Mehr Pillen als im Altersheim

Es ist doch schon wieder ein paar Tage her, seit wir über das Thema Vitamine und Mineralien gesprochen haben. Dabei ist unsere Liste an geplanten Gesundheitseinträgen immer noch umfangreich (mindestens noch 15 Themen). Bevor wir aber in die vielleicht wirklich obskuren Sachen abdriften, müssen wir uns natürlich noch über das Volkvitamin unterhalten: Ascorbinsäure, besser bekannt als Vitamin C – eines der wasserlöslichen Vitamine (wie zum Beispiel auch die B-Vitamine).

Im Bereich des Essens gibt es den (völlig idiotischen und verschwenderisch verwendeten) Begriff des „Super Foods“ (Essen, dass besonders reich an irgendwelchen Inhaltsstoffen ist). Würde man das „Super Vitamin“ suchen, dann wäre es sicherlich das Vitamin C. Ohne dieses könnt ihr euch in vielen Fällen mit Nahrungsergänzungsmitteln zuschütten und trotzdem geht in eurem Körper wenig bis gar nichts vonstatten:

  • Es fängt die aggressiven freie Radikale ein und macht sie unschädlich, wirkt also als Antioxidationsmittel (separater Eintrag) und unterstützt das Immunsystem.
  • Es hilft auch grundsätzlich dem Immunsystem zum Beispiel im Kampf gegen Allergien und Erkältung und kann sogar die Zahl von Asthmaanfällen verringern.
  • Es macht das Blut dünnflüssig, was wiederum gut für den Blutdruck ist und Herzkrankheiten vorbeugt.
  • Es hält die Innenwände der Arterien glatt, ist also eine Art Ablagerungsschutz gegen Calcium und vergleichbare Stoffe.
  • Es verbessert unter anderem die Aufnahme von Calcium sowie Eisen. Mir fällt sogar gerade kein einziges Vitamin oder Mineral ein, das nicht gut oder zumindest neutral auf die Hinzugabe von Vitamin C reagiert.
  • Es hilft bei der Regulation von diversen Hormonen bzw. ermöglicht überhaupt erst deren Produktion wie zum Beispiel bei der Schilddrüse oder bei Kindern das Wachstumshormon. Deswegen sollen vor allem stillende Mütter noch mehr Vitamin C zu sich nehmen.
  • Es bringt die Leber dazu bestimmte Stoffe überhaupt erst zu entgiften (aber nicht alle!). Ohne Vitamin C würde beispielsweise Nikotin einfach nur im Körper rumschwirren und euch noch schneller töten :smile: . Das ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass es eben nicht reicht nur der DGE-Empfehlung zu folgen. Durch die Rauchverbote (und damit dem verminderten Passivrauchen) sind wohl auch die Vitamin-C-Werte in der Gesamtbevölkerung angestiegen. Macht ihr also etwas ungesundes, dann muss euer Körper den jeweiligen Stoff (hier Vitamin C) woanders verbrauchen als da, wo er ihn eigentlich haben möchte.
  • Es wirkt stimulierend sowohl für euren Körper (Fettverbrennung in der Muskulatur, gesteigerte Konzentration und Reaktion) führt aber auch zu einer positiveren Stimmung, da die entsprechenden Hormone gebildet werden können (zusammen mit weiteren Baustoffen).
  • und noch vieles mehr…

Ohne ausreichend Vitamin C werdet ihr also sehr schnell, sehr krank. Das beste Beispiel dafür ist die Rolle des Vitamin Cs im Zusammenhang mit dem Bindegewebe.

Das Kollagen

Kollagen mit Schokogeschmack

Ohne Vitamin C (und die Aminosäure Lysin) kann unser Körper das Eiweiß namens Kollagen nicht produzieren. Unsere Bindegewebezellen bestehen allerdings zu einem Großteil aus den verschiedenen Kollagentypen. Egal ob Zähne, Knochen, Knorpel, Bänder, die Haut – überall ist Kollagen drin. Fehlt es, gibt es entsprechend viele Krankheitsbilder wie rheumatisches Fieber, oder Skorbut (bitte nicht vor, während oder nach dem Essen googeln!). Diese werden zwar meist nicht einem Kollagenmangel zugeschrieben, sondern ein Vitamin-C-Mangel diagnostiziert. Aber da der Körper wie gesagt Vitamin C braucht, um überhaupt Kollagen herzustellen, passt das auch logisch zusammen.

Lysanda und ich hatten im Bioscan einen leichten Kollagenmangel ausgewiesen bekommen, den wir dann auch erst einmal mit hochdosierter Aufnahme angegangen sind. Haben uns aber auch zusätzlich dem Vitamin C zugewandt als Hauptübeltäter für das ursächliche Problem. Mittlerweile spielt Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel keine Rolle mehr für uns.

Natürliche Zufuhr

Stellt sich natürlich die Frage, wie wir überhaupt zu einem Vitamin-C-Mangel gekommen sind. Vitamin C sollte eigentlich eines der wenigen Vitamine sein, deren Bedarf (lt. DGE 95-110mg/Tag) durch eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse und Obst tatsächlich gedeckt werden könnte. In 100g Wirsing oder Spinat sind zum Beispiel schon 50mg enthalten. In Kohlrabi und Blumenkohl sogar über 60mg. Brokkoli (110mg), Rosenkohl (112mg) und Paprika (140mg) erfüllen euren Bedarf hingegen theoretisch komplett mit nur 100g. Wer braucht da also noch Nahrungsergänzungsmittel?

Es hilft alles nichts: Gemüse ist gesund!

