Pichu ist schon eine Katze für sich. Wir hatten ihn zwar erwischt wie er aus dem Garten entflohen ist aber der Baumarkt hatte keine Plexiglas-Scheiben mehr vorrätig. Nur noch ein Reststück. Das haben wir dann notgedrungen mitgenommen und montiert, wie das Bild im vergangenen Eintrag zeigte. Das Ergebnis? Seht selbst:

Das Reststück war also leider zu kurz für unseren athletischen Springteufel. Und da Evonic (der Hersteller von Plexiglas) Betriebsferien hat/hatte, gab es im Baumarkt keinen Nachschub an 2mm-Plexiglas. Dickeres wäre Overkill und unangenehmer für den Geldbeutel gewesen – genauso wie farbiges. Aber natürlich ist Plexiglas nicht die einzige stromlose katzenabweisende Lösung. Das Material muss „nur“ glatt, wetterfest und UV-Licht-beständig sein. Lysanda ist entsprechend bei ihrer weiteren Recherche auf Verglasungsfolie gestoßen. Die erfüllt diese Anforderungen genauso – zumindest an der fraglichen Stelle, denn am Zaun würde sie zu viel wackeln – und ist gleichzeitig sowohl dünner als auch um circa die Hälfte billiger als Plexiglas. Also haben wir die Plexiglas-Scheibe wieder abmontiert und dafür 1,50m Verglasungsfolie mit sechs Schrauben befestigt. Aktuell sind wir guter Dinge, dass wir damit endlich diesen Ausbruchsweg komplett geschlossen haben. Die neue Außenkamera wird es hoffentlich zeigen (liegt noch in der Packstation). Ich werde weiter berichten :wink: .

Eine runde Sache

Ein Katzenrad

Kommen wir nun zu einem anderem Katzenthema. Beim Schreiben des Jahresrückblick 2019 ist mir nämlich aufgefallen, dass ich euch über eine wichtige Anschaffung in unserem Katzenhaushalt Ende Juli gar nichts berichtet hatte. Und zwar haben wir uns gedacht, dass unsere lieben Vierbeiner theoretisch durch den eingezäunten Garten nicht mehr so viel Bewegungsspielraum haben. Theoretisch, weil natürlich die Fläche drinnen und draußen völlig ausreichen würde, um sich auszutoben. Maya zeigt das besonders abends sehr eindrucksvoll, wenn sie wieder Parkour im Wohnzimmer macht. Also haben wir uns gefragt: Womit können wir vor allem Balu, der zwar sein Gewicht hält aber durchaus ein Kilo weniger haben könnte, etwas Gutes tun?

Ihr könnt es rechts auf dem Foto schon sehen: Wir haben uns ein Katzenlaufrad geholt. Da können die Kleinen zu jeder Tages- und Nachtzeit rennen bis ihnen die Puste ausgeht. Ob sie es auch tun? Das verrate ich am Ende. Kommen wir erst einmal zum Katzenrad selbst. Das stammt vom Ein-Mann-Betrieb Kesselers Catwheels (gibt es tatsächlich nur auf Facebook) und ist komplett aus Holz. Das Rad selbst hängt auf einer Autoradaufhängung. Ja, richtig gelesen. Funktioniert einwandfrei, dreht butterweich und ist pflegeleicht. Die Katzenräder stehen in verschiedenen Größen- und Ausstattungsvarianten zur Verfügung. Wir haben die Variante mit 1,2m Durchmesser, Rückwand, PVC-Lauffläche, Ständer und Holzüberbau. Machte 585€ zum damaligen Zeitpunkt – also nicht ganz billig. Aber sind das Katzen jemals? Glaube nicht.

Warum genau dieses?

Katzenräder gibt es natürlich von einer Vielzahl von Anbietern. Warum fiel also unsere Wahl auf die von Kesseler? Weil sie in den vernünftigen Katzengruppen auf Facebook hoch gelobt werden. Mund-zu-Mund-Propaganda ist eben nicht zu verachten :smile: . Gibt aber noch zwei weitere Gründe: Der erste ist, dass sie dank ihrer Bauweise wesentlich ungefährlicher sind. Was man sonst so typischerweise als Katzenrad sieht, ist meist dieser freistehende, offene Ring, der sich wahlweise auf einem Fuß mit kleinen Rädchen oder zwei offen zugänglichen Rollen dreht. Das Problem dabei: Die Katzen können dort auf zwei Seiten herausfliegen und zwischen Fuß und Rad ist Platz, um sich die Pfote einzuklemmen. Bei der Kesseler-Variante verhindert hingegen die Rückwand, dass sie nach hinten rausfliegen können. Gleichzeitig erlaubt diese es die Aufhängung so zu platzieren, dass es keine Gefahr von Verletzungen gibt. Zwar kommen sie zumindest in der Variante mit Ständer hinten an die Radaufhängung dran. Da ist aber kein riesiger Spalt oder ähnliches, womit keine Gefahr besteht.

Außerdem sehen die Holzräder wirklich hübsch aus, was für so ein doch sehr den Raum dominierendes Objekt nicht ganz unwichtig ist. Die Holzkonstruktion macht echt was her (allerdings unbehandelt – für Katzenkrallen eine Leichtigkeit diese als Kratzbaum zu missbrauchen) und die Verarbeitung erscheint mir sehr hochwertig. Alles schön glatt, keine Ecken oder Kanten und schön verarbeitet. Vor allem aber ist die Radaufhängung eine total geniale Idee. Da geht vorher das Holz in die Binsen, bevor die Probleme macht.

Die Ausstattung

Balu im Laufrad (mit Motivationshilfe)

Unsere Wahl fiel auf ein Modell mit 1,2m, weil die Katze einen geraden Rücken haben sollte, wenn sie da drin ist. Gemessen wird dazu Schulter bis Hinterteil (=Mindestradius) und das verdoppelt (=Mindestdurchmesser). Das sind bei Balu (unserer größten Katze) ca. 40cm also 80cm Mindestdurchmesser. Entsprechend hätte eins mit nur 1m gut ausgereicht, um genug Raum für ihn zu bieten. Aber wir haben den Platz und da wir bekanntlich noch länger ein Katzenhaushalt sein wollen und die Biester ja leider nicht ewig leben, wird es vielleicht mal einen größeren Nachfolger geben. Unsere Knuddelgöttin Kessy war schließlich schon eine schicke Katze (Maine Coon). Insofern sind wir auf Nummer Sicher gegangen für unsere jetzigen Haustiere und haben noch Luft nach oben für zukünftige Begleiter.

