Ein glücklicher und zufriedener Balu

Das neue Jahr ist da und wie erwartet war der Übergang im Vergleich zu anderen Jahren wesentlich angenehmer. Zwar hat irgendein Nachbar ab 23 Uhr gemeint laute Musik draußen anmachen zu müssen aber um Mitternacht blieb zumindest das Böllern aus. Erst so 0:10 Uhr war dann doch mal was zu hören für eine Viertelstunde oder so. Balu war sich dabei zwar etwas unsicher und verschwand auch für 2-3 Minuten unter den Esstisch, kam aber gleich wieder zurück auf die Couch gedackelt. Absolut kein Vergleich zu den Vorjahren wo er sich selbst im Keller noch in die hinterste Ecke verkrochen hat aus Angst vor dem Trubel vor der Haustür. Dabei ist er sicher in unseren vier Wänden im Gegensatz zu vielen anderen, die draußen unterwegs sind. Ersten Berichten zufolge wurden allerdings trotz reduziertem Geböllere in diesem Jahr allein rund 250 Hunde bei TASSO vermisst gemeldet.

Es klingt hart und ich weiß, dass ich mir damit absolut keine Freunde mache aber die ganze Sache ist schlicht und einfach Mist und sollte endlich aufhören! Treffen mit Freunden/Familie/Verwandtschaft und eine gute Zeit haben okay, aber bitte ohne Knaller. Es ist schlecht für die Umwelt, schlecht für den Geldbeutel, schlecht für die Tiere und offensichtlich auch für die Gesundheit des einen oder anderen Menschen, wenn man sich so die Nachrichten anschaut. Wenn jemand unbedingt die bösen Geister vertreiben will (was ich stark bezweifle), daher kommt nämlich dieser Brauch, dann lieber laute Musik anmachen und/oder grölend durch die Straßen laufen. Von mir aus zusätzlich wie die Germanen noch ein Wagenrad anzünden und den Hang hinunterrollen lassen, wenn damit kein Flächenbrand ausgelöst wird. Ein paar öffentliche Feuerwerke gerne. Aber bei Privathaushalten sind wir definitiv die Spaßbremse und für ein dauerhaftes Abschaffen dieser „Tradition“. Und wer nun meint, dass ihm dadurch der ganze Spaß am Leben verboten wird, sollte vielleicht mal die böller-freie Zeit nutzen, um ein wenig über sein Leben nachzudenken…  Wem hingegen sein Geld schwer in der Tasche liegt, sollte es lieber irgendeine “Spenden statt Böllern“-Aktion unterstützen.

Ja, mich macht das Thema äußerst aggressiv! Aber nun genug davon.

Unser Abend

Unser Glücksglas

Wir haben Silvester 2020 zusammen mit den Katzen auf der Couch verbracht. Total unspektakulär, ich weiß. Wir sind einfach nicht die geselligsten Leute und das ist völlig okay, nur falls irgendjemand meint dem widersprechen zu müssen. So ab 22:30 bis 0:30 Uhr lief Sailor Moon über den Bildschirm (noch 12 Folgen…), davor haben wir uns mit unserem Glücksglas beschäftigt. Mit diesem Glas haben wir im Januar 2020 angefangen. Das Glas funktioniert so: Ihr setzt euch jeden Tag hin und schreibt eine positive Sache auf, die an diesem Tag passiert ist/die euch gefreut hat. Anschließend werft ihr den Zettel ins Glas. Am Ende des Jahres schüttet ihr das Glas dann aus, lest die Zettel nochmal durch und erinnert euch zurück an diese Momente. Hintergrund dieser Spielerei ist es zu lernen positiver zu denken bzw. Positivem mehr Bedeutung zuzumessen. Wir Menschen sehen ja leider grundsätzlich erstmal das Negative und das ist es was uns am besten in Erinnerung bleibt. Mit dem Glücksglas soll dieser Kreislauf ein wenig durchbrochen werden indem ihr bewusst an die schönen Seiten des Lebens denkt.

Wir haben es allerdings nicht täglich befüllt, sondern nur einmal die Woche. Das war zumindest für mich schon schwer genug. Auch, weil ich eher dazu neige die kleinen Dinge zu ignorieren und „signifikante“ Ereignisse suche, die positiv waren oder über die ich mich gefreut habe. Das ist logischerweise der falsche Ansatz. Nicht jede Woche passiert schließlich etwas weltbewegendes. Wäre vermutlich sowieso ganz schön stressig. Stattdessen stehen auf den Zetteln meist eher banale Dinge wie ein nettes Gespräch mit dem Partner, ein schönes Essen, etwas Lustiges was die Katzen gemacht haben oder eine Aufgabe, die mir Freude gemacht hat (Stichwort „Excelliste mit 98.000 Zeilen geschafft“). Wiederholungen oder zumindest gleichlautende Sachen sind da mitunter garantiert. So war das Frühjahr nicht nur hier Beim Christoph dominiert von der Tiefbaumaßnahme – im Glas fanden sich ebenfalls einige Zettel mit Bezug darauf. Aber warum auch nicht? Jeder Fortschritt in der jeweiligen Woche hat mich nun einmal gefreut und war eine positive Sache. Entsprechend waren die Kriterien fürs Glücksglas erfüllt. Und was spricht dagegen sich mehrfach über etwas zu freuen? Dank des Glases hatten Lysanda und ich an Silvester nicht nur die grundsätzliche Gelegenheit unser Jahr gemeinsam positiv Revue passieren zu lassen, sondern auch noch die entsprechenden Stichpunkte dazu. Definitiv eine super Sache, die wir 2021 fortsetzen. Die Zettel von 2020 haben wir übrigens nicht weggeworfen, sondern ins Archiv gepackt, um vielleicht in fünf oder zehn Jahren nochmal drauf zu schauen.

Was zu lesen

Nun ist es aber genug von 2020 im Allgemeinen und Silvester im Speziellen. Lassen wir stattdessen mal wieder Lysanda zu Wort kommen und euch zur Abwechslung zwei (abgeschlossene) Mange-Serien vorstellen. Das hatten wir schon länger nicht mehr. Beide haben nicht nur mit CLAMP das gleiche Autorenteam gemeinsam, sie sind auch in Deutschland restlos ausverkauft und nur noch zu Wucherpreisen erhältlich. Aber solltet ihr sie mal irgendwie für einen guten Preis finden, sie sind sie eine klare Leseempfehlung:

(Cover)

Magic Knight Rayearth (CLAMP, 6 Bände, abgeschlossen) – Die Geschichte ist in zwei Teile aufgeteilt. In Band 1-3 geht es um die japanischen Schülerinnen (was auch sonst?) Hikaru, Umi und Fuu, die unfreiwillig nach Cephiro transportiert werden. Ihr Schicksal verlangt es von ihnen zu den titelgebenden Magic Knights mit magischen Kräften zu werden und Cephiro zu retten. Dafür müssen sie Prinzessin Emeraude befreien, die in die Fänge des Priesters Zagato geraten ist. Mit an ihrer Seite ist das Fabelwesen Mokona, der typische Comic-Relief-Sidekick.

