Wir haben es endlich geschafft! Eine Reise, die vor vier Jahren begonnen hat, ist zu Ende: 200 Folgen (fünf Staffeln und inkl. der nie eingedeutschten Folge 89), drei Filme und mehrere Specials (mit Fandubs) Sailor Moon – Das Mädchen mit den Zauberkräften (1993-1997) liegen hinter uns. Bitte? Nein, 24 – Staffel 8 und Star Trek: The Original Series – Staffel 3 warten immer noch. Hetz‘ doch nicht schon wieder. Ein Schritt nach dem anderen…

Unnötige Vorgeschichte

Sailor Moon also. Warum hat es vier Jahre gedauert die Serie zu beenden obwohl jede Folge nur ca. 25 Minuten lang ist? Nun, weil ich logischerweise absolut nicht die Zielgruppe dafür bin und sie entsprechend extrem anstrengend anzuschauen fand. Das ist mir vollkommen bewusst. Der Manga ist für Mädchen/junge Frauen im Alter von 12 bis 18 Jahren konzipiert und der Anime für 10- bis 16jährige. Da passe ich als Mitdreißiger nicht ganz so rein.

Benjamin Blümchen, 1989 (Screencap aus der 1. Folge)

Erschwerend kommt vermutlich hinzu, dass Lysanda bereits in ihrer Kindheit und genau im richtigen Alter der Faszination dieser 14-jährigen Schulmädchen verfallen ist und sowohl die Serie als auch die Mangas bereits mehrfach gesehen/gelesen hat. Ich hingegen habe vergleichsweise wenig vor dem Kasten gehockt, von Anime/Manga nie was gehört und kann bis heute mit (westlichem) Zeichentrick-/Animationskram eher wenig anfangen. Ich kann mich nur an eine kurze Benjamin Blümchen-Phase erinnern. „Kurz“ deshalb, weil das Original von 1989-1991 nur 13 Folgen hat. Aber weder bin ich ein echter Fan des Kultelefanten, noch hat mich die Serie dauerhaft geprägt (kann mich an nichts mehr erinnern daraus) – außer vielleicht einem kleinen Trauma im Zusammenhang mit Folge 12, Benjamin Blümchen als Taxifahrer, aber das lag nicht an der Serie, sondern meinen damaligen „Freunden“. Kinder können echt gemein sein.

Behütete Kindheit?

Abseits von Hr. Blümchen und vielleicht noch Meister Eder und sein Pumuckl habe ich meines Wissens (und das ist leider sehr begrenzt was meine Kindheit angeht) nur hin und wieder Samstagsmorgens ein bisschen vor dem Fernseher gehockt und in heutige Klassiker wie Animaniacs (ohne vermutlich auch nur ansatzweise die Witze zu verstehen), Transformers oder Teenage Mutant Hero Turtles reingezappt. Anfangs war ich stattdessen tatsächlich mehr draußen in der Natur unterwegs. Ja, vor 30 Jahren sind Kinder noch freiwillig aus dem Haus gegangen! Zumindest bis meine bis heute bestehende Faszination mit dem Ding namens Personal Computer und den dazugehörigen, virtuellen Unterhaltungsmedien mich übermannt hat. Schließlich schaffte es bereits 1990 ein 486 in unser Haus.

Stunts, One Must Fall 2097 (so viele kaputte Joysticks…), Ports of Call, TIE Fighter, Lands of Lore: The Throne of Chaos, Sam & Max: Hit the Road (auch dort habe ich damals die Witze garantiert noch nicht verstanden) und SimCity 2000 – das sind meine Kindheitserinnerungen. Ach und beim Spielen von DOOM erwischt zu werden. Die Szene habe ich noch im Kopf als wäre es erst gestern passiert :smile: . Ich kämpfte gerade gegen Cacodemons in einem Gang mit Lianen-Texturen (finde auf Anhieb den Levelnamen nicht) als meine Familie völlig überraschend wieder nach Hause kam… Aber nein, keine Spielzeugwerbung oder Superhelden in engen Kostümen die mich in ihren Bann gezogen haben.

Nun aber genug von mir. Ihr habt sicherlich verstanden was ich sagen wollte: Ich habe mir den Anime zu Sailor Moon hauptsächlich aus Liebe zu Lysanda, dem dazugehörigen Bedürfnis an ihren Vorlieben teil zu haben sowie zum Schließen einer Wissenslücke angetan. Klingt hart aber warum sollte ich euch was vorlügen? Ohne Lysanda hätte ich bis zum Ende meines Lebens keine Folge geschaut, das wissen wir alle :smile: . Grundsätzlich bin ich zwar durchaus offen für alten Kram aber auch ich habe scheinbar meine Grenzen.
Anm. v. Lysanda: Ich habe den Webmaster nicht gezwungen die Serie zu schauen. Er hat das aus freiwilligen Stücken getan, nur um das Klarzustellen!

Die Serie

(Cover)

In den fünf Staffeln des Original-Anime folgt ihr Bunny Tsukino (im Original Usagi), die zum Anfang der Serie auf die schwarze und sprechende Katze Luna trifft. Sie offenbart ihr, dass sie keine gewöhnliche 14jährige Schülerin ist, sondern die namensgebende Sailor Moon. Diese kämpft für Liebe und Gerechtigkeit und rettet im Laufe der Serie mehrfach Tokyo (der Schauplatz der Geschichte), die Erde und das ganze Universum. Allein kann sie das aber logischerweise nicht schaffen. Nicht nur, weil die Kraft der Freundschaft ein wichtiges Thema der Erzählung ist, sondern auch, weil sie eine extrem tollpatschige Heulsuse ist. Da kann man sich noch so sehr verwandeln und mit Stäben und Broschen rumfuchteln können: Die zahlreichen Bösewichter besiegt man so nicht. Stattdessen gesellen sich an ihre Seite die inneren Kriegerinnen Merkur, Mars, Jupiter und Venus – jede mit ihren eigenen Stärken und Schwächen. Gemeinsam bilden sie das Sailor-Team. Außerdem gibt es noch den ominösen Tuxedo Mask, der einzige Mann auf Seiten der Guten, der anfangs und (sehr) häufig den Sailor Kriegerinnen aus der Patsche hilft – und natürlich der „Love Interest“ von Sailor Moon wird. Er bleibt aber in der Serie insgesamt ziemlich zweidimensional.

Kein Wunder, schließlich ist es (vorbildlich) eine reine Damenshow – inkl. einer lesbischen Beziehung. Extrem progressiv für die damalige Zeit und zu progressiv für die deutschen Übersetzer, die alles daran gesetzt haben daraus eine platonische Freundschaft zu machen. Auch der homosexuelle Touch auf Seiten der Bösewichter wurde mehr schlecht als recht versucht zu unterdrücken. Im Ergebnis weiß ich teilweise nicht welcher Charakter jetzt weiblich oder männlich sein soll. Auch, weil der Zeichenstil zusammen mit der deutschen Synchronstimme mitunter nicht übereinander gepasst hat. Dass sich einige von ihnen zudem ins andere Geschlecht verwandeln können ignorieren wir an dieser Stelle mal.

