Sicarius

So viel Sirup!

Falls ihr euch wundert, dass ihr aktuell keinen SodaStream-Sirup im Laden findet… da könnten möglicherweise wir dran schuld sein:

War so nicht geplant aber unser Vorrat ging zu neige und es gab ein paar super billige Angebote in den Weiten des Internets. Also haben wir zugeschlagen. Keine Ahnung wie lange der reicht aber ein paar Tage bestimmt :smile: .

Unser Verbrauch

Wir nutzen den Sirup jetzt schon seit zwei Jahren als Alternative zu normalen Flaschen und finden ihn weiterhin super zur Stillung des “ich brauche irgendwas süßes”-Bedürfnisses vor allem zu Mahlzeiten. Zur Erinnerung: Mit jeder Flasche Sirup lassen sich ca. 9 Liter Flüssigkeit “versüßen”. Das heißt in eine 600ml-SodaStream-Flasche kommen ca. 30ml Sirup (440ml sind in einer Packung). Durchschnittlich trinkt Lysanda eine Flasche mit Pepsi Max-Geschmack am Tag (die anderen sind nicht so ihrs). Ich konsumiere definitiv mehr, da allein 600ml mit Geschmack (7up free, Schwip Schwap Zero oder Mirinda Light) beim Mittagessen “stirbt” und dann meist nochmal die gleiche Menge abends auf der Couch dazu kommt (falls wir uns dort einfinden). Ansonsten trinke ich jedoch nur (Sprudel-)Wasser, um auf mein Pensum zu kommen während Lysanda sich zusätzlich mit Kaffee und Tee ihre Flüssigkeitskante jeden Tag gibt. Ist also nicht so, dass wir uns nur von Sirup-Wasser ernähren.

Trotzdem: Die Sirups enthalten (genauso wie ihre “echten” Varianten) Sucralose, Aspartam (nicht in allen Varianten enthalten) und Acesulfam K. Das passt logischerweise nicht jedem. Und leider konnte ich keine Informationen zur enthaltenen Menge finden. Auch bei den großen Vorbildern gibt es da nur sehr wenig Informationen. Einzig bei Coca-Cola Schweiz habe ich die Behauptung gefunden, dass in einem Liter Cola-Cola Zero 130mg Aspartam enthalten sind. Da braucht es schon sehr viele Liter pro Tag bevor ich den EU-Grenzwert in Höhe von 40mg pro kg Körpergewicht erreicht hätte. Bei Sucralose liegt der Grenzwert hingegen zwar „nur“ bei 15mg pro kg Körpergewicht. Ist bei meinen 100kg auf der Waage aber immer noch eine Menge Holz. Allerdings ist der Basistext für diesen Grenzwert mittlerweile 22 Jahre alt. Da wäre ich mal für eine neue Analyse.

Wir haben mit den Inhaltsstoffen (offensichtlich) jedoch derzeit kein Problem. Unabhängig einer potentiellen Gefahr von Süßungsmitteln wäre es natürlich grundsätzlich besser einfach nur Wasser zu trinken. Aber ich sehe das so: Wenn ich dank ein bisschen Sirup in meinem Getränk stattdessen die Finger von der Tafel Schokolade lasse, dann ist das für mich am Ende des Tages eine gute Sache :smile: .

Alle Kühlfächer voller Käse

154 Käsesorten stehen mittlerweile auf meiner Wertungsliste und in der Kühltruhe warten noch weitere Sorten auf die erste Probe. Wird also mal wieder Zeit, dass ich euch ein paar davon vorstelle. Aber das Licht am Ende des Tunnels scheint dennoch sichtbar zu werden. Zumindest finden sich im Einkaufswagen mittlerweile nicht mehr ganz so oft neue Varianten. Vielleicht ist es auch immer nur der gleiche Käse, der beim tegut und anderen Läden liegen bleibt und reduziert wird. Kann natürlich auch sein. Denn ja, ich kaufe weiterhin nur die Stücke mit einem roten Aufkleber. Aber egal warum: Den Webmaster freuts, wenn die Schubladen voller Käse endlich mal weniger statt mehr werden :smile: .

Gleichzeitig hat sich mittlerweile ein Hersteller ganz klar an die Spitze gesetzt. Wenn davon etwas heruntergesetztes im Kühlregal liegt, landet in 99% der Fälle alles davon im Einkaufswagen: Die Produkte der Käserebellen aus Oberbayern. Zwar habe ich noch keine einzige ihrer Sorten mit der Note “1” bewertet (nur 2en) aber sie haben ein abwechslungsreiches Sortiment und schmecken mir. Entsprechend klare Empfehlung von mir.

Allgemeine Erläuterungen

Die reduzierte Ware in der Käsetheke des tegut besteht meist aus einzeln verpackten Teilstücken. Insofern sind wir abhängig davon, was tegut auf den Kassenzettel schreibt – was mitunter nicht ganz so viel ist. Somit fehlen uns beispielsweise in den meisten Fällen die genauen Herstellernamen. Für mich unterscheide ich drei Käsearten: Schnittkäse, Hartkäse und Weichkäse (Schmelzkäse zählen wir hier ebenfalls dazu). Die Fußkäseskala sagt hingegen aus wie stark der Käse aus meiner Sicht riecht (von Fußkäseskala 0 für “gar nicht” bis zu Fußkäseskala 3 “stinkt durch die Kühlschranktür bis zum anderen Ende der Stadt”). Meine Bewertungsskala geht von Super guter Käse (Super gut) bis Bäh-Käse(Bäh) und die Preise sind hingegen logischerweise zum einen die von tegut und zum anderen zum Zeitpunkt unseres Kaufes und ohne die Reduzierung. Kann sich in der Zwischenzeit geändert haben. Wo keine Preise stehen, haben wir sie schlicht vergessen aufzuschreiben. Die Reihenfolge ist hingegen die, in der ich den jeweiligen Käse probiert habe.

