Das weiße Gold

Sagen wir es doch mal wie es ist: Technisch gesehen dürften wir eigentlich gar nichts mehr Essen oder Trinken. Je nachdem wen man fragt, führt entweder alles zu Krebs, Übergewicht oder irgendwelchen anderen Zivilisationskrankheiten. Das macht doch keinen Spaß mehr. Und wem wird gerne die Hauptschuld zugeschoben? Na dem armen Zucker – auch gerne hinter einem seiner vielen Namen wie Saccharose, Raffinose, Malzextrakt, Laktose, Maltodextrin oder Glukose versteckt. Dabei kann unser Körper gar nicht ohne ihn leben. 60-140mg pro Deziliter sollten es im Blut sein. Aber es ist halt wie immer: Es ist meist zu viel. Als könnte das natürlich vorkommende Lebensmittel etwas dafür, dass wir es uns tonnenweise Reinschaufeln. Okay, natürlich kann der Zucker was dafür. Er liefert unserem Körper je nach Sorte schnell einsatzbereite Energie (4 kcal pro Gramm). Und weil der sich so darüber freut, sorgt unser Gehirn dafür, dass er gut schmeckt, lässt fleißig Endorphine los und wir wollen immer mehr davon haben. Aber dadurch, dass es schnelle Energie ist, hält der Schub auch nicht lange an. Es kennt sicherlich jeder von uns das Gefühl, wenn der Blutzucker rapide absinkt und man plötzlich wieder Hunger verspürt obwohl man doch vor 2-3 Stunden erst was gegessen hat.

Es wäre natürlich super, wenn der Körper diese Energie tatsächlich in der Zeit verbraucht hätte. Aber ich erzähle euch hier selbstverständlich nichts Neues: Der Zucker landet stattdessen da, wo wir ihn alle nicht haben wollen. Am Bauch, den Hüften, den Beinen, etc. pp. Und dann dauert es 100mal so lang ihn wieder los zu werden. Die Welt ist einfach ungerecht *mampft aus Verzweiflung erst einmal eine ganze Tafel Schokolade*. Der Grund für die Einlagerung ist, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu hoch sein darf. Euer Körper schüttet entsprechend bei einer Zuckerzufuhr eine Runde Insulin aus, um den Spiegel zu senken. Da er den Zucker aber nicht aus dem Körper entfernen will (ist ja ein guter Energiebringer für später), lagert er ihn deswegen einfach ein. Leider ist er dabei etwas zu enthusiastisch, weshalb der Zucker zügig weg ist – und der Kreislauf beginnt von vorne.

Gleichzeitig entkommt man dem Zucker quasi nicht. Nicht nur ist er aus diversen Gründen in sehr vielen industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten – oft in wirklich fragwürdigen Mengen. Auch in natürlichem „Kram“ wie Obst findet ihr ihn in Form von Fruchtzucker. Natürlich ist ein Apfel trotzdem besser als eine Tüte Chips.

Die Kohlenhydratfalle

Nur 1,2g Zucker?! Nein.

Wichtig: Überall wo Kohlenhydrate drin sind, ist auch Zucker drin. Und zwar nicht nur, wenn auf der Packung die Angabe „davon Zucker“ draufsteht, sondern grundsätzlich. Warum? Weil Kohlenhydrate aus Zuckermolekülen bestehen. „Aber meine Nudeln schmecken doch nicht süß?!“ wird jetzt der ein oder andere sagen. Aber sie enthalten Stärke und das ist ein Polysaccharid oder auf Deutsch ein Mehrfachzucker. Zu den Einfachzuckern (Monosaccharide) gehören hingegen unter anderem Glukose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker). Bekloppterweise – schließlich haben wir den Begriff „Mehrfachzucker“ ja bereits – gibt es ebenfalls noch die Zweifachzucker (Disacchardie). Das ist der normale Haushaltszucker. Ein- und Zweifachzucker sind die, die eine Sache süß schmecken lassen und deshalb vor allem in Süßigkeiten und Schokolade vorkommen. Sie sind es auch, die unter der Angabe „davon Zucker“ separat gelistet werden. Sie sind angeblich bloße Energieträger und enthalten keine Vitamine oder Mineralstoffe. Sie sorgen für den schnellen Energieschub, weil der Körper Einfachzucker sofort verarbeiten kann und Zweifachzucker zügig in Einfachzucker umwandelt.

Die Mehrfachzucker sind zwar nicht weniger schädlich, aber eben nicht ganz so extrem wie ihre einsilbige Konkurrenz. Der Hauptgrund ist, dass der Körper länger damit beschäftigt ist sie zu verarbeiten (=Umwandeln in Einfachzucker). Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsamer an und man hat ein längeres Sättigungsgefühl (=weniger Essen). Gleichzeitig enthalten Lebensmittel mit „komplexen“ Kohlenhydrathen (also Mehrfachzucker) oft zusätzlich viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und derlei Kram. „Mehr Vollkorn essen!“ hat schließlich schon die Oma immer gesagt. Aber Achtung: Das ist eine „kann“- und keine „muss“-Regel. Lebensmittel mit komplexen Kohlenhydrathen KÖNNEN gesunde Anteile enthalten. Sie können aber auch einfach nur aus Mehrfachzucker bestehen ohne das ganze gesunde Zeugs.

Denn wie heißt es so schön? Die Menge macht das Gift. Es ist völlig egal ob ich 500kcal an Einfachzucker esse oder 500kcal an Mehrfachzucker. Ich hab‘ am Ende des Tages immer noch 500kcal gegessen, die mein Körper erstmal verbrauchen muss oder schlicht und einfach einlagert.

