Sicarius

Zum 3. Mal aufgestanden

Risen 3: Titan Lords (Herstellerbild)

Rund 36 Stunden Nettospielzeit später liegt der Bösewicht im Dreck, die völlig unbefriedigende Endsequenz läuft ab und ich habe Risen 3: Titan Lords endlich hinter mir. Wie war er also, mein Ausflug in die Südsee und damit der Abschluss der zweiten Rollenspiel-Trilogie der Essener?

Risen 3: Titan Lords (Enhanced Edition) (2015; PC & PS4) – „Enhanced Edition? Wad laberst du da?“ Ja, rund ein Jahr nach Release (August 2014) wurde eine verbesserte Version für die PlayStation 4 mitsamt einem Patch für alle Besitzer der PC-Variante veröffentlicht. Das ursprüngliche Spiel stand zusätzlich noch für X360 und PS3 bereit. Aber keine Angst: Zum einen spielt man aus meiner Sicht Piranha Bytes sowieso grundsätzlich auf PC und da ist der Patch kostenlos und zum anderen halten sich die Änderungen massiv in Grenzen und ist kein Vergleich zum Beispiel zu Divinity: Original Sin – Enhanced Edition mit seinen massiven Änderungen sogar an der Gesichte. Die Enhanced Edition von Risen 3: Titan Lords enthält hingegen neben 64bit-Unterstützung für PCler nur grafische Verbesserungen, die aber hier nur bedingt auffallen (etwas schönere Wolken, die das Wetter und die Tag-Nacht-Wechsel schöner erscheinen lassen sowie verbesserte Unschärfeeffekte). Auf der PS4 und bei Release des Updates waren auch noch die drei DLC (zwei zusätzliche Inseln sowie eine Rüstung) im Patch enthalten aber zumindest auf Steam scheint ihr die DLCs doch wieder einzeln kaufen zu müssen. Dabei ist vor allem die Insel der Diebe (ganz viele Gnome!) absolut empfehlenswert.

Übrigens habe ich keine Ahnung wie man mit der DRM-freien Retailversion (kein zusätzlicher Steamkey enthalten) drankommt. Ich hatte sie einfach wegen dem Kauf der Collector’s Edition. Als ich euch die anno 2014 vorgestellt habe, hatte ich auch bereits das grundlegende „Problem“ von Risen 3: Titan Lords zusammengefasst: Es ist ein Piranha Bytes-Spiel mit all seinen Vor- und Nachteilen wobei letztere langsam aber sicher überwiegen. Aber lasst uns darauf mal genauer auf diese Aussage eingehen, jetzt wo ich wirklich alles gesehen habe (alle Inseln erkundet, alle Nebenquests erledigt, alle legendären Gegenstände gefunden und ein Großteil der Fähigkeiten gelernt).

Die Technik

Risen 3: Titan Lords (Herstellerbild)

Risen 3: Titan Lords sieht grundsätzlich richtig, richtig gut aus muss ich sagen und man merkt überall, dass die Welt erneut zu einem großen Teil mit der Hand gestaltet wurde (viele kleine und liebevoll gemachte Details). Außerdem ist sie wie gewohnt nicht dieser Hochglanzmist eines The Elder Scrolls, sondern gewohnt rau und realistischer und im Vergleich zu Risen 2: Dark Waters wirkt sie nicht mehr so konsolig (die Kommoden haben wieder die richtige Größe). Der fließende Tag- und Nachwechsel ist äußerst schick und selbst die Wettereffekte machen echt was her ohne, dass mein doch mittlerweile etwas betagter Computer auf irgendeine Art und Weise auf höchster Detailstufe in die Knie geht (nur den Zauberspruch „Feuerregen“, den mag er nur bedingt…). Auch die Monster und Charakter sind abseits von „Riesenbusen“ Patty schick und ansehnlich gestaltet. Die gewohnte Klonarmee aus Soldaten, Wachen und anderen NPCs ohne Namen hat es aber auch wieder ins Spiel geschafft. Leider gibt es drei Probleme: Das Sounddesign, die Animationen und das Kamerapacing.

Grundsätzlich ist der Soundtrack gut gelungen (üblicher Fantasy-Orchester-Kram) und die Soundbytes eurer Begleiter mehr oder weniger lustig und hilfreich. Leider wiederholt sich alles so extrem häufig (auch die Soundeffekte). Vor allem die Einzeiler eurer Begleiter sind nicht erst nach 30 Stunden, sondern schon nach 2 Stunden nervig. Ja, theoretisch könnt ihr je nachdem (manche Crewmitglieder bekommt ihr nur, wenn ihr entweder Menschlich oder eben Unmenschlich seid) zwischen sechs Begleitern wählen. Aber da Bones von Anfang an bei euch ist und zudem heilen kann macht es außer in Situationen, in denen ihr für Quests gezwungen werdet jemand anderes mitzunehmen keinen Sinn es zu tun. Und er sagt halt zu Beginn von mindestens jedem zweiten Kampf „Aus deiner Haut mache ich eine Mütze!“. Lysanda hat mich übrigens gebeten an dieser Stelle auszurechnen, wie viele Mützen Bones innerhalb der 36 Stunden angefertigt hat. Wenn man also davon ausgeht, man verbringt die Hälfte des Spiels mit Kämpfen (18 Stunden = 1.080 Minuten) und jeder Kampf dauert maximal zwei Minuten kommen wir auf 540 Mützen. Wobei das Spiel in der Südsee spielt. Insofern habe ich keine Ahnung was Bones überhaupt mit so vielen Mützen machen will.

Wiederholung ist bei den Animationen ein ebenso großes wie bekanntes Problem. Nicht nur hat jeder zweite Charakter gefühlt den gleichen Sprecher (auch wieder ein übliches Piranha-Bytes-Thema). Sie geben sich immerhin Mühe durch Tonlage oder Dialekt es ein wenig zu kaschieren ungeachtet dessen, dass die Darstellung der Eingeborenen dadurch schon sehr nah an Rassismus grenzt. Auch die Mimik und Gestik ist immer exakt gleich ohne jedwede echte Betonung oder gar Zusammenhang mit dem Gesagten. Und selbst ohne Wiederholung sind die Animationen von abrupten Statuswechseln und genereller Steifigkeit (Hochklettern? Arme nach oben und so tun, als würde man ziehen) geprägt. Das Pacing der Kamera egal ob in den Dialogen oder in den Zwischensequenzen lässt genauso zu wünschen übrig. Da wird fröhlich gesprungen, völlig unpassende und plötzliche Schnitte gemacht und nichts flüssig zu Ende gebracht. Alles nichts Neues für Veteranen aber 17 Jahre nach Gothic doch ein wenig ärgerlich und trübt in einem Spiel, in dem sehr viel gesprochen wird, doch den ansonsten technisch sehr guten Gesamteindruck stark.