Der Aufbau

Sailor Moon (Screencap aus dem Blu-ray-Trailer)

Im Laufe der Zeit kommen dann noch weitere Sailor-Kriegerinnen dazu. Dabei schreckt die Erzählung nicht einmal vor Zeitsprüngen/-reisen zurück, die aus meiner Sicht mehr Logiklücken erzeugt als sie lösen. Und für mich zudem die wenigen Cliffhanger ad-absurdum führen. Schließlich haben wir ja schon die Zukunft gesehen und wissen, wer überlebt. Lysanda meint allerdings, dass das im Manga besser erklärt ist und mehr Sinn ergeben würde. Wäre zumindest nicht die einzige Abweichung der Serie zum Manga. So ist die komplett erste Hälfte der zweiten Staffel eine Erfindung von Tōei Animation, weil der Manga noch nicht so weit geschrieben war. Das Ende weicht ebenfalls von der Vorlage ab. Es gibt außerdem nicht einmal ansatzweise so viele Monster gegen die das Sailor Team kämpfen muss – womit wir zu meinem eigentlichen Problem der Serie kommen: die Gleichförmigkeit.

Manga-Fans sind etwas gespalten was die ursprüngliche Anime-Serie angeht. Während einige stört, dass die Serie zu sehr von der Vorlage abweicht, findet Lysanda z.B. gut, dass man mehr über die einzelnen Charaktere erfährt. In 200 Folgen passt schließlich mehr rein als in 18 Bände. Ich für meinen Teil finde die Abstände in der die Hauptgeschichte und auch die Charaktere vorankommen aber viel zu groß. Stattdessen wird die Serie erdrückt von ihrem immer gleichen Standardformat inkl. sehr viel Szenen- und Animationsrecycling: Zuerst wird der Schauplatz der heutigen Folge etabliert (z.B. eine Konzerthalle) und man erfährt etwas über die Charaktere. Dann finden sich alle relevanten Personen (gut wie böse) dort ein und es kommt zu einem kurzen Kampf – inkl. den teils mehrminütigen Verwandlungssequenzen der Kriegerinnen (man muss ja Zeit schinden). Dramaturgisch bedingt verlieren die Guten zuerst haushoch, können aber dann doch dank der Hilfe von Anderen/Liebe/Überzeugen/Vertrauen/was auch immer das jeweilige Thema der Folge ist die Oberhand gewinnen. Abschließend zerstört Sailor Moon das Monster des Tages (während der eigentliche Bösewicht entkommt) und alles ist wieder Gut. Erst zum Ende der jeweiligen Staffel nimmt die übergeordnete Geschichte an Fahrt auf und es wird tatsächlich interessant.

Beim Christoph meint: Selbstverständlich ist das „Monster der Tages“-Format nichts Neues. Das gab es schon Jahrzehnte vor Sailor Moon und noch Jahrzehnte danach. Erst der Trend zu kürzeren Staffeln und Binge-Watching hat den Trend zum Eindimensionalen den Gar ausgemacht. Aber es ist schon extrem anstrengend, wenn es wirklich immer und immer wieder der exakt gleiche Folgenaufbau ohne irgendeine Überraschung ist. Hätte die Serie nur 100 Folgen, sie hätte mir vermutlich wesentlich besser gefallen obwohl es mir erstaunlich schwer fiel mich auf das Universum einzulassen. Beispielsweise gibt es so viele Dinge, die offensichtlich sind und trotzdem brauchen alle Beteiligten mehrere Folgen bis sie es erkennen. Wie hatte ich im damaligen Eintrag geschrieben? Superman hat zumindest als Clark Kent eine Brille auf und selbst das ist schon purer Schwachsinn. Hier tragen die Mädels nach ihrer Verwandlung hingegen nur andere Klamotten und schon erkennt sie kein Schwein mehr?! Oder die Oberbösewichter, die über ganze Staffeln hinweg unfähige Handlanger losschicken und ihnen noch eine „letzte Chance“ geben statt einfach direkt selbst Hand anzulegen. Mal ganz abgesehen davon wie logistisch bescheuert es ist (fast) immer nur einzelne Menschen herauszupicken in der Hoffnung, dass sie haben was man sucht.

Sailor Moon R (Screencap aus dem Trailer)

Gleichzeitig kann ich mich irgendwie keiner der Sailor-Kriegerinnen identifizieren oder zumindest mit ihnen mitfühlen. Und das liegt sicherlich nicht ausschließlich daran, dass sie weiblich sind. Ne, Sailor Moon – Das Mädchen mit den Zauberkräften ist definitiv nichts für mich. Vielleicht überzeugt mich der Manga mehr. Die neue Serie, Sailor Moon Crystal, soll ja ebenfalls nicht so der Brüller sein, was man so hört obwohl sie sich näher an der Vorlage orientiert. Mal schauen. Die steht logischerweise auch noch auf dem Programm – sollte sie jemals beendet werden. Der vorletzte Arc soll dieses Jahr als ein Zweiteiler ins Kino kommen. Mal schauen…

Aber um auf einer positiven Note zu enden, kann ich nur noch einmal erwähnen, dass ich einfach nicht die Zielgruppe dieses Anime bin. Das ist völlig okay, denn ich sehe verstehe durchaus warum er jungen Mädchen – vor allem, wenn sie wenige Freunde haben – gefällt. Und ich finde es gut, dass er viele positive Dinge vermittelt. Es ist eben nicht einfach nur eine Werbung für Spielzeug. Stattdessen wird am Ende des Tages eine Geschichte mit interessanten Charakteren erzählt. So glaubt Bunny immer daran, dass selbst der schlimmste Bösewicht etwas Gutes in sich trägt. Freundschaft ist wie erwähnt ein weiteres, großes Thema in vielen Folgen. Und auch Liebe und Vertrauen spielen eine wichtige Rolle, wenngleich Bunnys Eifersucht schon extrem Überzeichnet und Nervig ist… Insofern: Seine Kinder (natürlich Jungen wie Mädchen) mit Sailor Moon aufwachsen zu lassen ist definitiv nicht das Schlechteste, was man tun kann.

Lysanda meint: Auch ich weiß, dass die Serie nicht für mein Alter ist und sie für mich einiges von ihrer Faszination eingebüßt hat. Heutzutage bevorzuge ich definitiv den Manga. Für die passende Altersgruppe empfehle ich sie aber uneingeschränkt. Mir hat sie in meiner Kindheit/Jugend sehr gut gefallen und sie hat mir viele positive Werte vermittelt. Das Geschrei war entsprechend immer groß, wenn ich wegen irgendwelchen Terminen nicht pünktlich um 15 Uhr vor dem Fernseher sitzen durfte :smile: . Zeitnahe Wiederholungen gab es nicht und irgendwann wollte man ja alle Folgen gesehen haben – am besten in der richtigen Reihenfolge. Wir hatten zwar einen Videorekorder aber der hatte seine eigenen Fallstricke. Ihr heutzutage mit euren Festplattenrekordern, Blu-rays und On-Demand-Streamingplattformen habt es gut.

2020 neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Nächste Woche steht sogar schon der Jahresrückblick an. Ja, technisch gesehen dauert das Jahr dann noch weitere vier Tage und es folgt sogar noch ein Katzenmoment. Die 11 Wörter werden in der Eintragsstatistik aber bereits eingerechnet sein und sonstige Überraschungen erwarte ich keine, die Einfluss auf den Text haben werden. Ich hab‘ einfach vor ein paar Jahren entschieden, dass der Jahresrückblick nicht mehr der erste richtige, sondern der letzte Eintrag des Jahres sein wird. Lebt damit :tongue: .

Kommen wir heute stattdessen noch einmal zu einer Top-Liste. Videospiele waren zwar bereits letzte Woche unser Thema aber Beim Christoph ist ja mittlerweile so viel mehr als nur eine Seite über Videospiele (glaube ich zumindest). Lasst uns also mal über den Tellerrand lunzen, was denn 2020 noch so für mich von Interesse war. Erneut gilt: Ich betrachte nur die „Nutzung“ in 2020. Es muss nicht zwingend aus diesem Jahr stammen. Man muss sich ja nicht künstlich limitieren, nur um „Hip“ zu sein.

