Laut einer Studie der Uni Stuttgart landeten 2015 6,7 Millionen Tonnen an Lebensmitteln im Abfall – durchschnittlich 85,2kg pro Person. Insgesamt (mit Industrie, Landwirtschaft und so) waren es wohl sogar rund 12,7 Millionen, die einfach so weggeworfen werden. Das ist echt heftig. Die Gründe sind Vielzählig. Ein Faktor ist, dass anscheinend viele Leute auch spätabends noch volle Regale im Supermarkt erwarten. Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt (hier in der Umgebung ist zumindest im Obst- und Gemüseregal durchaus Mut zur Leere vorhanden). Ein weiterer, dass viele sich den Einkaufswagen bis oben hin vollpacken und dann gar nicht mit dem Essen hinterherkommen. Oder die „Einheitsgrößen“ von Gerichten in Gaststätten, die man sich aus Scham nicht für später einpacken läßt.

Der Datumsstempel

Verbrauchsdatum

Der wohl größte Grund – zumindest sehen Lysanda und ich das so -, ist aber wohl das Missverständnis rund um das Datum auf der Packung. Das gibt es in zwei Varianten. Das einfachste ist das „Verbrauchsdatum“. Das kommt bei leicht verderblichen Produkten wie z.B. Hackfleisch zum Einsatz und muss tatsächlich beachtet werden. Darüber hinaus kann es der Gesundheit schaden. Das andere heißt auf Hochdeutsch „Mindesthaltbarkeitsdatum“ (MHD), hat sich scheinbar im Volksmund aber als „Ablaufdatum“ etabliert. Wie der Name schon sagt, ist es eine Gewährleistung des Herstellers, dass das Produkt sich unter Einhaltung der Lagerungsempfehlungen bis dahin hält (speziell der Geschmack). Es bedeutet nicht, dass es nach diesem Datum plötzlich ungenießbar ist und direkt in den Müll muss. Sonst wäre es ja ein „Verbrauchsdatum“. Wie heißt es so schön im Beamtendeutsch? Es ist auch nach diesem Tag noch verkehrsfähig.

Mindeshaltbarkeitsdatum

Gleichzeitig bedeutet es nicht unbedingt, dass das Zeug nicht schon vorher mal anfängt zu schimmeln oder so. Es sind nun einmal Lebensmittel – da steckt das Wort „Leben“ schon im Namen :smile: . Wir haben aber beispielsweise (ungeöffneten) Joghurt im Kühlschrank, der ist mehrere Monate über dem MHD und trotzdem sieht er nicht nur noch einwandfrei aus, wir essen ihn nach und nach weg ohne eine Lebensmittelvergiftung zu bekommen. Was soll da überhaupt schlecht werden? Es ist Joghurt und guter Joghurt sollte schon eigene Bakterien mitbringen. Solang da nichts zusätzlich reinkommt, passiert dem nichts. Die Schokolade wird hingegen vielleicht etwas grau und schmeckt nicht mehr aber essbar ist sie selbst Jahre später noch. Von den ganzen Tütensuppen und ähnlichem Kram gar nicht erst zu reden. Die Überleben den nächsten Weltkrieg! Und im Zweifel frieren wir die Sachen auch einfach mal ein. Also nicht, um die Keime abzutöten (funktioniert eh nicht), sondern um es später wieder rauszuholen und umgehend zu verzehren.

Die Kunst ist es zum einen unsere Augen und Nase zu benutzen. Unser Körper ist durchaus darauf ausgerichtet ungenießbares Essen zu erkennen. Sonst wären wir vermutlich schon in der Steinzeit am verrotteten Säbelzahntigerfleisch verendet. Zum anderen aber eben auch ein wenig Verstand mitzubringen. Sprich nicht zu viel zu kaufen und wenn man doch zu viel hat, es auf diversen Wegen haltbarer zu machen. So manches lässt sich zudem durch die Nutzung von Backofen, Mikrowelle oder Toaster wieder etwas auffrischen. Trockene Brötchen sind da ein gutes Beispiel. In Wasser getunkt, anschließend ein paar Minuten in den Backofen und schon ist es wieder fluffig.

Ein Überangebot

Der magische Aufkleber

Seit die Supermärkte (löblicherweise) damit angefangen haben Produkte, die sich dem MHD nähern, herunterzusetzen (im tegut z.B. erst 30, dann 50 und zum Schluss 75%) haben wir unser Einkaufsverhalten drastisch verändert. Es wird gekauft, was laut Einkaufszettel zwingend notwendig ist und darüber hinaus halten wir fleißig Ausschau nach den roten Aufklebern. Und selbst da selektieren wir mittlerweile stark (die 30% bleiben meist liegen), weil das Angebot so groß und unsere Kühltruhe dauervoll ist. Fördert übrigens auch das Probieren von neuen Sachen. Lysanda hat so z.B. den ein oder anderen Käse für sich entdeckt, den sie zum vollen Preis nie gekauft hätte. Speziell an der Fleischtheke kriegt man an manchen Tagen echt absolute Schnäppchen. Die Bioschweinelende mit dem 75%-Aufkleber? Da dürft ihr aber glauben, dass ich da alles mitnehme, was sie da haben bei einem Normalpreis von mitunter 35€ das Kilo. Die zwei Kilo Bratwürste oder Putenschnitzel sowieso. Das wird bei uns nicht alt oder friert halt mal ein bisschen in der Kühltruhe vor sich hin, bevor es auf den Teller kommt.

Über diese Schnäppchenjagd mag der eine oder andere die Nase rümpfen. Ihr müsst euch aber über eines im Klaren sein: Was nicht verkauft wird, landet einfach im Müll – so will es das Gesetz. Und solange das in unserer Gesellschaft gefördert wird, habe ich definitiv kein schlechtes Gewissen dabei meinen Geldbeutel zu schonen. Mal ganz abgesehen davon, dass wir alle auf den nächsten Steam Sale warten. Ist nicht anders, schadet nur der Umwelt weniger.

Die Retter

Das Überangebot an nicht verkaufter Ware führt aber nicht nur zu heruntergesetzter Ware in den Regalen. Es gibt auch viele Vereine, die sich auf die Rettung von Lebensmitteln spezialisiert haben. Die Tafel dürfte wohl die bekannteste Organisation in Deutschland sein. Sie holen von den Supermärkten und Geschäften die Ware ab, die zum Wegwerfen vorgesehen ist und verschenken sie. Im Falle der Tafel ausschließlich an Bedürftige. Hier bei uns gibt es hingegen seit 2017 den Verein Essen für alle.

Deren Konzept steckt schon im Namen: Nicht nur die Bedürftigen dürfen sich hier kostenlose Lebensmittel abholen, sondern alle, die das möchten (gerne gegen eine Spende). Schließlich geht es darum möglichst viel vor der Tonne zu retten. Dazu stehen die größtenteils ehrenamtlichen Helfer mehrmals pro Woche in verschiedenen Ortsteilen abends mit ihrem Marktstand und verteilen die Lebensmittel. Die erste halbe Stunde ist reserviert für die Bedürftigen, danach dürfen dann alle ran. Und ja, obwohl die Schlange hier im Ort teilweise bis um das nächste Haus geht: Es kriegt definitiv jeder mehr als genug. Auch wir stellen uns mittlerweile mit an. Diese Woche haben wir vier volle Tüten mit nach Hause gebracht. Von Brot und Brötchen über Eier und Aufschnitt bis hin zu Salat, Kartoffeln, Paprika und Bananen war alles dabei. Speziell Obst und Gemüse gibt es da immer haufenweise – größtenteils sogar in Bioqualität (demeter). Da braucht man echt nichts mehr im Laden zu kaufen und hat gleichzeitig ein gutes Gefühl ein bisschen gegen die Verschwendung getan zu haben.

Der Vorwerk-Entsafter

Jetzt höre ich schon den ein oder anderen rufen: „Wenn keiner mehr was im Laden kauft, ist klar, dass alles weggeworfen wird!!!!“. Bezweifle ich. Zum einen wird viel zu viel produziert, was mitunter gar keiner haben will und trotzdem im Regal stehen muss. Da ist es kein Wunder, dass am Ende so viel übrigbleibt. Zum anderen möchten die Leute speziell bei Obst und Gemüse gefühlt immer nur die perfekteste Ware. Aber nur, weil die Banane schon wegen schlechter Lagerung etwas schwarz ist, ist sie noch nicht schlecht. Bananen werden nämlich auch außen schwarz, wenn es ihnen zu kalt ist und ist dann trotzdem noch innen super. Und wenn sie wirklich Überreif ist, dann kann man z.B. noch prima einen Smoothie draus machen.