Der Inhalt

Risen 3: Titan Lords (Herstellerbild)

Ob es Piranha Bytes jemals hinbekommen wird ein anständiges und vor allem befriedigendes Ende zu machen? Man verbringt schließlich mehr als 30 Stunden mit den Charakteren, lernt sie zu lieben (oder zu hassen) und möchte dann auch ein entsprechend fulminantes Finale erleben. Aber nicht nur sind die Bossgegner bislang immer ein Witz gewesen (was ein Stück weit ein Genre-typisches Problem ist), die Endsequenz war immer kurz und ohne echtes „Auf Wiedersehen“ – selbst oder gerade am Abschluss einer Trilogie. In Risen 3: Titan Lords besiegt man endlich das ultimative Böse (und bringt die Arbeit eures Vorgängers aus Risen und Risen 2: Dark Waters zu Ende) und was bekommt man? Eine schlechte animierte Umarmung und ein Schiff, dass nicht einmal in Richtung Sonnenuntergang segelt, sondern einfach nur so von der Insel weg. Na super.

Aber wie sagt man so schön? Der Weg ist das Ziel. Und der ist Piranha Bytes-typisch geschmückt mit komischen Kautzen, lustigen Dialogen, abwechslungsreichen Quests, nutzlosen Frauen mit viel Dekolletee und führt durch eine sehr angenehm raue Welt in der eben nicht alles Schwarz und Weiß ist. Das Grundprinzip ist wie immer: Erst einsamer Held, dann Anschließen an eine der drei großen Fraktionen (wie gehabt Magie, Nahkampf und Fernkampf) und dann das Finale. Neu ist – zumindest aus meiner Sicht – wie lange ihr euch einer Gemeinschaft verwehren könnt. Ja, ohne Gemeinschaft bekommt ihr kein großes Schiff und könnt nur 2-3 Begleiter anheuern (hab‘ wie erwähnt eh nur Bones gebraucht). Aber ich habe tatsächlich 90% aller Quests erledigt gehabt bevor ich nach Kapitel 3 gewechselt bin (indem ich mich den Dämonenjägern anschloss) und konnte quasi jedes Monster ohne große Probleme über den Jordan bringen. Und die restlichen Quests fehlten auch nur, weil euch auf zwei Inseln der Zugang zur zweiten Hälfte bis Kapitel 3 verschlossen bleibt und die finale Insel erst in Kapitel 4 auftaucht.

Ein Problem war das aus meiner Sicht nur insofern, dass Bones dann in Kapitel 3 und 4 ständig „Wäre es nicht einmal wieder Zeit mit deiner Crew zu sprechen?“ von sich ließ und die Seeschlachten sehr gebündelt abliefen. Aus Entwicklersicht sollte beides sicherlich über die gesamte Spielzeit gestreckt sein aber in meinem Fall musste das Spiel eben die Inhalte von 30 Stunden in vielleicht vier reinpressen. Meine Empfehlung daher: Macht die Quests aller Fraktionen und schließt euch dann einfach einer an. Es gehen tatsächlich soweit ich das beurteilen keine anderen Quests verloren dadurch.

Etwas blöd war nur dieser Punkt: Nachdem ihr die erste Insel hinter euch gebracht habt, könnt ihr jede andere auf der Karte sofort besuchen. Das ist was die spielerische Freiheit betrifft super, führt aber dazu, dass ihr schon nach 1-2 Inseln zu stark für die nächste seid schließlich mussten die Entwickler ja dafür sorgen, dass auf allen der gleiche Fortschritt möglich ist. Das Ergebnis ist schnell einsetzende Langeweile weil die Herausforderung fehlt und euch nur noch die Quests bzw. die persönliche Neugier treibt.

Das Gameplay

Risen 3: Titan Lords (Herstellerbild)

Spielerisch gibt es nicht ebenso wenig Neues. Durch Töten von Monstern und das Erfüllen von Quests gibt es Erfahrungspunkt in Form von Ruhm. Das investiert ihr in verschiedene Talente und könnt dann zusammen mit einer Latte Gold bei einem Trainer spezielle Fähigkeiten lernen. Das Inventar quillt ständig über (weil man nie weiß, ob man das Ding nicht doch bspw. zum Herstellen eines Voodoozaubers gebrauchen kann) und ist wie gehabt umständlich zu bedienen (ELEX hat immerhin nun eine umfangreichere Sortierung). Ihr könnt im Laufe des Spiels viele handwerkliche Berufe lernen (Schmieden, Runen herstellen, Alchemie, etc.) und damit theoretisch zum Selbstversorger werden. Faktisch habe ich zwar alles gelernt aber abseits des Herstellens von dauerhaften Tränken nichts davon wirklich benutzt. Und selbst die hätte ich nicht gebraucht, weil ich schon so dermaßen stark war.

Die Kämpfe gehen hingegen gut von der Hand (gibt nur einfacher oder schwerer Angriff) und ihr müsst euren Feind definitiv im Auge behalten. Aber meine Zweitwaffe habe ich trotzdem nur selten genutzt und gezaubert habe ich ebenso nur in zwei Bosskämpfen, weil sich die Arschgeigen selbst heilen konnten (ich hasse das!) und man entsprechend schnell sein musste. Theoretisch hat man zwar am Anfang etwas zu kämpfen bis man bessere Waffen gefunden und die ersten Fähigkeiten gesteigert hat, weil ein Scavanager schon tödlich sein kann. Aber dafür sind ja die Begleiter da. Sie können zwar sterben, stehen aber nach dem Kampf wieder auf und sind somit hervorragend als Ablenkung geeignet.

Abseits davon ist die Möglichkeit sich in einen Affen bzw. einen Papageien zu verwandeln nett (und ermöglicht hier und da alternative Lösungsmöglichkeiten) aber bringt außer ein paar in der Gesamtheit betrachtet nutzlosen Gegenständen nicht viel. Das gilt auch für die Minigames (Armdrücken, Messerwerfen und Besaufen). Und die ganze Sache mit der Menschlichkeit (bestimmte Taten oder Dialogoptionen verringern oder erhöhen diese) ist in der Theorie zwar interessant, genutzt wird es aber faktisch gar nicht. Es schließen sich euch wie gesagt nur je nach Stand eurer Menschlichkeit bestimmte Begleiter nicht an. Und die Ausflüge in die Schattenwelt wo euer Geist festhängt waren nicht nur sehr kurz, sondern absolut langweilig und zudem verwirrend (Warum steht jetzt der Charakter da rum? Wie hab‘ ich den gerufen? Und warum muss er deshalb meine Fragen beantworten?).

