Bauch alt und neu – Wehe ihr erkennt keinen Unterschied!

Die acht Wochen sind rum und die „Transformation Challenge“ unseres Fitnessstudios ist abgeschlossen. Nein, wir wissen leider noch nicht ob wir gewonnen haben (unser Trainer räumt uns aber sehr gute Chancen ein). Das steht wohl erst in 1-2 Wochen fest. Technisch gesehen haben wir außerdem noch ein EMS-Training offen weil Lyssis Unfall unseren Zeitplan durcheinander gebracht hat. Aber wir hatten am Donnerstag dennoch unsere Abschlussmessung. Das Ergebnis bei mir? 9kg weniger auf der Waage seit dem 16.03.2018! Quasi ein Kilo pro Woche – das kann sich doch sehen lassen, oder etwa nicht?

Genauer gesagt sind 6,7kg reines Fett verschwunden sowie 1,5kg Muskeln auf der Strecke geblieben (bin aber noch im Normalbereich bei der Gesamtmuskelmasse) – dabei hatte ich den ersten zwei Wochen sogar 1,1kg Muskelmasse aufgebaut! Letzteres ist natürlich schade aber lässt sich einfach nicht vermeiden. Man kann nur entweder abnehmen und dabei versuchen so viele Muskeln zu erhalten wie möglich oder eben Muskeln aufbauen. Und da meine Wampe trotz der Challenge immer noch sehr deutlich zu sehen ist, liegt aktuell die Priorität einfach auf dem „Abnehmen“ :smile: . Zumal ich mit dem aktuellen Ergebnis weiterhin hinter dem Stand vor rund einem Jahr bin (ich habe echt verdammt viele Süßigkeiten gefressen über den Winter…). Damals hatte ich zwar 90,6kg auf der Waage aber davon waren 41kg Muskeln und nur 18,5kg Fett. Aktuell bin ich bei 37,4kg Muskeln und 22,6kg Fett – nur das Taille/Hüft-Verhältnis ist wesentlich besser.

Mein Zielgewicht? Laut der InBody-Analysemaschine sollten es aktuell 77,8kg werden. Aber mir reicht es schon, wenn ich bei gleichbleibender Muskelmasse die 80kg schaffe (mein BMI-Idealgewicht liegt zwischen 69 und 88) und dann mit mehr Muskeln so auf 85kg hochgehe. Das wäre für mich vollkommen okay. Logischerweise schaffe ich das nicht, wenn ich jetzt einfach wieder ganz normal weiter esse. Deswegen werden wir (Lysanda ist auch noch 5kg von ihrem Wunschgewicht entfernt) zumindest unser Essensprogramm aktuell wie gehabt weiterfahren und im Fitnessstudio wieder auf normales Muskeltraining übergehen.

Die Hilfsmittel

Stellt sich natürlich für den einen oder anderen, die Frage wie wir das geschafft haben so viel abzunehmen (bei Lysanda waren es rund 4kg Fett). Nun, zum einen natürlich mit dem EMS-Training, was ich euch damals schon vorgestellt hatte. Nach 18 Sitzungen mit je 20 Minuten kann ich als Fazit nur sagen: Extrem Anstrengend aber prinzipiell genial und vor allem Zeitsparend. Nach den 20 Minuten war ich richtig fix und alle, hatte teilweise noch tagelang Muskelkater davon und habe trotzdem ein effektives Ganzkörpertraining gemacht.

Mit ein paar Problemen hatten wir allerdings zu kämpfen. Angefangen hat es mit den Anzügen, die recht schnell zu groß für uns wurden (vor allem im Brust- und Bauchbereich). Die nächstkleinere Version passte aber noch nicht. Ist der Anzug jedoch zu groß, verliert er bei bestimmten Bewegungen gerne mal mehr oder weniger stark den Kontakt mit der Haut. Das Ergebnis ist ein sehr unangenehmer Stromschlag. Etwas geholfen hat es uns mit Bändern zu versehen. Perfekt war die Lösung aber nicht.

Sicarius beim EMS-Training

Als dann langsam aber sich die Leistung (bei mir so ab 35%) hochgedreht wurde, kamen dann Krämpfe dazu. Vor allem im (linken) Bauch- und Armbereich hatte ich stark zu kämpfen. Ist echt nicht lustig, wenn der linke Ellbogen versucht sich zu überstrecken oder eben es einem im Bauch drückt als hätte einer reingeschlagen. Zum Glück lassen sich die Elektroden beim Easy Motion Skin-System bis zu einem gewissen Grad separat ansteuern. Sprich es lässt sich zwar nicht die Leistung für den linken Arm reduzieren aber für beide Arme zusammen während trotzdem auf den Beinen mehr Power ist. So kann man die Problemzonen herunterregeln und die Körperteile, die es aushalten, weiter großzügig stimulieren.

EMS-Fazit

Trotz der Stromschläge und Krämpfe können Lysanda und ich EMS aber wirklich nur empfehlen. Einfacher und schneller kriegt man schlicht und einfach kein Ganzkörpertraining hin. Wir würden es entsprechend auch gerne weiter einmal die Woche machen. Blöd nur, dass es zumindest bei uns im Studio mit 40 Euro pro Person und Sitzung extrem teuer ist. Allerdings wurde schon angekündigt, dass sie ein neues System kriegen bei dem der Trainer zwei Personen gleichzeitig trainieren kann (aktuell waren wir hintereinander dran). Damit müsste man zu zweit quasi nur noch die Hälfte bezahlen. Außerdem werden sie wohl den Challenge-Teilnehmern ein etwas günstigeres Angebot machen. Mal schauen.

Gleichzeitig haben wir angefangen uns selbst über EMS-Systeme zu informieren. Die Dinger aus dem Verkaufsfernsehen taugen zwar absolut nichts. Aber selbst für den Privatmenschen gibt es durchaus bezahlbare Systeme (z.B. einen Ganzkörperanzug für 1.500 Euro). Gut, das ist auf den ersten Blick trotzdem verdammt teuer (könnte ich schließlich einen neuen PC mit kaufen). Aber wenn man stattdessen jede Woche 40 Euro ans Fitnessstudio bezahlt, hat man den Kaufpreis schon in einem Jahr wieder raus.

Das Essen

Das EMS-Training ist aber freilich keine Wunderwaffe. Wenn ihr vor und nach dem Training eine Tüte Chips reinhaut, dann bringt es überhaupt nichts. Abnehmen geht schließlich immer nur mit einem Kaloriendefizit und angepasster Ernährung. Und nein, es bringt absolut nichts einfach nur eine Diät zu machen. Wir reden schon von einer echten Umstellung. Ansonsten kommt das Gewicht schneller wieder als man es verloren hat (so wie bei mir). Gleichzeitig bedeutet das aber nicht, dass man für immer und ewig auf alles Schöne verzichten soll. Am Ende des Tages (bzw. der Woche) geht es um das Gesamtbild und vor allem darum zu erkennen wie man am besten sein Gewicht hält.

