Wir mussten sie mit der Spritze zum Fressen motivieren.

Maya ist seit Freitag offiziell die teuerste Katze in diesem Haus. Ihre Therapie hat uns schon knapp 2.500 Euro gekostet – und sie ist erst 15 Monate bei uns! Bislang hielt diesen Rekord Lyssi dank ihres mehrtägigen Aufenthalts in der Tierklinik, der mit rund 1.340 Euro zu Buche schlug obwohl sie nichts gefunden haben. Nein, Maya ist zum Glück nichts (Ungeplantes) passiert. Aber nachdem wir die Sache mit dem Schnupfen weiterhin einfach nicht in den Griff kriegen und die Tierärztin beim letzten Besuch meinte, dass das Zahnfleisch schon wieder stark entzündet ist haben wir uns entschieden den Kahlschlag anzuordnen.

Zahnlose Prinzessin

Ja, Maya besitzt jetzt nur noch ihre vier Eckzähne. Die neun anderen nach der ersten Operation verbliebenen Zähne (ob noch Gesund oder schon Befallen) wurden ihr entfernt. Warum auch die Gesunden? Nun, ihre erste Zahnbehandlung fand im April statt und kein halbes Jahr später sind schon wieder die nächsten befallen. Wesentlich schneller als von allen Beteiligten erwartet. Und da jede Narkose ein Risiko ist – vor allem für eine Katze, die immer noch zu wenig Fleisch auf den Rippen hat – wollten wir mit ihr nicht alle paar Monate dieses Spielchen spielen. Maya scheint die Narkose zudem nur schlecht zu vertragen und so war die Gehirn-Körper-Anbindung im Gegensatz zu Balu, der abends schon wieder rumlief, erst am nächsten Morgen halbwegs vorhanden. Also haben wir gesagt: Noch einmal aber dann alles bis auf die Eckzähne, da diese eher selten von Forl betroffen sind und für die Kieferstabilität wichtig sind.

Und da sie schon in Narkose war gab es gleichzeitig eine schicke Nasenspülung sowie erneut einen Abstrich, um zu schauen ob wir zumindest die Mykoplasmen und Pasteurellen losgeworden sind (Ergebnis erwarten wir diese Woche). Den Calicivirus kriegen wir ja bekanntlich nie los aber Lysanda meint nach mehreren intensiven Recherchen, dass selbst bei einer chronisch kranken Katze dadurch eben nicht so ein dauerhafter Nasenausfluss stattfinden sollte. Wir hatten nach der Behandlung im April zwar mehrere Wochen Antibiotika in die Katze geworfen aber geholfen hat es faktisch nicht. Der Herd muss also irgendwo sein wo das Mittel entweder nicht hinkommt oder der immer wieder zügig nachwächst. Der einzige uns bekannte, dauerhafte Entzündungsherd waren neben der Nase an sich ihre Zähne. Entsprechend ist nun die Hoffnung, dass es ohne Gebiss zumindest spürbare Fortschritte gibt.

Der Oberkiefer von Balu

Hoffen wir das Beste. Das Narkosemittel ist zum Verfassungszeitpunkt endlich aus ihrem System und sie wieder voll bei Sinnen – nachdem sie uns am Freitagabend von der Heizung gepinkelt hat. Ja, sie stört das alles (zum Glück) zumindest äußerlich ziemlich wenig. Sie war und ist eine quietschfidele Katze mit viel Blödsinn im kleinen Hirn, die beim Futter wie vorher gut zulangt. Aber die Rotzerei belastet durchaus nicht nur uns, sondern auch das Haus (ihr wollt kein aktuelles Foto unserer Wohnzimmerwände sehen…).

Tanker mit vorbildlichem Gebiss

Nicht nur Mayas Katzenzähne waren ein Thema in unserem Haushalt. Auch der liebe Balu „durfte“ (er ist auf der Fahrt fast gestorben) zum Tierarzt, nachdem unsere mobile Ärztin ihm massiven Zahnstein im Bereich der Backenzähne diagnostizierte. Ja, das gibt es nicht nur bei Menschen. Tiere bekommen das ebenfalls. Muss zwar nicht jedes Jahr gereinigt werden aber 1-2mal im Tierleben sollte man es erfahrungsgemäß tun, um Entzündungen vom Zahnfleisch entweder vorzubeugen oder wieder verschwinden zu lassen. Leider geht das bei Katzen nur in Narkose mit – wie oben erwähnt – entsprechenden Risiko. Und da Balu mit seinen 7 1/2 Jahren nicht mehr ganz der Jüngste ist, war das jetzt ein ganz guter Zeitpunkt für seine vermutlich einzige Zahnsanierung im Leben – auch wenn ihn offensichtlich der Zahnstein nicht am Essen gehindert hat. Es sei denn, er ist mit 15 immer noch so fit wie heute und hat wieder viel Zahnstein. Dann gibt es vielleicht noch eine Zweite :smile: .

Hat knapp 240 Euro gekostet die Sache (Zahnreinigung + Dentalröntgen) und jetzt hat er wieder ein strahlendes Gebiss. Wurde sogar von der Tierärztin gelobt. Und er durfte mit seinem kompletten Gebiss wieder nach Hause fahren. Er mag eine dicke Wampe haben unser Großer aber gesundheitlich ist er definitiv gut in Schuss. Zumal wir endlich die Quelle seiner Allergie gefunden haben: Lysandas Schokominze im Garten. Wenn die blüht, dann bekommt Balu seine Hubbelchen auf der Nase. Also hat Lysanda ihr über den Sommer regelmäßig die Haare gestutzt. Vermutlich fliegt sie langfristig sogar ganz aus dem Garten (wir schmecken keinen Unterschied zwischen Minze und Schokominze). Unseren Katzen soll es ja schließlich gut gehen.

