Sicarius

Das Crowdfunding-Jahr 2024

Wie viel Geld ich bei meinen Crowdfunding-Abenteuern wohl gespart hätte, wenn ich mich nicht öfters mal hätte hinreißen lassen? Speziell im Bereich der Videospiele werfe ich doch gerne mal so einige Euro in den Ring, wo ich mir nachher denke: „Was hat mich denn da geritten?!” Noch unverständlicher ist es für mich, da es mittlerweile meist nicht einmal mehr eine physische Belohnung gibt. Ich bin also maximal für einen etwas billigeren Steamkey früher eingestiegen. Als hätte ich nicht schon genug Kram zu zocken.

Was zum Zocken

Das ist definitiv eine “Big Box”!

Und damit sind wir auch schon in meinem Crowdfunding-Jahr 2024. Von den 18 Projekten, die ich damals unterstützte, waren sieben aus der Kategorie „Videospiele”. Zugegeben, mit Broken Sword: Reforged – Collector’s Edition wurde tatsächlich nur die Produktion einer physischen Box für Baphomets Fluch – Die Verschwörung der Tempelritter: Reforged finanziert. Das zählt also nicht und das Ergebnis ist definitiv schick geworden.

Aber warum habe ich dem StarCraft II-Klon Stormgate Geld gegeben? Und das nicht nur, weil ich bekanntlich nicht gerade der beste Stratege bin („Schildkrötenmodus aktiviert!”). Das fertige Spiel ist auch noch ziemlich schlecht geworden. Immerhin, ganz im Sinne von Stop Killing Games, stellen die Entwickler gerade den Titel um. So wird er auch nach der baldigen Abschaltung der Server spielbar bleiben – falls man das will.

Spielbar und gut?

Ebenfalls bereits fertig und erhältlich sind King’s Orders und This is Fine: Maximum Cope. Letzteres ist ein Plattformer mit (sehr) leichten Metroidvania-Elementen. Er basiert auf diesem Comic von KC Green, der zum „This is Fine”-Meme wurde. In der Rolle von Question Hound arbeitet ihr euch durch seine Psyche und helft ihm dabei seine Ängste zu überwinden. Ich habe bislang knapp drei Stunden damit verbracht und würde es als „ganz nett” bezeichnen.

King’s Orders hingegen ist mal wieder so ein auf dem Papier interessantes Spielkonzept, wie sie der Publisher Games Operators gerne veröffentlicht. Deswegen habe ich es unterstützt. Aber am Ende fehlte trotz des Kickstarters wohl mal wieder das Budget, um einen wirklich gelungenen Titel damit zu produzieren. Und zwar schlüpft ihr in diesem Strategiespiel in die Rolle eines Königs. Der Clou: Eure Befehle gebt ihr per Brief, die erst mit einem Boten an ihr Ziel gebracht werden müssen. Das heißt ihr habt nicht nur eine Zeitverzögerung bei der Umsetzung – euer Bote kann z.B. auch verloren gehen oder gefangen genommen werden. Dank einer nur mäßigen KI und einem sperrigen Interface bleibt der Spielspaß aber wohl relativ zügig auf der Strecke.

Noch in Arbeit

Bleiben die drei Titel, die es noch nicht über die Zielgerade geschafft haben:

  • Deliver Us Home – Der letzte Teil der „Deliver Us”-SciFi-Trilogie, von der ich noch keinen einzigen gespielt habe. Also definitiv auch aus der „Warum habe ich das unterstützt?”-Kategorie. Dass die Entwickler schon jetzt schwer damit zu kämpfen haben, dass sie keinen Publisher finden, erzeugt ebenfalls wenig Hoffnung bei mir, dass da was Anständiges rauskommt. Aber wer weiß. Zumindest optisch sieht es ziemlich genial aus.
  • Sea of Legends – Ein Piratenrollenspiel mit Kartenmechanik aus der Feder von Jordan Weisman (Shadowrun, BattleTech, Crimson Skies, usw.). Es basiert auf seinem gleichnamigen Brettspiel. Er ist auch ehrlich gesagt der einzige Grund, warum ich es unterstützt habe. Die Rollenspiele seines vorherigen Studios, Harebrained Schemes, waren wirklich gelungen. Und vielleicht schwang auch die kleine Hoffnung mit, dass das Ergebnis ein bisschen Sid Meier’s Pirates!-Flair versprühen wird. Ich bleibe milde gespannt.
  • Free Stars: Children of Infinity (Herstellerbild)

    Free Stars: Children of Infinity – Die Fortsetzung des bahnbrechenden Weltraumabenteuers Star Control II, die sie aber nicht so nennen dürfen. Lizenzrecht ist manchmal echt doof. Selbst das Original mussten sie umbenennen, bevor sie es wieder veröffentlichen durften, da sie die Namensrechte nicht zurückbekamen. Dafür könnt ihr es nun kostenlos auf Steam spielen. Ihr schlüpft in beiden Titeln in die Rolle eines Raumschiffkapitäns und erkundet den riesigen Weltraum aus der Vogelperspektive. Im alten Spiel wart ihr die letzte Hoffnung für die Erde und habt euch auf die Suche nach Alliierten gemacht, um die Ur-Quans aufzuhalten. Ich finde das Konzept weiterhin cool, deswegen landete mein Geld in der Waagschale.

Während es bei Deliver Us Home wie erwähnt gerade etwas düster aussieht, werden die zwei anderen Titel definitiv noch erscheinen. Aber vermutlich erst 2027.
Viel zu lesen
Die restlichen elf Kampagnen dienten hauptsächlich dazu, den Druck von englischsprachigen Büchern zu finanzieren. Die hier haben es seitdem auch schon erfolgreich zum Verstauben in mein Regal geschafft:

  • ZX Dreams enthält Lobeshymnen auf die guten Spiele, die damals für den britischen Heimcomputer Sinclair ZX Spectrum (1982-1992) erschienen sind. Es ist das Pendant zu ZX Nightmares. Da ich diese Zeit als 84er Jahrgang nie selbst erlebt habe, finde ich solche Werke immer spannend.
  • Und passend dazu habe ich 2024 auch 64 Nightmares vom selben Verlag unterstützt. Ich muss euch sicherlich nicht erklären, worum es darin geht :smile: .
  • Die PlayStation 2 Anthology ist richtig fett.

