Red Dead Redemption (Herstellerbild)

Und? Auch schon alle fleißig Red Dead Redemption 2 am Zocken? Scheint ja aus Kritikersicht (wie erwartet?) das Übermegahammerspiel zu sein. Mal schauen ob und wann eine PC-Version auf den Markt kommt. Wobei ich meine Kopie von GTA V auf dem PC bislang hauptsächlich für Benchmarks gestartet habe (und eine Runde n00bs im Team-Deathmatch rul0rn). Da bin ich auf der Xbox 360 wesentlich weitergekommen. Ja, ich hatte es damals gekauft und sogar vergleichsweise lange gespielt.

Abseits des notwendigen Zeitinvestments ist einfach nicht mehr so der Reiz da. Habe ich jetzt auch wieder gemerkt, als ich mal spaßeshalber Red Dead Redemption (ja, ich besitze die GOTY) in meine total verstaubte Xbox 360 eingeschoben habe. Als ich schon in der zweiten Storymission auf den ersten Plotstopper gestoßen bin (wenn ihr mit Bonnie MacFarlane Patrouille reiten sollt, dürft ihr euch nicht ihr in den Weg stellen, sonst glitcht sie aus…) ging die Motivation bereits stark in den Keller. Aufgehört habe ich dann nach Mission 4 als mir mal wieder klar wurde, wie viel es in Open-World-Titeln zu tun gibt und wie wenig mich das vor allem bei Rockstar-Titeln noch reizt… Ja, es gibt zahlteiche Details, ihr könnt haufenweise Sachen tun und alles sieht mega-hübsch aus – aber den Spielspaß finde ich trotzdem irgendwie nicht so richtig. Ich werde einfach alt :smile: .

Ein Schneesturm in Kalifornien

Diablo III Immortal (Herstellerbild)

Aber wie heißt es so schön? Jedem das seine. Wenn ihr Spaß mit Red Dead Redemption & Co. habt/hattet, dann ist das richtig so. Das gilt selbstverständlich für alle Spiele auf dem Markt – ja, auch Diablo Immortal, das am Wochenende auf der Blizzcon angekündigt wurde. Und nein, ich verstehe nicht warum die Entwickler den dazugehörigen Shitstorm nicht vorhergesehen haben. Eine Hardcore-PC-Crowd (Konsolen sind auch was relativ Neues im Blizzard-Universum) mit einem Handyspiel aus den Socken zu hauen ist vermutlich unmöglich – egal wie gut vielleicht und unter Umständen das Endergebnis ist. Hätten sie vielleicht vorher mal mit EA reden sollen. Da es sich bei dem Titel allerdings um eine Co-Produktion mit dem chinesischen Entwickler NetEase handelt, sind meine Erwartungen in dieser Hinsicht genauso gedämpft wie bei vielen Fans. Ich vermute ein simples, mit Zeitlimits und Microtransaktionen verseuchtes Hack ‚n‘ Slash mit einer Steuerung, die zumindest für meine Finger keine fünf Minuten nutzbar ist. Trotzdem werde ich natürlich wie damals bei Dungeon Keeper mal reinschauen. Schon allein, weil ich auf dem Smartphone mittlerweile gefühlt mehr zocke als am Hauptrechner – laut dieser neuen iPhone-Statistikfunktion ungefähr zwölf Stunden pro Woche.

Mangels eines echten Diablo IV und meinem weiterhin völligem Desinteresse in Bezug auf Overwatch, war für mich die Ankündigung von WarCraft III: Reforged die wichtigste Neuigkeit. WarCraft III: Reign of Chaos und WarCraft III: The Frozen Throne sind einige der wenigen Echtzeitstrategiespiele in meinem Gamerleben, die ich tatsächlich durchgespielt habe. Und ich finde es echt cool, dass sie nicht einfach nur eine Remastered-Version wie bei StarCraft machen, sondern das Spiel quasi vollständig neu zusammenbauen. Ja, da könnte theoretisch auch das ein oder andere dabei schiefgehen. Ich erwarte hier jedoch absolut keine Experimente und was bislang zu sehen war, macht auch keinen Eindruck in diese Richtung. Es sieht einfach aus wie WarCraft III.

WarCraft III: Reforged (Herstellerbild)

Wobei mich freilich weniger das (gelungene und zeitlose) Gameplay am Remake reizt, sondern vor allem die überarbeiteten Rendersequenzen. Schon das altbekannte Intro in dieser neuen Qualität zu sehen ist einfach nur genial. Das hat mir übrigens mal wieder gezeigt wie gut die rosarote Brille funktioniert, denn zuerst dachte ich, es wäre einfach nur das Originalintro aber das sieht im Vergleich nicht einmal ansatzweise so gut aus. Da will ich gar nicht wissen wie fantastisch Arthas Verrat in aufgemotzter Form daherkommt. Mir läufts schon wieder kalt den Rücken runter, wenn ich auch nur die Musik dieser Sequenz höre. Echt schade (aber natürlich verständlich in Bezug auf Zeit und Kosten), dass Blizzard immer weniger Rendersequenzen raushaut und stattdessen vermehrt auf Ingame-Zeugs schwenkt.

Und sonst?

So viel also zur Blizzcon 2018. Abseits davon habe ich endlich F.E.A.R. 2: Reborn durchgespielt. Das einzige Addon für F.E.A.R. 2: Project Origin. Das Hauptspiel war ja schon nicht mehr so der ganz große Burner im Vergleich zu F.E.A.R. aber der DLC schießt echt den Vogel ab. Fünf Intervalle (vier Levels), die ihr je nach Schwierigkeitsgrad in maximal zwei Stunden (und das ist schon großzügig) durchhabt. Und dann gibt es nicht einmal irgendeinen Mehrwert was die Story angeht (der DLC findet parallel zum Hauptspiel statt). Ihr schlüpft zwar in die Rolle des Soldaten, der Fettel (unfreiwillig) befreit aber sein Weg dorthin ist einfach nur langweilig.

