Bevor wir uns mit anderen Sachen beschäftigen, noch ein wenig „Housekeeping“ vorweg: Zum einen habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden Google Analytics doch schon jetzt von der Seite zu verbannen. Ich hatte mir den Auftragsverarbeitungsvertrag mit Google durchgelesen, den ich hätte unterzeichnen sollen und ehrlich gesagt war mir das definitiv zu doof für alles und jeden Grade stehen zu müssen. Da ich faktisch die Informationen sowieso nur für den Jahressrückblick und meine persönliche Neugier verwendet habe hält sich der Verlust in Grenzen (der Jahresrückblick wird halt nun kürzer :wink: ). Dafür werden beim Aufruf der Seite nun gar keine Cookies mehr angelegt (der Hinweis bleibt aber sicherheitshalber erst einmal da) und die Third-Party-Requests beschränken sich auf Twitter wegen der Anzeige meiner Tweets. Damit ist auch der Seitenaufruf wieder um ein paar Millisekunden schneller geworden. Ganz ohne Zugriffsstatistiken bin ich dadurch übrigens nicht, denn der Server loggt zumindest diese Information in absoluter Reinform (keine Zusatzinfos jedweder Art) mit.

Krankheitsstatus

Lyssi umgeben von ihren Gefägniswärtern

Zum anderen wollt ihr sicherlich wissen, wie es Lyssi nach ihrem Klinikaufenthalt geht. Nun, sie ist seit Dienstagabend wieder bei uns. Sie musste eine Nacht länger bleiben (was die Kosten auf zwischen 1.100 und 1.300 Euro [Rechnung haben wir noch nicht] erhöht hat) für weitere Diagnosen aber am Ende haben sie quasi nichts gefunden, was in irgendeiner Art und Weise einer weiteren Behandlung bedurfte. Stattdessen muss sich die Katze nun selbst zu Ende heilen.

Sie hat dann noch drei Tage lang jeweils fünfmal ein wenig Katzen-Morphium von uns bekommen und muss noch mindestens eine weitere Woche Schmerzmittel einmal am Tag nehmen. Was aber schlimmer ist: Sie muss mindestens zwei Wochen (eher drei) ohne Freigang auskommen und darf weder spielen noch toben. Sprich wir waren am Dienstagabend mal kurz einkaufen, haben uns ein riesiges Hundezelt gekauft (siehe Bild) und da wohnt sie nun für die nächste Zeit drin. Passt ihr logischerweise so überhaupt nicht. Also wirklich überhaupt nicht. Es hilft aber nichts: Bei den wenigen Versuchen, die sie jetzt schon unternommen hat irgendwo hochzuspringen, ist sie schmerzlich gescheitert. Entsprechend muss sie da jetzt einfach durch. Genauso wie durch das Ziehen ihres kaputten Zahns, was dann Anfang Juni ansteht. Der Rest ist nämlich offen, weshalb Bakterien ins Zahnfleisch eindringen können und das ist nicht gut. Deshalb muss er komplett raus.

Das Hauptmenü

Kommen wir nun zu dem, über was ich eigentlich schon letzte Woche reden wollte: Uralte Spiele, die (zu Recht?) keine Sau mehr interessieren:

Cover

Conflict: Denied Ops (2008; PC, X360, PS3) – Der fünfte und bislang letzte Teil der durchgehend mittelmäßigen Conflict-Reihe von Pivotal Games (wurden ein halbes Jahr nach Release geschlossen). Die ursprünglichen Titel waren 3rd-Person-Taktikshooter in denen ihr ein Squad aus vier Mann befehligt habt bzw. im Mehrspielermodus dann jeder die Hälfte. Der fünfte Ableger hingegen beschränkt sich auf zwei Personen und die Ego-Shooter-Perspektive und war ursprünglich gar nicht als Teil der Conflict-Reihe geplant. Der Grundansatz ist aber gleich: Ihr sollt als Eliteteam 10 Spezialeinsätze überall auf der Welt durchführen und den Bösewicht fangen. Dazu könnt ihr im Solomodus entweder per Knopfdruck zwischen den Protagonisten Graves (Scharfschütze) und Lang (schweres Geschütz) wechseln bzw. im Coop-Modus übernimmt euer Freund jeweils den anderen. Wenn ihr nicht wechseln wollt, könnt ihr per Knopfdruck auf simple Befehle erteilen, welche mehr oder weniger gut befolgt werden.

Conflict: Denied Ops (Herstellerbild)

Wie es das Klischee so will, mögen sich Graves und Lang nicht so wirklich was zu – aus Entwicklersicht – amüsanten Dialogen während den Missionen führt. Die Realität sieht hingegen genauso trist und langweilig aus wie die Grafik und das Leveldesign an sich. Zwar mag das Spiel von 2008 gewesen sein, aber schon damals waren wir selbst auf den Konsolen schon wesentlich weiter (siehe Gears of War von 2006). Das Gameplay kann es leider auch nicht herausreißen. Die Partner-KI ist strunzdumm, die Gegnerverteilung ist gefühlt unfair (und sie treffen euch aus den größten Entfernungen haargenau), die Waffen ohne jedweden Rums und die Geschichte um irgendeinen Bösewicht, der mit Nuklearwaffen hantiert ist so 08/15, dass sie selbst chinesische Entwickler nicht mehr kopieren würden.