Ein Kuschelmonster unter Beobachtung

Unser hübscher Jules

Beim Thema Zähne dürfte hingegen Jules als nächstes dran sein. Der hat ebenfalls schon eine Stelle mit gerötetem Zahnfleisch. Wir wissen aber noch nicht was sich dahinter verbirgt. Das findet man nur per Dentalröntgen raus. Auch Forl ist ohne nicht zu erkennen, da dabei ja bekanntlich sich die Wurzeln in Luft auflösen. Also wird er ebenfalls mal einen Ausflug zum stationären Tierarzt machen. Da es aber erst eine Stelle ist und der Rest seines Mundes – abseits seiner riesigen Hauer namens Eckzähne – soweit gut aussieht, hat es offensichtlich noch Zeit. Man muss ja die Katzen (und den Geldbeutel) nicht unnötig quälen.

Pichu und Lyssi hingegen haben weiterhin ein perfektes Gebiss. Okay, Lyssi fehlt seit dem Unfall bekanntlich ein Eckzahn aber ansonsten ist soweit alles super. Und ich behaupte sogar, dass es Lyssi durchaus cool findet, dass der eine Zahn fehlt. Zumindest macht sie sehr häufig einen auf Pirat (die Lefze etwas hochgezogen) und brummelt dabei abfallend, wenn ihr etwas nicht passt. Gibt gar keinen Grund für sie das Gesicht zu verziehen außer eben, dass ihr das auf irgendeine Art und Weise zu gefallen scheint. Oder sie weiß um die bedrohliche Wirkung dieser Geste. Stören tut sie es auf jeden Fall nicht.

Und damit wisst ihr mehr über den Zustand der Zähne unserer Katzen als ihr jemals wissen wolltet. Schaltet also auch nächste Woche wieder ein, wenn es nicht schon wieder heißt: Aus dem Leben von fünf Katzen.

Sicarius

Drei Streuner weniger

Fremde Katzen im Haus

Letzte Woche war mal wieder Action im Hause Lysanda. Sonntagabend kam entfernte (=schräg gegenüber) Nachbarschaft vorbei, um zu fragen, ob wir eine Katze vermissen würden. Sie hätten eine mit Kitten (technisch gesehen „Welpen“ – Kitten ist umgangssprachlich) bei sich im Holzstapel gefunden. Natürlich haben wir keine Katze vermisst – schon gar keine, die Schwanger werden könnte. Wenn Lyssi oder Maya werfen würden, käme das Marias Empfängnis gleich :wink: . Und raus kommt aus unserem gesicherten Garten mittlerweile bekanntlich keiner mehr. Es war also keine von unseren und ich nahm ehrlich gesagt diese Information entsprechend nur zur Kenntnis. So von wegen „Wenn ich was höre oder Lysanda auf Facebook was sieht, melden wir uns“.

Lysanda tickt da zum Glück etwas anders. Also haben wir einen Katzenkorb aus dem Keller geholt, Futter zusammengesucht und sind zu besagten Nachbarn gestampft, um nach dem Rechten zu sehen. Durch ein paar Lücken im Holz konnte man auch den ein oder anderen Blick auf Mutter und Kinder (zwei an der Zahl) erhaschen. Der Plan war relativ schnell klar: Sie mussten ins Tierheim (ggf. Besitzer feststellen, Untersuchen, Kastrieren, etc.). Aber um sie dort hin zu bringen, mussten wir sie logischerweise einfangen – und dabei zwingend die richtige Reihenfolge beachtet werden. Hätten wir zuerst ein Kitten rausgeholt, wäre die Chance sehr groß gewesen, dass die Mutter mit dem anderen einfach abdampft und nicht mehr gesehen ward. Also musste zuerst sie dran glauben.

Die Rettungsaktion

Sonntagsabends (sowas passiert IMMER am Wochenende) ist logischerweise nirgends mehr was zu holen, wenn nicht grad Leben und Tod auf dem Spiel steht. Mutter und Kindern ging es immerhin soweit gut. Also haben wir den Katzenkorb dagelassen, etwas Futter reingestellt und alles weitere auf Montag vertagt.

Die süßen aber verängstigten Welpen

Am nächsten Morgen ging es dann ins Tierheim Darmstadt (liegt auf unserem Arbeitsweg), um eine Lebendfalle zu organisieren. Hatten zum Glück noch eine da, die sie uns verleihen konnten. Zwar ein uraltes und sauschweres Holzding aber solange sie funktioniert ist das Aussehen ja wurscht. Nach Feierabend also mit dem Ding und noch etwas Futter zurück zu den Nachbarn und die Falle aufgestellt. Die Mutter hatte zwischenzeitlich anstandslos das Fressen im Katzenkorb angenommen – das war schonmal ein gutes Zeichen, da die Falle somit nur eine andere Fresshöhle darstellte als die Box. Und siehe da: Keine zwei Stunden später stand die Nachbarin an der Haustür und meinte die Mutter wäre eingeschlossen. Fehlten noch die zwei Kitten, die sich hinter/unter dem Holzstapel ängstlich kauerten.