F.E.A.R. 2: Reborn (Herstellerbild)

Der Associate Producer Lucas Myers für den DLC bei Monolith Productions hat damals gesagt: „Wir wollten für den DLC neue und interessante Umgebungen schaffen, die auf dem Hauptspiel aufbauen“. Mag sein, dass sie das auch gemacht haben (ist schon länger her mein Playthrough des Hauptspiels) aber das Ergebnis war für mich weder neu noch interessant. Im Gegenteil war ich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad eher genervt, weil man selten die Möglichkeit hat alternative Wege zu gehen und stattdessen dauernd überrannt oder aus großer Entfernung von Scharfschützen erschossen wird. In der finalen Arena (einen echten Bosskampf gibt es nicht) habe ich mich hinter einem Pfeiler verstecken müssen, weil ich anders dauernd nur erschossen wurde. Von mir gibt’s entsprechend nur 2 von 5 Sics. Obwohl das grundlegende Spielprinzip auch heute noch Spaß macht, kommt es im DLC absolut nicht zur Geltung. Ihr habt also nichts verpasst, wenn ihr ihn nicht gespielt habt.

Epilog

Ich weiß: Es ist schon paradox, dass ich keine Zeit in einen hochwertigen Open-World-Titel stecken will aber dann weniger als mittelmäßige DLCs durchspiele. Aber ihr wisst ja, dass ich in der Hinsicht vielleicht etwas komisch bin. Ich möchte aber einfach am Ende des Tages, wenn möglich alles von einem Spiel gesehen haben. Erst dann kann ich schließlich vollumfänglich mitreden und euch mit tiefgründigen Einträgen beglücken :smile: .

In diesem Sinne: Bis Montag!

PS: Nicht vergessen euch bis zum 18. November Destiny 2 (PC) für Umme zu sichern!

Sicarius

Laue Herbstmonate

Underworld Ascendant (Herstellerbild)

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der diesjährige Spieleherbst nicht so heiß ist wie sonst. Zugegeben: Ich kriege es mittlerweile nicht mehr ganz so direkt mit, wenn nicht gerade ein Crowdfunding-Titel wie Underworld Ascendant (15.11.18) dabei ist. Aber wenn ich mir die Releaselisten so anschaue ist da tatsächlich nicht ganz so viel los in Sachen AAA-Titeln. Wir haben schließlich schon Mitte Oktober und das einzige was ich mitbekommen habe sind Call of Duty: Black Ops IV und Assassin’s Creed Odyssey. Weder ein Forza Horizon 4 noch Life is Strange 2: Episode 1 haben aus meinem Blickwinkel große Wellen geschlagen. Und selbst darüber hinaus gab es nicht viel nennenswertes. Schon ein wenig komisch.

Es ist soweit…

Nein, ich glaube nicht, dass es allein am Release von Red Dead Redemption II in dieser Woche liegt. Der wird zwar einschlagen wie eine Bombe (bin allerdings gespannt, ob der Titel GTA V übertreffen kann). Doch meine Vermutung ist, dass wir zum einen mittlerweile stärker die schon lange stattfindende, schleichende Verschiebung ins Frühjahr (Februar/März) bemerken. Zum anderen sind es die Auswirkungen des „Games as a Service“-Fokus vor allem der großen Publisher wie EA, Activision Blizzard und Ubisoft. Beispielsweise hat EA laut Wikipedia und der offiziellen EA-Homepage dieses Jahr(Battlefield V kommt allerdings erst noch) nur rund ein Dutzend neuer Titel veröffentlicht – die vier jährlichen Sportspieliterationen bereits mit eingerechnet. Und von den restlichen zähle ich nicht alle zur Kategorie „AAA“ (z.B. Unravel Two. Für einen der größten Spielepublisher der Welt eigentlich total armselig. Wie verdienen die ihr Geld, wenn sie keine Spiele entwickeln und veröffentlichen?

Anthem (Herstellerbild)

Nun, wenn man sich die Zahlen anschaut brummt das Geschäft mit den sogenannten „Live Services“. 2 Milliarden Euro Umsatz allein im Fiskaljahr 2018 nur durch Microtransaktionen z.B. in Star Wars Battlefront und Spieleabos wie Origin Access. Bei der Zahl würde ich auch keinen Cent mehr in einen neuen Vollpreistitel stecken – schon gar nicht für einen mit einer unbekannten IP. Bitte? Anthem kommt nächstes Jahr? Ach als würde das was werden… Und laut den Analysten könnte EA sogar noch mehr aus den Spielern herausquetschen (meine Interpretation der Worte). Von einem Take-Two Interactive, dass sich quasi ausschließlich von den Shark Cards in GTA Online ernährt wollen wir da gar nicht erst anfangen zu reden.

Insofern kann man nach trotz des Aufschreis im letzten Jahr festhalten: „Games as a Service“ sind im Mainstream angekommen und werden von der Masse an Spielern akzeptiert und honoriert. Und nein: Wir sind in der Hinsicht garantiert noch lange nicht am Ende der Innovationskette angekommen. Ich erwarte, dass die Masse an AAA-Titeln noch weiter abnimmt und stattdessen immer mehr das Paradox Interactive-Modell in Mode kommt: Veröffentliche einen Titel und versorge ihn über Jahre hinweg mit DLCs. So ist Crusader Kings II schon 2012 auf den Markt gekommen. Der 15. und angeblich finale große DLC kommt am 13.11.18. Und dann gibt es noch zahllose Kosmetik-Erweiterungen für teils echt absurde Preise. Und dazu selbstverständlich noch mehr Mikrotransaktionen. Für den Fan des Spiels eine super Sache, für den Spielemarkt im Ganzen vielleicht nicht ganz so zielführend. Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt für den Scheiß :smile: .