Die Neuanschaffung

Und damit kommen wir nach über 1.000 Wörtern endlich zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Unsere neuste Anschaffung. Nein, es ist kein Hightech-Mixer für Smoothies. Da reicht auch ein Pürierstab. Ihr seid aber nah dran. Es ist ein Entsafter oder wie es Neudeutsch heißt „Slow Juicer“. Wir hatten bereits seit einigen Monaten einen uralten Vorwerk Zentrifugal-Entsafter MOD Ve 2 Type 1 (300W) aus einer Haushaltsaufgabe in Benutzung. Da Lysanda aber aufgrund Essen für alle immer mehr Kram zum Entsaften hat (Sellerie, Karotten, Fenchel, etc.), zeigten sich doch langsam aber sicher die vielen Limitationen des Geräts:

  • Er holt nicht sehr viel Flüssigkeit aus dem Obst und Gemüse raus.
  • Man muss ihn zu zweit bedienen (sonst rüttelt er davon),
  • Man muss Angst haben, dass er aufgrund der Zentrifugalkraft einem um die Ohren fliegt (ein Metallbügel ist alles, was den Deckel draufhält) .
  • Die Lautstärke dürfte die einer Flugzeugturbine in nichts nachstehen.
  • Die Reinigung ist vergleichsweise aufwendig.

Also haben wir uns entschieden ins Portemonnaie zu greifen und uns was Anständiges zu holen. Die Wahl fiel am Ende auf den Omega EUJ 707 von Sana. Warum? Nun, er war eine der Empfehlungen in den einschlägigen Saft-Trinker-Facebook-Gruppen, ist mit 400€ im mittleren Preissegment angesiedelt und hat einen guten Funktionsumfang. Die teuersten Dinger, die Angel Juicer, fangen übrigens erst bei 1.200€ an. Kein Wunder, dass der Slogan von den Dingern „Der Rolls Royce unter den Slow Juicern“ ist.

Der Grund

Der Sana Omega EUJ 707

Bevor wir aber zum Gerät selbst kommen, stellt sich natürlich die Frage: Warum entsaften und nicht einfach essen/kochen/backen? Die einfache Antwort: Habt ihr schonmal jeden Tag ein halbes Kilo Salat gegessen oder eine ganze Selleriestaude? Das macht definitiv keinen Spaß. Gleichzeitig soll man Obst und Gemüse am besten Roh essen, weil noch mehr Nährstoffe darin enthalten sind als nach dem kochen. Das Entsaften vereint quasi die Vorteile aus „Roh“ mit „viel davon zu sich nehmen können“ und verbindet es mit einer leichten und schnellen Verdaulichkeit weil es bereits flüssig = Saft ist.

Gleichzeitig lassen sich – wenn man möchte – die ausgedrückten Reste trotzdem weiterverwenden. Ein häufiges Beispiel ist die Gemüsesuppe. Lysanda macht sich hingegen so eine Art Gemüsefrikadellen. Einfach ein Ei (oder Eiweißpulver) dran, würzen, zusammenklatschen und mit etwas Öl in die Pfanne hauen. Je nach Grundmaterial hat man zwar ein paar Fasern zwischen den Zähnen hängen, schmeckt aber grundsätzlich sehr gut.

Das Gerät

Der Sana Omega EUJ 707 ist ein horizontaler Entsafter. Sprich ihr gebt euer Zeug zwar oben rein, die Schnecke (sieht aus wie ein großer, schwarzer Dildo…) läuft aber von links nach rechts. Bei den vertikalen drückt das Gerät stattdessen von oben nach unten. Die Unterschiede bestehen wohl hauptsächlich darin, wie viel Platz sie jeweils wegnehmen (vertikale sind logischerweise höher, horizontale breiter) und mit welcher Art von Obst und Gemüse sie besser zurechtkommen. So kommen vertikale Entsafter wohl schlechter mit langfasrigen Sachen wie Sellerie oder Gräsern zurecht. Horizontale Entsafter hingegen haben mit weichem Zeug wie Beeren zu kämpfen. Es entsteht ein Rückstau im Einfüllschacht.

Karotten-Fenchel-Saft

Im Fall des Omega EUJ 707 ist das aber kein großes Problem, denn er kommt mit mehreren Aufsätzen daher. Ein feines Sieb für besagte Gräser, langfaseriges Pressgut und ein grobes Sieb für besagte Beeren und weiches Obst. Außerdem kann der „kleine“ nicht nur entsaften, sondern auch zerkleinern, pürieren und mahlen. Entsprechende Aufsätze sind mit in der Packung enthalten. So könnt ihr verschiedene Nudelvarianten herstellen, Kaffeebohnen mahlen, Hafer-/Mandel-/irgendwelche Nussmilch produzieren und sogar Eis machen – alles mit einer Geschwindigkeit von 63-75 Umdrehungen pro Minute. Die Idee ist nämlich, dass beim sogenannten schonenden Entsaften mehr Vitalstoffe im Saft erhalten bleiben als bei der „spritz und weg“-Variante. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Fakt ist: Er holt definitiv schon mit einem Durchgang mehr aus dem Sellerie raus als der Vorwerk. Und anders als beim Vorwerk kann man die Reste auch noch 2-3mal von der Auffangbox zurück in den Einfüllschacht kippen, um noch mehr Saft herauszuholen. Da wird aus der viertel Tasse Selleriesaft mit dem Vorwerk gleich mal eine dreiviertel oder gar volle Tasse mit dem Sana.

Dank seiner einfachen Zerlegbarkeit und simplen Bauteile ist die Reinigung außerdem ein Klacks. Also trotzdem nervig, weil man es wirklich nach jedem Vorgang machen sollte, aber es geht schnell und gut von der Hand. Wir können das Ding entsprechend nur empfehlen. Ja, es ist nicht ganz billig. Aber es kann dafür auch noch mehr als nur Entsaften – ein wichtiger Vorteil, da er mit seinen 32x19x42cm durchaus etwas Platz wegnimmt -, hat viel Zubehör dabei, ist sehr einfach zu bedienen und sieht echt schick aus. Die Resultate z.B. beim Entsaften oder Kaffee mahlen waren bislang ebenfalls super.

Heute gibt es doch noch nicht Teil 31 des Tagebuchs eines Hausherrn. Phase 2 (Einbau Heizung und Setzen Gaszähler) verlief so unspektakulär, dass ich damit keinen eigenen Eintrag voll kriege :smile: . Vielleicht dann kommenden Montag zusammen mit der heute stattfindenden Phase 3 (Ölttankabbau), spätestens aber übernächste Woche – dann ist nämlich bereits Phase 4 (Umbau Abwasser Innenverteilung) abgeschlossen und damit das Hauptprojekt (bis auf die Rechnungen) fertig. Kommen wir stattdessen mal wieder zu ein paar Kleinigkeiten, die nichts mit Handwerkern, Häusern oder sowas zu tun haben.

Verschwundene Hardware

Die besagten SATA-Ports.

Da wäre zum Beispiel mein Computer und Azzkickrs alte SSD. Mir ist letzte Woche irgendwann aufgefallen, dass die in Windows irgendwie nicht mehr angezeigt wird. Da aktuell nur Spiele drauf sind, merke ich das nicht so schnell. Ein Reboot half nicht, es hieß also Rechner heruntergefahren und mal ins Gehäuse schauen, was da los ist.

Ich hatte ja bereits im Eintrag zur neuen Hardware erwähnt, dass MSI die SATA-Ports 3 und 4 an eine total dämliche Position gesetzt hat auf meinem MSI Z370 PC Pro. Bei der heutigen Länge und Breite der Grafikkarten sind sie nämlich direkt darunter. Bei der Fehleranalyse stellte ich dann fest, dass das SATA-Kabel irgendwie relativ locker im Port saß also faktisch keine Verbindung mehr bestand – obwohl es eigentlich einen Einrastclip besitzt! Meine Vermutung: Die Vibration des Grafikkartenlüfter hat es tatsächlich geschafft das Kabel zu lösen. Der Platz ist nämlich so eng an der Stelle, dass der Lüfterkörper direkt am Stecker in Port 3 anliegt. Ich hab‘ die SSD jetzt mal auf Port 4 umgesteckt. Da ist es zwar auch eng aber nicht so press wie auf Port 3. Mal schauen. Sachen gibt’s auf jeden Fall und ein weiterer Grund entweder mal ein paar HDDs auszumisten oder auf NVMes zu wechseln (dadurch sind die SATA-Ports 3 und 4 dann sowieso nicht mehr nutzbar).

