Sicarius

Balu – Eine Abrechnung

Schaffen wir heute mal wieder einen „normalen” Eintrag? Oder kommt gleich die nächste Hiobsbotschaft während ich diese Zeilen schreibe? Bitte? Gerd Knebel, die eine Hälfte des hessischen Kult-Comedy-Duos Badesalz, ist verstorben? … Könnten vielleicht mal ein paar zeitverschlingende Aasfresser (Star Trek: Prodigy) vorbeikommen und diese Zeitlinie ein für alle Mal beenden? Das ist doch echt nicht mehr feierlich…

Tief durchatmen, Sicarius. Einfach nur tief durchatmen. Es wird schon wieder… hoffentlich. Möglicherweise? Irgendwann?! *hier Captain-Picard-Facepalm-Meme einfügen*

Eine der Tierarztrechnungen

Wo waren wir? Ach ja: Der heutige Eintrag. Ich möchte mich noch ein Mal mit der ganzen Balu-Geschichte beschäftigen. Und zwar mit dem Fokus auf das Thema „Kosten”. Emotional würde man selbstverständlich alles für sein Tier tun. Aber die Realität ist freilich auch, dass sowas ganz schön ins Geld gehen kann. Vor allem, wenn man wie wir, keine Tierarztversicherung dafür hat. Wobei da zusätzlich die Frage ist, wie viel die am Ende tatsächlich bezahlt hätte. Wir haben stattdessen zwar fleißig gespart, aber auch da ist logischerweise ein Limit drauf. Entsprechend hilfreich finden wir es Erfahrungswerte zu haben, an denen man sich grob orientieren kann. Ja, jeder Fall ist am Ende des Tages anders. Aber ein Gefühl gibt es einem trotzdem, was einen erwarten könnte. Und es hilft vor allem bei der Überlegung ob eine Tierarztversicherung beim nächsten Vierbeiner nicht doch sinnvoller wäre.

Die Tierarzt-Kosten

Ich konzentriere mich bei der Betrachtung auf Balus letzten Monat. Startpunkt ist entsprechend unser erster Besuch beim Notdienst, wo am Ende die Bauchspeicheldrüsenentzündung festgestellt wurde. Alles was er uns schon zuvor in seinem Leben gekostet hat (z.B. seine Zähne), ignorieren wir in der Rechnung. Los geht’s:

  • Tierärztlicher Notdienst #1: Balu hatte Sonntagmorgens Schmerzen und wollte sich nicht hinlegen. Also ab zum Notdienst. Hier fällt grundsätzlich eine Pauschale von 50€ an, ungeachtet aller anderen Kosten. Und es darf ein erhöhter Abrechnungssatz verwendet werden. In diesem Fall hatte sie ein Schmerzmittel (Onsior) gespritzt und Balus Analdrüsen ausgedrückt. Die Rechnung lag am Ende bei vergleichsweise humanen 150€.
  • Tierarztbesuch #1: Neben einer normalen Untersuchung, wurde auch ein Blutbild angefertigt. Allerdings kein kleines/großes, sondern nur die Werte für Leber, Pankreas und Schilddrüse. Anschließend gab es Injektionen von Medikamenten. Und zwar Vetemex (Anti-Brechmittel), Predniscolonacetat (Entzündungshemmer) und Vetalgin (ein spezielles Schmerzmittel). Außerdem wegen den Leberwerten einen Vitamin-B-Komplex. Zusammen mit dem Kram, den wir für Zuhause mitbekommen haben, lag der Besuch am Ende bei 401,73€.
  • Tierärztlicher Notdienst #2: Balus Vorderbeine waren Sonntagabends weggeklappt und er verlor rapide seine Beweglichkeit. Die Tierärztin hat ihn ausgiebig untersucht, konnte uns aber nur in die Tierklinik verweisen. Sie hat uns tatsächlich für diesen Besuch nichts berechnet und sogar noch einen größeren Katzenkorb aus ihrem Bestand überlassen. Das darf man vermutlich niemandem sagen, war aber eine wirklich nette Geste.
  • Tierklinik #1: Er hatte ca. 14 Stunden Aufenthalt in der AniCura Frankfurt. Wir kamen im Notdienst an und sind nach einem Arztgespräch zur Mittagszeit tags darauf weiter nach Gießen gefahren. In der Nacht wurde geröntgt, ein großes Blutbild angefertigt und er bekam in der Rechnung nicht näher definierte Medikamente. Am Morgen gabs noch ein Ultraschall und eine gastroenterologische Untersuchung. Insgesamt durften wir 1.598,09€ an die Klinik überweisen.
  • Balu bei der Physiotherapie

