So viele Vitamin-E-Varianten

Schon einmal was von Tocopherol oder Tocotrienol gehört? Nein? Aber bestimmt von Vitamin E, das ist nämlich der Sammelbegriff für diese fettlöslichen Substanzen zu denen neben den beiden genannten auch noch Tocomonoel und MDT (Marine derived tocopherois) gehören. Letztere sind aber nicht ganz so wichtig – zumindest nach dem aktuellen Forschungsstand. Alle gemeinsam haben sie, dass sie sich als Antioxidantien (=Ausschalten von freien Radikalen) betätigen und in vier verschiedenen Strukturen genannt Alpha, Beta, Delta und Gamma auftreten. Am besten erforscht wurden bislang die Alpha-Tocopherole und wenn jemand von Vitamin E redet, dann ist im häufigsten Fall Alpha-Tocopherol damit gemeint.

Das ist dann auch schon der erste Punkt, auf den man bei diesem Thema achten sollte. Sowohl die DGE-Empfehlung sowie viele der handelsüblichen (=Apotheke & Drogerie) Nahrungsergänzungsmittel enthalten nur diesen Strang. Gebrauchen kann euer Körper (wie so oft) alle Varianten, speziell aber die acht Tocopherole- und Tocotrienole-Varianten. Aber ich greife schon wieder vor. Wofür ist Vitamin E denn überhaupt alles gut?

Der Jungmacher

Dass Vitamin E sich als Antioxidans betätigt, hatten wir schon geklärt. Die Folgen davon sind klar: Es schützt die Zellen mit einer entsprechend großen Wirkung. So soll es nach ersten Studien ganz gut gegen Krebs sein (egal ob als Vorbeugung oder als Bekämpfung) eben, weil es die DNA in der Zelle vor Veränderungen sichert bzw. bei einem bereits vorhandenen Tumor das Übergreifen auf andere Zellen abstellt. Und so zieht sich das durch den ganzen Körper durch. In der Haut verhindert es Sonnenbrand (=Zerstörung der Zellen auf der Hautoberfläche), im Gehirn die Zerstörung von Nervenzellen (u.a. die Myelinscheide, deren Beschädigung wohl zu Alzheimer führt). Es verlangsamt den Alterungsprozess und soll sogar eurer Fruchtbarkeit auf die Sprünge helfen.

Mandeln sind gute und gesunde Snacks

Der Grund ist ganz einfach: Es schützt nicht nur die bestehenden Zellen, sondern auch die, die sich gerade im Aufbau befinden. Bei denen haben es die freien Radikale ja sonst besonders einfach sich ihr geliebtes Elektron abzugreifen. Das Ergebnis ist eine straffere, „jüngere“ Haut sowie eine verbesserte Wundheilung. Angeblich geht das sogar nachträglich, indem man Vitamin-E-Öl auf Narben aufträgt und einwirken lässt. Selbst getestet haben wir das aber noch nicht. Auch eure Haare (egal wo am Körper) freuen sich über das Vitamin. Kein Wunder, dass extrem viele Kosmetika damit werben vollgestopft mit Vitamin E zu sein (neben Q10 – aber das wird ein anderer Eintrag).

Und zu guter Letzt hilft es den Cholesterinspiegel auf einem natürlichen Niveau zu halten und wirkt entzündungshemmend.

Dosierung

Klingt super, oder? Und nein, jetzt kommt tatsächlich kein „aber“. Wie alle Vitamine, ist auch Vitamin E wichtig und man sollte genug davon haben. Hat man nicht genug, gibt es die üblichen Erscheinungen einer Hypovitaminose sprich Sachen wie trockene, faltige Haut, schlecht heilende Wunden und/oder Konzentrationsstörungen. Im Normalfall sollten aber die allerwenigsten von euch tatsächlich an einem Mangel leiden, wenn ihr euch – wie heißt es so schön – ausgewogen ernährt. Leute mit einem höheren Bedarf sind unter anderem Raucher (Stichwort „gelbe Haut“), Gestresste (sind wir das nicht alle manchmal?) oder Diabetiker, weil sie in ihrem Körper mehr freie Radikale herumfleuchen haben.

Die DGE empfiehlt, dass ihr 15mg Vitamin E (Alpha-Tocopherol) pro Tag zu euch nehmt. Das Maximum ist laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bei satten 300mg pro Tag. Man sollte es aber definitiv nicht übertreiben, denn wie alle fettlöslichen Vitamine kann sich Vitamin E in eurem Körper anreichern, wenn ihr mehr reinkippt als ihr braucht. Ausgeschieden wird es nur, wenn ihr kein Fett dazu einnehmt und es der Körper somit erst gar nicht verarbeiten kann. Außerdem profitiert Vitamin E davon, wenn gleichzeitig ausreichend Vitamin C und Q10-Enzym im Körper vorhanden sind. Dann flutscht es noch besser.

Olivenöl

Woher?

Vitamin E in seinen unterschiedlichen Formen kommt vor allem in Nüssen und Ölen vor. Weizenkeimöl hat auf 100g z.B. 174mg Alpha-Tocopherol. Auch Sonnenblumenöl, was aus anderen Gründen nicht ganz so super ist, hat immerhin noch 62mg intus. Olivenöl ist mit 12mg zwar eher am unteren Rand aber nicht ganz schlecht. Allerdings: Wer trinkt schon 100g von irgendeinem Öl. Da sind die Nüsse schon interessanter: Mandeln (26mg) und Haselnüsse (15mg) sind eine gute Wahl. Mit 60g Nüssen habt ihr also schon euren Tagesbedarf gedeckt. Grundsätzlich sind auch alle Vollkornprodukte sehr zu empfehlen, da im Getreidekorn zwar nicht viel (1-4mg) aber zumindest etwas enthalten ist. Beim Erhitzen geht übrigens nichts verloren, da es wie alle fettlöslichen Vitamine hochgradig hitzebeständig ist.

