Pichu mit Akne

Unser Pichu ist ein sehr adretter Kater. Das liegt zum einen an seiner schlanken (aber muskulösen!) Siam-Figur sowie seiner Art und Weise wie er sich immer sehr vornehm hinsetzt. Zum anderen an seinem Fellmuster, dass zwar am Rücken getigert aber an Hals und Bauch schön weiß (und flauschig) ist. Dadurch hat er etwas von einem Butler oder einem schüchternen Junggesellen im Anzug. Da stört es natürlich, wenn er plötzlich schwarze Flecken um die Nase und unterm Kinn bekommt: Katzenakne. Was will man auch von jemandem erwarten, der nicht nur überall seine Nase reinsteckt, sondern diese außerdem anschließend nicht sofort putzt? Wie oft er mit Katzenstreuresten im Gesicht rumläuft geht auf keine Katzenhaut.

Als wir ihn vor mittlerweile fast zwei Jahren aufgenommen haben, hatte er das Problem allerdings noch nicht. Stattdessen kämpfte er wohl aufgrund der Futterumstellung etwas mit Durchfall. Die Akne kam interessanterweise erst, als der Durchfall aufhörte d.h. er sich an die Umstellung angepasst hatte. Gestört hat ihn die Akne zum Glück nicht. Also es hat nicht gejuckt und er dadurch nicht sein ganzes Gesicht aufgekratzt. Aber langfristig gut sind solche Hautirritationen natürlich nicht, also musste eine Lösung her. Nein, Clearasil ist zum einen nicht für Tiere geeignet und zum anderen eigentlich auch für Menschen ungesund. Stattdessen fragten wir unsere Tierärztin nach ihrer Meinung.

Die tierärztlichen Varianten

Die Tierärztin hatte zwei Lösungen im Angebot: Clorexyderm (mit Chlorhexidin und Tris-EDTA) oder, wenn es nicht hilft, eine Cortison-Salbe. Cortison hat jedoch die eine oder andere Nebenwirkung (Gewichtzunahme, Anfälligkeit für Infektionen, Beeinträchtigung der Nebennierenfunktion bis hin zu Diabetes), deshalb wollten wir darauf verzichten. Entsprechend froh waren wir, dass das blaue Clorexyderm-Gel zumindest beim Kinn tatsächlich funktionierte. 2-3mal täglich aufgetragen und schon nach ein paar Tagen waren am Kinn erste Fortschritte zu erkennen (die Flecken wurden heller) und verschwanden dann sogar relativ zügig. Pichus Begeisterung darüber mehrmals täglich mit komischem, kaltem Zeug eingeschmiert zu werden dürft ihr euch an dieser Stelle selbst vorstellen.

Um Nase und Mund herum funktionierte es hingegen nicht. Aus einem ganz einfachen Grund: Der Drecksack hat das Gel sofort nach dem Auftragen abgeleckt. Und wo nichts ist, kann logischerweise auch nichts wirken. Da das ebenso für die Cortison-Salbe gegolten hätte, suchte Lysanda nach einer Alternative und stieß dabei auf unser heutiges Thema: Effektive Mikroorganismen.

Hilfreiche Bakterien und Pilze

EMs in heller Nährstoffflüssigkeit

Die effektiven Mikroorganismen hatte ich schon einmal kurz in meinem Eintrag über Darmbakterien erwähnt. Aber aufgrund des großen Interesses, möchte ich noch einmal genauer auf diese kleinen Biester, ihre Haltung und ihren Umgang in Bezug auf Katzen eingehen. Aber bevor wir damit beginnen, ein wichtiger Hinweis: Ich bin kein Tierarzt und EMs ersetzen nicht den Gang zu selbigem! Mit dem Leben eines Tieres herum zu experimentieren ist scheiße – sowohl im Labor als auch Zuhause. Man kann die Methoden seines Tierarztes hinterfragen, sich informieren und harmlose Alternativen testen und ggf. zu einem Arzt mit mehr Ahnung wechseln. Aber zu Glauben, dass man alle Krankheiten selbst erkennen und mit irgendwelchen vermeintlichen „Naturmittelchen“ behandeln kann, führt viel zu oft zu einem qualvollen Tod des geliebten Begleiters. EMs sind zum Glück nicht gefährlich (sie kommen auch in der Lebensmittelindustrie z.B. Bio-Bauern zum Einsatz) aber ich wollte es an dieser Stelle nochmal erwähnt haben.

Nun gut, effektive Mikroorganismen also: „Erfunden“ wurden diese vom japanischen Gartenbau-Professor Teruo Higa in den 80iger Jahren. Damals bestand die Mischung aus Purpurbakterien, Milchsäurebakterien und Hefepilzen vermischt mit einer Nährlösung (damit die Bakterien und Pilze am Leben bleiben). Heutzutage werden meist noch Strahlenbakterien und Schimmelpilze dazu gemixt. Die Idee dahinter war natürlich der Einsatz im Garten, um Fäulnis und Schimmel zu verhindern und die Fermentation zu verbessern. Erreicht wird das gemäß Prof. Higa dadurch, dass sie das Substrat (=die Nährlösung) zersetzen und dabei Nahrung für andere Mikroorganismen ausgespuckt wird. So ziehen sie diese quasi vereinfacht gesagt auf „ihre Seite“. Und wer nicht konvertiert werden kann, wird durch die immer größer werdende Masse an „freundlichen“ Organismen verdrängt, weil ja keine Nahrung mehr für sie übrig ist. Auch bei Lebensmitteln kommt dieser Mix zum Einsatz: Sauerteig dürfte wohl jedem bekannt sein und der ist nichts anderes als eine hauseigene Züchtung von Mikroorganismen (Milchsäurebakterien, Hefepilze und Essigsäure) oder andere fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut.

