Ist es tatsächlich schon 2 1/2 Jahre her seit ich das letzte Mal eine Vorschau auf die im nächsten Quartal erscheinenden Videospiele gemacht habe? Ernsthaft? Wow. Hätte ich nicht gedacht. Andererseits: Ich glaube auf dieser Webseite tummeln sich derzeit sowieso keine Day-1-Käufer mehr. Und dank Games-As-A-Service, verkorksten Release-Versionen (Anthem war schon in der Closed Beta, über die ich euch nichts erzählen durfte, absoluter Müll) und schnellem Preisverfall wird es sowieso irgendwie immer und immer unwichtiger „wann“ eigentlich ein Spiel technisch gesehen veröffentlicht wurde. Aber darüber hatte ich ja bereits letztes Jahr philosophiert.

Kommen wir stattdessen zum 2. Quartal 2019 und den wenigen nennenswerten Titeln, die in dieser Zeit auf den Markt kommen sollen. Ja, ich habe mir für die Rückkehr dieser Eintragsserie absolut das falsche Quartal ausgesucht aber hey: So schaffen es auch mal etwas unbekanntere Werke auf die Liste. Also lasst uns loslegen:

Dangerous Driving (Herstellerbild)

Dangerous Driving (09.04.2019; PC, PS4, XONE) –Burnout Paradise ist bereits 2008 erschienen. Seitdem war es abseits von einem Remaster ruhig um das ehemals sehr erfolgreiche Rennspielfranchise – zu ruhig, wenn man den Entwickler bei Three Fields Entertainment (Dangerous Golf) glauben darf. Und die müssen es wissen, denn das Studio wurde von Alex Ward und Fiona Sperry erschaffen – die Gründer von Criterion Games und Erfinder der Burnout-Serie, die das Studio 2014 verließen als EA ihnen Need For Speed wegnahm. Mit Dangerous Driving wollen sie nun wieder zurück zu ihren Rennspielwurzeln und wenn man sich den Trailer so anschaut, könnte das hinhauen. Es erinnert definitiv sehr stark an die ersten Burnout-Titel. So erwartet uns ein reinrassiger Arcaderacer ohne viel Drumherum (keine offene Welt, sondern 30 abgeschlossene Strecken) aber mit Polizei, brutalen Takedowns und kompromissloser Geschwindigkeit. Eine Rückkehr in die „gute“ alte Zeit, wie die Entwickler sagen. Und ich muss sagen: Die Videos machen definitiv Lust auf mehr. Übrigens einer der Titel, die auf dem PC erstmal nur über den Epic Games Store erhältlich sein werden.

Weedcraft Inc. (11.04.2019; PC, MAC) – Ja, was soll man zu diesem Spiel schreiben? Der Name sagt doch schon alles: Es ist eine Managementsimulation in der ihr in Amerika Drogen einkauft/anbaut und verkauft mit allem was dazu gehört. Ich erwarte darin viel über das Thema zu lernen, was ich nie wissen wollte. Aber hey: Solange das Spiel gut ist :smile: . Interessant finde ich, dass die Entwickler es trotz der Cartoon-Grafik realistischer halten wollen. Also keine Idealisierung oder Verteufelung des ganzen Themas, sondern eine spielerisch optimierte Darstellung der Sache aus beiderseitiger Sicht. Wenn sie das wirklich hinkriegen, dann wäre es schon allein deshalb einen Blick wert.

Earth Defense Force: Iron Rain (Herstellerbild)

Earth Defense Force: Iron Rain (11.04.2019; PS4) – Wusstet ihr, dass es das Genre „Panik-Action-Shooter“ gibt? Ich nicht. Aber die Earth Defense Force-Reihe gehört wohl dazu. Nachdem erst im Dezember Teil 5 auf den westlichen Markt kam (in Japan schon 2017), folgt nun mal wieder eine Art Spinoff von einem anderen Entwickler. Klares Ziel dabei: Den westlichen Markt ansprechen und die Serie endlich außerhalb des asiatischen Markts zum Erfolg führen. Keine Ahnung, warum besagter westlicher Markt kein Gefallen daran hat hunderte von teils haushohen Insekten zu vernichten. Mir macht das einen Heiden Spaß und ich finde es schade, dass sich die PC-Umsetzungen in Grenzen halten. Aber nicht jeder hat bekanntlich meinen guten Geschmack. Das Grundprinzip bleibt in Earth Defense Force: Iron Rain auf jeden Fall unverändert: Aliens greifen in Massen die Erde an und ihr müsst sie besiegen. Stattdessen wollen die Entwickler durch ein seriöseres Auftreten sowohl in Sachen Grafik als auch in der Erzählung punkten. So ist alles etwas realistischer (und dunkler) gestaltet, die Städte erinnern mehr an echte aus den USA und so weiter. In den ersten Previews heißt es aber, dass das alles nur Anstrich wäre. Unter der Haube steckt wohl weiterhin das altbekannte „Ballere alles ab, was sich bewegt“-Spielprinzip. Als Serienfan finde ich das natürlich super. Ob das Neueinsteiger genau so sehen wird sich zeigen.

Anno 1800 (16.04.2019; PC) – Wie lange die Entwickler wohl noch an ihrer Namensgebung (Querschnitt ist 9) festhalten können? So langsam gehen ihnen die Zahlenkombinationen aus :smile: . Aber gut: Nach zwei Ausflügen in die Zukunft und fast vier Jahre Wartezeit steht also nun der mittlerweile siebte Teil der sehr erfolgreichen Aufbau-Strategiereihe an und kehrt zurück in die Vergangenheit. Die Entwickler versprechen das beste aus 20 Jahren Anno (individuelle KI-Gegner, lieferbare Handelsgüter, zufallsgenerierte Karten, etc.) sowie zaghafte Neuerungen, die vor allem mit dem Beginn des industriellen Zeitalters zu tun haben (z.B. Schiffsexpeditionen und Fabrikarbeitskräfte). Und auch wenn ich bekanntlich nicht der größte Fan der Serie bin, sondern mehr ein Die Siedler-Anhänger: Das klingt alles super und sieht wieder einmal fantastisch aus. Es gibt wirklich nur sehr wenige Spieleserien, die durchweg Titel auf einem so hohen Niveau raushauen. Entsprechend mache ich mir um die technischen wie spielerischen Qualitäten von Anno 1800 absolut keine Sorgen. Da müsste Ubisoft Blue Byte schon was massiv falsch gemacht haben.

God’s Trigger (Herstellerbild)

God’s Trigger (18.04.2019; PC, PS4, XONE) – Gute Top-Down-Shooter mit Coop-Funktion gibt es immer noch viel zu wenige muss ich sagen. Schon allein deswegen hat das neuste Werk von One More Level meine Aufmerksamkeit geweckt. Das Spiel verspricht schnelle Arcade-Action mit etwas Taktik, schicke Cel-Shading-Grafik, interessante Umgebungen und zwei spielbare Charaktere zwischen denen ihr im Solo-Modus per Knopfdruck hin- und herwechseln dürft – ach und haufenweise verspritzendes Blut. Vielleicht etwas zu viel für meinen Geschmack aber solange es den Spielfluss nicht stört :wink: . Die Frage wird am Ende sein wie stupide die Kämpfe tatsächlich sind und wie viel Umfang das Spiel bietet. Das lässt sich logischerweise noch nicht abschätzen. Anschauen werde ich es mir aber auf jeden Fall mal.