Konjak-Nudeln in der Spaghetti-Variante

Für die acht Wochen haben wir uns dennoch durchaus ein härteres Sparprogramm verordnet: Mein Grundumsatz liegt bei um die 1.800kcal und um Abzunehmen, muss man darunter liegen. Also habe ich versucht nur 1.000kcal zu Essen. Natürlich könnte man theoretisch auch fasten. Aber das führt selten zum Ziel (Stichwort „Hungerstoffwechsel“), macht nur Hunger und bringt am Ende doch wieder die Kilos zurück. Stattdessen muss man die goldene Mitte finden. Gleichzeitig haben wir vollständig auf klassische Kohlenhydrate verzichtet. Zugegeben: Ich habe hier und da doch mal zu einem Stück Schokolade gegriffen – gebe ich offen zu – aber trotzdem war (und ist) meine Süßigkeitenmenge extrem reduziert. Wenn man mal über die Anfangshürde drüber ist (quasi durch den Kohlenhydratentzug), ist das auch wunderbar zu verkraften. Unser Körper ist ein echtes Anpassungswunder.

Kein Hunger

Was habe ich also so an einem Tag gegessen? Nun, das Frühstück lasse ich schon etwas länger aus. Zum Mittagessen gibt es dann ca. 150g mageres Fleisch (Pute oder Hähnchen) mit 200g gemischtem Gemüse (Blumenkohl, Brokkoli und Brechbohnen). Abends dann wieder maximal 200g mageres Fleisch und entweder wieder Gemüse oder – was wir ganz neu entdeckt haben – Konjaknudeln (auch als Shirataki bekannt). Wer hat’s erfunden? Wie immer die Japaner. Das sind Nudeln, die haben quasi gar nichts. 200g enthalten 12kcal aus Ballaststoffen. Keinerlei Kohlenhydrate, Fett oder sonst irgendwas. Schmecken natürlich entsprechend grundsätzlich erstmal nach nicht viel. Aber als Beilage (ich bin ja sowieso der Pastafan) oder mit einer schicken Hackfleischsoße absolut praktisch (aber nicht ganz billig). Und das wars. Ich hatte keinen Hunger und war mit diesem Essen trotzdem immer gut an oder sogar unter meinen 1.000kcal am Tag.

Bis wir bei unserem Zielgewicht angekommen sind, werden wir das im Großen und Ganzen so beibehalten. Zwar packe ich jetzt auch mal ein Schweinesteak mit rein aber trotzdem weiterhin hauptsächlich Low Carb, möglichst um die 1.000kcal und maximal einmal in der Woche eine Art „Cheatday“ (Essen was man will). Letzteres ist nicht nur gut für die Psyche, sondern hilft dabei den Stoffwechsel „zu verarschen“, damit er nicht anfängt runterzudrehen.

Und damit war es das für diese Woche. Bis nächsten Montag – dann hoffentlich mit 87kg auf der Waage? :smile:

Die Lugol’sche Lösung

Kennt ihr das noch? Ihr ward bei Oma als Kinder im Urlaub, seid beim Spielen hingefallen und hattet anschließend eine kleine Schürfwunde. Was hat Oma dann getan nachdem sie euch getröstet hat? Komisches braunes Zeug draufgepackt, das ganz schön gebrannt hat. Was das war? Jod (eigentlich Iod) – ein Spurenelement, bei dem sich eigentlich ausnahmsweise mal alle einig sind, dass es essentiell ist und quasi von jedem Organ im Körper benötigt wird.

Am bekanntesten ist sicherlich die Schilddrüse, die ohne Jod nicht die Hormone Tirjodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4) bilden kann. Gleichzeitig erfüllt es aber auch seine antibakterielle Wirkung im Körper, reinigt das Blut und hilft bei der Entgiftung von Halogenen und Schwermetallen. Zusätzlich ist Jod eines der vielen Antioxidantien und hilft bei der Regulation vieler Stoffwechselprozesse in den Zellen. Bei Oma wurde es hingegen vor allem in seiner Eigenschaft als Desinfektionsmittel eingesetzt.

Historie

Die Theorie ist, dass wir ubs im Laufe unserer Evolution sehr viel vom Meer ernährt haben (Seetang hat viel Jod) und erst dadurch zum Menschen wurden. Es gibt Nachweise durch Ausgrabungen, dass es schon vor 15.000 Jahren als Heilmittel genutzt wurde – damals als Bestandteil von Seetang.

Richtig entdeckt wurde es erst 1812 in Frankreich. Damals befand sich Napoleon im Krieg mit Russland. Dafür wurde viel Schießpulver gebraucht, was wiederum aus Salpeter und Kaliumcarbonat besteht. Letzteres wurde aus Holzasche gewonnen aber so langsam gingen dem Heer die Bäume aus. Stattdessen hat man angefangen getrocknete Algen zu verbrennen, schließlich gab es von denen an den Küsten Frankreichs mehr als genug. Als der Chemiker Bernard Courtois dann eines Tages nach dem Verbrennen von Algen seinen Kessel reinigte, fand er am Boden ein violettes Pulver: Jod (vom altgriechischen loeides = violett).

Mischform

Seinen Siegeszug trat Jod aber nicht als Feststoff an, sondern in Form einer Lösung. Die bekannteste ist die Lugol’sche Lösung (die es mittlerweile auch als Tablette gibt), die 1829 vom französischen Arzt Jean Lugol erfunden wurde. Sie besteht aus elementaren Jod und Kaliumjodid in einem Verhältnis von 1:1,5. Anschließend wurde sie nicht nur als Antiseptikum (Desinfektionsmittel), sondern im Prinzip gegen jedmöglich denkbare Krankheit eingesetzt. Sicherlich nicht immer mit Erfolg dennoch überraschend häufig.

Wie schon im Eintrag über das Speisesalz geschrieben, braucht unser Körper auch zwingend beide Formen von Jod, weil unsere Organe wählerisch sind. Während bspw. die Schilddrüse vorzugsweise Jodid haben möchte, stehen die Brüste mehr auf das elementare Jod. Deswegen wird beim Speisesalz auf Jodid gesetzt, weil es dabei um die Vermeidung von Struma (Kropf) geht – eine Schilddrüsenkrankheit. Lange Zeit bestand die Überzeugung, dass nur die Schilddrüse Jod benötige. Schuld daran war der Tod des deutschen Chemikers Eugen Baumann. Ein absoluter Experte auf dem Jod-Gebiet, der 1895 entdeckte, dass Jod in der Schilddrüse vorkommt. Leider konnte er aus oben genannten Grund seine Forschung nicht fortsetzen und so wurde seine Entdeckung lange Zeit völlig falsch interpretiert (Jod = Schilddrüse = sonst nirgends im Körper).