Die Laufbahn haben wir mit PVC auskleiden lassen, weil wir bei Teppich die Angst hatten, dass doch mal jemand hängen bleibt. Wir sehen häufig wie z.B. Lyssi allein schon in der Bettdecke oder der Gardine mit den Krallen festhängt. Das wäre mit einer sich bewegenden Sache alles andere als lustig. Außerdem lässt es sich wesentlich einfacher reinigen und die Katzen hören besser, ob gerade Leckerli drin sind. Das ist gleichzeitig ein Nachteil, denn wir hören die Krallen beim Laufen auf dem PVC ebenfalls. Ist aber nicht schlimm, so hören wir wenigstens, wenn einer es benutzt, denn das Rad selbst ist Geräuschlos. Ständer und Holzüberbau waren hingegen rein zweckmäßige Entscheidungen. Ich hatte keinen Bock ein riesiges Loch für die Wandhalterung zu bohren und da an der Stelle vorher ein Regal stand, war es ganz praktisch nicht die komplette Auflagefläche zu verlieren. Gefällt auch den Katzen ganz gut da oben drauf zu sitzen bzw. vom Kratzbaum aus draufzuspringen. Speziell Jules sitzt außerdem gerne hinter dem Rad auf dem Querbalken an dem die Radaufhängung befestigt ist.

Die Nutzung

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil des heutigen Eintrags: Die Erfahrungen mit dem Katzenrad. Die erste Erkenntnis: Ohne Training würden unsere lieben Tierchen das Ding vermutlich heute noch nicht benutzen. Speziell Balu mussten wir mit Grillzange und Käse – weil er nach Leckerlis schlägt – erst dazu motivieren überhaupt ins Rad zu gehen und dann auch noch darin zu laufen. Die Bewegung war ihnen doch sehr uneinheimlich. Hat entsprechend ein paar Tage gedauert, bis überhaupt die erste Katze alleine reinging.

Lyssi hat das mit dem „Laufen“ nicht ganz verstanden…

Pichu schaut das Ding stattdessen mittlerweile mit dem Arsch nicht mehr (war nur anfangs mal kurz drin). Maya hingegen geht zwar nicht rein, findet seine Funktion als „Leckerliglücksrad“ (bei hohem Tempo fliegen die logischerweise raus) echt super. Aber aus der Sicht unserer Siam-Mixe hätten wir das Teil nicht gebraucht. Zum Glück haben wir fünf Katzen: Jules nutzt es vermutlich von allen am intensivsten. Allerdings aus den völlig falschen Gründen. Er geht gefühlt nur selbstständig rein und rennt, um unsere Aufmerksamkeit zu erwecken und gleichzeitig, um sich selbst zu streicheln. Ja, ihr habt richtig gelesen. Scheinbar schubbelt die Rückwand so schön an der Backe oder so. Er schmiegt sich beim Laufen auf jeden Fall immer dran und fällt fast über seine Füße deswegen.

Lyssi geht ebenfalls rein, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Sie läuft aber tatsächlich auch hin und wieder einfach so aus Spaß. Am besten gefällt ihr jedoch die Schaukelfunktion. Sprich sie geht rein, läuft eine Runde und setzt sich dann in die Mitte und genießt, wie das Rad ausschwingt. Sehr komisches Verhalten aber wenn es Spaß macht… Balu hatte hingegen am Anfang sehr viel Respekt dem Rad gegenüber, geht aber nun ebenfalls von sich aus ab und zu rein und dreht seine 2-3 Runden. Ist nicht viel (bei allen) und absolut kein Vergleich zu den ganzen Videos von Bengalen, die teilweise zu zweit darin ihre Runden auf Höchsttempo drehen. Aber zum einen sind Katzen eher Sprinter als Ausdauerläufer und zum anderen ist es besser als gar keinen zusätzlichen Schritt zu tun. Vermutlich tut sich da langfristig auch noch ein bisschen was. Es steht ja erst ein gutes halbes Jahr hier rum und vor allem Pichu, wenn wir alle Löcher im Garten gestopft haben, sucht dann vermutlich Möglichkeiten sich austoben zu können.

Fazit

Balu im Wandbett

Zwei Katzen gehen nicht rein und die drei anderen laufen nur sporadisch und kurz? Klingt nach einem Fehlkauf. Nein, es ist aus unserer Sicht trotzdem eine sinnvolle Anschaffung gewesen. Wir hoffen natürlich, dass das mit dem Laufen noch mehr wird über die Zeit. Aber selbst, wenn nicht: Sie bewegen sich zumindest ein bisschen mehr als ohne und jeder hat für sich einen Nutzen gefunden – und wenn es nur das Sitzen auf dem Querbalken ist. Und solange es den Katzen Spaß macht, kann es kein Fehlkauf gewesen sein. Widersprüche nicht erlaubt :wink: !

Ich frage mich allerdings, ob eine andere Anschaffung der letzten Zeit wirklich hilfreich für die Nutzung des Katzenrads war. Wir haben nämlich zwei Wandliegebetten von zooplus geordert. Da wir mittlerweile doch häufiger im Home Office arbeiten (siehe Jahresrückblick 2019), wollen natürlich auch die Katzen bei uns sein. Bislang hieß das, dass sie auf dem Laptop, auf der Tastatur oder sonst wo im Weg lagen. Also hatten wir uns zum Test erst einmal eins der Bettchen mit maschinenwaschbarem Polster angeschafft. Das war dann so begehrt (sie haben sich fast drum geprügelt), dass wir nun ein zweites an die Wand gemacht haben. Anfangs hatten wir etwas bedenken, weil das Bettchen selbst nur mit Klett am Holz fest ist aber es hält erstaunlich gut. Für den Preis (Achtung: Es sind keine Schrauben und Dübel dabei!) also eine super Sache, die richtig gut angenommen wird. Aber jetzt liegen sie halt den ganzen Tag da drin statt das Laufrad zu benutzen…

Naja, egal. Damit soll es das erst einmal mit dem Thema Katzen gewesen sein. Nächste Woche geht es definitiv mal wieder um etwas anderes :smile: . Bis dahin!

Überall Plexiglas!

Über ein Jahr ist unser Katzenzaun nun fertig und unsere fünf Vierbeiner theoretisch auf das Grundstück begrenzt. Selbst unseren Ausbrecherkönig Pichu hatten wir aus unserer Sicht erfolgreich festgesetzt. Doch wie im Jahresrückblick erwähnt: Er hatte tatsächlich erneut eine Lücke gefunden, über die er auf das Hausdach kam. Von dort (einmal komplett drüber!) gelangte er auf das Dach der Terrasse und dann mit einem Sprung auf das Garagendach in die Freiheit. Extrem umständlich und gefährlich (ein gefrorener Ziegel und er wäre weg vom Fenster). Und obwohl wir dort reichlich Plexiglas verbaut haben, haben wir ihn gestern schon wieder außerhalb des Zauns erwischt! Gleichzeitig soll Maya angeblich im Sommer ihre akrobatischen Fähigkeiten ausgenutzt haben, um auf das Garagendach der Nachbarn zu gelangen. Diese Lücke ist noch komplett offen aber Maya geht aktuell wegen der Kälte sowieso nicht gerne raus. Entsprechend ist das Pichu-Problem wichtiger.

