Eine Statistik – aaaaaahhh!

…und da waren es 25 Jahre. Jep, am 9. März 2001 gab es das erste Lebenszeichen hier auf dieser Seite. Ein Vierteljahrhundert hat sie schon überlebt. Trotz ein paar Namens- und Designänderungen (zuletzt 2014), hat sie allen kleinen und großen Krisen getrotzt, die es in der Welt bislang so gab. Während um sie herum unzählige, teils wesentlich erfolgreichere Blogs kamen und gingen, blieb sie standhaft und wird bis heute mit Inhalten gefüllt. Und das sogar regelmäßig!

Um an dieser Stelle ausnahmsweise mal wieder Zahlen hervorzuholen: Es gibt (diesen hier nicht inkludiert) mittlerweile 2.251 Einträge mit einem Gesamtumfang von 1.962.590 Wörtern. Die 171 separaten Seiten mit 240.726 Wörtern (z.B. der „berühmte” Westwood-Artikel mit allein schon 12.758 Wörtern) noch dazugezählt und die 2-Millionen-Grenze ist tatsächlich bereits geknackt. Wow. Keine Ahnung, wie viele Fußballfelder oder Katzendecken das sind. Aber es sind fast 25 moderne Romane an Text! Und ein durchschnittlicher Leser bräuchte ca. 147 Stunden, um das alles zu konsumieren. Und jetzt deinstalliere ich das Statistik-Plugin auch schon wieder.

Kein Rückblick

Beim Christoph hat in den 25 Jahren alle Höhen und Tiefen in meinem Leben mitgemacht und zu einem großen Teil für jeden festgehalten. Und ja, man glaubt gar nicht wie überraschend häufig es echt praktisch ist einfach mal irgendwas nachschlagen zu können, was vor 5, 10, 15 Jahren passiert ist. Hätte ich nicht gedacht. Da ist es fast schon schade, dass ich mich (und meine freundlichen Mitautoren) bis ~2015 hauptsächlich auf Spiele konzentriert habe. Andererseits: So viel mehr gab es bis dahin eigentlich auch nicht wirklich zu erzählen. Als Kellerkind, das die meiste Zeit in seinem Kinderzimmer mit Balkon im 1. Stock des Elternhauses vor seinem Rechner saß. Insofern fehlt dann vermutlich doch nicht so viel berichtenswertes aus meinem damaligen Leben.

Und damit ist das Thema „Geburtstag” tatsächlich für mich schon durch. Lysanda meinte zwar, dass ich doch wie beim 20. Geburtstag einen kleinen Rückblick auf die letzten Jahre machen könnte. Aber für „nur” fünf Jahre fühlt sich das irgendwie falsch an :smile: . Und an meiner grundsätzlichen Einstellung zur Seite hat sich sowieso nichts geändert. Deshalb spare ich es mir heute etwas Umfangreicheres zu machen. Das hebe ich mir stattdessen für den 30. Geburtstag im Jahr 2031 auf. In der Hoffnung, dass wir uns als Menschheit bis dahin nicht wieder zurück in die Steinzeit gebombt haben und ich euch weiter fleißig mit Inhalten beglücke. Ja, mein Optimismus liegt aktuell sehr weit hinten im Schrank…

Eine Sache muss selbstverständlich noch sein: Mein üblicher Dank an dich, liebe Leserin und lieber Leser! Ob es dein erster Eintrag ist, den du hier auf meiner Seite konsumierst oder dein zweitausendster: Vielen herzlichen Dank, dass du deine wertvolle Zeit darauf verwendest meine Worte zu lesen!

Themawechsel

Die neue Uhr

Kommen wir nun wieder zurück zum Alltag. Zumindest ist mir der Eintrag dann doch noch etwas zu kurz. Lasst mich euch also noch von einer ganz besonderen Neuanschaffung in der Casa Lysanda berichten: die CASIO SAN-100H-7BJR.

Das ist eine spezielle Uhr für Saunagänger, die seit Oktober 2025 in Japan für ¥16.500 (ca. 95€) und seit letzter Woche in den USA verfügbar ist. Wir haben sie für rund 200€ (160€ für die Uhr, Rest Zollgebühren) aus Japan importiert. Ganz schön viel Geld für eine funktionale Uhr – zumindest aus meiner Perspektive. Aber sie ist bislang die einzige ihrer Art auf dem Markt und ob und wann sie in Europa erscheint ist offen. Die Entscheidung war entsprechend nur zwischen „weiter ohne saunieren” oder „international kaufen”.

Der Hintergrund

Zur Erinnerung: Wir haben im September 2024 das Schwitzen für uns entdeckt. Seitdem gehen wir im Durchschnitt einmal im Monat ins Jugendstilbad Darmstadt und entspannen dort ein paar Stunden. Dazu nutzen wir übrigens jedes Mal den Schlemmerblock, um es möglichst günstig zu halten (aktuell 35,80€ für den ganzen Tag inkl. Parken). Lysanda hat sich da (wie so oft) tief eingelesen und für uns die optimale Variante herausgefunden. Vielleicht berichten wir irgendwann mal darüber. Wobei – wenn es dann alle so machen, wie wir, ist es für uns möglicherweise nicht mehr so vergleichsweise billig. Weiß nicht, ob ich unter diesen Umständen so sozial eingestellt bin :wink: .