Bei Obst, Gemüse und Fleisch ist hingegen nichts zu holen. Fische haben noch 1-2mg und in Schwarzwurzeln sind immerhin noch gut 6mg enthalten. Aber unterm Strich ist das nicht der Rede wert. Deswegen eine „ausgewogene“ Ernährung. Egal ob ihr den ganzen Tag nur Fleisch futtert oder euch als Veganer nur von Gemüse ernährt: Die Chance ist hoch, dass es dann doch nicht reicht. Aber wer seine Schüssel Nüsse am Arbeitsplatz stehen hat oder eben viel mit pflanzlichen Ölen hantiert, sollte relativ einfach die DGE-Empfehlung nicht nur mit normalem Essen erreichen, sondern auch überschreiten können.

Wenn ihr feststellen wollt, ob ihr ausreichend Vitamin E habt, dann hilft es auf die Ernährung zu schauen. Einen Blut- oder sonstigen aussagekräftigen Test haben wir nicht gefunden.

Unsere Anwendung

Dank unserer Abnehmbemühungen (LowCarb sowie wenig Kalorien = keine Nüsse), ist es aktuell nicht der Fall, dass wir unseren Tagesbedarf decken. Entsprechend haben wir uns für diese Ernährungsphase den mitteldosierten Vitamin-E-Complex (8 Stränge) von VitaminExpress geholt. Wenn ihr also unter eine der Risikogruppen fallt oder eure Ernährung eher weniger Nüsse und Öle enthält, können wir die Dinger (wie so vieles bei VitaminExpress) nur empfehlen. Dadurch, dass es vom Körper gespeichert werden kann, reicht z.B. bei unserer Ernährung eine Kapsel pro Woche. Aber wie gesagt: Im Normalfall solltet ihr Vitamin E nicht ergänzend einnehmen müssen, sondern den Bedarf über die Ernährung regeln können.

Der Bakterienzerstörer (hier in der Creme-Variante)

Wo wir auch hin fassen, überall sind sie: Bakterien. Egal ob auf der Küchenablage, auf Türklinken, in der S-Bahn oder dem Spülschwamm. Man kann ihnen nicht aus dem Weg gehen, höchstens drauftreten. Dabei sind doch Bakterien alle gefährlich. Sie machen einen schließlich krank. Also am besten alle töten. Und zwar sofort. Im Haushalt mit ätzenden Reinigern, im Körper packen viele Ärzte einfach das Breitband-Antibiotika aus. Blöd nur, dass nicht alle Bakterien böse sind. Vor allem die in und auf unserem Körper erfüllen in den meisten Fällen eine wichtige Funktion. Ohne sie können wir faktisch nicht leben. Wenn wir uns zum Beispiel den Darm anschauen, dann leben da Abermillionen von Bakterienkulturen drin. Hätten wir die nicht, wäre nicht nur unser Immunsystem völlig im Eimer, wir würden praktisch verhungern, weil niemand da ist um die Nahrung zu zersetzen und für uns nutzbar zu machen. Und je nachdem was wir essen, verändert sich auch der Bakterienzoo im Darm, da nicht alle Bakterien das Gleiche futtern.

Ein wichtiges Organ

Was der Darm mit dem Immunsystem zu tun hat? Nun, 80% der Immunzellen sind dort beheimatet. Der Grund ist ganz einfach: Aufgrund der großen Fläche (allein der Dünndarm hat 200m²) haben die bösen Sachen mehr Möglichkeit von dort in den Köper einzudringen. Um das zu verhindern, muss entsprechend eine große Abwehr dort unten aufgebaut sein. Fehlt diese, können die bösen Biester ungehindert durch die Darmschleimhaut durch und ihr zerstörerisches Spiel treiben. Auch bestimmte Bakterienkulturen arbeiten in diesem System positiv für euch mit. Fehlen diese, seid ihr wesentlich anfälliger für Krankheiten und Allergien. Gerüchten zufolge ist mit einer Darmaufbaukur schon der ein oder andere seine Allergien losgeworden.

Und damit sind wir wieder beim Thema Antibiotika. Macht der Arzt vorher kein Antibiogramm, werden rücksichtslos alle Bakterien im Körper getötet. Mit dem Antibiogramm wird festgestellt, welche Bakterien eigentlich das Problem sind und dann entsprechende Antibiotika verwendet, die nur dagegen sind. Die Folge sind nicht nur immer mehr resistente Keime, sondern auch eine völlig zerstörte Darmflora nach der Behandlung. Die Breitband-Antibiotika machen da nämlich keinen Unterschied zwischen guter Bakterie und schlechter. Zwar kann man die Darmbakterien wiederaufbauen aber hat euch ein Arzt das schon einmal erzählt? Mal abgesehen davon, dass nicht bei jedem Schnupfen gleich ein Antibiotikum notwendig ist. Mal abgesehen davon, dass ein Antibiotikum nicht gegen Viren hilft, denn nicht immer sind es Bakterien, die einen krank gemacht haben (z.B. der Grippevirus).

Selbst ist der Mensch

Eine Tüte gelber Schwefel

An dieser Stelle sollte erwähnt sein, dass nicht nur die richtigen Bakterien wichtig sind für eine gute Darmflora. Auch sollte der Darm vorher repariert werden (Stichwort Darmsanierung), damit sich die guten Bakterien dort wohlfühlen können. Dazu kann man unzählige teure Präparate kaufen oder beispielsweise (wie wir) die Schwefelkur nach Dr. Probst durchführen zu der es zahlreiche Videos auf Youtube gibt. Wir beschränken uns daher heute auf das danach. Eurem Darm geht es also grundsätzlich mal gut und er freut sich darauf neue Dinge kennenzulernen. Aber wie bekommt man da nun gutartige und nützliche Bakterien rein? Nun, man kann sicherlich von hinten an die Sache rangehen, aber einfacher ist es sie über den Weg der Nahrung aufzunehmen. Von Natur aus werden zusätzliche Bakterienstämme sowieso durch bspw. ungewaschenes Gemüse in euren Darm gelangt sein. Wäre dies nicht möglich, kämen auch keine schädlichen Bakterien in den Darm.

