Pichu ist schon eine Katze für sich. Wir hatten ihn zwar erwischt wie er aus dem Garten entflohen ist aber der Baumarkt hatte keine Plexiglas-Scheiben mehr vorrätig. Nur noch ein Reststück. Das haben wir dann notgedrungen mitgenommen und montiert, wie das Bild im vergangenen Eintrag zeigte. Das Ergebnis? Seht selbst:

Das Reststück war also leider zu kurz für unseren athletischen Springteufel. Und da Evonic (der Hersteller von Plexiglas) Betriebsferien hat/hatte, gab es im Baumarkt keinen Nachschub an 2mm-Plexiglas. Dickeres wäre Overkill und unangenehmer für den Geldbeutel gewesen – genauso wie farbiges. Aber natürlich ist Plexiglas nicht die einzige stromlose katzenabweisende Lösung. Das Material muss „nur“ glatt, wetterfest und UV-Licht-beständig sein. Lysanda ist entsprechend bei ihrer weiteren Recherche auf Verglasungsfolie gestoßen. Die erfüllt diese Anforderungen genauso – zumindest an der fraglichen Stelle, denn am Zaun würde sie zu viel wackeln – und ist gleichzeitig sowohl dünner als auch um circa die Hälfte billiger als Plexiglas. Also haben wir die Plexiglas-Scheibe wieder abmontiert und dafür 1,50m Verglasungsfolie mit sechs Schrauben befestigt. Aktuell sind wir guter Dinge, dass wir damit endlich diesen Ausbruchsweg komplett geschlossen haben. Die neue Außenkamera wird es hoffentlich zeigen (liegt noch in der Packstation). Ich werde weiter berichten :wink: .

Eine runde Sache

Ein Katzenrad

Kommen wir nun zu einem anderem Katzenthema. Beim Schreiben des Jahresrückblick 2019 ist mir nämlich aufgefallen, dass ich euch über eine wichtige Anschaffung in unserem Katzenhaushalt Ende Juli gar nichts berichtet hatte. Und zwar haben wir uns gedacht, dass unsere lieben Vierbeiner theoretisch durch den eingezäunten Garten nicht mehr so viel Bewegungsspielraum haben. Theoretisch, weil natürlich die Fläche drinnen und draußen völlig ausreichen würde, um sich auszutoben. Maya zeigt das besonders abends sehr eindrucksvoll, wenn sie wieder Parkour im Wohnzimmer macht. Also haben wir uns gefragt: Womit können wir vor allem Balu, der zwar sein Gewicht hält aber durchaus ein Kilo weniger haben könnte, etwas Gutes tun?

Ihr könnt es rechts auf dem Foto schon sehen: Wir haben uns ein Katzenlaufrad geholt. Da können die Kleinen zu jeder Tages- und Nachtzeit rennen bis ihnen die Puste ausgeht. Ob sie es auch tun? Das verrate ich am Ende. Kommen wir erst einmal zum Katzenrad selbst. Das stammt vom Ein-Mann-Betrieb Kesselers Catwheels (gibt es tatsächlich nur auf Facebook) und ist komplett aus Holz. Das Rad selbst hängt auf einer Autoradaufhängung. Ja, richtig gelesen. Funktioniert einwandfrei, dreht butterweich und ist pflegeleicht. Die Katzenräder stehen in verschiedenen Größen- und Ausstattungsvarianten zur Verfügung. Wir haben die Variante mit 1,2m Durchmesser, Rückwand, PVC-Lauffläche, Ständer und Holzüberbau. Machte 585€ zum damaligen Zeitpunkt – also nicht ganz billig. Aber sind das Katzen jemals? Glaube nicht.

Warum genau dieses?

Katzenräder gibt es natürlich von einer Vielzahl von Anbietern. Warum fiel also unsere Wahl auf die von Kesseler? Weil sie in den vernünftigen Katzengruppen auf Facebook hoch gelobt werden. Mund-zu-Mund-Propaganda ist eben nicht zu verachten :smile: . Gibt aber noch zwei weitere Gründe: Der erste ist, dass sie dank ihrer Bauweise wesentlich ungefährlicher sind. Was man sonst so typischerweise als Katzenrad sieht, ist meist dieser freistehende, offene Ring, der sich wahlweise auf einem Fuß mit kleinen Rädchen oder zwei offen zugänglichen Rollen dreht. Das Problem dabei: Die Katzen können dort auf zwei Seiten herausfliegen und zwischen Fuß und Rad ist Platz, um sich die Pfote einzuklemmen. Bei der Kesseler-Variante verhindert hingegen die Rückwand, dass sie nach hinten rausfliegen können. Gleichzeitig erlaubt diese es die Aufhängung so zu platzieren, dass es keine Gefahr von Verletzungen gibt. Zwar kommen sie zumindest in der Variante mit Ständer hinten an die Radaufhängung dran. Da ist aber kein riesiger Spalt oder ähnliches, womit keine Gefahr besteht.

Außerdem sehen die Holzräder wirklich hübsch aus, was für so ein doch sehr den Raum dominierendes Objekt nicht ganz unwichtig ist. Die Holzkonstruktion macht echt was her (allerdings unbehandelt – für Katzenkrallen eine Leichtigkeit diese als Kratzbaum zu missbrauchen) und die Verarbeitung erscheint mir sehr hochwertig. Alles schön glatt, keine Ecken oder Kanten und schön verarbeitet. Vor allem aber ist die Radaufhängung eine total geniale Idee. Da geht vorher das Holz in die Binsen, bevor die Probleme macht.

Die Ausstattung

Balu im Laufrad (mit Motivationshilfe)

Unsere Wahl fiel auf ein Modell mit 1,2m, weil die Katze einen geraden Rücken haben sollte, wenn sie da drin ist. Gemessen wird dazu Schulter bis Hinterteil (=Mindestradius) und das verdoppelt (=Mindestdurchmesser). Das sind bei Balu (unserer größten Katze) ca. 40cm also 80cm Mindestdurchmesser. Entsprechend hätte eins mit nur 1m gut ausgereicht, um genug Raum für ihn zu bieten. Aber wir haben den Platz und da wir bekanntlich noch länger ein Katzenhaushalt sein wollen und die Biester ja leider nicht ewig leben, wird es vielleicht mal einen größeren Nachfolger geben. Unsere Knuddelgöttin Kessy war schließlich schon eine schicke Katze (Maine Coon). Insofern sind wir auf Nummer Sicher gegangen für unsere jetzigen Haustiere und haben noch Luft nach oben für zukünftige Begleiter.

Die Laufbahn haben wir mit PVC auskleiden lassen, weil wir bei Teppich die Angst hatten, dass doch mal jemand hängen bleibt. Wir sehen häufig wie z.B. Lyssi allein schon in der Bettdecke oder der Gardine mit den Krallen festhängt. Das wäre mit einer sich bewegenden Sache alles andere als lustig. Außerdem lässt es sich wesentlich einfacher reinigen und die Katzen hören besser, ob gerade Leckerli drin sind. Das ist gleichzeitig ein Nachteil, denn wir hören die Krallen beim Laufen auf dem PVC ebenfalls. Ist aber nicht schlimm, so hören wir wenigstens, wenn einer es benutzt, denn das Rad selbst ist Geräuschlos. Ständer und Holzüberbau waren hingegen rein zweckmäßige Entscheidungen. Ich hatte keinen Bock ein riesiges Loch für die Wandhalterung zu bohren und da an der Stelle vorher ein Regal stand, war es ganz praktisch nicht die komplette Auflagefläche zu verlieren. Gefällt auch den Katzen ganz gut da oben drauf zu sitzen bzw. vom Kratzbaum aus draufzuspringen. Speziell Jules sitzt außerdem gerne hinter dem Rad auf dem Querbalken an dem die Radaufhängung befestigt ist.

Die Nutzung

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil des heutigen Eintrags: Die Erfahrungen mit dem Katzenrad. Die erste Erkenntnis: Ohne Training würden unsere lieben Tierchen das Ding vermutlich heute noch nicht benutzen. Speziell Balu mussten wir mit Grillzange und Käse – weil er nach Leckerlis schlägt – erst dazu motivieren überhaupt ins Rad zu gehen und dann auch noch darin zu laufen. Die Bewegung war ihnen doch sehr uneinheimlich. Hat entsprechend ein paar Tage gedauert, bis überhaupt die erste Katze alleine reinging.

Lyssi hat das mit dem „Laufen“ nicht ganz verstanden…

Pichu schaut das Ding stattdessen mittlerweile mit dem Arsch nicht mehr (war nur anfangs mal kurz drin). Maya hingegen geht zwar nicht rein, findet seine Funktion als „Leckerliglücksrad“ (bei hohem Tempo fliegen die logischerweise raus) echt super. Aber aus der Sicht unserer Siam-Mixe hätten wir das Teil nicht gebraucht. Zum Glück haben wir fünf Katzen: Jules nutzt es vermutlich von allen am intensivsten. Allerdings aus den völlig falschen Gründen. Er geht gefühlt nur selbstständig rein und rennt, um unsere Aufmerksamkeit zu erwecken und gleichzeitig, um sich selbst zu streicheln. Ja, ihr habt richtig gelesen. Scheinbar schubbelt die Rückwand so schön an der Backe oder so. Er schmiegt sich beim Laufen auf jeden Fall immer dran und fällt fast über seine Füße deswegen.

Lyssi geht ebenfalls rein, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Sie läuft aber tatsächlich auch hin und wieder einfach so aus Spaß. Am besten gefällt ihr jedoch die Schaukelfunktion. Sprich sie geht rein, läuft eine Runde und setzt sich dann in die Mitte und genießt, wie das Rad ausschwingt. Sehr komisches Verhalten aber wenn es Spaß macht… Balu hatte hingegen am Anfang sehr viel Respekt dem Rad gegenüber, geht aber nun ebenfalls von sich aus ab und zu rein und dreht seine 2-3 Runden. Ist nicht viel (bei allen) und absolut kein Vergleich zu den ganzen Videos von Bengalen, die teilweise zu zweit darin ihre Runden auf Höchsttempo drehen. Aber zum einen sind Katzen eher Sprinter als Ausdauerläufer und zum anderen ist es besser als gar keinen zusätzlichen Schritt zu tun. Vermutlich tut sich da langfristig auch noch ein bisschen was. Es steht ja erst ein gutes halbes Jahr hier rum und vor allem Pichu, wenn wir alle Löcher im Garten gestopft haben, sucht dann vermutlich Möglichkeiten sich austoben zu können.