Das In-Extremo-Konzert in Gothic

Bestes Album: In Extremo – Kompass zur Sonne
Die deutsche Mittelalter-Rockband In Extremo habe ich wie vermutlich viele Spieler anno 2001 erstmals kennen und lieben gelernt. Zur Erinnerung: Damals hatten sie im alten Lager in Gothic einen virtuellen Auftritt. Allerdings war gleichzeitig auch das im gleichen Jahr veröffentlichte Album Sünder ohne Zügel das letzte von ihnen, welches aus meiner Sicht gute Lieder enthielt (mit Ausnahme des genialen Duetts Horizont von Mein Rasend Herz) und entsprechend hoch und runter durch die Boxen lief – bis jetzt. Mit Kompass zur Sonne haben die Jungs aber zumindest bei mir seit langem mal wieder den richtigen Nerv getroffen. Den genauen Grund kann ich euch nicht wirklich, schließlich hat sich der grundsätzliche Sound der Band über die Jahre nicht wirklich groß verändert. Es passt einfach.

Bester Baumarkt: Hornbach
Unsere Go-To-Baumärkte in Darmstadt sind Hornbach und Bauhaus. Beide haben grundsätzlich ihre eigenen Vor- und Nachteile. So gibt es unser begehrtes Plexiglas beispielsweise nur im Bauhaus während gefühlt die Beratung in der Schraubenabteilung im Hornbach wesentlich besser ist. Dieses Jahr waren wir jedoch definitiv häufiger im Hornbach. Zum einen, weil wir nicht so viel Plexiglas gebraucht haben (und es irgendwie dank der Pandemie eh dauernd ausverkauft war) und zum anderen, weil es die Fliegennetze von Windhager nur dort gab‘ (inkl. kostenlosem Versand bei Onlinebestellung). Was bleibt mir also anderes übrig als ihn zum besten Baumarkt des Jahres zu machen? :tongue:

Bester Film: John Wick: Kapitel 3
Unterm Strich war der dritte Teil nicht der ganz große Hammer wie die Vorgänger. Vermutlich, weil einfach viel zu viel los ist. Verständlich, da ja die ganze Stadt hinter Wick her ist aber trotzdem wie gesagt gefühlt etwas zu viel des Guten. Ich meckere aber definitiv auf einem extrem hohen Niveau. Für mich ist die Trilogie das Beste, was im Action-Genre in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist. Zumindest kann ich mich an sonst nichts ähnlich Bemerkenswertes erinnern. Reeves ist Wick und Stahelski setzt ihn perfekt (und wahnsinnig realitätsgetreu) in Szene. Es sind zudem die einzigen Filme, die Lysanda und ich seit Beginn unserer Beziehung bereits mehrfach geschaut haben. Wenn das bei dem Überangebot in unseren Regalen kein Kompliment ist, dann weiß ich auch nicht. Ich bin extrem gespannt auf Teil 4 und 5, die sie anscheinend gleichzeitig drehen wollen.

Bester Baumarkt in der anderen Fahrtrichtung: Globus Baumarkt
Darmstadt hat zwar bereits eine vergleichsweise große Auswahl an Baumärkten, aber in der anderen Himmelsrichtung Richtung Rüsselsheim gibt es selbstverständlich auch noch welche. Darunter einen nahegelegenen toom, in den wir aber nur in wirklichen Notfällen gehen (schlechte Beratung, kleines Sortiment, mäßige Preise) sowie etwas weiter weg einen riesigen Globus inkl. Baumarkt. Kommen wir nicht sehr oft hin, da wir selten in diese Richtung fahren. Aber als wir dieses Jahr mal wieder da waren, waren wir erneut begeistert. Hat doch so einiges im Angebot speziell was Farben angeht, was die Konkurrenz nicht zu bieten hat. Und ja, für Immobilienbesitzer sind Baumärkte echte Highlights. Deswegen gleich zwei Erwähnungen im selben Eintrag :smile: .

Beste Serie: Keine
2020 war kein Fernsehjahr bei uns. Was ich zwar grundsätzlich positiv finde aber wir haben es nicht einmal geschafft nach vier Jahren endlich mal Sailor Moon zu beenden (zum Verfassungszeitpunkt noch 18 Folgen). Entsprechend ist es wenig überraschend, dass wir überhaupt keine einzige Serie neu angefangen geschweige denn fertig geschaut haben. Ich weiß nicht, wie andere das schaffen mit den ständigen Neuveröffentlichungen mit zu halten. Ja, auch die neuen Star Trek-Serien kenne ich immer noch nicht. Ich geh‘ mich ja schon in die Ecke stellen und schämen…

Ist sie nicht hübsch?!

Beste Katze: Maya
Lysanda ist schon ganz gespannt darauf zu erfahren, wie ich diese Wahl begründe. Schließlich ist Maya immer noch unser Problemkind. Sie rotzt weiterhin fleißig alles voll und treibt extrem viel Schabernack. Immerhin macht sie nicht mehr auf die Couch und die Tierarztkosten für sie waren 2020 übersichtlich. Sie hatte sich nur mal einen Magen-Darm-Virus eingefangen und vor ein paar Wochen scheint sie beim nächtlichen Toben etwas unsanft gelandet zu sein (Kralle abgebrochen und kleine Hämatom in der Schulter). Aber ich weiche vom Thema ab: Selbstverständlich sind alle unsere Kind…äh Katzen toll. Maya steht hier nur stellvertretend für alle anderen. Und, weil sie eine extrem hübsche und vornehme Katze ist. Ach und, weil sie mittlerweile so toll „Miau“ sagt und nett um Leckerlis fragt. Vielleicht auch, weil sie mir nicht wie Jules oder Balu ständig auf die Pelle rückt und gestreichelt werden will während Pichu meist gar nicht angefasst werden möchte. Sie mag mich außerdem wesentlich mehr als Lyssi. Aber wie gesagt: Ich habe alle unsere Vierbeiner lieb.

Bester Haushalts-Einkauf: Leifheit Zubehör-Set Pegasus
„Bitte? Ein Ding für 7 Euro ist euer absolutes Highlight?!“ Selbstverständlich! Das sind doch die besten Sachen: Billig und doch extrem nützlich im Alltag. Und ich möchte definitiv dieses Zubehör für unseren Leifheit-Wäscheständer nicht mehr missen. Ja, es sind technisch gesehen bereits zwei davon dabei. Aber zwei mehr machen zumindest bei uns einen extremen Unterschied. Ich hab‘ einfach viel zu viele Stofftaschentücher und wenn ich die alle auf die Leine – vielleicht sogar mit Wäscheklammern – ziehen müsste, würde ich bekloppt werden. In den Pegasus klemme ich sie einfach rein und kann sie mit einem leichten Zug nach dem Trocknen schnell und einfach wieder runterholen. Einfach ein geiles Teil.

