Meine Hand eine Woche später

Wie es meiner Hand geht? Wesentlich besser als vergangenen Montag, wie ihr auch rechts auf dem Foto sehen könnt. Daumen und Zeigefinger sind zwar weiterhin außer Gefecht, aber immerhin mit wesentlich weniger Verband versehen, was die Beweglichkeit etwas erhöht. Schreiben geht mit denen aber trotzdem noch nicht wirklich, da jeder noch so kleine Druck weiterhin schmerzt. Die Wunden an sich verheilen jedoch gut und die Fäden kommen vermutlich heute oder morgen raus.

Den Mittelfinger hingegen muss ich zwar noch ein wenig schonen da der Schnitt an einer doofen Stelle ist mit viel Bewegung, aber die Wunde ist schon fast verheilt und der Faden bereits draußen. Kann also zumindest mit drei Fingern an der linken Hand halbwegs schmerzfrei tippen statt nur den 1-2 letzte Woche. Das erhöht etwas das Tempo aber einen überlangen Eintrag dürft ihr logischerweise trotzdem heute nicht erwarten :wink: .

Drei Spiele

Wie angekündigt, habe ich mich diese Woche mangels „WASD“-Hand ausschließlich mit „mouse only“-Titeln „über Wasser“ gehalten. Klingt aber negativer als es tatsächlich ist. Die The Room-Trilogie hat mich schon länger angemacht und nachdem ich beim diesjährigen Summer Sale für schlappe 3,22 Euro (statt 16 Euro) endlich mal zugeschlagen hatte, war meine Verletzung natürlich der perfekte Zeitpunkt sie sogleich zu erleben. Und nein, die Spiele von Fireproof Games haben absolut und überhaupt nichts mit dem grottenschlechten und warum auch immer mittlerweile angeblichen Kultfilm gleichen Namens zu tun.

The Room (Herstellerbild)

Stattdessen handelt es sich um 3D-Rätsel-Titel ähnlich wie MYST. Bitte? Ihr wisst nicht was MYST ist? Gott ist die heute Jugend echt zu Jung, um den Hype 1993 erlebt zu haben? Unverantwortlich! Naja, egal: Es sind Rätselspiele mit dem vollständigen Fokus auf logische und mechanische Rätsel. Der Name ist dabei Programm, auch wenn sich im Laufe der drei Spiele (Teil 4, The Room: Old Sins gibt es aktuell nur auf dem Smartphone) der Umfang vergrößert. Seid ihr im ersten Teil buchstäblich nur in einem Raum „unterwegs“, wechselt ihr im zweiten durch mehrere Räume situiert in diversen Umgebungen wie einem Piratenschiff oder einem antiken Tempel. In Teil 3 bewegt ihr euch hingegen durch ein ganzes Haus (und angrenzende Gebäude) von Raum zu Raum. Eure Aufgabe ist jedoch immer gleich: Findet den Ausgang indem ihr die euch präsentierten Geheimnisse in jedem Raum entschlüsselt.

Erneut ist hier Teil 1 das perfekte Beispiel für das grundlegende Spielprinzip: Ihr seht vor euch eine Box auf einem Tisch stehen. Die Box hat Verzierungen, Vertiefungen, Löcher, Griffe, etc. pp. Nun fangt ihr an die Box zu inspizieren. Findet vielleicht hier ein komisches Symbol, dort einen versteckten Gegenstand wie eine Handkurbel oder einen Schlüssel und hier und dort ein Puzzle. Für das eine oder andere braucht ihr noch irgendetwas – worauf euch der Protagonist netterweise hinweist – andere könnt ihr direkt lösen und setzt dadurch Dinge in Bewegung. Das kann eine versteckte Schublade sein, die sich plötzlich öffnet, mitunter verändert sich aber sogar das komplette Aussehen der Schachtel. Im Ergebnis erhaltet ihr auf jeden Fall entweder ein weiteres Puzzleteil oder ein weiteres Puzzle. So arbeitet ihr euch immer und immer weiter vor, entschlüsselt die Geheimnisse der Box und erfahrt mehr von der übergreifenden Geschichte. Und ja, die gibt es. Deswegen empfiehlt es sich unbedingt gleich alle drei Spiele zu kaufen und zu zocken (Teil 4 baut wohl nicht direkt auf das Finale von Teil 3 auf), da sowohl Teil 1 als auch Teil 2 auf fiese Cliffhanger enden.

Der Reiz

The Room Two (Herstellerbild)

Eine Schachtel/Tisch/Objekt untersuchen und Rätsel lösen, nur weil sie da sind? Klingt ja total langweilig. Könnte es tatsächlich sein, ist es aber nicht. Und das liegt an zwei Faktoren: Zum einen an den Rätseln selbst. Wie oben geschrieben sind sie durchweg logisch und auf mechanischen Elementen basierend. Sprich ihr müsst Dinge anfassen, sie zusammensetzen und bewegen. Das an sich ist schon sehr befriedigend umgesetzt (siehe nächsten Absatz). Außerdem verliert man nie den roten Faden. Man weiß immer wo es theoretisch weitergeht – es wird nur von euch verlangt auch mal genau hinzuschauen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu traditionelleren Point ‚n‘ Click Adventure in denen ihr eine Maus als Lasso benutzen müsst, um an eine Hose zu bekommen (ja, ich schaue dich an The Whispered World). Stattdessen gilt es eben versteckte Dinge zu finden, sie an den richtigen Punkten einzusetzen, Zusammenhänge herzustellen (wenn ich das mache, dann kann ich nachher das und das tun) und das ein oder andere Schiebepuzzle zu lösen. Bei genauerer Betrachtung alles nicht sonderlich kompliziert. Es ist quasi weniger das „wie“ muss ich das Puzzle, das euer Wirken verzögert, sondern mehr das „okay, wo habe ich das etwas in irgendeiner Ecke übersehen, was ich zum Lösen brauche?“. Und ja, die Entwickler haben so einige sehr fiese Verstecke eingebaut. Zum Glück gibt es ein optionales, mehrstufiges Hilfesystem für die etwas Ungeduldigeren unter uns.

