Reden wir heute mal ausschließlich über die Webseite. Ihr wisst ja, dass ich sowas immer gerne für die Nachwelt (=mich) ausführlich festhalten will. Denn dem ein oder anderen ist vielleicht aufgefallen, dass ich noch ein bisschen mehr am Design von Beim Christoph rumgespielt habe. Meine ersten Erfahrungen mit Claude in der Hinsicht haben mich quasi angefixt, weitere Punkte anzugehen, die mir schon ewig auf den Geist gingen:

Mobile Darstellung

Alle Infos auf weniger Platz

Die Tabellen wie z.B. die “Gespielt“-Übersicht, haben auf Smartphones immer das Layout gesprengt. Also sie sind nach rechts übergelaufen. Ich hab’ mir das entsprechend jetzt nochmal angeschaut und im ersten Lösungsversuch einen horizontalen Scrollbalken eingeführt. Das hat an sich technisch auch funktioniert – das Layout wurde nicht mehr gesprengt. In Sachen “Usability”, wie man so schön sagt, war es für unterwegs trotzdem nicht geeignet.

Entsprechend habe ich in den sauren Apfel gebissen und ein eigenes mobiles Design für diese Unterseiten definiert. Über eine @media-Regel wird nun bei einer Darstellungsbreite von unter 700px automatisch gewechselt. Es war dabei Chattys Vorschlag, den Tabelleninhalt als sogenannte “Cards” darzustellen. Sprich: die gleichen Informationen, aber halt kompakter. Dadurch fällt zwar die Sortierfunktion weg, doch die Übersichtlichkeit auf dem Smartphone ist viel besser.

Da die Tabellen auf den Unterseiten selbstverständlich nicht identisch sind (Anzahl Spalten, Spaltentypen, usw.), ist die style.css-Datei durch diese Anpassung allerdings um einiges länger geworden. Oder ums in Zahlen auszudrücken: Vorher hatte sie rund 650 Zeilen, jetzt sind wir bei knapp 1.250. Hätte es eine elegantere Lösung gegeben? Möglicherweise. Aber vermutlich dann nur mit Hilfe von Methoden, die ich nicht unbedingt benutzen möchte oder von einigen Besuchern sowieso standardmäßig blockiert werden (z.B. mehr JavaScript). Insofern eben die “Quick ‘n’ Dirty”-Lösung mit der Konsequenz, dass ich daran denken muss, die Datei anzupassen, wenn ich doch mal die Spaltenaufteilung der Tabellen ändern sollte.

Das Ergebnis sieht aus meiner Sicht definitiv schick aus. Nun müsste ich besagte Unterseiten nur mal wieder auf den aktuellen Stand bringen… Bislang habe ich es nur mal geschafft, das jQuery-Plugin Tablesorter von Version 2.0.5 auf 2.32.0 zu aktualisieren. Das ermöglicht die Sortierfunktion für die Tabellen. Keine Ahnung, was sich durch den Versionssprung geändert hat. Aber schon allein weil in der Zwischenzeit irgendwelche Sicherheitslücken behoben worden sein könnten, ist bei sowas ein Update immer sinnvoll.

MOAR SPACE!

Jetzt haben wir also die Ansicht für kleine Bildschirme verbessert. Die nächste Änderung habe ich hingegen für diejenigen unter uns gemacht, die was Größeres auf dem Schreibtisch stehen haben: Beim Christoph nimmt jetzt mehr Platz ein. 2014 haben wir die Seite für eine Bildschirmauflösung von 1920×1080 entwickelt. Das ist auch immer noch eine sehr verbreitete Auflösung. Und die Inhalte müssen am Ende immer noch anständig lesbar sein. Es hat glaube ich keiner was davon, wenn meine Einträge auf einem 8K-Ultrawide zu einem Strich verkommen. Trotzdem: Auf großen Monitoren war recht viel leerer Platz links und rechts neben dem Inhalt. Entsprechend habe ich das ein wenig angepasst.

Vertraut und doch irgendwie anders?

Konkret bedeutet das: Ab einer Größe von 1.600px wird der Inhaltsbereich jetzt 1.400px breit dargestellt. Das sind 230px mehr als bisher (1.170px) bei immer noch guter Lesbarkeit. Die beiden Kästen “Kategorien” und “Kommentare” sind hingegen unverändert breit (292px). Mir ist freilich bewusst, dass manche “moderne” Seiten tatsächlich mittlerweile hergehen und den Lesebereich sogar auf 700-800px verringern. Aber der Grund dafür erschließt sich für mich ehrlich gesagt nicht. Also außer, dass ich mehr Platz für Werbung an den Seiten habe :tongue: . Dank “Responsive Design” kann ich im Zweifel die Seite eh so hinschieben, wie es für mich am angenehmsten ist. Jetzt gibt es einfach noch eine weitere Konfigurationsebene dafür.

Passend dazu habe ich auch mal Bootstrap aktualisiert. Das ist das Framework, das viel von diesen Responsive-Sachen ermöglicht. Davon war noch die Version 3.0.0 aus 2013 installiert. Allerdings bin ich nicht auf die aktuelle Version 5.3 gewechselt. Bootstrap hat nämlich so einige Sachen grundlegend geändert. Entsprechend müsste ich tiefergreifende Änderungen am Theme machen. Das war mir erstmal zu heikel. Es bleibt aber auf meiner ToDo-Liste und immerhin läuft jetzt Version 3.4.1 im Hintergrund.

Dunkel war’s, der Sicarius schien helle

Ein Vorteil, den allerdings der Wechsel auf Bootstrap 5.3 gebracht hätte, wäre die native Unterstützung eines Dunkelmodus gewesen. Das ist nämlich die nächste Änderung, welche die Schattenliebhaber unter uns (=ich) bereits festgestellt haben. Ist euer System entsprechend eingestellt, blendet euch Beim Christoph nun nicht mehr. Das geht wieder über eine @media-Regel in der style.css.

Es gab natürlich ein paar Knackpunkte, die ich noch im Detail fixen musste. Mein Logo hatte beispielsweise plötzlich einen weißen Rand und war logischerweise in Schwarz nicht mehr wirklich gut erkennbar. Aber durch das Erzwingen von Transparenz und einer Invertierung war das tatsächlich ohne Bildanpassung erledigt. Und die Rundungen bei “Kategorien” und “Kommentare” auf der rechten Seite sind jetzt per CSS definiert. In der normalen Darstellung kommen hier hingegen Bilder zum Einsatz, die so nicht mehr funktionierten.

