Sicarius

Ein verbessertes Beben

Ein weiterer Satz Switch-Titel

Ich hab’s mal wieder gewagt bei Medimops Videospiele zu kaufen. Meine ersten Erfahrung in der Hinsicht waren ja nicht so der Brüller. Aber damals ging es um PC-Spiele mit Steam-Accountbindung. Da war es leider zu erwarten, dass so gut wie kein Key noch funktionieren würde. Dieses Mal ging es jedoch um Nintendo Switch-Spiele. Die haben keine Accountbindung (höchstens mal einen Erweiterungspass oder so) also wägte ich mich auf der sicheren Seite. Das Ergebnis ist, dass ich bei sechs Titel trotzdem einen Ausfall dabeihatte. In der Packung von Xenoblade Chronicles 2 fehlte die eigentliche Softwarekarte. Wenn der CD-Key nicht mehr geht, okay. Doch das Medium fehlt in der Packung? Das würde ich durchaus erwarten, dass es spätestens vor dem Versand auffällt. Naja, Rücksendung ist ja zum Glück kein Problem.

Ach und drei der Spiele sind die französische Fassung ohne, dass es mir vor dem Kauf bewusst war. Zum Glück nutzt Nintendo EFIGS-Softwarekarten. Insofern ist das nicht weiter tragisch und stört mich nicht. Ist schließlich nicht meine erste Fremdsprache im Spieleregal. Hauptsache irgendwas im Regal :smile: .

Sport ist kein Mord?

Ring Fit Adventure (Herstellerbild)

Die meiste Zeit steckt allerdings weiterhin Ring Fit Adventure in der Nintendo Switch so sehr ich mich auch bemühe meine geliebte Ehefrau dazu zu bringen etwas im Koop zu spielen. Speziell sie hat jedoch eine absolute Begeisterung für das Fitness-Spiel entwickelt obwohl sie gleichzeitig über die Übungen und den Muskelkater und sowieso überhaupt alles was mit Sport zu tun hat extrem schimpft. Hat mittlerweile ihren Charakter schon auf über Level 100 hochgebracht während ich erst bei 50 bin. Ist aber definitiv ein genialer Titel trotz der kleinen Problemchen in der Bewegungserkennung oder der Art und Weise, wie manche Übungen erklärt werden, die uns jetzt nach längerer Nutzung doch aufgefallen sind.

Eigentlich ein total simples Spiel sowohl was den Aufbau als auch den Inhalt betrifft aber trotzdem tausend Mal motivierender als jeder Gang in den Keller zu unserem heimischen Fitnessstudio. Für jeden Switch-Besitzer ein absoluter Pflichtkauf. Wundert mich massivst, dass Nintendo den Titel nicht noch weiter ausschlachtet. Ich könnte mir noch haufenweise DLCs mit weiteren Übungen/Levels/Minispielen sowie dazugehörige Accessoires (z.B. eine zweite Beinbinde oder etwas für die Schulter) vorstellen. Stattdessen gab es seit einem Jahr kein neues Update mehr. Vielleicht arbeiten sie ja an Teil 2. Wünschen würde ich es mir obwohl ich noch weit vom Ende entfernt bin. Es macht halt einfach extrem viel Laune.

Alter Kram

Extrem viel Laune macht auch Quake. Ja, ich habe meine Ubisoft-Sucht (weiterhin Ghost Recon: Wildlands – das Spiel hat echt extrem viel Inhalt) aktuell unterbrochen. Ich konnte gar nicht anders als anlässlich des 25. Geburtstags des Shooter-Klassikers auf der QuakeCon 2021 endlich die lange vermutete Remaster/Enhanced Edition angekündigt wurde. Und nicht nur das: Sie stand sogar sofort zum Download bereit und ist darüber hinaus für Besitzer des Originals auf Steam und im Bethesda Launcher kostenlos. Alle anderen greifen für 10€ sogar auf den gängigen Konsolen zu, wenn man sich unbedingt quälen will.

Quake: Dimension of the Machine (Herstellerbild)

Da Bethesda anlässlich der QuakeCon 2020 die drei id-Quake-Titel für Umme rausgehauen hatte, konnte ich natürlich sofort loslegen und bin zum Verfassungszeitpunkt schon wieder mit den ersten drei Episoden auf Nightmare und mit 100% Secrets durch. Aber die „Enhanced Edition” enthält nicht nur die vier Episoden des Originals, sondern ist tatsächlich das ultimative Rundum-Sorglos-Paket was den Titel angeht. So sind die beiden Mission Packs Scourge of Armagon und Dissolution of Eternity von Hipnotic Software bzw. Rogue Entertainment ebenfalls mit dabei. Außerdem enthalten ist die 2016 kostenlos von MachineGames (Wolfenstein: The New Order) veröffentlichte Episode Dimension of the Past sowie ein komplett neuer Satz Levels der Schweden mit dem Titel Dimension of the Machine. Während DotP mich wenig begeisterte, scheint DotM tatsächlich ein echter Kracher zu sein. Vor allem das Leveldesign ist auf den Screenshots beeindruckend. Holt wohl alles aus der Engine heraus, was sie hergibt. Und für alle Inhalte gilt: Der Originalsoundtrack ist endlich wieder mit dabei und wird korrekt abgespielt!

Außerdem verspricht Bethesda noch reichlich Nachschub in Form von Community-Inhalten über die nächsten Monate. Den Anfang macht dabei Quake 64. Wie der Name schon sagt der Port des Originals für den Nintendo 64. Das unterscheidet sich allerdings nicht so grundsätzlich wie DOOM und DOOM 64. Stattdessen fehlen „nur” sechs Levels komplett, es gibt keine Musik von Trent Reznor, die Grafik ist etwas detailarmer und auch der Koop-Modus ist nicht dabei (aber dafür 2-Spieler-Splitscreen-Deathmatch). Insofern werde ich das vermutlich aussparen.

Das Original bleibt!

Quake (Enhanced Edition) – Herstellerbild

Ja, man konnte Quake 1996 mit Kumpels durchspielen! Und die Enhanced Edition enthält dieses Feature wieder genauso wie natürlich klassisches Deathmatch – sowohl online als auch offline im Splitscreen-Modus (sogar auf PC!). Koop geht mit bis zu vier Spielern, normaler Multiplayer erlaubt acht Leute. Ist weniger als im Original (da waren es 16 im LAN/WAN) aber hey: Immerhin und dann auch noch mit Cross-Play (allerdings PCler nur, wenn sie mit Gamepad unterwegs sind – wegen Fairness und so)!

Der Splitscreen-Modus ist aber natürlich nicht die einzige Neuerung dieser Version. Ach herrje: Ich höre die Puristen schon wieder jammern! Doch nicht verzagen, liebe Ultras: Anders als bei WarCraft III: Reforged wurde das Original Quake nicht ausgelöscht. Stattdessen steht es weiterhin parallel für den eigenen Genuss bereit und bleibt sogar Modfähig (die Enhanced ebenfalls). Verantwortlich für die neue Version sind wie schon bei DOOM 64 und so einigen anderen Klassiker-Remakes (Turok, Blood, SiN, etc.) die Jungs und Mädels von Night Dive Studios. Das bedeutet auch, dass ihre echt beeindruckend versatile KEX Engine zum Einsatz kommt – mit den dazugehörigen Vor- und Nachteilen.

Kein „Pure Quake“

Die Vorteile der KEX Engine sind speziell optischer Natur: 4K-Auflösungen, Widescreen, verbesserte Charaktermodelle die sich perfekt einfügen, schärfere Texturen, dynamische Beleuchtung, Anti-Aliasing und für völlig bekloppte Leute sogar Motion Blur – alles und noch viel mehr steht auf Wunsch zur Verfügung und lässt den Klassiker buchstäblich in neuem Glanz erstrahlen ohne aber dabei das Original zu sehr zu verfälschen. Das Ergebnis sieht immer noch aus wie Quake und spielt sich größtenteils so – womit wir bei den „Nachteilen” sind, denn die KEX Engine verhält sich halt doch ein wenig anders als die Quake-Engine (id Tech 1). Aus meiner Sicht sind es aber alles Kleinigkeiten, die nur echten Hardcore-Fans/Speedrunnern (negativ) auffallen. Das spürbarste dürfte das Bunny-Hopping-/Strafe-Jumping-Verhalten sein. Das Spielertempo ist etwas anders/langsamer als im Original und damit wird es schwieriger bis hin zu unmöglich bestimmte Tricks auszuführen.

Quake (Enhanced Edition) – Herstellerbild)

Auch spielerisch wurde etwas Hand angelegt. Darunter beim Nightmare-Schwierigkeitsgrad. Ein Feature davon ist, dass die Gegner häufiger ihre Angriffe einsetzen. Problem war 1996, dass Feinde mit Fernkampfangriffen dadurch überhaupt nicht mehr in den Nahkampf wechselten und man entsprechend um sie herumtanzen konnte, was den Schwierigkeitsgrad tatsächlich leichter machte als den davor. Das haben die Night Dive Studios nun korrigiert. Allerdings ist er trotzdem nicht wie das Original, denn eure Lebensenergie ist nun auf 50 Punkte festgezurrt und kann mit kleinen Lebensenergiepaketen nicht mehr darüber hinausgebracht werden. Außerdem erscheinen die großen Pakete mit 100 Punkten nach einiger Zeit wieder. Erleichtert logischerweise das Spiel ein gutes Stück, weil man technisch gesehen nie mit heruntergelassenen Hosen dastehen muss.

Das alles tut meinem Spielspaß aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Ich war sofort wieder mittendrin und bin begeistert darüber es zum vermutlich 10. Mal durchzuspielen (die Missions Packs glaube ich zum 2. Mal). Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass Night Dive Studios mit Quake ihre bislang beste Arbeit abgeliefert haben. Eine absolute Empfehlung nicht nur für Veteranen, sondern vor allem auch für alle diejenigen, die 1996 nicht live mit dabei waren. Es gab nie eine bessere Gelegenheit diesen Meilenstein der Shooter-Geschichte zu erleben. Also unbedingt reinschauen (und in ihre anderen Remaster)! Aber wenn möglich bitte auf PC, okay? Quake mit Controller *schauder*…

PS: In dieser Version ist sogar erstmals die komplette Version von E2M6 enthalten. Für die Release-Version musste John Romero damals das Startareal aufgrund von Platzgründen wegkürzen (jedes Quake-Level musste auf eine Floppy Disk passen).

Vor uns die F.O.B. Vibora.