Nun, zuerst einmal natürlich derjenige, der sich nicht so gesund ernährt (gibt ja viele, die kein Gemüse essen – gehörte lange Zeit auch dazu). Dann derjenige, der auf irgendeine Art und Weise krank ist und deswegen einen höheren Bedarf hat. Und dann reden wir hier natürlich von optimalen Bedingungen und im rohen Zustand. Bei der Zubereitung geht, wie ihr sicherlich wisst, schon einiges an Vitaminen verloren. Und dann ist aufgrund des Raubbaus auf den Feldern schon gar nicht mehr die hohe Menge an Vitaminen drin – selbst im teuren Biogemüse. Außerdem – und ihr solltet mittlerweile wissen, dass das kommt – ist die DGE-Empfehlung wieder sehr niedrig und am absoluten Krankheitslimit angesetzt.

Nahrungsergänzungsmittel

Der Ernährungsexperte Linus Pauling hat bis zu seinem Lebensende (93 Jahre wurde er alt) satte 12g genommen. Ich nehme hingegen „nur“ 2,5g zusätzlich zu unseren täglichen Mahlzeiten (mindestens 200g Gemüse) jeden Morgen ein. Da kommt es tatsächlich auf eure persönliche Situation an (unter anderem Größe und Gewicht), die ihr austesten müsst. Bei Schwerkranken kann es sinnvoll sein auch wesentlich mehr Vitamin C pro Tag einzunehmen (teilweise wohl bis zu 200g). Im Normalfall liegt die Durchfallgrenze aber zwischen 5 bis 15g. Ernsthaft Schaden könnt ihr euch durch eine Überdosierung kurzfristig nicht zufügen. Ihr rennt nur dann sehr schnell auf die Toilette, weil euer Körper den Überschuss möglichst schnell loswerden will. Übrigens ein Effekt, den man zur Behandlung von Harnwegsinfektionen nutzen kann.

Unser 5kg-Eimer hat schon abgenommen

Da Vitamin C nach Zitrone schmeckt und, wie anfangs erwähnt, wasserlöslich ist, lässt es sich am einfachsten und billigsten als Pulver kaufen und verwenden. Da Ascorbinsäure gleich Ascorbinsäure ist, könnt ihr beim Kauf auch erst einmal nichts falsch machen. Nur von Multipräparaten oder Präparaten mit Zusatzstoffen solltet ihr wie immer die Finger lassen. Wir nutzen derzeit die E300-Variante von Golden Peanut. Die hatte das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Gibt aber natürlich auch in jeder Drogerie Pulver oder Kapseln zu kaufen.

Fazit

Wir nehmen Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile seit acht Monaten sowohl als Ergänzung zur Aufnahme von Zink und Eisen als auch aufgrund der erwähnten Kollagenproblematik. Natürlich lässt sich schwer abschätzen, welche der vielen Faktoren tatsächlich zur Besserung führte aber gefühlt hat die erhöhte Vitamin-C-Menge positive Auswirkungen auf unseren Alltag gehabt bzw. hat sie auch immer noch. Meine Dauermedikamentation gegen Asthma zum Beispiel konnte ich mittlerweile tatsächlich (in Absprache mit meiner Lungenärztin natürlich) reduzieren und ich glaube mein Zahnfleischbluten ist besser geworden. Negative Auswirkungen sind mir hingegen keine bekannt. Entsprechend können wir, dass ein oder andere Glas Wasser mit Vitamin-C-Pulver nur empfehlen. Den Orangensaft aber bitte im Regal stehen lassen. Da werden die positiven Effekte des Vitamin Cs durch die erdrückende Menge an Zucker wieder negiert.

In Milch ist viel Calcium

Milch hat viel Calcium

Im Eintrag über die K-Vitamine fiel ein Wort besonders oft: Calcium (gerne auch Kalzium geschrieben oder einfach als Kalk bezeichnet). Ein Mengenelement und Mineralstoff, von dem jeder von euch schon einmal gehört hat und zwar vor allem durch den Satz „Calcium ist gut für die Knochen“ – und er stimmt! 99% der rund 1-1,5kg Calcium im Körper befinden sich in unseren Knochen und Zähnen.

Braucht es unser Körper woanders, löst er es von dort heraus und schafft es über das Blut dorthin wo es benötigt wird. Dafür wird in der Nebenschilddrüse das Parathormon produziert, das den Calciumspiegel im Blut reguliert, indem es ihn bei Bedarf erhöht und die Menge an Phosphat im Blut gleichzeitig reduziert. Damit das Calcium überhaupt in den Knochen gelangt, werden hingegen Vitamin D3 (produziert die entsprechenden Transportcontainer) und Vitamin K2 (aktiviert diese Transportcontainer) gebraucht.

Funktion & Quelle

Der Grund, warum 99% allen Calciums im Körper in den Knochen sitzt ist logisch: Ohne Calcium kein Knochenwachstum und damit auch keine Neubildung (zur Erinnerung: unser Skelett erneuert sich alle sieben Jahre von selbst). Außerdem wirkt es sich auf die Festigkeit und Stabilität der Knochen aus. Die restlichen 1% befinden sich im Blutplasma und helfen unter anderem bei der Aktivierung der Blutgerinnung.

Den mütterlichen Rat euer Calcium nicht zu vernachlässigen, sollte man entsprechend Folge leisten. Um eure Knochen fit zu halten, benötigt ihr nämlich als Erwachsener laut DGE satte 1000mg/Tag und unser Körper kann kein Milligramm davon selbst produzieren! Vor allem Kinder und ältere Menschen benötigen eine stetige Zufuhr – erstere für ein gesundes Wachstum, letztere um den Zerfall zu verlangsamen. Dazu müsst ihr beispielsweise pro Tag einen Liter Milch trinken, denn Calcium steckt vor allem in Milchprodukten. Neben der Milch also auch in Käse, Joghurt, Buttermilch und dergleichen. Aber tatsächlich ist auch in diversen Gemüsesorten wie Kohlrabi, Broccoli und vor allem Grünkohl eine nennenswerte Menge enthalten. Eine ausreichende Zufuhr lässt sich zudem durch Mineralwasser bzw. kalkhaltigem Leitungswasser leicht gewährleisten. Eine kleine Übersicht findet ihr beispielsweise hier oder wer etwas mehr Beschreibung zu einzelnen Lebensmitteln haben möchte hier.