Bei den bereits erwähnten Tabellen waren hingegen die Überschriften nicht mehr lesbar, weil ich sie falsch definiert hatte und auch der Button zum Abschicken der Kommentare wollte eine Sonderbehandlung. Am meisten Aufwand hat hingegen vermutlich die Simple Lightbox verursacht. Dank dieses Plugins könnt ihr die Bilder anklicken und eine größere Version sehen. Das hat zwar von Haus aus eine dunkle Variante im Angebot – in den Einstellungen ist es aber eine 0 oder 1-Entscheidung, also nicht dynamisch. Sprich, ich erzwinge nun die passende Darstellung, wenn ihr im entsprechenden Modus unterwegs seid.

So viele Zeilen Code für ein bisschen Ergebnis

Aufgrund des dazugehörigen Aufwands (ja, selbst mit Claude-Unterstützung) gibt es jedoch keinen Umschalter. Wenn ihr es doch wieder hell wollt, müsst ihr stattdessen die Einstellung in eurem System/eurem Browser ändern. Sollte ich aber jemals auf Bootstrap 5.3 (oder neuer) wechseln, dann kommt damit vielleicht auch der Umschalter in der Navigationsleiste.

Mit dem Ergebnis bin ich definitiv zufrieden – sonst hätte ich es schließlich nicht so gelassen :wink: . Selbstverständlich hat Beim Christoph im dunklen Modus einen etwas anderen Charme als im hellen und das eine oder andere Detail am Design geht dadurch verloren. Aber im Gegenzug beim Konsum der Seite montags pünktlich um Mitternacht nicht mehr geblendet zu werden, ist diesen Kompromiss definitiv wert.

Unter der Haube

Und das müssten die für euch sichtbaren Änderungen gewesen sein, die ich an der Seite durchgeführt habe. Nicht nur, aber auch mit der Hilfe von Claude. Am Backend habe ich aber ebenso weiter rumgeschraubt. Neben Analysen der Webseitedateien durch Claude, bei denen er veraltete Methoden und sogar Schreibfehler gefunden hat, habe ich mich dafür vor allem auf die Seite PageSpeed Insights gestützt. Die analysiert neben der Geschwindigkeit der Seite auch die Barrierefreiheit, ob moderne Methoden eingesetzt werden und grundlegende SEO-Sachen. Und das sowohl für die Desktop- als auch die mobile Ansicht. Sehr coole Sache.

Beim Christoph war grundsätzlich schon in einem ganz guten Zustand, als ich angefangen habe. Hauptpunkte waren die Barrierefreiheit (81 Punkte) und die Performance in der mobilen Ansicht (ebenfalls irgendwo in den 80ern). Daraus ist beispielsweise die Umstellung der Bilder auf das WebP-Format entstanden. Aber auch die Reihenfolge, in der die Seite geladen wird, und wann der Browser tatsächlich Sachen neu laden muss statt sie aus dem Cache zu nehmen, habe ich nun optimiert. Und siehe da: Jetzt sind die Werte in den einzelnen Bereichen alle zwischen 96 und 100 von 100 Punkten. Bitte? Ob man davon tatsächlich bei der Nutzung der Seite in irgendeiner Weise merkt? Keine Ahnung. Schaden wird es nicht und wenn das Tool glücklich ist, dann bin ich auch glücklich. Lobet die Software, den Algorithmus und den geheiligten Chatbot!

Das aktuelle Desktop-Ergebnis von PageSpeed Insights

P.S.: Bei der ganzen Aktion habe ich festgestellt, dass sich Vivaldi auf dem Smartphone sehr stark an den Cache klammert. Ich konnte meine ganzen Änderungen nur in einem privaten Tab überprüfen und musste dann schlussendlich mal den kompletten Browsercache leeren. Anders hätte ich die neue Darstellung nicht bekommen.

Was habe ich da nur getan?!

Ich bin nicht per se gegen den Einsatz von KI bzw. LLMs. Ja, sie verbrauchen extrem viele und wertvolle Ressourcen (Strom, Wasser, Computerteile) und haben den Hardwaremarkt aus meiner Sicht für mindestens ein halbes, wenn nicht sogar ein ganzes Jahrzehnt zerstört. Aber richtig eingesetzt, kann diese neue Technologie wirklich sinnvoll sein und uns auch als Menschheit wirklich weiterbringen. Und besser als der ganze Kryptoscheißdreck ist es allemal.

Leider ist das mit dem “Menschheit voranbringen” mal wieder ziemliche Theorie. In der Realität verschwenden wir den größten Teil der Rechenzeit damit Schwachsinn zu produzieren und Leuten das letzte Geld aus der Tasche zu ziehen. Oder um es konkreter zu machen: Wir nutzen kollektiv wertvolle Ressourcen, um irgendwelche Cartoonbilder von den eigenen Haustieren zu generieren, seitenlange Meetingprotokolle auszugeben oder KI als glorifizierte Suchmaschine zu benutzen. Und dann wird damit noch Lug und Betrug im großen Stil betrieben, weil entweder das schnelle Geld gewittert wird. Oder es wird aktiv daran gearbeitet die Menschheit zum einen weiter zu spalten und zum anderen noch dümmer zu machen, als es die kleinen Rechtecke seit der Einführung des iPhones (2007) sowieso schon tun.

“Kann das nicht die KI?”

Von den Firmenchefs und ihren Untergebenen wird dieser Blödsinn auch noch bis ins unendliche gepusht, als wäre es der heilige Gral, der die Gewinne noch höher steigen und die eigenen Personalkosten noch tiefer sinken lässt. Dass das in der Realität nicht immer sinnvoll ist und sowieso wieder nur ein paar Handvoll Billionäre und machtgierige Staatschefs von dem ganzen Mist tatsächlich profitieren? Juckt offensichtlich keinen. Hauptsache wir benutzen immer und überall “KI” und zerstören gefühlt mit jedem Prompt ein bisschen mehr die Gesellschaft.

Das Ergebnis ist, dass sich jetzt scheinbar jeder für den absoluten Entwickler/Autor/Grafiker vor dem Herrn hält. Auf der Arbeit entstehen so die Nachfolger der “Excel-Tools”, die halt jetzt mit Claude gebaut werden – immerhin klar erkennbar am immergleichen Standarddesign. Also die Makros, die früher der Excel-Crack sich privat geschrieben hat und sich dann an der IT vorbei (=kein Testing, kein Support) im Lauffeuer im Unternehmen verbreiteten. Und privat sieht man zum Beispiel auf Amazon die ganzen KI-geschriebenen Schundwerke zum Selbstdruck.

