Windows Vista – Erster Kurzeindruck

 

Diskussion

Da der Release von Halo 2 (Vista only) bedrohlich näher rückt und ich keinen Bock habe auf einen "Crack" zu warten (wenn es den überhaupt einen geben wird), habe ich heute Morgen spontan PartitionMagic (Tut mir leid, zu Symantec verlinke ich nicht. RIP PowerQuest!) installiert. 50 GB von der großen Platte waren schnell abgezwackt und die DVD mit Vista Ultimate (dadurch bezieht sich das Folgende logischerweise alles auf den vollen Funktionsumfang - nur ohne DX10-Grafikkarte) eingelegt. Erstaunlicherweise klappte der Beginn der Installation in Windows XP hervorragend obwohl ich kein Update sondern eine komplette Neuinstallation durchgeführt habe. Nach einigen Entscheidungen wie der Möglichkeit gleich ein paar wichtige Updates herunterzuladen oder Vista zu aktivieren (was wohl nicht klappte, den als ich dann richtig drin war, kam wieder die Meldung "Bitte aktivieren!"), folgte dann ein Neustart und ich bekam zum ersten Mal den Bootmanager zu Gesicht - der kein Windows XP kennt. Dort steht nur "Frühere Windows-Version"...

Tja, es kam der neue, sehr minimalistische Vista-Ladebalken und die Installation begann. Es sah sehr danach aus, dass es sehr fix gehen würde. Die Prozentzahlen gingen flott nach oben und die Häkchen an den Bearbeitungsschritten immer mehr. Der Dämpfer kam dann beim letzten Punkt "Installation abschließen". Ich weiß nicht wie lange es genau gedauert hat aber vom Gefühl her war es eine Ewigkeit in der ich nur drei Punkten zuschauen konnte wie sie erschienen und wieder verschwanden.

Ungefähr so sah das aus:

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Berauschend nicht ? Aber irgendwann war auch das geschafft. Ein weiterer Reboot folgte und Vista lief zum ersten Mal durch. Wie aus XP bekannt kommen dann noch ein paar Einstellungsbildschirme und fünf Minuten später ist man endlich auf dem Desktop. Ob das jetzt alles schneller ging als bei XP wage ich doch zu bezweifeln und auch generell ist der Bootvorgang nicht wirklich schneller meiner Meinung nach. Dies ist aber, zumindest für mich, eigentlich egal.

Geräte hat er erstaunlich viel erkannt und installiert aber bei manchen Sachen greif ich mir auch an den Kopf. Z.B. ist auch bei Vista MS nicht fähig gewesen IntelliPoint und IntelliType mit einzubinden. Es geht sogar soweit, dass er meine Tastatur und Maus als billige IBM-Teile erkannt hat *kopfschüttel*. Ansonsten war eigentlich nur, dass er die Grafikkarte als X1900 statt X1950 erkannt. Nach der Installation der Treiber für die GamePads (XP-Treiber, da Vista nur 64bit), den Drucker (XP-Treiber), den Scanner (Vista-Treiber), der WebCam (die mir auch gleich den ersten Bluescreen bescherte; XP-Treiber) und die Soundkarte mitsamt Creative ALchemy (Vista-Treiber) war auch Hardwaretechnisch alles erledigt. Zwar habe ich noch zwei Sachen im Gerätemanager drin hängen aber beides weiß ich nicht was es sein sollte - vermissen tue ich auf jeden Fall nichts.

Aber das kennt ihr ja alles und ihr wisst ja auch, dass nun die Softwareinstallationen folgten. Da ich aber Windows XP ja noch parallel laufen habe und mich die nächste Zeit doch hauptsächlich noch dort aufhalten werde, fielen da nur die rudimentären Sachen wie Office, Kaspersky und WinRAR drunter. Kommen wir also zu den interessanten Sachen: Das Erlebnis Windows Vista.

