DOOM (2016 – Herstellerbild)

Endlich habe ich DOOM (2016) durch. Anders als bei Mirror’s Edge Catalyst ist dieses „endlich“ aber absolut nicht negativ besetzt. Stattdessen drückt es mehr meine Überraschung darüber aus, dass es doch so lange gedauert hat. Schließlich habe ich anno 2016 vergleichsweise früh zugegriffen (für meine heutigen Verhältnisse…) und von mir als ultimativen id-Fan™ hättet ihr sicherlich anderes erwartet. Ich geh‘ kurz in die Ecke und mich schämen.

/me steht in der Ecke und schämt sich

So zufrieden? Nicht? Egal. Besser spät als nie. Die finale Wertung dürfte auf jeden Fall nicht überraschend kommen. Von mir gibt es satte und kompromisslose 5 von 5 Sics. Auch wenn ich fast drei Jahre gebraucht habe es endlich zu beenden, lag das definitiv nicht am Spiel, sondern nur an meinen Prioritäten :smile: .

Ein absolutes und fast perfektes Meisterwerk

Es war ein langer Weg für id zu DOOM (2016) aber das Ergebnis ist schlichtweg fantastisch. Ja, beim genaueren Hinsehen rennt und springt ihr „nur“ von einer Arena zur nächsten Arena und wartet darauf, dass die nächste Welle Monster hereinteleportiert wird. Aber wenn sich die Kämpfe so gut anfühlen wie hier, dann wäre alles andere absolut fatal. Die Waffen haben mächtig Rums, das Arsenal ist umfangreich, die alternativen Feuermodi gehen überraschend schnell ins Blut über, die Glory Kills helfen das Tempo hoch zu halten und Mick Gordons Soundtrack ist zwar tatsächlich nichts, was ich mir außerhalb des Spiels lange anhören kann (etwas zu hart und disharmonisch). Aber für die Action ist er so dermaßen passend und genial – das muss man selbst erlebt haben, um es zu verstehen.

DOOM (2016 – Herstellerbild)

Grafisch ist der Titel trotz seiner begrenzten Farbpalette (Industriegrau oder höllisch rot) ebenfalls beeindruckend anzuschauen und besonders mit Vulkan-API sehr performant (kann ich ja dank meines Rechnerupgrades endlich nutzen). Das optisch Beeindruckende kommt aber vermutlich sehr viel auch durch das größtenteils gelungene Leveldesign. Es ist zwar nicht ganz so extrem Labyrinthartig wie im Original aber die Levels sind trotzdem angenehm groß und mit vielen Ecken zum Erkunden und Geheimnisse finden.

Der Schandfleck?

Wenn ich etwas an der Einzelspielerkampagne zu bemängeln habe, dann höchstens, dass die Geschichte nach dem fulminanten Einstieg etwas zu stark abflacht. Die Aufzug-Sequenz ist so unglaublich genial wie sie kurz ist und dürfte eins der besten Intros aller Zeiten sein. Pure Emotionen ausgedrückt ohne, dass überhaupt ein Gesicht zu sehen ist. Wahnsinn.

Aber diese Momente, in denen der Doom Slayer seine „Fuck You!!“-Attitüde außerhalb der Kämpfe zur Schau stellt, sind sehr wenige wenn auch immer sehr coole Situationen. Vor allem im letzten Drittel des Spiels verfallen die Entwickler jedoch wieder in den „Stiller Protagonist macht, was man ihm sagt“-Modus. Und zu allem Überfluss können weder der finale Bosskampf noch das Ende wirklich überzeugen.

Abseits der eher geringen Herausforderung der Bosskämpfe (trotz Ultra-Violence-Schwierigkeitsgrad) im Allgemeinen dürfte ein Grund sein, dass trotz der vielen sammelbaren Datenlogs und den eingestreuten Flashback-Hologrammen irgendwie keiner der Hauptcharaktere für mich auf die eine interessante Ebene steigt. Doomguy tötet alles und jeden aber seine Motivation ist einzig und allein, dass er Dämonen hasst – mehr nicht. Das funktioniert für ihn sehr gut und macht ihn auch ein Stück weit sympathisch. Ich als Spieler möchte aber doch ein bisschen mehr haben, wenn die Entwickler schon versuchen so zu tun, als gäbe es hier eine tiefgründige Mythologie hinter allem. Leider interessiert mich speziell Olivia Pierce nicht die Bohne und Samuel Hayden hat nur eine coole Bass-Stimme. Nicht ganz Sinn der Sache würde ich sagen. Das muss zwingend mit DOOM Eternal besser werden. Andererseits hat es mich logischerweise nicht so sehr gestört, dass ich aufgehört hätte zu spielen :smile: . Am Ende des Tages hat DOOM (2016) trotzdem ein paar richtig geile Momente wie besagtes Intro oder der Einstieg in den Cyberdemon-Kampf.

Gemeinsam statt Einsam

DOOM (2016 – Herstellerbild)

Zu 100% fertig habe ich die Einzelspielerkampagne noch nicht. Hier und da habe ich wohl ein Datalog übersehen und ein paar Waffen wollen noch gemeistert werden (die letzte Upgradestufe jeder Waffenmodifikation ist immer eine Challenge wie z.B. töte 10 mal 4 Gegner gleichzeitig). Das habe ich mir durchaus vorgenommen noch alles zu erledigen. Aber gleichzeitig habe ich nun auch meine Fühler stärker in den Mehrspielermodus ausgestreckt. Anno 2016 hatte ich ihn als Halo-Klon abgetan und ja, prinzipiell hat sich daran nichts geändert. Doch die Entwickler haben in der Zeit einige Sachen verbessert und vor allem wichtige Modi wie z.B. Deathmatch ergänzt. Zwar wird mich der Mehrspieler trotzdem nicht stundenlang bei der Stange halten – dafür habe ich noch zu viele Einzelspielertitel zum Zocken – aber für ein paar Matches zwischendurch macht es auf jeden Fall Laune und fühlt sich glücklicherweise ganz anders an als Quake Champions trotz vieler ähnlicher Elemente (z.B. Progressionssystem, Customizing des Charakters, etc.).

Somit bleibt mir zum Abschluss des heutigen Eintrags nur noch einmal zu sagen: Wenn ihr es noch nicht getan habt und auch nur einen Funken Interesse an Ego-Shootern habt, dann MÜSST ihr DOOM (2016) spielen. Ich lasse da keine Ausrede abseits einer ausgeprägten Dämonophobie gelten. Und selbst da könnte man ids Werk eher als Therapie ansehen :wink: . Ich für meinen Teil bin absolut heiß auf DOOM Eternal. Mal schauen was die E3 2019 und/oder die QuakeCon 2019 in dieser Hinsicht bringen werden.

Sicarius

Enttäuschendes Parkour

Mirror’s Edge (Herstellerbild)

2008 war ein Wahnsinnsjahr für Electronic Arts – sowohl im positiven (viele neue IPs…) wie im negativen Sinne (…die sich nicht immer so gut verkauften wie erhofft). Es war das Jahr in dem sie sich seit langem mal wieder etwas getraut haben. Ja, technisch gesehen fiel die Entscheidung schon ein paar Jahre vorher aber ihr wisst schon :smile: . In dem Jahr brachte EA unter anderem (!) Army of Two, Burnout Paradise, Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 (das beste Command & Conquer, egal was die Command & Conquer: Generals-Fans behaupten!), Crysis Warhead (das bessere Crysis), Rock Band 2, Nascar 09 (der leider bislang letzte Teil der Reihe), Battlefield: Bad Company (ich will endlich Teil 3!), Dead Space (ich will endlich Teil 3 wieder vergessen!) und Spore auf den Markt aber über letztes redet glaube ich keiner mehr… Ach und ein kleiner aber feiner Titel namens Mirror’s Edge.