Beim Christoph meint: Die Metacritic-Wertungen liegen bei 51-58% und auch von mir bekommt der Schrott gnadenlose 1 von 5 Sics. Ich bezweifle, dass das Spiel selbst im Coop-Modus einen Funken mehr Spaß gemacht hat, selbst wenn man all die viel besseren Alternativen zu der Zeit nicht mitberücksichtigt. Ja, ich frage mich wirklich warum ich das Ding damals (zum Release versteht sich!) gekauft habe. Auch wenn ihr vermutlich nicht mehr auf die Idee kommen würdet: Finger weg von dem Ding. Dann lieber zu Clive Barker’s Jericho (2007) greifen. Das bietet auch die „frei zwischen den Charakteren wechseln“-Mechanik im Solomodus und ist in allen Belangen so viel besser. *macht in Winamp Cris Velsaco – Clive Barker’s Jericho – 12 – Final Confrontation an*

Cover

Serious Sam II (2005; PC, Xbox) – Grafisch auch heute noch absolut sehenswert. Zwar im Vergleich zu den Vorgängern extrem bunt und überdreht aber man kann definitiv nicht meckern. Leider sind die Zwischensequenzen vorgerendert und haben sich entsprechend weniger gut gehalten – was auch für die Witze gilt. Aber Humor ist ja bekanntlich subjektiv und sowas kann ich einem 13 Jahre alten Titel jetzt auch nicht unbedingt vorhalten. Ansonsten ist es Serious Sam nicht nur auf 180, sondern mindestens 1800 aufgedreht. Mehr Levels, mehr Umgebungen, mehr spielerische Abwechslung (z.B. durch Fahrzeuge), mehr Gegner, mehr Waffen, mehr Secrets und so weiter und so fort.

Serious Sam II (Herstellerbild)

Das ist aber auch das Problem von Serious Sam II: Man kann es eigentlich nicht am Stück spielen. Es ist einfach viel zu viel. Da denkt man, man ist durch die aktuelle Gegnerwelle durch, schon kommt die nächste. Das macht die eigentlich nett und abwechslungsreich gestalteten Levels vor allem zum Ende hin elendig lang, erschöpfend und damit auch nervtötend. Es ist ja schön, wenn beim großen Finale noch einmal alles ausgepackt wird, was einem in den letzten Spielstunden so vorgesetzt wurde. Aber müssen es jedes Mal gefühlt 100 Wellen sein? Hätten 2 oder 3 nicht ausgereicht? Keine Ahnung – ich war auf jeden Fall froh, als Mental endlich im Dreck lag und ich das Spiel deinstallieren konnte.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es 3 von 5 Sics. Serious Sam II ist besser als Serious Sam III aber an die beiden Vorgänger kommt es für mich nicht dran. Das liegt zum einen daran, dass ich die Duke-Witze lustiger fand und zum anderen eben daran, dass der Titel seine Willkommenszeit weit überschreitet. Ja, man kriegt viel Spiel für sein Geld (scheint ja heute wie damals ein wichtiger Faktor für so manche zu sein) aber zumindest ich kann nur eine gewisse Menge an sinnlosem Geballere ertragen – so viel Spaß es auch grundsätzlich macht. Vermutlich auch der Grund, warum ich 13 Jahre gebraucht habe bis ich es endlich durchgespielt hatte. Ach und weil es auf meinem damaligen Rechner häufig abgestürzt ist :smile: . Insofern: Wenn ihr es irgendwo auf dem Grabbeltisch seht (auf Steam kostet es zum Verfassungszeitpunkt ganze 2 Euro), ihr Serious Sam mögt und grade nichts Besseres zu tun habt könnt ihr aber definitiv zugreifen. Es hat sich sehr gut gehalten (was sicherlich auch an der hervorragenden Engine liegt) und macht in kleinen Dosen immer noch Spaß.

 

Und damit haben wir genug über uraltes Zeug geblubbert. Bis Montag!

P.S.: Backer Build One von Phoenix Point (der inoffizielle X-COM-Nachfolger vom Schöpfer von X-COM: Ufo Defense) steht für die Backer zum Testen bereiten. Mein erster Eindruck: Es orientiert sich bei den Grundlagen sehr stark an XCOM: Enemy Unkown (2012) – was erst einmal nicht schlecht ist -, versucht aber taktisch anspruchsvoller zu sein (bspw. Rückkehr zu Aktionspunkten). Wenn ich mehr Zeit hatte mit der Build zu verbringen, werde ich vielleicht mal einen Eintrag dazu machen (oder sogar ein Video?). Sollte man auf jeden Fall im Auge behalten den Titel.

Sicarius

Sonntäglicher Notfall

Lyssi im Katzenkorb

Eigentlich hatte ich geplant heute mal wieder über Spiele zu schreiben. Trotz des vielen Werkelns an zwei Webseiten (die zweite kennt ihr noch nicht), habe ich es schließlich geschafft ganze drei uralte Schinken endlich mal fertig durch zu spielen (Conflict: Denied Ops, Serious Sam 2 und einen indizierten Titel aus dem Jahre 2008 über den ich euch nichts erzählen darf). Stattdessen haben Lysanda und ich gestern rund sieben Stunden in der Tierklinik Hofheim verbracht. Somit fehlte mir die Zeit für den besagten Eintrag. Stattdessen erzähle ich euch kurz, was passiert war und mülle euch mit Katzenfotos zu :smile: .

Arme Lyssi

Lyssi kam heute Morgen laut jammernd ins Schlafzimmer. Das an sich ist erst einmal nur bedingt ungewöhnlich (sie ist allgemein sehr mitteilsam). Aber sie konnte nicht so richtig aufs Bett springen und zog sich mehr oder weniger elegant hoch. So richtig hinlegen konnte sie sich jedoch nicht. Egal auf welcher Seite sie lag, ihr schien etwas weh zu tun. Von uns anfassen war genauso wenig gewünscht. Sie suchte eindeutig einen Platz, um in Ruhe vor sich hinzuvegetieren – immer ein sehr schlechtes Zeichen. Geschnurrt hat sie ebenso wenig. Äußerlich haben wir zwar nichts gesehen aber lieber einmal zu viel zum Tierarzt als einmal zu wenig auch wenn der Sonntagsdienst immer gleich heftig auf den Geldbeutel schlägt. Aber für unsere Katzen tun wie selbstverständlich alles.