Jetzt stellt sich natürlich die berechtigte Frage: Wofür braucht man in einer Sauna eine Uhr? Man soll sich ja schließlich entspannen. Für das eigentliche Schwitzen hängen in den Saunen zudem entsprechende Sanduhren. Und ja, das stimmt grundsätzlich. Es gibt allerdings zwei Faktoren zu beachten:

  • Nicht überall hängen im Sichtfeld Uhren. Wollen wir beispielsweise den nächsten Aufguss erwischen, müssen wir logischerweise die Zeit im Blick behalten. Aber auch, wenn wir einfach nur im Wärmebecken chillen, ist es ganz praktisch zu wissen wie lange man schon vor sich hinvegetiert.
  • Je nachdem wie voll die Sauna ist, reichen die zur Verfügung stehenden Sanduhren nicht für alle aus. Oder es ist so dunkel, dass man sie nur mit großer Anstrengung lesen kann. Ja, ich werde alt und Lysanda sieht ohne ihre Brille nur auf kurzer Distanz scharf.

Deswegen haben wir überlegt, wie wir die Problematik lösen können. In diversen Internetforen (ja, ein paar gibt es davon noch) sagen die Leute zwar, dass sie auch mit ihren normalen Uhren saunieren gehen. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu viel „Hörensagen” für etwas, was gefährlich werden kann. Zum einen können Metallteile an der Uhr sehr heiß werden, zum anderen sich die Batterie erhitzen und platzen. Entsprechend froh war ich, als ich bei meiner letzten Recherche auf die neue Uhr von CASIO gestoßen bin, die explizit auf das Saunieren ausgelegt ist. Trotz des Preises haben wir entsprechend gar nicht lange überlegt und sie bei einem vertrauenswürdigen eBay-Verkäufer erstanden. Man will ja am Ende keine Fälschung in der Hand haben. Wobei die Uhr dafür vermutlich eh noch zu neu ist.

Die ersten Erfahrungen

Das Paket war innerhalb von einer Woche bei uns und enthielt eine hübsche, kleinen Schachtel. Die Uhr selbst ist nur 40,2×35,4×12,9mm groß und wiegt gerade mal 25g. Ich merk sie so gut wie gar nicht am Handgelenk. Optisch soll sie an einen klassischen Saunaschlüsselanhänger erinnern. Wir haben uns für die orangene Variante mit weißem Ziffernblatt und orangenem Armband entschieden. Die schwarze Version wirkt auf den Bildern irgendwie ZU dunkel. Die äußeren Teile sind alle aus einem speziellen Harz und das Armband aus einer Art Silikon. Das verhindert, dass sie warm wird und euch verbrennt. An Metallteilen gibt es nur vier kleine Schrauben an der Unterseite, die aber so geformt sind, dass sie theoretisch die Haut nicht berühren sollten.

Nur vier kleine Schrauben.

Laut Hersteller ist die Uhr für Temperaturen bis 100°C bei einer Dauer von 15 Minuten geeignet. Sie hat eine wärmeresistente Batterie, die fünf Jahre halten soll und ist lt. Norm 50m wasserdicht. Damit zu duschen oder im Wärmebecken abhängen ist also kein Problem. Allerdings empfiehlt CASIO sie nicht ständig zum Baden oder in Whirlpools/Badefässer zu benutzen. Das kann wohl auf Dauer die Wasserdichtigkeit verringern und/oder die Uhr vernebeln. Letzteres kann zwar auch beim Saunieren passieren. Das ist hier jedoch normal und geht nach einigen Minuten von alleine wieder weg. Ein weiteres, nettes Feature ist, dass die Zeiger lumineszierend sind. Zusammen mit den vergleichsweise großen Zahlen ist die Uhr entsprechend selbst im Halbdunkel gut zu lesen.

In Sachen Bedienung ist sie trotz japanischer Anleitung ebenfalls völlig unkompliziert. Es gibt nämlich nur zwei Tasten sowie einen winzigen, eingelassenen (Metallknopf), um die Uhr erstmalig einzustellen. Mit dem Knopf auf der linken Seite wechselt ihr zwischen dem Uhr- und dem Saunamodus. Letzteres ist ein 12-minütiger Timer an dessen Ende aber kein nerviger Piepston ertönt. Er zählt einfach nur hoch und ihr müsst selbst schauen, ob die Zeit bereits erreicht ist. Mit dem rechten Knopf setzt ihr diesen Timer dann wieder auf Null zurück. Ich selbst habe die Uhr bislang hauptsächlich im normalen Uhrmodus betrieben. So entspannt, dass ich vergessen habe wann wir rein sind, war ich noch nicht :wink: .

Beim Christoph meint: Nach dem ersten Testlauf bin ich definitiv von der CASIO SAN-100H-7BJR begeistert. Sie sieht simpel aber elegant und hochwertig aus und ich spür sie so gut wie nicht am Handgelenk. Sie ist gut zu lesen und erfüllt voll und ganz ihren Zweck ohne, dass ich Angst haben muss, dass mein Handgelenk abfackelt. Je nach Luftfeuchtigkeit der Sauna musste ich ab und zu mal über das Glas streichen, aber eine innere Verneblung konnte ich nicht beobachten. Dank der Wasserdichtigkeit habe ich sie den ganzen Tag über nicht ausgezogen und auch im Warmbecken einfach angelassen.

Freilich wird erst der Langzeittest zeigen, ob sie auf Dauer hält, was sie verspricht. Da wir auch im Solebecken waren, ist vor allem die spannende Frage, ob das Salz zu irgendwelchen Korrosionen führen wird. Für uns haben sich die 200€ trotzdem schon jetzt gelohnt. Wir sind zu allen Aufgüssen, die wir mitmachen wollten, pünktlich gekommen. Und im Warmbecken war es paradoxerweise entspannter, weil ich einfach kurz zur Orientierung auf die Uhr schauen konnte. Wer also ebenfalls eine Saunauhr sucht: Mit der CASIO gibt es endlich eine anständige und sichere Lösung.