Neueste Studien gehen davon aus, dass der Blinddarm eine Art Speicher für die guten Bakterienkulturen (und damit auch Immunzellen) ist. Entsprechend können sie sich von dort aus ausbreiten und wenn im Darm alles tot ist die Darmflora wieder aufbauen. Wie sie dahin kommen, ist noch nicht bekannt. Vermutungen sind, dass ein Großteil bereits bei der Geburt von der Mutter übernommen wird. Studien haben z.B. erwiesen, dass Kinder bei einer Kaiserschnittgeburt nicht alle Bakterienstämme der Mutter erhalten, bei der normalen Geburt hingegen schon. Mittlerweile gibt es zum Glück Methoden, um das zu kompensieren (Stichwort „Seeding“). Außerdem können zusätzlich beim normalen Verdauungsvorgang dort Bakterien abzweigen und sich niederlassen. Wer sich also den Blinddarm entfernen lassen musste, hat mitunter bei Infektionen schwerere Krankheitsverläufe. Aber auch mit Blinddarm reicht dieser Speicher nicht unbedingt aus, weil notwendige Kulturen dort fehlen. Was nicht oben reinkommt, kann sich unten nicht ansiedeln.

Nahrungsergänzungsmittel

Eine Flasche EMs

Zum Glück gibt es – wie immer – auch dafür Lösungen im Laden zu kaufen. Nennt sich Präbiotika und Probiotika.

Probiotika enthalten die Bakterienkulturen, die ihr in eurem Darm ansiedeln wollt.

Präbiotika sind hingegen die Nahrung für die Bakterien. Klar: Ohne Nahrung, kein Überleben und schon gar nicht Fortpflanzung. Präbiotika sind logischerweise auch in unserem Essen enthalten in Form von unverbaubaren Kohlenhydrate (ja, nicht alle Kohlenhydrate sind schlecht). So findet ihr beispielsweise in Zwiebeln, Schwarzwurzeln oder Artischocken Inulin, was eure Bakterien ganz toll finden. Heutzutage essen wir aber lieber Zucker, der wiederrum den unerwünschten Bakterien als Nahrung dient. Gekaufte Präbiotika sind trotzdem nicht zu empfehlen, denn die notwendige Menge ist meist sehr hoch und damit auch die Belastung für den Geldbeutel. Hier macht es also durchaus mehr Sinn gezielt auch mal etwas Passendes in die Ernährung einzubauen und den Zucker zu reduzieren. Sprich diejenigen füttern, die man haben will und die anderen aushungern lassen.

Doch auch was Probiotika angeht, sind wir eher skeptisch. Schließlich gibt es wie oben erwähnt Abermillionen verschiedener Bakterienkulturen. Wirklich gute Präparate mit zahlreichen Stämmen kosten entsprechend viel Geld. Wir haben stattdessen die effektiven Mikroorgansimen (EM) für uns entdeckt – auch, weil sie wesentlich vielseitiger verwendbar sind als nur zum Darmaufbau. Ihr könnt damit euer Beet gießen, den Boden putzen, euren Kompost auf die Sprünge helfen oder sie Pichu ins Fell schmieren, damit seine Akne weggeht bzw. zur Fellpflege. Aber ich glaub‘ der letzte Anwendungsfall ist mehr auf unser Haus beschränkt, denn nicht jeder hat einen Pichu.

Einige wissenschaftliche Studien behaupten zwar, dass nicht die EMs für die positiven Ergebnisse zuständig sind, sondern der Nährstoffmix in dem sie schwimmen. Andere haben hingegen durchaus einen positiven Effekt festgestellt. Aber ganz ehrlich: Solange es was bringt, ist mir doch egal woran es liegt.

Was und woher

Ein ahnungsloser Pichu

EMs sind ein Verbund von Mikroorganismen (=Bakterien), die sich gegenseitig ernähren und brauchen. Sprich was der eine ausscheidet, frisst der andere und umgekehrt. Damit bleibt nichts übrig, was andere Bakterien als Nährboden verwenden können bzw. vertreiben diese sogar gemeinsam. Sauerteig besteht beispielsweise auch aus einem Mikroorganismenverbund. Dieser schimmelt so gut wie nie, weil die Mikroorganismen diesen aktiv bekämpfen. Und genau das machen auch die EMs. Zudem gleichen sie Ungleichgewichte bei den vorhandenen Mikroorganismen aus indem sie sie in ihren Verbund integrieren und die Bösewichte rauswerfen. Diese Arbeit verrichten sie unter anderem im Garten, in Gewässern und in eurem Darm.

Es gibt allerdings sehr viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten und damit unterschiedliche Vorgaben für die Menge. Bei der Aufbewahrung ist zu beachten, dass es anaerobe Bakterien sind. Sie mögen keine Luft und vertragen weder Hitze noch Kälte. Deswegen empfehlen wir an dieser Stelle für genauere Informationen das Buch von Fr. Dr. Anne Katharina Zschoke EM kompakt zu lesen sowie die Webseiten EMIKO und TriaTerra zu besuchen. Gekauft haben wir unseren Vorrat bei TriaTerra und damit bislang den Garten gegossen, den Boden gewischt, es den Katzen ins Fell geschmiert und für den eigenen Darmaufbau genutzt.

Wer hingegen mehr über den Darm im Allgemeinen erfahren möchte, dem können wir das Buch Darm mit Charme von Giulia Enders ans Herz legen. Sie war auch Gewinnerin des Science Slam mit ihrem dazugehörigen Vortrag.

Bauch alt und neu – Wehe ihr erkennt keinen Unterschied!

Die acht Wochen sind rum und die „Transformation Challenge“ unseres Fitnessstudios ist abgeschlossen. Nein, wir wissen leider noch nicht ob wir gewonnen haben (unser Trainer räumt uns aber sehr gute Chancen ein). Das steht wohl erst in 1-2 Wochen fest. Technisch gesehen haben wir außerdem noch ein EMS-Training offen weil Lyssis Unfall unseren Zeitplan durcheinander gebracht hat. Aber wir hatten am Donnerstag dennoch unsere Abschlussmessung. Das Ergebnis bei mir? 9kg weniger auf der Waage seit dem 16.03.2018! Quasi ein Kilo pro Woche – das kann sich doch sehen lassen, oder etwa nicht?