Camembert affine au Calvados

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 23,95€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 2
Wertung: Bäh-Käse

Erwähnenswert ist, dass dieser Käse mit Brotkrumen paniert ist. Ansonsten musste ich feststellen, dass man den Calvados (ein Apfelbranntwein) sowohl riechen als auch herausschmecken kann. Und da ich mit Alkohol überhaupt nichts am Hut habe absolut nicht mein Fall.

Bergader Almzeit Weichkäse

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 17,09€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Er ist am ehesten vergleichbar mit dem Géramont, schmeckt mir aber besser. Vermutlich, weil er schön cremig ist.

Wiesenblumenkäse

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 21,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Ein mit Wiesenblumen verzierter Weichkäse mit Wiesenblumen. Hat eine cremige Konsistenz und  ist echt lecker. Die Wiesenblumen geben ihm eine angenehme, würzige Note.

Grana Padano

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 22,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Er hat einen sehr milden Eigengeschmack ist aber ansonsten nichts besonderes. Geht in Richtung Parmesan. Kann man heruntergesetzt mitnehmen – eben weil er so unauffällig und langweilig ist. Aber kann man auch liegen lassen.

Géramont (normal)

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 14,95€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Naja-Käse

08/15-Weichkäse. Hat eine etwas festere Konsistenz als vergleichbare Käsesorten aber absolut nichts besonderes.

Küssnachter Käse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 23,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 3
Wertung: Bäh-Käse

“Alter Schwede!”, wie der Webmaster sagen würde. Roh ist dieser Käse absolut nicht zu ertragen. Er schmeckt wie er rieht – nach Füßen. Als ich ihn dann zum Überbacken benutzt habe, war er grad so essbar. Aber trotzdem: Kaufe ich nicht wieder!

Bio Möhrenkugelkäse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhrohmilch
Preis pro kg: 21,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Der Name hält zwar nicht was er verspricht. So schmeckt man die Möhren überhaupt nicht heraus und die Farbe ist eher Tiefgelb als Orange. Aber er ist angenehm im Geschmack. Angenehm mild bzw. fein. Insgesamt nichts herausragendes.

Urtyroler Käse

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Kuhrohmilch
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Angeblich (sah verdächtig aus – dick und eklig)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 2
Wertung: Bäh-Käse

Auch dieser Käse schmeckt wie er reicht. Allerdings nicht nach Füßen, sondern einfach nur bitter. Zum Überbacken geeignet aber mehr auch nicht.

Bauer Bayerischer Romadur

Typ: Weichläse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Die Konsistenz ist okay und klebt auch nicht. Hat aber einen bitteren Nachgeschmack und ist eher etwas für den toten (Ur-)Opa als für mich. In meinen Notizen hatte ich vermerkt “Schmeckt wie in der Werbung angepriesen “Fünf Generationen alt”.

Silberdistel Camembert

Typ: Weichläse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 11,45€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Konsistenz und Geschmack okay für einen Camembert aber mir persönlich etwas zu bitter.

Bio Manouri

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Schaf- und Ziegenmilch
Preis pro kg: 21,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Bäh-Käse

Sehr bröselig und schmeckt wie ein zusammengepresster Ricotta. Absolut nicht mein Fall.

Bergader Bergbauern Käse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 16,60€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Schmeckt ganz leicht nach Rauch und ist bitter.

Bio Bockshornkleekäse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Schaf- und Ziegenmilch
Preis pro kg: 21,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Ein angenehm würziger Käse. Den namensgebenden Klee schmeckt man definitiv heraus. Gibt ihm eine herbe/nussige Note.

Appenzeller

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 26,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Noch ein Käse mit leicht bitterer Note. Nein, ich habe die nicht extra zusammensortiert. Das hat sich einfach so ergeben. Er ist aber nicht so schlimm wie z.B. der Bergader Bergbauern Käse. Ansonsten nichts besonderes.

Zillertaler Bergtilsiter

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 16,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 2
Wertung: Bäh-Käse

Schmeckt nicht so fies wie er riecht aber ist einfach nicht meins. Viel zu bitte.

Bio Landana Organic Charmeux

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 21,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Meine Empfehlung: Die Wachsrinde großzügig wegschneiden, sonst ist da so ein komischer Beigeschmack. Der Innenteil ist jedoch angenehm und nicht bitter und hat die normale Konsistenz eines Schnittkäses. Hätte eine Guter Käse bekommen, wenn die ersten Bissen nicht nach Rinde geschmeckt hätten.

Bio Gouda Old

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 18,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Trockener und bröckeliger als normaler Gouda. Geschmacklich aber tatsächlich besser. Genauer gesagt ist es eine intensive Geschmacksexplosion im Mund, die mir schon fast wieder zu stark ist. Mittelalter Gouda ist und bleibt mein Favorit beim Gouda.

Grünländer

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 13,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Ganz normaler Schnittkäse und nichts besonderes. Er ist grundsätzlich okay, hat aber einen leicht bitteren Geschmack.

St. Mang Rubius

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 15,50€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Hat eine minimal bittere Note, schmeckt aber grundsätzlich gut. Allerdings auch nichts besonderes. Weichkäse halt.

Schmugglerkäse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Heumilch
Preis pro kg: 16,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Es steht zwar Schnittkäse drauf, er erinnert aber stark an einen Camembert. Sehr lecker und definitiv mal was anderes eben, weil es kein 08/15-Schnittkäse aber auch kein Camembert ist. Möglicherweise ist die leichte Schimmelschicht der Grund dafür.