Das Spiel war nicht perfekt, keine Frage. Vor allem der Zwang hier und da kämpfen zu müssen war doof. Aber es hat mir und vielen anderen sehr viel Freude bereitet. Das lag an zwei Dingen: Es sah trotz oder gerade wegen seines Hangs zum Minimalismus fantastisch aus und es schaffte einen genialen Flow aufzubauen. Ja, es war nicht sonderlich lang oder anspruchsvoll aber in gefühlt einem einzigen Bewegungsablauf über die Dächer parkouren oder durch die Kanalisation zu turnen war einfach einzigartig. Übrigens DAS Level was mir immer einfällt, wenn ich an Mirror’s Edge denke. Die Optik und das Gameplay in der Kanalisation sind einfach herausragend. Doch ich schweife ab.

Bereits 2009 kündigte EA trotz Verkaufszahlen, welche die Erwartungen nicht wirklich erfüllt hatten, einen zweiten Teil an – der nie das Licht der Welt erblickte. Stattdessen musste sich die Videospielgemeinde bis 2016 gedulden (nach einer erneuten Ankündigung im Jahr 2013), bis der Open-World-Reboot namens Mirror’s Edge Catalyst auf den Markt kam. Der Erfolgt hielt sich in Grenzen, um es zaghaft auszudrücken. Und genau diesen Titel habe ich in den letzten Wochen endlich mal durchgespielt. Spoiler: Meine Begeisterung hält sich ebenfalls in Grenzen.

(Cover)

Mirror’s Edge Catalyst (2016; PC, PS4, XONE) – Ihr schlüpft in die Rolle der Faith Connors, die gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen wird. Weshalb sie dort war und warum sie bei einem Verbrecher namens Dogen Schulden hat? Ihr werdet es im Spiel selbst nicht erfahren. Electronic Arts war damals sehr auf dem „Cross-Mediale-Erlebnisse“-Trip und verlangte im Falle von Mirror’s Edge Catalyst, dass ihr zusätzlich noch die sechsteilige Comicbuch-Reihe von Dark Horse Comics namens Mirror’s Edge Exordium lest. Ich hab’s nicht getan. Aber gut:

Wir befinden uns in der Zukunft in einer Stadt namens Glass innerhalb der Nation von Cascadia. Der defacto Herrscher der Stadt ist Gabriel Kruger mit seiner Firma Kruger Security. Diese Firma stellt auch einen Chip her, der jedem Menschen eingepflanzt wird und ihm Zugang zum Internet gewährt, um es ganz grob auszudrücken. Aber natürlich gibt es Leute, die sich dagegen wehren so einen Chip zu tragen. Dazu gehören die Runner, die auf den Dächern der Stadt leben und wie der Name schon sagt ihren Lebensunterhalt damit verdienen quasi analog Nachrichten zu transportieren (also nicht ganz wie in Vernetzt – Johnny Mnemonic). Und Faith ist so eine Runner – angeblich sogar eine ganz gute. Ihre Eltern wurden damals von KrugerSec ermordet, weshalb sie logischerweise noch eine Rechnung offen hat. Also macht sie nach dem Gefängnisaufenthalt dort weiter, wo sie aufgehört hat: Sie schließt sich wieder der Truppe von Noah (vermutlich auch aus dem Comic bekannt?) an und versucht gleichzeitig die Schuld bei Dogen zu tilgen – und am Ende steht wie so oft das Schicksal der gesamten Mensch…äh Stadt auf dem Spiel.

Die Geschichte wird hauptsächlich im Spiel erzählt. Zwischensequenzen gibt es nur sehr wenige, die schicken Anime-Sequenzen des Vorgängers sind sogar komplett passé. Stattdessen versuchen die Entwickler löblicherweise euch einfach die nächste Aufgabe zu geben und die Turnerei auf den Dächern nur wenig zu unterbrechen. Leider leidet darunter die Erzählung, denn weil keiner der Charaktere so wirklich Zeit im Spiel zur Geltung zu kommen, baut man als Spieler auch keine richtige Verbindung zu ihnen auf. Das nimmt die Spannung und Tragik raus und selbst Faith’s Konflikt kommt durch die klischeebehafteten Flashbacks (ja, sie hat Alpträume) nicht wirklich gut rüber. Es fühlt sich alles ein wenig an, als hätte man irgendeinen Vorgänger verpasst und ist stattdessen in media res ins Spiel gekommen. Ach und das Ende ist zwar philosophisch interessant aber aus Spielersicht total unbefriedigend – vor allem weil die Wahrscheinlichkeit auf einen dritten Teil basierend auf dieser Variante der Spielwelt sehr gering ist.

Eine offene Welt…

Mirror’s Edge Catalyst (Herstellerbild)

Doch nicht nur die Geschichte ist im Vergleich zu Mirror’s Edge verändert worden – auch am Gameplay hat EA DICE gedreht. Der wichtigste Punkt: Statt linearer Levels steht euch nun eine riesige Spielwelt zur Verfügung in der ihr euch am Ende komplett frei bewegen könnt. Aufgeteilt in Stadtteile, die nach und nach durch Fortschritte in der Hauptgeschichte freigeschaltet werden, gibt es viel zu sehen und viel zu tun. Darunter beispielsweise zufällig generierte und endlos widerkehrende Liefermissionen, einen großen Haufen fest definierter Rennen und abwechslungsreiche Nebenmissionen (von „Renne von hier nach dort“ bis hin zu „Klettere von da nach dort“ :wink: ) sowie mehr Sachen zum Einsammeln als Sand in der Sahara. Plus eine leichte Mehrspielerkomponente, denn jeder kann selbst eigene Rennstrecken definieren oder an weit abgelegenen bzw. schwer erreichbaren Punkten seine virtuelle Flagge stecken, die dann bei anderen sichtbar werden und als Herausforderung für denjenigen dienen.

Klingt theoretisch nach dem perfekten Rezept für unendlich langen Spielspaß. Eine offene Spielwelt mit viel zu tun durch die ihr kunstvoll hindurchrasen könnt – wer will das nicht? Die meisten Fähigkeiten von Faith wie z.B. die Möglichkeit sanft zu landen oder auf Knopfdruck eine 180°-Drehung zu machen schaltet ihr sogar relativ zügig frei, müsst also nicht erst lange warten bis ihr wirklich trickreich durch die Gegend parkouren dürft. Selbst das neue Kampfsystem ist soweit okay und funktioniert erstaunlich gut ohne gleichzeitig den Spielfluss zu stark zu unterbrechen. Komplett ohne wäre mir aber weiterhin lieber gewesen.

…die mich überfordert

Blöd nur, dass das grundlegende Spielprinzip schlichtweg in diesem großen Stil nicht funktioniert. Ich habe am Ende elf Spielstunden für alle Missionen (Haupt und Neben) gebraucht und war echt froh endlich durch zu sein. Das erste Problem ist, dass die Spielwelt einfach zu riesig ist. Es kann kein Flow entstehen, wenn ich alle paar Sekunden erst einmal auf die Karte schauen oder ein Rennen mehrfach allein schon deshalb starten muss, um zu wissen wie der Weg geht. Ja, es gibt natürlich wieder die (optionale) „Runner’s Vision“, die nicht nur das nächste Parkourobjekt knallrot markiert, sondern per Linie einen möglichen Weg (nicht den schnellsten!) zeigt. Aber in der Hitze des Gefechts geht trotzdem schnell mal die Orientierung verloren und man weiß nicht mehr wo man ist und wo es lang geht oder man steht vor allem an den Häuserübergängen plötzlich in einer Sackgasse. Was gefühlt auch ein Stück weit daran liegt, dass es irgendwie keine richtigen und eindeutigen Landschaftsmerkmale gibt. Es sieht aus Faiths Blickwinkel innerhalb eines Stadteils alles gleich aus.