Das Ergebnis

Ob EMs wirklich einen positiven Effekt auf den eigenen Garten haben, ist übrigens in den dazugehörigen wissenschaftliche Studien umstritten. Einige sehen keine Veränderung, andere wissen nicht ob die positiven Effekte wirklich von den Mikroorganismen kommen oder nicht eher an der Nährlösung liegen, die ja nichts anderes als Dünger darstellt. Zumindest in Bezug auf unsere Katzen haben wir jedoch positive Erfahrungen gemacht:

Pichu ohne Akne

Pichus Akne ist verschwunden, sein Durchfall nicht wieder zurückgekehrt und das Fell aller unserer Vierbeiner ist richtig schön geworden. Das Fell war bereits durch die Umstellung auf höherwertigeres Futter glänzender und weicher geworden aber mit den EMs ist der Flauschgrad noch einmal gestiegen – und fällt nach ein paar Tagen ohne EMs wieder ab. Es liegt somit eindeutig an den EMs. Auch im Bekanntenkreis wurden ähnliche Ergebnisse mit Katzenakne erzielt – selbst bei einem Fall, der schon seit längerem damit kämpft. Einen Versuch ist es deshalb wert, wenn der Tierarzt nichts sinnvolles mehr im Angebot hat und übliche Hilfsmittel wie die Umstellung von Plastik- auf Porzellannäpfe nicht geholfen haben. Bei Durchfall (z.B. aufgrund einer Futterumstellung) können EMs ebenso unterstützen, da sie dabei helfen die Darmflora auf Trapp zu bringen.

Der richtige Umgang

Stellt sich nun die Frage, wie wir unsere Katzen eigentlich mit den EMs behandeln. Die Antwort darauf ist simpel: Wir geben ab und an einen Spritzer mit ins Katzenfutter oder verreiben ein paar Tropfen in den Händen und streichen diese an einer Katze trocken. Im letzteren Fall putzt sich dann besagte Katze (ist ja eklig und nass) und hat so einen äußerlichen wie innerlichen Effekt durch die EMs. Damit erwischt man auch die Katzen, die im Futter selbst jede noch so kleine Rezeptänderung bemerken und umgehend das Essen einstellen.

Gekauft haben wir unsere EMs bei TriaTerra. Da gibt es die 1-Liter-Flaschen für 3 Euro plus Porto. Alternativ hat beispielsweise EMIKO ein Angebot an EMs, die sind aber wesentlich teurer. Auf beiden Webseiten erhaltet ihr zudem mehr Informationsmaterial zum Thema. Haltbar sind die von TriaTerra ungeöffnet mindestens ein Jahr aber sobald man sie geöffnet hat nur noch 6 Wochen. Grund ist, dass die Hefe durch den Sauerstoff sich ausbreitet, gleichzeitig die aneroben Bakterien absterben und dadurch die gewünschte Ausgewogenheit verloren geht.

Ein Liter ist aber natürlich schon eine ganze Menge, vor allem wenn man es nur für seine Haustiere benutzen möchte (Garten und Mensch ginge ebenfalls) und dafür nur ein paar Spritzer/Tropfen jede Woche braucht. Deswegen haben wir uns einen 10er Pack Tropfflaschen gekauft und die Liter-Flasche umgefüllt. Zum einen lässt sich durch den Tropfaufsatz die Menge besser dosieren, zum anderen lassen die sich bis zu einem gewissen Grad (ca. die Hälfte voll) luftdicht wieder verschließen. Die Haltbarkeit kann dadurch stark verlängert werden. Wichtig ist, dass man sie bei normaler Zimmertemperatur lagert. Sie vertragen weder zu viel Hitze noch starke Kälte und mögen keine großen Temperaturschwankungen.

Ein Pichu auf Lückensuche

Ein Pichu auf Lückensuche

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

Einen Monat ist es nun her, dass wir in den Wirkbetrieb unserer Hardware „Sicherer Katzengarten“ gestartet sind. Seitdem lief der Grundbetrieb auch ganz gut. Ein paar Sicherheitslücken wurden zwar von den probierfreudigen Anwendern unter ihnen gefunden. Diese haben wir jedoch durch zeitnahe Zwischenreleases hoffentlich nun erfolgreich gepatcht. Ein Problem sind noch die gemeldeten Buffer-Overflows, deren Ursache wir noch nicht mit Sicherheit identifizieren konnten wodurch eine Fehlerbehebung nur schleppend vorangeht. Und wie immer haben wir die Bereitschaft unserer Nutzer unterschätzt etwas Neues zu probieren. Anbei erhalten Sie detaillierte Informationen über den Hardwarestand, denn Transparenz ist uns ein hohes Gut!

Sicherheitslücken

An dieser Stelle einen besonderen Dank an unsere fleißigen Bug-Melder Maya und Pichu, die uns in den vergangenen Wochen mehrere hoch-kritische Sicherheitslücken gemeldet haben. Vor allem Pichu wird nicht müde auf Unzulänglichkeiten im Design hinzuweisen.

Maya war am ersten Tag direkt in der Lage über einen Terrassenpfosten auf das Hauptdach des Hauses zu gelangen. Nur über gutes Zureden und die Aussicht einen bislang unbekannten Teil des Hauses kennen zu lernen (Dachboden), ließ sie sich dazu überreden durch das Dachfenster wieder hinein in sichere Gefilde zu begeben. Die Lücke wurde anschließend mit einer Plexiglas-Platte oberhalb des Pfostens verschlossen. Weitere Tests von User Maya bestätigen uns, dass unser Code an dieser Stelle nun ausbruchssicher ist.