So viel also zu den oben genannten Sorten. Muss mal schauen, dass ich diese Einträge häufiger mache, sonst sitzen wir noch 2030 da bis wir meine Liste durch haben. Habe ich schon erwähnt, dass es zu viele Käsesorten gibt? Ja? Okay. Gibt trotzdem zu viele…

Sicarius

Urlaub mit Bildungsanteilen

Ein Ergebnis meiner Sandspielereien

Das war vielleicht ein Krampf dieses Jahr mit meinem Bildungsurlaub. Ursprünglich hatte ich mir für 2021 einen PHP-Lehrgang rausgesucht, da Rondrer nur noch bedingt eine Hilfe für die Webseite ist (schon zu lange raus aus dem Geschäft). Der fand aber am Ende nicht statt. Doof aber soweit (noch) nicht schlimm, schließlich kann man einmalig ins nächste Jahr verschieben (Wichtig: Vorgesetzten schriftlich und aktiv darüber informieren, dass ihr den Bildungsurlaub mitnehmt!). Also für 2022 entsprechend zwei Bildungsurlaube geplant… und kein einziger davon fand stand. Egal was ich machen wollte (z.B. einen zu Adobe Photoshop, einen zu Fotos machen und bearbeiten und sowas in der Richtung) – erst wurden sie verschoben, dann aus diversen Gründen (zu wenige Teilnehmer, Trainer krank) mehr oder weniger kurzfristig abgesagt. Galt auch für die Ersatzkurse, die ich mir raussuchte. Was ein Mist. Und nein, zwei Wochen nach 2023 zu verschieben geht nicht. Mindestens einen musste ich heuer noch machen, um den Anspruch nicht verfallen zu lassen.

Mein letzter Versuch (Adobe Creative Suite Kombo-Kurs) sollte Anfang November stattfinden, bevor er abgesagt wurde. Entsprechend waren nicht mehr viele Möglichkeiten übrig, um noch irgendwie zumindest eine Woche unterzubringen (vor allem Arbeitstechnisch). In Folge musste ich mein Netz etwas weiter spannen. Sowohl in Bezug auf die Lokation als auch die Art des Angebots. Zum Glück gibt es mittlerweile dank Corona immer mehr Bildungsurlaube, die Online stattfinden und trotzdem von den Ländern anerkannt werden. So bin ich am Ende beim Freien Bildungswerk Bochum gelandet und dem Kurs Nach Hause kommen ….zu mir – Kraftquellen im Ungewissen! unter der Leitung von Cornelia Budde.

Überhaupt nicht die Richtung, die ich eigentlich gehen wollte aber klang immerhin halbwegs interessant und sinnvoller als z.B. Linux für Ein- und Umsteiger, der vermutlich ebenfalls am Ende mangels Teilnehmer nicht stattgefunden hat. Scheinbar sind nur die Gesundheits- und Sprachkurse wirklich gut besucht. Keine Ahnung warum. Hoffentlich klappt es 2023 besser. Habe mich bereits für zwei Schreib- und Rhetorikkurse angemeldet.

Materialschlacht

Zwei Wochen vor Beginn des Kurses ein Schock: Die Kursleiterin schickte eine lange Liste an notwendiger Ausstattung (Computer, Kamera, Mikro, etc.) und bereit zu haltendem Material. Da hat selbst Lysanda mit den Ohren geschlackert und wir haben uns gefragt, was das werden soll. Unsere Bereitschaft so viel für einen Bildungsurlaub einzukaufen mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass am Ende haufenweise davon übrigbleiben wird, war eher gering. Ein Beispiel: Je ein Esslöffel helles (z.B. Ölivenöl) und dunkles Speiseöl (Kürbiskernöl). Olivenöl ist unser “Daily Driver” aber was anderes haben und brauchen wir nicht im Haus. Wegen einem Esslöffel kaufe ich also bestimmt nicht noch eine Flasche anderes Öl (egal wie groß), nur damit es dann rumsteht.

Gab auch ohne dunkles Öl tolle Bilder

Wir waren zwar doch mal kurz im Bastelladen und haben 2-3 Sachen gekauft aber nur Dinge, die Lysanda auch gebrauchen kann. Für alles andere haben wir Lösungen aus unserem bestehenden Fundus genommen. Beispielsweise für die vier Bögen schwarzes DIN A2 Tonpapier: Das gab es nicht einmal im Laden. Stattdessen hatten wir noch einen Stapel DIN A4 hier herumliegen, den wir im Zweifel zu DIN A2 zusammengeklebt hätten. Mussten wir am Ende nicht tun, denn – Spoiler – es kam nur ein Bruchteil des geforderten Materials tatsächlich zum Einsatz. Zum einen, weil die Zeit nicht ausreichte, um alle geplanten Gestaltungsaufgaben (so nannte sie die Kreativpausen) durchzuführen und zum anderen, weil für die Übungen nicht zwingend das geforderte Material notwendig war. Schwarzes Tonpapier habe ich z.B. am Ende ein einziges verbraucht – in DIN A3. Und von der Rolle 1mx5m Packpapier, die wir extra gekauft haben? Maximal ein Meter… Der angeforderte Ton? Nicht mal drüber gesprochen.

Und ja, den anderen Teilnehmern erging es ähnlich (dürfte keiner alles gekauft haben) mit entsprechenden, unschönen Diskussionen mit der Kursleiterin. Nene. Sowas ist schon in der Schule scheiße. Wie viel Kram wird am Anfang des Jahres gekauft, den das Kind dann gar nicht oder nur einmal braucht (ich schaue in deine Richtung, lieber Kunstunterricht!). Da sollte ich mir bei einer Erwachsenenbildung noch mehr Gedanken in Bezug auf Nachhaltigkeit und die Machbarkeit bei den Teilnehmern machen. Oder, wenn ich zwingend etwas an Material voraussetze, ein Paket für jeden schnüren. Ich bezahle lieber 20€ mehr, wenn ich dafür das Material gestellt und zugesandt bekomme als diesen ganzen Stress mit dem Beschaffen zu haben. Der ein oder andere meinte auch, dass er sich definitiv gegen den Bildungsurlaub entschieden hätte, wäre in der Beschreibung die Materialliste bereits mit dabei gewesen.

Aber gut: Als Kind habe ich keine andere Wahl. Erwachsenenbildung ist zum Glück anders – vor allem, wenn er online stattfindet. Kann mich keiner zwingen irgendwas zu tun und die Kontrolle über die Webcam liegt bei mir, nicht beim Kursleiter :smile: .

