Sicarius

Die Odyssee

So sah damals mein Wohnzimmer aus.

Am 26.10.2013 war es soweit: Das Kellerkind Sicarius zog aus seinem Kinderzimmer mit Balkon im 1. Stock des Elternhauses aus in die erste eigene Wohnung. Dass er zu diesem Zeitpunkt schon fast 30 war… spielt für unser heutiges Thema keine Rolle.

Anders als heutzutage vor allem in Großstädten üblich, wurde die Wohnung nicht möbliert vermietet. Unser lieber Webmaster musste sich entsprechend fast komplett neu ausstatten. Ein Besuch in einem unterfränkischen Möbelhaus später, war alles Lebensnotwendige wie Esstisch, Stühle, (Schlaf-)Couch, Kommoden, Kleiderschrank bezahlt und im Auto verstaut. Ach und natürlich auch ein Doppelbett mit Lattenrosten, Matratzen und was man noch so alles benötigt. Ja, ein Doppelbett brauchte ich zu dem Zeitpunkt technisch gesehen nicht. Ich bin ziemlich platzsparend beim Schlafen. Aber ganz aufgegeben hatte ich die Hoffnung auf einen Partner dann doch noch nicht. Entsprechend wollte ich für alle Eventualitäten gerüstet sein – zu Recht, wie sich herausstellte.

Für die Ewigkeit!

Nun, 13 Jahre später, steht das Bett immer noch im Schlafzimmer. Es hat in dieser Zeit die ein oder andere Reparatur und Verbesserung erfahren. Aber es ist immer noch der gleiche Rahmen, die gleichen Lattenroste und, bis vor kurzem, die gleichen Matratzen.

Pi mal Daumen soll man seine Matratze ja so einmal im Jahrzehnt wechseln. Entsprechend war mir durchaus klar, dass sie demnächst mal fällig sein würden. Zwar schlafe ich bekanntlich schon länger im Keller, es wird also eigentlich nur eine Matratze dauerhaft belastet und wir haben entsprechend auch schon mal getauscht. Aber irgendwie kam eins zum anderen und jetzt liegen neue Matratzen im Rahmen.

Komm zum Punkt!

Seit ich Lysanda kenne, schläft sie auf einer Kombination aus normalem Kopfkissen auf das sie ein Kissen in Form einer Katze legt. Dieses Katzenkopfkissen war essentiell für ihren Schlaf. Egal ob Zuhause oder unterwegs – das Kissen musste dabei sein, sonst war die Nacht schon gelaufen, bevor sie begonnen hatte. Entsprechend mitgenommen sah es aus. Mal in die Waschmaschine stecken? Unmöglich, da wir keinen Trockner haben. Und selbst optisch gleicher Ersatz hat bisher nicht funktioniert. Er fühlte sich nie richtig an. Sie konnte so viel Füllung reinstecken oder rausnehmen wie sie wollte – am Ende brachte immer nur das Originalkissen den Schlaf.

Auch unsere Maunzer mochten das Katzenkissen

Jetzt fragt ihr euch sicherlich: “Sicarius, was zum Geier hat das alles mit neuen Matratzen zu tun?!” Ganz einfach: Auch Lysanda war klar, dass das Katzenkissen so langsam aber sicher seinem Ende zugeht. Übertrieben gesagt wurde es nur noch von Fäden statt von Stoff zusammengehalten. Entsprechend haben wir angefangen nach Alternativen zu suchen. Vielleicht würden wir endlich ein Kissen finden, das ihrem empfindlichen Körper gerecht würde.

Dabei kam freilich das Gespräch wieder auf die, durchaus gut durchgelegenen, Matratzen. Schließlich wäre es ja doof, wenn wir das perfekte Kissen für sie finden, dann die Matratze wechseln und alles wieder “kaputt” ist. Aber Lysanda wollte es erstmal mit einem neuen Kissen versuchen. Den Anfang machte ein billiges Nackenkissen, das wir zufällig bei JYSK aufgegabelt haben. Das Ergebnis war überraschend vielversprechend. Wir haben zwar bereits Nackenkissen im Haus, die ich benutze. Aber die sind ihr zu groß und unbequem. Das von JYSK kam da schon näher an das ran, was sie brauchte.

Eine ausgeartete Einkaufstour

Ich kam dann auf die Idee, mal bei Liebscher & Bracht vorbeizuschauen. Mir ist bewusst, dass der Herr nicht unumstritten ist. Vor allem seine vollmundigen Behauptungen werden ihm gerne zur Last gelegt. Übertrieben, nicht wissenschaftlich fundiert und damit für den Laien gefährlich heißt es. Doch an den eigentlichen Übungen, die er vorstellt und auch an dem, was er so in seinem Shop verkauft, habe ich bislang wenig Kritik gelesen. Und ja, wir haben ebenfalls bereits das ein oder andere Trainingsgerät von ihm im Haus. Wenn auch das meiste Second Hand.

Da Schlaf bei ihm ein großes Thema ist, hat er auch ein Nackenkissen im Angebot. Das wollten wir uns entsprechend mal zum Testen holen. Dabei habe ich gesehen, dass sie eine Matratze im Portfolio haben sowie ein Kombiangebot aus Kissen und Matratze. Das Paket war zum damaligen Zeitpunkt sogar stark reduziert. Entsprechend konnte sich Lysanda meiner Logik nicht erwehren, zuzuschlagen, obwohl sie ja eigentlich nur ein Kissen wollte.

Einmal Retoure bitte!

Kissen und Matratze wurden separat geliefert. Die Matratze ist eingerollt und in Plastik eingetütet, um sie so platzsparend wie möglich zu machen. Ihr packt sie also erstmal aus, legt sie auf den Boden und entfernt das Plastik. Erst dann entfaltet sie sich zu ihrer wahren Größe. Leider stellte sich recht zügig heraus, dass Lysanda weder mit dem Kissen noch der Matratze etwas anfangen konnte. Das Kissen war schlicht zu schwer. Die Matratze hingegen empfand sie selbst auf der weichen Seite als viel zu hart. Sie beschreibt es als “tot”. Also, wenn man sich drauflegt, bleibt man genauso liegen. Da federt nichts zurück. Wir entschieden uns also, beides zurückzuschicken. Stellte sich nur die Frage: Wie?