Mirror’s Edge Catalyst (Herstellerbild)

Jetzt könnte man sagen, dass das mit der Orientierung mit der Zeit kommt und es erst einmal wichtig ist, dass das Herumrennen an sich Spaß macht. Und ja, am Anfang sind sie wieder da, die Stärken von Mirror’s Edge. Aber ist man erst einmal wieder drin und versucht etwas mehr zu tun als nur geradeaus zu rennen und über Hindernisse zu springen, fallen einem sehr schnell die Unzulänglichkeiten auf. Und die sind nicht nur unverständlich, sondern teilweise tödlich und damit trotz überschaubarer Ladezeiten und fairen Checkpoints unglaublich nervig. Warum kann ich beispielsweise eine Wand hochrennen aber während ich dann an ihr herunter rutsche nicht auf den Balken nebendran springen – oder zumindest nach ihm greifen? Warum muss ich in einem exakten 45°-Winkel an die Wand laufen, damit das Spiel kapiert, dass ich einen Wallrun durchführen möchte? Warum ist ein Wallrun nach oben faktisch immer Glücksache? Warum macht das Spiel einen Wallrun, wenn ich einfach nur hochspringen wollte und schickt mich dadurch in den Tod? Und so weiter und so fort. Dafür, dass das Bewegungssystem theoretisch so viele Möglichkeiten bietet, fühlte ich mich in der Praxis extrem eingeschränkt. Das mag sicherlich auch ein bisschen an meinen persönlichen Fähigkeiten liegen, wenn ich mir das ein oder andere YouTube-Video anschaue. Aber trotzdem: Ich bin sehr oft gestorben, nur weil das Spiel entweder gar nicht oder nicht korrekt auf meine Eingaben reagiert hat. Und die spielerische Freiheit wird durchaus stark eingegrenzt, wenn ich bestimmte, eigentlich offensichtliche Pfade nicht bestreiten kann, nur weil es vom Entwickler scheinbar nicht vorgesehen war. Dadurch wird aus dem eigentlich coolen „Mmmh, wie könnte ich da hochkommen?“-Moment schnell ein unbefriedigendes „Okay, wie soll ich da hochkommen?“.

Entsprechend ist Mirror’s Edge Catalyst dann am besten, wenn es sich selbst einschränkt und beispielsweise in den Missionen zurückkehrt zur Linearität des Vorgängers. Dann kann das bekannte Spielprinzip erneut überzeugen und es kommt ein gewisser Flow auf. Auch wenn man in einem Rennen mal grundsätzlich verstanden hat wo es hingeht macht es erneut Spaß durch fortwährende Optimierung noch das letzte Zehntel heraus zu kitzeln. In der offenen Spielwelt selbst hingegen…nicht so wirklich.

Der Rest

Mirror’s Edge Catalyst (Herstellerbild)

Bei Grafik, Musik und Sound gibt es von meiner Seite nichts zu meckern. Mirror’s Edge Catalyst behält den minimalistischen Stil mit seinen starken Farben des Vorgängers bei. Genau hinschauen sollte man zwar nicht, da sich der Detailgrad in Grenzen hält aber das ist vernachlässigbar, schließlich rennt man die meiste Zeit an allem und jedem vorbei :smile: . Was sich die Entwickler allerdings dabei gedacht haben euch auf eine externe Webseite zu schicken, um euer Runner-Logo (erneut in den Spielen anderer sichtbar) zu ändern statt es direkt im Spiel anzubieten weiß ich nicht. Zumal der einzige Hinweis darauf ein Text auf dem Ladebildschirm ist. Eine Google-Suche hat mir gezeigt, dass ich nicht der einzige bin, der das überlesen hat. Zusätzliche Elemente wie Hintergründe oder Formen dafür erhaltet ihr durch das Freischalten von Achievements. Andererseits gibt es sowieso nicht viele Werbeflächen zum Hacken auf denen ihr es platzieren könnt und selbst bei denen ist es mir nicht wirklich aufgefallen. Sie sind schließlich eher an schlecht erreichbaren Stellen platziert (soll ja eine Herausforderung sein) und damit im normalen Spielalltag nicht sehr häufig im Blickfeld.

Beim Christoph meint: Ich habe lange überlegt was ich mit Mirror’s Edge Catalyst mache. Am Ende gibt es von mir sehr knappe 3 von 5 Sics. Den dritten Sic gibt es, weil ein Teil meiner Kritik eher subjektiver Natur ist. Aber eine echte Empfehlung kann ich trotzdem nicht aussprechen. Mich hat das Spiel wirklich frustriert. Auch deshalb, weil die guten Ideen sichtbar sind und ich es lieben wollte. Aber gute Ideen allein reichen halt nicht aus. Stattdessen gibt es eine belanglose 08/15-Geschichte mit Charakteren, die mir völlig egal sind und ein Spielprinzip das im Vorgänger (fast) einwandfrei funktioniert hat aber hier an allen Ecken und Enden mir nur seine Unzulänglichkeit zu spüren gibt. Aus meiner Sicht trägt die Hauptschuld daran die offene Spielwelt, die mehr Möglichkeiten suggeriert als sie tatsächlich bietet. Ein Problem, das Assassin’s Creed natürlich auch hat aber in einem Mirror’s Edge-Titel noch stärker negativ auffällt.

Ausschnitt aus meiner GOG-Bibliothek

CD Projekt musste Ende Februar einige Mitarbeiter von GOG.com entlassen. Grund ist wohl, dass es dem Shop nicht all zu gut geht. Über die genauen Gründe kann man wie immer nur spekulieren.

Früher war das Aushängeschild von GOG.com, wie der Name schon sagt, sehnsüchtig erwartete Re-Releases von guten alten Spielen, aufbereitet für moderne Systeme und vollgestopft mit Goodies wie Soundtracks – und das auch noch DRM-frei. Eigentlich die perfekte Nische in der heutigen Retrokultur. Mittlerweile ist das Thema irgendwie zumindest für mich als normaler Nutzer, der nicht jeden Tag bei GOG.com vorbeischaut, etwas ins Hintertreffen geraten. Ja, sie hatten vor Kurzem mit Diablo, WarCraft und WarCraft II drei völlig unerwartete Brüller (warum nicht über Battle.net?), die garantiert ein wenig die Kassen gefüllt haben. Aber in den letzten Jahren ist mir GOG.com eher durch die gefühlt jeden Tag eintrudelnde Werbemails im Kopf geblieben in denen (nur leicht übertrieben ausgedrückt) das halbe Sortiment um bis zu 90% reduziert angeboten wird.

So lockt man vielleicht Kunden an aber ob sich das am Ende wirklich finanziell lohnt? Bezweifle ich. Ich bin sicherlich kein typischer Käufer aber von den 53 Titeln, die ich derzeit im GOG-Account habe, habe ich exakt keinen einzigen bei GOG.com gekauft. Der größte Teil waren Freebies entweder von GOG selbst oder z.B. Kickstarter-Belohnungen. Ach und natürlich The Witcher III: Wild Hunt da die Box-Version dort aktiviert werden muss. Ich belaste also nur die Server und bringe keinen Umsatz *yay*.