Der zweite, wesentlich größere Faktor ist das Drumherum aus Grafik, Sound und Steuerung. Ihren Ursprung hat die Serie auf dem Smartphone (Teil 1 erschien 2012) und schon diese Version wurde von Kritikern geliebt und mit vielen Auszeichnungen überhäuft. Für die PC-Umsetzung wurden nochmal alle Register gezogen und die Spiele vollständig neu in High Definition aufgebaut und auf Maus- statt Touchsteuerung ausgelegt. Das Ergebnis ist nicht nur ein sehr hoher Detailgrad, sondern trotz fehlender Haptik doch das Gefühl tatsächlich an den Objekten herum zu hantieren. Wenn ihr den Schlüssel im Schloss mit der Maus umdreht, die Schachtel dann anfängt zu surren und zu wackeln, die Kamera ein wenig herauszoomt und z.B. ein Turm aus einer Nische hochfährt ist das nicht nur hübsch anzusehen – es ist auch eine überraschend befriedigende Belohnung dafür das nächste Rätsel gelöst zu haben. Ihr glaubt gar nicht wie cool es z.B. im dritten Teil war wie die Miniaturstadt sich aus dem Tisch erhoben hat.

The Room Three (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: The Room Three habe ich zwar noch nicht durch (zwei Räume noch) aber von mir bekommt trotzdem schon jetzt jede einzelne PC-Version der The Room-Trilogie uneingeschränkte 5 von 5 Sics. Hätte ich selbst nicht gedacht. Es ist schließlich nur eine Rätselbox in einem Zimmer. Aber die Umsetzung dieser simplen Prämisse ist wirklich durch und durch gelungen. Gibt wenige Spiele, die den einfachen Akt an einer Kurbel zu drehen und etwas sich bewegen sehen so gut anfühlen und vor allem so erfüllend sein lassen. Gleichzeitig sind die Rätsel anspruchsvoll ohne zu überfordern oder in sinnlose „ich probiere einfach alles aus meinem Inventar bis was zusammenpasst“-Orgien zu verfallen. Die sehr mysteriöse Hintergrundgeschichte tut ihr übriges. Für den Preis (aktuell wieder 16 Euro) bekommt ihr entsprechend erstklassigen Rätselspaß, der euch pro Titel mindestens 2-4 Stunden bei der Stange hält.

Ich hoffe inständig, dass wir auf die PC-Umsetzung von The Room: Old Sins nicht ewig warten müssen. Bei den ersten drei Teilen waren es jeweils mehrere 2-3 Jahre.

Sicarius

Ein Dreier

Journey (Herstellerbild)

Zu einer Beziehung gehört unter anderem das Bedürfnis Dinge, die man selbst gerne hat, mit dem Partner teilen und gemeinsam erleben zu wollen. Bei mir ist das logischerweise vor allem das Thema „Videospiele“. Und obwohl Lysanda grundsätzlich eine Hardcoregamerin ist (speziell in Tile-Matching-Titeln macht ihr so schnell keiner was vor) und sich zu ihrem Leidwesen gerne in ihre ausgewählten Spiele versteift (egal wie objektiv schlecht sie teilweise eigentlich sind) – etwas gemeinsam zocken oder zumindest zusammen erleben war (und ist) ein schwieriges Thema. Bei Assassin’s Creed Brotherhood und Assassin’s Creed Revelations hat sie mir zwar prinzipiell gerne zugeschaut, weil sie die Geschichte interessant fand. Außerdem hat sie gerne bei den Rätseln geholfen aber das Zwischendrin war verständlicherweise natürlich absolut langweilig für sie.

Journey war hingegen bekanntlich aufgrund meiner fehlenden Impulskontrolle („Geh doch da hin!“) kein Erfolg. Und obwohl ihr Divinity: Original Sin Enhanced Edition grundsätzlich zugesagt hat, kam auch dort mein innerer Kontrollfreak – der zudem sehr ungeduldig zu sein scheint – zu schnell wieder heraus. Dabei hatte sie schon genug mit dem Gamepad zu kämpfen. So sind wir am Ende zwar bis nach Cecil gekommen aber dann haben sich unsere Wege buchstäblich getrennt (sie wollte in der Stadt andere Sachen machen als ich). Die Erkenntnis war damals, dass ich zum einen nicht schon zu viel über ein Spiel wissen darf, da ich sonst in den „Mach‘ das und das, sonst passiert das und das“-Modus verfalle. Zum anderen müsste Lysanda erst einmal 1-2 Stunden alleine spielen, um mit dem Spielprinzip und der Steuerung ins Reine zu kommen. Im Ergebnis haben wir es seitdem nicht mehr wieder versucht. Ich zeige ihr zwar hin und wieder einen Titel, der aus meiner Sicht für sie interessant wäre, versuche sie für „einfache“ Dinge zu überreden (mal ne Runde Sonic & All-Stars Racing Transformed z.B.) und erzähle ihr natürlich auch von meinem Erlebnissen in den virtuellen Welten. Sie möchte dabei übrigens speziell wissen (und zusehen), wenn ich wie in Kingdom Come: Deliverance mit anderen Weibern unanständige Sachen mache (Anm. v. Lysanda: Nur aus rein wissenschaftlichem Interesse versteht sich). Ja, The Witcher 3: Wild Hunt wird sie umhauen, wenn ich denn mal dazu komme :wink: .

Aber als aktiver Spieler bleibt sie dann doch bei ihren Free-2-Play-Smartphone-Spielen wie Cooking Dash oder Best Fiends. Sailor Moon Drops wurde zu ihrem Unmut ja leider Ende März abgeschaltet.

Die Überraschung

HuniePop (Herstellerbild)

Warum erzähle ich euch das alles? Nun, weil wir tatsächlich (dank Azzkickr) endlich ein Spiel gefunden haben, das wir gemeinsam Zocken. „Zusehen wie ich mit virtuellen Weibern rummache“ ist dabei das perfekte Stichwort. Der Titel, der uns endlich zusammengebracht hat, ist nämlich HuniePop. Ziel dieser Dating-Simulation für Erwachsene (=schon in der zensierten Version viel nackte Haut – der Uncut-Patch steht auf der Entwicklerhomepage bereit) ist es mit einem Haufen Klischee-Mädels ins Bett zu steigen (entweder als Mann oder Frau). Also nichts Neues in der Welt der zahllosen, qualitativ eher minderwertigen Hentai-Puzzle-Spiele auf Steam? Doch, denn in HuniePop steckt tatsächlich ein guter und erstaunlich tiefgründiger Titel. Zumindest für dieses Genre. Es ist natürlich am Ende doch kein Mass Effect oder Dragon Age.