Fazit

Balu im Wandbett

Zwei Katzen gehen nicht rein und die drei anderen laufen nur sporadisch und kurz? Klingt nach einem Fehlkauf. Nein, es ist aus unserer Sicht trotzdem eine sinnvolle Anschaffung gewesen. Wir hoffen natürlich, dass das mit dem Laufen noch mehr wird über die Zeit. Aber selbst, wenn nicht: Sie bewegen sich zumindest ein bisschen mehr als ohne und jeder hat für sich einen Nutzen gefunden – und wenn es nur das Sitzen auf dem Querbalken ist. Und solange es den Katzen Spaß macht, kann es kein Fehlkauf gewesen sein. Widersprüche nicht erlaubt :wink: !

Ich frage mich allerdings, ob eine andere Anschaffung der letzten Zeit wirklich hilfreich für die Nutzung des Katzenrads war. Wir haben nämlich zwei Wandliegebetten von zooplus geordert. Da wir mittlerweile doch häufiger im Home Office arbeiten (siehe Jahresrückblick 2019), wollen natürlich auch die Katzen bei uns sein. Bislang hieß das, dass sie auf dem Laptop, auf der Tastatur oder sonst wo im Weg lagen. Also hatten wir uns zum Test erst einmal eins der Bettchen mit maschinenwaschbarem Polster angeschafft. Das war dann so begehrt (sie haben sich fast drum geprügelt), dass wir nun ein zweites an die Wand gemacht haben. Anfangs hatten wir etwas bedenken, weil das Bettchen selbst nur mit Klett am Holz fest ist aber es hält erstaunlich gut. Für den Preis (Achtung: Es sind keine Schrauben und Dübel dabei!) also eine super Sache, die richtig gut angenommen wird. Aber jetzt liegen sie halt den ganzen Tag da drin statt das Laufrad zu benutzen…

Naja, egal. Damit soll es das erst einmal mit dem Thema Katzen gewesen sein. Nächste Woche geht es definitiv mal wieder um etwas anderes :smile: . Bis dahin!

Überall Plexiglas!

Über ein Jahr ist unser Katzenzaun nun fertig und unsere fünf Vierbeiner theoretisch auf das Grundstück begrenzt. Selbst unseren Ausbrecherkönig Pichu hatten wir aus unserer Sicht erfolgreich festgesetzt. Doch wie im Jahresrückblick erwähnt: Er hatte tatsächlich erneut eine Lücke gefunden, über die er auf das Hausdach kam. Von dort (einmal komplett drüber!) gelangte er auf das Dach der Terrasse und dann mit einem Sprung auf das Garagendach in die Freiheit. Extrem umständlich und gefährlich (ein gefrorener Ziegel und er wäre weg vom Fenster). Und obwohl wir dort reichlich Plexiglas verbaut haben, haben wir ihn gestern schon wieder außerhalb des Zauns erwischt! Gleichzeitig soll Maya angeblich im Sommer ihre akrobatischen Fähigkeiten ausgenutzt haben, um auf das Garagendach der Nachbarn zu gelangen. Diese Lücke ist noch komplett offen aber Maya geht aktuell wegen der Kälte sowieso nicht gerne raus. Entsprechend ist das Pichu-Problem wichtiger.

Die Konsequenz

Und von wem haben wir erfahren, dass die Siam-Mixe uns immer noch stiften gehen? Von den Nachbarn! Nene, das können wir uns hier von der CasaLysanda CatSecurity GmbH & Co. (Motto: „Ihr bleibt gefälligst Zuhause!“) natürlich nicht gefallen lassen. Es war an der Zeit endlich den von Lysanda schon länger geforderten Überwachungsstaat auszurufen! Wir haben uns also schon wieder neue harte Ware angeschafft: Zwei IP-Kameras. Eine für innen und eine für außen.

Erneut waren meine bisherigen Erfahrungen mit Kameras quasi <=0. Aber aus dem Arbeitsleben kennt man das ja: Am Anfang des Projekts sammelt man erst einmal die Anforderungen (Neudeutsch „User Stories“), macht daraus ein Technical-Solution-Dokument und geht damit dann in die Ausschreibung, auf die sich die Hersteller bewerben. Anschließend wählt man den aus, der das beste Preis- und Leistungsverhältnis hat, integriert die Sache in sein Ökosystem und feiert sich für seinen tollen Projekterfolg. Was waren also unsere Anforderungen?

Innenkamera

Der Katzenbesitzer möchte den Futterplatz überwachen, also einen sehr begrenzten Bereich bei dem die Bildqualität auch nicht ganz so wichtig ist (wir können unsere Katzen gut auseinanderhalten). Es geht dabei nicht darum zu sehen, wann der Napf leer ist (das sagen uns die Katzen schon frühzeitig). Stattdessen wollen wir über eine gewisse Zeit beobachten können, ob jeder unserer Vierbeiner (speziell Lyssi und Maya) genug frisst. Sprich die Kamera muss eine gute Bewegungserkennung haben, um zu sehen, wenn eine Katze am Napf ist und das auch in völliger Dunkelheit. Zusätzlich, weil ich keinen Bock habe ständig SD-Karten manuell auszulesen und (oft kostenpflichtigen) Cloud-Storage zu nutzen, sollte sie mit unserem Synology NAS zusammenarbeiten können.

Außenkamera

Der Katzenbesitzer möchte die typischen Ausbruchsstellen im Garten (Zaunecke, Garagendach) einsehen. Die Kamera braucht dafür eine gewisse Reichweite, weil sie an der Hauswand unter dem Terrassendach hängen soll und muss selbst auf dieser Entfernung und bei Dunkelheit die Bewegung einer Katze erkennen können. Die Bildqualität muss auch entsprechend etwas höher ausfallen, damit zum einen erkennbar ist, welche Katze es ist und wie sie ihren Ausbruch vornimmt. Wie bei der Innenkamera gilt, dass ich sie an den Synology NAS anschließen möchte.

Auf Basis dieser Anforderungen habe ich dann fleißig im Internet recherchiert – leider gibt es keine Herstellerbewerbungen im Privatbereich – und habe das hier gekauft:

Innenkamera

Die HiKam S6 (im Nachtsichtmodus)

Die Wahl fiel auf die echt putzige HiKam S6 aus Deuschland. Auf dem Papier erfüllte sie nicht nur die Anforderungen, sie war bei Amazon außerdem gerade ein Blitzangebot. Sprich statt 70€ gab es sir für nur 23€. Da haben wir logischerweise nicht lange überlegt – und sind absolut zufrieden mit dem kleinen Teil. Sie hat einen Betrachtungswinkel von 110° und nimmt Videos mit einer Auflösung von 1280×720 auf. Sie hat eine hervorragende Nachtsicht dank 10 Infrarot LEDs und kann sowohl Ton aufzeichnen als auch wiedergeben. Von Letzterem sollte man übrigens die Finger lassen, weil die Katzen gerne erschrecken, wenn sie aus dem Nichts angesprochen werden und dann vielleicht anfangen den überwachten Bereich zu meiden.

Zur Einrichtung und Nutzung der Kamera wird die offizielle Herstellerapp namens HiKam Pro benötigt. Die hat zwar saumässig schlechte Bewertungen aber zum einen kommt man nicht drum herum und zum anderen hatte ich für unseren Einsatzfall bislang keine Probleme. Dieser ist schlicht die Konfiguration und die mobile Live-Ansicht. Da weder SD-Karte noch Cloud Storage aktiv sind, stehen so Sachen wie gespeicherte Videos abspielen hier nicht zur Verfügung. Das passiert alles auf dem NAS.

Aber zurück zur Einrichtung: Kamera in der Nähe des Routers an den Strom angeschlossen, die Bootsequenz abgewartet, in der App den „AP mode“ aktiviert (AirLink steht z.B. ebenfalls zur Verfügung), den Schritten auf dem Bildschirm gefolgt (u.a. WLAN-Zugang einrichten und Passwort für die Kamera vergeben) und fertig. Das ging echt Ratzfatz und ohne großen Aufwand – und zwar sowohl auf meinem iPhone als auch auf Lysandas Android-Gerät. Neben der Live-Ansicht stehen natürlich noch viele Einstellungsmöglichkeiten wie Alarme aufzeichnen, Firmware-Updates, „nur Personenerkennung“ oder „kein Fischaugeneffekt“ zur Verfügung. Das meiste brauchen wir aber nicht, da die eigentliche Steuerung über die NAS-Software erfolgt. Also konnten wir sie ausrichten und mit zwei Schrauben am Holzregal neben dem Futterplatz befestigen.

Die Überwachungssoftware

Synology Surveillance Station Live-Ansicht

Die auf dem Synology NAS benötigte Überwachungssoftware nennt sich passenderweise Synology Surveillance Station. Da es sich bei der HiKam S6 um eine IP-Kamera handelt, ist die Einbindung ebenfalls ratzfatz erledigt. Eine Netzwerksuche über die ONVIF-Schnittstelle und schon ist das Gerät gefunden, ausgelesen und eingerichtet. Synology unterstützt die HiKam-Kameras offiziell, was es logischerweise noch einfacher macht. Fortan übernimmt die Surveillance Station fast alle Funktionen, die ihr mit der App machen müsstet. Sprich hier stellt ihr ein, was und wie aufgezeichnet wird und habt nicht nur ebenfalls Zugriff auf die schicke Live-Ansicht, sondern natürlich auch auf eure Aufnahmen – sogar in einer coolen Chronik-Ansicht in der ihr die Aufnahmen eines ganzen Tages am Stück anschauen/durchscrollen könnt.

Die Futterplatzkamera ist derzeit so eingestellt, dass sie nur auf Bewegung reagiert. Dann nimmt sie 10sek vor und nach sowie natürlich das Ereignis selbst in höchster Qualität auf. Sprich sie zeichnet technisch gesehen ständig auf, aber die Software speichert eben nur dann, wenn es was zu berichten gibt. Diese Aufnahmen werden 14 Tage lang aufbewahrt (bei uns knapp 20 GB) und dann automatisch der älteste Tag komplett gelöscht. Das sind je nach Tag zwischen 100-200 Aufzeichnungen mit einer durchschnittlichen Länge von 1-2min – abhängig davon wie aktiv die Katzen sind, wie lange sie fressen und ob wir Zuhause sind oder nicht (wir haben bewusst die Wohnzimmertür mit im Blickwinkel gelassen).

