Vor uns die F.O.B. Vibora.

„Nomad, hier ist Matchwood.“ erklingt es um Punkt 2100 aus meiner Hörmuschel. Ich übe leichten Druck auf das schwarze Plastikteil in meinem linken Ohr aus und flüstere „Hier ist Nomad. Höre“. Die Sonne ist gerade untergegangen. Ich und mein Team knien mitten auf einem Acker irgendwo in La Cruz, einer bolivischen Provinz. Vor uns die vorgeschobene Versorgungsbasis Vibora der lokalen Armee, auch Unidad genannt. „Ich bin in Position. Hier meine Koordinaten.“ antwortet Matchwood – besser bekannt als Sam Fisher. Keine Ahnung was Fourth Echelon hier will. Aber Bowmann, unser CIA-Kontakt, hat uns befohlen alles zu tun, um Fisher zu helfen. Also lassen wir unsere eigentliche Aufgabe, das Santa Blance-Kartell vernichten, kurze Zeit ruhen und stehen stattdessen einer halben Armee gegenüber.

„Denkt dran: Werdet nicht gesehen, nicht gehört und lasst die Finger vom Abzug.“ sage ich zu meinem Team und prüfe die Lage. Laut meiner Karte sind Fishers Koordinaten mitten in der feindlichen Basis. Mir entfleucht ein leichter Seufzer. Wir sind zwar die Ghosts aber das wird alles andere als einfach. Bis Sonnenaufgang haben wir Zeit zu ihm durchzudringen. Sieben Stunden, um an Dutzenden von Elitesoldaten vorbei zu schleichen. Niemand hatte gesagt, dass es einfach wäre mit Fisher zusammen zu arbeiten.

Kapitel 1: Auskundung

Ich hole die Drohne aus der Tasche und lasse sie von meiner Hand in die Luft steigen. „Verdammt. Ein Störsender“ flüstere ich mehr zur mir selbst als zu meinem Team als ich das gestörte Bild auf meinem Display sehe. Blind will ich da auf keinen Fall rein. Viel zu gefährlich. Ich zücke mein Fernglas und aktiviere den Nachtsichtmodus an. Ein leises Summen ertönt und die Welt wird in einen grünen Schimmer getaucht. Langsam suche ich durch die Bäume am Ackerrand die Basis ab. Mehrere Scharfschützentürme, ein stationäres Maschinengewehr, haufenweise schwer gepanzerte und bewaffnete Soldaten, die Wache halten, mehrere Bunker, Container und dort in der Mitte das Haupthaus. Da ist Fisher. Unser Ziel. Ganz in der Nähe erblicke ich den Störsender und nicht weit davon entfernt den dazugehörigen Stromgenerator. Welcher Planer da nicht mitgedacht hat…

„Fisher hat nichts davon gesagt, dass wir keine Ausrüstung beschädigen sollen“ denke ich mir und lege das Fernglas beiseite. Mit behutsamen Griffen hole ich das Scharfschützengewehr von meinem Rücken. Ein Serbu BFG-50A. Sauschweres Teil aber seine Kaliber 50 BMG-Kugeln durchschlagen selbst einen Panzer. Auch nicht sonderlich leise aber wir sollten weit genug entfernt sein, damit der Schuss nicht auffällt. Ist ja nicht so als würden nicht ständig irgendwo Kämpfe zwischen Santa Blanka, Unidad und den Rebellen die nächtliche Ruhe stören.

Da ist der Stromgenerator für den Störsender.

Ich lege mich auf den ausgetrockneten Boden und positioniere das Gewehr vor mir. Ungefähr 500m ist der Generator entfernt. Eine Leichtigkeit für dieses Schwergewicht. Eine kleine Korrektur, um den Wind und den Kugelabfall zu korrigieren und mein Finger sucht sich den Weg zum Abzug. Ein leichter Druck und das Projektil verschwindet in die Nacht. Ein dumpfer Schlag ist zu hören und durch mein Fernrohr sehe ich kurz ein paar elektrische Blitze. Getroffen.

Ich verharre ein paar Sekunden und lausche. Aber es ertönen keine Rufe aus der Basis. Keine schnellen Bewegungen sind zu hören. Hat es tatsächlich niemand mitbekommen? Ich zücke erneut das Fernglas und blicke zum Störsender. Die Antenne auf dem Dach hat aufgehört zu rotieren. Gleichzeitig brennt überall noch das Licht. Der Generator scheint tatsächlich nur den Sender versorgt zu haben. Glück gehabt. Zeit erneut die Drohne loszuschicken und siehe da: Ein klares, störungsfreies Bild.