Arbeiten, Schlafen und bloß nichts lesen

Ende 2023 hatte ich euch zuletzt über den aktuellen Stand unseres Freizeitraums im Keller berichtet – der dann prompt schon wieder veraltet war. Keine Woche später haben wir uns nämlich dazu entschieden einen Arbeitsplatz dort unten einzurichten. Für die Momente, in denen einer von uns beiden mal wirklich in Ruhe was machen muss (egal ob privat oder beruflich). Ich beispielsweise produziere für meinen Arbeitgeber mittlerweile die Videos mit den Änderungen und Neuerungen bei einem neuen Software-Release. Da ist es ganz gut einen Schreibtisch zu haben, an dem ich ohne Nebengeräusche und Katzengesänge die Aufzeichnung anfertigen kann. Und ja, den Schreibtisch haben wir kostenlos bekommen. Jemand hatte ihn über Kleinanzeigen verschenkt und wir haben ihn an Neujahr abgeholt.

Ansonsten ist auf der Seite des Raumes noch ein weißes 40cm-Regal dazu kommen. Ach und die Menge an (ungelesenen) Büchern hat weiter zugenommen. Aber das zählt nicht, auch wenn uns langsam aber sicher schon wieder der Platz ausgeht. Müssen definitiv mehr lesen (und uns dann von Titeln trennen).

In der Fitnessabteilung hat der Gerätebestand ebenfalls keine Veränderung erfahren. Die Neuanschaffungen (Walking Pad und Heimtrainer) stehen beide im Wohnzimmer. Wir haben allerdings ein paar Matten rausgeworfen. Die Belüftung war anscheinend nicht so der Brüller, weshalb sich darunter schwarze Flecken auf dem Klebekork gebildet haben. Das ist logischerweise absolut nicht gut.

Reparaturmaßnahmen

Im 2023er Eintrag hatte ich allerdings erwähnt, dass wir bereits die ersten Reparaturmaßnahmen sowohl für unser Trampolin (cardiojump Fitnesstrampolin Premium) als auch unsere Taurus Vibrationsplatte VT5 ergreifen mussten. Bei letzterer hatten wir damals noch das Glück in der Garantiezeit zu sein, weshalb wir sie einfach ausgetauscht haben. Das konnten wir dieses Mal nicht mehr.

Das ist hinüber

Kommen wir aber erst zum Trampolin: Vorletzte Woche machte Lysanda wie immer ihre Übungen darauf als es plötzlich *knack* machte. Eine der Plastikhaltungen am Netz war abgebrochen. An diesen sind die Gummis befestigt. Zum Glück bislang nur eine von insgesamt 42. Aber tatsächlich lassen die sich nicht austauschen. Man muss das gesamte Netz in so einem Fall auswechseln. Immerhin ist der Service von Fitshop einwandfrei. Ein Anruf und 46,90€ später hatten wir einen Ersatz. Und da wir schon dabei waren, haben wir auch gleich noch einen Satz Ersatzgummis (30 Stück) mitbestellt. Als gute Kunden (über 4.000€ schon dort gelassen), haben wir einen Sonderpreis dafür erhalten, weshalb ich an dieser Stelle nicht erwähne, was sie uns gekostet haben :wink: . Unsere Gummis sind zwar derzeit noch alle in Ordnung. Aber wer weiß wie lange das noch so ist und wenn schon Versandkosten anfallen, dann soll sich das wenigstens lohnen.

Die Vibrationsplatte

Das Trampolin können wir also problemlos reparieren. Aber wie sah es mit der Vibrationsplatte aus? Das Problem war identisch zum letzten Mal: Der Plastikdeckel war an den Stellen, wo normalerweise die Fersen sind, eingebrochen. Wie ich schon 2023 meinte: Nicht gerade ein Qualitätsmerkmal für ein 500€ teures Gerät, dessen Hauptfunktion es ist draufzustehen. Über Kleinanzeigen hatten wir uns bereits das gleiche Modell in gutem Zustand für 100€ nochmal als Ersatz geholt. Aber da ich wegen dem Trampolin eh den Service am Apparat hatte, fragte ich auch mal, was es für das Gerät so an Ersatzteilen gibt. Die Antwort: Fast alles (siehe Seite 30). Ein weiterer Grund, warum wir so gerne bei Fitshop einkaufen. Ihre Eigenmarken (darunter Taurus und cariojump) sind kein Wegwerframsch, sondern lassen sich mit etwas Aufwand kostengünstig selbst reparieren. Für das benötigte Ersatzteil (Nr. 5 in der Explosionszeichnung) haben wir nur 17,37€ bezahlt.

Der alte und ziemlich kaputte Deckel

Natürlich kann man jetzt entgegenhalten, dass dieses große Plastikteil scheinbar einen hohen Verschleiß hat. Schließlich haben wir nach nur zwei Jahren schon wieder Ersatz gebraucht. Das ist bei so einem Gerät aus meiner Sicht auch nicht okay. Aber immerhin lässt es sich reparieren und über den Preis für das Ersatzteil kann ich nicht meckern – und habe deshalb gleich die zwei genommen, die sie gerade auf Lager hatten.