Lyssi draußen in der Sonne

Dort angekommen hat sie Lyssi nur sehr kurz untersucht, denn vorne der linke Zahn war abgebrochen und aus der Scheide kam Blut sprich sofort ab in die Tierklinik. Nach circa drei Stunden Warten kamen wir dann auch zum ersten Mal dran. Am Ende wurde ihr Blut abgenommen, ein Röntgenbild der hinteren Katze gemacht und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Blut war (abseits von verständlich erhöhten Stressmarkern) soweit okay und auf dem Röntgenbild war auch kein Bruch oder sowas zu sehen. Beim Ultraschall hat man dann aber Flüssigkeit um die Blase und den Nieren entdeckt. Damit stand quasi der Verdacht im Raum, dass entweder die Blase irgendetwas abbekommen hat oder – schlimmer noch – die Harnleiter irgendwo gerissen sind. Außerdem soll ihr der kaputte Zahn noch komplett gezogen werden und der Zahnarzt ist erst heute wieder im Dienst. Also wurde sie stationär aufgenommen und musste die Nacht für weitere Untersuchungen dort bleiben.

Guter Ausgang?

Der aktuelle Stand zum Verfassungszeitpunkt ist, dass sie im Brustbereich auch keine Verletzungen hat (wurde nochmal geröntgt) und die Blase soweit in Ordnung ist. Um das festzustellen, wurde sie leicht betäubt und dann ein Katheter eingeführt. Durch den wurde ein Kontrastmittel in die Blase „gespritzt“, die beim Ultraschall auffällt, um zu sehen, ob etwas aus der Blase ausdringt. Da das nicht der Fall ist, wird jetzt die Nacht abgewartet und morgen nochmal geschaut, ob die Flüssigkeit zugenommen hat. Wenn ja, ist das schlecht. Dann gibt es nochmal Kontrastmittel und anschließend eine Runde im Computertomographen (700 Euro). Worst Case läuft es auf eine Operation hinaus (1400 Euro). Aber wir hoffen mal das Beste und das wäre, dass wir sie heute Nachmittag schon wieder abholen können und alles von selbst verheilt.

Faule Katzen: Jules und Balu

Was sie angestellt hat, werden wir sicherlich nie erfahren. Eine Vermutung ist, dass sie unglücklich irgendwo hinuntergefallen ist oder erschreckt wurde und sich nicht besonnen in Sicherheit bringen konnte. Ehrlich gesagt ist sie die Letzte, von der ich erwartet hätte, dass wir mit ihr mal was Größeres haben werden (eher von Pichu, dem Knallkopf). Sie macht schließlich sonst einen sehr intelligenten und besonnen Eindruck. Aber das wie und warum ist auch egal: Hauptsache sie wird wieder gesund! Schließlich habe ich mit allen unseren Katzen einen Vertrag gemacht, der besagt, dass sie mindestens 15 Jahre alt werden müssen. Und sie ist jetzt erst zwei! Also hat sie gar kein Recht jetzt anzufangen irgendwelche Wehwehchen zu kriegen! *hmpf*

Und damit gebe ich auch schon ab bis Montag – dann hoffentlich mit guten Neuigkeiten und einem normalen Eintrag.

Sicarius

Anschaffung eines Vierbeiners

Eine schlafende Kessy

Achtung: Die erste Hälfte des heutigen Eintrags mag dem ein oder anderen etwas aggressiv erscheinen.

Für mich ist ein Zeichen von echter Intelligenz und Reife, die Freiheit sich umzuentscheiden und es beim nächsten Mal anders/besser zu können. Während die Spinne ihr beschädigtes oder gar zerstörtes Netz einfach noch einmal neu an gleicher Stelle aufbaut, haben unter anderem wir Menschen die Möglichkeit aus Fehlern zu lernen oder unsere Meinung zu ändern. Es gibt nicht umsonst das Sprichwort „Hinterher ist man immer schlauer“. Außerdem sagte schon Vaas in FarCry 3: „Insanity is doing the exact… same fucking thing… over and over again expecting… shit to change…“. Entsprechend allergisch reagiere ich auch auf Leute, die mir Sachen vorhalten wie „Vor 20 Jahren hast du aber noch gesagt, dass XYZ total doof wäre!!!!!1111“, aber das nur am Rande.

Mir geht es stattdessen mal wieder um unsere lieben Vierbeiner, genauer gesagt um Katzen. Ihr wisst ja, wie sehr mir die kleinen Flauschbälle am Herzen liegen. Und wie wichtig es ist, sie richtig zu füttern, hatte ich euch bereits vergangenes Jahr ausführlich dargelegt. Das war so ein Thema, wo man trefflich sagen konnte „Lernen durch Schmerz“. Auch wenn ich niemals erfahren werde ob Felix, Kessy und Micky tatsächlich hauptsächlich dank des schlechten Futters zu früh von uns gegangen sind, haben Lysanda und ich unsere Konsequenzen gezogen und versuchen es nun anders und hoffentlich besser zu machen. Und das gilt logischerweise nicht nur für das Futter, sondern genauso für die grundsätzliche Haltung unserer Vierbeiner.

Noch mehr Aufreger

Unser süßer Pichu

Fangen wir mit dem offensichtlichsten an: Wir haben nicht umsonst vier Katzen im Haushalt. Gut, es sollten ursprünglich nur zwei sein. Aber auch das ist wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man seine Flexibilität und Lernfähigkeit als Mensch nutzen sollte. Wir hätten natürlich nur Balu und Nica ein Zuhause geben können. Aber vermutlich wäre Balu mittlerweile aus allen Nähten geplatzt, weil er sich aus Langeweile so viel angefressen hätte und wir müssten ihn mit Diäten und Bewegungsprogrammen quälen. Oder der Vogel- und Mäusebestand wäre im gesamten Dorf auf „0“ gesunken. Stattdessen haben wir gesehen, dass es ihm nicht gut geht und festgestellt, dass ihm ein Spielpartner fehlt. Das Ergebnis war, dass wir die damals noch junge Lyssi ins Haus geholt haben.

Das war zwar technisch gesehen auch nicht die richtige Entscheidung, weil sie immer noch nicht so richtig mit Balu spielt. Aber daraus haben wir erneut Konsequenzen gezogen, unser Suchmuster angepasst und Pichu ins Haus geholt, der tatsächlich die Lücke schloss. Die Entscheidung für Jules war ebenso wohl überlegt und nicht einfach nur „ooooh, süße Katze – die nehmen wir!“.