“Nomad, hier ist Matchwood.” erklingt es um Punkt 2100 aus meiner Hörmuschel. Ich übe leichten Druck auf das schwarze Plastikteil in meinem linken Ohr aus und flüstere “Hier ist Nomad. Höre”. Die Sonne ist gerade untergegangen. Ich und mein Team knien mitten auf einem Acker irgendwo in La Cruz, einer bolivischen Provinz. Vor uns die vorgeschobene Versorgungsbasis Vibora der lokalen Armee, auch Unidad genannt. “Ich bin in Position. Hier meine Koordinaten.” antwortet Matchwood – besser bekannt als Sam Fisher. Keine Ahnung was Fourth Echelon hier will. Aber Bowmann, unser CIA-Kontakt, hat uns befohlen alles zu tun, um Fisher zu helfen. Also lassen wir unsere eigentliche Aufgabe, das Santa Blanca-Kartell vernichten, kurze Zeit ruhen und stehen stattdessen einer halben Armee gegenüber.

“Denkt dran: Werdet nicht gesehen, nicht gehört und lasst die Finger vom Abzug.” sage ich zu meinem Team und prüfe die Lage. Laut meiner Karte sind Fishers Koordinaten mitten in der feindlichen Basis. Mir entfleucht ein leichter Seufzer. Wir sind zwar die Ghosts aber das wird alles andere als einfach. Bis Sonnenaufgang haben wir Zeit zu ihm durchzudringen. Sieben Stunden, um an Dutzenden von Elitesoldaten vorbei zu schleichen. Niemand hatte gesagt, dass es einfach wäre mit Fisher zusammen zu arbeiten.

Kapitel 1: Auskundung

Ich hole die Drohne aus der Tasche und lasse sie von meiner Hand in die Luft steigen. “Verdammt. Ein Störsender” flüstere ich mehr zur mir selbst als zu meinem Team als ich das gestörte Bild auf meinem Display sehe. Blind will ich da auf keinen Fall rein. Viel zu gefährlich. Ich zücke mein Fernglas und aktiviere den Nachtsichtmodus an. Ein leises Summen ertönt und die Welt wird in einen grünen Schimmer getaucht. Langsam suche ich durch die Bäume am Ackerrand die Basis ab. Mehrere Scharfschützentürme, ein stationäres Maschinengewehr, haufenweise schwer gepanzerte und bewaffnete Soldaten, die Wache halten, mehrere Bunker, Container und dort in der Mitte das Haupthaus. Da ist Fisher. Unser Ziel. Ganz in der Nähe erblicke ich den Störsender und nicht weit davon entfernt den dazugehörigen Stromgenerator. Welcher Planer da nicht mitgedacht hat…

“Fisher hat nichts davon gesagt, dass wir keine Ausrüstung beschädigen sollen” denke ich mir und lege das Fernglas beiseite. Mit behutsamen Griffen hole ich das Scharfschützengewehr von meinem Rücken. Ein Serbu BFG-50A. Sauschweres Teil aber seine Kaliber 50 BMG-Kugeln durchschlagen selbst einen Panzer. Auch nicht sonderlich leise aber wir sollten weit genug entfernt sein, damit der Schuss nicht auffällt. Ist ja nicht so als würden nicht ständig irgendwo Kämpfe zwischen Santa Blanka, Unidad und den Rebellen die nächtliche Ruhe stören.

Da ist der Stromgenerator für den Störsender.

Ich lege mich auf den ausgetrockneten Boden und positioniere das Gewehr vor mir. Ungefähr 500m ist der Generator entfernt. Eine Leichtigkeit für dieses Schwergewicht. Eine kleine Korrektur, um den Wind und den Kugelabfall zu korrigieren und mein Finger sucht sich den Weg zum Abzug. Ein leichter Druck und das Projektil verschwindet in die Nacht. Ein dumpfer Schlag ist zu hören und durch mein Fernrohr sehe ich kurz ein paar elektrische Blitze. Getroffen.

Ich verharre ein paar Sekunden und lausche. Aber es ertönen keine Rufe aus der Basis. Keine schnellen Bewegungen sind zu hören. Hat es tatsächlich niemand mitbekommen? Ich zücke erneut das Fernglas und blicke zum Störsender. Die Antenne auf dem Dach hat aufgehört zu rotieren. Gleichzeitig brennt überall noch das Licht. Der Generator scheint tatsächlich nur den Sender versorgt zu haben. Glück gehabt. Zeit erneut die Drohne loszuschicken und siehe da: Ein klares, störungsfreies Bild.

Von oben herab erkunde ich die Basis. Vier Scharfschützentürme. 20…nein, 25 Soldaten zähle ich leise vor mich hin. Überall verteilt und in ihre Routine vertieft. Zu viele Lampen und Lichter. Wenig Schatten. Wie sollen wir da reinkommen? Während die Drohne leise durch die Nacht summt fällt mir am Scharfschützenstand in der Mitte eine Tür auf. Leicht bewacht, nur zwei Soldaten und der Schütze auf dem Turm. Das könnte unser Eingang sein.

Kapitel 2: Infiltration

“Okay, Ghosts. Ich geh‘ da alleine rein. Midas, du nimmst den Schützen auf dem vordersten Turm ins Visier. Weaver, dir gehört der in der Mitte und du, Holt, übernimmst den auf der rechten Seite. Lasst sie nicht aus den Augen und tötet auf mein Kommando. Los geht’s!” Das Team setzt sich in Bewegung, um die beste Position zu finden. Ich aktiviere mein Nachtsichtgerät und verlasse den Acker Richtung Nordwesten zu den Bahngleisen. Durch die Drohnenkamera hatte ich dort eine Lücke im Zaun entdeckt. Über einen Feldweg geht meine Reise hin zum Zaun. Nicht weit entfernt rauscht ein Zug vorbei. Geduckt arbeite ich mich den Zaun entlang bis ich durch das Gebüsch die Gleise entdecke und die zugbreite Öffnung. Kurz geschaut, dass nicht gerade ein Zug heranrast und schon bin ich drin. Der einfache Teil liegt hinter mir.

Weiter dicht an den Zaun geschmiegt setze ich meine Reise fort zum mittleren Scharfschützenturm. Dort angekommen lasse ich sicherheitshalber erneut die Drohne steigen und prüfe die Lage. Es ist aber weiterhin alles ruhig. Nur vereinzelt trägt der Wind geflüsterte Gespräche heran. Niemand scheint bislang gemerkt zu haben, dass der Sender aus und der Generator ein riesiges Loch in der Seite hat. Soll mir recht sein. Ich packe die Drohne wieder ein und schleiche in einem großen Bogen zum Zaun an der Verbindungsstraße in der Mitte der Basis.

Die Wache am Tor hat mich gesehen.

Ein Geräusch lässt mich instinktiv flach auf den Boden fallen. Hat mich etwa jemand gesehen? Ich verharre in meiner Position und suche die Wachen. Tatsächlich: Die am Tor bewegt sich langsam auf meine Position zu. Meine rechte Hand tastet sich vorsichtig zur Pistole an meiner Hüfte vor. Ich löse sie aus dem Halfter und nehme sie in beide Hände. Fisher hat zwar gesagt wir sollen bloß keine Aufmerksamkeit erregen. Aber sicher ist sicher.

Ich verharre regungslos in meiner Position. Der Unidad-Soldat ist nicht mehr weit entfernt und bleibt plötzlich stehen. Sein Kopf bewegt sich langsam von links nach rechts, die Waffe im Anschlag. Ein unendlich langer Moment vergeht. Der Schweiß tropft mir von der Stirn. Nur das Zirpen der Grillen durchdringt die Stille. Doch nichts passiert. Stattdessen entspannt sich der Soldat nach einer Minute sichtlich und kehrt zurück zu seiner Patrouillenroute. Ich atme tief aus und stecke die Pistole zurück. Das war knapp. Aber es bleibt keine Zeit, um das aufgestaute Adrenalin abzubauen. Als der Soldat um die Ecke verschwindet ergreife ich die Chance. Auf leisen Sohlen schleiche ich zum offenen Tor, schlüpfe hinein und drücke meinen Körper eng an einen der Wohncontainer dahinter. Keiner hat mich gesehen. Fast geschafft.

Meine Uhr zeigt 21:34. Fühlte sich länger an. Noch mehr als genug Zeit. Kein Grund es zu überstürzen. Mein Blick schweift herum. Vor mir ein paar Metalltonnen vermutlich mit Benzin, über mir surrt eine Klimaanlage. Ich arbeite mich vorsichtig am Container entlang und luge um die Ecke. Ein schwer gepanzerter SUV mit einem Maschinengewehr auf dem Dach versperrt mir etwas die Sicht. Aber hinter einer Sandsackbarrikade kann ich mein Ziel erkennen: Der Nebeneingang zum Haupthaus. Leider bewacht von einem schwer bewaffneten Unidad-Soldaten. Kurz frage ich mich, wie sie es in diesem Aufzug bei dieser Hitze aushalten und wische mir den Schweiß von der Stirn. Ein dicker schwarzer Helm mit Plastikvisier. Eine massive Kevlarweste über den schweren, schwarzen Klamotten und dann auch noch ein leichtes Maschinengewehr in der Hand. Ich beneide den Kerl nicht.

Ich lasse erneut die Drohne steigen und studiere die Bewegung der Wachen. Drei Stück patrouillieren auf sich überschneidenden Wegen um das Haupthaus. Aber es gibt Lücken. Plötzlich verschwindet die Wache am Eingang. Meine Chance. Ich lasse die Drohne wo sie ist und rücke leise aber zügig vor. Am SUV angekommen ein letzter Rundumblick und schon verschwinde ich im Haus.

Kapitel 3: Die Ruhe vor dem Sturm

Ein paar vollgestopfte Regale und ein Schreibtisch. Mehr erwartet mich nicht in diesem Raum im Erdgeschoss. Am anderen Ende kann ich gerade noch sehen, wie die Wache durch eine Tür verschwindet. “Wo ist Fisher?!” frage ich mich als die Stimmen meines Teams durch die Hörmuschel ertönen. “In Position und bereit für den Abschuss!” melden die drei. Sehr gut. Ein Wort und die drei Schützen werden im Dreck liegen. Aber noch ist es nicht nötig.

Da ist er, Sam Fisher!