Moderne Technik

Webcam-Kontrolle ist aber tatsächlich ein sehr großer Vorteil eines Onlinekurses vor allem für die Schüchternen unter uns (=ich). Es gab viele Bewegungseinheiten mit Musik dazu – man könnte es auch als “Ungezwungenes Tanzen” bezeichnen. Vor Ort wäre ich vermutlich vor Scham im Boden versunken da mitzumachen. Hier konnte ich mich hingegen entweder außerhalb des Sichtbereichs bewegen oder eben die Webcam mal ganz ausschalten. Zu wissen, dass die restlichen 17 Teilnehmer (war eine relativ große Runde) einen nicht sehen können, erleichtert doch ungemein das Loslassen und die geforderte Leichtigkeit und Unbekümmertheit in die Bewegung zu bringen. Und, wenn ich mal keinen Bock hatte, konnte ich auch einfach nicht mitmachen.

Darstellung von Komfort, Überforderung und Herausforderung

Aus technischer Sicht kam zoom zum Einsatz und hat echt wunderbar funktioniert. Die Kursleiterin war jetzt nicht die versierteste was Technik angeht aber sie hat es trotzdem wunderbar hinbekommen uns auf Knopfdruck für Gruppenarbeiten in separate Räume zu schicken und wieder zurückholen, auf einem Whiteboard zusammenarbeiten zu lassen, ein paar Bilder/Folien zu zeigen – wirklich alles überraschend super gelaufen und eine geniale Sache. Fast schon besser als in der Realität wo man sich immer erst zusammenfinden und das Material zusammensuchen muss.

Zu sich finden

Ziel des Kurses war es somatische Achtsamkeit und ihre Bedeutung zu vermitteln auf Basis der Body-Mind Centering-Methode von Bonnie Bainbridge Cohen. Ich würde es im Prinzip so zusammenfassen: Es geht darum zu lernen seinen Körper auf psychischer und physischer Ebene zu verstehen und ihm zuzuhören. Der Bildungsurlaub war dazu thematisch aufgeteilt in einzelne Bereiche wie das Atemsystem, der Herzkreislauf oder die Haut. Zu jedem Themengebiet gab es dann drei Schwerpunkte: Theorie, Bewegung und Gestaltung.

In den Theorieanteilen wurden Zusammenhänge und biologische Grundlagen über die einzelnen Körperregionen vermittelt. Logischerweise viel Bekanntes dabei aber auch der ein oder andere neue Denkansatz. In den Bewegungseinheiten und Meditationen ging es dann darum ein besseres Gefühl für die jeweilige Region zu bekommen. Beim Atmen beispielsweise das, was alle Asthmatiker kennen, die schonmal auf Reha waren: “Bring den Sauerstoff bewusst an bestimmte Stellen im Körper”. Insgesamt aber einfach viel ungezwungenes Bewegen zu bestimmter Musik. Für mich waren die Theorie und die Bewegung ehrlich gesagt aber nicht so der Brüller. Das lag nur bedingt am Thema auch, wenn gefühlt in jedem Gesundheitskurs das Gleiche erzählt wird. Sondern eher an meiner eigenen Unfähigkeit mich trotz ausgeschalteter Webcam richtig darauf einzulassen. Bin einfach (noch) nicht so gut darin los zu lassen.

Hautabdrücke mit Tesafilm auf Papier übertragen

Aber es gab noch einen dritten Part und dieser war der Grund für die lange Materialliste: Kreativ sein und dabei neue Erfahrungen machen. Insgesamt waren es leider nur ein paar Einheiten in den fünf Tagen. Die zudem teilweise viel zu kurz waren. In diesem Sinne war es sogar von Vorteil, dass ich keine DIN A2 Blätter hatte – die hätte ich in 20 Minuten sowieso nicht voll bekommen. Am ersten Tag haben wir uns mit Sand und einem Blasrohr beschäftigt und damit Bilder erzeugt. Es ging schließlich um das Thema Atmen. Bei den Körperflüssigkeiten hingegen kamen am nächsten Tag die Öle, Wasser und Spüli zum Einsatz. Wir sollten damit spielen und schauen wie sie sich verhalten und so kleine Kunstwerke auf einem Teller/in einer Schüssel erschaffen. Wir haben außerdem noch das Herzkreislaufsystem sowie unseren Darm auf verschiedene Arten von Papier gebracht, uns mit Farbe vollgemalt und mit Hilfe von Tesafilm dann die Hautstruktur auf ein Blatt geklebt und mit drei Paar Socken sowie Häkelgarn den Zusammenhang zwischen Kopf, Herz und Bauch dargestellt. Und so weiter. Nicht jede Einheit hat mir gefallen oder war wirklich Neu für mich in Bezug auf das “Materialexperiment” aber dennoch muss ich rückblickend sagen, waren sie meine Highlights der Woche. Dank Lysanda male ich zwar mittlerweile mehr als noch vor 10 Jahren. Doch so viel Abwechslung in Sachen Kreativität habe ich im Alltag definitiv nicht. Entsprechend ist es schön dahingehend wieder etwas gemacht zu haben.

Fazit

Sagen wir, wie es ist: Der Kurs war nicht meine erste Wahl und ich werde ihn nicht noch einmal machen. Das lag hauptsächlich an mir würde ich sagen (weil die Bewegungseinheiten und die Theorie mich nicht so angemacht haben) und weniger am Kurs an sich. Es war definitiv nicht der schlechteste Gesundheitskurs, den ich bislang in sieben Jahren Bildungsurlaub mitgemacht. Es war aber mein erster Onlinekurs und ich bin definitiv positiv überrascht, wie gut das geklappt hat und wie angenehm es insgesamt war. Natürlich hat Präsenz auch seine Vorteile. Manchmal ist es gut und hilfreich aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen zu werden. Aber für z.B. die ursprünglich geplanten Programmier- und Softwarekurse bräuchte ich jetzt nicht zwingend durch die Gegend tingeln. Das ginge auch online und hätte sogar den Vorteil, dass ich direkt auf meinem System arbeiten kann.