Komfortable Hardware

Da wir schon beim Thema Computer sind: Ich hab‘ mir schon wieder neue harte Ware gegönnt. Ja, bin total verschwenderisch aktuell. Kann doch auch nichts dafür, dass ich die schwedische Power-Metal-Band Sabaton erst jetzt entdeckt habe und entsprechend die ganze Diskographie (neun Alben) kaufen musste. Andererseits: In Zeiten von niedrigen Zinsen soll man ja die Wirtschaft mit reichlich Konsum ankurbeln. Aber ich schweife ab: Im Jahresrückblick 2019 hatte ich erwähnt, dass wir mittlerweile etwas mehr im Home Office arbeiten. Die Art und Weise wie ich dort bislang mit meinem Arbeitslaptop gesessen habe war jedoch sehr suboptimal für meinen Rücken. Und dass, obwohl ich auf dem gleichen Schreibtisch mein Mega-Hauptrechner-Setup betreibe, also theoretisch alles für eine optimale Arbeitsumgebung verfügbar wäre. Zum ständigen Umstecken der Kabel war ich aber (verständlicherweise?) zu faul. Da das aber so nicht mehr weitergehen konnte, habe ich mir endlich drei Dinge gekauft: einen USB-Switch und einen HDMI-Switch sowie zwei HDMI-Kabel.

Der USB-Switch

Alles nicht von der teuersten Sorte, denn meine Ansprüche halten sich in Grenzen. Den HDMI-Switch gibt es z.B. in einer Variante, die automatisch erkennen kann welches Gerät gerade aktiv ist. So arbeitet auch mein Elgato Game Capture HD. Aber da sowieso nur die Konsolen dranhängen, die so gut wie nie an sind, muss ich eh nicht so oft wechseln. Das ist beim USB-Switch etwas anders. Den Knopf betätige ich durchaus häufiger im Laufe einer Arbeitstages, um zwischen Arbeits- und Hauptrechner zu wechseln. Aber das ist jetzt ebenfalls nicht der Riesenaufwand und, da es faktisch keinerlei Verzögerung gibt nach dem Drücken des Knopfs, keine große Behinderung. Ich musste allerdings feststellen, dass die Logitech Gaming Software zu meinem Logitech Gaming Keyboard G510 (auch schon fast neun Jahre alt) diese ganze Herumschalterei nur bedingt gut findet. Mache ich es zu häufig hintereinander, dann stürzt sie zwar nicht ab aber sie erkennt die Tastatur nicht mehr. Dadurch kann ich sie zwar ganz normal benutzen aber die programmierbaren Spezialtasten sind außer Betrieb, weil er kein Profil geladen bekommt. Abhilfe schafft die Software zu schließen und neu zu starten.

Blöder ist da schon die Sache mit dem HDMI-Anschluss an meinem Dell U2713HM. Das wusste ich vorher auch nicht, aber er überträgt über die Schnittstelle tatsächlich nur 1080p. Die native Auflösung des 27″-Monitors ist jedoch WQHD – zumindest über den DisplayPort. Sprich ich bin dann mit meinem Arbeitslaptop nur mit einer Auflösung von 1920×1080 unterwegs. Es gibt zwar wohl Mittel und Wege den Treiber so zu überlisten, dass doch WQHD möglich ist, weil die HDMI-Schnittstelle das wohl prinzipiell kann und nur der Monitor das nicht von sich aus anbietet. Aber bei einem Firmenrechner habe ich logischerweise weder die Rechte für solch‘ einen tiefgreifenden Eingriff, noch sollte ich es dort tun. Also lebe ich vorerst mit den 1080p. Besser als nix und ich will ja eh mittelfristig mal einen >=120hz-Monitor anschaffen, da dürfte dieses Problem sicherlich nicht mehr existieren.

Katzenüberwachungsstaat

Die Reolink RLC-511W

Und dann war da noch der offene Punkt mit unserer Außenkamera für die Katzenüberwachung. Zur Erinnerung: Die HiKam A7 HD (2. Gen) taugte leider nichts. Das Sichtfeld war zu eng, die Auflösung zu niedrig und die Bewegungserkennung zu schwach. Wir haben sie also zurückgeschickt und ich habe mich auf die Suche nach einem Ersatz gemacht. Jetzt hängt an der Wand eine Reolink RLC-511W.

Mit 125€ ist sie preislich immer noch im Rahmen und hat trotzdem so einiges zu bieten. Sie kann mit einer Auflösung von bis zu 2560×1920 streamen/aufzeichnen, hat einen vierfachen optischen Zoom und Dualband-WLAN – kann also sowohl mit 2,4 oder 5 Ghz betrieben werden. Ist bei der Datenmenge, die bei einer 5 Megapixel-Aufzeichnungen fließen natürlich auch ganz praktisch. Je nach Zoom-Stufe hat sie einen Sichtwinkel von 31 bis 90° und dank 24 Infrarot-LEDs eine Nachtsicht bis zu 30m, was für unsere Zwecke theoretisch mehr als ausreicht.

Betreiben kann man die IP-Kamera entweder über WLAN, Ethernet, einen NVR oder offline mit einer SD-Karte. Wir nutzen WLAN, weil wie erwähnt das Ding nicht sicherheitskritisch ist. Wir wollen nur die Katzen sehen. Menschen kommen so einfach eh nicht in unseren Garten. In den Bewertungen sind dahingehend ein paar kritische Stimmen zu finden aber wir hatten noch keine grundsätzlichen Probleme. Seit der Ersteinrichtung bei der sie zwingend am LAN-Kabel hängen muss, kommt sie trotz geplanter Verbindungsabbrüche (Nachtabschaltung) immer wieder erfolgreich ins WLAN zurück. Das einzige Problem, das wir in den vergangenen Tagen hatten war, dass sie gar nicht oder nur mit geringer Bandbreite aufzeichnete. Keine Ahnung ob das am NAS lag oder an der Kamera aber ein Reboot scheint geholfen zu haben.

Bedienung

Wie HiKam hat Reolink ebenfalls seine ganz eigene, schick designte App für iPhone und Android über die man nicht von überall nur den Livestream anschauen kann, sondern auch viele Einstellungen wie z.B. die Bewegungszonen oder die Empfindlichkeit vornehmen kann. Zusätzlich gibt es ein Webinterface mit etwas mehr Möglichkeiten. Aber das Nutzen wir nicht, denn wir haben erneut die Kamera einfach an die Synology Surveillance Station angehängt.

Das wiederrum war etwas kompliziert als gedacht. Eigentlich unterstützt Synology die Reolink offiziell. Aber er wollte und wollte sie beim Suchlauf einfach nicht finden obwohl sie grundsätzlich im WLAN sichtbar war. Das lag zum einen daran, dass man erst in der Kamera spezielle Streaming-Einstellungen vornehmen muss. Zum anderen musste ich sie bei Synology als No-Name-ONVIF-Kamera hinterlegen und nicht das richtige Reolink-Modell auswählen. Fragt mich nicht warum, aber anders hats nicht funktioniert.

Ein weiterer Vorteil der Reolink gegenüber der HiKam ist übrigens, dass die Bewegungserkennung nun Hardwareseitig stattfindet. Bei der HiKam muss der NAS die Bilder analysieren, was natürlich die Performance belastet. Bei der Reolink kann hingegen die eingebaute Erkennung als Trigger für die Aufnahme verwenden. Sehr praktisch und liefert auch die besseren Ergebnisse.

Erfahrungen

Ein Bildausschnitt aus der Aufnahme

Grundsätzlich sind wir mit der Reolink echt zufrieden, sonst hätten wir sie nicht an ihre finale Position an der Wand gesetzt. Die technischen Qualitäten können sich sehen lassen und führen nicht nur zu richtig scharfen Aufnahmen, wir haben dank der 90°-Sichtwinkel auch fast den kompletten Garten im Blick (es fehlt nur ein kleines Stück am Rand) ohne gleichzeitig großartig was von der Nachbarschaft mit zu nehmen (ist ja rechtlich nicht erlaubt). Gleichzeitig sind so Feature wie Bewegungsbereiche auszuschließen echt praktisch, um z.B. hübsches aber im Wind drehendes Gehänge nicht die Kamera triggern zu lassen.