    Tierklinik #2: In der Neurochirurgie der Klinik für Kleintiere an der Justus-Liebig-Universität Gießen sind wir gerade noch so zu den normalen Öffnungszeiten eingetroffen. Entsprechend fiel hier kein Notdienstzuschlag an. Wir haben ihn dann zwei Tage später – auch wieder kurz vor Feierabend – abgeholt. Insgesamt also ziemlich genau 48 Stunden, die er netto vor Ort war. In der Zeit wurde logischerweise einiges an ihm gemacht. Darunter wieder eine Blutprobe sowie ein Ultraschall. Aber auch eine Blutgasanalyse, eine Feinnadelaspirationsbiopsie und das alles entscheidende MRT inklusive Narkose. Außerdem gab es zahlreiche Infusionen. Die Kosten lagen am Ende bei stolzen 2.985,21€.

  • Tierarztbesuch #2: Den nächsten Tierarztbesuch haben wir gemacht, weil Balu flüssigen Kot hatte und Dehydriert wirkte. Am 1. Tag war er knapp eine Stunde zur Beobachtung da und bekam in der Zeit nochmal Predniscolonacetat und den Vitamin-B-Komplex. Tags darauf ließen wir ihn von morgens bis abends da. In der Zeit bekam er Sterofundin ISO zur Hydration, Vetemex und Synulox (ein Antibiotika). Die Rechnung lag bei 305,36€
  • Physiotherapie: Insgesamt drei Mal waren wir mit Balu am Ende bei der Physiotherapie. Die erste Sitzung dauert wegen der Anamnese länger und ist mit 75€ etwas teurer als die Folgesitzungen. Diese schlugen mit je 58€ zu Buche. Insgesamt also 191€, die wir für etwas mehr als drei Stunden Therapie bezahlt haben. Völlig okay aus unserer Sicht und die Therapeutin war wirklich sehr freundlich und nett – sowohl zu uns als auch zu Balu. Wer also in Groß-Gerau und Umgebung jemanden für sein Tier sucht: Schaut ruhig mal bei der Tierphysiotherapie Petra Huth vorbei. Klare Empfehlung von uns! Übrigens ein kleiner Tipp am Rande: Bei den meisten Tierphysiotherapeuten werdet ihr in der Werbung keine Katzen sehen. Das heißt nicht zwingend, dass sie diese nicht behandeln. In der Regel ist das schon der Fall. Daher einfach mal nachfragen. Ich vermute, dass die Nachfrage nach Katzen einfach zu gering ist, um dafür zu werben.
  • Tierärztlicher Notdienst #3: Balu ist zwar vor 19 Uhr zusammengeklappt, aber bis wir beim Tierarzt waren, befanden wir uns erneut in der Notdienstzeit. Die Konsultation dauerte an sich nicht sonderlich lange, bis wir die Entscheidung trafen ihn per Injektion einschläfern zu lassen. Am Ende musste ich entsprechend ganz schön schlucken, als sie an der Theke 656,72€ von mir haben wollte. Alter Schwede. Es wurde für jede Position der vierfache Satz der Gebührenordnung für Tierärzte berechnet. Das ist selbstverständlich legitim während des Notdienstes. Macht es aber nicht weniger heftig – nicht nur, aber vor allem in so einer sowieso schon emotionalen Situation.