Risen 3: Titan Lords (Herstellerbild)

Beim Christoph meint: Es tut mir in der Seele weh, auch weil ich Risen 2: Dark Waters damals 4 von 5 Sics gegeben habe und Risen 3: Titan Lords durchaus in einigen Punkten besser ist. Aber selbst als absoluter Gothic-Fanboy kann ich dem Trilogie-Abschluss mit gutem Gewissen nur 3 von 5 Sics geben. An meinem Ersteindruck von 2014 hat sich einfach im Laufe des Spiels nichts geändert. Ja, es hat wie alle Piranha Bytes-Titel seinen eigenen Charm und ich habe es grundsätzlich gerne durchgespielt. Die Quests mit den dazugehörigen Charakteren sind größtenteils interessant und gelungen und die Welt sieht nicht nur hübsch aus, sondern ist auch detailliert gestaltet und rauer als bei der Konkurrenz. Das macht entsprechend einen Großteil der Motivation aus.

Aber was hilft das alles, wenn man schon nach spätestens er Hälfte des Spiels als Komplettist völlig overpowered ist und anschließend eigentlich nur noch der Vollständigkeit halber alle Ecken der Inseln abgrast? Was bringt es, wenn das Kampfsystem keine echte Tiefe bietet und blockende Gegner nur nervig aber keine Herausforderung sind? Was habe ich von den Riesenbrüsten von Patty, wenn sie so unrealistisch aussehen? Was habe ich als Fan des Studios davon jetzt schon zum 6. Mal das nicht nur inhaltlich, sondern auch spielerisch Gleiche zu tun? Und dann noch dieses völlig banale Finale, das einen vollkommen unbefriedigt zurücklässt. Es ist insgesamt kein grottenschlechtes Spielerlebnis aber es gibt einfach zu viel Besseres das nicht nur The Witcher 3: Wild Hunt heißt. Insofern gibt es trotz seiner vielen guten Seiten abseits von „der Vollständigkeit halber“ keinen echten Grund es selbst zum Budgetpreis zu kaufen und zu spielen. Dann vielleicht gleich zu ELEX greifen. Da kann ich nach 45 Minuten zumindest sagen, dass Kletteranimationen um Welten besser sind!

Aber nein, ELEX wird höchstwahrscheinlich nicht das Spiel sein, was ich mir als nächstes zum Durchspielen vornehme. Jetzt brauche ich erst einmal wieder was kürzeres :smile: . Vielleicht die Kampagne von Battlefield: Hardline.

Ein Teil meines Steameinkaufs

Der Steam Summer Sale ist in vollem Gange (die letzte Woche läuft). Meine (zugegeben eher übersichtliche) Freundesliste hält sich mit ihren Einkäufen allerdings (vorbildlich) zurück. Wenn man so die Berichte liest, liegt es wohl daran, dass die Deals gar nicht so gut wären bzw. mittlerweile eine totale Übersättigung herrscht. So hatte GOG Anfang Juni seinen Sale und zur E3 lockten Ubisoft und EA mit satten Rabatten. Entsprechend hat Steam zwar immer noch das größte Angebot aber entweder man hat es schon oder es ist heruntergesetzter Mist und der ist immer noch Mist :smile: .

Ich habe aber trotzdem irgendwie ganz schön bei Steam zugeschlagen. Wenn ich mich nicht verzählt habe sind es Stand heute 23 Spiele, 44 DLCs sowie zwei Season Passes, die nun meinem Konto zugeordnet sind. Mit Ausnahme von XCOM 2: War of the Chosen (gibt es leider keine Retail) war alles <10 Euro. Dabei bin ich doch noch immer mit Risen 3: Titan Lords beschäftigt (Mitten in Kapitel 3 von 4) :smile: . Aber wie schon beim Ubisoft-E3-Sale nutze ich zumindest (wie man sieht) die Chance DLCs für teilweise signifikant weniger zu ergattern. Erst zuletzt sind ein paar Spiele dazu gekommen, die höchstwahrscheinlich nie eine Retailversion erhalten werden. Ja, ich achte da weiterhin sehr drauf – selbst wenn die Box aktuell im Vergleich zum Sale-Preis teurer sein würde, kaufe ich den Titel nicht digital (allerdings derzeit ebenfalls nicht die Box…). Hat auch seine Vorteile so eine „komische“ Haltung, sonst hätte ich vermutlich noch mehr gekauft :wink: .

Doch nicht nur bei den Spielen mache ich einen Unterschied. Bei den DLC gibt es für mich die mit „echten“ Inhalten und die, mit nur optischen Sachen (Kleidung) oder Kleinigkeiten (neue Waffe). Letzteres hole ich mir nur, wenn zufällig das Bundle mit allem billiger ist als die interessanten DLCs separat zu kaufen. Bin einfach nicht die Zielgruppe für so einen optischen Kram und damit für Fortnite (Namedropping fürs Google Ranking) & Co. absolut kein guter Kunde.

DLC ftw!

Aber ich Langweile euch jetzt nicht damit aufzuzählen, was ich alles „Tolles“ gekauft habe. Bin nur mal wieder etwas selbst von mir überrascht wie stark ich doch zugeschlagen habe. Andererseits bin ich in Sachen DLCs doch einfach weiterhin ein „Komplettist“, der möglichst das Gesamtwerk mit allem Drum und Dran erleben möchte. Und am besten auch noch, bevor ich das Spiel überhaupt richtig angefangen habe damit ich ja im Spielverlauf nichts verpasse bzw. nochmal von vorne spielen müsste. Vor allem, weil ich letzteres nur sehr, sehr selten tue aufgrund der Menge an Titeln in meinem Backlog. Wir hatten ja schon im April das Thema von wegen, dass es schwerer geworden ist den richtigen Zeitpunkt zum Starten eines Titels zu finden.

Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link (Herstellerbild)

Gleichzeitig sind wir mittlerweile mehr als eindeutig darüber hinweg, dass es statt saftigen Addons (wie XCOM 2: War of the Chosen) eben oft nur noch Häppchen-DLCs gibt. Wenn man Glück hat bekommt man gute und hochwertige Inhalte für seine 3-5 Euro, die einen auch 1-3 Stunden beschäftigen oder auf andere Art und Weise einen echten Mehrwert bieten. Hat man Pech wird es ein Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link. Ihr erinnert euch vielleicht: Im Hauptspiel war ein mehr als deutlicher Zeitsprung, der später mit einem lieblosen Standalone-DLC aufgefüllt wurde. Zum Glück gibt es mittlerweile den Director’s Cut. Der macht den Inhalt dieses Spielabschnitts zwar nicht besser aber im Gesamtkontext fällt er nicht mehr negativ auf.