Genauer gesagt sind 6,7kg reines Fett verschwunden sowie 1,5kg Muskeln auf der Strecke geblieben (bin aber noch im Normalbereich bei der Gesamtmuskelmasse) – dabei hatte ich den ersten zwei Wochen sogar 1,1kg Muskelmasse aufgebaut! Letzteres ist natürlich schade aber lässt sich einfach nicht vermeiden. Man kann nur entweder abnehmen und dabei versuchen so viele Muskeln zu erhalten wie möglich oder eben Muskeln aufbauen. Und da meine Wampe trotz der Challenge immer noch sehr deutlich zu sehen ist, liegt aktuell die Priorität einfach auf dem „Abnehmen“ :smile: . Zumal ich mit dem aktuellen Ergebnis weiterhin hinter dem Stand vor rund einem Jahr bin (ich habe echt verdammt viele Süßigkeiten gefressen über den Winter…). Damals hatte ich zwar 90,6kg auf der Waage aber davon waren 41kg Muskeln und nur 18,5kg Fett. Aktuell bin ich bei 37,4kg Muskeln und 22,6kg Fett – nur das Taille/Hüft-Verhältnis ist wesentlich besser.

Mein Zielgewicht? Laut der InBody-Analysemaschine sollten es aktuell 77,8kg werden. Aber mir reicht es schon, wenn ich bei gleichbleibender Muskelmasse die 80kg schaffe (mein BMI-Idealgewicht liegt zwischen 69 und 88) und dann mit mehr Muskeln so auf 85kg hochgehe. Das wäre für mich vollkommen okay. Logischerweise schaffe ich das nicht, wenn ich jetzt einfach wieder ganz normal weiter esse. Deswegen werden wir (Lysanda ist auch noch 5kg von ihrem Wunschgewicht entfernt) zumindest unser Essensprogramm aktuell wie gehabt weiterfahren und im Fitnessstudio wieder auf normales Muskeltraining übergehen.

Die Hilfsmittel

Stellt sich natürlich für den einen oder anderen, die Frage wie wir das geschafft haben so viel abzunehmen (bei Lysanda waren es rund 4kg Fett). Nun, zum einen natürlich mit dem EMS-Training, was ich euch damals schon vorgestellt hatte. Nach 18 Sitzungen mit je 20 Minuten kann ich als Fazit nur sagen: Extrem Anstrengend aber prinzipiell genial und vor allem Zeitsparend. Nach den 20 Minuten war ich richtig fix und alle, hatte teilweise noch tagelang Muskelkater davon und habe trotzdem ein effektives Ganzkörpertraining gemacht.

Mit ein paar Problemen hatten wir allerdings zu kämpfen. Angefangen hat es mit den Anzügen, die recht schnell zu groß für uns wurden (vor allem im Brust- und Bauchbereich). Die nächstkleinere Version passte aber noch nicht. Ist der Anzug jedoch zu groß, verliert er bei bestimmten Bewegungen gerne mal mehr oder weniger stark den Kontakt mit der Haut. Das Ergebnis ist ein sehr unangenehmer Stromschlag. Etwas geholfen hat es uns mit Bändern zu versehen. Perfekt war die Lösung aber nicht.

Sicarius beim EMS-Training

Als dann langsam aber sich die Leistung (bei mir so ab 35%) hochgedreht wurde, kamen dann Krämpfe dazu. Vor allem im (linken) Bauch- und Armbereich hatte ich stark zu kämpfen. Ist echt nicht lustig, wenn der linke Ellbogen versucht sich zu überstrecken oder eben es einem im Bauch drückt als hätte einer reingeschlagen. Zum Glück lassen sich die Elektroden beim Easy Motion Skin-System bis zu einem gewissen Grad separat ansteuern. Sprich es lässt sich zwar nicht die Leistung für den linken Arm reduzieren aber für beide Arme zusammen während trotzdem auf den Beinen mehr Power ist. So kann man die Problemzonen herunterregeln und die Körperteile, die es aushalten, weiter großzügig stimulieren.

EMS-Fazit

Trotz der Stromschläge und Krämpfe können Lysanda und ich EMS aber wirklich nur empfehlen. Einfacher und schneller kriegt man schlicht und einfach kein Ganzkörpertraining hin. Wir würden es entsprechend auch gerne weiter einmal die Woche machen. Blöd nur, dass es zumindest bei uns im Studio mit 40 Euro pro Person und Sitzung extrem teuer ist. Allerdings wurde schon angekündigt, dass sie ein neues System kriegen bei dem der Trainer zwei Personen gleichzeitig trainieren kann (aktuell waren wir hintereinander dran). Damit müsste man zu zweit quasi nur noch die Hälfte bezahlen. Außerdem werden sie wohl den Challenge-Teilnehmern ein etwas günstigeres Angebot machen. Mal schauen.

Gleichzeitig haben wir angefangen uns selbst über EMS-Systeme zu informieren. Die Dinger aus dem Verkaufsfernsehen taugen zwar absolut nichts. Aber selbst für den Privatmenschen gibt es durchaus bezahlbare Systeme (z.B. einen Ganzkörperanzug für 1.500 Euro). Gut, das ist auf den ersten Blick trotzdem verdammt teuer (könnte ich schließlich einen neuen PC mit kaufen). Aber wenn man stattdessen jede Woche 40 Euro ans Fitnessstudio bezahlt, hat man den Kaufpreis schon in einem Jahr wieder raus.