Zum Unmut des Nachbarn (er hat sich aber ebenfalls Sorgen um die Kätzchen gemacht, so ist es nicht) blieb uns entsprechend nichts anderes übrig als mit vereinten Kräften den Stapel vorsichtig abzubauen. Ging auch alles soweit glatt und Lysanda konnte die Kitten eins nach dem anderen herausholen und im Katzenkorb verstauen. Die Tierheime hatten zu diesem Zeitpunkt natürlich erneut geschlossen. Also mussten sie über Nacht bei uns bleiben.

Die Aufbewahrung

In der Lebendfalle ohne Futter, Wasser, Klo und Licht wollten wir die Mutter nicht sitzen lassen – schon gar nicht ohne ihre Kitten. Aber dank Lyssis Unfall sind wir ja mittlerweile im Besitz einer großen Hundebox. Also die im Bad aufgestellt, die Kitten reingepackt und die Mutter aus der Falle entlassen. Hatten natürlich die Befürchtung, dass sie uns dabei stiften geht, aber zu unserer Überraschung ging alles glatt. Nach etwas Orientierung pullerte sie sogar anstandslos ins Katzenklo. Spricht dafür, dass ihr Menschen zumindest nicht ganz unbekannt sind.

Sie war jedoch so nervös und hatte so viel Angst (versteckte sich zwischen Katzenklo und Korbwand), dass sie ihre Kitten im Katzenkorb (den hatten wir einfach komplett in die Box gestellt) gar nicht bemerkte. Nachdem wir den Deckel abgenommen hatten, haben sich alle drei aber dann relativ zügig in einer Ecke wieder zusammengefunden und eine Runde gekauert. Und als wir den Deckel wieder auf den Katzenkorb packten, ging die Mutter schnurstracks hinein. Die Kitten folgten mehr oder weniger schnell. Das Tierheim schätzte sie auf 5-6 Wochen alt. Das eine war äußerst mutig und hat uns angefaucht, wusste aber nicht so recht was es sonst noch machen könnte (ließ sich ohne Probleme aufnehmen). Die Mutter ist ebenfalls noch sehr jung und vermutlich war es ihr erster Wurf. Würde erklären, warum es nur zwei Kinder waren. Normalerweise schaffen Katzen locker sieben bis zehn Kitten pro Wurf (deshalb ist kastrieren so wichtig!). Nur beim ersten ist es je nach Rasse etwas weniger.

Die vorübergehende Heimat der Drei im Tierheim

Da ich am nächsten Morgen einen relativ frühen Termin auf der Arbeit hatte und unklar war, ob das für uns zuständige Tierheim in Rüsselheim die Katzen aufnehmen und vor allem auch die Mutter kastrieren würden, haben wir sie erst einmal Zuhause gelassen und telefoniert. Im Nachhinein waren unsere Befürchtungen jedoch unbegründet. Sie wurden in Rüsselsheim ohne Murren in einem Einzelzimmer (wegen der Quarantäne und dem Alter der Kitten, die in einem guten Fall bis zur 12 Woche noch besser bis zur 16. bei der Mutter bleiben sollten) aufgenommen und werden dort – sollte nicht doch die Mutter wider Erwarten geschippt sein – erst einmal bleiben. Der Transport dahin ging unproblematisch von statten, da sie ja bereits alle im Katzenkorb saßen. Gitter dran, Handtuch drüber und ab ins Auto. Die gesamte Fahrt gab es keinen Mucks aus der Box.

Fazit

Also nein, wir haben jetzt nicht plötzlich Katze 6-8 Zuhause sitzen. Und ja, Lysanda hat dies durchaus im Zweifel in Betracht gezogen, wenn alle Tierheime gesagt hätten „Untersuchung und Kastrieren ja, aber fürs Aufnehmen haben wir keinen Platz“ bzw. die Kitten hätte Darmstadt auch genommen und die Mutter kastriert. Dann hätte die Mutter aber wieder hier ausgesetzt werden sollen und das kann man an dieser vielbefahrenen Straße keiner Katze antun. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass genau dort Nica überfahren wurde und Kiwi, eine Katze vom anderen Ortsende, die Lysanda an einem Sonntagmorgen tot aufgesammelt hat.

Anfangs hatte speziell ich so meine Bedenken als Lysanda meinte „Lass uns mal guggen gehen“, schließlich haben wir so eine Fangaktion noch nie durchgeführt. Aber am Ende hätte es nicht besser laufen können und war absolut unkompliziert. Gut, dass sie SO schnell in die Lebendfalle reingeht ist vermutlich nicht die Norm aber am grundsätzlichen Ablauf hätte sich nichts geändert, selbst wenn sie uns erst über Nacht reingegangen wäre. In so einem Fall – Mutter mit Kindern, die niemand in der Umgebung kennt oder offensichtlich in der Klemme stecken – sollte man entsprechend keine Angst haben zu helfen. Die Tierheime unterstützen euch normalerweise dabei und auch in den Sozialen Medien gibt es haufenweise Tierschutzgruppen – vermutlich sogar in eurer Nähe – die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unsere örtliche Facebook-Gruppe hat sogar Helfer mit Chiplesegeräten, die im Zweifelfall ein gefundenes Tier (egal ob tot oder lebendig) auslesen kommen.