Die Reparatur

Der Kauf des Ersatzteils ist aber logischerweise nur die halbe Miete. Unser Crosstrainer klappert schließlich immer noch, obwohl wir das Ersatzteil im Haus haben. Einfach, weil wir keine Ahnung haben wie wir an die Stelle rankommen. Irgendwann werden wir uns vielleicht mal intensiver damit auseinander setzen :smile: . Aussitzen war bei der Vibrationsplatte aber keine Option mehr. Mit Löchern im Deckel lässt sich schließlich nicht so gut draufstehen. Also haben wir angefangen sie auseinander zu bauen. Hier ein kleines Protokoll, falls ihr sie ebenfalls habt und mal zerlegen müsst:

Schritt 1: Die Auflage entfernen. Die ist tatsächlich schlicht mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Hatten eigentlich mehr erwartet, aber offensichtlich hat es funktioniert. Ersatz dafür war allerdings nicht im Paket enthalten. Wir mussten stattdessen zu unserem eigenen Vorrat greifen und auf der Ersatzplatte anbringen.

Schritt 2: Haufenweise Schrauben lösen. Der Deckel ist mit 20 Schrauben an der eigentlichen Vibrationsplatte befestigt.

Schritt 3: Den Deckel vom Motorblock trennen. Dazu einfach das Verbindungskabel von der Platine lösen.

Die ersten 20 Schrauben sind gelöst.

Schritt 4: Noch mehr Schrauben lösen. Nochmal mit zehn Schrauben am äußeren Rand, die den oberen Teil des Deckels (=das Ersatzteil) und den unteren Teil miteinander verbinden. Plus sechs Schrauben im Inneren, welche die seitlichen LED-Streifen am Deckel befestigen.

Schritt 5: Die Elektronik ausbauen. Das Gerät hat im Inneren eine Platine mit Display, die am Deckel festgeschraubt ist und in die zwei Verbindungskabel eingesteckt sind. Das eine Kabel geht (logischerweise) zum Motor, das andere verzweigt zu den LED-Streifen an den beiden Seiten des Deckels. Die seitlichen Kabel sind zum Schutz mit lockeren Schaumröhren ummantelt, die mit Heißkleber am Deckel befestigt sind. Und von außen klebt noch eine Folie über dem Display. Sie dient zum einen als Schutz vor Staub, es sind aber auch die Funktionen aufgedruckt. Theoretisch lässt sich das Gerät nämlich ohne Fernbedienung bedienen (sehr gut!).

Blöd nur, dass diese Schutzfolie aufgeklebt ist. Die müsst ihr SEHR vorsichtig ablösen, wenn ihr sie nicht auch nochmal neu kaufen wollt. Gehalten hat sie auf dem neuen Deckel dann trotzdem nicht mehr. Wir mussten sie – genauso wie die Schaumröhren – ebenfalls mit doppelseitigem Klebeband versehen, um sie wieder zu befestigen.

Schritt 6: Den Deckel austauschen und alles wieder zusammenbauen. Also Elektronik wieder rein, erster Satz Schrauben, beide Teile des Deckels wieder verbinden, Motor wieder anschließen (und kurz testen), Deckel wieder mit Motorblock verbinden, nächster Satz Schrauben, Displayschutzfolie und Auflage aufkleben. Fertig.

Epilog

Konzentriertes Arbeiten

Wir haben insgesamt eine gute Stunde für die Aktion gebraucht. Lag aber auch daran, dass es das erste Mal war. Wir waren entsprechend vorsichtig unterwegs und haben fleißig von jedem Schritt Fotos gemacht. An sich war es kein Hexenwerk und ging gut von der Hand. Nur schade, dass einige Sachen in der Taurus Vibrationsplatte VT5 geklebt sind. Ich hab‘ zwar auf Anhieb auch keine bessere Idee, weil das ganze Ding halt vibriert. Es trübt aber trotzdem den guten Gesamteindruck vom Aufbau des Geräts ein wenig. Vor allem die Sache mit der Displayschutzfolie ist echt dämlich gelöst. Wenn wenigstens Ersatz mit im Paket gewesen wäre und man sie nicht separat bestellen müsste.

Nichtsdestotrotz: So muss das sein! Für fast alles gibt es Ersatzteile. Das was wir brauchten war günstig. Und für die Reparatur brauchte man keinen Handwerksmeister gemacht zu haben. Da vermisst man die guten alten Zeiten umso mehr, wo sowas noch gang und gäbe für die meisten Geräte im Haushalt war.

Insofern ist es zwar definitiv doof, dass wir nach vergleichsweise kurzer Zeit schon wieder Probleme hatten. Aber immerhin war die Lösung simpel und nicht sonderlich teuer oder Zeitintensiv. Und vom Gerät selbst sind wir auch weiterhin begeistert.

Der Klappmodus

Nach den guten Erfahrungen mit dem Laufband von Toputure*, haben wir nicht lange überlegt und uns auch den klappbaren Heimtrainer* geholt, den sie gerade frisch auf den Markt gebracht haben. Okay, das Laufband ist mittlerweile nicht mehr im Haus. Es hatte ein paar Monate später den Geist aufgegeben. Aber der Support war super und wir haben eine volle Rückerstattung bekommen. Insofern sind wir Toputure nicht feindlich gesinnt :wink: . Anschließend haben wir es durch eins von unserem “Stammunternehmen” Fitshop (der neue Name von Sport Tiedje) ersetzt. Nach einer Analyse zusammen mit meinem Schwiegervater stellte sich übrigens heraus, dass der Motor warum auch immer einen an der Klatsche hatte – entsprechend nichts, was wir ohne hohe Kosten selbst reparieren konnten.