Die Konsequenz

Und von wem haben wir erfahren, dass die Siam-Mixe uns immer noch stiften gehen? Von den Nachbarn! Nene, das können wir uns hier von der CasaLysanda CatSecurity GmbH & Co. (Motto: „Ihr bleibt gefälligst Zuhause!“) natürlich nicht gefallen lassen. Es war an der Zeit endlich den von Lysanda schon länger geforderten Überwachungsstaat auszurufen! Wir haben uns also schon wieder neue harte Ware angeschafft: Zwei IP-Kameras. Eine für innen und eine für außen.

Erneut waren meine bisherigen Erfahrungen mit Kameras quasi <=0. Aber aus dem Arbeitsleben kennt man das ja: Am Anfang des Projekts sammelt man erst einmal die Anforderungen (Neudeutsch „User Stories“), macht daraus ein Technical-Solution-Dokument und geht damit dann in die Ausschreibung, auf die sich die Hersteller bewerben. Anschließend wählt man den aus, der das beste Preis- und Leistungsverhältnis hat, integriert die Sache in sein Ökosystem und feiert sich für seinen tollen Projekterfolg. Was waren also unsere Anforderungen?

Innenkamera

Der Katzenbesitzer möchte den Futterplatz überwachen, also einen sehr begrenzten Bereich bei dem die Bildqualität auch nicht ganz so wichtig ist (wir können unsere Katzen gut auseinanderhalten). Es geht dabei nicht darum zu sehen, wann der Napf leer ist (das sagen uns die Katzen schon frühzeitig). Stattdessen wollen wir über eine gewisse Zeit beobachten können, ob jeder unserer Vierbeiner (speziell Lyssi und Maya) genug frisst. Sprich die Kamera muss eine gute Bewegungserkennung haben, um zu sehen, wenn eine Katze am Napf ist und das auch in völliger Dunkelheit. Zusätzlich, weil ich keinen Bock habe ständig SD-Karten manuell auszulesen und (oft kostenpflichtigen) Cloud-Storage zu nutzen, sollte sie mit unserem Synology NAS zusammenarbeiten können.

Außenkamera

Der Katzenbesitzer möchte die typischen Ausbruchsstellen im Garten (Zaunecke, Garagendach) einsehen. Die Kamera braucht dafür eine gewisse Reichweite, weil sie an der Hauswand unter dem Terrassendach hängen soll und muss selbst auf dieser Entfernung und bei Dunkelheit die Bewegung einer Katze erkennen können. Die Bildqualität muss auch entsprechend etwas höher ausfallen, damit zum einen erkennbar ist, welche Katze es ist und wie sie ihren Ausbruch vornimmt. Wie bei der Innenkamera gilt, dass ich sie an den Synology NAS anschließen möchte.

Auf Basis dieser Anforderungen habe ich dann fleißig im Internet recherchiert – leider gibt es keine Herstellerbewerbungen im Privatbereich – und habe das hier gekauft:

Innenkamera

Die HiKam S6 (im Nachtsichtmodus)

Die Wahl fiel auf die echt putzige HiKam S6 aus Deuschland. Auf dem Papier erfüllte sie nicht nur die Anforderungen, sie war bei Amazon außerdem gerade ein Blitzangebot. Sprich statt 70€ gab es sir für nur 23€. Da haben wir logischerweise nicht lange überlegt – und sind absolut zufrieden mit dem kleinen Teil. Sie hat einen Betrachtungswinkel von 110° und nimmt Videos mit einer Auflösung von 1280×720 auf. Sie hat eine hervorragende Nachtsicht dank 10 Infrarot LEDs und kann sowohl Ton aufzeichnen als auch wiedergeben. Von Letzterem sollte man übrigens die Finger lassen, weil die Katzen gerne erschrecken, wenn sie aus dem Nichts angesprochen werden und dann vielleicht anfangen den überwachten Bereich zu meiden.

Zur Einrichtung und Nutzung der Kamera wird die offizielle Herstellerapp namens HiKam Pro benötigt. Die hat zwar saumässig schlechte Bewertungen aber zum einen kommt man nicht drum herum und zum anderen hatte ich für unseren Einsatzfall bislang keine Probleme. Dieser ist schlicht die Konfiguration und die mobile Live-Ansicht. Da weder SD-Karte noch Cloud Storage aktiv sind, stehen so Sachen wie gespeicherte Videos abspielen hier nicht zur Verfügung. Das passiert alles auf dem NAS.

Aber zurück zur Einrichtung: Kamera in der Nähe des Routers an den Strom angeschlossen, die Bootsequenz abgewartet, in der App den „AP mode“ aktiviert (AirLink steht z.B. ebenfalls zur Verfügung), den Schritten auf dem Bildschirm gefolgt (u.a. WLAN-Zugang einrichten und Passwort für die Kamera vergeben) und fertig. Das ging echt Ratzfatz und ohne großen Aufwand – und zwar sowohl auf meinem iPhone als auch auf Lysandas Android-Gerät. Neben der Live-Ansicht stehen natürlich noch viele Einstellungsmöglichkeiten wie Alarme aufzeichnen, Firmware-Updates, „nur Personenerkennung“ oder „kein Fischaugeneffekt“ zur Verfügung. Das meiste brauchen wir aber nicht, da die eigentliche Steuerung über die NAS-Software erfolgt. Also konnten wir sie ausrichten und mit zwei Schrauben am Holzregal neben dem Futterplatz befestigen.

Die Überwachungssoftware

Synology Surveillance Station Live-Ansicht

Die auf dem Synology NAS benötigte Überwachungssoftware nennt sich passenderweise Synology Surveillance Station. Da es sich bei der HiKam S6 um eine IP-Kamera handelt, ist die Einbindung ebenfalls ratzfatz erledigt. Eine Netzwerksuche über die ONVIF-Schnittstelle und schon ist das Gerät gefunden, ausgelesen und eingerichtet. Synology unterstützt die HiKam-Kameras offiziell, was es logischerweise noch einfacher macht. Fortan übernimmt die Surveillance Station fast alle Funktionen, die ihr mit der App machen müsstet. Sprich hier stellt ihr ein, was und wie aufgezeichnet wird und habt nicht nur ebenfalls Zugriff auf die schicke Live-Ansicht, sondern natürlich auch auf eure Aufnahmen – sogar in einer coolen Chronik-Ansicht in der ihr die Aufnahmen eines ganzen Tages am Stück anschauen/durchscrollen könnt.

Die Futterplatzkamera ist derzeit so eingestellt, dass sie nur auf Bewegung reagiert. Dann nimmt sie 10sek vor und nach sowie natürlich das Ereignis selbst in höchster Qualität auf. Sprich sie zeichnet technisch gesehen ständig auf, aber die Software speichert eben nur dann, wenn es was zu berichten gibt. Diese Aufnahmen werden 14 Tage lang aufbewahrt (bei uns knapp 20 GB) und dann automatisch der älteste Tag komplett gelöscht. Das sind je nach Tag zwischen 100-200 Aufzeichnungen mit einer durchschnittlichen Länge von 1-2min – abhängig davon wie aktiv die Katzen sind, wie lange sie fressen und ob wir Zuhause sind oder nicht (wir haben bewusst die Wohnzimmertür mit im Blickwinkel gelassen).