Das Grundprinzip ist zweigeteilt: Die eine Hälfte redet ihr mit den Mädels und überhäuft sie mit Geschenken – dazu später mehr. Die andere Hälfte besteht aus einem echt anspruchsvollen Tile-Matching-Spiel, welches das eigentliche Date mit eurer Angebeteten darstellen soll. Ziel ist es hier durch das Tile-Matching eine gewisse Punktzahl zu erreichen, die nach jedem erfolgreichen Date ansteigt. Erschwert wird die Sache dadurch, dass die Mädels unterschiedliche Vorlieben haben. So mag die schüchterne Computerspielerin Nikki (wie gesagt alles Klischeedamen) Talenttoken und wird von Sex-Token abgestoßen (=weniger Punkte für einen Match). Außerdem gibt es noch ein Passionslevel (=grundsätzlich mehr Punkte pro Match), das es gilt hochzutreiben und ihr könnt bis zu sechs Geschenke pro Date – genug Sentimentalität vorausgesetzt – einsetzen, um bestimmte Boni zu aktivieren. Beispielsweiße wandelt der pinke Teddybär alle gebrochenen in normale Herzen um.

Schafft ihr die Punktzahl zu erreichen, gibt es als Belohnung nicht nur Geld, sondern eure Beziehung zur Dame steigt eine Stufe höher. Und das wollt ihr logischerweise erreichen, denn nach vier erfolgreichen Verabredungen ist das nächste Ziel euer Bett :smile: . Außerdem sind die Damen massiv enttäuscht von euch, wenn ihr das Date versiebt. Das will man ja nicht.

Reden?!

HuniePop (Herstellerbild)

Der andere Teil des Spiels ist wie erwähnt das Anbandeln mit den Mädels. Anders als die Pornos suggerieren reicht hier leider nicht „Warum liegt hier Stroh rum?!“ zu sagen. Ihr müsst euch schon etwas mehr anstrengen, um die begehrten Hunies einzusammeln. Die braucht ihr, um euren Charakter hoch zu leveln und damit mehr Punkte im Tile-Matching-Teil machen zu können. Die zweite Währung, Geld, erhaltet ihr hingegen nur nach erfolgreichen Dates (=je schwieriger das Date, desto mehr Geld). Mit dem Geld kauft ihr Geschenke, Essen oder Alkohol. Ja, ihr müsst eure Damen auch versorgen. Sind sie hungrig, reden sie weder mit euch noch gehen sie auf ein Date. Alkohol hilft hingegen den Schwierigkeitsgrad des Tile-Matching-Parts zu reduzieren. Aber echte Männer und Frauen schaffen das freilich ohne.

Durch eure Gaben an die Damen schaltet ihr hingegen Sachen wie Haarstile oder Geschenke zur Benutzung in den Verabredungen frei und erhöht die Menge an Hunie, die ihr durch Gespräche erhaltet. Erneut gilt: Jede Dame hat ihre ganz eigenen Vorlieben. Zum Glück sind im virtuellen Shop die Sachen entsprechend gekennzeichnet. Ihr müsst euch also nicht zwingend merken, dass Kyanna auf alles scharf ist, was mit Fitness zu tun hat. Die Dialoge sind simpel und bestehen immer aus einer Multiple-Choice-Frage bzw. -Antwort, je nachdem ob ihr das Mädel etwas fragt oder von ihr gefragt werdet. Durch ersteres erfahrt ihr mehr über die Dame (z.B. ihr Gewicht oder ihre Körbchengröße). Letztere sind hingegen entweder gemeine Wissensabfragen (erinnert ihr euch noch dran, was die Frau auf eure Fragen geantwortet hat) oder allgemeine Lebensfragen wie „Magst du Frauen, die sich untenrum rasieren?“, bei denen ihr je nach Persönlichkeit der Dame antworten müsst, um die Hunies einzusacken und nicht nach euren realen Vorlieben. Die Yoga-Lehrerin Beli findet es logischerweise nicht gut, wenn ihr Spiritualität als Blödsinn einstuft. Achtung: Für eine ernstzunehmende Beziehung ist dieses Vorgehen nicht zu empfehlen.

Tagesablauf

HuniePop (Herstellerbild)

Ein weiteres taktische Element kommt dadurch hinzu, dass der Shop im Spiel jeden Tag ein anderes Angebot hat und die Frauen auch ihren eigenen Tagesablauf. Nicht jede könnt ihr zu jeder Uhrzeit in der Woche antreffen. Das ist nicht nur für das entscheidende, letztes Date wichtig (in dieser Welt möchte z.B. niemand nachmittags rammeln), sondern ebenfalls für das Freischalten der unterschiedlichen Outfits. Je nach Tageszeit findet eure Verabredung an einem anderen Ort statt und die Dame hat entsprechend etwas anderes an. Und nein, der Kleiderschrank besteht nicht nur aus freizügigen oder Klischee-erfüllenden Sachen. Die gibt’s zwar, dafür aber auch überraschend viel „normales“. Oder ich kenne einfach die dazugehörigen Fetische nicht – ebenfalls möglich.

Während das mittelfristige Ziel also schlicht ist mit allen ins Bett zu steigen und damit alle vier Bilder für jedes Mädel zu bekommen, ist die Fleißaufgabe alles über alle zu erfahren, ihnen alle zur Verfügung stehenden Geschenke zu geben und die jeweils sechs Haarstile und Outfits freizuschalten.

Beim Christoph meint: Meine Wertung sind ganz klare 5 von 5 Sics, auch wenn wir technisch gesehen noch nicht komplett durch sind (einen der versteckten Charaktere müssen wir noch rumkriegen). Die hohe Wertung kommt logischerweise voll und ganz daher, dass ich es zusammen mit Lysanda spielen kann. Sie kümmert sich um die Tile-Matching-Sequenzen, während ich mehr für das Strategische (wann gehen wir zu wem) und das Reden zuständig bin. Und was zusammen mit meiner Frau spielen zu können macht selbstverständlich noch einmal viel mehr Spaß, als wenn ich es nur alleine machen würde.

Doch selbst wenn ich diesen Punkt außer Acht lasse, ist HuniePop ein überraschend guter und qualitativ hochwertiger Vertreter seines Genres. Er ist tiefgründiger und taktisch anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick den Anschein hat und bietet zudem ein gutes Gedächtnistraining (wenn ihr nicht cheatet und nebenbei einen Guide offen habt), das nicht realistischer sein könnte. Okay, Lysanda hat mich noch nicht abgefragt ob ich ihre Körbchengröße noch weiß – für den Kauf von Geschenken ist es aber dann doch wichtig zu wissen :wink: . Wer also kein Problem mit nackten Animemädels in seinem Tile-Matching-Spiel hat, der macht mit einem Kauf aus meiner Sicht absolut nichts verkehrt.

