Die Startseite von GamersGlobal

Der eine oder andere hat es sicherlich schon gesehen: GamersGlobal feiert aktuell seinen 10. Geburtstag (offizieller Start war am 15.09.2009). Und wie könnte es anders sein als das bei solchen Jubiläen auch diejenigen zu Wort kommen, die zwar nicht mehr dabei sind aber mal dabei waren. Wenig verwunderlich also, dass am Freitag mein Grußwort bzw. technisch gesehen meine Antworten auf die vier Fragen von Jörg live geschaltet wurde. Das ist aber nicht mein einziger Beitrag zum Event. Ihr werdet mich vermutlich auch noch zu hören bekommen, da im Rahmen der GamersGlobal-Gulden-Rückrufaktion ein Jubiläumspodcast mit der alten Mannschaft freigeschaltet wurde. Der Termin für die Aufzeichnung steht und ich erwarte die Veröffentlichung  dann im Laufe der kommenden Woche.

Dass in den Kommentaren zu meinem Grußwort ein Streit über die mittlerweile nicht mehr ganz so neue Rechtschreibreform entbrennen würde war von mir übrigens nicht beabsichtigt. Ebenso wollte ich mit meinem lustig gemeinten Seitenhieb auf den Test von Mass Effect 3 den Verantwortlichen nicht in irgendeinen Rechtfertigungszwang bringen. Jeder darf eine andere Meinung haben und seine entsprechende Wertungen vergeben. Die eine Wahrheit gibt es nicht. Stattdessen gilt  im Falle von GamersGlobal am Ende für alle Redakteure: Die Zahl muss ich zuerst gegenüber mir selbst, dann Jörg und abschließend dem Leser verteidigen.

Das Dilemma

In einem seiner Kommentare hat Benjamin allerdings etwas erwähnt auf das ich etwas näher eingehen möchte: Die Altlasten, die mit dem Test eines Nachfolgers verbunden sind. Er schreibt:

[…]dass ich Mass Effect 3 ohne die vorherige Wertung zu Mass Effect 2 deutlich weniger gegeben hätte, aber der Ansicht war, dass es ein falsches Signal wäre, unter die 9.5 des Vorgängers zu gehen.

Das war weder der erste noch der letzte Fall bei dem ein Redakteur mit so einer Bredouille zu kämpfen hat. Auch ich, obwohl ich ja „nur“ drei Jahre dabei war, kann mich zumindest an einen Test erinnern bei dem es mir genauso erging. Der Vorgänger war ebenfalls von einem Kollegen begutachtet worden und sein Ergebnis entsprach absolut nicht meiner Meinung. Details werde ich an dieser Stelle selbstverständlich keine nennen. Belassen wir es einfach dabei zu sagen, dass Jörg und ich eine Lösung gefunden haben im Wertungskasten zum Nachfolger sowohl meine echten Gefühlen zur Qualität des Spiels auszudrücken und trotzdem zu zeigen, dass es besser als der Vorgänger ist.

Wertungen sind komisch

Mass Effect 3 (Herstellerbild)

Im Nachhinein betrachtet zeigt sich hier ein grundsätzliches Problem bei der Wertungsfindung. Was ich meine? Nun, rein von der Logik her bewerte ich das Produkt an sich. Gut, das stimmt schon nicht ganz. Ich lasse dabei natürlich nicht das Drumherum (Konkurrenz, eigene Erfahrung, etc.) außen vor. Ich ordne es immer bewusst oder unbewusst ein, was wiederrum meine Wertung beeinflusst. Ein vereinfachtes Beispiel wäre die Aussage „Für ein Spiel aus dem Jahr 2019 erwarte ich eine wesentlich bessere Grafik“. Die Wertung ist also erst einmal wie das Produkt selbst ein Ergebnis ihrer Zeit und ihrer Umwelt.

Das bedeutet aber nicht, dass es unwichtig ist zu schauen was sich im Vergleich zum Vorgänger geändert hat. Im Gegenteil hilft es dem Konsumenten sehr zu wissen was besser oder schlechter funktioniert, um das Produkt für sich selbst besser einordnen zu können. Wenn Staubsauger X mehr Dreck pro Sekunde einsaugen kann als sein Vorgänger Y, dann ist das eine wichtige Information. Und ja, er ist dadurch klar besser. Aber daraus ergibt sich nicht automatisch der Zwang sich unter die Knute der vorherigen Bewertung zu begeben, die zu einer anderen Zeit und unter anderen Voraussetzungen entstanden ist. Nur weil Staubsauger Y damals die Krone der Schöpfung war und Staubsauger X grundsätzlich besser ist muss er auch eine gleichwertige/höhere Wertung bekommen? Nein. Die Welt hat sich weitergedreht. Staubsauger X ist zwar besser als sein Vorgänger aber Staubsauger Z ist mittlerweile auf den Markt gekommen und ist das neue Nonplusultra.

Oder um es konkret zu sagen: Mass Effect 2 war für mich (Betonung!) 2010 der heiße Scheiß auf dem Computerrollenspielmarkt – genauso wie Mass Effect zwei Jahre zuvor (wobei es aufgrund der Mako-Fahr-Sektionen selbst damals keine 9,5/10 von mir bekommen hätte). Zwischen Teil 2 und Mass Effect 3 sind zwar „nur“ zwei Jahren vergangen, doch in der Zeit stand die Spieleindustrie logischerweise nicht still. Es hat sich einiges getan und auch einige andere hochkarätige Rollenspiele wie z.B. The Witcher 2: Assassins of Kings kamen auf den Markt und verschoben die Messlatte. Es wäre also völlig legitim gewesen zu sagen: Ja, Mass Effect 3 ist besser als Teil 2. Aber es bekommt trotzdem eine niedrigere Wertung, weil 2012 eben mehr/anderes erwartet wird als noch 2010. Schwierig wird es hingegen, wenn mir rein persönlich der Vorgänger nicht so gefallen hat wie dem anderen Autor und es keine „objektiven“ Argumente gibt. Das ist dann einfach doof.