In der Software selbst legt ihr außerdem fest in welchem Bereich etwas erkannt werden soll mit entsprechenden Schwellwerten und Empfindlichkeitswerten. Es können sogar kurze Bewegungen komplett ignoriert werden. Für die Futterplatzkamera waren hier aber keinerlei Einstellungen unsererseits nötig. Das einzige, was ich zusätzlich machen musste, war der Kamera im Router eine feste IP zuzuweisen. Da wir nachts das WLAN abschalten, hatte sie mit einer dynamischen IP immer Probleme sich morgens wieder richtig einzufinden (hat dann einen kurzen Reset gebraucht). Seit ich die feste IP drin habe, passiert das nicht mehr.

Außenkamera

Die HiKam A7 HD

Bei der Außenkamera gestaltete sich die Suche etwas schwieriger. Zuerst fiel die Wahl auf die sündteure (UVP 300€) NetAtmo Presence. Die ist technisch gesehen der Wahnsinn. Eine eingebaute LED-Lampe, extrem gute Bildqualität sowohl tags als auch nachts, ein Betrachtungswinkel von 100°, sehr hohe Reichweite, perfekte Bewegungserkennung inkl. Unterscheidung zwischen Mensch, Tier und Fahrzeug und eine übersichtliche App. Leider hatte sie zwei Nachteile: Zum einen kann sie nicht in den NAS eingebunden werden. Die Funktionen der Surveillance Station konnte ich also nicht nutzen. Es war nur möglich die Aufnahmen per FTP auf den NAS zu speichern. Hintergrund ist wohl, dass die Erkennungsfunktion es nicht erlaubt den Kamerastream direkt abzugreifen. Es gibt somit außerhalb der App (wo eine Live-Ansicht zur Verfügung steht) nur Zugriff auf das aufgezeichnete Ergebnis. Zum anderen ging sie schon vor der finalen Montage kaputt. Einfach aus- und nicht mehr angegangen. Also zurück an den Händler und da mich das mit dem FTP trotz der geilen anderen Features schon störte, machte ich mich auf die Suche nach einem Ersatz.

Nach den überraschend guten Erfahrungen mit der HiKam S6 gab es passenderweise ein weiteres Blitzangebot bei Amazon, weshalb ich mir nach etwas Überlegung die HiKam A7 HD (2. Generation) für 60€ statt 99€ holte. Etwas Überlegung war deshalb notwendig, weil der Einsatzfall wie oben geschrieben einen breiten Betrachtungswinkel und eine gewisse Reichweite erfordert. Da war ich mir bei der HiKam A7 HD etwas unsicher, da sie nur 80° und eine Auflösung von 1280×960 hat. Aber Zurückschicken ist in unserer heutigen Gesellschaft ja an der Tagesordnung also hatten wir nichts zu verlieren :wink: .

Taugt sie was?

Ein Negativpunkt, den ich direkt beim Auspacken festgestellt habe, sind die Kabel. Davon hängen vier Stück an der Kamera einfach so rum. Eine (abschaltbare) Status-LED, ein Reset-Knopf mit Deckel, der (optionale) LAN-Anschluss und das Stromkabel (mit Stecker). Etwas bescheuert, vor allem wenn ich an den eigentlichen Einsatzfall solch einer Kamera denke (Einbrecherschutz). Da geht die Außerbetriebnahme sicherlich ziemlich einfach. Aber gut: Unsere Katzen werden vermutlich keine Kabel durchschneiden, also ist es „nur“ eine optisch unschöne Sache.

Die Einrichtung sowohl in der App als auch der Surveillance Station gingen hingegen wie erwartet ohne irgendwelche Komplikationen vonstatten. Ich habe sie ebenfalls einfach ins WLAN-Netzwerk eingebunden, da ich weder Bock hatte noch den Mehrwert eines direkten LAN-Anschlusses gesehen habe für unseren Einsatzzweck. Erste Tests – sie hängt noch nicht an ihrer finalen Position – stimmen uns vorsichtig positiv, dass Auflösung, Reichweite und der Winkel von nur 80° (etwas weniger, wenn man den Fischaugeneffekt ausschaltet) sowohl am Tag als auch bei Nacht (sie hat 24 Infrarot-LEDs) für unsere Zwecke ausreichen werden. Anders als bei der Futterplatzkamera muss ich aber die Ereigniserkennung genauer definieren. Je nach Empfindlichkeit reagiert das System beispielsweise schon auf die Bewegung von Wolken. Das sieht zwar cool aus aber es macht trotzdem Sinn den Erkennungsbereich entsprechend um den Himmel zu reduzieren. Sonst könnte ich einfach die Daueraufnahme aktivieren :smile: . Und auch die Einstellung für die Empfindlichkeit und das Thema kurze Bewegungen werde ich mir dann nochmal anschauen müssen. Nicht, dass bei jeder Grashalm- oder Mückenbewegung schon aufgezeichnet wird. Gleichzeitig ist unser Pichu auf den Testaufnahmen überraschend wenig zu sehen, was ich weder verstehe noch gut finde.

HiKam A7: Live-Ansicht aus der App heraus

Nachdem wir Pichu bei einem seiner Ausbrüche erfolgreich erwischt und das Loch aus unserer Sicht geflickt haben, ist die Außenkamera nun erstmal auf die Katzenklappe und eins der Katzenklos gerichtet. So können wir ein wenig die Raus- und Reinbewegungen beobachten bis wir das notwendige Material aus dem Baumarkt besorgt haben, um sie an ihrer richtigen Stelle zu montieren. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob die HiKam A7 im Gegensatz zur S6 bleiben darf – eben, weil Pichu verdächtig selten zu sehen ist – oder wir doch noch ein anderes Modell brauchen. Aber ohne es an der richtigen Stelle getestet zu haben, werde ich diese Entscheidung wohl nicht treffen können.

Update: Das Ergebnis der weiteren Tests war, dass die Qualität der Bewegungserkennung absolut nicht ausreichend ist für unsere Zwecke. Wir haben die HiKam A7 entsprechend wieder zurückgeschickt und sind auf der Suche nach Ersatz.