Die Antwort: Ihr bekommt von Liebscher & Bracht ein Rücksendepaket zugeschickt. Da ist eine neue Plastiktüte drin, in die ihr die Matratze einpackt. Dann nehmt ihr einen Staubsauger, steckt ihn auf ein Loch in der Tüte und saugt die Luft raus. Dafür hat sogar der kleine Handstaubsauger* von Bosch ausgereicht, während Lysanda die Luft mit ihren Füßen rausdrückte. Anschließend könnt ihr die Matratze wieder zusammenrollen und in den Originalkarton packen. Absolut genial, muss ich sagen. Hätte ich nicht gedacht, dass das so einfach vonstatten geht. Und ja, auch das Geld für die Bestellung war zügig wieder auf dem Konto.

Einkaufstour Nr. 2

Soweit so gut also. Lysanda hatte aber immer noch kein neues Kissen und es lagen immer noch die alten Matratzen im Bett. Bevor wir jetzt aber das halbe Internet leerkaufen und wieder zurückschicken, haben wir uns dann doch entschieden, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und sind zu JYSK gefahren. Keine Ahnung, wie lange wir am Ende da waren, aber Lysanda hat in der Zeit fleißig die ausgestellten Matratzen in Kombination mit einigen Kissen ausprobiert. Und am Ende wurde sie tatsächlich fündig. Sowohl ein Kissen, das sich gut anfühlte als auch eine Matratze, die zumindest im ersten Moment einen angenehmen Eindruck machte.

Einen Haken hat das Einkaufen bei JYSK vor Ort allerdings: Ihr könnt Matratzen zwar zurückgeben, aber nur im Austausch gegen eine andere Matratze oder einen Gutschein. Geld zurück gibt es nur im Onlineshop. Es war also durchaus ein gewisses Risiko, bei ihnen zuzuschlagen und dann am Ende festzustellen, dass wir knapp 600€ für Gartenstühle oder so ausgeben müssen, weil keine Matratze passt. Aber Lysanda hatte ein gutes Gefühl, also haben wir zugeschlagen.

Die ersten Nächte

Ein aktueller Blick ins Schlafzimmer

Wie bei Liebscher & Bracht kommt die Matratze zusammengerollt daher und muss sich erst einige Stunden entfalten. Für die Rückgabe gibt es allerdings nichts. Also müsst ihr sie irgendwie wieder in die Tüte packen und dann zusammengefaltet ins Auto schaffen. Da finde ich das andere System mit der Vakuumiertüte viel praktischer.

Lysanda hat dann erstmal das Kissen ausprobiert. Und zwar handelt es sich um das KVINA. Das ist ein Memoryschaum-Konturkissen 30x50x10/7. Einen anständigen Überzug haben wir dafür übrigens bei JYSK nicht bekommen. Sie haben für Nackenkissen nur einen Spannbezug vorrätig, der uns absolut nicht zusagte, da er zu klein wirkte. Wir haben uns stattdessen was bei Amazon* geholt.

Immerhin hat das Kissen tatsächlich Lysandas hohem Anspruch genügt. Sie schläft seitdem darauf. Kein Katzenkissen mehr notwendig und auch kein zusätzliches, normales Kissen darunter. Perfekt.

Bei der Matratze, einer Gold S60, sah es nach den ersten Nächten hingegen nicht so gut aus. Sie klagte über Schmerzen im unteren Rücken (ein Piksen in der Hüfte). Entsprechend stellte ich mich, etwas resigniert, bereits darauf ein sie zurück zu tragen. Aber nach etwas Google-Recherche und der daraus resultierenden Aussage, dass sich der Körper auch erstmal an die neue Situation gewöhnen muss, hat sie es doch noch weiter probiert. Und siehe da: Zumindest aktuell keine Probleme mehr und die Matratzen sind damit wohl dauerhaft in unser Schlafzimmer eingezogen. Ich hingegen tue mir teilweise schwer zu kommen, weil die Matratze so weich ist, aber bislang habe ich es immer noch geschafft mich, aus dem Bett heraus zu robben.

Ende gut, alles gut.

Epilog

Und das war die Geschichte, wie aus der Suche nach einem Ersatz für ein liebgewonnenes Katzenkissen eine kleine Odyssee wurde. Die Erzählung war sicherlich nicht so bombastisch wie Christopher Nolans Werk, aber immerhin musstet ihr dafür keine sündhaft teuren Tickets für ein IMAX-Kino bezahlen und eventuell habt ihr auch noch was fürs Leben gelernt, denn jeder braucht mal neue Matratzen :tongue: .

Sicarius

Wellness ohne andere Menschen

Der Whirlpool ist formschön in der Ecke.

Gefühlt ploppen gerade sehr viele private Spas auf. Selbst in unserem lokalen Einkaufszentrum, dem LOOP5, gibt es mittlerweile eine. Aber warum auch nicht? Klingt schließlich durchaus verlockend seinen eigenen Wellnessbereich mit Whirlpool, Sauna & Co. nur für sich und seine Begleitung(en) zu haben statt ihn mit anderen teilen zu müssen. Allerdings kostet einen dieses Privileg im Gegenzug so einiges.

Happiger Preis

Wir gehen bekanntlich mittlerweile fast jeden Monat ins Jugendstilbad Darmstadt und bezahlen dafür gerade mal 35,80€ dank des Einsatzes von Schlemmerblöcken. Für den Preis können wir nicht nur parken, sondern auch fast das komplette Angebot (mehrere Saunen, Spa-Bereich, Schwimmbad) von 10 bis 22 Uhr nutzen.

Im Vergleich: Beim Anbieter wellext bezahlt ihr für drei Stunden am frühen Nachmittag mit zwei Personen und ohne weiteren Schnickschnack schon 174€. Das Privileg der Privatsphäre entspricht also fast fünf Ganztagsbesuchen im Jugendstilbad. Aber wie heißt es so schön? Man gönnt sich ja sonst nix :wink: , denn ja: Wir waren letzte Woche mal bei wellext in Frankfurt am Main und haben das mal ausprobiert. Allerdings hat es uns dank eines Gutscheins von vspots nur 120€ gekostet. Außerdem haben wir noch einen 10€ Verzehrgutschein direkt von wellext geschenkt bekommen.

Dieser Gutschein war richtig praktisch, da ihr weder eigenes Essen noch Trinken mit in die “wellbase” mitnehmen dürft – so heißen bei denen die Parzellen. Mit den 10€ haben wir uns entsprechend zwei 1L-Flaschen Wasser gegönnt (Stückpreis: 5€). Also durchaus vergleichbar mit einem normalen Restaurantbesuch. Wobei wir uns die anderen Preise nicht angeschaut haben.