Ich suche den Raum ab und erblicke eine Treppe nach oben. Vielleicht ist Fisher dort? Ich schleiche das metallene Gerüst nach oben. Zu meinem Unwohlsein knarzt sie bei jedem Schritt leise. Aber es scheint niemanden zu stören. Auf halber Höhe sehe ich unter einem Schreibtisch hindurch eine Person über einer anderen knieen. Da ist er, der legendäre Sam Fisher. “Ich sehe Matchwood.” melde ich meinem Team über Funk. Er hat mich noch nicht bemerkt – oder lässt es sich zumindest nicht anmerken. Ich gehe das restliche Stück der Treppe hoch und schaue mich um. Ein kleiner Raum. Zwei Ausgänge auf die Terrasse plus die Treppe nach unten. Nicht gut. Zu viele Angriffspunkte. Bevor ich mit Fisher reden kann, muss ich für Sicherheit sorgen. Ich schleiche mich hinaus auf die Terrasse und finde eine Feuertreppe. Noch ein möglicher Zugangspunkt. Zum Glück habe ich drei Minen im Rucksack. Ich mache eine davon scharf und lege sie auf die Feuertreppe. Eine zweite positioniere ich auf der Terrasse. Da kommt keiner lebend durch.

Zurück im kleinen Raum gehe ich auf Fisher zu. “So sieht also ein Geist aus?” begrüßt er mich. “Wer ist euer Freund?” frage ich zurück. “Das? Das ist die abtrünnige CIA. Hat einen Haufen wertvoller Informationen aus Langley gestohlen, hieß er wollte sie an Santa Blanca verkaufen”. Mit diesen Worten richtet sich Fisher auf. Ich blicke in sein Gesicht. Weiße Haare, weißer Bart. Tiefe Augenringe, müde Augen. Ein Mann, der schon viel gesehen hat – zu viel. Auf seinem Kopf das berühmte Nachtsichtgerät mit den drei Linsen. “Santa Blanca? Wenn er an sie verkauft, was macht er dann in einem Unidad-Camp?” frage ich verwundert zurück. “Ich vermute, er wollte sich Schutz erkaufen.” antwortet Fisher. “Hat wohl nicht besonders gut funktioniert…” stelle ich fest. “Er hat bekommen, was er verdient hat” brummelt Fisher zurück während er sich über einen Computer beugt und anfängt die Tasten zu bearbeiten. “Schauen wir mal, was wir hier finden können” ergänzt er mehr zu sich selbst als an mich gewandt.

Sein leises Tippen auf der Tastatur wirkt beruhigend auf mich. Wie lange bin ich schon in dieser Hölle? Tage, Wochen? Keine Ahnung. Eine Mission reiht sich an die andere. Keine Pause für mich und mein Team. Alles nur, um irgendeinem nutzlosen Drogen-Kartell das Handwerk zu legen. Als würde das für die Menschen hier etwas verändern. Auf einen Diktator folgt einfach der nächste. Wir sind angeblich hier, um zu helfen. Aber so langsam verliere ich den Glauben daran. Plötzlich reißt mich Fisher aus meinen Gedanken “Verdammtes Arschloch!” entfährt es ihm und er ballt die rechte Hand zur Faust. Ich zucke zusammen. “WAS?!” frage ich zurück. “Er hat die Langleydaten auf einen Unidad-Server hochgeladen. Natürlich kann ich sie von dort auch wieder löschen. Das Problem ist: Sobald ich die Tür öffne werden einen Haufen Unerwünschte anfangen nach Einbrechern zu suchen”. “Was brauchen sie von mir?” “Gehen sie nach draußen und halten Wache. Das Problem ist…das dauert seine Zeit. Ich muss den Server hacken, die Langleydaten runterladen und die Festplatte ausradieren. Es ist simpel: Wenn Unidad vorbeischaut, dann öffnen sie den Bleihahn.”

Kaum hat er diese Worte gesagt schon springt die Sirene im Lager an. Wie gut, dass ich bereits ein paar Vorkehrungen getroffen habe.

Kapitel 4: Überlebenskampf

Ganz viel Hilfe bei den Rebellen anfordern.

“Abschuss” rufe ich durch mein Headset und die drei Scharfschützen fallen zu Boden. Ich renne hinaus auf die Terrasse und falle hinter der Brüstung zu Boden. “Kommt zu mir” befehle ich meinem Team und fordere gleichzeitig Hilfe bei den Rebellen an. “Sorgt für Ablenkung am Eingangstor der Basis. Bombardiert diese Koordinaten vor dem Haupthaus und schickt ein Trupp an meine Position!” Mit dem schrillen Ton der Alarmsirene im Ohr versuche ich mich zu konzentrieren während unter mir vor dem Haupteingang die Hölle losbricht. Mehrere gepanzerte SUVs fahren vor, dutzende von Soldaten steigen aus und machen sich bereit das Haus zu stürmen. Dann ertönt das bekannte Pfeifen eines Artilleriegeschosses, dann noch eins und noch eins gefolgt von Explosionen nur wenige Meter von mir entfernt. Die Brüstung ist alles, was mich vor diesem Inferno schützt. Schreie ertönen, Fahrzeuge explodieren und Chaos bricht aus.

Doch so leicht lässt sich Unidad nicht beeindrucken. Unter dem Feuer der angerückten Rebellen versuchen einige Soldaten ins zweite Stockwerk vorzudringen. Einer davon über die Feuertreppe. Er hat vermutlich nicht einmal mitbekommen, was passiert ist, bevor es ihn buchstäblich in alle Teile zerriss. Mir klingelt es in den Ohren aber ich habe keine Zeit mich auszuruhen. Ich hole mein leichtes Maschinengewehr vom Rücken. In einer Ironie des Schicksals ein exklusives Unidad-Modell. 175 Patronen im Magazin. 300 im weitere im Gepäck. Hoffentlich reicht es.

Aus der Ferne dringen Rotorengeräusch durch das Chaos zu mir hindurch. Gleich wird es richtig schlimm werden. Mein Team hat es in der Zwischenzeit geschafft sich zu mir ins Haus vorzuarbeiten und hilft bei der Verteidigung. Ein weiterer feindlicher Trupp kommt über die Feuertreppe hoch und sprintet Richtung Fisher ohne mich zu sehen. Ich mähe sie brutal nieder. Dann erblicke ich am Horizont ein Duo Apache-Hubschrauber auf uns zukommen. Deren Raketen können uns sehr schnell den Gar ausmachen. “Matchwood! Wie kommt der Hack voran?” rufe ich durch den Lärm. “Ich brauche noch zwei Minuten…” antwortet er. “Schneller wäre besser!” schreie ich zurück während meine LMG ein weiteres Opfer fordert.

Helikopter vs. LMG = LMG gewinnt.

Ich lege mich auf den Rücken und starre gen Himmel. Die Hubschrauber sind bereits fast über uns. Ich leere mein Magazin in ihre Richtung und tatsächlich: Ich schaffe es sie nacheinander vom Himmel zu holen bevor sie das Feuer eröffnen. Ein erneuter Anruf bei den Rebellen. Sie sollen noch einen weiteren Trupp schicken und noch einmal mit Artillerie auf unsere Stellung feuern. Wir brauchen mehr Zeit und mir geht langsam die Munition aus – Unidad aber scheinbar nicht die Soldaten. Meine Teamkollegen halten sich derweil wacker. Decken Fisher den Rücken und lassen keinen über die Treppe im Haus nach oben vordringen.

Kapitel 5: Exfiltration

Während mein Blick weiter zwischen Feuertreppe und Himmel hin- und herwechselt und mein LMG Feuer spuckt, stelle ich plötzlich fest, dass Fisher neben mir kniet. Wie kommt der denn dahin? “Der Hack ist fertig! Ruf die Lady an, besorg‘ uns einen Sammelpunkt!” Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. “Nomad an Bowman. Wir sind bereit zum Exfiltrieren. Wo ist der Sammelpunkt?” rufe ich ins Headset. “Ich sende die Koordinaten jetzt. Hat Matchwood, was er braucht?” “Ja. Nomad out.”
Bevor ich mir anschauen kann wo wir hinmüssen, müssen wir erst einmal dem Chaos entkommen. Ich sondiere die Lage. Vor dem Haus ist der Krieg ausgebrochen. Zum Glück haben die Rebellen mittlerweile so einige Soldaten geschickt. Wir sind nicht mehr das vordingliche Ziel. Ich schaue über die Brüstung zum Tor durch das ich vorhin hereingeschlüpft bin. Ich sehe nur noch einen Soldaten, der hinter einer Barriere kauert. “Midas, kümmere dich um den!” rufe ich, schnappe mir Fisher und sprinte in Richtung Brüstung. Der Soldat klappt in sich zusammen und wir springen gemeinsam von der Terrasse herunter. Ohne lange zu überlegen rennen wir alle erst zum Tor, dann Richtung Gleise und anschließend zur Hauptstraße.

Wir haben es geschafft der Hölle zu entkommen. Frei sind wir aber noch nicht. Einige Soldaten folgen uns und auch die Rotorengeräusche werden wieder lauter. An der Straße angekommen halte ich das erstbeste Fahrzeug an (irgendein kleiner Transporter), zerre den Fahrer heraus und kaum sind alle eingestiegen, drücke ich das Gaspedal bis aufs Blech durch. 4,5km ist der Sammelpunkt entfernt.

Endlich am Treffpunkt angekommen.

“Euer Team ist nicht schlecht. Nicht so gut wie ich aber nicht schlecht.” sagt Fisher vom Beifahrersitz. “Ich würde ihnen ja gerne sagen wie viel Schwachsinn sie von sich geben aber ich weiß welche Heulsusen Matrosen sind.“ scherze ich zurück und frage ernst: „Also? Worum ging es hier?” „Dieses CIA-Arschloch da hinten hat Informationen über eine neue Technologie gestohlen. Jetzt dachte er das Kartell könnte sie gebrauchen, um ihr Produkt heimlich über die Grenze zu bringen. Aber ich sage euch: Es ist etwas weitaus Gefährlicheres als das.” “Sie wissen nicht was diese Technologie ist oder sie sagen es uns einfach nicht?” “Worüber wir hier reden ist die Art von Kriegsführungsgerät, die sie und mich überflüssig macht. Und es bringt das obere Management ganz schön zum Schwitzen.” Ich belasse es dabei und konzentriere mich wieder auf das Fahren.

Wir rasen halsbrecherisch in einem Metallsarg durch die Nacht die Hauptstraße entlang. Durch Straßensperren von Unidad hindurch, verfolgt von Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen. Mein Team feuert aus allen Rohren aber wir können auf keinen Fall stehen bleiben. Mich wundert, dass die Karre nach all dem Beschuss überhaupt noch fährt. Nach einer elendig langen Zeit kommen wir an einem Waldweg an. Das GPS befiehlt: Da rein! Ich reiße das Steuer rum und fahr in den Wald. Jetzt sollten uns zumindest die Hubschrauber nicht mehr sehen. Wir arbeiten uns einen Berg hinauf und es wird merklich ruhiger. Wir haben es tatsächlich geschafft Unidad abzuschütteln. Oben angekommen erwartet uns Bowman in einer kleinen Hütte. Es ist 22:28 und Operation: Watchman ist erfolgreich abgeschlossen – nach gefühlt 1 Millionen Neustarts. Die schwerste Mission in ganz Tom Clancy’s Ghost Recon: Wildlands (zumindest auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad „Extreme“).