Die Alternativen

Farbiges Wasser

Wir können also festhalten: Zucker per se ist nicht böse und wird vom Körper prinzipiell gebraucht. Unser Problem ist stattdessen, dass wir eine viel zu große Menge zu uns nehmen. Die Kartoffeln zum Mittagessen werden uns nicht ganz so schnell dick machen oder umbringen. Aber das Glas Cola dazu schon. Und die Tafel Schokolade vor dem Fernseher am Abend sowieso. Also doch auf alles süß Schmeckende verzichten? Wäre eine Möglichkeit. Andererseits gibt schon lange Alternativen zum 08/15-Zucker: Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe. Die haben zwar hier und da auch nicht den besten Ruf aber wie anfangs gesagt: Wer allen Gefahren aus dem Weg gehen möchte, darf nur (möglichst leise) in der Ecke vor sich hinsterben. Deswegen verfolge ich zwar die Diskussion um z.B. Aspartam in Erfrischungsgetränken aber zumindest solange sich die Wisssenschaftler selbst nicht einig darüber sind ob es jetzt wirklich so böse ist oder nicht (die dazugehörigen Studien werden „kontrovers diskutiert“) trinke ich weiter ohne für mich bislang spürbare Nebenwirkungen mein Light-Zeugs. Und das Übertreibung nicht gesund ist, ist nicht nur bei Aspartam ein Problem. Zu viel Wasser schadet auch.

Ein kleiner Einschub aus dem Bereich „wieder was gelernt“ an dieser Stelle: Wenn Aspartam oder Aspartam-Acesulfamsalz im Lebensmittel enthalten sind, muss gleichzeitig „enthält eine Phenylalaninquelle“ auf der Packung stehen. L-Phenylalanin ist eine Aminosäure, die unser Körper braucht. Es gibt aber Menschen mit der angeborenen Stoffwechselstörung Phenylketonurie. Die können Phenylalanin nicht richtig abbauen und dementsprechend ist der Hinweis tatsächlich lebenswichtig, um die Zufuhr zu kontrollieren. Was das mit Aspartam zu tun hat? Nun, Aspartam wird aus den Aminosäuren L-Asparaginsäure und L-Phenylalanin zusammengesetzt.

Als Süßstoffe werden Ersatzstoffe für Zucker bezeichnet, die dessen Süßkraft von 1 erheblich übertreffen (30-20.000fach) und keinen oder nur einen sehr geringen Kalorienwert haben. Zuckeraustauschstoffe, auch als Zuckeralkohle bezeichnet, haben hingegen weniger Kalorien (<2,4kcal pro Gramm) als Zucker (besagte 4kcal pro Gramm) aber eine ähnliche oder sogar niedrigere Süßkraft (bis 0,4%) als Zucker haben. Nachteil von Zuckeraustauschstoffen ist, dass in größeren Mengen (gemessen am Körpergewicht) abführend wirken. Gemeinsam haben beide, dass sie keinen oder nur einen geringen Einfluss auf den Insulinspiegel haben (es ist ja kein Zucker, sondern gaukelt der Zunge nur vor einer zu sein) und, dass sie nicht kariesfördernd sind. Sie werden im Mund nicht verstoffwechselt und bieten dadurch Bakterien keine Nahrung.

Was gibt’s?

In der EU zugelassen sind aktuell elf Süßstoffe und acht Zuckeraustauschstoffe. Eine vollständige Liste ist bspw. in dieser PDF des Bundesinstitut für Risikobewertung zu finden. Die bekanntesten Süßstoffe sind vermutlich Aspartam (E951; Süßkraftfaktor 200), das wie erwähnt vor allem in als Zuckerfrei beworbenen Erfrischungsgetränken wie Cola Light vorkommt, sowie Steviolglycoside (E960; Süßkraft-Faktor 200-300). Unter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich nichts anders als Stevia. Unter den Zuckeraustauschstoffen, die früher hauptsächlich in Diabetiker-Lebensmitteln vorkamen, sind hingegen Sorbit (E420; Süßkraft-Faktor 0,4-0,6), Xylit (E967; 0,6) und Erythrit (E968; 0,5-0,7) vermutlich die bekanntesten.

Eine Packung Xylit

In unserem Haushalt kommen hauptsächlich Aspartam (weil ich neben Leitungswasser auch viele zuckerfreie Cola trinke), Stevia (züchtet Lysanda), Erythrit und Xylit zum Einsatz. Das heißt aber nicht, dass wir zu 100% den Haushaltszucker aus dem Haus verbannt haben. Das ist (noch) nicht möglich und die Gründe dafür vielseitig. Aber ein Punkt von Süßstoffen ist z.B., dass aufgrund der hohen Süßkraft natürlich weniger davon in den Teig kommt und er entsprechend um ein Vielfaches kleiner ist. Außerdem ist die geschmackliche Dosierung teilweise schwierig. Zu viel Stevia und der ganze Kuchen schmeckt nach Lakritz. Mag dem ein oder anderen ganz recht sein aber jetzt nicht unbedingt unsere Sache. Das gilt ebenfalls für Erythrit. Das schmeckt zwar bei zu hoher Menge nicht nach Lakritz, dafür ist das Gericht im Mund eklig kalt. Grund ist, dass es eurer Zunge Energie entzieht (=Kältegefühl). Xylit hat damit nicht zu kämpfen aber dafür 2,4kcal während Erythrit gar keine hat. Dafür ist Xylit gut zum Zähneputzen geeignet, denn es ist gut gegen Karies. Entsprechend ist auch die Aufgabenverteilung bei uns: Stevia und Erythrit zum Kochen und Backen, Xylit nur im Bad.