Die Konsequenz

Final Fantasy VI (Android-Herstellerbild)

Also einfach die Note vergeben die zum Produkt passt unabhängig von allem? In einer idealen Welt auf jeden Fall. Leider funktioniert die Wahrnehmung der Leser so nicht. Da wird stattdessen die Zahl direkt verglichen und das Geschrei in den Kommentaren geht los von wegen „Wie? Schlechter als der Vorgänger?!!!!111“. Entsprechend kann ich nachvollziehen, warum es anders gehandhabt wird. Mir ist auch nur die GameStar bekannt, die zumindest in früheren Zeiten (lese sie ja nicht mehr) alle paar Jahre ihre alten Wertungen in den Toplisten nach unten korrigiert hat, um der allgemeinen Entwicklung auf dem Spielemarkt Rechnung zu tragen (und die Wertungsinflation etwas zu stoppen). So wurde dem Leser versucht zu verdeutlichen, dass eine 9/10 für Final Fantasy VI eben nicht 1:1 mit einer 9/10 für Final Fantasy XV vergleichbar ist. Stattdessen wäre unter heutigen Umständen Final Fantasy VI eben nur eine 2/10. Und ja, das war jetzt nur eine Übertreibung und ein Beispiel. Also bitte die Steine wieder einpacken. Die GameStar hat nie Final Fantasy VI getestet und für Final Fantasy XV gab es 84%.

Was außerdem helfen könnte: Den gleichen Redakteur beide Titel testen lassen. Funktioniert nicht immer, ich weiß. Fluktuationen gibt es in der Branche ja leider sehr viele. Aber da eine Wertung am Ende des Tages eben völlig subjektiv ist (egal was wir uns alle vorgaukeln), würde zumindest der Maßstab auf der gleichen Grundlage angesetzt werden und der Tester müsste sich nur mit sich selbst einig werden. Denn ja: Ich hätte Mass Effect 3 auch keine 9,5/10 gegeben (nein, nicht wegen dem Ende – das hat mich nicht so gestört). Ich hätte es aber ganz anders begründen können als es dem armen Benjamin aufgrund meiner Vorleistung und der oben beschriebenen Problematik möglich war.

Epilog

Was lernen wir aus der Sache? Nichts Neues, würde ich sagen. Es ist immer noch alles nur Lug und Trug und ich deshalb weiterhin kein Fan von Zahlen unter Produkttests. Ja, ich mache es hier auf der Webseite nach anfänglicher Verweigerung auch. Aber ich behaupte nicht, dass sie in irgendeiner Form objektiv ist. Sie spiegelt ausschließlich mein eigenes Bauchgefühl zu diesem Zeitpunkt wider. Ich sehe sie somit mehr als eine Hilfe besser den dazugehörigen Text einordnen zu können oder eine schnelle Einschätzung zum Produkt zu haben. Lesen  sollte ich ihn dann besagten Text trotzdem, um wirklich zu verstehen was die Zahl bedeutet.

Interessanterweise finde ich mittlerweile gar keine Zusammenfassung wie es z.B. Kotaku tatsächlich etwas doof. Da gefällt mit die Variante von Eurogamer mit ihren Labels (Finger weg!, Empfehlung, Herausragend) besser. Das ist wie ich finde ein guter Kompromiss, um diesen sinnlosen Zahlenvergleichszwang rauszunehmen und trotzdem dem Leser einen Anhaltspunkt zu geben. Sieht nicht jeder so aber auch hier gilt: Das Internet bietet für jeden Geschmack das Richtge :smile: .

PS: Nach 128 Stunden habe ich mit The Division jetzt abgeschlossen und es deinstalliert. Ich hätte vermutlich noch doppelt so viel Zeit investieren müssen, um die letzten Schilde freizuschalten. Das ist mir bei meinem Backlog dann doch zu viel des Guten. Next up? Vermutlich Might & Magic X Legacy oder Rise of the Tomb Raider

Sicarius

Die E3 2019

FIFA20 (Herstellerbild)

Da ist sie auch schon wieder rum, die E3 2019. War aus meiner Sicht unterm Strich ein eher unspektakuläres Jahr. Vermutlich, weil sich die beiden Großen bereits voll auf die nächste Generation vorbereiten. Nintendo hingegen ist vor allem damit beschäftigt den gesamten Backlog der aktuellen Konsolengeneration auf der Switch erneut zu veröffentlichen – und alle finden es total geil?! Muss ich nicht verstehen aber gut…

Die bevorstehende neunte Konsolengeneration dürfte wohl auch der Grund sein, warum Sony heuer komplett abwesend war. Die PlayStation 4 war und ist erfolgreich, entsprechend müssen sie nichts mehr beweisen und die grobe Fahrtrichtung für die PlayStation 5 wurde bereits bekannt gegeben. Insofern absolut verständlich, wieso sie sich die Millionen Dollar für einen Messeauftritt gespart und mit ihrer Abwesenheit sogar noch den Druck auf Microsoft erhöht haben. Schließlich war es nun an den Redmondern als quasi alleiniger Platzhirsch ein fulminantes Feuerwerk abzufackeln, dass die Messebesucher beeindruckt zurücklässt. Lasst uns also mal einen Blick auf die ganze E3-Bande werfen:

Electronic Arts

EA ist voll im Games-as-a-Service-Modus angekommen würde ich sagen. Sechs Spiele wurden insgesamt besprochen. Darunter mit FIFA 20 und Madden 20 die üblichen Sportspieliterationen sowie Neuigkeiten zu Apex Legends, Die Sims 4 und Battlefield 5. Super für Fans der genannten Spiele aber für die Allgemeinheit blieb als einzige interessante Sache nur Star Wars Jedi: Fallen Order übrig. Hierzu gab es immerhin erstmals echte Spielszenen zu sehen.

Star Wars Jedi: Fallen Order (Herstellerbild)

Als Fan von Kyle Kartan und der ganzen Jedi-Knight-Serie war ich natürlich sehr gespannt darauf. Nach den 14 Minuten macht sich allerdings irgendwie ziemliche Ernüchterung bei mir breit was zumindest das Gameplay betrifft. Die grundsätzliche Geschichte – ihr steuert einen der wenigen Jedi, welche die berühmte „Order 66“ überlebt haben – finde ich weiterhin äußert interessant. Aber der Protoganist Cal Kestis überzeugt mich überhaupt nicht mit seinem absoluten Milchbubigesicht. Und dass es schon wieder einen Roboter-Sidekick gibt, finde ich auch langsam etwas dämlich.