Bester Videospielesoundtrack: The Executioner
Das dazugehörige Spiel hat mich leider massiv enttäuscht. Gab‘ auch seit dieser Zeit kein weiteres Update für den Titel und von Akt 2 ist ebenfalls noch keine Spur in Sicht. Der Soundtrack von Ivan Dinges und Alexey Ozhgibesov hat mich jedoch umgehauen und erklingt bis heute sehr häufig aus meinen Boxen (jetzt gerade wieder). Speziell das Hauptthema, Sweet Torture, berührt mich bis tief hinab in meine Seele. Schon, wenn bei Sekunde 10 das zweite Mal der tiefe Ton aus dem Klavier ertönt (direkt ganz am Anfang kommt er noch nicht zur Geltung), läuft mir jedes Mal eine Gänsehaut über meine Arme. Der Klang der Laute, die gezielt eingesetzten Klaviertöne und der verstörende „Kindergesang“ – ein extrem verstörender, depressiver und doch auf seine Art und Weise wahnsinnig faszinierender Track. Echt schade, dass es insgesamt nur sechs Lieder (ca. 19 Minuten) auf dem Album gibt. Hätte sehr gerne noch mehr von den beiden gehört. Aber vielleicht kommt ja irgendwann Akt 2 und damit zusätzliche Musik.

Bestes Buch: Braving Britannia
Trotz der drastischen Reduzierung unseres Fernsehkonsums habe ich es auch 2020 wieder nicht geschafft so viel zu lesen, wie ich gerne möchte. Viel zu viele neue Bücher kamen natürlich trotzdem dazu. Gefühlt unterstütze ich auf Kickstarter schließlich aktuell nichts anderes… Aber gut: Von den Büchern, die ich gelesen habe, gefiel mir das Werk von Wes Locher über die Community von Ultima Online definitiv am besten. Wie ich schon im April schrieb: Ich finde es immer spannend mehr über die Hintergründe eines Spiels und seine Entwicklung zu erfahren. Meist erfolgt es jedoch in Form eines Sach- und Fachbuchs mit wenig Gefühl und Menschlichkeit. Bei diesem Werk ist es anders. Hier zeichnet der Autor stattdessen anhand der persönlichen Geschichten von Leuten, die live dabei waren ein Bild des Spiels. Gibt sogar seit Oktober einen zweiten Band, wie ich bei der Recherche gerade herausgefunden habe. Muss ich gleich mal kaufen.

Schicke Kunst by Lysanda L’eau

Bestes Katzenklappendesign: Lysanda L‘eau
Unsere lieben Katzen haben es dieses Jahr irgendwie geschafft die äußere Katzenklappe explodieren zu lassen. Ich fand‘ sie eines Tages in zwei Teile zerbrochen wieder. Keine Ahnung was da passiert ist (ist nicht im Blickfeld der Kamera). Wir mussten also Ersatz beischaffen. Leider haben wir nirgends eine Klappe mit den exakten Maßen gefunden. Entweder sie waren kleiner oder größer. So blieb uns am Ende nur übrig mit Hilfe eines beschichteten (=wegen Witterung) Bretts einen Adapter zu bauen. Und statt dieses Brett passend zuzuschneiden, kam Lysandas kreative Ader auf die Idee es zu bemalen bzw. genauer gesagt zu bepunkten. Das Ergebnis sieht extrem genial aus, wenn ich das so sagen darf und ist garantiert einzigartig. Die Katzen wissen es aber glaube ich nicht zu schätzen :smile: .

Beste Schreibware: Neuland No.One Outliner
Ich helfe zwar schon lange nicht mehr bei Frau Mama im Laden mit und war entsprechend auch ewig nicht mehr auf der Paperworld in Frankfurt am Main. Neue Schreibwarenprodukte finde ich aber trotzdem weiterhin sehr interessant und ich weiß einen guten Stift definitiv zu schätzen. Leider habe ich überhaupt keine Verwendung dafür, da ich so gut wie nie male oder schreibe. Glücklicherweise sieht das bei Lysanda anders aus. Entsprechend kommt doch hin und wieder mal was Neues ins Haus. Und dieses Jahr haben wir die Firma neuland im Allgemeinen und ihre Stifte im Speziellen entdeckt. Aus deren Sortiment besonders gefallen hat mir der nachfüllbare, permanente Konturenmarker „Outliner“ mit Pinselspitze. Der produziert nicht nur ein schön kräftiges und durchgängiges Schwarz auf dem Papier, es macht auch richtig Spaß es zu tun. Ich würde das Gefühl als „luftig leicht” beschreiben. Richtig geniale Sache. Allerdings nicht für kleine Hände geeignet (relativ dick das Ding) und die Gefahr damit herumzusauen ist extrem hoch.

Bester Partner: Lysanda L’eau
Bitte? Aber es stimmt doch! Also zumindest für mich. Eure Einschätzung wird davon höchstwahrscheinlich abweichen. Das ist auch besser so! Mehr als vier Jahre sind wir nun schon verheiratet und auch, wenn es wie in jeder Beziehung seine Höhen und Tiefen gab, gibt und geben wird: Ich würde es wieder tun. Es war die beste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe! Irgendwann bekommt ihr die Dame vielleicht auch mal zu Gesicht. Mal schauen :wink: .

 

Bevor ich jedoch noch eine Putzfrau rufen muss, um den ganzen Schleim hier weg zu machen, beenden wir lieber den heutigen Eintrag. Kommende Woche folgt wie eingangs erwähnt der „echte“ Jahresrückblick 2020 und bis dahin (und darüber hinaus) dürft ihr gerne eure persönlichen Konsum-Highlights in die Kommentare packen.

King of Monsters (Herstellerbild)

Schon Goethe sagte einst „Heut‘ ists selbst zum Kacken zu warm!“ [Zitatquelle benötigt] – und wie recht er hatte. Ich hatte schon gehofft, dass wir dieses Jahr um länger anhaltende Hitze drum herumkommen aber nein, wie ihr sicherlich ebenfalls schon festgestellt habt – zumindest, wenn ihr nicht im Kühlschrank wohnt -, ist es extrem heiß geworden. Da macht selbst das Zocken vor 23 Uhr keinen rechten Spaß. Mit Kopfhörern schon dreimal nicht. Mit was vertreibe ich mir aktuell also so meine Zeit? Na trotzdem mit zocken…echte Gamer hält so ein bisschen Schweiß doch nicht ab. Aber ich hab‘ tatsächlich auch mal wieder allein ein paar Filme geschaut (Lysanda interessiert nicht alles aus meinem Regal). Gleichzeitig verbringe ich weiter einiges an Zeit mit Co-Optimus.

Working

Im Juli waren es am Ende 667 Steckbriefe, die ich angelegt hatte (die Dutzende, die ich korrigiert habe gar nicht mitgezählt) und im August bin ich auch schon bei über 200. Thema im Juli waren die Arcade Archives des japanischen Publishers HAMSTER Corp. Der hat gefühlt von allen mehr oder weniger namhaften Arcade-Entwicklern wie SNK, Taito oder Konami die Lizenzen gekauft und portiert deren Titel schon seit mehreren Jahren auf PS4, XONE, Switch und sogar PC – und trotzdem waren so gut wie keine davon bereits in der Datenbank. Schwach. Dabei sind darunter logischerweise sehr viele Koop-Kreationen. Ich muss allerdings anmerken: Co-Optimus beschäftigt sich ausschließlich mit Werken, die echte Kooperation erlauben (was ich super finde!). Die meisten Rennspiele und Fighter sind dadurch schonmal außen vor. Gibt also durchaus einige Fallstricke bei dem Thema und bei den alten Schinken noch mehr.