Während uns Userin Maya direkt zeigte, wo die Lücke war, ist User Pichu nicht so kommunikativ. Wir mussten stattdessen langwierige Überwachungsmaßnahmen einleiten und ihn in flagranti erwischen, bevor wir das Problem analysieren konnten. Die erste Lücke erkannten wir an der Garagenwand. Pichu schaffte es tatsächlich sich am Zaun festzuhalten und von dort direkt auf das Garagendach zu springen. Ein erster Hotfix mit einer zusätzlichen, kleinen Plexiglas-Platte brachte nicht die erwünschte Lösung, weshalb wir uns entschieden im relevanten Feld die vorhandene Platte gegen eine komplett neue auszutauschen mit einer Höhe von über einem Meter statt nur 50cm. Dieser Bugfix brachte auch die erhoffte Wirkung.

Eine Platte am Pfosten

User Pichu fand jedoch zügig eine weitere Lücke im System. So war es ihm möglich vom Terrassenabschluss direkt auf das Garagendach zu springen. Er nutzt dazu die Plexiglas-Platten über dem Gartentor als Sprunghilfe. Ein Hotfix ihn vom Springen abzuhalten, indem wir einen Joghurtdeckel als Hindernis auf der Platte befestigten, war nicht erfolgreich. Der erste Bugfix, das Installieren einer Plexiglas-Platte direkt in der Flugbahn, brachte nicht das gewünschte Ergebnis – im Gegenteil wurde diese durch die Sprungkraft des Anwenders völlig zerstört. Der zweite Bugfix – eine größere und dickere Platte an der gleichen Stelle – scheint nun aber Wirkung zu zeigen, denn der Anwender entschied sich nach einer weiteren Lücke Ausschau zu halten. Gefunden hat er sie tatsächlich wieder an der Garagenwand. Anstatt sich am Zaun festzuhalten, nutzte er nun die hervorstehenden Schraubenköpfe plus Krallen im Putz der Garagenwand, um weiterhin zu flüchten. Diese Lücke funktioniert allerdings nur bei trockenem Wetter. Wir haben dafür am Wochenende einen Hotfix eingespielt (eine Plexiglas-Platte quer oben am Garagendach) und müssen nun beobachten, ob dies das Problem behebt.

Wir halten Sie auf dem Laufenden und bitten Sie uns eventuell weitere Sicherheitslücken umgehend zu melden, denn Ihre Sicherheit ist unser höchstes Gut!

Schnittstelle

Wir möchten Sie noch einmal darauf hinweisen, dass wir bereits seit Jahren eine Schnittstelle zwischen Esszimmer und Terrasse anbieten. Um unbefugte Zugriffe zu unterbinden, ist diese mit einem Chipleser ausgestattet. Sie müssen also nur den Chip davorhalten und anschließend das Tor aufmachen. Dem IT-Department ist bewusst, dass es sich aufgrund des zweiten Tors um einen etwas dunklen Gang handelt und der Chipleser beim Erkennen eines gültigen Chips ein lautes „Klack“-Geräusch von sich gibt. Wir können Ihnen jedoch versichern, dass Ihnen beim Betreten und Verlassen nichts passieren wird und Sie stattdessen nach Freigabe in unserer Firewall auf diese Art und Weise jederzeit von draußen nach drinnen wechseln können. Eine Funktion, die bereits viele unserer Anwender zu schätzen wissen. Entsprechend würden wir Sie, Userin Maya, darum bitten endlich das Tutorial durchzuarbeiten und in Zukunft eine selbstständige Arbeitsweise an den Tag zu legen. Uns ist es aufgrund von Budgetbegrenzungen leider nicht möglich einen Terrassentüröffner-Posten auszuschreiben. Danke!

Katzenklos im Wohnzimmer

Im Zusammenhang mit der Schnittstelle ist uns außerdem zu Ohren gekommen, dass einige Anwender eine illegale Beschleunigungsfunktion einsetzen, um andere User zügiger durch die Katzenklappe zu schicken. Das IT-Department bittet darum davon abzusehen, den Anwendern auf den Hintern zu hauen, wenn sie gerade durch die Klappe nach draußen gehen wollen. Und das Schnuffeln an besagtem Hintern während sich ein Anwender in dieser hilflosen Position befindet wird von HR ebenso wenig gerne gesehen. Wir bitten um Beachtung, denn kollegiale Zusammenarbeit ist ein flüchtiges Gut!

Buffer-Overflow

Uns ist bewusst, dass vor allem den älteren Nutzern unter Ihnen es nicht gefällt Ihre bestehende Arbeitsweise zu ändern. Es wäre dennoch wünschenswert, wenn Sie davon absehen würden außerhalb der ausgewiesenen „Kackzonen“ Ihr Geschäft zu verrichten. Aufgrund von Wildpieslern mussten wir bereits ein paar Schuhe des Webmasters, eine Einkaufstasche und ein halbes Dutzend Kartons entsorgen sowie eine Jeanshose, eine weitere Einkaufstasche und eine Sporttasche waschen. Von den Kackhaufen und Pissflecken im Keller gar nicht erst zu reden.

Riesengroße Rohre

Als Zugeständnis des Unwillens speziell von User Balu sein Geschäft im Garten zu verrichten, haben wir mittlerweile vier Katzenklos aufgestellt (zwei im Kellerflur, zwei im Esszimmer). Wir weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei nur um eine rein temporäre Lösung handelt. Unser Ziel ist es weiterhin die Katzenklos im Haus ganz abzuschaffen. Sie sollen Ihr Geschäft in den bereitgestellten Toiletten im Garten oder zumindest im Gras verrichten. Wir hoffen hier zeitnah eine gemeinschaftlich tragbare Lösung zu finden, denn ein geruchsneutrales Haus ist ein erstrebenswertes Gut!