Der Einstieg

Unser Slot ging dienstags von 14:15 bis 17:15 Uhr. Aber es wird vor allem für Erstlinge empfohlen, schon 15 Minuten vorher aufzuschlagen. Dank eigenem Parkhaus, war die Anfahrt mit dem Auto absolut kein Problem. Am Empfang erwartete uns dann eine junge Dame, die zwar nur englisch sprach, aber das war jetzt kein großes Hindernis. Nach dem Einchecken mit den Personalausweisen, bekamen wir einen Wäschekorb und gingen zu den gegenüberliegenden Spinden. Ihr dürft nämlich keine großen Taschen mit in die wellbase nehmen. Stattdessen alles was ihr braucht in den Wäschekorb umpacken. Da wir keine Textilen gemietet hatten, hieß das unter anderem die großen Saunatücher und sowas umzulagern. Mit dem QR-Code aus der Mail haben wir den Spind dann verschlossen und konnten – ebenfalls mit den QR-Codes – in die eigentliche Anlage hinein.

Die Bedienungsapp

Die Dame vom Empfang erklärte uns dann noch fix den Bedienungsbildschirm. Neben dem Einstellen der Saunatemperatur, könnt ihr darüber auch das Ambiente verändern. Also Art und Stärke der Beleuchtung. Da Lysanda es nicht so mit dem dunkeln hat, haben wir die volle Stärke angelassen. Außerdem könnt ihr über das Tablet Essen und Getränke bestellen. Abgerechnet wird ganz am Schluss, vor der Tür. Und geliefert wird alles über ein Fach inkl. automatischer Ansage “Sicarius, ihre Bestellung steht bereit”. Ihr habt also selbst in diesem Fall keinen Kontakt mit einem anderen menschlichen Wesen :smile: .

Wenn ihr wollt, könnt ihr euer Handy sogar über das Tablet mit dem hauseigenen WLAN verbinden. Das erlaubt es euch dann z.B. via Airplay eure Musik über die Boxen laufen lassen oder eure eigenen Inhalte auf dem Fernseher abzuspielen. Die Musikfunktion haben wir gerne in Anspruch genommen (wir ließen Beyond the Black laufen). Und damit ihr nicht jedes Mal aufstehen müsst, könnt ihr euch die Bedienung von allem auch einfach aufs Handy holen. Im Prinzip einfach eine Webseite, die ihr über einen QR-Code öffnet. Sehr praktisch.

Was allerdings nicht über das Tablet geht: Die Temperatur des Raums verändern. Das kann nur der Empfang. Für uns war die von der Dame gewählte Einstellung aber angenehm.

Die Ausstattung

Doch was erwartet euch überhaupt in einer wellbase? Na folgendes:

  • Eine integrierte Toilette – Was ich so gelesen habe, tatsächlich nicht in jeder privaten Spa ein Standardfeature. Stelle ich mir ziemlich nervig vor jedes Mal übern Flur laufen zu müssen. Entsprechend sehr gut, dass das in der wellbase nicht notwendig ist!
  • Massagestuhl und links die Sauna (schwarze Tür)

    Ein viereckiger Whirlpool – Seine Wassertemperatur könnt ihr selbst verändern und auf Knopfdruck Blubber und/oder Düsen aktivieren. Gefühlt war er schon für zwei Personen fast zu klein. Das lag zum einen daran, dass zwei der Sitzplätze in den Ecken aufgrund der Einstiegstreppe in den Whirlpool faktisch nicht bequem nutzbar waren. Zum anderen, weil er irgendwie sehr viele unebene Flächen am Boden hatte. Da war in der Mitte wenig Platz, irgendwo seine Beine anständig unterzubringen. Unterm Strich war er für uns aber angenehm und wir haben einen Großteil der Zeit darin verbracht.

  • Eine finnische Sauna – Stelle ich mir ebenfalls sehr schnuggelig vor, dort mit vier Personen reinzugehen. Ich konnte nicht einmal die Beine ausstrecken beim Hinlegen. Aber sie hat grundsätzlich ihren Zweck erfüllt. Die Temperatur könnt ihr über ein Tablett an der Wand direkt einstellen. Wir haben mit 95°C angefangen, sie dann aber gegen Ende auf 85°C reduziert. Am Empfang konnten wir außerdem zwischen drei Düften für unseren Aufguss wählen. Der erwartet euch dann in Form eines Eimers Wasser und einer Schöpfkelle in der Sauna selbst. Es kommt also keiner rein, sondern ihr macht das – mit allen dazugehörigen Gefahren sich dabei die Griffel zu verbrennen. Nein, ich spreche nicht aus eigener Erfahrung. Wie kommt ihr denn auf sowas?!
  • Eine Erlebnisdusche – Keine Ahnung, warum diese Duschen immer so einen hochtrabenden Namen haben. Es ist einfach ein großer Duschkopf an der Decke, der je nach gedrücktem Knopf ein wenig anders auf euch herabregnet, sowie eine Handbrause. Erfüllt seinen Zweck. Ach und kostenloses Duschgel hängt ebenfalls an der Wand.
  • Eine “Lounge & Entertainment-Area” – Noch so ein hochtrabender Begriff. Gemeint ist ein ziemlich großer Fernseher an der Wand mit einem kleinen wasserfesten Couchbereich inkl. noch kleinerem Tischchen davor. Wie die Dusche einfach und zweckmäßig. Euer Essen müsst ihr aber definitiv in die Hand nehmen. Der Tisch ist sowohl zu klein als auch viel zu niedrig, um sich da wirklich dran zu setzen.
  • Ein VAHA-Workout – An der Wand gegenüber der Sauna hängt ein mannshoher Spiegel, der in Wahrheit ein Bildschirm ist. Dabei handelt es sich um einen VAHA Fitness-Spiegel, mit dem ihr trainieren könnt. Er beobachtet euch wohl und kann euch live Feedback geben. Da wir nicht da waren, um unsere wertvolle Zeit mit Sport zu verschwenden, haben wir ihn auch nicht genutzt.
  • Gegen Aufpreis könnt ihr euch außerdem noch den Massagesessel aktivieren lassen, der mitten im Raum steht sowie eine Xbox Series X. Beides haben wir uns gespart. Wieso soll ich schließlich für teuer Geld außer Haus zocken, wenn ich schon daheim nicht dazu komme?