Speziell „Abwechselnd“ ist hier ein Stichwort. Sprich Pulstar unterstützt zwar zwei Spieler, die nicht gegeneinander antreten. Sie spielen aber nicht gemeinsam, sondern abwechselnd. Da musste ich echt höllisch aufpassen, zumal die Retro-Community es gefühlt nicht immer so genau nimmt – worüber ich sowohl verwundert als auch enttäuscht bin. Nehmen wir z.B. das sehr coole King of Monsters. Jede gefundene Webseite behauptet, dass die Arcade-Version des Titels nur 1vs1 bietet und die Kampagne nur solo bestritten werden kann. Und das, obwohl es auf YouTube sogar VIDEOS (!) gibt, die eindeutig den Koop-Modus zeigen. Ich versteh’s nicht… aber gut: Auf Co-Optimus ist es jetzt richtig! :smile:

Nachdem ich mit den Arcade Archives jetzt erstmal fertig bin, habe ich den August unter den Switch-Stern gestellt, da hier ebenfalls viele Lücken herrschen. Entsprechend gehe ich tatsächlich schlicht von vorne nach hinten durch den Nintendo Online-Shop. Dabei stoße ich auf so ultimative Klassiker wie Waifu Uncovered (der Name sagt schon alles) Jurassic Excite (schlagt mit einem Hammer auf niedliche Dinosaurier ein) oder das Spiel mit dem besten Namen ev4r Super Mega Space Blaster Special Turbo (ein 08/15-Shoot’em up und eine erweitere Version von Super Mega Space Blaster Special), die selbstverständlich alle ihren Weg in die Datenbank gefunden haben. Nur bei wirklich absolutem Schund (Asset-Swap-Achievement-Farming-Scheißdreck) spiele ich die Zensurbehörde und entscheide mich gegen die Aufnahme in die Datenbank.

Themenwechsel

Nun aber genug zu meinen Abenteuern in der Welt der kooperativen Spiele. Kommen wir stattdessen zu einem der besagten Filme:

(Cover)

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922, DV, Berriatúa-Restauration) – Fast genau zehn Jahre ist es her, da habe ich euch an dieser Stelle von Dracula (1931) erzählt und wie enttäuscht ich doch von diesem so viel gelobten Machwerk war. Ja, Bela Lugosis Darstellung war und ist der Prototyp des berühmten Vampirs wie er noch heute in allen Medien dargestellt wird aber die erste offzielle Verfilmung der Vorlage selbst fand ich eher mittelmäßig bis schlecht. Damals erwähnte ich bereits die deutsche Konkurrenz, ließ allerdings unerwähnt, dass ich Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens tatsächlich bis letzte Woche noch nie komplett gesehen hatte. Schlimm, schlimm :wink: .

1922 brachte Friedrich Wilhelm Murnau den viragierten (=die Bilder wurden einfarbig je nach Stimmung und Ort eingefärbt) Horror-Stummfilm mit Max Schreck in der Hauptrolle in die deutschen Kinos. 94 Minuten lang (bei 18 Bildern pro Sekunde) und basierend auf besagtem Roman Dracula von Bram Stoker (1897) – allerdings ohne die Rechte dazu zu haben. Entsprechend wurden Namen und Orte großzügig abgeändert. Aber auch die Geschichte lässt sich eher vom Original inspirieren als es tatsächlich exakt zu verfilmen. Größter Grund ist, dass der Film nur ein sehr kleines Budget hatte. Entsprechend konnte man nicht mit großartig vielen Charakteren und Drehorten arbeiten. Van Helsing beispielsweise fehlt komplett.

Gelobt wurde der Film speziell wegen seiner Bilder. Nur die Innenaufnahmen wurden in einem Studio gedreht. Alles andere ist innerhalb kürzester Zeit (die Dreharbeiten dauerten 2-3 Monate) hauptsächlich an realen (und teils noch heute existierende) Lokationen in (Nord-)Deutschland entstanden. Max Schreck macht hingegen als Nosferatu eine sehr steife Figur (hier im positiven Sinne). Keine Ahnung ob er sich in seiner Aufmachung tatsächlich nicht mehr richtig bewegen konnte aber er ist definitiv sehr surreal und entsprechend passend zum Charakter unterwegs. Allein durch seine Anwesenheit verbreitet er bereits Angst und Schrecken. Ellen hingegen ist die typische Stummfilm-Frau. Sehr übertriebene, ausladende Gestiken auf die selbst Mister Overacting höchstpersönlich Wilhelm Shatner stolz wäre. Aber so war das halt damals.

Die Geschichte

Nosferatu – Symphonie des Grauens (Promobild)

Der Film erzählt aus Sicht eines Chronisten wie 1838 die Pest nach Wisborg kam. Hauptfigur darin ist Thomas Hutter, Sekretär eines Maklers. Eines Tages beauftragt ihn sein Chef in die Karpaten zu fahren und dem Grafen Orlok ein Haus zu verkaufen. Ein heruntergekommenes Haus, das praktischerweise direkt in der Nähe von Hutters Eigenheim liegt. Aber der Makler verspricht eine hohe Provision und entsprechend macht sich Hutter trotz der Bedenken seiner Frau auf in das fern gelegene Schloss. Schon auf dem Weg dorthin wird dem Zuschauer (Hutter nicht so sehr) klar, dass hier etwas nicht stimmt. Die Besucher des Wirtshauses sind erschrocken als Hutter sein Ziel erwähnt und der Kutscher lehnt die Weiterfahrt kategorisch ab. Als Hutter dann um Mitternacht im Schloss ankommt erwartet ihn Orlok bereits sehnsüchtig und das erste Kennenlernen findet statt. Morgens wacht Hutter dann mit zwei Punkten am Hals auf, denkt sich aber (noch) nichts dabei. In der nächsten Nacht unterschreibt Orlok – nachdem er Hutters schöne Frau gesehen hat – hastig den Kaufvertrag. Diese wiederrum wird Zuhause von Alpträumen geplagt.

Irgendwann kommt Hutter dann doch dank eines Buches über Vampire dem Grafen auf die Schliche und es beginnt ein Wettlauf zurück nach Wisborg. Während der Graf sich zu Schiff auf den Weg macht und die Pest mit sich bringt, reitet Hutter nach Hause. Er ist aber zu spät. Der Graf ist bereits eingezogen und auch in Wisborg breitet sich die Pest aus. Komischerweise hat jedes Pestopfer Bisswunden am Hals. Scheint aber irgendwie niemanden zu stören. Es geht also alles den Bach runter bis Hutters Frau Ellen ebenfalls mal in das Buch reinschaut. Dort steht geschrieben, dass der Vampir nur besiegt werden kann, wenn eine schuldlose Frau ihm freiwillig ihr Blut gibt und er dadurch die Zeit bis zum morgendlichen Hahnenschrei vergisst. Sie opfert sich also, Orlok wird von der Morgensonne getötet und die Pest ist auf einen Schlag weg.

Die Hinterlassenschaft

Wie viele Filme aus der damaligen Zeit – allein von Murnaus vorherigen Werken gelten acht Stück als verschollen -, hatte es auch Nosferatu – Symphonie des Grauens nicht gerade leicht bis in die heutige Zeit zu überleben. Insbesondere, weil Stoker’s Nachlassverwalterin trotz der Veränderungen an der Geschichte nicht untätig blieb und 1925 ein Gericht im daraus folgenden Urheberrechtsstreit entschied, dass alle Kopien des Films zu vernichten wären (andere Zeiten, andere Sitten). Zum Glück waren zu diesem Zeitpunkt bereits Kopien ins Ausland verschifft worden. So hatte man für die Restaurierung zwar nicht das Original aber zumindest Material aus verschiedensten Quellen (z.B. aus Frankreich und Tschechischen) und in unterschiedlichsten Zuständen (sowohl Materialqualität als auch Szenenfolgen und Schnitte). Daraus wurde dann 2005/2006 eine originalgetreue, vollständig digitalisierte und restaurierte Fassung (inkl. allen Zwischentiteln) erstellt. Es gab zwar vorherige Versuche, die sind im Vergleich jedoch ganz klar minderwertiger.