Die liebe Sicherheit

Stellt sich zum Abschluss – wie bei jedem IoT-Gerät – die Frage nach der Sicherheit. Nun, ich habe mal wieder nichts Aktuelles im Internet gefunden. Ich wurde nur erneut bei Robert Penz fündig, der anno 2016 absolut nicht begeistert war. Allein in den ersten zwei Stunden hatte er mehrere schwerwiegende Security Risks vor allem dank unverschlüsselter Datenübertragungen in der alten Version der HiKam A7 gefunden. HiKam versprach ihm zwar damals die Probleme zu beheben, ob es wirklich passiert ist weiß aber natürlich wieder keiner…

Grundsätzlich sind es IP-Kameras, hängen also in unserem Fall im WLAN und sind Teil des Netzwerkes. Sie und der dazugehörige RSTP-Stream sind theoretisch über einen Namen und ein Passwort geschützt (der Stream erst nach manueller Aktivierung!!). Blöd ist nur, dass sich der Standardbenutzername nicht ändern lässt und das Standardpasswort mit „123“ auch nicht wirklich sicher ist. Will gar nicht wissen, wie viele Leute das nicht geändert haben bei der Konfiguration. Sprich wer mal im WLAN ist, kann den Stream ziemlich einfach abgreifen. Ansonsten sind es natürlich weitere Geräte im Netzwerk, die Signale senden und empfangen und damit ein weiteres mögliches Einfalltor ins eigene Netz. Hatte ich schon erwähnt, dass man sich einfach kein IoT-Gerät anschaffen sollte? Egal wie bequem es ist? Ja? Okay…

Epilog

HiKam S6: Maya am Futterplatz (Screencap einer Aufnahme)

Zwei Sachen kann ich abschließend noch erwähnen: Beide Kameras können nur im 2,4Ghz-WLAN-Band arbeiten. Und ich habe meinen alten WLAN-Repeater (den AVM FRITZ!Repeater 310) gegen den etwas leistungsstärkeren AVM FRITZ!Repeater 2400 ausgetauscht. Die Befürchtung war, dass die Bandbreite sonst nicht mehr ausreicht bei so vielen Geräten. Ob es aus diesem Grund wirklich notwendig gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber der alte Repeater hat sowieso schon öfters Probleme gemacht (Verbindungsprobleme und sowas) und er konnte ebenfalls nur 2,4 Ghz. Entsprechend waren die Kameras jetzt nur ein Vorwand ihn endlich mal auszutauschen und damit gleichzeitig auch in die entlegeneren Bereiche des Hauses mehr Bandbreite zu bringen.

Und damit sind wir am Ende des heutigen Eintrags angekommen. Zusammengefasst können wir zwar noch nicht jeden Schritt und Tritt unserer Katzen verfolgen aber wir haben den ersten Schritt getan. Bald können wir dann den 24/7-Livestream auf Mixer einrichten und fett Kohle machen mit den faul herumliegenden Biestern :smile: . Und darum geht es doch, oder nicht?!

Wir mussten sie mit der Spritze zum Fressen motivieren.

Maya ist seit Freitag offiziell die teuerste Katze in diesem Haus. Ihre Therapie hat uns schon knapp 2.500 Euro gekostet – und sie ist erst 15 Monate bei uns! Bislang hielt diesen Rekord Lyssi dank ihres mehrtägigen Aufenthalts in der Tierklinik, der mit rund 1.340 Euro zu Buche schlug obwohl sie nichts gefunden haben. Nein, Maya ist zum Glück nichts (Ungeplantes) passiert. Aber nachdem wir die Sache mit dem Schnupfen weiterhin einfach nicht in den Griff kriegen und die Tierärztin beim letzten Besuch meinte, dass das Zahnfleisch schon wieder stark entzündet ist haben wir uns entschieden den Kahlschlag anzuordnen.

Zahnlose Prinzessin

Ja, Maya besitzt jetzt nur noch ihre vier Eckzähne. Die neun anderen nach der ersten Operation verbliebenen Zähne (ob noch Gesund oder schon Befallen) wurden ihr entfernt. Warum auch die Gesunden? Nun, ihre erste Zahnbehandlung fand im April statt und kein halbes Jahr später sind schon wieder die nächsten befallen. Wesentlich schneller als von allen Beteiligten erwartet. Und da jede Narkose ein Risiko ist – vor allem für eine Katze, die immer noch zu wenig Fleisch auf den Rippen hat – wollten wir mit ihr nicht alle paar Monate dieses Spielchen spielen. Maya scheint die Narkose zudem nur schlecht zu vertragen und so war die Gehirn-Körper-Anbindung im Gegensatz zu Balu, der abends schon wieder rumlief, erst am nächsten Morgen halbwegs vorhanden. Also haben wir gesagt: Noch einmal aber dann alles bis auf die Eckzähne, da diese eher selten von Forl betroffen sind und für die Kieferstabilität wichtig sind.

Und da sie schon in Narkose war gab es gleichzeitig eine schicke Nasenspülung sowie erneut einen Abstrich, um zu schauen ob wir zumindest die Mykoplasmen und Pasteurellen losgeworden sind (Ergebnis erwarten wir diese Woche). Den Calicivirus kriegen wir ja bekanntlich nie los aber Lysanda meint nach mehreren intensiven Recherchen, dass selbst bei einer chronisch kranken Katze dadurch eben nicht so ein dauerhafter Nasenausfluss stattfinden sollte. Wir hatten nach der Behandlung im April zwar mehrere Wochen Antibiotika in die Katze geworfen aber geholfen hat es faktisch nicht. Der Herd muss also irgendwo sein wo das Mittel entweder nicht hinkommt oder der immer wieder zügig nachwächst. Der einzige uns bekannte, dauerhafte Entzündungsherd waren neben der Nase an sich ihre Zähne. Entsprechend ist nun die Hoffnung, dass es ohne Gebiss zumindest spürbare Fortschritte gibt.

Der Oberkiefer von Balu

Hoffen wir das Beste. Das Narkosemittel ist zum Verfassungszeitpunkt endlich aus ihrem System und sie wieder voll bei Sinnen – nachdem sie uns am Freitagabend von der Heizung gepinkelt hat. Ja, sie stört das alles (zum Glück) zumindest äußerlich ziemlich wenig. Sie war und ist eine quietschfidele Katze mit viel Blödsinn im kleinen Hirn, die beim Futter wie vorher gut zulangt. Aber die Rotzerei belastet durchaus nicht nur uns, sondern auch das Haus (ihr wollt kein aktuelles Foto unserer Wohnzimmerwände sehen…).

Tanker mit vorbildlichem Gebiss

Nicht nur Mayas Katzenzähne waren ein Thema in unserem Haushalt. Auch der liebe Balu „durfte“ (er ist auf der Fahrt fast gestorben) zum Tierarzt, nachdem unsere mobile Ärztin ihm massiven Zahnstein im Bereich der Backenzähne diagnostizierte. Ja, das gibt es nicht nur bei Menschen. Tiere bekommen das ebenfalls. Muss zwar nicht jedes Jahr gereinigt werden aber 1-2mal im Tierleben sollte man es erfahrungsgemäß tun, um Entzündungen vom Zahnfleisch entweder vorzubeugen oder wieder verschwinden zu lassen. Leider geht das bei Katzen nur in Narkose mit – wie oben erwähnt – entsprechenden Risiko. Und da Balu mit seinen 7 1/2 Jahren nicht mehr ganz der Jüngste ist, war das jetzt ein ganz guter Zeitpunkt für seine vermutlich einzige Zahnsanierung im Leben – auch wenn ihn offensichtlich der Zahnstein nicht am Essen gehindert hat. Es sei denn, er ist mit 15 immer noch so fit wie heute und hat wieder viel Zahnstein. Dann gibt es vielleicht noch eine Zweite :smile: .