Geiz ist geil

In einem Monat drei Freebies im Humble Store

Apropos Freebies: Nicht nur gibt es gefühlt jeden Tag in irgendeinem (Online-)Shop tausende Spiele zu absoluten Kampfpreisen – man kriegt auch ständig irgendetwas kostenlos nachgeworfen. Und damit meine ich nicht Abos wie PlayStation Plus oder Humble Bundle Monthly. Die kosten ja trotzdem jedem Monat Geld (und man bekommt im Gegenzug einen Haufen teils richtig guter Spiele!). Nein, ich meine die 100%-Kostenlos Dinger, die entweder nur die Anmeldung am Store oder eines Newsletters verlangen. Ich hab‘ mittlerweile so einige Spiele nicht nur doppelt, sondern sogar drei- oder vierfach deswegen – nur in unterschiedlichen Shops…

Für die Käufer natürlich eine super Sache diese ständigen Sales, Giveaways und Spielepässe. Ich vermute mal, dass es noch nie so viele gute Spiele für Umme/fast nix gab. Da sind nicht nur die Day-1-Käufer die Doofen, sondern sogar alle anderen. Aber so richtig gut für die Shops im Speziellen und die Spieleindustrie kann dieser absolute Preisverfall doch nicht wirklich sein. Es ist den Leuten schließlich schon lange nicht mehr zu vermitteln zehn Euro für ein tolles aber kurzes Spiel aus dem Portemonnaie zu holen. Wie will man dann unter solchen Bedingungen („gibt’s eh morgen kostenlos“) noch langfristig 60 Euro für einen Übermega-AAA-Blockbuster bekommen? Bitte? Gar nicht? Stimmt. Deswegen haben wir ja so einen Mist wie Games-as-a-Service, überfrachtete Trends (aktuell Battle Royale) und Open-World-Titel, die nur noch in Arbeit ausarten. Zu viel Konkurrenz ist also vielleicht doch nicht immer nur gut?

Der Neue

Phoenix Point (Herstellerbild)

Nun mischt seit mittlerweile vier Monaten auch noch der Epic Games Store den Onlinemarkt kräftig auf. Neben der Kampfansage „nur 12% Provision“ (im Gegensatz zu 30% z.B. auf Steam) sind der Grund dafür vor allem die Methoden zu denen die Besitzer der Gelddruckmaschine Fortnite dabei greifen. Gut, man könnte es einfach Kapitalismus nennen aber der durchschnittliche Gamer hat dafür logischerweise keinerlei Verständnis. Ja, es war absolut nicht die feine Art Metro Exodus zwei Wochen vor dem Release von Steam zu entfernen (immerhin wurden die Vorbestellungen honoriert). Aber bei dem Angebot, dass Epic Games dem Publisher Deep Silver vermutlich gemacht hat, wäre ich auch Schwach geworden. Natürlich kennen wir keine genauen Zahlen. Aber der Fall von Phoenix Point gibt einen ungefähren Aufschluss darüber, wozu Epic Games bereit ist, um sich schnell auf dem Markt zu etablieren.

Phoenix Point ist der inoffizielle XCOM-Nachfolger von Serienerfinder Julian Gollop und wird für ein Jahr lang exklusiv nur im Epic Game Store erhältlich sein. Ein Teil des Deals ist, dass Epic Games dem Entwicklerstudio einen Mindestumsatz garantiert. Sprich, selbst wenn sich das Spiel unterirdisch schlecht verkauft, kommt der vereinbarte Betrag aufs Bankkonto. Wie groß dieser Betrag genau ist, weiß man natürlich nicht. Aber er liegt wohl bei weit über zwei Millionen Dollar. Warum? Nun, dass diese Ankündigung den Unterstützern der Crowdfunding-Kampagne überhaupt nicht schmecken würde (damals wurde Steam und GOG versprochen), war auch den Entwicklern klar, weshalb sie „großzügiger Weise“ sofort uneingeschränkte Rückerstattungen ankündigten. Der Shitstorm blieb freilich trotzdem nicht aus und dabei ist einem Community Manager herausgerutscht, dass selbst, wenn alle ihre Unterstützung entziehen würden, genug Geld da wäre um schwarze Zahlen zu schreiben. Und die Crowdfunding- und Vorbestellungs-Summe belief sich zu diesem Zeitpunkt auf rund zwei Millionen Dollar. Daher dieser Wert.

Epic Games schmeißt also gerade mit Geld um sich und CEO Tim Sweeney hat deutlich gemacht, dass das so schnell nicht aufhören wird. Bei drei Milliarden Dollar Gewinn hauptsächlich durch Fortnite allein in 2018 kann er sich das definitiv leisten.

Das Geschmipfe

Sogar in New Star Soccer!

Ich hab‘ von Fußball bekanntlich keine Ahnung (und Azzkickr wird mich sicherlich gleich zurechtweisen) aber mich erinnert die ganze Diskussion komischerweise stark an eine Sache glaub‘ aus dem Jahr 2006. Damals hat TSG 1899 Hoffenheim tief in die Taschen gegriffen und mit den Millionen nur so um sich geschmissen, um Weltklassespieler zu kaufen. Da schimpften auch alle (deswegen habe ich das mitbekommen). Von wegen, dass das ja kein gescheiter Fußball wäre bzw. schlecht für den Wettkampf (macht der FC Bayern das nicht schon immer so?) und man soll doch die eigene Jugend fördern, etc. pp.. Aber das Ergebnis ist eindeutig: Seit 2008 ist der Verein durchgängig in der 1. Bundesliga. Und ich glaube mittlerweile interessiert es niemanden mehr, was da vor zehn Jahren los war.

Genauso wird es mit dem Epic Games Store enden. Gut, sie werden sicherlich nicht Steam vom Thron stoßen, dafür ist es zu etabliert. Doch das sind jetzt in den nächsten Monaten ein paar kurze Shitstorms und dann ist die Sache gegessen. Was nicht heißt, dass man die Methoden gut finden muss. Konsolenexklusivität ist ja schon doof aber jetzt auch noch eine Shop-Exklusivität bei manchen Titeln kommt einer Monopolstellung schon relativ nahe. Ja, die grundsätzliche Bindung an einen Shop ist nichts Neues. Allen voran natürlich bei Steam, aber ebenso EA Origin oder Uplay. Aber hier hatte man in der Vergangenheit immerhin noch die Wahl wo man seinen Key ersteht. Soweit ich das verstanden habe, wird es aber für den Epic Games Store keine Keys z.B. über den Humble Store geben. Und das ist logischerweise nicht gerade förderlich für den Wettbewerb. Dass der Epic Games Store gleichzeitig mit akutem Featuremangel und – viel schlimmer – haufenweise Security-Problemen zu kämpfen hat, ist da schon fast nicht mehr erwähnenswert. Aber hey: Es sind erst vier Monate. Uplay gibt es seit 2012 und ist immer noch ziemlicher Mist allein schon was die „Shopping-Experience“ angeht, wie man so schön Neu-Deutsch sagt.

Meine Meinung

Aber reden wir doch mal zum Abschluss Tacheles: Was ist meine Meinung zum Epic Games Store? Nun, ich hab‘ den Epic Games Launcher seit Ende 2015 auf dem Rechner. Damals gab es Shadow Complex Remastered für Umme. Irgendwann habe ich dann mal das neue Free-2-Play Unreal Tournament hinzugefügt aber das wird bekanntlich seit 2017 zugunsten von Fortnite nicht mehr weiterentwickelt. Ich habe also seit über drei Jahren das Ding auf dem Rechner, hatte es aber bis zum Start des Epic Games Store vielleicht ein halbes Dutzendmal gestartet. Seitdem ist es ein bisschen mehr geworden, weil Epic Games zwei kostenlose Spiele pro Monat bereitstellt und zudem mittlerweile die aktuellen Backer Builds von Phoenix Point darüber verteilt werden (dazu sicherlich demnächst mal mehr). Gekauft habe ich noch nichts (und trotzdem schon 13 Titel in der Bibliothek).