Das Essen

Das EMS-Training ist aber freilich keine Wunderwaffe. Wenn ihr vor und nach dem Training eine Tüte Chips reinhaut, dann bringt es überhaupt nichts. Abnehmen geht schließlich immer nur mit einem Kaloriendefizit und angepasster Ernährung. Und nein, es bringt absolut nichts einfach nur eine Diät zu machen. Wir reden schon von einer echten Umstellung. Ansonsten kommt das Gewicht schneller wieder als man es verloren hat (so wie bei mir). Gleichzeitig bedeutet das aber nicht, dass man für immer und ewig auf alles Schöne verzichten soll. Am Ende des Tages (bzw. der Woche) geht es um das Gesamtbild und vor allem darum zu erkennen wie man am besten sein Gewicht hält.

Konjak-Nudeln in der Spaghetti-Variante

Für die acht Wochen haben wir uns dennoch durchaus ein härteres Sparprogramm verordnet: Mein Grundumsatz liegt bei um die 1.800kcal und um Abzunehmen, muss man darunter liegen. Also habe ich versucht nur 1.000kcal zu Essen. Natürlich könnte man theoretisch auch fasten. Aber das führt selten zum Ziel (Stichwort „Hungerstoffwechsel“), macht nur Hunger und bringt am Ende doch wieder die Kilos zurück. Stattdessen muss man die goldene Mitte finden. Gleichzeitig haben wir vollständig auf klassische Kohlenhydrate verzichtet. Zugegeben: Ich habe hier und da doch mal zu einem Stück Schokolade gegriffen – gebe ich offen zu – aber trotzdem war (und ist) meine Süßigkeitenmenge extrem reduziert. Wenn man mal über die Anfangshürde drüber ist (quasi durch den Kohlenhydratentzug), ist das auch wunderbar zu verkraften. Unser Körper ist ein echtes Anpassungswunder.

Kein Hunger

Was habe ich also so an einem Tag gegessen? Nun, das Frühstück lasse ich schon etwas länger aus. Zum Mittagessen gibt es dann ca. 150g mageres Fleisch (Pute oder Hähnchen) mit 200g gemischtem Gemüse (Blumenkohl, Brokkoli und Brechbohnen). Abends dann wieder maximal 200g mageres Fleisch und entweder wieder Gemüse oder – was wir ganz neu entdeckt haben – Konjaknudeln (auch als Shirataki bekannt). Wer hat’s erfunden? Wie immer die Japaner. Das sind Nudeln, die haben quasi gar nichts. 200g enthalten 12kcal aus Ballaststoffen. Keinerlei Kohlenhydrate, Fett oder sonst irgendwas. Schmecken natürlich entsprechend grundsätzlich erstmal nach nicht viel. Aber als Beilage (ich bin ja sowieso der Pastafan) oder mit einer schicken Hackfleischsoße absolut praktisch (aber nicht ganz billig). Und das wars. Ich hatte keinen Hunger und war mit diesem Essen trotzdem immer gut an oder sogar unter meinen 1.000kcal am Tag.

Bis wir bei unserem Zielgewicht angekommen sind, werden wir das im Großen und Ganzen so beibehalten. Zwar packe ich jetzt auch mal ein Schweinesteak mit rein aber trotzdem weiterhin hauptsächlich Low Carb, möglichst um die 1.000kcal und maximal einmal in der Woche eine Art „Cheatday“ (Essen was man will). Letzteres ist nicht nur gut für die Psyche, sondern hilft dabei den Stoffwechsel „zu verarschen“, damit er nicht anfängt runterzudrehen.

Und damit war es das für diese Woche. Bis nächsten Montag – dann hoffentlich mit 87kg auf der Waage? :smile:

Die Lugol’sche Lösung

Kennt ihr das noch? Ihr ward bei Oma als Kinder im Urlaub, seid beim Spielen hingefallen und hattet anschließend eine kleine Schürfwunde. Was hat Oma dann getan nachdem sie euch getröstet hat? Komisches braunes Zeug draufgepackt, das ganz schön gebrannt hat. Was das war? Jod (eigentlich Iod) – ein Spurenelement, bei dem sich eigentlich ausnahmsweise mal alle einig sind, dass es essentiell ist und quasi von jedem Organ im Körper benötigt wird.

Am bekanntesten ist sicherlich die Schilddrüse, die ohne Jod nicht die Hormone Tirjodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4) bilden kann. Gleichzeitig erfüllt es aber auch seine antibakterielle Wirkung im Körper, reinigt das Blut und hilft bei der Entgiftung von Halogenen und Schwermetallen. Zusätzlich ist Jod eines der vielen Antioxidantien und hilft bei der Regulation vieler Stoffwechselprozesse in den Zellen. Bei Oma wurde es hingegen vor allem in seiner Eigenschaft als Desinfektionsmittel eingesetzt.

Historie

Die Theorie ist, dass wir ubs im Laufe unserer Evolution sehr viel vom Meer ernährt haben (Seetang hat viel Jod) und erst dadurch zum Menschen wurden. Es gibt Nachweise durch Ausgrabungen, dass es schon vor 15.000 Jahren als Heilmittel genutzt wurde – damals als Bestandteil von Seetang.

Richtig entdeckt wurde es erst 1812 in Frankreich. Damals befand sich Napoleon im Krieg mit Russland. Dafür wurde viel Schießpulver gebraucht, was wiederum aus Salpeter und Kaliumcarbonat besteht. Letzteres wurde aus Holzasche gewonnen aber so langsam gingen dem Heer die Bäume aus. Stattdessen hat man angefangen getrocknete Algen zu verbrennen, schließlich gab es von denen an den Küsten Frankreichs mehr als genug. Als der Chemiker Bernard Courtois dann eines Tages nach dem Verbrennen von Algen seinen Kessel reinigte, fand er am Boden ein violettes Pulver: Jod (vom altgriechischen loeides = violett).

Mischform

Seinen Siegeszug trat Jod aber nicht als Feststoff an, sondern in Form einer Lösung. Die bekannteste ist die Lugol’sche Lösung (die es mittlerweile auch als Tablette gibt), die 1829 vom französischen Arzt Jean Lugol erfunden wurde. Sie besteht aus elementaren Jod und Kaliumjodid in einem Verhältnis von 1:1,5. Anschließend wurde sie nicht nur als Antiseptikum (Desinfektionsmittel), sondern im Prinzip gegen jedmöglich denkbare Krankheit eingesetzt. Sicherlich nicht immer mit Erfolg dennoch überraschend häufig.