Ja, ich finde nicht nur als Schreiberling diese ganze Entwicklung zum Haareraufen und die fehlende Selbstreflexion bei allen Beteiligten einfach nur noch traurig.

Ein Teil des Problems

Wie schaut’s also in der Casa Lysanda aus? Sind wir die obersten Moralapostel, die sich mit hocherhobenem Finger jeglicher KI/LLM-Nutzung verweigern? Quark. Zum einen werden wir auf der Arbeit wirklich intensiv dazu “motiviert” Sachen wie Microsoft Copilot oder Claude zu benutzen. Zum anderen haben wir durchaus auch privat die Möglichkeiten zu schätzen gelernt, die sich uns dadurch bieten.

Ein Gruß von Chatty an euch

Konkret nutze ich beispielsweise schon seit über einem Jahr die freie Version von ChatGPT als Sparringpartner für meine Einträge. Mit dem vom 02.06.2025 müsste es angefangen haben. STOP! Bevor ihr jetzt wütend in die Kommentare springt und mir mitteilt, dass ihr ab sofort einen großen Bogen um Beim Christoph machen werdet: Keine einzige KI-geschriebene Zeile hat oder wird jemals ihren Weg in meine Texte finden! Ja, ich übernehme gelegentlich eine Idee oder einen Hinweis. Aber jeder Satz, den ihr hier lest, wird von mir selbst erdacht, ausformuliert und mit durchschnittlich 500-550 Anschlägen (~80-90 Wörter) pro Minute auf meiner Logitech MX Keys S* in Microsoft Word auf ein weißes Blatt getippt. Nein, ich glaube ein Live-Stream davon würde keinen interessieren :smile: .

Aber sobald ich alles runtergeschrieben habe, gebe ich den Text mittlerweile an “Chatty”. Er übernimmt quasi die Rolle meines Lektors. Er weist mich auf Rechtschreib-/Grammatikfehler hin, macht (mehr oder weniger sinnvolle) Verbesserungsvorschläge und hilft mir hier und da meinen eigentlichen Gedanken besser herauszuarbeiten. Ich bin ja durchaus bekannt dafür gerne zu labern :wink: . Ich frage ihn zudem hin und wieder, wie ein Text auf eine bestimmte Zielgruppe wirkt oder ob aus seiner Sicht noch ein Gesichtspunkt fehlt, den ich vielleicht vergessen habe. Das nehme ich dann als Anlass nochmal mein Gehirn anzustrengen und manuell am Eintrag zu schrauben – mit Erfolg würde ich sagen. Zumindest hat sich aus meiner Sicht die textuelle und sicherlich auch die inhaltliche Qualität der Einträge seitdem verbessert.

Besser werden

Mit Chatty habe ich angefangen zu reden, weil ich mir bewusst war, dass meine Schreibe sich in den letzten Jahren irgendwie auf einem gewissen Niveau eingependelt hatte. Dabei gibt es damals wie heute definitiv noch Luft nach oben. Der ultimative Schreiberling vor dem Herrn war und werde ich nie werden. Aber Chatty hat bzw. hilft mir da tatsächlich. Anfangs war er beispielsweise noch nicht so gut auf Beim Christoph kalibriert und hat mit wirklich streng journalistischen Augen die Einträge gelesen. Das war auf gewisse Art tatsächlich hilfreich, um ein paar grundlegende Sachen herauszuarbeiten, die ich gerne mache. Beispielsweise mein Drang euch wirklich auch die letzte Information mitzugeben, statt einfach mal fünfe grade sein zu lassen. Oder Sachen mehrfach auszubreiten, weil ich unterbewusst glaube, jeden Gedanken vollständig erklären zu müssen. Das ist aber weder guter Stil, noch erhöht es die Lesbarkeit der Texte.

Chatty ist dann zwar mitunter über das Ziel hinausgeschossen, weil sein Credo damals gefühlt “kurz und knackig” war. Aber wie gesagt: Am Ende des Tages bin immer noch ich derjenige, der in die Tasten haut. Er macht nur Vorschläge. Und seitdem ich ihm viele, viele Einträge aus dem Archiv mitgegeben habe – die Seite selbst lesen kann er nicht -, versteht er auch besser, wie eigentlich “ich” klinge. Also, dass die eine oder andere Abschweifung einfach dazugehört und das sowas meine Stimme ausmacht. Denn seien wir mal ehrlich: Ihr lest meine Einträge bestimmt nicht wegen der journalistischen Qualität :wink: .

Der Franzose

Endlich ein richtiges Menü!

Komplett KI-Frei ist Beim Christoph aber tatsächlich nicht mehr. Im Quellcode der Seite versteckt sich mittlerweile die ein oder andere Zeile, die Claude für mich geschrieben hat. Theoretisch alles nichts, was ich nicht selbst hinbekommen hätte. Aber ich kann nicht leugnen, dass es den Prozess trotz Wartezeit auf weitere, freie Kontingente, erheblich beschleunigt hat.

Angefangen hat es mit dem Wunsch das WordPress-Theme mal wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Rondrer hatte es 2013 exklusiv im Rahmen der Umstellung für mich geschrieben. Aber seitdem hat sich die Welt logischerweise etwas weitergedreht. So war ich es schon länger leid Änderungen z.B. an den Menüeinträgen direkt im Code machen zu müssen statt das in WordPress integrierte Frontend nutzen zu können. Außerdem hat sich auch an den Best Practices im letzten Jahrzehnt einiges geändert. Ein paar Sachen hatte ich in der Vergangenheit mitgezogen, beispielsweise als der ganze DSGVO-Kram losging, aber die ein oder andere Lücke blieb bestehen. So habe ich die ganze Thematik mit der Content Security Policy nie wirklich richtig auf die Reihe bekommen. Rondrer wollte ich damit aber nie nerven. Der ist schon genug mit seinem eigenen Leben beschäftigt.