Wir haben uns also zwar anfangs zwei Katzen ins Haus geholt, weil wir sie wollten und sie uns sympathisch vorkamen. Haben uns dann aber auch mit ihnen beschäftigt und um sie gekümmert, statt sie zwei Wochen später dem Tierschutz wieder zurückzugeben („Weil die Zusammenführung nicht geklappt hat“ oder „Weil sie neben das Katzenklo kackt“) oder sie nach mehreren Jahren plötzlich bei eBay Kleinanzeigen zu verschenken, nur weil der neue Freund/Freundin sie nicht mag.

Lernfähig?

Pichu & Jules haben sich gern

Jetzt werdet ihr sagen: „Das ist doch selbstverständlich! Wenn ich ein Haustier aufnehme, dann kümmere ich mich darum und sorge dafür, dass es ihm gut geht!“ Ja, das würde ich tatsächlich auch erwarten. Ich gehe sogar davon aus, dass die meisten Haustierbesitzer diesen Anspruch haben. Und es gibt sicherlich mal Situationen, da geht es wirklich nicht anders, weil die Sache sich anders entwickelt hat als geplant. Insofern liegt es selten an Vorsatz, sondern eher an Überforderung und/oder Unwissenheit, wenn mit der Katze nicht gut umgegangen wird. Und wer wegen seiner Katze zum Tierpsychologen geht, will ja genauso nur ihr bestes, sonst würde er keine 60 Euro oder mehr für sowas berappen. Lysanda und ich sind schließlich die besten Beispiele (lange Jahre nur Einzelgängerkatzen und Billigfutter).

Deswegen noch einmal: Das Wichtigste ist zu lernen und sich auch mal was sagen zu lassen statt auf alles nur pampig mit einem „Was weißt du schon?!“ zu reagieren. Das heißt nicht gleich, dass die anderen pauschal Recht haben. Aber mit mehr Informationen lässt sich immer eine fundierte Entscheidung treffen – und das gilt für alle Lebensbereiche.

Die Tipps

Nachdem ich nun eine DINA4-Seite (Calibri, 11pt) lang über die Menschheit gejammert habe, kommen wir doch mal konkret zu den Tipps für alle, die entweder planen sich Katzen anzuschaffen oder schon welche haben. Der Wichtigste ist den Mythos von wegen „Katzen wären Einzelgänger“ aus seinem Kopf zu löschen. Ich hatte es sicherlich schon mehrfach erwähnt, aber das schlimmste, was ihr nicht nur eurem Tier, sondern auch euch selbst antun könnt ist nur ein einziges Fellknäul im Haus. Vor allem, wenn es als reine Hauskatze gehalten werden soll. Das ist übrigens nicht per se schlimm. Wenn die Katze nichts anderes kennt, kommt die damit klar und manche haben auch Beeinträchtigungen, die einen Freigang verhindern (Krankheit, Blind, Taub, etc.). Mann muss sie halt nur noch wesentlich mehr beschäftigen als einen Freigänger.

Aber selbst wenn ihr eure Katze zu einem Freigänger machen wollt, sollte sie niemals unter einem Alter von 1 Jahr nach draußen gelassen werden. Das passte unserer Lyssi zwar überhaupt nicht. Aber lieber eine unruhige Katze als eine Katze, die nicht mehr nach Hause findet oder schlimmstenfalls sogar überfahren wird. Ab einem Jahr kann die Katze Gefahren wesentlich besser einschätzen als vorher. Ähnlich wie bei Kindern, die lange brauchen bevor sie Geräuschquellen richtig orten können. Aber auch erwachsene Katzen sollten zur Eingewöhnung erst einmal 3-6 Wochen im Haus bleiben bevor es raus geht.

Pichu & Lyssi können sich auch leiden

Doch zurück zum Thema Einzelkatzen: Ja, natürlich haben und werden Generationen von Katzen alleine durchs Leben streifen und kommen irgendwie damit klar (zumindest bilde ich mir ein, dass es meinen Katzen trotzdem ganz gut bei mir ging). Aber es muss einfach nicht sein. Sie sind so viel glücklicher und zufriedener, wenn sie einen (gleichaltrigen und meist auch gleichgeschlechtlichen) Spielpartner haben können. Aber vor allem bei reiner Wohnungshaltung, erspart ihr euch viele Probleme, wenn es einen Partner gibt. Fakt ist nämlich, dass Einzelkatzen unter diesen Umständen sehr gerne psychologische Störungen entwickeln oder ihren Jagdtrieb an euch und eurem Hab und Gut auslassen. Mal abgesehen von den „kleinen“ Ärgerlichkeiten wie zerkratze Möbel aus Langeweile oder eine extrem nervige Anhänglichkeit, wenn ihr mal Zuhause seid. Wenngleich viele Menschen das als „süß“ bezeichnen – es ist tatsächlich nicht normal. Also zeigt Mut zur Zweitkatze: Die Kosten sind zwar etwas höher (wir verbrauchen aktuell 1,6kg Futter pro Tag), aber ihr und eure Katzen haben definitiv mehr davon. Pro-Tipp: Am besten sind zwei Katzen aus dem gleichen Wurf. Da braucht man keine umfangreiche Zusammenführung zu machen.

Alt genug?

Außerdem beim Thema „Anschaffen“ wichtig zu berücksichtigen: Niemals Katzen unter 12 Wochen aufnehmen. Erst dann sind sie ausreichend sozialisiert, ihr Immunsystem dank der Muttermilch auf gutem Stand gebracht und ihr Charakter gefestigt. Werden sie früher vom Muttertier weggenommen, dann ist das nicht nur ein Zeichen für einen unseriösen Züchter oder Tierschutzverein – es ist auch ein Trauma für die Katze mit entsprechenden Verhaltensstörungen im weiteren Lebensverlauf.

