Sicarius

Klicke-di-Klack

Es weiß eigentlich jeder und ich habe es auch schon sehr oft erwähnt: Eine Beziehung besteht aus Kompromissen. Wir hätten beispielsweise ohne Probleme die Möglichkeit gehabt zwei getrennte Arbeitszimmer einzurichten. Die Entscheidung fiel jedoch bewusst dagegen aus vor allem mit der Begründung „jeder sitzt dann nur in seinem stillen Kämmerlein und man tauscht sich gar nicht mehr aus“. Jetzt im Home Office ist das sogar noch wichtiger geworden, da wir ja im selben Team arbeiten.

Diese Entscheidung pro Zweisamkeit im Arbeitszimmer hatte aber natürlich Konsequenzen speziell in Bezug auf den Geräuschpegel auf „meiner“ Seite des Raumes. Egal wie mein nächster Computer aussieht: Er wird definitiv mehr auf Silent getrimmt sein als mein Monster heute (allein die fünf HDDs und fünf nicht sonderlich leisen Gehäuselüfter). Außerdem bin ich mittlerweile fast vollständig auf Headset-Nutzung umgestiegen, selbst wenn ich alleine im Zimmer bin. Die Boxen sind nur noch sehr selten an und zum Zocken sogar nur noch, wenn wir es gemeinsam tun.

Entsprechend froh bin ich, dass ich letztes Jahr auf das Teufel CAGE gewechselt bin. Teufel hat zwar kurz danach (ist ja immer so) einen Nachfolger rausgehauen, ich bin aber weiterhin extrem zufrieden mit dem Original. Sehr gute Soundqualität, hervorragender Tragekomfort und selbst nach einem Jahr intensiver Nutzung Tipptopp in Ordnung.

Der Weg zum Thema

DOOM Eternal: The Ancient Gods – Part One (Herstellerbild)

Vor zwei Wochen habe ich nun aufgrund der Geräuscheproblematik eine weitere Bestellung neuer Hardware ausgelöst. Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, war die Veröffentlichung von DOOM Eternal: The Ancient Gods – Part One. Ich weiß übrigens nicht, warum Bethesda das Werk unbedingt als „Stand-alone Addon“ verkaufen will. Aber ich bezweifle, dass jemand, der nicht DOOM Eternal vorher gespielt hat, damit Spaß haben wird. Die Jungs von id Software ziehen nämlich von der ersten Sekunde an alle Register. Sie erwarten zumindest auf Ultra-Violence, dass ihr das Spielprinzip verinnerlicht und ja…fast schon gemeistert habt.

So umfasst das Addon zwar „nur“ drei riesige Level, aber holla die Waldfee ist das Ding bockschwer. Das Spiel wirft einem alles entgegen, was das Arsenal hergibt – und noch mehr! Dass einen (mehrfach!) zwei Marauder gleichzeitig erwarten würden, wusste ich ja. Aber zwei Cyberdemons in einem engen Korridor? Zwei Archviles an gegenüberliegenden Stellen der Arena? Ein Geist, der Gegner übernimmt, ihre Werte verbessert und nur mit einer bestimmten Waffe getötet werden kann? Definitiv eine massive Eskalation im Vergleich zum Finale des Hauptspiels – und da habe ich ja schon stark geschwitzt. Ich bin nach einer Session DOOM Eternal: The Ancient Gods – Part One sowas von fix und alle, das glaubt man nicht – womit wir beim heutigen Thema sind:

Lysanda hat zum einen festgestellt, dass ich extrem stark atme während ich das Addon zocke, was ich allerdings nicht abstellen kann :wink: . Sie hatte aber auch schon öfters erwähnt, dass mein neun Jahre altes Logitech Gaming Keyboard G510 ihr selbst mit Kopfhörern störend laut ist. Und bei id Softwares neustem Titel ist es ihr dann wohl doch zu viel geworden, wie ich da extrem auf den Tasten rumhämmere. Mag komisch anmuten, kann ich aber absolut nachvollziehen. Tastaturgeklappere kann echt nervig sein. Und hier reden wir vom Dark Souls der Ego-Shooter – da wird viel auf den Tasten rumgehämmert.

Die Neuanschaffung

Aber nach neun Jahren kann man sich mal wieder neue Peripherie anschaffen. Ja, auch die Logitech G9x Laser Mouse musste weichen. Nicht wegen der Lautstärke, sondern einfach, weil sie doch so langsam ziemlich abgenutzt war und sich hier und da etwas komisch anfühlte. Aber kommen wir zuerst zur Tastatur. Heutzutage ist die Wahl der Tasten ja zu einer echten Wissenschaft ausgeartet. Anschlagspunkt, Betriebspunkt, Betätigungsweg, Feedback-Typ, notwendige Kraft – echt krass, worauf es heutzutage scheinbar ankommt. Vorbei die Zeiten, in denen man einfach nur danach geschaut hat ob die mehr Tasten hat als die andere :smile: .

Die Tastatur mit Handy und Arx Control App

Am Ende habe ich mich für eine Logitech G910 Orion Spectrum entschieden. Die hat die Logitech-eigenen Romer-G Switches (Romer-G Tactile, um genau zu sein) und wurde auf diversen, auf Silent-Zeugs spezialisierten Seiten empfohlen. Ich hatte außerdem zum Testen eine Corsair K95 RBG Platinum mit Cherry MX Brown (auch angeblich sehr leise) bestellt. Die war aber nicht nur 70€ teurer, sondern sogar selbst mit O-Ringen lauter als die Logitech G910 – und die ist schon nicht wirklich leise. Ja, im Vergleich zur alten Logitech G510 ist ein hörbarer Unterschied aber laut ist sie trotzdem noch. Entsprechend habe ich keine Ahnung was die ganzen Tester als leise bei mechanischen Tastaturen ansehen. Beide Modelle klingen als würde man in einem Büro der 80iger sitzen. Die Logitech hat zusätzlich noch einen etwas metallischen Nachklang und eine Leertaste, die man bis ans Ortsende wahrnimmt (ich habe ein paar O-Ringe drunter gepackt, um sie etwas zu dämpfen). Bitte? Das ist bei uns direkt um die Ecke? Psst.

Die Tastatur

Insofern war die Mission „finde eine mechanische Tastatur, die flüsterleise ist“ nur bedingt erfolgreich. Es ist etwas besser und der Ton für Lysanda angenehmer als bei der Logitech G510. Aber im Vergleich mit z.B. einer Laptop-Tastatur liegen immer noch Welten dazwischen. Doch sowas kommt mir logischerweise nicht auf den Schreibtisch. Ich brauch‘ was Mechanisches. Etwas, das sich spürbar bewegt. Warum ich die Logitech G910 dann trotz der Lautstärke behalten habe? Genau deswegen: Weil sie sich saugeil anfühlt. Es macht richtig Spaß mit der zu tippen. Ich kann die Haptik gar nicht richtig beschreiben aber die Tasten haben für mich einfach die richtige Höhe, den perfekten Winkel und den korrekten Widerstand. Außerdem finde ich den Klang persönlich extrem befriedigend. Nein, ich bin nicht in einem Rechenzentrum groß geworden. Aber sie klingt irgendwie sehr klassisch und hat was von „ich sitze am Terminal und hacke ne Runde“.

In Sachen Größe ist sie nicht ganz so lang und breit wie die G510, weil die Handablage kürzer aus- und das Display weggefallen ist. Über letzteres bin ich übrigens ganz froh. Ich fand das von Anfang an ziemlicher Overkill und habe es nie wirklich intensiv genutzt. Vermutlich auch, weil die Community darum nur wenige wirklich sinnvolle Apps hervorgebracht hat. War es ganz nett in World of WarCraft ein paar Statusinformationen dort zu sehen? Freilich. War es praktikabel? Hell, no. Die meiste Zeit zeigte es entsprechend einfach nur die Uhrzeit an und hat Strom verschwendet. An seine Stelle ist nun eine Handyhalterung getreten, in die mein iPhone 11 nicht ganz reinpasst. Die Idee dahinter ist es sich eine App namens Arx Control herunterzuladen, die dann ähnliche Funktionen bietet wie das Display. In der Praxis finde ich es aber genauso nutzlos. Nur die Möglichkeit sich den Systemstatus (CPU, GPU und RAM) inkl. Temperaturen anzeigen zu lassen ist ganz nett. Aber eben nur das: Ganz nett. Das gilt ebenfalls für die RGB-Funktionen, die vermutlich keine Wünsche offenlassen (16,8 Millionen Farben, die sich sogar animiert und Tastenspezifisch programmieren lassen) und mit einem Tastendruck abgeschaltet werden können.