PS: Ja, das Spiel hat seine positiven Momente (zumindest im “Immersive”-Modus ohne den ganzen Loot-Kram). Mehr dazu dann vermutlich irgendwann mal. Hab’ zwar schon 24 Stunden gespielt aber erst 31% der Missionen beendet…

PSS: Alle Screenshots in diesem Eintrag stammen nicht von mir, sondern sind Screengrabs aus Penguin Overlords Guide zu dieser Mission auf YouTube. Ohne diese Anleitung hätte ich die Mission vermutlich bis heute nicht geschafft. Während meines erfolgreichen Versuchs hatte ich jedoch andere Probleme als daran zu denken Bilder für einen potentiellen Eintrag anzufertigen :wink: .

Stichwort zurückgesendete Sachen: Um zu schauen wer so auf die Couch pieselt und ins Katzenklo macht, haben wir uns eine dritte Kamera angeschafft. Da wir mit der HiKam S6 absolut zufrieden sind, fiel zuerst die Wahl auf das neue Modell, die HiKam S6 3. Generation. Eine höhere Auflösung (1080p statt 720p) ist schließlich immer super. Leider mussten wir sie am Ende wieder zurückschicken und erneut zum Vorgängermodell greifen. Der Grund: Unser Synology NAS.

1. Stolperstein

Drei aktive Kameras

Die Einrichtung der Kamera in der HiKam-App und die Integration in unser WLAN ging gewohnt einfach vonstatten. Also “einfach” im Sinne von: Mit Lysandas Android-Smartphone gings, mein iPhone wollte die Ersteinrichtung mal wieder weder im Airlink noch im AP Modus durchführen. Keine Ahnung warum. Aber am Ende zum Glück egal. Im nächsten Schritt die Synology Surveillance Station geöffnet und erfolgreich nach der Kamera gesucht (ONVIF-Gerät). Astrein und so einfach – zumindest bis auf den “Weiter”-Knopf drücken wollte und die Fehlermeldung “Nicht genug Lizenzen” zu sehen bekam. War logischerweise erstmal verwirrt aber lange Rede kurzer Sinn: Um eine Kamera mit der Synology Surveillance Station zu nutzen benötigt man eine Lizenz und im Standard sind nur zwei Lizenzen kostenfrei enthalten. Fragt mich nicht warum, weshalb und wieso. Ist einfach so. Es bedurfte entsprechend einer dritten Lizenz.

Als naiver Nutzer würde ich nun erwarten, dass Synology ein geschäftstüchtiges Unternehmen ist und einfach einen Button anbietet mit “jetzt Lizenz für X kaufen”. Aber nein, die Lizenzen gibt es nur bei Vertragshändlern und die meisten davon verschicken sie nicht einmal per E-Mail, sondern ganz klassisch per Post. Ja, das moderne Internetzeitalter. Aber gut: Nach etwas Recherche bei Geizhals fiel der Hammer für rund 47€ bei Expert Security für eine weitere Lizenz. Schlicht, weil sie zum Kaufzeitpunkt das günstigste Angebot inkl. Versandkosten hatten.

Ein paar Tage später kam der Brief an, ich hab‘ den Lizenzcode in der Synology Suveillance Station hinterlegt und konnte anschließend endlich die Katzenklo-Kamera hinzufügen. Ende gut, alles gut?

2. Stolperstein

Ich konnte zwar die Kamera in der Station hinzufügen und angeblich funktionierte sie auch (sie war verbunden, es wurden Aufnahmen angefertigt und im Livestream eine Bitrate angezeigt). Leider war der Livestream einfach nur grau und die Aufnahmen ließen sich in der Station nicht abspielen (“Falsches Format”). Nur lokal mit dem VLC ging es. Nachdem ich alle möglichen Einstellungen probiert habe (so viele sind es ja nicht) und alles kein Erfolg brachte, hab‘ ich mich an den HiKam-Support gewandt. Von dort kam auch relativ zügig eine erste Mail zurück mit der Aussage “die Kamera haben wir noch nicht mit der Synology Surveillance Station getestet. Wir könnten das aber tun. Haben Sie schonmal folgende Einstellung probiert?”

Ja, die Einstellung hatte ich schon probiert und ja, es wäre super, wenn sie es mal selbst testen würden?! Warum brauchen die meine Erlaubnis dazu?! Keine Ahnung. Naja, auf jeden Fall entsprechend zurückgeschrieben und bis heute nichts mehr gehört. Also kurz bevor die Widerrufsfrist auslief zurückgeschickt und wie erwähnt das (günstigere) Vorgängermodell geholt. Das funktionierte wieder sofort. Muss man nicht verstehen aber am Ende des Tages wollen wir unsere Kameras und die dazugehörigen Aufnahmen alle an einem Fleck nutzen. Insofern benötige ich die Integration in die Station. Da kann die sonstige Technik so toll sein. Insofern: Vorsicht beim Kauf dieses Modells, wenn ihr ebenfalls einen Synology NAS nutzt/nutzen wollte.

Themenwechsel

Docker auf dem Synology NAS

Kommen wir nun zurück zur Reihe “Der Webmaster spielt Werke von Ubisoft”. Ja, mein Steam-Profil behauptet zwar, dass ich zum Verfassungszeitpunkt 400 Stunden in den letzten Wochen auf Steam gespielt hätte. Aber das liegt an meiner ArchiSteamFarm, die ich mittlerweile auf dem NAS laufen lasse.

An dieser Stelle ein Typ für Synology NAS-Nutzer: Docker installieren, das Image “justarchi/archisteamfarm” runterladen und die Konfigurationsdatei für den Roboter irgendwo auf dem NAS ablegen. Diesen Ordner dann im Container als Volume zuordnen und den Mount-Pfad “/app/config” eintragen. Danach den Container starten und alles sollte soweit passen.

Was macht dieser Bot? Nun in meiner Konfiguration einfach die Trading Cards in den Spielen aus meiner Steam-Bibliothek farmen. Dauert noch ~4 Monate bis er damit komplett durch ist (ich hab‘ verdammt viele ungespielte Titel). Versaut zwar meine Statistik (er simuliert, dass ich den jeweiligen Titel spiele ohne ihn tatsächlich auf meinem Rechner starten zu müssen) aber auf normalem Wege würde ich an die sonst niemals im Leben alle rankommen. Und warum will ich an diese Steam Trading Cards rankommen? Einfach nur, weil es den Bot gibt und es damit ohne Zutun geht. Sonst nichts. Viele wandle ich in Badges um, wenn’s was Teures ist (speziell die Foil) verticke ich sie. Und die ganzen Coupons, die es für das Erzeugen der Badges gibt, verschenke ich größtenteils an die Gruppe Coupon Dumpster. Dort kann sich dann jeder die Coupons raussuchen, die er tatsächlich nutzen möchte. Gab‘ zwar mal jemand, der einem dafür tatsächlich auch ein paar Gems gegeben hat. Aber denen wurde der Aufwand zu groß und das Angebot entsprechend eingestellt.

Eine völlig sinnlose Angelegenheit, die ihr absolut nicht nachmachen müsst. Aber bin definitiv weit davon entfernt der einzige zu sein, der das tut.

Macht & Magie

Ich tummele mich also weiterhin sehr viel in Uplay…pardon, Ubisoft Connect. Splinter Cell: Blacklist habe ich in der Zwischenzeit erfolgreich auf “Perfektionist” beendet (war nicht wirklich schwer), schon einige Stunden in Ghost Recon: Wildlands investiert und zuletzt endlich das Ende von Might & Magic X: Legacy erlebt. Das war vor kurzem in den Medien, weil es ebenfalls von Ubisofts 2021er Abschaltewelle betroffen war und diese – zumindest auf Steam – die Nebenwirkung hatte, dass man das Spiel nur noch bis zum Ende von Akt 1 erleben konnte. Danach kommt scheinbar irgendeine Art von DRM-Check und da der gegenüberliegende Server fehlt, schlägt dieser logischerweise fehl. Total bescheuerte Sache.

Ich mit meiner Uplay-Version war von der ganzen Thematik zum Glück nicht betroffen. Akt 1 hatte ich vermutlich vor der Abschaltung schon hinter mir gelassen und selbst die beiden DLCs (der Moew Dungeon und The Falcon and the Unicorn) konnte ich weiterhin erleben. Möglicherweise, weil ich bereits einen entsprechenden Spielstand hatte oder so. Keine Ahnung aber so konnte ich das rundenbasierte Rollenspiel tatsächlich noch voll und ganz “genießen” und meine in einer Folge Christoph spielt anno 2014 begonnene Reise erfolgreich beenden.

Might & Magic X: Legacy (Herstellerbild)

Ich hatte zwar über die Jahre immer mal wieder ein wenig gespielt aber lange Zeit nur sehr kleine Fortschritte gemacht. Zu viele Kämpfe an denen ich mir die Zähne ausgebissen hatte und so bis dann doch endlich mal ein Groschen gefallen ist und es zumindest bis zum Ende etwas zügiger voranging. Ja, der Titel bietet definitiv eine Herausforderung vor allem, wenn die eigene Vier-Mann-Truppe vielleicht nicht so optimal ausgestattet/die Skillpunkte verteilt sind. Aber am Ende des Tages ist es schaffbar. Mit teils häufigem Nachladen aber es ist schaffbar. Vor allem entwickelt man dadurch bis zum Schluss neue Taktiken. Zaubersprüche, die man bislang überhaupt nicht benutzt hat werden plötzlich überlebenswichtig und so. Hat natürlich gleichzeitig den Nachteil, dass beispielsweise eine Truppe nur mit Kriegern besetzt es sicherlich noch viel schwerer hat.

Fazit

Eine Kaufempfehlung gibt es logischerweise aufgrund der Serverabschaltung keine mehr. Unterm Strich war das Hauptspiel für mich jedoch ein unterhaltsames Erlebnis. Solide 3 von 5 Sics quasi. Technisch selbst für 2014 nicht der Brüller (bloß nicht HDR aktivieren und es fehlen gefühlt viele Soundeffekte) aber trotzdem ein gut umgesetztes Old-School-Rollenspiel in einem interessanten Universum, welches Ubisoft ja leider ins Archiv verbannt hat. Gleichzeitig gibt es aber mittlerweile haufenweise Konkurrenz in diesem Genre. Speziell Legend of Grimrock 2 aus dem gleichen Jahr wischt mit der Ubisoft-Konkurrenz den Boden auf. Doch wie gesagt: Ich habe meinen Ausflug trotzdem nicht bereut. Es war mal wieder was anderes und im Gegensatz zu vielen anderen finde ich Ubisofts MIght & Magic-Universum ganz nett.