Viel mehr hat mich aber die…ja, irgendwie mittelmäßige Qualität des Gameplays erschreckt. Speziell der Umgang mit dem Lichtschwert kommt mir aktuell sehr ungelenk, ohne viel Haptik und allgemein wenig überzeugend daher. Und vor allem wirkt gefühlt schlechter als das Lichtschwert-Meisterstück Star Wars: Jedi Knight – Jedi Academy aus dem Jahre 2003 (!). Somit bin ich nach dem Showcase wesentlich weniger gehypt als noch beim Ankündigungstrailer (obwohl mich schon da das Gesicht von Cal gestört hat).

Microsoft

Project Scarlett wird also ähnlich sein wie die Playstation 5 nur mit einem optischen Laufwerk. Okay, war zu erwarten. Und mit Halo Infinite wird es dieses Mal anders als bei der Xbox One zumindest einen Must-Have-Launchtitel geben. Bin vor allem auf die Geschichte gespannt. Der Trailer war erneut eher nichtssagend (außer dem zerbrochenen Halo) und meine persönliche Begeisterung über die Rückkehr von Master Chief und Cortana ist weiterhin eher verhalten. Das Universum ist so groß, warum nicht endlich mal jemand anders? Aber gut: Solange die Geschichte am Ende halbwegs interessant ist, bin ich mit dabei. Ja, ich weiß: Scheint bei mir ein Fetisch zu sein. Aber mit Gameplay holt man mich halt heutzutage nur noch bedingt hinterm Ofen hervor :smile: .

Cyberpunk 2077 (Herstellerbild)

Keanu Reeves hat bei Cyberpunk 2077 hingegen erneut bewiesen was für ein sympathischer Mensch er ist. Ich hoffe ja, dass es nicht nur ein paar Matrix-Easter Eggs geben wird, sondern auch die (wenigen) Johnny Mnemonic-Fans auf ihre Kosten kommen. Das Spiel an sich wird garantiert der mittlerweile gewohnte CD Project RED-Hammer und ich war doch etwas überrascht, dass es bereits im April kommt – bevor mir dann wieder eingefallen ist, dass es bereits 2012 angekündigt wurde.

Mein persönliches Highlight von Microsofts Pressekonferenz war aber ganz klar Lego Star Wars: The Skywalker Saga. Ich habe zwar in den letzten Jahren keinen Lego-Titel mehr intensiv gespielt (und mittlerweile fehlen mir auch ein paar in der Sammlung) aber zum einen ist es Star Wars und zum anderen scheinen Traveller’s Tales dieses Mal zu versuchen stärker aus ihrer bisherigen Lego-Formel auszubrechen. Quasi mit der Rückkehr zu den Anfängen (Lego Star Wars: The Video Game war 2005 der erste Lego-Titel von TT) eine Art Reboot der gesamten Serie durchzuführen. Gleichzeitig finde ich es saumässig cool, dass sie sich explizit nicht auf die Szenen konzentrieren wollen, die bereits in den Originaltiteln enthalten waren. Klar die wichtigsten Sachen aus den Filmen werden natürlich auf neue Art und Weise drin sein. Ich finde es dennoch super, dass sie nicht einfach alte Gags recyceln wollen, sondern auch Schauplätze bieten, die sonst nicht so im Vordergrund stehen.

Und sonst? Ach ja, Double Fine wurde überraschend aufgekauft. Ich glaube aber, dass das dem Studio definitiv gut tun wird mal wieder etwas mehr Anleitung zu haben. Tim Schafer – so ein netter Kerl er auch ist – ist einfach besser darin Spiele zu designen und weniger sie tatsächlich auf den Markt zu bringen. Außerdem wurden noch Blair Witch sowie Elden Ring angekündigt. Ersteres interessiert mich überhaupt nicht, zweiteres wird wie erwartet Dark Souls in neuem Setting.

Bethesda

Deathloop (Herstellerbild)

Was soll ich zu dieser Pressekonferenz sagen? Ja, DOOM Eternal rockt. Das wusste ich schon. Wolfenstein: Youngblood bin ich auch gespannt darauf und Deathloop hat nicht nur meinen Arkane-Studios-Bonus, sondern ist erneut ein Titel mit einer für mich äußert interessanten Prämisse. Zwar schreiben irgendwie alle Journalisten irgendwas von Täglich grüßt das Murmeltier aber der Trailer erinnert mich eher an Edge of Tomorrow. Leider hat den Film scheinbar niemand gesehen obwohl er wirklich gut ist! Entsprechend finde ich es super, wenn sich mal ein Spiel dieser Thematik annimmt. Im Kern ist es schließlich das, was Videospieler schon seit Anbeginn der Zeit tun (sterben, wieder auferstehen und besser werden). Ghostwire: Tokyo hingegen hat auch wieder einen Hook, der mich aufhorchen lässt, aber da über das Spiel selbst noch quasi gar nichts bekannt ist, heißt es derzeit nur die Augen offenhalten.

Ansonsten war es traurig mit an zu sehen wie verzweifelt Bethesda versucht Fallout 76 weiter schön zu reden und doch noch ein gutes Spiel daraus zu machen. Ich glaub‘ der Zug ist abgefahren. Aber okay. Den Vogel haben sie hingegen mit Commander Keen abgeschossen. Jahre haben wir auf einen neuen Teil gewartet und der Trailer hat richtig Laune gemacht (gutes Samstagmorgen-Cartoon-Intro-Feeling). Aber dann am Ende „Bald für Mobilgeräte“… WARUM TUT IHR UNS DAS STÄNDIG AN, SPIELEINDUSTRIE?!

Devolver Digital, Nintendo und Square Enix

Der Humor von Devolver Digital ist einfach nicht meiner. Interessante neue Spiele wurden auch nicht angekündigt. Die 20 Minuten hätte ich lieber in andere Sachen investieren sollen. Und Nintendo? The Legend of Zelda: Breath of the Wild 2 wurde angekündigt, es wurde mehr vom The Legend of Zelda: Link’s Awakening-Remake sowie von Luigi’s Manson 3 gezeigt. Soweit alles schick und super. Aber da die Japaner ja leider den Nintendo 3DS zumindest aus First-Party-Sicht beerdigt haben und ich weiterhin keine Konsole der achten Generation besitze, geht das alles logischerweise etwas an mir vorbei.