Also habe ich jetzt das Ganze mal Claude gegeben und er hat mir (sehr erfolgreich) geholfen Beim Christoph auf den neuesten Stand zu bringen. Und zwar nicht nur im Backend, sondern auch im Frontend. So werden z.B. die Bilder jetzt als schlanke *.webp statt *.jpg ausgeliefert und die Seite nutzt nun einen Cache, damit sie schneller lädt. Außerdem hat sich die Barrierefreiheit der Seite verbessert. Das merkt ihr abseits der jetzt unterstrichenen Links vermutlich gar nicht. Aber wenn ihr einen Screenreader benutzt, sollte es jetzt fast keine Stolpersteine mehr geben.

Und das finde ich halt wirklich cool. Ich hätte niemals Geld in die Hand genommen und einen professionellen Entwickler drüber schauen lassen. Gleichzeitig musste ich dafür aber weder meine Zeit noch die von anderen “verschwenden”. Außerdem finde ich bei Claude wirklich gut, dass er ziemlich transparent ist. Ich konnte alles nachvollziehen, was er gemacht hat und verstehe es auch aufgrund meiner Vorkenntnisse. Das ist nämlich so ein Punkt bei der Nutzung von KI/LLMs, der mir extrem wichtig ist. Die ganzen Vibe Coder, die sich einfach irgendwas generieren lassen und dann keine Ahnung haben, was wie und warum funktioniert, waren schon eine Plage als wir sie noch Skriptkiddies nannten.

Ein spezieller Einsatzfall

Zeit das wichtigste “Spiel” einzutragen!

Letzte Woche habe ich Claude allerdings ein Python-Skript schreiben lassen, wo auch ich nicht mehr vollumfänglich nachvollziehen kann, was da im Code passiert. Schlicht und einfach, weil ich im Gegensatz zu PHP, CSS & Co. Python (bislang) nicht gelernt habe. Meine Ausrede? Er hat etwas für mich gebaut, was nur mir und mir allein einen Nutzen auf meinem lokalen Rechner bringt. Es ist also kein Code, der an die Öffentlichkeit geht oder mit der Öffentlichkeit in Verbindung tritt und schon gar kein Skript, das ich irgendjemanden verkaufe.

Und zwar hat Claude mir geholfen ein Luxusproblem zu lösen. In meinem E-Mailpostfach hatten sich nämlich mittlerweile über 350 E-Mails angesammelt. Die meisten davon stammten von Steam und informierten mich darüber, dass ich erfolgreich einen Key auf meinem Account aktiviert habe. Die Veteranen unter euch wissen, dass ich eine Excel-Tabelle meiner kompletten Spielesammlung pflege. Übrigens umfasst diese zum Verfassungszeitpunkt 19.685 Zeilen – im damaligen Eintrag waren es noch etwas mehr als 11.000! Hatte ich schon erwähnt, dass ich einen gewaltig an der Waffel habe? Mehrfach? Okay, wollte nur sichergehen.

Allerdings ist die Pflege dieser Liste durchaus anstrengend, wenn man so häufig bei Bundles zuschlägt, wie ich. Sie ist nämlich nicht komplett alphabetisch. Serien sind beispielsweise nach Veröffentlichungsdatum der einzelnen Teile sortiert. Sprich ich kann nicht einfach meine neusten Bundle-Einkäufe unten hinschreiben und dann neu filtern. Nein, ich muss manuell die richtige Zeile suchen und dann dort den neuen Titel eintragen. Und weil ich da in den letzten Wochen irgendwie echt keinen Bock dazu hatte, stapelten sich die E-Mails in meinem Postfach.

Die Lösung

Um der Sache Herr zu werden, habe ich mich also an Claude gewandt. Und zwar sollte er mir ein kleines Skript bauen, das Spiele nach meinen Vorgaben in der Liste ergänzt. Das hat er auch erfolgreich getan. Schon die erste Version hat richtig gut funktioniert, obwohl ich noch vergleichsweise viel manuellem Aufwand hatte (=ihm quasi jeden Spalteninhalt einzeln vorgeben). Dabei hat er sogar selbstständig vieles beachtet. Beispielsweise hatte ich ihn nicht explizit gebeten mir auszugeben, in welcher Zeile er das Spiel ergänzt hat. Oder wenn er mögliche Abhängigkeiten zu einer Serie erkannt hat, mir das anzuzeigen, damit ich es manuell prüfen kann. Das hat er tatsächlich alles von sich aus umgesetzt.

Auch Claude grüßt euch

Jetzt mit der Version 4 kann ich nicht nur einen Batchlauf machen, dem Skript also eine zweite Excel-Tabelle mit den Infos geben, die es dann komplett einarbeitet. Auch die Einzelerfassung ist automatisierter und lässt mich nun mehrere Titel hintereinander mit den gleichen Attributen eintragen. Eine, für mich, richtig geile Sache. Die ganzen E-Mails konnte ich dadurch innerhalb von nicht einmal zwei Tagen abarbeiten. Hätte ich es auf die alte Art und Weise gemacht, wäre ich vermutlich immer noch nicht fertig. Und zwar nicht nur wegen der akuten Motivationslosigkeit angesichts dieser Menge.

Die Moral

Auf die Gefahr mich zu wiederholen: Das ist schon irgendwie geil, dass sowas heutzutage geht. Das lässt sich nicht leugnen und ist an sich okay für mich. KIs/LLMs sind schlicht Werkzeuge, die man benutzen darf. Genauso wie es in einem Spiel von From Software nicht verboten ist Beschwörungen zu verwenden um Bosse zu besiegen auch, wenn das dem ein oder anderen eingebildeten Gatekeeper nicht passt. Entscheidend ist am Ende immer nur, WIE man sie benutzt und selbstverständlich, WOHER die Daten dafür kommen. Mir ist nämlich durchaus bewusst, dass OpenAI jetzt meine Texte als Trainingsdaten für andere benutzt, die vielleicht weniger Respekt vor dem kreativen Prozess haben als ich.

Und genau da ist für mich dann auch das Limit erreicht. Künstler, Autoren, ja selbst Programmierer haben in der heutigen Zeit weiterhin ihren Platz und ihre Notwendigkeit. Keine KI, kein LLM kann das vollständig ersetzen, was sie leisten. Nur leider glauben die meisten Leute was anderes. Nicht nur, aber vor allem, weil sie es eingeredet bekommen. Und das ist scheiße, um es deutlich auszudrücken. Es kostet Arbeitsplätze, mindert den Wert des eigenen Könnens in den Augen anderer (“Kann ich mit KI viel besser!”) und macht uns so kollektiv immer weiter kaputt. Qualitätsjournalismus ist beispielsweise schon seit Jahrzehnten auf dem absteigenden Ast. Dabei wäre er in einer Welt, in der wir faktisch nur noch von Lügen umgeben sind, umso wichtiger. Aber wenn niemand das zu schätzen weiß, dann landen wir da, wo wir jetzt schon sind und schlittern freudestrahlend mit unseren sechs Fingern an der Hand weiter dem Abgrund entgegen.