Schnarchen (unnötiges Symbolbild)

Ich gebe es ja nicht gerne offen zu, aber Lysanda und ich nächtigen schon seit bald zwei Jahren in getrennten Schlafzimmern. Nein, wir stehen nicht kurz vor der Trennung. Wir haben uns immer noch ganz dolle lieb, wie man so schön sagt. Wir liegen auch immer noch einige Zeit zusammen im Bett, bevor ich dann nach unten verschwinden. Stattdessen ist es das Männerproblem, welches mich wie schon anno 2016 ihrer sanften Umarmung entreißt. Sprich, ich schnarche wieder wie ein bekloppter. Und nein, es ist immer noch keine Schlaf-Apnoe. Nach der Nasenoperation 2017 war das Problem für einige Zeit besser geworden aber mit der Corona-Pandemie kam 2020 langsam aber sicher wieder meine nächtliche Geräuschkulisse zurück.

Hatte natürlich nicht direkt mit Corona zu tun. Aber zum einen fühlte sich mein linkes Nasenloch einfach wieder ständig “zu” an und zum anderen – das lässt sich nicht verleugnen – habe ich mich wie so viele andere im Home Office etwas zu sehr gehen lassen. Vor kurzem standen heftige 114kg auf der Waage. Das dürfte mein Schnarchen sicherlich ebenfalls gut fördern. Von der Front gibt es allerdings gute Nachrichten: Mittlerweile bin ich schon wieder bei 103kg angekommen – Tendenz glücklicherweise weiter sinkend.

Einschub

Theoretisch folgen Lysanda und ich schon länger dem 300g-pro-Mahlzeit-Limit. Aber wir haben das mehr als Orientierungswert genommen und meist nicht ganz so streng ausgelegt. Außerdem kann man selbst in “nur” 300g allerlei Mist reinpacken. So wiegen fünf normale Bratwürste auch nur 300g, schlagen aber mit heftigen 700kcal zu Buche – das dann am besten noch drei Mal am Tag (ja, für mich kein Problem) und schon ist da nicht mehr viel Luft was den täglichen Energiebedarf angeht. Entsprechend reißen wir uns angesichts des Blicks auf die Waage endlich mal wieder zusammen.

Die drei Zutaten für den Joghurt

Sprich ich schreibe mein Essen wieder penibel auf mit dem Ziel möglichst häufig unter 1.100 Kalorien zu bleiben. Gleichzeitig nur zwei Mahlzeiten am Tag (wir sind sowieso nicht die Frühstücker vor dem Herrn) mit besagtem 300g-Limit und einem höheren Gemüseanteil (mit dem Mann/Frau/Divers) dann gerne auch die 300g etwas sprengen darf). Und an 2-3 Tagen die Woche schießen wir zusätzlich den Vogel noch komplett ab und legen einen “Fastentag” ein. In Anführungszeichen, weil wir an dem Tag trotzdem eine normale Mahlzeit zu den oben genannten Konditionen zu uns nehmen. Das können dann durchaus mal die besagten fünf Bratwürste sein. Aber die zweite Mahlzeit ist dafür nur ein ~250g schwerer Flohsamenschalenjoghurt. Der besteht derzeit aus 60-80g Quark, der Rest Wasser sowie zwei Teelöffel Flohsamenschalen. Dann gut verrühren und ein paar Stunden stehen lassen (z.B. im Kühlschrank), damit die Flohsamenschalen arbeiten können. Hat so gut wie keine Kalorien (~60-80kcal), füllt aber den Magen und reicht um die Zeit bis zum Schlafen oder Abendessen zu überbrücken.

Klingt heftig, aber ist tatsächlich was den Hunger angeht vollkommen okay. Und die Waage zeigt, dass es echt was bringt. So habe ich im Juli ~8kg runter geschafft. Das darf gerne so weitergehen (wird es vermutlich nicht – die ersten Kilos sind immer die einfachsten). Und ja, die Fastentage machen gefühlt den größten Einschlag.

Zurück zum Thema

In Bezug auf die Nase bin ich 2020 dann natürlich gleich wieder zu meiner HNO getingelt. Die hat nicht wirklich viel gesehen (tut sie auch immer noch nicht) aber war eh egal, weil sie aufgrund von Corona sowieso keine Conchotomie mehr durchführte. Stattdessen überwies sie mich wieder ins HNO-Klinikum.

Dort haben sie zwar ebenfalls nicht wirklich viel gesehen selbst auf dem CT, der Oberarzt war aber trotzdem willig mich nochmal unters Messer zu legen und genauer hinzuschauen. Hatte sogar erst einen entsprechenden Termin ausgemacht aber aufgrund der Corona-Situation war meine Motivation eine Woche im Krankenhaus zu verbringen verständlicherweise äußerst gering. Somit blieb das Thema bis jetzt liegen, denn meine HNO hat diesen Monat endlich wieder angefangen Conchos anzubieten. Sie sieht zwar wie gesagt immer noch nicht so wirklich, wo der Luftstrom in meiner Nase beeinträchtigt wäre. Sie glaubt aber meinen Ausführungen zumal ich nach einer Runde von ihrem Nasenspray das Gefühl hatte, dass der linke Nasenflügel endlich mal weit offen ist. Insofern läuft es vermutlich darauf hinaus, dass ich mich im September nochmal lasern lasse. Hoffen wir, dass es das gewünschte Ergebnis bringt.

Ein neues Bett

Mein damaliges Wohnzimmer in Eckental mit besagtem Sofa

Ich schlafe also seit mittlerweile zwei Jahren im Keller. Soweit so gut. Bislang allerdings auf meinem Schlafsofa, das ich mir 2013 für meinen Umzug nach Eckental gekauft hatte. Lysanda meinte zwar schon länger, dass wir uns doch einfach mal ein Bett kaufen sollten. Aber mein Kopf war irgendwie noch nicht bereit sich einzugestehen, dass das offensichtlich eine längere anhaltende Situation sein wird. Hat schon etwas gedauert, bevor ich das Sofa überhaupt aufgeklappt habe. Und nein, das war definitiv alles andere als gut für meinen Rücken – auch im ausgeklappten Zustand. Deswegen habe ich mich endlich damit abgefunden, dass ich auf absehbare Zeit weiter im Freizeitraum meine Nächte verbringen werde und wir haben mir ein anständiges Bett gekauft.