Das Gerät

Zurück zum Heimtrainer: Das “Klappbar” war dabei ein wichtiges Entscheidungskriterium. Wir nutzen ihn nämlich wie das Laufband vor allem beim Fernsehen. Da ist es ganz praktisch, dass sich das Fahrrad zusammenklappen lässt und dann nur noch eine Grundfläche von ca. 55x55cm einnimmt. So lässt es sich gut neben einem Regal bis zum nächsten Gebrauch lagern. Die in der vorderen Querstange integrierten Räder erleichtern zudem den Transport. Apropos Fernsehen: Hier erwartete uns die nächste Überraschung, denn das Gerät ist im Betrieb echt flüsterleise. Ich dachte zuerst Sicarius wäre faul und würde nicht in die Pedale treten, weil ich gar nichts hinter mir gehört habe. Zudem kann man es gut hinter der Couch positionieren, da es so hoch ist, dass man locker bei der Benutzung selbst über eine hohe Lehne drüber schauen kann. Mittelfristig wollen wir allerdings tatsächlich unser “riesige Couch”-Konzept überdenken. Eben genau, um solche geänderten Lebensbedingungen wie mehr Fitnessgeräte im Wohnzimmer unterzubringen. Wir werden beizeiten berichten :smile: .

Das Fahrrad kommt gut verpackt in einem großen Karton und muss noch zusammengebaut werden. Das ging grundsätzlich gut von der Hand, hat aber am Ende doch knapp eine Stunde gebraucht. Auch, weil die Anleitung an der ein oder anderen Stelle etwas deutlicher sein könnte bzw. auf den Bildern nicht alles so gut zu erkennen ist. Beispielsweise welche Querstange jetzt eigentlich für vorne (die mit den Aufklebern und Rädern) und welche für hinten ist. Auch der fehlende Hinweis, dass die Rückenlehne vor dem Anbau an den Sattelträger aufgeklappt werden musste, führte zu doppelter Arbeit. Aber: Es ist alles an Werkzeug dabei, was man für den Aufbau braucht und die Schrauben sind größtenteils bereits an Ort und Stelle. Also kein lästiges Zusammensuchen, sondern abschrauben und später wieder mit dem jeweiligen Bauteil befestigen. Fertig.

Der Hometrainer hat drei Winkeleinstellungen um mittels eines Dreh-/Ziehknopfs zwischen aufrechtem/Wettkampf- und Liegemodus sowie Verstauen zu wechseln. Der relativ große Sattel kann hingegen nach dem Entfernen einer Schraube in sieben Höhenstufen eingestellt werden. Für mich (1,54m) konnte ich zügig eine bequeme Stellung finden. Sicarius (1,86m) jedoch hat den Eindruck, dass er selbst in der weitesten und höchsten Position seine Beine nicht ganz so weit beim Treten ausstrecken kann, wie er es von einem normalen Fahrrad gewohnt ist. Das hält ihn aber nicht vom Trainieren ab und kann auch einfach daran liegen, dass es ein Hometrainer ist. Laut Anleitung sollen die Beine auch nicht ganz durchgestreckt werden, sondern leicht angewinkelt sein.

Der kleine am Lenkrad befestigte Computer bietet die wichtigsten Anzeigen wie Geschwindigkeit, Entfernung und Puls. Leider sind keine Batterien im Lieferumfang enthalten. Also unbedingt zwei AAA zur Hand haben! Die Verbindung mit der FitShow-App über Bluetooth klappte ebenfalls ohne Probleme. Ein Handyhalter ist praktischerweise integriert, er ist aber nur für Handys ohne dicke Hülle geeignet. Außerdem gibt es Bänder für Arm- und Beintraining, die haben wir aber ehrlich gesagt bislang nur mal getestet.

Alles in allem für den Preis von 300 € ein super Gerät, das wir definitiv empfehlen können. Hat während so einigen Folgen Star Trek (sind bei Lower Decks angekommen) bereits Sicarius in Bewegung gehalten während ich auf dem Laufband… laufe.

Ein (sehr kleiner) Blick auf die Messe

Lysanda und ich haben letzte Woche mal die Formnext in Frankfurt am Main besucht. Thema dieser Messe? Additive Manufacturing, also auf Deutsch “additive Fertigung” und umgangssprachlich einfach nur “3D-Druck”. Die zwei Hallen (4 Stockwerke) umfassende Messe richtet sich aber ganz klar an Gewerbetreibende – und zwar eher im industriellen Bereich. Nur Halle 12.1 war wirklich stärker bestückt mit Kram, den man sich mitunter auch privat anschaffen würde bzw. leisten kann. Sprich normalgroße 3D-Drucker und Filamente sowie Ersatzteile dafür. Passenderweise fanden sich dort unter anderem die Stände von Prusa und Bambu Lab, den in “normalen Kreisen” wohl bekanntesten 3D-Drucker-Herstellern. Wenig verwunderlich, dass die beiden Stände und die Halle im Allgemeinen die gefühlt vollste war.

Aber was hatten wir auf der Messe überhaupt verloren? Vor allem, wenn die Zielgruppe eher große Unternehmen sind, normal0s nicht einfach so reinkommen und unser Arbeitgeber damit faktisch überhaupt nichts zu tun hat? Nun, schlicht und einfach Neugierde. Seit Lysanda Anfang des Jahres einen entsprechenden VHS-Kurs besucht hatte, ist das Interesse an diesem Thema bei ihr nur größer geworden. Wir haben zwar aktuell weder den Platz, noch das Geld (in zwei Wochen ist das Haus abbezahlt!) oder gar eine tatsächliche Verwendung für einen 3D-Drucker. Aber spannend ist das Thema selbstverständlich trotzdem. Als wir an Karten kommen konnten, haben wir deshalb nicht lange gezögert und am Eröffnungstag die (kurze) Reise aufs Messgelände angetreten.