Mortal Kombat 11 (23.04.2019; PC, PS4, XONE, Switch) – Kampfspiele reizen mich auf der einen Seite, auf der anderen habe ich bis heute abseits von One Must Fall 2097 keines so wirklich richtig gespielt. Ich bin einfach zu blöd dafür Combos nicht nur auswendig zu lernen, sondern sie anschließend auch noch abzuspulen. Entsprechend nehme ich einfach nur zur Kenntnis, dass nun Teil 11 des Klassikers des Genres rauskommt – interessanterweise immer noch angetrieben von der Unreal Engine in der Version 3. Kann sowieso nicht einschätzen, welche Auswirkungen auf das Meta Neuerungen wie „Fatal Blow“ oder „Krushing Blow“ haben werden. Da aber NeatherRealm Studios in den neun Jahren seit ihrer Gründung mehr als nur einmal gezeigt haben, dass sie nicht nur Ahnung von Kampfspielen im Allgemeinen, sondern von Mortal Kombat im Speziellen haben, bezweifle ich, dass Fans der Serie ein Rohrkrepierer erwartet.

A Plague Tale: Innocence (Herstellerbild)

A Plague Tale: Innocence (14.05.2019; PC, PS4, XONE) – Ich kann meiner Meinung aus dem vergangenen Jahr nicht wirklich was hinzufügen. Ja, es wird von einem Budgetpublisher vertrieben und von einem in diesem Bereich eher unerfahrenen Entwickler gebaut. Aber die Grundidee dahinter ist immer noch cool. Die Geschichte klingt mitreißen, das Setting ist einzigartig, die Atmosphäre in den Trailern genial und das Schleichen/Überleben-Gameplay sehr interessant. Vermutlich wird das Spiel nicht gerade lang und sehr linear sein aber wenn das Spielerlebnis entsprechend intensiv ist, stört mich das nicht. Auf jeden Fall weiter im Blick behalten.

RAGE 2 (14.05.2019; PC, PS4, XONE) – Ich habe letzte Woche endlich mal den ersten und einzigen DLC, The Scorchers, zu RAGE durchgespielt. Die erste Erkenntnis: Selbst mit meiner wesentlich höheren Power unter dem Schreibtisch ist das Texturen-Nachlade-Problem immer noch nicht weg. Die zweite Erkenntnis: Der Shooteranteil macht immer noch Laune. Und die dritte Erkenntnis: RAGE 2 wird damit definitiv nichts zu tun haben. Gut, letzteres war schon nach der Vorstellung des Spiels klar. Aber mit dem frischen Vergleich im Kopf wird noch einmal deutlicher, dass das was Avalanche Studios auf den Markt bringen möchte definitiv abgedrehter, verrückter und farbenfroher ist. Ob es deswegen weniger Spaß macht? Glaube ich nicht. Mir hat Mad Max schon gefallen und das hatte vermutlich nur ein Bruchteil des Budgets von RAGE 2 und nicht ids Shootererfahrung mit im Gepäck. Ich bin entsprechend zuversichtlich, dass ich meinen Spaß damit haben werde.

Team Sonic Racing (Herstellerbild)

Team Sonic Racing (21.05.2019; PC, PS4, XONE, Switch) – Sonic and SEGA All Stars Racing sowie Sonic & All-Stars Racing Transformed waren überraschend gute Mario Kart-Ableger. Nach fast sieben Jahren Wartezeit kommt nun endlich der dritte Teil der Rennspielserie von Sumo Digital. Dieses Mal aber ausschließlich mit Charakteren (15 Stück) aus dem Sonic-Universum und dafür in enger Zusammenarbeit mit dem Sonic Team von SEGA. Weiß zwar nicht, was die großartig zu einem Rennspiel beitragen können aber gut. Meine Erwartungen an den Titel sind einfach: Mehr vom Gleichen (neue Strecken, neue Autos, etc.) und das verpackt in schickerer Grafik. Wie der Name schon sagt, ist die Hauptneuerung der Fokus auf Teams. Statt jeder für sich selbst, wird jetzt gemeinsam gewonnen. Es soll ähnlich wie z.B. in Overwatch Teamfähigkeiten geben, ihr sollt euch gemeinsam unterstützen und natürlich auch zusammen die Gegner von der Rennstrecke schießen können. Wie gut das mit der KI funktioniert wird sich zeigen aber im Mehrspielermodus (12 online, 4 offline) könnte das eine echte Gaudi werden. Ich freue mich auf jeden Fall drauf, denn die Vorgänger sind selbst heute noch uneingeschränkt empfehlenswerte Arcade-Racer.

Total War: Three Kingdoms (23.05.2019; PC, MAC, Linux) – Es geht zurück nach Asien. Kein Wunder: Total War: Shogun 2 hat ja schon acht Jahre auf dem Buckel. Und zwar in die Zeit der drei Königreiche. Das allein ist schon interessant. Noch interessanter ist aber, dass es zwei Kampagnen geben soll: Eine, die auf historischen Tatsachen basiert und eine, die auf einem Roman basiert, der logischerweise nicht ganz so exakt die damaligen Vorkommnisse widergibt. Dreimal dürft ihr raten, welche Kampagne mich mehr interessiert :smile: . Ansonsten gibt es die übliche Global- und Echtzeitstrategiekost für welche die Serie so bekannt wurde mit ein paar zusätzlichen Funktionen hier und da. Allen voran ein Konzept namens „Guanxi“, das aus euren Generälen quasi kleine Sims macht mit ihren eigenen Problemen und Bedürfnissen. Mal schauen, ob und wie das funktioniert.

Warhammer: Chaosbane (Herstellerbild)

Warhammer: Chaosbane (04.06.2019; PC) – Die Liste der offiziellen Warhammer-Videospiele wird länger und länger. Games Workshop scheint die Lizenz weiterhin lieber mit der Gießkanne zu verteilen statt auf Qualität zu achten. Aber gut: Nun also zum allerersten Mal ein Action-Rollenspiel. Vier Charakterklassen stehen zur Verfügung und bis zu vier Spieler können sich online wie offline gleichzeitig über die dutzenden Gegner hermachen. Erinnert nicht nur in Sachen Grafikstil, sondern auch spielerisch stark an Diablo. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Schließlich schauen sich alle Fantasy-Action-Rollenspiele etwas vom Genre-Urvater ab. Das Warhammer-Feeling kommt in den Trailern und Screenshots auf jeden Fall schon einmal gut rüber. Gleichzeitig versprechen die Entwickler sehr viel Inhalt und damit einen hohen Wiederspielwert (180 Skills, 70 Monsterarten, 10 Schwierigkeitsgrade, haufenweise Dungeons, etc.). Ob das am Ende tatsächlich abwechslungsreich ist und ob der bekannte „noch ein Dungeon“-Flow entstehen wird? Ich bin aufgrund des in diesem Bereich vollkommen unerfahrenen Entwicklers Eko Software etwas skeptisch. Aber lassen wir uns überraschen.