Nosferatu – Symphonie des Grauens (Promobild)

Das Bild ist aber nur die eine Hälfte. Wie damals üblich, wurde der Film live im Kino von einem Orchester vertont. Hans Erdmanns Kompositionen waren jedoch nicht mehr in Gänze und schon gar nicht im Original aufzufinden. Stattdessen haben Musikhistoriker in mühevoller Kleinarbeit aus verschiedensten Quellen (Interviews und sowas) Hinweise gesammelt und dann aus diversen Publikationen und Lehrbüchern die einzelnen Kompositionen zusammengeflickt. Ob es 100% dem Original entspricht werden wir wohl nie erfahren aber es dürfte ihm doch ziemlich nahekommen.

Das Ergebnis ist eine DVD/Blu-ray, die keine Wünsche offen lässt. Das Bild ist astrein, das Orchester in feinstem 5.1 und der Film vermutlich noch nie in so einem guten Zustand zu erleben gewesen. Perfekt!

Beim Christoph meint: Es fällt immer etwas schwer ein Urteil über so uralte Filme zu fällen. Aus heutiger Sicht ist er trotz „nur“ 94 Minuten viel zu langatmig, die schauspielerische Darstellung völlig übertrieben und unnatürlich und von Horror kann überhaupt keine Rede sein. Andererseits wird ihn sicherlich auch niemand schauen, der ihn unter dem Aspekt eines normalen Kino-Blockbusters betrachtet.

Ich für meinen Teil fand die Zeitreise im Gegensatz zu Dracula (1931) äußerst gelungen. Nosferatu ist eine richtig cool in Szene gesetzte Figur (allein wie er auf dem Schiff aus dem Sarg hochkommt), die einem selbst heute noch einen kleinen Schauer den Rücken herunterlaufen lässt. Und die Geschichte selbst ist zwar simpel im Aufbau und bietet heutzutage logischerweise keine Überraschungen mehr. Aber trotzdem ist die Sache spannend und bildgewaltig in Szene gesetzt – was auch dem gelungenen Soundtrack zu verdanken ist. Entsprechend kam bei mir trotz der Behäbigkeit kein Bedürfnis auf ihn auf 24 Bilder pro Sekunde zu beschleunigen. Insofern: Unter den üblichen Prämissen, dass es sich bei Nosferatu – Symphonie des Grauens um einen viragierten Stummfilm aus den 20igern handelt, ganz klare „Sollte man mal gesehen haben“-Empfehlung. Aber Achtung: Vorher das Lesen von altdeutscher Schrift üben. Den handgeschriebenen Brief Hutters an seine Frau hab’ selbst ich nicht verstanden… smile:

Es hat sich letztes Jahr bereits abgezeichnet, nun ist es eingetreten: Jules ist die zweite Katze in unserem Haushalt mit Forl. Bemerkt haben wir es, weil er bei den Frischfleischparties (z.B. Hähnchenschenkel auf der Terasse) nur noch mit seinem Essen gespielt hat statt wie die beiden anderen Jungs herzhaft zuzubeißen. Vergangenen Freitag sind wir deshalb mit ihm zum Tierarzt. Das Ergebnis? Zehn Zähne gezogen – Kostenpunkt: knapp 500€ u.a., weil drei Stück nur schwer rausgingen. Ein Stück Wurzel ist auch noch im Gebiss und wird hoffentlich vom Körper aufgelöst. Mal schauen wie lange die restlichen Zähne noch durchhalten, wenn es aber ähnlich schnell geht wie bei Maya wird vermutlich der Rest 2021 folgen.

Er hat die Narkose aber wesentlich besser weggesteckt als Balu oder Maya. Als wir ihn Zuhause aus dem Korb ließen, war er zwar ziemlich müde aber trotzdem sicher auf den Beinen unterwegs und geistig gut bei der Sache. Pichu und Balu mussten natürlich erst einmal den Katzenkorb inspizieren (roch ja jetzt nach Tierarzt) bevor Pichu anschließend Jules ausgiebig geputzt hat. Später schlief er dann friedlich und erschöpft auf meinem Bauch während ich auf der Couch folgendes Werk geschaut habe:

(Cover)

Jodorowsky’s Dune (2013, Dokumentation, EV/FV) – Gleich Vorweg: Es gibt immer noch keine deutsche Version dieses Films und die einzige Region 2-Bluray ist der französische Originalrelease. Ansonsten gibt es meines Wissens nur eine amerikanische Variante, die aber logischerweise auf Region 1 beschränkt ist. Ja, ich hasse es auch, dass es immer noch diese blöden Regionalcodes gibt und sich die Abspielprogramme weiterhin daran halten.

Im Film spricht fast jeder Beteiligte in seiner Landessprache (H.R. Giger ist z.B. auf Deutsch zu hören). Die französische Bluray kommt jedoch ausschließlich mit französischen Untertiteln daher, die zudem leider nicht durchgängig sind. So sind der Produzent und Co-Produzent, die ausschließlich Französisch sprechen, nicht damit versehen. Entsprechend – und das gebe ich offen zu – habe ich so gut wie keinen Schimmer was die z.B. über das Treffen mit Pink Floyd erzählt haben. Der zentrale Charakter – Alejandro Jodorowsky – wechselt hier und da zwischen gebrochenem Englisch und Französisch, ist aber zumindest durchgängig untertitelt. So viel als Vorwarnung :smile: .

Der Inhalt

Jodorowsky’s Dune (Sony Pictures Classics-Promobild)

Wie der Name schon sagt beschäftigt sich die Dokumentation mit Jodorowskys Verfilmung von Der Wüstenplanet an der er ab 1975 arbeitete. Gedreht wurde aber am Ende keine einzige Szene. Stattdessen ging die Lizenz an David Lynch, der 1984 seine von vielen Fans und Kritikern verabscheute Fassung in die Kinos brachte. Alejandro Jodorowsky selbst ist ein chilenischer Künstler. Er ist eher für extrem abgehobene Sachen bekannt und hat speziell in den 60igern und 70igern für Aufsehen gesorgt mit seinen extrem unkonventionellen und absolut nicht jugendfreien Filmen wie El Topo (sein realer Sohn ist im kompletten Film nackt). Oder um es anhand einer seiner Ideen für Dune zu verdeutlichen: Es sollte eine Foltersequenz mit Herzog Leto I. Atreides geben in der der Harkonnenmentat Piter deVries ihm nacheinander mit einer riesigen Schere die Extremitäten abtrennt und anschließend Baron Harkonnen aus Frustration auch noch den Kopf. Und nein, diese Szene passierte so im Buch nicht – wie so viele, die sich Jodorowsky für den Film ausgedacht hatte. Sogar das Ende sollte komplett abweichen und Arrakis als grünen Planeten zeigen, der als der Messiah durch das Universum fliegt und andere Planeten „bekehrt“. Klingt völlig Banane – und ist es auch. Er hatte die Vorlage nicht einmal gelesen, bevor er sich dazu entschied es zu verfilmen. Ob das jetzt gute oder schlechte Voraussetzungen waren, sei mal dahingestellt…