Ausschnitt aus meiner Epic Games Store Bibliothek

So hat es auch mit EA Origin, Uplay und Co. angefangen. Ich habe also kein grundsätzliches Problem mit zusätzlichen Launchern. Ja, ich starte nach dem Anschalten des Rechners erst einmal Steam, weil es einfach meine größte Spielebibliothek ist und meine Freundesliste beinhaltet (obwohl ich derzeit nicht viel kommuniziere – ‚tschuldigung!). Die anderen öffne ich nur, wenn ich tatsächlich etwas gezielt spielen möchte (derzeit z.B. Mirror’s Edge Catalyst in EA Origin) oder dort ein interessanter Sale hauptsächlich für DLCs läuft (zuletzt bei EA Origin endlich mal alles für die Dragon Age– und Mass Effect-Trilogien geholt – nein, ich habe die leider nicht zu Zeiten von GamersGlobal kostenlos erhalten). Aber ein Icon mehr oder weniger macht in meiner Taskleiste bekanntlich keinen großen Unterschied :wink: .

Die aktuelle Featurelosigkeit des Epic Games Store stört mich auch nicht weiter abseits der fehlenden Möglichkeit direkt in die Bibliothek zu springen beim Start (er öffnet erst den Store). Ist mir der Epic Games Store und die ganze Aufregung darüber also gleichgültig? Könnte man so sagen. Es hat mich bei EA und Ubisoft nicht gestört, warum soll ich mich also jetzt plötzlich darüber aufregen? Ich kann eh nichts dran ändern und am Ende des Tages sind mir die Spiele an sich und ihre Funktionsfähigkeit (Stichwort Uplay-Server oder die Abschaltung von Desura) wichtiger als der Launcher über den ich sie spielen muss. Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt, der aber grundsätzlicher Natur ist: Ich verliere langsam den Überblick und das geht an den Geldbeutel.

Ja, ich gebe offen zu, dass ich tatsächlich vor allem letztes Jahr aus Versehen das ein oder andere Spiel doppelt gekauft habe. Zum einen, weil ich meine Spieleliste in Bezug auf rein digitale Käufe lange nicht so rigoros pflegte wie meine Box-Käufe. Das ist mittlerweile Vergangenheit obwohl ich mit dem Nachpflegen noch nicht ganz fertig bin (ich hab‘ echt einen Haufen Spiele!). Zum anderen, weil ich z.B. bei einem Steam-Sale dann nicht dran gedacht habe, dass ich Steamworld Dig schon bei EA Origin habe (gab’s mal kostenlos). Das ist zwar gut für den Entwickler, weil er mehr (bzw. überhaupt mal) Geld von mir bekommt, aber natürlich für mich total doof. Entsprechend habe ich nun in besagter Spieleliste sogar noch eine Spalte ergänzt mit der Info mit welchem Launcher der Titel verknüpft ist. Ein weiterer Shop bedeutet entsprechend, dass die Zersplitterung und damit die Notwendigkeit so einer Liste für mich jetzt noch größer wird. Aber ich gehe davon aus, dass ist ein reines Luxusproblem von mir und ist nur begrenzt übertragbar :wink: .

Bis Montag!

Ist es tatsächlich schon 2 1/2 Jahre her seit ich das letzte Mal eine Vorschau auf die im nächsten Quartal erscheinenden Videospiele gemacht habe? Ernsthaft? Wow. Hätte ich nicht gedacht. Andererseits: Ich glaube auf dieser Webseite tummeln sich derzeit sowieso keine Day-1-Käufer mehr. Und dank Games-As-A-Service, verkorksten Release-Versionen (Anthem war schon in der Closed Beta, über die ich euch nichts erzählen durfte, absoluter Müll) und schnellem Preisverfall wird es sowieso irgendwie immer und immer unwichtiger „wann“ eigentlich ein Spiel technisch gesehen veröffentlicht wurde. Aber darüber hatte ich ja bereits letztes Jahr philosophiert.

Kommen wir stattdessen zum 2. Quartal 2019 und den wenigen nennenswerten Titeln, die in dieser Zeit auf den Markt kommen sollen. Ja, ich habe mir für die Rückkehr dieser Eintragsserie absolut das falsche Quartal ausgesucht aber hey: So schaffen es auch mal etwas unbekanntere Werke auf die Liste. Also lasst uns loslegen:

Dangerous Driving (Herstellerbild)

Dangerous Driving (09.04.2019; PC, PS4, XONE) –Burnout Paradise ist bereits 2008 erschienen. Seitdem war es abseits von einem Remaster ruhig um das ehemals sehr erfolgreiche Rennspielfranchise – zu ruhig, wenn man den Entwickler bei Three Fields Entertainment (Dangerous Golf) glauben darf. Und die müssen es wissen, denn das Studio wurde von Alex Ward und Fiona Sperry erschaffen – die Gründer von Criterion Games und Erfinder der Burnout-Serie, die das Studio 2014 verließen als EA ihnen Need For Speed wegnahm. Mit Dangerous Driving wollen sie nun wieder zurück zu ihren Rennspielwurzeln und wenn man sich den Trailer so anschaut, könnte das hinhauen. Es erinnert definitiv sehr stark an die ersten Burnout-Titel. So erwartet uns ein reinrassiger Arcaderacer ohne viel Drumherum (keine offene Welt, sondern 30 abgeschlossene Strecken) aber mit Polizei, brutalen Takedowns und kompromissloser Geschwindigkeit. Eine Rückkehr in die „gute“ alte Zeit, wie die Entwickler sagen. Und ich muss sagen: Die Videos machen definitiv Lust auf mehr. Übrigens einer der Titel, die auf dem PC erstmal nur über den Epic Games Store erhältlich sein werden.

Weedcraft Inc. (11.04.2019; PC, MAC) – Ja, was soll man zu diesem Spiel schreiben? Der Name sagt doch schon alles: Es ist eine Managementsimulation in der ihr in Amerika Drogen einkauft/anbaut und verkauft mit allem was dazu gehört. Ich erwarte darin viel über das Thema zu lernen, was ich nie wissen wollte. Aber hey: Solange das Spiel gut ist :smile: . Interessant finde ich, dass die Entwickler es trotz der Cartoon-Grafik realistischer halten wollen. Also keine Idealisierung oder Verteufelung des ganzen Themas, sondern eine spielerisch optimierte Darstellung der Sache aus beiderseitiger Sicht. Wenn sie das wirklich hinkriegen, dann wäre es schon allein deshalb einen Blick wert.

Earth Defense Force: Iron Rain (Herstellerbild)

Earth Defense Force: Iron Rain (11.04.2019; PS4) – Wusstet ihr, dass es das Genre „Panik-Action-Shooter“ gibt? Ich nicht. Aber die Earth Defense Force-Reihe gehört wohl dazu. Nachdem erst im Dezember Teil 5 auf den westlichen Markt kam (in Japan schon 2017), folgt nun mal wieder eine Art Spinoff von einem anderen Entwickler. Klares Ziel dabei: Den westlichen Markt ansprechen und die Serie endlich außerhalb des asiatischen Markts zum Erfolg führen. Keine Ahnung, warum besagter westlicher Markt kein Gefallen daran hat hunderte von teils haushohen Insekten zu vernichten. Mir macht das einen Heiden Spaß und ich finde es schade, dass sich die PC-Umsetzungen in Grenzen halten. Aber nicht jeder hat bekanntlich meinen guten Geschmack. Das Grundprinzip bleibt in Earth Defense Force: Iron Rain auf jeden Fall unverändert: Aliens greifen in Massen die Erde an und ihr müsst sie besiegen. Stattdessen wollen die Entwickler durch ein seriöseres Auftreten sowohl in Sachen Grafik als auch in der Erzählung punkten. So ist alles etwas realistischer (und dunkler) gestaltet, die Städte erinnern mehr an echte aus den USA und so weiter. In den ersten Previews heißt es aber, dass das alles nur Anstrich wäre. Unter der Haube steckt wohl weiterhin das altbekannte „Ballere alles ab, was sich bewegt“-Spielprinzip. Als Serienfan finde ich das natürlich super. Ob das Neueinsteiger genau so sehen wird sich zeigen.