Alles in allem lagen die Tierarztkosten für diesen einen Monat bei 6.288,11€. Es hätte weniger sein können, wenn wir nicht mehrfach in den Notdienst gerutscht wären. Aber so ist es ja immer: Wenn was passiert, dann am Wochenende oder nachts. Und den Umweg über Frankfurt hätten wir uns ebenfalls sparen und direkt nach Gießen fahren können. Es macht entsprechend Sinn die Tierkliniken in seiner Umgebung zu kennen. Dazu gehört auch eine Art Notfallplan. Also wen zu welchen Uhrzeiten und in welcher Reihenfolge anrufen. Was alles einpacken sowohl für Mensch als auch Tier, bevor man losdüst. Und vielleicht sogar schon irgendwo den Großteil griffbereit haben.

Die zusätzlichen Anschaffungen

Die besagte Faltbox von AniOne

Die Arztkosten sind aber freilich nur ein Teil unserer Ausgaben gewesen. Der größte Teil, keine Frage. Aber wir mussten auch noch die ein oder andere Anschaffung tätigen. So stand nach der Diagnose einer Bauchspeichelentzündung als erstes das Thema „Futter” auf dem Programm. Fettarm (<5%) sollte es lt. unserem Tierarzt sein und gleichzeitig vielleicht preislich nicht völlig aus dem Rahmen schlagen. Außerdem haben wir noch anderes Katzenstreu gekauft, da er bei mir im Keller schlafen sollte und somit nicht sein Geschäft wie gewohnt im Garten verrichten konnte. Bei Fressnapf und zooplus haben wir am Ende 191,04€ gelassen. Und technisch gesehen müssen wir auch noch die Spezialkapseln mit Hähnchengeschmack sowie den Kapselfüller dazu rechnen. Da haben wir nämlich u.a. sein Schmerzmittel reingefüllt, damit er es frisst. Das waren weitere 68,01€.

Beides – also sowohl das Spezialfutter als auch die Kapseln – wurde am Ende nur angebrochen. Es ist also noch ein Großteil davon da. Aber das auseinander zu diffundieren… lasst mal gut sein :smile: . Kommen wir stattdessen zu den nächsten Ausgaben:

34,90€ für Vitamin-B-Tabletten. Das Pulver, das er von unserer Tierärztin bekommen hatte, wollte er überhaupt nicht fressen. Entsprechend hatten wir uns nach Alternativen umgeschaut. Und da wir es uns dank des Pulvers ein wenig mit ihm verscherzt hatten, mussten wir auch nochmal eine kleine Einkaufstour für hochwertiges Futter und Toppings machen. Sonst hätten wir vermutlich gar nichts mehr in ihn hineinbekommen. Waren also nochmal 68,79€, die ich beim Fressnapf über die Theke gegeben habe.

Völlige Bewegungslosigkeit

So viel zu den Anschaffungen für die Entzündung. Dann kam die Sache mit der Bewegungslosigkeit. Wir benötigten entsprechend Unterlagen und haben erstmal zur Einwegvariante gegriffen. Auf waschbares Material sind wir erst gewechselt als klar wurde, dass wir ihn nicht zeitnah einschläfern müssen. Außerdem haben wir eine zusätzliche (waschbare) Faltbox gekauft. Wir hatten jetzt zwar den großen Tragekorb von der Tierärztin, aber Balu darin mehrere Stunden liegen zu lassen, fanden wir jetzt nicht so pralle. Dazu war er dann doch zu klein. Gleichzeitig war die große Hundefaltbox, die wir schon im Haus hatten, schlicht zu groß für Ortswechsel. Also haben wir uns die kleinste Variante geholt. Und weil man Futter nie genug haben kann, landeten auch davon noch ein paar Dosen im Einkaufswagen. Machte alles in allem einen Einkauf in Höhe von 77,27€.