Versionsvorschau

Zum Abschluss unseres heutigen Newsletters möchten wir Ihnen noch kurz einen Ausblick auf die kommenden Neuerungen in der Hardware „Sicherer Katzengarten“ geben: Vermutlich im Frühjahr werden die restlichen Abwasserrohre (DN250) am Zaun befestigt. Die Rohre liegen zwar bereits herum und ein Teilstück wurde testweise montiert. Zur Eingewöhnung unserer Nutzer wollen wir mit der endgültigen Befestigung aber noch ein wenig warten. Ziel dieser Maßnahme ist es Ihnen einen spielerischen Ausgleich zu bieten. So werden Sie sich gegenseitig durch die Rohre jagen, einfach nur so durch sie hindurchflitzen oder sich darin zur Ruhe legen können. Sie erhalten von uns selbstverständlich einen Hinweis, sobald der WBA-Termin feststeht, denn ein guter Informationsfluss ist ein nützliches Gut!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr IT-Department

Der aktuelle Gartenzustand

Herzlich Willkommen, liebe Webseitenbesucherinnen und Besucher!

Wir berichten heute live und in Farbe aus dem Garten von Casa Lysanda. Es erwarten Sie (unter Umständen) schockierende Augenzeugenberichte, (möglicherweise) mitreißende Geschichten und (vielleicht) emotionale Momente. Doch was ist hier geschehen? Nun, das können Sie in diesem Eintrag nachlesen. Seit unserem ersten Bericht wurde der Garten fertigstellt, der Natur freien Lauf gelassen und erste Zusatzmaßnahmen auf Basis von Ausbruchsversuchen ergriffen. Aber was erzähle ich Ihnen das, reden wir doch stattdessen direkt mit einem der Verantwortlichen. Ich begrüße den Webmaster, einer der Dosenöffner in der Casa Lysanda:

Namenloser Interviewer: Erzählen Sie unserem Publikum: Was hat sich in den letzten Wochen getan?

Der Webmaster: Nun, nachdem Hornbach endlich die DSM-Clips wieder auf Lager hatte, konnten wir zuallerst natürlich die letzten Plexiglasscheiben am Zaun befestigen. Stellte sich als schwieriger heraus, als wir gedacht hatten, da wir uns irgendwie total vermessen hatten. Und beim Kürzen mussten sich auch natürlich Risse bilden. Naja, wir haben nun das Beste draus gemacht und dann das Katzennetz montiert. Zusätzlich bekamen wir von einem Arbeitskollegen ein paar Baumstämme und haben sie um das Beet gelegt sowie wie geplant ein Kunststoffseil um einen der Terrassenpfosten gewickelt. Fand Pichu sofort super und hat darüber erfolglos versucht auf das Terrassendach zu klettern – was ihm aber nicht gelang. Zusätzlich zum Traktorreifen gibt es zudem nun einen mit Steinen abgegrenzten Bereich mit einem Torf-Humus-Rindenmulch-Mix zum Reinkacken. Wurde bereits erfolgreich angenommen, wenn ich mir so die Kackhaufen anschaue.

Namenloser Interviewer: Klingt nach viel Arbeit für so ein paar Katzen. Aber jetzt sind sie endlich fertig?

Der Webmaster: Nein, komplett dicht scheint der Garten trotzdem noch nicht zu sein. Wir haben zwar die ersten Schlupflöcher gestopft indem wir zusätzliche Plexiglasscheiben an das Gartentor sowie besagten Terrassenpfosten montiert haben. Zumindest Pichu haben wir aber am Wochenende dabei erwischt, wie er über das Garagendach wieder in den Garten gesprungen ist. Wie er rauskam sind wir uns aber noch nicht sicher. Es bleibt also spannend. Aber besser er als z.B. die noch unerfahrene Maya.

Namenloser Interviewer: Und wie haben die Katzen auf diese Neuerung reagiert?

Der Webmaster: Das sollten Sie sie wohl besser selbst fragen.

Maya auf Erkundungstour

Namenloser Interviewer: Da haben Sie wohl recht. Wie gut, dass die fünf unserem Sender Exklusivrechte eingeräumt haben und wir sie hier und jetzt interviewen dürfen. Auf meinem Gesicht liegt Maya und versucht sich die ganze Zeit an mich zu kuscheln. Wie findest du den neuen Garten?

Maya: Neu? Keine Ahnung wovon Sie reden aber ich darf endlich raus! Nicht mehr muss ich nur dabei zuschauen wie die Jungs durch eine durchsichtige Klappe in der Wand verschwinden. Oder durch das Fenster mit ansehen wie das grüne Zeugs wächst und ab und zu einen Windhauch erschnüffeln, der mir von unbekannten Sachen erzählt. Nein, wenn jemand von den Dosenöffnern so nett ist und die Terrassentür öffnet, kann ich endlich da raus und die Welt erkunden und das macht echt viel Spaß!

Namenloser Interviewer: Warum durch die Terrassentür? Haben dich die Dosenöffner nicht in der Katzenklappe registriert?

Maya: Was ist eine Katzenklappe? Lysanda hat mir ein paar Mal diese durchsichtige Tür in der Wand geöffnet. Meinen Sie das? Kann ich da auch alleine durch? Versteh ich nicht. Erscheint mir zu gruselig. Naja, egal. Auf jeden Fall bin ich bei meiner ersten Tour auch gleich hoch hinaus. Ich bin über den Kratzbaum hoch auf das Terrassendach und dann auf das Hausdach. Ein bisschen Angst hatte ich schon und der Untergrund war etwas steil und rutschig aber da oben war es echt cool. So viele Gerüche und man konnte so weit sehen. Der große Dosi hat dann ein Dachfenster geöffnet und ich war so doof da rein zu gehen. War zwar ein Raum, den ich vorher noch nie gesehen hatte aber jetzt komme ich nicht mehr auf das Hausdach, Die haben so eine blöde Scheibe am Pfosten befestigt, an der ich nicht vorbeikomme. Das ist echt doof und frustrierend! Ich will da wieder hoch und noch mehr von der Welt erkunden. *hatschi*

Namenloser Interviewer: Iiiih…ähhh Gesundheit. Ich sehe gerade, dass ein schwarzes U-Boot um meine Beine schleicht und um Aufmerksamkeit buhlt. Was hast du zum Thema zu sagen, Jules?