“Ganz nett” gilt übrigens auch für den äußerst übersichtlichen Meow-Dungeon, den man damals noch mit Uplay-Punkten freischalten musste. Ein paar Rätsel, ein neues Setting (Wüste und Pyramide), viele vierarmige Katzen und ein anspruchsvoller Bossgegner. Unterhält für 30-60 Minuten. Gibt’s von meiner Seite aus nicht viel zu meckern. Der echte DLC, The Falcon and the Unicorn hingegen…darüber muss ich ein paar Zeilen mehr verlieren.

Der DLC

Zu The Falcon and the Unicorn, der am 27.3.2014 veröffentlicht wurde, gibt es echt wenig im Internet zu lesen/anzuschauen. Nicht einmal eine Komplettlösung oder ein Guide obwohl er auf dem Papier gar nicht so viel Inhalt hat. Stattdessen ist der Story-DLC anscheinend völlig untergegangen und die wenigen, die ihn tatsächlich spielen wollten, sind schon im ersten Level gescheitert. Deshalb möchte ich für die Nachwelt etwas genauer berichten:

Der DLC startet direkt nach dem finalen Bosskampf des Hauptspiels. Ihr werdet beim nächsten Besuch der Stadt Karthal im Auftrag von Herzog Oswin Unicorn festgenommen und für eure angeblichen Taten gegen das Imperium angeklagt. Eine Gerichtsverhandlung wird zwar versprochen aber nie stattfinden. Stattdessen werdet ihr einfach auf die Gefängnisinsel “Fort Laegaire” verfrachtet mit dem Ziel euch dort bis ans Ende eures Lebens versauern zu lassen. Sie ist eine der zwei neuen Lokationen, die ihr im DLC besucht. Zum Glück gibt es eine Wache, die auf eurer Seite ist und euch den Schlüssel zu eurer Zelle gibt. Der Ausbruch kann beginnen! Anschließend geht es zum Sommerpalast der Imperatorin Gwendolyn Falcon, um Oswin davon abzuhalten seinen hinterhältigen Plan umzusetzen: Die Chefin heiraten, sie mit seinem Kind zu schwängern, sie nach der Geburt umzubringen und so seine Familie auf den Thron zu bringen. Spoiler: Unsere vier Helden schaffen das logischerweise rechtzeitig zu verhindern.

Schwierigkeitsgrad “Unmöglich”

The Falcon & The Unicorn (Herstellerbild)

Wie es sich gehört, wenn man Personen ins Gefängnis steckt, wird euch eure komplette Ausrüstung abgenommen – also bis auf eure Taschen voller Gold. Keine Ahnung, warum die Entwickler das übersehen haben aber es hilft euch im einzigen Hub des DLC etwas einzukaufen. Und das ist auch bitter notwendig, denn wie gesagt ist alles weg. Ihr bekommt es erst kurz vor der Flucht vom Felsen wieder. Aber bis ihr zum Hub gelangt, gilt es erst einmal an den Wachen vorbei zu schleichen. Werdet ihr gesehen, macht eine Gefängnistür auf oder legt einen Hebel um heißt es sofort “Game Over”. Echt nervig. Die Lösung ist aber recht simpel: An bestimmten Wänden (erkennbar an Gittern oben) könnt ihr anklopfen. Dann locken die jeweiligen Gefangenen den Wächter zu sich und der Weg ist frei. Kleine Rätsel quasi, die ziemlich einfach zu lösen sind, wenn man es mal verstanden hat.

Im Hub angekommen bekommt ihr ein bisschen ultraschlechte Ausrüstung geschenkt und könnt ein wenig einkaufen. Weniger schlecht als recht bewaffnet geht es dann zurück ins Gefängnis. Euer Ziel ist es an die frische Luft gelangen, um magisch nach Hilfe zu rufen und zudem die Ballistas auf den Mauern zerstören, damit besagte Hilfe nicht im Anflug getötet wird. Und jetzt das Problem: Ihr seid zwar Helden irgendwo auf Stufe >30 aber mit einer Ausrüstung, die höchstens für einen Helden der Stufe 1 ausreichend wäre. Gleichzeitig sind die Gegner noch einmal stärker als am Ende des Hauptspiels. Nur eure Zauberer haben noch halbwegs ihre alte Stärke, da die nur ihre Ausrüstung aber eben nicht ihre Fähigkeiten eingebüßt haben. Im Ergebnis ist trotzdem jeder Kampf eine mühselige Herausforderung. Ein falscher Klick, ein unglücklicher Würfelwurf und schon liegt eure ganze Truppe im Dreck. Und spätestens beim ersten Bossgegner, Perren, haben vermutlich 98% der Spieler einfach aufgehört. Der Typ kann mit einem einzigen Feuerball die gesamte Truppe töten und da Bossgegner immun gegen Statuseffekte wie “darf nicht zaubern” sind, könnt ihr das absolut nicht verhindern.

Renn gegen die Wand!

Starker Boss hin oder her: Ich bin ja bekanntlich der “jetzt erst recht”-Typ, der nicht so einfach aufgibt. Und ich habe am Ende tatsächlich die Lösung gefunden. In diesem Fall war der “Trick” sich zuerst voll und ganz auf den Bossgegner zu konzentrieren statt auf seine Handlanger. Mein Zauberer hat gebufft, geheilt und Stürme herbeigezaubert was das Zeug hält während meine Nahkämpfer auf ihn einschlugen. Im ersten Versuch mit der neuen Taktik hat es gerade so geklappt aber mein Zauberer war tot. Im zweiten Versuch hatte ich den Dreh raus und kam schon fast “locker” durch. Das war definitiv ein befreiender Dark Souls-Moment.

Ich war also bereit Level 2 von Fort Laegaire zu betreten und einen weiteren nützlichen (Erd-)Zauberspruch zu entdecken, dem ich bislang überhaupt keine Beachtung schenkte: Harmonie. Euch erwarten an der frischen Luft nämlich buchstäbliche Gegnerhorden, die zudem Inquisitoren dabeihaben. Die Typen heilen nicht nur fleißig, sie schläfern eure Mannen auch noch ein. Müssen also schnellstmöglich das Zeitliche segnen. Zwei davon gleichzeitig? Vergiss es. Der Zauberspruch “Harmonie” sorgt dafür, dass fünf Runden lang euch alle Gegner außerhalb eines bestimmten Bereichs nicht angreifen. So könnt ihr kleinere Gruppen anlocken, erledigen, anschließend heilen und speichern und die nächste kiten. Dauert seine Zeit und brauchte ebenfalls einige Neustarts. Hat aber am Ende wunderbar funktioniert bzw. an der letzten Gruppe bin ich dank des Zaubers sogar einfach zum Bossgegner vorbeigeschlichen, habe den besiegt und anschließend meine Ausrüstung geholt (er hat den Schlüssel). Wieder voll ausgestattet waren die letzten auf Fort Laegaire verbliebenen Feinde kein großes Problem mehr.

Der 2. Teil des DLC

The Falcon & The Unicorn (Herstellerbild)

Nach dem Ausflug ins Gefängnis geht es erst einmal zurück in die normale Spielwelt. Die letzte Gelegenheit unerledigtes zu beenden, aufzurüsten und so weiter. Anschließend geht es zum Sommerpalast. Hier werfen euch die Entwickler eine riesige Gruppe von Gegnern nach der nächsten vor. Ein buchstäbliches Setpiece ist beispielsweise ein großer Platz am Hafen, der auffällig aussieht wie ein Schachbrett. Und wie soll es anders sein: Kaum betretet ihr in, wird eine komplette Armee zusammengesetzt wie Schachfiguren herbeigezaubert. “Harmonie” war erneut mein bester Freund hier.

Kleiner Tipp am Rande: Die Lösung für die “Mysteriöse Krypta” ist das Buch “Dynastien des Lichts”. Ihr müsst die Statuen in der Reihenfolge der Namen aus dem Buch aktivieren, um den Schatz zu bekommen.

Der Palast hat noch zwei Flügel (ein Quartier und eine Art Festhalle) in der euch erneut haufenweise Gegner erwarten. Diese sind aber komplett optional. Ja, ihr findet dort noch haufenweise Gegenstände und schafft vielleicht noch ein “Level up” aber meine Ausrüstung hat sich im Laufe des DLCs nicht wirklich verändert. Gibt einfach nichts besseres mehr als das, was ihr im Hauptspiel schon gefunden habt. Das Finale erwartet euch dann im Palast. Erst zwei weitere Gegnertrupps (erneut ist “Harmonie” mein Schlüssel zum Erfolg) und dann der Bosskampf gegen eine mächtige Justiziarin, die zwei Aktionen pro Runde durchführen kann. Hier haben Nahkämpfer dann vermutlich endgültig verloren. Die Dame hat einen Zauberspruch, der sie faktisch jeden Nicht-magischen Angriff ausweichen lässt. Das ist echt harter Tobak. Zum Glück müsst ihr sie “nur” auf ca. 50% ihrer Lebensenergie runterbringen bevor die Imperatorin den Kampf stoppt und das Spiel endgültig vorbei ist.

Fazit zum DLC

Ich war echt froh als ich Adria besiegt hatte. Diese Gegnermassen, die euch die Entwickler im DLC vor die Füße werfen, waren einfach viel zu viel des Guten. Ja, ich habe es am Ende geschafft und reihe mich damit in einen sehr exklusiven Kreis ein. Ich war aber zu dem Zeitpunkt auch selbst sowas von fertig mit dem Spiel (eigentlich schon nach dem Bossgegner der Hauptgeschichte), dass es mir keine wirkliche Befriedigung mehr bereitete den endgültigen Abspann zu bewundern. Technisch gesehen hat der DLC vermutlich nicht mehr als 30-60 Minuten Inhalt aufgebläht auf mehrere Stunden dank der beinharten Kämpfe und der vielen Neustarts. Insofern: Es war ein taktisch extrem anspruchsvolles Erlebnis, das mich neue Seiten des Spiels kennenlernen hat lassen und dadurch definitiv einen gewissen Reiz hatte. Aber verpasst habt ihr trotzdem nichts, wenn ihr diesen DLC niemals in eurem Leben selbst erfahrt. Dann doch lieber Legend of Grimrock (Fantasy) oder Vaporum (Steampunk).