Nach dem Ende ihres ersten Abenteuers kehren die drei Mädels in den Bänden 4-6 auf eigenen Wunsch zurück nach Cephiro. Erneut steht die Welt vor dem Untergang, dieses Mal aufgrund von Invasoren aus den Welten Othsam, Chizetha und Faleng. Viele neue Charaktere mit eigenen Wünschen und Zielen kommen dazu, die nicht einfach nur auftauchen um gleich wieder zu gehen. Es klingt wie eine 08/15-Heldengeschichte, ist es aber nicht. Das liegt vor allem daran, dass beide Trilogien jeweils ein überraschendes Ende haben.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es für den Manga 5 von 5 Sics. Ich habe ihn vor langer Zeit bei einer Klassenfahrt in Koblenz entdeckt. Es war der zweite Manga, den ich jemals gelesen und gekauft habe (Sailor Moon war – wie sollte es anders sein – der Erste). Mittlerweile habe ich ihn sogar schon zweimal verschenkt, weil ich ihn so super finde. Mir gefällt vor allem, dass die Geschichte zum Nachdenken anregt, dabei noch ungewöhnlich (Stichwort „zweidimensionale Quelle“) und lustig ist. Und nein, Mokona ist nicht der einzige Grund zum Lachen. CLAMP hat stattdessen eine gute Balance aus ernsten Themen und netten Pointen geschafft. Nicht unerwähnt lassen möchte ich den sehr detaillierten und trotzdem dynamischen Zeichenstil, der mich sogar dazu brachte die offiziellen Artbooks zu kaufen.

Zusammengefasst kann ich also nur sagen: Auch, wenn der Manga sich an eine jüngere Leserschaft (Mädchen ab 12 Jahren) richtet, lese ich ihn immer noch gerne. Anscheinend bin ich nicht die Einzige, die ihn gut findet, denn er wurde allein in Deutschland schon mehrfach neu aufgelegt und ist trotzdem ständig ausverkauft. Schade, dass es den dazugehörigen Anime nicht einmal mit deutschen Untertiteln gibt.

(Cover)

Tsubasa – RESERVoir CHRoNiCLE (CLAMP, 28 Bände, abgeschlossen) – Ich habe nicht umsonst zuerst Magic Knight Rayearth erwähnt, denn einige Charaktere daraus kommen ebenfalls in Tsubasa vor. Und nicht nur das: CLAMP hat sich bei insgesamt 17 ihrer Manga-Serien wie Clover, RG Vega oder xxxHOLIC bedient, um das Universum von Tsubasa auszuschmücken. Es ist quasi ein riesiges Manga-Crossover. Wobei das doch nicht ganz stimmt, denn es handelt sich im Falle der Charaktere um neue Inkarnationen. Sie haben weder die gleichen Fähigkeiten noch dieselben Eigenschaften. Es sind also nicht tatsächlich die aus den anderen Serien, sie sehen nur so aus.

Stellt sich natürlich die Frage, wie das funktioniert. Ganz einfach: In Tsubasa geht es um Dimensionsreisen. Die Hauptfiguren sind Sakura, die Prinzessin des Clow-Königreichs und Shaolan. Er ist ihr langjähriger Freund und ein Archäologe, der mehr oder weniger offensichtlich etwas zu verbergen hat. Bei einem Besuch von Sakura bei Shaolan werden ihr von einer bösen Macht die Erinnerungen geklaut. Und da Shaolan logischerweise ein netter Typ ist, versucht er ihr dabei zu helfen sie wieder zu erlangen. Hier kommt dann Yuko Ichihara ins Spiel – die Hexe der Dimensionen. Sie sagt ihm, dass er Sakuras Erinnerungen in verschiedenen Dimensionen einsammeln muss, um sie zu retten. Sie haben dort die Form von Federn angenommen. Die Hexe hilft ihm durch diese Dimensionen zu reisen aber nur unter der Bedingung, dass er ihr das Wertvollste in seinem Besitz gibt. Shaolan denkt nicht lange darüber nach und macht sich zusammen mit dem Schwertkämpfer Kurogane, dem Magier Fye de Flourite und der (anfangs) bewusstlosen Prinzessin auf den Weg. Im Laufe der 28 Bände bereist er anschließend zahlreiche andere Welten auf der Suche nach den Federn.

2014, fünf Jahre nach dem Ende von Tsubasa – RESERVoir CHRoNiCLE, erschien eine Nachfolge-Serie mit drei Bänden unter dem Titel Tsubasa World Chronicle – Niraikanai. Sie setzt direkt ans Ende an und stellt erneut Shaolan in den Mittelpunkt, der dieses Mal die namensgebende Welt Niraikanai retten muss.

Die komplette Serie

Beim Christoph meint: Beide Mangas bekommen von mir jeweils 4 von 5 Sics. Das kommt überraschend, da ich nach dem Kauf quasi nicht mehr geschlafen habe, weil ich ihn einfach nicht weglegen konnte. Einzige Begründung für den fehlenden Sic: Das Ende ist doof und total gemein nach 28 Bänden voller Spannung. Und selbst mit der Fortsetzung wird kein besserer Abschluss nachgeliefert. Eigentlich fehlen hier noch weitere Bände, die aber vermutlich nicht erscheinen werden. Zudem hätte ich mir vereinzelt einen längeren Aufenthalt in der ein oder anderen Welt gewünscht, die einfach total interessant war.

Ansonsten konnte ich die ganze Zeit mit den Charakteren mitfiebern trotz der ein oder anderen Komplexität durch die Dimensionsreisen. Ich wollte ständig wissen wie es weitergeht und „gemeinerweise“ (weil so total spannend) klärt sich erst am Schluss beispielsweise auf, warum der Manga so heißt wie er heißt. Die verschiedenen Geschichten der einzelnen Charaktere werden detailliert abgehandelt und alles fügt sich am Ende zusammen. Laut Verlag ist der Manga für Leser ab 12 Jahren geeignet, das finde ich persönlich aber etwas früh. Dafür gibt es zu viele Details und Zusammenhänge, die man sich über die ganzen Bände hinweg merken muss. Selbst ich werde ihn auf jeden Fall nochmal lesen. Nicht nur, weil er mir so gut gefallen hat, sondern eben auch, weil mir sicherlich das eine oder andere Detail entgangen ist.

2020 neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Nächste Woche steht sogar schon der Jahresrückblick an. Ja, technisch gesehen dauert das Jahr dann noch weitere vier Tage und es folgt sogar noch ein Katzenmoment. Die 11 Wörter werden in der Eintragsstatistik aber bereits eingerechnet sein und sonstige Überraschungen erwarte ich keine, die Einfluss auf den Text haben werden. Ich hab‘ einfach vor ein paar Jahren entschieden, dass der Jahresrückblick nicht mehr der erste richtige, sondern der letzte Eintrag des Jahres sein wird. Lebt damit :tongue: .

Kommen wir heute stattdessen noch einmal zu einer Top-Liste. Videospiele waren zwar bereits letzte Woche unser Thema aber Beim Christoph ist ja mittlerweile so viel mehr als nur eine Seite über Videospiele (glaube ich zumindest). Lasst uns also mal über den Tellerrand lunzen, was denn 2020 noch so für mich von Interesse war. Erneut gilt: Ich betrachte nur die „Nutzung“ in 2020. Es muss nicht zwingend aus diesem Jahr stammen. Man muss sich ja nicht künstlich limitieren, nur um „Hip“ zu sein.

Das In-Extremo-Konzert in Gothic

Bestes Album: In Extremo – Kompass zur Sonne
Die deutsche Mittelalter-Rockband In Extremo habe ich wie vermutlich viele Spieler anno 2001 erstmals kennen und lieben gelernt. Zur Erinnerung: Damals hatten sie im alten Lager in Gothic einen virtuellen Auftritt. Allerdings war gleichzeitig auch das im gleichen Jahr veröffentlichte Album Sünder ohne Zügel das letzte von ihnen, welches aus meiner Sicht gute Lieder enthielt (mit Ausnahme des genialen Duetts Horizont von Mein Rasend Herz) und entsprechend hoch und runter durch die Boxen lief – bis jetzt. Mit Kompass zur Sonne haben die Jungs aber zumindest bei mir seit langem mal wieder den richtigen Nerv getroffen. Den genauen Grund kann ich euch nicht wirklich, schließlich hat sich der grundsätzliche Sound der Band über die Jahre nicht wirklich groß verändert. Es passt einfach.