Fakt ist: Es war ein extrem ambitioniertes aber hochkarätig besetztes Projekt (u.a. H.R. Giger für das Design der Harkonnen, Dan O’Bannon für die Spezialeffekte, Salvador Dahli als der Imperator Shaddam IV, Orson Welles als Baron Harkonnen, Soundtrack von Pink Floyd), welches rückblickend vermutlich mit den damaligen Mitteln nicht hätte realisiert werden können. Entsprechend wurde zwar die komplette Vorproduktion abgeschlossen (=ein riesiges Buch voller Storyboards und Konzeptzeichnungen, von dem angeblich nur noch zwei Kopien existieren) aber es fand sich kein Studio, das tatsächlich das Geld investieren wollte (15 Millionen US-Dollar – damals undenkbar). Mal abgesehen davon, dass Jodorowsky sich nicht in das damals übliche 90-Minuten-Korsett zwingen lassen wollte. Wenn der Film am Ende 12 oder 20 Stunden lang sein würde, dann wäre das halt so und die Zuschauer müssten das akzeptieren. Also wurde die Produktion von einem Tag auf den nächsten kurz vor Beginn der Drehaufnahmen eingestellt. Jodorowsky hofft zwar, dass vielleicht nach seinem Tod irgendjemand sein Werk als Animationsfilm realisiert aber aktuell gibt es keine Vorhaben in der Richtung (er ist auch noch nicht tot :wink: ). Stattdessen soll im Dezember eine Wüstenplanet-Adaption von Denis Villeneuve (Blade Runner 2049) in die Kinos kommen. Mal schauen ob die was wird. Ich fand David Lynchs Version zumindest in der 3-Stunden-TV-Version gar nicht so schlecht – von der er sich allerdings distanzierte. Aber ich mag ja auch die Prequel-Bücher von Brian Herbert und Kevin J. Anderson. Insofern gelte ich ja eh nicht als ein echter Wüstenplanet-Fan :tongue: .

Aber nur, weil Jodorowsky’s Dune nie als Film realisiert wurde, hatte es doch seine Einflüsse auf die Pop-Kultur. Jodorowsky selbst hat z.B. zusammen mit Jean Giraud (Moebius) das Script in der Comicreihe Der Incal verarbeitet. Dan O’Bannon und H.R. Giger arbeiteten hingegen zusammen an der Alien-Reihe, wo H.R. Giger so einige seiner Designs für Jodorowskys Werk „recycelt“ hat. Und es gibt noch viele weitere Werke, die sich frei an den Storyboards und Zeichnungen im Riesenwälzer bedienen. Kein Wunder: Jeder Studioboss hat so ein Ding bekommen (was allein das Drucken gekostet hat?), also haben es auch viele Leute gesehen.

Jodorowsky’s Dune (Sony Pictures Classics-Promobild)

Beim Christoph meint: Von mir gibt es für Jodorowsky’s Dune nach reiflicher Überlegung nur 2 von 5 Sics. Selbst, wenn es irgendwann mal eine deutsche Version geben sollte: Die Dokumentation ist ganz klar nur für absolute Hardcore-Dune- und/oder Jodorowsky-Fans geeignet und selbst da gibt es Einschränkungen. Es ist prinzipiell interessant zu sehen welche (abgedrehten) Visionen Jodorowsky für Dune hatte und ich hätte definitiv gerne den dazugehörigen Film erlebet. Stattdessen zu erfahren welche Auswirkungen er trotz einer fehlenden Veröffentlichung auf andere Klassiker hatte ist aber ebenfalls cool.

Doch am Ende sind 90 Minuten dann doch irgendwie viel zu wenig für dieses monumentale Werk. Ich hätte mir z.B. mehr Storyboardanimationen gewünscht, die komplette Szenen des Films zeigen (gibt 2-3 Stück – u.a. besagte Folterszene). Stattdessen kommt größtenteils nur Jodorowsky zu Wort, der böse ausgedrückt mehr darüber erzählt wie er die ganzen Leute dazu überredet hat am Film mitzumachen als über den Film selbst. Ja, es ist seine Idee und seine Vision aber es waren ja durchaus viele anderen Personen mitbeteiligt. Den restlichen Interviewpartner wird stattdessen relativ wenig Zeit eingeräumt und diese oft auch nicht gut genutzt. Auf die Szenen mit H.R. Giger hätte man beispielsweise aus meiner Sicht komplett verzichten sollen, da sie keinen informellen Mehrwert bringen und nur einen alten Mann zeigen, der sich offensichtlich sehr schwer tut noch ein Wort rauszubringen. Dafür konnte er logischerweise nichts aber ich hätte als Filmemacher trotzdem darauf verzichtet ihn so zu zeigen. Da ist die Dokumentation über ihn in den Bonus Features definitiv besser. Da sind auch noch ein paar weitere Interviews u.a. mit dem Regisseur der Dokumentation zu finden.

 

So viel zu diesem doch recht obskuren Machwerk. Ich hab‘ mich lange mit dem Kauf zurückgehalten, eben weil es nicht einmal eine rein englische Version in Europa gibt. Aber es hat mich einfach zu sehr interessiert. Zumal es von Kritikern so extrem hochgelobt wurde. Kann ich nach dem Anschauen nur bedingt nachvollziehen. Bereut ihn mal gesehen zu haben, habe ich zwar nicht. Meine Erwartungen hat er aber definitiv nicht erfüllt. Er hat es aber immerhin geschafft, dass ich jetzt noch stärker angefixt bin mehr über Jodorowsky’s Dune zu erfahren. Muss ich mir wohl als nächstes mal die Comicreihe kaufen.

Ja, ne irgendwie war die gamescom 2019 aus meiner Sicht absolut langweilig trotz Geoff „Ich werde im Alleingang die Spieleindustrie retten“ Keighleys Opening Night. Ja, es gab natürlich ein paar interessante Neuankündigungen wie Everspace 2 oder Ghostrunner und urdeutsche Titel wie Knights of Honor II: Sovereign und Port Royale 4. Aber richtig vom Hocker gehauen hat mich heuer nichts. Also höchstens die Rückkehr von Comanche als Mehrspielershooter. Ich verstehe absolut nicht was in den Köpfen von Publishern vorgeht, um jedes Mal wieder zu solchen bekloppten Entscheidungen zu kommen was alte Marken angeht.

Naja, egal. Ich lasse die gamescom 2019 entsprechend einfach hinter mir (ihr dürft euch in den Kommentaren natürlich gerne darüber auslassen) und bin gespannt darauf, ob die Tokyo Game Show 2019 wieder mehr zu bieten hat. Widmen wir uns heute stattdessen nicht-interaktiver Unterhaltung in Form von Filmen. Dank des Schlemmerblocks gehen Lysanda und ich zumindest zweimal im Jahr ins Kino. Nein, ich werde mir Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers nicht im Kino antun. Ich habe sogar bislang keinen einzigen weiteren Star Wars-Streifen seit Episode VII gesehen (stehen aber im Regal). Ja, ich bin total out-of-touch ich weiß :wink: . Stattdessen haben wir uns in diesem Jahr die folgenden zwei Werke auf der großen Leinwand (und in fast vollständig leeren Kinosälen) angeschaut:

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I AM MOTHER (2019, SciFi-Thriller, DV) – Die Menschheit ist ausgelöscht. Eine Tatsache, die anscheinend vorhergesehen wurde, denn es gibt eine Wiederbesiedelungsanlage (=ein High-Tech-Bunker). Dort befinden sich 63.000 Embryonen und ein Roboter namens „Mutter“. Dessen Aufgabe ist es die Menschheit wieder in die Existenz zurückzuholen. Statt jedoch gleich mehrere Kinder heranzuzüchten (die Geburt dauert nur 24 Stunden), konzentriert er sich erst einmal auf eine Tochter (Clara Rugaard) und versucht sie nach bestem Wissen und Gewissen zu einem guten Menschen zu erziehen.