Die nächsten Tage ging es fast schon Schlag auf Schlag. Ein Dutzend waschbare Nässeschutzauflagen, zwei Wolldecken, vier waschbare Windeln (hat leider nicht funktioniert), noch eine zweite Faltbox (wenn die eine in der Wäsche ist), Katzenshampoo, einen neuen 10L-Kanister Biodor (83,20€) und flüssiges Katzenfutter (=Vitaldrinks) wurden angeschafft. Praktischerweise waren die Nässeschutzauflagen im JYSK gerade im Ausverkauf. Entsprechend billig waren sie zu haben (5-10€ je nach Größe). Trotzdem: 395,08€ zeigen meine Notizen für diese insgesamt sieben Einkaufsfahrten.

Zusammengefasst kamen wir auf 835,09€, die wir zusätzlich zu den Tierarztkosten hatten. Fairerweise muss ich aber nochmal betonen, dass Balu am Ende nicht alles verbraucht hat und zudem das meiste auch noch bei anderen Katzen zum Einsatz kommen kann. Insofern waren es zwar teure vier Wochen. Dafür sind wir aber jetzt wirklich gut ausgestattet. Und das Futter wird von den anderen sogar mit Kusshand gefressen. Da wird also nichts mehr übrig bleiben von.

Epilog

Die Nassunterlagen – weggeräumt für den nächsten Vorfall.

7.123,20€ haben wir also für Balu von Ende Dezember bis zu seiner Einschläferung ausgegeben. Zeit, Fahrtkosten, Wasserkosten (für die unzähligen Waschmaschinen voll) und so nicht mitgerechnet. Ein ganz schön happiger Betrag, den sich sicherlich nicht jeder Tierhalter einfach so aus dem Ärmel schütteln könnte. Unsere Reserven hat es auch gut belastet. Zumal diese sowieso schon dank des Hauskredits ziemlich zusammengeschmolzen waren. Aber genau deswegen sparen wir jeden Monat einen Betrag für unsere Vierbeiner. Und nein, es ging mir nicht darum euch damit zu erschrecken. Ein Haustier zu haben ist was wunderschönes. Man muss sich aber vor der Anschaffung im Klaren sein, was das bedeutet. Nicht nur, aber auch in Hinsicht auf die möglichen Kosten.

Um zum Abschluss nochmal zum Thema Tierkrankenversicherung zu kommen: Wenn wir Balus Lebenszeit (14 Jahre) mit dem aktuell teuersten Tarif (39,32€/Monat ohne Selbstbeteiligung) beim angeblichen Mercedes der Tierkrankenversicherungen (HanseMerkur) multiplizieren, kämen wir auf 6.605,76€. Also tatsächlich nur 317,65€ mehr, als wir beim Tierarzt bezahlen mussten. Mit Blick auf die gesamten Kosten, die Balu uns in seinem Leben verursacht hat, hätte sich eine Versicherung also im Nachhinein betrachtet vermutlich gelohnt. Insofern werden wir es uns bei der nächsten Generation an Katzen in unserem Haushalt nochmal genauer anschauen und uns ein Angebot machen lassen. Kommt ja auch noch auf die Randbedingungen an.

Sicarius

Balu (2012 – 20.01.2026)

Wer erklärt Katzen eigentlich, dass sie tot sind?

Es hat nicht sollen sein. Gestern Abend haben wir Balu gegen 20 Uhr bei seinem letzten Atemzug begleitet. Nach fast 14 Jahren auf dieser Erde und zehn Jahren in der Casa Lysanda. Vielleicht holt ihn ja seine alte Freundin Nica ab? Oder er spukt noch eine Weile im Haus und Garten rum. Wer weiß?

Wir werden Balu auf jeden Fall vermissen. Seine ruhige, charmante Art, mit der er immer alle um seinen Finger gewickelt hat. Sein nachmittägliches Liegen auf Sicarius’ Schreibtisch. Seine abendlichen Besuche auf seinem Schoß. Sein Schnuffeln unter den Achseln. Es war eine wirklich wunderbare Zeit mit ihm.