Was ich hingegen tatsächlich nutze sind die Zusatz- und vor allem die Medientasten. Wobei es wie bei der G510 hier ebenfalls mehr Möglichkeiten gibt, als ich brauche. So könnt ihr satte vier Funktionen pro Taste einprogrammieren. Ich habe in den letzten sieben Jahren höchstens Mal aus Versehen draufgedrückt. Ich seh‘ schon die Kommentare: „Wieso kaufst du dir eine Tastatur für 120€, wenn du eh nur ein Drittel der Funktionen nutzt?“ Na, weil ich es kann und sie echt cool ist. Ist doch klar. Und ja: Das Laustärkerad funktioniert jetzt auch endlich unter Windows 10. Allein dafür hat sich der Kauf schon gelohnt :wink: . Aber Spaß beiseite: Nach den ersten zwei Wochen bin ich absolut zufrieden mit der Logitech G910 Orion Spectrum und würde sie definitiv sofort wieder kaufen.

Die andere Peripherie

So viel also zur Tastatur. Finde ich immer schwierig über sowas zu schreiben, da es so eine extrem subjektive Sache. Egal ob sie 20 oder 2.000€ kostet: Am Ende muss man sich wohlfühlen damit. Lysanda fand beispielsweise nicht nur die Lautstärke der Logitech G510 fragwürdig, ihr war sie selbst mit ausgefahrenen Füßen viel zu flach. Die G910 ist da etwas besser aber immer noch kein Vergleich zum hohen Winkel ihres 08/15-Dell-Firmenrechner-Überbleibsel. Als Maus nutzt sie hingegen einen billigen China-Import von Ali Express, den ich ihr mal zum Geburtstag geschenkt hatte. Warum? Weil sie Pink ist, ein Sailor Moon-Logo drauf hat und auch noch vollgestopft mit RGB ist (sieht echt genial aus). Fühlt sich sogar tatsächlich super an das Teil. Hätte ich nicht gedacht. Allerdings löst sich die Beschichtung schon teilweise ab. Wird also vermutlich keine neun Jahre halten. Ökologisch natürlich nicht super aber was will man für den Preis mehr erwarten?

Die schicke Maus

Ich habe mir stattdessen die Logitech G502 HERO Special Edition gegönnt. Warum die Special Edition mit weißem Akzent? Tatsächlich einfach nur, weil sie zum Kaufzeitpunkt einen Euro billiger war als die schwarze (jetzt wieder 10€ mehr). Außerdem gibt es ihr einen gewissen TRON-Look und ihr wisst ja, wie sehr ich die Filme liebe. Wieder eine Kabelmaus hingegen, weil ich schon genug Zeug im Haus habe, das rumfunkt (und ich Akkus in solchen Geräten doof finde). Auf Logitech fiel die Wahl, weil Microsoft immer noch keine anständige Neuauflage der Sidewinder rausgebracht hat (der König der Mäuse) und sie quasi auf Platz 2 kommen. Tun schließlich schon seit Jahrzehnten in unserer Familie gute Dienste (ja, wir hatten schon an unserem Pentium 133 Mhz eine Logitech-Maus). Und ja: Ich habe mich wie 2011 für die „hässliche“ Variante entschieden. Aber eine Gaming-Maus muss nicht formschön sein. Sie muss gut in der Hand liegen und gut zu bedienen sein – und diese Kriterien erfüllt die Logitech G502 Hero trotz ihres etwas eckigen Auftretens. Außerdem ist sie tatsächlich etwas handlicher als meine alte Logitech G9x Laser Mouse.

Ein endloses Mausrad

Beide Seiten der Maus sind angenehm gummiert. Das macht nicht nur das Ablegen des Daumens angenehmer, sie ist auch entsprechend griffiger. Zusätzlich besitzt sie 11 programmierbare Tasten, die DPI sind von 100 bis 25.600 (bitte was?!) frei einstell- und per Knopfdruck in drei Stufen wechselbar, es lassen sich Spieleprofile hinterlegen, sie hat RGB (sogar synchron zur Logitech-Tastatur, wenn man möchte) und ein paar Gewichte sind ebenfalls enthalten. Aber ihr wisst ja was jetzt kommt: Ich habe keine Gewichte drin, ich nutze keine Spieleprofile und RGB ist zwar nett, braucht aber keiner. Mir ist stattdessen wichtig, dass sie ausreichend und gut erreichbare Tasten hat, um im Eifer des Gefechts schnell zwischen Raketenwerfer und Railgun wechseln zu können. Ach, und sie scheint etwas unempfindlicher gegen Katzenhaare zu sein. Der Sensor ist nämlich nicht ganz so tief eingelassen wie bei der Logitech G9x. Entsprechend können die besagten Haare sich hoffentlich nicht mehr ganz so gut darin sammeln.

Eine erwähnenswerte Besonderheit der Logitech G502 HERO ist sicherlich das Mausrad, das sogar vertikales Scrollen unterstützt. Es hat nämlich keinerlei eingebauten Widerstand. Stattdessen dreht es so lange weiter bis die Schwungkraft verbraucht ist oder ihr es manuell stoppt. Ist vielleicht mittlerweile Standard, aber ich kannte das noch nicht und ist im ersten Moment definitiv gewöhnungsbedürftig. Ich war es eher gewohnt mehrfach hintereinander kräftig zu scrollen, weil sonst nicht viel passiert ist. Hier führt das stufenlose Scrollen hingegen dazu, dass ihr quasi sofort am Ende der Seite angekommen seid. Diesen Unterschied muss man erst lernen und ganz grün bin ich damit ehrlich gesagt selbst nach zwei Wochen noch nicht. Ich sehe aber durchaus die Vorteile dieser Variante. Allein schon beim Arbeiten mit ewig langen Excel-Listen :smile: .

Ansonsten wüsste ich nicht, was ich noch zur Maus sagen könnte was ihr nicht selbst auf der Herstellerwebseite nachlesen könntet. Sie liegt besser in der Hand als die Logitech G9x (die war etwas kurz für meine 19cm), fühlt sich super an und gleitet fast von selbst über das Mauspad. Die Tasten sind taktil und selbst im Eifer des Gefechts gut erreichbar. In Sachen Features kann sich hingegen vermutlich höchstens ein eSportler beschweren. Unterm Strich also ebenfalls ein Kauf, den ich bislang nicht bereut habe.

Da haben sich zwei gefunden!

Ich bin mittlerweile seit über vier Jahren mit Lysanda verheiratet. So ganz nachvollziehen kann ich es weiterhin nicht, dass sie es mit mir aushält – beschweren werde ich mich darüber aber natürlich nicht :tongue: . Und nein, vor 10 Jahren hätte ich definitiv nicht gedacht, dass ich diesen Satz mal schreiben würde. Wir sind aber noch nicht über den statistischen Buckel drüber. Die durchschnittliche Ehedauer liegt in Deutschland aktuell bei 14,8 Jahren und die meisten Scheidungen gibt es nach sechs Jahren. Doch das nur am Rande. Ich richte selbstverständlich meine Beziehung nicht an irgendwelchen Statistiken aus. Schon gar nicht an solchen wie „Wieviel Sex ist normal?“, bei denen ich immer froh bin zu sehen, dass bei uns scheinbar die Sache besser läuft :wink: .