In der Software selbst legt ihr außerdem fest in welchem Bereich etwas erkannt werden soll mit entsprechenden Schwellwerten und Empfindlichkeitswerten. Es können sogar kurze Bewegungen komplett ignoriert werden. Für die Futterplatzkamera waren hier aber keinerlei Einstellungen unsererseits nötig. Das einzige, was ich zusätzlich machen musste, war der Kamera im Router eine feste IP zuzuweisen. Da wir nachts das WLAN abschalten, hatte sie mit einer dynamischen IP immer Probleme sich morgens wieder richtig einzufinden (hat dann einen kurzen Reset gebraucht). Seit ich die feste IP drin habe, passiert das nicht mehr.

Außenkamera

Die HiKam 7 HD

Bei der Außenkamera gestaltete sich die Suche etwas schwieriger. Zuerst fiel die Wahl auf die sündteure (UVP 300€) NetAtmo Presence. Die ist technisch gesehen der Wahnsinn. Eine eingebaute LED-Lampe, extrem gute Bildqualität sowohl tags als auch nachts, ein Betrachtungswinkel von 100°, sehr hohe Reichweite, perfekte Bewegungserkennung inkl. Unterscheidung zwischen Mensch, Tier und Fahrzeug und eine übersichtliche App. Leider hatte sie zwei Nachteile: Zum einen kann sie nicht in den NAS eingebunden werden. Die Funktionen der Surveillance Station konnte ich also nicht nutzen. Es war nur möglich die Aufnahmen per FTP auf den NAS zu speichern. Hintergrund ist wohl, dass die Erkennungsfunktion es nicht erlaubt den Kamerastream direkt abzugreifen. Es gibt somit außerhalb der App (wo eine Live-Ansicht zur Verfügung steht) nur Zugriff auf das aufgezeichnete Ergebnis. Zum anderen ging sie schon vor der finalen Montage kaputt. Einfach aus- und nicht mehr angegangen. Also zurück an den Händler und da mich das mit dem FTP trotz der geilen anderen Features schon störte, machte ich mich auf die Suche nach einem Ersatz.

Nach den überraschend guten Erfahrungen mit der HiKam S6 gab es passenderweise ein weiteres Blitzangebot bei Amazon, weshalb ich mir nach etwas Überlegung die HiKam A7 HD (2. Generation) für 60€ statt 99€ holte. Etwas Überlegung war deshalb notwendig, weil der Einsatzfall wie oben geschrieben einen breiten Betrachtungswinkel und eine gewisse Reichweite erfordert. Da war ich mir bei der HiKam A7 HD etwas unsicher, da sie nur 80° und eine Auflösung von 1280×960 hat. Aber Zurückschicken ist in unserer heutigen Gesellschaft ja an der Tagesordnung also hatten wir nichts zu verlieren :wink: .

Taugt sie was?

Ein Negativpunkt, den ich direkt beim Auspacken festgestellt habe, sind die Kabel. Davon hängen vier Stück an der Kamera einfach so rum. Eine (abschaltbare) Status-LED, ein Reset-Knopf mit Deckel, der (optionale) LAN-Anschluss und das Stromkabel (mit Stecker). Etwas bescheuert, vor allem wenn ich an den eigentlichen Einsatzfall solch einer Kamera denke (Einbrecherschutz). Da geht die Außerbetriebnahme sicherlich ziemlich einfach. Aber gut: Unsere Katzen werden vermutlich keine Kabel durchschneiden, also ist es „nur“ eine optisch unschöne Sache.

Die Einrichtung sowohl in der App als auch der Surveillance Station gingen hingegen wie erwartet ohne irgendwelche Komplikationen vonstatten. Ich habe sie ebenfalls einfach ins WLAN-Netzwerk eingebunden, da ich weder Bock hatte noch den Mehrwert eines direkten LAN-Anschlusses gesehen habe für unseren Einsatzzweck. Erste Tests – sie hängt noch nicht an ihrer finalen Position – stimmen uns vorsichtig positiv, dass Auflösung, Reichweite und der Winkel von nur 80° (etwas weniger, wenn man den Fischaugeneffekt ausschaltet) sowohl am Tag als auch bei Nacht (sie hat 24 Infrarot-LEDs) für unsere Zwecke ausreichen werden. Anders als bei der Futterplatzkamera muss ich aber die Ereigniserkennung genauer definieren. Je nach Empfindlichkeit reagiert das System beispielsweise schon auf die Bewegung von Wolken. Das sieht zwar cool aus aber es macht trotzdem Sinn den Erkennungsbereich entsprechend um den Himmel zu reduzieren. Sonst könnte ich einfach die Daueraufnahme aktivieren :smile: . Und auch die Einstellung für die Empfindlichkeit und das Thema kurze Bewegungen werde ich mir dann nochmal anschauen müssen. Nicht, dass bei jeder Grashalm- oder Mückenbewegung schon aufgezeichnet wird. Gleichzeitig ist unser Pichu auf den Testaufnahmen überraschend wenig zu sehen, was ich weder verstehe noch gut finde.

HiKam A7: Live-Ansicht aus der App heraus

Nachdem wir Pichu bei einem seiner Ausbrüche erfolgreich erwischt und das Loch aus unserer Sicht geflickt haben, ist die Außenkamera nun erstmal auf die Katzenklappe und eins der Katzenklos gerichtet. So können wir ein wenig die Raus- und Reinbewegungen beobachten bis wir das notwendige Material aus dem Baumarkt besorgt haben, um sie an ihrer richtigen Stelle zu montieren. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob die HiKam A7 im Gegensatz zur S6 bleiben darf – eben, weil Pichu verdächtig selten zu sehen ist – oder wir doch noch ein anderes Modell brauchen. Aber ohne es an der richtigen Stelle getestet zu haben, werde ich diese Entscheidung wohl nicht treffen können.

Update: Das Ergebnis der weiteren Tests war, dass die Qualität der Bewegungserkennung absolut nicht ausreichend ist für unsere Zwecke. Wir haben die HiKam A7 entsprechend wieder zurückgeschickt und sind auf der Suche nach Ersatz.

Die liebe Sicherheit

Stellt sich zum Abschluss – wie bei jedem IoT-Gerät – die Frage nach der Sicherheit. Nun, ich habe mal wieder nichts Aktuelles im Internet gefunden. Ich wurde nur erneut bei Robert Penz fündig, der anno 2016 absolut nicht begeistert war. Allein in den ersten zwei Stunden hatte er mehrere schwerwiegende Security Risks vor allem dank unverschlüsselter Datenübertragungen in der alten Version der HiKam A7 gefunden. HiKam versprach ihm zwar damals die Probleme zu beheben, ob es wirklich passiert ist weiß aber natürlich wieder keiner…

Grundsätzlich sind es IP-Kameras, hängen also in unserem Fall im WLAN und sind Teil des Netzwerkes. Sie und der dazugehörige RSTP-Stream sind theoretisch über einen Namen und ein Passwort geschützt (der Stream erst nach manueller Aktivierung!!). Blöd ist nur, dass sich der Standardbenutzername nicht ändern lässt und das Standardpasswort mit „123“ auch nicht wirklich sicher ist. Will gar nicht wissen, wie viele Leute das nicht geändert haben bei der Konfiguration. Sprich wer mal im WLAN ist, kann den Stream ziemlich einfach abgreifen. Ansonsten sind es natürlich weitere Geräte im Netzwerk, die Signale senden und empfangen und damit ein weiteres mögliches Einfalltor ins eigene Netz. Hatte ich schon erwähnt, dass man sich einfach kein IoT-Gerät anschaffen sollte? Egal wie bequem es ist? Ja? Okay…

Epilog

HiKam S6: Maya am Futterplatz (Screencap einer Aufnahme)

Zwei Sachen kann ich abschließend noch erwähnen: Beide Kameras können nur im 2,4Ghz-WLAN-Band arbeiten. Und ich habe meinen alten WLAN-Repeater (den AVM FRITZ!Repeater 310) gegen den etwas leistungsstärkeren AVM FRITZ!Repeater 2400 ausgetauscht. Die Befürchtung war, dass die Bandbreite sonst nicht mehr ausreicht bei so vielen Geräten. Ob es aus diesem Grund wirklich notwendig gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber der alte Repeater hat sowieso schon öfters Probleme gemacht (Verbindungsprobleme und sowas) und er konnte ebenfalls nur 2,4 Ghz. Entsprechend waren die Kameras jetzt nur ein Vorwand ihn endlich mal auszutauschen und damit gleichzeitig auch in die entlegeneren Bereiche des Hauses mehr Bandbreite zu bringen.

Und damit sind wir am Ende des heutigen Eintrags angekommen. Zusammengefasst können wir zwar noch nicht jeden Schritt und Tritt unserer Katzen verfolgen aber wir haben den ersten Schritt getan. Bald können wir dann den 24/7-Livestream auf Mixer einrichten und fett Kohle machen mit den faul herumliegenden Biestern :smile: . Und darum geht es doch, oder nicht?!

Das große Finale ist da! Heute wird die Rechnervorstellung mit Grafikkarte, Soundkarte und Datenspeicher beendet. Und wir versuchen anhand von ein paar Benchmarks herauszufinden, ob sich denn der ganze (teure) Spaß gelohnt hat! Und ich beginne gleich mit einer faustdicken Überraschung:

Grafikkarte: Palit GeForce GTX 980 Ti Super Jetstream (0 €)

Palit 980GTX Ti (Herstellerbild)

Na hoppla! Was ist denn da jetzt los? Der aufmerksame Leser wird sich nun (hoffentlich) verwundert die Stirn reiben: ist das tatsächlich dieselbe Grafikkarte, die zuletzt bereits im alten Rechner von azzkickr verbaut war? Ja, das ist sie!