Hat knapp 240 Euro gekostet die Sache (Zahnreinigung + Dentalröntgen) und jetzt hat er wieder ein strahlendes Gebiss. Wurde sogar von der Tierärztin gelobt. Und er durfte mit seinem kompletten Gebiss wieder nach Hause fahren. Er mag eine dicke Wampe haben unser Großer aber gesundheitlich ist er definitiv gut in Schuss. Zumal wir endlich die Quelle seiner Allergie gefunden haben: Lysandas Schokominze im Garten. Wenn die blüht, dann bekommt Balu seine Hubbelchen auf der Nase. Also hat Lysanda ihr über den Sommer regelmäßig die Haare gestutzt. Vermutlich fliegt sie langfristig sogar ganz aus dem Garten (wir schmecken keinen Unterschied zwischen Minze und Schokominze). Unseren Katzen soll es ja schließlich gut gehen.

Ein Kuschelmonster unter Beobachtung

Unser hübscher Jules

Beim Thema Zähne dürfte hingegen Jules als nächstes dran sein. Der hat ebenfalls schon eine Stelle mit gerötetem Zahnfleisch. Wir wissen aber noch nicht was sich dahinter verbirgt. Das findet man nur per Dentalröntgen raus. Auch Forl ist ohne nicht zu erkennen, da dabei ja bekanntlich sich die Wurzeln in Luft auflösen. Also wird er ebenfalls mal einen Ausflug zum stationären Tierarzt machen. Da es aber erst eine Stelle ist und der Rest seines Mundes – abseits seiner riesigen Hauer namens Eckzähne – soweit gut aussieht, hat es offensichtlich noch Zeit. Man muss ja die Katzen (und den Geldbeutel) nicht unnötig quälen.

Pichu und Lyssi hingegen haben weiterhin ein perfektes Gebiss. Okay, Lyssi fehlt seit dem Unfall bekanntlich ein Eckzahn aber ansonsten ist soweit alles super. Und ich behaupte sogar, dass es Lyssi durchaus cool findet, dass der eine Zahn fehlt. Zumindest macht sie sehr häufig einen auf Pirat (die Lefze etwas hochgezogen) und brummelt dabei abfallend, wenn ihr etwas nicht passt. Gibt gar keinen Grund für sie das Gesicht zu verziehen außer eben, dass ihr das auf irgendeine Art und Weise zu gefallen scheint. Oder sie weiß um die bedrohliche Wirkung dieser Geste. Stören tut sie es auf jeden Fall nicht.

Und damit wisst ihr mehr über den Zustand der Zähne unserer Katzen als ihr jemals wissen wolltet. Schaltet also auch nächste Woche wieder ein, wenn es nicht schon wieder heißt: Aus dem Leben von fünf Katzen.

Sicarius

Drei Streuner weniger

Fremde Katzen im Haus

Letzte Woche war mal wieder Action im Hause Lysanda. Sonntagabend kam entfernte (=schräg gegenüber) Nachbarschaft vorbei, um zu fragen, ob wir eine Katze vermissen würden. Sie hätten eine mit Kitten (technisch gesehen „Welpen“ – Kitten ist umgangssprachlich) bei sich im Holzstapel gefunden. Natürlich haben wir keine Katze vermisst – schon gar keine, die Schwanger werden könnte. Wenn Lyssi oder Maya werfen würden, käme das Marias Empfängnis gleich :wink: . Und raus kommt aus unserem gesicherten Garten mittlerweile bekanntlich keiner mehr. Es war also keine von unseren und ich nahm ehrlich gesagt diese Information entsprechend nur zur Kenntnis. So von wegen „Wenn ich was höre oder Lysanda auf Facebook was sieht, melden wir uns“.

Lysanda tickt da zum Glück etwas anders. Also haben wir einen Katzenkorb aus dem Keller geholt, Futter zusammengesucht und sind zu besagten Nachbarn gestampft, um nach dem Rechten zu sehen. Durch ein paar Lücken im Holz konnte man auch den ein oder anderen Blick auf Mutter und Kinder (zwei an der Zahl) erhaschen. Der Plan war relativ schnell klar: Sie mussten ins Tierheim (ggf. Besitzer feststellen, Untersuchen, Kastrieren, etc.). Aber um sie dort hin zu bringen, mussten wir sie logischerweise einfangen – und dabei zwingend die richtige Reihenfolge beachtet werden. Hätten wir zuerst ein Kitten rausgeholt, wäre die Chance sehr groß gewesen, dass die Mutter mit dem anderen einfach abdampft und nicht mehr gesehen ward. Also musste zuerst sie dran glauben.

Die Rettungsaktion

Sonntagsabends (sowas passiert IMMER am Wochenende) ist logischerweise nirgends mehr was zu holen, wenn nicht grad Leben und Tod auf dem Spiel steht. Mutter und Kindern ging es immerhin soweit gut. Also haben wir den Katzenkorb dagelassen, etwas Futter reingestellt und alles weitere auf Montag vertagt.

Die süßen aber verängstigten Welpen

Am nächsten Morgen ging es dann ins Tierheim Darmstadt (liegt auf unserem Arbeitsweg), um eine Lebendfalle zu organisieren. Hatten zum Glück noch eine da, die sie uns verleihen konnten. Zwar ein uraltes und sauschweres Holzding aber solange sie funktioniert ist das Aussehen ja wurscht. Nach Feierabend also mit dem Ding und noch etwas Futter zurück zu den Nachbarn und die Falle aufgestellt. Die Mutter hatte zwischenzeitlich anstandslos das Fressen im Katzenkorb angenommen – das war schonmal ein gutes Zeichen, da die Falle somit nur eine andere Fresshöhle darstellte als die Box. Und siehe da: Keine zwei Stunden später stand die Nachbarin an der Haustür und meinte die Mutter wäre eingeschlossen. Fehlten noch die zwei Kitten, die sich hinter/unter dem Holzstapel ängstlich kauerten.

Zum Unmut des Nachbarn (er hat sich aber ebenfalls Sorgen um die Kätzchen gemacht, so ist es nicht) blieb uns entsprechend nichts anderes übrig als mit vereinten Kräften den Stapel vorsichtig abzubauen. Ging auch alles soweit glatt und Lysanda konnte die Kitten eins nach dem anderen herausholen und im Katzenkorb verstauen. Die Tierheime hatten zu diesem Zeitpunkt natürlich erneut geschlossen. Also mussten sie über Nacht bei uns bleiben.