Final Fantasy VII Remake (Herstellerbild)

Da war die Präsentation von Square Enix schon interessanter. Ja, auch hier besitze ich die Hardware nicht aber die Chancen, dass doch noch PC-Umsetzungen kommen sind mittlerweile nicht mehr ganz so gering. Und an Final Fantasy bin ich sowieso grundsätzlich sehr interessiert. Hier also endlich ein Release Date für den ersten Teil des Final Fantasy VII Remakes. Es weiß zwar immer noch niemand wie viele Teile es am Ende werden sollen und wenn jetzt nur Midgar enthalten sein wird (im Original ein übersichtlicher Spielabschnitt), ist das Spiel entweder sehr kurz oder extrem ausgebaut worden. Aber hey: Es scheint endlich Realität zu werden und es sieht grafisch wie spielerisch erstklassig aus. Warum soll ich mich also beschweren? :smile: Ach und Final Fantasy 8 bekommt das Remaster-Treatment (nicht Remake!). Sehr schick im Gegensatz zu Marvel’s Avengers, das einfach nur scheiße aussieht. Also nicht nur, weil sie sich das Geld für die Filmschauspieler sparen, sondern grundsätzlich. Wirkte irgendwie alles äußert unnatürlich und eher auf PlayStation-3-Niveau. Kein guter Ersteindruck.

Ubisoft

Die einzige Pressekonferenz, die ich tatsächlich Live gesehen habe und für mich persönlich tatsächlich der klare Gewinner der E3. Mit 10 Minuten echtem Gameplay zu WATCH_DOGS Legion (und einer äußerst sympathischen Oma) einzusteigen war die absolut richtige Entscheidung. Jetzt kann ich mir wesentlich besser vorstellen, wie der „Jeder NPC wird spielbar sein“-Ansatz funktioniert und bin komplett gehypt.

WATCH_DOGS Legion (Herstellerbild)

Etwas Skepsis bleibt zwar in Bezug darauf wie gut die Story am Ende mit so vielen kleinen Rädern funktionieren wird. Doch die Idee quasi Permadeath in das Spielprinzip und die Geschichte voll zu integrieren finde ich absolut genial. Bin sehr gespannt darauf zu erleben, wie weit es am Ende tatsächlich funktionieren wird und ob nicht doch bei längerer Spielzeit die Lücken (=gibt technisch gesehen nur 10 verschiedene Charaktere) sichtbar werden. Aber wenn es ein Spiel auf der E3 gab, wo ich persönlich einen Day-1-Kauf in Betracht ziehen würde, dann WATCH_DOGS Legion.

Und sonst von Ubisoft? Nun, Gods & Monsters werde ich im Auge behalten schon allein, weil es wie Roller Champions mal wieder was anderes ist. Ghost Recon Breakpoint erfüllt weiter die Erwartungen, die ich daran habe. Just Dance 2020, Elite Squad sowie Rainbow Six Quarantine lassen mich hingegen ziemlich kalt. Es ist höchstens erschreckend wie sehr Ubisoft versucht die arme Tom Clancy-Lizenz ausschlachten.

Fazit

Und damit habe ich aus meiner Sicht alles gesagt, was ich zur E3 zu sagen haben. Wie eingangs erwähnt, war es jetzt nicht die spektakulärste Vorstellung. Aber bei dem was 2020 auf uns zurollt, war das zu erwarten. Insofern natürlich super, dass es trotzdem ein paar Highlights wie WATCH_DOGS Legion oder auch Evil Genius 2 gab. Ja, zur PC Gaming Show habe ich tatsächlich jetzt nichts geschrieben. Da war einfach zu viel Inhalt drin – was ich jedoch genauso wie die grundsätzliche Existenz dieses Showcases super finde.

Mal schauen was die gamescom 2019 bringt.

Sicarius

Neuer und veralteter Kram

Baldur’s Gate III (Herstellerbild)

Die E3 steht an. Wenn ihr diese Zeilen lest haben die ersten Pressekonferenzen bereits stattgefunden und die Spielewelt wurde mehr oder weniger in Staunen versetzt. Ein paar Sachen gab es wie immer schon im Vorfeld wie z.B. die offizielle Ankündigung von Baldur’s Gate III aus dem Hause Larian Studios. Mal schauen ob ich es bis Release endlich mal schaffe die Vorgänger zu spielen. Die Enhanced Editions von Beamdog sind zumindest in meinem Besitz (noch ein eigener Client…). Dass sich Larian an so eine durchkontrollierte Lizenz wagt finde ich hingegen durchaus überraschend. Ja, die Belgier wissen wie man gute europäische RPGs macht. Aber Dungeons & Dragons ist zum einen eine komplett andere Hausnummer was Spielprinzip und Ton angeht und zum anderen sind Habro/Wizards of the Coast durchaus als Kontrollfreaks bekannt. Bin mir unsicher ob sich das nicht doch ein bisschen mit Swen Vinckes „Ich will das beste Rollenspiel aller Zeiten“-Philosophie beißt. Mal schauen.

Noch mehr offizielle Ankündigungen

Der Mega-Publisher THQ Nordic, der nach eigenen Angaben derzeit 80 Spiele in Entwicklung hat (davon 48 derzeit noch unbekannte Titel), hat hingegen sowohl Darksiders Genesis als auch ein Remake von Destroy All Humans! angekündigt. Letzteres übrigens vom deutschen Studio Black Forest Games, die sich unter anderem mit Giana Sisters: Twisted Dreams und Fade to Silence einen Namen gemacht hat. Darksiders Genesis hingegen ist ein interessanter Ansatz und sieht grafisch extrem stark wie Diablo III aus. Ich finde es aber weiterhin schade, dass sich die Serie immer weiter von der ursprünglichen Vision von Vigil Games entfernt. Zwar arbeiten sich die Entwickler weiter an den vier Reitern der Apokalypse ab aber die übergreifende Geschichte ist irgendwie mittlerweile auf der Strecke geblieben.

Call of Duty: Modern Warfare (Herstellerbild)

Activision hat hingegen die Call of Duty: Modern Warfare-Sau aus dem Sack gelassen. Gibt wohl eine kleine Kontroverse um den Trailer aber da der Ursprung nach meinem Verständnis ein Artikel von Polygon ist – den ich bewusst nicht verlinke – stufe ich das als üblicher Sturm im Wasserglas ein. Ich finde es hingegen gut, dass Activision sich endlich mal traut die mittlerweile völlig ausgelutschte Call of Duty-Formel etwas aufzubrechen und mal wieder etwas anders zu versuchen. Dass sie es unbedingt mit einem Reboot machen müssen (ja, technisch gesehen heißt das Original Call of Duty 4: Modern Warfare – das macht es aber nicht besser) stört mich zwar durchaus aber das ist logischerweise mein ganz persönlicher Fetisch :wink: .

