dingens. Ja, natürlich hat Todd Howard gleich betont, dass das Spiel komplett Solo erlebbar sein wird. Wir wissen aber alle, dass das in der Realität nur bedingt Spaß machen wird. Zusätzlich stört mich, dass Bethesda damit schon wieder die Geschichte umschreibt (Fallout 76 spielt vor allen anderen Fallout-Titeln). Lässt man meine persönliche Animosität dem Genre gegenüber aber mal außen vor, gehe ich stark davon aus, dass der Titel sehr viele Fans finden wird. Zum einen natürlich wegen der Marke aber zum anderen auch, weil so viele das Genre aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen toll finden.

The Elder Scolls VI & Starfield – Ich fasse die beiden Titel zusammen, weil es von beiden außer dem Logo absolut nichts zu sehen gab. Eine etwas fragwürdige Entscheidung wie ich finde, denn man kann ein Spiel auch zu früh ankündigen. Aber hey: Immerhin weiß jetzt jeder offiziell, dass die beiden Bethesda-Rollenspiele zumindest in der Entwicklung sind. Ich erwarte das übliche nur im Falle von Starfield mit SciFi- statt Fantasy- oder Apokalypse-Setting.

Greedfall (Herstellerbild)

Greedfall (PC, XONE, PS4) – Die Rollenspiele der französischen Entwickler von SPIDERS sind nicht die qualitativ hochwertigsten (dafür fehlt das Budget). Aber was ihnen beim Gameplay (und Grafik) fehlt, machen sie durch interessante Ideen und Settings wieder wett. Greedfall scheint sich da eindeutig mit einzureihen. Es geht um eine alternative Version der Eroberung Amerikas bei der nicht nur Musketen, sondern auch Magie eine Rolle spielt. Ich bin wirklich sehr gespannt und kann bis dahin nur alle ihre anderen Werke wie Mars: War Logs oder Of Orcs and Men empfehlen.

Wolfenstein: Youngblood (PC, XONE, PS4) – Der Trailer erinnerte mich aufgrund der Musik im ersten Moment an FarCry 3: Blood Dragon aber er geht dann doch in eine wesentlich ernstere Richtung und entpuppt sich als ein Koop-Shooter mit den Töchtern von B. J. Blazkowicz. Okay. Klingt erst einmal etwas ungewöhnlich aber bislang hat MachineGames immer hervorragende Shooter abgeliefert und ich bin sowieso immer dafür zu haben, zu erfahren wie die Geschichte weitergeht. Entsprechend bin ich durchaus angefixt und bin gespannt darauf, wie das Gameplay aussehen wird. Vermute auf der QuakeCon wird man wie bei DOOM Eternal mehr erfahren.

Just Cause 4 (PC, XONE, PS4) – Avalanche Studios arbeitet gerade an echt vielen Titeln. Ich hoffe mal nicht, dass darunter irgendwo die Qualität leidet wie beispielsweise damals bei Mad Max und Just Cause 3. Letzteres hatte vor allem unter massiven technischen Problemen zu leiden und konnte irgendwie deshalb nicht die Herzen der Fans erobern. Mal schauen ob das mit Teil 4 wieder besser wird. Inhaltlich erwarte ich kein großes Neuland (außer das Thema mit den Wirbelstürmen). Aber darum geht es aus meiner Sicht auch nicht. Wichtig ist es, dass man so viel Chaos wie möglich produzieren kann und es schick aussieht. Der Trailer geht da schon eindeutig in die richtige Richtung. Ich freue mich drauf.

Devil May Cry 5 (Herstellerbild)

Devil May Cry 5 (PC, XONE, PS4) – DmC: Devil May Cry (2013) war kein schlechtes Hack ‘n’ Slash aber es war einfach nicht Devil May Cry. Teil 5 wird das offensichtlich ändern. Die Charaktere sind in ihrer alten Form zurück, Nero scheint erneut der Hauptcharakter zu werden und es ist so Over-the-Top wie man es von der Serie gewohnt ist. Dazu eine schicke Grafik und ein garantiert astrein flüssiges Gameplay und ich bin schon jetzt begeistert (obwohl ich schon für einen A-Rang zu unkoordiniert bin).