Alle wollen unser Geld!

Nighthawks (Herstellerbild)

Während sich die Veröffentlichungen von Spielen gefühlt in Grenzen halten, buhlen aktuell irgendwie plötzlich haufenweise mehr oder weniger interessante (Videospiel)-Projekte um unser Geld. Von den 24 Projekten, die ich bislang 2018 unterstützt habe (nicht alle erfolgreich), startete/lief bei 12 Stück die dazugehörige Kampagne in den letzten zwei Monaten. Und dann sind auch noch fünf davon Rollenspiele (allerdings unterschiedlichster Machart)! Kann mir nicht vorstellen, dass die sich nicht gegenseitig die Unterstützer nehmen. Es sind schon wenig, die überhaupt noch bereit sind einem Crowdfunding-Projekt ihr Geld zu geben (verständlicherweise). Da brauchen wir erst gar nicht über zwei oder mehr zu reden – vor allem, wenn sie gleichzeitig standfinden. Entsprechend knapp war es z.B. für Nighthawks, Encased und The Darkside Detective: Season 2, die zwar alle ihr Finanzierungsziel erreicht und überschritten haben aber wirklich erst auf dem letzten Drücker. Aus meiner Erfahrung heraus nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Aber ich will ja nicht gleich wieder pessimistisch sein. Zumal es ja in meinem Sinne ist, wenn am Ende ein gutes Produkt herauskommt.

Was mich allerdings mittlerweile ein wenig nervt (Vorsicht: Luxusprobleme!) ist die gestiegene Vielfalt von Crowdfunding-Seiten. Gab es anfangs „nur“ Kickstarter und dann Indiegogo, gibt es mittlerweile gefühlt für jede Produktkategorie eine eigene Seite mit ihren eigenen Ansätzen und Eigenheiten. Die Grundidee mag ja gut sein (wenn jemand Filme mag, bieten wir ihm auch nur Filme an). Das Problem ist aber, dass sich dadurch die Zielgruppe zersplittert. Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser alternativen Seiten zumindest aus meiner Sicht teils fragwürdige Praktiken haben. So wie Unbound (Bücher-fokussiert) funktioniert, ist es kein Wunder, dass viele Projekte dort nicht erfolgreich sind. Das feste Finanzierungsziel wird nicht angezeigt, ausgezahlt an den Projektinitiator wird zwar nur wenn es erreicht wird aber euer Geld wird trotzdem direkt eingezogen. Und scheitert das Projekt, könnt ihr euch das Geld nicht wieder auszahlen lassen, sondern könnt es nur auf der Webseite in ein anderes Projekt investieren. Bei solchen Konditionen überlege ich sehr lange und werde nach dem nun ersten gescheiterten Projekt auch definitiv dort nichts mehr unterstützen.

Wo ist mein Zeug?!

The Bard’s Tale IV: Barrows Deep (Herstellerbild)

Dass es keine einheitliche Fullfilment-Plattform (z.B. HumbleBundle). gibt ist genauso doof. Man hat nirgends so richtig einen Gesamtüberblick über seine unterstützen Projekte und welchen Status sie haben. Stattdessen muss man sich zig Webseiten mitsamt Login-Informationen merken (immer alle Mails aufheben!), da viele Entwickler mittlerweile sogar dafür ihre eigene Webseite programmieren (die mitunter mehr schlecht als recht funktioniert). Dabei finde ich als Backer speziell BackerKit eine super Sache (zentrale Adresspflege, komplette Projektübersichtsseite, etc.). Klar, kostet die Entwickler sicherlich ein bisschen Geld das zu benutzen aber ob eine eigene Webseite wirklich so viel billiger ist?

Und ja: Natürlich sind nicht alle Lösungen gleich gut. CrowdOx kann ich z.B. überhaupt nicht empfehlen. Warum? Weil ihr System völlig Banane ist. Ein Beispiel: Es kommt eine Mail, dass nun die Keys für The Bard’s Tale IV: Barrows Deep zur Verfügung stehen. Aber anstatt nun auf eine Seite geleitet zu werden auf der direkt die Auswahl für den Key getroffen werden kann, kommt man in seine Umfrage (da wird alles erfasst wie Adresse oder Addons) zurück – und findet nichts. Warum? Weil man schon auf der Addon-Seite der Umfrage ist. Man muss aber eine Seite zurück. Erst dort gibt es die Möglichkeit zwischen Steam und GOG zu wählen. Danach die Umfrage nochmal komplett durchklicken und erst anschließend kommt eine Mail mit dem Key. Wer hat sich das ausgedacht?

Aber gut: Das sind wie gesagt alles definitiv eher Luxusprobleme von jemandem, der vergleichsweise viele Projekte unterstützt. Insofern war es ganz nett sich darüber mal aufzuregen aber betroffen sind vermutlich die wenigsten meiner Leser davon. Deswegen: Danke, dass ihr es trotzdem gelesen habt und bis Montag :smile: .

Ursprünglich hatte ich euch angekündigt, dass ich euch heute etwas über unseren neuen NAS erzähle. Der Eintrag ist auch tatsächlich zum Verfassungszeitpunkt schon sehr weit fortgeschritten. Aber dann ist mir eingefallen, dass letzte Woche die gamescom 2018 stattfand – und da muss ich selbstverständlich meinen Senf dazu geben. Den Bericht zum NAS gibt es entsprechend erst nächsten Montag.