Sicarius

Die E3 2019

FIFA20 (Herstellerbild)

Da ist sie auch schon wieder rum, die E3 2019. War aus meiner Sicht unterm Strich ein eher unspektakuläres Jahr. Vermutlich, weil sich die beiden Großen bereits voll auf die nächste Generation vorbereiten. Nintendo hingegen ist vor allem damit beschäftigt den gesamten Backlog der aktuellen Konsolengeneration auf der Switch erneut zu veröffentlichen – und alle finden es total geil?! Muss ich nicht verstehen aber gut…

Die bevorstehende neunte Konsolengeneration dürfte wohl auch der Grund sein, warum Sony heuer komplett abwesend war. Die PlayStation 4 war und ist erfolgreich, entsprechend müssen sie nichts mehr beweisen und die grobe Fahrtrichtung für die PlayStation 5 wurde bereits bekannt gegeben. Insofern absolut verständlich, wieso sie sich die Millionen Dollar für einen Messeauftritt gespart und mit ihrer Abwesenheit sogar noch den Druck auf Microsoft erhöht haben. Schließlich war es nun an den Redmondern als quasi alleiniger Platzhirsch ein fulminantes Feuerwerk abzufackeln, dass die Messebesucher beeindruckt zurücklässt. Lasst uns also mal einen Blick auf die ganze E3-Bande werfen:

Electronic Arts

EA ist voll im Games-as-a-Service-Modus angekommen würde ich sagen. Sechs Spiele wurden insgesamt besprochen. Darunter mit FIFA 20 und Madden 20 die üblichen Sportspieliterationen sowie Neuigkeiten zu Apex Legends, Die Sims 4 und Battlefield 5. Super für Fans der genannten Spiele aber für die Allgemeinheit blieb als einzige interessante Sache nur Star Wars Jedi: Fallen Order übrig. Hierzu gab es immerhin erstmals echte Spielszenen zu sehen.

Star Wars Jedi: Fallen Order (Herstellerbild)

Als Fan von Kyle Kartan und der ganzen Jedi-Knight-Serie war ich natürlich sehr gespannt darauf. Nach den 14 Minuten macht sich allerdings irgendwie ziemliche Ernüchterung bei mir breit was zumindest das Gameplay betrifft. Die grundsätzliche Geschichte – ihr steuert einen der wenigen Jedi, welche die berühmte „Order 66“ überlebt haben – finde ich weiterhin äußert interessant. Aber der Protoganist Cal Kestis überzeugt mich überhaupt nicht mit seinem absoluten Milchbubigesicht. Und dass es schon wieder einen Roboter-Sidekick gibt, finde ich auch langsam etwas dämlich.

Viel mehr hat mich aber die…ja, irgendwie mittelmäßige Qualität des Gameplays erschreckt. Speziell der Umgang mit dem Lichtschwert kommt mir aktuell sehr ungelenk, ohne viel Haptik und allgemein wenig überzeugend daher. Und vor allem wirkt gefühlt schlechter als das Lichtschwert-Meisterstück Star Wars: Jedi Knight – Jedi Academy aus dem Jahre 2003 (!). Somit bin ich nach dem Showcase wesentlich weniger gehypt als noch beim Ankündigungstrailer (obwohl mich schon da das Gesicht von Cal gestört hat).

Microsoft

Project Scarlett wird also ähnlich sein wie die Playstation 5 nur mit einem optischen Laufwerk. Okay, war zu erwarten. Und mit Halo Infinite wird es dieses Mal anders als bei der Xbox One zumindest einen Must-Have-Launchtitel geben. Bin vor allem auf die Geschichte gespannt. Der Trailer war erneut eher nichtssagend (außer dem zerbrochenen Halo) und meine persönliche Begeisterung über die Rückkehr von Master Chief und Cortana ist weiterhin eher verhalten. Das Universum ist so groß, warum nicht endlich mal jemand anders? Aber gut: Solange die Geschichte am Ende halbwegs interessant ist, bin ich mit dabei. Ja, ich weiß: Scheint bei mir ein Fetisch zu sein. Aber mit Gameplay holt man mich halt heutzutage nur noch bedingt hinterm Ofen hervor :smile: .

Cyberpunk 2077 (Herstellerbild)

Keanu Reeves hat bei Cyberpunk 2077 hingegen erneut bewiesen was für ein sympathischer Mensch er ist. Ich hoffe ja, dass es nicht nur ein paar Matrix-Easter Eggs geben wird, sondern auch die (wenigen) Johnny Mnemonic-Fans auf ihre Kosten kommen. Das Spiel an sich wird garantiert der mittlerweile gewohnte CD Project RED-Hammer und ich war doch etwas überrascht, dass es bereits im April kommt – bevor mir dann wieder eingefallen ist, dass es bereits 2012 angekündigt wurde.

Mein persönliches Highlight von Microsofts Pressekonferenz war aber ganz klar Lego Star Wars: The Skywalker Saga. Ich habe zwar in den letzten Jahren keinen Lego-Titel mehr intensiv gespielt (und mittlerweile fehlen mir auch ein paar in der Sammlung) aber zum einen ist es Star Wars und zum anderen scheinen Traveller’s Tales dieses Mal zu versuchen stärker aus ihrer bisherigen Lego-Formel auszubrechen. Quasi mit der Rückkehr zu den Anfängen (Lego Star Wars: The Video Game war 2005 der erste Lego-Titel von TT) eine Art Reboot der gesamten Serie durchzuführen. Gleichzeitig finde ich es saumässig cool, dass sie sich explizit nicht auf die Szenen konzentrieren wollen, die bereits in den Originaltiteln enthalten waren. Klar die wichtigsten Sachen aus den Filmen werden natürlich auf neue Art und Weise drin sein. Ich finde es dennoch super, dass sie nicht einfach alte Gags recyceln wollen, sondern auch Schauplätze bieten, die sonst nicht so im Vordergrund stehen.

Und sonst? Ach ja, Double Fine wurde überraschend aufgekauft. Ich glaube aber, dass das dem Studio definitiv gut tun wird mal wieder etwas mehr Anleitung zu haben. Tim Schafer – so ein netter Kerl er auch ist – ist einfach besser darin Spiele zu designen und weniger sie tatsächlich auf den Markt zu bringen. Außerdem wurden noch Blair Witch sowie Elden Ring angekündigt. Ersteres interessiert mich überhaupt nicht, zweiteres wird wie erwartet Dark Souls in neuem Setting.