Alles in allem hätte ich gesagt, ist bei wellext drin und dran, was man in einer privaten Spa erwarten würde. Wenn ich mir andere Angebote so anschaue, hat das ein oder andere noch eine Hydrojetmassageliege oder ein Dampfbad mit dabei. Aber das ist dann auch häufig mit höheren Kosten verbunden.

Das Erlebnis

Nach der Einweisung und ein bisschen Rumgespiele am Display inkl. der ersten Wasserbestellung, konnte es endlich losgehen mit der Erholung. Eine Garderobe gibt es nicht. Also haben wir unsere Klamotten einfach auf die Couch gelegt und uns direkt erstmal eine Runde in den Whirlpool gesetzt, während die Sauna hochfuhr. Die Treppe hoch zum Whirlpool halte ich übrigens für gemeingefährlich. Fliesen, nass und kein Geländer. Holla, die Waldfee. Das flößt mir selbst mit Badeschlappen Respekt ein.

Die Sauna ist ein wenig klein zum hinlegen.

Wir sind aber heil rein- und rausgekommen und konnten entsprechend anständig relaxen. Ein bisschen die Düsen angemacht, den Kopf angelehnt und das warme Wasser genossen. Anschließend sind wir zum ersten Mal in die Sauna. Todesmutig, wie der Sicarius ist, hat er gleich mal 2-3 Schöpfkellen voll Wasser über den Ofen ausgekippt. Kein Wunder, dass er es dann nicht einmal zehn Minuten ausgehalten hat.

Und ja, so haben wir die drei Stunden verbracht. Eine Runde im Whirlpool relaxt, dann in die Sauna, dann zurück in den Whirlpool, und so weiter und so fort. Unspektakulär, ich weiß. Aber es soll ja entspannend sein. Und im Jugendstilbad machen wir es auch nicht viel anders. Hier mussten wir nur keine Rücksicht auf andere nehmen.

Circa zehn Minuten vor Schluss verabschiedet sich dann das Wasser aus dem Whirlpool, wenn ihr nicht verlängert. Das ist dann das Signal, sich so langsam alltagstauglich herzurichten und die wellbase zu verlassen. Vor dem Eingang ist dann das Terminal zum Bezahlen und danach geht’s wieder zum Spind am Empfang, um alles aus dem Wäschekorb in eure Tasche zurückzupacken.

Die große Frage

Lysanda und ich hatten also prinzipiell drei angenehme Stunden in der wellbase von wellext. Bleibt zum Abschluss freilich die Frage: Würden wir wieder in eine private Spa und konkret zu wellext gehen? Und die Antwort ist ein grundsätzliches “ja, aber”. Es war wirklich sehr nett und angenehm entspannend so allein und unter uns. Im Vergleich zum Jugendstilbad – vor allem an Tagen, wo dort mehr los ist -, definitiv was ganz anderes. Und die wellbase hat uns auch soweit alles geboten, was wir für die drei Stunden gebraucht haben. Die Technik funktionierte und das Ambiente war völlig okay. Ja, das mit der Tasche am Empfang umräumen ist ein wenig komisch. Aber man weiß es ja vorher und kann sich entsprechend darauf vorbereiten.

Doch wie eingangs geschrieben: Der Preis ist selbst mit Rabatt noch ganz schon happig. Es ist also definitiv nichts, was wir häufiger tun werden. Da bleibt unser Stammplatz weiterhin das Jugendstilbad. Wenn uns allerdings mal wieder ein Gutschein zuflattert, oder für einen besonderen Tag der Zweisamkeit? Da werden wir eine private Spa durchaus in Betracht ziehen.

Sicarius

Moderne Küchenhelfer

Ich habe keinen Schimmer, warum ihr überhaupt Beim Christoph besucht und Einträge wie diesen zumindest anfangt zu lesen (Danke!). Doch ich vermute, dass das Thema “Kochen mit Sicarius” nicht sonderlich weit oben auf euerer Liste der Interessen steht. Ich weiß: Ich soll mich nicht schlechter machen, als ich bin. Aber ich habe bereits das ein oder andere Mal erwähnt, dass ich definitiv nicht der größte Koch vor dem Herrn bin oder gar behaupte einer zu sein. Wir kochen zwar weiterhin fast täglich selbst, aber das ist weit entfernt von irgendwelchen Fünf-Sterne-Menüs. Wobei die, die man so im Fernsehen sieht, würden mich eh nicht satt machen.

Gute Erfahrungen

Nein, nicht schon wieder abschweifen, Sicarius! Wir haben doch noch nicht einmal die Einleitung hinter uns. Ich wollte eigentlich nur darauf hinaus, dass ich zwar kein Experte bin, hilfreichen Kochutensilien gegenüber bin ich jedoch – wie sicherlich alle von uns – nicht abgeneigt. Unsere COSORI Heißluftfritteuse ist beispielsweise mittlerweile fast zu jeder Mahlzeit im Einsatz. Man könnte also durchaus behaupten, dass wir mit ihr vollumfänglich zufrieden sind. Das stimmt jedoch tatsächlich nicht ganz. Es gibt nämlich Tage, da bereuen wir es doch ein bisschen damals nicht zur größeren Ninja Foodi FlexDrawer 10,4 L Heißluftfritteuse* (oder zum COSORI Turbo Tower*) gegriffen zu haben. Nämlich dann, wenn wir sie eigentlich beide gebrauchen könnten. Entsprechend müssen wir vorab planen, wer zu welcher Mahlzeit die COSORI in Beschlag nehmen darf. Aber das Gerät an sich? Weiterhin top!

Das gilt auch für die kleine Feuerpfanne, die ich für meine Steaks und Schnitzel jedes Mal wieder gerne hervorhole. Eine der besten Kücheneinkäufe! Die große ist zwar etwas weniger Einsatz. Das liegt aber nicht an der Qualität, sondern einfach nur an der fehlenden Quantität. Wir müssen aktuell (zum Glück) gar nicht so viel vorkochen.

Ende der Einleitung?!

Und damit kommen wir endlich zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Den zwei Neuanschaffungen, die seit Oktober 2025 ihren Dienst in unserer Küche tun.