Gekostet hat uns die ganze Sache nur Zeit und etwas Sprit und zur Belohnung haben wir drei Streuner weniger auf der Straße. Tierschutz fängt eben bei jedem selbst an. Aber dabei natürlich nicht den Selbstschutz vergessen: Katzenbisse sind immer ein Fall für den Arzt/Krankenhaus aufgrund der Keime im Katzenmund und der hohen Infektionsgefahr. Im Vergleich zu Hundebissen (10 bis 20 Prozent) führen 45 Prozent aller Katzenbisse zu ernsten Infektionen.

Sicarius

Ein Katzenkrankenhaus

Katzen Kack- und Auslaufzone

Herzlich Willkommen im Hospitium Animalis St. Christopherus!

Wir sind eine hochmoderne Heil- und Pflegeeinrichtung mit Regenbogenbändern, zerstörbaren Stuckleisten und löchrigen Vorhängen sowie haufenweise, teils selbst gemachten Leckerlis. Auf Wunsch bieten wir eine geräumige Kombination aus Katzenklo und Auslaufzone mit extra hohem Gras und diversen Spiel- und Ruhemöglichkeiten. Unsere Gäste werden tagtäglich fürsorglich betreut, erhalten rund um die Uhr Mahlzeiten bestehend aus den besten Zutaten, welche die Futterfabrik hergibt. Zusätzlich haben sie Zugang zu vielen Annehmlichkeiten darunter absolute Highlights wie „Lysanda auf dem Gesicht liegen“, „Auf dem Esstisch sitzen, wenn keiner hinschaut“ oder „Ich wälz mich in den Achseln des Webmasters, weil es dort so schön stinkt“.

Aktuell befinden sich fünf Vierbeiner der flauschigen Katzenart in unserer Obhut: Balu, Lyssi, Pichu, Jules und Maya. Hier können sie ihre Krankenakten einsehen. Bitte? Datenschutz? Hab‘ ich noch nie von gehört. Gibt es das auch mit Pilzen? Naja, egal. Ich lasse sie dann mal alleine. Ich gehe davon aus, sie kommen zurecht.

Die Rotzbacke: Maya

Maya ist trotz ihrer schweren Erkrankung ein putzmunteres Wesen mit viel Schabernack im Kopf. Aus unerfindlichen Gründen verweigert sie sich der (natürlich freiwilligen) Nutzung der Auslaufzone und bevorzugt es ihre Zeit im Inneren der Einrichtung zu verbringen. Zu ihren Schlaf- und Ruhezeiten befindet sie sich am liebsten im Bett der Pfleger (ungeachtet der Anwesenheit besagter Pfleger), außerhalb vor allem zwischen Fernseher und Couch, wo sie ohne Rücksicht auf Verluste hin und her flitzt. Um dauerhafte Schäden aufgrund dieser stürmischen Verhaltensweise zu vermeiden, mussten bauliche Maßnahmen ergriffen werden. Mehr Details dazu sind in einem der kommenden Einträge namens „Tagebuch eines Hausherrn #25“ nachzulesen.

Ein Katzen-Affe namens Maya

Das Krankheitsbild von Maya zeichnete sich von Anfang an durch einen heftigen Ausfluss durch die Nase aus, der bevorzugt mit hoher Geschwindigkeit gegen Wände, Gegenstände und Menschen ausgestoßen wurde. Die Vermutung lag auf Katzenschnupfen. Eine erste (und zweite) Behandlung mit Antibiotika brachte leider keinen Veränderung. Um die Eingewöhnung nicht zu gefährden, wurde dann erst einmal auf eine weitere Therapie abseits von „Komm her, wir wischen dir die Nase ab“ verzichtet.

Nachdem aber nun die Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist (auch wenn Lyssi sie weiterhin überhaupt nicht leiden kann), wurde das Behandlungsprogramm komplett angefahren. Diese hat zwei Bestandteile: Homöopathie in Form einer Bioresonanz-Therapie und eine tierärztliche Betreuung, die mittlerweile zum Verlust von 17 Zähnen führte. Maya hatte nämlich nicht nur sehr viel Zahnstein an den hinteren Zähnen, sondern zusätzlich ein entzündetes Zahnfleisch und damit bestand ein Verdacht auf Forl, der sich leider bestätigte. Bei Forl lösen sich die Zahnwurzeln auf und es ist besser sie zu ziehen als mit den Entzündungen und den dazugehörigen Schmerzen zu leben.

Der Haupttäter

Da wir hier im Hospitalis Animalis St. Christopherus bekannt sind für unsere Effizienz, wurde die Inhalationsnarkose für die Zahnuntersuchung selbstverständlich gleichzeitig dazu genutzt eine Rhinoskopie durchzuführen sowie einen Abstrich zu nehmen (= alles zusammen ~800 Euro). Das Ergebnis: Die Patientin leidet tatsächlich an Katzenschnupfen und zwar in Form des felinen Calicivirus (FCV). Status: Vermutlich unheilbar (wobei es Studien u.a. mit Granatapfelsaft gibt, in denen Caliciviren erfolgreich im Reagenzglas behandelt wurden) und hochansteckend. Sprich alle unsere derzeitigen Patienten tragen diese vermutlich nun in sich, wenn sie diese nicht sowieso schon hatten.