Riesige Las0rs

Wir haben uns nummerisch vorgearbeitet, also in Halle 11.0 begonnen. Dort fanden wir vor allem eins vor: Industrielle Großproduktion hauptsächlich mit Metall. Und ich war wirklich beeindruckt, was da mittlerweile alles möglich ist. Das kriegt man sonst ja nicht wirklich mit. Man sieht normalerweise ja nur die “08/15”-Drucker in ihren verhältnismäßig kleinen, rechteckigen Kästen, die in der Garage stehen und mit geschmolzenem Filament oder vielleicht noch Holzfasern drucken. Hier hingegen gigantische Roboterarme versteckt in teils mehrere Meter hohen und breiten Kästen, die beispielsweise spezielles Metallpulver mit Hilfe von Lasern ultrahoch erhitzen und damit die krassesten Sachen in teils wahnsinniger Geschwindigkeit drucken. Oder freistehende, die halbe Halle hohe, die klassisch mit großen Spritzdüsen ihre Arbeit verrichten und ganze Boote drucken. Eine 350kg schwere Schiffsschraube aus Kupferaluminiumbronze, die in 94 Stunden produziert wurde (inkl. Nachbearbeitung) war da fast schon das Langweiligste, was wir gesehen haben. Oder der Bohrkopf für eine Ölbohrvorrichtung mit einer Masse von über 200kg, der mit einer Produktionsrate von 2kg pro Stunde gedruckt wurde.

Und der Druck ist logischerweise nur ein kleiner Teil der Produktionskette. Angefangen vorne bei der Designsoftware und den Scannersystemen, mit deren Hilfe die Modelle zum Druck entstehen. In der Produktionshalle dann der Zerstäuber, der die Metall(legierungen) in das notwendige feine Pulver umwandelt. Gefolgt von mehrstufigen Transport- und Befüllungssystemen, welche das Pulver zum (Riesen)drucker bringen. Dessen komplexe Software, die die mitunter faustgroßen und mit mehreren Zugangskanälen ausgestatteten Düsen mit höchster Präzision steuert. Von dort dann weiter zu einer Vielzahl an Post-Processing-Maschinen, die beispielsweise automatisiert die Supportstrukturen entfernen oder das Produkt reinigen inkl. dazugehörigen Recyclinganlagen, um möglichst nichts zu verschwenden. Und da reden wir noch gar nicht von den ganzen Zusatzsystemen wie Sensor- und Messtechnik. Von allem war vor Ort etwas dabei.

Überall Zähne!

Wie ich sagte: Es ist echt krass das mal zu sehen. Und noch krasser zu wissen, dass das faktisch nur ein kleiner Ausschnitt ist. Von den wirklich großen, industriehallenfüllenden Gerätschaften waren (logischerweise) nur Modelle vor Ort. Für jeden erdenklichen Einsatzbereich scheint es mittlerweile eine Industrielösung zu geben. Selbst Juweliere werden arbeitslos dank Goldringen aus dem Drucker! Wobei Medizintechnik im Allgemeinen und speziell Zahntechnik eindeutig der lukrativste Sektor zu sein scheint. Einige Bereiche der Hallen glichen eher einem Horrorkabinett aus Zahnprothesen, Zahnspangen und vergleichbarem Kram.

Und selbstverständlich war Metall nur ein Material, das auf der Messe vertreten war – übrigens nicht nur in Pulver, sondern auch klassisch als Meterware auf der Trommel. Wir haben außerdem Beispiele aus Holz, Keramik, Beton, Styropor, Karbon, aushärtenden Spritzschaum, Silikon (nein, keine Dildos) und ja, auch den normalen Filamenten gesehen. Der Materialmarkt scheint mittlerweile echt groß geworden zu sein. Passend dazu unzählige Lieferanten. Ich war ernsthaft erstaunt darüber wie viele im Rohstoffsektor unterwegs sind. Wirkte auf mich fast so, als wäre es lukrativer da mitzumischen als bei der eigentlichen Warenproduktion.

Noch mehr Staunen

Unter dem Stichwort “Höchste Präzision” fällt übrigens nicht nur, dass die Sachen mit einer sehr geringen Abweichung vom Modell gedruckt werden können. Es bedeutet auch, dass sehr filigrane Objekte möglich sind. Also sowohl extrem kleine Sachen – ein Stand war voll damit – als auch mit vielen Details. Und dann die neuen Möglichkeiten im Farbdruck. Ein Hersteller warb damit quasi eine Art “Inkjet-Printsystem” aber für 3D-Druck zu haben. Und ja, die Modelle, die er an seinem Stand zeigte, waren schon cool. Angeblich alle in einem Arbeitsgang, mit vielen Details und eben mit unzähligen Farben gestaltet.

Ein anderer Stand warb damit Menschen und Objekte einzuscannen und dann lebensecht in Miniaturform auszudrucken. Ebenfalls inkl. allen noch so kleinen Details und mehrfarbig. Dabei hat Lysanda mir vom VHS-Kurs noch erzählt, dass das mit dem Farbwechsel beim Drucken nicht so einfach und vor allem materialintensiv wäre, weil man dabei immer Verluste hat. Bei den Druckern auf der Messe werden jedoch munter mehrere Schläuche/Filamente mit verschiedenen Quellen an eine Düse angeschlossen und drauflosgedruckt. Freilich habe ich keine Ahnung, welche Mechanismen da ggf. noch intern mitspielen und wie viel Materialverluste da tatsächlich dabei entsteht. Beeindruckend ist das Ergebnis trotzdem.