Dying Light 2 (PC, XONE, PS4) – Teil 1 von 2015 war…moment, der ist leider indiziert. Also darf ich euch auch nicht sagen wie oder was er war. Teil 2 soll im Grunde erst einmal mehr vom gleichen bieten – allerdings mit ein paar interessanten Neuerungen. Zum einen ist Chris Avallone als Scheiberling mit dabei, was nicht nur das Niveau der Erzählung um einige Zähler heben wird, sondern auch einen etwas stärkeren Fokus auf die Rollenspielelemente. Zum anderen soll sich die Stadt auf Basis eures Tuns und Lassens optisch verändern. Ihr wisst schon, dass was damals schon Peter Molyneux für die Fable-Serie angekündigt hatte aber selbst im dritten Teil nur rudimentäre Auswirkungen hatte. Mal schauen ob das hier besser funktioniert. Abseits heißt es wieder sich mit sehr viel Parkour durch, unter und über die Stadt bewegen und tonnenweise Zombies töten. Das wird eigentlich nie alt :smile: .

RAGE 2 (Herstellerbild)

RAGE 2 (PC, XONE, PS4) – Der Ankündigungstrailer war für die Hose aber der Gameplay-Trailer und die dazugehörigen Informationen machen schon einen besseren Eindruck. Avalanche Studios mit ihrer Open-World-Expertise (und den Erfahrungen aus Mad Max und id Software mit ihrer Shooter-Erfahrung machen das, was RAGE eigentlich schon werden sollte. Was soll da schief gehen? Ernsthaft. Der Gameplay-Trailer macht einen extrem guten Eindruck, das Spiel scheint sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und von mir persönlich gibt es für beide Studios sowieso mittlerweile sehr viel „Good Will“. Ob RAGE 2 allerdings auf das Ende von Teil 1 eingehen wird? Vermutlich nicht…

 

Und damit sind wir am Ende des Eintrags angelangt. Das war jetzt mit 12 Titeln nur die absolute Spitze des Eisberges. Da fehlen nicht nur noch weitere Neuankündigungen (meine erste Liste nur mit Spielenamen war über zwei DINA4-Seiten lang!) wie Dead of Alive 6, Unravel Two, Resident Evil 2 (Remaster) oder Metal Wolf Chaos XD, sondern auch die ganzen Sachen mit vielen neuen Infos wie Beyond Good & Evil 2, Cyberpunk 2077 oder The Division 2. Aber irgendwo muss ich ja Schluss machen (und Risen 3: Titan Lords weiterspielen). Außerdem habt ihr wie immer in den Kommentaren die Chance über die von mir vergessenen Titel eure Eindrücke loszuwerden. Wie fandet ihr also die E3 2018?

Wolfenstein II: The New Colossus (Herstellerbild)

Vor vier Jahren ist Wolfenstein: The New Order erschienen was für mich ein Grund war mal wieder über das Thema Ländersperren zu referieren. Ende letztens Jahres ist mit Wolfenstein II: The New Colossus nun der sehnlich erwartete Nachfolger auf den Markt gekommen – ihr wisst worauf ich hinaus möchte? Genau: Heute geht es um den aktuellen Stand beim Thema Geoblocking.