Von oben herab erkunde ich die Basis. Vier Scharfschützentürme. 20…nein, 25 Soldaten zähle ich leise vor mich hin. Überall verteilt und in ihre Routine vertieft. Zu viele Lampen und Lichter. Wenig Schatten. Wie sollen wir da reinkommen? Während die Drohne leise durch die Nacht summt fällt mir am Scharfschützenstand in der Mitte eine Tür auf. Leicht bewacht, nur zwei Soldaten und der Schütze auf dem Turm. Das könnte unser Eingang sein.

Kapitel 2: Infiltration

„Okay, Ghosts. Ich geh‘ da alleine rein. Midas, du nimmst den Schützen auf dem vordersten Turm ins Visier. Weaver, dir gehört der in der Mitte und du, Holt, übernimmst den auf der rechten Seite. Lasst sie nicht aus den Augen und tötet auf mein Kommando. Los geht’s!“ Das Team setzt sich in Bewegung, um die beste Position zu finden. Ich aktiviere mein Nachtsichtgerät und verlasse den Acker Richtung Nordwesten zu den Bahngleisen. Durch die Drohnenkamera hatte ich dort eine Lücke im Zaun entdeckt. Über einen Feldweg geht meine Reise hin zum Zaun. Nicht weit entfernt rauscht ein Zug vorbei. Geduckt arbeite ich mich den Zaun entlang bis ich durch das Gebüsch die Gleise entdecke und die zugbreite Öffnung. Kurz geschaut, dass nicht gerade ein Zug heranrast und schon bin ich drin. Der einfache Teil liegt hinter mir.

Weiter dicht an den Zaun geschmiegt setze ich meine Reise fort zum mittleren Scharfschützenturm. Dort angekommen lasse ich sicherheitshalber erneut die Drohne steigen und prüfe die Lage. Es ist aber weiterhin alles ruhig. Nur vereinzelt trägt der Wind geflüsterte Gespräche heran. Niemand scheint bislang gemerkt zu haben, dass der Sender aus und der Generator ein riesiges Loch in der Seite hat. Soll mir recht sein. Ich packe die Drohne wieder ein und schleiche in einem großen Bogen zum Zaun an der Verbindungsstraße in der Mitte der Basis.

Die Wache am Tor hat mich gesehen.

Ein Geräusch lässt mich instinktiv flach auf den Boden fallen. Hat mich etwa jemand gesehen? Ich verharre in meiner Position und suche die Wachen. Tatsächlich: Die am Tor bewegt sich langsam auf meine Position zu. Meine rechte Hand tastet sich vorsichtig zur Pistole an meiner Hüfte vor. Ich löse sie aus dem Halfter und nehme sie in beide Hände. Fisher hat zwar gesagt wir sollen bloß keine Aufmerksamkeit erregen. Aber sicher ist sicher.

Ich verharre regungslos in meiner Position. Der Unidad-Soldat ist nicht mehr weit entfernt und bleibt plötzlich stehen. Sein Kopf bewegt sich langsam von links nach rechts, die Waffe im Anschlag. Ein unendlich langer Moment vergeht. Der Schweiß tropft mir von der Stirn. Nur das Zirpen der Grillen durchdringt die Stille. Doch nichts passiert. Stattdessen entspannt sich der Soldat nach einer Minute sichtlich und kehrt zurück zu seiner Patrouillenroute. Ich atme tief aus und stecke die Pistole zurück. Das war knapp. Aber es bleibt keine Zeit, um das aufgestaute Adrenalin abzubauen. Als der Soldat um die Ecke verschwindet ergreife ich die Chance. Auf leisen Sohlen schleiche ich zum offenen Tor, schlüpfe hinein und drücke meinen Körper eng an einen der Wohncontainer dahinter. Keiner hat mich gesehen. Fast geschafft.

Meine Uhr zeigt 21:34. Fühlte sich länger an. Noch mehr als genug Zeit. Kein Grund es zu überstürzen. Mein Blick schweift herum. Vor mir ein paar Metalltonnen vermutlich mit Benzin, über mir surrt eine Klimaanlage. Ich arbeite mich vorsichtig am Container entlang und luge um die Ecke. Ein schwer gepanzerter SUV mit einem Maschinengewehr auf dem Dach versperrt mir etwas die Sicht. Aber hinter einer Sandsackbarrikade kann ich mein Ziel erkennen: Der Nebeneingang zum Haupthaus. Leider bewacht von einem schwer bewaffneten Unidad-Soldaten. Kurz frage ich mich, wie sie es in diesem Aufzug bei dieser Hitze aushalten und wische mir den Schweiß von der Stirn. Ein dicker schwarzer Helm mit Plastikvisier. Eine massive Kevlarweste über den schweren, schwarzen Klamotten und dann auch noch ein leichtes Maschinengewehr in der Hand. Ich beneide den Kerl nicht.