Bester Baumarkt: Hornbach
Unsere Go-To-Baumärkte in Darmstadt sind Hornbach und Bauhaus. Beide haben grundsätzlich ihre eigenen Vor- und Nachteile. So gibt es unser begehrtes Plexiglas beispielsweise nur im Bauhaus während gefühlt die Beratung in der Schraubenabteilung im Hornbach wesentlich besser ist. Dieses Jahr waren wir jedoch definitiv häufiger im Hornbach. Zum einen, weil wir nicht so viel Plexiglas gebraucht haben (und es irgendwie dank der Pandemie eh dauernd ausverkauft war) und zum anderen, weil es die Fliegennetze von Windhager nur dort gab‘ (inkl. kostenlosem Versand bei Onlinebestellung). Was bleibt mir also anderes übrig als ihn zum besten Baumarkt des Jahres zu machen? :tongue:

Bester Film: John Wick: Kapitel 3
Unterm Strich war der dritte Teil nicht der ganz große Hammer wie die Vorgänger. Vermutlich, weil einfach viel zu viel los ist. Verständlich, da ja die ganze Stadt hinter Wick her ist aber trotzdem wie gesagt gefühlt etwas zu viel des Guten. Ich meckere aber definitiv auf einem extrem hohen Niveau. Für mich ist die Trilogie das Beste, was im Action-Genre in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist. Zumindest kann ich mich an sonst nichts ähnlich Bemerkenswertes erinnern. Reeves ist Wick und Stahelski setzt ihn perfekt (und wahnsinnig realitätsgetreu) in Szene. Es sind zudem die einzigen Filme, die Lysanda und ich seit Beginn unserer Beziehung bereits mehrfach geschaut haben. Wenn das bei dem Überangebot in unseren Regalen kein Kompliment ist, dann weiß ich auch nicht. Ich bin extrem gespannt auf Teil 4 und 5, die sie anscheinend gleichzeitig drehen wollen.

Bester Baumarkt in der anderen Fahrtrichtung: Globus Baumarkt
Darmstadt hat zwar bereits eine vergleichsweise große Auswahl an Baumärkten, aber in der anderen Himmelsrichtung Richtung Rüsselsheim gibt es selbstverständlich auch noch welche. Darunter einen nahegelegenen toom, in den wir aber nur in wirklichen Notfällen gehen (schlechte Beratung, kleines Sortiment, mäßige Preise) sowie etwas weiter weg einen riesigen Globus inkl. Baumarkt. Kommen wir nicht sehr oft hin, da wir selten in diese Richtung fahren. Aber als wir dieses Jahr mal wieder da waren, waren wir erneut begeistert. Hat doch so einiges im Angebot speziell was Farben angeht, was die Konkurrenz nicht zu bieten hat. Und ja, für Immobilienbesitzer sind Baumärkte echte Highlights. Deswegen gleich zwei Erwähnungen im selben Eintrag :smile: .

Beste Serie: Keine
2020 war kein Fernsehjahr bei uns. Was ich zwar grundsätzlich positiv finde aber wir haben es nicht einmal geschafft nach vier Jahren endlich mal Sailor Moon zu beenden (zum Verfassungszeitpunkt noch 18 Folgen). Entsprechend ist es wenig überraschend, dass wir überhaupt keine einzige Serie neu angefangen geschweige denn fertig geschaut haben. Ich weiß nicht, wie andere das schaffen mit den ständigen Neuveröffentlichungen mit zu halten. Ja, auch die neuen Star Trek-Serien kenne ich immer noch nicht. Ich geh‘ mich ja schon in die Ecke stellen und schämen…

Ist sie nicht hübsch?!

Beste Katze: Maya
Lysanda ist schon ganz gespannt darauf zu erfahren, wie ich diese Wahl begründe. Schließlich ist Maya immer noch unser Problemkind. Sie rotzt weiterhin fleißig alles voll und treibt extrem viel Schabernack. Immerhin macht sie nicht mehr auf die Couch und die Tierarztkosten für sie waren 2020 übersichtlich. Sie hatte sich nur mal einen Magen-Darm-Virus eingefangen und vor ein paar Wochen scheint sie beim nächtlichen Toben etwas unsanft gelandet zu sein (Kralle abgebrochen und kleine Hämatom in der Schulter). Aber ich weiche vom Thema ab: Selbstverständlich sind alle unsere Kind…äh Katzen toll. Maya steht hier nur stellvertretend für alle anderen. Und, weil sie eine extrem hübsche und vornehme Katze ist. Ach und, weil sie mittlerweile so toll „Miau“ sagt und nett um Leckerlis fragt. Vielleicht auch, weil sie mir nicht wie Jules oder Balu ständig auf die Pelle rückt und gestreichelt werden will während Pichu meist gar nicht angefasst werden möchte. Sie mag mich außerdem wesentlich mehr als Lyssi. Aber wie gesagt: Ich habe alle unsere Vierbeiner lieb.

Bester Haushalts-Einkauf: Leifheit Zubehör-Set Pegasus
„Bitte? Ein Ding für 7 Euro ist euer absolutes Highlight?!“ Selbstverständlich! Das sind doch die besten Sachen: Billig und doch extrem nützlich im Alltag. Und ich möchte definitiv dieses Zubehör für unseren Leifheit-Wäscheständer nicht mehr missen. Ja, es sind technisch gesehen bereits zwei davon dabei. Aber zwei mehr machen zumindest bei uns einen extremen Unterschied. Ich hab‘ einfach viel zu viele Stofftaschentücher und wenn ich die alle auf die Leine – vielleicht sogar mit Wäscheklammern – ziehen müsste, würde ich bekloppt werden. In den Pegasus klemme ich sie einfach rein und kann sie mit einem leichten Zug nach dem Trocknen schnell und einfach wieder runterholen. Einfach ein geiles Teil.

Bester Videospielesoundtrack: The Executioner
Das dazugehörige Spiel hat mich leider massiv enttäuscht. Gab‘ auch seit dieser Zeit kein weiteres Update für den Titel und von Akt 2 ist ebenfalls noch keine Spur in Sicht. Der Soundtrack von Ivan Dinges und Alexey Ozhgibesov hat mich jedoch umgehauen und erklingt bis heute sehr häufig aus meinen Boxen (jetzt gerade wieder). Speziell das Hauptthema, Sweet Torture, berührt mich bis tief hinab in meine Seele. Schon, wenn bei Sekunde 10 das zweite Mal der tiefe Ton aus dem Klavier ertönt (direkt ganz am Anfang kommt er noch nicht zur Geltung), läuft mir jedes Mal eine Gänsehaut über meine Arme. Der Klang der Laute, die gezielt eingesetzten Klaviertöne und der verstörende „Kindergesang“ – ein extrem verstörender, depressiver und doch auf seine Art und Weise wahnsinnig faszinierender Track. Echt schade, dass es insgesamt nur sechs Lieder (ca. 19 Minuten) auf dem Album gibt. Hätte sehr gerne noch mehr von den beiden gehört. Aber vielleicht kommt ja irgendwann Akt 2 und damit zusätzliche Musik.