Ich denke, die Entscheidung, weiterhin auf die altbekannte Grafikkarte zu setzen, bedarf einer Erklärung. Es sind hauptsächlich zwei Gründe, die mich dazu bewegt haben, mich – nunja – nicht zu bewegen :smile: . Zum einen habe ich ja bereits im Einleitungsartikel erläutert, dass ich aktuell kaum noch Spiele spiele. Und wenn doch, laufen die allermeisten Titel selbst auf sehr hohen Details noch mit recht anständigen Frameraten. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei der Grafikkarte immerhin um eine übertaktete Geforce GTX 980Ti handelt, ein ehemaliges Top-Modell von Nvidia. Natürlich merkt man der Karte in einigen Spielen trotzdem ihr Alter an, aber – und das bringt uns zu Punkt 2 – was wäre denn die Alternative gewesen?

Wie ich in der Einleitung ebenfalls erwähnt hatte, verfolge ich den Ansatz, dass eine neue CPU oder GPU mindestens das doppelte an Leistung liefern muss, bevor ich eine Anschaffung in Betracht ziehe. Und damit haben wir auch schon das Dilemma: selbst die aktuell schnellsten Grafikkarten – Nvidias GTX2080Ti – liefern im Durchschnitt „nur“ ca. 1.9x mehr Leistung. In z.B. Assassin‘s Creed: Origins sieht der Unterschied in UHD bei den 99. Perzentilen dann etwa wie folgt aus: 30fps vs. 52fps. Ein Upgrade würde mich daher noch nicht einmal in den Bereich oberhalb von 60fps bringen. Und man beachte dabei zwei essentielle Punkte: zum einen ist Assassin’s Creed: Origins zwar ein sehr hübsches, aber beileibe kein optisch bahnbrechendes Spiel wie seinerzeit Crysis. Zum anderen kostet selbst die günstigste (dann aber deutlich hörbare) Geforce RTX2080Ti noch etwa 1100 Euro! Das steht in meinen Augen in überhaupt keiner Relation. Da hilft mir auch das zweifellos schöne Raytraycing-Feature nichts, denn dafür reicht die Leistung erst recht nicht aus.

Zu wenig Power!

Kurzum: Es ist für meine Anforderungen noch zu früh für eine Neuanschaffung. Die Grafikkarte, die ich mir wünsche, gibt es schlicht und einfach noch nicht. Ein Neukauf lohnt sich in meinen Augen erst dann, wenn in sämtlichen neuen Spielen flüssige 60fps bei UHD und maximalen Details erreicht werden. Dabei ist es mir auch egal, dass ich selbst momentan nur einen Monitor mit 2560×1440 Pixeln habe. Bei den Preisen, die man mittlerweile für eine derartige Hochleistungsgrafikkarte zahlen muss, kann man eine gewisse Zukunftssicherheit erwarten. Im Übrigen ist für mich dann auch HDMI 2.1 Bedingung. Gegebenenfalls erscheint bereits im Frühjahr 2020 eine solche Grafikkarte. Sowohl AMD als auch Nvidia haben erste Andeutungen gemacht. Aber selbst dann bleibt die Sache mit dem Geld. Bereits die etwa 800 Euro, die ich damals für die GTX980Ti gezahlt habe, haben geschmerzt. Ich rechne aktuell nicht vor Ende 2020 mit Grafikkarten, die meine oben skizzierten Leistungsansprüche erfüllen, aber gleichzeitig unterhalb der 800-Euro-Grenze bleiben.

Aber wurscht: Der Stapel an hochklassigen Spielen ohne Blockbuster-Grafik ist noch groß genug, um die nächste Zeit mühelos zu überbrücken :wink: .

Soundkarte: Creative Sound BlasterX AE-5 (100 €)

Creative Sound BlasterX AE-5 (Herstellerbild)

Wenn die Spiele bis mindestens Ende 2020 schon nicht besser aussehen, sollen sie wenigstens besser klingen. Und dafür sorgt ab sofort wieder Creative mit der Sound BlasterX AE-5. Ein definitiv hörbares Upgrade. Und zwar nicht nur im Vergleich zur Onboard-Soundkarte, die ich ja die letzten Monate verwendet habe. Ich bilde mir auch ein, dass sie im Vergleich zur damaligen X-Fi XtremeMusic und zur zuletzt ebenfalls verwendeten SoundSound Blaster Z eine Verbesserung darstellt. Die technischen Daten bekräftigen meinen (zuhöchst subjektiven) Eindruck: sowohl beim Rauschabstand (116db Sound Blaster Z vs. 122db AE-5) als auch beim Klirrfaktor (0.0005% vs. 0.00032%) schneidet die neue Variante besser ab. Ob das wirklich hörbar ist? Keine Ahnung. Zumal man im Netz auch unterschiedliche Angaben findet, wenngleich die AE-5 in jedem mir bekannten Artikel rein technisch besser abschneidet.

Dabei gibt es mit der AE-7 und AE-9 mittlerweile zwei weitere Modelle, die nochmals oberhalb der AE-5 angesiedelt sind und die abermals bessere Werte liefern. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kippt dann aber meiner Meinung nach mit Preisen deutlich oberhalb der 200 Euro ins Unattraktive.

Zumal diese beiden High-End-Modelle auch keine LED-Beleuchtung mehr mitbringen. Und ja: ich wiederhole hier, was ich beim Arbeitsspeicher schon einmal zu dem Thema gesagt habe: Gehäuse bitte ohne Bling-Bling, Komponenten im Inneren gerne. Ich muss zugeben, dass das definitiv schick aussieht.

Die Software

Zum Abschluss noch ein Wort zum Treiber, der ja bei Creative traditionell einen Schwachpunkt darstellt. Hier kann ich zu meiner eigenen Erleichterung berichten, dass ich bislang keine nennenswerten Probleme hatte. Ein einziges Mal verlor der Treiber meine Detaileinstellungen. Abgesehen davon gab es jedoch keinerlei Instabilitäten oder gar Abstürze. Creative scheint es nach all den Jahren anscheinend geschafft zu haben, einen ordentlichen Treiber zu programmieren.

Aber nun genug zum Thema Akustik. Widmen mir uns zum krönenden Abschluss noch einem Highlight meines neuen Rechners.

Datenspeicher: 2x Samsung SSD 970 Evo Plus 1TB, 1x Samsung SSD 970 Evo Plus 500GB (470 €)

Samsung SSD 970 Evo Plus 1TB (Herstellerbild)

Irgendwo muss ja meine Verrücktheit, oder nennen wir es besser: meine Leidenschaft für die Technik durchblitzen. Und wenn es schon nicht bei der Grafikkarte ist (die sich ja am ehesten dafür anbietet) und auch der Prozessor (halbwegs) eine Vernunftentscheidung war, dann halt beim Datenspeicher!

Hier erklärt sich nun auch, weshalb ich mich letzten Endes für das Gigabyte-Mainboard und eben nicht für das Asus-Pendant entschieden habe: die Möglichkeit ganze drei m.2-SSDs zu verwenden. Dieser Umstand brachte gleich zwei Vorteile mit sich. Zum einen sind die, via m.2-Slot angeschlossenen SSDs – PCIe-Anbindung sei Dank – zumindest in Benchmarks nochmals deutlich schneller als ihre S-ATA-Brüder im 2.5″-Format. Zum anderen erspart man sich durch die direkte Installation auf dem Mainboard die nervige und den Luftstrom sowie die Optik negativ beeinflussende Verkabelung – ein weiterer Schritt hin zu meinem Traum eines wirklich „cleanen“ PC-Systems, in welchem man möglichst überhaupt keine Kabel mehr sieht.

Anfangs war ich durchaus nervös, da es mein erster Kontakt mit der m.2-Technik war. Da schwingt immer die Angst mit, dass man die Komponenten entweder falsch einbaut (und dabei zerstört…“RAM“…“hust“) oder das im Nachhinein etwas nicht funktioniert („booten die Dinger auch wirklich?“). Aber ich kann Entwarnung geben: es hat alles reibungslos funktioniert. Es war sogar kinderleicht. Kühlkörper runterschrauben, Riegel einklemmen, Kühlkörper wieder draufschrauben. Fertig.

Ich hätte beim Datenspeicher sicherlich jede Menge Geld sparen können. Streng genommen hätte ich überhaupt keine neuen SSDs gebraucht. Schließlich hatte ich ja bereits im alten PC mehrere Terabyte SSD-Speicher verbaut. Aber die waren eben im 2.5″-Format und über S-ATA angebunden. Mal schauen, ob ich sie noch nachträglich einbaue. Aber aktuell brauche ich den Speicherplatz nicht. Und wie gesagt: die Optik ist mir schon viel Wert :smile: .

Definition of Done

Das waren sie nun, die Komponenten meines neuen Rechners! Wer sich fragt, was mit Monitor, Eingabegeräten und Lautsprechern ist, dem sei gesagt, dass hier alles beim Alten geblieben ist. Heißt: ich verwende weiterhin die viele Jahre alte Logitech G700s-Maus, die Logitech K800-Tastatur, mein heiß geliebtes Teufel Concept E Magnum PE (grandios!!) und meinen Dell S2716DG G-Sync-Monitor (2560×1440 Pixel bei 144Hz). Bei all diesen Komponenten gibt es schlicht und einfach keinen Grund sie zu erneuern. Sie laufen fehlerfrei und liefern seit vielen, vielen Jahren ihre Leistung. Toll!

Praxiserfahrungen

Und damit nun zur alles entscheidenden Frage: was hat diese, ganze 1.800 Euro teure Investition überhaupt gebracht? Nun, das kommt ganz darauf an :smile: . Zum einen hat es einfach mal wieder Spaß gemacht, sich einen neuen Rechner zusammenzubauen. Vor allem, weil es auch ohne Komplikationen funktioniert hat. Zum anderen sieht das neue Gehäuse, inklusive Einblick in die hübsch beleuchteten Innereien einfach schön und edel aus. Dass ich nun an der Gehäusefront meine heiß ersehnten USB 3.2 Gen 2 -Anschlüsse habe ist, wenngleich auf dem Papier nur ein kleines Detail, in der Praxis ebenfalls eine sehr große Verbesserung. Aber ja, dass alleine rechtfertig natürlich keine 1.800 Euro. Und ich weiß, euch interessiert vielmehr die pure Leistung. Die harten Fakten.

In Ordnung. Dann kommen wir eben darauf zu sprechen. Da ich wie bereits mehrfach erwähnt meine „Enthusiastenphase“ hinter mir habe, habe ich mich nur auf ein paar wenige Benchmarks konzentriert.