Das offensichtlichste ist natürlich die Aero Glass-Oberfläche. Allein das Schwarz, dass man als Design auswählen kann ist so göttlich. Sie kann aber natürlich noch mehr. So gibt es jetzt in der Taskleiste, wenn man über einen offenen Task fährt, eine kleine Vorschau wie es aussieht. Außerdem wurde der rechte Taskleistenbereich, in dem die Programmsymbole sich befinden, nun aufgeteilt. In der rechten Spalte befinden sich aktive/inaktive Netzwerkverbindungen und in der linken ganz normal die anderen Programme. Sehr praktisch um gleich die Verbindung zu finden ohne sich durch ein Meer von Symbolen zu waten. ALT+TAB ist der nächste Punkt, den der erfahrene Windows-User bemerkenswert finden wird. Zwar gab es schon für Windows XP im Rahmen der PowerToys das Tool "Taskswitch", welches dieselbe Funktion mitbrachte aber nun sieht das Ganze einfach viel viel schöner aus. Man sieht dort nun nicht mehr das Symbol der offenen Programme sondern den Namen und darunter wieder eine Vorschau. Neu hinzugekommen ist Windowstaste + TAB. Hier scrollt man wie auf einem Fließband durch die aktiven Fenster und sieht dabei eine wesentlich größere Vorschau. Neben der Transparenz der Fenster und der schicken auf- und zumach Animation, fällt einem natürlich auch gleich noch die Windows-Sidebar ins Auge. Dort hinterlegt man Gadgets wie eine Uhr, einen RSS-Reader (der momentan wohl nur MSN kennt ) oder einen Kalender. Bei Microsoft gibt es mittlerweile natürlich noch ein paar mehr aber was ich bislang so gesehen habe, ist vollkommen sinnlos und ist meist nur die Möglichkeit sich eine Suche dort einzubinden (also z.B. direkt bei Wikipedia suchen). Vielleicht kommt da in Zukunft ja noch was aber momentan alles recht sinn frei und zum Glück auch abschaltbar. Ein weiteres, auffälliges Designmerkmal ist die Darstellung für Blinde. Alle Icons sind RIESIG. Geht aber zum Glück auch alles einfach runterzuscalieren.

Die Oberfläche ist zum blenden da, heißt es immer und da dies natürlich richtig ist, wenden wir uns jetzt den Innereien zu und fördern gleichzeitig die ersten Alltagsprobleme zu Tage, denn es hat sich unter der Haube sehr viel getan. So werkelt jetzt ein englisches Windows darunter und man bekommt nur die eigene Sprache vorgegaukelt. Das merkt man dann, wenn zum ersten Mal ein Programm fragt ob es sich nach Program Files installieren möchte und man partout diesen Ordner nicht findet. Viele Funktionen sind auch verrutscht. So wurde der Explorer quasi vollständig entschlackt und man findet dort nicht einmal die Ordneroptionen mehr. Diese sind nun wesentlich offensichtlicher in der Systemsteuerung zu finden.

Apropos Systemsteuerung: Man wird auch ein paar Minuten damit verbringen altbekannte Sachen wie "Software" zu suchen, denn der Name hat sich geändert. Für Neulinge ist dies sehr gut weil man sich unter "Programme und Funktionen" mehr vorstellen kann aber für alte Hasen ist das eine frustrierende Eingewöhnung .

Spätestens im Explorer merkt man dann auch die nervige Seite an Vista: Die Benutzereinschränkungen. Selbst als Admin muss man einen simplen Kopiervorgang einer Datei zweimal Bestätigen. Und das ist überall so und nervt ungemein. Man kann es irgendwie abschalten aber soweit bin ich noch nicht vorgedrungen. Sowieso wird man TweakUI vermissen, dass einem gut dabei geholfen hat einige Sachen zu richten. So muss man googeln und verschwendet mehr Zeit um z.B. den Pfeil bei einer Verknüpfung wegzubekommen (gibt es ein Programm namens FxVisor).

Es gäbe noch sehr soviel zu erzählen aber ihr wartet natürlich noch auf das Wichtigste: Wie sieht es den mit den Spielen aus?

Da ich die meisten Sachen neu installieren müsste, habe ich erst Herr der Ringe Online und Guild Wars getestet. Beide liefen erst, nachdem ich der *.exe Adminrechte erteilt habe und HdRO wollt sogar noch das .NET Framework 1.0 haben. Warum das bei Vista nicht integriert ist, weiß wahrscheinlich auch niemand. Wegen EAX wurde, da ich ja beide Spiele nicht neu installiert habe, nur Guild Wars bislang von Creative ALchemy erkannt aber das funktioniert prima. Beide Spiele laufen ohne Beschwerden oder relevante Leistungseinbußen. Gerne hätte ich es natürlich mit einem echten Hardwarekiller probiert aber Vanguard will auch ohne Neuinstallation nicht laufen. Ach, DEFCON hatte ich noch gestartet. Das Spiel selbst funktionierte auch aber als ich "Leave Game" ausgewählt habe, stürzte es ab. Ob das ein einmaliges Phänomen war weiß ich noch nicht. "Further Testing is needed."

Alles in Allem bin ich wirklich begeistert von Vista. Klar es ist eine größere Umgewöhnung und es gibt noch 2-3 nervige Sachen und Probleme aber es ist ein großer Schritt weg vom alten, blockigen Windows hin zum schönen und einfach zu bedienenden MacOS - ob das jetzt ein größerer Vorteil oder Nachteil ist, überlasse ich euch .[CH]

(Veröffentlicht am 06.05.2007)