Bethesda

Deathloop (Herstellerbild)

Was soll ich zu dieser Pressekonferenz sagen? Ja, DOOM Eternal rockt. Das wusste ich schon. Wolfenstein: Youngblood bin ich auch gespannt darauf und Deathloop hat nicht nur meinen Arkane-Studios-Bonus, sondern ist erneut ein Titel mit einer für mich äußert interessanten Prämisse. Zwar schreiben irgendwie alle Journalisten irgendwas von Täglich grüßt das Murmeltier aber der Trailer erinnert mich eher an Edge of Tomorrow. Leider hat den Film scheinbar niemand gesehen obwohl er wirklich gut ist! Entsprechend finde ich es super, wenn sich mal ein Spiel dieser Thematik annimmt. Im Kern ist es schließlich das, was Videospieler schon seit Anbeginn der Zeit tun (sterben, wieder auferstehen und besser werden). Ghostwire: Tokyo hingegen hat auch wieder einen Hook, der mich aufhorchen lässt, aber da über das Spiel selbst noch quasi gar nichts bekannt ist, heißt es derzeit nur die Augen offenhalten.

Ansonsten war es traurig mit an zu sehen wie verzweifelt Bethesda versucht Fallout 76 weiter schön zu reden und doch noch ein gutes Spiel daraus zu machen. Ich glaub‘ der Zug ist abgefahren. Aber okay. Den Vogel haben sie hingegen mit Commander Keen abgeschossen. Jahre haben wir auf einen neuen Teil gewartet und der Trailer hat richtig Laune gemacht (gutes Samstagmorgen-Cartoon-Intro-Feeling). Aber dann am Ende „Bald für Mobilgeräte“… WARUM TUT IHR UNS DAS STÄNDIG AN, SPIELEINDUSTRIE?!

Devolver Digital, Nintendo und Square Enix

Der Humor von Devolver Digital ist einfach nicht meiner. Interessante neue Spiele wurden auch nicht angekündigt. Die 20 Minuten hätte ich lieber in andere Sachen investieren sollen. Und Nintendo? The Legend of Zelda: Breath of the Wild 2 wurde angekündigt, es wurde mehr vom The Legend of Zelda: Link’s Awakening-Remake sowie von Luigi’s Manson 3 gezeigt. Soweit alles schick und super. Aber da die Japaner ja leider den Nintendo 3DS zumindest aus First-Party-Sicht beerdigt haben und ich weiterhin keine Konsole der achten Generation besitze, geht das alles logischerweise etwas an mir vorbei.

Final Fantasy VII Remake (Herstellerbild)

Da war die Präsentation von Square Enix schon interessanter. Ja, auch hier besitze ich die Hardware nicht aber die Chancen, dass doch noch PC-Umsetzungen kommen sind mittlerweile nicht mehr ganz so gering. Und an Final Fantasy bin ich sowieso grundsätzlich sehr interessiert. Hier also endlich ein Release Date für den ersten Teil des Final Fantasy VII Remakes. Es weiß zwar immer noch niemand wie viele Teile es am Ende werden sollen und wenn jetzt nur Midgar enthalten sein wird (im Original ein übersichtlicher Spielabschnitt), ist das Spiel entweder sehr kurz oder extrem ausgebaut worden. Aber hey: Es scheint endlich Realität zu werden und es sieht grafisch wie spielerisch erstklassig aus. Warum soll ich mich also beschweren? :smile: Ach und Final Fantasy 8 bekommt das Remaster-Treatment (nicht Remake!). Sehr schick im Gegensatz zu Marvel’s Avengers, das einfach nur scheiße aussieht. Also nicht nur, weil sie sich das Geld für die Filmschauspieler sparen, sondern grundsätzlich. Wirkte irgendwie alles äußert unnatürlich und eher auf PlayStation-3-Niveau. Kein guter Ersteindruck.

Ubisoft

Die einzige Pressekonferenz, die ich tatsächlich Live gesehen habe und für mich persönlich tatsächlich der klare Gewinner der E3. Mit 10 Minuten echtem Gameplay zu WATCH_DOGS Legion (und einer äußerst sympathischen Oma) einzusteigen war die absolut richtige Entscheidung. Jetzt kann ich mir wesentlich besser vorstellen, wie der „Jeder NPC wird spielbar sein“-Ansatz funktioniert und bin komplett gehypt.

WATCH_DOGS Legion (Herstellerbild)

Etwas Skepsis bleibt zwar in Bezug darauf wie gut die Story am Ende mit so vielen kleinen Rädern funktionieren wird. Doch die Idee quasi Permadeath in das Spielprinzip und die Geschichte voll zu integrieren finde ich absolut genial. Bin sehr gespannt darauf zu erleben, wie weit es am Ende tatsächlich funktionieren wird und ob nicht doch bei längerer Spielzeit die Lücken (=gibt technisch gesehen nur 10 verschiedene Charaktere) sichtbar werden. Aber wenn es ein Spiel auf der E3 gab, wo ich persönlich einen Day-1-Kauf in Betracht ziehen würde, dann WATCH_DOGS Legion.

Und sonst von Ubisoft? Nun, Gods & Monsters werde ich im Auge behalten schon allein, weil es wie Roller Champions mal wieder was anderes ist. Ghost Recon Breakpoint erfüllt weiter die Erwartungen, die ich daran habe. Just Dance 2020, Elite Squad sowie Rainbow Six Quarantine lassen mich hingegen ziemlich kalt. Es ist höchstens erschreckend wie sehr Ubisoft versucht die arme Tom Clancy-Lizenz ausschlachten.

Fazit

Und damit habe ich aus meiner Sicht alles gesagt, was ich zur E3 zu sagen haben. Wie eingangs erwähnt, war es jetzt nicht die spektakulärste Vorstellung. Aber bei dem was 2020 auf uns zurollt, war das zu erwarten. Insofern natürlich super, dass es trotzdem ein paar Highlights wie WATCH_DOGS Legion oder auch Evil Genius 2 gab. Ja, zur PC Gaming Show habe ich tatsächlich jetzt nichts geschrieben. Da war einfach zu viel Inhalt drin – was ich jedoch genauso wie die grundsätzliche Existenz dieses Showcases super finde.

Mal schauen was die gamescom 2019 bringt.

Sicarius

Neuer und veralteter Kram

Baldur’s Gate III (Herstellerbild)

Die E3 steht an. Wenn ihr diese Zeilen lest haben die ersten Pressekonferenzen bereits stattgefunden und die Spielewelt wurde mehr oder weniger in Staunen versetzt. Ein paar Sachen gab es wie immer schon im Vorfeld wie z.B. die offizielle Ankündigung von Baldur’s Gate III aus dem Hause Larian Studios. Mal schauen ob ich es bis Release endlich mal schaffe die Vorgänger zu spielen. Die Enhanced Editions von Beamdog sind zumindest in meinem Besitz (noch ein eigener Client…). Dass sich Larian an so eine durchkontrollierte Lizenz wagt finde ich hingegen durchaus überraschend. Ja, die Belgier wissen wie man gute europäische RPGs macht. Aber Dungeons & Dragons ist zum einen eine komplett andere Hausnummer was Spielprinzip und Ton angeht und zum anderen sind Habro/Wizards of the Coast durchaus als Kontrollfreaks bekannt. Bin mir unsicher ob sich das nicht doch ein bisschen mit Swen Vinckes „Ich will das beste Rollenspiel aller Zeiten“-Philosophie beißt. Mal schauen.