    Geeks-Line hat damals auch den nächsten Teil ihrer stetig wachsenden Bücherreihe über Konsolen und ihre Spiele finanziert. Und zwar die PlayStation 2 Anthology*. Das sind vier übergroße und hochwertig verarbeitete Bücher vollgepackt mit wahnsinnig viel gut recherchierten Informationen. Kann bislang wirklich alle Teile der Serie für Interessierte empfehlen!

  • Das gilt auch für die Serie über Grafikkartenhersteller des Spaniers Martín Gamero Prieto. 2024 hat er The Legacy of the Oblivion, den dritten Band, über Kickstarter finanziert. Mittlerweile ist aber auch schon der letzte Teil, The Legacy of nVidia & ATi erschienen. Wirklich spannende Werke, auf die ich sicherlich nochmal separat eingehe, wenn ich sie endlich alle durch habe.
  • Gleich für zwei seiner Werke hat hingegen der Italiener Andrea Contato vor zwei Jahren finanzielle Unterstützung gesucht: Video Games: The People, Games, and Companies – Stage Two: From 1980 to 1984*, bei dem der Titel bereits alles verrät. Und das, ehrlich gesagt, viel interessantere Werk The Sumerian Game: A Digital Resurrection*. The Sumerian Game ist ein uraltes Lerncomputerspiel aus den 60ern. Vielleicht sogar das älteste Lernspiel seiner Art. Es vermittelt auf einfache Art und Weise (=nur Text) ökonomische Konzepte, Mathematik und Geschichte und galt lange Zeit als verschollen. Wie der Steamlink schon verraten hat, ist das nicht mehr der Fall – u.a. dank Andrea Contato. Im Buch beschreibt er ausführlich die Geschichte des Spiels und wie die Restauration der verschiedenen Versionen erfolgt ist.

Ja, ich tendiere definitiv dazu vor allem Literatur über Retrokram mitzufinanzieren. Bin wohl mittlerweile in dem Alter :wink: . Interessanterweise aber vornehmlich Werke zu Sachen, die ich nicht selbst miterlebt habe. Oder es wird einfach nicht viel über PC-Spiele in der Hinsicht veröffentlicht. Kann auch sein.

Noch eins!?

Bleibt tatsächlich nur noch ein Buch übrig, das noch nicht erschienen ist: Dare to Dream: Commodore and Amiga Today?. Das ist der fünfte und vermutlich letzte Teil der Buchreihe* über Commodore aus der Feder von niemand anderem als David John Pleasance. Er war lange Jahre bei der Firma und machte 1994 im Prinzip als letzter Manager das Licht aus.

Mit dem neuen Buch wollte er ein Gedankenspiel aufs Papier bringen: Wie wäre es mit Commodore quasi weitergegangen, wenn damals nicht alles implodiert wäre? Allerdings hat sich seine Vision mit der überraschenden Wiederauferstehung im letzten Jahr, an der er auch beteiligt war, ein Stück weit überholt. Insofern wird es spannend sein, welche Auswirkungen diese Wendung auf seine Erzählung haben wird. Und ja, nachdem er mit dem Relaunch ziemlich beschäftigt war und auch gesundheitlich angeschlagen ist, schreibt er wohl jetzt endlich wieder weiter.

Der Rest

Und die letzten beiden Projekte, die ich 2024 unterstützt habe? Nun, das eine war die große Sammelbox für das Brettspiel Canvas* und seine zwei Erweiterungen. Sieht echt schick aus und ja, macht die Sache ordentlicher und einfacher beim Spielen.

Das andere ist die Dokumentation Legends of Adventure über den ehemaligen Spieleentwickler Sierra On-Line, der sich in den 80ern und 90ern vor allem mit seinen Point ‘n’ Click-Adventuren einen Namen gemacht hat. Ja, mit (Retro-)Dokumentationen habe ich im Crowdfunding-Bereich bislang mehr schlechte als gute Erfahrungen gemacht. Aber wie schrieb ich in der Einleitung? Manchmal lasse ich mich halt doch mitreißen.

Nüchtern betrachtet, war mein Crowdfunding-Jahr 2024 aber kein wirklicher Reinfall. Das Lesematerial war sein Geld wert und bis auf Stormgate sind selbst die Videospiele keine absoluten Rohrkrepierer bzw. machen für mich nicht den Eindruck es zu werden. Entsprechend habe ich nicht aufgehört irgendwelchen Leuten mein Geld hinterherzuwerfen :tongue: .

Sicarius

Das Crowdfunding-Jahr 2023

Vor einem Monat haben wir über mein Crowdfunding-Jahr 2022 gesprochen. Damals hatte ich “nur” elf Projekte unterstützt. Es geht aber noch niedriger – auch, wenn das hier kein Wettkampf oder sowas ist :smile: . Und zwar habe ich 2023 versucht acht Projekten Geld zu geben, damit sie erfolgreich in die Tat umgesetzt werden können. Tatsächlich der bislang niedrigste Wert, seit ich 2012 mit dem ganzen Kram angefangen habe. Für alle, die es interessiert (also vermutlich nur mich), hier die Übersicht inkl. 2024:

Jahr Unterstützte
Projekte
davon erfolgreich
finanziert
2012 58 46
2013 45 35
2014 11 10
2015 16 16
2016 11 10
2017 12 11
2018 29 26
2019 32 31
2020 33 33
2021 29 28
2022 11 11
2023 8 7
2024 18 18
Gesamt 313 282

 

Ja, vermutlich könnte ich da auch noch einen groben Euro-Betrag dahinter packen. Grob, weil z.B. Fig ja nicht mehr existiert und ich entsprechend nicht mehr nachschauen kann, bei einigen Kampagnen wird das Porto erst später abgerechnet und ich hab‘ hier und da dann noch Addons gekauft. Und meine Mails zum Projekt lösche ich tatsächlich, sobald es den Status “Abgeschlossen” erreicht (=ich hab’ alle Belohnungen erhalten). Man muss sich ja nicht alles aufheben. Aber grundsätzlich ist die Aussage zum Euro-Betrag: Wir wollen es ja nicht übertreiben. Das es relativ viel Geld gewesen ist (und noch sein wird), dürfte uns allen klar sein :wink: .