Bestes Buch: Braving Britannia
Trotz der drastischen Reduzierung unseres Fernsehkonsums habe ich es auch 2020 wieder nicht geschafft so viel zu lesen, wie ich gerne möchte. Viel zu viele neue Bücher kamen natürlich trotzdem dazu. Gefühlt unterstütze ich auf Kickstarter schließlich aktuell nichts anderes… Aber gut: Von den Büchern, die ich gelesen habe, gefiel mir das Werk von Wes Locher über die Community von Ultima Online definitiv am besten. Wie ich schon im April schrieb: Ich finde es immer spannend mehr über die Hintergründe eines Spiels und seine Entwicklung zu erfahren. Meist erfolgt es jedoch in Form eines Sach- und Fachbuchs mit wenig Gefühl und Menschlichkeit. Bei diesem Werk ist es anders. Hier zeichnet der Autor stattdessen anhand der persönlichen Geschichten von Leuten, die live dabei waren ein Bild des Spiels. Gibt sogar seit Oktober einen zweiten Band, wie ich bei der Recherche gerade herausgefunden habe. Muss ich gleich mal kaufen.

Schicke Kunst by Lysanda L’eau

Bestes Katzenklappendesign: Lysanda L‘eau
Unsere lieben Katzen haben es dieses Jahr irgendwie geschafft die äußere Katzenklappe explodieren zu lassen. Ich fand‘ sie eines Tages in zwei Teile zerbrochen wieder. Keine Ahnung was da passiert ist (ist nicht im Blickfeld der Kamera). Wir mussten also Ersatz beischaffen. Leider haben wir nirgends eine Klappe mit den exakten Maßen gefunden. Entweder sie waren kleiner oder größer. So blieb uns am Ende nur übrig mit Hilfe eines beschichteten (=wegen Witterung) Bretts einen Adapter zu bauen. Und statt dieses Brett passend zuzuschneiden, kam Lysandas kreative Ader auf die Idee es zu bemalen bzw. genauer gesagt zu bepunkten. Das Ergebnis sieht extrem genial aus, wenn ich das so sagen darf und ist garantiert einzigartig. Die Katzen wissen es aber glaube ich nicht zu schätzen :smile: .

Beste Schreibware: Neuland No.One Outliner
Ich helfe zwar schon lange nicht mehr bei Frau Mama im Laden mit und war entsprechend auch ewig nicht mehr auf der Paperworld in Frankfurt am Main. Neue Schreibwarenprodukte finde ich aber trotzdem weiterhin sehr interessant und ich weiß einen guten Stift definitiv zu schätzen. Leider habe ich überhaupt keine Verwendung dafür, da ich so gut wie nie male oder schreibe. Glücklicherweise sieht das bei Lysanda anders aus. Entsprechend kommt doch hin und wieder mal was Neues ins Haus. Und dieses Jahr haben wir die Firma neuland im Allgemeinen und ihre Stifte im Speziellen entdeckt. Aus deren Sortiment besonders gefallen hat mir der nachfüllbare, permanente Konturenmarker „Outliner“ mit Pinselspitze. Der produziert nicht nur ein schön kräftiges und durchgängiges Schwarz auf dem Papier, es macht auch richtig Spaß es zu tun. Ich würde das Gefühl als „luftig leicht” beschreiben. Richtig geniale Sache. Allerdings nicht für kleine Hände geeignet (relativ dick das Ding) und die Gefahr damit herumzusauen ist extrem hoch.

Bester Partner: Lysanda L’eau
Bitte? Aber es stimmt doch! Also zumindest für mich. Eure Einschätzung wird davon höchstwahrscheinlich abweichen. Das ist auch besser so! Mehr als vier Jahre sind wir nun schon verheiratet und auch, wenn es wie in jeder Beziehung seine Höhen und Tiefen gab, gibt und geben wird: Ich würde es wieder tun. Es war die beste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe! Irgendwann bekommt ihr die Dame vielleicht auch mal zu Gesicht. Mal schauen :wink: .

 

Bevor ich jedoch noch eine Putzfrau rufen muss, um den ganzen Schleim hier weg zu machen, beenden wir lieber den heutigen Eintrag. Kommende Woche folgt wie eingangs erwähnt der „echte“ Jahresrückblick 2020 und bis dahin (und darüber hinaus) dürft ihr gerne eure persönlichen Konsum-Highlights in die Kommentare packen.

Vor acht Jahren hat sich Rondrer an dieser Stelle geoutet, dass er so seine Probleme mit den alten „Meisterwerken der Spielekultur“ hat und versuchte zu analysieren, warum er sich mit Titeln wie Heroes of Might & Magic 3 oder Deus Ex trotz ehrlicher Versuche schwer tut. Ähnlich geht es mir mit so manchem „Meisterwerk der Literatur“. Da müssen wir nicht einmal zurück bis zur „klassischen“ Literatur. Die scheinbar lt. den „echten“ Buchkennern in Deutschland übrigens nur eine Epoche zwischen 1786 und 1832 beschreibt, in denen aus dieser Sichtweise wohl nur die vier „Großen“ (Goethe, Schiller, Wieland, Herder) nennenswertes geschrieben haben. Für mich verbirgt sich hinter dem Begriff „Klassik“ eher der „Klassiker“ aber gut: Das ist wie in der Kunst. Da versucht man ja auch auf Biegen und Brechen alles in irgendwelche Bewegungen einzuordnen, egal ob es Sinn macht oder nicht.

Ein Regal voller gutem Lesestoff

Natürlich gibt es…nennen wir sie „erfolgreiche, ältere Werke“, die ich super finde. Alice im Wunderland (Lewis Carroll) beispielsweise oder Der gallische Krieg von Gaius Julius Caesar (nein, ich habe es nicht auf Lateinisch gelesen) und – um etwas in die neuere Zeit vorzurücken – Der Ewige Krieg oder Der Wüstenplanet (Frank Herbert). Aber da fängt es schon an: Ich habe grundsätzlich alle Bücher des ursprünglichen Wüstenplanet-Zyklus gerne gelesen aber als echten Klassiker würde ich tatsächlich nur Band 1 bezeichnen. Viel lieber habe ich – und dafür hassen mich alle „echten“ Dune-Fans abgrundtief – Die frühen Chroniken und vor allem Die Legenden von seinem Sohn (zusammen mit Kevin J. Anderson) verschlungen. Da habe ich tatsächlich damals jede Veröffentlichung herbeigesehnt und die über 1.000 Seiten langen Brecher in wenigen Tagen durchgelesen. Und auch wenn ich weiß, dass ich mich damit noch tiefer in die Nesseln setze: Selbst bei einem Der Herr der Ringe würde ich lieber nochmal die Filme anschauen als die langatmigen Erzählungen des lieben Herr J.R.R. Tolkien zu ertragen. Ja, das sage ich als jemand, der selbst das Silmarillion gelesen hat. Schlimmer noch: Das fand ich persönlich sogar interessanter als das eigentlich bedeutendere Hauptwerk des Professors. Über so ein Geschwurbel wie Die Leiden des jungen Werther (Johann Wolfgang v. Goethe) brauchen wir da gar nicht erst zu reden…

Die Überleitung

Diese ganzen hochgelobten Bücher sind sicherlich alles literarische Meisterwerke mit einer unvergleichbaren sprachlichen Virtuosität, die gekonnt tiefgründige Themen bearbeiten und den Leser total mitreißen sowie nicht nur aber besonders die literarische Welt auf Ewig verändert haben. Aber irgendwie scheine ich das nicht so zu schätzen zu wissen. Ich spiele ich ja auch lieber Saints Row als Grand Theft Auto :smile: . Aber ich versuche es natürlich immer mal wieder. Also nicht nur das Spielen von Grand Theft Auto, sondern auch das Lesen besagter Klassiker, egal wie oft ich dabei am Ende auf die Nase falle – womit wir beim heutigen Thema sind:

(Cover)