Das Ergebnis ist, dass die deutsche Gesellschaft für Ernährung zwar einen Tagesbedarf für Erwachsene von 200µg Jod angibt. Aber dabei handelt es sich nur um das, was die Schilddrüse verbraucht. Der Bedarf aller anderen Organe in unserem Körper ist hier nicht berücksichtigt. Der tatsächliche Tagesbedarf dürfte entsprechend eher zwischen 6,5-12mg liegen. Das hat noch niemand so richtig erforscht. Und doch: Selbst den DGE-Wert dürften die wenigsten unter uns tatsächlich erreichen. Wieso ist das so?

Woher?

Diese Sprotten haben bestimmt noch nie Jod gesehen

Jod bringt der normale Mensch vermutlich mit zwei Sachen in Verbindung: Speisesalz und Fisch. Und tatsächlich sind bspw. in 5g jodiertem Speisesalz ab Werk zwischen 75 bis 125 µg. Also einfach 10g Salz am Tag essen und alles ist gut? Da kommt sich die DGE selbst in die Quere, schließlich ist deren Empfehlung maximal 5g Salz am Tag. Außerdem ist Jod eine flüchtige Substanz. Sobald ihr die Salzpackung geöffnet habt, beginnt es daraus zu entfliehen und wenn ihr damit kocht, wird der Prozess sogar noch beschleunigt. Wie viel Jod damit tatsächlich im Salz enthalten ist, ist ungewiss. Bei tierischen Produkten ist es hingegen das Problem, dass diese Jod gegessen haben müssen, um es in sich zu tragen. Das wäre bei Fisch beispielsweise nur bei Wildfisch der Fall, weil er sich von Algen ernährt – aber der hat seine ganz eigenen Probleme (Stichwort Quecksilberbelastung und Mikroplastik). Ansonsten können noch 100g Feldsalat 35µg Jod enthalten, wenn er auf entsprechend jodreichem Boden gewachsen ist. Ansonsten kommen alle anderen Arten von Gemüse und Obst über magere 20µg nicht hinaus.

Bevor wir aber dazu kommen, wie man seinen Jod-Bedarf decken könnte, stellt sich erst einmal die Frage: Warum kannte Oma noch Jod als Hausmittel (und nicht nur als Notfallmedikament bei nuklearen Angriffen), die Generationen seitdem jedoch nicht mehr? Schlimmer noch: Man liest sogar von Zwangsjodierung und bekommt Angst vor dem essentiellen Spurenelement Jod gemacht.

Noch mehr Historie

Alles begann 1948 als ein gewisser Dr. Jan Wolff mit seinem Kollegen Lyon Chaikoff den Wolff-Chaikoff-Effekt entdeckte. Die hatten ein Experiment mit Ratten gemacht, denen sie eine hohe Dosis Jod verpassten. Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass eine hohe Menge Jod die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen würde. Dieses wurde nie richtig belegt aber auch nicht hinterfragt. Frei nach dem Motto „Neue Erkenntnisse sind besser als alte“, erhielt Jod so den Stempel „Zu viel Jod ist schädlich für die Schilddrüse“ (Tolle Erkenntnis: Alles ist in zu hoher Dosierung schädlich – sogar Wasser). Zusammen mit der Einführung von alternativen Desinfektionsmitteln und anderen Medikamenten führte dies dazu, dass Jod aus der Schulmedizin praktisch bis 2005 vollständig verdrängt wurde. Auch Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis (eine Schilddrüsenkrankheit) wurde immer erzählt, dass sie Jod unter allen Umständen vermeiden müssen, weil es angeblich den Krankheitsverlauf beschleunigen würde.

2005 hat ein gewisser Dr. Guy Abraham dann endlich (wieder) nachgewiesen, dass die Furcht vor anorganischem, nicht radioaktivem Jod völlig unbegründet ist. Man ist also auf den Stand vor 1948 zurückgegangen, schließlich hat man es davor wie oben erwähnt für quasi alles eingesetzt. Seitdem muss Jod erst mühselig wieder seinen Weg zurück in den Medizinalltag finden (in Deutschland wie immer noch langsamer als anderswo). Der 1. Deutsche Jod-Kongress fand beispielsweise erst Anfang des Monats statt.

Aber auch außerhalb der Schulmedizin hat Jod einen schweren Stand. Schuld daran ist das Buch Die Jod-Lüge – Das Märchen vom gesunden Jod der Autorin Dagmar Braunschweig-Pauli, die damit die Verschwörungstheorie von der Zwangsjodierung geprägt hat. Kurz zusammengefasst, leidet die gute Frau an einem Schilddrüsentumor (autonomes Adenom) und hat in dem Zusammenhang mit Jod GANZ schlechte Erfahrungen gemacht. Statt jedoch anständig darüber zu recherchieren – den diese Art von Tumor verträgt sich tatsächlich nicht mit Jod – hat sie eine ganze Generation verrückt gemacht. Ein weiterer Grund, warum sich die Jod-Revival-Tour in Deutschland so schwer tut.

Gegenspieler

Neben Quicksilber und Blei, entsorgt Jod auch Bromid und Fluorid aus dem Körper. Moment?! Fluorid? Gibt es nicht Jodsalz mit Fluor?! werdet ihr jetzt vielleicht einwerfen. Und ja, das gibt es tatsächlich und ist absoluter vollkommener und totaler Schwachsinn, weil Jod und Fluor Gegenspieler sind. Das Fluor besetzt speziell die Jod-Rezeptoren in der Schilddrüse. Dadurch wird das Jod einfach wieder vom Körper ausgeschieden.

Jod-Pflichtlektüre

Brom hat den gleichen Effekt auf die Jod-Aufnahme, kann mit ausreichend Jod aber vertrieben werden. Problematisch ist, dass wir mit Brom wesentlich mehr unwissentlich in Kontakt kommen als mit Fluor was hauptsächlich in Zahnpasta und Salz enthalten (und ausgewiesen) ist. Brom eignet sich sehr gut als Flammschutzmittel bei Möbeln oder Wärmedämmung. Welche Varianten in der EU mittlerweile verboten sind, konnte ich ehrlich gesagt nicht richtig herausfinden. Aber die Richtlinie ist noch nicht so alt. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihr noch was in eurem Haus/Wohnung stehen habt, was fleißig Brom über die Luft an euch abgebt.

Eigenverantwortung

Mehr Mut zum Jod ist quasi das Fazit, womit wir wieder bei unserer Frage sind: Wie können wir unseren Jod-Bedarf eigentlich decken? Grundsätzlich ist es wichtig sich bei diesem Thema vernünftig zu informieren, denn Jod setzt bei zusätzlicher Einnahme unter anderem stillgelegte Entgiftungsprozesse wieder in Gang. Jod ist dementsprechend ein Thema, welches ein hohes Maß an Eigenverantwortung erfordert, weil die Reaktion des Körpers so unterschiedlich ist. Eine konkrete Empfehlung der Menge können wir daher nicht geben. Auch euer Arzt kann euch hier keine Therapie vorgeben, denn in Deutschland ist Jod in den Regulatorien noch immer als Gefahr definiert. Selbst wenn er das korrekte Wissen zu Jod besitzt, setzt er mit einer höheren Empfehlung als 200µg seinen Beruf aufs Spiel.