Jules & Pichu kabbeln sich

Jules: Ich kann damit leben. Ja, ich wäre schon lieber draußen. Ich finde es z.B. schade, dass ich mich nicht mehr in die Einfahrt legen und sonnen kann. Oder hinter dem alten und nicht mehr vorhandenen Sichtschutz im Schatten liegen darf. Aber es gibt auch so noch viele schöne Plätze zum ausruhen und rumtoben. Solange mein Bro Pichu bei mir ist und ich mit ihm balgen kann bin ich sowieso glücklich. Blöd ist nur, dass ich dem riesigen Ding namens Balu nicht mehr entfliehen kann. Der scheucht mich durch den ganzen Garten, wenn er mal wieder seine fünf Minuten hat. Das ist echt unheimlich und furchteinflößend. Der wird mich bestimmt irgendwann doch mal fressen. Und jetzt knuddel mich endlich, mir ist langweilig!

Namenloser Interviewer: Ich kann jetzt nicht. Zum einen habe ich Maya immer noch im Gesicht und zum anderen sehe ich aus dem Augenwinkel Lyssi aus dem Spieltunnel hervorlugen. Lyssi, haben Sie sich gut von Ihrem Unfall erholt?

Lyssi: Ja, mir geht es wieder gut. Werde ich nie wieder machen so eine Dummheit.

Namenloser Interviewer: Das freut mich zu hören. Angeblich war Ihr Unfall ja ein Grund für die neue Gartengestaltung. Wie finden Sie das?

Lyssi: Wissen Sie, es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bin ich überglücklich, dass ich nach fünf Monaten Hausarrest endlich wieder hinaus an die frische Luft darf. War echt anstrengend jeden Tag die Dosenöffner davon zu überzeugen das Schlafzimmerfenster zumindest zu kippen, damit ich Zeitung lesen konnte. Die Stippvisiten im Garten sind da einfach was ganz anderes. Außerdem macht es Spaß mit Pichu und Jules durch das hohe Gras zu flitzen oder im Spieltunnel verstecken zu spielen. Hätte nicht gedacht, dass das Ding etwas taugt als er noch im Haus rumlag. Auf der anderen Seite belastet es mich natürlich schon etwas zu wissen, dass ich mit ein Auslöser dafür war, dass die anderen nun nicht mehr hinaus in die weite Welt…ach, das glaubt mir doch eh keiner. Es ist mir völlig egal, was die anderen für Probleme haben. Hauptsache ich kann endlich wieder raus! Freiheit für Lyssi!

Namenloser Interviewer: Na dann. Maya, jetzt doch mal von mir runter!

Lyssi glücklich im Garten

Maya: Aber Intensivknuddeln! *hatschi*

Namenloser Interviewer: Igitt! Voll in die Haare. *verscheucht Maya und putzt sich mit einem Taschentuch* Wann wird die endlich gesund?! Naja, da drüben liegt Pichu auf einem Gartenstuhl. Pichu, wie gefällt Ihnen der neue Garten?

Pichu: Ehrlich gesagt verstehe ich den ganzen Aufstand nicht. Ich finde es zwar schön zu klettern, aber warum die Dosenöffner mir unbedingt das rein- und rauskommen erschweren mussten? Keine Ahnung. Abseits davon merke ich nicht viel Unterschied. Ja, Balu der alte Streuner ist gefühlt mehr da als früher und meine Sis Lyssi darf endlich wieder raus. Aber ich gehe weiterhin nachts auf Tour und bringe Mäuse mit nach Hause. Insofern passt das für mich schon alles.

Namenloser Interviewer: Eine überraschend positive Einschätzung. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen die Fluchtwege abgeschnitten werden?

Pichu: Fluchtwege? Abschneiden? Warum sollten die Dosenöffner sowas tun? Ich habe mich bislang weder einsperren lassen noch war ich nicht pünktlich Zuhause. Also erzählen Sie nicht so einen Schmarrn und geben mir stattdessen ein paar Leckerlis.

Namenloser Interviewer: Mmmh. Da hat wohl jemand noch nicht den Ernst der Lage begriffen. Wie schaut es bei dir aus, Balu?

Balu denkt über das Leben nach.

Balu: Was ein Scheiß! Ich bin anständig und kacke ich nicht in mein eigenes Revier. Deshalb habe ich denen auch aus Frust in den Kellerflur gemacht, da bin ich sonst ja nie. Außerdem brauche ich als alter Schrebergartenkater meine Freiheit. Ich muss hinaus, mein Revier verteidigen und meine andere Familie besuchen. Die vermissen mich wahrscheinlich schon. Gott, da kriege ich schon wieder so eine Wut, dass ich Jules am liebsten eine überbügeln möchte. Warum werde ich, die vorbildlichste Katze überhaupt so bestraft?! Die Welt ist ungerecht!

Namenloser Interviewer: Du bist also mit der Situation unzufrieden?

Balu: Haben Sie mir gerade nicht zugehört? Das ist vollkommen bekloppt! Mir ist langweilig, ich will raus hier! *haut Jules*

*Jules rast durch den Garten und Balu rennt ihm hinterher*

Namenloser Interviewer: Da haben Sie es meine Damen und Herren. Live und exklusiv nur bei uns die harten und echten Fakten aus dem Garten von Casa Lysanda. Wir danken, dass sie eingeschaltet haben und verabschieden uns bis zum nächsten Mal. Haben Sie noch ein Wort um Abschluss für uns, Herr Nachbarshund?