Sieht aus wie eine klassische Knoblauchpresse

Knoblauchpresse (Gourmet Easy)* – Ich hatte tatsächlich bislang keine Knoblauchpresse. In unseren Haushalt zog entsprechend Lysandas Knoblauchtwister* ein. Wirklich glücklich war ich damit ehrlich gesagt von Anfang an nicht. Man muss den Knoblauch schon ein wenig kleinschneiden, braucht dann trotzdem noch viel Kraft und ihn dann aus dem Ding wieder raus zu kratzen ist ebenfalls mühselig gewesen. Insofern war ich nicht wirklich traurig, als dann mal ein paar der “Zähne” ihren Geist aufgegeben haben und ich nach Ersatz suchen durfte.

Die Wahl fiel dabei auf die verlinkte Gourmet Easy Knoblauchpresse aus drei Gründen:

  • Bekannte Marke – Gourmet Easy sind in Küchenkreisen keine Unbekannten und bieten angeblich gute und langlebige Qualität-
  • Klassische Form aus Edelstahl – Keine komische Twistfunktion, keine fragwürdigen Handdrehpressen und vor allem kein Plastikkram. Ich wollte einfach nur was haltbares, das gut in der Hand liegt und keinen vorherigen Besuch im Fitnessstudio braucht.
  • Kein Schälen notwendig – Das war die eigentliche Funktion, die mich zu dieser Knoblauchpresse hingezogen hat. Endlich kein Schälen mehr? Konnte ich mir gar nicht so wirklich vorstellen, dass das funktioniert. Aber ja: Es funktioniert einwandfrei. Kriege ich dabei vermutlich nur 98% des Knoblauchs aus der Zehe und habe möglicherweise ein paar Mikroreste Schale im Essen? Sicherlich. Sehen/merken tue ich davon nichts und ich verzichte gerne auf eine kleine Menge Knoblauch, wenn ich mir dafür die fünf Minuten Schälen spare.

Von mir eine klare Empfehlung diese Presse. Seit wir sie haben, ist der Knoblauchverbrauch in unserem Haus nachweisbar gestiegen. Ja, der Drücker hat mittlerweile schon ein paar Kratzer. Aber es ist halt ein Gebrauchsgegenstand. Dafür macht sie was sie soll und das Reinigen geht ebenfalls gut von der Hand. Der Großteil der Zehenreste holt man aus der Presse raus, indem man den Stempel rumdreht und als Schaber benutzt. Der Rest geht einfach unter fließendem Wasser.

Bereit zum Stempeln

Fleischzartmacher (Gourmet Easy)* – Ich war noch nie so der Fleischklopfer. Ich verstehe den Sinn und Zweck dahinter, keine Frage. Das Fleisch zart machen, die Muskelfasern auflockern, Sehnen durchtrennen und gleichmäßigeres braten ermöglichen. Mir war das aber irgendwie immer zu blöd so einen Hammer im Haus zu haben und ihn rauszuholen. Als ich auf der Suche nach der Knoblauchpresse dann auf diesen Fleischstecher gestoßen bin, habe ich mir gedacht: Probier’s doch mal aus. Zurückschicken geht ja immer.

Gleich vorweg: Das Teil ist nicht für kleine Hände geeignet. Es ist relativ klobig und mit seinen 384g nicht gerade leicht. Dafür geht das “Fleischzartmachen” echt gut von der Hand. Man setzt ihn einfach auf das Fleisch und drückt zu – quasi so, als würde man ein Formular abstempeln. Den Rest erledigen die ultrascharfen Klingen aus rostfreiem Stahl. Völlig unkompliziert und man muss es auch nur eine Handvoll Mal pro Fleischstück machen. Das ist sowieso zu empfehlen: Zu oft und ihr habt nur noch Hackfleisch übrig :wink: . Und nein, es besteht keine Gefahr, dass ihr euch verletzt. Die Klingen sind zurückgesetzt und fahren nur aus, wenn ihr auf eine Oberfläche drückt. Solange ihr also eure Hand nicht drunter legt, passiert nichts.

Man muss allerdings sagen, dass die Reinigung per Hand nicht ganz so gut funktioniert. An die mittlere Klingenreihe kommt ihr nur mit einer dünnen Bürste rein. Und der Griff ist nicht dicht. D.h. das Wasser sammelt sich dort oben drin, wenn ihr ihn umdreht. Insofern wäre hier ein klassischer Fleischklopfer sicherlich im Vorteil. Aber in Bezug auf die Lautstärke und den Stärkeansatz hat der Fleischzartmacher eindeutig die Nase vorn.

Das Ergebnis

Und ja, das Ergebnis schmeckt man auch. Vor allem in Kombination mit der COSORI. Da die ja fettfrei arbeitet, wird vor allem Hühnchen tendenziell trockener. Nach dem Einsatz des Fleischzartmachers ist zwar immer noch ein Unterschied zur Pfanne da, aber es ist trotzdem deutlich saftiger als ohne. Insofern ist das Teil mit rund 40€ zwar nicht ganz billig, trotzdem gibt es hier ebenfalls eine klare Empfehlung von mir – auch, wenn ich immer noch gerne vergesse ihn zu benutzen :smile: .

Epilog

Ich find es immer wieder lustig selbst zu erfahren, wie ich jahrelang ganz gut ohne ein Ding auskommen bin und kaum habe ich es mal benutzt, will ich es nicht mehr vermissen. Es bleibt entsprechend spannend, was in Zukunft noch so unseren Haushalt erweitern wird.

Sicarius

Ein Rant

Hinweis: Die ursprüngliche Version des nachfolgenden Texts hatte ich bereits vor einigen Jahren verfasst, aber am Ende dann doch nicht veröffentlicht. Einfach, weil es Meckern ohne echten Mehrwert war. Im Vergleich zu damals ist der Frust zwar geblieben, aber die Formulierungen sind jetzt etwas besser gewählt. :smile:

Maya war auch ein Fan von Fakten

Ich bin nicht grundsätzlich Anti-Wissenschaft oder Anti-Ärzte oder sowas. Im Gegenteil: Ich mag meine Zahlen, Daten, Fakten und es geht mir durchaus auf den Keks, dass es bei den “Alternativen” gefühlt immer nur um Anekdoten von (meist nicht nachprüfbaren) Einzelerfolgen und den eigenen Standpunkt unterstützende Zitatfetzen irgendwelcher Studien geht, die gerne entweder (mitunter bewusst) falsch interpretiert werden, einen völlig falschen Ansatz verfolgten oder einfach nur schlecht durchgeführt wurden. Genauso wenig wie aus meiner Sicht eine Umfrage unter 5.000 Leuten “repräsentativ” für 84 Millionen Einwohner ist, ist halt eine einzige “Studie” mit nur sechs Teilnehmern wirklich aussagekräftig über die Wirkung von irgendetwas. Sie ist höchstens ein Indiz.