Stattdessen will ich darauf zu sprechen kommen, dass sich in vielen Familien über die Jahre das ein oder andere, gemeinsame Ritual und Traditionen in den Alltag einschleicht. Das kann der Gute-Nacht-Kuss vor dem Licht ausmachen sein, das festgelegte Menü an Heiligabend oder der eine Typ von Geschenk zum Geburtstag. Lysanda schaut mich trotzdem immer schräg an, wenn ich von Zuhause erzähle wo es beispielsweise zu Heiligabend immer Lende mit Spätzle gab (die Bockwurst mit Kartoffelsalat-Esser finde ich komisch…) oder Samstagsabends häufig Bratwurst/Steak mit frischen Brötchen bzw. wenn Mama unterwegs war eine Runde KFC. Alles ist möglich und bringt eine gewisse Routine und Vertrautheit ins Leben. Und wir Menschen bevorzugen Gleichmäßigkeit und Bekanntes über allem anderen. Es ist schließlich etwas, auf das man sich verlässlich freuen kann. Es gibt aber auch viele, denen ist das auf Dauer zu langweilig. Aber ewiges Abenteuer gibt es halt nur in den Unterhaltungsmedien und bei Motivationscoaches, die sich irgendwo in der Südsee auf einer Insel filmen lassen. Bitte? Ja, ich finde diese Leute sehr fragwürdig aber egal.

Das eigentliche Thema

Bei uns scheint sich aktuell eine relativ teure, jährliche Tradition zu entwickeln. Und zwar waren wir bereits das dritte Jahr in Folge im August in Frankfurt bei Sport Tiedje. Übrigens ein Laden, den wir uneingeschränkt empfehlen können. Sehr gute (und ehrliche!) Beratung, viele Geräte zum Testen vor Ort und etwas Verhandlungsspielraum was den ein oder anderen Preis betrifft.

Der modifizierte Crosstrainer

Angefangen hat es 2018. Da haben wir dort unseren Crosstrainer gekauft. Die Wahl fiel auf den Life Fitness Crosstrainer X1 Go. Zum einen kannten wir die Marke und das Modell (in etwas teurer) aus unserem Fitnessstudio. Zum anderen war er gerade stark reduziert. Grundsätzlich ein super Gerät mit dem wir absolut zufrieden sind. Nur bei zwei Sachen mussten wir zusätzlich Hand anlegen: Er hat keine Handy/Buchablage und wir trainieren gerne Barfuß. Ersteres haben wir durch den Kauf einer Schwanenhalshalterung behoben. Dabei allerdings darauf achten, dass sie lang genug ist. Da sie sich nur unter dem Display befestigen lässt und ihr entsprechend den Hals drumherum/darüber hinweg biegen müsst, ist die Strecke vergleichsweise lang. Das Problem beim Barfuß trainieren ist hingegen, dass die Hartplastikschalen (inkl. „Antirutscheinkerbungen“) echt unangenehm sind an den blanken Füßen. Hier haben wir als Lösung eine alte Korkplatte (war allein zu glatt) aus unserem Restposten mit einer Teppichfliese verbunden und zurecht geschnitten. Funktioniert super. Müssen sie aber demnächst mal austauschen, weil der Teppich langsam aber sicher durchgelaufen ist.

August 2019 waren wir dann dort mit dem Ziel ein Trampolin zu kaufen. Auf dem Trampolin zu Schwingen hilft den Lymphkreislauf in die Gänge zu bringen. Außerdem macht es einfach Laune rum zuspringen (und ggf. ein paar Übungen zu machen). Keine Ahnung welches menschliche Urbedürfnis dabei befriedigt wird aber gefühlt hat auch jeder Nachbar ein Außentrampolin für die Kinder im Garten stehen :smlie: . Von Sport Tiedje wurden wir zu einem cardiojump Fitnesstrampolin Premium beraten. Das ist soweit ich weiß damals erst neu auf den Markt gekommen und ist preislich in einem bezahlbareren Bereich als die Markenteile von Salta, Kettler & Co. – bei angeblich gleicher Qualität. Auch hier: Wir sind absolut zufrieden. Es ist ein Trampolin, es lässt sich leicht auf- und abbauen, steht trotz einklappbarer Füße absolut stabil und bislang hat es noch keine nennenswerte Abnutzungserscheinungen. Und, besonders wichtig, es gibt für alle Bestandteile Ersatzteile. Schließlich wird irgendwann doch der ein oder andere Gummi seinen Geist aufgeben. Zubehör wie eine Haltestange für intensiveres Sprungtraining haben wir dafür aber nicht geholt.

2020

Ende Juli kam Lysanda dann erneut an und meinte: „Wollen wir uns vielleicht ein Liegefahrrad zulegen?“. Wir hatten zwar schon mein, aus einer Praxisauflösung stammendes, Ergometer im Keller aber das haben wir faktisch nicht benutzt. Der Sattel war äußerst unangenehm, die Griffe komisch und ein Ersatz bei dem alten Ding das Geld irgendwie nicht wert. Und ein Liegefahrrad deshalb, weil es logischerweise nicht ganz so anstrengend ist wie der Crosstrainer und man etwas gechillter trainieren kann – allerdings nur die Beine, die sowieso schon stärksten Muskeln im Körper. Also wieder ab nach Frankfurt und ausgiebig die dortigen Ausstellungsstücke angeschaut. Aber nein: Es steht tatsächlich nun kein neues Liegefahrrad im Keller. Wir wurden vom netten Verkäufer stattdessen umberaten.

Unser beider Ziel ist (leider) immer noch wieder abzunehmen. Trotz massiver – und mittlerweile definitiv dauerhafter Ernährungsumstellung (Low Carb, ~300g Essen pro Mahlzeit und häufig nur zwei Mahlzeiten pro Tag), fast vollständigem Verzicht auf Zucker und regelmäßigem Training fallen die Kilos irgendwie nicht wie gewünscht. Entsprechend meinte der Verkäufer, dass er uns zwar natürlich gerne ein Liegefahrrad andrehen könnte. Er meinte aber gleichzeitig, dass er aus seiner Sicht etwas Besseres für uns hat: Ein Rudergerät. Und ja, er hat uns am Ende erfolgreich davon überzeugt, dass das die sinnvollere Investition in unsere Gesundheit ist als faul auf einem Liegefahrrad unsere Runden zu drehen. So ein Rudergerät ist definitiv ein umfangreiches Ganzkörpertraining – in relativ kurzer Trainingszeit.

Der zweite Einkauf

Ja, wir haben dreckige Füße…

Bevor wir aber zum Rudergerät kommen: Wir haben zusätzlich noch eine Taurus Vibrationsplatte VT5 mitgenommen. Wir hatten die ganze Zeit schon eine geschenkte aber total billige Platte aus dem Supermarkt im Keller stehen. Sie reichte aus, um festzustellen, dass uns die Idee dahinter durchaus gefällt. Aber das kleine, viereckige Ding mit seinen dicken Noppen reichte für unsere Ansprüche einfach nicht aus. Gleichzeitig haben wir im Keller definitiv nicht den Platz für die riesigen Teile aus dem Fitnessstudio. Die Taurus VT5 bildet da den perfekten Kompromiss aus starkem Motor, der einen anständig von Fuß bis Kopf durchrüttelt, Preis und Platzbedarf. Ach und Taurus ist die Eigenmarke von Sport Tiedje. Im Bereich der Vibrationsplatten haben sie gar keine anderen Firmen im Programm :smile: .

Schon allein nur mit leicht angewinkelten Knien (nie durchdrücken!) da drauf zu stehen und sich 10 Minuten (mehr geht am Stück nicht) durchrütteln zu lassen verursacht am Anfang an einigen Stellen Muskelkater. Effektiver wird es aber natürlich, wenn ihr sie mit in euer Training einbaut. Ähnlich wie die EMS-Anzüge quasi. Ne Runde Kniebeugen, Bauchübungen, etc. pp. und schon ist die Sache noch effektiver. Der Verkäufer meinte auch, dass sie Anfangs etwas übermütig dutzende von Liegestützen darauf absolviert und danach tagelang Muskelkater hatten.