Jetzt würde ich euch natürlich zum Abschluss gerne auf eine Webseite mit tollen Rezepten mit Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen verweisen. Leider gibt es die irgendwie nicht oder nur in Verbindung mit Low-Carb-Ernährung. Am meisten findet man noch zu Stevia, weil das „hip“ ist. Somit bleibt euch wie uns vermutlich erst einmal nur Ausprobieren. Aber aus unserer Sicht lohnt es sich. Es ist nicht gut den gesamten Zucker aus seinem Leben zu verbannen aber hier und da ein paar Gramm weniger macht den Gang durchs Leben buchstäblich leichter und dank diesen Alternativen muss man trotzdem nicht auf die gewohnte Süße verzichten :smile: .

Pichu mit Akne

Unser Pichu ist ein sehr adretter Kater. Das liegt zum einen an seiner schlanken (aber muskulösen!) Siam-Figur sowie seiner Art und Weise wie er sich immer sehr vornehm hinsetzt. Zum anderen an seinem Fellmuster, dass zwar am Rücken getigert aber an Hals und Bauch schön weiß (und flauschig) ist. Dadurch hat er etwas von einem Butler oder einem schüchternen Junggesellen im Anzug. Da stört es natürlich, wenn er plötzlich schwarze Flecken um die Nase und unterm Kinn bekommt: Katzenakne. Was will man auch von jemandem erwarten, der nicht nur überall seine Nase reinsteckt, sondern diese außerdem anschließend nicht sofort putzt? Wie oft er mit Katzenstreuresten im Gesicht rumläuft geht auf keine Katzenhaut.

Als wir ihn vor mittlerweile fast zwei Jahren aufgenommen haben, hatte er das Problem allerdings noch nicht. Stattdessen kämpfte er wohl aufgrund der Futterumstellung etwas mit Durchfall. Die Akne kam interessanterweise erst, als der Durchfall aufhörte d.h. er sich an die Umstellung angepasst hatte. Gestört hat ihn die Akne zum Glück nicht. Also es hat nicht gejuckt und er dadurch nicht sein ganzes Gesicht aufgekratzt. Aber langfristig gut sind solche Hautirritationen natürlich nicht, also musste eine Lösung her. Nein, Clearasil ist zum einen nicht für Tiere geeignet und zum anderen eigentlich auch für Menschen ungesund. Stattdessen fragten wir unsere Tierärztin nach ihrer Meinung.

Die tierärztlichen Varianten

Die Tierärztin hatte zwei Lösungen im Angebot: Clorexyderm (mit Chlorhexidin und Tris-EDTA) oder, wenn es nicht hilft, eine Cortison-Salbe. Cortison hat jedoch die eine oder andere Nebenwirkung (Gewichtzunahme, Anfälligkeit für Infektionen, Beeinträchtigung der Nebennierenfunktion bis hin zu Diabetes), deshalb wollten wir darauf verzichten. Entsprechend froh waren wir, dass das blaue Clorexyderm-Gel zumindest beim Kinn tatsächlich funktionierte. 2-3mal täglich aufgetragen und schon nach ein paar Tagen waren am Kinn erste Fortschritte zu erkennen (die Flecken wurden heller) und verschwanden dann sogar relativ zügig. Pichus Begeisterung darüber mehrmals täglich mit komischem, kaltem Zeug eingeschmiert zu werden dürft ihr euch an dieser Stelle selbst vorstellen.

Um Nase und Mund herum funktionierte es hingegen nicht. Aus einem ganz einfachen Grund: Der Drecksack hat das Gel sofort nach dem Auftragen abgeleckt. Und wo nichts ist, kann logischerweise auch nichts wirken. Da das ebenso für die Cortison-Salbe gegolten hätte, suchte Lysanda nach einer Alternative und stieß dabei auf unser heutiges Thema: Effektive Mikroorganismen.

Hilfreiche Bakterien und Pilze

EMs in heller Nährstoffflüssigkeit

Die effektiven Mikroorganismen hatte ich schon einmal kurz in meinem Eintrag über Darmbakterien erwähnt. Aber aufgrund des großen Interesses, möchte ich noch einmal genauer auf diese kleinen Biester, ihre Haltung und ihren Umgang in Bezug auf Katzen eingehen. Aber bevor wir damit beginnen, ein wichtiger Hinweis: Ich bin kein Tierarzt und EMs ersetzen nicht den Gang zu selbigem! Mit dem Leben eines Tieres herum zu experimentieren ist scheiße – sowohl im Labor als auch Zuhause. Man kann die Methoden seines Tierarztes hinterfragen, sich informieren und harmlose Alternativen testen und ggf. zu einem Arzt mit mehr Ahnung wechseln. Aber zu Glauben, dass man alle Krankheiten selbst erkennen und mit irgendwelchen vermeintlichen „Naturmittelchen“ behandeln kann, führt viel zu oft zu einem qualvollen Tod des geliebten Begleiters. EMs sind zum Glück nicht gefährlich (sie kommen auch in der Lebensmittelindustrie z.B. Bio-Bauern zum Einsatz) aber ich wollte es an dieser Stelle nochmal erwähnt haben.

Nun gut, effektive Mikroorganismen also: „Erfunden“ wurden diese vom japanischen Gartenbau-Professor Teruo Higa in den 80iger Jahren. Damals bestand die Mischung aus Purpurbakterien, Milchsäurebakterien und Hefepilzen vermischt mit einer Nährlösung (damit die Bakterien und Pilze am Leben bleiben). Heutzutage werden meist noch Strahlenbakterien und Schimmelpilze dazu gemixt. Die Idee dahinter war natürlich der Einsatz im Garten, um Fäulnis und Schimmel zu verhindern und die Fermentation zu verbessern. Erreicht wird das gemäß Prof. Higa dadurch, dass sie das Substrat (=die Nährlösung) zersetzen und dabei Nahrung für andere Mikroorganismen ausgespuckt wird. So ziehen sie diese quasi vereinfacht gesagt auf „ihre Seite“. Und wer nicht konvertiert werden kann, wird durch die immer größer werdende Masse an „freundlichen“ Organismen verdrängt, weil ja keine Nahrung mehr für sie übrig ist. Auch bei Lebensmitteln kommt dieser Mix zum Einsatz: Sauerteig dürfte wohl jedem bekannt sein und der ist nichts anderes als eine hauseigene Züchtung von Mikroorganismen (Milchsäurebakterien, Hefepilze und Essigsäure) oder andere fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut.