Leider bringen Caliciviren häufig noch weitere lustige Gesellen mit: Pasteurellen, die wohl als ein Symptom einen extremen Nasenausfluss produzieren und Mykoplasmen, die genauso ihre eigenen Probleme verursachen. Immerhin ist es endlich gut zu wissen, was ihr die Probleme macht. Die Therapie ist nichts anderes als sie nun vermutlich mehrere Monate mit den (hoffentlich passenden) Antibiotika zuzuschmeißen und gleichzeitig ihr Immunsystem zu stärken. Immerhin: Sowohl die Bioresonanz als auch das Antibiotika scheinen tatsächlich eine Wirkung zu haben. Zumindest spricht sie mittlerweile mehr (und hörbarer) und sie niest nicht mehr ganz so oft. An ihrem Energiegehalt hat sich hingegen nichts geändert. Sie war, ist und wird vermutlich immer ein absoluter Wirbelwind bleiben.

Der erbrechende Wombat Balu und die Schnupfenriege Pichu und Lyssi

Playcat-Centrefold Pichu

Dem dicken Brummer namens Balu geht es soweit eigentlich ganz gut. Letztes Jahr war seine Allergie nicht ganz so ausgeprägt, was vielleicht am heißen Sommer lag (=Allergie-verursachende Pflanze tot) aber hoffentlich nun durch den katzensicheren Garten dauerhaft erledigt ist. Er hat jedoch in den vergangenen Wochen immer mal wieder und ohne erkennbaren Zusammenhang sich übergeben. Und das dann meist drei Mal direkt hintereinander. Die Gründe dafür können vielfältig sein und sind aufgrund der Unregelmäßigkeit nicht einfach zu ermitteln. Wir haben uns dazu entschieden ihn erst einmal zu entwurmen. Sollte das nicht helfen, wäre der nächste Schritt eine Blutuntersuchung durchzuführen. Könnte z.B. irgendetwas mit der Bauchspeicheldrüse sein. Abseits davon ist er aber putzmunter und fühlt sich vor allem im Garten pudelwohl, wenn er als Tiger im hohen Gras getarnt auf Regenbogenbandjagd geht.

Lyssi und Pichu haben sich hingegen einen leichten Schnupfen eingefangen – nacheinander. Während Pichu mittlerweile schon wieder durch ist, ist Lyssi gerade erst mittendrin. Neben sporadischem Nießen sind aber keine Symptome vorhanden, weshalb wir von baldiger Heilung ausgehen. Im Gegenteil ist sie weiterhin quietschfidel und verlangt ständig nach Leckerlis. Wer so sehr nach Leckerlis schreit kann nicht krank sein.

Der psychologische Ernstfall: Jules

Ein Jules im Garten

Am meisten Sorgen bereitet uns Jules, der Dauerpatient. Er hat zwar nur irgendwann 2-3mal genießt, zeigt also nicht einmal im Ansatz die Symptome der anderen. Dafür leidet er aber offensichtlich an einer chronischen WälzmichimDreckulenza sowie dem Hyperknuddelvirus. Eine für die Katze normalerweise ungefährliche Kombination, die aber schwere Folgen für die Betreuer haben kann – bis hin zum zwanghaften Ausziehen der Klamotten und dem anschließenden Anschalten der Waschmaschine. Auch häufig vorkommende Symptome sind bei infizierten Menschen Plötzlich-Katze-auf-dem-Schoß-haben sowie Ich-kann-dich-jetzt-nicht-gebrauchen-Reaktionen.

Die psychologische Behandlung von Jules mit „Nein“-Aussagen hat hier leider genauso wenig wie stundenlanges Dauerknuddeln zu einem Erfolg geführt. Der Patient muss weiter unter genauer Beobachtung bleiben und im Zweifel massiv durchgeknuddelt werden. Wir haben die Betreuer auf die Gefahren hingewiesen und sie mit einem Notfallknopf ausgestattet damit sie bei einer akuten Jules-Knuddelmanie sofort Hilfe erhalten.

Pichu mit Akne

Unser Pichu ist ein sehr adretter Kater. Das liegt zum einen an seiner schlanken (aber muskulösen!) Siam-Figur sowie seiner Art und Weise wie er sich immer sehr vornehm hinsetzt. Zum anderen an seinem Fellmuster, dass zwar am Rücken getigert aber an Hals und Bauch schön weiß (und flauschig) ist. Dadurch hat er etwas von einem Butler oder einem schüchternen Junggesellen im Anzug. Da stört es natürlich, wenn er plötzlich schwarze Flecken um die Nase und unterm Kinn bekommt: Katzenakne. Was will man auch von jemandem erwarten, der nicht nur überall seine Nase reinsteckt, sondern diese außerdem anschließend nicht sofort putzt? Wie oft er mit Katzenstreuresten im Gesicht rumläuft geht auf keine Katzenhaut.

Als wir ihn vor mittlerweile fast zwei Jahren aufgenommen haben, hatte er das Problem allerdings noch nicht. Stattdessen kämpfte er wohl aufgrund der Futterumstellung etwas mit Durchfall. Die Akne kam interessanterweise erst, als der Durchfall aufhörte d.h. er sich an die Umstellung angepasst hatte. Gestört hat ihn die Akne zum Glück nicht. Also es hat nicht gejuckt und er dadurch nicht sein ganzes Gesicht aufgekratzt. Aber langfristig gut sind solche Hautirritationen natürlich nicht, also musste eine Lösung her. Nein, Clearasil ist zum einen nicht für Tiere geeignet und zum anderen eigentlich auch für Menschen ungesund. Stattdessen fragten wir unsere Tierärztin nach ihrer Meinung.