The War of the Worlds Illustrated (H.G. Wells/Bitmap Books, ca. 35€, 276 Seiten, Englisch) – Der ultimative Klassiker und Prototyp unserer heutigen Vorstellung von Science-Fiction aus dem Jahr 1898. Damals als Fortsetzungsroman erschienen und technisch gesehen in zwei Bücher aufgeteilt (Die Ankunft der Marsianer und Die Welt unter den Marsianern), hat Bitmap Books nun eine Neuauflage des Werks produziert. Neben dem eigentlichen, englischsprachigen Originaltext enthält diese eine kleine Biographie über H.G. Wells und ein paar Seiten über die Nachwirkungen seines berühmtesten Werks. Außerdem wurden Schlüsselszenen vom mexikanischen Illustrator Adam Rufino nachgestellt. Der Kerl hat es prinzipiell echt drauf, wenn ich mir so sein (spielelastiges) Portfolio anschaue aber das was er hier im Auftrag des britischen Verlags produziert hat finde ich durchgängig einfach nur hässlich. Mein Hauptproblem ist glaube ich, dass alle Menschen aussehen wie Zombies und auch sonst alles einen „toten“ Look hat. Passt natürlich ein Stück weit zur Thematik der Erzählung aber mir gefällt dieser Stil nicht. Dazu kommt noch, dass aus meiner Sicht die Szenen mitunter nicht zu dem passen, was im Text nebendran steht. Blöd, dass sie einen großen Teil des hochwertig verarbeiteten, DINA4-Hardcovers ausmachen. Der Rest ist hingegen gefüllt mit sehr groß geschriebenem Text (leider eine Vorliebe von Bitmap Books).

Ja, Der Krieg der Welten ist kein langer Roman. Das Original hat zwar auch 287 Seiten, war aber im Taschenbuchformat. Es wirkt hier nur so, weil z.B. sieben Absätze auf eine DINA4-Seite aufgeblasen wurden. Das mag optisch super aussehen – und mir ist klar, dass das einer Hauptansprüche dieser nicht ganz billigen Neuauflage war – aber so richtig glücklich bin ich damit nicht.

Der eigentliche Inhalt

So viel zur Aufmachung der Neuauflage. Viel wichtiger ist natürlich die Geschichte selbst. Achtung: Ich nehme keine Rücksicht auf Spoiler. Das Ding wurde mittlerweile 13mal verfilmt, es gibt unzählige Hörspiele und Comics dazu und gefühlt jeder referenziert darauf. Ach und es ist über 120 Jahre alt. Also: Wir befinden uns in England irgendwann in den 1890igern. Alles ist super und duber bis eines Nachts ein Meteorit in der Nähe der Kleinstadt Woking in Surrey niedergeht. Dieser Meteorit entpuppt sich als metallischer Zylinder vom Mars aus dem nach einiger Zeit ein Tentakelmonster herauskrabbelt – ein Marsianer. Am Anfang sind die Menschen zwar neugierig aber total unbeeindruckt und überheblich. Marsianer können aufgrund der hohen Gravitation auf der Erde eh nicht überleben und so. Nach und nach fallen noch mehr Zylinder vom Himmel und es kommt buchstäblich Bewegung in die Sache: Die Marsianer bauen die berühmten Tripod-Kampfmaschinen und fangen ausgerüstet mit den riesigen Hitzestrahlern und einer Art lilafarbenen Gasgranaten ihren Eroberungsfeldzug Richtung London an. Das irdische Militär schafft es zwar einen nieder zu strecken, ist aber unterm Strich völlig machtlos gegen die Dinger. Ein Dorf nach dem anderen wird in Schutt und Asche gelegt und London scheint verloren.

Mittendrin ist unser namenloser aber wissenschaftlich interessierter Erzähler, der die Geschichte vollständig aus seiner persönlichen Sicht wiedergibt und alles um sich herum genau beobachtet. Nachdem er seine Frau bei seinem Bruder abgegeben hat und warum auch immer pflichtbewusst den dafür ausgeliehenen Wagen zurückbringen möchte, stolpert er mitten in die Flüchtlingsbewegung hinein. Er zieht nun gefühlt planlos durchs Land, trifft hier und da temporäre Weggefährten und erlebt ein paar mehr oder weniger grausame Sachen bevor er dann mehrere Tage mit einem psychisch instabilen Vikar in einer Ruine verbringt – direkt in der Nähe eines weiteren Einschlagslochs der Marsianer, die dort fleißig unmenschliche Dinge tun. Abschließend macht er sich auf den Weg nach London. Dort angekommen stellt er fest, dass zwar vieles zerstört aber grundsätzlich alles leergefegt und ruhig ist. In einem Park findet er dann einen toten Marsianer: Sie haben nicht mit den irdischen Bakterien gerechnet und wurden von ihnen dahingerafft. Die Marsianer sind besiegt, er macht sich auf den Weg zurück nach Hause und findet dort seine Frau quietschlebendig wieder. Happy End.

Die Kritik

The War of the Worlds (Herstellerbild des Xbox-360-Arcadetitels)

Das Besondere an Der Krieg der Welten ist wohl der Schreibstil. Anders als traditionelle Romane erwartet den Leser in H.G. Wells Werk eine Art nüchterner Augenzeugenbericht von der Invasion der Marsianer. Es gibt keine Charaktere mit denen wir mitfühlen können/sollen (die meisten Personen haben nicht einmal Namen), keine wirkliche Charakterentwicklung, keinen Aufstieg oder Fall eines Helden. Einfach nur seitenweise subjektive Beobachtungen und Nacherzählungen durch diese unbekannte Person aus Woking. Das ist definitiv mal eine etwas andere Herangehensweise, dürfte aber genau mein Problem mit diesem Buch sein: Es ist heutzutage total langweilig zu lesen.

Es passiert insgesamt zu wenig und wenn mal was passiert, ist es nicht sonderlich spannend erzählt. Die Situation im Flüchtlingsstrom fand ich im Gegenteil sogar eher verwirrend. Ich weiß immer noch nicht genau, wer da jetzt wie gestorben und in welche Richtung der Erzähler zu welchem Zeitpunkt gelaufen ist. Das mag gewollt und authentisch sein. Es ist für mich aber kein guter Roman. Der einzige Höhepunkt sind besagte Tage mit dem instabilen Viker. Da kommen plötzlich Emotionen hoch, da passiert tatsächlich mal was und der Erzähler wird für einen kurzen Moment menschlich.

Gleichzeitig bin ich vermutlich durch jahrelangen SciFi-Konsum zu „versaut“. Ein Tentakelmonster vom Mars lockt mich einfach nicht mehr hinterm Ofen hervor. Und das Finale (eigentlich die komplette zweite Hälfte des zweiten Buchs) war schlicht dämlich. Ja, das ganze Buch soll wohl eine Satire auf die britische Kolonialpolitik sein und es ist genau der Witz, dass die Bakterien als primitivsten aller Lebewesen das Vereinigte Königreich retten. Aber das alles zu wissen, macht das Buch für mich als Leser nicht wirklich besser. Man hätte es trotzdem interessanter erzählen können.

Beim Christoph meint: Von mir gibt’s für The War of the Worlds Illustrated gerade so 2 von 5 Sics wegen dem Vikar-Abschnitt. Grundsätzlich bereue ich es nie meinen Horizont erweitert zu haben. Es ist immer gut auch mal selbst zu erfahren, woher die Inspiration der Medien stammt, die ich heutzutage so konsumiere. Macht es auch leichter die eine oder andere Anspielung zu verstehen. Aber am Ende des Tages ist es für mich – einem fast 36jährigen im Jahr 2020 – kein gutes Buch und schon gar keine Pflichtlektüre. Das fängt mit der Neuauflage an sich an (hässliche Zeichnungen, riesiger Text) und geht bis hin zur Geschichte selbst. Ich kann verstehen, dass es damals der absolut heißeste Scheiß war als Science-Fiction noch was komplett Neues darstellte. Mich hat es aber nicht vom Hocker gehauen. Weder sprachlich noch inhaltlich. Frei nach Rondrer: Die Bücher waren damals wie heute bestimmt nicht schlecht, aber ich muss einfach damit aufhören mir von anderen Leuten ihre Meinung zu den Werken aufdrängen zu lassen und einfach nur das zu lesen, was mir jetzt gerade Spaß macht :smile: .