Ich lasse erneut die Drohne steigen und studiere die Bewegung der Wachen. Drei Stück patrouillieren auf sich überschneidenden Wegen um das Haupthaus. Aber es gibt Lücken. Plötzlich verschwindet die Wache am Eingang. Meine Chance. Ich lasse die Drohne wo sie ist und rücke leise aber zügig vor. Am SUV angekommen ein letzter Rundumblick und schon verschwinde ich im Haus.

Kapitel 3: Die Ruhe vor dem Sturm

Ein paar vollgestopfte Regale und ein Schreibtisch. Mehr erwartet mich nicht in diesem Raum im Erdgeschoss. Am anderen Ende kann ich gerade noch sehen, wie die Wache durch eine Tür verschwindet. „Wo ist Fisher?!“ frage ich mich als die Stimmen meines Teams durch die Hörmuschel ertönen. „In Position und bereit für den Abschuss!“ melden die drei. Sehr gut. Ein Wort und die drei Schützen werden im Dreck liegen. Aber noch ist es nicht nötig.

Da ist er, Sam Fisher!

Ich suche den Raum ab und erblicke eine Treppe nach oben. Vielleicht ist Fisher dort? Ich schleiche das metallene Gerüst nach oben. Zu meinem Unwohlsein knarzt sie bei jedem Schritt leise. Aber es scheint niemanden zu stören. Auf halber Höhe sehe ich unter einem Schreibtisch hindurch eine Person über einer anderen knieen. Da ist er, der legendäre Sam Fisher. „Ich sehe Matchwood.“ melde ich meinem Team über Funk. Er hat mich noch nicht bemerkt – oder lässt es sich zumindest nicht anmerken. Ich gehe das restliche Stück der Treppe hoch und schaue mich um. Ein kleiner Raum. Zwei Ausgänge auf die Terrasse plus die Treppe nach unten. Nicht gut. Zu viele Angriffspunkte. Bevor ich mit Fisher reden kann, muss ich für Sicherheit sorgen. Ich schleiche mich hinaus auf die Terrasse und finde eine Feuertreppe. Noch ein möglicher Zugangspunkt. Zum Glück habe ich drei Minen im Rucksack. Ich mache eine davon scharf und lege sie auf die Feuertreppe. Eine zweite positioniere ich auf der Terrasse. Da kommt keiner lebend durch.

Zurück im kleinen Raum gehe ich auf Fisher zu. „So sieht also ein Geist aus?“ begrüßt er mich. „Wer ist euer Freund?“ frage ich zurück. „Das? Das ist die abtrünnige CIA. Hat einen Haufen wertvoller Informationen aus Langley gestohlen, hieß er wollte sie an Santa Blanca verkaufen“. Mit diesen Worten richtet sich Fisher auf. Ich blicke in sein Gesicht. Weiße Haare, weißer Bart. Tiefe Augenringe, müde Augen. Ein Mann, der schon viel gesehen hat – zu viel. Auf seinem Kopf das berühmte Nachtsichtgerät mit den drei Linsen. „Santa Blanca? Wenn er an sie verkauft, was macht er dann in einem Unidad-Camp?“ frage ich verwundert zurück. „Ich vermute, er wollte sich Schutz erkaufen.“ antwortet Fisher. „Hat wohl nicht besonders gut funktioniert…“ stelle ich fest. „Er hat bekommen, was er verdient hat“ brummelt Fisher zurück während er sich über einen Computer beugt und anfängt die Tasten zu bearbeiten. „Schauen wir mal, was wir hier finden können“ ergänzt er mehr zu sich selbst als an mich gewandt.

Sein leises Tippen auf der Tastatur wirkt beruhigend auf mich. Wie lange bin ich schon in dieser Hölle? Tage, Wochen? Keine Ahnung. Eine Mission reiht sich an die andere. Keine Pause für mich und mein Team. Alles nur, um irgendeinem nutzlosen Drogen-Kartell das Handwerk zu legen. Als würde das für die Menschen hier etwas verändern. Auf einen Diktator folgt einfach der nächste. Wir sind angeblich hier, um zu helfen. Aber so langsam verliere ich den Glauben daran. Plötzlich reißt mich Fisher aus meinen Gedanken „Verdammtes Arschloch!“ entfährt es ihm und er ballt die rechte Hand zur Faust. Ich zucke zusammen. „WAS?!“ frage ich zurück. „Er hat die Langleydaten auf einen Unidad-Server hochgeladen. Natürlich kann ich sie von dort auch wieder löschen. Das Problem ist: Sobald ich die Tür öffne werden einen Haufen Unerwünschte anfangen nach Einbrechern zu suchen“. „Was brauchen sie von mir?“ „Gehen sie nach draußen und halten Wache. Das Problem ist…das dauert seine Zeit. Ich muss den Server hacken, die Langleydaten runterladen und die Festplatte ausradieren. Es ist simpel: Wenn Unidad vorbeischaut, dann öffnen sie den Bleihahn.“