Aber da kommen wir genau auf den Punkt: Es ist einfach über “die da drüben” zu schimpfen. Fakt ist: Die Scheiße liegt überall rum und statt sie mal im Sinne des Patienten gemeinsam wegzukehren, wird nur gegenseitig gepoltert. Mein Vertrauen in Wissenschaft und Ärzte ist nämlich nicht verloren gegangen, weil mir irgendein Scharlatan mit Hilfe seiner völlig unübersichtlichen und mit teils absurd paranoidem Wahnsinn vollgestopften PowerPoint-Präsentation ein überteuertes Wundermittel angedreht hat. Es ist verloren gegangen, weil Ärzte, Medizin, Krankenkassen, Pharmaindustrie & Co. scheinbar nur in der Lage sind den ganzen Tag zu jammern und zu schimpfen und uns allen Geld und Zeit aus der Tasche zu ziehen statt sich auf ihr ursprüngliches Kerngeschäft zu konzentrieren: Dem Patienten tatsächlich zu helfen und ihn gesund zu machen/halten. Stattdessen Abfertigung im 15min Takt, Therapie maximal auf Symptomebene, keine Veränderungsbereitschaft bei neuen Erkenntnissen und eine Medikamentenabgabe am Fließband nach dem Motto “machen wir seit 50 Jahren so!”. Mein Vater schluckt beispielsweise pro Tag so viele Tabletten, dass ich mich durchaus frage, ob er jetzt wirklich noch an seinen ursprünglichen Problemen leidet oder nur unter den ganzen Nebenwirkungen?! Die Antwort des Apothekers war darauf übrigens sinngemäß: “Passt scho!” Muss ich ihm notgedrungen glauben, wenn ich mich da nicht selbst einarbeiten will und dafür sind sie ja auch eigentlich da! Aber dieses Urvertrauen in die Engel in Weiß ist halt selbst bei mir mittlerweile stark beschädigt.

Die Forscher

Dieser Vertrauensverlust ist nicht über Nacht passiert. Je mehr Zeit ich jedoch auf dieser Erde verbringe und je mehr Dinge ich auch selbst am eigenen Leib erfahre, desto mehr Punkte fallen mir im täglichen Leben auf. Angefangen bei der ganzen Sache mit den Studien. Ohne Studie geht gar nichts. Schließlich ist das einer der größten Vorwürfe, die die Medizin immer gegen alle anderen ins Feld führt. Das ist auch schön und gut. Nur: Warum wird immer gefordert, dass etwas wissenschaftlich untersucht werden muss, aber gleichzeitig habe ich oft den Eindruck, dass genau diese Untersuchungen dann gar nicht stattfinden? Wenn ich mir meinen Newsfeed so anschaue, gibt es gefühlt für jeden Mist irgendeine Studie (sehr beliebt: Alles was mit Sex und Beziehungen zu tun hat). Gleichzeitig merke ich dabei oft, dass die wirklich für den Alltag relevanten Sachen wenig Beachtung finden. Beispielsweise alles, was mit der Nährstoffzufuhr für unseren Körper zu tun hat. Und mit diesem “Ignorieren” meine ich sowohl die Forscher, die sich das mutmaßlich nicht anschauen, als auch ihre Ergebnisse, wenn es doch mal was zu berichten gibt. Vielleicht versandet auch einfach alles in irgendwelchen Fachmagazinen, die wir nicht lesen oder wegen Bezahlschranken nicht lesen können?

Maya hatte einen Ghostwriter

Aber warum ist das so? Die ehrliche Antwort? Keine Ahnung. Ein paar Faktoren kann ich mir allerdings denken, die einen negativen Einfluss auf das wissenschaftliche Arbeiten haben könnten. Veröffentlichungszwang beispielsweise. Wenn ich jedes Jahr irgendein Papier veröffentlichen muss, um in der akademischen Welt überleben zu können, dann suche ich mir natürlich einfaches Zeugs raus. Ein viel größeres Thema ist die Finanzierung. Schließlich ist Wissenschaft nicht (mehr) kostenlos zu haben. Also wird entweder erforscht, was gerade “hip” ist (Krebs ist da der All-Time-Favorit) oder wofür mir jemand explizit Geld gibt. Und derjenige, der mir die Studie bezahlt, macht das ja nicht zum Spaß, sondern um am Ende damit Kohle zu scheffeln (=Patente). Und ja, das gilt aus meiner Sicht auch für staatliche Institutionen.

Die Zweifel

Wissenschaft zu betreiben ist also in meiner Wahrnehmung heutzutage nicht mehr wirklich neutral möglich. Vor allem, aber nicht nur, weil niemand gerne die Hand beißt, die ihn füttert. Das muss dann nicht einmal gleich böse Absicht sein. Das passiert unterbewusst. Ich muss schließlich jedes Jahr wieder um meine Finanzierung kämpfen. Und wenn das Ergebnis dem Finanzier nicht passt? Dann wird es auch gerne mal geschönt oder unter den Tisch gekehrt.

Auf solche Kritik reagieren viele Menschen allerdings sehr empfindlich. Es wird auf Peer Reviews, Kontrollmechanismen und Reproduzierbarkeit verwiesen, die solche Probleme aufdecken und eliminieren sollen. Die Realität ist jedoch, dass diese Mechanismen nicht immer so funktionieren, wie sie sollten. Ich empfehle dahingehend die neue ARTE-Dokumentation Betrug in der Wissenschaft. Oder vielleicht auch nicht – macht nur depressiv. Auch interessant ist das Projekt Unstatistiken des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

Die Realität ist, dass Wissenschaftler auch nur Menschen sind mit allen ihren Stärken und Schwächen und damit das System anfällig ist. Und selbst, wenn die Studie sauber ist: Es können trotzdem die Ergebnisse zurückgehalten oder bewusst falsch interpretiert werden. Das hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt. Gerne auch mit Verweis auf irgendwelche Geschäftsgeheimnisse. Ist natürlich verständlich: Ich versuche ebenfalls zu vermeiden Dinge zu veröffentlichen, die mich schlecht aussehen lassen. Deswegen lag der Eintrag ja so lange in der Schublade! :smile:

Die Produzenten

Und wenn wir schon bei Verschwörungen sind: Die eine Seite spricht immer gerne von der “Pharmaverschwörung”, während die andere behauptet, dass das alles Schwachsinn wäre. Es würde schließlich auffallen, wenn da Schmu läuft. Solche Firmen würden doch niemals mit der Gesundheit von Menschen spielen, nur um den eigenen Profit zu steigern. Bei so einer Diskussion fühle ich mich als Gamer gleich wie Zuhause. “Sony ist immer für die Spieler da! Microsoft geht es nur ums Geld!”.