DLC nftw!

Bei Deus Ex: Human Revolution – The Missing Link bekommt man aber immerhin etwas Mehrwert in Form eines kompletten Levels. Das andere ist wie erwähnt irgendetwas kosmetisches oder eine neue Waffe. Das ist aus meiner Sicht wirklich nur noch reine Geldmacherei. Ja, wenn ich schon 1.000 Stunden in Saints Row 4 versenkt habe und noch weitere 1.000 Stunden plane, ist es sicherlich nett mal wieder ein neues Spielzeug zu haben. Aber ansonsten spielt der Hersteller hier nur mit dem Bedürfnis der (vor allem jungen) Spieler das coole Kostüm, den netten Charakter oder die lustige Waffe zu haben. Wir erinnern uns schließlich alle noch an den Proto-DLC namens Horse Armor Pack für The Elder Scrolls IV: Oblivion (5 Euro damals!).

Übrigens mal wieder ein Pluspunkt für CD Projekt Red: Für The Witcher 3: Wild Hunt sind die ganzen kosmetischen Sachen komplett kostenlos und nur für die Inhalte wie Blood and Wine, die für mich vollwertige Addons sind, müsst ihr blechen. Bei Saints Row IV gebt ihr dafür fast 50 Euro aus.

Geld, Geld, Geld

Overwatch (Herstellerbild)

Ich verstehe natürlich, dass speziell Titel wie Overwatch oder Team Fortress 2 ausschließlich mit hübschen Sachen ihr Geld verdienen können und ansonsten keine Einnahmequelle haben, um den weiteren Betrieb zu sichern. Das ist zwar kein DLC wie bei Saints Row IV, sondern fällt in die Kategorie Loot Boxen. Diese Differenzierung macht aber nur einen kleinen Unterschied (bei DLC weiß ich was ich kriege, bei Loot Boxen habe ich nur eine Chance). Unterm Strich ist beides komisch und stellt für mich das Geschäftsmodell in Frage. Doch die Zielgruppe nimmt es bereitwillig an und in Asien erwarten sie es im Prinzip sogar. Im Zweifel belastet man einfach die Kreditkarte der Eltern mit tausenden von Euro/Dollar, die sie dann über Jahre hinweg abstottern müssen.

Doch ich triffte schon wieder in ein Thema ab, das wir bereits besprochen hatten als der Skandal um Star Wars: Battlefront II war. Macht es weniger aktuell, denn die Aufregung ist zwar abgeklungen aber Loot Boxen immer noch fleißig im Einsatz. Gleichzeitig suchen die Entwickler bereits intensiv nach neuen Möglichkeiten euch möglichst wenig für möglichst viel Geld anzudrehen. Insofern macht es Sinn immer mal wieder darauf hinzuweisen.

Mein erneuter Appell ist es entsprechend, dass ihr den nutzlosen Kram links liegen lasst (braucht ihr wirklich das pinke Hasenkostüm?) und die Hersteller lieber für substantielles belohnt. Ja, wenn eure fünfjährige Tochter unbedingt als Barbie in Quake Champions alle über den Haufen ballern will, dann kauft ihr halt für zwei Euro das Ding. Aber wir alle haben am Ende mehr davon, wenn die Entwickler einsehen würden, dass wir uns nicht mit billig zu produzierenden Inhalten (und nichts anderes sind Skins) zufriedengeben.

Holla, die Waldfee! Das war vielleicht eine Woche. Absolut kein Vergleich zu der eher langweiligen E3 2017. Nicht nur gab es viele Neuankündigungen, es waren auch einige heiß ersehnte Sachen dabei. Das Ergebnis war zwar nicht immer das, was sich vor allem die mitteilsamen Gamer gewünscht haben. Lasst uns also nicht weiter Zeit mit der Einleitung verschwenden, sondern direkt in das Thema einsteigen. Schließlich muss ich meinen völlig unqualifizierten Senf (spiel ja nur noch alten Scheiß) dazu abgeben. Eine bestimmte Reihenfolge gibt es nicht und wie so oft, gehen die meisten Links zu den Trailern.

Command & Conquer Rivals (Herstellerbild)

Command & Conquer Rivals (iOS, Android) – Es ist mir sowas von dermaßen scheißegal wie gut das Moment-to-Moment Gameplay sein mag (einige Journalisten verteidigen das Spiel aktuell verdächtig stark…), es ist ein weiteres Drecks-Mobile-Free-2-Play-Game wie sie seit mittlerweile Jahren den AppStore fluten und damit ist es bei mir schon vollkommen unten durch. Schon der Trailer ist exakt genauso aufgebaut wie beim restlichen Rotz dieser Art. Es fehlt nur der Prominente. Hat Dungeon Keeper (2014) echt so viel Kohle gescheffelt? Ich könnte mich seitenweise über diese Entscheidung von EA aufregen aber ganz ehrlich: Einfach ignorieren. Gar nicht erst zum Testen runterladen (dann könnte EA mit den Downloadzahlen prahlen), sondern einfach vergessen, dass es existiert.

DOOM Eternal (PC, XONE, PS4) – FUCKING YES! Ja, technisch gesehen habe ich DOOM (2016) immer noch nicht durch. Aber das liegt weniger an der genialen Qualität des Spiels und mehr an meinem Zeitmangel. Der Trailer hat mich sofort wieder angefixt (vor allem die Eskalation des Soundtracks hin zum Rip & Tear-Motiv). Wenn es einfach nur mehr vom gleichen gibt, reicht mir das völlig. Ach und vielleicht streichen sie einfach den Mehrspielermodus komplett raus (oder überarbeiten ihn vollständig). Den braucht eh keiner. Lieber ein paar Einzelspielerlevels mehr.

Halo Infinite (PC, XONE) – Auf der einen Seite finde ich super, dass endlich mal wieder ein Halo offiziell für den PC erscheint. Auf der anderen bin ich enttäuscht, dass sie aus dem Misserfolg von Halo 5: Guardians den falschen Schluss gezogen haben. Im neusten Teil soll nämlich der Master Chief wieder die dominante Rolle einnehmen, weil im Vorgänger es den Leuten angeblich nicht gefallen hat Locke zu spielen. Dass das eigentliche Problem nicht Locke war, sondern das Marketing eine völlig falsche Erwartungshaltung geweckt hat (Master Chief ist plötzlich böse?!) und das im Spiel dann nicht erfüllt wurde wird einfach ignoriert. Stattdessen kramt man Master Chief schon wieder hervor (vielleicht auch Cortana obwohl es da einige Hürden gibt…). Schickt den armen Mann doch endlich in Rente und erzählt mal was Neues. Spielerisch erwarte ich hingegen solide Konsolen-Shooter-Kost. Da hat 343 Industries bislang nichts anbrennen lassen.