Mineralwasser enthält auch Calcium

Mineralwasser enthält auch Calcium

Neben-Faktoren

Den ganzen Tag Milch trinken reicht aber dann doch nicht, um den Calciumhaushalt auf gutem Niveau zu halten – mal abgesehen davon, dass es grundsätzlich nicht so gut ist so viel Milch zu sich zu nehmen. Nein, es gibt auch hier notwendige Mitspieler sowie Gegenspieler:

Mitspieler

Sind diese Mitspieler nicht in ausreichender Menge vorhanden – bei Magnesium spricht man beispielsweise von einem 2:1-Verhältnis -, dann funktioniert der gesamte Kreislauf nur eingeschränkt oder gar nicht mehr.

Gegenspieler

  • Phosphat (z.B. in Softdrinks enthalten) – Erhöht den Abbau von Calcium aus den Knochen.
  • Oxalsäure (z.B. in Spinat enthalten) – Verringert im Darm die Aufnahme von Calcium.
  • Kochsalz – Erhöht die Ausscheidung von Calcium.

Es macht wenig Sinn einen dieser Gegenspieler gleichzeitig zu einem Glas Milch zu konsumieren. Stattdessen besser die Aufnahme über den Tag verteilen – quasi morgens das Glas Milch und erst mittags die Cola.

Mangel

Normalerweise sollte der Anteil von Calcium im Blutserum zwischen 2,20mmol/l und 2,65mmol/l liegen (bei Kindern etwas höher). Wie beim Magnesium gilt jedoch: Der Körper holt sich alles aus den Knochen heraus was er kann bevor der Blutwert schlechter wird. Er ist entsprechend mehr ein Indikator dafür, ob die Nebenschilddrüse gut arbeitet und weniger, ob ihr schon in einem Calcium-Mangel steckt. Ein Mangel wird stattdessen mehr durch seine Symptome erkannt: Bei einem kurzfristigen Mangel könnt ihr schmerzhafte Muskelkrämpfe bekommen und reagiert emotional heftiger („Launisch“). Langfristig führt ein Mangel hingegen zum Beispiel zu Osteoporose (Muskelschwund), Rachitits, Muskelschwäche oder grauem Star.

Eierschalen könnt ihr auch Essen

Eierschalen könnt ihr auch Essen

Der Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln ist bei Calcium allerdings tatsächlich nicht zu empfehlen, da die Versorgung über die Nahrung völlig ausreichend ist und die Co-Faktoren (siehe oben) stark mitberücksichtigt werden müssen. Erst wenn diese im grünen Bereich sind und trotzdem immer noch ein Mangel besteht, dann könnt ihr mit dem Verzehr von abgekochten und gemahlenen Eierschalen (hat jeder) oder Urkorallen (hier liegt bereits ein 2:1 Verhältnis von Magnesium und Calcium vor) etwas nachhelfen. Von Pillen aber am besten die Finger lassen, auch wenn eine Überdosierung im Normallfall nicht möglich ist. Wie so oft sortiert der Körper es einfach über den Stuhl aus. Nur bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse lagert sich das Calcium im Blut ab und kann die Arterien verstopfen (=Schlaganfall).

Wir selbst nehmen entsprechend auch kein zusätzliches Calcium, da wie erwähnt eine ausreichende Versorgung über eine achtsame Ernährung völlig ausreichend ist und bei Problemen eher andere Faktoren als Calcium eine Rolle spielen.

Mehr Pillen als im Altersheim

Mehr Pillen als im Altersheim

5-7 Liter (je nach Geschlecht und Größe) an Blut fließt durch unseren Körper. Wir brauchen es vor allem als Spediteur, obwohl es noch andere Funktionen erfüllt (z.B. Wärmeregulierung). Es bringt die Vitamine, Mineralien und natürlich den Sauerstoff dahin, wo sie gebraucht werden. Warum sich also der weibliche Körper dazu entschieden hat jeden Monat davon so einige Milliliter einfach auszuspülen, wird nur die Evolution wissen. Dieser Ausschuss ist jedoch hauptverantwortlich für einen ganz bestimmten Mangel, der dementsprechend vor allem Frauen plagt: der Eisenmangel (Sideropenie). Aber fangen wir wie immer ganz von vorne an:

Was ist überhaupt Eisen?

Nun, Eisen ist erst einmal ein Metall mit dem man ganz viele tolle Dinge machen kann. Um diese Art von Eisen geht es uns heute jedoch nicht auch wenn es durchaus empfehlenswert ist sich einen Eisenfisch ins Essen zu packen. Wir reden stattdessen von Eisen als Spurenelement, von dem wir im Normallfall 2-4g im Körper haben. 60 Prozent davon hängen an den roten Blutkörperchen als Hämoglobin (=freies Eisen) und 40 Prozent sind unter anderem im Ferritin (=Speichereisen) zu finden, das wiederum beispielsweise in der Leber und der Milz rumhängt.