Die gamescom 2018 also. Das wichtigste Thema haben die meisten vermutlich nur am Rande mitbekommen, da für uns informierte Gamer schon Anfang des Monats alles dazu gesagt wurde. Aber irgendwie läuft die Zeit bei manchen Politikern und Verbänden anders oder sie warten immer auf den Punkt der höchstmöglichen medialen Aufmerksamkeit. Aber deswegen widme ich denen gar keine Aufmerksamkeit (wen interessiert schließlich, was der DGB zu Computerspielen zu sagen hat…), sondern erkläre nur kurz, was sich Großes ereignet hat.

Computerspiele machen Nazis!

Through the Darkest of Times (Herstellerbild)

Über das Thema mit den Ländersperren hatten wir zuletzt im Mai gesprochen. Im Ergebnis sind diese auf Steam etwas härter geworden, richten sich aber weiterhin hauptsächlich gegen Spiele mit in Deutschland gemäß §86a StGB verbotenen Symbolen. Im letzten Absatz hatte ich allerdings schon angedeutet, dass plötzlich etwas Bewegung in die Sache gekommen ist aufgrund eines kostenlosen Flashspielchens zur Bundestagswahl. Ich ging von einem kleinen Schritt aus aber zu meiner und vermutlich auch vieler anderer Überraschung brachte die USK am 9. August 2018 eine Pressemitteilung heraus: Sie wird in Zukunft wie die FSK bei Filmen die Sozialadäquanz prüfen (grob gesagt „nutzt das Spiel Nazisymbolik nur weil es cool ist oder steckt mehr dahinter?“) statt wie bisher pauschal solche Titel von der Prüfung auszuschließen. Das erste Spiel, dass diese Prüfung (zumindest für die gamescom-Demo) erfolgreich hinter sich gebracht hat ist Through the Darkest of Times. Sprich es ist trotz Hakenkreuze, Hitler-Gruß und was noch so alles dazu gehört von der USK mit „ab 12 Jahren“ freigegeben worden und darf (wenn sich die finale Version nicht signifikant von der Demo unterscheidet) somit ohne Einschränkungen auf dem deutschen Markt verkauft werden.

Gut, Through the Darkest of Times ist natürlich ein absolut vorbildlicher Titel für so eine Veränderung. Er kommt aus Deutschland, ist ein Strategiespiel, hat einen kunstvollen Anstrich (der Stil soll an vom dritten Reich verbotene Künstler erinnern), es geht um den deutschen Widerstand vor und während des 2. Weltkriegs und es hat schon mehrere deutsche Preise abgeräumt bevor es überhaupt erschienen ist. Dennoch: Es hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Das nächste Call of Duty im 2. Weltkrieg wird sich zwar höchstwahrscheinlich immer noch zensieren müssen, denn Multiplayertitel in denen ihr selbst Nazis spielen könnt, werden es vermutlich schwer haben eine Sozialadäquanz begründen zu können. Aber das nächste Wolfenstein? Die Chancen stehen so gut wie nie.

Ach und die Politiker, Verbände, etc. die sich jetzt aufregen sind der Meinung, dass sowas in Computerspielen nichts zu suchen hat. Man könnte vielleicht argumentieren wegen der Aktivität statt Passivität im Vergleich zum Film aber wo ist wirklich der große Unterschied, ob der Held den Nazi erschießt oder ich den Nazi erschieße? Die Realität ist, dass sie Angst davor haben, dass dadurch die Symbolik plötzlich überall wieder salonfähig wird. Warum das bei Filmen und Büchern bislang keine Gefahr darstellte verstehe ich zwar nicht aber gut ich bin ja auch kein Politiker. Deswegen lasse ich das lieber andere diskutieren und bin froh, dass wir endlich einen großen Schritt weitergekommen sind bei dem Thema.

Die Spiele

Jetzt aber genug von dem Drumherum. Kommen wir endlich zu den wirklich spannenden Themen der gamescom 2018: Den Spielen! Und von denen gab es logischerweise wieder so einige zu sehen. Die Neuankündigungen hielten sich dabei aber leider sehr in Grenzen. Deswegen erwähne ich zusätzlich den ein oder anderen interessanten Titel, der zwar schon seit der E3 bekannt ist aber von dem es nun erstmals mehr Gameplay zu sehen gab und zu dem ich im E3-Eintrag nichts geschrieben hatte. Die Links führen wieder zu den jeweiligen Trailern.

Torchlight Frontiers (Herstellerbild)

Torchlight Frontiers – Ich werde mit der Serie einfach nicht warm. Ich hänge immer noch an Teil 1. Ab und zu mal ein Dungeon-Level aber zu mehr kann ich mich nicht aufraffen. Ich weiß nicht warum, aber anders als bei Diablo will irgendwie kein echter Spaß aufkommen (und dabei macht es noch so viel mehr als die Konkurrenz). Entsprechend interessiert mich der neue Ableger, der auch noch ein MMO werden soll überhaupt nicht.

GeForce RTX 2070/2080/2080 Ti – Zugegeben: Technisch gesehen keine Neuankündigung eines Spiels aber trotzdem eine Neuankündigung, die es in sich haben könnte. Und damit meine ich nicht nur die exorbitanten Preise (die 2070 kostet 639 Euro, die 2080 Ti satte 1.259 Euro). Nein, es geht um die Konzentration auf Echtzeit-Ray-Tracing (deswegen RTX statt GTX), das in den dazugehörigen Spielevideos schon durchaus einen sichtbaren Unterschied machte obwohl nach meinem Verständnis rein von den Taktraten und dergleichen die Karte gar nicht so viel mehr unter der Haube hat als eine 1070 Ti. Das Thema reine Power ist entsprechend zweigeteilt. Der Fokus liegt wie gesagt auf Raytracing. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die normale FPS-Performance nicht den ganz großen Sprung machen wird. Aber das werden wir erst in den ersten echten Tests sehen. Freue mich aber natürlich, dass nach vergleichsweise langer Zeit wieder was potentiell richtig Neues versucht wird (Echtzeit-Raytracing eben) und bin gespannt was da kommt.