Die Aufbewahrung

In der Lebendfalle ohne Futter, Wasser, Klo und Licht wollten wir die Mutter nicht sitzen lassen – schon gar nicht ohne ihre Kitten. Aber dank Lyssis Unfall sind wir ja mittlerweile im Besitz einer großen Hundebox. Also die im Bad aufgestellt, die Kitten reingepackt und die Mutter aus der Falle entlassen. Hatten natürlich die Befürchtung, dass sie uns dabei stiften geht, aber zu unserer Überraschung ging alles glatt. Nach etwas Orientierung pullerte sie sogar anstandslos ins Katzenklo. Spricht dafür, dass ihr Menschen zumindest nicht ganz unbekannt sind.

Sie war jedoch so nervös und hatte so viel Angst (versteckte sich zwischen Katzenklo und Korbwand), dass sie ihre Kitten im Katzenkorb (den hatten wir einfach komplett in die Box gestellt) gar nicht bemerkte. Nachdem wir den Deckel abgenommen hatten, haben sich alle drei aber dann relativ zügig in einer Ecke wieder zusammengefunden und eine Runde gekauert. Und als wir den Deckel wieder auf den Katzenkorb packten, ging die Mutter schnurstracks hinein. Die Kitten folgten mehr oder weniger schnell. Das Tierheim schätzte sie auf 5-6 Wochen alt. Das eine war äußerst mutig und hat uns angefaucht, wusste aber nicht so recht was es sonst noch machen könnte (ließ sich ohne Probleme aufnehmen). Die Mutter ist ebenfalls noch sehr jung und vermutlich war es ihr erster Wurf. Würde erklären, warum es nur zwei Kinder waren. Normalerweise schaffen Katzen locker sieben bis zehn Kitten pro Wurf (deshalb ist kastrieren so wichtig!). Nur beim ersten ist es je nach Rasse etwas weniger.

Die vorübergehende Heimat der Drei im Tierheim

Da ich am nächsten Morgen einen relativ frühen Termin auf der Arbeit hatte und unklar war, ob das für uns zuständige Tierheim in Rüsselheim die Katzen aufnehmen und vor allem auch die Mutter kastrieren würden, haben wir sie erst einmal Zuhause gelassen und telefoniert. Im Nachhinein waren unsere Befürchtungen jedoch unbegründet. Sie wurden in Rüsselsheim ohne Murren in einem Einzelzimmer (wegen der Quarantäne und dem Alter der Kitten, die in einem guten Fall bis zur 12 Woche noch besser bis zur 16. bei der Mutter bleiben sollten) aufgenommen und werden dort – sollte nicht doch die Mutter wider Erwarten geschippt sein – erst einmal bleiben. Der Transport dahin ging unproblematisch von statten, da sie ja bereits alle im Katzenkorb saßen. Gitter dran, Handtuch drüber und ab ins Auto. Die gesamte Fahrt gab es keinen Mucks aus der Box.

Fazit

Also nein, wir haben jetzt nicht plötzlich Katze 6-8 Zuhause sitzen. Und ja, Lysanda hat dies durchaus im Zweifel in Betracht gezogen, wenn alle Tierheime gesagt hätten „Untersuchung und Kastrieren ja, aber fürs Aufnehmen haben wir keinen Platz“ bzw. die Kitten hätte Darmstadt auch genommen und die Mutter kastriert. Dann hätte die Mutter aber wieder hier ausgesetzt werden sollen und das kann man an dieser vielbefahrenen Straße keiner Katze antun. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass genau dort Nica überfahren wurde und Kiwi, eine Katze vom anderen Ortsende, die Lysanda an einem Sonntagmorgen tot aufgesammelt hat.

Anfangs hatte speziell ich so meine Bedenken als Lysanda meinte „Lass uns mal guggen gehen“, schließlich haben wir so eine Fangaktion noch nie durchgeführt. Aber am Ende hätte es nicht besser laufen können und war absolut unkompliziert. Gut, dass sie SO schnell in die Lebendfalle reingeht ist vermutlich nicht die Norm aber am grundsätzlichen Ablauf hätte sich nichts geändert, selbst wenn sie uns erst über Nacht reingegangen wäre. In so einem Fall – Mutter mit Kindern, die niemand in der Umgebung kennt oder offensichtlich in der Klemme stecken – sollte man entsprechend keine Angst haben zu helfen. Die Tierheime unterstützen euch normalerweise dabei und auch in den Sozialen Medien gibt es haufenweise Tierschutzgruppen – vermutlich sogar in eurer Nähe – die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unsere örtliche Facebook-Gruppe hat sogar Helfer mit Chiplesegeräten, die im Zweifelfall ein gefundenes Tier (egal ob tot oder lebendig) auslesen kommen.

Gekostet hat uns die ganze Sache nur Zeit und etwas Sprit und zur Belohnung haben wir drei Streuner weniger auf der Straße. Tierschutz fängt eben bei jedem selbst an. Aber dabei natürlich nicht den Selbstschutz vergessen: Katzenbisse sind immer ein Fall für den Arzt/Krankenhaus aufgrund der Keime im Katzenmund und der hohen Infektionsgefahr. Im Vergleich zu Hundebissen (10 bis 20 Prozent) führen 45 Prozent aller Katzenbisse zu ernsten Infektionen.

Sicarius

Ein Katzenkrankenhaus

Katzen Kack- und Auslaufzone

Herzlich Willkommen im Hospitium Animalis St. Christopherus!

Wir sind eine hochmoderne Heil- und Pflegeeinrichtung mit Regenbogenbändern, zerstörbaren Stuckleisten und löchrigen Vorhängen sowie haufenweise, teils selbst gemachten Leckerlis. Auf Wunsch bieten wir eine geräumige Kombination aus Katzenklo und Auslaufzone mit extra hohem Gras und diversen Spiel- und Ruhemöglichkeiten. Unsere Gäste werden tagtäglich fürsorglich betreut, erhalten rund um die Uhr Mahlzeiten bestehend aus den besten Zutaten, welche die Futterfabrik hergibt. Zusätzlich haben sie Zugang zu vielen Annehmlichkeiten darunter absolute Highlights wie „Lysanda auf dem Gesicht liegen“, „Auf dem Esstisch sitzen, wenn keiner hinschaut“ oder „Ich wälz mich in den Achseln des Webmasters, weil es dort so schön stinkt“.

Aktuell befinden sich fünf Vierbeiner der flauschigen Katzenart in unserer Obhut: Balu, Lyssi, Pichu, Jules und Maya. Hier können sie ihre Krankenakten einsehen. Bitte? Datenschutz? Hab‘ ich noch nie von gehört. Gibt es das auch mit Pilzen? Naja, egal. Ich lasse sie dann mal alleine. Ich gehe davon aus, sie kommen zurecht.