Fangen wir mal mit den noch recht theoretischen Werten meiner SSDs an, gemessen mit AS SSD.

Wir ihr sehen könnt, sind die rein theoretischen Zahlen mehr als nur beeindruckend. Faktor 5 beim Sequentiellen Lesen und Schreiben, fast Faktor 2 bei den wichtigeren 4K-Zugriffen. Insgesamt mehr als die vierfache Punktzahl.

Auch beim PCMark8, den ich als relativ praxisnah einstufe, hat sich etwas getan:

Wobei ich sagen muss, dass ein Plus von 33% bei der Gesamtpunktzahl vor dem Hintergrund der doppelt so vielen Prozesserkerne, den viermal so vielen Threads, des verdoppelten Arbeitsspeichers und den erheblich schnelleren SSDs doch ziemlich ernüchternd ist. Vor allem der Blick auf die fast unveränderten Ergebnisse beim „Web Browsing“ sind überraschend. Gerade hier hatte ich mir mehr Tempo erhofft. Überraschend aber auch, dass sich beim „Casual Gaming“ – Benchmark die „fps-Zahl“ von 86 auf 124 erhöht hat, obwohl doch die Grafikkarte dieselbe geblieben ist. Immerhin ergibt der Online-Resultatvergleich, dass mein Ergebnis besser als 99% der anderen Ergebnisse ist. Das ist dann wiederum auch unerwartet gewesen :smile: .

Kommen wir nun zum bekannteren Benchmark aus dem Hause UL (früher Futuremark): dem 3DMark.

Hier ist der Leistungszuwachs mit etwa 20% noch geringer als im PCMark8. Aber das war zu erwarten, werkelt ja schließlich weiterhin dieselbe Grafikkarte im Rechner. Während der CPU-Score sich beinahe vervierfacht hat (9.30fps vs. 33.07fps), stagniert der Graphics Score auf praktisch denselben Werten. So lande ich hier beim Online-Vergleich auch nur bei „better than 47% of all results“.

Die Realität

Aber was heißt das denn nun in der wirklichen Praxis? Nun, ich mache das jetzt sehr kurz: Forza Horizon 4 läuft bei 2560×1440 und nahezu maximalen Details mit 60-65fps. Metro Exodus bei gleichen Einstellungen mit 30-35fps. Hier merkt man also durchaus, dass ich ins GPU-Limit laufe und mich der Grenze der Unspielbarkeit nähere. Aber nochmal: mehr als 1000 Euro für eine RTX2080Ti ausgeben, nur damit ich dann 20-25fps mehr erhalte, sehe ich nicht ein.

Metro Exodus (Herstellerbild)

Der deutlich schnellere Prozessor macht sich bei meinem Nutzungsverhalten vor allem beim gleichzeitigen Öffnen von mehreren Internetseiten bemerkbar. Mein „Standard-Ordner“ enthält derer 16. Während beim alten System mit dem ehrwürdigen 2500K das System dann für ca. 15 Sekunden auf Tauchstation ging, ist mit dem neuen Prozessor alles binnen weniger Sekunden geladen. Sehr schön. Da wäre die „mindestens doppelt so schnell-Formel“ also wieder erfüllt.

Ein Flüstern

Bleibt zu erwähnen, dass der Rechner bei allen bisherigen Belastungsszenarien angenehm leise bleibt. Nicht unhörbar, nein. Aber mehr als ein – noch dazu sehr angenehmes – Hintergrundrauschen ist nicht zu hören. In Spielen zieht die Lautstärke zwar etwas an, diese wird aber von den dann auch aktiven Lautsprechern locker übertönt. Insgesamt bin ich auch hier sehr zufrieden und habe eine Verbesserung im Vergleich zum vorherigen System erreicht.

Bezüglich der Temperaturen bin ich soweit auch zufrieden. Im Prime95 Maximum-Heat-Test kam ich beim Prozessor nach 10min nicht über 69°C, beim Chipsatz nicht über 72°C hinaus. In Spielen waren es tatsächlich auch mal jeweils 76°C. Wenn ich diese Werte mit Online-Tests, in welchen in der Regel potentere Kühler verwendet werden, vergleiche, kann ich damit auch zufrieden sein. Ich mache aber auch keinen Hehl daraus, dass ich gerne unter der 70°C-Grenze geblieben wäre. Immerhin: im Idle-Betrieb dümpelt die CPU bei 42°C, der Chipsatz bei 62°C herum. Das sind wiederum sehr gute Werte. Man denke ja auch an die „silent-Einstellung“, die ich im Bios für die Lüfter ausgewählt habe.

War es das alles nun wert?

Nun, das liegt wie gesagt im Auge des Betrachters. 1.800 € auszugeben – wohlgemerkt ohne Grafikkarte, Monitor, Eingabegeräte und Lautsprechersystem – nur um Internetseiten schneller laden zu können ist natürlich absurd und überhaupt nicht rational erklärbar. Und dennoch bin ich sehr zufrieden. Warum? Weil ich eine, in meinen Augen hervorragende Grundlage geschaffen habe, um im nächsten Jahr mit einer neuen Grafikkarte wieder in die absolute Hochleistungsklasse aufzusteigen. Und ich wollte einfach nicht mehr mit dem Kauf der restlichen Komponenten warten. Denn einerseits gab es am alten Rechner doch zu vieles, das mich nervte (das lahme Laden der Internetseiten, das fehlende Front-USB3.2 Gen 2), andererseits hätte ich nächstes Jahr mindestens genauso viel Geld auf den Tisch legen müssen. Und zumindest was Ladezeiten und Nachladeruckler angeht profitiere ich ja jetzt schon von den neuen Komponenten.

Und damit beende ich nun meine Artikelreihe und hoffe, euch sowohl etwas Unterhaltung als auch Spannung geboten zu haben.

Zum Schluss interessiert mich natürlich eure Meinung: habe ich es übertrieben? Habe ich Schwachpunkte im System? Oder findet ihr vielleicht alles gut so, wie es ist? :wink: Bin gespannt auf eure Kommentare!

Crysis

Crysis sieht auch heute noch super aus! (Herstellerbild)

Schafft Azzkickr mit Hilfe seiner neusten Daddelkiste endlich konstante 30fps in Crysis oder muss er eine weitere Hardware-Generation warten, bevor er Cryteks FPS-Meisterwerk in aller Pracht ruckelfrei genießen kann? All das und noch viel weniger werdet ihr heute nicht erfahren, denn den vierten Eintrag u.a. mit der Enthüllung seiner Grafikkarte und den dazugehörigen Benchmarks gibt es erst frühestens kommende Woche. Und selbst dann ist es vermutlich unwahrscheinlich, dass er sich getraut hat Crysis zu testen :smile: .

Kommen wir stattdessen heute erneut zu mir. Was habe ich denn so die letzten Wochen getrieben – also außer ChuChu bei der Arbeit zuzuschauen? Nun, unter anderem habe ich ein paar Bugs auf der Webseite gefixt. Das Update auf die PHP-Version 7.73 hat BeimChristoph irgendwie nur sehr schlecht vertragen. Nein, Rondrer war daran aus meiner Sicht nicht schuld. Sein Code für das zugrundeliegende WordPress-Theme besteht größtenteils nur aus dem Aufrufen von an anderer Stelle definierten Variablen an der richtigen Stelle. Ist nicht negativ gemeint, aber dadurch kann da nicht wirklich viel kaputt gehen. Stattdessen war sowohl WordPress selbst als auch ein paar meiner Plugins die Übeltäter. Das ist halt der Nachteil, wenn man fremden Code einbindet.

Plugin-Ärger

Ein Großteil hat sich durch Updates automatisch ausgeregelt aber ein Plugin blieb übrig, das weiter fleißig PHP-Errors ausspuckte: Lightbox Plus Colorbox. Das macht u.a. die tollen Vergrößerungen, sobald ihr z.B. ein Bild in einem Eintrag anklickt. Warum auch immer wird die Lightbox Plus Colorbox in der offiziellen WordPress-Plugin-Datenbank nicht mehr geführt. Es gab‘ entsprechend seit mittlerweile über vier Jahren kein automatisches Update mehr. Auf der offiziellen Homepage des Plugins gibt es immerhin eine neuere Version 2.8 von 2016. Ebenfalls nicht taufrisch aber immerhin etwas. Also hab‘ ich mir die geholt und installiert. Problem gelöst? Nein, nicht ganz. Zum einen war PHP immer noch nicht ganz glücklich. Und zum anderen hatte der Autor mit dieser Version eine Verbindung zu einem Content Delivery Network eingebaut, um aktuelle jQuery-Bibliotheken zu ziehen. Das ist aber dank der DSGVO für mich nicht mehr vertretbar.

Lightbox Plus Colorbox

Codeauszug aus besagtem Plugin

Ich hatte also die Wahl entweder mir ein Ersatzplugin zu suchen (was extrem schwierig ist bei sowas…) oder, was man normalerweise nicht tun sollte, selbst Hand anzulegen. Grund ist ganz einfach, dass beim nächsten Update die eigenen Änderungen überschrieben werden. Da das Plugin aber scheinbar eh keinen offiziellen Support mehr erhält, habe ich mich für letztes entschieden. Und da ich niemanden Dumm sterben lassen will: In der Datei action.class.php sind die URLs zum CDN. Die habe ich einfach alle auf meinen Server abgeändert. Die angeforderten Dateien liegen eh im Plugin-Ordner bereit, falls vom CDN ein Timeout kommt. Ist vermutlich in Sachen Performance nicht die optimalste Lösung aber zum kompletten Umprogrammieren der Funktion bin ich dann doch (noch) zu blöd. Die PHP-Fehler versteckten sich hingegen in der Datei Minifier.php. Ich glaub‘ es war ein simples „Habe x erwartet, aber y bekommen“, wo ich als Lösung nur einen Begriff durch einen anderen ersetzen musste.

Update: Das Plugin ist aufgrund der Probleme mit dem €-Zeichen jetzt doch rausgeflogen. Stattdessen bin ich jetzt mal testweise auf Simple Lightbox umgestiegen.