Und auch auf die Gefahr wie eine kaputte Schallplatte zu klingen: Auch mit diesem Kauf sind wir absolut zufrieden. Das Ding hat anständig Power unter dem Hintern und kommt entsprechend an alle Stellen dran während das Supermarktding gefühlt höchstens bis zur Hüfte gekommen ist. Die drei verfügbaren Programme rütteln einen anständig und abwechslungsreich in alle Richtungen durch (manueller Betrieb geht auch – inkl. Fernbedienung) und sie ist trotzdem angenehm mobil/handlich, um sie zügig mal aus dem Weg räumen zu können. Und ja: Man hat je nach Übung mächtig Muskelkater danach. Ich persönliche finde sie vor allem super als Trainingsabschluss, um den Körper nochmal so richtig zu entspannen. Diese Aussage mag erstmal keinen Sinn machen, schließlich spreche ich von Muskelkater. Aber die Vibrationen lockern natürlich auch die Muskeln bis in die Tiefe. Ein paar Dehnungsübungen dazu machen und alles ist perfekt :smile: . Lysanda hat hingegen ihr Training (z.B. 100 Kniebeugen) vom Trampolin auf die Vibrationsplatte verlegt und macht die Entspannung auf dem Trampolin.

Das Rudergerät

Das schicke Rudergerät

Kommen wir aber nun endlich zum eigentlichen Thema: Das Rudergerät. Angeblich werden beim Rudern 80% aller Muskelgruppen im Körper in Anspruch genommen und der gesamte Bewegungsapparat genutzt. Es ist somit nicht nur Kraft-, sondern auch Ausdauertraining und ist angeblich aufgrund dieser hohen Beanspruchung ebenfalls ein gutes Mittel zum Abnehmen aufgrund des Kalorienverbrauchs. Und nach den ersten Runden auf diesem Gerät muss ich sagen: Ja, ich würde sagen das stimmt. Man drückt die Bein durch, legt sich nach hinten (=Bauchtraining) und zieht kräftig mit den Armen und das alles in einer fließenden Bewegung bei der man relativ wenig falsch machen kann (Stichwort „falsche Belastung“), wenn man den Ablauf mal verstanden hat. Aber schaut euch dazu am besten Mal ein Video an. Das auf Textbasis zu erklären ist mir zu umständlich :wink: .

Wir haben uns für ein Gerät in der Farbe „Esche Natur“ der Firma WaterRower aus Deutschland entschieden. Dazu gab’s noch die Smartphone-Halterung und eine Packung Chlortabletten. „Hä? Wad? Chlortabletten?!“ – Manchmal bist du schon etwas schwer von Begriff, lieber Besucher. Es sagt doch schon der Name: „WaterRower“. Das Ding ist mit maximal 18l Wasser gefüllt und damit sich darin keine Algen bilden, muss man halt hin und wieder mal eine Chlortablette reinwerfen.

So real!

Überzeugt hat uns die Wasser-Variante im Gegensatz zu den klassischen Systemen, die man so aus dem Fitnessstudio kennt aus mehreren Gründen: Die Holzvariante (gibt’s auch in Edelstahl) sieht extrem schick aus und lässt sich einfach und schnell aufstellen (vorausgesetzt die Decke ist höher als 2,1m – so lang ist das Ding nämlich), um es nach dem Benutzen in die Ecke zu schieben. Nimmt dann ungefähr die Grundfläche eines Stuhls ein. Gleichzeitig ist das Wassergeräusch irgendwie cool und erzeugt das richtige „Ruderfeeling“. Das ist definitiv nicht zu verachten. Es macht den kleinen aber feinen Unterschied zwischen einem reinen Fitnessgerät hin zu einem etwas durchaus entspannendem Training! Und trotzdem ist es im Vergleich zu den anderen Metalldingern leise und angenehm. Außerdem sind die Wassergeräte wohl langlebiger und abseits der Chlortablette völlig Wartungsfrei. Der wichtigste und entscheidendste Vorteil ist aber: Der Wasserwiderstand führt zu einem natürlicherem und damit einem für die Gelenke schonendem Rudern. Die Aussage in manchen Tests, dass ihr vor jedem Training deshalb je nachdem die Wassermenge reduzieren oder erhöhen sollt ist aus meiner Sicht (und lt. Verkäufer) übrigens Schwachsinn. Ja, ihr steuert den Grundwiderstand über die Wassermenge. Aber ich sehe keinen Grund nicht einfach z.B. 17l reinzupacken und das so zu lassen. Zum ständigen rein- und rausholen ist der Tank zum einen nicht ausgestattet, zum anderen steuert ihr am Ende des Tages selbst den Widerstand. Zu anstrengend? Dann eben nicht mit 3,5m/s unterwegs sein, sondern vielleicht nur mit 3m/s.

Von oben

Ich schaffe aktuell übrigens 2km in ca. 15 Minuten – allerdings mit 3-4 Pausen (die erste nach ca. 800m). Das Ding ist nämlich extrem anstrengend (und ich scheinbar immer noch völlig untrainiert) und erfüllt damit eindeutig sein Versprechen. An der Seite ist ein kleiner Computer der euch die Distanz, die Zeit, die Schlagzahl und eben die Geschwindigkeit in verschiedenen Einheiten darstellt. Ein paar Trainingsprogramm gibt es wohl auch aber wir stellen derzeit einfach nur eine Kilometerzahl ein und versuchen die erstmal ohne Pause und mit dem richtigen Bewegungsablauf zu erreichen. Das ist schon anstrengend genug. Spielereien wie man sie von manch anderen Geräten kennt (z.B. ein Angelspiel) gibt es hier nicht aber das brauche ich auch nicht. Nur Barfuß trainieren, das geht hier nicht. Die Halterungen für den Fuß sind wieder aus Hartplastik wie auch die Schnürriemen zum Festzurren der Füße. Das schabt und tut sehr schnell weg. Aber ohne Schuhe Sport zu treiben scheint eh nicht besonders verbreitet zu sein irgendwie…

Der Zusammenbau ging sehr gut von der Hand und dauerte maximal 30 Minuten (16 Schrauben insgesamt). Das Auffüllen ist mit einem Eimer und der beiliegenden Handpumpe ebenfalls kein großes Problem (Wasserschlauch ist natürlich einfacher). Auch die Smartphone-Halterung war simpel und schnell zu montieren und verrichtet gute Dienste. So kann man trainieren und trotzdem dabei z.B. ein Video schauen – vielleicht wie jemand anderes gerade über einen See rudert :smile: . Insofern: Auch mit diesem teuren Einkauf sind wir absolut zufrieden. Es macht Spaß, ist sehr anstrengend und vermutlich ist das Training sogar effektiver als eine Stunde auf dem Crosstrainer oder so. Wir können das Teil bislang uneingeschränkt empfehlen. Bin echt froh, dass uns der Verkäufer umberaten hat.

Epilog

Jetzt müssen nur endlich die Kilos purzeln. Und im August 2021 schauen wir dann mal, was uns Neues einfallen wird. So langsam geht uns nämlich definitiv der Platz im Fitnessbereich aus…

Links alt, rechts neu – ein riesiger Unterschied…

Lysanda ist aktuell ein wenig wütend. Nicht auf mich – zum Glück -, sondern auf unsere verschwenderische Gesellschaft im Allgemeinen und Hersteller von Elektronikware im Speziellen. Warum? Wegen ihrem Epilierer. Für die Besucher unter uns, die so ein Gerät nicht nutzen: Ein Epilierer ist ein modernes Folterwerkzeug, meist bestehende aus einem Motor und einem Aufsatz, vor allem zur Anwendung an den Beinen. Es wird besonders durch aber nicht nur von Frauen genutzt, um ihre Schmerztoleranzgrenze zu trainieren – und vielleicht auch, weil sie glatte Haut haben wollen. Ein Epilierer reißt nämlich buchstäblich die Haare heraus im Gegensatz zum Rasierer, der ja nur an der Oberfläche abschneidet. Letzteres tut wesentlich weniger weh (je nach Rasierapparat), hält dafür aber nicht sonderlich lange vor.