Das ist vermutlich der Hauptgrund warum es in Deutschland nur so wenige Bücher zu dem Thema gibt. Das umfangreichste und fundierteste Werk ist Die Jodkrise der Amerikanerin Lynne Farrow. Sie ist eine ehemalige College-Professorin und Journalistin, die selbst an Brustkrebs erkrankte und darüber Jod entdeckte. Heute ist sie die Direktorin von Breast Cancer Choices. Der zweite, nicht ganz so umfangreiche Titel ist Jod. Schlüssel zur Gesundheit von Kyra und Sascha Kauffmann, beide deutsche Heilpraktiker die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen. Und wer nicht gleich Geld in die Hand nehmen will, findet bei Sott.net eine umfangreiche Zusammenfassung zum Thema Jod.

Wie viel Jod tatsächlich in eurem Körper ist, lässt sich übrigens nicht anhand eines Bluttests nachweisen. Man kann zwar den Jod-Wert bestimmen lassen, aber das ist wieder nur die halbe Wahrheit. Richtig aussagekräftig ist nur der Jodbelastungstest oder auch Jodsättigungstest genannt. Dafür nehmt ihr morgens 50mg Jod (Tabletten) und sammelt anschließend 24 Stunden lang euren Urin. Anschließend wird geschaut wie viel von den 50mg Jod drin sind, denn ihr wisst ja: Was der Körper nicht braucht, schmeißt er wieder raus. Man geht davon aus, dass bei einer Sättigung ca. 90% der 50mg wieder im Urin zu finden sind (der Rest nimmt der Darm auf). Sind es weniger, hat sich euer Körper total über das Jod gefreut und entsprechend einen mehr oder weniger starken Mangel.

Unser Vorgehen

Wir selbst nutzen Jod in Form der Lugol’schen Lösung (5%), haben uns aber auch gleichzeitig an die Regeln in den oben genannten Büchern gehalten und uns um die Unterstützung unserer Entgiftungsfunktionen gekümmert. Gut, das stimmt nicht ganz: Ich habe am Anfang etwas geschlampt und lag deswegen letztes Jahr zu Ostern ein paar Tage flach wegen besagter Entgiftungssymptome. Seit diesem Fehlstart kann ich Jod problemlos einnehmen. Gleichzeitig nutzen wir Jod auch hin und wieder in Diffusern, um damit die Luft im Haus und im Büro zu desinfizieren. Das hilft nicht nur bei meinem Asthma, sondern auch bei Erkältung (oder gegen Kollegen mit Erkältung, die trotzdem im Büro sitzen).

Das Kalorienzählen geht wieder los

Ja, ich gebe es offen zu: Ich bin wieder etwas dicker geworden. Und nein, es sind leider keine Muskeln. Im Gegenteil haben die seit der letzten Messung vergangenes Jahr tatsächlich abgenommen. Vermutlich, weil ich einige Monate lang hauptsächlich Kurse besucht und wenig „richtiges“ Krafttraining gemacht habe. Gleichzeitig habe ich mir offensichtlich wieder mehr Fett angefressen. Warum kann ich Schokolade auch überhaupt nicht widerstehen?! So komme ich logischerweise nicht endlich mal auf mein Normalgewicht.

Naja, die nächsten zwei Monate wird auf jeden Fall mal wieder intensiv dem Fett zu Leibe gerückt. Nein, wir haben keinen neuen Abnehm-Präventionskurs (Rückenschule steht im 1. Halbjahr an). Unser Fitnessstudio führt stattdessen eine „Transformation Challenge“ durch. Acht Wochen lang Intensivtraining mit 20 Personal-Trainer-Einheiten (à 20 Minuten) mit Elektro-Myo-Stimulationstraining (erkläre ich gleich), Ernährungsberatung (Stichwort „Kaloriendefizit“), alle zwei Wochen eine InBody-Analyse und die Chance 6 Monate beitragsfrei zu gewinnen, wenn man das Team mit der besten „Transformation“ am Ende ist. Ist nicht ganz billig die Angelegenheit mit 400€ pro Person (plus natürlich dem normalen Mitgliedsbeitrag) aber einzeln kostet die enthaltene Leistung wesentlich mehr. Außerdem sind Lysanda und ich durchaus frustriert damit, dass es bei mir nur maximal nach oben geht und bei ihr nur Stillstand herrscht. Also haben wir die Chance ergriffen mit zu machen – auch wegen der Möglichkeit mal EMS zu testen.

Training im Blaumann

Die Menschheit ist vermutlich schon immer auf der Suche nach der Wunderkur fürs Abnehmen. Am liebsten will man einfach auf der Couch liegen und dabei alle Chips-Kalorien gleich wieder verbrennen, die man dabei in sich reinstopft. Dass man hierfür auf Strom setzt, um die Muskeln zu stimulieren, ist nichts Neues und wird vor allem auf den unzähligen Shopping-Kanälen gerne als ultimatives Sportgerät verkauft (ohne echte Wirkung versteht sich). Strom zur Stimulation der Muskeln kommt aber tatsächlich beispielsweise bei Bewegungstherapien schon seit den 50igern zum Einsatz. Unser Gehirn macht technisch gesehen schließlich nichts anderes, wenn es Signale durch den Körper sendet insofern kann man sich das durchaus zu Nutzen machen.

„Mittlerweile“ (sind schon wieder ein paar Jahre) gibt es eine professionelle Sportvariante von EMS, die in die gleiche Kerbe schlägt und von immer mehr Fitnessstudios angeboten wird bzw. es gibt sogar Läden, die nur das machen. Bei uns kommt die Variante von EasyMotionSkin zum Einsatz. Dafür zieht man einen tollen, hautengen blauen Anzug an, der vollgestopft ist mit Elektroden. Über ein Tablet steuert euer Trainer diese aus der Ferne an und gibt auf die einzelnen Körperbereiche mehr oder weniger Strom während ihr euer normales Training durchführt. Das lastet die Muskeln vollständig aus und soll dadurch bis zu doppelt so viele Kalorien verbrauchen bzw. die 20 Minuten Training sollen so intensiv sein wie 1 1/2 Stunden ohne. Das Body Culture führt die Challenge wohl auch deswegen durch, um genau dazu mehr Erfahrungen zu sammeln.

EasyMotionSkin Promobild – Wir sehen (noch) nicht so fit aus :)

Kann natürlich nicht ganz ungefährlich sein, schließlich bekommt ihr technisch gesehen niederfrequente Stromschläge verpasst (vorher viel trinken und beim Warm machen ordentlich den Anzug vollschwitzen!). Außerdem wird bei EMS noch mehr als bei normalem Muskeltraining Creatin-Kinase im Körper produziert, was wiederrum zu einer Überlastung der Nieren führen kann, wenn man nicht gleichzeitig genug trinkt (=Entgiftung). Aber wir vertrauen erst einmal darauf, dass unser Trainer weiß was er tut und uns nicht zu Tode schockt. Damit schafft er schließlich kein Gewinnerteam :smile: . Für Gesunde und wenn man es nicht übertreibt (eben wie bei uns nur 2x pro Woche je 20 Minuten) soll es grundsätzlich aber nicht nur unbedenklich, sondern auch tatsächlich wirksam sein.