The Sinking City (27.06.2019; PC, PS4, XONE) – Ein Horrorspiel zu entwickeln ist nicht einfach, eins mit Einflüssen von H.P. Lovecraft scheinbar fast unmöglich. Zumindest kommen die bisherigen Ergebnisse über den „Geheimtipp“-Status nur selten hinaus. The Sinking City wird es vermutlich nicht anders ergehen – was nicht nur an der Epic Games Store-Exklusivität liegt. Die Geschichte kennt man: In den 20iger Jahren kommt ein Privatdetektiv in eine Stadt in der komische Sachen vor sich gehen. Die Einwohner haben einen mehr oder weniger starken Knall und auch man selbst wird im Laufe des Spiels an den Rand des Wahnsinns getrieben. Soweit so bekannt. Was macht The Sinking City also großartig anders als die bisherigen Cthulhu-Titel? Keine Ahnung. Es bietet eine offene Welt, mehrere Lösungsmöglichkeiten für die Kriminalfälle inkl. verschiedenen Enden, Management des eigenen Wahnsinns und wohl einen vergleichsweise hohen Shooteranteil mit Kämpfen gegen die alptraumhaften Monster. Theoretisch die Bausteine, aus denen man ein gutes Cthulhu-Horror-Adventure stricken könnte. Drücken wir Frogwares die Daumen, dass sie es tatsächlich schaffen.

 

Und das waren sie, die aus meiner Sicht nennenswerten Titel der kommenden drei Monate. Irgendwas dabei, was euch interessiert? Vieleicht sohar zum Day-1-Kauf animiert? Oder habe ich gar was Wichtiges übersehen? Also außer Days Gone (26.04.2019), dass es schlicht nicht auf meine Liste geschafft hat.

Warum hat mir keiner gesagt, dass Beyond the Black schon Ende August ihr drittes Studioalbum Heart Of The Hurricane veröffentlicht haben?! Auf euch ist echt kein Verlass. Wenn die neue Platte von The Offspring irgendwann aufschlägt, wird das hoffentlich besser laufen! Zum Glück wird gute Musik nicht so schnell schlecht :smile: . Und ja, das Album der deutschen Symphonic/Power Metal-Band um Frontfrau Jennifer Haben ist erneut eine absolute Hörempfehlung. 15 Lieder und wieder keins dabei, dass nicht rockt obwohl alle Musiker bis auf die Sängerin ausgetauscht wurden.

Aber ihr seid ja nur bedingt wegen Musik hier. Der Fokus von Beim Christoph war, ist und wird weiterhin auf Katze…äh Spielen bleiben. Also lasst uns über Spiele reden. Schließlich habe ich was gespielt und kann darüber berichten. Und darum geht es doch, oder nicht? Keine Widerrede aus den hinteren Reihen!

(Cover)

12 is Better Than 6 hatte ich bereits vergangenen Montag kurz angeschnitten. Mittlerweile habe ich zumindest das Hauptspiel inkl. allen 46 Achievements beendet. Irgendwie sind Indie-Titel gefühlt oft sehr kurz und die Erfolge extrem einfach zu bekommen. Laut Steam hat es nicht einmal vier Stunden gedauert. Immerhin gibt es einen DLC, The Apostles. Dazu aber am Ende mehr. Das Hauptspiel bekommt von mir 3 von 5 Sics, die ich angesichts meiner Worte im anderen Eintrag „[…]mehr motiviert als endlich Hotline Miami 2: Wrong Number fertig zu spielen“ und der Tatsache, dass ich Hotline Miami volle 5 von 5 Sics gegeben habe genauer begründen sollte :smile: .

Ein Kickstarter für was?

12 is Better Than 6 – übrigens ein Sprichwort was so viel bedeutet wie „12 Jurymitglieder sind besser als 6 Sargträger“ – ist das Erstlingswerk von Ink Stains Games und ein Top-Down-Shooter. Veröffentlicht am 20. November 2015 wurde es theoretisch teilweise finanziert durch eine nur knapp erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne (15.013 von 15.000 britischen Pfund) bei Kickstarter. Theoretisch deshalb, weil die Kampagne am 9. Oktober 2015 endete, der ursprüngliche Release für März 2016 angepeilt war und es trotzdem schon 1 1/2 Monate später auf den Markt kam. Ich bezweifle zwar nicht, dass das Geld auf irgendeine Art und Weise in das Studio und damit das Spiel geflossen ist aber von außen wirkt das durchaus so, als wäre der Titel auch ohne Kampagne in gleicher Form auf den Markt gekommen. Erklärt vielleicht den eher übersichtlichen Umfang. Aber worum geht’s?

12 is Better Than 6 (Herstellerbild)

Es ist das Jahr 1873 und ihr schlüpft in die Rolle des Mexikaners Jesûs, der unter Gedächtnisverlust leidend in einem Straflager aufwacht. Nachdem ihr mit der groben Spielmechanik vertraut gemacht wurdet, begeht ihr direkt euren ersten Mord am Aufseher und das Gemetzel beginnt. Aufgeteilt in vier Akte begebt ihr euch zuerst auf der Suche nach eurer Vergangenheit und dann – wie soll es anders sein – Rache. Dabei reist ihr durch Texas und tötet (fast) alles, was euch vor die Revolver kommt (Soldaten, Banditen, Indianer und Chinesen). Geredet wird nur selten und selbst diese Dialoge sind überschaubar, klischeeüberladen und grammatikalisch nicht immer ganz sauber. Stattdessen lasst ihr eure Waffen für euch sprechen – schließlich spielt ihr ja einen Shooter.

Das Gameplay

Das grundsätzliche Spielprinzip ist simpel: Töten bevor ihr getötet werdet. Alles und jeder – inkl. euch selbst – hält nur 1-2 Treffer aus. Zur Verfügung steht euch eine übersichtliche Anzahl an Waffen von denen ihr immer nur eine plus ein Messer gleichzeitig tragen dürft. Das Messer ist für alle, die es gerne leise mögen und lieber die Feinde unbemerkt von hinten umbringen. Das bringt etwas Taktik rein, denn beim Schleichen gilt es wie gewohnt zu beachten, dass euch keiner dabei beobachtet und erschießt. Leider ist die Kamera sehr nah am Geschehen dran, weshalb ihr euch keinen guten Überblick über eure Lage verschaffen könnt. Stattdessen ist Trial-and-Error angesagt. Das gilt leider auch dann, wenn ihr das Schleichen aufgebt und den Revolver, die Schrotflinte oder das Dynamite auspackt. Urplötzlich aus dem Nichts erschossen zu werden ist etwas, das euch wie im großen Vorbild häufiger passieren wird. Also das Level-Layout und die Gegnerpositionen auswendig lernen – zufallsgenerierte Positionen gibt es nicht. Oder euch einfach an eine Ecke stellen, Geräusche machen und nach einander die herbeilaufenden Feinde abschießen.

Ja, die KI von 12 is Better Than 6 erhebt keinen Anspruch auf Intelligenz. Die Herausforderung kommt entsprechend mehr durch Hinterhalte, Masse und das Levellayout und ist dadurch auf einem wesentlich niedrigeren Niveau angesiedelt im Vergleich zum aus meiner Sicht hohen Schwierigkeitsgrad von Hotline Miami. So gibt es im Zuglevel (hey, es spielt im Wilden Westen!) eben weniger Raum zum manövrieren und Ausweichen als in den in der Wüste angesiedelten Passagen. Immerhin: Der Neustart nach dem Tod geht genauso fix wie bei der Konkurrenz. Man ist sofort wieder drin und kann das Level von vorne beginnen.