The Grand Tour Game (XONE, PS4) – Ach stimmt ja: Amazon hatte 2014 ein eigenes Entwicklerstudio gegründet. Nein, ihr habt nichts verpasst. Die Amazon Game Studios haben tatsächlich bis heute noch keinen Titel veröffentlicht. Und The Grand Tour Game? Interessant finde ich die Idee (wie damals beim MMO und der dazugehörigen TV-Serie Defiance) Spiel und Episoden zu verknüpfen. Sprich die neue Folge geht online, ihr schaut sie euch an und dann könnt ihr es im Spiel quasi nacherleben. Aber das war es dann auch schon. Optisch sieht es nur mäßig aus, spielerisch soll es nach den ersten Berichten ebenso nicht der Brüller sein und die Sprüche gehen einem wahrscheinlich relativ schnell auf den Senkel (obwohl ich durchaus die ein oder andere Folge der Vorgängerserie gesehen habe und die Art britischen Humors zu schätzen weiß). Insofern sicherlich nett für Fans aber ich bleibe dann doch lieber bei den „richtigen“ Rennspielen wie zum Beispiel Forza Horizon 4 im Oktober 2018.

Die Siedler (Herstellerbild)

Die Siedler (PC) – Wisst ihr was Marty Stratton, Executive Producer bei id Software, auf der diesjährigen QuakeCon gesagt hat? Er bereut es DOOM (2016) DOOM genannt zu haben, weil jetzt immer alle die Jahreszahl dazu schreiben. Deswegen heißt DOOM Eternal auch nicht DOOM II. Endlich hat es mal ein Entwickler verstanden, wie scheiße es ist wieder von vorne anzufangen. Und was macht Ubisoft? Nennt den achten Teil der Hauptreihe wieder Die Siedler… Aber kommen wir zum Positiven: Serienerfinder Volker Wertich ist wieder da nachdem EA sein Studio anno 2013 geschlossen hatte (EA Phenomic – unter anderem SpellForce und BattleForge). Der Grafikstil sagt mir aktuell noch nicht ganz so zu (die „realistischeren“ Menschen gefielen mir schon in Teil 5 nicht) aber ich werde mich dran gewöhnen. Wege (weiterhin ohne Flaggen) bleiben relevant und neben etwas Zurückbesinnen auf alte Stärken sollen definitiv so einige vor allem Komfortneuerungen kommen. Ich bin wirklich gespannt was da rauskommt. Ich fand Die Siedler 7 richtig super. Aber aufgrund von Ubisofts-DRM-Maßnahmen damals hat das ja leider gefühlt keiner mitbekommen.

Desperados 3 (PC, XONE, PS4) – Eines kann man THQ Nordic nicht vorwerfen: Sie kaufen nicht alle IPs auf, die sie kriegen können, um sie dann im Schrank versauern zu lassen, sondern machen was damit (bringen sie wieder in den Handel, machen ein Remaster und/oder arbeiten an Nachfolgern). Und während Commandos gerade erst in ihren Besitz übergegangen ist, bekommt nun die ehemalige Konkurrenz aus Deutschland als erstes einen Nachfolger. Und ich muss an dieser Stelle gestehen: Nicht nur habe ich bis heute keinen einzigen Teil der Echtzeit-Taktik-Serie im Wilden Westen gespielt – ich besitze sogar keinen. Sollte mir bei Gelegenheit mal die Complete Collection gönnen, auch wenn sie wohl nicht so einfach unter Windows 10 läuft. Zu Desperado 3 gibt es hingegen aktuell nicht mehr zu sagen. Es kommt, wird vom deutschen Studio Mimimi Productions (Shadow Tactics: Blades of the Shogun) und setzt die Geschichte von John Cooper fort.

The Dark Pictures: Man of Medan (PC, XONE, PS4) – Until Dawn kenn ich mangels Hardware nicht, kann also keinen Vergleich ziehen. Es heißt aber, es wäre das selbe in Grün nur mit anderem Setting und komprimiert (nur 45 Minuten pro Dark Pictures-Episode?). Das erste Gameplay wirkt auf mich sehr unbeholfen und wenig tiefgründig (etwas durch die Gegend laufen, Sachen aufheben, Quick-Time-Events). Hat bei mir keinen wirklich guten Eindruck hinterlassen das Ganze. Da freue ich mich lieber weiter auf Resident Evil 2 (2019).

A Plague Tale: Innocence (Herstellerbild)

A Plague Tale: Innocence (PC, XONE, PS4) – Meine Begeisterung über den Publisher Focus Home Interactive hatte ich glaube ich schon öfters kundgetan. Ja, sie bringen aus Budgetgründen nicht die qualitativ hochwertigsten Titel auf den Markt aber sie machen im Gegenzug einfach ihr eigenes Ding ohne dem nächsten Hype zu folgen und veröffentlichen dadurch viele Geheimtipps. Und A Plague Tale: Innocence gehört da wieder einmal dazu. Das Spiel ist schon länger angekündigt (eine erste Vorschau-Welle gab es im Februar 2017) aber nach den 16 Minuten Spielszenen ist mir überhaupt erst so richtig klar, worum es überhaupt geht und ich muss ganz klar sagen: Mir gefällt wirklich, was ich dort sehe. Es ist eine Eskortmission der anderen Art mit schicker Grafik und hunderten von furchteinflößenden Ratten. Es zeigt mal wieder gut, dass es nicht immer nur weltrettende Action sein muss, sondern auch die ruhigen und linearen Puzzler, in denen es nur um wenige Personen geht, echte Spannung und eine bedrückende Atmosphäre aufbauen können. Außerdem ist Paris während der Pest (1349) ein sehr interessantes Setting, an das sich glaube ich bislang noch gar kein Spiel herangetraut hat? Zumindest fällt mir keines ein. Aus meiner Sicht definitiv ein Titel, der zwar höchstwahrscheinlich nur Wertungen im 70iger Bereich erhalten wird aber den ihr dennoch im Auge behalten solltet.