Das 1. Training

Vergangen Samstag hatten wir unsere erste EMS-Trainings-Einheit und ich muss sagen: Es war verdammt hart. Ich hab‘ ja schon meine Probleme mit dem funktionalen Training ohne noch zusätzlich Stromschläge zu bekommen. Das war aber definitiv noch einmal eine ganz andere Hausnummer obwohl bei mir die Elektroden „nur“ mit 25-30% Leistung arbeiteten während ich meine Kniebeugen, Liegestütze und dergleichen machen musste. Im ersten Moment fühlt es sich das Kribbeln so an, als würde einem der gesamte Körper einschlafen. Lysanda konnte sogar ihre Arme nicht mehr bewegen, weil sich bei ihr die Muskeln bei der Stimulation so angezogen haben. Die ist übrigens nicht dauerhaft, sondern kommt in Intervallen (bei uns waren es 6 Sekunden). Keine Ahnung, ob es das wirklich besser macht. Für mich fühlte sich genau dieser Moment wo der Strom kommt bzw. wieder verschwindet fast noch schlimmer an als die eigentliche Flussphase.

Die ganze Sache ist schon beim Stillstehen anstrengend, komisch und ja etwas unangenehm aber zumindest für mich nicht schmerzhaft. Nur als die Bauchelektrode bei einer Übung den Körperkontakt verlor, hab‘ ich einen kurzen Krampf bekommen. Ging danach gleich wieder aber sich dabei auch noch auf seine Übungen zu konzentrieren bzw. eigentlich eher zu zwingen diese durchzuführen ist entsprechend nochmal eine zusätzliche Herausforderung. Ich hoffe wirklich, dass das mit der Zeit etwas erträglicher wird :smile: . Während ich diese Zeilen schreibe habe ich auf jeden Fall einen mörderischen Muskelkater (vor allem in meiner Problemzone, der rechten Schulter) und heute haben wir schon die zweite Trainingseinheit. Aber wenn es am Ende tatsächlich was bringt, dann quäle ich mich selbstverständlich gerne. 17 Kilo Fett bauen sich leider nicht einfach so von selbst ab wie sie aufgebaut wurden. Und gewinnen wollen wir die Challenge selbstverständlich auch.

Mal schauen, ob wir das Schaffen. Drückt uns die Daumen und natürlich werde ich euch über das Ergebnis informieren!

Überall Kalkflecken!

Habt ihr euch schon einmal über euer Trinkwasser Gedanken gemacht? Bitte? Ihr trinkt nur Bier/Cola/Kaffee/Tee/etc.? Pech: Da ist nicht nur auch Wasser drin – es ist höchstwahrscheinlich sogar stinknormales Leitungswasser. Zum Glück ist das in Deutschland grundsätzlich erst einmal kein Problem, denn unser Leitungswasser unterliegt strengen Kontrollen mit regelmäßigen Prüfungen gemäß der Trinkwasserverordnung (ganz frisch aktualisiert auf Basis der EG-Trinkwasserrichtlinie) und gehört mit zu den besten der Welt. Es spricht also erst einmal absolut nichts dagegen es zu trinken.

Freilich würde ich nicht diesen Eintrag schreiben, wenn es kein „aber“ dazu gäbe: Einige Grenzwerte der deutschen Trinkwasserverordnung sind immer noch höher als in der EU-Richtlinie und sie beziehen sich auf ein ganzes Jahr. Sprich wenn mal an einem Tag der Wert etwas (oder auch signifikant) höher ist, dann wird das einfach ignoriert, wenn es am nächsten Tag wieder okay ist. Ach und wenn der Grenzwert doch mal länger überschritten wird, dann kann es passieren, dass man diesen einfach etwas nach oben korrigiert statt das ursprüngliche Problem zu beheben – siehe das Thema Nitratbelastung. Und dann gibt es noch das Problem, dass zwar viel gefiltert, analysiert und so wird – aber eben nur das, was vorgeschrieben ist. Das sind in Deutschland etwa 200 Werte. Mittlerweile sind aber über 2000 möglich. Somit fallen bei der Aufbereitung so lustige Sachen wie Medikamentenreste oder irgendwelche Hormone gerne durch das Raster.

Das andere Wasser

Also doch lieber das künstlich angereicherte Tafelwasser oder die zig natürlichen Mineralwässer unterschiedlichster Preisstufen kaufen? Tatsächlich nein. Unser Leistungswasser ist zwar regional sehr unterschiedlich in seinen Inhaltsstoffen und damit auch seinem Härtegrad (wir haben hier extrem kalkhaltigen Kram) aber Deutschlandweit ziemlich sauber und – das ist das eigentlich paradoxe – strenger kontrolliert als das Wasser, was ihr im Laden kaufen könnt. Achtet beispielswiese beim nächsten Kauf mal darauf welche Angaben auf der Flasche stehen (es sind sehr wenige) und von wann diese Angaben sind. Sind diese z.B. von 2001 (sollte das Datum überhaupt draufstehen), kann man trotz dem Hinweis „Bestätigt durch laufende Kontrollanalysen“ tatsächlich davon ausgehen, dass das noch passt? Ich weiß es nicht.

Dass Leitungswasser nicht jedem schmeckt ist vermutlich ein Grund dafür, warum viele von uns lieber Kistenschleppen und einen Haufen Geld für abgepacktes Wasser ausgeben. Zumindest war es mein Grund. Mir schmeckt das 08/15-Leitungswasser auch nicht.

Inhaltsangaben Gerolsteiner

Aber der Geschmack ist freilich nicht der einzige Grund. Okay: Tafelwasser ist die größte Verarsche, da es sich bekanntlich nur um Leitungswasser mit Zusatzstoffen handelt. Wer das kauft, kann definitiv auch einfach aus dem Hahn trinken. Natürliches Mineralwasser ist allerdings durchaus ein etwas anderes Thema. Das kommt – wie der Name schon sagt – aus einer eigenen Quelle. Die geht zwar technisch gesehen auch irgendwann ins Leitungswasser über, aber sie wird vorher abgezapft, um die natürlichen Mineralien zu erhalten, die beim Fließen durch das Gestein mit aufgenommen werden. Und was haben wir im Laufe der ganzen Körpertuning-Einträge gelernt? Mineralen sind super!