Fakt ist: Es geht allen ums Geld. Biontech & Co. haben den Corona-Impfstoff sicherlich zum Teil entwickelt, weil die einzelnen Mitarbeiter was Gutes für die Menschheit tun wollten. Es wurde vermutlich aber auch viel Energie vom Unternehmen reingesteckt, weil der Markt den Impfstoff dringend haben wollte und sie damit verdammt viel Kohle scheffeln konnten. Das bedeutet nicht, dass am Ende nichts Gutes bei so einer Arbeitsweise rauskommt. Aber ob wirklich die Interessen beider Seiten immer übereinstimmen? Ich weiß es nicht. Als Außenstehender sieht es nämlich gerne so aus, als würde viel Geld in die Behandlung oder das Management von Krankheiten investiert. Und viel weniger in die Vorbeugung. Bestes Beispiel ist da für mich wieder das Thema “Krebs”. Ständig liest man von tollen neuen Heilmitteln/-methoden, die vielleicht irgendwann mal auf den Markt kommen. Doch über Maßnahmen, wie er sich verhindern lässt? Scheint nicht sonderlich interessant zu sein – zumindest für die Medien, die über Studien berichten.

Maya war wenigstens ehrlich egoistisch

Und selbst, wenn mal ein gutes Medikament rauskommt: Läuft der Patentschutz ab, ist plötzlich kein Interesse mehr da, es weiter zu produzieren. Schließlich wird der Markt jetzt mit Generika überschwemmt und die Marge ist dahin. Blöd ist es dann, wenn deswegen am Ende niemand mehr die Produktion übernimmt und das Medikament Betroffenen dann nicht mehr zur Verfügung steht. 2024 ging beispielsweise das Thema durch die Medien, dass wegen einer verminderten Wirtschaftlichkeit bestimmte Medizinprodukte nicht mehr für Frühchen und Säuglinge verfügbar sind.

Dieser Kreislauf führt zusätzlich dazu, dass der Eindruck entsteht ein Produkt so schnell wie möglich auf den Markt bringen zu müssen. Und anschließend versucht man es möglichst vielen Leuten zu empfehlen. Von außen betrachtet sieht das für mich so aus, als würde fleißig Lobbyismus betrieben, scheinbar nur das absolute Minimum an Studien durchgeführt, der heilige Gral versprochen, Nebenwirkungen bestenfalls ins Kleingedruckte verbannt oder soweit wie rechtlich erlaubt weggelassen, Ärzte explizit für dieses Medikament durch Pharmareisende geschult und dergleichen. Nochmal: Neutral und im Sinne des Patienten sieht für mich anders aus. Wie soll ich da dann noch das Vertrauen in die Objektivität meines Arztes aufrechterhalten? Das kommt halt raus, wenn wirtschaftsorientierte Unternehmen am Machen sind, die alles tun, um ihren Gewinn zu erhöhen.

Geld aus dem Fenster werfen

Theoretisch hat unser Gesundheitssystem ja eine Kontrollinstanz: Die Krankenkassen. Die sollten eigentlich nur bezahlen, was wirklich hilft. Medikamente und Behandlungsmethoden werden erst nach zig Verhandlungen und Prüfungen überhaupt zugelassen. Leider arbeiten die gefühlt ebenfalls eher im Modus “unter allen Umständen am Leben halten” statt “vorbeugend Gesund halten”. Ja, natürlich kann ich einen Präventionskurs buchen und so zweimal im Jahr immer wieder die gleichen, leichten Gymnastikübungen machen. Aber wirklich sinnvolle Vorbeugemaßnahmen, die einen langfristig und nachhaltig helfen? Gibt es nur sehr wenige. Das meiste muss ich selbst bezahlen und dann trotzdem noch meinen Hausarzt beknien, dass er es macht. Gleichzeitig wird in den Medien immer wieder über sehr teure Eingriffe in den Krankenhäusern berichtet, die einfach übernommen werden. Alltägliche Hilfsmittel wie die Brille von Lysanda hingegen? Die werden selten bezahlt.

Es ist mal wieder wie in vielen Bereichen: Wie viel besser würden wir wohl als Menschheit dastehen, wenn alle Beteiligten weniger auf ihren eigenen Interessen achten würden und stattdessen gemeinsam zum Wohle aller arbeiten würden? Im Minimum würde es mein Vertrauen in das System wiederherstellen, wenn ich nicht ständig überlegen müsste, ob mein Gegenüber mir jetzt tatsächlich helfen möchte oder doch andere Interessen dahinterstecken.

Sicarius

Bergbau im Gebiss

38.783,37€. Das ist der Betrag, der unter der Kostenzusammenstellung meines Zahnarztes steht. Wieviel davon meine gesetzliche Krankenkasse übernimmt? 3.981,62€ – 10% also. Bleibt eine Selbstzahlerlücke von 34.801,75€. Wird wohl Zeit für eine Spendenaktion auf GoFundMe…

Bei den Zahlen war ich etwas geschockt…

Was’n los?

Okay, machen wir erstmal einen Schritt zurück. Eins meiner gesundheitlichen Probleme heißt Craniomandibulare Dysfunktion. Das wurde 2017 diagnostiziert. Dafür bin ich extra nach Frankfurt am Main zur Zahnarztpraxis eines Professors getingelt und habe gut Geld dagelassen (knapp 4.800€ Eigenanteil in drei Jahren). Anfangs ging es da auch gut vorwärts. Mein Gebiss wurde auf Vordermann gebracht und ich bekam auf Basis eines 3D-Scans eine 24-Stunden-Schiene. Daraus entstand dann ein guter Status Quo. Die Probleme wie Schulter-/Nackenschmerzen sind zwar nicht völlig aus der Welt – auch, weil ich eine faule Sau bin und meine Übungen nicht mache -, aber mir geht es definitiv seitdem besser als vorher ohne Schiene.