Richtig los geht die Geschichte als die Tochter im Teenager-Alter ankommt. Sie fühlt sich einsam und hätte gerne Geschwister, was Mutter ihr jedoch verweigert. Ihre Begründung: Sie fühlt sich noch nicht sicher genug, dass sie das mit der Erziehung richtig macht. Auch nach draußen darf die namenlose Tochter nicht, da dort angeblich immer noch die Seuche kursieren würde, welche für das Ende der Menschheit verantwortlich ist. Also fristet sie weiter ihr trauriges Dasein im Bunker bis eines Tages der Strom ausfällt, weil eine Maus ein Kabel angenagt hat. Tochter fängt sie, Mutter tötet sie ohne mit den nicht-vorhandenen Wimpern zu zucken – die Saat des Misstrauens der Tochter gegenüber der Mutter wurde ausgebracht. Ein paar Tage später klopft es plötzlich an die Luftschleuse. Eine angeschossene Frau (Hilary Swank) bittet um Einlass und Hilfe. Ist also doch nicht alles so dort draußen, wie es Mutter erzählt? Tochters heile Welt bricht endgültig zusammen und sie muss sich entscheiden.

Die Erzählung

I AM MOTHER (Netflix-Promobild)

Die Geschichte wird über die knapp zwei Stunden auf eine sehr minimalistische Art und Weise erzählt. Es gibt faktisch nur drei Personen (Mutter, Tochter, fremde Frau) und der Großteil der Handlung findet in 5-6 Räumen des Bunkers statt. Etwas Aktion gibt es nur im dritten Akt, ansonsten lebt der Film durchweg von den Bildern und den Dialogen. Und trotzdem kommt richtig Spannung auf, man empfindet Mitleid mit der Tochter und rätselt selbst darüber mit was denn nun richtig oder falsch ist.

Und obwohl die schauspielerische Leistung sowohl von Carlar Rugaard und Hilary Swank selbstverständlich sehr gut ist, ist der eigentliche Star von I AM MOTHER ganz klar der Roboter. Es ist immer wieder faszinierend wie viel Emotionen man nur durch ein paar Lampen und etwas Bewegung rüberbringen kann. Übrigens ist der Roboter kein CGI-Element. Es handelt sich stattdessen um einen vom berühmten WETA Workshop entwickelten Anzug in dem der Neuseeländer Luke Hawker steckt. Die weibliche Stimme wurde dann im Nachgang von Rose Byrne eingesprochen.

Beim Christoph meint: Mir hat I AM MOTHER grundsätzlich sehr gut gefallen. Entsprechend gibt es 4 von 5 Sics und eine Schauempfehlung (es waren mit uns nur vier Personen im Saal). Der fünfte Sic bleibt dem Erstlingswerk von Regisseur Granz Sputore aus zwei Gründen verwehrt: Zum einen sind die Szenen außerhalb des physikalischen Bunkersets qualitativ sehr schlecht. Man sieht sehr deutlich, dass sie größtenteils vor Green Screen gedreht wurden und das Budget nicht für sehr gute CGI-Effekte ausreichte. Problem Nr. 2 sind die Logiklücken, die mir ab dem Twist etwas den Spaß verdorben haben. Speziell das große Finale, in das sehr viel CGI-Budget geflossen ist (deswegen fehlte es vermutlich für den Rest des Films), ergibt für mich selbst nach mehreren Tagen immer noch keinen richtigen Sinn.

Aber gut: Über beides kann man natürlich hinwegsehen und den Film trotzdem nicht nur genießen, sondern auch fleißig am Ende darüber diskutieren. Wie es häufig mit eher so „künstlerisch wertvollen“ Werken ist, kann man sehr viel in den Film reininterpretieren und für sich quasi eine „Moral der Geschicht'“ ziehen. Unterm Strich hat uns der Film auf jeden Fall gut unterhalten und ich bin gespannt, was der Herr Regisseur in Zukunft noch so auf die Leinwand bringen wird.

 

Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu

(Plakat)

Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu (Pokémon: Detective Pikachu, 2019, Fantasy-Abenteuer, DV) – Wie gefühlt jedes Kind in der Welt des Pokémon-Franchises wollte Tim Goodman früher ein Pokémon-Trainer werden. Nach dem Tod seiner Mutter und einem Vater, der ihn aus seiner Sicht alleine zurückgelassen hat, gab er diesen Traum jedoch auf und wurde…*trommelwirbel*…Versicherungsvertreter. Wenn das kein beißender Kommentar zur heutigen Gesellschaft ist, dann weiß ich auch nicht :wink: . Naja, auf jeden Fall hat sein Vater einen Autounfall und wird für Tod erklärt. Also fährt er nach Ryme City, um seinen Besitz abzuholen. Und auf was trifft er in der Wohnung seines Vaters? Auf ein sprechendes Pikachu, das aber nur er verstehen kann und an Gedächtnisverlust leidet (und deshalb seine Kräfte nicht mehr einsetzen kann). Und wie es sich für ein unfreiwilliges Filmteam (Tim hasst mittlerweile Pokémon) gehört, rutschen sie sogleich in ein Abenteuer rund um den angeblichen Tod des Vaters, einem entlaufenden Mewtwo und einem lilafarbenen Gas, das Pokémon aggressiv und gewalttätig werden lässt.

Auf dem Weg zur Lösung des Rätsels, lernen sie nicht nur mit Lucy Stevens den notwendigen weiblichen Side-Kick inkl. dem Comedy-Relief-Pokémon Enton kennen. Sie interagieren auch mit vielen Pokémon, gehen jeweils eine absolut vorhersehbare Charakterentwicklung durch, kommen einer Verschwörung auf die Spur und schlittern von einer CGI-Action-Sequenz in die nächste (u.a. ein Kampf zwischen Pikachu und einem Glurak). Typischer Kinderfilm halt. Nicht unbedingt schlecht aber halt nicht das absolute Non-Plus-Ultra. Und mit der Vorlage, dem 3DS-Download-Titel Meisterdetektiv Pikachu, hat das Ganze nur noch rudimentär zu tun aber das ist in diesem Fall sicherlich verschmerzbar.

Meisterdetektiv Pikachu (Warner Bros. Pictures-Promobild)

Beim Christoph meint: Von mir gibt es solide 3 von 5 Sics . Die 90 Minuten waren eine nette Ablenkung und er ist was diese Art von Filmen angeht definitiv vorne mit dabei. Im direkten Vergleich fand ich ihn z.B. besser als den Animationsfilm Zoomania. Aber nochmal sehen muss ich ihn vermutlich nicht. Wie gesagt ist die Geschichte sehr vorhersehbar, die coolen Momente sind übersichtlich und teilweise eher unlogisch (Stichwort Chelterrar-Garten) und der grundsätzliche Anspruch hält sich in Grenzen. Die Kombination aus Live-Action und CGI-Pokémon funktioniert immerhin meistens sehr gut und am Ende des Tages reden wir über einen Film für eine ganz klar jüngere Zielgruppe. Entsprechend ist das schon okay so wie er ist. Dass Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu am Eröffnungswochenende mehr eingespielt hat als Avengers: Endgame finde ich hingegen sehr amüsant.

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