Freilich lässt sich bei Katzen vom Tierschutz nicht ausschließlich, dass ihr eine Katze bekommt, die keine 12 Wochen bei der Mutter war z.B. wenn diese vorher verstorben ist. Sie hat natürlich genauso viel Liebe verdient wie alle anderen. Es zu wissen, hilft aber ungemein bestimmte Verhaltensmuster des Stubentigers zu verstehen (wir schauen dich an, Pichu). Aber trotzdem auf keinen Fall aus Mitleid kaufen. Es gibt tatsächlich einen Haufen verdammter Arschlöcher da draußen in der Welt – besser bekannt als „Vermehrer“ -, die ihre Katze werfen lassen, nur um Geld zu verdienen. Wenn die Katzen auch immer noch gekauft werden, muss die Mutter weiter als Gebärmaschine herhalten. Und was werden die wohl mit Katzen machen, die sie nicht losbekommen? Dreimal dürft ihr raten. Wenn sie aber auf den Katzen sitzenbleiben, dann hören sie vielleicht mit dem Scheiß auf und suchen sich ein anderes Hobby (vermutlich Wühltischwelpen…noch so ein Mist).

Balu geht gern hoch hinaus

Also niemals auf eBay Kleinanzeigen oder ähnlichen Portalen auf Anzeigen reinfallen, wo extrem junge Katzen für 50 Euro oder einen ähnlich mickrigen Betrag angeboten werden. Ihr unterstützt damit nur, dass diese Kerle weiter Tiere in die Welt setzen. Stattdessen bei Tierheimen oder Tierschutzvereinen zuschlagen, denn es gibt dort genug „normale“ Katzen, die ein Zuhause suchen. Wenn es denn unbedingt eine Rassenkatze sein soll, dann sucht euch einen seriösen Züchter.

Deshalb sofort stutzig werden immer bei folgenden Anzeichen:

  • Eine Schutzgebühr unter 100 Euro (und selbst da wird der Tierschutzverein noch draufzahlen)
  • Keine Tests auf FIV und FelV vorhanden
  • Keine Untersuchung/Behandlung auf Parasiten
  • Keine Angaben über irgendwelche Erkrankungen/Beeinträchtigungen
  • Keine Impfung, kein Chip vorhanden
  • Keine genaue Beschreibung der Katze
  • Ein drängelnder Ton von wegen „Muss sofort weg“
  • Eine Übergabe ohne Vertrag
  • Kein Hausbesuch durch den Verkäufer bei euch oder zumindest keine vertraglich zugesicherte Möglichkeit für den Verkäufer euch zu besuchen

Übrigens ist auf Tierheime und Tierschutzvereine leider auch nicht uneingeschränkt verlass. Grundproblem ist, dass sie ihre Tiere oftmals nicht wirklich gut kennen und entsprechend Blödsinn erzählen/euch die „falsche“ Katze aufschwatzen. Also hier ebenso genau hinschauen, sich im Vorfeld der Adoption ausführlich mit den Beteiligten unterhalten, um ein Gefühl dafür zu bekommen ob die vermittelnde Stelle ihre Katzen kennt und grundsätzlich ein echtes Interesse an ihrem Wohl hat. Das Tierheim hätte uns bspw. ein kleines, schwarzes Kitten zu unserem Balu vermittelt während einer der Tierschutzvereine nur mal geschaut hat, ob unser Haus existiert aber ansonsten sofort den Vertrag unterschreiben lassen wollte. Bei Pichu und Jules hatten wir hingegen sehr netten Besuch und ein ausführliches Gespräch über Katzen.

Der Tierarzt

Jules ist eine relaxte Katze

Lysanda und ich sind zugebenermaßen aufgrund vieler schlechter Erfahrungen mittlerweile etwas skeptisch gegenüber Ärzten. Das gilt zwar auch für Tierärzte (Wie kann man nur Nierentrockenfutter empfehlen?!) aber wie immer gilt: Nicht alle sind schlecht und definitiv einmal im Jahr zur Kontrolle hingehen. Alternativmedizin hin oder her – bevor ich darauf hoffe, dass meine Katze allein durch Energiewellen geheilt wird, investiere ich doch erst einmal das Geld für den Tierarzt. Wenn ihr das nicht übrig habt (gilt genauso für das Futter), dann solltet ihr euch kein Haustier anschaffen. Punkt. Da gibt es keinerlei Diskussion mit mir.

Auch wichtig ist, dass ihr eure Katze allerspätestens mit einem Alter von 6 Monaten kastrieren lasst (manche Züchter geben ihre Katzen nur kastriert ab – also auch schon mit 12 Wochen). Ich hatte es schon einmal erwähnt, aber es gibt einfach immer noch zu viele, die das nicht machen lassen und damit zur Überfüllung der Tierheime beitragen. Ein Grund, warum ich zu den Verfechtern einer Kastrationspflicht gehöre. Anders als bei Hunden tut ihr damit den Katzen, der Vogelwelt und euch einen großen Gefallen. Und ja: Das gilt ebenso für reine Wohnungskatzen. Ihr wollt definitiv keinen notgeilen Kater im Haus haben, der alles und jeden anpinkelt.

Noch mehr beim Tierarzt

Genauso wichtig ist das Chippen zusammen mit der Registrierung bei Tasso – und zwar egal ob ihr einen Stubentiger oder einen Freigänger habt. Das Registrieren kostet nichts und wenn es hart auf hart kommt, seid ihr echt froh und dankbar für die Unterstützung – und wenn es nur der Anruf ist, der euch über den Tod eures Lieblings informiert. Ungewissheit ist schließlich noch schlimmer als der Tod.
Tätowieren macht man heutzutage hingegen höchstens noch als Diebstahlschutz (weil man bei einer geschippten Katze von außen nicht sehen kann, dass sie jemandem gehört). Zur Wiederfindung ist sie mit zunehmenden Katzenalter nämlich nicht mehr geeignet, weil sie verblasst oder unleserlich wird. Der Chip hingegen geht selten im Laufe eines Katzenlebens kaputt.