Satisfactory (Herstellerbild)

Satisfactory (PC) – Das Spiel mit dem coolsten Namen und dem passendsten Trailer seit langem. Unbedingt anschauen. Und ja, die Jungs von Coffee Stain Studio können auch richtige Spiele und nicht nur Goat Simulator-Nonsense. Das Spielprinzip klingt einfach (eine gut funktionierende Produktionsstraße aufbauen) und sehr relaxend. Ich bin wahrscheinlich zu doof dafür aber als jemand, der schon Die Siedler damals lieber ohne Feinde gespielt hat und stattdessen sein Wegenetz bis zum Optimum optimierte, könnte das da perfekte Werk für mich werden.

Fallout 76 (PC, XONE, PS4) – Ein neues Fallout *yay*! Ein neuer Online-Survival-Shooter *nay*… Langsam geht mir es wirklich auf den Keks, dass alle immer einem Trend hinterherrennen. Aktuell eben Battle Royale und Online-Survival-Dingens. Ja, natürlich hat Todd Howard gleich betont, dass das Spiel komplett Solo erlebbar sein wird. Wir wissen aber alle, dass das in der Realität nur bedingt Spaß machen wird. Zusätzlich stört mich, dass Bethesda damit schon wieder die Geschichte umschreibt (Fallout 76 spielt vor allen anderen Fallout-Titeln). Lässt man meine persönliche Animosität dem Genre gegenüber aber mal außen vor, gehe ich stark davon aus, dass der Titel sehr viele Fans finden wird. Zum einen natürlich wegen der Marke aber zum anderen auch, weil so viele das Genre aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen toll finden.

The Elder Scolls VI & Starfield – Ich fasse die beiden Titel zusammen, weil es von beiden außer dem Logo absolut nichts zu sehen gab. Eine etwas fragwürdige Entscheidung wie ich finde, denn man kann ein Spiel auch zu früh ankündigen. Aber hey: Immerhin weiß jetzt jeder offiziell, dass die beiden Bethesda-Rollenspiele zumindest in der Entwicklung sind. Ich erwarte das übliche nur im Falle von Starfield mit SciFi- statt Fantasy- oder Apokalypse-Setting.

Greedfall (Herstellerbild)

Greedfall (PC, XONE, PS4) – Die Rollenspiele der französischen Entwickler von SPIDERS sind nicht die qualitativ hochwertigsten (dafür fehlt das Budget). Aber was ihnen beim Gameplay (und Grafik) fehlt, machen sie durch interessante Ideen und Settings wieder wett. Greedfall scheint sich da eindeutig mit einzureihen. Es geht um eine alternative Version der Eroberung Amerikas bei der nicht nur Musketen, sondern auch Magie eine Rolle spielt. Ich bin wirklich sehr gespannt und kann bis dahin nur alle ihre anderen Werke wie Mars: War Logs oder Of Orcs and Men empfehlen.

Wolfenstein: Youngblood (PC, XONE, PS4) – Der Trailer erinnerte mich aufgrund der Musik im ersten Moment an FarCry 3: Blood Dragon aber er geht dann doch in eine wesentlich ernstere Richtung und entpuppt sich als ein Koop-Shooter mit den Töchtern von B. J. Blazkowicz. Okay. Klingt erst einmal etwas ungewöhnlich aber bislang hat MachineGames immer hervorragende Shooter abgeliefert und ich bin sowieso immer dafür zu haben, zu erfahren wie die Geschichte weitergeht. Entsprechend bin ich durchaus angefixt und bin gespannt darauf, wie das Gameplay aussehen wird. Vermute auf der QuakeCon wird man wie bei DOOM Eternal mehr erfahren.

Just Cause 4 (PC, XONE, PS4) – Avalanche Studios arbeitet gerade an echt vielen Titeln. Ich hoffe mal nicht, dass darunter irgendwo die Qualität leidet wie beispielsweise damals bei Mad Max und Just Cause 3. Letzteres hatte vor allem unter massiven technischen Problemen zu leiden und konnte irgendwie deshalb nicht die Herzen der Fans erobern. Mal schauen ob das mit Teil 4 wieder besser wird. Inhaltlich erwarte ich kein großes Neuland (außer das Thema mit den Wirbelstürmen). Aber darum geht es aus meiner Sicht auch nicht. Wichtig ist es, dass man so viel Chaos wie möglich produzieren kann und es schick aussieht. Der Trailer geht da schon eindeutig in die richtige Richtung. Ich freue mich drauf.

Devil May Cry 5 (Herstellerbild)

Devil May Cry 5 (PC, XONE, PS4) – DmC: Devil May Cry (2013) war kein schlechtes Hack ‘n’ Slash aber es war einfach nicht Devil May Cry. Teil 5 wird das offensichtlich ändern. Die Charaktere sind in ihrer alten Form zurück, Nero scheint erneut der Hauptcharakter zu werden und es ist so Over-the-Top wie man es von der Serie gewohnt ist. Dazu eine schicke Grafik und ein garantiert astrein flüssiges Gameplay und ich bin schon jetzt begeistert (obwohl ich schon für einen A-Rang zu unkoordiniert bin).

Dying Light 2 (PC, XONE, PS4) – Teil 1 von 2015 war…moment, der ist leider indiziert. Also darf ich euch auch nicht sagen wie oder was er war. Teil 2 soll im Grunde erst einmal mehr vom gleichen bieten – allerdings mit ein paar interessanten Neuerungen. Zum einen ist Chris Avallone als Scheiberling mit dabei, was nicht nur das Niveau der Erzählung um einige Zähler heben wird, sondern auch einen etwas stärkeren Fokus auf die Rollenspielelemente. Zum anderen soll sich die Stadt auf Basis eures Tuns und Lassens optisch verändern. Ihr wisst schon, dass was damals schon Peter Molyneux für die Fable-Serie angekündigt hatte aber selbst im dritten Teil nur rudimentäre Auswirkungen hatte. Mal schauen ob das hier besser funktioniert. Abseits heißt es wieder sich mit sehr viel Parkour durch, unter und über die Stadt bewegen und tonnenweise Zombies töten. Das wird eigentlich nie alt :smile: .