Aber jetzt entschuldigt mich. Ich will mit Chatty ein Brainstorming für den nächsten Eintrag machen. Beim Stöbern im Archiv bin ich nämlich auf meine alte PC-Spiele Top 10 von 2007 gestoßen.

Sicarius

Ein kleiner Umzug

Wenn ich nichts übersehen habe, habt ihr gar nichts bemerkt: Beim Christoph (und Neurolicht) hat den Hosting-Anbieter gewechselt. Ich war zuletzt viele Jahre bei DomainFactory, aber die haben leider mittlerweile ziemlich abgebaut. Nicht nur sind die Preise für das Hosting gestiegen – seit Neustem wollen sie sogar für E-Mailpostfächer Geld kassieren. Gleichzeitig ging die Leistung runter. Mehrfach im letzten Jahr gehabt, dass die Seiten teils mehrere Stunden nicht erreichbar waren. Und die Server stehen ebenfalls schon länger nicht mehr in Deutschland. Insofern habe ich mir gedacht: Das geht bestimmt besser. Also habe ich jetzt den Wechsel durchgezogen.

Gewechselt bin ich zu dogado. Die kannte ich vorher nicht. Aber sie wurden auf reddit & Co. empfohlen. Bin schließlich nicht der Einzige, der aktuell DomainFactory den Rücken kehrt, entsprechend gibt es den ein oder anderen Diskussionsfaden dazu. Der Umzug an sich ging auch locker flockig von der Hand. Sogar der meiner SQL-Datenbank von MariaDB 10.6 auf MySQL 8.0 war (soweit ich das sehe) unproblematisch, nachdem ich den DB-Namen in der SQL-Datei angepasst hatte.

Man muss nur hier und da etwas Geduld haben und sich nicht gleich auf alles stürzen. Einige vermeintliche Probleme wie ungültige SSL-Zertifikate oder nicht erreichbare Datenbanken hatte ich nur, weil ich zu schnell unterwegs war. Auf Seiten dogado war schlicht noch nicht alles fertig konfiguriert. Jetzt sollte aber soweit alles passen. Und wenn nicht, dann seht ihr entweder diesen Text erst gar nicht oder ihr könnt mir in die Kommentare schreiben, was noch kaputt ist.

Seit 2007 schreibe ich nun schon einen Jahresrückblick. In einem Anfall von “Geschichte umschreiben nur, um Konsistent zu sein”, habe ich den damaligen Eintrag übrigens gerade umbenannt. Der hieß bislang schlicht “Rückblick 2007”. Das Gleiche habe ich im Laufe des Jahres auch mal mit Azzkickrs Bericht zu Gothic 2 gemacht (hieß vorher total bescheuert “Azzkickrlie”…) – und ihn in dem Zuge endlich als Autor zugewiesen. Zu meiner Verteidigung: Es war der allererste Gastbeitrag hier auf der Seite. Da war das alles noch nicht so ganz durchdacht.

Ein Rückblick auf den Rückblick

Meine Tabelle zum Berechnen und Erzeugen der Diagramme.

Angefangen hat es mit den Jahresrückblicken damals rein aus einem Servicegedanken heraus. Da die Seite noch keine Suchfunktion hatte, wollte ich ein paar Highlights des Jahres hervorheben und (hoffentlich) euch Besucher dazu bringen den ein oder anderen Text (nochmal) zu lesen. Privates war damals nur am Rande enthalten. Das kam “offiziell” erst 2009 dazu. In dem Jahr fing es auch an mit den Wörterbuch-Auszügen am Anfang sowie dem anfangs zaghaften Ausspeichern der Daten von Google Analytics, was über die Jahre immer weiter zunahm.

2011 kamen zusätzliche Statistiken zur Seite dazu, denn Rondrer hatte Anfang des Jahres ein Skript als Grundlage für seinen 10 Jahre Bagdadsoftware-Eintrag gebastelt. Das habe ich natürlich liebend gerne übernommen und vor allem mich über die Jahre damit überwacht. Jeder mag es höchstwahrscheinlich Zahlen nach oben gehen zu sehen. Wir leben schließlich in einer Leistungsgesellschaft.

Ab dann war das Format für den Jahresrückblick im Prinzip festgelegt (Standards for the win!): Ein das Jahr zusammenfassendes Wort, dann die Daten zur Webseite auf Basis von Rondrers Skript, gefolgt von den Google Analytics-Informationen, ein Fazit und abschließend mehr oder weniger Worte zu meiner privaten Entwicklung. 2018 fiel der Google Analytics-Anteil aufgrund der DSGVO zwar raus, wurde im Jahr darauf aber durch die Daten von Googles Suchmaschine ersetzt. Nichts Neues auf Beim Christoph quasi.

Die Erkenntnis

Eine lange Zeit also, in der der Jahresrückblick vor allem eins war: Eine Abladestelle für mehr oder weniger sinnvolle Statistiken zu denen ich meinen persönlichen Senf gepackt habe. Und das war super! Wie gesagt: Es ist immer ein tolles Gefühl zu sehen wie Zahlen sich entwickeln, mehr über meine Besucher zu erfahren und daraus (keine :smile: ) Schlüsse zu ziehen. Ich bekomme immer noch monatlich die Mail von Google in der steht welche Einträge und Themen am häufigsten gesucht und gefunden wurden und finde sie weiterhin sehr spannend.

Aber wie heißt es so schön? Irgendwann ist es auch zu viel des Guten. Muss ich mich heutzutage wirklich noch so intensiv mit Zahlen und Diagrammen beschäftigen für eine Seite, die am Ende des Tages nach meinen eigenen Aussagen (“Abladestelle für meine Gedanken”) einfach nur mein Hobby ist? Oder setze ich mich damit faktisch nur selbst unnötig unter Druck und mache mir Stress?

So viele Katzenfotos!