Fazit

Soweit also meine Meinungen zur den gamescom 2018-Nachrichten. Unterm Strich von außen gesehen heuer keine wirklich spektakuläre Show. Aber nach dem Feuerwerk, das die E3 2018 abgebrannt hatte, war das auch nicht zu erwarten. Stattdessen gab es vor allem mehr Infos zu bereits angekündigten Titeln und damit kann ich leben.

Wie schaut’s bei euch aus? Ward ihr vor Ort? Was fandet ihr interessant? Was habe ich Wichtiges vergessen? Springt doch mal wieder in die Kommentare und gebt euren Senf ab :wink: .

Sicarius

Eine ewige Aufregung

Ein Ausschnitt des Verlaufs

Nein, die neue Hardware ist noch nicht im Haus. Sie wurde zwar am Dienstag von Mindfactory verschickt aber es war tatsächlich auch so geplant. Unter der Woche hätte ich sowieso keine Zeit gehabt und am Wochenende war ich nicht im Haus (Verwandtentreffen). Entsprechend hatte ich bereits am Dienstag den Wunschtag auf den heutigen Montag gesetzt. Eigentlich hätte man erwarten können, dass damit die Geschichte zu Ende ist. Aber DHL macht es spannend:

Am Mittwochmorgen um 6 Uhr kam eine Mail, dass mein Wunschtag abgelehnt wurde und das Paket weiterhin am Mittwoch kommen würde. Aber der nächste Schritt („Ins Zustellfahrzeug eingeladen“) folgte im Laufe des Vormittags nicht. Stattdessen kam irgendwann der Hinweis im Sendungsverlauf „Paket wird bis zum Wunschtag eingelagert“. *yay* – hat die Umstellung doch noch geklappt! Anscheinend hat der Postbote aber nicht richtig hingeschaut, denn am Samstagmorgen poppte erneut die Mail „Ihr Paket kommt heute“ in meinem Postfach hoch und es wurde tatsächlich ins Zustellfahrzeug geladen. Am Ende kam es trotzdem nicht (obwohl Lysanda daheim war…) und der Status wechselte zurück auf „Lieferung am Wunschtag“. Vermutlich hatte der Postbote dann irgendwann im Auto gesehen, dass der Aufkleber eben nicht Samstag, sondern Montag sagte. Es ist auch weiterhin bei ihm im Auto lt. Sendungsverfolgung. Er hat es also augenscheinlich nicht ausgeladen.

Kann natürlich die Denke des Lieferanten nachvollziehen, weil wir, wenn notwendig den Wunschtag oft auf Samstag ändern und er deshalb wahrscheinlich gar nicht weiter drüber nachgedacht hatte beim Einladen. Aber ein wenig amüsant ist es schon. Ich hoffe nun, dass es heute tatsächlich wie geplant eintrifft und – viel wichtiger – durch den Heckmeck nicht doch irgendwas abbekommen hat. Will euch ja schließlich wie angekündigt kommenden Montag darüber berichten was ich gekauft habe und wie es sich in der Praxis so macht. Und nicht davon berichten wie ich mich mit dem Support von Mindfactory rumschlagen musste. Drückt mir die Daumen!

Die Erde bebte!

RAGE 2 (Herstellerbild)

Nun aber genug von den Leiden des jungen Paketdienstnutzers. Kommen wir zum wirklich interessanten Thema des Wochenendes: Die QuakeCon 2018. Ja, zum mittlerweile 21. Mal luden id Software und ihr neuer Herrscher Bethesda zum Stelldichein in Dallas (Texas). Mit im Gepäck? Mehr Infos zu Fallout 76, das mich weiterhin nicht die Bohne interessiert und The Elder Scrolls Online (neuer DLC), dessen weitere Entwicklung ich auch höchstens am Rande verfolge. Ach und Quake Champions ist nun (wie ursprünglich angekündigt – das haben einige Magazine scheinbar vergessen) in den Free-to-Play-Modus gewechselt. Außerdem wurde der Death Knight (ein Gegner aus Quake) als neuer Champion vorgestellt und zum Kaufen freigeschaltet.

Als nächstes gab es am Freitag neues Gameplay von RAGE 2 zu sehen. Das Setting wurde vorgestellt und – viel wichtiger – eine (stark zusammengekürzte) Mission durchgespielt bei der zahlreiche Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger sichtbar wurden. Bei der E3 2018 war ich zwar optimistisch aber noch skeptisch, ob aus der Kooperation von id Software (Shooter-Experten) und Avalanche Studios (Open-World-Experten) was Anständiges entstehen wird. Aber nach den sieben Minuten muss ich ganz klar sagen: Immer her damit. Das sieht nicht nur nach einer abwechslungsreichen Menge Spaß aus – es kommt auch sehr viel näher an das heran, was viele schon von RAGE erwartet hatten. Avalanche Studios haben tatsächlich „einfach“ die Grundelemente (Autos mit Bewaffnung, offene Welt, Konvois, etc.) von Mad Max genommen, mehr Geld und Iteration draufgeworfen und gleichzeitig das wie immer geniale Shooter-Gameplay (Waffen, die sich nach etwas anfühlen – ja, es gibt immer noch keinen, der es besser macht) von id Software drüber gestülpt. Frühjahr 2019 soll es erscheinen. Ich freu mich drauf.