Das versemmelte Projekt

Die zwei Seiten zu P-47 im Buch

Von den acht Projekten, denen ich 2023 Geld geben wollte, waren am Ende sieben Stück erfolgreich. Die Fehlzündung traf den irischen Autor Darren Doyle. Es war schon seine vierte Crowdfunding-Kampagne. Aber bereits seine Dritte schaffte es nicht über die Ziellinie und auch im neusten (und bislang letzten) Versuch klappte es nicht. Und zwar wollte er den Druck für sein Werk Coin-Op: The Arcade Guide – Shoot’em Up Collection Volume 1 finanzieren. Eine Art Spin-off/Erweiterung/Fortsetzung seines dicken Wälzers Coin-Op: Arcade Guide. Wer allerdings jetzt die Links angeklickt hat, wird feststellen, dass es das Shoo’em-Up-Buch trotzdem zu kaufen gibt. Er hat dann einfach eine kleine Auflage mit Vorbestellung über seine Webseite finanziert. In dem Rahmen habe ich es ebenfalls erstanden.

Inhaltlich erwartet euch vergleichsweise wenig Text. Stattdessen dominieren auf den 136 Seiten großformatige Screenshots von den 74 im Buch behandelten Titeln. Im Prinzip sind dreiviertel der meist zwei Seiten zu jedem Spiel mit Bildern voll und der Rest nur informativer Text, der entsprechend nicht allzu sehr in die Tiefe geht. Wer sowas sucht, ist bei den Werken von HardcoreGaming101* also besser aufgehoben, wo das Verhältnis Text zu Screenshots definitiv umgekehrt ist :smile: . Das Buch selbst ist ebenfalls größer und kommt im amerikanischen Letter-Format (also nicht ganz DIN A4) in Hardcover daher. Man könnte sagen, es versprüht auch physikalisch den Charme eines Arcade-Schranks. Insgesamt das, was ich erwartet hatte.

Die Fortsetzungen

Erfolgreich mein Geld konnte ich hingegen ausgeben für die mittlerweile vierte Ausgabe des Gaming-Magazines A Profound Waste of Time sowie ebenfalls das vierte Buch des Webcomics Let’s Play*. Bei letzterem nervt es mich schon ein wenig, dass die Bücher so langsam erscheinen (faktisch nur eins pro Jahr) und das Porto aus den USA so teuer geworden ist. Ja, ich könnte sowohl einfach das Comic online lesen als auch warten bis die Bücher regulär bei Amazon & Co. erhältlich sind. Aber dann krieg ich doch nicht die supermegadollen Spezialausgaben und die (größtenteils nutzlosen) Extras dazu!!!1111

Das Comic selbst dreht sich um eine junge Softwareentwicklerin, die Hauptberuflich bei ihrem Vater in der Firma schuftet. Privat hingegen träumt sie davon als Spieleentwicklerin durchzustarten. Als sie allerdings ihren ersten Titel veröffentlicht, stürzt sich ein arroganter (und ziemlich ungeduldiger) Streamer drauf, dessen Community das Spiel anschließend in der Luft zerreißt. Praktischerweise zieht der Herr anschließend auch noch in die Wohnung nebenan ein.

Ja, jetzt so niedergeschrieben auf dem digitalen Papier klingt das vielleicht nicht so nach dem ultimativen Brüller. Aber irgendwie hat es mir die Geschichte um die schüchterne Monica und ihre Katze sehr angetan. Kann es gar nicht erwarten, dass vermutlich im August dann endlich Band 5 bei mir eintrifft.

Die Spiele

Bleiben noch fünf Projekte übrig. Drei davon sind tatsächlich Videospiele. Ja, ich habe mich mal 2023 mal wieder dazu hinreißen lassen. Immerhin eins davon, Beyond Shadowgate, ist auch schon erschienen. Shadowgate, das Remake des Adventure-Klassikers von 1987, war 2014 ein Kandidat für das beste Adventure des Jahres. Das bislang letzte Jahr, in dem diese wegweisende und vielbeachtete Veranstaltung abgehalten wurde. Beyond Shadowgate ist nun die offizielle Fortsetzung… also nicht ganz direkt aber dann irgendwie doch – es ist etwas kompliziert.

Also Beyond Shadowgate ist erst einmal die Fortsetzung des NES-Ports von Shadowgate. Also nicht des Mac-Originals. Aber es gab bereits 1993 ein Spiel namens Beyond Shadowgate und zwar für TurboGrafx-CD. Das war aber eine Konsole, die faktisch außerhalb von Japan kein Schwein wirklich kannte und das Spiel selbst basiert nur lose auf den ursprünglichen Designideen für eine Fortsetzung. Dank Crowdfunding kam aber jetzt nun die alte Truppe wieder zusammen und baute die richtige und ursprünglich angedachte Fortsetzung der NES-Umsetzung. Entsprechend ist auch das neue Beyond Shadowgate optisch voll im grafischen Stil des Originals gehalten. Insofern setzt es also tatsächlich die Geschichte von Shadowgate fort, nimmt als Basis aber eben den NES-Port. Bitte? Ob’s was taugt? Als hätte ich Zeit für sowas. Muss mich doch weiter stupide durch Diablo IV klicken.

Hibernaculum (Herstellerbild)

Die anderen beiden Videospiele, die ich 2023 unterstützt habe, sind hingegen Hibernaculum (ein klassischer Dungeon Crawler mit echt kranker Horroroptik) und ZeroSpace (ein Echtzeitstrategiespiel mit starkem StarCraft 2-Vibe). Warum ich die beiden Titel unterstützt habe? Ehrlich gesagt habe ich gerade keinen blassen Schimmer mehr. Bei ZeroSpace bekomme ich nicht einmal eine physische Box. Und der größte RTS-Spieler bin ich ebenfalls nicht. Die Wege meiner Kreditkarte sind unergründlich oder so :wink: . Aber vielleicht taugen ja beide Titel zumindest am Ende was.

Der Rest

Dann hat mal wieder die Internet-Comedy-Truppe Loading Ready Run Geld gesammelt. Und zwar für die 9. Staffel ihrer Magic The Gathering-Serie Friday Nights. Die wurde in der Vergangenheit von Wizard of the Coast finanziert, fiel aber dann dortigen Sparmaßnahmen zum Opfer. Glücklicherweise durften die Jungs und Mädels die Marke behalten und haben 2023 dann Geld aus der Community für die nächste Staffel gesammelt (90% von allem, was sie tun, ist Community-finanziert).

Die Staffel ist sogar vor kurzem erschienen. Wieder absolut Erstklassik geworden. Also zumindest für Kenner. Inwiefern sie unterhaltsam ist für jemanden, der weder etwas mit dem Sammelkartenspiel anfangen kann, noch die vorherigen Staffeln kennt, kann ich nicht beurteilen. Aber zumindest letzteres ist ja kein Problem. Einfach mal die Playlist bingen.