Buddy: Ich mag Katzen. Katzen sind cool! Endlich kann ich den ganzen Tag mehr Katzen sehen *kläff* Kommt zu mir Katzies! Ich möchte mich euch spielen! *kläff*

*Alle Katzen rennen auf die Terrasse oder ins Haus*

Sicarius

Die fünfte im Bunde

Unsere Maya

Okay, bevor jetzt gleich die ersten in die Kommentare springen und schreiben „WAD?! Habt‘ ihr’n Knall?!“: Die Katze wurde nicht extra für uns gezüchtet und saß bereits seit über einem Jahr in einer Pflegestelle fest. Und wie ich schon bei Jules‘ Ankunft geschrieben hatte: Wir haben den Platz und die Ressourcen – also warum nicht einem lieben Tier ein schönes Zuhause geben?

Außerdem haben wir die kleine Dame erneut nicht ohne Grund in unser Heim aufgenommen: Lyssi hat totale Langeweile. Das liegt natürlich vor allem am Hausarrest, unter dem sie immer noch steht. Aber selbst, wenn wir ihn aufheben, wird sie weiterhin nur eine begrenzte Freiheit genießen. Wir bauen nämlich einen katzensicheren Zaun. Somit kann sie ihrer Langeweile durch lange Streifezüge oder Mäusemorden nicht mehr entkommen aber eben auch nicht überfahren, vergiftet, in einem Pool/Wassertank ersaufen oder sonst was werden (gilt natürlich auch für die anderen).

Durch den Hausarrest hat sich allerdings das typische Problem verdeutlicht, dass Katzenmädels anders spielen (Jagen) als die Jungs (Balgen). Jules hat zuviel Angst vor ihr, sie selbst zu viel Respekt vor Balu und Pichu keinen Bock mit ihr zu spielen – der rauft nämlich lieber mit Jules. Eine recht schwierige Situation somit als Mädel unter Jungs. Also haben wir uns auf die Suche nach einer Spielpartnerin für sie gemacht. Dazu sind wir wie schon bei Pichu auf die netten Leute vom Verein Katzenherzen zugegangen, haben ihnen unsere „Anforderungen“ beschrieben und sie haben aus ihrem spanischen Fundus ein paar Miezen rausgesucht, die ihrer Meinung nach in Frage kämen. Unser Entscheidungsergebnis wurde uns vergangenen Sonntag um 5 Uhr morgens auf einem Rettungsplatz neben der A3 übergeben: Maya (ursprünglich Mary Puri).

Die Katze

Maya und der Wedel

Maya ist im August 2016 geboren, also rund vier Monate jünger als Lyssi, und wie Pichu vermutlich ein Siam-Mix. Sie hat das typisch dreckig-weiße Fell und vor allem diese leuchtenden blauen Augen. Angekündigt wurde sie als zart, schüchtern und zurückhaltend Menschen gegenüber aber sehr sozial zu Katzen. Was ihren Körperbau angeht entspricht sie auch ganz gut unserer Lyssi. Die eine 3,7kg, die neue 3,5kg – also kein Grund für Lyssi vor ihr Angst zu haben. Die schüchtern und zurückhaltende Katze suchen wir nach einer Woche allerdings vergebens.

Stattdessen haben wir einen kleinen, neugierigen Wirbelwind bekommen. Hochheben mag sie zwar nicht aber sie ließ sich bereits am Sonntag streicheln und wollte schon ab Mittwoch unbedingt aus ihrem Quarantäne-Zimmer raus. Leider hatte sie sich vor kurzem trotz Impfung einen Katzenschnupfen zugezogen, der durch den Umzugsstress wieder zurückkam. Also mussten wir sie erst eine Weile separat halten und mit Breitband-Antibiotika behandeln (und anschließendem Darmaufbau mit effektiven Mikroorganismen). Das wurde uns direkt bei der Übergabe mitgegeben. Durch den Schnupfen hat sie bei uns erst einmal den Spitznamen „Rotzbacke“ bekommen, der aber später wahrscheinlich durch „Silberfuchs“ ersetzt wird (Lyssi ist der Rotfuchs).

Nun macht sie das Haus unsicher (und verschwindet gerne in der Couch), will dauernd spielen und geschmust werden. Wenn das unter „Zurückhaltung“ fällt, dann will ich gar nicht wissen wie eine „aufgeschlossene“ Katze aussieht. Aber es ist natürlich schön, dass sie sich so zügig hier bei uns wohlfühlt… der „Ultimate Ten-Fingers-Knuddeltechnik“ von Lysanda kann einfach keine Katze widerstehen.

Zu unserer großen Freude hat sie unser Nassfutter auch sofort angenommen. Keine komplizierte Umgewöhnung – nein, direkt „Ich habe Hunger! Gib’s mir!!!“. Im Gegenteil: Das Fressen von Leckerlis müssen wir ihr erst noch beibringen. Sowas scheint sie bislang nicht einmal zu kennen. Und typisch Katze – was man nicht kennt ist nicht essbar. Daher sind Futterumstellungen bei Katzen häufig nur mit viel Geduld und Tricks überhaupt zu realisieren.

Reaktionen

Maya auf dem Regal

Maya ist also gut angekommen und macht sich prächtig. Stellt sich die Frage, wie die Sicht unserer anderen vier Mitbewohner ist. Zumindest drei davon müssten ja theoretisch das Thema „Neuzugang“ bereits kennen. Die Antwort: Durchwachsen. Der schüchterne Jules traut ihr nicht über den Weg. Er reagiert so, als hätte er einen Geist gesehen. So schnell kann man gar nicht schauen, wie er durch die Katzenklappe nach draußen flitzt. Unser aller Freund Pichu ist da schon geselliger, ist ihr entsprechend bereits nachgelaufen und hat eine Runde genäselt. Aber aufgrund der Hitze ist er aktuell einfach nicht der munterste, entsprechend stört ihn Mayas Existenz nicht weiter. Balu hingegen hat lange gebraucht, bis er Maya überhaupt gesehen hat (streunt aktuell sehr viel rum) – wurde jedoch in diesem Moment von Jules umgerannt. Entsprechend war es nicht verwunderlich, dass er dann Jules‘ Beispiel folgte und hinter ihm her durch die Katzenklappe in die Freiheit entfloh. So kann man seinen Problemen auch aus dem Weg gehen…