Noch mehr offizielle Ankündigungen

Der Mega-Publisher THQ Nordic, der nach eigenen Angaben derzeit 80 Spiele in Entwicklung hat (davon 48 derzeit noch unbekannte Titel), hat hingegen sowohl Darksiders Genesis als auch ein Remake von Destroy All Humans! angekündigt. Letzteres übrigens vom deutschen Studio Black Forest Games, die sich unter anderem mit Giana Sisters: Twisted Dreams und Fade to Silence einen Namen gemacht hat. Darksiders Genesis hingegen ist ein interessanter Ansatz und sieht grafisch extrem stark wie Diablo III aus. Ich finde es aber weiterhin schade, dass sich die Serie immer weiter von der ursprünglichen Vision von Vigil Games entfernt. Zwar arbeiten sich die Entwickler weiter an den vier Reitern der Apokalypse ab aber die übergreifende Geschichte ist irgendwie mittlerweile auf der Strecke geblieben.

Call of Duty: Modern Warfare (Herstellerbild)

Activision hat hingegen die Call of Duty: Modern Warfare-Sau aus dem Sack gelassen. Gibt wohl eine kleine Kontroverse um den Trailer aber da der Ursprung nach meinem Verständnis ein Artikel von Polygon ist – den ich bewusst nicht verlinke – stufe ich das als üblicher Sturm im Wasserglas ein. Ich finde es hingegen gut, dass Activision sich endlich mal traut die mittlerweile völlig ausgelutschte Call of Duty-Formel etwas aufzubrechen und mal wieder etwas anders zu versuchen. Dass sie es unbedingt mit einem Reboot machen müssen (ja, technisch gesehen heißt das Original Call of Duty 4: Modern Warfare – das macht es aber nicht besser) stört mich zwar durchaus aber das ist logischerweise mein ganz persönlicher Fetisch :wink: .

Die inoffiziellen Ankündigungen

Abseits der offiziellen Sachen gab es – wie immer – auch ein paar Leaks. Allen voran natürlich von Ubisoft. Keine Ahnung ob das mittlerweile bei denen zur Marketing-Strategie gehört. Egal. Der Leak ist auf jeden Fall WATCH_DOGS Legion. Das spielt nicht nur in einem Post-Brexit-London (ob wir in der Realität je dahin kommen?), sondern soll euch angeblich sogar die Möglichkeit geben jeden NPC selbst zu steuern. Klingt auf dem Papier nach einer gewaltigen Innovation. Die Frage wir natürlich sein: Gibt es faktisch nur 12 verschiedene NPCs, oder sind es tatsächlich hunderte einzigartige Charaktere? Und wie stark sind die Auswirkungen auf die Geschichte? Ich bin gespannt (und habe mittlerweile mit WATCH_DOGS 2 angefangen).

Tales of Arise (Herstellerbild)

Der andere große Leak war von Bandai Namco, die etwas zu früh ihre Webseite aktualisiert hatten. Somit wissen wir nun, dass uns mit Tales of Arise das mittlerweile 16. Spiel der Tales-Serie erwartet und From Software zusammen mit George R. R. Martin (Game of Thrones) an Elden Ring arbeitet. Ich weiß zwar nicht wofür From Software Hilfe von Hr. Martin braucht – die Welt von Dark Souls war doch schon so brutal genug – aber gut. Übrigens sollen beide Spiele sowohl für PS4, Xbox One und sogar PC erscheinen. Außerdem kommt Ni No Kuni: Wrath of the White Witch Remastered für PS4, PC und Switch. Schön zu sehen, dass der PC mittlerweile wieder sehr viel mehr Liebe erfährt – wenn auch leider meist nur in digitaler Form. Retail Boxen für PC-Spiele werden immer rarer.

Physischer Kram

Retail Boxen ist ein gutes Stichwort. Es ist selbstverständlich für den Geldbeutel und auch den allgemeinen Platzbedarf im Hause besser, dass ich jetzt schon seit mehr als vier Jahren keine Day-One-Käufe (abseits von Crowdfunding-Projekten) mehr tätige und dicke Sondereditionen ebenfalls so gut wie nur noch über Crowdfunding erhalte. Aber wenn ich dann doch mal ein Spiel haben möchte, ist es auf dem PC echt schwierig geworden eine funktionierende, physische Ausgabe zu erhalten. Also zum einen natürlich, weil immer weniger Publisher tatsächlich eine für ihre PC-Versionen veröffentlichen. Dieses Privileg scheint nur noch den Konsolen vorbehalten zu sein. Gleichzeitig gibt es gefühlt immer weniger Händler, die überhaupt noch ein gut sortiertes PC-Spiele-Sortiment im Angebot haben – und da rede ich explizit von Neuware. Ja, selbst OkaySoft ist in der Hinsicht leider nicht mehr wirklich zu gebrauchen. Da steht fast alles in der PC-Sektion auf „Wird für sie bestellt“ und wenn man es haben will kommt viel zu häufig ein „Ist nicht mehr bestellbar“ zurück. Die müssten so langsam echt ihr Shopsystem etwas überdenken…

Die (erfolgreichen) Einkäufe der letzten Monate

Wobei man sich – wie ich jetzt leider schon mehrfach feststellen musste – selbst bei noch eingeschweißter Ware nicht mehr so sicher sein kann, dass der darin enthaltene Key tatsächlich funktioniert. Zuletzt sowohl mit Door Kickers als auch The Division (ja, Teil 1) auf die Nase gefallen. Ersteres musste ich zurückschicken, weil der Händler keinen Ersatz hatte, für letzteres bekam ich immerhin anstandslos einen neuen und funktionsfähigen Key per E-Mail. In was für einer Welt leben wir, in der man sich nicht einmal mehr darauf verlassen kann, dass neu aussehende und eingeschweißte Ware offensichtlich doch nicht mehr neu ist?!

Ein toter Markt

Gebrauchtware mit Accountbindung kann man entsprechend komplett vergessen. Ich hatte es mal bei medimops mehrfach versucht (drei Bestellungen) aber die Ausfallquote („Key ist bereits mit einem anderen Account verbunden“) lag bei über 75%. Ja, es gab glücklicherweise bislang keinerlei Probleme mit dem Zurückschicken und der Rückzahlung. Aber es ist definitiv nervig und macht unnötig Arbeit. Und natürlich auch ein absoluter Arschlochmove von demjenigen, der das Spiel an medimops verkauft oder z.B. Amazon zurückgeschickt hat ohne es wieder von seinem Account zu lösen. Und ja, das geht in 90% der Fälle.