Mit Katzen ist aber natürlich das Thema Bewegungserkennung trotzdem immer noch ein kleines Problem. Sie sind einfach zu klein und zu schnell/zu langsam manchmal. Das führt speziell nachts dazu, dass die Kamera sie hinten am Zaun ab einem bestimmten Punkt verliert und nicht mehr wahrnimmt. Gleichzeitig musste ich die Empfindlichkeit so hoch einstellen (aktuell bei 47/50), dass sie vor allem an windigen Tagen teilweise dauerhaft aufnimmt. Das macht nicht nur das Durchschauen anstrengend, sondern belastet natürlich auch die Performance und die Speicherkapazität des Servers trotz automatischer Kappung nach 30min (ca. 1 GB). Aber anders als bei der HiKam haben wir nun nicht mehr das Gefühl, dass wir grundsätzlich etwas verpassen, weil im Zweifel eben eher zu viel als zu wenig aufgezeichnet wird. Insofern von uns sowohl für Menschen als auch Tiere eine Empfehlung.

Epilog

Und das soll es für heute auch schon wieder gewesen sein. Waren „nur“ drei Berichte über Kleinigkeiten aber es muss ja nicht immer der ganz große Wurf sein. Über unsere Besuche in einer Kryosauna erzähle ich euch dann ein anderes Mal. Jetzt hoffe ich erstmal, dass der Öltankabbau soweit reibungslos über die Bühne geht und beschäftige mich bis dahin mal wieder mit Grim Dawn. Das hat am 26.02.2020 seinen vierten Geburtstag gefeiert und passend dazu ein dickes Update erhalten. Hab‘ die beiden Addons Ashes of Malmouth und Forgotten Gods sowieso noch nicht durch. Ich kann es übrigens immer noch allen Action-Rollenspiel-Fans uneingeschränkt ans Herz legen. Ich seh‘ zwar, dass es viele in meiner Freundesliste mittlerweile haben aber intensiv gezockt hat es irgendwie noch keiner. Schade :sad: .

Die Laufwerke im Hauptrechner

Wie viel Speicherplatz braucht man als durchschnittlicher, erwachsener Gamer? Unser Hardware-Experte Azzkickr hat diese Frage in seinem aktuellen Rechner mit 2,5TB verteilt auf drei SSDs (System/Programme, Spiele und Daten) beantwortet. Über die Menge an SSDs kann man sicherlich diskutieren. Aber 2,5TB klingt nach völlig ausreichend Speicherplatz trotz der weiter ansteigenden Installationsgröße speziell von AAA-Titeln. 100 GB ist da ja immer mehr die Norm als nur die Ausnahme geworden.

Ich habe hingegen mittlerweile Zugriff auf 10,25TB Speicherplatz im Hauptrechner. Ja, richtig gelesen. Diese 10 TB sind verteilt auf sechs Laufwerke (3xHDD, 2xSSD und eine externe über USB3.0). Heftig. Kann man sich gar nicht so richtig vorstellen, was man da alles draufpacken kann. Deswegen ist die Antwort auf die Frage „Benötige ich so viel Speicherplatz wirklich?“ auch ein klares nein, natürlich nicht. Aktuell belege ich nur etwas mehr als 4 TB von den 10,25 TB (u.a. 372 installierte Steam-Spiele – ja, ich spinne). Und selbst wenn die 10 TB wirklich voll wären: Mehr Mut zum Deinstallieren von Spielen, die ich sowie gerade nicht zocke und schon wäre alles super, denn vier dieser Laufwerke sind nur dafür da (die mit 4 TB größte HDD ist ausschließlich für Steam!). Und selbst die externe 2 TB bräuchte ich dank des NAS mittlerweile gar nicht mehr, denn die Daten die da mal drauf waren, sind jetzt größtenteils im 4 TB großen Datengrab. Den Platz im NAS brauchen wir aber tatsächlich. Sind ja schließlich zwei Nutzer, die da ihre kompletten Daten ablegen. Schlimmer noch: Ich muss vermutlich sogar demnächst mal ein Upgrade von den jetzt 4 TB auf 6 oder 8 TB machen. Schon allein das Aufheben von zwei Wochen Aufzeichnungen in höchster Auflösung von zwei Kameras nimmt ganz schön viel Platz weg.

Das eigentliche Thema

Aber gut: Der Speicherplatz hat sich halt über die Jahre angesammelt :smile: . Ich hab‘ die Anschlüsse und den Platz, die Laufwerke funktionieren noch, warum also rauswerfen? Technisch gesehen habe ich sogar noch 1 TB im Schrank liegen. Müsste ich mal löschen und verkaufen. Aber ja, es sind natürlich hauptsächlich HDD. Nur die Systemplatte (die 0,25 TB) ist schon lange eine SSD (früher eine Intel X25-M, seit 2013 eine Samsung 840 EVO). Ich hatte bislang tatsächlich noch nie die Erfahrung gemacht wie sich das Spielen auf einer SSD anfühlt. Genauso wie ich immer noch mit 60hz-Monitoren unterwegs bin, während alle anderen schon über 240hz reden. Wird sicherlich einer der nächsten Hardware-Anschaffungen werden. Doch zurück zum Thema SSD: Entsprechend interessiert war ich daran Azzkickr die größte seiner alten Samsung SSDs (1 TB) abzukaufen. Mit 500GB fang ich schließlich gar nicht erst an :wink: . Die Idee war es sie gegen meine Seagate 1 TB zu tauschen aber da ich noch Kabel und einen Port frei hatte, habe ich sie einfach zusätzlich eingebaut. Das Ergebnis dürfte jedem klar sein:

Benchmarkergebnis (Samsung Magician)

Obwohl die SSD „nur“ über SATA III angebunden ist (Azzkickr ist ja auf nochmal schnellere NVMes umgestiegen), ist sie fünf Mal so schnell wie meine schnellsten HDDs. Und ja, ich habe eindeutig etwas verpasst in den letzten Jahren. Aktuell installiert sind darauf Star Citizen und RAGE 2. Besonders Star Citizen war faktisch vorher überhaupt nicht spielbar. Die Ladezeiten waren unter aller Sau und da das Spiel sehr stark auf Daten-Streaming ausgelegt ist, war selbst nach dem Ende des Ladens an echte Spielfreude (selbst auf niedrigen Detaileinstellungen) nicht zu denken. Mit der SSD bin ich nun nicht nur schneller im Spiel als ich guggen kann – war tatsächlich extrem überrascht -, ich kann es auch endlich spielen! Gut, die Details muss ich hier und da trotzdem reduzieren, um zumindest konstante 30fps zu bekommen. Aber es ist zum einen noch nicht fertig (ich weiß: wird es das jemals?) und zum anderen Chris Roberts Anspruch mal wieder die heutige Computerhardware richtig auszulasten.

RAGE 2 (Herstellerbild)

Wesentlich mehr Zeit als mit Star Citizen habe ich jedoch nach dem Abschluss von Far Cry Primal mit RAGE 2 verbracht. Und auch hier: Sehr schnell im Spiel und im Spiel keinerlei Probleme mit Nachladerucklern und zu spät geladene Texturen (abseits der grundsätzlich schlechten Level-of-Detail-Abstufungen). Kann man sich definitiv dran gewöhnen. Muss natürlich nicht für jedes Spiel sein – HuniePop profitiert sicherlich nur bedingt von einer SSD. Aber speziell Open-World-Titel werde ich definitiv ab sofort dort installieren und nicht mehr auf einer HDD. Es hat mich außerdem in dem Beschluss bestärkt mir zum einen auch bald mal eine NVMe anzuschaffen – vermutlich wie Azzkickr die Samsung 970 EVO Plus oder ein entsprechender Nachfolger aber mit min. 2 TB. Zudem werde ich definitiv mit dem nächsten Rechnerupgrade (mit Gehäusetausch) in ein paar Jahren alle HDDs rauszuschmeißen. Bin ich zwar vermutlich 1-2 Tage mit Daten kopieren beschäftigt. Ich kann aber natürlich jetzt nicht anders als mit in den Chor einzustimmen, der sagt „nie wieder HDD“ – zumindest im Spielerechner.

Noch mehr Launcher!