Viel wichtiger ist aber natürlich, wie sich Maya und Lyssi verstehen. Hier sehen wir durchaus einige Parallelen zu Pichus Ankunft. Damals hat Lyssi erst einmal ein paar Tage lang Bohrmaschine gespielt, wovon sich Pichu aber überhaupt nicht beeindrucken ließ. Genauso ist es mit Maya. Sie nimmt das Gebrummel und Gefauche von Lyssi wenig ernst. Im Gegenteil versucht sie mit ihr in eine Verhandlung zu treten. Das äußert sich darin, dass man aus unterschiedlichen Ecken des Hauses öfters komische Maunzgeräusche vernimmt (und hin und wieder einen Todesschrei von Lyssi). Gleichzeitig ist Lyssi trotzdem extrem neugierig und behält Maya immer genau im Blick. Besserung ist aber schon in Sicht: Lyssis Schwanz bauscht sich nicht mehr auf.

Grundsätzlich sieht man hier, dass unsere Katzen sehr sozial sind. Keiner springt den anderen (außer im Spiel) an, es gibt weder Kämpfe noch Verletzte und nicht mal am Futternapf entsteht Streit. Wir sind daher davon überzeugt, dass Lyssi und Maya in den nächsten Wochen gute Freunde werden. Lyssi ist eben in erster Linie Angsthase und braucht daher etwas um über ihren Schatten zu springen. Die nächsten Tage/Wochen werden es zeigen.

Bevor wir uns mit anderen Sachen beschäftigen, noch ein wenig „Housekeeping“ vorweg: Zum einen habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden Google Analytics doch schon jetzt von der Seite zu verbannen. Ich hatte mir den Auftragsverarbeitungsvertrag mit Google durchgelesen, den ich hätte unterzeichnen sollen und ehrlich gesagt war mir das definitiv zu doof für alles und jeden Grade stehen zu müssen. Da ich faktisch die Informationen sowieso nur für den Jahressrückblick und meine persönliche Neugier verwendet habe hält sich der Verlust in Grenzen (der Jahresrückblick wird halt nun kürzer :wink: ). Dafür werden beim Aufruf der Seite nun gar keine Cookies mehr angelegt (der Hinweis bleibt aber sicherheitshalber erst einmal da) und die Third-Party-Requests beschränken sich auf Twitter wegen der Anzeige meiner Tweets. Damit ist auch der Seitenaufruf wieder um ein paar Millisekunden schneller geworden. Ganz ohne Zugriffsstatistiken bin ich dadurch übrigens nicht, denn der Server loggt zumindest diese Information in absoluter Reinform (keine Zusatzinfos jedweder Art) mit.

Krankheitsstatus

Lyssi umgeben von ihren Gefägniswärtern

Zum anderen wollt ihr sicherlich wissen, wie es Lyssi nach ihrem Klinikaufenthalt geht. Nun, sie ist seit Dienstagabend wieder bei uns. Sie musste eine Nacht länger bleiben (was die Kosten auf zwischen 1.100 und 1.300 Euro [Rechnung haben wir noch nicht] erhöht hat) für weitere Diagnosen aber am Ende haben sie quasi nichts gefunden, was in irgendeiner Art und Weise einer weiteren Behandlung bedurfte. Stattdessen muss sich die Katze nun selbst zu Ende heilen.

Sie hat dann noch drei Tage lang jeweils fünfmal ein wenig Katzen-Morphium von uns bekommen und muss noch mindestens eine weitere Woche Schmerzmittel einmal am Tag nehmen. Was aber schlimmer ist: Sie muss mindestens zwei Wochen (eher drei) ohne Freigang auskommen und darf weder spielen noch toben. Sprich wir waren am Dienstagabend mal kurz einkaufen, haben uns ein riesiges Hundezelt gekauft (siehe Bild) und da wohnt sie nun für die nächste Zeit drin. Passt ihr logischerweise so überhaupt nicht. Also wirklich überhaupt nicht. Es hilft aber nichts: Bei den wenigen Versuchen, die sie jetzt schon unternommen hat irgendwo hochzuspringen, ist sie schmerzlich gescheitert. Entsprechend muss sie da jetzt einfach durch. Genauso wie durch das Ziehen ihres kaputten Zahns, was dann Anfang Juni ansteht. Der Rest ist nämlich offen, weshalb Bakterien ins Zahnfleisch eindringen können und das ist nicht gut. Deshalb muss er komplett raus.

Das Hauptmenü

Kommen wir nun zu dem, über was ich eigentlich schon letzte Woche reden wollte: Uralte Spiele, die (zu Recht?) keine Sau mehr interessieren:

Cover

Conflict: Denied Ops (2008; PC, X360, PS3) – Der fünfte und bislang letzte Teil der durchgehend mittelmäßigen Conflict-Reihe von Pivotal Games (wurden ein halbes Jahr nach Release geschlossen). Die ursprünglichen Titel waren 3rd-Person-Taktikshooter in denen ihr ein Squad aus vier Mann befehligt habt bzw. im Mehrspielermodus dann jeder die Hälfte. Der fünfte Ableger hingegen beschränkt sich auf zwei Personen und die Ego-Shooter-Perspektive und war ursprünglich gar nicht als Teil der Conflict-Reihe geplant. Der Grundansatz ist aber gleich: Ihr sollt als Eliteteam 10 Spezialeinsätze überall auf der Welt durchführen und den Bösewicht fangen. Dazu könnt ihr im Solomodus entweder per Knopfdruck zwischen den Protagonisten Graves (Scharfschütze) und Lang (schweres Geschütz) wechseln bzw. im Coop-Modus übernimmt euer Freund jeweils den anderen. Wenn ihr nicht wechseln wollt, könnt ihr per Knopfdruck auf simple Befehle erteilen, welche mehr oder weniger gut befolgt werden.