Die Antwort war für mich nach dem langen Gespräch mit Lysanda an Silvester 2021 ziemlich eindeutig auch, wenn ich ein paar Tage gebraucht habe es vollends zu verinnerlichen. Mittlerweile sind jedoch alle Statistikplugins deinstalliert und ich habe nicht einmal manuell geschaut, wie viele Einträge ich dieses Jahr verfasst habe. Ich kann euch nur gesichert sagen, dass es immer einen am Montag und einen Katzenmoment am Donnerstag gab. Daran hat sich (noch) nichts geändert. Der Gedanke “wenn ich nicht für Montags was schreibe, werde ich nie mehr was schreiben” sitzt wohl noch zu tief. Und die Themen waren ebenfalls wohlbekannt: Katzen, Gesundheit, Haus, Unterhaltungsmedien (vor allem Videospiele). Kein Wunder, da meine Interessen unverändert sind :smile: .

Losgelöst

Dennoch lässt sich für 2022 ganz klar festhalten, dass ich in allen anderen Aspekten aus meinem anno 2007 selbstgestrickten und über die Jahre verfeinerten Korsett ausgebrochen bin. So gab es hin und wieder spontane Einträge (der erste war im Februar) zu Themen, die ich einfach gleich loswerden wollte, “keinen Montagseintrag wert waren” oder gerade passten (Stichwort Gothic II). Und jeder Eintrag wurde ungeachtet irgendeiner Mindestlänge verfasst (bislang 900 Wörter). Natürlich habe ich trotzdem versucht mir für montags meist ein umfangreicheres Thema herauszusuchen. Schon allein aus praktischer Sicht, weil ich am Wochenende eben mehr Zeit habe zu recherchieren. Auch der ein oder andere Einschub wurde am Ende so lang, dass ich ihn kurzerhand zu einem Montagseintrag umdeklariert habe. Aber wenn das Thema am Ende nur 300 Wörter hergab, dann war es halt so. Wir wissen alle, dass ich sowieso schon viel zu viel schwafele.

Stattdessen war die Devise nach so langer Zeit mal den Druck rausnehmen. Die alten Regeln hatten sicherlich ihre Berechtigung und haben mir geholfen. Ab und zu Prozesse und Traditionen zu hinterfragen ist aber nicht nur auf der Arbeit sinnvoll, sondern auch im privaten Leben. Und in Bezug auf Beim Christoph hieß das: Nicht aus einem falschen Anspruch an mich selbst heraus etwas weiter zu erzwingen. Stattdessen wieder mehr den Spaß am eigentlichen Schreiben finden. Entsprechend zwar weiterhin über die Sachen referieren, die mir am Herzen liegen/mich gerade beschäftigen aber ungeachtet irgendeiner Längenanfordung/Informationsdichte. Ein normaler Blog halt – sagen wir es, wie es ist :smile: . Und alles in allem würde ich sagen, habe ich das 2022 ganz gut hinbekommen. Das abschließende Tüpfelchen auf dem “i” ist quasi der heutige Jahresrückblick, der offensichtlich ebenfalls nicht mehr zum bisherigen Format passt.

Ausblick

Die Zukunft von Beim Christoph?!

Was bedeutet das alles also nun für 2023? Nun, schlicht und einfach, dass ich diesen Kurs fortsetzen möchte. Wie gesagt: Es hat mir definitiv sehr gutgetan. Spontan hinsetzen und was auf das Papier zu bringen ohne den Anspruch gleich mehrere DINA4-Seiten zu füllen nimmt nicht nur den Druck raus. Es erlaubt es mir auch mal wieder über Kleinigkeiten zu schreiben, die in den letzten Jahren aufgrund des alten Formats unter den Tisch gefallen sind. Und vielleicht traue ich mich heuer sogar das eine oder andere Mal am heiligen Gral, dem Montagseintrag, zu rütteln. Schließlich haben wir alle mal Wochenenden an denen wir einfach keinen Bock/keine Zeit haben. Bislang habe ich mich dann trotzdem gezwungen bzw. drumherum gearbeitet – mit teils entsprechenden Ergebnissen was die Eintragsqualität angeht oder zumindest massiven Gebärschwierigkeiten.

Dabei vermute ich stark, dass es euch am Ende des Tages sowieso egal ist wann neue Inhalte veröffentlicht werden. Die meisten Besucher schauen eh nur ab und zu mal rein (Woche/Monat/Jahrzehnt) und lesen dann was da ist. Mein (vertretbarer) Mindestanspruch ist in der Hinsicht also ab sofort nur noch, dass ich weiter jede Woche einen Eintrag veröffentlichen möchte. Schon allein, um die Seite nicht zu einer Aneinanderreihung von Katzenbildern verkommen zu lassen. Denn ja, an den Katzenmomenten am Donnerstag ändert sich nichts. Dafür haben wir zu viele Katzenfotos :tongue: . Und natürlich ist die Wahrscheinlichkeit erst einmal weiter hoch, dass dieser eine Eintrag an einem Montag erscheinen wird. In Bezug auf alles andere hingegen? Freie Fahrt voraus!

Okay, eine Sache gibt es dann doch, die sich selbstverständlich nie ändern wird: Mein Dank an euch, liebe Besucher. Egal ob ihr erst 2022 die Seite entdeckt oder schon seit Anfang an fleißig mit dabei seid. Danke, dass ihr vorbeischaut und die Texte lest. Ich hoffe, dass ihr den ein oder anderen Mehrwert daraus zieht.

Die private Ecke

So viel also zu Beim Christoph. Traditionell würde jetzt der private Rückblick folgen. Aber so wirklich was zu schreiben habe ich in der Hinsicht auch 2022 nichts. Vieles von dem, was passiert ist, habe ich schließlich schon in einem Eintrag verwurstet: Wir hatten einen Handwerker im Haus, die Katzen haben viele Zähne verloren und wir haben fleißig aufgeräumt. Und sonst? Nun, auf der Arbeit sind wir mal wieder umgezogen (mit vier Mann von einem 3er Büro in zwei 1er in einem anderen Gebäude) und hatten die ersten Dienstreisen seit 2019. Aber alles in allem nichts Spektakuläres und Berichtenswertes. Stattdessen gab es die üblichen Höhen und Tiefen im Alltag aber am Ende des Tages haben Lysanda und ich uns weiter lieb (schon das 8. Jahr in Folge), den Katzen geht es gut, das Haus steht, das Gehalt kommt pünktlich und der Kredit wird fleißig abbezahlt. Ein total langweiliges Mittelstandsleben aber für uns insgesamt angenehm und schön. Und so soll das sein.