Nun ist es aber genug von der Hardware. Gibt ja zu einer SSD nicht viel zu berichten. Sie ist klein, sie ist schnell und ist rundum eine coole Technologie. Bin vermutlich sogar wieder einer der letzten, der diese Erfahrung macht. Echt schlimm mit mir. Absolut nicht mehr am Puls der Zeit. Ich hab‘ mir aber immerhin tatsächlich DOOM Eternal vorbestellt. Nein, nicht die 250 Euro teure Collector’s Edition. Ich hätte zwar schon gerne das physikalische Lore Book gehabt. Aber obwohl der Preis sicherlich wegen dem tragbaren Doom-Slayer-Helm gerechtfertigt ist, ist mir das definitiv viel zu viel Geld :smile: . Die Bestellung habe ich aber nicht getätigt, um mein „Street Cred“ mal wieder etwas aufzubessern. Das kann ich glaube ich mittlerweile vergessen. Außerdem hätte ich es so oder so gekauft. Aber der neuste Trailer hat mich endgültig davon überzeugt, dass ich es einfach sofort haben muss. Gibt kein anderes Spiel wo ich mehr gehypt für bin. Hat das Marketing quasi funktioniert. Mist. :smile: . Lustigerweise fixt es mich mal wieder mehr aufgrund der Story an als wegen dem Gameplay. Ja, das Spiel an sich wird sicherlich auch wieder geil aber mich haben vor allem die Mono- und Dialoge in den Trailern echt scharf darauf gemacht zu erfahren, wie es mit Doom Slayer, Sam Hayden und den Kampf Himmel gegen Hölle weitergeht.

Die Spielansicht im Bethesda Launcher

Etwas blöd ist nur, dass die Retailversion über den Bethesda Launcher aktiviert werden muss. Ja, Bethesda hat seit 2016 ebenfalls sein eigenes Shopsystem. Ist vermutlich so gut wie gar nicht aufgefallen, wie z.B. bei UPlay, weil alle Titel weiterhin z.B. über Steam verfügbar sind und dann darüber laufen (bei Ubisoft-Titeln wird ja trotzdem gerne UPlay gestartet). Aber ja, es gibt ihn. Fallout 76 war glaube ich das erste und bislang einzige Spiel, das ihn tatsächlich zwingend vorausgesetzt hat. Die Ladenversionen von RAGE 2 und Wolfenstein: Youngblood sind nun die ersten (mir bekannten) Bethesda-Release, die nicht mehr mit einem Steamkey ausgeliefert werden. Stattdessen braucht ihr nun den hauseigenen Launcher. Erwarte entsprechend nicht, dass es bei DOOM Eternal anders sein wird. Ach und nein: Eure auf Steam gekauften Bethesda-Titel könnt ihr (trotz teilweiser Bethesda-Accountbindung!) selbstverständlich nicht in den Launcher integrieren. Wäre ja zu einfach. Den Weg vom Launcher nach Steam gibt es angeblich über den Bethesda Support aber anders herum nicht.

Und warum ist das blöd? Nun, weil der Bethesda Launcher in Sachen Features faktisch GAR NICHTS hat. Da ist der Epic Games Launcher im Vergleich ein aufgeblähtes Feature-Monster. Selbst der „Shop“-Button öffnet nur eine Webseite in eurem Standardbrowser. Schlank und rank ist natürlich nicht immer schlecht aber das ist mir dann doch etwas zu wenig. So hat RAGE 2 z.B. technisch gesehen Achievements. Sowohl in der Konsolenversion als auch z.B. auf Steam. Der Bethesda Launcher kennt aber heute noch keine Erfolge und ein In-Game-Tracking quasi als Ersatz gibt es ebenfalls nicht. Jetzt könnte man sagen, dass sind Achievements – die sind jetzt nicht wirklich wichtig. Aber es ist ein trotzdem ein fehlendes Feature und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich sie etwas vermisse. Ist vermutlich Gewöhnungssache. Aber speziell in einem Open-World-Titel wird mir die Monotonie einiger Spielinhalte noch schneller klar, wenn ich nicht zumindest ab und zu dafür ein nutzloses Bild bekomme. Irgendwas läuft in unserer Gesellschaft falsch… :smile:

Bis Montag!

Pichu ist schon eine Katze für sich. Wir hatten ihn zwar erwischt wie er aus dem Garten entflohen ist aber der Baumarkt hatte keine Plexiglas-Scheiben mehr vorrätig. Nur noch ein Reststück. Das haben wir dann notgedrungen mitgenommen und montiert, wie das Bild im vergangenen Eintrag zeigte. Das Ergebnis? Seht selbst:

Das Reststück war also leider zu kurz für unseren athletischen Springteufel. Und da Evonic (der Hersteller von Plexiglas) Betriebsferien hat/hatte, gab es im Baumarkt keinen Nachschub an 2mm-Plexiglas. Dickeres wäre Overkill und unangenehmer für den Geldbeutel gewesen – genauso wie farbiges. Aber natürlich ist Plexiglas nicht die einzige stromlose katzenabweisende Lösung. Das Material muss „nur“ glatt, wetterfest und UV-Licht-beständig sein. Lysanda ist entsprechend bei ihrer weiteren Recherche auf Verglasungsfolie gestoßen. Die erfüllt diese Anforderungen genauso – zumindest an der fraglichen Stelle, denn am Zaun würde sie zu viel wackeln – und ist gleichzeitig sowohl dünner als auch um circa die Hälfte billiger als Plexiglas. Also haben wir die Plexiglas-Scheibe wieder abmontiert und dafür 1,50m Verglasungsfolie mit sechs Schrauben befestigt. Aktuell sind wir guter Dinge, dass wir damit endlich diesen Ausbruchsweg komplett geschlossen haben. Die neue Außenkamera wird es hoffentlich zeigen (liegt noch in der Packstation). Ich werde weiter berichten :wink: .

Eine runde Sache

Ein Katzenrad

Kommen wir nun zu einem anderem Katzenthema. Beim Schreiben des Jahresrückblick 2019 ist mir nämlich aufgefallen, dass ich euch über eine wichtige Anschaffung in unserem Katzenhaushalt Ende Juli gar nichts berichtet hatte. Und zwar haben wir uns gedacht, dass unsere lieben Vierbeiner theoretisch durch den eingezäunten Garten nicht mehr so viel Bewegungsspielraum haben. Theoretisch, weil natürlich die Fläche drinnen und draußen völlig ausreichen würde, um sich auszutoben. Maya zeigt das besonders abends sehr eindrucksvoll, wenn sie wieder Parkour im Wohnzimmer macht. Also haben wir uns gefragt: Womit können wir vor allem Balu, der zwar sein Gewicht hält aber durchaus ein Kilo weniger haben könnte, etwas Gutes tun?

Ihr könnt es rechts auf dem Foto schon sehen: Wir haben uns ein Katzenlaufrad geholt. Da können die Kleinen zu jeder Tages- und Nachtzeit rennen bis ihnen die Puste ausgeht. Ob sie es auch tun? Das verrate ich am Ende. Kommen wir erst einmal zum Katzenrad selbst. Das stammt vom Ein-Mann-Betrieb Kesselers Catwheels (gibt es tatsächlich nur auf Facebook) und ist komplett aus Holz. Das Rad selbst hängt auf einer Autoradaufhängung. Ja, richtig gelesen. Funktioniert einwandfrei, dreht butterweich und ist pflegeleicht. Die Katzenräder stehen in verschiedenen Größen- und Ausstattungsvarianten zur Verfügung. Wir haben die Variante mit 1,2m Durchmesser, Rückwand, PVC-Lauffläche, Ständer und Holzüberbau. Machte 585€ zum damaligen Zeitpunkt – also nicht ganz billig. Aber sind das Katzen jemals? Glaube nicht.

Warum genau dieses?

Katzenräder gibt es natürlich von einer Vielzahl von Anbietern. Warum fiel also unsere Wahl auf die von Kesseler? Weil sie in den vernünftigen Katzengruppen auf Facebook hoch gelobt werden. Mund-zu-Mund-Propaganda ist eben nicht zu verachten :smile: . Gibt aber noch zwei weitere Gründe: Der erste ist, dass sie dank ihrer Bauweise wesentlich ungefährlicher sind. Was man sonst so typischerweise als Katzenrad sieht, ist meist dieser freistehende, offene Ring, der sich wahlweise auf einem Fuß mit kleinen Rädchen oder zwei offen zugänglichen Rollen dreht. Das Problem dabei: Die Katzen können dort auf zwei Seiten herausfliegen und zwischen Fuß und Rad ist Platz, um sich die Pfote einzuklemmen. Bei der Kesseler-Variante verhindert hingegen die Rückwand, dass sie nach hinten rausfliegen können. Gleichzeitig erlaubt diese es die Aufhängung so zu platzieren, dass es keine Gefahr von Verletzungen gibt. Zwar kommen sie zumindest in der Variante mit Ständer hinten an die Radaufhängung dran. Da ist aber kein riesiger Spalt oder ähnliches, womit keine Gefahr besteht.