Beim 3D-Druck mit Stoff haben wir auf der Messe drei Varianten gesehen. Die erste hat mir nicht so gefallen. Es war faktisch nur ein normales Stück Stoff das mit einem Netz aus dem 3D-Drucker verbunden war. Das fühlte sich beim Anfassen ziemlich kratzig und unangenehm an, obwohl das Material irgendeine Art Gummi war. Bei Variante 2 handelte es sich um sogenannte “Cellular Textiles”. Das ist im Grunde das, was der Titel sagt: Kleine, ineinander verhakte Teilchen, die der Drucker genau so ausspuckt. Sieht aus wie Bienenwaben. Das dürfte vor allem für Cosplayer und LARPer eine coole Sache sein, um sich Rüstungen und so zu basteln. Beim dritten wurde der Stoff als Trägermaterial verwendet. Also es werden Motive aus dem 3D-Drucker direkt auf Textilen gedruckt. Wie Bügelbilder quasi. Ach und Schuhe haben wir ebenfalls so einige gesehen – sogar einen Jungen, der welche getragen hat.

Bin echt gespannt, was da in Zukunft noch kommt. Vielleicht lässt sich irgendwann auch mal mit Seide drucken? Am besten noch direkt bei den Spinnen im Urwald dank 3D-Drucker in einem geschützten Kettenfahrzeug. Als ich das grüne Ding dastehen sah, war ich ersten Moment zwar überrascht. Aber beim genaueren Nachdenken habe ich nur noch mit den Schultern gezuckt. Bei der Geschwindigkeit, die heutige 3D-Drucker draufhaben, kann man sicherlich draußen auf der schwer zugänglichen Baustelle einen gut einsetzen, um schneller Reparaturen durchzuführen?

Fazit

Ich glaub‘ ihr habt es beim Lesen schon gemerkt, aber ich war von unserem Besuch auf der Formnext 2025 definitiv begeistert. Ja, mir taten nach gut sechs Stunden Aufenthalt Füße und Rücken weh. Als vorbildlicher Ehemann habe schließlich ich den Rucksack getragen. Aber das war es wert den ganzen coolen Kram zu sehen und mehr über diesen immer noch jungen Industriezweig zu erfahren. Wir widerstehen also weiterhin der Versuchung, eine additive Fertigungsstätte in der Casa Lysanda aufzubauen. Aber im nächsten Jahr werden wir wieder die Augen offen halten nach Karten, damit wir dann hoffentlich die Reise zur Formnext (17.11.-20.11.26) erneut antreten können.

Abschließend hier noch weitere Impressionen von der Messe:

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https://youtube.com/shorts/UJzOx_Kd960

 

Sicarius

VR-Freude

Ich bin endlich auf Windows 11 24H2 umgestiegen! Okay, das an sich ist noch kein Grund zur Freude. Im Gegenteil scheint es in Sachen Stabilität und Qualität der Updates bei Microsofts Betriebssystem gefühlt gerade massiv bergab zu gehen. Ganz aktuell die Diskussion um SSDs, die nach dem letzten Update verschwinden und mitunter nicht mal mehr im BIOS auftauchen.

Das simple Logo des Treibers

Doch in Bezug auf das eigentliche Thema aus der Überschrift, Virtual Reality, ist es tatsächlich ein Grund zur Freude. Denn nein, meine HP Reverb G2 ist durch das Upgrade doch nicht zum Briefbeschwerer verkommen. Und dass, obwohl der bekannte VR-Entwickler Matthieu “mbucchia” Bucchianeri letztes Jahr noch schrieb, dass es unmöglich sei Windows Mixed Reality (WMR) zu ersetzen. Ach und er meinte auch, dass sich der Aufwand wegen der geringen Anzahl an Headsets sowieso nicht lohnen würde. Scheinbar hat ihn die Herausforderung aber doch nicht losgelassen. Stattdessen tauchte er Mitte des Jahres plötzlich mit einer bahnbrechenden Neuigkeit in meinem Reddit-Feed auf. Und das Ergebnis steht nun seit 30. August auf Steam zur Verfügung: sein Oasis Driver for Windows Mixed Reality.

Der Heilsbringer

Kurz für alle, die keine alten Einträge lesen (warum nicht?!): Microsoft hat Ende 2023 ihre Software “Windows Mixed Reality” als veraltet deklariert und mit 24H2 dann deinstalliert. Damit wurden schlagartig alle WMR-VR-Headsets inoperabel. Mit dem Oasis-Treiber wird diese Abhängigkeit nun ausgehebelt. Statt den Umweg über das Windows Mixed Reality Portal (WMRP) zu gehen, spricht das Headset jetzt direkt mit SteamVR. Ist also in dem Sinne jetzt kein WMR-, sondern ein SteamVR-Headset.

Das bedeutet aber nicht, dass ihr damit nur Steam-Spiele in VR zocken könnt. Auch die Sachen über den Microsoft Store wie z.B. der Microsoft Flight Simulator 2024 gehen weiterhin, solange sie OpenVR oder OpenXR unterstützen. Einzig ein paar uralte und ziemlich irrelevante WMR-exklusive Titel und Demos sowie das virtuelle Haus werden nicht unterstützt, da diese nur die WMR-API genutzt haben, die ja jetzt nicht mehr existiert und installiert werden kann. Aber das ist absolut zu verschmerzen, wenn als Entschädigung das Headset weiterhin vollumfänglich funktioniert. Und nicht nur das: Es läuft dank Oasis sogar besser. WMR hat nämlich zusätzliche Ressourcen gefressen, da es parallel zu SteamVR lief. Im Beta-Test waren es im Idle-Zustand (nur das SteamVR-Haus offen) 1,5-2 GB weniger VRAM (bspw. 3,6 zu 2,0) und ca. 50-60% weniger GPU-Last (bspw. 33% zu 14%).