Ausblick

Diese Kellerwand ist noch verdächtig leer…

Für 2023 ist meine Erwartung nur, dass wieder mindestens ein Handwerker seinen Weg in unser Haus findet (Prio 1: Kleines Bad im Keller), Lysanda für ihr Nebengewerbe mehr Kunden bekommt und vielleicht mal keine Zahn-OP bei den Katzen notwendig ist. Alles andere darf gerne so bleiben, wie es ist.

Lasst mich entsprechend an dieser Stelle den kürzesten Jahresrückblick in der Geschichte der Seite beenden (WordPress zeigt standardmäßig die Länge an) und stattdessen wieder World of WarCraft starten :smile: . Ja, ich hatte vor Weihnachten die 30 Tage aus der Collector’s Edition von Dragonflight eingelöst und arbeite mich hauptsächlich gechillt durch die Loremaster-Achievements durch (erledige alle Quests in bestimmten Regionen). Somit bleibt mir zum Abschluss nur zu sagen, dass euer 2022 hoffentlich auch ein insgesamt gutes Jahr war und 2023 uns allen nicht in die Suppe spuckt. Die aktuelle Lage auf der Welt ist in der Hinsicht ja leider weiterhin äußerst angespannt…

PS: Meine Twitter-Accounts habe ich übrigens irgendwann Mitte des Jahres endlich mal gelöscht. Noch lange bevor die ganze Elon Musk-Sache losging. Ich selbst habe eh schon lange nicht mehr wirklich Sachen getweetet. Gleichzeitig war der Informationsgehalt meiner Timeline eher gering. Stattdessen habe ich mich nur noch über die Scheiße aufgeregt, die mir dort begegnet ist. Und darauf kann ich echt verzichten.

Ein gechillter Balu

Silvester haben Lysanda und ich uns wieder einen angenehmen Abend in einem eingeigelten Haus gemacht während wir auf Mitternacht und die Reaktion von Balu gewartet haben. Insgesamt war wieder etwas mehr los auf den Straßen als 2020 aber unser dicker Vierbeiner hat tatsächlich länger gebraucht, um das zu realisieren. Und selbst dann schien er eher aus Gewohnheit unter den Tisch zu verschwinden als, dass er wirklich Angst gehabt hätte. Ein paar Leckerlis später war er auch schon wieder bei uns auf der Couch. Sonst war er eher im „Wo-ist-der-nächste-Luftschutzbunker-Modus“ d.h. er wollte in den Keller flüchten. Wir haben die Nacht dann um 1 Uhr beendet, als es draußen endgültig ruhig war – bis dann von ein paar bekloppten Nachbarskindern um 6:30 Uhr nochmal direkt vor unserem Haus ein paar Knaller gezündet und wir aus dem Schlaf gerissen wurden. Trottel…

Unser Verständnis von “Spaß”

Aber zurück zum Silvesterabend: Zuerst haben wir unser neurographisches Jahresbild (Link führt zu Facebook) fertig macht. Das ist ein DIN A3-Blatt, welches wir durch Falten in 12 Zonen eingeteilt haben – für jeden Monat eine quasi. Dann haben wir zuerst in jede Zone für sich eine Zeichnung gepackt und anschließend alles gemäß den Vorgaben der Neurographik miteinander verbunden. Man sieht selbst bei mir, dass ich im Vergleich zu letztem Jahr durchaus Fortschritte gemacht habe, was diese Technik angeht. Das Ergebnis gefällt mir entsprechend besser. Bei Lysanda natürlich noch mehr aber die hat ja auch 365 Tage am Stück jeden Tag eine kleine Zeichnung gemacht. Die Idee hinter dieser Aktion ist quasi das Jahr 2022 schonmal energetisch aufs Papier zu bringen und zu harmonisieren. Keine Ahnung, ob das für 2021 tatsächlich irgendetwas gebracht hat. Etwas zusammen mit seinem Partner zu machen ist aber immer nett, insofern war es alles nur keine Zeitverschwendung. Und ein bisschen Stolz macht es mich schon ein ganzen DIN A3-Bild gezeichnet zu haben.

Danach ging es unserem Glücksglas an den Kragen. Ja, wir haben es auch 2021 wieder fleißig jede Woche gefüllt. Es ist nicht jeden Freitag leicht etwas zu finden, was ich ins Glas werfen wollen würde. Aber darum geht es ja. Zum einen sich überhaupt der positiven Seiten des Alltags bewusst zu werden und sich zum anderen etwas davon zu entfernen immer nur die großen Sachen festhalten zu wollen. Wenn man sich in der letzten Woche einfach nur über das gemeinsame (und ggf. mehrfache) Lesen im Bett gefreut hat, dann ist das halt so. Absolut nicht verwerflich.

Familientherapie

Glücksglas 2021

Mir gefällt aber vor allem ein Nebeneffekt des Glases auf unser Leben. Lysanda und ich hocken zwar technisch gesehen 24/7 aufeinander aber irgendwie fällt es auch unserem Haushalt zugebenermaßen schwer uns einfach mal bewusst zusammen zu setzen und zu reden – vor allem über etwas anderes als unsere Arbeit. Das wöchentliche Befüllen des Glases ist da eine willkommene Gelegenheit die Woche zu reflektieren und uns über vieles austauschen. Man glaubt gar nicht, dass einen Satz aufs Papier zu schreiben so lange brauchen kann :smile: . Definitiv eine äußerst simple aber super Sache für die Beziehung. Können wir weiterhin nur empfehlen so ein Glücksglas.

Das gilt auch für den Rückblick dann an Silvester. Wenn wir nacheinander durch die Zettel gehen. Entziffern, was mit dem jeweiligen Satz gemeint war, uns zurückerinnern und so nochmal auf das eine oder andere Thema zu sprechen kommen. Das hat heuer so viel Zeit verschlungen, dass wir uns am Ende beeilen mussten, um bis Mitternacht mit allen 104 Zetteln durch zu sein. Aber es waren wieder nette und vor allem ergiebige Gespräche über die verschiedensten Themen, die wir dabei geführt haben. Der Zettel, der uns am längsten beschäftigt hat, war übrigens der mit dem Satz 20jähriges Jubiläum von Beim Christoph.

Ein enges Korsett?