Anno 1800 (16.04.2019; PC) – Wie lange die Entwickler wohl noch an ihrer Namensgebung (Querschnitt ist 9) festhalten können? So langsam gehen ihnen die Zahlenkombinationen aus :smile: . Aber gut: Nach zwei Ausflügen in die Zukunft und fast vier Jahre Wartezeit steht also nun der mittlerweile siebte Teil der sehr erfolgreichen Aufbau-Strategiereihe an und kehrt zurück in die Vergangenheit. Die Entwickler versprechen das beste aus 20 Jahren Anno (individuelle KI-Gegner, lieferbare Handelsgüter, zufallsgenerierte Karten, etc.) sowie zaghafte Neuerungen, die vor allem mit dem Beginn des industriellen Zeitalters zu tun haben (z.B. Schiffsexpeditionen und Fabrikarbeitskräfte). Und auch wenn ich bekanntlich nicht der größte Fan der Serie bin, sondern mehr ein Die Siedler-Anhänger: Das klingt alles super und sieht wieder einmal fantastisch aus. Es gibt wirklich nur sehr wenige Spieleserien, die durchweg Titel auf einem so hohen Niveau raushauen. Entsprechend mache ich mir um die technischen wie spielerischen Qualitäten von Anno 1800 absolut keine Sorgen. Da müsste Ubisoft Blue Byte schon was massiv falsch gemacht haben.

God’s Trigger (Herstellerbild)

God’s Trigger (18.04.2019; PC, PS4, XONE) – Gute Top-Down-Shooter mit Coop-Funktion gibt es immer noch viel zu wenige muss ich sagen. Schon allein deswegen hat das neuste Werk von One More Level meine Aufmerksamkeit geweckt. Das Spiel verspricht schnelle Arcade-Action mit etwas Taktik, schicke Cel-Shading-Grafik, interessante Umgebungen und zwei spielbare Charaktere zwischen denen ihr im Solo-Modus per Knopfdruck hin- und herwechseln dürft – ach und haufenweise verspritzendes Blut. Vielleicht etwas zu viel für meinen Geschmack aber solange es den Spielfluss nicht stört :wink: . Die Frage wird am Ende sein wie stupide die Kämpfe tatsächlich sind und wie viel Umfang das Spiel bietet. Das lässt sich logischerweise noch nicht abschätzen. Anschauen werde ich es mir aber auf jeden Fall mal.

Mortal Kombat 11 (23.04.2019; PC, PS4, XONE, Switch) – Kampfspiele reizen mich auf der einen Seite, auf der anderen habe ich bis heute abseits von One Must Fall 2097 keines so wirklich richtig gespielt. Ich bin einfach zu blöd dafür Combos nicht nur auswendig zu lernen, sondern sie anschließend auch noch abzuspulen. Entsprechend nehme ich einfach nur zur Kenntnis, dass nun Teil 11 des Klassikers des Genres rauskommt – interessanterweise immer noch angetrieben von der Unreal Engine in der Version 3. Kann sowieso nicht einschätzen, welche Auswirkungen auf das Meta Neuerungen wie „Fatal Blow“ oder „Krushing Blow“ haben werden. Da aber NeatherRealm Studios in den neun Jahren seit ihrer Gründung mehr als nur einmal gezeigt haben, dass sie nicht nur Ahnung von Kampfspielen im Allgemeinen, sondern von Mortal Kombat im Speziellen haben, bezweifle ich, dass Fans der Serie ein Rohrkrepierer erwartet.

A Plague Tale: Innocence (Herstellerbild)

A Plague Tale: Innocence (14.05.2019; PC, PS4, XONE) – Ich kann meiner Meinung aus dem vergangenen Jahr nicht wirklich was hinzufügen. Ja, es wird von einem Budgetpublisher vertrieben und von einem in diesem Bereich eher unerfahrenen Entwickler gebaut. Aber die Grundidee dahinter ist immer noch cool. Die Geschichte klingt mitreißen, das Setting ist einzigartig, die Atmosphäre in den Trailern genial und das Schleichen/Überleben-Gameplay sehr interessant. Vermutlich wird das Spiel nicht gerade lang und sehr linear sein aber wenn das Spielerlebnis entsprechend intensiv ist, stört mich das nicht. Auf jeden Fall weiter im Blick behalten.

RAGE 2 (14.05.2019; PC, PS4, XONE) – Ich habe letzte Woche endlich mal den ersten und einzigen DLC, The Scorchers, zu RAGE durchgespielt. Die erste Erkenntnis: Selbst mit meiner wesentlich höheren Power unter dem Schreibtisch ist das Texturen-Nachlade-Problem immer noch nicht weg. Die zweite Erkenntnis: Der Shooteranteil macht immer noch Laune. Und die dritte Erkenntnis: RAGE 2 wird damit definitiv nichts zu tun haben. Gut, letzteres war schon nach der Vorstellung des Spiels klar. Aber mit dem frischen Vergleich im Kopf wird noch einmal deutlicher, dass das was Avalanche Studios auf den Markt bringen möchte definitiv abgedrehter, verrückter und farbenfroher ist. Ob es deswegen weniger Spaß macht? Glaube ich nicht. Mir hat Mad Max schon gefallen und das hatte vermutlich nur ein Bruchteil des Budgets von RAGE 2 und nicht ids Shootererfahrung mit im Gepäck. Ich bin entsprechend zuversichtlich, dass ich meinen Spaß damit haben werde.

Team Sonic Racing (Herstellerbild)

Team Sonic Racing (21.05.2019; PC, PS4, XONE, Switch) – Sonic and SEGA All Stars Racing sowie Sonic & All-Stars Racing Transformed waren überraschend gute Mario Kart-Ableger. Nach fast sieben Jahren Wartezeit kommt nun endlich der dritte Teil der Rennspielserie von Sumo Digital. Dieses Mal aber ausschließlich mit Charakteren (15 Stück) aus dem Sonic-Universum und dafür in enger Zusammenarbeit mit dem Sonic Team von SEGA. Weiß zwar nicht, was die großartig zu einem Rennspiel beitragen können aber gut. Meine Erwartungen an den Titel sind einfach: Mehr vom Gleichen (neue Strecken, neue Autos, etc.) und das verpackt in schickerer Grafik. Wie der Name schon sagt, ist die Hauptneuerung der Fokus auf Teams. Statt jeder für sich selbst, wird jetzt gemeinsam gewonnen. Es soll ähnlich wie z.B. in Overwatch Teamfähigkeiten geben, ihr sollt euch gemeinsam unterstützen und natürlich auch zusammen die Gegner von der Rennstrecke schießen können. Wie gut das mit der KI funktioniert wird sich zeigen aber im Mehrspielermodus (12 online, 4 offline) könnte das eine echte Gaudi werden. Ich freue mich auf jeden Fall drauf, denn die Vorgänger sind selbst heute noch uneingeschränkt empfehlenswerte Arcade-Racer.