Die inoffiziellen Ankündigungen

Abseits der offiziellen Sachen gab es – wie immer – auch ein paar Leaks. Allen voran natürlich von Ubisoft. Keine Ahnung ob das mittlerweile bei denen zur Marketing-Strategie gehört. Egal. Der Leak ist auf jeden Fall WATCH_DOGS Legion. Das spielt nicht nur in einem Post-Brexit-London (ob wir in der Realität je dahin kommen?), sondern soll euch angeblich sogar die Möglichkeit geben jeden NPC selbst zu steuern. Klingt auf dem Papier nach einer gewaltigen Innovation. Die Frage wir natürlich sein: Gibt es faktisch nur 12 verschiedene NPCs, oder sind es tatsächlich hunderte einzigartige Charaktere? Und wie stark sind die Auswirkungen auf die Geschichte? Ich bin gespannt (und habe mittlerweile mit WATCH_DOGS 2 angefangen).

Tales of Arise (Herstellerbild)

Der andere große Leak war von Bandai Namco, die etwas zu früh ihre Webseite aktualisiert hatten. Somit wissen wir nun, dass uns mit Tales of Arise das mittlerweile 16. Spiel der Tales-Serie erwartet und From Software zusammen mit George R. R. Martin (Game of Thrones) an Elden Ring arbeitet. Ich weiß zwar nicht wofür From Software Hilfe von Hr. Martin braucht – die Welt von Dark Souls war doch schon so brutal genug – aber gut. Übrigens sollen beide Spiele sowohl für PS4, Xbox One und sogar PC erscheinen. Außerdem kommt Ni No Kuni: Wrath of the White Witch Remastered für PS4, PC und Switch. Schön zu sehen, dass der PC mittlerweile wieder sehr viel mehr Liebe erfährt – wenn auch leider meist nur in digitaler Form. Retail Boxen für PC-Spiele werden immer rarer.

Physischer Kram

Retail Boxen ist ein gutes Stichwort. Es ist selbstverständlich für den Geldbeutel und auch den allgemeinen Platzbedarf im Hause besser, dass ich jetzt schon seit mehr als vier Jahren keine Day-One-Käufe (abseits von Crowdfunding-Projekten) mehr tätige und dicke Sondereditionen ebenfalls so gut wie nur noch über Crowdfunding erhalte. Aber wenn ich dann doch mal ein Spiel haben möchte, ist es auf dem PC echt schwierig geworden eine funktionierende, physische Ausgabe zu erhalten. Also zum einen natürlich, weil immer weniger Publisher tatsächlich eine für ihre PC-Versionen veröffentlichen. Dieses Privileg scheint nur noch den Konsolen vorbehalten zu sein. Gleichzeitig gibt es gefühlt immer weniger Händler, die überhaupt noch ein gut sortiertes PC-Spiele-Sortiment im Angebot haben – und da rede ich explizit von Neuware. Ja, selbst OkaySoft ist in der Hinsicht leider nicht mehr wirklich zu gebrauchen. Da steht fast alles in der PC-Sektion auf „Wird für sie bestellt“ und wenn man es haben will kommt viel zu häufig ein „Ist nicht mehr bestellbar“ zurück. Die müssten so langsam echt ihr Shopsystem etwas überdenken…

Die (erfolgreichen) Einkäufe der letzten Monate

Wobei man sich – wie ich jetzt leider schon mehrfach feststellen musste – selbst bei noch eingeschweißter Ware nicht mehr so sicher sein kann, dass der darin enthaltene Key tatsächlich funktioniert. Zuletzt sowohl mit Door Kickers als auch The Division (ja, Teil 1) auf die Nase gefallen. Ersteres musste ich zurückschicken, weil der Händler keinen Ersatz hatte, für letzteres bekam ich immerhin anstandslos einen neuen und funktionsfähigen Key per E-Mail. In was für einer Welt leben wir, in der man sich nicht einmal mehr darauf verlassen kann, dass neu aussehende und eingeschweißte Ware offensichtlich doch nicht mehr neu ist?!

Ein toter Markt

Gebrauchtware mit Accountbindung kann man entsprechend komplett vergessen. Ich hatte es mal bei medimops mehrfach versucht (drei Bestellungen) aber die Ausfallquote („Key ist bereits mit einem anderen Account verbunden“) lag bei über 75%. Ja, es gab glücklicherweise bislang keinerlei Probleme mit dem Zurückschicken und der Rückzahlung. Aber es ist definitiv nervig und macht unnötig Arbeit. Und natürlich auch ein absoluter Arschlochmove von demjenigen, der das Spiel an medimops verkauft oder z.B. Amazon zurückgeschickt hat ohne es wieder von seinem Account zu lösen. Und ja, das geht in 90% der Fälle.

Luxusprobleme? Definitiv. Einfach alles online kaufen und alles wäre gut. Ist häufigs sogar billiger dank ständiger Sales mit 75% oder gar 90% Preisnachlass. Gibt mittlerweile so gut wie nichts mehr, was nicht innerhalb von Wochen verramscht wird. Aber obwohl ich im letzten Jahr eindeutig mehr digitale als physische Spiele gekauft habe (ich weiß – Blasphemie und so): Wenn es eine Retail Box gibt, dann klammere ich mich weiterhin an dieses Relikt vergangener Zeiten und möchte es schon gerne im Regal stehen haben. Und wenn ich dafür direkt bei Square Enix Shadow of the Tomb Raider kaufen muss, weil die PC-Box irgendwie in keinem anderen Shop zu existieren scheint :smile: .

Ausschnitt aus meiner GOG-Bibliothek

CD Projekt musste Ende Februar einige Mitarbeiter von GOG.com entlassen. Grund ist wohl, dass es dem Shop nicht all zu gut geht. Über die genauen Gründe kann man wie immer nur spekulieren.

Früher war das Aushängeschild von GOG.com, wie der Name schon sagt, sehnsüchtig erwartete Re-Releases von guten alten Spielen, aufbereitet für moderne Systeme und vollgestopft mit Goodies wie Soundtracks – und das auch noch DRM-frei. Eigentlich die perfekte Nische in der heutigen Retrokultur. Mittlerweile ist das Thema irgendwie zumindest für mich als normaler Nutzer, der nicht jeden Tag bei GOG.com vorbeischaut, etwas ins Hintertreffen geraten. Ja, sie hatten vor Kurzem mit Diablo, WarCraft und WarCraft II drei völlig unerwartete Brüller (warum nicht über Battle.net?), die garantiert ein wenig die Kassen gefüllt haben. Aber in den letzten Jahren ist mir GOG.com eher durch die gefühlt jeden Tag eintrudelnde Werbemails im Kopf geblieben in denen (nur leicht übertrieben ausgedrückt) das halbe Sortiment um bis zu 90% reduziert angeboten wird.