Jetzt wäre dieses Ereignis erstmal nicht weiter berichtenswert. Einfach ins nächste Möbelhaus oder so, das nächstbeste ausgesucht und schon war es das. Habe ich 2013 nicht anders gemacht und dieses Bett steht immer noch im Schlafzimmer (mit der ein oder anderen Modifikation). Aber wir sind ja hier in der Casa Lysanda und da wird auch gerne mal über den Tellerrand geschaut. Entsprechend steht im Keller tatsächlich kein 08/15 Holz-Bettgestell, sondern ein Bett 2.0 – ein vollständig recycelbares Kartonbett (100% Wellpappe davon 70% recyceltes Material).

Definitiv eine echt coole Idee. Vollkommen modular, individuell einstellbar, im Zweifel schnell und einfach zur Seite wegzuräumen, einfach reparierbar, kann im Zweifel schlicht in der Mülltonne entsorgt werden und es ist kein Lattenrost notwendig. Stattdessen eine dicke Matratze (min. 15cm) drauf und fertig. Die habe ich nach einem kurzen Preisvergleich dann ebenfalls bei ROOM IN A BOX erstanden. Bio, nachhaltig und mit abnehmbarem Überzug klang perfekt. Natürlich nicht ganz billig aber gute Matratzen sind eben nicht billig. Dafür begleitet einen so eine Matratze ja im besten Fall auch 1-2 Jahrzehnte. Und zu guter Letzt habe ich mir noch einen zweiten Matratzenbezug gegönnt. Ich schwitze einfach viel, deswegen ist mir eine zweite Lage lieber. Und da wir keine Spannbetttücher für diese Matratzengröße (1,4 x 2m) im Haus haben, habe ich mir die 80€ für zumindest auf dem Papier hochwertiges Material ebenfalls gegönnt. Am Ende entsprechend rund 1.200€, die ich bei den Berlinern gelassen habe. Aber für meine Gesundheit ist mir das logischerweise wert und zudem gibt es 30 Tage Rückgaberecht. Hätte es also “einfach” wieder zurückschicken können, falls mein Rücken doch nicht begeistert gewesen wäre.

Fazit

Karton + Matratze = fertiges Bett

An der Formulierung habt ihr es sicherlich schon gemerkt: Ich habe mich noch vor Ablauf der Rückgabefrist entschieden das Bett 2.0 zu behalten. Es ist um Welten… nein, Galaxien bequemer als das Schlafsofa und vielleicht sogar als unser normales Bett. Vom Gefühl her schön weich und kuschelig (vermutlich dank der Baumwolle) trotz des harten Unterbaus und der mittelfesten Matratze und der Aufbau dürfte keine 15 Minuten gedauert haben. Die ersten Nächte musste sich mein Rücken zwar erst daran gewöhnen, aber mittlerweile schlafe ich definitiv besser als auf dem Sofa. Und bevor ihr fragt: Ja, den Lesetest habe ich mit Lysanda ebenfalls schon gemacht. War absolut kein Problem für die Konstruktion und im Gegensatz zu unserem normalen Holzbett quietscht es auch nicht, wenn die Buchseiten mal etwas stärker umgeblättert werden.

Alles in allem kann ich das Bett 2.0 im Speziellen und ROOM IN A BOX im Allgemeinen (haben noch mehr Papiermöbel) aktuell empfehlen. Mal schauen, ob es in einem Jahr immer noch so aussieht.

Flüssiges B12

Vitamin B12. Ursprünglich wollte ich darüber schon vergangene Woche schreiben aber irgendwie ist die geplante Einleitung (mal wieder) völlig ausgeartet und hat mich in eine andere Richtung geführt. Aber heute kommen wir endlich zu dieser Gruppe von chemischen Verbindungen und erfahren, was sie unter anderem mit unserem Gemütszustand zu tun haben. Und ja, es sind schon wieder mehrere Sachen unter dem gleichen Begriff zusammengefasst. Allerdings ist es beim Vitamin B12 nicht einmal ansatzweise so schlimm wie beim Vitamin B3, bei dem aus meiner Sicht beide Substanzen völlig unterschiedliche Wirkungen und Einsatzorte im Körper haben.

Was ist es?

Von B12 hat sicherlich jeder schonmal gehört. Es dürfte mit Vitamin C und D heutzutage das bekannteste Vitamin sein. Grund ist die Diskussion um Vegetarier und vor allem Veganer, die prädestiniert sind für einen entsprechenden Mangel. Aber liebe Freunde der gepflegten Pflanzenkur seid beruhigt: Auch Fleischfresser kann es treffen. Ich bin ein gutes Beispiel dafür. Ein Leben lang fast täglich viel Fleisch zu mir genommen und trotzdem wurde mir 2016 von meinem Arzt ein so starker Vitamin-B12-Mangel diagnostiziert, dass ich zu drei Infusionen antanzen musste bestehend aus einem Vitamin-B-Komplex. So kann es gehen.

Aber fangen wir ganz von vorne an. Vitamin B12 ist ein essentielles Vitamin und der Körper kann zumindest die benötigte Endform nicht selbst herstellen und muss sie sich von außen holen. Wie oben erwähnt verbirgt sich hinter dem Begriff “Vitamin B12” eine Gruppe von chemischen Verbindungen – die sogenannten Cobalamine:

  • Adenosylcobalamin
  • Aquacobalamin
  • Cyanocobalamin
  • Hydroxycobalamin
  • Methylcobalamin
  • Nitritocobalamin

Aus medizinischer Sicht sind wohl alle Formen von Cobalaminen gleichwertig. Also egal welches davon ihr prinzipiell zu euch nehmt, ihr kriegt damit Vitamin B12 und euer Körper kann auch jeweils etwas damit anfangen, solange die notwendigen Co-Faktoren vorhanden sind. Es lohnt sich aber dennoch einen etwas genaueren Blick auf die unterschiedlichen Varianten zu werfen, denn ganz so gleichwertig sind sie lt. einer Studie von 2017 wohl doch nicht.