Kaum hat er diese Worte gesagt schon springt die Sirene im Lager an. Wie gut, dass ich bereits ein paar Vorkehrungen getroffen habe.

Kapitel 4: Überlebenskampf

Ganz viel Hilfe bei den Rebellen anfordern.

„Abschuss“ rufe ich durch mein Headset und die drei Scharfschützen fallen zu Boden. Ich renne hinaus auf die Terrasse und falle hinter der Brüstung zu Boden. „Kommt zu mir“ befehle ich meinem Team und fordere gleichzeitig Hilfe bei den Rebellen an. „Sorgt für Ablenkung am Eingangstor der Basis. Bombardiert diese Koordinaten vor dem Haupthaus und schickt ein Trupp an meine Position!“ Mit dem schrillen Ton der Alarmsirene im Ohr versuche ich mich zu konzentrieren während unter mir vor dem Haupteingang die Hölle losbricht. Mehrere gepanzerte SUVs fahren vor, dutzende von Soldaten steigen aus und machen sich bereit das Haus zu stürmen. Dann ertönt das bekannte Pfeifen eines Artilleriegeschosses, dann noch eins und noch eins gefolgt von Explosionen nur wenige Meter von mir entfernt. Die Brüstung ist alles, was mich vor diesem Inferno schützt. Schreie ertönen, Fahrzeuge explodieren und Chaos bricht aus.

Doch so leicht lässt sich Unidad nicht beeindrucken. Unter dem Feuer der angerückten Rebellen versuchen einige Soldaten ins zweite Stockwerk vorzudringen. Einer davon über die Feuertreppe. Er hat vermutlich nicht einmal mitbekommen, was passiert ist, bevor es ihn buchstäblich in alle Teile zerriss. Mir klingelt es in den Ohren aber ich habe keine Zeit mich auszuruhen. Ich hole mein leichtes Maschinengewehr vom Rücken. In einer Ironie des Schicksals ein exklusives Unidad-Modell. 175 Patronen im Magazin. 300 im weitere im Gepäck. Hoffentlich reicht es.

Aus der Ferne dringen Rotorengeräusch durch das Chaos zu mir hindurch. Gleich wird es richtig schlimm werden. Mein Team hat es in der Zwischenzeit geschafft sich zu mir ins Haus vorzuarbeiten und hilft bei der Verteidigung. Ein weiterer feindlicher Trupp kommt über die Feuertreppe hoch und sprintet Richtung Fisher ohne mich zu sehen. Ich mähe sie brutal nieder. Dann erblicke ich am Horizont ein Duo Apache-Hubschrauber auf uns zukommen. Deren Raketen können uns sehr schnell den Gar ausmachen. „Matchwood! Wie kommt der Hack voran?“ rufe ich durch den Lärm. „Ich brauche noch zwei Minuten…“ antwortet er. „Schneller wäre besser!“ schreie ich zurück während meine LMG ein weiteres Opfer fordert.

Helikopter vs. LMG = LMG gewinnt.

Ich lege mich auf den Rücken und starre gen Himmel. Die Hubschrauber sind bereits fast über uns. Ich leere mein Magazin in ihre Richtung und tatsächlich: Ich schaffe es sie nacheinander vom Himmel zu holen bevor sie das Feuer eröffnen. Ein erneuter Anruf bei den Rebellen. Sie sollen noch einen weiteren Trupp schicken und noch einmal mit Artillerie auf unsere Stellung feuern. Wir brauchen mehr Zeit und mir geht langsam die Munition aus – Unidad aber scheinbar nicht die Soldaten. Meine Teamkollegen halten sich derweil wacker. Decken Fisher den Rücken und lassen keinen über die Treppe im Haus nach oben vordringen.