Der aktuelle Stand

Wer gedacht hat, dass dank der sogenannten Portabilitätsverordnung nun das Geoblocking auf Steam ein Ende hat, der hat sich leider getäuscht. Valve scheint auf dem Standpunkt zu stehen, dass die seit 1. April 2018 EU-weite Verpflichtung gegen das Geoblocking nicht für ihren Shop gilt und erlaubt es den Publishern weiterhin selbst EU-Versionen für einzelne EU-Länder zu blockieren (meistens Deutschland). Der einzige Lichtblick ist, dass sich meine dunkle Vision von 2014 noch nicht bewahrheitet hat. So scheint zumindest auf Steam das Thema weiterhin nur für Titel mit gewissen Symbolen (neben Wolfenstein II: The New Colossus z.B. Call of Duty: WWII) sowie Ostblock-Importe (die aber sowieso nicht alle zur EU gehören) zu gelten.

SteamDB-Eintrag

An der eigentlichen Blockade hat sich dabei nicht viel geändert: Im Shop kann man als Deutscher nur die deutsche Version kaufen und selbst wenn man eine Retailbox z.B. in Österreich kauft, lässt sich der darin enthaltene Key nicht aktivieren. Auch die Installation und der Start der betroffenen Spiele ist selbst nach der Aktivierung dank des Flags „prohibitrunincountries“ erst einmal nicht möglich. Ganz neu ist allerdings, dass selbst der Download nun ausgeschlossen wird. Während Bethesda damals mit „preloadonly“ zwar den Start aber wie der Name schon sagt nicht den Download des Spiels verhindert hat, wurde in der Zwischenzeit der „prohibit“-Flag anscheinend um zusätzliche Funktionen erweitert – darunter das Downloadverbot.

Die Neuerungen

Aus Sicht des Publishers also erst einmal nicht viel Neues. Warum also ein eigener Eintrag? Nun, weil auch Steam schlauer geworden ist, denn das mit der VPN ist nicht mehr so einfach (und verstößt weiterhin gegen die Terms of Service von Steam womit man riskiert den kompletten Steam-Account zu verlieren). Die Aktivierung geht zwar weiterhin mit den üblichen Mitteln beim Installieren und Spielen sind jedoch zusätzliche Prüfungen auf euer aktuelles Territorium eingebaut:

Ihr kennt ja sicher die Zwei-Faktor-Authentifizierung namens Steam Guard. Die ist super und sinnvoll aber natürlich fragt Steam nach dem Starten mit einer VPN nach diesem Code. Also startet ihr die App auf dem Handy, die sich logischerweise genauso in Steam einloggt. Funktioniert tadellos – allerdings behauptet Steam anschließend immer noch, ihr wärt nicht im richtigen Land. Warum? Ganz einfach: Weil ihr euch auf dem Handy sicherlich mit einer deutschen IP eingeloggt habt. Und wie es sich für ein intelligentes Programm gehört, merkt Steam das.

Gut, denkt man sich, dann eben Desktop per VPN, Handy per VPN jeweils mit amerikanischer IP (meist die einzige kostenlose Variante bei den Bezahl-VPNs) – ja ne, dat jet au ned. Aus zwei Gründen: Zum einen merkt sich Steam, dass ihr innerhalb der letzten 24 Stunden schon einmal mit einer deutschen IP euch eingeloggt habt. Kommt ihr also in der Zeit mit einer anderen an, dann wird das erneut einfach ignoriert. Und selbst wenn es der erste Steam-Start des Tages ist, klappt es mit einer amerikanischen IP trotzdem nicht. Da sind wir nämlich wieder beim Thema „regionalisierte Keys“. Sprich mit einer Nicht-EU-IP verweigert Steam mittlerweile auch jedwede Mitarbeit.

Das Bekloppte

Call of Duty: WWII (Herstellerbild)

Bleibt also doch nur noch der Kauf von deutschen Versionen solange sich die Gesetzeslage nicht ändert? Nein, komischerweise nicht. Ich hatte nicht umsonst „erst einmal“ geschrieben. Ich habe zwar noch nicht verstanden, warum es passiert – die Einträge in der SteamDB verändern sich nämlich nicht – aber 90 Tage nach der Aktivierung (die wie oben erwähnt derzeit noch mit einfacher VPN funktioniert) entfallen die Restriktionen. Wenn ihr also den Titel am 1.1.18 aktiviert, könnt ihr ihn ab 1.4.18 ganz normal mit deutscher IP-Adresse installieren und spielen. Das war tatsächlich schon vor vier Jahren so. Ich hatte damals in den Kommentaren verwundert geschrieben, dass es plötzlich funktioniert und hielt es für eine Fehlfunktion. Aber nein, das ist ein „geheimes“ Steamfeature. Total komisch aber man will sich ja nicht beschweren.