Gleichzeitig habe ich das Plugin Lightbox Gallery deinstalliert, weil ich feststellen musste, dass sich die beiden beißen. Ich dachte bislang man benötigt beide, um die gewünschten Funktionen zu haben bzw. das eine für die Vorschauen, das andere für meine beiden Bildergalerien. Das war aber ein Irrglaube. Stattdessen führte es dazu, dass in der Großansicht der Text überlappend dargestellt wurde (passiert immer noch, wenn das Bild nicht breit genug ist, aber das lässt sich nicht ändern) und nach dem Update die Galerien wieder nicht so funktionierten, wie ich das wollte. Jetzt sollte es aber passen.

WordPress-Ärger

WordPress hat hingegen nach dem zum PHP-Update gehörenden Switch auf Version 5.3 plötzlich haufenweise „?“ in meine Einträge eingebaut. Der Fehler war schnell identifiziert: Anders als scheinbar jeder andere Blogger – zumindest ist der neue Gutenberg-Block-Editor absolut nicht darauf ausgelegt, weshalb ich weiter den Classic Editor nutze -, schreibe ich meine Einträge (wie jetzt gerade im Moment) in Microsoft Word und kopiere sie erst am Ende ins System. Leider hat Word hier und da seine eigene Interpretation was Zeichen angeht. Das ist prinzipiell für mich nichts Neues, weshalb ich schon vorher immer den Umweg über Notepad gegangen bin und z.B. die „…“ im Nachgang manuell ersetzt habe. Scheinbar ist jedoch diese Toleranz gegenüber Word-„Symbole“ ganz entfernt worden. Aber gut: Kein unlösbares Problem, weshalb auch bislang unkritische Zeichen plötzlich zum Fragezeichen wurden. Mit dem Plugin Better Search Replace konnte ich in der Datenbank aber nach und nach alle entsprechenden „?“ finden und durch das korrekte, HTML-gültige Zeichen ersetzen. Und seitdem achte ich eben noch stärker darauf in Notepad auch wirklich alle Zeichen zu korrigieren.

Blieb nur eine Sache übrig, die mir schon ewig auf den Zeiger geht, für die ich aber bislang keine Lösung gefunden hatte. Es ist nämlich durchaus keine Absicht von mir gewesen statt „€“ immer „Euro“ zu schreiben. Es hat nur schlichtweg nicht funktioniert. Also im WordPress-Editor schon aber auf der Webseite wurde daraus ein „?“. Also habe ich mich jetzt ebenfalls mal hingesetzt und geschaut woran es liegt. Zuerst hatte ich die im Verdacht, dass die Datenbank mit dem falschen Zeichensatz definiert ist. Aber dort ist das „€“ korrekt sichtbar. War also nicht der Verursacher. Am Ende meiner irgendwie doch sehr langen Recherche bin ich dann auf die Lösung gestoßen: WordPress war schuld.

Datenbankscreenshot

Auszug aus der MySQL-Datenbank

Und zwar wird der Zeichensatz beim erstmaligen Anlegen einer Datenbank durch WordPress in der wp-config.php definiert. Da stand auch „utf8“ drin (und in dem Modus sind die Datenbank), so ist es nicht. Wobei heutzutage wohl „utf8mb4“ richtiger wäre, wie ich jetzt gelernt habe. Aber ich habe mich ehrlich gesagt nicht getraut die Datenbanken zu switchen. Scheint viel zu viel schief gehen zu können dabei. Der Übeltäter war hingegen der „collate type“, bei dem so schön als Kommentar dransteht „sollte nicht geändert werden“. Die Definition war aber leer. Also habe ich spaßeshalber mal „utf8mb4_general_ci“ eingetragen (obwohl die mySQL-Datenbank technisch gesehen auf „utf8_general_ci“ sitzt) und siehe da: €s soweit das Auge reicht :smile: . Perfekt.

Update: Stellte sich heraus, dass das Problem scheinbar nicht die WordPress-Einstellungen war, sondern tatsächlich das Lightbox Plus Colorbox-Plugin. Ich versteh’s ned… :smile:

Und was hat sich sonst an der Seite getan, wenn wir schon dabei sind? Nun, oben unter „Serien“ habe ich mal Links zu den Serien-Einträgen zu den Themen Körpertuning, Tagebuch eines Hausherrn und Aus dem Leben des Webmasters ergänzt. Und vor längerer Zeit habe ich das Twitter-Plugin ausgewechselt, weil das alte ebenfalls keinen Support mehr hatte und nicht mehr funktionierte. Mal schauen wie lange das überhaupt noch existiert (meine Twitter-Nutzung ist massiv im Keller). Und zu guter Letzt habe ich tatsächlich Antispam Bee zumindest deaktiviert. Ich habe schon seit längerem bemerkt, dass seit meinen Änderungen für die DSGVO das Spamvolumen von teilweise 200 und mehr Kommentaren pro Tag auf faktisch „0“ gesunken ist. Also brauche ich auch derzeit das Plugin nicht. Hatte seit der Deaktivierung nur einen einzigen Spamkommentar. Mal schauen ob das so bleibt, oder ob das irgendwann wieder schlagartig ansteigt und ich das Plugin doch wieder brauche.

Und das war’s in Bezug auf die Änderungen an BeimChristoph. Nichts weltbewegendes und wenig, was für euch tatsächlich sicht- oder spürbar ist. Aber ab und zu ein bisschen Staubwischen und Putzen ist nie verkehrt :smile: .

Themawechsel

iPhone 11

Da ist ein Balu auf meinem Handy!

Kommen wir jetzt mal zu was anderem, denn ob ihr es glaubt oder nicht: Ich hatte ursprünglich nicht geplant so lange über die PHP-Umstellung zu referieren. Stattdessen standen drei andere Stichworte auf meiner Liste. Kommen wir also zumindest noch zu einem davon (die anderen sind durchgespielte Spiele): Ich habe mir ein neues Smartphone gegönnt. Der Hauptgrund ist so dämlich wie banal: Magic: The Gathering – Puzzle Quest kam mit meinem iPhone 6 Plus nicht mehr klar. Mit Version 3 fing das Spiel an immer häufiger abzustürzen und mit jedem Update wurde es schlimmer bis hin zur vollständigen Unspielbarkeit. Die Vermutung in den Foren ist (die Entwickler haben sich bis heute nicht dazu geäußert), dass schlicht die 1 GB Arbeitsspeicher nicht mehr ausgereicht haben, um alle Daten vorzuhalten.

Ein normaler Mensch hätte jetzt vermutlich einfach aufgehört das Spiel zu spielen (was ich auch einige Monate getan habe) und sich anderen Titeln gewidmet – z.B. den jeweils neusten Werken von Kairosoft (ich komm‘ schon gar nicht mehr hinterher!). Aber nach fünf Jahren, ebenso vielen übersprungenen iPhone-Generationen, dem nun erreichten Support-Ende für besagtes iPhone 6 Plus sowie tatsächlich besseren Tarifkonditionen bei einem Wechsel (zumindest für mich als Mitarbeiter) habe ich mir gedacht: Komm, hol‘ dir mal wieder was Neues.

Was es geworden ist? Ein iPhone 11 mit 128GB. Ja, ohne Zusatz. Kein Pro oder gar Pro Max. Ein Goldesel bin ich dann doch nicht und mit dem niedrigsten Tarif (mehr brauche ich nicht) hätten die Dinger immer noch extrem viel gekostet. Und ein Android ist es erneut nicht geworden, weil zum einen Lysanda gefühlt dauernd nur am Fluchen ist (hat ein Samsung Galaxy Xcover 4) und zum anderen, weil ich mir weiterhin einbilde in der iOS-Umwelt „gefangen“ zu sein. Zumindest müsste ich z.B. die Kairosoft-Spiele alle wieder neu kaufen. Und mein Spielstand lässt sich ohne Facebook-Account (ja, ich habe immer noch keinen!) bei Magic: The Gathering – Puzzle Quest sicherlich ebenfalls nicht einfach migrieren. Also bin ich Apple nicht nur erneut treu geblieben, sondern habe auch gleichzeitig noch die schlechteste Variante aus der aktuellen iPhone-Generation erstanden. Was bin ich nur für ein Versager :wink: .

Das Gerät

Und ja, auf den ersten Blick erscheint es wie ein Rückschritt: Das iPhone 6 Plus hat damals schon 1080p bei 401ppi geschafft während das iPhone 11 nur 1792×828 bei 326ppi bringt. Sprich nicht einmal 1080p trotz größerer Bildschirmdiagonale (6,1″ zu 5,5″) und hat gleichzeitig eine Art „Einkerbung“ am oberen Rand mit Lautsprecher und Frontkamera, die in das Display hineinragt, was die Auflösung einiger Apps reduziert und damit zu ungenutztem Raum oder zu Falschdarstellungen in nicht optimierten Apps führt. Und obwohl es kleiner ist (150,9×75,7×8,3 zu 158,1×77,8×7,1mm), wiegt es etwas mehr (194g zu 172g). Den Vergleich zum iPhone 11 Pro Max u.a. mit seinem OLED-Display braucht man da erst gar nicht zu versuchen.

Doch die Realität ist natürlich eine ganz andere. In fünf Gerätegenerationen hat sich einiges getan. Ja, es mag das schlechteste iPhone dieser Generation sein. Mit dem iPhone 6 Plus wischt es trotzdem den Boden auf. Das merke selbst ich als nicht wirklicher Hardcore-Nutzer. So bin ich z.B. beeindruckt wie gut Face ID funktioniert, die verbesserte Kamera (12 MP Zweifach-Kamera) mit ihren neuen Funktionen ist eine coole Sache und natürlich merke ich auch die Power des A13-Bionic-Chips im Vergleich zum alten A8. Magic: The Gathering – Puzzle Quest lädt z.B. deutlich spürbar schneller. Gleichzeitig hält zumindest aktuell noch der Akku angenehm lange.