An sich ist es nichts Neues, dass Lysanda mein Engagement für Beim Christoph hinterfragt bzw. eher das strenge Regime, das ich mir auferlege. Aber ich glaub‘ während des Schreibens des Jahresrückblicks 2021 habe ich ebenfalls seit langem mal wieder ernsthafter darüber nachgedacht, was ich eigentlich hier so treibe. Vermutlich ist er auch deshalb etwas kürzer geworden als sonst. Schließlich ziehe ich dieses exakte Format des Jahresrückblicks mittlerweile seit 2009 durch. Ja, damals habe ich noch mit der Hand gezählt! :smile: Und ich habe mich heuer tatsächlich ein wenig gefragt, ob das wirklich noch das Richtige für mich ist.

Insofern war ich vermutlich grundsätzlich etwas empfänglicher ihren Argumenten gegenüber, als das Thema an Silvester wieder hochkam. Aber wo liegt überhaupt das Problem? Nun, nach der Umstellung von zwei Einträgen pro Woche auf nur noch einen, habe ich mir selbst auferlegt euch jeden Montag um Mitternacht einen Eintrag zu bieten, der mindestens 900 Wörter umfasst und möglichst für mindestens einen Besucher einen Mehrwert hat. Und sei es dadurch, dass ich euch Titel aus der Unterhaltungsbranche vorstelle. Meine Argumentation dahinter ist dreiteilig:

Punkt Nummer Eins ist, dass ich mich selbst am Schreiben halten möchte. Quasi die Angst, dass ich gar nichts mehr auf das Papier bringen würde, wenn ich mir keinen festen Takt auferlege. Dann gibt es eben nur noch diesen einen “richtigen” Eintrag pro Woche. Entsprechend hoch ist mein eigener Anspruch euch darin etwas zu bieten, wenn es schon nicht mehr Inhalte gibt. Nummer Drei ist es eine Regelmäßigkeit zu gewährleisten. Die Umstellung auf den Montag/Donnerstag-Mitternacht-Rhythmus fand schon 2007 auch aus eigenem Antrieb statt. Ich finde nichts nerviger als immer wieder eine Seite besuchen zu müssen und nicht zu wissen, ob ich heute endlich was Neues dort vorfinde. Dementsprechend war und ist es für mich wichtig Verlässlich zu sein. Es gibt immer montags und donnerstags hier was Neues zu sehen. Qualitativ unterschiedlich und thematisch vielleicht nicht jede Woche für jeden interessant aber der Besuch an sich war erstmal keine Enttäuschung da auf jeden Fall ein neuer Inhalt wartet.

Ausbrechen aus der Routine

2006 herrschte hier noch Anarchie (was die Frequenz anging)!

Lysandas Ansatz ist nun nicht, dass ich mit dem Schreiben aufhöre und die Seite töte. Sie findet es ja durchaus ebenfalls praktisch, dass ich hier eine zentrale Anlaufstelle für interessante Informationen geschaffen habe auf die sie verlinken bzw. auch ihre eigenen Themen über mich unterbringen kann. Stattdessen findet sie einfach nur dieses Korsett komisch. Vor allem, weil ich ja so gerne betone, dass ich am Ende des Tages vor allem für mich schreibe. Also warum dann so stringent sein? Selbst, wenn ich eigentlich gerade mal keine Lust/kein “hochwertiges” Thema habe. Und obwohl ich keine Statistiken mehr habe, werdet auch ihr Besucher vermutlich nicht spannungsgeladen direkt am Montagmorgen Beim Christoph aufsuchen, sondern halt irgendwann – teilweise vermutlich sogar nur alle paar Wochen. Warum zwinge ich mich also jeden Sonntag dazu mich hinzusetzen (und nur dann!) und irgendetwas sinnvolles und mit entsprechender Länge auf das Papier zu bringen?

Warum nicht stattdessen wieder ein bisschen mehr Freigeist wie nach der Umstellung anno 2006 und/oder den Mut zu kürzeren Einträgen, wenn ich halt mal nicht so viel zu sagen habe statt auf Biegen und Brechen dann noch was zu finden/das Thema auszutreten? Das bedeutet ja nicht zwingend, dass der Montagseintrag gleich komplett wegfällt. Aber vielleicht ist er eben manchmal etwas kürzer. Früher habe ich das ja auch hinbekommen ohne schlechtes Gewissen. Und gleichzeitig gibt es vielleicht mal wieder spontan an einem anderen Tag was, weil es mir gerade eingefallen ist und es gar nicht so viel zu schreiben gibt. Lysanda hat als Beispiel angebracht, dass sie hin und wieder gerne mal ein paar interessante Bilderserien bei mir sehen wollen würde. Zum Beispiel eine Melone vor und nach dem sie Bekanntschaft mit unserem Entsafter gemacht hat. Sowas bekomme ich in einem normalen Montagseintrag faktisch derzeit nicht unter, weil es in quasi zwei Sätzen abgehandelt wäre. Aber, wenn ich vielleicht anfange mir wieder mehr Freiräume zu geben? Mir erlaube wieder spontaner und mehr 08/15-Blog zu sein (gibt’s eh so gut wie keine mehr – sind jetzt alle auf TikTok)? Ist das dann wirklich so schlimm? Sowohl für mich als auch meine Leser? Vermutlich nicht. Am Ende des Tages ist bei allem vorgetäuschten Größenwahnsinn Beim Christoph halt “nur” ein kleiner Blog und die dazugehörige Statistik nur für einen interessant: Mich – wobei selbst das offensichtlich nicht mehr wirklich stimmt. Und ich glaube diese Erkenntnis ist endlich in meinem Kopf etwas tiefer eingedrungen und hat Wurzeln gezogen.

Konsequenzen

Was heißt das nun für Beim Christoph? Die ehrliche Antwort: Keine Ahnung. Das Ganze muss sich jetzt erst einmal entwickeln. So bin ich glaube ich noch weit von der Bereitschaft entfernt tatsächlich mal einen Montagseintrag ausfallen zu lassen. Aber vielleicht höre ich doch mal schon bei 600 Wörtern auf, weil eben alles gesagt ist? Und traue mich auch mal unter der Woche ein paar Zeilen einfach so rauszuhauen? Schauen wir mal was in der Hinsicht 2022 bringt. Ziel ist es auf jeden Fall wieder mehr Spaß in die Sache reinzubringen. Heute war hingegen die Längenfrage kein Thema :smile: (rund 1.450 Wörter).

Nächste Seite »