Selbst herstellen kann unser Körper das Eisen nicht und im Normalfall verlieren wir um die 1mg pro Tag durch diverse Ausschüttungen (Darm, Haut, etc.). Durch Blutverlust (Spende, Periode, Verletzungen, etc.) geht es natürlich noch einmal viel schneller. Problem ist: Haben wir zu wenig Eisen, dann werden auch weniger rote Blutkörperchen gebildet. Haben wir zu wenig rote Blutkörperchen im Blut, dann stehen nicht genug LKWs bereit, um den ganzen tollen Sauerstoff durch die Gegend zu fahren. Dem Sauerstoff ist das zwar egal, der verschwindet beim nächsten Ausatmen wieder nach draußen, aber ihr bekommt dann so hübsche Sachen wie

  • Atemnot, Konzentrations- und Kreislaufprobleme – Es kommt nicht genug Sauerstoff im Gehirn an.
  • Schwächung des Immunsystems – Schlecht durchblutete Schleimhäute lassen mehr Viren und Bakterien in den Körper.
  • Probleme mit Haut, Haaren (bis zu Haarausfall) und Nägeln – Unser Körper fährt ein Sparprogramm und versorgt lieber die Organe statt sich um unser Äußeres zu kümmern.
  • Schlafprobleme – Eisen wird für die Bildung der Hormone Tryptophan und Melatonin gebraucht, die unseren Schlaf regulieren.
  • Dopaminmangel – Um Dopamin zu bilden, brauchen wir Eisen und Dopamin unterstützt beispielsweise unsere Konzentration- und Reaktionsfähigkeit.
  • Schilddrüsenunterfunktion – Auch die Hormone Thyronin und Thyroxin (T3 und T4 im Bluttest) können ohne Eisen nicht gebildet werden. Sie sind für viele regulatorische Vorgänge im Körper zuständig (Temperaturregulation).
  • Übergewicht – Da Eisen bei der Bildung so vieler Hormone wichtig ist, hat ein Mangel massive Auswirkungen auf unseren gesamten Stoffwechsel. Abnehmen ist deshalb mit einem Eisenmangel fast unmöglich.
  • Depressionen – Das Glückshormon Serotonin kann bei Eisenmangel nicht in ausreichender Zahl gebildet werden.

Ihr seht also: Mit einem Eisenmangel ist das Leben nicht mehr ganz so angenehm und man sollte tunlichst vermeiden so tief zu sinken. Auch Krankheiten wie Restless Legs Syndrom (RLS) werden dadurch verstärkt. Leider – und das solltet ihr als fleißige Leser dieser Eintragsserie mittlerweile wissen – ist es im Arztstudium wohl nur ein Randthema.

Der Bluttest

Ein Blutbild mit allen relevanten Werten

Ein Blutbild mit allen relevanten Werten

Euer Eisenwert ist ausschließlich über einen Bluttest ermittelbar. Allerdings ist im kleinen Blutbild nur der Hämoglobinwert enthalten. Weiter oben hatten wir erwähnt, dass dort 60 Prozent des Eisens enthalten ist. Klingt also erst einmal gar nicht so schlecht, oder? Blöd nur, dass euer Körper das Speichereisen (Ferritin) schon komplett leer gekratzt hat, bevor euer Hämoglobinwert im Keller ist. Und diesen Ferritinwert erhaltet ihr nur auf Nachfrage. Außerdem relevant im Bluttest:

  • Eisenwert – Er beschreibt das freie Eisen im Blut.
  • Transferrin – Sorgt dafür, dass das freie Eisen ans Blut gekoppelt wird.
  • CRP-Wert (C-reaktives Protein) – Dieses Eiweiß ist bei Entzündungen vermehrt vorhanden und führt dazu, dass auch eure Eisenwerte erhöht sind.

Anhand all‘ dieser Werte lässt sich ein Eisenschiefstand feststellen (ein Eisenüberschuss ist genauso schädlich). Die Normwerte weichen zwar je nach Labor und Literatur etwas ab, aber sie sehen grundsätzlich etwa so aus:

  • Der Hämoglobinwert sollte zwischen 11-18 g/dl je nach Geschlecht und Alter liegen.
  • Der Eisenwert sollte bei Männern zwischen 55 und 156 µg/dl und bei Frauen zwischen 33 und 145 µg/dl liegen.
  • Das Ferritin sollte bei Männern 30-300µg/l und bei Frauen bei 10-200µg/l liegen.
  • Der Transferrinwert liegt sowohl bei Männern als auch Frauen bei 200-360 mg/dl.

Da unser Körper die Hämoglobin- und Eisenwerte selbst reguliert, sollten sie im Normalfall im grünen Bereich sein solange ihr noch von eurem Speichereisen zerren könnt. Ein Eisenmangel ist an diesen beiden Werten erst viel zu spät zu erkennen. Wichtiger ist der Ferritinwert, dessen Normwerte aber vor allem bei Frauen viel zu niedrig angesetzt sind und bei 60 bis 100 µg/l liegen sollte. Sollte der Ferritinwert im grünen Bereich sein und dafür euer Eisenwert im Keller, dann kommt der Transferrinwert ins Spiel. Ist dieser niedrig, deutet alles auf eine Umwandlungsstörung hin. Euer Körper kann also mit dem ganzen Eisen, dass ihr ihm zuführt, nichts anfangen. Das kommt aber nur sehr selten vor. Häufiger ist da schon der Eisenüberschuss, der zu Herzerkrankungen führen kann sowie das Krebsrisiko erhöht. Die Lösung dafür ist übrigens häufiges Blutabzapfen (=Blutspenden). Ihr müsst also ganz genau darauf achten, wie viel Eisen ihr euch zuführt. Die DGE empfiehlt 10-15mg pro Tag je nach Geschlecht und Alter bzw. 30mg/Tag bei schwangeren Frauen. Damit lässt sich ein normaler Wert tatsächlich ganz gut halten.