Zu guter Letzt sammelte der Verlag Third Editions Geld für die englische Übersetzung ihrer beiden Bücher Decoding The Last of Us: The remnants of humanity* und Uncharted: Chronicles of an Explorer*. Komischerweise gab es seitdem von ihnen weder eine neue Kampagne noch eine weitere Übersetzung. Scheinbar lohnt sich der Aufwand nicht, was schade wäre. Zumindest ist der französische Output weiter ziemlich hoch.

Sicarius

Das Crowdfunding-Jahr 2022

So viele Bücher nicht nur zu und über Videospiele

Stetig weiter dreht sich das Crowdfunding-Rädchen. Es gibt weiterhin dutzende von Plattformen und wahrscheinlich tausende von Projekten, die Geldgeber suchen – und die meisten davon erreichen nicht einmal ansatzweise ihr angepeiltes Ziel. Auch ich bin weiterhin fleißig dabei und werfe hier und da Geld in den Topf. Gut, bei interessanten Projekten, die aus den USA liefern, bin ich mittlerweile umsichtiger geworden. Einfach, weil die Versandkosten im Jahr 2025 total abartig sind. Aber ansonsten gebe ich weiterhin gerne, wenngleich gezielter als noch 2012. Dabei liegt mein Fokus ganz klar auf Büchern, Comics, Videospielen (in dieser Reihenfolge) mit allen Jubeljahren mal ein Brettspiel oder sowas. Die Comics schaffe ich immerhin auch dann nach erhalt zeitnah zu konsumieren, was bei den anderen Sachen leider nicht so ganz klappt *wirft einen Blick rüber zu seinen vollen Regalen* :wink: .

Es sind aber definitiv weniger Kampagnen geworden, wie der Blick zurück ganz gut zeigt. 2022 und 2023 habe ich zusammen ganze 19 Projekte unterstützt. Zum Vergleich: Allein in 2021 waren es noch 29. Werfen wir also heute mal einen Blick darauf, was es trotzdem geschafft hat mir 2022 das Geld aus den Taschen zu entlocken:

Viel zu lesen

Achtmal Lesestoff, einmal etwas zum Hören, eine Brettspielerweiterung und ein Videospiel – das waren die Projekte, die ich 2022 unterstützt habe. Komplett abgeschlossen davon sind bislang acht Stück. Nein, tatsächlich nicht der komplette Lesestoff :smile: . Zwar ist David L. Craddocks Werk Long Live Mortal Kombat: Round 1 – The Fatalities and Fandom of the Arcade Era* schon lange im Buchhandel erhältlich (nur auf Englisch). Ich hatte jedoch die Super-Duber-Spezial-Edition als Belohnung ausgewählt und die verbringt noch ein wenig länger Zeit im Ofen. Das gilt auch für Mina the Hollower, der neue Titel von Yacht Club Games (Shovel Knight*). Dauert halt eine Weile einen würdigen 8bit-The Legend of Zelda-Klon zu bauen – vor allem bei einem so detailversessenen Indieentwickler.

Der dritte Wartekandidat ist Matt Grays fünftes C64/Amiga-Remix-Album, Reformation 5. Der Kerl kann einem echt leidtun. Musste mittlerweile sogar (ziemlich billig) seine Lizenzrechte weiterverkaufen, um sich über Wasser zu halten. Und trotzdem versucht er seine Versprechen zu halten und arbeitet langsam aber stetig am (voraussichtlich letzten dieser Art) Album. Neben den Schicksalsschlägen, die er so zu erleiden hatte in den letzten Jahren, hat ihn glaube ich die ganze Sache mit den Vinyls und CDs am meisten das Genick gebrochen, die er in seinen Kampagnen am Anfang anbot. Hohe Produktions- und Versandkosten, die er wohl nicht ganz so richtig eingeplant hatte bzw. die Resonanz der potentiellen Käufer unterschätzte (=gab nich viele). Ich hoffe wirklich, dass es noch irgendeine Art von Happy End für ihn geben wird. Ich hab‘ meinen Teil dazu getan, indem ich bislang alle Kampagnen von ihm unterstützt habe und nicht zu denen gehöre, die ständig in die Kommentare schreiben “SCAM – WIRD NIE ERSCHEINEN – ER GEHÖRT VERKLAGT!!!!1111″. Ich hasse unsere Gesellschaft…

Die Erfolge

CANVAS und seine zwei Erweiterungspakete

Das erwähnte Brettspiel ist die 2. Erweiterung zu Canvas* namens Finishing Touches. Das Hauptspiel gibt es sogar zwischenzeitlich auf Deutsch. Darin schlüpft ihr in die Rolle von Künstlern, die mit Hilfe von transparenten Karten Bilder gestalten und dann prämiert bekommen. Eine spielerisch nette und optisch sehr hübsche Sache. Die Erweiterung steht nicht nur mittlerweile im Regal, ich habe sogar letzte Woche die Versandbestätigung für das letzte Puzzleteil erhalten. Und zwar haben sie letztes Jahr Geld gesammelt für eine große Box in die alles reinpasst – also sowohl Hauptspiel als auch die zwei Erweiterungspakete. Sobald die da ist, mache ich vielleicht endlich mal ein Unboxing dazu.

Zum Lesestoff gehören hingegen wieder zwei Ausgaben von den (englischsprachigen) Spielemagazinen ([lock-on] Volume 003 und A Profound Waste of Time Issue 3), bei denen ich seit Anfang an mit dabei bin. Wobei sie lapidar als „Spielemagazine” zu bezeichnen ihrer definitiv nicht gerecht wird. Optisch sind beide echte Kunstwerke und inhaltlich auf einem hohem textuellen wie inhaltlichen Niveau, ohne in den pseudo-elitären Mist zu verfallen, der vor allem in der deutschen Szene gerne als hochwertig bezeichnet wird. Und nein, schnöde Spieletests sind da keine drin :smile: . Irgendwelche Überschneidungen zwischen beiden Heften sind mir ebenfalls noch nicht negativ aufgefallen. Ich muss unbedingt mal einen separaten Eintrag zu denen machen. Vermutlich, wenn die nächsten Ausgaben erscheinen.

Ich bin mir übrigens bewusst, dass ich das ähnlich schonmal geschrieben habe :smile: (A Profound Waste of Time und [lock-on]). Aber ich finde, es lohnt sich das zu wiederholen. Es versuchen so viele (vor allem im Retro-Bereich) aktuell ihre Heftchen über Crowdfunding zu finanzieren und das Ergebnis ist… meist ziemlicher schrott. Da gilt es die wirklich gelungenen Werke nochmal extra hervorzuheben. Und da beide in England produziert werden, sind auch die Versandkosten nach Deutschland nicht ganz so abartig hoch.