Die Erinnerungen an die vielen schönen Momente mit ihm werden für immer in unseren Herzen weiterleben. Für uns war es definitiv ein Glücksfall, dass er Lysanda damals bei Tiere in Not Odenwald e.V. (TINO) angesprochen hatte, auch wenn er sich dann mehr an Sicarius orientiert hat. Aber ja, er hat sich uns ausgesucht und wir haben ihn so gut wie möglich begleitet.

Aber jede Reise endet einmal und mit dem Abschied kommt auch die Trauer. Insbesondere, wenn es so eine schöne Reise war.

Lysanda & Sicarius

Balu und seine geliebte Eckenbürste

Was war passiert?

Es sah wirklich alles so gut aus. Balu machte täglich Fortschritte beim Wiedererlangen seiner Bewegungsfähigkeit. Selbst seine Physiotherapeutin war am Montag überrascht darüber, wie schnell es doch geht. Dienstags hob er auch den Kopf noch weiter höher, fraß gut und beteiligte sich, so weit es eben ging, am Geschehen. Leckerlis innerhalb seinen Radius einsammeln inklusive.

Auch gestern Abend schien noch alles ok zu sein. Er fraß noch mit Lysandas Hilfe einiges an Futter, als der Kopf plötzlich nach unten ging. Wir dachten erst, er wäre in seine “Ich-will-jetzt-kein-Futter-mehr”-Haltung gegangen. Aber dann bemerkten wir, dass nichts mehr weiter passierte. Er atmete und schnuffelte mit der Nase. Es waren aber keinerlei Reaktionen mehr vorhanden. Weder auf die Käsewurst noch auf das Leuchten mit der Taschenlampe in die Augen bekamen wir ein richtiges Signal.

Das Ende

Balu wie er leibt und lebte

Wir haben entsprechend den Notdienst kontaktiert und sind zur diensthabenden Tierärztin gefahren. Die Untersuchung dauerte nicht lange. Er zeigte zwar körperliche Reaktionen, aber mehr auch nicht. Wir hatten also die Wahl mit ihm nochmal eine Stunde in die neurologische Abteilung der Kleintierklinik in Gießen zu fahren – mit ungewissem Ausgang. Wobei sich der Notdienst nicht sicher war, ob er es körperlich bis in die Klinik schaffen würde. Oder ihn jetzt gehen zu lassen.

Wir entschieden uns für letzteres.

Was auch immer jetzt passiert war, es war schlimmer als beim letzten Mal und beeinträchtigte offensichtlich nun das Gehirn selbst. Und selbst wenn es sich wieder gebessert hätte, wäre doch die ständige Angst geblieben, dass es wieder passiert.

Wir sind wirklich froh, dass wir ihm nach seinem Klinikaufenthalt nochmal fast zwei schöne Wochen Zuhause schenken konnten. Zwei Wochen in denen er (den Umständen entsprechend) nochmal Balu sein konnte. Inklusive Schnurren und Leckerlis. Aber nachdem er langsam aber stetig Gewicht verloren hatte und Arthrose bekam, dann die Bauchspeicheldrüsenentzündung, die Verengung am 2. Halswirbel und jetzt ein kompletter Zusammenbruch, zeigte sein Körper eindeutig, dass er nicht mehr konnte. Und auch wenn wir nicht viel über seine ersten vier Lebensjahre im Schrebergarten wissen, so waren wir jetzt bis zum Schluss bei ihm. Er war zumindest satt und das Schlimmste am Einschläfern dürfte der Picks ins Bein gewesen sein. Insgesamt ist das Ganze sehr friedlich abgelaufen.