Luxusprobleme? Definitiv. Einfach alles online kaufen und alles wäre gut. Ist häufigs sogar billiger dank ständiger Sales mit 75% oder gar 90% Preisnachlass. Gibt mittlerweile so gut wie nichts mehr, was nicht innerhalb von Wochen verramscht wird. Aber obwohl ich im letzten Jahr eindeutig mehr digitale als physische Spiele gekauft habe (ich weiß – Blasphemie und so): Wenn es eine Retail Box gibt, dann klammere ich mich weiterhin an dieses Relikt vergangener Zeiten und möchte es schon gerne im Regal stehen haben. Und wenn ich dafür direkt bei Square Enix Shadow of the Tomb Raider kaufen muss, weil die PC-Box irgendwie in keinem anderen Shop zu existieren scheint :smile: .

Kingdom Come: Deliverance – A Woman’s Lot (Herstellerbild)

Ich stelle gerade fest, dass wir schon seit drei Monaten nicht mehr über Kingdom Come: Deliverance geredet haben. Und in meiner Freundesliste besitzt das Spiel auch immer noch nur eine Person. Das geht ja gar nicht! Allerdings hatte ich euch ja versprochen, dass es erst einmal keine Einträge mehr zu diesem Meisterwerk geben wird. Ich hatte aber ebenfalls gesagt, dass dieses Versprechen nur bis zur Veröffentlichung des vierten und letzten DLCs gilt. Und siehe da: A Woman’s Lot ist vergangene Woche genauso wie die Royal Edition (Hauptspiel mit allen DLCs) und Patch 1.9 erschienen.

Letzterer behebt nicht nur erneut einen Haufen Bugs (unter anderem so einige unter denen ich leiden musste), es gibt auch wieder ein paar zusätzliche Features und Inhalte. So wurde die Romanze mit Theresa unabhängig vom DLC erweitert, es gibt jetzt Hunde im Spiel (für Henry aber nur mit DLC), wenn es regnet suchen die Bewohner Schutz unter Dächern oder in Häusern (mit Teils amüsanten Ergebnissen), es gibt eine (zufällige) Ego-Perspektive in Dialogen, Performanceverbesserungen und so weiter und so fort. Es ist zwar immer noch bei weitem nicht alles perfekt und das wird es wohl nie sein (rechne nicht mit einem Patch 2.0) aber wer jetzt neu einsteigt dürfte ein relativ problemfreies Spielerlebnis haben.

Kingdom Come: Deliverance – A Woman’s Lot hingegen ist mit 11,99€ der bislang teuerste aber auch gleichzeitig umfangreichste DLC von Warhorse Studios (4-6 Stunden). Ich habe tatsächlich aufgrund des Preises für einige Sekunden mit dem Kauf gezögert. Aber wem soll ich schon was vormachen? Mehr Kingdom Come: Deliverance geht immer. Also habe ich meinen Henry abgestaubt und nun zeigt der Spielzeitzähler 128 Brutto- und 93 Nettospielstunden (vorher 117/85) und ich habe 72/82 Achievements.

Der Inhalt

Kingdom Come: Deliverance – A Woman’s Lot (Herstellerbild)

Wie der Name schon andeutet, stehen in A Woman’s Lot die Frauen im Vordergrund. Technisch gesehen gibt es „nur“ zwei neue Quests aber die haben es in sich. Die eine dreht sich um Johanka, ein junge Frau aus Skalitz, die im Kloster von Sasau Unterschlupf gefunden hat. Ihr Freund Matthias liegt im Fieberwahn und sie bekommt im Schlaf Visionen von der Jungfrau Maria. Wie ihr damit umgeht ist wie immer euch überlassen (vermutlich inkl. der Möglichkeit die komplette Questlinie mit der „falschen“ Antwort bereits zu Beginn abzuwürgen). Aber ohne viel zu spoilern: Die Inquisition kriegt Wind davon und ist nicht ganz davon begeistert was Johanka da treibt. Das große Finale ist eine Gerichtsverhandlung mit verschiedenen Enden je nachdem was ihr so im Verlauf der Quest macht.

In der zweiten Quest schlüpft ihr hingegen in die Rolle von Theresa mit ihrem Hund Tinker an ihrer Seite. Mit ihr erlebt ihr die Tage vor, während und nach dem Angriff durch Sigismund auf Skalitz. Kleine Warnung am Rande: Friede, Freude und Eierkuchen dürft ihr hier logischerweise nicht erwarten. Die Quest dürfte zu den emotional anspruchsvollsten im ganzen Spiel gehören – und das nicht nur, weil ihr eine Frau spielt. Es empfiehlt sich übrigens, anders als ich es gemacht habe, zuerst die Quest von Theresa zu erledigen. Dort kommt nämlich auch Johanka vor und ihr versteht dadurch ein paar Zusammenhänge in ihrer Quest besser.

Am Ende von Theresas „Abenteuer“ gibt es als Belohnung für Henry einen Hund (nein, leider nicht Tinker) und den neuen Skill „Hündeflüsterer“. Dem Hund könnt ihr Befehle erteilen sowie neue beibringen. Er greift Feinde an, findet Sachen für euch (apportiert z.B. getötetes Wild zu euch) und je weniger ihr euch um ihn kümmert, desto weniger hört er auf eure Befehle. Sicherlich ein nettes Feature aber ich als Katzenfan kann damit wenig anfangen :wink: .

Beim Christoph meint: Mit Kingdom Come: Deliverance – A Woman’s Lot ist Warhorse Studios definitiv ein würdiger Abschluss für ihr Meisterwerk gelungen. Waren die anderen DLCs ganz nett aber weder herausragend noch ein Pflichtkauf, machen die Entwickler dieses Mal nicht nur alles richtig, sondern schöpfen zudem aus den Vollen. Herausgekommen sind zwei völlig unterschiedliche Questreihen, die mich als Spieler auf ihre Art und Weise mitreißen und in den Bann ziehen. Unterm Strich hat mir Johankas Geschichte zwar besser gefallen als Thereas, auch weil ihr hier mehr Freiheiten habt und den Ausgang beeinflussen könnt. Aber dennoch bewegen sich beide auf einem sehr hohen Niveau und gehören ganz klar mit zum Besten, was das Spiel zu bieten hat. Und jetzt wartet nicht länger: Kauft endlich das Spiel! Spätestens wenn die Royal Edition im Steam Summer Sale heruntergesetzt ist, gibt es keine Ausreden mehr! Ich für meinen Teil habe Kingdom Come: Deliverance aber tatsächlich jetzt deinstalliert. Die restlichen Achievements reizen mich genau so wenig wie der Hund und irgendwann muss auch mal Schluss sein und das Warten auf Teil 2 beginnen :smile: .