Die tierärztlichen Varianten

Die Tierärztin hatte zwei Lösungen im Angebot: Clorexyderm (mit Chlorhexidin und Tris-EDTA) oder, wenn es nicht hilft, eine Cortison-Salbe. Cortison hat jedoch die eine oder andere Nebenwirkung (Gewichtzunahme, Anfälligkeit für Infektionen, Beeinträchtigung der Nebennierenfunktion bis hin zu Diabetes), deshalb wollten wir darauf verzichten. Entsprechend froh waren wir, dass das blaue Clorexyderm-Gel zumindest beim Kinn tatsächlich funktionierte. 2-3mal täglich aufgetragen und schon nach ein paar Tagen waren am Kinn erste Fortschritte zu erkennen (die Flecken wurden heller) und verschwanden dann sogar relativ zügig. Pichus Begeisterung darüber mehrmals täglich mit komischem, kaltem Zeug eingeschmiert zu werden dürft ihr euch an dieser Stelle selbst vorstellen.

Um Nase und Mund herum funktionierte es hingegen nicht. Aus einem ganz einfachen Grund: Der Drecksack hat das Gel sofort nach dem Auftragen abgeleckt. Und wo nichts ist, kann logischerweise auch nichts wirken. Da das ebenso für die Cortison-Salbe gegolten hätte, suchte Lysanda nach einer Alternative und stieß dabei auf unser heutiges Thema: Effektive Mikroorganismen.

Hilfreiche Bakterien und Pilze

EMs in heller Nährstoffflüssigkeit

Die effektiven Mikroorganismen hatte ich schon einmal kurz in meinem Eintrag über Darmbakterien erwähnt. Aber aufgrund des großen Interesses, möchte ich noch einmal genauer auf diese kleinen Biester, ihre Haltung und ihren Umgang in Bezug auf Katzen eingehen. Aber bevor wir damit beginnen, ein wichtiger Hinweis: Ich bin kein Tierarzt und EMs ersetzen nicht den Gang zu selbigem! Mit dem Leben eines Tieres herum zu experimentieren ist scheiße – sowohl im Labor als auch Zuhause. Man kann die Methoden seines Tierarztes hinterfragen, sich informieren und harmlose Alternativen testen und ggf. zu einem Arzt mit mehr Ahnung wechseln. Aber zu Glauben, dass man alle Krankheiten selbst erkennen und mit irgendwelchen vermeintlichen „Naturmittelchen“ behandeln kann, führt viel zu oft zu einem qualvollen Tod des geliebten Begleiters. EMs sind zum Glück nicht gefährlich (sie kommen auch in der Lebensmittelindustrie z.B. Bio-Bauern zum Einsatz) aber ich wollte es an dieser Stelle nochmal erwähnt haben.

Nun gut, effektive Mikroorganismen also: „Erfunden“ wurden diese vom japanischen Gartenbau-Professor Teruo Higa in den 80iger Jahren. Damals bestand die Mischung aus Purpurbakterien, Milchsäurebakterien und Hefepilzen vermischt mit einer Nährlösung (damit die Bakterien und Pilze am Leben bleiben). Heutzutage werden meist noch Strahlenbakterien und Schimmelpilze dazu gemixt. Die Idee dahinter war natürlich der Einsatz im Garten, um Fäulnis und Schimmel zu verhindern und die Fermentation zu verbessern. Erreicht wird das gemäß Prof. Higa dadurch, dass sie das Substrat (=die Nährlösung) zersetzen und dabei Nahrung für andere Mikroorganismen ausgespuckt wird. So ziehen sie diese quasi vereinfacht gesagt auf „ihre Seite“. Und wer nicht konvertiert werden kann, wird durch die immer größer werdende Masse an „freundlichen“ Organismen verdrängt, weil ja keine Nahrung mehr für sie übrig ist. Auch bei Lebensmitteln kommt dieser Mix zum Einsatz: Sauerteig dürfte wohl jedem bekannt sein und der ist nichts anderes als eine hauseigene Züchtung von Mikroorganismen (Milchsäurebakterien, Hefepilze und Essigsäure) oder andere fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut.

Das Ergebnis

Ob EMs wirklich einen positiven Effekt auf den eigenen Garten haben, ist übrigens in den dazugehörigen wissenschaftliche Studien umstritten. Einige sehen keine Veränderung, andere wissen nicht ob die positiven Effekte wirklich von den Mikroorganismen kommen oder nicht eher an der Nährlösung liegen, die ja nichts anderes als Dünger darstellt. Zumindest in Bezug auf unsere Katzen haben wir jedoch positive Erfahrungen gemacht:

Pichu ohne Akne

Pichus Akne ist verschwunden, sein Durchfall nicht wieder zurückgekehrt und das Fell aller unserer Vierbeiner ist richtig schön geworden. Das Fell war bereits durch die Umstellung auf höherwertigeres Futter glänzender und weicher geworden aber mit den EMs ist der Flauschgrad noch einmal gestiegen – und fällt nach ein paar Tagen ohne EMs wieder ab. Es liegt somit eindeutig an den EMs. Auch im Bekanntenkreis wurden ähnliche Ergebnisse mit Katzenakne erzielt – selbst bei einem Fall, der schon seit längerem damit kämpft. Einen Versuch ist es deshalb wert, wenn der Tierarzt nichts sinnvolles mehr im Angebot hat und übliche Hilfsmittel wie die Umstellung von Plastik- auf Porzellannäpfe nicht geholfen haben. Bei Durchfall (z.B. aufgrund einer Futterumstellung) können EMs ebenso unterstützen, da sie dabei helfen die Darmflora auf Trapp zu bringen.