Der restliche Lesestoff

Bleiben noch die fünf „normalen” Bücher übrig. Alle beschäftigen sich mit der Spieleindustrie. Daraus scheine ich nicht wirklich auszubrechen :smile: . Und zwar sind folgende Titel dank Crowdfunding neu in mein Regal gekommen:

  • Game Boy & Virtual Boy Anthology* von Geeks-Line – Auch im 6. Buch von Geeks-Line ist das grundsätzliche Format unverändert: Entwicklungsgeschichte, Details zur Hardware und vor allem Infos zu ALLEN für die jeweilige Plattform veröffentlichten Spielen. Ist also ganz schön was drin in diesen dicken aber extrem informativen Wälzern und Nachschlagewerken.

Die (derzeit) komplette Sammlung

  • It Only Did Everything von Sandeep Rai – Der Autor ist voll auf Sony spezialisiert. Angefangen hat er mit einer Reihe von Büchern zur PlayStation Vita (darüber habe ich ihn kennen gelernt) und mittlerweile hat er Werke zur Firma selbst, zur PlayStation und in diesem Fall eben zur PlayStation 3 geschrieben. Auf 320 Seiten erzählt er wirklich sehr ausführlich die Geschichte von Sonys Konsole.
  • Revolution – The Quest for Game Development Greatness von Tony Warriner – Es hat seine Vor- und Nachteile, wenn die Gründer eines Studios ihre Geschichte erzählen. Auf der einen Seite kann dadurch sehr viel Insiderwissen vorhanden sein. Auf der anderen könnte aber auch die ein oder andere Tatsache (unbewusst) in ein falsches Licht gerückt werden. Dennoch: Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Entwickler solche Werke schreiben. Und in diesem Fall geht es um Revolution Software, ein britisches Studio, das vor allem für seine Point ‚n‘ Click-Adventure wie Baphomets Fluch oder Beneath a Steel Sky bekannt ist. Und der Autor ist einer der Gründer.
  • The Legend of Final Fantasy X* und The Mysteries of Monkey Island* vom französischen Verlag Third Editions – Trotz meiner schlechten Erfahrung mit The Heart of Dead Cells: A Visual Making-Of, finde ich den Großteil ihrer Werke immer noch gut (obwohl ich schon hier und da ein paar Bilder bevorzugen würde) und werfe gerne Geld in den Topf. Amüsanter Weise ist nicht lange vor dem Monkey Island-Buch auch noch Monkey Island Chronicles ins Haus geflattert. Dieser dicke und auf 7.000 Stück limitierte Wälzer war Teil der Spezial Edition von Limited Run Games anlässlich des 30. Geburtstags des Spiels. Wenn ich beide gelesen habe, muss ich entsprechend mal einen Vergleich machen. Vermute aber, da das Buch von Limited Run Games in direkter Zusammenarbeit mit den ehemaligen Entwicklern entstanden ist, dass es die Nase vorne haben wird.

Fazit

Im Vergleich zu vorherigen Jahren habe ich 2022 also weniger Geld ausgegeben. Was ich dafür bislang bekommen habe, war die Ausgaben aber durchaus wert. Nichts dabei, was ich in irgendeiner Weise bereue oder nicht weiterempfehlen kann. Und bei den noch fehlenden Sachen mache ich mir ebenfalls keine Gedanken. Alles etablierte Firmen/Einzelpersonen mit viel Erfahrung nicht nur in ihrem Tun, sondern auch im Crowdfunding-Geschäft. Kann natürlich trotzdem immer mal was schief gehen, aber seit ich mehr auf sowas achte, fahre ich definitiv besser und bekomme mehr für mein Geld :smile: .

Sicarius

Das Crowdfunding-Jahr 2021

Broken Sword: Reforged (Herstellerbild)

Vor kurzem habe ich meine 300. Crowdfunding-Kampagne unterstützt. Und nein, ich habe keine Ahnung was das in Euros ausgedrückt bedeutet. Aber es dürfte nicht zu hoch gegriffen sein es im Bereich eines Kleinwagens zu sehen :smile: . Die Ehre Nr. 300 zu sein gebührte übrigens der Collector’s Edition von Broken Sword – Shadow of the Templars: Reforged (Baphomets Fluch). Schon wieder ein Remaster von Teil 1 der kultigen Point ‘n’ Click-Adventureserie, weil zum einen das 1. Remaster bereits 15 Jahre alt ist und zum anderen, weil das bei den Fans damals wohl nicht so gut angekommen ist. Und ja: Ich habe immer noch keinen einzigen Teil der Serie überhaupt gespielt. Ihr wisst doch “Sammeln” und “Spielen” sind zwei verschiedene Hobbies :tongue: .

Mittlerweile unterstütze ich seit mehr als zwölf Jahren (Januar 2012) Projekte auf diversen Crowdfunding-Plattformen (hauptsächlich aber immer noch Kickstarter) und immerhin über 200 Kampagnen sind in dieser Zeit tatsächlich erfolgreich finanziert und mittlerweile vollständig abgeschlossen worden. Nicht alle mit der erhofften Qualität aber dennoch: Die Erfolgsquote von 68% kann sich sehen lassen. Ist also doch nicht alles nur “BETRUG!” wie viele so gerne gleich schreien. Am Freitag kam beispielsweise die physikalische Collector’s Edition für das gelungene System Shock-Remake rein. Damit ist die Kampagne aus dem Jahre 2016 auch endlich aus Backersicht vollständig abgeschlossen.

Das Jahr 2021

Heute werfen wir einen Blick auf mein Crowdfunding-Jahr 2021. 29 Projekten habe ich damals mein Geld angeboten. Vier weniger als 2020. Die Zahl setzt sich zusammen aus acht Videospielen, drei Spezialeditionen von bereits veröffentlichen Videospielen, neun Büchern (erneut alle zum Thema Videospiele oder -Hardware), vier Webcomicsammlungen, eine Ausgabe eines Videospielemagazins, zwei Erweiterungspacks für (ebenfalls über Kickstarter finanzierte) Brettspiele und zwei Dokumentation. An meinen grundsätzlichen Präferenzen hat sich quasi nichts geändert :wink: .