Außerdem sehen die Holzräder wirklich hübsch aus, was für so ein doch sehr den Raum dominierendes Objekt nicht ganz unwichtig ist. Die Holzkonstruktion macht echt was her (allerdings unbehandelt – für Katzenkrallen eine Leichtigkeit diese als Kratzbaum zu missbrauchen) und die Verarbeitung erscheint mir sehr hochwertig. Alles schön glatt, keine Ecken oder Kanten und schön verarbeitet. Vor allem aber ist die Radaufhängung eine total geniale Idee. Da geht vorher das Holz in die Binsen, bevor die Probleme macht.

Die Ausstattung

Balu im Laufrad (mit Motivationshilfe)

Unsere Wahl fiel auf ein Modell mit 1,2m, weil die Katze einen geraden Rücken haben sollte, wenn sie da drin ist. Gemessen wird dazu Schulter bis Hinterteil (=Mindestradius) und das verdoppelt (=Mindestdurchmesser). Das sind bei Balu (unserer größten Katze) ca. 40cm also 80cm Mindestdurchmesser. Entsprechend hätte eins mit nur 1m gut ausgereicht, um genug Raum für ihn zu bieten. Aber wir haben den Platz und da wir bekanntlich noch länger ein Katzenhaushalt sein wollen und die Biester ja leider nicht ewig leben, wird es vielleicht mal einen größeren Nachfolger geben. Unsere Knuddelgöttin Kessy war schließlich schon eine schicke Katze (Maine Coon). Insofern sind wir auf Nummer Sicher gegangen für unsere jetzigen Haustiere und haben noch Luft nach oben für zukünftige Begleiter.

Die Laufbahn haben wir mit PVC auskleiden lassen, weil wir bei Teppich die Angst hatten, dass doch mal jemand hängen bleibt. Wir sehen häufig wie z.B. Lyssi allein schon in der Bettdecke oder der Gardine mit den Krallen festhängt. Das wäre mit einer sich bewegenden Sache alles andere als lustig. Außerdem lässt es sich wesentlich einfacher reinigen und die Katzen hören besser, ob gerade Leckerli drin sind. Das ist gleichzeitig ein Nachteil, denn wir hören die Krallen beim Laufen auf dem PVC ebenfalls. Ist aber nicht schlimm, so hören wir wenigstens, wenn einer es benutzt, denn das Rad selbst ist Geräuschlos. Ständer und Holzüberbau waren hingegen rein zweckmäßige Entscheidungen. Ich hatte keinen Bock ein riesiges Loch für die Wandhalterung zu bohren und da an der Stelle vorher ein Regal stand, war es ganz praktisch nicht die komplette Auflagefläche zu verlieren. Gefällt auch den Katzen ganz gut da oben drauf zu sitzen bzw. vom Kratzbaum aus draufzuspringen. Speziell Jules sitzt außerdem gerne hinter dem Rad auf dem Querbalken an dem die Radaufhängung befestigt ist.

Die Nutzung

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil des heutigen Eintrags: Die Erfahrungen mit dem Katzenrad. Die erste Erkenntnis: Ohne Training würden unsere lieben Tierchen das Ding vermutlich heute noch nicht benutzen. Speziell Balu mussten wir mit Grillzange und Käse – weil er nach Leckerlis schlägt – erst dazu motivieren überhaupt ins Rad zu gehen und dann auch noch darin zu laufen. Die Bewegung war ihnen doch sehr uneinheimlich. Hat entsprechend ein paar Tage gedauert, bis überhaupt die erste Katze alleine reinging.

Lyssi hat das mit dem „Laufen“ nicht ganz verstanden…

Pichu schaut das Ding stattdessen mittlerweile mit dem Arsch nicht mehr (war nur anfangs mal kurz drin). Maya hingegen geht zwar nicht rein, findet seine Funktion als „Leckerliglücksrad“ (bei hohem Tempo fliegen die logischerweise raus) echt super. Aber aus der Sicht unserer Siam-Mixe hätten wir das Teil nicht gebraucht. Zum Glück haben wir fünf Katzen: Jules nutzt es vermutlich von allen am intensivsten. Allerdings aus den völlig falschen Gründen. Er geht gefühlt nur selbstständig rein und rennt, um unsere Aufmerksamkeit zu erwecken und gleichzeitig, um sich selbst zu streicheln. Ja, ihr habt richtig gelesen. Scheinbar schubbelt die Rückwand so schön an der Backe oder so. Er schmiegt sich beim Laufen auf jeden Fall immer dran und fällt fast über seine Füße deswegen.

Lyssi geht ebenfalls rein, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Sie läuft aber tatsächlich auch hin und wieder einfach so aus Spaß. Am besten gefällt ihr jedoch die Schaukelfunktion. Sprich sie geht rein, läuft eine Runde und setzt sich dann in die Mitte und genießt, wie das Rad ausschwingt. Sehr komisches Verhalten aber wenn es Spaß macht… Balu hatte hingegen am Anfang sehr viel Respekt dem Rad gegenüber, geht aber nun ebenfalls von sich aus ab und zu rein und dreht seine 2-3 Runden. Ist nicht viel (bei allen) und absolut kein Vergleich zu den ganzen Videos von Bengalen, die teilweise zu zweit darin ihre Runden auf Höchsttempo drehen. Aber zum einen sind Katzen eher Sprinter als Ausdauerläufer und zum anderen ist es besser als gar keinen zusätzlichen Schritt zu tun. Vermutlich tut sich da langfristig auch noch ein bisschen was. Es steht ja erst ein gutes halbes Jahr hier rum und vor allem Pichu, wenn wir alle Löcher im Garten gestopft haben, sucht dann vermutlich Möglichkeiten sich austoben zu können.

Fazit

Balu im Wandbett

Zwei Katzen gehen nicht rein und die drei anderen laufen nur sporadisch und kurz? Klingt nach einem Fehlkauf. Nein, es ist aus unserer Sicht trotzdem eine sinnvolle Anschaffung gewesen. Wir hoffen natürlich, dass das mit dem Laufen noch mehr wird über die Zeit. Aber selbst, wenn nicht: Sie bewegen sich zumindest ein bisschen mehr als ohne und jeder hat für sich einen Nutzen gefunden – und wenn es nur das Sitzen auf dem Querbalken ist. Und solange es den Katzen Spaß macht, kann es kein Fehlkauf gewesen sein. Widersprüche nicht erlaubt :wink: !

Ich frage mich allerdings, ob eine andere Anschaffung der letzten Zeit wirklich hilfreich für die Nutzung des Katzenrads war. Wir haben nämlich zwei Wandliegebetten von zooplus geordert. Da wir mittlerweile doch häufiger im Home Office arbeiten (siehe Jahresrückblick 2019), wollen natürlich auch die Katzen bei uns sein. Bislang hieß das, dass sie auf dem Laptop, auf der Tastatur oder sonst wo im Weg lagen. Also hatten wir uns zum Test erst einmal eins der Bettchen mit maschinenwaschbarem Polster angeschafft. Das war dann so begehrt (sie haben sich fast drum geprügelt), dass wir nun ein zweites an die Wand gemacht haben. Anfangs hatten wir etwas bedenken, weil das Bettchen selbst nur mit Klett am Holz fest ist aber es hält erstaunlich gut. Für den Preis (Achtung: Es sind keine Schrauben und Dübel dabei!) also eine super Sache, die richtig gut angenommen wird. Aber jetzt liegen sie halt den ganzen Tag da drin statt das Laufrad zu benutzen…

Naja, egal. Damit soll es das erst einmal mit dem Thema Katzen gewesen sein. Nächste Woche geht es definitiv mal wieder um etwas anderes :smile: . Bis dahin!

Überall Plexiglas!