RAGE 2 (Herstellerbild)

RAGE 2 (PC, XONE, PS4) – Der Ankündigungstrailer war für die Hose aber der Gameplay-Trailer und die dazugehörigen Informationen machen schon einen besseren Eindruck. Avalanche Studios mit ihrer Open-World-Expertise (und den Erfahrungen aus Mad Max und id Software mit ihrer Shooter-Erfahrung machen das, was RAGE eigentlich schon werden sollte. Was soll da schief gehen? Ernsthaft. Der Gameplay-Trailer macht einen extrem guten Eindruck, das Spiel scheint sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und von mir persönlich gibt es für beide Studios sowieso mittlerweile sehr viel „Good Will“. Ob RAGE 2 allerdings auf das Ende von Teil 1 eingehen wird? Vermutlich nicht…

 

Und damit sind wir am Ende des Eintrags angelangt. Das war jetzt mit 12 Titeln nur die absolute Spitze des Eisberges. Da fehlen nicht nur noch weitere Neuankündigungen (meine erste Liste nur mit Spielenamen war über zwei DINA4-Seiten lang!) wie Dead of Alive 6, Unravel Two, Resident Evil 2 (Remaster) oder Metal Wolf Chaos XD, sondern auch die ganzen Sachen mit vielen neuen Infos wie Beyond Good & Evil 2, Cyberpunk 2077 oder The Division 2. Aber irgendwo muss ich ja Schluss machen (und Risen 3: Titan Lords weiterspielen). Außerdem habt ihr wie immer in den Kommentaren die Chance über die von mir vergessenen Titel eure Eindrücke loszuwerden. Wie fandet ihr also die E3 2018?

Sicarius

Ein Weltkriegswestern

Seit gut einer Woche ist die DSGVO verpflichtend und die ersten Abmahnungen auf Basis des Wettbewerbsrechts sind schon raus (bzw. waren sogar am 25. Mai schon im Briefkasten…). Dass das kein Politiker vorhergesehen hat, kann ich eigentlich nicht glauben. Aber was will man schon von Leuten erwarten, die nicht einmal „DSGVO“ schreiben können? Ja, am 25. Mai war auf Twitter tatsächlich „#DSVGO“ in den Top-10-Trends zu finden (#DSGVO hingegen nicht), weil einige aus der Regierung den Hashtag falsch geschrieben hatten. Wie sagen die heutigen Teenies angeblich? Ultra-Peinlich.

Naja, nun heißt es abwarten ob das nur ein paar Einzelgänger sind oder ob jetzt die große Abmahnwelle losgetreten wird. Ich hoffe, dass die Gerichte am Ende dem ganzen Scheiß relativ zügig den Riegel vorschieben werden. Wobei „zügig“ hier leider sehr lange dauern kann, da der Europäische Gerichtshof das letzte Wort sprechen muss (ist ja eine EU-Verordnung). Zwar können bereits die unteren Gerichte das jeweilige Verfahren dort hin verweisen aber es wird sich zeigen wie bereitwillig die das tun.

Übrigens habe ich mittlerweile herausgefunden, dass Beim Christoph technisch gesehen überhaupt keine Cookies mehr setzt. Ausnahme ist natürlich, wenn sich die Autoren einloggen und die wissen hoffentlich auf was sie sich einlassen. Den Cookie-Hinweis lasse ich aber aktuell trotzdem stehen, weil ich noch nicht ganz nachvollziehen konnte, ob WordPress den „WordPress Test Cookie“ nur beim Besuch der Login-Seite setzt oder bei jedem Anwender. Der Cookie ist nur dazu da, um zu prüfen, ob ihr Cookies zulasst oder nicht (warum auch immer man das Testen muss…).

Themawechsel

Nun aber genug von der dämlichen DSGVO. Kommen wir lieber mal zu schöneren Themen. Und was gibt es Schöneres als Videospiele?! Bitte? Ziemlich viel? Mmmh… egal. Ich beschäftige mich aktuell immer noch damit meine Taskleiste etwas zu entrümpeln sprich Titel zu zocken, die schon Jahre auf meiner Festplatte schlummern und sich in diversen Stadien des Durchspielens befinden. Kommt ja nur noch sehr, sehr selten vor, dass ein Spiel nicht Teil irgendeines Shopsystems ist. Entsprechend wandert so gut wie nichts Neues da unten hin (zu Letzt GTA V).

Derzeit beschäftige ich mich wieder mit Risen 3: Titan Lords. Da habe ich auch noch einiges vor mir (erst 12 Stunden Ingame hinter mir) aber nachdem es Lysanda auf den Sack ging, dass mein Begleiter Bones bei fast jedem Kampf „Aus deiner Haut mache ich eine Mütze“ sagte, hatte ich es irgendwann mal beiseitegelegt :smile: . Durchgespielt habe ich hingegen endlich mal diese zwei Titel:

Cover

Call of Duty: World at War (2008; PC, PS3, X360, Wii) – Das 2. Werk von Treyarch hatte einen schweren Stand, schließlich erschien es ein Jahr nach dem extrem erfolgreichen Call of Duty 4: Modern Warfare und kehrte zurück in den zweiten Weltkrieg (von dem alle zu dem Zeitpunkt genug hatten). Was es von den Vorgängern abhob war das düstere Setting (sowohl was die Helligkeit anging als auch Darstellung der Brutalität des Krieges) und, dass es euch zur Hälfte als Amerikaner in den Pazifik schickt und gegen Japaner kämpfen lässt. Sprich viel Dschungel und viele Kamikazeangriffe (ein wenig zu viele…). Die andere Hälfte schlüpft ihr in die Rolle eines Russen mit verdammt viel Glück (wie oft er im Laufe der Kampagne eigentlich tot sein müsste…), der Teil des Ansturms auf Berlin ist und am Ende sogar die Flagge auf dem Reichstag hissen darf.

Call of Duty: World at War (Herstellerbild)

Spielerisch ist es ein 08/15-Call of Duty mit dem großen Hauptproblem aus der Anfangszeit: Unendlich oft respawnende Gegner, die gerne Granaten werfen. Wie sehr ich doch froh bin, dass dieser Scheißdreck mittlerweile nicht mehr Teil der Serie ist. „Einfach zum nächsten Trigger rennen in der Hoffnung, dass man nicht getroffen wird“ ist die Devise. Immerhin ist man so gut wie nie alleine unterwegs und die Kameraden haben sogar die Erlaubnis Feinde zu töten. Ist ja leider auch nicht selbstverständlich (noch so eine Designsünde…). Also von einer actionreichen Szene zur nächsten hetzen, zwischendurch ein paar Vehikelpassagen absolvieren und dabei ein paar mehr oder weniger reale Scharmützel aus dem 2. Weltkrieg nachspielen.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es solide 3 von 5 Sics. Es ist einfach ein Call of Duty. Zwar ein Call of Duty von der nervigeren Seite aber abgesehen davon ein solider Shooter mit ausreichend Abwechslung, solider Story und übersichtlicher Spielzeit. Nichts, was einem heute mehr hinter dem Ofen hervorlockt und schon gar nichts, was man selbst als Call of Duty-Fan unbedingt erlebt haben muss. Aber für ein paar Stunden hat mich die Kampagne solide unterhalten. Nur Kiefer Sutherlands Stimme fand ich auf Seiten der Amerikaner irgendwie stark deplatziert (er vertont einen Sergeant in eurem Squad). Als wäre sie nicht richtig in die Szenen integriert worden, sondern einfach die Studioaufnahme abgespielt worden.