12 is Better Than 6 (Herstellerbild)

Werfen könnt ihr eure Waffen hingegen nicht und einfach nur die linke Maustaste drücken reicht ebenso wenig für eine Blutorgie. Stattdessen bringen die Entwickler einen Hauch Realismus rein und verlangen von euch erst den Hahn (oder die Bogensehne) zu spannen, bevor ihr abdrücken dürft – und, dass vor jedem Schuss. Aber da hört es noch nicht auf: Nachladen ist ebenso angesagt. Und zwar jede Patrone einzeln – die ihr übrigens manuell aus den Waffen von getöteten Feinden entnehmen müsst bevor sie in euren Vorrat übergehen. Das sind die Mechaniken, die etwas mehr Taktik in die ansonsten theoretisch ziemlich stupiden Kämpfe bringen. Klingt nerviger als es in der Praxis ist. Anfangs ist es natürlich sehr ungewohnt und der Grund für so einige Tode aber man hat es erstaunlich schnell verinnerlicht.

Die Technik

Grafisch kann sich das Spiel sehen lassen. Der handgezeichnete Grau-Weiß-Stil mit seinen klaren Linien funktioniert erstaunlich gut und ist definitiv mal was anderes. Die einzige Farbe ist das rote Blut, das eure Feinde hinterlassen. An die Brutalität und die Gewaltexzesse von Hotline Miami kommt es dennoch bei Weitem nicht dran. Ja, Jesûs reitet mordend durch das Land aber seine Reise ist alles nur keine Gesellschaftskritik. Das Schockniveau hält sich entsprechend in Grenzen. Die Gewalt ist Mittel zum Zweck und in diesem Spiel ist sowieso technisch gesehen jeder der Bösewicht – inklusive Jesûs. Der einzige Negativpunkt in Sachen Grafik ist das Fehlen einer „V-Sync“-Funktion. Wer das nicht über den Treiber erzwingt muss mit unschönen Schlieren im Bild leben. Der Anspruch an die eigene Hardware hält sich in Grenzen.

In Sachen Soundeffekte gibt es abseits von etwas Hundebellen und den fliegenden Kugeln hingegen so gut wie nichts zu hören. Stattdessen dominiert der Soundtrack von John R1se, Ivan Reshetnyov und Son of the Sun die Klangkulisse. Dieser ist auch durchaus gelungen und unterstützt die Metzelorgie mit fetzigen Tracks irgendwo zwischen Wild West-Gefühl, mexikanischen Einflüssen und hartem Rock. Er wird selbst beim 10. Neustart eines Levels nicht langweilig. So muss das sein!

Der DLC

12 is Better Than 6: The Apostles (Herstellerbild)

Wie erwähnt, gibt es auch noch einen DLC namens The Apostles. Der setzt die Geschichte des Hauptspiels nahtlos fort. Ihr schlüpft aber nach dem abrupten Finale nicht wieder in die Schuhe von Jesûs. Stattdessen gibt es in den drei Akten ebenso viele Charaktere deren Kontrolle ihr übernehmt. Während das Grundprinzip logischerweise gleich bleibt, mischen sie es durch andere Waffen und Fähigkeiten etwas auf. So hat Bill Watt nicht nur eine sechsschüssige Schrotflinte, sondern außerdem häufig ein paar Begleiter mit dabei, denen ihr über die Leertaste den Befehl „erschießt den Gegner“ geben dürft. Slippery Pitt und der Indianer verzichten hingegen auf den Einsatz von konventionellen Waffen. Während Pitt lieber auf Bärenfalle und ähnliches, hinterhältiges Zeug setzt, nutzt der Indianer nur seinen Bogen und Dynamit.

Durchgespielt habe ich den DLC noch nicht, da der Schwierigkeitsgrad massiv anzieht. Schon im ersten Level erwarten euch mehr Gegner als gefühlt im gesamten Hauptspiel zusammen und im zweiten Level seid ihr auf einem Floss unterwegs. Das müsst ihr abwechselnd steuern und nebenbei die Feinde am Strand erledigen bevor sie euch treffen. Das hat etwas gedauert. Aber da das Hauptspiel so kurz und vergleichsweise einfach war, freue ich mich doch sehr darüber, dass es zumindest etwas Nachschub gibt.

Beim Christoph meint: Grundsätzlich hat 12 is Better Than 6 Laune gemacht. Die Grafik ist mal was anderes, das Spielprinzip funktioniert und obwohl Hotline Miami und sein Nachfolger objektiv betrachtet natürlich fantastische Spiele sind: Ich persönliche finde es gut, dass es hier etwas weniger derb und vor allem „komisch“ zur Sache geht.

Leider ist die Geschichte uninteressant (und das Finale doof), die Charaktere quasi nicht vorhanden und die Spielzeit viel, viel zu kurz. Ja, es kostet dafür auch nur 6,99 Euro aber es hat mir trotzdem irgendwie nicht so viel Spaß gemacht wie es anfangs den Anschein machte. Und aus meiner Sicht liegt dies weniger am eigentlichen Spielprinzip (das macht prinzipiell Spaß) als viel mehr am unzureichenden Kleber (=die Geschichte) dazwischen. Gerade als es anfing interessant (und anspruchsvoller) zu werden war es schon vorbei quasi. Ja, es gibt den DLC der mit 4,99 Euro fast so viel kostet wie das Hauptspiel und vielleicht das ein oder andere besser macht (weiß ich ja noch nicht genau). Aber das reicht nicht. Deswegen nur 3 von 5 Sics. Wer mal wieder Lust hat auf so einen Titel kann beim nächsten Sale mal einen Blick drauf werfen. Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle gibt es jedoch nicht.

Kingdom Come: Deliverance (Herstellerbild)

Okay, ich weiß: Es fängt langsam an zu nerven aber es ist das letzte Mal. Versprochen! Also zumindest bis zum Release des vierten DLC. Ja, ich habe Kingdom Come: Deliverance endlich durchgespielt. 117 Brutto- und 85 Nettospielstunden hat es gedauert für das Hauptspiel inkl. 100% der Nebenquests, 60/71 Erfolgen sowie die derzeit erhältlichen drei DLCs. Ich könnte theoretisch ohne Neustart noch vier weitere Achievements freischalten (werde Alkoholiker, Finde alle Schreine und Kreuze, führe 100 Kombos im Kampf aus und gewinne 1.000 Groschen im Würfelspiel) aber ich glaube das hebe ich mir auf für A Woman’s Lot (der bereits angekündigte 4. DLC). Nach über vier Monaten fast nur mit diesem Titel ist es jetzt erst einmal genug mit dem Mittelalter. Einen zweiten Durchgang z.B. im Hardcoremodus (kein UI, keine automatischen Speicherstände, etc.) wird es so schnell definitiv nicht geben.

Das liegt aber nur an mir und sagt nichts über die Qualität des Spiels aus. Die finale Wertung für Kingdom Come: Deliverance ist – wenig überraschend – 5 von 5 Sics. Der 61. Erfolg blieb mir wegen eines Bugs zwar verwehrt, die Performance in den Schlachten im Finale war oft grenzwertig und der geballte Loredumb zum Abschluss (die Endsequenz besteht aus fünf Minuten politischen Erläuterungen) war nicht so der Brüller. Ach und mit dem Patch 1.8.1 (5. Februar 2019) wurde die Möglichkeit entfernt Überladen (es gibt ein Tragelimit) mit eurem Pferd zu reiten, was etwas nervig ist selbst wenn es dem Realismus tut gut. Aber das Gesamtpaket hat einfach gepasst. Kingdom Come: Deliverance war und ist ein großartiges Rollenspiel. Ein großartiges Rollenspiel mit immer noch vielen Bugs und technischen Problemen aber trotzdem ein großartiges Rollenspiel, dass ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann :smile: . Ich freue mich auf Teil 2, auch wenn meine persönlicher Hypelevel durch den Aufkauf von Warhorse Studios von THQ Nordic etwas gedämpft wurde.