So lockt man vielleicht Kunden an aber ob sich das am Ende wirklich finanziell lohnt? Bezweifle ich. Ich bin sicherlich kein typischer Käufer aber von den 53 Titeln, die ich derzeit im GOG-Account habe, habe ich exakt keinen einzigen bei GOG.com gekauft. Der größte Teil waren Freebies entweder von GOG selbst oder z.B. Kickstarter-Belohnungen. Ach und natürlich The Witcher III: Wild Hunt da die Box-Version dort aktiviert werden muss. Ich belaste also nur die Server und bringe keinen Umsatz *yay*.

Geiz ist geil

In einem Monat drei Freebies im Humble Store

Apropos Freebies: Nicht nur gibt es gefühlt jeden Tag in irgendeinem (Online-)Shop tausende Spiele zu absoluten Kampfpreisen – man kriegt auch ständig irgendetwas kostenlos nachgeworfen. Und damit meine ich nicht Abos wie PlayStation Plus oder Humble Bundle Monthly. Die kosten ja trotzdem jedem Monat Geld (und man bekommt im Gegenzug einen Haufen teils richtig guter Spiele!). Nein, ich meine die 100%-Kostenlos Dinger, die entweder nur die Anmeldung am Store oder eines Newsletters verlangen. Ich hab‘ mittlerweile so einige Spiele nicht nur doppelt, sondern sogar drei- oder vierfach deswegen – nur in unterschiedlichen Shops…

Für die Käufer natürlich eine super Sache diese ständigen Sales, Giveaways und Spielepässe. Ich vermute mal, dass es noch nie so viele gute Spiele für Umme/fast nix gab. Da sind nicht nur die Day-1-Käufer die Doofen, sondern sogar alle anderen. Aber so richtig gut für die Shops im Speziellen und die Spieleindustrie kann dieser absolute Preisverfall doch nicht wirklich sein. Es ist den Leuten schließlich schon lange nicht mehr zu vermitteln zehn Euro für ein tolles aber kurzes Spiel aus dem Portemonnaie zu holen. Wie will man dann unter solchen Bedingungen („gibt’s eh morgen kostenlos“) noch langfristig 60 Euro für einen Übermega-AAA-Blockbuster bekommen? Bitte? Gar nicht? Stimmt. Deswegen haben wir ja so einen Mist wie Games-as-a-Service, überfrachtete Trends (aktuell Battle Royale) und Open-World-Titel, die nur noch in Arbeit ausarten. Zu viel Konkurrenz ist also vielleicht doch nicht immer nur gut?

Der Neue

Phoenix Point (Herstellerbild)

Nun mischt seit mittlerweile vier Monaten auch noch der Epic Games Store den Onlinemarkt kräftig auf. Neben der Kampfansage „nur 12% Provision“ (im Gegensatz zu 30% z.B. auf Steam) sind der Grund dafür vor allem die Methoden zu denen die Besitzer der Gelddruckmaschine Fortnite dabei greifen. Gut, man könnte es einfach Kapitalismus nennen aber der durchschnittliche Gamer hat dafür logischerweise keinerlei Verständnis. Ja, es war absolut nicht die feine Art Metro Exodus zwei Wochen vor dem Release von Steam zu entfernen (immerhin wurden die Vorbestellungen honoriert). Aber bei dem Angebot, dass Epic Games dem Publisher Deep Silver vermutlich gemacht hat, wäre ich auch Schwach geworden. Natürlich kennen wir keine genauen Zahlen. Aber der Fall von Phoenix Point gibt einen ungefähren Aufschluss darüber, wozu Epic Games bereit ist, um sich schnell auf dem Markt zu etablieren.

Phoenix Point ist der inoffizielle XCOM-Nachfolger von Serienerfinder Julian Gollop und wird für ein Jahr lang exklusiv nur im Epic Game Store erhältlich sein. Ein Teil des Deals ist, dass Epic Games dem Entwicklerstudio einen Mindestumsatz garantiert. Sprich, selbst wenn sich das Spiel unterirdisch schlecht verkauft, kommt der vereinbarte Betrag aufs Bankkonto. Wie groß dieser Betrag genau ist, weiß man natürlich nicht. Aber er liegt wohl bei weit über zwei Millionen Dollar. Warum? Nun, dass diese Ankündigung den Unterstützern der Crowdfunding-Kampagne überhaupt nicht schmecken würde (damals wurde Steam und GOG versprochen), war auch den Entwicklern klar, weshalb sie „großzügiger Weise“ sofort uneingeschränkte Rückerstattungen ankündigten. Der Shitstorm blieb freilich trotzdem nicht aus und dabei ist einem Community Manager herausgerutscht, dass selbst, wenn alle ihre Unterstützung entziehen würden, genug Geld da wäre um schwarze Zahlen zu schreiben. Und die Crowdfunding- und Vorbestellungs-Summe belief sich zu diesem Zeitpunkt auf rund zwei Millionen Dollar. Daher dieser Wert.

Epic Games schmeißt also gerade mit Geld um sich und CEO Tim Sweeney hat deutlich gemacht, dass das so schnell nicht aufhören wird. Bei drei Milliarden Dollar Gewinn hauptsächlich durch Fortnite allein in 2018 kann er sich das definitiv leisten.

Das Geschmipfe

Sogar in New Star Soccer!

Ich hab‘ von Fußball bekanntlich keine Ahnung (und Azzkickr wird mich sicherlich gleich zurechtweisen) aber mich erinnert die ganze Diskussion komischerweise stark an eine Sache glaub‘ aus dem Jahr 2006. Damals hat TSG 1899 Hoffenheim tief in die Taschen gegriffen und mit den Millionen nur so um sich geschmissen, um Weltklassespieler zu kaufen. Da schimpften auch alle (deswegen habe ich das mitbekommen). Von wegen, dass das ja kein gescheiter Fußball wäre bzw. schlecht für den Wettkampf (macht der FC Bayern das nicht schon immer so?) und man soll doch die eigene Jugend fördern, etc. pp.. Aber das Ergebnis ist eindeutig: Seit 2008 ist der Verein durchgängig in der 1. Bundesliga. Und ich glaube mittlerweile interessiert es niemanden mehr, was da vor zehn Jahren los war.