Eisenzufuhr

Eisenpillen

Eisenpillen

Stellt sich natürlich noch die Frage, wie ihr diese Menge an Eisen in euch reinbekommt bzw. im Falle eines Mangels diesen beheben könnt. Nun, beim Essen gilt es zu beachten, dass unser Körper tierisches Eisen besser verarbeiten kann als pflanzliches. So sind zwar auf 100g Thymian schicke 123,6mg Eisen enthalten aber es stellt sich zum einen die Frage wer so viel Thymian überhaupt essen kann und zum anderen kann der größte Teil nicht genutzt werden. Besser ist da schon Leber wie zum Beispiel die Schweineleber mit 22,1mg auf 100g. Insbesondere in Kombination mit Vitamin C (fördert die Eisenresorption) wird das richtig gut aufgenommen. Besteht also ein Vitamin-C-Mangel, kann der Körper auch kein Eisen aufnehmen. Ein weiterer Co-Faktor ist z.B. auch Kupfer. Gibt es aber genauso in umgekehrter Form. So sind in Kakaopulver zwar 12,5mg/100g Eisen drin, es enthält aber auch Oxalate, welche wiederrum die Eisenaufnahme hemmen.

Wird vom Arzt tatsächlich ein großer Mangel festgestellt, ist dieser jedoch kaum über die Nahrung zu beheben – und wenn, dann dauert es sehr lang. Entsprechend sind Nahrungsergänzungsmittel nur mittelfristig eine Lösung. Zumal diese wieder mit ihren eigenen Nebenwirkungen zu kämpfen haben (z.B. Verstopfung), daher solltet ihr damit vorsichtig sehen. Lysanda nimmt bspw. täglich eine Pille mit 50mg und hat damit innerhalb von einem Monat ihren Ferritinwert von 40µg/l auf 54µg/l gesteigert. Wem das zu hoch ist bzw. wer Probleme mit dieser Menge hat, der kann auch auf Kräuterblut zurückgreifen. Das wird aufgrund seiner niedrigen Dosierung meist besser vertragen.

Bei einem gravierenden Mangel solltet ihr hingegen über eine Eiseninfusion nachdenken bzw. euren Arzt explizit darauf ansprechen. Vorteil: Der Mangel wird innerhalb von wenigen Sitzungen behoben und ihr bekommt keine Probleme in Bezug auf euren Magen-Darm-Trakt. Nachteil: Die Infusion ist nicht frei von Nebenwirkungen. Genauere Informationen dazu findet ihr in dieser Studie. Es gibt mittlerweile sogar richtige Eisenzentren, die einem bei dem Thema weiterhelfen können oder ihr versucht es bei einem Heilpraktiker.

Ein persönliches Beispiel

Das war jetzt natürlich alles wieder sehr theoretisch. Deshalb noch einmal zurück zu Lysanda. Sie ist nicht nur eine Frau, sondern hat außerdem RLS in der Familie. Ein Krankheitsbild, das noch sehr unbekannt ist. Somit war sie Mitte des Jahres nicht überrascht, als auch bei ihr Symptome auftraten – erst nur zu Zeiten der Periode, dann aber immer häufiger. Nach Internetrecherchen zu den möglichen Ursachen (Hausarzt hat beim Begriff „RLS“ nur wie ein Reh im Scheinwerfer geguggt), stieß sie dann auf das Stichwort „Eisenmangel“. Seitdem nimmt sie, wie oben beschrieben, jeden Abend vor dem Schlafen gehen eine Tablette mit Eisen und eine mit Vitamin C. Und siehe da: Schon zwei Tage später waren die Beine wieder still und sie konnte vernünftig durchschlafen. Ihr allgemeiner Gemütszustand hat sich ebenfalls merklich verbessert. Zudem hat die Neurologin bei der wir zwischenzeitlich waren diesen Zusammenhang ebenfalls bestätigt.

Mehr Pillen als im Altersheim

Mehr Pillen als im Altersheim

Letzte Woche hatten wir kurz über die wichtige Rolle des Vitamin K2 im Zusammenspiel mit dem Vitamin D3 berichtet. Der perfekte Zeitpunkt also uns dem nach Vitamin C wohl bekanntesten Vitamin zu widmen. Jedes Kind weiß schließlich, dass es viel Sonne tanken sollte. Und das zu recht: Vitamin D spielt in unserem Körper eine immens wichtige Rolle und das nicht nur auf physischer, sondern auch auf psychologischer Ebene (Stichwort Winterdepression). Allein mit der Liste an Wehwehchen, die durch einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel (es muss noch nicht einmal offiziell als Mangel eingestuft worden sein!), würde mehrere Seiten füllen. Und doch wissen erschreckend wenige tatsächlich über dieses Vitamin Bescheid. Darunter nicht nur der Otto-Normalbürger, sondern leider auch viel zu viele Ärzte, die sich stattdessen auf den Normwerten des Labors ausruhen.

Wenn jemand von Vitamin D spricht, dann meint er damit übrigens immer Vitamin D3. Das ist das einzig natürliche der D-Vitamine und die Variante, die unser Körper selbst produzieren kann. D1, D2, D4 und D5 werden rein künstlich hergestellt und sind weniger effektiv als ihr Bruder. Sie dienen hauptsächlich der Pharmaindustrie um Geld zu scheffeln, da etwas Natürliches nicht patentiert werden kann. Also nicht davon täuschen lassen, wenn euch jemand Vitamin D2 als „veganes Vitamin D“ verkaufen will: Es taugt im Vergleich zu D3 viel zu wenig.

Woher kommt es?

Vitamin D3 ist für uns Menschen (und alle Tiere) extrem wichtig, deshalb kann es unser Körper wie erwähnt selbst produzieren – und das theoretisch in ausreichender Menge. Diese Produktion funktioniert aber leider nicht einfach so, denn unsere Haut braucht dazu etwas Motivation in Form von einer (ganz) großen Portion Sonne bzw. genauer UVB-Strahlen. Das ist auch die nachhaltigere Variante der Vitamin-D3-Produktion. Was ist also der übliche Rat? Einfach jeden Tag für eine Viertelstunde in die Sonne gehen und schwupps es ist genug Vitamin D3 vorhanden. Klingt einfach, oder?