Der ewige Untergang

DOOM Eternal (Herstellerbild)

Das Highlight des Abends und das, auf was alle seit der E3 2018 gewartet hatten, war aber natürlich das Gameplay-Reveal von DOOM Eternal. Und was soll nach den 25 Minuten anders sagen als „Fuck, ist das geil!“. DOOM (2016) war ja schon der Hammer aber der Nachfolger setzt eindeutig noch einmal eine sehr, sehr große Schippe oben drauf. Wie erwartet, geht es wie damals bei DOOM II: Hell on Earth auf die Erde. Mit im Gepäck die doppelläufige Schrotflinte und neue Gegner wie der Pain Elemental (mit einer amüsanten Fluganimation) oder der Arch-vile (das Reveal am Ende des Trailers: absolute Gänsehaut). Also nur eine Wiederholung von damals mit schickerer Grafik? Quark. Wie kann man nur so einen Blödsinn behaupten, mein vergangenes Ich?!

Nein, DOOM Eternal dreht den Wahnsinn richtig auf. Aufgrund des geänderten Settings sind die Levels wesentlich offener und vertikaler gestaltet. Also fleißig mit Double Jump, Teleportern und Treppen sich durch die Gegend bewegen? LANGWEILIG! Das ist doch unter der Würde des DOOM Slayers! Nein, die doppelläufige hat einen eingebauten Hookshot. Und warum damit sich irgendwo an Geometrieobjekten hochziehen (geht natürlich ebenfalls), wenn man auch einfach Gegner als Empfangseinheit benutzen kann? Eben. Als das bei Minute 5:20 erstmals gezeigt wurde, ist nicht nur der Saal völlig ausgeflippt – ich fand (und finde) es gleichermaßen genial. Gut, dass auch der Gore-Level noch einmal massiv nach oben geschraubt wurde (gibt jetzt sogar verschiedene Verletzungsstufen), hätte ich jetzt nicht zwingend gebraucht. Aber irgendwie cool ist es natürlich schon, wenn er dem Mancubus das Auge herausreißt und in den Mund steckt. Bitte? Sowas hat Duke schon vor 22 Jahren gemacht? Mag ja sein, aber es verliert nie seinen Reiz :wink: . Oder als er dem Zombie mit der Faust den Kopf in den Brustkorb schlägt. Ähm…wir sind ja in Deutschland. Gewalt ist nicht cool. Gewalt ist nicht lustig. Gewalt ist doof.

DOOM Eternal (Herstellerbild)

Entsprechend gibt es nun neben der Kettensäge die Möglichkeit einen Faustschlag auszuführen (ich hoffe der Soundeffekt bleibt so im finalen Spiel) oder mit einem ausfahrbaren Messer zuzustechen (Altair ruft an, er will das Ding). Und die „Story“-Sequenz auf Phobos fand ich auch genial. Ja, der Slayer hat nicht nur unter Dämonen seinen Ruf weg. Ansonsten scheint alles beim Alten zu sein – und das ist das Beste, was id Software tun konnte. DOOM (2016) war und ist ein neuer Höhepunkt in der Geschichte meines Lieblingsentwicklerstudios und ich will mehr davon haben. Die Chancen für einen Day-One-Kauf von DOOM Eternal beim Release irgendwann in 2019 sind durch die Decke.

Epilog

Ja, die QuakeCon war dieses Jahr mal wieder einen Blick wert. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde: Der Aufkauf von id Software durch Bethesda hat dem Studio eindeutig neues Leben eingehaucht und war die völlig richtige Entscheidung. Und damit verabschiede ich mich bis Montag – dann hoffentlich mit einem ausführlichen Bericht auf die (nicht ganz so neuste) Hardware auf dem PC-Markt.

Ein Teil meines Steameinkaufs

Der Steam Summer Sale ist in vollem Gange (die letzte Woche läuft). Meine (zugegeben eher übersichtliche) Freundesliste hält sich mit ihren Einkäufen allerdings (vorbildlich) zurück. Wenn man so die Berichte liest, liegt es wohl daran, dass die Deals gar nicht so gut wären bzw. mittlerweile eine totale Übersättigung herrscht. So hatte GOG Anfang Juni seinen Sale und zur E3 lockten Ubisoft und EA mit satten Rabatten. Entsprechend hat Steam zwar immer noch das größte Angebot aber entweder man hat es schon oder es ist heruntergesetzter Mist und der ist immer noch Mist :smile: .

Ich habe aber trotzdem irgendwie ganz schön bei Steam zugeschlagen. Wenn ich mich nicht verzählt habe sind es Stand heute 23 Spiele, 44 DLCs sowie zwei Season Passes, die nun meinem Konto zugeordnet sind. Mit Ausnahme von XCOM 2: War of the Chosen (gibt es leider keine Retail) war alles <10 Euro. Dabei bin ich doch noch immer mit Risen 3: Titan Lords beschäftigt (Mitten in Kapitel 3 von 4) :smile: . Aber wie schon beim Ubisoft-E3-Sale nutze ich zumindest (wie man sieht) die Chance DLCs für teilweise signifikant weniger zu ergattern. Erst zuletzt sind ein paar Spiele dazu gekommen, die höchstwahrscheinlich nie eine Retailversion erhalten werden. Ja, ich achte da weiterhin sehr drauf – selbst wenn die Box aktuell im Vergleich zum Sale-Preis teurer sein würde, kaufe ich den Titel nicht digital (allerdings derzeit ebenfalls nicht die Box…). Hat auch seine Vorteile so eine „komische“ Haltung, sonst hätte ich vermutlich noch mehr gekauft :wink: .