Total War: Three Kingdoms (23.05.2019; PC, MAC, Linux) – Es geht zurück nach Asien. Kein Wunder: Total War: Shogun 2 hat ja schon acht Jahre auf dem Buckel. Und zwar in die Zeit der drei Königreiche. Das allein ist schon interessant. Noch interessanter ist aber, dass es zwei Kampagnen geben soll: Eine, die auf historischen Tatsachen basiert und eine, die auf einem Roman basiert, der logischerweise nicht ganz so exakt die damaligen Vorkommnisse widergibt. Dreimal dürft ihr raten, welche Kampagne mich mehr interessiert :smile: . Ansonsten gibt es die übliche Global- und Echtzeitstrategiekost für welche die Serie so bekannt wurde mit ein paar zusätzlichen Funktionen hier und da. Allen voran ein Konzept namens „Guanxi“, das aus euren Generälen quasi kleine Sims macht mit ihren eigenen Problemen und Bedürfnissen. Mal schauen, ob und wie das funktioniert.

Warhammer: Chaosbane (Herstellerbild)

Warhammer: Chaosbane (04.06.2019; PC) – Die Liste der offiziellen Warhammer-Videospiele wird länger und länger. Games Workshop scheint die Lizenz weiterhin lieber mit der Gießkanne zu verteilen statt auf Qualität zu achten. Aber gut: Nun also zum allerersten Mal ein Action-Rollenspiel. Vier Charakterklassen stehen zur Verfügung und bis zu vier Spieler können sich online wie offline gleichzeitig über die dutzenden Gegner hermachen. Erinnert nicht nur in Sachen Grafikstil, sondern auch spielerisch stark an Diablo. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Schließlich schauen sich alle Fantasy-Action-Rollenspiele etwas vom Genre-Urvater ab. Das Warhammer-Feeling kommt in den Trailern und Screenshots auf jeden Fall schon einmal gut rüber. Gleichzeitig versprechen die Entwickler sehr viel Inhalt und damit einen hohen Wiederspielwert (180 Skills, 70 Monsterarten, 10 Schwierigkeitsgrade, haufenweise Dungeons, etc.). Ob das am Ende tatsächlich abwechslungsreich ist und ob der bekannte „noch ein Dungeon“-Flow entstehen wird? Ich bin aufgrund des in diesem Bereich vollkommen unerfahrenen Entwicklers Eko Software etwas skeptisch. Aber lassen wir uns überraschen.

The Sinking City (27.06.2019; PC, PS4, XONE) – Ein Horrorspiel zu entwickeln ist nicht einfach, eins mit Einflüssen von H.P. Lovecraft scheinbar fast unmöglich. Zumindest kommen die bisherigen Ergebnisse über den „Geheimtipp“-Status nur selten hinaus. The Sinking City wird es vermutlich nicht anders ergehen – was nicht nur an der Epic Games Store-Exklusivität liegt. Die Geschichte kennt man: In den 20iger Jahren kommt ein Privatdetektiv in eine Stadt in der komische Sachen vor sich gehen. Die Einwohner haben einen mehr oder weniger starken Knall und auch man selbst wird im Laufe des Spiels an den Rand des Wahnsinns getrieben. Soweit so bekannt. Was macht The Sinking City also großartig anders als die bisherigen Cthulhu-Titel? Keine Ahnung. Es bietet eine offene Welt, mehrere Lösungsmöglichkeiten für die Kriminalfälle inkl. verschiedenen Enden, Management des eigenen Wahnsinns und wohl einen vergleichsweise hohen Shooteranteil mit Kämpfen gegen die alptraumhaften Monster. Theoretisch die Bausteine, aus denen man ein gutes Cthulhu-Horror-Adventure stricken könnte. Drücken wir Frogwares die Daumen, dass sie es tatsächlich schaffen.

 

Und das waren sie, die aus meiner Sicht nennenswerten Titel der kommenden drei Monate. Irgendwas dabei, was euch interessiert? Vieleicht sohar zum Day-1-Kauf animiert? Oder habe ich gar was Wichtiges übersehen? Also außer Days Gone (26.04.2019), dass es schlicht nicht auf meine Liste geschafft hat.

Warum hat mir keiner gesagt, dass Beyond the Black schon Ende August ihr drittes Studioalbum Heart Of The Hurricane veröffentlicht haben?! Auf euch ist echt kein Verlass. Wenn die neue Platte von The Offspring irgendwann aufschlägt, wird das hoffentlich besser laufen! Zum Glück wird gute Musik nicht so schnell schlecht :smile: . Und ja, das Album der deutschen Symphonic/Power Metal-Band um Frontfrau Jennifer Haben ist erneut eine absolute Hörempfehlung. 15 Lieder und wieder keins dabei, dass nicht rockt obwohl alle Musiker bis auf die Sängerin ausgetauscht wurden.

Aber ihr seid ja nur bedingt wegen Musik hier. Der Fokus von Beim Christoph war, ist und wird weiterhin auf Katze…äh Spielen bleiben. Also lasst uns über Spiele reden. Schließlich habe ich was gespielt und kann darüber berichten. Und darum geht es doch, oder nicht? Keine Widerrede aus den hinteren Reihen!

(Cover)

12 is Better Than 6 hatte ich bereits vergangenen Montag kurz angeschnitten. Mittlerweile habe ich zumindest das Hauptspiel inkl. allen 46 Achievements beendet. Irgendwie sind Indie-Titel gefühlt oft sehr kurz und die Erfolge extrem einfach zu bekommen. Laut Steam hat es nicht einmal vier Stunden gedauert. Immerhin gibt es einen DLC, The Apostles. Dazu aber am Ende mehr. Das Hauptspiel bekommt von mir 3 von 5 Sics, die ich angesichts meiner Worte im anderen Eintrag „[…]mehr motiviert als endlich Hotline Miami 2: Wrong Number fertig zu spielen“ und der Tatsache, dass ich Hotline Miami volle 5 von 5 Sics gegeben habe genauer begründen sollte :smile: .

Ein Kickstarter für was?

12 is Better Than 6 – übrigens ein Sprichwort was so viel bedeutet wie „12 Jurymitglieder sind besser als 6 Sargträger“ – ist das Erstlingswerk von Ink Stains Games und ein Top-Down-Shooter. Veröffentlicht am 20. November 2015 wurde es theoretisch teilweise finanziert durch eine nur knapp erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne (15.013 von 15.000 britischen Pfund) bei Kickstarter. Theoretisch deshalb, weil die Kampagne am 9. Oktober 2015 endete, der ursprüngliche Release für März 2016 angepeilt war und es trotzdem schon 1 1/2 Monate später auf den Markt kam. Ich bezweifle zwar nicht, dass das Geld auf irgendeine Art und Weise in das Studio und damit das Spiel geflossen ist aber von außen wirkt das durchaus so, als wäre der Titel auch ohne Kampagne in gleicher Form auf den Markt gekommen. Erklärt vielleicht den eher übersichtlichen Umfang. Aber worum geht’s?

12 is Better Than 6 (Herstellerbild)

Es ist das Jahr 1873 und ihr schlüpft in die Rolle des Mexikaners Jesûs, der unter Gedächtnisverlust leidend in einem Straflager aufwacht. Nachdem ihr mit der groben Spielmechanik vertraut gemacht wurdet, begeht ihr direkt euren ersten Mord am Aufseher und das Gemetzel beginnt. Aufgeteilt in vier Akte begebt ihr euch zuerst auf der Suche nach eurer Vergangenheit und dann – wie soll es anders sein – Rache. Dabei reist ihr durch Texas und tötet (fast) alles, was euch vor die Revolver kommt (Soldaten, Banditen, Indianer und Chinesen). Geredet wird nur selten und selbst diese Dialoge sind überschaubar, klischeeüberladen und grammatikalisch nicht immer ganz sauber. Stattdessen lasst ihr eure Waffen für euch sprechen – schließlich spielt ihr ja einen Shooter.