Das Problem

Der Epilierer von Lysanda hat nun vor kurzem den Geist aufgegeben. Er hat schon länger etwas komische Geräusche gemacht, am Ende haben sich bei Widerstand dann die Walzen nicht mehr bewegt. Während andere vermutlich sofort die Schritte „Tonne“ und „Neukaufen“ durchgeführt hätten, haben wir uns erstmal den Epilierer-Kopf vorgenommen und ihn auseinander gebaut. Das ging auch erstaunlich gut und ziemlich vollständig. Der Zusammenbau ebenfalls. Nur die auf Spannung stehenden Klammern waren etwas fummelig. Aber egal: Also auseinander gebaut und das Problem relativ zügig identifiziert. Im Inneren befinden sich Plastikzahnräder und die halten leider nicht ewig. Das Hauptrad war stark abgenutzt und hat entsprechend nicht mehr richtig in die anderen Zahnräder gegriffen. Kein Wunder, dass er nicht mehr funktioniert hat.

Ein Zahnrad also. Sollte ja kein Problem sein so ein 1ct-Produkt irgendwo zu bekommen, wenn nicht sogar vom Hersteller selbst (in diesem Falle Panasonic). Pustekuchen: Nicht einmal in Modellbaushops gab es überhaupt nur ähnliche Räder. Und Panasonic selbst verkauft nur den ganzen Kopf als Ersatzteil. Preis dafür? 55€ (10€ mehr (!) als das gesamte Gerät vor 7 Jahren mal gekostet hat); Neupreis des aktuellen Modells inkl. wesentlich mehr Zubehör? 85€… Es dürfte klar sein, wofür sich Lysanda entschieden hat.

ARGH!

Jetzt hatten wir natürlich ein kleines bisschen die Hoffnung, dass wir nicht alles in den Müll werfen müssten. Die Funktionsweise des Kopfes ist unverändert und das Thema „Einheitliche Ladekabel“ ist ebenfalls bereits viel diskutiert worden auf EU-Ebene. Aber nein, obwohl der neue Kopf im Inneren unter Garantie genauso funktioniert wie der alte, passt er nicht auf den alten Motor. Und das Ladekabel des Vorgängermodells passt ebenfalls nicht beim Nachfolger. Wisst ihr auch warum? Weil sie an der Öffnung für den Stecker ein Plastikteil anders geformt haben. Sonst nichts. Von den technischen Werten her ist das Netzteil völlig identisch!

Wir halten also fest: Wegen eines blöden Plastikzahnrads (warum nicht etwas aus rostfreiem Edelstahl?!) müssen wir ein gesamtes Gerät in den Elektroschrott entsorgen, das ansonsten noch einwandfrei funktioniert. Bitte? Wir hätten ja den Ersatzkopf kaufen können und dann nur den alten Kopf entsorgen müssen? Ja, hätten wir tun und damit diese Firmenpolitik in Bezug auf völlig überteuerte Ersatzteile auch noch unterstützen können. Und morgen geht dann der Motor kaputt und wir haben ein altes Gerät für den doppelten Preis ersetzt… Klingt nicht gerade wirtschaftlich sinnvoll.

Alt? Weg!

Der Drehtellerersatzmotor. Preis? 20€

Der Epilierer ist logischerweise nur ein Beispiel von vielen für das eWaste-Problem (Elektronikschrott). Ein weiteres ist die hier im Haus verbaute Siemens-Mikrowelle. Sie hat sich technisch gesehen noch vor dem Einzug verabschiedet und dabei sogar die Sicherung rausgehauen, als wir unser Essen gewärmt haben (zum Glück erst danach). Die Aussage an der Siemens-Hotline? Reparatur lohnt sich nicht. Viel zu alt, weg damit. Äh, okay, das Ding hatte damals maximal 10 Jahre auf dem Buckel? Also erstmal eine alte Bosch hingestellt, die seit mindestens 30 Jahren ihren Dienst in meiner Familie tut (und im lokalen Tierheim jetzt immer noch ihre Runden dreht). Die Siemens habe ich dann meinem Vater übergeben, der zwei Sachen festgestellt hat:

a) Es ist nur der Drehtellermotor kaputt.
b) Siemens hat sogar vorgesehen, dass man den einfach und schnell austauschen kann.

Also bei irgendeinem Drittanbieter für Ersatzteilen genau diesen Motor bestellt und vier Jahre später ist sie immer noch einwandfrei im Betrieb. Und ja: Siemens hat selbstverständlich nichts an uns verdient deswegen. Selbst schuld. Sie hätten mir ja zumindest eine Reparatur aufschwatzen können statt gleich zu sagen „Weg damit!“.

Nur die Fachwerkstatt!

Leider gibt es immer mehr Bereiche, in denen DIY nicht mehr geht. Nicht unbedingt, weil die Bauteile so viel komplizierter geworden sind. Eher, weil die Hersteller die Ersatzteile und Details nicht zugänglich machen oder es einem selbst bei einfachen Dingen möglichst schwer machen. Stichwort Glühbirnenwechsel beim Auto. Das kann theoretisch jedes Kind. Aber viele moderne Karren sind so gebaut, dass man gefühlt erst den halben Motor auseinandernehmen muss, nur um an die scheiß Lampe zu kommen. Völliger Schwachsinn, nur damit man in die (Fach-)Werkstatt muss. Und wenn wir schon beim Stichwort Werkstatt sind: Meine Begeisterung der regelmäßigen Wartungen hält sich ebenfalls in Grenzen. Mein Peugeot war scheckheft-gepflegt durch eine zertifizierte Werkstatt, wie man so schön sagt, weil ich eben möglichst lange mit ihm fahren wollte. Der einzige, der am Ende davon profitiert hat war die Werkstatt. Das Auto hat dadurch – oder vielleicht sogar deswegen? – keinen Tag länger gehalten.

In den USA tobt hingegen gerade der Kampf um das sogenannte „Right to Repair“-Gesetz. Es geht darum Hersteller zu zwingen unabhängigen Reparaturshops wieder Schnittzeichnungen und Ersatzteile zur Verfügung zu stellen. Speziell Apple ist da ja mittlerweile extrem stringent. Wenn man sich bei den Anhörungen die Argumente der Lobbyisten anhört, die da was dagegen haben, stehen einem die Haare zu Berge. Von angeblichen Copyright-Verletzungen bis hin zu „der Käufer sprengt sich selbst in die Luft“ ist alles dabei, was völliger Schwachsinn ist. Wer darüber mehr wissen möchte, dem kann ich den Kanal von Louis Rossmann ans Herz legen. Der hat in New York einen Apple-Reparaturshop und tingelt durchs Land zu den einzelnen Anhörungen, um für das Gesetz zu werben.

Fehlende Nachhaltigkeit

Ein Fall für den Restmüll?

Lysandas Wut ist entsprechend verständlich, selbst ohne zusätzlich noch das Thema „Grundsätzliche Haltbarkeit“ in den Ring zu werfen. Ihr wisst schon: Gewährleistung läuft ab, schon ist die Elektronik hinüber (überall ist heutzutage Elektronik drin – sogar in den Schuhen!). Die Recyclingquote bei Elektroschrott lag übrigens zuletzt bei 43%. Aber statt dieses Riesenthema mal richtig anzugehen, indem man Branchenstandards und auch in der EU eine Art „Right to Repair“ einführt, werden lieber Einwegtüten und Strohhalme verbannt.

Ja, die produzieren auch Müll aber auf meiner Prioritätenliste wären die definitiv weit unten gewesen. Und bevor mir jemand vorwirft Äpfel (eWaste) mit Birnen (Plastikmüll) zu vergleichen: Die Recyclingquote von Plastikmüll lag 2017 bei 46%, bis 2022 sollen es 63% werden. Ja, sicherlich besser als in China oder so. Aber zwei der vielen Gründe, warum nicht mehr recycelt werden kann ist die Unart vieler Hersteller zwei Plastikarten in ihrem Produkt zu vermischen oder designen es so, dass es von der Maschine nicht korrekt sortiert werden kann. Ein gern genommenes Beispiel sind Shampooflaschen. Die Flasche selbst ist eine Art Plastik, der Aufkleber eine andere = ab in die Verbrennung. Technisch gesehen müssten wir als Verbrauchen quasi den Aufkleber wegmachen. Aber wir – und da zähle ich uns explizit dazu – schaffen es ja nicht einmal grundsätzlich die Plastiktonne korrekt zu bestücken. Müssen z.B. Joghurt-Becher jetzt ausgespült werden vorher, oder nicht?! Und was ist mit Paketklebeband, an dem vielleicht sogar noch etwas Papier dranklebt? Bei all den Regeln würde man erwarten, dass es einfach ist. Aber irgendwie…doch nicht.