Das Ergebnis

Ob EMs wirklich einen positiven Effekt auf den eigenen Garten haben, ist übrigens in den dazugehörigen wissenschaftliche Studien umstritten. Einige sehen keine Veränderung, andere wissen nicht ob die positiven Effekte wirklich von den Mikroorganismen kommen oder nicht eher an der Nährlösung liegen, die ja nichts anderes als Dünger darstellt. Zumindest in Bezug auf unsere Katzen haben wir jedoch positive Erfahrungen gemacht:

Pichu ohne Akne

Pichus Akne ist verschwunden, sein Durchfall nicht wieder zurückgekehrt und das Fell aller unserer Vierbeiner ist richtig schön geworden. Das Fell war bereits durch die Umstellung auf höherwertigeres Futter glänzender und weicher geworden aber mit den EMs ist der Flauschgrad noch einmal gestiegen – und fällt nach ein paar Tagen ohne EMs wieder ab. Es liegt somit eindeutig an den EMs. Auch im Bekanntenkreis wurden ähnliche Ergebnisse mit Katzenakne erzielt – selbst bei einem Fall, der schon seit längerem damit kämpft. Einen Versuch ist es deshalb wert, wenn der Tierarzt nichts sinnvolles mehr im Angebot hat und übliche Hilfsmittel wie die Umstellung von Plastik- auf Porzellannäpfe nicht geholfen haben. Bei Durchfall (z.B. aufgrund einer Futterumstellung) können EMs ebenso unterstützen, da sie dabei helfen die Darmflora auf Trapp zu bringen.

Der richtige Umgang

Stellt sich nun die Frage, wie wir unsere Katzen eigentlich mit den EMs behandeln. Die Antwort darauf ist simpel: Wir geben ab und an einen Spritzer mit ins Katzenfutter oder verreiben ein paar Tropfen in den Händen und streichen diese an einer Katze trocken. Im letzteren Fall putzt sich dann besagte Katze (ist ja eklig und nass) und hat so einen äußerlichen wie innerlichen Effekt durch die EMs. Damit erwischt man auch die Katzen, die im Futter selbst jede noch so kleine Rezeptänderung bemerken und umgehend das Essen einstellen.

Gekauft haben wir unsere EMs bei TriaTerra. Da gibt es die 1-Liter-Flaschen für 3 Euro plus Porto. Alternativ hat beispielsweise EMIKO ein Angebot an EMs, die sind aber wesentlich teurer. Auf beiden Webseiten erhaltet ihr zudem mehr Informationsmaterial zum Thema. Haltbar sind die von TriaTerra ungeöffnet mindestens ein Jahr aber sobald man sie geöffnet hat nur noch 6 Wochen. Grund ist, dass die Hefe durch den Sauerstoff sich ausbreitet, gleichzeitig die aneroben Bakterien absterben und dadurch die gewünschte Ausgewogenheit verloren geht.

Ein Liter ist aber natürlich schon eine ganze Menge, vor allem wenn man es nur für seine Haustiere benutzen möchte (Garten und Mensch ginge ebenfalls) und dafür nur ein paar Spritzer/Tropfen jede Woche braucht. Deswegen haben wir uns einen 10er Pack Tropfflaschen gekauft und die Liter-Flasche umgefüllt. Zum einen lässt sich durch den Tropfaufsatz die Menge besser dosieren, zum anderen lassen die sich bis zu einem gewissen Grad (ca. die Hälfte voll) luftdicht wieder verschließen. Die Haltbarkeit kann dadurch stark verlängert werden. Wichtig ist, dass man sie bei normaler Zimmertemperatur lagert. Sie vertragen weder zu viel Hitze noch starke Kälte und mögen keine großen Temperaturschwankungen.

Über ein Jahr ist es mittlerweile her, dass ich euch vom Beginn meiner Behandlung gegen CMD (Craniomandibulare Dysfunktion) erzählt habe. Zeit für ein Update würde ich sagen. Bitte? Interessiert keinen? *seufz* Warum müsst ihr immer so böse zu mir sein, liebe imaginären Besucher?! Dann gibt es halt nur ein Fehlersuchbild:

Fehlersuchbild mit Balu

14 Fehler sind es insgesamt. Wer sie alle findet kann stolz auf sich sein, erhält aber sonst keinen Preis. Die Auflösung gibt es irgendwann in den Kommentaren. Zufrieden? Nein? Na dann eben doch meine CMD:

Über 4.000 Euro hat mich die Sache bislang gekostet und es ist noch kein Ende in Sicht. Rund die Hälfte musste ich selbst zahlen, weil ich vor der Diagnose leider die Zahnzusatzversicherung gewechselt hatte und nun noch in den „wir bezahlen nur bis zu einem gewissen Betrag pro Jahr“-Phase bin (geht vier Jahre lang). Aber die Hälfte ist immerhin nur die Hälfte und nicht alles. Die größten Beträge waren das Auswechseln einer meiner Implantatskronen sowie natürlich die CMD-Schiene selbst (war allerdings billiger als im Kostenvoranschlag angegeben).