Vollständig abgeschlossen sind von den 29 Stück mittlerweile schon 20. Technisch gesehen sogar 21, aber aufgrund des horrenden Portos musste ich meine Unterstützung des 8-Bit Theater 20th Anniversary Book bekanntlich auf der Zielgeraden wieder zurückziehen. Es gab auch mal wieder eine Kampagne, die ihr Finanzierungsziel nicht erreichen konnte. Und zwar die für die Mega Book Collection. Es sollte ein Buch über die 16-Bit-Konsolen von SEGA werden. Aber obwohl Autor Darren Doyle grundsätzlich kein Unbekannter ist und vorher sogar schon zwei Bücher erfolgreich über Kickstarter finanziert hatte, war der Hype scheinbar nicht groß genug. Immerhin: Das Buch gibt es zumindest in der englischen Variante mittlerweile zum kostenlosen Download. Schaut also einfach mal rein, wenn euch das Thema interessiert!

Spieleentwicklung dauert!

CANVAS und seine zwei Erweiterungspakete

Einen ebenfalls unrühmlichen Abschluss fand die Kampagne für das Erweiterungspaket The H.G. Wells zum offiziellen Brettspiel zur Serie Warehouse 13. Das wird vermutlich nie mehr das Licht der Welt erblicken, weil einer oder der Projektverantwortliche(n) verstorben ist. Zu dem Zeitpunkt war es zwar schon verspätet aber das an sich ist bei einem Crowdfunding-Projekt ja nichts Neues.

Und wen wunderts: Von den restlichen sechs noch nicht komplett abgeschlossenen Projekten sind fünf Videospiele :smile: . Entwickler haben es halt nicht so mit Timelines. Aber immerhin habe ich nur bei PAPRIUM (ein Pixel-Beat’em up von einem exzentrischen Franzosen) mittlerweile ein wenig die Befürchtung, dass es niemals erschienen wird. Beim Rest gibt es entweder schon was spielbares oder zumindest weiterhin fleißig Kommunikation. Und zwar handelt es sich um Infection Free Zone (von den Verantwortlichen hinter 911 Operator und mittlerweile in Steam Early Access), Medic: Pacific War (erlebt den 2. Weltkrieg aus Sicht eines Sanitäters), Worship (Pikmin/Overlord in einem satirischen Kult-Gewandt) und The Way of Wrath (ein Echtzeitstrategie/Rollenspiel-Mix).

Bleibt noch Projekt Nr. 29: Die Star Trek Voyager Dokumentation. Ende des Jahres soll sie zumindest endlich über (ausgewählte) Leinwände flimmern. Mit der Blu-ray rechne ich dann irgendwann 2025. Ein wenig komisch ist es aber schon, dass es dieses Mal so lange dauerte und vor allem gefühlt so wenig Kommunikation stattfand. Aber da ihre Dokumentation zu Star Trek: Deep Space Nine hervorragend geworden ist, bin ich weiterhin guter Dinge.

Die (Videospiele-)Erfolgsgeschichten

BROK the InvestiGator (Herstellerbild)

Unter den bereits komplett abgeschlossenen Projekten sind hingegen bislang “nur” drei Videospiele. Und zwar Vagrus: The Riven Realms, Queen’s Wish 2: The Tormentor und BROK the InvestiGator. Vagrus: The Riven Realms ist ein absolutes Hardcorerollenspiel (sie warnen sogar auf ihrer Steamseite vor dem Schwierigkeitsgrad!) in dem ihr in die Rolle eines Karawanenführers schlüpft und ja – faktisch mit eurer Truppe frei durch die Welt reist und versucht zu überleben. Es ist vergleichbar mit einer Pen-&-Paper-Rollenspiel-Kampagne und hat eine ähnliche Komplexität aber auch sehr viele Freiheiten und Möglichkeiten. Queen’s Wish 2: The Tormentor ist da komplett anders. Es ist ein klassisches Rollenspiel aus dem Hause Spiderweb Software, die faktisch seit Jahrzehnten nichts anderes produzieren. Grafisch jedes Mal wieder absolut pfui aber inhaltlich haben ihre Spiele für Rollenspieler sehr viel zu bieten. Deswegen haben sie immer noch ihre Fangemeinde – inkl. mich :wink: .

Und BROK the InvestiGator ist ein Mix aus Point ‘n’ Click-Adventure, Rollenspiel und – ganz wichtig – Beat’em up. Wer damals das fantastische Indiana Jones and the Fate of Atlantis gespielt hat, erinnert sich vielleicht noch an den “Actionpfad” auf dem Indy ebenfalls die Fäuste fliegen lassen durfte. Hier ist es quasi ein zentraler (aber optionaler!) Spielinhalt. Und es hat mittlerweile sogar einen kooperativen Modus für vier Spieler!

Definitiv dieses Mal keine Rohrkrepierer dabei in Sachen Videospiele. Und auch die Erweiterung Reflexionen* für das Brettspiel CANVAS* ist wirklich gelungen. Aber darüber werde ich dann mal berichten, wenn der finale Kickstarter abgeschlossen ist (eine große Box für Hauptspiel und beide Erweiterungen). Die Dokumentation First Person Shooter: The Definitive FPS Documentary hingegen? Nun, dazu hatte ich mein vernichtendes Urteil schon an dieser Stelle abgegeben. Das brauche ich an dieser Stelle nicht zu wiederholen.

Der Rest

Und sonst? Nun, hauptsächlich Bücher bzw. Webcomicsammlungen. Die Franzosen bei Third Éditions haben 2021 beispielsweise Geld für die Übersetzungen ihrer Bücher zu Halo* und Resident Evil* gesammelt. Ob es jemals deutsche Übersetzungen geben wird? Wahrscheinlich nicht. Der deutsche Markt ist vermutlich zu klein. Das gilt sicherlich auch für die restlichen Werke über Videospiele und Videospielehardware, die ich damals unterstützt habe. Darunter Monsters in the Dark: The Making of X-COM: Ufo Defense* (der Name sagt schon alles), XboxEra: Celebrating 20 Years of the Original Xbox (ebenfalls eindeutig benannt) und The Legacy of the Forgotten (Teil einer Reihe von Büchern über die frühen Grafikkartenhersteller wie z.B. S3). Über die inhaltliche Qualität kann ich noch überall etwas aussagen – dazu muss ich sie erst lesen. Aber der Ersteindruck von allen Titeln ist gut und von den meisten Autoren, die ich unterstütze, habe ich eh schon Kram im Regal stehen. Insofern :smile: .