Die neue in der Casa Lysanda

Eine Nintendo Switch hat also ihren Weg in unseren Haushalt gefunden. Meine allererste Nintendo-Konsole. Zur Erinnerung: Ich war (und bin) immer ein PC-Kind. Konsolen kannte ich lange Zeit nur von anderen. Zwar habe ich 2011 einen Nintendo 3DS gekauft und dadurch unzählige Tage an Animal Crossing: New Leaf verloren. Insofern ist Nintendo nicht ganz neu in diesem Haushalt. Aber die Switch ist nun die erste stationäre Konsole der Japaner, die ich mein eigenen nennen darf. Ja, sie hat auch einen Handheld-Modus und so aber jetzt fangt doch nicht schon an Haare zu spalten. Wir sind schließlich erst im ersten Absatz!

In den Fingern gejuckt hat es mich über die Jahre natürlich schon hin und wieder. Speziell bei der Nintendo Wii natürlich. Die halbe Welt spielt mit dem Ding rum, nur ich nicht. Soweit ich mich erinnern kann habe ich auch tatsächlich bis heute noch nie eine Wiimote in der Hand gehabt. Aber da selbst die Xbox 360 und PlayStation 3 nur sehr wenig Action gesehen haben über die Jahre, siegte doch irgendwie immer die Vernunft. Was sich nun bei der Switch geändert hat? Nun, sie hängt vor allem nicht an meinem Rechner, sondern steht im Wohnzimmer. Natürlich konkurriert sie technisch gesehen trotzdem immer noch mit meiner PC-Zeit. Aber es ist psychologisch doch irgendwie was anderes. Menschen sind echt komisch. Gleichzeitig gibt es haufenweise Titel für zwei Spieler, die auch für Lysanda interessant und erlernbar sind. Und selbst unter den restlichen findet sich der eine oder andere für sie. Und ja, ich rede von Pokémon. Was sonst :smile: . Es ist also nicht einfach nur mehr meine Konsole, sondern unsere. Und mehr mit meiner Ehefrau gemeinsam spielen will ich sowieso so viel wie möglich – mit bislang leider nur wenigen Erfolgen. Hat zwar den Nachteil, dass ich die Werke auf Deutsch erleben “muss” aber wie ich immer und immer wieder sage: Eine Beziehung besteht aus Kompromissen.

Der Kauf

Es war also nur noch eine Frage der Zeit bis ich endlich mal den “Kaufen”-Button für Nintendos aktuellste Konsole drückte. Der verzögernde Faktor waren die mittlerweile schon seit 1-2 Jahren herumschwirrenden Gerüchte um eine “Switch Pro”. Wenn ich schon einsteige, dann schließlich in das neuste Modell. Ja, das hat beim Nintendo 3DS nicht wirklich geklappt. Wer konnte 2011 schließlich ahnen, dass sie an einem XL (2012) und dann auch noch an einem New Nintendo 3DS (2014) arbeiten?! Aber da selbst nachdem vor der E3 die Gerüchteküche in den absoluten Overdrive-Modus gewechselt ist kein greifbares Ergebnis herauskam, habe ich mir gesagt: Jetzt reicht’s. Es gibt eh nie den richtigen Zeitpunkt für den Kauf neuer Hardware und ich wollte endlich mal Ring Fit Adventure spielen.

Also Haken dran gemacht, stattdessen eine Rabatt-Aktion von eBay genutzt (immerhin 10%) und eine Nintendo Switch Neon-Rot/Neon-Blau in der roten Verpackung geholt. Das ist das überarbeitete Modell von 2019, welches im Vergleich zum Original ein besseres Display und verbesserte Joy-Cons (Stichwort: Drift-Problem) hat. Außerdem ist sie etwas energie-effizienter und hat damit sowohl eine längere Akkulaufzeit als auch eine etwas kühlere Betriebstemperatur. Außerdem gleich noch mitbestellt: Einen Nintendo Switch Pro Controller, eine Packung Displayschutzfolien und eine Samsung EVO Plus microSD-Karte. Die Switch hat nämlich nur 32 GB internen Speicher und selbst, wenn ich nur Spiele mit physischen Karten zocke: Die verbrauchen dank Updates ebenfalls einiges an Platz wie ich schon beim 3DS festgestellt habe.

Teure Konsole

Trotz des Rabatts war die Nintendo Switch immer noch relativ teuer (290€) für eine vier Jahre alte Konsole aber Nintendo schafft es echt den Preis oben zu halten – sowohl in Bezug auf ihre Hardware als auch den dazugehörigen Spielen. Selbst auf dem Gebrauchtmarkt spart man im Vergleich zur Konkurrenz nur sehr wenig. Liegt vermutlich an diversen Faktoren von “Nintendo-Spiele sind zeitlos”, “Nintendo macht so gut wie nie Sales” über “Spricht eine breitere Masse an” bis hin zu “Die Verkaufszahlen speziell zu Weihnachten sind immer noch wahnsinnig hoch”. Doch egal was die Gründe sind, der zentrale Fakt bleibt: Eine Nintendo-Konsole war, ist und wird auf absehbare Zeit ein teures Vergnügen bleiben.

Und dann ist im Auslieferungszustand nicht einmal irgendein Spiel mit dabei, wenn man kein Kombipaket kauft (die teilweise eher teurer als günstiger im Vergleich zum Einzelkauf sind). Nach der zügigen und absolut schmerzfreien Ersteinrichtung des Systems und der Erstellung eines Miis für Lysanda blieb also erst einmal nichts weiter zu tun als auf die erste Spielelieferung zu warten. Ja, ich hätte im Nintendo eShop irgendwelche Titel kaufen/kostenlosen Kram herunterladen können. Aber darauf hatte ich keine Lust bzw. Sky: Kinder des Lichts war zu dem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht.

Die Spiele

Das Resultat des ersten Spiele-Einkaufs

Es mussten also erst noch Spiele ins Haus. Meine Kriterien? Physikalische Box (bin immer noch komisch, ich weiß) und eine höchstmögliche Wahrscheinlichkeit, dass der Titel niemals auf einer anderen Plattform erscheinen wird. Anders als scheinbar viele andere Switch-Besitzer, die vermutlich die Konsole hauptsächlich unterwegs nutzen, brauche ich keine Portierungen auf Nintendos Konsole. So habe ich es übrigens auch bei meinen anderen Konsolen gehalten. Da haben es zwar speziell von Microsoft dann doch ein paar Titel mittlerweile auf den PC geschafft aber das konnte damals zu den Hochzeiten des Konsolenkrieges ja noch keiner ahnen. Speziell bei Nintendo First-Party-Spielen dürfte der Weg zur Konkurrenz aber noch ein extrem weiter sein. Entsprechend wenig verwunderlich, dass vor allem diese ihren Weg in meinen Einkaufswagen gefunden haben. Insgesamt stehen entsprechend aktuell 17 Werke im Regal mit vier weiteren auf der Merkliste für eine Anschaffung irgendwann in der Zukunft.

Eine genaue Aufzählung erspare ich euch an dieser Stelle. Ihr seht sie rechts auf dem Bild. Reden wir stattdessen kurz über die Titel, die ich/wir tatsächlich schon gespielt haben:

Sky: Kinder des Lichts (2019/2021; Android, iOS, NSWI) – Das neuste Werk der Journey-Macher. Ein Free-2-Play-Titel mit Ingame-Käufen, der zuerst auf Smartphones veröffentlicht wurde und es nun nach gefühlt extrem vielen Verschiebungen endlich auf die Switch geschafft hat. Allerdings noch nicht sonderlich gut optimiert. Obwohl ich die Switch in der Dock betreibe gibt es vor allem an Stellen wo nachgeladen werden muss spürbare Ruckler/Framerateeinbrüche. Mal schauen, ob sie das mit der Zeit noch behoben bekommen.

Optisch wie spielerisch (Plattformer) erinnert es stark an Journey nur mit weniger Sand. Ihr reist als Kind mit Umhang (=für ein paar Sekunden fliegen) durch sieben stark stilisierte Welten, um das Geheimnis eines uralten Volks zu lüften/es zu befreien. Auf eurer Reise begegnet ihr anderen Spielern (max. 8 Stück pro Gebiet) mit denen ihr euch zusammenschließen könnt. Diese sind zuerst in Schatten gehüllt. Erst, wenn ihr Licht mit ihnen austauscht wird ihr zufällig vergebener Name und ihre Gestalt sichtbar. Anschließend könnt ihr Gegenstände wie Bänke oder Tische einsetzen um mehr oder weniger lange mit ihnen chatten zu dürfen. Und ja, natürlich ist das alles mit Ingame-Käufen verbunden. Zum Erreichen des Spielendes ist reden allerdings nicht erforderlich.

Beim Christoph meint: Abgesehen von den Performanceproblemen wieder eine extrem interessante Welt, welche thatgamecompany geschaffen hat. Die Free-2-Play-Aspekte sind etwas eigenartig aber die erste Stunde mit dem Spiel machte trotzdem ähnlich wie schon bei Journey viel Laune wegen der einzigartigen und sehr philosophischen Atmosphäre. Schade, dass es erneut keinen lokalen Koop-Modus gibt.

Cadence of Hyrule (Herstellerbild)

Cadence of Hyrule: Crypt of the NecroDancer featuring the Legend of Zelda (2019; NSWI) – Schon das Original, Crypt of the NecroDancer, hat mir sehr gut gefallen. Ihr und die Monster können sich nur im Takt der Musik bewegen. Überleben könnt ihr nur, wenn ihr die Bewegungsmuster analysiert und im richtigen Beat angreift. Der Switch-exklusive Ableger versetzt euch nun in die Welt von The Legend of Zelda. Das grundlegende Spielprinzip des Rogue-likes bleibt dabei unverändert aber es bewegt sich doch noch einmal auf einem ganz anderen Level. Sich zur bekannten Zelda-Musik zu bewegen, als Zelda/Link unterwegs zu sein (im Koop-Modus spielt euer Partner die Heldin des Originals) und durch die bekannten Umgebungen zu streifen voll mit den ikonischen Monstern – einfach fantastisch.

Dabei hat der Titel absolut nichts an seiner Gnadenlosigkeit verloren. Nicht nur Lysanda hat ganz schön zu kämpfen, auch ich kann sie auf den Bildschirmen voller Monstern nicht wirklich gut beschützen. Praktischerweise könnt ihr euren gefallen Partner an den zahlreich verteilten Schreinen direkt wiederbeleben. Und selbst, wenn mal beide Sterben: Im Standardmodus (ihr könnt euern Spielstand sehr stark individualisieren) dürft ihr direkt wieder auf dem gleichen Bildschirm neu starten und verliert nicht einmal alle gesammelten Gegenstände, sondern nur ein paar. Es geht also nicht wie im Original wieder ganz von vorne los. Sehr praktisch und macht das Spielerlebnis für ungelernte Spieler definitiv besser.