Noch mehr DLC

WATCH_DOGS: Bad Blood (Herstellerbild)

Ich habe mich aber nicht nur mit Kingdom Come: Deliverance beschäftigt. Nein, auch WATCH_DOGS ist irgendwie ganz nach oben auf meiner Playlist gerutscht, weil ich endlich mal Teil 2 spielen möchte. Zwar habe ich die Geschichte von Teil 1 schon seit Juni 2014 durch (innerhalb einer Woche) aber es fehlen mir noch ein paar interessante Nebenmissionen und – viel wichtiger – der DLC Bad Blood. Während es im Hauptspiel nur langsam vorangeht (irgendwie habe ich damals echt fast nichts von den Bonussachen gemacht…), habe ich den DLC mittlerweile durch.

Darin schlüpft ihr in die Rolle des legendären Hackers Raymond „T-Bone“ Kenney, der auch schon im Hauptspiel eine größere Rolle spielte. Die Geschichte setzt dabei fast direkt ans Ende an. Wie Aiden Pierce möchte T-Bone untertauchen und Chicago hinter sich lassen. Bevor er das jedoch schafft, holt ihn seine Vergangenheit in Form von Tobias Frewer wieder ein. Und wie es sich für Protagonisten mit Herz gehört, kann er ihn natürlich nicht einfach alleine lassen. Zehn Missionen erwarten euch, in denen ihr nicht nur mehr über T-Bone, sondern auch ein paar andere Nebencharaktere aus dem Hauptspiel erfahrt. Außerdem natürlich Dutzende neue Nebenaktivitäten wie Autos klauen, Leute ausknocken und so, die sich aber inhaltlich nicht vom bekannten unterscheiden und sich vor allem sehr schnell wiederholen. Und da die dazugehörigen Achievements zudem verbuggt sind, habe ich tatsächlich einfach aufgehört sie zu machen. Reicht, wenn ich sie im Hauptspiel noch erledigen muss.

Beim Christoph meint: Ich finde, dass WATCH_DOGS immer noch ein tolles Spiel ist und völlig zu Unrecht bei Release nieder gemacht wurde. Mir bereitet es nach fünf Jahren immer noch mächtig Laune und ich finde, es hat sich auch grafisch gut gehalten. Und obwohl ich zugegebenermaßen die Hälfte vom Hauptspiel schon vergessen hatte, war es doch ganz nett in Bad Blood ein bisschen mehr über ein paar interessante Charaktere/Gruppierungen wie z.B. die Daves zu erfahren, die in Aidens Geschichte nur am Rande (bspw. in Audiologs) vorkommen. Vor allem aber ist der alte und erfahrene T-Bone wesentlich sympathischer und menschlicher als Robo-Aiden und macht innerhalb der zehn Missionen eine wesentlich glaubwürdigere und stärkere Charakterentwicklung durch als Aiden im gesamten Hauptspiel. Spielerisch erwartet euch hingegen altbekanntes. Insofern ist der DLC für Fans aber ich vermute, die haben ihn schon lange durch. Und alle anderen greifen eh zur Complete Edition für läppische 5 Euro.

NOCH MEHR GESPIELT!

SIGIL (Herstellerbild)

Und dann gibt es noch einen dritten DLC, den ich aber erst angefangen habe: SIGIL. Ja, nach langer Wartezeit aufgrund von Problemen bei der Produktion der physischen Extras ist John Romeros inoffizielle fünfte Episode für DOOM endlich erschienen. Meine Beast Box (ja, ich habe selbstverständlich zugegriffen) wurde zwar noch nicht verschickt (zumindest habe ich noch keine Mail erhalten) aber zocken kann ich natürlich trotzdem schon.

2016 hatte Romero bereits die Welt mit Remakes von Level 4 und Level 8 der ersten Episode beglückt. Hintergrund war, dass Level 8 anders als der Rest von Episode nicht von Romero, sondern Sandy Petersen gebaut wurde. Das wollte er hiermit beheben. Und bei Level 4 hat damals Tom Hall mit rumgefuscht. Also hat er es auch nochmal komplett neu gemacht. Episode 1 ist quasi nun vollständig von John Romero designt worden und zwar so, wie er es sich damals vorgestellt hatte.

Die Rückkehr des Meisters

Nach diesen „Trockenübungen“ folgte nun eine komplette Megawad (8 Level plus ein Secretlevel), die direkt an das Ende von Episode 4 anknüpft. Veteranen werden freilich gleich einwerfen: „Aber am Ende von Episode 4 teleportiert Doomguy doch auf die Erde und DOOM II beginnt?!“ und haben natürlich recht. Romero hat nachträglich die Geschichte etwas umgeschrieben. Jetzt sorgt der Ziegendämon Baphomet mit dem namensgebenden Siegel dafür, dass der finale Teleporter euch nicht zur Erde bringt, sondern noch tiefer hinab in die Hölle zieht. Erst wenn ihr den Weg dort herausgefunden habt, geht es dann mit DOOM II weiter. Übrigens für mich unverständlich, warum es für viele Journalisten so schwer scheint diese doch sehr simple Geschichte korrekt widerzugeben. Was man da teilweise für einen Stuss liest…

Inhaltlich ist es DOOM in Reinform. Kein moderner Schnickschnack, keine neuen Assets wie Waffen oder Gegner (nur ein neuer Soundtrack) und stattdessen einfach nur Level Design ala John Romero in Reinform. Dazu gehört ein knackiger Schwierigkeitsgrad (soll ja eine Steigerung zur sowieso schon sehr bösen vierten Episode sein) mit zumindest auf Ultra-Violence wenig Munition und dafür umso mehr Dämonen (inkl. haufenweise Cyberdemons!), immer größere werdende Karten voller Secrets und haufenweise satanische Symbolik (wir sind schließlich tief in der Hölle). Nach den ersten fünf Levels kann ich festhalten: Romero hat es definitiv immer noch drauf und auch ich habe DOOM nicht verlernt. Bin sofort wieder drin gewesen und habe meinen Spaß. Wenn ihr also irgendwo noch eine DOOM.wad rumliegen habt (ja, die aus der DOOM 3: BFG Edition geht ebenfalls), dann unbedingt reinschauen!

Ich geh‘ dann mal weiterzocken.

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