Die Zusatzinhalte

Und wie sieht es mit den DLCs? Nun, da sie sich nahtlos ins Spiel integrieren würde ich sie durchaus bei reduziertem Preis allen empfehlen, die es noch nicht durchgespielt haben. Sie bieten jeweils ein paar Stunden zusätzliche Unterhaltung für das sowieso schon umfangreiche Spiel. Aber ich kann die Kritik derjenigen verstehen, die schon das Ende gesehen hatten und quasi nur wegen den DLCs nochmal reinschauten. Dafür bieten sie tatsächlich für den normalen Preis (10 bzw. 8 Euro) dann doch nicht viel Neues und sind vor allem für hochlevelige Charaktere ein Klacks.

Kingdom Come: Deliverance – From the Ashes (Herstellerbild)

Im 1. DLC, From the Ashes, werdet ihr als Verwalter des Ortes Pribyslawitz eingesetzt und bekommt die Aufgabe ihn wiederaufzubauen. In der Praxis bedeutet dies haufenweise Groschen (die Währung des Spiels) zu sammeln und aus einem Buch das als nächstes zu bauende Gebäude auszuwählen (die Lokation ist festgelegt). Anfangs gibt es jeden Tag auch noch einen Disput zwischen den Dorfbewohnern, den ihr lösen müsst (im Prinzip nur eine ja- oder nein-Entscheidung) und ihr habt die Möglichkeit Charaktere aus der restlichen Spielwelt für Aufgaben in eurem Dorf anzuwerben. Das bringt euch dann ein paar Groschen mehr Einnahmen pro Tag als mit den Standardarbeitern. Und das war‘s. Da das Dorf zudem komplett ab von den normalen Wegen liegt und ihr (wie so oft in Rollenspielen) zu dem Zeitpunkt vermutlich sowieso schon keine Geldprobleme mehr haben werdet, spielt es leider nach Abschluss der Bauarbeiten keine Rolle mehr. Wie heißt es so schön? Verschenktes Potential.

Aber immer noch besser als The Amorous Adventures of Bold Sir Hans Capon, DLC Nr. 2. Darin sollt ihr dem namensgebenden Sir Hans Capon dabei helfen die Metzgertochter zu bezirzen. In der Praxis sind es drei Quests, die es zu erledigen gilt. Eine führt euch in ein Banditenlager in dem ihr an einem Würfelturnier teilnehmt, in der zweiten sollt ihr ein Dorf in Angst und Schrecken versetzen und die dritte ist dann die eigentliche Umgarnung der Metzgertochter. Hauptproblem des DLCs ist noch stärker als im Hauptspiel, dass ihr durch die falsche Auswahl in den Dialogen den Großteil der gestellten Aufgaben komplett umgehen könnt. Das mag realistisch und im Sinne der spielerischen Freiheit sein, ist aber natürlich ärgerlich für den unachtsamen Spieler der z.B. den Trank einfach kauft statt die umfangreiche Quest dafür zu erledigen. Kein Wunder, dass sich damals nach der Veröffentlichung viele über den nicht vorhandenen Spielumfang beschwert haben. Geht ihr hingegen nicht die Abkürzungen, dann ist zumindest der Dorf-Quest eine ganz nette und amüsante Aufgabe. Trotzdem: 10 Euro sind definitiv zu viel verlangt.

Kingdom Come: Deliverance – Band of Bastards (Herstellerbild)

Vielleicht auch ein Grund, warum der dritte und bislang letzte DLC, Band of Bastards schon von Haus aus nur acht Euro kostet. Dafür gibt es eine etwas längere Nebenaufgabe (4 Hauptmissionen und eine Miniaufgabe – je nach Charakterlevel 2-4 Stunden Spielzeit), die einen starken Fokus auf Gruppenkämpfe legt (ihr mit NPCs gegen andere NPCs). Wie der Name schon andeutet, schließt ihr euch darin einer Gruppe von Söldnern an, die durch das Land streifen und Jagd auf eine andere Truppe machen. Die Söldner sind theoretisch einzigartige und interessant gestaltete Charaktere. Leider leiden sie unter dem CSI-Syndrom: Es gibt nur häppchenweise servierte Dialoge zwischen den Missionen. Das Ergebnis ist sehr oberflächlich und fühlt sich zudem unnatürlich an. Und auch die beworbenen „unterschiedlichen Enden“ sind jetzt nichts wo ich sagen würde „Jep, das hat mich umgehauen und war total überraschend“.

Wie gesagt: Als Teil des Großen und Ganzen funktionieren die DLCs und fügen sich ganz gut in das Hauptspiel ein. Aber als eigenständige Inhalte sind sie weder in Sachen Länge noch Qualität 28 Euro wert. Dann lieber auf den nächsten 50%-Deal warten.

Was nun?

Und damit habe ich aus meiner Sicht zwar nicht alles gesagt, was ich zu Kingdom Come: Deliverance sagen könnte. Aber ich behaupte mal, dass drei Einträge reichen völlig egal wie gut das Spiel auch sein mag :smile: . Zeit sich wieder auf die Suche zu begeben nach dem nächsten Titel zum Durchspielen.

„Einer“ davon wird vermutlich die Space Pillgrim Saga sein. Das ist eine Serie aus derzeit sieben RPGMaker-Titeln für sehr kleines Geld, die aber mit Rollenspiel überhaupt nichts zu tun haben. Stattdessen sind es Adventure ohne viel spielerischen Tiefgang und einem starken Fokus auf die Erlebnisse von Gail Pilgrim und ihr Sternenschiff Quicksilver. Nichts, was einen Hardcoregamer vor den Ofen hervorlocken wird aber wirklich nett gemacht. Amüsant finde ich übrigens, dass die Spielzeit mit jedem weiteren Titel zunimmt (Episode I hat man nach nicht einmal einer Stunde durch – die neueren dauern um die fünf Stunden). Man merkt, dass die Entwickler immer mehr Erfahrung gesammelt haben :smile: . Bin bereits in Episode III und muss sagen: Für maximal 10 Euro (aktuell sogar nur 6 Euro) kann ich mich absolut nicht beschweren. Ja, es ist ein „RPGMaker-Asset-Flip“ (wobei ich das nicht ganz so negativ sehe wie manch‘ anderer) und mehr Visual Novel als Spiel. Aber die Geschichte ist interessant und wird gut erzählt. Das reicht mir für Zwischendurch.