Über ein Jahr ist unser Katzenzaun nun fertig und unsere fünf Vierbeiner theoretisch auf das Grundstück begrenzt. Selbst unseren Ausbrecherkönig Pichu hatten wir aus unserer Sicht erfolgreich festgesetzt. Doch wie im Jahresrückblick erwähnt: Er hatte tatsächlich erneut eine Lücke gefunden, über die er auf das Hausdach kam. Von dort (einmal komplett drüber!) gelangte er auf das Dach der Terrasse und dann mit einem Sprung auf das Garagendach in die Freiheit. Extrem umständlich und gefährlich (ein gefrorener Ziegel und er wäre weg vom Fenster). Und obwohl wir dort reichlich Plexiglas verbaut haben, haben wir ihn gestern schon wieder außerhalb des Zauns erwischt! Gleichzeitig soll Maya angeblich im Sommer ihre akrobatischen Fähigkeiten ausgenutzt haben, um auf das Garagendach der Nachbarn zu gelangen. Diese Lücke ist noch komplett offen aber Maya geht aktuell wegen der Kälte sowieso nicht gerne raus. Entsprechend ist das Pichu-Problem wichtiger.

Die Konsequenz

Und von wem haben wir erfahren, dass die Siam-Mixe uns immer noch stiften gehen? Von den Nachbarn! Nene, das können wir uns hier von der CasaLysanda CatSecurity GmbH & Co. (Motto: „Ihr bleibt gefälligst Zuhause!“) natürlich nicht gefallen lassen. Es war an der Zeit endlich den von Lysanda schon länger geforderten Überwachungsstaat auszurufen! Wir haben uns also schon wieder neue harte Ware angeschafft: Zwei IP-Kameras. Eine für innen und eine für außen.

Erneut waren meine bisherigen Erfahrungen mit Kameras quasi <=0. Aber aus dem Arbeitsleben kennt man das ja: Am Anfang des Projekts sammelt man erst einmal die Anforderungen (Neudeutsch „User Stories“), macht daraus ein Technical-Solution-Dokument und geht damit dann in die Ausschreibung, auf die sich die Hersteller bewerben. Anschließend wählt man den aus, der das beste Preis- und Leistungsverhältnis hat, integriert die Sache in sein Ökosystem und feiert sich für seinen tollen Projekterfolg. Was waren also unsere Anforderungen?

Innenkamera

Der Katzenbesitzer möchte den Futterplatz überwachen, also einen sehr begrenzten Bereich bei dem die Bildqualität auch nicht ganz so wichtig ist (wir können unsere Katzen gut auseinanderhalten). Es geht dabei nicht darum zu sehen, wann der Napf leer ist (das sagen uns die Katzen schon frühzeitig). Stattdessen wollen wir über eine gewisse Zeit beobachten können, ob jeder unserer Vierbeiner (speziell Lyssi und Maya) genug frisst. Sprich die Kamera muss eine gute Bewegungserkennung haben, um zu sehen, wenn eine Katze am Napf ist und das auch in völliger Dunkelheit. Zusätzlich, weil ich keinen Bock habe ständig SD-Karten manuell auszulesen und (oft kostenpflichtigen) Cloud-Storage zu nutzen, sollte sie mit unserem Synology NAS zusammenarbeiten können.

Außenkamera

Der Katzenbesitzer möchte die typischen Ausbruchsstellen im Garten (Zaunecke, Garagendach) einsehen. Die Kamera braucht dafür eine gewisse Reichweite, weil sie an der Hauswand unter dem Terrassendach hängen soll und muss selbst auf dieser Entfernung und bei Dunkelheit die Bewegung einer Katze erkennen können. Die Bildqualität muss auch entsprechend etwas höher ausfallen, damit zum einen erkennbar ist, welche Katze es ist und wie sie ihren Ausbruch vornimmt. Wie bei der Innenkamera gilt, dass ich sie an den Synology NAS anschließen möchte.

Auf Basis dieser Anforderungen habe ich dann fleißig im Internet recherchiert – leider gibt es keine Herstellerbewerbungen im Privatbereich – und habe das hier gekauft:

Innenkamera

Die HiKam S6 (im Nachtsichtmodus)

Die Wahl fiel auf die echt putzige HiKam S6 aus Deuschland. Auf dem Papier erfüllte sie nicht nur die Anforderungen, sie war bei Amazon außerdem gerade ein Blitzangebot. Sprich statt 70€ gab es sir für nur 23€. Da haben wir logischerweise nicht lange überlegt – und sind absolut zufrieden mit dem kleinen Teil. Sie hat einen Betrachtungswinkel von 110° und nimmt Videos mit einer Auflösung von 1280×720 auf. Sie hat eine hervorragende Nachtsicht dank 10 Infrarot LEDs und kann sowohl Ton aufzeichnen als auch wiedergeben. Von Letzterem sollte man übrigens die Finger lassen, weil die Katzen gerne erschrecken, wenn sie aus dem Nichts angesprochen werden und dann vielleicht anfangen den überwachten Bereich zu meiden.

Zur Einrichtung und Nutzung der Kamera wird die offizielle Herstellerapp namens HiKam Pro benötigt. Die hat zwar saumässig schlechte Bewertungen aber zum einen kommt man nicht drum herum und zum anderen hatte ich für unseren Einsatzfall bislang keine Probleme. Dieser ist schlicht die Konfiguration und die mobile Live-Ansicht. Da weder SD-Karte noch Cloud Storage aktiv sind, stehen so Sachen wie gespeicherte Videos abspielen hier nicht zur Verfügung. Das passiert alles auf dem NAS.

Aber zurück zur Einrichtung: Kamera in der Nähe des Routers an den Strom angeschlossen, die Bootsequenz abgewartet, in der App den „AP mode“ aktiviert (AirLink steht z.B. ebenfalls zur Verfügung), den Schritten auf dem Bildschirm gefolgt (u.a. WLAN-Zugang einrichten und Passwort für die Kamera vergeben) und fertig. Das ging echt Ratzfatz und ohne großen Aufwand – und zwar sowohl auf meinem iPhone als auch auf Lysandas Android-Gerät. Neben der Live-Ansicht stehen natürlich noch viele Einstellungsmöglichkeiten wie Alarme aufzeichnen, Firmware-Updates, „nur Personenerkennung“ oder „kein Fischaugeneffekt“ zur Verfügung. Das meiste brauchen wir aber nicht, da die eigentliche Steuerung über die NAS-Software erfolgt. Also konnten wir sie ausrichten und mit zwei Schrauben am Holzregal neben dem Futterplatz befestigen.

Die Überwachungssoftware

Synology Surveillance Station Live-Ansicht

Die auf dem Synology NAS benötigte Überwachungssoftware nennt sich passenderweise Synology Surveillance Station. Da es sich bei der HiKam S6 um eine IP-Kamera handelt, ist die Einbindung ebenfalls ratzfatz erledigt. Eine Netzwerksuche über die ONVIF-Schnittstelle und schon ist das Gerät gefunden, ausgelesen und eingerichtet. Synology unterstützt die HiKam-Kameras offiziell, was es logischerweise noch einfacher macht. Fortan übernimmt die Surveillance Station fast alle Funktionen, die ihr mit der App machen müsstet. Sprich hier stellt ihr ein, was und wie aufgezeichnet wird und habt nicht nur ebenfalls Zugriff auf die schicke Live-Ansicht, sondern natürlich auch auf eure Aufnahmen – sogar in einer coolen Chronik-Ansicht in der ihr die Aufnahmen eines ganzen Tages am Stück anschauen/durchscrollen könnt.

Die Futterplatzkamera ist derzeit so eingestellt, dass sie nur auf Bewegung reagiert. Dann nimmt sie 10sek vor und nach sowie natürlich das Ereignis selbst in höchster Qualität auf. Sprich sie zeichnet technisch gesehen ständig auf, aber die Software speichert eben nur dann, wenn es was zu berichten gibt. Diese Aufnahmen werden 14 Tage lang aufbewahrt (bei uns knapp 20 GB) und dann automatisch der älteste Tag komplett gelöscht. Das sind je nach Tag zwischen 100-200 Aufzeichnungen mit einer durchschnittlichen Länge von 1-2min – abhängig davon wie aktiv die Katzen sind, wie lange sie fressen und ob wir Zuhause sind oder nicht (wir haben bewusst die Wohnzimmertür mit im Blickwinkel gelassen).

In der Software selbst legt ihr außerdem fest in welchem Bereich etwas erkannt werden soll mit entsprechenden Schwellwerten und Empfindlichkeitswerten. Es können sogar kurze Bewegungen komplett ignoriert werden. Für die Futterplatzkamera waren hier aber keinerlei Einstellungen unsererseits nötig. Das einzige, was ich zusätzlich machen musste, war der Kamera im Router eine feste IP zuzuweisen. Da wir nachts das WLAN abschalten, hatte sie mit einer dynamischen IP immer Probleme sich morgens wieder richtig einzufinden (hat dann einen kurzen Reset gebraucht). Seit ich die feste IP drin habe, passiert das nicht mehr.