Der richtige Umgang

Stellt sich nun die Frage, wie wir unsere Katzen eigentlich mit den EMs behandeln. Die Antwort darauf ist simpel: Wir geben ab und an einen Spritzer mit ins Katzenfutter oder verreiben ein paar Tropfen in den Händen und streichen diese an einer Katze trocken. Im letzteren Fall putzt sich dann besagte Katze (ist ja eklig und nass) und hat so einen äußerlichen wie innerlichen Effekt durch die EMs. Damit erwischt man auch die Katzen, die im Futter selbst jede noch so kleine Rezeptänderung bemerken und umgehend das Essen einstellen.

Gekauft haben wir unsere EMs bei TriaTerra. Da gibt es die 1-Liter-Flaschen für 3 Euro plus Porto. Alternativ hat beispielsweise EMIKO ein Angebot an EMs, die sind aber wesentlich teurer. Auf beiden Webseiten erhaltet ihr zudem mehr Informationsmaterial zum Thema. Haltbar sind die von TriaTerra ungeöffnet mindestens ein Jahr aber sobald man sie geöffnet hat nur noch 6 Wochen. Grund ist, dass die Hefe durch den Sauerstoff sich ausbreitet, gleichzeitig die aneroben Bakterien absterben und dadurch die gewünschte Ausgewogenheit verloren geht.

Ein Liter ist aber natürlich schon eine ganze Menge, vor allem wenn man es nur für seine Haustiere benutzen möchte (Garten und Mensch ginge ebenfalls) und dafür nur ein paar Spritzer/Tropfen jede Woche braucht. Deswegen haben wir uns einen 10er Pack Tropfflaschen gekauft und die Liter-Flasche umgefüllt. Zum einen lässt sich durch den Tropfaufsatz die Menge besser dosieren, zum anderen lassen die sich bis zu einem gewissen Grad (ca. die Hälfte voll) luftdicht wieder verschließen. Die Haltbarkeit kann dadurch stark verlängert werden. Wichtig ist, dass man sie bei normaler Zimmertemperatur lagert. Sie vertragen weder zu viel Hitze noch starke Kälte und mögen keine großen Temperaturschwankungen.

Ein Pichu auf Lückensuche

Ein Pichu auf Lückensuche

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

Einen Monat ist es nun her, dass wir in den Wirkbetrieb unserer Hardware „Sicherer Katzengarten“ gestartet sind. Seitdem lief der Grundbetrieb auch ganz gut. Ein paar Sicherheitslücken wurden zwar von den probierfreudigen Anwendern unter ihnen gefunden. Diese haben wir jedoch durch zeitnahe Zwischenreleases hoffentlich nun erfolgreich gepatcht. Ein Problem sind noch die gemeldeten Buffer-Overflows, deren Ursache wir noch nicht mit Sicherheit identifizieren konnten wodurch eine Fehlerbehebung nur schleppend vorangeht. Und wie immer haben wir die Bereitschaft unserer Nutzer unterschätzt etwas Neues zu probieren. Anbei erhalten Sie detaillierte Informationen über den Hardwarestand, denn Transparenz ist uns ein hohes Gut!

Sicherheitslücken

An dieser Stelle einen besonderen Dank an unsere fleißigen Bug-Melder Maya und Pichu, die uns in den vergangenen Wochen mehrere hoch-kritische Sicherheitslücken gemeldet haben. Vor allem Pichu wird nicht müde auf Unzulänglichkeiten im Design hinzuweisen.

Maya war am ersten Tag direkt in der Lage über einen Terrassenpfosten auf das Hauptdach des Hauses zu gelangen. Nur über gutes Zureden und die Aussicht einen bislang unbekannten Teil des Hauses kennen zu lernen (Dachboden), ließ sie sich dazu überreden durch das Dachfenster wieder hinein in sichere Gefilde zu begeben. Die Lücke wurde anschließend mit einer Plexiglas-Platte oberhalb des Pfostens verschlossen. Weitere Tests von User Maya bestätigen uns, dass unser Code an dieser Stelle nun ausbruchssicher ist.

Während uns Userin Maya direkt zeigte, wo die Lücke war, ist User Pichu nicht so kommunikativ. Wir mussten stattdessen langwierige Überwachungsmaßnahmen einleiten und ihn in flagranti erwischen, bevor wir das Problem analysieren konnten. Die erste Lücke erkannten wir an der Garagenwand. Pichu schaffte es tatsächlich sich am Zaun festzuhalten und von dort direkt auf das Garagendach zu springen. Ein erster Hotfix mit einer zusätzlichen, kleinen Plexiglas-Platte brachte nicht die erwünschte Lösung, weshalb wir uns entschieden im relevanten Feld die vorhandene Platte gegen eine komplett neue auszutauschen mit einer Höhe von über einem Meter statt nur 50cm. Dieser Bugfix brachte auch die erhoffte Wirkung.