Cover

Call of Juarez: Bound in Blood (2009; PC, PS3, X360) – Der Vorgänger war ein super Western, der etwas unter den erzwungenen Schleichmissionen mit Billie litt. Zum Glück hatte Techland beim zweiten Teil…nicht dazugelernt. Aber fangen wir von vorne an: Das Spiel ist ein Prequel und erzählt die Geschichte wie Ray (den grimmigen Helden aus Teil 1) zum Priester wurde. Das wird in Call of Juarez nämlich immer nur angedeutet. Am Anfang der meisten Missionen dürfte ihr wählen ob ihr Ray oder seinen Bruder Thomas spielen dürft. Während Ray eher der Hau drauf ist, der lieber seine Pistolen sprechen lässt, ist Thomas der neue Billie. Ja, theoretisch trägt er auch Waffen aber damit haucht er gefühlt seine Gegner nur an. Außerdem hat er ein Lasso mit dem er sich an gewissen Stellen hochziehen kann – wie toll… Ja, ich bin kein Fan von Thomas.

Auf die Geschichte hat eure Charakterwahl keinerlei Auswirkungen. Ihr habt nur hin und wieder eine andere Perspektive. Zum Beispiel muss Ray KI-Thomas verteidigen während dieser auf einen erhöhten Aussichtspunkt klettert. Umgekehrt klettert ihr als Thomas hoch während KI-Ray euch schützt. Am Ende kommt ihr aber doch wieder gemeinsam am gleichen Punkt raus. In den wirklich entscheidenden Situationen müsst ihr hingegen einer Zwischensequenz zuschauen und dürft gar nicht selbst eingreifen. Und ja, das Spiel hat tatsächlich kein Coop-Feature. Irgendwie eine verpasste Chance.

Call of Juarez: Bound in Blood (Herstellerbild)

Ansonsten hat sich spielerisch nichts geändert. Ray kann weiterhin mit zwei Pistolen rumrennen und ihr diese mit zwei unterschiedlichen Maustasten ansteuern (was sich immer noch auch sehr gut anfühlt) und hat einen Fokusmodus (Zeit wird verlangsamt und ihr könnt in Ruhe zielen), am Ende fast jeder Mission erwartet euch ein netter Showdown (ein Duell gegen den Bossgegner) in dem schnelle Reaktion erforderlich ist und die Levels sind größtenteils hübsch und abwechslungsreich aber linear gestaltet. Was vor allem daran liegt, dass relativ schnell „Lass deinen Bruder nicht alleine“ auf dem Bildschirm erscheint, wenn ihr euch zu weit vom ausgetretenen Pfad entfernt. Echt blöd. Nur in zwei Situationen erwartet euch wirklich so etwas wie eine offene Welt, die aber zum einen völlig optional ist und zum anderen nur zum etwas Geld verdienen da ist. Im Laufe des Spiels könnt ihr nämlich bei Händlern bessere Waffen (in drei Stufen) und Munition kaufen. Wobei die Gegner ausreichend Munition fallen lassen – insofern habe ich letzteres eigentlich nie machen müssen.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es grad so noch 4 von 5 Sics. Es sind nur ein paar Missionen, in denen euch das Spiel zwingt Thomas zu spielen aber die sind (wie damals die Billie-Missionen) einfach nur nervig. Abgesehen davon (und einem Windows-10-Fehler der dazu führt, dass die Introvideos schwarz-weiß und um 180° gedreht dargestellt werden) ist der Titel auch heute noch ein empfehlenswerter Western-Shooter. Vor allem Ray hat es mir wie schon in Teil 1 einfach angetan, obwohl er hier noch keine coolen Bibelzitate loslässt und technisch gesehen ein totales Arschloch ist. Aber seine raue Stimme und vor allem wie er sich spielt (alles Abballern was auf drei nicht auf den Bäumen ist) ist einfach super. Wenn ihr also bislang nur das hervorragende Call of Juarez: Gunslinger gespielt und Lust auf mehr habt, dann macht ihr nichts mit dem Kauf von Teil 1 und Teil 2 falsch. Aber dann tatsächlich erst Teil 1 spielen. Chronologisch kommt zwar Teil 2 zuerst aber aus meiner Sicht funktioniert der nicht ganz so gut, wenn man nicht die Geschichte des Vorgängers erlebt hat.

PS: Am 15. Juni 2018 erscheint die erste Badesalz-CD mit Sketches seit 14 Jahren! Ich hoffe inständig, dass sie was taugt und werde entsprechend berichten.

Wolfenstein II: The New Colossus (Herstellerbild)

Vor vier Jahren ist Wolfenstein: The New Order erschienen was für mich ein Grund war mal wieder über das Thema Ländersperren zu referieren. Ende letztens Jahres ist mit Wolfenstein II: The New Colossus nun der sehnlich erwartete Nachfolger auf den Markt gekommen – ihr wisst worauf ich hinaus möchte? Genau: Heute geht es um den aktuellen Stand beim Thema Geoblocking.

Der aktuelle Stand

Wer gedacht hat, dass dank der sogenannten Portabilitätsverordnung nun das Geoblocking auf Steam ein Ende hat, der hat sich leider getäuscht. Valve scheint auf dem Standpunkt zu stehen, dass die seit 1. April 2018 EU-weite Verpflichtung gegen das Geoblocking nicht für ihren Shop gilt und erlaubt es den Publishern weiterhin selbst EU-Versionen für einzelne EU-Länder zu blockieren (meistens Deutschland). Der einzige Lichtblick ist, dass sich meine dunkle Vision von 2014 noch nicht bewahrheitet hat. So scheint zumindest auf Steam das Thema weiterhin nur für Titel mit gewissen Symbolen (neben Wolfenstein II: The New Colossus z.B. Call of Duty: WWII) sowie Ostblock-Importe (die aber sowieso nicht alle zur EU gehören) zu gelten.

SteamDB-Eintrag

An der eigentlichen Blockade hat sich dabei nicht viel geändert: Im Shop kann man als Deutscher nur die deutsche Version kaufen und selbst wenn man eine Retailbox z.B. in Österreich kauft, lässt sich der darin enthaltene Key nicht aktivieren. Auch die Installation und der Start der betroffenen Spiele ist selbst nach der Aktivierung dank des Flags „prohibitrunincountries“ erst einmal nicht möglich. Ganz neu ist allerdings, dass selbst der Download nun ausgeschlossen wird. Während Bethesda damals mit „preloadonly“ zwar den Start aber wie der Name schon sagt nicht den Download des Spiels verhindert hat, wurde in der Zwischenzeit der „prohibit“-Flag anscheinend um zusätzliche Funktionen erweitert – darunter das Downloadverbot.