Sicarius

Balu – Ein Statusupdate

Das Universum hat gefühlt schon einen kleinen Knall. Fehlt nur noch, dass unser Auto explodiert (der Reifen hinten links verliert schon Luft…) oder das Haus abbrennt. NEIN, das war jetzt keine Herausforderung! Lass das, Universum! Wir brauchen beides dringend noch.

Ein Balubrot mit großen Augen

Wir haben auf der Arbeit seit Wochen extrem viel zu tun mit täglichen Überzeiten und keinerlei Ende oder Erholungsphase in Sicht. Privat hatte Lysanda ein größeres Projekt im Dezember, was viel Zeit fraß und unseren Weihnachtsurlaub dominierte. Ende 2025 ist dann der letzte verbliebene Bruder meines Vaters gestorben. Die Beerdigung war aufgrund von Rückstau im Krematorium erst vergangenen Samstag. Und natürlich jetzt die ganze Balu Situation, weshalb wir Zuhause derzeit auch nur noch am Rotieren sind und grad so das Nötigste hinbekommen – inklusive eines deutlichen Schlafdefizit bei mir.

Wenig überraschend ist der heutige Eintrag also wieder ein Balu-Statusupdate. Gibt einfach grad wenig andere Themen in der Casa Lysanda, über die ich Zeit habe zu berichten. Ja, theoretisch noch Star Trek: Discovery, aber das ist mir grad zu viel Aufwand. Doch bei allem Gejammer: Immerhin gibt es in Sachen Balu Positives zu berichten.

Die letzte Woche

Fangen wir aber erstmal mit dem Negativen an: Balu hatte seit vorletztem Wochenende sehr feuchten Kot. Kategorie “Durchfall”, obwohl es kontrolliert aus ihm rauskam. Halt nur sehr flüssig. Gefiel uns gar nicht, schon allein wegen dem damit verbundenen Flüssigkeitsverlust. Wir haben erstmal das Futter auf “nur noch eine Sorte” umgestellt. Um auszuschließen das es davonkommen könnte. Am Ende haben wir ihn am Mittwochvormittag eingepackt und sicherheitshalber zu unserer regulären Tierärztin gefahren. Die Praxis hatte leider an dem Tag nur bis mittags offen. Er konnte deshalb nur rund eine Stunde dableiben. Sind dann entsprechend donnerstags nochmal hin und haben ihn für den Tag abgegeben. Er wurde dort dann mit Infusionen aufgepäppelt, mit Kortison versorgt und – zur Freude von Balu – mit Trockenfutter verwöhnt. Außerdem bekamen wir:

Sein Kot ist mittlerweile etwas besser in der Konsistenz, aber es ist definitiv noch Luft nach oben. Wird hoffentlich bald wieder ganz fest. Bis dahin muss er damit leben, dass wir ihn mindestens einmal am Tag baden müssen. Es kommt schließlich da raus, wo er gerade liegt und wenn wir das nicht mitkriegen (nachts z.B.), dann wälzt er sich mehr oder weniger darin. Das würde bei fester Konsistenz freilich auch passieren. Die Angriffsfläche wäre aber nicht ganz so groß wie ein feuchter Flatscher auf dem Lacken. Und nein, er wälzt sich nicht bewusst darin. Er kann sich halt immer noch nur bedingt davon wegbewegen. Gleichzeitig ist er im Schlaf sehr aktiv. Im Ergebnis haben wir nach dem Aufstehen für ein paar Stunden eine feuchte und nicht so ganz gut auf uns zu sprechende Katze :smile: . Immerhin tun die Nässeschutzunterlagen, was sie sollen. Gab bislang nur 1-2 Vorfälle wo ich auch die darunter liegenden Decken mitwaschen musste.