12 is Better Than 6 (Herstellerbild)

Nummer Zwei ist 12 is Better Than 6, das handgezeichnete Hotline Miami im Wilden Westen. Die Story ist nicht einmal ansatzweise so psychedelisch und krank wie bei der Konkurrenz und auch die Gewaltdarstellung nicht so extrem. Spaß macht das bekannte Spielprinzip aus Schleichen und hektischen Kämpfen aber trotzdem (oder gerade deswegen?). Ihr spielt einen mexikanischen Sträfling mit Gedächtnisverlust, der in den 1870er Jahren in den USA ums Überleben und seine Freiheit kämpft. Neben dem einzigartigen Look unterscheidet sich das Werk von Ink Stains Games vor allem durch sein im Vergleich etwas gemächlicherem Spieltempo und dem kompletten Fehlen der Arcadekomponente (keine Multiplier durch Killcombos hochjagen). Was nicht heißt, dass ihr auf bedachtes Vorgehen und hektische Kämpfe verzichten müsst. Dafür sorgt schon allein die übersichtliche Waffenauswahl (nicht werfbar!) mit ihren zusätzlichen, spielerischen Anforderungen. Einfach die LMT drücken ist nicht. Stattdessen gilt es vor jedem Schuss erst den Hahn an eurem Revolver (RMT) zurückziehen, bevor ihr abdrücken könnt. Und ist die Trommel leer, heißt es erst einmal nachzuladen oder eine Alternative aufzuheben. Wenn euch ein paar Banditen auf den Fersen sind, kann das durchaus mal in Stress ausarten – bedeutet anders als bei der Konkurrenz aber nicht gleich den sicheren Neustart. Nach rund 1 1/2 Spielstunden muss ich ehrlich zugeben, dass es mich aktuell mehr motiviert als endlich Hotline Miami 2: Wrong Number fertig zu spielen. Vermute das liegt vor allem am sehr hohen Schwierigkeitsgrad des großen Vorbilds. Aber mal schauen wie sich 12 is Better Than 6 in der Hinsicht noch entwickelt.

Und mit diesen Ultrakurzeindrücken gebe ich ab bis Montag. Viel Spaß beim Zocken!

Die aktuelle Top 5

92 Stunden zeigt der Spielzeitzähler auf Steam bei Kingdom Come: Deliverance an. Damit hat es meinen bisherigen Rekordhalter Counter-Strike: Global Offensive (72 Stunden) auf Valves Plattform bereits weit hinter sich gelassen. Ich weiss: Peanuts für diejenigen unter euch die teils drei- oder vierstellige Stunden in so manchem Titel hat. Aber für mich ist das viel! Gut, außerhalb von Steam gibt es schon das ein oder andere Spiel in das ich über die Jahre sicherlich mehr Zeit investiert habe wie z.B. UFO: Enemy Uknown, Lands of Lore: The Throne of Chaos oder World of WarCraft. Aber selbst bei denen hat sich das eher über mehrere Monate/Jahre angesammelt (UFO: Enemy Unknown sitzt in der Steamversion aktuell bei genau 24 Stunden). Kingdom Come: Deliverance habe ich hingegen jetzt seit Mitte November, komme hauptsächlich nur am Wochenende zum Spielen und habe trotzdem allein in den letzten zwei Wochen über 20 Stunden versenkt. An dieser Stelle ein Küsschen an meine liebe und verständnisvolle Ehefrau Lysanda, die das durchgehen lässt und gleichzeitig das 1.000 „Hey Henry!“ aus den Boxen erträgt :smile: .

Und nein: Ich habe es immer noch nicht durch. Aktuell bei Quest 16 von 29 der Hauptstory. Immerhin dürfte es bei den Nebenaufgaben langsam aber sicher auf das Ende der Fahnenstange zugehen. Und den DLC From the Ashes habe ich auch schon komplett erledigt. Allerdings erscheint übernächste Woche bereits der 3. DLC: Band of Bastards. Da könnt ihr drauf wetten, dass ich sofort zugreifen werde.

Lob und Frust

Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Spiel einfach nur genial finde? Hatte ich? Sehr gut. Aber es lohnt sich das noch einmal zu betonen. Gleichzeitig möchte ich aber die Gelegenheit nutzen und auf die leider weiterhin vorhandenen Unzulänglichkeiten hinweisen. Je weiter man im Spiel voranschreitet, desto mehr Probleme gibt es nämlich selbst in der aktuellen Version 1.7.2 vom 21.11.2018. Ich hoffe mit dem DLC kommt endlich mal wieder ein großer Patch voller Bugfixes. Fakt ist nämlich, dass mein Spielstand nur 64 Spielstunden anzeigt. Sprich ich habe irgendwo geschlagene 28 Stunden an Spielzeit verloren. Und nein, ich bin nicht so einer wie manch Leute (die ich komisch finde), die ein Spiel gefühlt tagelang einfach anlassen, nur weil sie keinen Bock haben es wieder neu zu starten.

Einer der Gründe für die 28 Stunden ist natürlich, dass ich mal Sachen verbocke und einen früheren Spielstand laden muss, weil ich vergessen hatte zu Speichern. Das war anfangs sicherlich einer der Hauptgründe. Mittlerweile habe ich das ein wenig besser verinnerlicht weshalb es somit leider eher die Bugs und technischen Probleme sind, die mich nicht nur dazu zwingen Spielzeit zu verlieren, sondern auch zur Vermeidung dessen eine Komplettlösung zu meinem ständigen Begleiter gemacht haben.

Wichtigster Tipp: Reitet niemals volle Kanne in Richtung von Häusern, Bäumen und Büschen oder durch Unterführungen hindurch. Die Chance, dass ihr nicht rechtzeitig bremsen könnt und stecken bleibt ist extrem hoch. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ihr dann selbst durch Schnellreisen nicht mehr wegkommt ebenso (=Neu laden). Sowieso gehen mir die undurchdringbaren Büsche auf den Geist. Welchen spielerischen Sinn und Zweck hat es einfach irgendwo mitten in der Landschaft eine Reihe von denen hinzusetzen? Sie halten euch nur davon ab direkt auf die andere Seite zu kommen und zwingen euch einige Meter weiter Drumherum zu reiten. Sie verlängern somit nur unnötig die Spielzeit. Mehr ist es nicht.

Gehe direkt ins Gefängnis. Gehe nicht über Los. Sonst stürzt das Spiel ab.

Kingdom Come: Deliverance (Herstellerbild)

Abseits dieser grundsätzlichen, technischen Probleme ist es durchaus verständlich, dass bei einem Spiel mit über 100 Quests mal irgendwo der Wurm drin ist. Vor allem, da es erfreulicherweise sehr viele Lösungswege und Abhängigkeiten gibt, das Programm also unzählige Variablen berücksichtigen und verarbeiten muss. Und auch, dass mal ein Questziel oder eine ganze Quest scheitert ist eine normale Sache. Etwas falsch zu machen und mit dem Ergebnis leben (oder neu zu laden) gehört für mich vor allem bei so einem offenen Rollenspiel dazu.

Davon rede ich hier aber nicht. Sondern von Quests, die man nur auf eine bestimmte Art und Weise lösen DARF weil es ansonsten beispielsweise zu einem Plotstopper kommt, der teilweise bereits seit dem Release vor einem Jahr bekannt ist und immer noch nicht behoben wurde. Und wenn es nicht gleich ein Plotstopper ist, dann zumindest das Verbauen eines kompletten Lösungswegs, weil er schlichtweg derzeit nicht funktioniert. Und das ist logischerweise ein absolutes No-Go. Mitunter ist sogar die Reihenfolge entscheidet, in der ihr bestimmte Aufgaben annehmt, um das Spiel nicht in einen unauflösbaren Widerspruch zu verstricken. Ohne Komplettlösung kann man das nicht erkennen.