Doch nicht nur bei den Spielen mache ich einen Unterschied. Bei den DLC gibt es für mich die mit „echten“ Inhalten und die, mit nur optischen Sachen (Kleidung) oder Kleinigkeiten (neue Waffe). Letzteres hole ich mir nur, wenn zufällig das Bundle mit allem billiger ist als die interessanten DLCs separat zu kaufen. Bin einfach nicht die Zielgruppe für so einen optischen Kram und damit für Fortnite (Namedropping fürs Google Ranking) & Co. absolut kein guter Kunde.

DLC ftw!

Aber ich Langweile euch jetzt nicht damit aufzuzählen, was ich alles „Tolles“ gekauft habe. Bin nur mal wieder etwas selbst von mir überrascht wie stark ich doch zugeschlagen habe. Andererseits bin ich in Sachen DLCs doch einfach weiterhin ein „Komplettist“, der möglichst das Gesamtwerk mit allem Drum und Dran erleben möchte. Und am besten auch noch, bevor ich das Spiel überhaupt richtig angefangen habe damit ich ja im Spielverlauf nichts verpasse bzw. nochmal von vorne spielen müsste. Vor allem, weil ich letzteres nur sehr, sehr selten tue aufgrund der Menge an Titeln in meinem Backlog. Wir hatten ja schon im April das Thema von wegen, dass es schwerer geworden ist den richtigen Zeitpunkt zum Starten eines Titels zu finden.

Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link (Herstellerbild)

Gleichzeitig sind wir mittlerweile mehr als eindeutig darüber hinweg, dass es statt saftigen Addons (wie XCOM 2: War of the Chosen) eben oft nur noch Häppchen-DLCs gibt. Wenn man Glück hat bekommt man gute und hochwertige Inhalte für seine 3-5 Euro, die einen auch 1-3 Stunden beschäftigen oder auf andere Art und Weise einen echten Mehrwert bieten. Hat man Pech wird es ein Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link. Ihr erinnert euch vielleicht: Im Hauptspiel war ein mehr als deutlicher Zeitsprung, der später mit einem lieblosen Standalone-DLC aufgefüllt wurde. Zum Glück gibt es mittlerweile den Director’s Cut. Der macht den Inhalt dieses Spielabschnitts zwar nicht besser aber im Gesamtkontext fällt er nicht mehr negativ auf.

DLC nftw!

Bei Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link bekommt man aber immerhin etwas Mehrwert in Form eines kompletten Levels. Das andere ist wie erwähnt irgendetwas kosmetisches oder eine neue Waffe. Das ist aus meiner Sicht wirklich nur noch reine Geldmacherei. Ja, wenn ich schon 1.000 Stunden in Saints Row 4 versenkt habe und noch weitere 1.000 Stunden plane, ist es sicherlich nett mal wieder ein neues Spielzeug zu haben. Aber ansonsten spielt der Hersteller hier nur mit dem Bedürfnis der (vor allem jungen) Spieler das coole Kostüm, den netten Charakter oder die lustige Waffe zu haben. Wir erinnern uns schließlich alle noch an den Proto-DLC namens Horse Armor Pack für The Elder Scrolls IV: Oblivion (5 Euro damals!).

Übrigens mal wieder ein Pluspunkt für CD Projekt Red: Für The Witcher 3: Wild Hunt sind die ganzen kosmetischen Sachen komplett kostenlos und nur für die Inhalte wie Blood and Wine, die für mich vollwertige Addons sind, müsst ihr blechen. Bei Saints Row IV gebt ihr dafür fast 50 Euro aus.

Geld, Geld, Geld

Overwatch (Herstellerbild)

Ich verstehe natürlich, dass speziell Titel wie Overwatch oder Team Fortress 2 ausschließlich mit hübschen Sachen ihr Geld verdienen können und ansonsten keine Einnahmequelle haben, um den weiteren Betrieb zu sichern. Das ist zwar kein DLC wie bei Saints Row IV, sondern fällt in die Kategorie Loot Boxen. Diese Differenzierung macht aber nur einen kleinen Unterschied (bei DLC weiß ich was ich kriege, bei Loot Boxen habe ich nur eine Chance). Unterm Strich ist beides komisch und stellt für mich das Geschäftsmodell in Frage. Doch die Zielgruppe nimmt es bereitwillig an und in Asien erwarten sie es im Prinzip sogar. Im Zweifel belastet man einfach die Kreditkarte der Eltern mit tausenden von Euro/Dollar, die sie dann über Jahre hinweg abstottern müssen.

Doch ich triffte schon wieder in ein Thema ab, das wir bereits besprochen hatten als der Skandal um Star Wars: Battlefront II war. Macht es weniger aktuell, denn die Aufregung ist zwar abgeklungen aber Loot Boxen immer noch fleißig im Einsatz. Gleichzeitig suchen die Entwickler bereits intensiv nach neuen Möglichkeiten euch möglichst wenig für möglichst viel Geld anzudrehen. Insofern macht es Sinn immer mal wieder darauf hinzuweisen.

Mein erneuter Appell ist es entsprechend, dass ihr den nutzlosen Kram links liegen lasst (braucht ihr wirklich das pinke Hasenkostüm?) und die Hersteller lieber für substantielles belohnt. Ja, wenn eure fünfjährige Tochter unbedingt als Barbie in Quake Champions alle über den Haufen ballern will, dann kauft ihr halt für zwei Euro das Ding. Aber wir alle haben am Ende mehr davon, wenn die Entwickler einsehen würden, dass wir uns nicht mit billig zu produzierenden Inhalten (und nichts anderes sind Skins) zufriedengeben.

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