Zu guter Letzt gibt es beim Tierarzt noch das Thema Impfen. Die Grundimmunisierung sollte bei allen gemacht werden. Danach ist nur für Katzenschnupfen eine jährliche Nachimpfung notwendig (wobei manche sagen, dass es so ab 10 Jahre auch nicht mehr gebraucht wird, weil genug Antikörper vorhanden sind). Bei den anderen hängt es vom Wirkstoff ab – deswegen unbedingt bei eurem Tierarzt nachfragen oder das, was er spritzt googeln. Unsere Tierärztin benutzt beispielsweise ein Tollwutmittel, welches laut Hersteller 3 Jahre anhält und das gegen Katzenseuche 2 Jahre. Damit jährlich zu impfen ist nicht nur Geldverschwendung, sondern kann sogar gefährlicher für die Katze sein als gar keine Impfung.

Eine halbe Freigängerkatze…

Das gilt auch für das Entwurmen und Entflohen. Viele Tierärzte empfehlen das alle 4-6 Wochen zu machen. Tatsächlich Sinn macht so eine Behandlung aber erst bei akutem Befall. Ob eine Katze Würmer hat, wird über eine Kotprobe festgestellt. Flöhe lassen sich hingegen mit einem Flohkamm anhand ihres Kots ganz gut nachweisen. Aber nicht vergessen: Der Kram wirkt vier Wochen und nur bei erwachsenen Flöhen. Die neue Generation schlüpft aber erst nach 4 Wochen. Also immer zweimal behandeln.

Das Ende

Zum Abschluss noch der wichtigste Tipp von allen: Habt Geduld mit euren kleinen Mitbewohnern und auch den Mut im Zweifel den nächsten Schritt zu gehen. Geduld haben und dem Tier eine Chance geben, denn Katzen sind lernfähig und je nachdem was sie vorher erlebt hat, anfangs etwas schwieriger im Umgang. Das macht sie aber nicht gleich zu einem hoffnungslosen Fall. Wenn sich nach sechs Monaten die beiden Katzen jedoch immer noch nicht verstehen und gegenseitig blutig prügeln, ja dann sollte man tatsächlich eine wieder abgeben. Quasi „Mut zum Tierwohl“. Aber nicht aufgeben und es mit einem anderen Partner wieder probieren.

Natürlich ärgere ich mich massiv über die Löcher in unseren sündhaft teuren Gardinen. Aber die kann ich im Zweifel ersetzen. Das Gefühl Balu, Lyssi, Pichu und Jules ein schönes Zuhause geben zu können hingegen nicht. Also tue ich lieber alles dafür, dass es ihnen gut geht als sie wegen sowas gleich vor die Tür zu setzen wie es mitunter andere Leute tun. Und wenn ihr einen Partner bekommt, der keine Katzen mag, dann würde ich zweimal darüber nachdenken ob es die Beziehung tatsächlich wert ist dafür die Katze zu opfern. Sie ist garantiert ihr Leben lang bei euch, da könnt ihr euch sicher sein. Beim eurem Partner sieht das schon etwas anders aus. Gegen Katzenallergie hilft hingegen eine Bioresonanz-Therapie.

Und dann gibt es noch die Frauen, die wegen ihrem Neugeborenen (oder zukünftigen) plötzlich wegen irgendwelcher irrationalen Ängste (unsauberes Katzenklo, Katze kratzt Kind, etc.) die Katze abgeben wollen. Fakt ist: Katzen und Kinder vertragen sich normalerweise prächtig. Also schmeißt die Katze nicht gleich raus, nur weil sich etwas in eurem Leben verändert hat! Oder macht ihr das auch mit euren Mitmenschen?

Hab‘ ich schon erwähnt, dass mich solche Geschichten extrem aggressiv machen? Nein? Naja, dann habt ihr es sicherlich am heutigen Eintrag gemerkt. Ich verdanke zwar so einer Person, dass Kessy ihren Weg zu mir gefunden hat. Aber verstehen tue ich so ein „Meine Katze ist austauschbar“-Verhalten trotzdem nicht.

In diesem Sinne: Bis Montag!

Jules

Batcat

Mmmh…kuscheln

*ein sanftes, sehr zurückhaltendes „Miau“ hallt durch die Weiten der Webseite“

Na ihr? Persönlich habe ich mich euch noch gar nicht vorgestellt. Ich bin der „kleine“ Jules. Anders als die anderen Katzen hier, durfte ich mich damals nicht selbst vorstellen. Aber das ist okay. Immerhin darf ich jetzt endlich mal ran und euch davon erzählen, wie es mir in den letzten zwei Monaten im Hause Lysanda so ergangen ist. Und bevor die Frage kommt: Ja, ich habe mich definitiv mittlerweile hier eingelebt und will am liebsten nicht mehr weg – zumindest tagsüber und wenn ich nicht gerade pinkeln oder kacken muss. Nachts geht es natürlich raus in die weite, weite Welt zusammen mit Balu, Lyssi und Pichu, um die Nachbarschaft unsicher zu machen und die Mäusepopulation auszurotten!

Mein Alterskumpel

Pichu ist übrigens ein gutes Stichwort: Er ist mein absoluter Bro. Wir zwei, wir verstehen uns und haben extrem viel Spaß miteinander. Zugegeben: Als er mir am ersten Tag nach meiner Ankunft direkt einen Kuss gegeben hat, war das durchaus etwas unheimlich. Aber Pichu weiß eben wie man das Eis bricht und heißt jeden in seinen Reihen sofort willkommen. Ohne ihn, wäre es hier in der Bude wahrscheinlich unendlich langweilig. Lyssi will nämlich immer noch nichts mit mir zu tun haben. Sie toleriert mich nur – sprich sie hat aufgehört mich anzuknurren. Und Balu? Naja, der ist halt groß, träge und ein alter Sack. Wir kommen zwar klar aber innige Freunde sind wir auch wieder nicht. Ich glaube, er weiß wegen seiner Größe nicht so ganz wie er mit uns umgehen soll. Er hat zwar seine Momente, in denen er mit Pichu und mir balgen möchte. Aufgrund der Unsicherheit auf beiden Seiten (will er uns jetzt buchstäblich platt machen?!) funktioniert das nicht lange. Sicherlich etwas schade für den alten Mann aber ganz ehrlich? Das ist sein Problem und nicht meins!

Es ist nicht wonach es aussieht!