Aber der Herr Professor ließ sich relativ zügig nicht mehr in meinen Terminen blicken und die Praxis wurde irgendwann an ein Konsortium verkauft. Damit ging es bergab. Ein unhöflicher Zahnarzt, Termine wo gar kein Zahnarzt da war und sogar ein Termin, wo NIEMAND da war, ohne mir vorher Bescheid zu sagen. Dabei brauchte ich letztes Jahr mal wieder eine neue Schiene und hatte anschließend immer mehr Probleme im Bereich meines unteren Zahnimplantats. Also traf ich die leichte Entscheidung, dass ich ab sofort nicht mehr nach Frankfurt zu dieser unprofessionellen Bude fahre.

Eine Runde Raubbau

Ich war dann mit meinen ganzen akuten Problemen (=Zahnschmerzen beim Essen) bei meiner regulären Zahnärztin. Doch die war ebenfalls ein wenig ratlos. Mein Gebiss ist halt leider durch die vielen Jahre Pflegelosigkeit ziemlich marode. Zähne putzen? Das machen doch nur Babys! Lysanda hat mir anschließend ein paar auf CMD-spezialisierte Praxen in der Umgebung rausgesucht. Und bei einer davon bin ich nun in Behandlung gegangen.

Zuerst mit dem stark entzündenden Zahnfleisch und einer Zahnlücke, in der ständig mein Essen hängen blieb und ich es nicht mehr herausbekam. Anschließend sprach ich das Thema CMD an und war begeistert von der Reaktion. Gut, bei der Aussicht mehrere zehntausend Euro an einem Patienten zu verdienen, wäre ich das vermutlich auch :wink: .

Scherz beiseite: Ich fand und finde gut, dass er mir einen neuen und vor allem potenziell dauerhaften Ansatz auf den Tisch gelegt hat. Fakt ist nämlich, dass mein Gebiss und mein Kiefer durch jahrelanges Knirschen ziemlich hinüber sind. Die Spitzen auf meinen Eckzähnen fehlen schon lange und die rechten Backenzähne habe ich über die Jahre so stark abgearbeitet, dass ich mich demnächst durch den Zahnschmelz gewetzt haben werde. Das wird dann so richtig schmerzhaft.

Die Lösung

Die neue Schiene ist sogar farbig.

Meine alte Schiene half zwar ein Stück weit den weiteren Raubbau an meinen Zähnen zu verhindern und diesen absoluten Tiefpunkt etwas weiter in die Zukunft zu verlagern. Aber obwohl ich sie technisch gesehen 24 Stunden am Tag trage, zog ich sie immer beim Essen aus. Dafür war sie einfach nicht ausgelegt. Und damit, erklärte mir mein neuer Zahnarzt, habe ich im Prinzip die Arbeit des restlichen Tages sofort wieder zerstört.

Der Witz meiner Schiene ist nämlich, dass sie meinen Kiefer in die richtige Position bringen soll. Ohne die Schiene passen die Zahnreihen nicht zusammen und der Körper versucht es ständig zu korrigieren. Das ist ein Grund für das Knirschen (Stress ein anderer), aber auch für die vielen Verspannungen. Wenn ich die Schiene allerdings beim Essen ausziehe – wo ja die meiste Kieferaktivität ist –, kann da nichts Nachhaltiges passieren. Klingt logisch, hat mir aber vorher noch nie jemand erzählt.
Eine Möglichkeit wäre also gewesen eine Schiene herzustellen, die ich tatsächlich den ganzen Tag tragen kann. Allerdings hatte der Zahnarzt noch einen nachhaltigeren Vorschlag, auf den ich mich freudig gestürzt habe. Ja, ich kannte zu diesem Zeitpunkt die Kosten noch nicht. Und zwar will er mein Gebiss wiederaufbauen. Also meine Zähne so gestalten, dass sie zueinander passen und damit den Zweck erfüllen, den gerade die Schiene versucht zu erfüllen.

Die Hauptarbeit werden dabei sogenannte „Veneers“ erledigen. Das sind dünne Keramikschienen, die man auf die Zähne setzt. Man kann sie ein wenig mit Fingernägelverlängerungen vergleichen. Da sie als kosmetische Leistung angesehen werden – man kann sich damit z.B. weißere Zähne machen lassen -, bezahlt sie die gesetzliche Krankenkasse nicht. Und da ich davon 25 Stück brauche, sind wir schon allein damit bei 13.000€ Arbeitseinsatz. Da wundert es nicht, dass auf der Kostenzusammenstellung unterm Strich fast 40.000€ rausfallen. Heftig, aber wenn es mir nachhaltig hilft? Frei nach einer gewissen Kreditkartenwerbung: Unbezahlbar!

Der aktuelle Status

Ich habe selbstverständlich eine Zahnzusatzversicherung. Ganz blöd bin ich dann doch nicht. Allerdings übernimmt mein aktueller Tarif nur 75% der Kosten – wären also immer noch über 8.000€ Eigenanteil. Und zum anderen muss die Versicherung die Rechnung auch bezahlen wollen.

Die echte 24-Stunden-Schiene habe ich mir nämlich direkt anfertigen lassen. Zum einen, damit es nicht noch schlechter wird. Zum anderen aber auch als Simulation, ob die Lösung mit dem Gebissaufbau wirklich helfen würde. Die Antwort nach jetzt einigen Monaten Tragezeit: Ja, das könnte tatsächlich funktionieren. Aber schon hier stellt sich gerade die Versicherung quer, Geld an mich zu überweisen. Die Schiene hat mich nämlich rund 1.400€ gekostet. Die Begründung? Das hast du nur der Schönheit wegen gemacht und es hat keinen medizinischen Zweck!

Zugegeben: Sie hatten für diese Entscheidung nur die Rechnung. Ich hoffe entsprechend, dass die zusätzlichen Unterlagen vom Zahnarzt sie noch vom Gegenteil überzeugen werden. Anschließend schlage ich dann mit der Kostenzusammenstellung für die restliche Behandlung bei ihnen auf. Drückt mir die Daumen, dass am Ende eine positive Rückmeldung kommt. Ihr könnt alternativ aber auch schonmal den Geldbeutel bereithalten :wink: .

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