Die Praxis

Ein Beispiel was ich mit kaputten Aufgaben meine: In einer Quest geht es um den Überfall auf einen Geldtransport. Dazu sollt ihr haufenweise Vorbereitungen treffen, etc. pp. Ihr könnt die Quest aber auch einfach lösen bevor der Transport überhaupt startet indem ihr das Geld aus einer Truhe stehlt. Das hat zwei Konsequenzen: Zum einen interessiert das irgendwie niemanden außer eurem Auftraggeber (niemand sonst bemerkt, dass das Geld nicht mehr da ist). Zum anderen bekommt ihr danach trotzdem noch Dialogoptionen angeboten, die mit dem Überfall zu tun haben – den ihr gar nicht mehr durchführen könnt, da euer Auftraggeber ja schon das Geld hat und zufrieden ist! Ich habe nicht getestet, was passiert, wenn man diese auswählt befürchte aber schlimmstes.

Kingdom Come: Deliverance (Herstellerbild)

Anderes Beispiel: Eine Dame sagt euch, dass ihr Mann krank ist und ihr es ebenfalls nicht so gut geht, weil das Leben so anstrengend ist. Nach diesem Dialog wird zwar eine Notiz im Tagebuch hinterlegt aber es gibt keine Quest und die Notiz findet man irgendwie nicht wieder. Anschließend könnt ihr der Dame zwar einen Trank geben, damit sie sich besser fühlt aber es passiert sonst nichts (=keine Belohnung, keine abgeschlossene Quest). Und auch ihrem Mann könnt ihr finden (durch Ausschlussverfahren: Er trägt nur einen generischen Namen), ihm aber auf normalem Wege keinen Trank zur Besserung geben. Warum? Weil er 24 Stunden am Tag schläft und mit manchen Personen (ja, das Spiel ist nicht immer konsequent in seinen Regeln) kann man nicht reden, wenn sie schlafen (kommt dann nur ein „Ey, lass mich in Ruhe weiterpennen!“). Die Lösung, will man die technisch gesehen nicht vorhandene Quest lösen? Anschleichen, ihn ungesehen in Ohnmacht versetzen, damit ihr ihn aufnehmen könnt und ihn anschließend in den Weg eines anderen NPCs legen. Der weckt den Mann dann auf und ihr könnt mit ihm reden bis er wieder zurück an seinem Schlafplatz ist.

Fazit

Ihr könnt euch vorstellen wie frustrierend das ist, wenn man extrem vorsichtig damit sein muss, was man tut. Das nimmt einem nicht nur die spielerische Freiheit, sondern eben aufgrund der Notwendigkeit vorher in einer Komplettlösung nach den Fallstricken zu suchen die Überraschungsmomente. Der Frust wird natürlich noch einmal verstärkt dadurch, dass Kingdom Come: Deliverance ansonsten ein wirklich großartiger Titel ist mit dem ich trotz dieser mittlerweile wirklich nicht mehr seltenen Probleme weiterhin extrem viel Spaß habe.

Das Fazit nach über 1.200 Wörtern voller Gejammere soll für euch also definitiv nicht sein, dass ihr einen weiten Bogen um den Titel machen solltet. Im Gegenteil solltet ihr endlich zugreifen und zocken! Ich will aber natürlich nach meinem Lobgesang nicht verheimlichen, dass der Titel vor allem mit Mid- bis Endgame durchaus große Probleme hat und Warhorse Studios sich dennoch aktuell ausschließlich auf die DLCs konzentriert. Die Hoffnung, dass die Fehler zeitnah behoben werden, ist also nicht ganz so groß.

Jetzt muss ich aber wieder zu Henry zurück. Bis Montag!

Müsste mal wieder das Regal sortieren…

Die Games Awards sind rum und wie erwartet wurde Rockstar alles in den Poppo geblasen – außer dem wichtigsten „Game of the Year“-Titel, der an God of War ging. Mit dieser Konkurrenz aus dem Weg, können wir nun endlich zu den wichtigen Dingen des Jahres kommen: Meine Top 5 Spiele des Jahres 2018.

Der Rückblick

Grundsätzlich habe ich 2018 aus meiner Sicht erneut einen halbwegs „gesunden“ Spielekonsum gelebt (hab‘ auch wieder einiges eingekauft) und zumindest am Wochenende immer mal wieder ein paar Stunden Zeit gehabt mich am Hauptrechner intensiv einem Titel zu widmen. Die „Durchgespielt“-Quote war zwar trotzdem nicht sonderlich hoch und, dass ich brandaktuelle Spiele zocke kommt ebenfalls so gut wie gar nicht vor. Aber unterm Strich bin ich zufrieden mit meiner Gaming-Life-Balance :smile: .

Hardwaretechnisch ist ganz klar mein iPhone 6 Plus weiterhin mein Hauptspielegerät, gefolgt vom Hauptrechner. Die PlayStation 3 war heuer hingegen überhaupt nicht an (es sei denn eine Katze ist auf den „An“-Knopf getreten) und die Xbox 360 nur mal für meine 30 Minuten mit Red Dead Redemption. Und nein, die neuste Konsolengeneration hat immer noch keinen Einzug bei mir gehalten. Wird sich unter diesen Bedingungen auch logischerweise so schnell nicht ändern. Mehr Zeit habe ich im Vergleich tatsächlich mit der PlayStation Vita (Silent Hill: Book of Memories) und dem Nintendo 3DS (Sonic Colours) verbracht. Aber obwohl ich beide Titel empfehlen kann, hat es keiner davon auf meine diesjährige Top-5-Liste geschafft.

Die Top 5

Ja, ich musste tatsächlich etwas länger überlegen welche der Titel, die ich 2018 gezockt habe (unabhängig vom Erscheinungsdatum) ich nehme. Gut, stimmt nicht ganz – die Top 3 war quasi schon in Stein gemeißelt. Aber beim Rest musste ich wirklich intensiv streichen bis ich auf das untenstehende Ergebnis gekommen bin :smile: . Für eine Rückkehr zumindest zur ursprünglichen Form (13 Kategorien und nur ein Titel) der Bagdadsoftware No-One-Cares-Awards hatte es allerdings immer noch bei weitem nicht gereicht. Irgendwann vielleicht.

Jetzt reicht es aber mit der Vorgeschichte. Wie so oft führen die meisten Links zu Amazon und hier sind sie nun, meine fünf Top-Spiele des Jahres 2018:

Kingdom Come: Deliverance (Herstellerbild)

1. Kingdom Come: Deliverance (2018; PC, XONE, PS4) – Was könnte ich dem letzten Eintrag hinzufügen? Hättet ihr mich im Oktober gefragt, hätte bei den Bagdadsofware NOCAs 2018 ganz klar Divinity: Original Sin II – Enhanced Edition als bestes Rollenspiel des Jahres abgeräumt. Mittlerweile wäre dieser Sieg weder garantiert noch eindeutig. Obwohl ich nun doch auf die eine oder andere Quest mit technischen Problemen gestoßen bin (=lassen sich nicht korrekt oder nur auf bestimmte Art und Weise abschließen), kann ich gar nicht in Worte fassen wie unglaublich viel Laune mir der Titel macht. Ich hatte schon lange kein Spiel mehr an das ich so oft denken musste und auf das ich mich wirklich freue es weiter spielen zu können (nur noch diesen Eintrag fertig schreiben, dann kann ich wieder!). Ich fühle mich wirklich in die Zeit von Gothic und Gothic II zurückversetzt. Glaub‘ ein größeres Lob kann ich einem Videospiel nicht geben :smile: .