Zweierlei Ansichten

Mit oder ohne Zusatzstoffe – das ist eine der großen Glaubensfragen beim Trinkwasser. Grundsätzlich würde man ja davon ausgehen, dass es super ist, wenn im Wasser viel Magnesium, Calcium und so drin ist. Schließlich wollen wir das doch in unserem Körper haben und Wasser trinken statt Nahrungsergänzungsmittel einzuwerfen – da brauchen wir gar nicht erst drüber zu diskutieren. Ja, ne leider gehen da die Meinungen tatsächlich auseinander. Also es bestreitet keiner, dass die Mineralen im Wasser grundsätzlich gut für den Körper sind. Die Diskussion geht in eine andere Richtung:

Stellen wir uns das Wasser mal als einen LKW vor und die Mineralien als Ladung. Jetzt fährt der LKW durch unser Verdauungssystem und will seine Ladung abladen. Leider sind die Mineralien im Wasser zu groß und damit nicht „bioverfügbar“ – sprich sie passen nicht in den Briefkasten (kennen wir alle, dieses Problem…). Also nimmt er seine Ladung wieder mit obwohl er eigentlich eine neue Ladung aufnehmen sollte: Die Giftstoffe in unserem Körper. Entgiftung ist – wie schon mehrfach in diversen Einträgen erwähnt – nämlich neben dem Transport die Hauptfunktion von Wasser in unserem Körper.

Nun ist die Argumentation, dass „leeres“ Wasser (gefiltertes, reines Wasser ohne jedwede Inhalts- oder Zusatzstoffe) besser seine Funktion erfüllen kann als Mineralwasser. Um beim Beispiel zu bleiben: Kommt der LKW ohne Ladung an, kann er auch etwas mit nach draußen nehmen als wenn er schon voll ankommt. Ob das aber wirklich so ist, das weiß niemand so recht bislang. Dennoch folgen Lysanda und ich seit Mitte letzten Jahres diesem Ansatz. Aus zwei Gründen:

Der Geldbeutel

Unabhängig von der Theorie des leeren Wassers, macht es Ökonomisch tatsächlich absolut keinen Sinn natürliches Mineralwasser zu kaufen – und das sage ich als jemand, der erst seit ein paar Monaten darauf verzichtet Kisten voller Glasflaschen durch die Gegend zu schleppen. Glasflaschen deshalb, weil zwar immer mal wieder jemand behauptet, dass Plastikflaschen völlig ungefährlich wären und von den Weichmachern und sonstigen Kram nichts in den Inhalt dringen würde. Aber geglaubt habe ich das noch nie. Schon allein, weil ich tatsächlich den Unterschied schmecke zwischen Wasser aus einer Plastik- und einer Glasflasche. Außerdem kann man sie gefühlt länger offen stehen lassen als Plastikflaschen, bevor sie ganz wie Arsch und Friedrich schmecken (=nach nichts).

Ein Sprudelmacher

Zuletzt waren es durchschnittlich 30 Euro pro Monat (ohne Fahrtkosten und dergleichen), die wir in natürliches (Sprudel-)Mineralwasser investierten, da wir selbstverständlich auch hier angefangen hatten auf die Inhaltsstoffe zu schauen. Sprich wir haben die teuren Sachen beispielsweise von Gerolsteiner (1,10 bis 1,20 Euro pro 1 Liter Glasflasche) gekauft. Aber die Menge an Mineralien, die darin enthalten sind, ist immer noch verschwindend gering und nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mal ganz abgesehen davon, dass auch im Leitungswasser Mineralen enthalten sind (siehe Trinkwasseranalyse). Somit fiel der Hauptgrund für das teure Wasser weg.

Auf meinen Sprudel wollte ich aber natürlich trotzdem nicht verzichten. Deswegen steht bei uns in der Küche stattdessen ein SodaStream (129 Euro), der sich auch durchaus zügig amortisiert (im Gegensatz zu dem anderen Ding, zu dem ich gleich noch komme). Die einzigen laufenden Kosten des Geräts, ein neuer Gas-Zylinder (reicht für 60 Liter – je nachdem wie spritzig ihr euer Wasser haben wollt), kostet uns 7,50 Euro. Daraus ergeben sich nicht nur günstige 0,13 Euro pro Liter (plus die 0,15ct für das Leitungswasser – hatte ich schon erwähnt, dass Wasser in Deutschland extrem billig ist?!), sondern auch noch wesentlich weniger Rückenschmerzen :smile: . Bringt aber natürlich alles nichts, wenn euch grundsätzlich das Leitungswasser nicht schmeckt. Daran ändert auch der Sprudel nichts. Da braucht es noch eine weitere Sache:

Die Filterung

Geld sparen ist eine Sache, besser zu kontrollieren was ich in mich reinschütte eine andere. Der Grund, warum manchen Leitungswassers nicht so gut schmeckt, sind nämlich schlicht die Inhaltstoffe. Und wie oben erwähnt, gibt es trotz der guten Filteranlagen und ständigen Analysen immer noch viel Zeugs, dass durchrutscht und wir nicht haben wollen. Nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus praktischen Gründen: Hat mein Wasser weniger Kalk, muss ich mich beispielsweise weniger am Wochenende damit beschäftigen die Toilette zu reparieren, weil der Schwimmer verkalkt ist…bitte? Ich würde aus Erfahrung sprechen? Ja, ganz aktuelle Erfahrungen aber darum geht es heute nicht. Stattdessen kommen wir zum Thema „Filtersysteme“.

Da kann man erst einmal in drei Arten unterscheiden: Die Hausosmoseanlage, die lokale Osmosanlage und die Filterkanne. Aber dann gibt es freilich noch Unterschiede darin, was das jeweilige Filtersystem überhaupt herausfiltert. Einen Hausfilter haben wir beispielsweise grundsätzlich erst einmal alle. Aber die filtern normalerweise nur den groben Dreck raus. Kalk & Co. kommen da einfach durch. Je nach Geldbeutel gibt es aber natürlich noch mehr, was so ein Ding filtern kann und dadurch in den Rang einer Osmoseanlage aufsteigt. Vorteil ist, dass dadurch an jedem Wasserhahn das saubere Wasser zur Verfügung steht. Aber sowas kann man natürlich nur im eigenen Haus einbauen, muss man sich erst einmal leisten können und die beste Filteranlage bringt nichts, wenn von dort aus die weitere Verteilung beispielsweise über alte Kupferrohre geht (wie bei uns).

Unsere Osmoseanlage

Lokale Filteranlagen versorgen, wie der Name schon sagt, nicht das ganze Haus. Stattdessen haben sie meist irgendwo ihren eigenen Wasserhahn oder stehen einfach auf dem Tisch und aus den normalen Hähnen kommt weiter das normale Leitungswasser.

Bei den Filterkannen dürfte der Brita Wasserfilter wohl der bekannteste sein. Er filtert unter anderem Kalk und Chlor aus dem Wasser heraus aber eben nur das. Außerdem leidet er noch mehr als andere Filteranlagen darunter, dass man zwingend regelmäßig (hier mindestens einmal im Monat) den Filter wechseln muss. Macht man das nicht, wird das Wasser noch schmutziger als vorher (weil sich die Sachen wieder aus dem Filter lösen).