Und ja, das macht sich in der Praxis definitiv bemerkbar und kann ich vollumfänglich bestätigen. Ich hab‘ bislang Beat SaberBudget Cuts Ultimate, Elven Assassin, Ashen Arrows und Pistol Whip länger ausprobiert und dabei definitiv einen Unterschied gemerkt. Und das nicht nur in Sachen Performance. Ich bilde mir auch ein, dass die Darstellung an sich ebenfalls besser geworden ist. Möglicherweise lag es daran, dass ich das WMRP nie optimal eingestellt hatte. Aus meiner buchstäblichen Sicht ist das Bild jedoch jetzt schärfer, klarer und rundum besser/angenehmer als vorher. Insofern: Ich bin massiv begeistert von dem, was Hr. Bucchianeri geleistet hat und noch weiter leistet (vergangen Freitag kam das 1. Update).

Ein Kinderspiel!

Das Unlock-Tool von Oasis

Der Umstieg auf den Oasis-Treiber war für mich dabei kinderleicht und dauerte keine zwei Minuten. Sicherheitshalber habe ich ihn erst einmal unter 23H2 getestet. Hätte ja sein können, dass ich Probleme habe. Dazu einfach im Windows Geräte-Manager das Headset deaktivieren. Damit hebelt man quasi kurzzeitig WMR aus. Anschließend den Oasis-Treiber auf Steam installieren und starten. Das Headset und die Controller müssen dann noch freigeschaltet werden für Oasis. Dazu gibt es ein kleines, unkompliziertes Tool. Allerdings kann der Treiber nicht die integrierte Bluetooth-Verbindung der Headsets anzapfen. Normalerweise werden darüber die Controller mit dem Headset gekoppelt. Stattdessen braucht man eine Bluetooth-Verbindung über den Rechner. Zum Glück hatte Lysanda noch einen alten Bluetooth-Dongle (ein HP Bluetooth USB 2.0 Adapter) hier rumfliegen, da mein Hauptrechner selbst keinen integrierten Empfänger hat. Der Adapter reicht aber offensichtlich völlig aus.

Und ja, mehr war es nicht. Nachdem Headset und Controller erfolgreich freigeschaltet wurden, habe ich den Treiber einmal in Steam gestart und alles andere funktioniert ab sofort vollautomatisch. Also man muss den Treiber nur installiert haben, ihn aber nicht separat starten. Stattdessen einfach SteamVR oder den VR-Titel seiner Wahl.

Es folgte die Durchführung der Raumkonfiguration in SteamVR. War nicht ganz so einfach eine ausreichend große Fläche zu definieren (Steam prüft explizit auf ein Rechteck und nicht nur auf Volumen), aber irgendwann habe ich es dann geschafft und konnte endlich loszocken. Aber es war schon ein erster Indikator, dass der Treiber und das Headset mit ihm funktionieren. Anschließend folgte eine Runde Beat Saber, die mich freudig zurückließ. Entsprechend fiel sogleich die Entscheidung den Umstieg auf 24H2 zu wagen. Der Rest ist – wie man so schön sagt – Geschichte. Ich ließ nach der Installation nochmal das Freischalte-Tool des Treibers durchlaufen (war allerdings unnötig), deinstallierte Windows Mixed Reality for SteamVR auf Steam und nutze seitdem meine HP Reverb G2 ganz normal weiter. Hatte ich schon erwähnt, dass ich absolut begeistert bin? Ja? Es lohnt sich aber das noch einmal zu wiederholen.

Das Problemkind

Budget Cuts Ultimate (Herstellerbild)

Einen ganz großen Haken hat der Oasis-Treiber allerdings: Wer eine AMD- oder Intel-Grafikkarte im Rechner hat, schaut in die Röhre. Das liegt allerdings nicht daran, dass der Entwickler ein nVidia-Fanboy wäre. Nein, es liegt an AMD, die schon seit Jahren gefühlt keinerlei Interesse mehr an VR haben. Ihre Implementierung, LiquidVR, ist völlig veraltet und die von AMD für WMR verwendete Lösung ist nicht kompatibel mit SteamVR. Zwar hat mbuccia frühzeitig bei denen angeklopft, jedoch keinerlei Reaktion erhalten. Bei Intel ist es ähnlich, dass Steam keine Möglichkeit hat auf die Schnittstelle in der Grafikkarte zurückzugreifen. Ach und unter Linux funktioniert der Treiber ebenfalls nicht. Aber das war jetzt auch nicht die Erwartungshaltung.

Für mich heißt das also erstmal weiter bei nVidia zu bleiben. Andererseits hatte ich sowieso nicht so schnell vor wieder zu upgraden. Und selbst wenn, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich dann sowieso wieder zu Team Grün gegriffen hätte. Jetzt habe ich nur noch einen Grund mehr es zu tun :smile: .

Epilog

Was bleibt zum Abschluss noch zu sagen? Eigentlich nur nochmal die klare Ansage: Wer eine nVidia-Grafikkarte hat und noch auf Windows 10 oder Windows 11 23H2 festhängt oder ein ungenutztes WMR-Headset irgendwo rumfliegen hat oder jetzt von den günstigen Preisen auf eBay für eines profitieren will (wir dachten ja alle, sie wären jetzt hinfällig): Der Oasis-Treiber steht bereit und ich (sowie viele andere) bin Matthieu Bucchianeri unendlich dankbar dafür! Schade, dass er keine Geldspenden annimmt. Wobei ich seine Begründung verstehen kann. Sobald Geld im Spiel ist, kommen plötzlich Ansprüche hoch. Und wenn ich mir das Steam-Forum so anschaue, dann war da zumindest anfangs sowieso schon der ein oder andere echt undankbare Geselle unterwegs. Das muss man sich wahrlich nicht antun.

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