Meridian 59 (Herstellerbild)

Ich hab‘ grad mal im Archiv gestöbert aber es ist wie ich vermutet hatte: Ich habe tatsächlich noch nie irgendetwas über meine Erfahrungen mit Ultima Online geschrieben. Nur über meine „Abenteuer“ in Meridian 59 gab es mal einen längeren Bericht. Das gibt es übrigens immer noch. Seit 2011 unter der Schirmherrschaft eines neuen Entwicklers und mit dem Untertitel ResurgencE. Außerdem mittlerweile kostenlos und 2012 wurde sogar der Source Code veröffentlicht, was die Update-Frequenz etwas erhöht hat. Es bleibt trotzdem ein leeres und technisch wie spielerisch total veraltetes Spiel bei dem sich irgendwie bei mir kein Spielspaß breit machen will.

Die Konkurrenz

Aber ich wollte heute nicht über Meridian 59 reden. Relevant ist stattdessen, dass ich damals (der Artikel ist von 2008) dann auch mal in Ultima Online reingeschaut hatte. Doch sehr weit gekommen bin ich nicht. Zum einen war die Community wesentlich weniger hilfreich als bei der Konkurrenz (=gar nicht) – vermutlich, weil sie zahlenmäßig selbst heute noch größer ist. Zum anderen bin ich irgendwie eher bereit in alte Einzelspielertitel etwas Energie zu stecken als in ein MMORPG bei dem selbst mit dem „modernen“ 3D-Client die Bedienung unter aller Sau ist. Das war dann vermutlich auch der Grund, warum ich am Ende doch nichts darüber getippt habe. Bin damals mit meinem Nekromanten über die Startregion definitiv nicht hinausgekommen.

Gleichzeitig ist Ultima Online ähnlich wie EVE Online so ein Titel, dessen Geschichten mich durchaus interessieren und echt spannend sein können. Entsprechend dankbar bin ich darüber, dass es mittlerweile Autoren gibt die dazu ganze Bücher verfassen. Leider meistens nur auf Englisch. Der deutsche Markt besteht aus meiner Perspektive irgendwie nur aus irgendwelchem Retro-Kram von ehemaligen Spiele-Journalisten, die vor der Veröffentlichung dringend einen Lektor gebraucht hätten. Aber ich bin schon wieder gehässig. Sie haben ihre Fans und jeder soll lesen, was er gut findet. Und ich finde eben eher Bücher toll wie zum Beispiel Empires of EVE (kommt demnächst der 2. Band) oder eben:

(Cover)

Braving Britannia (Wes Locher, ca. 20€, 372 Seiten, Englisch) – Der Autor hat 35 Personen interviewt, die speziell im ersten Jahrzehnt von Ultima Online eine mehr oder weniger große Rolle gespielt haben. Darunter ein paar der Entwickler, freiwillige „Mitarbeiter“ (z.B. Noob-Begleiter oder Fanseitenbetreiber), Anführer von einflussreichen Gilden wie den Shadowclan Orcs und natürlich auch alltägliche Spieler wie z.B. den notorischen PVPler Evil M, die durch ihre kleinen und großen Taten ihren Namen in den Analen des Spiels hinterlassen haben.

Statt jedoch einfach nur diese 35 Interviews abzudrucken, erwartet euch ein Fließtext gespickt mit Zitaten. Beginnend mit den eigenen Erfahrungen des Autors mit dem Spiel erfahrt ihr so nicht nur wie die einzelnen Personen Ultima Online erlebt haben, sondern auch wie ihr Handeln das Drumherum beeinflusst hat und über die Entwicklung des Spiels über die Jahre. Das hatte den offensichtlichen Vorteil für Wes Locher, dass er tatsächlich so etwas wie einen roten Faden durch das Buch ziehen konnte. Jedes Unterkapitel, jedes Hauptkapitel baut mehr oder weniger offensichtlich aufeinander auf. Daraus entsteht für den Leser nach und nach ein recht deutliches Bild zumindest von einem Teil der damaligen Community und von der Faszination, die Ultima Online auf diese Leute ausübte. Gleichzeitig fühlt sich das Buch dadurch angenehm rund an. Ja, es gibt sicherlich noch tausende weitere Geschichten, die es sich lohnt zu erzählen. Aber für sich gesehen hat das Werk einen logischen Anfang und ein sinnvolles Ende.

Ultima Online (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Bücher wie Braving Britannia sind vermutlich nur für drei Personengruppen geeignet: Diejenigen, die selbst dabei waren und in Nostalgie schwelgen wollen; Forscher/Historiker, die sie als Quelle nutzen, um mehr über das Thema durch Augenzeugen zu erfahren; Und eben Leute, die nicht live dabei waren aber trotzdem interessant finden, was da so passiert ist. Wenn ihr euch zu einer der drei Kategorien im Allgemeinen zählt und Ultima Online im Speziellen spannend findet, dann ist das Werk von Wes Locher eine klare Empfehlung.

Ich fand es super spannend ein bisschen mehr hinter die Kulissen dieses MMORPG-Klassikers zu blicken und das eben nicht aus der üblichen „Entwickler-Post-Mortem“-Sicht, sondern auf einer wesentlich persönlicheren Ebene. Man kann definitiv herauslesen, dass für diese Personen Ultima Online und die dazugehörige Community etwas ganz Besonderes waren. Und sich dadurch, dass sie sich im und außerhalb des Spiels daran beteiligt haben, mitunter ihr Leben komplett verändert hat. Und wenn das keine coole Sache ist, dann weiß ich auch nicht…

Noch ein Spielebuch

Wesentlich analytischer gehen hingegen die Autoren des nächsten Buches mit ihrem Thema um. Es ist eines der ersten Werke, die der französische Verlag Third Editions dank Kickstarter ins Englische übersetzen konnte. Und – so viel sei schon gesagt – es ist um Längen besser als The Heart of Dead Cells: A Visual Making of, von dem ich extrem enttäuscht war.

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BioShock – From Rapture to Columbia (Nicolas Courcier, Mehdi El Kanafi & Raphaël Lucas, ca. 30€, 192 Seiten, Englisch) – Die Analyse-Bücher von Third Editions haben immer eine ähnliche Grundstruktur in der das jeweilige Unterhaltungsmedium (sie schreiben nicht nur über Spiele) behandelt werden: „Entstehung“, „Universum“ und „Entschlüsselung“. Im Abschnitt „Entstehung“ geht es – wie der Name schon sagt – um die Entwicklung. Dazu gehört z.B. auch von welchen anderen Medien sich die Designer haben inspirieren lassen und was gut/schlecht gelaufen ist. Der Abschnitt „Universum“ beschäftigt sich hingegen voll und ganz mit der Geschichte, den Charakteren und der Spielwelt. Allerdings geht es hier mehr um die Vorstellung und eine gewisse Einordnung. Die tatsächliche Analysis der Themen, die Wirkung der selbigen und die Auswirkungen der Titel auf die Kultur sind dann im Abschnitt „Entschlüsselung“ zu finden. Third Editions möchte quasi die Antwort auf die Fragen liefern, warum und wann das Werk entstanden ist, was aus ihm geworden ist und warum es für die Popkultur so wichtig ist.