Adenosylcobalamin, Methylcobalamin und Hydroxycobalamin sind die natürlichen Formen des Vitamin B12. Cyanocobalamin ist hingegen ein rein synthetisches Produkt und biologisch inaktiv, das aber sehr gerne in der Industrie und von Ärzten eingesetzt wird. Warum? Na, weil es billiger ist. Wie immer :smile: . Biologisch inaktiv heißt, dass unser Körper erst einmal nichts damit anfangen kann. Stattdessen nimmt er es her, um dann selbst daraus Adenosylcobalamin und Methylcobalamin herzustellen – die aktiven Formen von Vitamin B12.

Aquacobalamin ist hingegen die konjugierte Säure des Hydroxycobalamin und ich sage euch ganz ehrlich: Ich habe bislang noch nicht wirklich verstanden, was das ist. Also es hat irgendetwas mit Säure-Basen-Paaren zu tun und der Körper braucht dieses Aquacobalamin, um daraus einen Nitrosyl-Komplex zu fertigen. Der wiederrum ist für zahlreiche Prozesse in unserem Körper wichtig. Aber wie diese Umwandlung genau funktioniert übersteigt meine (schlechten) Chemie-Kenntnisse.

Hydroxycobalamin ist ebenfalls biologisch inaktiv, nehmen wir allerdings über die Nahrung auf. Der Teil, der nicht zu Aquacobalamin wird, wandelt unser Körper am Ende in “echtes” Vitamin B12 um. Und Nitritocobalamin? Damit scheint sich irgendwie noch niemand beschäftigt zu haben, zumindest habe ich dazu keinerlei handfeste Informationen abseits seiner chemischen Eigenschaften gefunden. Vergessen wir+ es also gleich wieder :wink: .

Woher kriegen wir es?

So viel zur Theorie. Halten wir fest: Unser Körper kann zwar Cobalamine umwandeln, aber keine eigenen herstellen. Durchs Rauchen oder wenn wir zum Arzt gehen gibt es eine Runde Cyanocobalamin, eine synthetische Form von Vitamin B12. Das in der Zigarette enthaltene Zyanid hinterlässt nämlich Cyanocobalamin als Rückstand im menschlichen Gewebe. Wenn ihr jetzt aber als Vegetarier denkt “Super, dann rauche ich einfach wie ein Schlot”, muss ich euch enttäuschen: Die Mengen sind äußerst gering und verwerten kann der Körper es ebenfalls nur bedingt. Also lassen wir das lieber mit dem Rauchen.

Die erwähnte Studie hat hingegen festgestellt, dass die Zufuhr von biologisch aktiven Formen des Vitamin B12 sicherer und besser geeignet für unseren Körper ist als das Cyanocobalamin. Mal schauen, wann unsere Mediziner das verinnerlichen. Insofern: Wenn ihr Supplementieren wollt/müsst, dann greift zu Adenosylcobalamin und Methylcobalamin. Wir holen uns beispielsweise Adenosylcobalamin-Tropfen von der Arnika Apotheke. Gibt es aber natürlich auch noch andere Anbieter und Darreichungsformen.

In dem Mittagessen war nicht viel Vitamin B12 enthalten.

Auf natürlichem Wege gibt es Vitamin B12 hingegen nur durch das Essen von Fleisch im Allgemeinen und Innereien im Speziellen. Grundsätzlich ist wohl in allem zumindest ein bisschen etwas drin aber das hängt stark von der Ernährung des Tiers ab. Fleischfresser können das Vitamin nämlich genauso wie Pflanzen nicht selbst herstellen. Stattdessen gibt es Mikroorganismen, die in Symbiose mit einigen Tierarten leben und die das für sie tun. Die können sich theoretisch zwar auch auf Pflanzen ansiedeln, dann gibt es von denen ebenfalls eine Runde B12 – wenn man sie nicht gründlich wäscht. Aber das passiert wohl nicht ganz so häufig. Stattdessen ist ihr natürlicher Lebensraum z.B. im Magen von Wiederkäuern, also beispielsweise Rind. Kriegt das genug Cobalt-haltige Nahrung, wird fleißig Vitamin B12 produziert.

Schwein und Geflügel hat hingegen zwar die entsprechenden Bakterien im Darm, können das dort produzierte B12 aber nur schlecht verwerten. Sie sind entsprechend ebenfalls auf äußere Zufuhr angewiesen. Findet die nicht statt, hat auch das Fleisch entsprechend keines – und natürlich das Vieh allerlei Probleme. Einzellige Meerespflanzen wie Algen sind ebenfalls gute Symbionten und enthalten entsprechend viel B12. Genauso wie die Meerestiere, die dann fleißig dieses Plankton fressen. Ihr müsst eure Diät also jetzt nicht komplett nur auf Kuh umstellen, nur um genug B12 zu bekommen. Wer aber jetzt denkt, dass er einfach Algen isst: Das B12 darin ist biologisch inaktiv und kann unser Körper nicht ohne weitere Unterstützung verarbeiten.

Wie viel darf es sein?

Glücklicherweise brauchen wir lt. DGE gar nicht so viel Vitamin B12 am Tag. Sie empfiehlt schlappe 4,0µg. Ja, Mikrogramm. Eine wirklich überschaubare Menge. Dazu hier ein paar Beispiele was so in Nahrungsmitteln enthalten ist:

Rinderleber hat 65µg auf 100g, Hühnerleber immerhin noch 20µg/100g und Hering kommt auf 11µg/100g. Rindfleisch selbst liegt bei 5,0 µg/100g während Camembert (30% Fett i. Tr.) bei 3,1µg/100g liegt und eine Blutwurst bei 1µg/100g. Gemüse wird hingegen mit 0,01µg/100g angegeben und selbst ein Hühnerei kommt nur auf 0,1µg/100g. Schweinefleisch liegt hingegen bei 0,8µg/100g.