[lock-on] Vol. 2

Abschließend noch ein kurzes Wort zum Spielemagazin. Und zwar wurde 2021 die zweite Ausgabe von [lock-on] finanziert. Das als Magazin zu bezeichnen ist schon fast abwertend – vor allem in der Hardcover-Variante, die ich im Regal habe. Das ist eher mit einem großformatigen Buch zu vergleichen. Aber im Prinzip ist es eine Ansammlung von Essays über und rund um das Thema Videospiele. Geschrieben sowohl von erfahrenen Journalisten als auch den Entwicklern selbst und anderen bekannten Persönlichkeiten. Eingebettet/umgeben sind die Texte von teils echt fantastischen Zeichnungen und Grafiken. Herlich anmaßend quasi aber inhaltlich trotzdem hochwertig, informativ und nicht so überheblich verfasst wie viele Produkte unserer deutschen “Blogger-Elite”. Dafür aber nicht ganz billig… Immerhin kommt es aus England und nicht aus den USA. Sonst würden die Versandkosten vermutlich jeden Mehrwert ersticken.

Fazit

So viel also zu meinem Crowdfunding-Jahr 2021. Unterm Strich hätte ich gesagt war abseits der FPS-Dokumentation nichts dabei, was ich wirklich bereue. Ja, ich habe noch nicht alles selbst konsumiert, insofern steht das finale Urteil noch aus. Aber basierend auf dem ersten Eindruck und den Tests/Reviews blicke ich auf ein wirklich erfolgreiches Jahr. Viele Projekte, die ich gerne unterstützt habe, wo es mich freut zu sehen, dass sie gut ankommen und eben auch der Großteil davon komplett abgeschlossen. Das muss man ja leider immer noch dazu erwähnen.

Sicarius

Das Crowdfunding-Jahr 2020

Letzte Woche bin ich mal wieder meine Crowdfunding-Übersicht durchgegangen. Ab und zu muss man ja mal schauen, was bei den noch offenen Projekten so der Stand der Dinge ist – und mitunter feststellen, dass es mittlerweile schon so lange kein Update mehr gab, dass ich es endlich einfach abhaken sollte (=auf “Produktion eingestellt” setzen).

Realms Beyond: Ashes of the Fallen (Herstellerbild)

Das Rollenspiel aus deutschen Landen, Realms Beyond: Ashes of the Fallen, beispielsweise, ein Projekt aus 2018. Ja, die Steamseite existiert noch aber die Firma nicht mehr und die Backer haben auch seit 2020 keine neuen Infos erhalten. Insofern: Das wird höchstwahrscheinlich nichts mehr. The 90’s Arcade Racer ist ein noch extremeres Beispiel. Die Kampagne war 2013. Seit 2015 gab es keine Neuigkeiten mehr. Zwischenzeitlich tauchte der Titel zwar auf der Webseite des Publishers Nicalis auf aber selbst daraus ist nie was geworden. Andere Fälle sind weniger extrem insofern, dass zumindest das Werk tatsächlich auf den Markt kam aber die Backer nie alle versprochenen Belohnungen (meist physischer Art) erhalten haben – und das Spiel meist relativ zügig keinen Support mehr erfahren hat. Paper Sorcerer ist so ein Beispiel.

Viele Backer (und grundsätzlich Gamer) sind dann immer schnell dabei “SCAM/BETRUG” zu schreien. Ein Verhalten, das mir ehrlich gesagt gegen den Strich geht. Zum einen haben sie offensichtlich immer noch nicht verstanden, was eine Crowdfunding-Kampagne ist (=Spende, kein Kauf). Zum anderen glaube ich in den meisten Fällen nicht an Absicht. Gibt es echte Scams auf Kickstarter & Co.? Keine Frage. Aber in den von mir unterstützten Projekten sieht es eher nach Überforderung, plötzlich geänderten Lebensumständen und dergleichen aus. Und so scheiße es für die Backer ist den tatsächlichen Status nicht zu kennen, ich kann ein Stück weit nachvollziehen, dass man in so einer Situation mit dem Kapitel dann einfach abschließen möchte und lieber den Mund hält.

Das Jahr 2020

Kommen wir zu meinem Crowdfunding-Jahr 2020. Da ist passenderweise auch eine Sache dabei, die ich jetzt auf “Produktion eingestellt” gesetzt habe. Und zwar die Retro-Dokumentation The 8-Bit Wars von Andy Remic. Der Grund ist simpel: Andy ist 2022 verstorben. Anfangs klang es zwar so, als wäre seine Frau in der Lage sein Werk zu vollenden. Aber sie scheint (völlig verständlich) ziemlich überfordert mit der Situation zu sein. Entsprechend habe ich das Thema für mich abgehakt.

Insgesamt habe ich in dem Jahr 33 Projekten mein Geld angeboten – eins mehr als 2019. Und es hatten auch alle ihr Finanzierungsziel erreicht. Die 33 Projekte teilen sich auf in zwölf Videospiele, elf Bücher (alle über Videospiele oder -Hardware), drei Comics, zwei Dokumentarfilme, zwei Pen & Paper-Rollenspiele, ein Brettspiel, ein Musikprojekt und ein Fitnessgerät. 26 davon sind mittlerweile sogar bereits vollständig abgeschlossen (*yay*) und abseits der erwähnten Dokumentation, sind die anderen mehr oder weniger auf der Zielgeraden.

Sea of Stars (Herstellerbild)

So sind Sea of Stars und Pathfinder: Wrath of the Righteous schon länger erhältlich, es fehlen nur noch die physikalischen Extras. Und ich bin positiver Dinge, dass sie noch vor meiner Haustür landen werden. Eiyuden Chronicle: Hundred Heroes soll hingegen am 23. April 2024 veröffentlicht werden. Übrigens mal wieder so ein Beispiel dafür, dass japanische Firmen einfach keine Ahnung von Community-Management haben. Mighty No. 9 war ja schon schrecklich, aber da war zumindest ein Hauch von Individualität spürbar. Hier wird für die Backer einfach nur stur ein vom Marketingdirektor abgesegnetes Programm nach einem festgelegten Zeitplan abgespielt. Selbst, wenn dabei Probleme entstehen (aktuell finden einige Umfragen statt) – es wird nicht von dieser Kommunikation abgewichen und mal zwischendurch ein Satz geschrieben. Echt schrecklich. Immerhin scheint das Spiel an sich auf einem sehr guten Weg zu sein.