Wie schon im Eintrag über das Speisesalz geschrieben, braucht unser Körper auch zwingend beide Formen von Jod, weil unsere Organe wählerisch sind. Während bspw. die Schilddrüse vorzugsweise Jodid haben möchte, stehen die Brüste mehr auf das elementare Jod. Deswegen wird beim Speisesalz auf Jodid gesetzt, weil es dabei um die Vermeidung von Struma (Kropf) geht – eine Schilddrüsenkrankheit. Lange Zeit bestand die Überzeugung, dass nur die Schilddrüse Jod benötige. Schuld daran war der Tod des deutschen Chemikers Eugen Baumann. Ein absoluter Experte auf dem Jod-Gebiet, der 1895 entdeckte, dass Jod in der Schilddrüse vorkommt. Leider konnte er aus oben genannten Grund seine Forschung nicht fortsetzen und so wurde seine Entdeckung lange Zeit völlig falsch interpretiert (Jod = Schilddrüse = sonst nirgends im Körper).

Das Ergebnis ist, dass die deutsche Gesellschaft für Ernährung zwar einen Tagesbedarf für Erwachsene von 200µg Jod angibt. Aber dabei handelt es sich nur um das, was die Schilddrüse verbraucht. Der Bedarf aller anderen Organe in unserem Körper ist hier nicht berücksichtigt. Der tatsächliche Tagesbedarf dürfte entsprechend eher zwischen 6,5-12mg liegen. Das hat noch niemand so richtig erforscht. Und doch: Selbst den DGE-Wert dürften die wenigsten unter uns tatsächlich erreichen. Wieso ist das so?

Woher?

Diese Sprotten haben bestimmt noch nie Jod gesehen

Jod bringt der normale Mensch vermutlich mit zwei Sachen in Verbindung: Speisesalz und Fisch. Und tatsächlich sind bspw. in 5g jodiertem Speisesalz ab Werk zwischen 75 bis 125 µg. Also einfach 10g Salz am Tag essen und alles ist gut? Da kommt sich die DGE selbst in die Quere, schließlich ist deren Empfehlung maximal 5g Salz am Tag. Außerdem ist Jod eine flüchtige Substanz. Sobald ihr die Salzpackung geöffnet habt, beginnt es daraus zu entfliehen und wenn ihr damit kocht, wird der Prozess sogar noch beschleunigt. Wie viel Jod damit tatsächlich im Salz enthalten ist, ist ungewiss. Bei tierischen Produkten ist es hingegen das Problem, dass diese Jod gegessen haben müssen, um es in sich zu tragen. Das wäre bei Fisch beispielsweise nur bei Wildfisch der Fall, weil er sich von Algen ernährt – aber der hat seine ganz eigenen Probleme (Stichwort Quecksilberbelastung und Mikroplastik). Ansonsten können noch 100g Feldsalat 35µg Jod enthalten, wenn er auf entsprechend jodreichem Boden gewachsen ist. Ansonsten kommen alle anderen Arten von Gemüse und Obst über magere 20µg nicht hinaus.

Bevor wir aber dazu kommen, wie man seinen Jod-Bedarf decken könnte, stellt sich erst einmal die Frage: Warum kannte Oma noch Jod als Hausmittel (und nicht nur als Notfallmedikament bei nuklearen Angriffen), die Generationen seitdem jedoch nicht mehr? Schlimmer noch: Man liest sogar von Zwangsjodierung und bekommt Angst vor dem essentiellen Spurenelement Jod gemacht.

Noch mehr Historie

Alles begann 1948 als ein gewisser Dr. Jan Wolff mit seinem Kollegen Lyon Chaikoff den Wolff-Chaikoff-Effekt entdeckte. Die hatten ein Experiment mit Ratten gemacht, denen sie eine hohe Dosis Jod verpassten. Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass eine hohe Menge Jod die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen würde. Dieses wurde nie richtig belegt aber auch nicht hinterfragt. Frei nach dem Motto „Neue Erkenntnisse sind besser als alte“, erhielt Jod so den Stempel „Zu viel Jod ist schädlich für die Schilddrüse“ (Tolle Erkenntnis: Alles ist in zu hoher Dosierung schädlich – sogar Wasser). Zusammen mit der Einführung von alternativen Desinfektionsmitteln und anderen Medikamenten führte dies dazu, dass Jod aus der Schulmedizin praktisch bis 2005 vollständig verdrängt wurde. Auch Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis (eine Schilddrüsenkrankheit) wurde immer erzählt, dass sie Jod unter allen Umständen vermeiden müssen, weil es angeblich den Krankheitsverlauf beschleunigen würde.

2005 hat ein gewisser Dr. Guy Abraham dann endlich (wieder) nachgewiesen, dass die Furcht vor anorganischem, nicht radioaktivem Jod völlig unbegründet ist. Man ist also auf den Stand vor 1948 zurückgegangen, schließlich hat man es davor wie oben erwähnt für quasi alles eingesetzt. Seitdem muss Jod erst mühselig wieder seinen Weg zurück in den Medizinalltag finden (in Deutschland wie immer noch langsamer als anderswo). Der 1. Deutsche Jod-Kongress fand beispielsweise erst Anfang des Monats statt.

Aber auch außerhalb der Schulmedizin hat Jod einen schweren Stand. Schuld daran ist das Buch Die Jod-Lüge – Das Märchen vom gesunden Jod der Autorin Dagmar Braunschweig-Pauli, die damit die Verschwörungstheorie von der Zwangsjodierung geprägt hat. Kurz zusammengefasst, leidet die gute Frau an einem Schilddrüsentumor (autonomes Adenom) und hat in dem Zusammenhang mit Jod GANZ schlechte Erfahrungen gemacht. Statt jedoch anständig darüber zu recherchieren – den diese Art von Tumor verträgt sich tatsächlich nicht mit Jod – hat sie eine ganze Generation verrückt gemacht. Ein weiterer Grund, warum sich die Jod-Revival-Tour in Deutschland so schwer tut.