Wer also ein schönes Rumpsteak (~250g) verzehrt, sollte seine Tagesdosis Vitamin B12 gemäß DGE nicht nur erreicht, sondern sogar weit überschritten haben, oder?! Leider nein, denn damit Vitamin B12 die Reise vom Mund in den Darm (wo es absorbiert wird) überlebt, benötigt es den sogenannten “Intrinsic Factor”. Und von dem haben wir nicht unendlich viel im Körper. Geschätzt wird, dass pro Mahlzeit entsprechend nur magere 2µg Vitamin B12 aufgenommen werden können. Alles andere überlebt die Reise nicht. Und von der Mundschleimhaut wird nur ca. 1% absorbiert.

Zu viel?

Aber selbst, wenn man mal nicht jeden Tag seine Zufuhr bekommt: Der Speicherort von Vitamin B12 im Körper ist die Leber. Und dort haben Wissenschaftler bei gesunden Erwachsenen Depots im Bereich von 2000-5000µg gefunden. Sprich hat man erst einmal seinen Körper mit ausreichend mit Vitamin B12 versorgt, hält er es durchaus eine sehr lange Zeit ohne zusätzliches Material aus, bevor man überhaupt in einen Mangel gerät.

Eine Überdosis ist gleichzeitig auf normalem Wege praktisch unmöglich. Hydroxycobalamin wird sogar als Gegengift bei einer Zyanid-Vergiftung angewendet – in einer Dosis von 5g (5.000.000µg) oder sogar 10g, wenn es ganz schlimm ist. Und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat dies als völlig sicher eingestuft. Bei Vitamin B12 gilt also: Kriegt unser Körper zu viel, kommt es unten einfach wieder raus bzw. kommt gar nicht weiter als unser Magen. Es gibt nur vereinzelt Fälle von Akne und lokalen, allergischen Reaktionen speziell bei intravenöser Zuführung. In meinem Fall hatte ich dahingehend aber keine Probleme.

Ich möchte an dieser Stelle aber diese Studie von 2019 und diese von 2017 nicht unerwähnt lassen. Beide haben festgestellt, dass bei einer dauerhaften hohen Zufuhr von Vitamin B12 das Risiko für Lungenkrebs steigt. Normale Personen haben bei einer Einnahme von täglich >55µg demnach ein doppelt so hohes Risiko, Raucher (auch ehemalige) sogar ein drei- bis vierfach erhöhtes. Es kann also sein, dass sich bei der These “vollkommen ungefährlich” in Zukunft noch was tun wird. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat derzeit eine Empfehlung von maximal 25µg/Tag ausgegeben.

Was macht es?

Bleiben die wohl entscheidendsten Fragen zum Schluss: Wofür brauchen wir Vitamin B12 überhaupt und wie erkenne ich einen Mangel? Nun, Vitamin B12 spielt – wie die meisten Vitamine – bei so einigen Prozessen in unserem Körper eine wichtige Rolle. Es wird bei der Zellteilung und dem Zellwachstum genauso gebraucht wie für die Bildung der DNA. Es reguliert das Schlafhormon Melatonin, hilft also bei der Regulierung unseres Schlaf-Wach-Rhythmus. Und zusammen mit B6 und Folsäure baut es Homocystein ab, ein giftiges Abfallprodukt beim Proteinstoffwechsel. Zu viel davon, kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Da oben drin wird besonders viel Vitamin B12 gebraucht.

Außerdem stärkt B12 unsere Blutgefäße und ist extrem wichtig für unser Gehirn und Nervensystem. Und zwar hilft es u.a. bei der Bildung und Regeneration der Nervenfaserhüllen – womit wir endlich den Ringschluss zum Thema “Depressionen” geschafft haben. Demenz, Alzheimer, Autismus, Schizophrenie – die Liste an möglichen Verbindungen zwischen “zu wenig B12” und einer psychischen Krankheit wird gefühlt eher länger als kürzer. Angeblich ist ein Teil dieser neurologischen Störungen sogar irreversibel. Sprich, selbst wenn ihr den Mangel irgendwann bemerkt und wieder ausreichend B12 zu euch nehmt, habt ihr einen bleibenden Schaden am Nervensystem. Nicht gut.

Mangelerscheinungen

Zum Glück lässt sich ein akuter Mangel relativ einfach (auch beim Hausarzt) über einen Bluttest nachweisen. Achtung: Es gilt wieder, dass der B12-Wert im Blut nicht aussagekräftig ist. Ihr müsst den Holo-TC (Holo-Transcobalamin) messen lassen. Dabei handelt es sich um das aktive Vitamine B12, das sofort von den Zellen aufgenommen werden kann. Der Wert wird entsprechend nicht von einer vorherigen Einnahme so stark beeinflusst wie beim normalen B12-Wert.

Ist der Wert zu niedrig, sind zwar so gut wie alle Reserven aus der Leber verbraucht, aber mit Präventivmedizin ist es ja leider noch nicht so weit hergeholt. Ist man im Mangel, gibt es je nach Schwere entsprechend ein paar Präparate, Spritzen oder mehrere Runden an den Tropf hängen. Plus natürlich einer anschließenden Ernährungs- oder Verhaltensumstellung. Bei Alkoholismus ist beispielsweise der Vitamin-Verbrauch des Körpers grundsätzlich größer.

Anzeichen für einen Mangel sind Sachen wie Kribbeln oder ein Kältegefühl in den Extremitäten (Hände/Füße), Erschöpfung, Schwächegefühle, Konzentrationsstörungen oder eben irgendwelche Psychosen. Und ja, Rückblickend muss ich speziell beim Thema “Kribbeln” und “Kältegefühl” stark nicken. Echt schlimm, was man alles einfach ignoriert und nicht gegenüber einem Arzt erwähnt, weil es einen nicht so richtig einschränkt. Meine Depression hat die Zufuhr von Vitamin B12 zwar nicht endgültig besiegt, aber es war sicherlich ein wichtiger Baustein. Und da ich mit Blick auf meine Ernährung vermutlich nicht genug zu mir nehme, trotz weiterhin starker Fleischlastigkeit (aber keine Innereien und wenig Fisch), supplementiere ich sicherheitshalber. Den Wert prüfen lassen könnte ich aber auch mal wieder…

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