Genauso wird es mit dem Epic Games Store enden. Gut, sie werden sicherlich nicht Steam vom Thron stoßen, dafür ist es zu etabliert. Doch das sind jetzt in den nächsten Monaten ein paar kurze Shitstorms und dann ist die Sache gegessen. Was nicht heißt, dass man die Methoden gut finden muss. Konsolenexklusivität ist ja schon doof aber jetzt auch noch eine Shop-Exklusivität bei manchen Titeln kommt einer Monopolstellung schon relativ nahe. Ja, die grundsätzliche Bindung an einen Shop ist nichts Neues. Allen voran natürlich bei Steam, aber ebenso EA Origin oder Uplay. Aber hier hatte man in der Vergangenheit immerhin noch die Wahl wo man seinen Key ersteht. Soweit ich das verstanden habe, wird es aber für den Epic Games Store keine Keys z.B. über den Humble Store geben. Und das ist logischerweise nicht gerade förderlich für den Wettbewerb. Dass der Epic Games Store gleichzeitig mit akutem Featuremangel und – viel schlimmer – haufenweise Security-Problemen zu kämpfen hat, ist da schon fast nicht mehr erwähnenswert. Aber hey: Es sind erst vier Monate. Uplay gibt es seit 2012 und ist immer noch ziemlicher Mist allein schon was die „Shopping-Experience“ angeht, wie man so schön Neu-Deutsch sagt.

Meine Meinung

Aber reden wir doch mal zum Abschluss Tacheles: Was ist meine Meinung zum Epic Games Store? Nun, ich hab‘ den Epic Games Launcher seit Ende 2015 auf dem Rechner. Damals gab es Shadow Complex Remastered für Umme. Irgendwann habe ich dann mal das neue Free-2-Play Unreal Tournament hinzugefügt aber das wird bekanntlich seit 2017 zugunsten von Fortnite nicht mehr weiterentwickelt. Ich habe also seit über drei Jahren das Ding auf dem Rechner, hatte es aber bis zum Start des Epic Games Store vielleicht ein halbes Dutzendmal gestartet. Seitdem ist es ein bisschen mehr geworden, weil Epic Games zwei kostenlose Spiele pro Monat bereitstellt und zudem mittlerweile die aktuellen Backer Builds von Phoenix Point darüber verteilt werden (dazu sicherlich demnächst mal mehr). Gekauft habe ich noch nichts (und trotzdem schon 13 Titel in der Bibliothek).

Ausschnitt aus meiner Epic Games Store Bibliothek

So hat es auch mit EA Origin, Uplay und Co. angefangen. Ich habe also kein grundsätzliches Problem mit zusätzlichen Launchern. Ja, ich starte nach dem Anschalten des Rechners erst einmal Steam, weil es einfach meine größte Spielebibliothek ist und meine Freundesliste beinhaltet (obwohl ich derzeit nicht viel kommuniziere – ‚tschuldigung!). Die anderen öffne ich nur, wenn ich tatsächlich etwas gezielt spielen möchte (derzeit z.B. Mirror’s Edge Catalyst in EA Origin) oder dort ein interessanter Sale hauptsächlich für DLCs läuft (zuletzt bei EA Origin endlich mal alles für die Dragon Age– und Mass Effect-Trilogien geholt – nein, ich habe die leider nicht zu Zeiten von GamersGlobal kostenlos erhalten). Aber ein Icon mehr oder weniger macht in meiner Taskleiste bekanntlich keinen großen Unterschied :wink: .

Die aktuelle Featurelosigkeit des Epic Games Store stört mich auch nicht weiter abseits der fehlenden Möglichkeit direkt in die Bibliothek zu springen beim Start (er öffnet erst den Store). Ist mir der Epic Games Store und die ganze Aufregung darüber also gleichgültig? Könnte man so sagen. Es hat mich bei EA und Ubisoft nicht gestört, warum soll ich mich also jetzt plötzlich darüber aufregen? Ich kann eh nichts dran ändern und am Ende des Tages sind mir die Spiele an sich und ihre Funktionsfähigkeit (Stichwort Uplay-Server oder die Abschaltung von Desura) wichtiger als der Launcher über den ich sie spielen muss. Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt, der aber grundsätzlicher Natur ist: Ich verliere langsam den Überblick und das geht an den Geldbeutel.

Ja, ich gebe offen zu, dass ich tatsächlich vor allem letztes Jahr aus Versehen das ein oder andere Spiel doppelt gekauft habe. Zum einen, weil ich meine Spieleliste in Bezug auf rein digitale Käufe lange nicht so rigoros pflegte wie meine Box-Käufe. Das ist mittlerweile Vergangenheit obwohl ich mit dem Nachpflegen noch nicht ganz fertig bin (ich hab‘ echt einen Haufen Spiele!). Zum anderen, weil ich z.B. bei einem Steam-Sale dann nicht dran gedacht habe, dass ich Steamworld Dig schon bei EA Origin habe (gab’s mal kostenlos). Das ist zwar gut für den Entwickler, weil er mehr (bzw. überhaupt mal) Geld von mir bekommt, aber natürlich für mich total doof. Entsprechend habe ich nun in besagter Spieleliste sogar noch eine Spalte ergänzt mit der Info mit welchem Launcher der Titel verknüpft ist. Ein weiterer Shop bedeutet entsprechend, dass die Zersplitterung und damit die Notwendigkeit so einer Liste für mich jetzt noch größer wird. Aber ich gehe davon aus, dass ist ein reines Luxusproblem von mir und ist nur begrenzt übertragbar :wink: .

Bis Montag!

Sicarius

Eine überlastete Branche

Red Dead Redemption 2 (Herstellerbild)

Übernächste Woche (6. Dezember) finden die diesjährigen Game Awards statt (Red Dead Redemption 2 ist wie erwartet quasi überall nominiert). Ihr wisst schon: Die Oscars der Spielebranche. Erfunden und produziert von Geoff Keighley, der aus meiner Sicht noch nie ein echter Spielejournalist war aber mittlerweile auf jeden Fall seine Berufung als Showproduzent in der Spielebranche gefunden hat. Ja, wir reden von Dorito-Gate-Geoff Keighley.