Das Gameplay

Das grundsätzliche Spielprinzip ist simpel: Töten bevor ihr getötet werdet. Alles und jeder – inkl. euch selbst – hält nur 1-2 Treffer aus. Zur Verfügung steht euch eine übersichtliche Anzahl an Waffen von denen ihr immer nur eine plus ein Messer gleichzeitig tragen dürft. Das Messer ist für alle, die es gerne leise mögen und lieber die Feinde unbemerkt von hinten umbringen. Das bringt etwas Taktik rein, denn beim Schleichen gilt es wie gewohnt zu beachten, dass euch keiner dabei beobachtet und erschießt. Leider ist die Kamera sehr nah am Geschehen dran, weshalb ihr euch keinen guten Überblick über eure Lage verschaffen könnt. Stattdessen ist Trial-and-Error angesagt. Das gilt leider auch dann, wenn ihr das Schleichen aufgebt und den Revolver, die Schrotflinte oder das Dynamite auspackt. Urplötzlich aus dem Nichts erschossen zu werden ist etwas, das euch wie im großen Vorbild häufiger passieren wird. Also das Level-Layout und die Gegnerpositionen auswendig lernen – zufallsgenerierte Positionen gibt es nicht. Oder euch einfach an eine Ecke stellen, Geräusche machen und nach einander die herbeilaufenden Feinde abschießen.

Ja, die KI von 12 is Better Than 6 erhebt keinen Anspruch auf Intelligenz. Die Herausforderung kommt entsprechend mehr durch Hinterhalte, Masse und das Levellayout und ist dadurch auf einem wesentlich niedrigeren Niveau angesiedelt im Vergleich zum aus meiner Sicht hohen Schwierigkeitsgrad von Hotline Miami. So gibt es im Zuglevel (hey, es spielt im Wilden Westen!) eben weniger Raum zum manövrieren und Ausweichen als in den in der Wüste angesiedelten Passagen. Immerhin: Der Neustart nach dem Tod geht genauso fix wie bei der Konkurrenz. Man ist sofort wieder drin und kann das Level von vorne beginnen.

12 is Better Than 6 (Herstellerbild)

Werfen könnt ihr eure Waffen hingegen nicht und einfach nur die linke Maustaste drücken reicht ebenso wenig für eine Blutorgie. Stattdessen bringen die Entwickler einen Hauch Realismus rein und verlangen von euch erst den Hahn (oder die Bogensehne) zu spannen, bevor ihr abdrücken dürft – und, dass vor jedem Schuss. Aber da hört es noch nicht auf: Nachladen ist ebenso angesagt. Und zwar jede Patrone einzeln – die ihr übrigens manuell aus den Waffen von getöteten Feinden entnehmen müsst bevor sie in euren Vorrat übergehen. Das sind die Mechaniken, die etwas mehr Taktik in die ansonsten theoretisch ziemlich stupiden Kämpfe bringen. Klingt nerviger als es in der Praxis ist. Anfangs ist es natürlich sehr ungewohnt und der Grund für so einige Tode aber man hat es erstaunlich schnell verinnerlicht.

Die Technik

Grafisch kann sich das Spiel sehen lassen. Der handgezeichnete Grau-Weiß-Stil mit seinen klaren Linien funktioniert erstaunlich gut und ist definitiv mal was anderes. Die einzige Farbe ist das rote Blut, das eure Feinde hinterlassen. An die Brutalität und die Gewaltexzesse von Hotline Miami kommt es dennoch bei Weitem nicht dran. Ja, Jesûs reitet mordend durch das Land aber seine Reise ist alles nur keine Gesellschaftskritik. Das Schockniveau hält sich entsprechend in Grenzen. Die Gewalt ist Mittel zum Zweck und in diesem Spiel ist sowieso technisch gesehen jeder der Bösewicht – inklusive Jesûs. Der einzige Negativpunkt in Sachen Grafik ist das Fehlen einer „V-Sync“-Funktion. Wer das nicht über den Treiber erzwingt muss mit unschönen Schlieren im Bild leben. Der Anspruch an die eigene Hardware hält sich in Grenzen.

In Sachen Soundeffekte gibt es abseits von etwas Hundebellen und den fliegenden Kugeln hingegen so gut wie nichts zu hören. Stattdessen dominiert der Soundtrack von John R1se, Ivan Reshetnyov und Son of the Sun die Klangkulisse. Dieser ist auch durchaus gelungen und unterstützt die Metzelorgie mit fetzigen Tracks irgendwo zwischen Wild West-Gefühl, mexikanischen Einflüssen und hartem Rock. Er wird selbst beim 10. Neustart eines Levels nicht langweilig. So muss das sein!

Der DLC

12 is Better Than 6: The Apostles (Herstellerbild)

Wie erwähnt, gibt es auch noch einen DLC namens The Apostles. Der setzt die Geschichte des Hauptspiels nahtlos fort. Ihr schlüpft aber nach dem abrupten Finale nicht wieder in die Schuhe von Jesûs. Stattdessen gibt es in den drei Akten ebenso viele Charaktere deren Kontrolle ihr übernehmt. Während das Grundprinzip logischerweise gleich bleibt, mischen sie es durch andere Waffen und Fähigkeiten etwas auf. So hat Bill Watt nicht nur eine sechsschüssige Schrotflinte, sondern außerdem häufig ein paar Begleiter mit dabei, denen ihr über die Leertaste den Befehl „erschießt den Gegner“ geben dürft. Slippery Pitt und der Indianer verzichten hingegen auf den Einsatz von konventionellen Waffen. Während Pitt lieber auf Bärenfalle und ähnliches, hinterhältiges Zeug setzt, nutzt der Indianer nur seinen Bogen und Dynamit.

Durchgespielt habe ich den DLC noch nicht, da der Schwierigkeitsgrad massiv anzieht. Schon im ersten Level erwarten euch mehr Gegner als gefühlt im gesamten Hauptspiel zusammen und im zweiten Level seid ihr auf einem Floss unterwegs. Das müsst ihr abwechselnd steuern und nebenbei die Feinde am Strand erledigen bevor sie euch treffen. Das hat etwas gedauert. Aber da das Hauptspiel so kurz und vergleichsweise einfach war, freue ich mich doch sehr darüber, dass es zumindest etwas Nachschub gibt.

Beim Christoph meint: Grundsätzlich hat 12 is Better Than 6 Laune gemacht. Die Grafik ist mal was anderes, das Spielprinzip funktioniert und obwohl Hotline Miami und sein Nachfolger objektiv betrachtet natürlich fantastische Spiele sind: Ich persönliche finde es gut, dass es hier etwas weniger derb und vor allem „komisch“ zur Sache geht.

Leider ist die Geschichte uninteressant (und das Finale doof), die Charaktere quasi nicht vorhanden und die Spielzeit viel, viel zu kurz. Ja, es kostet dafür auch nur 6,99 Euro aber es hat mir trotzdem irgendwie nicht so viel Spaß gemacht wie es anfangs den Anschein machte. Und aus meiner Sicht liegt dies weniger am eigentlichen Spielprinzip (das macht prinzipiell Spaß) als viel mehr am unzureichenden Kleber (=die Geschichte) dazwischen. Gerade als es anfing interessant (und anspruchsvoller) zu werden war es schon vorbei quasi. Ja, es gibt den DLC der mit 4,99 Euro fast so viel kostet wie das Hauptspiel und vielleicht das ein oder andere besser macht (weiß ich ja noch nicht genau). Aber das reicht nicht. Deswegen nur 3 von 5 Sics. Wer mal wieder Lust hat auf so einen Titel kann beim nächsten Sale mal einen Blick drauf werfen. Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle gibt es jedoch nicht.

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