Die Neuerungen

Aus Sicht des Publishers also erst einmal nicht viel Neues. Warum also ein eigener Eintrag? Nun, weil auch Steam schlauer geworden ist, denn das mit der VPN ist nicht mehr so einfach (und verstößt weiterhin gegen die Terms of Service von Steam womit man riskiert den kompletten Steam-Account zu verlieren). Die Aktivierung geht zwar weiterhin mit den üblichen Mitteln beim Installieren und Spielen sind jedoch zusätzliche Prüfungen auf euer aktuelles Territorium eingebaut:

Ihr kennt ja sicher die Zwei-Faktor-Authentifizierung namens Steam Guard. Die ist super und sinnvoll aber natürlich fragt Steam nach dem Starten mit einer VPN nach diesem Code. Also startet ihr die App auf dem Handy, die sich logischerweise genauso in Steam einloggt. Funktioniert tadellos – allerdings behauptet Steam anschließend immer noch, ihr wärt nicht im richtigen Land. Warum? Ganz einfach: Weil ihr euch auf dem Handy sicherlich mit einer deutschen IP eingeloggt habt. Und wie es sich für ein intelligentes Programm gehört, merkt Steam das.

Gut, denkt man sich, dann eben Desktop per VPN, Handy per VPN jeweils mit amerikanischer IP (meist die einzige kostenlose Variante bei den Bezahl-VPNs) – ja ne, dat jet au ned. Aus zwei Gründen: Zum einen merkt sich Steam, dass ihr innerhalb der letzten 24 Stunden schon einmal mit einer deutschen IP euch eingeloggt habt. Kommt ihr also in der Zeit mit einer anderen an, dann wird das erneut einfach ignoriert. Und selbst wenn es der erste Steam-Start des Tages ist, klappt es mit einer amerikanischen IP trotzdem nicht. Da sind wir nämlich wieder beim Thema „regionalisierte Keys“. Sprich mit einer Nicht-EU-IP verweigert Steam mittlerweile auch jedwede Mitarbeit.

Das Bekloppte

Call of Duty: WWII (Herstellerbild)

Bleibt also doch nur noch der Kauf von deutschen Versionen solange sich die Gesetzeslage nicht ändert? Nein, komischerweise nicht. Ich hatte nicht umsonst „erst einmal“ geschrieben. Ich habe zwar noch nicht verstanden, warum es passiert – die Einträge in der SteamDB verändern sich nämlich nicht – aber 90 Tage nach der Aktivierung (die wie oben erwähnt derzeit noch mit einfacher VPN funktioniert) entfallen die Restriktionen. Wenn ihr also den Titel am 1.1.18 aktiviert, könnt ihr ihn ab 1.4.18 ganz normal mit deutscher IP-Adresse installieren und spielen. Das war tatsächlich schon vor vier Jahren so. Ich hatte damals in den Kommentaren verwundert geschrieben, dass es plötzlich funktioniert und hielt es für eine Fehlfunktion. Aber nein, das ist ein „geheimes“ Steamfeature. Total komisch aber man will sich ja nicht beschweren.

Stattdessen kann sich lieber weiterhin über die allgemeine Situation aufregen, die überhaupt erst zu dieser bescheuerten Situation führt: Das Thema mit den Hakenkreuzen in Videospielen. Während in allen anderen Unterhaltungsmedien explizit unterschieden wird, ob es unter die Kunstfreiheit fällt oder nicht, wird bei Videospielen weiterhin aus Sicht der Publisher die Zensur-Schraube angezogen. Dabei wäre das vermutlich gar nicht mehr nötig, wie jetzt der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler erstmals von der Staatsanwaltschaft bestätigt bekommen hat.

Ein veraltetes Urteil

Kann man sogar zu 2. spielen!

Ihr könnt (und solltet) die ganze Geschichte direkt beim Verband lesen. Aber die Kurzfassung: Zur Bundestagswahl wurde von den öffentlich-rechtlichen ein Browserspiel namens Bundes Fighter II Turbo veröffentlicht – wie der Name schon sagt eine Street Fighter II-Parodie. Darin kam logischerweise auch ein AfD-Politiker vor. Der Krux an der Sache: Bei seiner Spezialattacke formt er ein Hakenkreuz. Also hat der VDVC den Titel als Anlass genommen Anzeige zu erstatten. Das Ergebnis: Die Anzeige wurde vom Staatsanwalt abgelehnt und in einer Stellungnahme grob gesagt darauf hingewiesen, dass das berühmt berüchtigte Wolfenstein 3D-Urteil von 1998 keine Relevanz mehr hat. Die Zeiten haben sich geändert (USK ist verpflichtend und Spiele werden als Kunst angesehen) und entsprechend sieht die Staatsanwaltschaft kein grundsätzliches Verbot von Hakenkreuzen in Videospielen mehr. Ausnahme sind gestern wie heute Werke, die den Nationalsozialismus verherrlichen. Dazu gehört Wolfenstein II: The New Colossus logischerweise absolut nicht.

Das ist eine durchaus erfreuliche Nachricht aber leider nur der erste Schritt dahin, dass die Publisher damit aufhören in vorausseilendem Gehorsam eine zensierte deutsche Version zu schaffen. Um echte Rechtssicherheit zu schaffen (und das braucht es bei einem AAA-Titel), müsste jemand einen relevanten (unzensierten) Titel bei der USK zur Freigabe einreichen und dann ggf. durch die Instanzen gehen, wenn die Freigabe verweigert wird. Das ginge sogar mit einem bereits erschienen Werk – man müsste also keine Umsatzeinbußen fürchten. Einzig und allein einige Verbände und Medien würden vermutlich die Steilvorlagen annehmen und hetzen von wegen „Nazi-Publisher“ oder sowas, weil sie keine Ahnung haben und sowas gerne machen. Aber ich vermute dieser Sturm würde relativ zügig vorüberziehen (und die Verkaufszahlen nur nach oben treiben statt zu senken). Gleichzeitig könnten sie sich in Zukunft eben die angepassten Versionen für den deutschen Markt sparen. Kann mir nicht vorstellen, dass die so billig sind.

Insofern stehen die Chancen aktuell so gut wie nie, dass es bei diesem Thema endlich mal echte Fortschritten geben wird in den nächsten Jahren. Vielleicht kann Wolfenstein III dann endlich auch in Deutschland Herrn Hitler mit Bart zeigen :smile: .

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