Die Futtersituation

Während er mit den Antibiotika und dem Flora Complex keine Probleme hat, will er das Ibedex allerdings absolut nicht fressen. Und zwar egal wie schmackhaft wir es ihm gemacht haben. Scheint irgendwie sehr komisch zu riechen und alles andere zu überdecken. Glücklicherweise hatten wir uns genau für diesen Fall bereits Mitte Dezember, bevor das alles losging, einen 1.000er Pack PetCaps* von Capsuline gekauft. Das sind leere Kapseln der Größe 3 (also ziemlich klein), die mit Hähnchengeschmack besprüht sind. Dazu noch einen passenden Kapselfüller* und wir konnten das Ibedexpulver verfüllen. Gut, der verlinkte Kapselfüller hat nicht so richtig funktioniert und stattdessen die 100 Kapseln beschädigt. Ging entsprechend wieder zurück. Sie sind jedoch glücklicherweise fest genug zu, dass wir sie in ein Stückchen Käsewurst einpacken können. Dieses “Bescheißerle”, wie es so schön heißt, frisst er dann auch mit Begeisterung. Übrigens scheint der Hähnchengeschmack der Leerkapseln auch nicht so der Brüller zu sein. Ein paar Gelatinekapseln in der gleichen Größe und das in was Leckeres gepackt (Käsewurst, Toppingpulver, etc.) würde es wohl auch tun.

Zusätzlicher Nachteil dieser Medikamenten-Experimentiererei: Katzen sind sehr schnell darin bestimmte Sachen miteinander zu verbinden. D.h. weil wir u.a. mit dem Ibedex so viel kombiniert haben, in der Hoffnung es in ihn reinzubekommen, hat er aktuell absolut keinen Bock auf Nassfutter mit Hühnchen. Und zwar egal von welchem Hersteller. Das wird er in kurzer Zeit wieder vergessen. So ist das nicht. Katzen sind schließlich keine Elefanten :wink: . Aber bis dahin müssen wir ihm andere Futtersorten geben. Aktuell funktioniert es beispielsweise ganz gut mit Pazifikthunfisch von Moments* sowie den Vitaldrinks von MACs und Carny. Wobei er auch da die Hühnerstücke aussortiert.

Die Fortschritte

Die Waschmaschine läuft aktuell täglich

Balu ist also grundsätzlich weiterhin auf unsere ständige Unterstützung angewiesen. Haben wir ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet. Bei einem Rückenmarkinfarkt kann es bis zu sechs Monate dauern, bis das Plateau an Verbesserungen erreicht ist. Gleichzeitig macht er aber auch definitiv spürbare Fortschritte. Meinte auch unsere Physiotherapeutin am Dienstag – und da hatte sie ihn nur übers Wochenende + Montag nicht gesehen! Mit Unterstützung kann er mittlerweile sogar ein paar Momente stehen und sitzen. Das mit dem Gleichgewicht ist aber noch so eine Sache. Auf dem Bauch liegen oder Zusammenkringeln wie eine normale Katze geht ebenfalls schon wieder ganz gut. Putzen hingegen ist zwar anstrengend für ihn, klappt aber in kleinen Etappen ebenfalls – inklusive einer braunen Nase als er das scheinbar mal nachts nach einem Malheur probiert hat.

Auch den Kopf kann er schon wieder ein bisschen heben und frisst entsprechend die meiste Zeit nicht mehr in vollständiger Seitenlage. Insofern liegt er zwar weiterhin den ganzen Tag nur auf den Plätzen rum, auf die wir ihn legen. Laufen ist schließlich weiterhin nicht möglich. Aber es sieht mittlerweile häufiger so aus als läge da einfach eine gesunde Katze. Außerdem wird er wehrhafter. Beim Baden versucht er sich beispielsweise zu verdünnisieren. Ist dann zwar mehr ein wegrobben und wir kriegen ihn (noch) relativ einfach wieder eingefangen. Es ist dennoch ein äußerst positiver Fortschritt. Seine Physiotherapeutin meinte schon, dass es sie nicht wundern würde, wenn er heute Abend zur Tür reinlaufen würde. Spoiler: Das wird er leider noch nicht. Wenn es allerdings so weitergeht, wird es mit etwas Glück nicht mehr lange bis dahin dauern.

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