Ich persönlich halte weder von den Game Awards noch von den Oscars irgendwas. Oder irgendeiner anderen, von einer Jury aus angeblichen „Experten“ bestimmten Veranstaltung im Unterhaltungsmedienbereich (der Deutsche Computerspielepreis wird von Jahr zu Jahr lächerlicher). Hauptsächlich, weil sie selten meinen eigenen Geschmack treffen und oftmals mehr wie „Ich schau mir die Verkaufszahlen an und nominiere auf Basis dessen“ wirken. Das einzig Interessante an den Game Awards ist, dass Keighley dank seiner extrem guten Beziehungen es schafft Neuankündigungen bzw. zumindest neue Trailer aus den Entwicklerteams heraus zu kitzeln. Bitte? Ich sei voreingenommen bei dem ganzen Thema? Quark. Nur weil die Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards die beste und bedeutendste Awards-Show aller Zeiten war, bin ich doch nicht gleich befangen. Also bitte.

Mein Problem

Aber wie komme ich eigentlich auf die Games Awards, wenn mich deren Ergebnis sowieso nicht interessiert? Nun, weil Geoff Keighley am Sonntag in meiner Twitter-Timeline auftauchte. Einige Entwickler hatten diesen Tweet von ihm geteilt:

I want to share my appreciation with all the game developers and our team that’s working through the US Thanksgiving weekend to prepare for #TheGameAwardsWe have so many surprises in store for you on December 6. It’s going to be a good one.
 

Death Stranding (Herstellerbild)

Ich hatte dazu tatsächlich eine Antwort geschrieben, aber sie dann doch wieder gelöscht. Ich weiß, ich bin ein Feigling. Man soll jedoch den Onlinemob nicht unnötig auf sich aufmerksam machen. Er hat die Angewohnheit komische Dinge zu tun. Deswegen erzähle ich nur euch, was meine erste Reaktion auf diesen Tweet war:

Bitte was? Für eine Zeremonie, die du erfunden und für wichtig erklärt und für die du ein Jahr Vorbereitungszeit hast, lässt du die Leute an einem Wochenende Überzeit schuften (vermutlich auch noch unbezahlt)? Und das in Amerika an einem speziellen Wochenende dessen Termin Jahre vor deiner Show festgelegt wurde?! Ist das wirklich notwendig?
 

Ja, mich hat dieser Tweet wirklich aufgeregt. Bin aber scheinbar der einzige, denn unter dem Tweet haben hauptsächlich die ganzen Death Stranding-Fanboys gefragt ob es wieder einen neuen Trailer geben wird. Ach und der eine oder andere hat Keighley für seine die tolle Arbeit gelobt, die er macht. Er würde im Alleingang quasi die Spieleindustrie retten oder sowas. Keine Ahnung, ich hab’s nur überflogen.

Crunch, crunch, crunch

Ich verstehe einfach nicht, warum vor allem die kreativen Branchen so unglaublich unfähig sind auf sich selbst zu achten. Überall liest man immer nur „es ist mein Traumjob“, „es macht unglaublich viel Spaß“, „das muss so sein“ und was weiß ich noch alles. Müssen die alle erst mit 40 im Schaukelstuhl vor sich hinwippen, bevor man merkt, dass es so nicht weitergeht? Zumal wir hier von einem Luxusprodukt reden. Einem Werk zur Unterhaltung. Es ist also alles nur nicht lebenswichtig (bei Ärzten ist das ja noch ein viel schlimmeres Thema). Und mir kann außerdem keiner erzählen, dass dadurch das Endprodukt wirklich besser wird. Oder ist hier jemand unter uns, der tatsächlich erst nach 14 Stunden auf den Beinen seine besten Ergebnisse liefert?

Wenn ich dann lese, dass sie bei Rockstar Games bei der Entwicklung von Red Dead Redemption 2 oftmals wochenlang 60+ Stunden gearbeitet haben, bin ich schon fast überrascht, dass überhaupt ein halbwegs funktionierendes Produkt dabei rausgekommen ist. Als ich mal mehrere Wochen lang sechs Tage die Woche gearbeitet habe, hat das zwar währenddessen halbwegs funktioniert (zumindest glaube ich produktiv gewesen zu sein und Qualität abgeliefert zu haben). Aber ich war anschließend vollkommen fix und fertig (körperlich und geistig). Und da reden wir nur vom gesetzlichen Limit mit 48 Stunden.

Die Nebenwirkungen

The Walking Dead: The Final Season (Herstellerbild)

Gleichzeitig macht man damit ja nicht nur sich selbst und sein Leben (und das seiner Familie) kaputt. Nein, man macht es auch für die Kollegen. Die trauen sich dann ebenso wenig früher heim zu gehen, was es der Firmenleitung noch einfach macht sowas zu erwarten. Wehren? Kann man vergessen. Vor der Tür stehen hunderte Deppen, die allein für die Chance in ihrem „Traumjob“ zu arbeiten sich ausbeuten lassen. Ja, ich gebe offen zu, dass ich das ebenfalls erst lernen musste. Im Elternhaus hieß es schließlich immer „Arbeit, Arbeit, Arbeit oder du bist nichts wert“ und ich wurde immer schief angeschaut, wenn ich mal einen Tag Urlaub genommen habe. Aber ich habe mittlerweile nicht umsonst neben meinem Hauptrechner ein Schild hängen: „Die Arbeit kann warten, dein Leben nicht!“.

Und als Konsument kann ich durchaus noch sechs Monate oder länger auf den nächsten Blockbuster warten. Ich hab‘ sowieso schon viel zu viel zu zocken/schauen/lesen. Klar, denken da einige anders drüber (siehe die ganzen Kommentare zur Schließung von Telltale, die nur Angst um den Abschluss von The Walking Dead: The Final Season hatten). Aber denen ist sowieso nicht mehr zu helfen. Sollte der Firma hingegen in der Zwischenzeit das Geld ausgeht, weil sie nicht gut genug geplant haben, dann lernen die Verantwortlichen hoffentlich für das nächste Mal daraus. Und um den Kreis zu schließen: Ob die Games Awards jetzt am 6. Dezember oder erst am 12. Dezember stattfinden ist völlig egal solange es entsprechend frühzeitig so geplant wird. Dass man eine millionenschwere Marketingkampagne nicht einfach so zwei Tage vorher über den Haufen werfen kann, nur weil jemand mehr Zeit braucht, ist mir durchaus bewusst.

Und damit gebe ich ab bis Montag!

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