Beim Christoph meint: Wer Rhythmusspiele mag, kommt weder um Crypt of the NecroDancer (gibt’s ebenfalls auf der Switch) noch Cadence of Hyrule herum. Persönlich finde ich sogar das Crossover gelungener als das Original. Zum einen natürlich wegen dem wesentlich sympathischeren Setting zu dem ich trotz fehlender Nintendo-Kindheit doch eine stärkere Verbindung habe. Zum anderen aber auch wegen den spürbar sinnvollen Änderungen und Neuerungen, welche die Entwickler eingebaut haben. Und im Koop-Modus (gab es schon im Original) macht’s gleich nochmal mehr Laune.

Mario + Rabbids: Kingdom Battle

Mario + Rabbids: Kingdom Battle (2017; NSWI) – XCOM im Pilzkönigreich mit einer Brise Verrücktheit und Puzzle-Elementen. Die Rabbids werden unfreiwillig in die Welt von Mario & Co. transportiert und richten dort viel Unheil an. Eure Aufgabe: Sie zu stoppen. Dazu sammelt ihr im Laufe des Spiels vier Helden (Mario, Luigi, Peach und Yoshi) sowie vier euch wohlgesonnene Rabbids auf und bestreitet mit ihnen rundenbasierte Kämpfe gegen die bösen Rabbids. Dazwischen bewegt ihr euch frei durch die vier Spielwelten, löst Rätsel, lüftet Geheimnisse und sammelt Gegenstände, die ihr in den Kämpfen benutzen könnt.

Die Kämpfe selbst nutzen grundsätzlich das mittlerweile bekannte und von XCOM: Enemy Unknown anno 2012 in dieser Art von Spiel etablierte System mit zwei Aktionen pro Runde (Laufen/Schießen). Deckung spielt ebenfalls eine Rolle und ihr könnt sogar Kombo-Angriffe fahren. So schleudert euch euer Team-Mitglied z.B. zu einem weit entfernten Feld. Wie es sich gehört hat jeder Charaktere andere Fähigkeiten und eine andere Bewaffnung. Entsprechend muss wohl überlegt sein, welche drei ihr mit in den Kampf nehmt. Taktisch trotzdem sicherlich nicht ganz so anspruchsvoll wie das große Vorbild aber dennoch nicht so einfach wie es die quietschbunte Grafik suggeriert.

Beim Christoph meint: Der Rabbids-Humor ist so gewöhnungsbedürftig wie eh und je aber sie haben definitiv ihren Charme – genauso wie dieses Spiel. Es versprüht den üblichen Flair eines Mario-Jump ‚n‘ Runs ist aber unter der Haube eben ein rundenbasiertes Taktikspiel mit genug Anspruch, um bei Laune zu halten. Und nein, den Vergleich zu Fire Emblem kann man nicht wirklich ziehen. Es sind zwei grundverschiedene Titel, die höchstens ein paar grundlegende spielerische Überschneidungen haben.

Hyrule Warriors: Definitive Edition (Herstellerbild)

Hyrule Warriors: Definitive Edition (2018; NSWI) – Dynasty Warriors mit einem The Legend of Zelda-Überzug. Nicht mehr und nicht weniger. Ihr stürzt euch mit mehreren bekannten Helden zwischen denen ihr jederzeit frei wechseln könnt in eine riesige, sehr dynamische Schlacht. Ihr müsst Bereiche erobern, um dem Ansturm der Gegnermassen Herr zu werden und gleichzeitig Missionen auf dem Schlachtfeld erfüllen, um die Geschichte voran zu treiben. Gefühlt hat man nie genug Zeit alles zu erledigen. Da hilft es auch nicht, dass ihr eure anderen Helden rudimentäre Befehle geben könnt. Und es ist irgendwie alles äußerst unübersichtlich. Gut, es ist eine Schlacht. Die ist per se unübersichtlich. Aber ihr wisst was ich meine. Erschwerend kommt noch dazu, dass die Interface-Elemente ziemlich klein sind auf unserem 40″-Fernseher. Ich kann vom Sofa aus mitunter nicht einmal auf der Minimap erkennen wo ich mich eigentlich gerade befinde.

Beim Christoph meint: Nur für Dynasty Warrior-Fans zu empfehlen. Die Serie hat ihren ganz eigenen Charme, den die Entwickler erfolgreich ins Land von Zelda & Link transportiert haben. Die Stärken und Schwächen dieser teils echt unübersichtlichen Massenschlachten bleiben aber unverändert erhalten. Es hat ganz klar seinen Reiz aber selbst ich bin noch nicht so richtig durchgestiegen.

Pokémon Schwert (2019; NSWI) – Schwert statt Schild, weil mir das Pokémon auf der Verpackung besser gefallen hat. Ansonsten wüsste ich aktuell nicht, was ich großartig viel dazu sagen könnte. Es ist ein Pokémon-Abenteuer komplett in einer 3D-Welt. Ihr seid ein junger Trainer, der sich auf die Reise macht der neue Champion zu werden. Auf dem Weg sammelt ihr haufenweise Pokémon, hegt und pflegt sie und besiegt andere Trainer. Also all‘ das, was wir schon seit den Gameboy-Zeiten (1996) und Pokémon rot/grün tun – nur mit hübscherer Grafik und vielen neuen Pokémon. Macht irgendwie immer noch Laune nicht nur wegen den niedlichen Monstern, sondern vermutlich auch aufgrund der taktisch anspruchsvollen Kämpfe. Wir haben uns übrigens für das Feuerpokémon Hopplo als Starter entschieden.

Ring Fit Adventure (Herstellerbild)

Ring Fit Adventure (2019; NSWI) – Das Problem an Sport ist ja immer, dass die Tätigkeit an sich irgendwie ziemlich langweilig ist. Das macht es eigentlich so schwer ihr regelmäßig nachzugehen. Insofern ist es nichts wirklich Neues zu versuchen ihn zu “Gameifizieren”. Jeder Wettkampf ist nichts eigentlich nichts anderes. Bei mir fehlt aber irgendwie das dazugehörige Gen. Der Wettstreit mit anderen täuscht bei mir nicht darüber hinweg, dass ich Sport einfach nicht mag. Und irgendwelche fiktiven Punktelisten schaffen es ebenfalls nicht so recht mich hinterm Ofen hervor zu locken. Insofern finde ich es genial, wie sich der Spielemarkt in der Hinsicht in den letzten Jahren entwickelt hat. Speziell für VR gibt es die geilsten Sachen. Beat Saber ist da nur der Anfang. Da ich aber immer noch kein VR habe, muss halt die Switch herhalten. Dort gibt es ebenfalls ein paar gute Titel wie ARMS oder eben Ring Fit Adventure.

Die Geschichte ist simpel: Ihr befreit aus Versehen den Bodybuilder-Drachen Drako aus seinem Gefängnis und müsst ihn nun wieder einfangen.  Zur Seite steht euch Ringa, euer Fitnessring, den ihr auch in der Realität in der Hand habt mit einem Joy-Con drin. Und in einer Tasche an eurem linken Bein ist der andere Joy-Con. Beide erkennen überraschend gut was ihr gerade treibt.

Das Spiel

Eure Reise führt euch durch 20 Welten mit über 100 Level. Und wie es sich für ein Fitnessspiel gehört lauft oder sprintet ihr diesen Weg. Der Joy-Con an eurem Bein erkennt dabei wie schnell ihr euch bewegt und sogar Treppen steigen steht auf dem Programm. Der Ring-Con in eurer Hand lässt sich hingegen zusammendrücken (zieht Sachen an/lässt euch springen), auseinanderziehen (schießt) und frei bewegen, um z.B. Ziele an eurer Seite abzuschießen. Es ist aber nicht nur Laufen an der Tagesordnung. Das wäre schließlich noch kein intensives Ganzkörpertraining. Nein, auf eurem Pfad lauern auch Monster auf euch. Und die bezwingt ihr in Fitnesskämpfen. Ihr sucht euch aus einer Reihe von Übungen eine aus (bis zu 60 Stück am Ende) und richtet dann bei der Ausführung Schaden an. So macht ihr beispielsweise 20 Kniebeugen, eine Runde Überkopfpressen oder ein paar Yoga-Übungen und zwar so lange bis der Feind besiegt ist.

Ring Fit Adventure (Herstellerbild)

Jeder Level ist dabei ein Abschnitt einer Trainingseinheit, die ihr absolviert. Nach ein paar Level sagt euch dann das Spiel, dass es Zeit wäre für heute aufzuhören und macht noch einen kleinen Cooldown mit euch. Sogar Pulsmessungen gehen dank des IR-Sensors am Joy-Con. Ihr könnt zwar selbstverständlich weiter machen. Aber glaubt mir: Lysanda und ich finden das Spiel echt extrem anstrengend selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad. Und wir halten uns jetzt nicht für ganz untrainiert. Neben dem eigentlichen Abenteuer gibt es noch einen Satz Mini-Spiele, die Möglichkeit einfach nur so durch die Levels zu laufen ohne Feinde und euch selbst ein Training zusammen zu stellen.

Beim Christoph meint: Ich hatte tatsächlich große Erwartungen an Ring Fit Adventure nachdem ich es bei ein paar YouTubern im Einsatz gesehen hatte. Und diese Erwartungen wurden absolut erfüllt. Man treibt ganz normal Sport und merkt es in dem Sinne nicht, weil einen das Geschehen auf dem Bildschirm erfolgreich ablenkt. Also mir läuft natürlich trotzdem die Brühe vom Kopf und ich bin fix und alle aber ihr wisst was ich meine: Das Spiel im Spiel hält mich bei der Stange und motiviert mich weiter zu machen. Wird natürlich die spannende Frage sein, ob es über die Geschichte hinweg weiter anhält. Aber man soll ja nicht gleich schon wieder den Teufel an die Wand malen. Und selbst wenn: Es ist trotzdem eine richtig coole Sache, die wir nur empfehlen können.

 

Fazit

Unterm und überm Strich habe ich den Kauf der Nintendo Switch bislang nicht bereut. Hatte aber auch ehrlich gesagt nichts anderes erwartet. Es ist Nintendo. Die mögen manchmal veraltete Ansichten haben und unverständliche Strategien verfolgen aber, dass ihre Produkte keinen Spaß machen kommt eher selten vor. Selbst mit den für meine Hände etwas kleinen Joy-Cons komme ich überraschend gut zurecht auch, wenn ich aus Gewohnheit trotzdem eher zum Pro-Controller greife.