Ab nach Rapture

Und wie der Name schon sagt, beschäftigt sich dieses Buch mit der BioShock-Trilogie inkl. allen DLCs (gesplittet in Teil 1 & 2 als Einheit und dann BioShock Infinite). Der, aus meiner Sicht eher verstörende, Soundtrack hat sogar ein eigenes Kapitel spendiert bekommen. Anders als bei besagtem The Heart of Dead Cells: A Visual Making of erfährt der Leser trotz nur 192 Seiten allerhand über die jeweiligen Titel. Es ist gefühlt ein Ungleichgewicht zu Gunsten BioShock Infinite vorhanden (deswegen sind vermutlich Teil 1 und 2 in einen Abschnitt gepackt worden). Und auch grundsätzlich könnten wie immer noch wesentlich mehr Informationen enthalten sein. Aber unterm Strich hatte ich doch das Gefühl einen guten Rundumüberblick über die drei Spiele zu erhalten.

Beim Lesen eher negativ aufgefallen ist mir, dass die Autoren scheinbar etwas mit ihrem Pop-Kultur-Wissen angeben wollten. Teilweise rattern sie definitiv zu viele Vergleiche zu anderen Werken herunter, obwohl einer bereits gereicht hätte. Außerdem ist wie immer bei solchen Werden natürlich ohne Bestätigung durch Ken Levine oder einen anderen Verantwortlichen das ein oder andere speziell im Analyse-Kapitel reine Spekulation auf Seiten der Autoren. Es regt dennoch zum Nachdenken an. Nicht nur darüber was die Entwickler mit BioShock sagen wollten, sondern auch über die Art und Weise wie sie es im Spiel versucht haben rüber zu bringen. Jetzt nach dem Lesen des Buchs ist quasi für mich der perfekte Zeitpunkt mal die Remastered-Fassungen zu spielen. Plus BioShock Infinite, das ich bis heute nicht durch habe wegen meinen damaligen Performanceproblemen.

BioShock Remastered (Herstellerbild)

Am meisten vermisst habe ich hingegen tatsächlich ein paar Bilder. Ja, die Analyse-Bücher von Third Editions bestehen vollständig nur aus Text. Als Begründung geben sie an, dass sie sich nicht mit dem Copyright-Thema herumschlagen wollen. Gleichzeitig macht es natürlich selbst bei einem Schwarz-Weiß-Druck die Produktion billiger. Für den Leser ist es allerdings dadurch hier und da mitunter schwer das Beschriebene nachzuvollziehen. Vor allem, wenn man den Titel schon länger nicht mehr gespielt und entsprechend nicht mehr direkt vor Augen hat.

Beim Christoph meint: Vieles was in BioShock – From Rapture to Columbia steht hat man sicherlich schon woanders im Internet gesehen/gelesen – ggf. sogar ausführlicher. Damit meine ich, dass die Autoren das Rad aus meiner Sicht nicht neu erfinden. Wie auch. Speziell die BioShock-Serie wurde bereits zu Tode analysiert und auch die Entwickler haben in diversen Post-Mortems, Interviews und GDC-Talks bereits ausführlich über ihr Werk referiert. Insofern bleibt der Mehrwert des Buchs für alle, die sich schon so tief mit der Serie beschäftigt haben eher überschaubar.

Trotzdem bin ich Fan davon mir sowas auch zusammengefasst in den Schrank stellen zu können. Anders als bei The Heart of Dead Cells: A Visual Making of vermitteln die Autoren den Eindruck, dass sie wissen wovon sie reden und es ist trotz dem ein oder anderen übertriebenen Vergleich angenehm zu lesen und gespickt mit vielen interessanten Informationen. Meine Hauptkritikpunkte sind wie oben erwähnt vor allem die fehlenden Bilder und, dass die ersten beiden BioShock-Teile gefühlt etwas zu kurz kommen. Aber wer mehr über die Serie und ihre Motive erfahren will und noch nicht alles darüber verschlungen hat, den erwartet ein unterm Strich gut gemachtes und lesenswertes Buch.

The Divison (Herstellerbild)

118 Stunden zeigt der Spielzeitzähler mittlerweile für The Division und ich muss sagen: Ich bin kurz davor das mit den letzten vier Schilden einfach sein zu lassen. So fehlen mir noch vier exotische Waffen, die einfach nicht droppen wollen und von den drei notwendigen High-End-Sets habe ich sogar noch kein einziges vollständig. Und obwohl es im Spiel theoretisch 5.335 Commedations-Punkte (Mini-Achievements) zu verdienen gibt, fehlen mir immer noch 600 bis zum Ziel von 3.000 für das Schild. Das einzige Schild, welches tatsächlich in Reichweite ist, ist das wofür ich den Survival-Modus mindestens fünf Stunden lang spielen muss.

Es macht sich halt doch sehr stark bemerkbar, dass ich zum einen keine richtige Gruppe zum Zocken habe, um z.B. die Missionsherausforderungen zu meistern („Schaffe Mission X in einer Gruppe auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ohne zu sterben“). Und zum anderen die Spielerzahl grundsätzlich nicht mehr ganz so hoch ist, um es zumindest mit „Randoms“ zu versuchen. So bleibt mir nur das Farmen der stupiden Sachen wie „töte 10.000 Gegner vom Typ X“ oder „schaffe X Missionen“ und das hört sich nicht nur langwierig an, es ist es logischerweise auch. Luxusprobleme – ich weiß :smile: .

Und sonst?

Immerhin ist Mr. Subwoofer vergangenen Mittwoch erfolgreich und funktionsfähig aus Berlin zurückgekehrt. Trotz der guten Qualität des Teufel CAGE ist es definitiv sehr angenehm endlich mal wieder ohne Kopfhörer vorm Rechner sitzen und Musik hören zu können (aktuell das Album Simple Forms von The Naked and Famous). Den Karton mit dem Teufel den Subwoofer zurückgeschickt hat, werde ich mir dieses Mal logischerweise aufheben. Allerdings sichert sich Teufel erneut ab: Es liegt ein Zettel darin, der darauf hinweist, dass zwar der Außenkarton für mehrfachen Versand geeignet ist. Für die gespritzten (Styropor?)Ecken geben sie aber keinerlei Garantie. Sprich: Schick ich Subbi mit genau der Verpackung nochmal nach Berlin und er kommt wieder beschädigt an, wird DHL erneut behaupten, dass es nicht richtig verpackt wurde. Hoffen wir einfach, dass er dieses Mal wieder länger durchhält und es dann adäquaten und bezahlbaren Ersatz gibt.

Und wenn wir schon am munteren Labern sind: Der Freizeitraum im Keller ist prinzipiell fertig. Alle Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen und die Möbel und Fitnessgeräte stehen dort, wo sie hinsollen. Am Freitag haben wir auch das erste Mal dort unten trainiert (Fitnessstudio lief am 5.9. aus). Doch Details und Fotos gibt es erst in einem der kommenden Einträge. Aktuell sieht es noch etwas aus wie auf einem Schlachtfeld (überall Werkzeug), die Dekoration fehlt und eingeräumt ist ebenfalls noch nichts in die Schränke und Regale. Lysanda muss erst noch den Rauchgeruch endgültig aus den Möbeln der Nachbarn rausbekommen.

Und sonst noch?

Der alte Feuerungsmanager unserer Ölheizung.

In Sachen Tiefbau sind wir hingegen mittlerweile soweit, dass das Entwässerungsgesuch bei den Stadtwerken eingereicht werden konnte. Hat doch etwas länger gedauert vom Ingenieur die Unterlagen erstellen zu lassen (und dadurch ca. 400 Euro mehr gekostet) als erwartet aber dafür sollte es keine großen Probleme geben und wir in 2-3 Wochen die Freigabe haben. Danach kann es dann endlich losgehen – mit der zeitlichen Planung der Maßnahme. Ja, bis der Bagger kommt wird noch ein paar Wochen dauern. Muss ja alles koordiniert werden (Zuwasser darf anfangen) :smile: .