Außenkamera

Die HiKam A7 HD

Bei der Außenkamera gestaltete sich die Suche etwas schwieriger. Zuerst fiel die Wahl auf die sündteure (UVP 300€) NetAtmo Presence. Die ist technisch gesehen der Wahnsinn. Eine eingebaute LED-Lampe, extrem gute Bildqualität sowohl tags als auch nachts, ein Betrachtungswinkel von 100°, sehr hohe Reichweite, perfekte Bewegungserkennung inkl. Unterscheidung zwischen Mensch, Tier und Fahrzeug und eine übersichtliche App. Leider hatte sie zwei Nachteile: Zum einen kann sie nicht in den NAS eingebunden werden. Die Funktionen der Surveillance Station konnte ich also nicht nutzen. Es war nur möglich die Aufnahmen per FTP auf den NAS zu speichern. Hintergrund ist wohl, dass die Erkennungsfunktion es nicht erlaubt den Kamerastream direkt abzugreifen. Es gibt somit außerhalb der App (wo eine Live-Ansicht zur Verfügung steht) nur Zugriff auf das aufgezeichnete Ergebnis. Zum anderen ging sie schon vor der finalen Montage kaputt. Einfach aus- und nicht mehr angegangen. Also zurück an den Händler und da mich das mit dem FTP trotz der geilen anderen Features schon störte, machte ich mich auf die Suche nach einem Ersatz.

Nach den überraschend guten Erfahrungen mit der HiKam S6 gab es passenderweise ein weiteres Blitzangebot bei Amazon, weshalb ich mir nach etwas Überlegung die HiKam A7 HD (2. Generation) für 60€ statt 99€ holte. Etwas Überlegung war deshalb notwendig, weil der Einsatzfall wie oben geschrieben einen breiten Betrachtungswinkel und eine gewisse Reichweite erfordert. Da war ich mir bei der HiKam A7 HD etwas unsicher, da sie nur 80° und eine Auflösung von 1280×960 hat. Aber Zurückschicken ist in unserer heutigen Gesellschaft ja an der Tagesordnung also hatten wir nichts zu verlieren :wink: .

Taugt sie was?

Ein Negativpunkt, den ich direkt beim Auspacken festgestellt habe, sind die Kabel. Davon hängen vier Stück an der Kamera einfach so rum. Eine (abschaltbare) Status-LED, ein Reset-Knopf mit Deckel, der (optionale) LAN-Anschluss und das Stromkabel (mit Stecker). Etwas bescheuert, vor allem wenn ich an den eigentlichen Einsatzfall solch einer Kamera denke (Einbrecherschutz). Da geht die Außerbetriebnahme sicherlich ziemlich einfach. Aber gut: Unsere Katzen werden vermutlich keine Kabel durchschneiden, also ist es „nur“ eine optisch unschöne Sache.

Die Einrichtung sowohl in der App als auch der Surveillance Station gingen hingegen wie erwartet ohne irgendwelche Komplikationen vonstatten. Ich habe sie ebenfalls einfach ins WLAN-Netzwerk eingebunden, da ich weder Bock hatte noch den Mehrwert eines direkten LAN-Anschlusses gesehen habe für unseren Einsatzzweck. Erste Tests – sie hängt noch nicht an ihrer finalen Position – stimmen uns vorsichtig positiv, dass Auflösung, Reichweite und der Winkel von nur 80° (etwas weniger, wenn man den Fischaugeneffekt ausschaltet) sowohl am Tag als auch bei Nacht (sie hat 24 Infrarot-LEDs) für unsere Zwecke ausreichen werden. Anders als bei der Futterplatzkamera muss ich aber die Ereigniserkennung genauer definieren. Je nach Empfindlichkeit reagiert das System beispielsweise schon auf die Bewegung von Wolken. Das sieht zwar cool aus aber es macht trotzdem Sinn den Erkennungsbereich entsprechend um den Himmel zu reduzieren. Sonst könnte ich einfach die Daueraufnahme aktivieren :smile: . Und auch die Einstellung für die Empfindlichkeit und das Thema kurze Bewegungen werde ich mir dann nochmal anschauen müssen. Nicht, dass bei jeder Grashalm- oder Mückenbewegung schon aufgezeichnet wird. Gleichzeitig ist unser Pichu auf den Testaufnahmen überraschend wenig zu sehen, was ich weder verstehe noch gut finde.

HiKam A7: Live-Ansicht aus der App heraus

Nachdem wir Pichu bei einem seiner Ausbrüche erfolgreich erwischt und das Loch aus unserer Sicht geflickt haben, ist die Außenkamera nun erstmal auf die Katzenklappe und eins der Katzenklos gerichtet. So können wir ein wenig die Raus- und Reinbewegungen beobachten bis wir das notwendige Material aus dem Baumarkt besorgt haben, um sie an ihrer richtigen Stelle zu montieren. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob die HiKam A7 im Gegensatz zur S6 bleiben darf – eben, weil Pichu verdächtig selten zu sehen ist – oder wir doch noch ein anderes Modell brauchen. Aber ohne es an der richtigen Stelle getestet zu haben, werde ich diese Entscheidung wohl nicht treffen können.

Update: Das Ergebnis der weiteren Tests war, dass die Qualität der Bewegungserkennung absolut nicht ausreichend ist für unsere Zwecke. Wir haben die HiKam A7 entsprechend wieder zurückgeschickt und sind auf der Suche nach Ersatz.

Die liebe Sicherheit

Stellt sich zum Abschluss – wie bei jedem IoT-Gerät – die Frage nach der Sicherheit. Nun, ich habe mal wieder nichts Aktuelles im Internet gefunden. Ich wurde nur erneut bei Robert Penz fündig, der anno 2016 absolut nicht begeistert war. Allein in den ersten zwei Stunden hatte er mehrere schwerwiegende Security Risks vor allem dank unverschlüsselter Datenübertragungen in der alten Version der HiKam A7 gefunden. HiKam versprach ihm zwar damals die Probleme zu beheben, ob es wirklich passiert ist weiß aber natürlich wieder keiner…

Grundsätzlich sind es IP-Kameras, hängen also in unserem Fall im WLAN und sind Teil des Netzwerkes. Sie und der dazugehörige RSTP-Stream sind theoretisch über einen Namen und ein Passwort geschützt (der Stream erst nach manueller Aktivierung!!). Blöd ist nur, dass sich der Standardbenutzername nicht ändern lässt und das Standardpasswort mit „123“ auch nicht wirklich sicher ist. Will gar nicht wissen, wie viele Leute das nicht geändert haben bei der Konfiguration. Sprich wer mal im WLAN ist, kann den Stream ziemlich einfach abgreifen. Ansonsten sind es natürlich weitere Geräte im Netzwerk, die Signale senden und empfangen und damit ein weiteres mögliches Einfalltor ins eigene Netz. Hatte ich schon erwähnt, dass man sich einfach kein IoT-Gerät anschaffen sollte? Egal wie bequem es ist? Ja? Okay…

Epilog

HiKam S6: Maya am Futterplatz (Screencap einer Aufnahme)

Zwei Sachen kann ich abschließend noch erwähnen: Beide Kameras können nur im 2,4Ghz-WLAN-Band arbeiten. Und ich habe meinen alten WLAN-Repeater (den AVM FRITZ!Repeater 310) gegen den etwas leistungsstärkeren AVM FRITZ!Repeater 2400 ausgetauscht. Die Befürchtung war, dass die Bandbreite sonst nicht mehr ausreicht bei so vielen Geräten. Ob es aus diesem Grund wirklich notwendig gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber der alte Repeater hat sowieso schon öfters Probleme gemacht (Verbindungsprobleme und sowas) und er konnte ebenfalls nur 2,4 Ghz. Entsprechend waren die Kameras jetzt nur ein Vorwand ihn endlich mal auszutauschen und damit gleichzeitig auch in die entlegeneren Bereiche des Hauses mehr Bandbreite zu bringen.

Und damit sind wir am Ende des heutigen Eintrags angekommen. Zusammengefasst können wir zwar noch nicht jeden Schritt und Tritt unserer Katzen verfolgen aber wir haben den ersten Schritt getan. Bald können wir dann den 24/7-Livestream auf Mixer einrichten und fett Kohle machen mit den faul herumliegenden Biestern :smile: . Und darum geht es doch, oder nicht?!

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