Epilog

Aber gut: Leider alles nichts Neues, was ich euch hier erzähle. Lysanda wollte es einfach nur mal in die Welt hinausschreien :smile: . Es wird sich auch sicherlich so schnell nichts ändern. Schon gar nicht in einer Welt, die sich eher wieder weg von der Globalisierung bewegt und in der große Unternehmen so viel Macht und Einfluss haben. Nein, völlige staatliche Kontrolle will ich selbstverständlich auch nicht, aber bei vielen Dingen sind wir als Gesellschaft einfach nicht weitsichtig genug und müssen von unabhängigen Experten aufgeklärt werden – inklusive Umsetzungsvarianten. Warum macht es z.B. Sinn unsere Shampooflaschen zu 100% zu recyceln (und wie kommen wir dahin)? Denn, wenn das die Masse von den Herstellern will, werden sie spätestens dann ihre Produkte anpassen. Der Geldbeutel hat schließlich immer Recht.

nVidia GeForce 3080 (Herstellerrender)

Da hat nVidia definitiv eine Bombe platzen lassen vergangenen Dienstag mit der Ankündigung der GeForce RTX 3090 (1.500€), 3080 (700€) und 3070 (500€). Die 2000er Serie fand sogar ich als Hardwaren00b eher „meh“. Der Leistungszuwachs im Vergleich zur 1000er Serie war nicht signifikant (bzw. teilweise gar nicht vorhanden), die Preise selbst für nVidia-Verhältnisse absolut Banane und RTX zwar eine coole Sache auf dem Papier aber die Performance war Mist und es gibt bis heute einfach zu wenig praktische Einsatzzwecke für den normalen Gamer – Control und Metro Exodus sind aktuell wohl die einzigen, echten Vorzeigeprojekte, die wirklich von RTX profitieren.

Die Anzahl der relevanten Titel hat sich zwar (noch) nicht geändert. Aber die nächste Konsolengeneration steht bevor und neben „SSD“ (sogar World of WarCraft: Shadowlands setzt nun eine SSD voraus) ist „Raytracing“ ein großes Stichwort bei Microsoft und Sony. Entsprechend dürfte auch bei den Spieleentwickler das Thema nun etwas mehr an Fahrt gewinnen. Und nVidia behauptet natürlich auch gleich, dass die Ampere-Karten mit der PlayStation 5 und der Xbox Series X den Boden aufwischen. Der Releasezeitraum der neuen Karten ist sicherlich nicht ohne Grund gewählt. Quasi „Kauft euch unsere Grafikkarte und lasst die Konsole im Laden stehen“. Und ehrlich gesagt? nVidia hat Recht!

Das Ende des vierzigjährigen Krieges?

Horizon: Zero Dawn (PC-Herstellerbild)

Bei Microsoft gibt es faktisch überhaupt keine Xbox Series X-exklusiven Titel mehr. Stattdessen haben sich die Redmonder zur Freude aller Spieler voll dem „Play Anywhere“-Thema verschrieben – inkl. zeitgleichen Releases sowohl auf PC und sogar Xbox One. Und selbst Sony scheint mittlerweile zähneknirschend eingesehen zu haben (u.a. vermutlich dank der PC-Verkaufszahlen von Death Stranding und Horizon: Zero Dawn – Gott, sieht da der Port geil aus), dass es absolut keinen Sinn mehr macht den Haufen Kohle am Straßenrand liegen zu lassen, den der PC-Markt dort hinterlassen hat. Mal abgesehen davon, dass der Portierungsaufwand heutzutage echt nicht mehr hoch sein dürfte. Die letzte Generation war ja bereits sehr nah an der PC-Architektur dran. Mit der nächsten werden die Unterschiede noch kleiner. Ich stimme der PC Gamer also zu, wenn sie titelt „Well, I guess we won the console war”.

Wobei: Nicht ganz. Es gibt da ja noch Nintendo, die vehement gegen den Strom schwimmen und damit weiterhin extremen Erfolg haben. Nächstes Jahr soll angeblich (das Gerücht wurde schon öfters verbreitet) sogar eine neue Version der Switch erscheinen mit 4K-Unterstützung anstatt einer „echten“ neuen Konsole. Fände ich super – irgendwann kaufe ich sie vielleicht auch mal :wink: . Dass sie sich aber trotz oder gerade wegen ihres Erfolges sich jedes Mal wieder echt totalen Schwachsinn einfallen lassen hingegen nicht.

Der Aus-der-Reihe-Tänzer

Ein aktuelles Beispiel sind die Veröffentlichungen zum 35. Geburtstag von Super Mario Bros.. Dazu gehören Super Mario Bros. 35 (eine Art Battle Royale/Tetris 99 für 35 Spieler auf Basis des Klassikers) sowie die Compilation Super Mario 3D All-Stars (Super Mario 64, Super Mario Sunshine und Super Mario Galaxy erstmals für Switch) und Super Mario 3D World + Browser’s Fury.

Super Mario Bros. 35 (Herstellerbild)

Eine absolut geniale und völlig überraschende Ankündigung aus Japan. Der Haken: Zumindest Super Mario Bros. 35 und Super Mario 3D All-Stars stehen ausschließlich bis Ende März zum Verkauf. Super Mario Bros. 35 ist wohl sogar nur bis 31. März 2021 überhaupt spielbar. Was für ein Blödsinn?! Es ist schon bescheuert, dass die ganzen Streamingdienste diesen Mist praktizieren und Filme/Serien willkürlich aus dem Programm nehmen. Aber immerhin kann man da noch mit eventuellen Lizenzkosten argumentieren. Aber First-Party-Titel aus dem Nintendo eShop entfernen? *kopfschüttel* Nintendo ist doch nicht gerade dafür bekannt dafür ihre Preise zu senken (ähnlich wie Activision). Und das Quartalsergebnis wäre so oder so ins unendliche gestiegen, da selbst ohne Limitierung garantiert Gott und die Welt zugeschlagen hätte. Insofern verstehe ich diese künstliche Verknappung überhaupt nicht. Aber was erwarte ich von einem Unternehmen, das im Jahr 2020 immer noch von mir verlangt ewig lange Friendcodes mit der Hand einzutippen. Nene.

Zurück zum Thema

Die nächste Generation der nVidia-Grafikkarten also. Selbst die billigste Variante, die 3070, soll für 500€ schneller sein als das derzeitige Flagschiff die 2080 Ti – die neu aktuell immer noch mit über 1.000€ zu Buche schlägt (!). Krass. Wenn sich das in der Praxis bewahrheitet, hat Ampere den Titel „nächste Generation“ tatsächlich verdient. Bin gespannt ob und was AMD dagegenhalten wird. Gleichzeitig wird mir irgendwie gerade sehr bewusst, dass meine aktuellen Komponenten auch schon wieder zwei Jahre alt sind. Da könnte man sich mal was Neues gönnen. Ich habe ja damals sogar extra Luft nach oben gelassen. Zwar im Nachhinein betrachtet nicht so viel, wie ich damals dachte (blöder Z390-Chipsatz) aber ein Intel i9-9900(K) würde noch auf das Board passen sowie noch min. 16 GB mehr RAM. Und für zwei schicke Samsung 970 EVO Plus NVMe M.2 SSDs (natürlich mit 2 TB) wäre ich auch zu haben – dann vermutlich tatsächlich mit dem gleichzeitigen in Rente schicken von drei meiner HDD (die 2 mit 1 TB und die eine mit 2TB). Irgendwann sind es dann doch ein paar Laufwerke zu viel im Rechner :smile:: .