Nun, wenn es tatsächlich so wäre, würde ich nicht hier sitzen und diesen Eintrag schreiben. Tatsächlich gibt es so einige zusätzliche Faktoren zu beachten:

Immer nur am Strand liegen?

Nur am Strand liegen ist auch nicht so gut.

  • Sonnenstand – Im Oktober bis März ist der Winkel hier in Deutschland zu flach, entsprechend kommen nur sehr wenig UVB-Strahlen an. Deshalb werdet ihr in diesen Monaten auch nur sehr schwer braun :smile: .
  • Warnungen vor Krebsrisiko – Zuviel in der Sonne baden soll das Krebsrisiko erhöhen.
  • Sonnencreme – Sonnenbrand ist doof aber wer sich einschmiert, blockt auch die UVB-Strahlen ab. Das ist besonders ungünstig, da ein hoher Vitamin-D3-Spiegel das Sonnenbrandrisiko senkt und zusätzlich gegen Sonnenallergie hilft.
  • Der Alltag – Wir halten uns die meiste Zeit in Räumen auf und die UVB-Strahlen werden durch eine tolle Erfindung der Neuzeit neutralisiert: Das Glasfenster.
  • Kleidung – Wir laufen nicht den ganzen Tag im Bikini herum. Selbst wenn wir mal in der Sonne sind, ist nicht genug Hautfläche für die Massenproduktion verfügbar.

Natürlich nehmen wir Vitamin D3 genauso durch die Nahrung auf aber zum einen ist es tierischen Produkten enthalten (weil die es genauso selbst produzieren). Zum anderen ist die enthaltene Menge im Vergleich zum Bedarf sehr gering. Nur Lebertran kann da wirklich mithalten aber wer will davon schon 300ml trinken, um seine Mindestdosis zu bekommen? Vom Auffüllen des Vitamin-D3-Spiegels ganz zu schweigen.

Wofür das Ganze?

Bevor wir jedoch darauf eingehen, wie ihr euren Vitamin-D3-Spiegel auf ein vernünftiges Level bringt, stellt sich freilich die Frage, was dieses Vitamin uns genau bringt. Ein paar Punkte hatte ich ja bereits angerissen aber gehen wir doch mal genauer darauf ein. Vorab sollte man allerdings wissen, dass es sich bei diesem Vitamin um ein sogenanntes Prohormon handelt. Es bildet also eine Vorstufe zu einem Hormon (Calcitriol), dass unser Körper an so gut wie allen Stellen braucht. Zum Beispiel führt ein chronischer Vitamin-D3-Mangel bewiesenermaßen zu Rachitis (Störung des Knochenstoffwechsels), Multiple Sklerose, Hypertonie (Bluthochdruck) und Osteoporose (Knochenschwund) sowie zu einem erhöhten Krebsrisiko. Darüber hinaus gibt es viele weitere Symptome, die auf einen Mangel hinweisen können:

Müde und Antriebslos (Symbolbild)

Müde und Antriebslos (Symbolbild)

  • (Winter-)Depressionen
  • Erschöpfung
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Sonnenallergie
  • Muskelschwäche
  • Herzkreislaufstörung
  • Störungen des Immunsystems (Allergien)
  • Prämenstruelles Syndrom

Wie Anfangs erwähnt, würde eine komplette Liste den Rahmen sprengen. Aber die Auflistung zeigt sicherlich schon, wie weitreichend die Wirkung von Vitamin D3 ist und doch entsteht es nur im Sommer. Warum? Weil unsere steinzeitlichen Vorfahren – so wird zumindest vermutet – im Winter nicht genug Nährstoffe zur Verfügung hatten und entsprechend unser Körper nur auf Sparflamme laufen konnte. Im Sommer war dies ganz anders: Es war warm und es gab genug zu essen. Diesen Unterschied macht unser Körper am unterschiedlichen Vitamin-D3-Spiegel fest. Es konnte schließlich auch im Winter mal in der Höhle warm oder die Jäger erfolgreich sein. Heutzutage benötigen wir diese Unterscheidung natürlich nicht mehr, denn wir haben normalerweise das ganze Jahr genug zu essen und eine Heizung. Wir können also das ganze Jahr über Vitamin D3 gebrauchen.

Aufputschmaßnahmen

Halten wir noch einmal fest: Wir kriegen auf der einen Seite nicht genug Vitamin D3 durch die Sonne (Schätzungen sprechen von 90% der Bevölkerung) und zum anderen führt selbst ein leichter Mangel schon zu allerlei nicht ganz so lustigen Problemen. Was macht man also dagegen? Vermutlich erst einmal zum Arzt gehen. Doch wie ich oben schon erwähnt hatte, sind die meisten nicht besonders firm was Vitamin D3 angehet. Das führt dazu, dass erst einmal nur abgetan wird („Winterdepression – ist normal und hat jeder“), nur die Symptome behandelt werden („Eine Packung Kopfschmerztabletten gefällig?“) oder – wenn endlich mal ein Bluttest gemacht wird -, aufgrund der niedrigen Labornormwerte kein Mangel festgestellt wird. Was nicht heißt, dass es bei einem festgestellten Mangel so viel besser wird. Ärzte haben so viel Angst vor Vitamin D3, dass ihr maximal eine Dosis von 20.000 IE/IU (internationale Einheiten/international units) oder 500 µg pro Woche verschrieben bekommt (kleinere Dosen gibt es ohne Rezept) und zwar pauschal egal wie alt, groß, dick oder was auch immer ihr seid. Zum Vergleich: Wir nehmen 10.000 IE täglich ein, um unseren Level zu halten. In der Auffüllphase war ich sogar zehn Tage lang bei 90.000 IE pro Tag! Wenn ich das einem Arzt erzähle würde er vor Schreck tot umfallen.