Vorteil aller Osmoseanlagen und Filterkannen: Selbst durch die Grundfilterung von Kalk und Chlor verändert sich schon der Geschmack zum Positiven hin. Entsprechend ist die perfekte Kombination so ein Ding plus ein Sprudelmacher (falls man Sprudel braucht), um keine Gründe mehr zu haben kein Leitungswasser zu trinken.

Unsere Entscheidung

Eine Osmoseanlage für das ganze Haus ist natürlich schon eine super Sache. Aber wie bei uns hat es wie gesagt keinen Sinn gemacht. Deshalb haben wir uns am Ende für die artesia24 Natur pur von Hpreiss entschieden. Das Ding ist nicht ganz billig (vierstellig abhängig davon welche Filter ihr alle drin haben wollt plus 109 Euro einmal im Jahr für ein Filterset zum Tauschen) aber langfristig aus unserer Sicht die bessere Investition als ein Kannenfilter oder eben Getränkekisten kaufen, weil es mit seinen bis zu 8 Bearbeitungsstufen schon so einiges macht. Sediment-Filter (Sand, Rost, etc.), Kohle-Filter (Chlor, Pestizide, Schwermetalle, etc.), Kationenhart-Filter (Entkalkung), Qualitäts-Membrane (das Wasser wird da durchgedrückt, um auch die letzten Reste rauszupressen), Post-Mineralen-Filter (verändert den ph-Wert des Wasser auf neutral), Membran-Steril-Filter (tötet >99,99% aller Keime und Bakterien im Wasser – den wir aber nicht haben, weil die Leitungswege übersichtlich und die grundsätzliche Keimbelastung des Wassers sehr niedrig ist) sowie ein Aktivator und einen Wasservitalisierer.

Aktivator & Vitalisierer

Die ersten drei Filterstufen klingen noch logisch genauso wie der Steril-Filter, aber ab der Membran gehe ich davon aus, dass ein paar von euch angefangen haben mit dem Kopf zu schütteln. Wobei das mit dem ph-Wert durchaus erwiesen ist. Deswegen soll man eigentlich zum Essen kein Wasser trinken, weil der Magen zur Verdauung einen anderen ph-Wert braucht (hier ist z.B. Cola tatsächlich besser oder eben 30 Minuten lang nichts). Aber der Aktivator (eine Energiespule mit Mäanderführung), der Mikroverwirbelungen im Wasser erzeugt und es energetisiert? Klingt nach reichlich Blödsinn. Was es genau bringt, kann ich auch nicht sagen. Aber die Demonstration war durchaus imposant: Ein Glas Essig (Zitronenessig hatten wir da), sah trüb aus und schmeckte sauer. An diese Spule gehalten: klar und weniger sauer. Glas an die nächste Steckdose gehalten: Sofort wieder trüb und sauer. Echt krass. Den Test gab es auch mit schwarzem Tee mit dem Ergebnis, dass der Tee mit dem Spulenwasser heller war und schmeckte besser.

Beim Vitalisierer mit Neodym-Permanentmagneten geht es zum einen darum, dass Wasser mit negativen Ionen nach Dr. Earl Mindell anzureichern, was eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben soll. Zum anderen soll das Wasser durch Mineralerde und Bergkristalle bioenergetisch aktiviert sprich lebendiger werden (Stichwort Bovis-Einheiten). Wer mit Edelsteinen im Wasser hantiert, macht im Prinzip das Gleiche. Alle anderen werden den Sinn und Zweck sicherlich in Frage stellen. Die Hpreiss-Anlage hat auch den Vorteil, dass sie einen 7-Liter-Tank im Inneren hat. Aus dem Hahn kommt also anständig Wasserdruck und man kann erst einmal einiges abfüllen, bevor er wieder auftanken muss (was aber auch ziemlich fix geht, muss ich sagen).

Das Ergebnis dieser ganzen Investitionen ist, dass ich zumindest Zuhause das Leitungswasser aus der Osmoseanlage anstandslos und gerne trinke. Und wir benutzen es freilich auch für alles andere. Sprich Kochen und Blumen gießen. Normales Leitungswasser verwenden wir nur noch beim Waschen, Spülen und solche Sachen.

Vor langer, langer Zeit im Eintrag über Vitamin C hatte ich zwei Begriffe verwendet, die ich euch fieser Weise dort nicht weitere erklärte: Freie Radikale und Antioxidantien. Nicht nur wenn man sich mit Nahrungsergänzungsmitteln beschäftigt, tauchen die beiden Sachen immer und immer wieder auf. Deswegen gehen wir auf heute mal ein wenig darauf ein obwohl ich damals in der Schule immer nur 4er und 5er in Chemie hatte…

Die armen Radikalen

Das freie Radikal (Balu) will an das Elektron (Nica)

Fangen wir mit den freien Radikalen an. Was nach einem erfrischend ehrlichen Parteinamen klingt, sind in der Realität sauerstoffhaltige Moleküle. Sie entstehen bei den üblichen Stoffwechselprozessen in eurem Körper quasi als „Abfallprodukt“. Es handelt sich um äußerst instabile, chemische Strukturen, denen ein Elektron fehlt, um wieder vollständig zu werden. Ein einfaches Beispiel wie so ein freies Radikal entsteht ist H2O2 – Wasserstoffperoxid (WPO), auch wenn hier am Ende der chemischen Reaktion tatsächlich kein freies Radikal im eigentlichen Sinne übrigbleibt.

Wenn WPO seine Wirkung entfaltet, spaltet sich das H2O (Wasser) aus der Struktur heraus. Damit bleibt ein armes „O“ übrig, dass jetzt nicht mehr richtig weiß, was es eigentlich machen soll. Es hängt wie das 3. Rad am Wagen auf der Verabredung rum. Das gefällt ihm aber nicht (kann man ja nachvollziehen) und es möchte die Situation ändern. Es möchte ebenfalls jemanden haben mit dem es rumschmusen kann. Im Falle von WPO ist das zum Glück relativ einfach: Da drüben schwimmt schließlich noch ein einsames „O“ rum. Das ist sympathisch und nett und man hat viele Gemeinsamkeiten. Man landet also am Ende zusammen im Bett und wird zu „O2“ = Sauerstoff. Der macht dann sein Ding und löst sich buchstäblich in Luft auf.

Krankmacher?!

Die freien Radikale sind wie das „O“ im WPO. Sie sind einsam und wollen Anschluss finden – und zwar um jeden Preis. Man hat festgestellt, dass sie quasi schon im Moment der Freisetzung mit ihrem aggressiven Werk loslegen: Das nächstbeste intakte Molekül angreifen. Also in den meisten Fällen unsere Zellen, Proteine oder – ganz schlimm – unsere DNA. Warum? Weil sie denen ein Elektron klauen wollen, um wieder vollständig zu werden. Dieser Vorgang nennt sich Oxidation.