Just Cause 3 (Herstellerbild)

2. Just Cause 3 (2015; PC, XONE, PS4) – Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Teil 3 so viel Laune machen würde. Ja, ich hatte auch mit Teil 2 meinen Spaß aber nach 25 Spielstunden war und ist die Luft einfach raus trotz vieler unerledigter Aufgaben abseits der Kampagne. In Just Cause 3 habe ich hingegen laut Steam satte 51 Stunden versenkt und es zu 100% durch – ohne, dass ich mich nur eine einzige Sekunde gelangweilt hätte! Höchstens bei der ein oder anderen Challenge bzw. Achievement (scheiß Boot!) in die Tastatur gebissen aber das gehört dazu :wink: . Es gibt genug zu tun ohne, dass es zu viel wird. Es ständig Action und die Grafik sieht zum Anbeißen aus. Und allein über den Wingsuit könnte ich schon wieder seitenweise Lobeshymnen verfassen. So eine einfache aber geniale Idee, die das Spielerlebnis um ein Vielfaches besser macht. Und dann noch der doppelte Greifhaken.

Ja, Avalanche Studios hat aus meiner Sicht nicht nur den nächsten logischen Schritt im Vergleich zu Teil 2 getan, sondern damit auch den für mich fast perfekten Serienteil gemacht. Neben den neuen Spielsachen ist es vor allem die gute Balance aus „Spielweltgröße“ und „Inhalt“, die für mich das Zünglein an der Waage waren. Teil 4 scheint da den ersten Reaktionen nach zu urteilen nicht ganz mithalten zu können (wobei viele von Teil 3 ebensowenig begeistert waren). Mal schauen. Allzulange werde ich mich mit dem Kauf wohl nicht zurückhalten können.

So viele Mythics!

3. Magic: The Gathering – Puzzle Quest (2015; iOS, Android) – Obwohl ich es jetzt schon fast zwei Jahre spiele, hat es erst 2018 so richtig „Klick“ gemacht. Ja, es regt mich immer noch hier und da auf, wenn ich gegen einen Gegner antreten muss, der bereits in der 1. Runde eine Mythic nach der anderen raushaut. Aber ich bin mittlerweile tatsächlich in der Position auch mal das Gleiche zu tun und mich in den Events in den Top 100 aufzuhalten. Habe ich also in den sauren Apfel gebissen und endlich Geld ausgegeben? Nein. Es hat angefangen mit der Einführung des Booster-Crafting sowie dem Ixalan-Set.

Booster-Crafting erlaubt es endlich die doppelten Karten, die man vor allem aus dem kostenlosen Boostern zwangsläufig dauernd zieht gezielt in Nützliches umzuwandeln (3000 Orbs für eine ältere Mythic-Karte; eine doppelte Common-Karte gibt 10 Orbs). Eine Garantie, dass ihr genau die bekommt, die ihr haben wollt gibt es da zwar nicht. Aber man bekommt halt zumindest eine Karte der gewünschten Stufe und nicht immer nur nutzlosen Kram. Gleichzeitig wurde erstmals ein Event (Across Ixalan, PvP) eingeführt, welches zumindest im Platinum-Tier (derzeit das höchste) gute Belohnungen bot mit denen man auch seinen Einsatz jeden Tag wieder rausholen konnte. Sowieso sind die PvP- und vor allem die PvE-Events großzügiger geworden was das Verteilen vor allem von Kristallen (die Premium-Währung) angeht. Dadurch konnte ich meinen Karten- (1654 von 2353) und Planeswalkerpool (alle 49 mit Kristallen erwerbbaren) vergrößern und im Ergebnis Decks bauen mit denen ich eine reale Chance habe zu gewinnen. Was habe mich gefreut wie Bolle als ich im PvE-Event „Rise of the God-Pharao“ erstmals Nicol Bolas besiegt habe und jetzt kann ich es fast jedes Mal.

Und wenn man endlich öfters gewinnt als verliert, dann hat man natürlich mehr Spaß an der Sache. Entsprechend wenig verwunderlich, dass ich dieses Jahr kein anderes Spiel so häufig und lange gespielt habe wie Magic: The Gathering – Puzzle Quests. 700 Spielstunden dürfte ich locker erreicht haben. Einziger Wehrmutstropfen: Gefühlt sind die technischen Probleme häufiger geworden (sehr, sehr viele Abstürze, die euch dann das jeweilige Match kosten).

Warhammer 40.000: Dawn of War II – Retribution (Herstellerbild)

4. Warhammer 40.000: Dawn of War II – Retribution (2011; PC, LNX, MAC) – Irgendwie hatte ich im Frühjahr plötzlich mal Lust ein Strategiespiel zu spielen. Und da für mich Warhammer 40.000: Dawn of War II immer noch eines der Besten auf dem Markt ist, habe ich mir endlich mal das zweite Addon Retribution vorgenommen. Anders als im Hauptspiel und in Chaos Rising gibt es dieses Mal in der Kampagne sechs Rassen zur Auswahl.

Die Grundgeschichte (alle wollen etwas in Sub-Sektor Aurelia und es geht in die Hose) und ein Großteil der 16 Levels bleiben zwar für alle gleich. Das dämpft die Motivation etwas die Geschichte aus der Sicht jeder der sechs Rassen zu erleben (ein Durchlauf dauert 6-7 Stunden). Aber spielerisch macht es immer noch extrem viel Laune (solange man scheinbar kein Dawn of War 1-Fan ist) und trifft für mich als Strategie-n00b weiterhin die passende Balance aus Anspruch und völliger Überforderung obwohl ihr dieses Mal nicht nur Squads befehligt, sondern auch als Zugeständnis an die Aufbaufans hier und da Truppen bauen müsst. Dazu natürlich das Setting, das ich sowieso grundsätzlich mega-cool finde und schon hatte mich Relic Entertainment eingefangen. Mal schauen ob ich nächstes Jahr dann Warhammer 40.000: Dawn of War III schaffe. Angefangen habe ich es schon.

Agents of Mayhem (Herstellerbild)

5. Agents of Mayhem (2017; PC, XONE, PS4) – Es hat nicht das Niveau eines echten Saints Row, viele vor allem technische Probleme und ein Koop-Modus, den ich zwar nie benutzen würde, hätte dem Spiel wirklich extrem gutgetan. Aber wie ich geschrieben hatte: Es ist bunt, amüsant und action-reich. Ja, es hat trotz vieler gelungener Charaktere nicht den ganz großen Tiefgang aber es macht mir Spaß. Die Inszenierung stimmt, die Bewegung durch die Spielwelt geht gut von der Hand und das Kampfsystem ist solide. Es könnte selbstverständlich noch viel mehr sein (Saints Row V!) aber was es macht, macht es kompetent und passt zu meinen Vorlieben und damit kommt es auf den fünften Platz. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

 

Das waren also die Spiele, die mich 2018 am meisten beschäftigt haben (bzw. teilweise immer noch tun) und mir positiv in Erinnerung geblieben sind – im Gegensatz zu Titeln wie Homefront: The Revolution oder Risen 3: Titan Lords, die eher in der Kategorie „Enttäuschung des Jahres“ ihre Heimat gefunden hätten. Nun seid ihr an der Reihe: Was habt ihr so in diesem Jahr gezockt? Genug, um eine Top 5 zu füllen? Erzählt es der Welt in den Kommentaren!

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