Gegenspieler

Neben Quicksilber und Blei, entsorgt Jod auch Bromid und Fluorid aus dem Körper. Moment?! Fluorid? Gibt es nicht Jodsalz mit Fluor?! werdet ihr jetzt vielleicht einwerfen. Und ja, das gibt es tatsächlich und ist absoluter vollkommener und totaler Schwachsinn, weil Jod und Fluor Gegenspieler sind. Das Fluor besetzt speziell die Jod-Rezeptoren in der Schilddrüse. Dadurch wird das Jod einfach wieder vom Körper ausgeschieden.

Jod-Pflichtlektüre

Brom hat den gleichen Effekt auf die Jod-Aufnahme, kann mit ausreichend Jod aber vertrieben werden. Problematisch ist, dass wir mit Brom wesentlich mehr unwissentlich in Kontakt kommen als mit Fluor was hauptsächlich in Zahnpasta und Salz enthalten (und ausgewiesen) ist. Brom eignet sich sehr gut als Flammschutzmittel bei Möbeln oder Wärmedämmung. Welche Varianten in der EU mittlerweile verboten sind, konnte ich ehrlich gesagt nicht richtig herausfinden. Aber die Richtlinie ist noch nicht so alt. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihr noch was in eurem Haus/Wohnung stehen habt, was fleißig Brom über die Luft an euch abgebt.

Eigenverantwortung

Mehr Mut zum Jod ist quasi das Fazit, womit wir wieder bei unserer Frage sind: Wie können wir unseren Jod-Bedarf eigentlich decken? Grundsätzlich ist es wichtig sich bei diesem Thema vernünftig zu informieren, denn Jod setzt bei zusätzlicher Einnahme unter anderem stillgelegte Entgiftungsprozesse wieder in Gang. Jod ist dementsprechend ein Thema, welches ein hohes Maß an Eigenverantwortung erfordert, weil die Reaktion des Körpers so unterschiedlich ist. Eine konkrete Empfehlung der Menge können wir daher nicht geben. Auch euer Arzt kann euch hier keine Therapie vorgeben, denn in Deutschland ist Jod in den Regulatorien noch immer als Gefahr definiert. Selbst wenn er das korrekte Wissen zu Jod besitzt, setzt er mit einer höheren Empfehlung als 200µg seinen Beruf aufs Spiel.

Das ist vermutlich der Hauptgrund warum es in Deutschland nur so wenige Bücher zu dem Thema gibt. Das umfangreichste und fundierteste Werk ist Die Jodkrise der Amerikanerin Lynne Farrow. Sie ist eine ehemalige College-Professorin und Journalistin, die selbst an Brustkrebs erkrankte und darüber Jod entdeckte. Heute ist sie die Direktorin von Breast Cancer Choices. Der zweite, nicht ganz so umfangreiche Titel ist Jod. Schlüssel zur Gesundheit von Kyra und Sascha Kauffmann, beide deutsche Heilpraktiker die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen. Und wer nicht gleich Geld in die Hand nehmen will, findet bei Sott.net eine umfangreiche Zusammenfassung zum Thema Jod.

Wie viel Jod tatsächlich in eurem Körper ist, lässt sich übrigens nicht anhand eines Bluttests nachweisen. Man kann zwar den Jod-Wert bestimmen lassen, aber das ist wieder nur die halbe Wahrheit. Richtig aussagekräftig ist nur der Jodbelastungstest oder auch Jodsättigungstest genannt. Dafür nehmt ihr morgens 50mg Jod (Tabletten) und sammelt anschließend 24 Stunden lang euren Urin. Anschließend wird geschaut wie viel von den 50mg Jod drin sind, denn ihr wisst ja: Was der Körper nicht braucht, schmeißt er wieder raus. Man geht davon aus, dass bei einer Sättigung ca. 90% der 50mg wieder im Urin zu finden sind (der Rest nimmt der Darm auf). Sind es weniger, hat sich euer Körper total über das Jod gefreut und entsprechend einen mehr oder weniger starken Mangel.

Unser Vorgehen

Wir selbst nutzen Jod in Form der Lugol’schen Lösung (5%), haben uns aber auch gleichzeitig an die Regeln in den oben genannten Büchern gehalten und uns um die Unterstützung unserer Entgiftungsfunktionen gekümmert. Gut, das stimmt nicht ganz: Ich habe am Anfang etwas geschlampt und lag deswegen letztes Jahr zu Ostern ein paar Tage flach wegen besagter Entgiftungssymptome. Seit diesem Fehlstart kann ich Jod problemlos einnehmen. Gleichzeitig nutzen wir Jod auch hin und wieder in Diffusern, um damit die Luft im Haus und im Büro zu desinfizieren. Das hilft nicht nur bei meinem Asthma, sondern auch bei Erkältung (oder gegen Kollegen mit Erkältung, die trotzdem im Büro sitzen).

Das Kalorienzählen geht wieder los

Ja, ich gebe es offen zu: Ich bin wieder etwas dicker geworden. Und nein, es sind leider keine Muskeln. Im Gegenteil haben die seit der letzten Messung vergangenes Jahr tatsächlich abgenommen. Vermutlich, weil ich einige Monate lang hauptsächlich Kurse besucht und wenig „richtiges“ Krafttraining gemacht habe. Gleichzeitig habe ich mir offensichtlich wieder mehr Fett angefressen. Warum kann ich Schokolade auch überhaupt nicht widerstehen?! So komme ich logischerweise nicht endlich mal auf mein Normalgewicht.