Die Krone auf meinem 2. (von 2) Implantat hat mich schon immer gestört und zu Problemen geführt. Entsprechend hat sich der ganze Aufwand schon allein dafür gelohnt. Der Hr. Prof. Dr. Winzen war der erste Zahnarzt, der gesehen hat, dass nicht mein Putz- oder Essverhalten für meine ständigen Probleme (=entzündetes Zahnfleisch) dafür verantwortlich ist, sondern die Krone einfach nicht passte. Einem anderen Zahnarzt ein Fehlverhalten nachzuweisen ist natürlich quasi unmöglich, weshalb ich auf den Kosten sitzen geblieben bin. Aber immerhin renne ich jetzt nicht mehr ständig zum Onkel Doc, weil mein Zahnfleisch schon wieder um den Zahn herum blutet. Zusätzlich wurden am Ende drei Füllungen ersetzt und eine korrigiert. Ob das eine spürbare Auswirkung hatte kann ich nicht sagen, aber ein korrektes Bissbild ist eben eine Grundvoraussetzung für eine gute CMD-Schiene.

Die Schiene

Meine aktuelle CMD-Schiene

Kurze Wiederholung: Ziel der CMD-Schiene ist anders als bei der 08/15-Krankenkassenschiene nicht nur der Schutz meiner Zähne, sondern dem Kiefer zu erlauben sich in die richtige Position zu bringen. Erst dann kann sich mein Körper entspannen, die Schmerzen hören auf und man kann darüber nachdenken das Bissbild nochmal so anzupassen, dass keine Schiene mehr notwendig ist. Nach einem Jahr sind wir nun soweit, dass meine Kontrolltermine auf 8 statt 4 Wochen hochgesetzt werden konnten. Bei diesen Terminen wird geschaut ob das Bissbild der Schiene korrekt ist und ggf. nachgeschliffen. Am Anfang musste da jedes Mal sehr viel gemacht werden, mittlerweile sind es nur noch minimale Anpassungen. Sprich die Schiene sitzt nun perfekt in meinem Mund.

Zusätzlich scheinen wir nun auch die korrekte Materialstärke für mich gefunden zu haben. Zwar habe ich es schon wieder geschafft mit einem meiner oberen Backenzähne ein Loch zu produzieren (ich scheine vor allem nachts sehr stark zuzubeißen) und es wird vermutlich nächstes Jahr ein Ersatz fällig. Aber sie hat trotzdem bislang über ein halbes Jahr gehalten und zeigt trotz Loch keine Anzeichen von Instabilität. Die erste Schiene hatte ich schon nach einem Monat kaputt, die zweite hat nicht viel länger gehalten. Zum Glück wurden mir die jeweils auf Kulanz ersetzt – musste also nicht erneut tief in die Tasche greifen.

Das Ergebnis

Jetzt fragt ihr euch natürlich, was es gebracht hat. Die Antwort: Viel. Ja, der Anfang war ungewohnt und teilweise sogar schmerzhaft. So wurde es nach dem Nachschleifen mitunter erst einmal wieder schlimmer mit den morgendlichen Schulterschmerzen. An solchen Tagen war ich echt froh zumindest zeitweise manuelle Physiotherapie zu bekommen (von auf CMD spezialisierten Therapeuten). Zeitweise deshalb, weil eine zahnärztliche Heilmittelverordnung zwar 10 Termine umfasst (im Gegensatz zu den üblichen 6) aber ansonsten den gleichen Regeln unterworfen ist: Nur drei Verordnungen, dann 12 Wochen ab letztem Behandlungstermin Pause. Gleichzeitig sind dem Physiotherapiezentrum auf unserem Firmengelände wo ich meine Behandlungen bekommen habe mittlerweile alle CMD-Therapeuten weggelaufen. Ob es an mir lag?

Aber ich brauche es zum Glück nicht mehr zwingend. Ja, mein oberer Rücken ist immer noch mehr oder weniger stark verspannt je nach Tagesform (viel Stress = viel Kauen nachts = mehr Verspannung morgens) woran ich natürlich im Fitnessstudio versuche zu arbeiten. Die extremen Schmerzen am Morgen sind jedoch weg. Und ich hoffe natürlich, dass es mit fortwährender Zeit noch besser wird. Mittlerweile trage ich die Schiene 24 Stunden am Tag und ziehe sie nur zum Putzen und zum Essen aus. Theoretisch kann man damit zwar essen aber ich habe festgestellt, dass sie danach total dreckig ist und eine Grundreinigung braucht. Da das nicht immer möglich ist ziehe ich sie halt aus. Nicht unbedingt Problemfreier, da ich gerne vergesse sie wieder anzuziehen und dann wie ein aufgescheuchtes Huhn meine Schiene suche (sie war schließlich verdammt teuer). Aber noch habe ich sie nicht verloren…noch :smile:

Vorläufiges Fazit

Die eingesetzte CMD-Schiene

Ich bin echt froh, dass mein Osteopath damals die Schiene ins Gespräch gebracht hat als Problemursache. Sonst würde ich vermutlich immer noch von Orthopäde zu Orthopäde tingeln und mit Einlagen oder sonst einem Mist arbeiten müssen, der mir nichts bringen würde. Zwar sind nicht alle Probleme weg (mein Tinnitus kommt z.B. wie erwartet nicht von den Zähnen). Aber mein Hauptthema waren und sind die schmerzhaften Rückenverspannungen und die sind schon massiv zurückgegangen. Insofern bin ich gespannt, was sich da 2019 noch tun wird.