Die Rotzbacke: Maya

Maya ist trotz ihrer schweren Erkrankung ein putzmunteres Wesen mit viel Schabernack im Kopf. Aus unerfindlichen Gründen verweigert sie sich der (natürlich freiwilligen) Nutzung der Auslaufzone und bevorzugt es ihre Zeit im Inneren der Einrichtung zu verbringen. Zu ihren Schlaf- und Ruhezeiten befindet sie sich am liebsten im Bett der Pfleger (ungeachtet der Anwesenheit besagter Pfleger), außerhalb vor allem zwischen Fernseher und Couch, wo sie ohne Rücksicht auf Verluste hin und her flitzt. Um dauerhafte Schäden aufgrund dieser stürmischen Verhaltensweise zu vermeiden, mussten bauliche Maßnahmen ergriffen werden. Mehr Details dazu sind in einem der kommenden Einträge namens „Tagebuch eines Hausherrn #25“ nachzulesen.

Ein Katzen-Affe namens Maya

Das Krankheitsbild von Maya zeichnete sich von Anfang an durch einen heftigen Ausfluss durch die Nase aus, der bevorzugt mit hoher Geschwindigkeit gegen Wände, Gegenstände und Menschen ausgestoßen wurde. Die Vermutung lag auf Katzenschnupfen. Eine erste (und zweite) Behandlung mit Antibiotika brachte leider keinen Veränderung. Um die Eingewöhnung nicht zu gefährden, wurde dann erst einmal auf eine weitere Therapie abseits von „Komm her, wir wischen dir die Nase ab“ verzichtet.

Nachdem aber nun die Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist (auch wenn Lyssi sie weiterhin überhaupt nicht leiden kann), wurde das Behandlungsprogramm komplett angefahren. Diese hat zwei Bestandteile: Homöopathie in Form einer Bioresonanz-Therapie und eine tierärztliche Betreuung, die mittlerweile zum Verlust von 17 Zähnen führte. Maya hatte nämlich nicht nur sehr viel Zahnstein an den hinteren Zähnen, sondern zusätzlich ein entzündetes Zahnfleisch und damit bestand ein Verdacht auf Forl, der sich leider bestätigte. Bei Forl lösen sich die Zahnwurzeln auf und es ist besser sie zu ziehen als mit den Entzündungen und den dazugehörigen Schmerzen zu leben.

Der Haupttäter

Da wir hier im Hospitalis Animalis St. Christopherus bekannt sind für unsere Effizienz, wurde die Inhalationsnarkose für die Zahnuntersuchung selbstverständlich gleichzeitig dazu genutzt eine Rhinoskopie durchzuführen sowie einen Abstrich zu nehmen (= alles zusammen ~800 Euro). Das Ergebnis: Die Patientin leidet tatsächlich an Katzenschnupfen und zwar in Form des felinen Calicivirus (FCV). Status: Vermutlich unheilbar (wobei es Studien u.a. mit Granatapfelsaft gibt, in denen Caliciviren erfolgreich im Reagenzglas behandelt wurden) und hochansteckend. Sprich alle unsere derzeitigen Patienten tragen diese vermutlich nun in sich, wenn sie diese nicht sowieso schon hatten.

Leider bringen Caliciviren häufig noch weitere lustige Gesellen mit: Pasteurellen, die wohl als ein Symptom einen extremen Nasenausfluss produzieren und Mykoplasmen, die genauso ihre eigenen Probleme verursachen. Immerhin ist es endlich gut zu wissen, was ihr die Probleme macht. Die Therapie ist nichts anderes als sie nun vermutlich mehrere Monate mit den (hoffentlich passenden) Antibiotika zuzuschmeißen und gleichzeitig ihr Immunsystem zu stärken. Immerhin: Sowohl die Bioresonanz als auch das Antibiotika scheinen tatsächlich eine Wirkung zu haben. Zumindest spricht sie mittlerweile mehr (und hörbarer) und sie niest nicht mehr ganz so oft. An ihrem Energiegehalt hat sich hingegen nichts geändert. Sie war, ist und wird vermutlich immer ein absoluter Wirbelwind bleiben.

Der erbrechende Wombat Balu und die Schnupfenriege Pichu und Lyssi

Playcat-Centrefold Pichu

Dem dicken Brummer namens Balu geht es soweit eigentlich ganz gut. Letztes Jahr war seine Allergie nicht ganz so ausgeprägt, was vielleicht am heißen Sommer lag (=Allergie-verursachende Pflanze tot) aber hoffentlich nun durch den katzensicheren Garten dauerhaft erledigt ist. Er hat jedoch in den vergangenen Wochen immer mal wieder und ohne erkennbaren Zusammenhang sich übergeben. Und das dann meist drei Mal direkt hintereinander. Die Gründe dafür können vielfältig sein und sind aufgrund der Unregelmäßigkeit nicht einfach zu ermitteln. Wir haben uns dazu entschieden ihn erst einmal zu entwurmen. Sollte das nicht helfen, wäre der nächste Schritt eine Blutuntersuchung durchzuführen. Könnte z.B. irgendetwas mit der Bauchspeicheldrüse sein. Abseits davon ist er aber putzmunter und fühlt sich vor allem im Garten pudelwohl, wenn er als Tiger im hohen Gras getarnt auf Regenbogenbandjagd geht.

Lyssi und Pichu haben sich hingegen einen leichten Schnupfen eingefangen – nacheinander. Während Pichu mittlerweile schon wieder durch ist, ist Lyssi gerade erst mittendrin. Neben sporadischem Nießen sind aber keine Symptome vorhanden, weshalb wir von baldiger Heilung ausgehen. Im Gegenteil ist sie weiterhin quietschfidel und verlangt ständig nach Leckerlis. Wer so sehr nach Leckerlis schreit kann nicht krank sein.

Der psychologische Ernstfall: Jules

Ein Jules im Garten

Am meisten Sorgen bereitet uns Jules, der Dauerpatient. Er hat zwar nur irgendwann 2-3mal genießt, zeigt also nicht einmal im Ansatz die Symptome der anderen. Dafür leidet er aber offensichtlich an einer chronischen WälzmichimDreckulenza sowie dem Hyperknuddelvirus. Eine für die Katze normalerweise ungefährliche Kombination, die aber schwere Folgen für die Betreuer haben kann – bis hin zum zwanghaften Ausziehen der Klamotten und dem anschließenden Anschalten der Waschmaschine. Auch häufig vorkommende Symptome sind bei infizierten Menschen Plötzlich-Katze-auf-dem-Schoß-haben sowie Ich-kann-dich-jetzt-nicht-gebrauchen-Reaktionen.

Die psychologische Behandlung von Jules mit „Nein“-Aussagen hat hier leider genauso wenig wie stundenlanges Dauerknuddeln zu einem Erfolg geführt. Der Patient muss weiter unter genauer Beobachtung bleiben und im Zweifel massiv durchgeknuddelt werden. Wir haben die Betreuer auf die Gefahren hingewiesen und sie mit einem Notfallknopf ausgestattet damit sie bei einer akuten Jules-Knuddelmanie sofort Hilfe erhalten.

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