Supercade: A Visual History of the Videogame Age 1985-2001*, das Nachfolgebuch zu Supercade: A Visual History of the Videogame Age 1971-1984, ist hingegen fertig und wartet auf den Versand. Das ist insofern paradox, da es schon einige Zeit bei Amazon erhältlich ist und ich es entsprechend längst haben könnte. Aber es ist mal wieder so ein Fall von “Unerfahrener hat sich übernommen in Bezug auf den Versandaufwand”. Habe es entsprechend noch nicht abgeschrieben, zumal sie versucht transparent und kommunikativ zu sein. Monte Cook hingegen hätte es besser wissen müssen, schließlich haben sie schon so einige Crowdfunding-Kampagnen für ihre Pen & Paper-Rollenspiele hinter sich. Aber warum auch immer haben sie bei der Neuauflage von Diamond Throne gemeint eine externe Firma zu beauftragen. Das Ergebnis ist etwas viel Chaos vor allem in Bezug auf den Versand (Monte Cook macht einen Teil doch selbst, das andere Here Be Dragons Games) aber es wird :smile: .

Das letzte zum Verfassungszeitpunkt noch offene Projekt auf der Liste aus dem Jahr 2020 ist hingegen das Buch From Vultures to Vampires* von David John Pleasance und Trevor Dickinson. Es erzählt die Geschichte was mit der Marke Commodore nach der Insolvenz anno 1994 passiert ist aus Sicht eines hochrangigen Managers (David), der damals live mit dabei war. Das was davor geschah, hatte er schon in Commodore: The Inside Story* niedergeschrieben. Geplant war ursprünglich nur ein Buch zu drucken. Am Ende hat sich herausgestellt, dass es zu viel zu erzählen gibt und eine Trilogie entstand. Teil 2* ist Mitte des Jahres erschienen, jetzt warte ich noch auf den letzten Band. Die ganze Kampagne läuft ebenfalls etwas sehr chaotisch ab, weil Hr. Pleasance trotz seiner jahrelangen Unternehmenserfahrung irgendwie ziemlich unorganisiert und planlos erscheint. Aber wie gesagt: Zwei Bände sind schon bei mir im Regal, also wird es der dritte auch noch dahin schaffen!

Die Erfolgsgeschichten

Unser OYO NOVA Gym

Werfen wir jetzt noch einen kleinen Blick auf die erfolgreichen Sachen. Ihr fragt euch beispielsweise bestimmt, was es mit dem “Fitnessgerät” auf sich hat. Nun, es handelt sich um das NOVA Gym* von OYO Fitness. Mich hat daran die Flexibilität und Kompaktheit gereizt. Meine Arme sind grundsätzlich ein Schwachpunkt und dieses (vergleichsweise) kleine Plastikding mit seinen Zugbändern und der “NASA-Technologie” (wer lässt sich von sowas beeindrucken?) erlaubt es einem eine Vielzahl an Übungen zu machen – und das flexibel mit bis zu 18kg Widerstand. Freilich ist da keine Übung dabei, die man nicht auch mit z.B. einer Hantel (haben wir ebenfalls verschiedene im Haus) machen könnte. Aber es ist doch irgendwie komfortabler und in der Ausführung sauberer (=die Kabel führen die Bewegung) damit auf der Rüttelplatte oder dem Trampolin zu stehen als mit anderem Gerät. Entsprechend nehme ich es häufiger in die Hand als eine Hantel. Ein nicht zu verachtender Punkt, wenn man eine grundsätzliche Abneigung gegenüber Sport hat :smile: . Muss man es haben? Definitiv nicht. Aber sein Geld war es zumindest für unseren Haushalt definitiv wert.

Bei den Videospielen waren neben den bereits erwähnten z.B. noch das Cyberpunk-Detektiv-Rollenspiel Gamedec*, das rundenbasierte Taktik-Rollenspiel King Arthur: Knight’s Tale von den Machern von The Incredible Adventures of Van Helsing, der Superhero-Visual-Novel Henchman Story und der Remaster des ungewöhnlichen Actiontitels The Wonderful 101* aus dem Hause Platinum Games (u.a. Bayonetta) mit dabei. Aus meiner Sicht kein einziger Rohrkrepierer, sondern soweit ich das sehe allesamt gute bis sehr gute Titel. Muss nämlich (wieder einmal) zugeben, dass ich außer vielleicht ne Stunde Gamedec noch keines davon wirklich gespielt habe. Wie war das nochmal mit der Rente? Ist noch mindestens 26 Jahre hin? Mist… Bis dahin ist vermutlich mindestens die Hälfte von dem Kram nicht mehr spielbar. Außerdem muss ich auch noch die ganzen Bücher lesen, die ich unterstützt habe.

Die Startseite von Neurocracys Omnipedia

In der Hinsicht habe ich nämlich von den 2020er Kampagnen erst eines geschafft: Shareware Heroes. Die restlichen wie z.B. die Geschichte von Street Fighter II* oder die Werke über die Dreamcast und PlayStation Vita warten noch darauf verschlungen zu werden. Nur die Comics – die habe ich alle relativ zügig gelesen. Namentlich handelte es sich um die zweite Sammlung des Webcomics Let’s Play*, die dritte Sammlung von OGLAF (Achtung: Absolut nicht jugendfrei!) und das (großartige) Finale von Sam & Fuzzy. Sind halt einfacher und zügiger zu konsumieren als so ein trockenes, wenn auch interessantes Fachbuch.

Fazit

Es ist schon traurig. Da hat man als erwachsener Mensch so viel Geld, um sich haufenweise Kram zu kaufen aber am Ende keine Zeit ihn tatsächlich zu konsumieren/zu benutzen. Immerhin kann ich mit dem guten Gewissen schlafen gehen, dass sich dank meines Geldes der ein oder andere Traum erfüllt hat und (in den meisten Fällen) andere Käufer mit dem Ergebnis Spaß hatten. Insofern war mein Crowdfunding-Jahr 2020 unterm Strich ein voller Erfolg. Nur ein gescheitertes Projekt – aber das aus einem nachvollziehbaren Grund und ansonsten viele tolle Sachen. Die einzige Kampagne, die ich im Nachhinein bereue, ist Neurocracy. Daran bin ich aber ganz alleine schuld. Ich habe den Pitch dieses Free-to-Play-Projekts offensichtlich absolut nicht verstanden. Rausgekommen ist nämlich ein auf einer fiktiven Wikipedia-Seite basierendes Detektivspiel. Und das ist jetzt nicht ganz so mein Ding. Oder ich bin einfach nur zu blöd für sowas. Sucht es euch aus :tongue: .

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