Was nicht heißt, dass es keine negativen Punkte an meiner Behandlung gibt. So möchte ich an dieser Stelle durchaus erwähnen, dass mir der Hr. Prof. Dr. praktisch seit den (teuren) Sitzungen am Anfang nicht mehr gesehen hat. Das ist nicht bös gegen meine behandelte Zahnärztin gemeint, die macht ihre Sache soweit sie es kann gut aber in der Hinsicht scheint es eben doch nur eine 08/15-Zahnarztpraxis zu sein in der der Chef nur den „wichtigsten“ (=zahlungskräftigsten) Kunden vorbehalten ist. Auch die „Gesamtbetrachtung des Körpers“, die er in seinem Vortrag so sehr betont hat vermisse ich bis heute. So hieß es eigentlich (wie bei der ersten Zahnärztin, bei der ich wegen CMD war) ich müsste zwingend vor dem Vermessen für die Schiene zur Physio gehen, damit ich total entspannt und locker bin. Das müsste dann auch direkt im Haus passieren, da schon die Erschütterungen beim Autofahren wieder alles kaputt machen könnten. Am Ende hat es keiner mehr angesprochen. Ich bin ganz normal hin, wurde vermessen und bin wieder raus. Auch die Informationspolitik zur weiteren Behandlung (was soll ich eigentlich an Verbesserung merken, testen wir es vielleicht mal in der Praxis, etc. pp.) ist trotz expliziter Nachfragen unterirdisch. Ja, man könnte es manchmal als „Planlos“ bezeichnen. Dabei soll ich doch geheilt werden, damit ich nie wieder zu ihnen kommen muss…

Aber gut: Mir geht es trotz dieser organisatorischen Widrigkeiten körperlich besser als vor einem Jahr. Und das ist bekanntlcih das Wichtigste. Nächste Woche habe ich meinen nächsten Termin. Mal schauen was da rauskommt.

PS: Azzkickr hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass mein Name im neusten Spieleveteranen-Podcast (#132) gefallen ist. Im Abschnitt über Die Siedler 7 wird kurz mein Test und der Wechsel meines Nachnamens thematisiert. Fand ich amüsant. Meine Meinung ist übrigens weiterhin: Die Siedler 7 ist der beste Serienteil seit Die Siedler II: Veni, Vidi, Vici. Und das liegt nicht nur am fantastischen Soundtrack.

Sicarius

Körpertuning: Entgiftung

Eins von unzähligen Detox-Produkten

„Entgiftung“ oder auch gerne als „Detox“ bezeichnet ist ein Begriff, der schon häufiger in unseren Gesundheitseinträgen gefallen ist. Und egal ob in Frauenzeitschriften oder Lifestyle-Blogs: Detox ist „in“ und viele Hersteller und Diäterfinder machen mit neuen Produkten fleißig mit. Wie der Name schon sagt, geht es darum den Körper zu entgiften bzw. ihn bei diesem Prozess zu unterstützen. Denn auch während ihr diesen Eintrag lest, ist er ebenfalls damit beschäftigt.

Was passiert da?

Giftstoffe gelangen von überall in unseren Körper. Wir nehmen sie mit der Nahrung auf, wir atmen sie ein und selbst über die Haut können sie ins Innere gelangen. Ein paar Beispiele sind Quecksilber (z.B. aus Wildfisch), Weichmacher aus Verpackungsmaterial, Alkohol oder Oxalsäure (kommt in Gemüse vor). Aber selbst wenn ihr euch von allen äußeren Einflüssen befreien würdet: Unser Körper produziert sie sogar selbst in Form von Säuren beispielsweise als Nebenprodukt beim Verdauungsprozess. Damit meinen wir aber keine Furze. Die fallen nicht in die Kategorie der Giftstoffe egal wie sehr sie stinken und gegen die Genfer Konvention verstoßen. Und wie der Name schon sagt handelt es sich hier um Sachen, die unserem Körper Schaden zufügen und er deswegen schnellstmöglich wieder loswerden will. Das funktioniert folgendermaßen:

Er fängt den Giftstoff z.B. mit Hilfe von Salz ein und macht ihn Transportfähig (binden). Anschließend wird er über das Blut (=Wasser) an die entsprechenden Entgiftungsorgane geliefert (Leber, Niere, Haut, etc.) und dort in harmlose Stoffe umgewandelt. Am Ende werden diese dann aus dem Körper geschafft z.B. über den Urin oder das Schwitzen. Das kann unser Körper normalerweise richtig, richtig gut. Damit dieser Prozess aber einwandfrei funktioniert, muss er zum einen die dafür notwendigen Mineralstoffe, Wasser und Vitamine haben. Zum anderen darf er nicht überfordert werden, denn sind es zu viele Giftstoffe, kommt er mit der Entgiftung nicht mehr hinterher. In diesem Fall muss er zu seiner eigenen Sicherheit diese irgendwo Zwischenlagern. Ja, der Vergleich zu Atommüll ist nicht ganz abwegig. Die Giftstoffe werden in Fett eingeschlossen und dann vor allem im Bauchraum angesiedelt. Deswegen hat man häufig beim Abnehmen oder zu Beginn von Entgiftungskuren ein Problem mit Übelkeit, Kopfschmerzen und anderen Vergiftungserscheinungen. Das Fett löst sich auf, die Giftstoffe werden freigesetzt und müssen über den normalen Prozess verarbeitet werden – der aber vielleicht immer noch überlastet oder nicht arbeitsfähig ist (z.B. Organprobleme aufgrund von Nährstoffmängel). Dann kommt es auch gerne zum Jojo-Effekt, denn die Giftstoffe sind immer noch unterwegs, der Körper kann sie aber nicht abbauen und tut alles dafür sie wieder einlagern zu können (=wieder Fett bilden). Ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es für unseren Körper ist mit Giftstoffen umgehen zu können. Selbst bei einer Überforderung hat er noch einen Plan B.

Ein Kater (Pichu-Symbolbild)

Wenn ihr euch allerdings selbst vergiftet, indem ihr zu viele Giftstoffe auf einmal aufnehmt, gibt es keinen Plan C mehr. Hier kommt der Körper selbst mit dem Wegräumen nicht mehr hinterher und die Bösewichte können frei ihr Unwesen treiben. Der Kater nach einer durchzechten Nacht ist beispielsweise nichts anderes als eine Vergiftungserscheinung und er geht erst weg, wenn die Giftstoffe abgearbeitet oder eingelagert wurden.