Umgewöhnung

Magic: The Gathering - Puzzle Quest

Mein Suchtspiel

Der Wechsel ging soweit gut über die Bühne. Dank iCloud-Backup und drahtloser Übertragung vom alten auf das neue Smartphone ist das zwischen zwei iPhone ja tatsächlich nur eine Frage der Zeit. Sogar die Savegames besagter Kairosoft-Titel haben es rübergeschafft (hatte hier mit Verlusten gerechnet – Kairosoft ist in der Hinsicht ein echt unfähiger Verein). Der größte Aufwand war das Umziehen des Google Authenticators, den ich für einen Großteil meiner Zwei-Faktor-Authentifizierungen nutze. Da muss man leider in jedes einzelne Konto reingehen und mit mehr oder weniger Aufwand das alte Gerät entfernen und das neue registrieren. Dank der neuen Bankenrichtlinie PSD2 musste ich das dieses Mal zusätzlich auch noch für die diversen Zwei-Faktor-Systeme meiner Bankkonten tun. Ja, PSD2 mag gut gemeint gewesen sein aber die Umsetzung der Richtlinie ist bei manchen Banken echt total Banane.

Die größte Umstellung für mich als alter iPhone-Nutzer war logischerweise der Wegfall des Home-Buttons (inkl. Fingerabdrucksensor) sowie einer unter anderen damit verbundenen Änderung an den Funktionen der Seitentasten. Letzteres ist echt nervig für jemanden, der kein Siri benutzt. Jetzt muss ich zum Aus- und Einschalten des Smartphones zwei Tasten drücken. Und ja: Ich musste das tatsächlich googlen. Warum das nicht konfigurierbar ist, weiß vermutlich nicht einmal Apple. Ansonsten ist es eine Umgewöhnung z.B. beim Kauf im App Store doppelt auf die Seitentaste zu drücken oder die offenen Apps per Schieben von unten nach oben anzeigen zu lassen. Und bei Apps, die kein Face ID unterstützen jetzt wieder ein Passwort eingeben zu müssen ist natürlich auch eine kleine Umgewöhnung. Grundsätzlich habe ich den Home-Button aber schon nach ein paar Stunden nicht mehr vermisst. Und auch besagte „Einkerbung“ oben am Display stört mich im normalen Alltag nicht. Nur, dass irgendwie Uhrzeit, Empfang und Akkustand in vielen Ansichten nicht mehr angezeigt werden ist doof.  Das dürfte aber eher ein iOS 13-„Feature“ sein als ein iPhone 11-Problem.

Fazit

Ich bereue den Wechsel auf das iPhone 11 also absolut nicht und kann das Gerät erneut nur empfehlen – zumindest, wenn man mehrere Generationen überspringt. Hätte die Investition zum jetzigen Zeitpunkt stattfinden müssen? Natürlich nicht. Das iPhone 6 Plus hätte trotz fehlender iOS-Updates sicherlich noch 1-2 Jahre durchgehalten. Und ja, auch ohne Magic: The Gathering – Puzzle Quest wäre das Leben irgendwie weitergegangen :wink: . Aber ich vermisse meinen alten Klumpen nicht. Und wenn der eBay-Käufer tatsächlich bezahlt hätte, hätte ich dafür mittlerweile abzüglich Gebühren rund 150 Euro auf dem Konto. So werde ich es wohl nach Abschluss des Kaufabbruchs nochmal neu einstellen müssen. Habe ich schonmal erwähnt, dass eBay gefühlt mittlerweile für Privatverkäufer total scheiße ist? Überall nur noch Scammer und Abmahner unterwegs…

Bis Montag! Dann vermutlich mit dem letzten Teil von Azzkickrs Bericht zu seiner neuen Daddelkiste. Alternativ gibt’s die beiden Durchgespieltberichte.

Servus zusammen und herzlich Willkommen zum zweiten Teil meiner Artikelreihe zu meinem neuen Rechner. Dieses Mal geht es um die Themen Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher und Prozessor-Kühler. Auf geht’s!

Prozessor: AMD Ryzen 7 3700X (325€)

AMD Ryzen 7 (Herstellerbild)

Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt – und ich habe nebenbei erwähnt echt lange nachgedacht – handelt es sich hierbei doch tatsächlich um meinen ersten AMD Prozessor! Soweit ich mich recht erinnere, besaß ich nämlich bislang: Intel i486DX2, Intel Pentium III 500, Intel Core 2 Duo E6600 und eben zuletzt den Intel i5-2500K. Aber selbst, wenn ich doch schon einen AMD mein Eigen habe nennen dürfen: der nun (abermals?) vollzogene Wechsel von Intel zu AMD fiel mir dann doch sehr leicht. Und das will was heißen, denn noch bis vor Kurzem war ich sozusagen Intel-Fanboy, was ob der Qualität der bislang benutzten Intel Produkte – allen voran dem i5-2500K – auch kein Wunder ist.

Aber mein Glaube geriet zuletzt dann doch gehörig ins Wanken. Und damit spiele ich nicht nur auf die – in Sachen Performance beeindruckende – Aufholjagd gegenüber Intel an, die AMD mit ihren Ryzen-Prozessoren hingelegt hat. Die bloße Arbeits- und Spieleleistung waren tatsächlich nur zweitrangig für meine Entscheidung das Lager zu wechseln. Ausschlaggebend war letztlich das Thema Sicherheit. Ich möchte die ganze Diskussion um „Meltdown“, „Spectre“ und die weiteren Sicherheitslücken hier gar nicht im Detail aufdröseln. Aber was – stand heute – wohl sicher zu sein scheint: AMD hat mit erheblich weniger Sicherheitslücken zu kämpfen als Intel. Und dabei ist es mir egal, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich es ist, dass ein 0815-Privatanwender wie ich Opfer durch einen Angriff werden kann. Ich möchte diese Lücken einfach nicht haben – beziehungsweise: so wenig wie möglich davon – denn ganz frei von Problemen ist ja wie gesagt auch AMD nicht.

Die Power

Aber nun natürlich auch noch ein paar Sätze zur Leistung: Mein Credo ist in der Regel, erst dann CPU und GPU auszutauschen, wenn sie in praktischen Szenarien mindestens doppelt so viel Leistung bringen, wie die aktuell verbauten Pendants. Bereits die Rohdaten stimmten mich dahingehend optimistisch: 8 Kerne statt 4, 16 Threads statt 4, 4.4 Ghz Boost statt 3,7 Ghz. Dazu die Fertigung in 7nmFinFET statt in 32nm. Von den vielen Verbesserungen in der Architektur, die es seit 2011 gegeben hat mal ganz zu schweigen. Ob es letztlich gereicht hat, werdet ihr aber erst im nächsten Teil erfahren. Ich muss ja die Spannung noch etwas aufrechterhalten :smile: .

Durch das oben erwähnte Sicherheitsthema war es mir dann letztlich auch egal, dass Intel in Spielen nach wie vor – jedoch nur noch relativ knapp – die Nase vorn hat. Zumal AMD wiederrum bei (Mehrkern-)Anwendungen punkten kann und zumindest im Volllastbetrieb auch energieeffizienter ist. Ganz zu schweigen davon, dass ich für den vergleichbaren Intel i9-9900K (der ebenfalls 8 Kerne und 16 Threads bietet) etwa 180 Euro mehr auf die Ladentheke hätte legen müssen.

Angenehmes Detail: Durch gleich zwei AMD-Aktionen bekam ich neben Borderlands 3 auch noch einen dreimonatigen Xbox-Game-Pass für den Kauf des Ryzen 3700X geschenkt. Dadurch verstärkte sich der eh schon „preiswerte“ Eindruck des Ryzen 3700X im Vergleich zum Intel i9-9900K noch weiter. Und tatsächlich nutze ich den Game Pass auch schon fleißig: Gears of War 4 und Metro Exodus sind schon durchgezockt und Forza Horizon 4 steht ebenfalls kurz vor der Vollendung. Gears 5 ist zudem bereits heruntergeladen und schon in Lauerstellung. Hat sich also schon gelohnt :smile: .

Und dann gab es aber auch noch einen weiteren Grund, der mich in das AMD-Lager gezogen hat. Und damit kommen wir zur nächsten Komponente, dem Mainboard.

Kurzfassung der essentiellen Vor- und Nachteile
+ hervorragende Anwendungsleistung
+ sehr gute Spieleleistung
+ sehr gute Effizienz unter Last
+ konkurrenzloses Preis- Leistungsverhältnis
0 Intel bei Stromverbrauch im Leerlauf und Teillast etwas besser (wohl primär chipsatzbedingt)
0 Intel bei Spieleleistung im Durchschnitt nach wie vor etwas besser

Mainboard: Gigabyte X570 Aorus Master (370€)

Gigabyte X570 Aorus Master (Herstellerbild)

„370 Euro für ein Mainboard?!“ wird sich jetzt womöglich der ein oder andere denken. Und in der Tat, man muss nicht zwingend so viel Geld ausgeben. Zumindest, wenn es einem um die bloße Leistung des Rechners geht, denn hier unterscheiden sich erfahrungsgemäß die Einsteigermodelle nur im Rahmen der Messungenauigkeit von den Oberklasse- und Luxusmodellen. Die Unterschiede sind allen voran in Sachen Ausstattung und Übertaktungspotential zu suchen. Da mich letzteres nicht (mehr) interessiert, war es also die Ausstattung, die für mich ausschlaggebend war.

Mir war insbesondere wichtig, dass das künftige Mainboard neben reichlich USB 3.2 Gen 2-Anschlüssen auch über möglichst viele m.2-Steckplätze verfügt – natürlich mit zukunftssicherer PCIe 4.0 x4-Anbindung womit auch zwingend der nagelneue X570-Chipsatz erworben werden musste. Letzteres war wie bereits angedeutet dann eben auch noch ein weiteres Argument in das AMD-Lager zu wechseln, da Intel zum jetzigen Zeitpunkt noch kein PCIe 4.0 anbietet.

Darüber hinaus war integriertes WLAN ebenso Pflicht. Gerade dieses Kriterium ließ die Anzahl möglicher Kandidaten im ATX-Formfaktor auf weniger als ein Dutzend schrumpfen. Dadurch, dass ich letztlich auch nur Asus und Gigabyte ernsthaft in Betracht gezogen habe (ein sehr subjektives Kriterium), blieb – ich kürze etwas ab – am Ende des Tages die Wahl zwischen dem Asus ROG Crosshair VIII Hero Wi-Fi und dem Gigabyte X570 Aorus Master.