Eine Platte am Pfosten

User Pichu fand jedoch zügig eine weitere Lücke im System. So war es ihm möglich vom Terrassenabschluss direkt auf das Garagendach zu springen. Er nutzt dazu die Plexiglas-Platten über dem Gartentor als Sprunghilfe. Ein Hotfix ihn vom Springen abzuhalten, indem wir einen Joghurtdeckel als Hindernis auf der Platte befestigten, war nicht erfolgreich. Der erste Bugfix, das Installieren einer Plexiglas-Platte direkt in der Flugbahn, brachte nicht das gewünschte Ergebnis – im Gegenteil wurde diese durch die Sprungkraft des Anwenders völlig zerstört. Der zweite Bugfix – eine größere und dickere Platte an der gleichen Stelle – scheint nun aber Wirkung zu zeigen, denn der Anwender entschied sich nach einer weiteren Lücke Ausschau zu halten. Gefunden hat er sie tatsächlich wieder an der Garagenwand. Anstatt sich am Zaun festzuhalten, nutzte er nun die hervorstehenden Schraubenköpfe plus Krallen im Putz der Garagenwand, um weiterhin zu flüchten. Diese Lücke funktioniert allerdings nur bei trockenem Wetter. Wir haben dafür am Wochenende einen Hotfix eingespielt (eine Plexiglas-Platte quer oben am Garagendach) und müssen nun beobachten, ob dies das Problem behebt.

Wir halten Sie auf dem Laufenden und bitten Sie uns eventuell weitere Sicherheitslücken umgehend zu melden, denn Ihre Sicherheit ist unser höchstes Gut!

Schnittstelle

Wir möchten Sie noch einmal darauf hinweisen, dass wir bereits seit Jahren eine Schnittstelle zwischen Esszimmer und Terrasse anbieten. Um unbefugte Zugriffe zu unterbinden, ist diese mit einem Chipleser ausgestattet. Sie müssen also nur den Chip davorhalten und anschließend das Tor aufmachen. Dem IT-Department ist bewusst, dass es sich aufgrund des zweiten Tors um einen etwas dunklen Gang handelt und der Chipleser beim Erkennen eines gültigen Chips ein lautes „Klack“-Geräusch von sich gibt. Wir können Ihnen jedoch versichern, dass Ihnen beim Betreten und Verlassen nichts passieren wird und Sie stattdessen nach Freigabe in unserer Firewall auf diese Art und Weise jederzeit von draußen nach drinnen wechseln können. Eine Funktion, die bereits viele unserer Anwender zu schätzen wissen. Entsprechend würden wir Sie, Userin Maya, darum bitten endlich das Tutorial durchzuarbeiten und in Zukunft eine selbstständige Arbeitsweise an den Tag zu legen. Uns ist es aufgrund von Budgetbegrenzungen leider nicht möglich einen Terrassentüröffner-Posten auszuschreiben. Danke!

Katzenklos im Wohnzimmer

Im Zusammenhang mit der Schnittstelle ist uns außerdem zu Ohren gekommen, dass einige Anwender eine illegale Beschleunigungsfunktion einsetzen, um andere User zügiger durch die Katzenklappe zu schicken. Das IT-Department bittet darum davon abzusehen, den Anwendern auf den Hintern zu hauen, wenn sie gerade durch die Klappe nach draußen gehen wollen. Und das Schnuffeln an besagtem Hintern während sich ein Anwender in dieser hilflosen Position befindet wird von HR ebenso wenig gerne gesehen. Wir bitten um Beachtung, denn kollegiale Zusammenarbeit ist ein flüchtiges Gut!

Buffer-Overflow

Uns ist bewusst, dass vor allem den älteren Nutzern unter Ihnen es nicht gefällt Ihre bestehende Arbeitsweise zu ändern. Es wäre dennoch wünschenswert, wenn Sie davon absehen würden außerhalb der ausgewiesenen „Kackzonen“ Ihr Geschäft zu verrichten. Aufgrund von Wildpieslern mussten wir bereits ein paar Schuhe des Webmasters, eine Einkaufstasche und ein halbes Dutzend Kartons entsorgen sowie eine Jeanshose, eine weitere Einkaufstasche und eine Sporttasche waschen. Von den Kackhaufen und Pissflecken im Keller gar nicht erst zu reden.

Riesengroße Rohre

Als Zugeständnis des Unwillens speziell von User Balu sein Geschäft im Garten zu verrichten, haben wir mittlerweile vier Katzenklos aufgestellt (zwei im Kellerflur, zwei im Esszimmer). Wir weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei nur um eine rein temporäre Lösung handelt. Unser Ziel ist es weiterhin die Katzenklos im Haus ganz abzuschaffen. Sie sollen Ihr Geschäft in den bereitgestellten Toiletten im Garten oder zumindest im Gras verrichten. Wir hoffen hier zeitnah eine gemeinschaftlich tragbare Lösung zu finden, denn ein geruchsneutrales Haus ist ein erstrebenswertes Gut!

Versionsvorschau

Zum Abschluss unseres heutigen Newsletters möchten wir Ihnen noch kurz einen Ausblick auf die kommenden Neuerungen in der Hardware „Sicherer Katzengarten“ geben: Vermutlich im Frühjahr werden die restlichen Abwasserrohre (DN250) am Zaun befestigt. Die Rohre liegen zwar bereits herum und ein Teilstück wurde testweise montiert. Zur Eingewöhnung unserer Nutzer wollen wir mit der endgültigen Befestigung aber noch ein wenig warten. Ziel dieser Maßnahme ist es Ihnen einen spielerischen Ausgleich zu bieten. So werden Sie sich gegenseitig durch die Rohre jagen, einfach nur so durch sie hindurchflitzen oder sich darin zur Ruhe legen können. Sie erhalten von uns selbstverständlich einen Hinweis, sobald der WBA-Termin feststeht, denn ein guter Informationsfluss ist ein nützliches Gut!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr IT-Department

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