„Großer“ Hardwarehunger auf Steams „Zuletzt gespielt“-Liste.,

Bitte? Ob ich Performanceprobleme hätte und deswegen über ein Upgrade nachdenke? Bei den teils uralten Titeln, die ich aktuell zocke? Quark. Meine GeForce GTX 1070 Ti hat vermutlich nicht einmal gemerkt, dass ich Quake – Episode 5: Dimension of the Past (gestern auf Nightmare beendet) gestartet habe :smile: . Aber ich liebäugle ja auch immer noch mit einem 120 oder sogar 240hz-Monitor und – viel schlimmer – endlich einem VR-Headset. Die Zahl der interessanten VR-Titel ist einfach mittlerweile zu verlockend. Und da brauche ich unter Umständen dann schon etwas mehr Power unter der Haube als jetzt mit meinen 60hz bei maximal 1440p. Mal abgesehen von den oben erwähnten zukünftigen Konsolen-Portierungen, die vermutlich die Hardwareanforderungen nach oben treiben werden.

Kein Wunder also, dass ich derzeit extrem gespannt bin auf die Testberichte zum HP Reverb G2. Die Qualität einer Valve Index und volle Kompatibilität zu den Valve Accessoires (z.B. Valves Knuckle-Controller) aber ohne die Notwendigkeit irgendwelche Basestations an den Wänden zu montieren? Die Vorstellung turnt mich schon fast mehr an als Lysanda – und die habe ich vor bald vier Jahren sogar geheiratet! Also, ja: Die Gefahr, dass ich 2021 ein paar Komponenten austauschen werde ist extrem groß geworden, nun da mit nVidias Ampere-Karten möglicherweise der fehlende Baustein auf den Markt kommt.

Die Konkurrenz

Über einen Wechsel zumindest bei der Grafikkarte zurück zu AMD (seit mittlerweile 7 Jahren nVidia im Rechner) denke ich übrigens nur bedingt nach. Mal schauen was die nächste Navi-Generation bringen wird aber selbst dann geht die Tendenz aber eher zu einem „nein“. nVidia ist einfach immer noch der besser von den Entwicklern unterstützte Platzhirsch. Hardware ist eine Sache aber die dazugehörige Qualität der Treiber ist heutzutage einfach viel zu wichtig geworden. Und da hat aus meiner Sicht immer noch Team Grün ganz klar die Nase vorn.

Ob Azzkickr nun auch überlegt aufzurüsten? Ihr erinnert euch: Er hatte zur Überraschung aller in seinen neuen Rechner keine neue Grafikkarte eingebaut. Die nächste Generation dürfte aber seine Mindestanforderung „doppelte Leistung“ auf jeden Fall erfüllen.

Noch ein letztes Thema

Die Startmap von Quake DotP

Da ich es erwähnt hatte, gibt es zum Abschluss noch ein paar Sätze zu Quake – Episode 5: Dimension of the Past:

Diese Episode wurde 2016 von MachineGames (den Wolfenstein-Entwicklern) anlässlich des 20. Geburtstags von Quake veröffentlicht. Sie gilt quasi als Kanon, weil id Software und die Quake-Lizenz genauso wie MachineGames zu ZeniMax gehören aber echte Quaker werden da sicherlich eine andere Meinung haben :wink: . Da Bethesda anlässlich der diesjährigen QuakeCon at home alle drei Quake-Titel kostenlos über den Bethesda Game Launcher verschenkt hat (Teil 3 leider verpasst…), habe ich die Gelegenheit genutzt mal nicht meine CDs aus dem Schrank holen zu müssen und mir diese Episode endlich mal angeschaut.

Fazit? Es war eine nette Ausrede mal wieder richtig klassisches Quake zu zocken und das grundlegende Shooter-Erlebnis ist weiterhin erstklassig. Die Levels der neuen Episode sind aber allerhöchstens mittelmäßig. Sie bieten einen thematisch bunt zusammengewürfelten Haufen an ähnlich aufgebauten Umgebungen (ein Hub, zwei Routen, Exit öffnet sich nach Abschluss beider Routen), die vollgestopft sind mit nervigen Instant-Todesfallen. Gleichzeitig erwarten euch sehr viele der gleichen (Standard-)Gegner und viel zu wenig Munition (zumindest auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad), um mit ihnen klar zu kommen. Sie bietet einfach nichts, was man nicht schon vorher im Hauptspiel besser gesehen/erlebt hat. Für ein Levelpack eines Anfängers sicherlich okay aber als offizielle Episode aus der Hand erfahrener Spieleentwickler? Hätte ich wesentlich mehr erwartet – und ja, ich bin mir bewusst, dass sie kostenlos ist. Insofern: Für Quake-Fans als Kuriosum interessant aber alle anderen können sich die Zeitinvestition sparen.

Sie hatte lange Jahre guten Dienst geleistet.

Bei Kotaku berichtete der Autor Riley MacLeod am Wochenende darüber, dass seine PlayStation 4 in regelmäßigen Abständen piepst und er irgendwie zu faul ist sich richtig darum zu kümmern. Für Google: Es ist eines der älteren Modelle, die einen berührungsempfindlichen Knopf zum Ausspucken der Bluray haben. Gibt wohl diverse Gründe, warum der irgendwann anfängt sich in unregelmäßigen Abständen selbstständig zu aktivieren. Und wenn man den drückt, piepst es halt.

Stromlos in Dornheim

Kein wirklich guter oder gar lesenswerter Artikel, passte aber grad perfekt zu unserer eigenen Situation. Wir haben nämlich ebenfalls längere Zeit etwas ignoriert bis es dann zu spät war [Anm. v. Lysanda: Hey! Ich hab’s schon vor Monaten gesagt! Den Schuh‘ ziehst du mir nicht an!]: Lysandas Autobatterie. Mittlerweile rund zehn Jahre alt, zeigte sie schon seit Monaten Anzeichen des schleichenden Verfalls (ging immer schlechter an), selbst ein Laden bei Verwandten brachte nur sehr kurzzeitige Verbesserung und der längere Corona-bedingte Stillstand hat ihr dann scheinbar den Rest gegeben. Aber selbst als in den letzten Wochen die Uhr immer wieder auf „12:00“ stand, haben wir erst langsam reagiert. Vor zwei Wochen sind wir dann doch endlich mal in den Baumarkt, um ein Ladegerät zu kaufen. Auf dem Heimweg blieben wir anschließend noch bei einem Supermarkt stehen – und dann sprang der Chevrolet Spark nicht mehr an. Zum Glück fahren wir immer ein Ladekabel durch die Gegend und es fand sich auch schnell jemand, der uns Starthilfe gegeben hat (mit dem ADAC hätten wir über eine Stunde warten müssen).

Wieder daheim angekommen also gleich das neue Ladegerät in Betrieb genommen und eine Nacht laufen lassen. Aber obwohl das Gerät am nächsten Morgen „Full“ anzeigte, sprang‘ die Karre nicht mehr an. Die Elektronik leuchtete zwar aber sobald ich fertig umdrehte, stürzte alles ab. Super. Aber gut: Die Batterie war wie gesagt noch das Original ab Werk und hatte entsprechend schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Insofern durfte sie jetzt so langsam mal den Geist aufgeben. Also erstmal die Werkstätten in der Umgebung abtelefoniert. Seit Chevrolet sich allerdings aus dem deutschen Markt zurückgezogen hat, sieht es mit Ersatzteilen echt mau aus. Sprich es hatte angeblich keiner eine passende Batterie bzw. hatte keinen Bock vorbeizukommen. Also haben wir uns im Internet orientiert – und „trotz unserer Interneterfahrung“ (O-Ton Mama) voll ins Klo gegriffen.

Lieferung aus Timbuktu?