Netterweise hat uns jetzt die Ölheizung auch nochmal kurz vor ihrem Lebensende gut 120 Euro an ungeplanten Kosten verursacht. Keine Ahnung warum aber irgendwie scheinen Sachen, die man plant abzulösen, immer plötzlich kaputt zu gehen. Hatte ich in Bezug auf meine PC-Hardware schon häufiger beobachtet. Egal: Der Feuerungsmangager hatte den Geist aufgegeben. Er empfing zwar noch das Signal, dass er loslegen soll aber die Zündung kam nicht. Somit blieb der Brenner aus und die Heizung kalt. Vermutlich ist er schon länger hinüber aber dank der Solarheizung merken wir sowas logischerweise erst, wenn draußen nicht mehr genug Sonne ist, um das Wasser im Puffer warm zu machen. Das war nun quasi der Fall. Aber das Ersatzteil war zügig da und der Einbau kein großer Akt (drei Schrauben). Jetzt wird’s wieder warm.

Lesestoff

Nachdem nun die erste DINA4-Seite in Word voll mit Text ist, kommen wir nun zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Ich lese weiter fleißig Bücher. Ja, der Fernseher bleibt im Hause Lysanda aktuell sehr häufig aus (noch 42 Folgen Sailor Moon und 1 Film). Stattdessen lesen wir viel. Zum einen, um unseren Snackkonsum am Abend zu reduzieren. Zum anderen aber auch einfach, weil unsere Regale voll sind. Und da ich sonst nichts zu erzählen habe (spiele ja nur The Division), belästige ich euch eben mit einem weiteren Bericht zu einem Buch von meinem Nachtschrank:

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Hints & Tips for Videogame Pioneers (2016, Englisch) – Andrew Hewson ist einer der Pioniere auf dem britischen Spielemarkts und sogar Mitbegründer der ELSPA – quasi von 1989 bis 2003 die britische Version der USK. 1984 hat er mehr zufällig als tatsächlich geplant mit Hewson Consultants einen Spielepublisher eröffnet – mit großem Erfolg. Hewson schaffte es sich einen sehr guten Ruf zu erarbeiten und so die besten britischen Programmierer anzulocken, die über ihn ihre Spiele veröffentlicht haben wollten. Darunter Titel von denen ich bisher nie gehört hatte wie Uridium, Pilot, Technician Ted oder Exolon. Ja, irgendwie weiß ich über die Spieleindustrie der 80iger echt wenig…

Hewson Consultants existierte bis 1991 ihm eine große deutsche Ladenkette plötzlich einen Abnahmevertrag kündigte. Der dadurch entstandene Einnahmeneinbruch zwang ihn zur Insolvenz. Anschließend gründete er mit 21st Century Entertainment einen weiteren Spielepublisher, der sich neben der Neuvermarktung der Hewson-Consultants-Bibliothek voll und ganz auf Pinball-Spiele konzentrierte (Pinball Dreams, Pinball Illussions, etc.) und damit zumindest bis 1998 erfolgreich war, dann aber in finanzielle Schwierigkeiten gerit und anno 2000 endgültig geschlossen wurde. Nach einer längeren Pause hat er mittlerweile mit seinem Sohn Rob Huey Games gegründet und hilft erneut Indie-Titeln auf den Markt.

Der Inhalt

Der Titel des Buchs ist eine Anlehnung an Hints and Tips for the ZX Spectrum, Hewsons erstem Buch und der Entstehungsgrund für Hewson Consultants. Nach der Veröffentlichung schickten ihm Hobbyprogrammierer einfach ungefragt ihre Spiele und er sah das Potential darin. Im Buch selbst erwarten euch jedoch weniger Hinweise und Tipps für Videospielepioniere als vielmehr eine Autobiographie über Andrew Hewson und seine beiden Firmen. Beginnend mit einer umfangreichen Historie zu seinem Familienstammbaum berichtet er auf den knapp 250 Seiten über seine Anfänge, den damaligen Zustand der britischen Spieleindustrie und reflektiert über die Entscheidungen, die er getroffen hat. Dazu gibt es viele Hintergrundinformationen über die Entstehung der zahlreichen Spiele, die seine Firmen über die Jahre veröffentlicht hat. Dazwischen kommen immer mal wieder die Entwickler selbst zu Wort und dürfen ihre Sicht der Dinge darlegen. Das hilft den logischerweise etwas einseitigen Blickwinkel etwas zu vergrößern. Zumal – und das rechne ich Andrew Hewson stark an – darüber auch kritische Aussagen über ihn und seine Arbeit ins Buch kommen.

Leider flacht der Detailgrad mit zunehmender Seitenzahl stark ab. So wird die Zeit von 1991 bis 2000 auf nur 40 Seiten abgehandelt – sehr viele davon gefüllt mit O-Tönen von DICE (ja, das Battelfield-Studio), den Machern von Pinball Dreams. Und selbst davor merkt man Hewson an, dass er entweder nichts mehr zu erzählen hat oder will. Vermutlich eher letzteres, da man im Intro erfährt, dass ihn sein Sohn faktisch dazu zwingen musste das Buch zu schreiben. Er gibt offen zu, dass er eigentlich keine Lust dazu hatte und sich mehr gequält hat als mit Freude seine Lebensgeschichte nieder zu schreiben. Das ist äußerst schade und natürlich leidet die Qualität des Werks darunter merklich. Ich bin mir sicher, dass noch mindestens 50, wenn nicht sogar 100 Seiten mit interessanten Fakten hätten gefüllt werden können. So fliegt man über die Jahre und die Spiele nur so drüber und die nicht weniger spannende Zeit Ende der 80iger (u.a. Nintendos Einschlag auf dem britischen Markt) kommt nicht richtig zur Geltung.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es magere 2 von 5 Sics. Trotz des irreführenden Titels ist das Buch prinzipiell sehr interessant und man erfährt theoretisch einiges über die Entstehung des britischen Spielemarkts und den ersten Blockbustern. Es leidet aber einfach zu stark darunter, dass der Autor keinen Bock hatte wirklich seine Geschichte zu erzählen. Das führt nicht nur dazu, dass ich selbst als Leser schon nach dem Vorwort keinen Bock mehr habe. Warum soll ich schließlich einem Autor meine wertvolle Zeit schenken, der selbst zugibt einfach nur was hingeklatscht zu haben? Viel schlimmer ist aber wie gesagt, dass dadurch nach den ersten Kapiteln die Jahre nur so verfliegen und viele spannende Details, die so jemand liefern könnte, der tatsächlich live dabei war gefühlt nicht zur Sprache kommen. Und so super es auch ist die Entwicklersicht zu erfahren: Sehr böse ausgedrückt sind diese Textboxen nur dazu da den Umfang des Buchs zu erweitern. Und dann hätte ich mir zudem den ein oder anderen Screenshot zu den besprochenen Titeln gewünscht. Nach dem Lesen blieb ich entsprechend enttäuscht zurück. Zumal das Werk definitiv sehr viel Potential gezeigt hat. Es ist grundsätzlich gut strukturiert, Hewson hat eine gute Schreibe und es gibt die Lichtblicke hier und da, wo er viel und leidenschaftlich erzählt. Es bringt aber nichts, wenn am Ende des Tages dann doch die Hälfte des Inhalts fehlt. Somit bleibt mir als Empfehlung nur: Wenn man es für wenig Geld in der Ramschkiste findet, kann man es mitnehmen. Eine absolute Leseempfehlung ist es aber nicht. Wer sich hingegen ernsthaft für die Thematik interessiert ist mit Werken wie Britsoft: An Oral History oder A Gremlin in the Works wesentlich besser bedient.

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