Der Vergleich

Das Asus bot mit 8xUSB3.2 Gen 2 und 4xUSB3.2 Gen 1 die moderneren externen Anschlüsse (Gigabyte: 4xUSB 3.2 Gen 2, 2x USB 3.2 Gen 1, 4x USB 2.0), das Gigabyte wiederum verfügte über drei m.2-Anschlüsse (alle über PCIe 4.0 x4 angebunden), das Asus hingegen nur über derer zwei. Weitere Unterschiede, vor allem im Bereich Stromversorgung (Mosfets), Kühlkörper und LED-Bling-Bling interessierten mich nicht wirklich, da ich nicht oder nur minimal übertakten werde und wir uns hier bereits in der absoluten Oberklasse bewegen und die Unterschiede abermals nur absoluten Enthusiasten auffallen würden.

Da eine grobe Recherche ergeben hatte, dass es für die klassischen Eingabegeräte wie Maus, Tastatur und Gamepad gar nicht schlecht ist, wenn man diese weiterhin an USB2.0-Anschlüssen anbringt (USB3.0 kann wohl zu Kompatibilitätsproblemen führen) und Asus wohl in letzter Zeit bei seinen Temperatursensoren etwas mogelt, damit diese niedrigere Werte ausgeben als tatsächlich anliegen, fiel – auch wegen dem dritten m.2-Slot – letztlich die Wahl auf das Gigabyte.

Für Asus hätte noch gesprochen, dass deren BIOS wohl in der Regel ausgereifter und optisch auch ansprechender ist. Da ich aber wie gesagt nicht zu dem Enthusiastenkreis gehöre, der auch das allerkleinste Detail einstellen muss, war das für mich nicht entscheidend. Zwar hatte ich tatsächlich anfangs Probleme mit dem Gigabyte BIOS (die Maus wurde nicht erkannt), ein entsprechendes BIOS-Update brachte aber Abhilfe. Darüber hinaus kann ich bislang überhaupt nicht meckern. Das BIOS ist ausreichend hübsch, bietet alle Einstellungen, die ich brauche und hat eine, für meine Zwecke, sehr gute Lüftersteuerung.

Ein Negativpunkt?

Bleibt noch ein letztes Wort zum Thema „Chipsatzkühler“ zu sagen. Dieser stand ja heftig in der Diskussion, da befürchtet wurde, dass er sehr laut sein würde. In dieser Hinsicht kann ich durchaus Entwarnung geben. Seit den jüngsten BIOS-Versionen lässt sich ein Balanced- und Silent-Modus auswählen. Und spätestens im letzteren ist der Kühler dann nicht mehr aus meinem Gehäuse herauszuhören. Wenn der Lüfter aber aufdreht – was er jedoch bislang nur standardmäßig einmal beim Hochfahren des Rechners macht – dann wird er elendig laut. Mehr Details zu Temperaturen und Lautstärke dann im dritten Teil.

Kurzfassung der essentiellen Vor- und Nachteile
+ herausragende Ausstattung und Anschlussvielfalt
+ sehr gute Kühlung und Stromversorgung
+ sehr schöne Optik, zweifache LED-Beleuchtung
0 BIOS stabil und umfangreich, aber sicher nicht Klassenbester
0 Chipsatzkühler nötig und in „Performance-Modus“ auch sehr laut

Arbeitsspeicher: G.Skill Trident Z Neo, 2x8GB, DDR4-3600, CL 16-16-16-36 (170€)

G.Skill Trident Z Neo (Herstellerbild)

Wohl keine Komponente eines Rechners schafft es, mich so nervös zu machen, wie der Arbeitsspeicher. Warum? Nun, da wäre zum einen mein persönliches Trauma, dass ich mir beim vorletzten Computer eingehandelt habe: in einem unaufmerksamen Moment habe ich – mit entsprechendem Druck – versucht, den damaligen RAM verkehrt herum in den Mainboard-Slot hineinzudrücken. Die Folge: nicht nur der Speicherriegel, auch das Mainboard waren hinüber. Natürlich war das damit kein Garantiefall womit mir letztlich Mehrkosten von ca. 500 Euro entstanden. Aber ok, selbst dran schuld. (Anm. d. Red.: Gewisse, namentlich nicht näher benannte Webmaster haben das auch schon geschafft)

Zum anderen ist da die Sache mit der Kompatibilität. Natürlich: es gibt die entsprechenden QVLs (qualified vendor lists). Nur stehen dort häufig nicht alle unterstützten Produkte drauf. Insbesondere kommt es vor, dass nagelneue RAM-Module nicht geführt werden. So auch dieses Mal: streng genommen wird von meinem Arbeitsspeicher lediglich das 32-GB-Kit geführt (und dann auch noch mit fehlerhaften Daten). Nun ist es zwar sehr wahrscheinlich, dass auch das kleinere Kit funktioniert, wenn auch das große Kit unterstützt wird. Aber garantiert wird es eben nicht.

Und dann ist da noch die Sache mit den schwankenden Preisen: bislang hatte ich immer ein Händchen dafür, just dann einen neuen Rechner kaufen zu müssen, wenn die Preise für Arbeitsspeicher sich auf einem Allzeithoch befanden.

Aber ok, ich bin erfreut, berichten zu können, dass dieses Mal der RAM richtig eingebaut wurde, vom Mainboard anstandslos erkannt wurde und die Preise ausnahmsweise auch eher im Keller waren. Alles also sehr gut. Bleibt zu erklären, weshalb ich mich ausgerechnet für diese Riegel entschieden habe.

Das Rationale

Fangen wir damit an, dass ich 16GB für einen Standard-Gamer wie mich aktuell und wohl auch noch in den nächsten Jahren für absolut ausreichend halte. Ich habe vor dem Kauf einige Tests gemacht und mir die RAM-Auslastung meiner vorherigen 8GB angeschaut. Ergebnis: ich habe nicht einmal diese 8GB ausgereizt. Und wie erwähnt unterstützt mein Mainboard auch die 32-GB-Bestückung mit meinem Arbeitsspeicher. Ich hätte also die Möglichkeit hier noch unproblematisch nachzurüsten.

Für 3600Mhz habe ich mich deswegen entschieden, weil das bei den Ryzen3000-Prozessoren bzw. dem X570-Chipsatz der „Sweet-Spot“ zu sein scheint. Ich zitiere hier mal Computerbase:

„In aller Kürze: Bis zu einem Takt von DDR4-3600 arbeiten die internen Teiler mit 1:1:1 (MEMCLK = UCLK = FCLK). Darüber hinaus verweilt das IF bei 1.800 MHz und das UCLK wird gegenüber dem MEMCLK halbiert, was eine „Straflatenz“ nach sich zieht.“

Darüber hinaus kommt es – wenn man wirklich das letzte Quäntchen Leistung haben will – eher auf die Timings und auch Sub-Timings an. Und das ist eben auch der Grund, weshalb ich mich für die, dann doch recht teuren CL16-16-16-36-Riegel entschieden habe. Die Variante mit CL16-19-19-39 hätte ganze 50 Euro weniger gekostet. Wobei ich hinzufügen muss, dass diese günstigere Variante nicht über die, in der Community hochgelobten und stets empfohlenen „Samsung B-Dies“ verfügt, denen man eine besonders hohe Wertigkeit und auch Übertaktbarkeit nachsagt.

Ach und meine Riegel verfügen über eine LED-Beleuchtung. Und wo ich beim Gehäuse noch die Meinung vertrete, dass dieses nicht blinken und leuchten soll, muss ich gestehen, dass ich von der RAM-Beleuchtung echt angetan bin. Liegt auch daran, dass die G.Skill Trident Z Neo’s über eine der besten Beleuchtungen verfügen. Ist wirklich sehr hübsch anzuschauen und in der Tat den Aufpreis wert (wenn man, wie ich, eine Glastür im Gehäuse hat).

Kurzfassung der essentiellen Vor- und Nachteile
+ mit 3600Mhz im „Sweet-Spot“ für die Ryzen-CPU
+ Samsung B-Dies, also sehr hohe Wertigkeit und Übertaktbarkeit
+ grandiose LED-Beleuchtung, programmierbar
0 16GB aktuell und mittelfristig noch ausreichend, langfristig aber wohl Aufrüstung auf 32GB nötig
– hoher Aufpreis für LED-Beleuchtung, die Samsung B-Dies und die niedrigen Sub-Timings

Prozessorkühler: Scythe Fuma 2 (50€)

Scythe Fuma 2 (Herstellerbild)

Es ist ja durchaus löblich, dass AMD ab Werk seine Prozessoren mit Kühler ausliefert. Und der „Wraith Prism“ scheint auch echt nicht schlecht zu sein. Aber im Vergleich mit den Produkten von Drittherstellern ziehen diese Standardvarianten eben häufig doch deutlich den Kürzeren. Ich habe anfangs durchaus darüber nachgedacht, dem „Wraith Prism“ wenigstens mal eine Chance zu geben. Immerhin übertakte ich ja wie gesagt nicht. Aber der Gedanke an den nötigen Zeitaufwand, einen Prozessorkühler wieder zu demontieren und den neuen zu montieren, hat mich dann doch dazu bewogen, es gleich mit einem besseren Kühler anzugehen. Meine Wahl fiel dabei – wie schon zuletzt – auf die Firma Scythe und deren Modell Fuma 2.

Die Begründung kann ich kurzhalten: der Kühler erreicht zwar nicht die absoluten Spitzenwerte der – allerdings auch immens schweren und riesigen – Referenzkühler (z.B. Noctua NH-D15), kommt diesen aber verdammt nahe. Er ist dabei aber wie bereits erwähnt kleiner, leichter, günstiger und verfügt – was mir besonders wichtig war – über ein sehr einfaches Montagesystem. Wie die genauen Temperaturwerte aussehen und wie laut oder leise sich die Lüfter verhalten, erfahrt ihr im nächsten Artikel. Ich kann jedoch schon einmal spoilern, dass ich bislang sehr zufrieden bin.

Kurzfassung der essentiellen Vor- und Nachteile
+ einfaches Montagesystem
+ sehr gute Leistung bei Kühlung und Lautstärke
+ dennoch nicht so riesig wie die absoluten Referenzkühler
+ mit 50 Euro „preiswert“
0 es geht noch kühler, noch leiser – aber dann eben auch schwerer und größer

Und damit wären wir für heute am Ende. Im nächsten und letzten Teil geht es dann noch um die Themen Grafikkarte, Datenspeicher, Soundkarte sowie Benchmarks und erste Eindrücke des Systems.
Bis dahin!

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