Stattdessen kann sich lieber weiterhin über die allgemeine Situation aufregen, die überhaupt erst zu dieser bescheuerten Situation führt: Das Thema mit den Hakenkreuzen in Videospielen. Während in allen anderen Unterhaltungsmedien explizit unterschieden wird, ob es unter die Kunstfreiheit fällt oder nicht, wird bei Videospielen weiterhin aus Sicht der Publisher die Zensur-Schraube angezogen. Dabei wäre das vermutlich gar nicht mehr nötig, wie jetzt der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler erstmals von der Staatsanwaltschaft bestätigt bekommen hat.

Ein veraltetes Urteil

Kann man sogar zu 2. spielen!

Ihr könnt (und solltet) die ganze Geschichte direkt beim Verband lesen. Aber die Kurzfassung: Zur Bundestagswahl wurde von den öffentlich-rechtlichen ein Browserspiel namens Bundes Fighter II Turbo veröffentlicht – wie der Name schon sagt eine Street Fighter II-Parodie. Darin kam logischerweise auch ein AfD-Politiker vor. Der Krux an der Sache: Bei seiner Spezialattacke formt er ein Hakenkreuz. Also hat der VDVC den Titel als Anlass genommen Anzeige zu erstatten. Das Ergebnis: Die Anzeige wurde vom Staatsanwalt abgelehnt und in einer Stellungnahme grob gesagt darauf hingewiesen, dass das berühmt berüchtigte Wolfenstein 3D-Urteil von 1998 keine Relevanz mehr hat. Die Zeiten haben sich geändert (USK ist verpflichtend und Spiele werden als Kunst angesehen) und entsprechend sieht die Staatsanwaltschaft kein grundsätzliches Verbot von Hakenkreuzen in Videospielen mehr. Ausnahme sind gestern wie heute Werke, die den Nationalsozialismus verherrlichen. Dazu gehört Wolfenstein II: The New Colossus logischerweise absolut nicht.

Das ist eine durchaus erfreuliche Nachricht aber leider nur der erste Schritt dahin, dass die Publisher damit aufhören in vorausseilendem Gehorsam eine zensierte deutsche Version zu schaffen. Um echte Rechtssicherheit zu schaffen (und das braucht es bei einem AAA-Titel), müsste jemand einen relevanten (unzensierten) Titel bei der USK zur Freigabe einreichen und dann ggf. durch die Instanzen gehen, wenn die Freigabe verweigert wird. Das ginge sogar mit einem bereits erschienen Werk – man müsste also keine Umsatzeinbußen fürchten. Einzig und allein einige Verbände und Medien würden vermutlich die Steilvorlagen annehmen und hetzen von wegen „Nazi-Publisher“ oder sowas, weil sie keine Ahnung haben und sowas gerne machen. Aber ich vermute dieser Sturm würde relativ zügig vorüberziehen (und die Verkaufszahlen nur nach oben treiben statt zu senken). Gleichzeitig könnten sie sich in Zukunft eben die angepassten Versionen für den deutschen Markt sparen. Kann mir nicht vorstellen, dass die so billig sind.

Insofern stehen die Chancen aktuell so gut wie nie, dass es bei diesem Thema endlich mal echte Fortschritten geben wird in den nächsten Jahren. Vielleicht kann Wolfenstein III dann endlich auch in Deutschland Herrn Hitler mit Bart zeigen :smile: .

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