Conflict: Denied Ops (Herstellerbild)

Wie es das Klischee so will, mögen sich Graves und Lang nicht so wirklich was zu – aus Entwicklersicht – amüsanten Dialogen während den Missionen führt. Die Realität sieht hingegen genauso trist und langweilig aus wie die Grafik und das Leveldesign an sich. Zwar mag das Spiel von 2008 gewesen sein, aber schon damals waren wir selbst auf den Konsolen schon wesentlich weiter (siehe Gears of War von 2006). Das Gameplay kann es leider auch nicht herausreißen. Die Partner-KI ist strunzdumm, die Gegnerverteilung ist gefühlt unfair (und sie treffen euch aus den größten Entfernungen haargenau), die Waffen ohne jedweden Rums und die Geschichte um irgendeinen Bösewicht, der mit Nuklearwaffen hantiert ist so 08/15, dass sie selbst chinesische Entwickler nicht mehr kopieren würden.

Beim Christoph meint: Die Metacritic-Wertungen liegen bei 51-58% und auch von mir bekommt der Schrott gnadenlose 1 von 5 Sics. Ich bezweifle, dass das Spiel selbst im Coop-Modus einen Funken mehr Spaß gemacht hat, selbst wenn man all die viel besseren Alternativen zu der Zeit nicht mitberücksichtigt. Ja, ich frage mich wirklich warum ich das Ding damals (zum Release versteht sich!) gekauft habe. Auch wenn ihr vermutlich nicht mehr auf die Idee kommen würdet: Finger weg von dem Ding. Dann lieber zu Clive Barker’s Jericho (2007) greifen. Das bietet auch die „frei zwischen den Charakteren wechseln“-Mechanik im Solomodus und ist in allen Belangen so viel besser. *macht in Winamp Cris Velsaco – Clive Barker’s Jericho – 12 – Final Confrontation an*

Cover

Serious Sam II (2005; PC, Xbox) – Grafisch auch heute noch absolut sehenswert. Zwar im Vergleich zu den Vorgängern extrem bunt und überdreht aber man kann definitiv nicht meckern. Leider sind die Zwischensequenzen vorgerendert und haben sich entsprechend weniger gut gehalten – was auch für die Witze gilt. Aber Humor ist ja bekanntlich subjektiv und sowas kann ich einem 13 Jahre alten Titel jetzt auch nicht unbedingt vorhalten. Ansonsten ist es Serious Sam nicht nur auf 180, sondern mindestens 1800 aufgedreht. Mehr Levels, mehr Umgebungen, mehr spielerische Abwechslung (z.B. durch Fahrzeuge), mehr Gegner, mehr Waffen, mehr Secrets und so weiter und so fort.

Serious Sam II (Herstellerbild)

Das ist aber auch das Problem von Serious Sam II: Man kann es eigentlich nicht am Stück spielen. Es ist einfach viel zu viel. Da denkt man, man ist durch die aktuelle Gegnerwelle durch, schon kommt die nächste. Das macht die eigentlich nett und abwechslungsreich gestalteten Levels vor allem zum Ende hin elendig lang, erschöpfend und damit auch nervtötend. Es ist ja schön, wenn beim großen Finale noch einmal alles ausgepackt wird, was einem in den letzten Spielstunden so vorgesetzt wurde. Aber müssen es jedes Mal gefühlt 100 Wellen sein? Hätten 2 oder 3 nicht ausgereicht? Keine Ahnung – ich war auf jeden Fall froh, als Mental endlich im Dreck lag und ich das Spiel deinstallieren konnte.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 3 von 5 Sics. Serious Sam II ist besser als Serious Sam III aber an die beiden Vorgänger kommt es für mich nicht dran. Das liegt zum einen daran, dass ich die Duke-Witze lustiger fand und zum anderen eben daran, dass der Titel seine Willkommenszeit weit überschreitet. Ja, man kriegt viel Spiel für sein Geld (scheint ja heute wie damals ein wichtiger Faktor für so manche zu sein) aber zumindest ich kann nur eine gewisse Menge an sinnlosem Geballere ertragen – so viel Spaß es auch grundsätzlich macht. Vermutlich auch der Grund, warum ich 13 Jahre gebraucht habe bis ich es endlich durchgespielt hatte. Ach und weil es auf meinem damaligen Rechner häufig abgestürzt ist :smile: . Insofern: Wenn ihr es irgendwo auf dem Grabbeltisch seht (auf Steam kostet es zum Verfassungszeitpunkt ganze 2 Euro), ihr Serious Sam mögt und grade nichts Besseres zu tun habt könnt ihr aber definitiv zugreifen. Es hat sich sehr gut gehalten (was sicherlich auch an der hervorragenden Engine liegt) und macht in kleinen Dosen immer noch Spaß.

 

Und damit haben wir genug über uraltes Zeug geblubbert. Bis Montag!

P.S.: Backer Build One von Phoenix Point (der inoffizielle X-COM-Nachfolger vom Schöpfer von X-COM: Ufo Defense) steht für die Backer zum Testen bereiten. Mein erster Eindruck: Es orientiert sich bei den Grundlagen sehr stark an XCOM: Enemy Unkown (2012) – was erst einmal nicht schlecht ist -, versucht aber taktisch anspruchsvoller zu sein (bspw. Rückkehr zu Aktionspunkten). Wenn ich mehr Zeit hatte mit der Build zu verbringen, werde ich vielleicht mal einen Eintrag dazu machen (oder sogar ein Video?). Sollte man auf jeden Fall im Auge behalten den Titel.

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