Hohe Belastung

Die Wahrscheinlichkeit, dass euer Körper mit der Entgiftung überfordert ist, ist heutzutage sehr hoch. Im Grunde begegnen wir schädlichen Stoffen überall. Über die Auspuffabgase und den Zigarettenrauch, das Bierchen am Feierabend und die belastete Nahrung (Arsen, Pestizide, Schwermetalle, Plastik, Arzneimittel), die Zahnfüllung (Amalgam) sowie Hygieneartikel wie Shampoo oder Makeup – die Belastung ist stark und vor allem dauerhaft. Selbst Biofelder sind nicht sicher, denn dem Pestizid vom Feld nebenan ist es egal ob da im Katasteramt eine Grenze eingezeichnet wurde, der Wind trägt es trotzdem weiter. Insofern liegen die Frauenmagazine nicht verkehrt, wenn sie euch empfehlen regelmäßig Detox-Kuren zu machen. Aber ob die Art und Weise, wie diese Kuren aufgebaut sind, wirklich vorteilhaft sind? Vermutlich nicht immer.

Koriandertropfen

Im Grunde gibt es viele Möglichkeiten zu entgiften. Wichtig ist jedoch immer zu beachten, dass eine Entgiftung aus zwei Teilen besteht: Giftstoffe lösen und binden, um sie aus dem Körper heraus zu befördern. Eine beliebte und einfache Variante ist das Fasten. Dadurch, dass ihr weniger Nahrung zu euch nehmt, hat der Körper mehr Zeit sich mit dem alten Zeug zu beschäftigen. Um mit den dabei entstehenden Entgiftungserscheinungen besser umgehen zu können, ist es vor allem wichtig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dadurch werden die Giftstoffe zum einen verdünnt und zum anderen ausgeschwemmt.

Unterstützungsmaßnahmen

Weiterhin gibt es eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, um beide Prozesse zu unterstützen. Jod wirft beispielsweise viele Arten von Schwermetallen aus den Zellen während Antioxidantien – wie der Name schon sagt – ihren Teil dazu beitragen frei laufende Giftstoffe zu stellen und gleich zu terminieren. Heilerde (z.B. Zeolith) oder Flohsamenschalen eignen sich hingegen sehr gut dazu im Darmtrakt angekommene Feinde aufzusammeln und nach draußen zu schaffen. Passiert das nicht, könnte es zu einer Rückvergiftung kommen. Die Theorie ist zudem, dass ein einzelnes Mittel nur gegen bestimmte Giftstoffe hilft – teilweise sogar organspezifisch wegen z.B. der Blut-Hirn-Schranke. So soll Koriander in der Lage sein auch das Gehirn zu entgiften während die Alge Chlorella dort nicht hingelangt. Inwieweit da tatsächlich was dran ist, wissen wir nicht.

Zudem ist eine Entgiftung sehr individuell. Ein Patentrezept gibt es aus unserer Sicht nicht und jeder muss für sich entscheiden welchen Weg er gehen möchte. Auf jeden Fall ist es ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte. So wird vermutet, dass ein Grund für Alzheimer eine Aluminiumvergiftung im Gehirn sein könnte. Aber auch andere Krankheiten bzw. ihre Symptome können durch Giftstoffe im Körper entstehen. Sprich bei einer richtigen und kontinuierlichen Entgiftung (und vermutlich einer dazugehörigen Ernährungs- und Lebensumstellung) besteht zumindest die Chance einer Milderung, wenn nicht sogar ein Verschwinden der Symptome. Und wer noch nicht krank ist, dem kann es vorbeugend helfen. Man muss ja nicht immer erst warten bis der Mülleimer überquillt, bevor man ihn rausträgt.

So viele Vitamin-E-Varianten

Schon einmal was von Tocopherol oder Tocotrienol gehört? Nein? Aber bestimmt von Vitamin E, das ist nämlich der Sammelbegriff für diese fettlöslichen Substanzen zu denen neben den beiden genannten auch noch Tocomonoel und MDT (Marine derived tocopherois) gehören. Letztere sind aber nicht ganz so wichtig – zumindest nach dem aktuellen Forschungsstand. Alle gemeinsam haben sie, dass sie sich als Antioxidantien (=Ausschalten von freien Radikalen) betätigen und in vier verschiedenen Strukturen genannt Alpha, Beta, Delta und Gamma auftreten. Am besten erforscht wurden bislang die Alpha-Tocopherole und wenn jemand von Vitamin E redet, dann ist im häufigsten Fall Alpha-Tocopherol damit gemeint.

Das ist dann auch schon der erste Punkt, auf den man bei diesem Thema achten sollte. Sowohl die DGE-Empfehlung sowie viele der handelsüblichen (=Apotheke & Drogerie) Nahrungsergänzungsmittel enthalten nur diesen Strang. Gebrauchen kann euer Körper (wie so oft) alle Varianten, speziell aber die acht Tocopherole- und Tocotrienole-Varianten. Aber ich greife schon wieder vor. Wofür ist Vitamin E denn überhaupt alles gut?

Der Jungmacher

Dass Vitamin E sich als Antioxidans betätigt, hatten wir schon geklärt. Die Folgen davon sind klar: Es schützt die Zellen mit einer entsprechend großen Wirkung. So soll es nach ersten Studien ganz gut gegen Krebs sein (egal ob als Vorbeugung oder als Bekämpfung) eben, weil es die DNA in der Zelle vor Veränderungen sichert bzw. bei einem bereits vorhandenen Tumor das Übergreifen auf andere Zellen abstellt. Und so zieht sich das durch den ganzen Körper durch. In der Haut verhindert es Sonnenbrand (=Zerstörung der Zellen auf der Hautoberfläche), im Gehirn die Zerstörung von Nervenzellen (u.a. die Myelinscheide, deren Beschädigung wohl zu Alzheimer führt). Es verlangsamt den Alterungsprozess und soll sogar eurer Fruchtbarkeit auf die Sprünge helfen.