Bei unseren Recherchen sind wir auf den Händler AUTODOC (an dieser Stelle absichtlich keine Verlinkung) gestoßen. Klang soweit gut: Die Seite machte einen seriösen Eindruck, die Preise sind niedrig und nach Eingabe unserer Daten aus dem Fahrzeugschein sprang auch eine Liste an Batterien raus, die angeblich passen würden. Also mittwochs bestellt, bezahlt (17€ Versand) und das Warten begann. Angeblich wäre die Batterie bereits donnerstags bei AUTODOC aus dem Lager gegangen. Das Versandunternehmen, Nox Nachtexpress (erneut absichtlich keine Verlinkung), wusste aber selbst montags noch von nichts und behauptete, dass AUTODOC die Ware noch nicht rausgerückt hat. Super.

Professionell von AUTODOC verpackt…

Da habe ich dann die ersten Erfahrungen mit den Hotlines beider Unternehmen gemacht, die absolut unter aller Sau sind. Erreichbarkeit? Vielleicht mal zwischen Mitternacht und 0 Uhr. Bei AUTODOC wird man nach 20 Minuten einfach rausgeschmissen, beim Nox NachtExpress (wo ist da das Express aus dem Namen?!) geht schonmal einen ganzen Geschäftstag keiner ans Telefon. Dienstags tauchte dann doch endlich mal was im Tracking auf. Unsere Batterie hatte es angeblich um 1 Uhr nachts bis nach Frankfurt ins Zustellfahrzeug geschafft. Also spätestens am Mittwoch endlich das Eintreffen der Ware? Nö. Dauerte noch bis Donnerstagmorgen bis die völlig unverpackte (zwei Streifen Klebeband über die Pole – mehr nicht) Batterie bei uns eintraf. Glücklicherweise saßen (und sitzen) wir eh weiter im Home Office und mussten entsprechend nur jemanden organisieren, der mal die Pflanzen im Büro gießt. Selbst Einkaufen war nicht notwendig. Somit war es nicht ganz so schlimm ohne Auto zu sein. Aber Service ist natürlich was anderes – Corona hin oder her.

Und nochmal von vorne…

Leider war das „ohne-Auto-sein“ noch nicht vorüber. Beim Versuch das Ding einzubauen musste ich feststellen, dass die Maße nicht passten. Die Grundfläche war kleiner und gleichzeitig war sie zu hoch. Die Kabel der Pole reichten daher nicht. Genial. Für was Suche ich explizit mit Herstellerteilekennzeichen und so aus dem Fahrzeugschein, wenn es am Ende trotzdem nicht passt?! Merke: Nicht auf den Kram verlassen, sondern neben der Position der Pole noch zusätzlich auf die Maße achten! Ärgerlich zumal ich die Stunde davor damit verbracht habe den Befestigungsstab im Motorraum zu suchen. Ja, er ist mir beim Ausbau der alten Batterie heruntergefallen. Gefunden habe ich ihn dann irgendwo in der Stoßstangenverkleidung nachdem wir das Auto mit dem Wagenheber aufgebockt hatten. Und bevor jetzt einer sagt: „Dann leg‘ die Sachen halt nicht im Motorraum ab!“ – mir ist das Ding bei genau diesem wegräumen aus den Finger geglitten… [Anm. v. Lysanda: Frau kann ihn auch nichts alleine lassen machen!]

Eine zweite Internetrecherche hat dann zu Tage gefördert, dass AUTODOC (und so einige weitere mit selbem Geschäftsführer) Bewertungen unter aller Sau hat. Hätten wir die nur mal vorher durchgeschaut… Hier haben wir dann technisch gesehen einen zweiten Fehler gemacht und gleich eine Retoure gestartet. Problem dabei: In diesem Fall tragen wir die Rücksendekosten. Wir hätten stattdessen zuerst dem Händler die Chance zur Nachbesserung geben müssen (schließlich hatten wir korrekt bestellt). Wir waren jetzt aber schon so lange ohne Auto, dass wir da schlicht nicht weiter drüber nachgedacht haben. Stattdessen haben wir – nun ausgestattet mit den genauen Maßen und Werten der alten Batterie – bei einem zweiten Onlinehändler bestellt: online batterien. Die nutzten in unserem Fall DPD für den Versand.

Also Donnerstagnachmittag bestellt, Lieferung kam Dienstagmorgen. Immer noch etwas lang aber okay. Immerhin war die Hotline von online batterien nicht nur wesentlich besser erreichbar, ich hatte innerhalb von fünf Minuten jemandem am Rohr. Geliefert wurde eine anständig in einem Karton mit Warnhinweis verpackte Batterie in der richtigen Größe. Also umgehend Ladegerät dran (Starterbatterien kommen ungeladen) und nach einer Stunde der erste Test: Das Auto ging sofort an und sogar wesentlich besser als vorher. Fantastisch. War also zum Glück tatsächlich nur die Batterie und nichts Weiteres wie z.B. ein kaputter Starter. Der eigentliche Ein-/Ausbau war zumindest bei diesem Auto ein Klacks (mal abgesehen von der heruntergefallenen Stange).

Die Retoure

Sitzt, passt und wackelt nicht.

Nach der Reparatur blieben noch zwei Dinge offen: Die Retoure und das Entsorgen der Altbatterie inkl. Rückerstattung des Pfands. Die Retoure gestaltete sich deshalb schwierig, weil wir wie gesagt die Rücksendekosten tragen mussten. Und da wollten wir logischerweise nicht mehr bezahlen als es uns auf dem Hinweg gekostet hat. Aber irgendwie ist Gefahrgut – und dazu gehört eine Starterbatterie nun einmal – keine einfache Sache. Wir haben sehr viele Anbieter auf dem deutschen Markt abgegrast und irgendwie dürfen entweder nur Geschäftskunden verschicken oder es ist sauteuer. Am Ende und nach einigen Hotlineanrufen haben wir es aber dann doch geschafft einen Anbieter zu finden, der für rund 17€ die Sache in die Hand nahm. Zum Verfassungszeitpunkt ist das Paket auch schon bei AUTODOC angekommen. Bleibt jetzt nur noch die Frage ob AUTODOC zumindest so seriös ist, dass die Rückerstattung ohne Probleme verläuft. Hoffen wir mal das Beste.

Das Entsorgen der Altbatterie war hingegen kein Problem. Zum lokalen Wertstoffhof gefahren und dort abgegeben. Wichtig: Eine Bescheinigung über die Abgabe ausstellen lassen. Ohne könnt ihr nämlich beim Händler, bei dem ihr die neue Batterie gekauft habt, euch nicht den Pfand zurückerstatten lassen. Lustigerweise hat unser lokaler Wertstoffhof irgendwie kein richtiges System für diese Bescheinigung. Die Dame meinte auch „die wollen viele gar nicht“. Verstehe ich nicht, schließlich kriegt man anders ja nicht sein Pfand zurück. Aber wenn Leute gerne ihr Geld auf der Straße liegen lassen, dann soll‘ mir das egal sein. Stattdessen mussten sie es wie einen Ankauf erfassen, entsprechend habe ich 1,50€ in die Hand gedrückt bekommen. Sehr komische Sache. Naja, diesen Lieferschein dann eingescannt, bei online batterien eingereicht und einen Tag später war schon das Pfand (7,50€) zurück auf dem Konto. Perfekt. Habe ich schon erwähnt, dass wir mit diesem Händler absolut zufrieden sind? Die haben sogar eine extra Seite auf der die Pfandrückgabe-Thematik genau beschrieben ist. Und die Batterie hat sogar am Ende weniger gekostet als bei AUTODOC. Merke: Immer vorher anständig recherchieren. Ja, es hinterlassen tendenziell eher die mit schlechten Erfahrungen eine Bewertung. Aber trotzdem lässt sich eine gewisse Tendenz erkennen.

Immerhin fällt unser Lehrgeld – wenn es mit der Rückerstattung keine Probleme gibt – mit 17€ relativ übersichtlich aus und es war vermutlich trotzdem günstiger als hätten wir sie in einem Baumarkt oder so gekauft. Und damit wäre mehr zu unserem Abenteuer „Autobatterie“ gesagt als ihr vermutlich wissen wolltet :smile: . Bis Montag!

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