Außerdem ist es echt extrem einfach mit zwei Personen nicht nur zu spielen, sondern eben auch die Profile zu wechseln. Egal ob im Spiel selbst (Ring Fit Adventure) oder der Konsole. Das verstärkt den Eindruck eines familienfreundlichen Produkts natürlich noch mehr. Sowieso ist die Bedienung abseits der uralten Nintendo-Eigenart (Zurück auf dem unteren Knopf statt bestätigen) absolut durchdacht und gelungen. Und die Spiele? Nun, ich habe mir logischerweise die Rosinen rausgepickt. Insofern gibt es da bislang ebenfalls nichts zu bemängeln :smile: . Und jetzt entschuldigt mich: Ich muss diesen Eintrag online stellen, damit ich endlich meine heutige Trainingseinheit absolvieren kann.

Sicarius

Ein vergessenswerter Geist

Ghost Recon: Future Soldier (Herstellerbild)

Es hat länger gedauert als gedacht – irgendwie komme ich aktuell echt überhaupt nicht zum Zocken -, aber am Wochenende lief endlich die völlig unbefriedigende Endsequenz von Ghost Recon: Future Soldier über meinen Bildschirm. Unbefriedigend, weil zwar der Bösewicht im Dreck lag aber mehr irgendwie auch nicht (es gehen direkt die Credits los). Ja, die Ghosts haben (unerlaubterweise) ihren Rachefeldzug gegen den Befehlshaber erfolgreich beendet, der ihre Freunde durch einen Bombenangriff mit weißem Phosphor zu Beginn des Spiels getötet hat. Aber für mich als Spieler fehlte doch irgendwie noch so ein kleiner Epilog. Mir ist zwar klar, dass die Ghosts jetzt technisch gesehen einfach zur nächsten Mission übergehen und so. Trotzdem wäre da sicherlich noch was in einer Bar oder so möglich gewesen.

Ein Stück weit lag meine Unzufriedenheit über das Ende aber sicherlich auch an mir selbst. Schließlich hatte ich die zwölf Missionen umfassende Reise bereits vor über sechs Jahren begonnen. Entsprechend waren meine Erinnerungen an die “schockierenden” Anfänge nicht mehr ganz so taufrisch. Aber ich bin nicht so der Typ, der dann neu anfängt. Entweder es kommt mir mit der Zeit wieder oder es war sowieso so vergesslich, dass es gar nicht die Mühe wert ist. In diesem Spiel gilt definitiv Letzteres. Irgendeine Organisation will die Führung in Moskau stürzen und ihr müsst das verhindern. Nicht gerade einfallsreich – immerhin sind die Einsatzorte halbwegs abwechslungsreich. Außerdem habe ich bekanntlich auf dem mit Patch 1.6 neu eingeführten Schwierigkeitsgrad Hardcore gezockt mit dem Ziel in jeder Mission ein Ghost-Skill-Rating von 100/100 zu bekommen. Das wollte ich nicht für die bereits abgeschlossenen Einsätze noch einmal machen. Ja, ich weiß auch nicht, warum ich in solchen Taktik-Shootern immer das Bedürfnis habe mich selbst zu quälen. Sollte ich vermutlich mal einen Psychologen drüber schauen lassen…

Ein ballernder Geist?!

Ghost Recon: Future Soldier (Herstellerbild)

Ganz erreicht habe ich übrigens mein Ziel von 12x 100/100 am Ende trotz unzähliger Neustarts nicht. Das lag aber nicht an mir und meinen Fähigkeiten, sondern daran wie dieser Score in Ghost Recon: Future Soldier berechnet wird. Als naiver Spieler könnte man ja erwarten, dass es darum geht möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erwecken und vielleicht noch die eine oder andere Herausforderung dabei zu erledigen (z.B. das Ziel in einer bestimmten Zeit zu erreichen). Schließlich ist es ein Taktik-Shooter in dem es um eine Einheit geht, die möglichst ungesehen, verdeckt und meistens ohne offizielle Unterstützung arbeitet. Und trotzdem habe ich beispielsweise in der Mission Gallant Thief nur ein Rating von 83 erreicht.

In dieser Mission geht es um einen Gefängnisausbrauch. Anders als in allen anderen Einsätzen seid ihr hier in der ersten Hälfte komplett alleine unterwegs. Ich schleich’ mich also erfolgreich durch das Lager, keiner sieht oder hört mich und töte dabei insgesamt nur sechs Soldaten bis zum großen Finale. Alle natürlich ebenfalls lautlos und ohne, dass es jemand mitbekommt. Im Finale kommt ihr leider nicht darum herum einfach nur um euch zu schießen, da ihr einige Minuten am Evac-Point ausharren müsst, während die feindlichen Truppen auf euch losstürmen. Klingt auf dem Papier also nach einem vollen Erfolg, der doch garantiert Höchstwertungen verdient? Ja ne, so funktioniert das Ghost-Skill-Rating des Spiels leider nicht. Stattdessen errechnet sich dieser aus dem Schwierigkeitsgrad, wie viele Zivilisten ihr getötet und ob ihr heimlich still und leise Feinde über den Jordan geschickt habt bzw. wie Akkurat/mit wie vielen Headshots. Und letzteres ist genau das Problem: Da nur sechs Soldaten leise ihr Leben ließen und ich ansonsten an allen anderen erfolgreich vorbeigeschlichen bin, war mein Ghost-Skill-Rating vergleichsweise niedrig. Was für ein völlig blödsinniger Schwachsinn?! Ich werde dafür bestraft nicht alles und jeden im Level niedergestreckt zu haben?! Sind wir hier bei Rambo?

Wie man es besser macht zeigt übrigens das ein Jahr später veröffentlichte Splinter Cell Blacklist ebenfalls von Ubisoft. Dort erhaltet ihr für jeden erfolgreich umgangenen Gegner genauso Punkte wie für leises Töten. Glaub’ sogar mehr als aber da bin ich mir (noch) nicht ganz sicher. Ja, den Titel endlich mal durchzuspielen (natürlich auf “Perfectionist”) habe ich mir als nächstes vorgenommen.

Schleichen? Bloß ned!

Ghost Recon: Future Soldier (Herstellerbild)

Ich bin aber noch nicht mit meinem Geschimpfe über Ghost Recon: Future Soldier fertig. Wir haben also festgestellt, dass das Ghost-Skill-Rating Heimlichkeit und Effizienz nur bedingt belohnt. Sprich ich habe mich in vielen Missionen faktisch für’n Arsch abgemüht die beste Route zu finden, gezielt zu töten und tatsächlich taktisch vorzugehen statt einfach nur Headshots aneinander zu reihen. So viel verschwendete Nerven und Lebenszeit… Leider hören die Probleme hier noch nicht auf, denn spätestens im letzten Drittel der Kampagne häufen sich die für Schleicher unschaffbaren Situationen. Natürlich gab’ es auch in Ghost Recon: Advanced Warfighter und seinem Nachfolger (ich rede wieder nur von den PC-Versionen) Abschnitte, in denen ihr nur “wild” um euch schießend weiterkamt. Sie waren aber zum einen deutlich angekündigt, besser in die Geschichte eingebunden (Stichwort Rückzugsgefechte) und zum anderen zumindest gefühlte Ausnahmen. In Ghost Recon: Future Soldier hingegen fing es so ab Mission 8 an mir langsam zu dämmern, dass das Spiel mich irgendwie aus meiner Deckung locken möchte. Ich musste quasi anfangen zu ballern, um weiter zu kommen. Als ich dann in Mission 9 stundenlang gegen eine Wand angerannt bin – egal was ich gemacht habe, es wurde immer Alarm ausgelöst obwohl es gar keinen Sinn machte – warf ich dann doch mal einen Blick in eine Komplettlösung und was stand da? “Es ist vermutlich nicht möglich die Soldaten leise zu töten. Ja, es gibt Szenarien in diesem Spiel, die es buchstäblich unmöglich machen leise zu bleiben”.

In Kombination mit der Feststellung, wie sich das Ghost-Skill-Rating errechnet, ist mir bei dieser Erkenntnis ein Stück weit der Kragen geplatzt. Ich spiele auf einem Schwierigkeitsgrad, auf dem eine Sekunde aus der Deckung geschaut den sofortigen Tod bedeutet und muss dann mit meiner Truppe einen Kampf auf offenem Feld mit einer Übermacht bestreiten? Ja, danke. Ich dachte ich würde einen Taktik-Shooter spielen und kein Call of Duty. Der dazugehörige Höhepunkt ist übrigens die vorletzte Mission, Invisible Bear, wo ihr euch buchstäblich durch die Straßen von Moskau kämpfen müsst. Ich konnte am Ende den Gegnern beim Spawnen zuschauen, weil ich es dank unzähliger Neustarts auswendig wusste (und sie möglichst schnell töten musste). Und ja, die Checkpoints sind hier natürlich besonders weit auseinander. Begeisterung pur.

Ghost Recon: Future Soldier (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Von mir gibt es nach dem Durchspielen grad noch so 2 von 5 Sics. Es ist grundsätzlich spielbar, sieht halbwegs hübsch aus (etwas zu dunkel und farblos) und hat 2-3 coole Momente (besagter Gefängnisein- und ausbruch unter Zeitdruck beispielsweise). Aber das Gesamtpaket passt einfach hinten und vorne nicht – zumindest nicht zu einem Titel, der sich selbst als Taktik-Shooter bezeichnet. Würde ein anderer Name draufstehen wäre es zwar immer noch kein Blockbuster aber vielleicht okay gewesen. So hatte es Ghost Recon: Future Soldier definitiv verdient meine Enttäuschung des Jahres 2012 zu sein obwohl ich damals erst ein paar Missionen auf dem ehemals höchsten Schwierigkeitsgrad “Elite” gespielt hatte! Zu meinen heute genannten Punkten kommt ja auch noch die Kritik dazu, die ich bereits 2015 geäußert hatte: Die grundsätzlich starke Linearität, die Super-KI eurer Kameraden und die nicht vorhandenen Möglichkeiten ihnen anständig Befehle zu erteilen. Entsprechend oft sterben sie in den offenen Kämpfen weg.

Nein, definitiv kein Spiel bei dem ich der Abschaltung der Multiplayer-Server hinterher weine (spielt eh keiner mehr). Klingt hart aber ihr habt echt nichts verpasst, wenn ihr den Titel nie gespielt habt. Die damaligen Wertungen im niedrigen 70iger-Bereich waren absolut verdient. Ich bin so dermaßen enttäuscht von dem Ding – und das jetzt schon zum 2. Mal :wink: . Ich könnte jetzt natürlich sagen: Es kann nur besser werden. Allerdings ist Ghost Recon: Wildlands bekanntlich ein Open-World-Shooter, der ebenfalls nicht die besten Wertungen eingefahren hat. Trotzdem mal schauen ob er nach all den Patches mehr zu gebrauchen ist als Ghost Recon: Future Soldier. Der 79,2GB große Download läuft.

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