Mit Pichu ist das definitiv ganz anders. Der war zwar anfangs auch ne total faule Socke, aber ihn habe ich ganz klar aus der Reserve gelockt bekommen. So viel gebalgt haben wahrscheinlich weder er noch ich bislang in unserem Leben. Dabei ist das so toll und lustig. Ab und zu liegen wir außerdem gemeinsam im Karton (wie Ying und Yang), wenn wir vom ganzen Rumspringen mal ausgepowert sind. Komischerweise habe ich meine Nase dann meist in seinem Hintern statt, dass wir Kopf an Kopf liegen. Keine Ahnung warum aber das können wir alles machen, mein Bro und ich. Nur ins Schlafzimmer gehe ich mit ihm nicht. Verstehe auch nicht, warum er da morgens immer gleich hineinstürmt, wenn die Türen geöffnet werden und laut Maunzend aufs Bett springt. Leckerlis scheint es auf jeden Fall keine zu geben, sondern höchstes ausgiebige Streicheleinheiten. Aber die hole ich mir woanders. Also bleibe ich lieber im Wohnzimmer und liege weiter im Karton bis es Futter gibt.

Kuschelkurs

Die Chefin vergleicht mich hingegen ständig mit Nica. Nicht nur wegen der Fellfarbe, sondern auch wegen meiner Liebe zu Kartons (stehen grad viele im Wohnzimmer *yay*!) und weil ich so tooooootal verschmust bin. Hände müssen geknuddelt werden – egal ob sie gerade ein Leckerli halten oder nicht! Kann ich doch nichts für. Ich will halt immer und zu jeder Zeit auf einen Schoß und geknuddelt werden. Und dabei am liebsten meinen Streichler vor Freude auf den Mund küssen und wie ein Baby auf der Brust liegen. Scheint zumindest der Chefin allerdings nicht ganz so zu gefallen. Ich wäre aufdringlich sagt sie. Ich würde es als liebevoll und dankbar bezeichnen. Mir doch egal, dass sie gerade Chips isst oder mit dem Handy spielen will. Wenn ich komme, dann muss nun einmal die volle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet werden. Ist das so schwer zu verstehen?

Eine Box ist groß genug für zwei!

Gut, ab und zu stinke ich etwas eklig. Gefällt mir genauso wenig wie den Dosenöffnern. Aber ihr könnt das doch sicherlich nachvollziehen: Wenn man pupsen muss, dann muss man eben pupsen. Da hilft alles nichts. Ich weiß zwar nicht, warum ich an manchen Tagen so viel pupsen muss (und kleinere Probleme beim Kacken habe), aber wenn es so ist, ist es halt so (Anm. d. Red.: Scheint mit einer Futtersorte zusammen zu hängen – machen grad eine Ausschlussdiät.).

Perfektes Gespann

Ich kann also, wie schon anfangs gesagt, mit gutem Gewissen behaupten: Mir geht es richtig gut hier. Ich habe einen gleichaltrigen Freund mit dem ich rummachen kann, das Futter ist fantastisch, die Gegend super, duper toll und die Dosenöffner habe ich auch total gerne. Zwar ist der Chef ähnlich wie Balu viel zu groß und man muss ständig Angst haben, dass man nicht von ihm plattgewalzt wird (springe deshalb weiterhin früh genug aus dem Weg). Aber ich weiß ja, dass er mich gerne hat. Ich freue mich wirklich darüber hier gelandet zu sein und bin gespannt, was mein Leben hier noch so bringen wird.

Und zu wissen, dass meine beiden Findelkinder, um die ich mich bis zu meiner Gefangenschaft gekümmert hatte auch ein liebevolles Zuhause gefunden haben, macht mich gleich noch viel glücklicher. Da muss ich jetzt unbedingt erst einmal eine Runde mit irgendjemanden schmusen, um das zu kompensieren.

*setzt seinen völlig unschuldigen Blick auf und zieht von dannen*

Sicarius

Da waren es wieder vier!

Auch Jules mag wie Nica Kisten

Es ist immer traurig, wenn ein Vierbeiner den eigenen Haushalt verlässt. Aber man sollte natürlich auch die positive Seite sehen: Es ist wieder ein Platz für eine andere hilfsbedürftige Seele frei, den es zu füllen gilt. Und das haben wir mittlerweile getan. Ging wieder alles schneller als geplant aber als Lysanda eines Tages unseren Jules in ihrer Facebook-Timeline vorfand (in einem Beitrag aus der Gruppe Katzenvermittlung), war sofort klar: Der passt perfekt in unsere Familie. Jung, schwarz-weiß und äußerst knuddelbedürftig.

Gestatten? Jules!

Laut Impfpass ist der kleine Jules am 23.05.2016 geboren aber wie bei allen unseren Findelkindern, handelt es sich eher um eine Schätzung als die Realität, denn auch er wurde erst mit einigen Monaten auf dem Buckel von der Straße aufgegabelt. Die Finder dachten zuerst, dass es sich um eine Katze handeln würde, da sich das Tier liebevoll um zwei Kätzchen kümmerte. Aber nach dem Einfangen stellte man fest: Jules ist ein Kater aus der Ukraine (wir sind eben ein echter Multikulti-Haushalt). Ein total verschmuster und munterer Kater. Perfekt also für unsere kleinere Truppe, in der er sich in den letzten zwei Wochen bereits ganz gut eingewöhnt hat. Sogar das Fressen aus dem großen Napf mit Balu und Pichu geht bereits. Lyssi frisst allerdings weiterhin nur selten mit den anderen zusammen – vermutlich hat sie zu viel Respekt vor Balu. Sie wartet entweder auf dem Sofa oder dem Kratzbaum darauf, dass die anderen fertig sind. Andererseits: Vielleicht ist sie einfach intelligent genug zu wissen, dass das Futter nicht wegrennt und es bei uns im Haus immer genug gibt.