Der Vitamin-D3-Rechner

Der Vitamin-D3-Rechner

Und damit sind wir schon beim Stichwort: Wie kommt ihr auf einen guten Wert? Nun, zu aller erst gibt es die Auffüllphase. Die fängt damit an, dass ihr zwei Wochen vor der ersten Einnahme von Vitamin D3 euren Magnesiumhaushalt auf Vordermann bringt, denn das Vitamin D3 will das Magnesium bevorzugt in die Knochen bringen und erzeugt dadurch einen Mangel an anderen Stellen, wenn nicht genügend Magnesium im Körper ist. Wie das mit dem Magnesium funktioniert, habe ich euch schon erzählt. Damit hört ihr auch nicht mehr auf, könnt es aber durchaus mit der Zeit etwas reduzieren (nur noch alle zwei Tage ein Fußbad zum Beispiel – einfach auf euren Körper hören). Nach den zwei Wochen nehmt ihr dann für ein paar Tage eine sehr hohe Dosis Vitamin D3. Damit füllt ihr quasi euren Speicher auf. Wie hoch diese Dosis genau ist, wie lange ihr sie nehmen müsst und wie viel ihr danach jeden Tag braucht, dafür gibt es beispielsweise hier einen praktischen Rechner. Der funktioniert so:

  • Euer aktuelles Gewicht eintragen
  • Euren jetzigen Vitamin-D3-Wert eintragen (wenn ihr ihn nicht wisst einfach 10ng/ml nehmen)
  • Euren Ziel-Wert für Vitamin-D3 eingeben (70-100ng/ml ist ein guter Wert – also am besten 80 für die Berechnung nehmen)
  • Blutspiegelerhöhung auf 140 stehen lassen
  • Verlustrate pro Tag (wie viel Vitamin D3 verbraucht ihr pro Tag – chronisch kranke oder Raucher sollten hier auf 1,5 setzen, alle anderen können ihn auf 0,83 lassen)
  • Auffülldauer (wie lange wollt ihr euch zum Auffüllen Zeit lassen – Standard sind 10 Tage)

Der Rechner spukt euch außerdem nach einem Klick auf „Vitamin K“ aus, wie viel Vitamin K2 für euch gut ist. Und keine falsche Angst: Eine Überdosierung von Vitamin D3 und K2 ist nur schwer beziehungsweise streitet man sich sogar darüber, ob es überhaupt möglich sei.

Der Bluttest

Habt ihr fleißig aufgefüllt und nehmt nun täglich eure Dosis Vitamin D3, K2 und Magnesium, könnt ihr nach vier Monaten mal zum Arzt gehen und einen Bluttest machen lassen. Erst dann hat sich der sogenannte Fließwert eingestellt, d.h. euer Speicher bleibt nun konstant auf diesem Wert. Euer Hausarzt macht diesen Test leider nur sehr ungern und lässt ihn euch auch noch gerne selbst bezahlen. Im Notfall, wenn der Arzt gar nicht will, gibt es Testsets für zu Hause zu kaufen oder ihr geht direkt zu einem freien Labor. Wichtig: Vor der Blutabnahme KEINE Nahrungsergänzungsmittel nehmen, erst danach. Ansonsten wird der Wert extrem hoch und damit nichtssagend sein.

Vitamin D3 10.000 IU

Vitamin D3 10.000 IU

Um besser zu verstehen, was die Blutwerte bedeuten, eignen sich die folgenden Richtwerte. Sie wurden auf dem Internationalen Vitamin D Kongress in Berlin definiert:

  • 30-50ng/ml (=75-125nmol/l) sind ausreichend
  • 50-70ng/ml (=125-175nmol/l) ist eine befriedigende Menge
  • 70-100ng/ml (=175-250nmol/l) solltet ihr haben
  • >200ng/ml (=500nmol/l) gilt als toxisch (es gibt aber auch Menschen, die diesen Wert erreicht haben und keine Probleme haben)

Zum Vergleich: Der normale Hausarzt sieht meistens einen Wert von 30ng/ml bereits als gut an, da er in der Norm liegt.

Weiterführende Informationen

Um am Ende mal eine persönliche Note reinzubringen: Ich nehme jetzt seit April fleißig meine Pillchen und kann definitiv so einige Verbesserungen feststellen. Ich werde schneller braun, kriege nur nach langer Zeit in der Sonne einen Sonnenbrand (und dann nur einen leichten), meine Depressionen sind besser geworden und auch grundsätzlich fühle ich mich in meiner Haut irgendwie wohler. Aber ihr müsst mir ja nichts glauben, deshalb hier noch ein paar weiterführende Links zum Thema:

Gesund in sieben Tagen von Dr. Raimund von Helden (Ratgeber eines Arztes, der viele Erfolge mit Vitamin-D3-Therapien hat)
Vitamin D – die alternative Gruppe (Facebook-Gruppe mit vielen Erfahrungsberichten sowie tiefergehenden Informationen)
Hochdosiert von Jeff T. Bowles (Selbstexperiment mit einer extrem hohen Dosis Vitamin D3)

Mehr Pillen als im Altersheim

Mehr Pillen als im Altersheim

In der letzten Folge hatten wir mit dem Magnesium ein Mineral behandelt, das wohl zu den bekanntesten Nahrungsergänzungsmitteln gehört, die man so kennt und das häufig genommen wird. Heute widmen wir uns – quasi als Kontrastprogramm – einer weniger bekannten aber nicht weniger wichtigen Gruppe von Vitaminen, den K-Vitaminen. Davon gibt es drei Stück:

Vitamine K1 & K3

Das unbekannteste K-Vitamin ist das K3, Menadion genannt. Warum es so unbekannt ist bzw. selten erwähnt wird ist ganz einfach: Es ist je nach Dosierung giftig für Menschen. Entsprechend wird der Einsatz dieses synthetisch hergestellten Vitamins – es ist also auch noch unnatürlich – bei Menschen komplett vermieden. Zumal es auf deren Blutgerinnungsfähigkeit laut diverser Studien keinerlei Einfluss hat. Nur im Haustierfutter ist es offiziell erlaubt, da hier wohl der gewünschte, positive Effekt auf die Blutgerinnung gegeben ist.