Naja, die nächsten zwei Monate wird auf jeden Fall mal wieder intensiv dem Fett zu Leibe gerückt. Nein, wir haben keinen neuen Abnehm-Präventionskurs (Rückenschule steht im 1. Halbjahr an). Unser Fitnessstudio führt stattdessen eine „Transformation Challenge“ durch. Acht Wochen lang Intensivtraining mit 20 Personal-Trainer-Einheiten (à 20 Minuten) mit Elektro-Myo-Stimulationstraining (erkläre ich gleich), Ernährungsberatung (Stichwort „Kaloriendefizit“), alle zwei Wochen eine InBody-Analyse und die Chance 6 Monate beitragsfrei zu gewinnen, wenn man das Team mit der besten „Transformation“ am Ende ist. Ist nicht ganz billig die Angelegenheit mit 400€ pro Person (plus natürlich dem normalen Mitgliedsbeitrag) aber einzeln kostet die enthaltene Leistung wesentlich mehr. Außerdem sind Lysanda und ich durchaus frustriert damit, dass es bei mir nur maximal nach oben geht und bei ihr nur Stillstand herrscht. Also haben wir die Chance ergriffen mit zu machen – auch wegen der Möglichkeit mal EMS zu testen.

Training im Blaumann

Die Menschheit ist vermutlich schon immer auf der Suche nach der Wunderkur fürs Abnehmen. Am liebsten will man einfach auf der Couch liegen und dabei alle Chips-Kalorien gleich wieder verbrennen, die man dabei in sich reinstopft. Dass man hierfür auf Strom setzt, um die Muskeln zu stimulieren, ist nichts Neues und wird vor allem auf den unzähligen Shopping-Kanälen gerne als ultimatives Sportgerät verkauft (ohne echte Wirkung versteht sich). Strom zur Stimulation der Muskeln kommt aber tatsächlich beispielsweise bei Bewegungstherapien schon seit den 50igern zum Einsatz. Unser Gehirn macht technisch gesehen schließlich nichts anderes, wenn es Signale durch den Körper sendet insofern kann man sich das durchaus zu Nutzen machen.

„Mittlerweile“ (sind schon wieder ein paar Jahre) gibt es eine professionelle Sportvariante von EMS, die in die gleiche Kerbe schlägt und von immer mehr Fitnessstudios angeboten wird bzw. es gibt sogar Läden, die nur das machen. Bei uns kommt die Variante von EasyMotionSkin zum Einsatz. Dafür zieht man einen tollen, hautengen blauen Anzug an, der vollgestopft ist mit Elektroden. Über ein Tablet steuert euer Trainer diese aus der Ferne an und gibt auf die einzelnen Körperbereiche mehr oder weniger Strom während ihr euer normales Training durchführt. Das lastet die Muskeln vollständig aus und soll dadurch bis zu doppelt so viele Kalorien verbrauchen bzw. die 20 Minuten Training sollen so intensiv sein wie 1 1/2 Stunden ohne. Das Body Culture führt die Challenge wohl auch deswegen durch, um genau dazu mehr Erfahrungen zu sammeln.

EasyMotionSkin Promobild – Wir sehen (noch) nicht so fit aus :)

Kann natürlich nicht ganz ungefährlich sein, schließlich bekommt ihr technisch gesehen niederfrequente Stromschläge verpasst (vorher viel trinken und beim Warm machen ordentlich den Anzug vollschwitzen!). Außerdem wird bei EMS noch mehr als bei normalem Muskeltraining Creatin-Kinase im Körper produziert, was wiederrum zu einer Überlastung der Nieren führen kann, wenn man nicht gleichzeitig genug trinkt (=Entgiftung). Aber wir vertrauen erst einmal darauf, dass unser Trainer weiß was er tut und uns nicht zu Tode schockt. Damit schafft er schließlich kein Gewinnerteam :smile: . Für Gesunde und wenn man es nicht übertreibt (eben wie bei uns nur 2x pro Woche je 20 Minuten) soll es grundsätzlich aber nicht nur unbedenklich, sondern auch tatsächlich wirksam sein.

Das 1. Training

Vergangen Samstag hatten wir unsere erste EMS-Trainings-Einheit und ich muss sagen: Es war verdammt hart. Ich hab‘ ja schon meine Probleme mit dem funktionalen Training ohne noch zusätzlich Stromschläge zu bekommen. Das war aber definitiv noch einmal eine ganz andere Hausnummer obwohl bei mir die Elektroden „nur“ mit 25-30% Leistung arbeiteten während ich meine Kniebeugen, Liegestütze und dergleichen machen musste. Im ersten Moment fühlt es sich das Kribbeln so an, als würde einem der gesamte Körper einschlafen. Lysanda konnte sogar ihre Arme nicht mehr bewegen, weil sich bei ihr die Muskeln bei der Stimulation so angezogen haben. Die ist übrigens nicht dauerhaft, sondern kommt in Intervallen (bei uns waren es 6 Sekunden). Keine Ahnung, ob es das wirklich besser macht. Für mich fühlte sich genau dieser Moment wo der Strom kommt bzw. wieder verschwindet fast noch schlimmer an als die eigentliche Flussphase.

Die ganze Sache ist schon beim Stillstehen anstrengend, komisch und ja etwas unangenehm aber zumindest für mich nicht schmerzhaft. Nur als die Bauchelektrode bei einer Übung den Körperkontakt verlor, hab‘ ich einen kurzen Krampf bekommen. Ging danach gleich wieder aber sich dabei auch noch auf seine Übungen zu konzentrieren bzw. eigentlich eher zu zwingen diese durchzuführen ist entsprechend nochmal eine zusätzliche Herausforderung. Ich hoffe wirklich, dass das mit der Zeit etwas erträglicher wird :smile: . Während ich diese Zeilen schreibe habe ich auf jeden Fall einen mörderischen Muskelkater (vor allem in meiner Problemzone, der rechten Schulter) und heute haben wir schon die zweite Trainingseinheit. Aber wenn es am Ende tatsächlich was bringt, dann quäle ich mich selbstverständlich gerne. 17 Kilo Fett bauen sich leider nicht einfach so von selbst ab wie sie aufgebaut wurden. Und gewinnen wollen wir die Challenge selbstverständlich auch.

Mal schauen, ob wir das Schaffen. Drückt uns die Daumen und natürlich werde ich euch über das Ergebnis informieren!

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