Einschub Anfang

DIY-Kratzbaum

Den Kratzbaum haben wir übrigens komplett selbst zusammengebastelt. Das „Haus“ besteht einfach nur aus vier Fichtenholzbrettern (ich glaube 50 auf 30cm), die wir mit Winkeln zusammengeschraubt haben. Zusätzlich kamen mit einem speziellen Bohraufsatz noch unterschiedlich große Löcher in die Front, damit sie spielen können (eine Katze im Haus, eine Katze davor – ihr wisst schon). Die Röhre an sich ist kostenlos aus dem Baumarkt. Da sind normalerweise Teppiche oder sowas aufgewickelt. In das oberste Brett haben wir mit der Stichsäge ein Loch gemacht, die Röhre durchgesteckt und auch sie mit Winkeln an den Brettern befestigt. Um die Rohre haben wir anschließend einfach das Sisal (ca. 50m) drumgewickelt und oben und unten einen Nagel reingeschlagen. Die Lücke oben ist entstanden, weil wir wohl das Sisal nicht fest genug runtergedruckt haben. Durch das Gewicht der Katzen, hat es sich in der Zwischenzeit noch etwas gesetzt. Schon in diesem Zustand (Haus mit Röhre und Sisal) waren die Katzen von dem Ding übrigens begeistert. Letzter Schritt war oben noch ein Brett an Wand und Röhre zu befestigten und fertig war das äußerst kostengünstige DIY-Ding (das teuerste dürfte 100m-Rolle Sisal gewesen sein).

Einschub Ende

Freilich vertragen sich noch nicht alle mit Jules – vor allem Lyssi knurrt noch ein wenig rum – und vor allem mir gegenüber (groß = komisch) ist er noch zurückhaltend. Aber speziell mit Pichu scheint er langsam aber sicher warm zu werden. Einziges Problem: Pichu hat sich zu sehr an Balus Art gewöhnt (gemächlich und faul). Er muss erst wieder lernen, dass man auf eine andere Katze draufspringt, wenn die einen herausfordernd anschaut und nicht einfach nur weiter vor sich hindöst. Insgesamt sind wir uns aber sicher, dass wir mit Jules wieder einen guten Fang gemacht haben. Ich habe ihn definitiv schon in mein Herz geschlossen und werde ihn NIE WIEDER HERGEBEN!!!!!1111 äh…sorry…ich meinte, ihn bis an sein Lebensende (bitte frühestens in 15 Jahren) liebhaben und ihm zusammen mit Lysanda ein schönes Zuhause geben.

Bros for Life!

Lyssi + Decke = Glück

Den anderen drei Katzen geht es selbstverständlich auch soweit richtig gut bei uns. Lyssi jammert zwar ständig, die kleine Bratze, aber sie will halt einfach nur Aufmerksamkeit haben. Bei drei Kerlen völlig verständlich. Sie zieht immerhin – zumindest vermuten wir es – trotzdem mit Balu nachts um die Häuser. Warum wir es vermuten? Als wir vor kurzem ein Paket zur Post bringen wollten, liefen uns sowohl Balu als auch Lyssi laut maunzend nach. Lysanda musste dann zurück bleiben, damit die Viecher nicht doch aus Versehen irgendwo überfahren werden. Am liebsten liegt Lyssi aber auf einer Flauschedecke herum – sogar lieber als bei Lysanda auf dem Schoss (da war sie anfangs ja nicht wegzukriegen von)! Lysanda will ihr deswegen am liebsten alle Decken wegnehmen. So gemein :smile: !

Pichu und Balu hingegen sind mittlerweile wie Geschwister. Wir können sie tatsächlich in manchen Situationen beim ersten Hinschauen nicht unterscheiden von hinten (das Fellmuster ist sehr ähnlich). Wie sie daliegen oder sitzen, wie sie sich putzen (auch gegenseitig) – es sieht teilweise exakt gleich aus (und findet mitunter sogar synchron statt). Liegt Balu draußen auf einem der Gartenstühle, liegt Pichu auf einem anderen mit dabei und sowas. Da haben sich definitiv zwei gefunden. Und das, obwohl Pichu dem großen Balu anfangs nicht über den Weg getraut hat und sich auch Balu eher zurückhielt.

Balu an sich hat aktuell mit einer Allergie zu kämpfen. Sein Gesicht sieht extrem verboten aus (Pusteln und Krusten, weil er sich die Pusteln aufgekratzt hat). Unsere Tierärztin meinte, dass sie zu dieser Jahreszeit einige Katzen in der Umgebung mit dem Problem hätte. Scheint also irgendetwas auf den Feldern zu sein. Leider können wir ihm nicht großartig helfen außer ihn mit Cortison vollzupumpen bis die Phase vorbei ist. Wirklich unschöne Sache, wird uns aber vermutlich ab sofort jedes Jahr begleiten. Ist nur noch die Frage, von wann bis wann.

Eine Frage

Balu und Pichu – Zwei Brüder?

Warum wir wieder auf vier Katzen erhöht haben? „Warum nicht?“ ist die einfache Antwort. Wir haben den Platz, die Mittel sowie soziale Katzen mit denen es tatsächlich problemlos geht neue Kameraden unterzubringen. Und es gibt genug da draußen, die ein liebevolles Zuhause suchen (Kastriert verdammt nochmal eure Stubentiger und alle, die vor eurer Haustür rumlugern!). Ja, ich wollte ursprünglich nur zwei Katzen haben. Aber Balu hat sich nun einmal gelangweilt und wurde zum Frustesser. Also musste eine dritte her. Dass wir damals zu Lyssi gegriffen haben, war technisch gesehen ein Fehler von uns (wir haben sie natürlich trotzdem lieb) und hat dadurch das Problem nicht gelöst. Also haben wir noch Pichu dazu geholt.

Und jetzt wo Nica nicht mehr da ist, bestand die Gefahr, dass die Dynamik bei uns Zuhause wieder aus den Fugen kippt. Es klingt etwas gemein zu sagen, dass Nica nicht die größten Auswirkungen im Haushalt hatte (sie war eher für sich und mochte nur Balu) und ihr Verlust für die anderen drei nicht so schwer wiegte wie beispielsweise Pichu es würde. Ein Loch hatte sie trotzdem gerissen und mit Jules hoffen wir, dass wir es erfolgreich wieder geschlossen haben.

Nächste Seite »