Lysanda meint ich hätte eine Elefantenhaut

Und was passiert, wenn sie mit ihrem Mobbing erfolgreich sind? Genau: Das ursprüngliche Molekül beispielsweise in der Zelle ist nun unvollständig und wird dadurch selbst zu einem freien Radikal. Eine tolle Kettenreaktion quasi, die rein theoretisch in der Lage wäre euren kompletten Körper in kürzester Zeit vollständig umzuschreiben und funktionsunfähig zu machen. Da spricht man dann von oxidativem Stress, der im Falle von DNA-Schäden gerne zu Krebs führt oder euren Stoffwechsel kaputt macht (weil bestimmte Enzyme nicht mehr arbeiten können). Neben Krebs (wobei gefühlt alles Schuld an Krebs ist) schiebt man beispielsweise auch Demenz den freien Radikalen in die Schuhe.

Allerdings: Es sind wohl tatsächlich nicht alle freien Radikale grundsätzlich böse. So können eure Zellen gezielt selbst freie Radikale bilden, um diese dann gegen Sauerstoffradikale in den Kampf zu schicken. Gut, es geht weniger darum mit ihnen zu kämpfen und mehr darum ihnen Partner fürs Leben zu geben – aber ihr wisst schon :smile: .

Voll Anti!

Freie Radikale sind also hauptsächlich betrunkene Leute, die gerade von ihrem Partner verlassen wurden und jetzt im Nachtclub andere sexuell belästigen. Da würde man natürlich gerne den Türsteher einschalten, damit er mal so richtig draufhaut. Unser Körper ist da etwas sanfter: Er produziert Radikalfänger = Antioxidantien. Wie der einfallsreiche Name schon sagt, verhindert diese chemische Verbindung die Oxidation anderer Substanzen. Und wie macht er das? Um beim Nachtclubvergleich zu bleiben: Der Manager holt eine nette Dame und lässt sie mit Trunkenbold nach Hause gehen. Das Antioxidans kommt quasi daher und sagt „Hey, du freies Radikal. Lass doch das Elektron dieser Zelle in Ruhe. Ich hab‘ hier eins dabei, dass möchte viel lieber mit dir abhängen. Nimm doch das“. Das freie Radikal willigt ein, nimmt das Elektron und gibt Ruhe. Anschließend ist das Antioxidans zwar theoretisch genauso ein freies Radikal. Es wird aber durch den Körper umgehend wieder in seine ursprüngliche Form gebracht. Natürlich wie immer unter der Voraussetzung, dass euer Körper genug Baumaterial dafür zur Verfügung hat.

Ein Beispiel: Vitamin E ist so ein Antioxidans. Hat es ein freies Radikal ausgeschaltet, wird es zu einem (einfallsreich) Vitamin-E-Radikal. Nun kommt das liebe und immer hilfsbereite Vitamin C vorbei, nimmt das Vitamin-E-Radikal kräftig in den Arm und wandelt es wieder um in normales Vitamin E, dass sich somit wieder zurück auf die Suche nach bösen freien Radikalen machen kann. Haben wir nicht genug Antioxidantien bzw. kann unser Körper nicht genug bilden, dann wird die Kettenreaktion der freien Radikalen nicht gebremst und wir werden krank.

Alles bringt uns um!

Teures aber hochwertiges Astaxanthin

Grundsätzlich ist das alles für unseren Körper nichts Neues und etwas, dass schon seit wir existieren passiert und funktioniert. Problematisch wird die Sache aber dadurch, dass wir durch unsere heutige Lebensweise die Anzahl an freien Radikalen in unserem Körper massiv erhöhen. Rauchen, Alkohol, Medikamente, Zucker, Abgase – sie alle und noch sehr viel mehr sorgt dafür, dass mittlerweile jede Zelle in eurem Körper pro Tag 10.000mal von freien Radikalen angegriffen werden. Gleichzeitig nehmen wir zu wenig Antioxidantien (die es übrigens genauso wie die Vitamine in wasserlöslicher und fettlöslicher Form gibt) über unsere Nahrung auf, weil wir uns viel zu ungesund und einseitig ernähren. Ohne Hilfe von außen, kann unser Körper nämlich nur eine begrenzte Anzahl an Antioxidantien bilden.

So sind, wie so oft, Gemüse, Salate, Kräuter und Früchte die Hauptlieferanten für Antioxidantien. Auch Nüsse sowie naturbelassene Öle und Fette sind reich an Antioxidantien, weil sie die entsprechenden Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe (sie schützen die Pflanze vor Insekten oder UV-Bestrahlung) enthalten. Vitamin C und Vitamin E haben wir ja weiter oben schon erwähnt. Bei den Spurenelementen sind Selen, Eisen und Zink wichtig, um die entsprechenden Enzyme im Körper bilden zu können. OPC aus Traubenkernextrakt hingegen hat nicht umsonst den Ruf, der Haut gut zu tun. Und Astaxanthin – nun, der Name sagt schon alles. Selbst unsere lieben Beta-Carotine sind wirkungsvolle Antioxidantien. Es gibt aber noch viele weitere vor allem pflanzliche Stoffe, die sich gegen die freien Radikale verschworen haben.

Vorteile

Hat euer Körper genug Antioxidantien, dann hat das durchaus sicht- und spürbare Auswirkungen. Sonnenstrahlen bzw. die darin enthaltenen UV-Strahlen sind beispielsweise bekannt dafür böse zu sein. Im besten Fall kriegen wir einen Sonnenbrand, im schlimmsten Fall eine Runde Hautkrebs. Der Grund ist ganz einfach: Die Strahlung setzt freie Radikale neben euren Hautzellen frei, die dann wie beschrieben anfangen alles kaputt zu machen. Antioxidantien sind also ein natürliches und viel besseres Sonnenschutzmittel als der ganze chemische Mist im Drogerie-Markt.

Gleichzeitig sorgen sie nachweislich dafür, dass eure Hautdicke und -dichte zunimmt. Das macht die Haut nicht nur geschmeidiger, sondern eben auch Widerstandsfähiger und erlaubt es ihr schneller zu heilen. Vitamin-E-Öl beispielsweise kann genauso wie Zinkcreme nachweislich die Wundheilung unterstützen und die Narbenbildung vermindern oder sogar verhindern. Aber darauf gehe ich in einem anderen Eintrag noch einmal genauer ein. In jedem Fall sind Antioxidantien im Minimum ein wirkungsvolles Anti-Aging-Mittel. Tatsächlich sind sie aber essentiell in der Erhaltung aller unserer Zell-, Protein-, Enzym- und DNA-Strukturen.

Ein weiterer Grund quasi etwas mehr darauf zu achten, dass ihr genug Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zu euch nehmt. Man muss ja nicht unbedingt gleich, wie wir, zeitweise (vor allem im Frühjahr zum Aufbau des Sonnenschutzes) zusätzlich noch Astaxanthin (Ivarssons VitalAstin) als Nahrungsergänzungsmittel nehmen. Aber wir haben den Unterschied mittlerweile definitiv gemerkt: Kein Sonnenbrand. Vor allem während den Flitterwochen mit viel Strand und Sonne oder während oder als ich die halbe Einfahrt aufgraben musste.

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