Mandeln sind gute und gesunde Snacks

Der Grund ist ganz einfach: Es schützt nicht nur die bestehenden Zellen, sondern auch die, die sich gerade im Aufbau befinden. Bei denen haben es die freien Radikale ja sonst besonders einfach sich ihr geliebtes Elektron abzugreifen. Das Ergebnis ist eine straffere, „jüngere“ Haut sowie eine verbesserte Wundheilung. Angeblich geht das sogar nachträglich, indem man Vitamin-E-Öl auf Narben aufträgt und einwirken lässt. Selbst getestet haben wir das aber noch nicht. Auch eure Haare (egal wo am Körper) freuen sich über das Vitamin. Kein Wunder, dass extrem viele Kosmetika damit werben vollgestopft mit Vitamin E zu sein (neben Q10 – aber das wird ein anderer Eintrag).

Und zu guter Letzt hilft es den Cholesterinspiegel auf einem natürlichen Niveau zu halten und wirkt entzündungshemmend.

Dosierung

Klingt super, oder? Und nein, jetzt kommt tatsächlich kein „aber“. Wie alle Vitamine, ist auch Vitamin E wichtig und man sollte genug davon haben. Hat man nicht genug, gibt es die üblichen Erscheinungen einer Hypovitaminose sprich Sachen wie trockene, faltige Haut, schlecht heilende Wunden und/oder Konzentrationsstörungen. Im Normalfall sollten aber die allerwenigsten von euch tatsächlich an einem Mangel leiden, wenn ihr euch – wie heißt es so schön – ausgewogen ernährt. Leute mit einem höheren Bedarf sind unter anderem Raucher (Stichwort „gelbe Haut“), Gestresste (sind wir das nicht alle manchmal?) oder Diabetiker, weil sie in ihrem Körper mehr freie Radikale herumfleuchen haben.

Die DGE empfiehlt, dass ihr 15mg Vitamin E (Alpha-Tocopherol) pro Tag zu euch nehmt. Das Maximum ist laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bei satten 300mg pro Tag. Man sollte es aber definitiv nicht übertreiben, denn wie alle fettlöslichen Vitamine kann sich Vitamin E in eurem Körper anreichern, wenn ihr mehr reinkippt als ihr braucht. Ausgeschieden wird es nur, wenn ihr kein Fett dazu einnehmt und es der Körper somit erst gar nicht verarbeiten kann. Außerdem profitiert Vitamin E davon, wenn gleichzeitig ausreichend Vitamin C und Q10-Enzym im Körper vorhanden sind. Dann flutscht es noch besser.

Olivenöl

Woher?

Vitamin E in seinen unterschiedlichen Formen kommt vor allem in Nüssen und Ölen vor. Weizenkeimöl hat auf 100g z.B. 174mg Alpha-Tocopherol. Auch Sonnenblumenöl, was aus anderen Gründen nicht ganz so super ist, hat immerhin noch 62mg intus. Olivenöl ist mit 12mg zwar eher am unteren Rand aber nicht ganz schlecht. Allerdings: Wer trinkt schon 100g von irgendeinem Öl. Da sind die Nüsse schon interessanter: Mandeln (26mg) und Haselnüsse (15mg) sind eine gute Wahl. Mit 60g Nüssen habt ihr also schon euren Tagesbedarf gedeckt. Grundsätzlich sind auch alle Vollkornprodukte sehr zu empfehlen, da im Getreidekorn zwar nicht viel (1-4mg) aber zumindest etwas enthalten ist. Beim Erhitzen geht übrigens nichts verloren, da es wie alle fettlöslichen Vitamine hochgradig hitzebeständig ist.

Bei Obst, Gemüse und Fleisch ist hingegen nichts zu holen. Fische haben noch 1-2mg und in Schwarzwurzeln sind immerhin noch gut 6mg enthalten. Aber unterm Strich ist das nicht der Rede wert. Deswegen eine „ausgewogene“ Ernährung. Egal ob ihr den ganzen Tag nur Fleisch futtert oder euch als Veganer nur von Gemüse ernährt: Die Chance ist hoch, dass es dann doch nicht reicht. Aber wer seine Schüssel Nüsse am Arbeitsplatz stehen hat oder eben viel mit pflanzlichen Ölen hantiert, sollte relativ einfach die DGE-Empfehlung nicht nur mit normalem Essen erreichen, sondern auch überschreiten können.

Wenn ihr feststellen wollt, ob ihr ausreichend Vitamin E habt, dann hilft es auf die Ernährung zu schauen. Einen Blut- oder sonstigen aussagekräftigen Test haben wir nicht gefunden.

Unsere Anwendung

Dank unserer Abnehmbemühungen (LowCarb sowie wenig Kalorien = keine Nüsse), ist es aktuell nicht der Fall, dass wir unseren Tagesbedarf decken. Entsprechend haben wir uns für diese Ernährungsphase den mitteldosierten Vitamin-E-Complex (8 Stränge) von VitaminExpress geholt. Wenn ihr also unter eine der Risikogruppen fallt oder eure Ernährung eher weniger Nüsse und Öle enthält, können wir die Dinger (wie so vieles bei VitaminExpress) nur empfehlen. Dadurch, dass es vom Körper gespeichert werden kann, reicht z.B. bei unserer Ernährung eine Kapsel pro Woche. Aber wie gesagt: Im Normalfall solltet ihr Vitamin E nicht ergänzend einnehmen müssen, sondern den Bedarf über die Ernährung regeln können.

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