Für uns Menschen gibt es in der Hinsicht hingegen das Vitamin K1 (Phyllochinon). Haben wir davon zu wenig, gibt es Blutgerinnungsstörungen. Auch bei der Synthese diverser anderer Proteine zum Beispiel in der Niere oder Bindegewebe ist es wichtig. Unser Körper kann es nicht selbst herstellen aber ein Mangel kommt trotzdem nur relativ selten vor. Ausschließlich bei Neugeborenen (in der Muttermilch ist keines drin) ist es ein häufigeres Thema. Alle anderen erhalten mehr als genug K1 durch normales Essen. So reichen schon 25g Rosenkohl oder 3 Eier aus, um den täglichen Bedarf zu decken. Nahrungsergänzungsmittel sind hier also nicht notwendig.

Vitamin K2 – Der Weckdienst

Das Wichtigste der drei K-Vitamine ist das K2. Das produziert der Körper in der Darmflora zwar selbst, deckt damit aber nur circa die Hälfte des tatsächlichen Bedarfs obwohl vor allem die Knochen (und damit auch das Blut) extrem darauf angewiesen sind. K2 sorgt nämlich dafür, dass das Calcium aus unserem Blut in die Knochen gelangt indem es die entsprechenden Proteine aktiviert. Haben wir zu wenig K2, haben die Transportunternehmen zu wenig Mitarbeiter im Dienst und es kann nicht das komplette Calcium verschoben werden. Das ist dann so gelangweilt, dass es sich als Ablagerungen in den Adern bequem macht.

Eine Dose K2

Eine Dose K2

Wohin das führt, dürfte klar sein: Die Adern verstopfen (Arteriosklerose) und Schlimmstenfalls erleidet ihr einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Außerdem, was vor allem die Älteren unter uns kennen, kann Osteoporose entstehen – der Knochenschwund. Letzteres ist durchaus logisch, wenn man bedenkt, dass sich unser Skelette ungefähr alle sieben Jahre komplett erneuert und dazu viel Calcium benötigt. Ich kann schließlich kein stabiles Haus bauen, wenn mir die Hälfte aller Steine fehlt. Eine tiefergehende Erklärung für dieses ganze Zusammenwirken gibt es übrigens bei ZeitenSchrift.

Vitamin K2 – Der Wunderwirker

Leider lässt sich ein K2-Mangel nur sehr spät feststellen, da es wie erwähnt nur für den Knochenaufbau wichtig ist und der Körper gerade noch so viel produziert, dass er lebensfähig ist. Das heißt, ihr merkt es mitunter erst nach besagten sieben Jahren am Knochenschwund. Das Tolle an K2 ist allerdings: Dadurch, dass sich das Skelett regelmäßig regeneriert, könnt ihr nach Feststellung des Mangels euren K2-Vorrat aufstocken. Dadurch können die bis dahin angefallenen Ablagerungen teilweise reduziert werden, das Calcium kommt wieder besser in die Knochen und diese werden bis zu einem gewissen Grad wiederaufgebaut. Aber soweit sollte man es besser gar nicht kommen lassen. Was also tun?

Nun, abseits der vom Körper produzierten Menge, erhalten wir unser K2 vor allem durch tierische Produkte wie Fleisch und Käse. Somit haben vor allem Vegetarier und Veganer eher mit einem Mangel zu kämpfen als durchschnittliche Fleischesser. Es empfiehlt sich aber dennoch die Aufnahme von K2 durch Nahrungsergänzungsmittel zu erhöhen (wir nehmen täglich eine 1 Pille Goldman Vitamin K2 200µg), da die Fallzahlen zeigen, dass immer mehr Menschen vor allem unter starkem Knochenschwund leiden – Frauen mehr als Männer durch das Fehlen von Östrogen nach den Wechseljahren. Entsprechend wird durch eine normale Ernährung der tägliche Bedarf eben nicht gedeckt. Das gilt sowohl für die sehr niedrige Empfehlung von läppischen 60-70µg der DGE als auch die tatsächlich notwendigen 200-500µg. Erleichternd kommt hier dazu, dass unser Körper mit einer höheren Menge von K2 gut umgehen kann. Sprich was zu viel ist, wird einfach ausgeschieden. Es entstehen somit durch die Aufnahme von K2 keine Nachteile.

Und wenn ihr parallel noch hochdosiert Vitamin D3 zu euch nehmt, dann kommt ihr um K2 quasi endgültig nicht mehr vorbei. Da ist eine ausreichende Dosis K2 immens wichtig, denn durch Vitamin D3 wird das Protein Osteocalcin (transportiert das Calcium in die Knochen) produziert. Ist nicht genug K2 vorhanden, ist von diesem Protein zwar viel im Körper vorhanden, er kann es aber nicht aufwecken und zur Arbeit schicken. Sprich für den gesamten Kreislauf der Knochenregeneration muss vor allem genug D3, K2 und Calcium vorhanden sein. Zu Vitamin D3 und Calcium erzähle ich euch aber ein anderes Mal mehr.

« Vorherige Seite - Nächste Seite »