Kapitel 5: Exfiltration

Während mein Blick weiter zwischen Feuertreppe und Himmel hin- und herwechselt und mein LMG Feuer spuckt, stelle ich plötzlich fest, dass Fisher neben mir kniet. Wie kommt der denn dahin? „Der Hack ist fertig! Ruf die Lady an, besorg‘ uns einen Sammelpunkt!“ Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. „Nomad an Bowman. Wir sind bereit zum Exfiltrieren. Wo ist der Sammelpunkt?“ rufe ich ins Headset. „Ich sende die Koordinaten jetzt. Hat Matchwood, was er braucht?“ „Ja. Nomad out.“
Bevor ich mir anschauen kann wo wir hinmüssen, müssen wir erst einmal dem Chaos entkommen. Ich sondiere die Lage. Vor dem Haus ist der Krieg ausgebrochen. Zum Glück haben die Rebellen mittlerweile so einige Soldaten geschickt. Wir sind nicht mehr das vordingliche Ziel. Ich schaue über die Brüstung zum Tor durch das ich vorhin hereingeschlüpft bin. Ich sehe nur noch einen Soldaten, der hinter einer Barriere kauert. „Midas, kümmere dich um den!“ rufe ich, schnappe mir Fisher und sprinte in Richtung Brüstung. Der Soldat klappt in sich zusammen und wir springen gemeinsam von der Terrasse herunter. Ohne lange zu überlegen rennen wir alle erst zum Tor, dann Richtung Gleise und anschließend zur Hauptstraße.

Wir haben es geschafft der Hölle zu entkommen. Frei sind wir aber noch nicht. Einige Soldaten folgen uns und auch die Rotorengeräusche werden wieder lauter. An der Straße angekommen halte ich das erstbeste Fahrzeug an (irgendein kleiner Transporter), zerre den Fahrer heraus und kaum sind alle eingestiegen, drücke ich das Gaspedal bis aufs Blech durch. 4,5km ist der Sammelpunkt entfernt.

Endlich am Treffpunkt angekommen.

„Euer Team ist nicht schlecht. Nicht so gut wie ich aber nicht schlecht.“ sagt Fisher vom Beifahrersitz. „Ich würde ihnen ja gerne sagen wie viel Schwachsinn sie von sich geben aber ich weiß welche Heulsusen Matrosen sind.“ scherze ich zurück und frage ernst: „Also? Worum ging es hier?“ „Dieses CIA-Arschloch da hinten hat Informationen über eine neue Technologie gestohlen. Jetzt dachte er das Kartell könnte sie gebrauchen, um ihr Produkt heimlich über die Grenze zu bringen. Aber ich sage euch: Es ist etwas weitaus Gefährlicheres als das.“ „Sie wissen nicht was diese Technologie ist oder sie sagen es uns einfach nicht?“ „Worüber wir hier reden ist die Art von Kriegsführungsgerät, die sie und mich überflüssig macht. Und es bringt das obere Management ganz schön zum Schwitzen.“ Ich belasse es dabei und konzentriere mich wieder auf das Fahren.

Wir rasen halsbrecherisch in einem Metallsarg durch die Nacht die Hauptstraße entlang. Durch Straßensperren von Unidad hindurch, verfolgt von Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen. Mein Team feuert aus allen Rohren aber wir können auf keinen Fall stehen bleiben. Mich wundert, dass die Karre nach all dem Beschuss überhaupt noch fährt. Nach einer elendig langen Zeit kommen wir an einem Waldweg an. Das GPS befiehlt: Da rein! Ich reiße das Steuer rum und fahr in den Wald. Jetzt sollten uns zumindest die Hubschrauber nicht mehr sehen. Wir arbeiten uns einen Berg hinauf und es wird merklich ruhiger. Wir haben es tatsächlich geschafft Unidad abzuschütteln. Oben angekommen erwartet uns Bowman in einer kleinen Hütte. Es ist 22:28 und Operation: Watchman ist erfolgreich abgeschlossen – nach gefühlt 1 Millionen Neustarts. Die schwerste Mission in ganz Tom Clancy’s Ghost Recon: Wildlands (zumindest auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad „Extreme“).

PS: Ja, das Spiel hat seine positiven Momente (zumindest im „Immersive“-Modus ohne den ganzen Loot-Kram). Mehr dazu dann vermutlich irgendwann mal. Hab‘ zwar schon 24 Stunden gespielt aber erst 31% der Missionen beendet…

PSS: Alle Screenshots in diesem Eintrag stammen nicht von mir, sondern sind Screengrabs aus Penguin Overlords Guide zu dieser Mission auf YouTube. Ohne diese Anleitung hätte ich die Mission vermutlich bis heute nicht geschafft. Während meines erfolgreichen Versuchs hatte ich jedoch andere Probleme als daran zu denken Bilder für einen potentiellen Eintrag anzufertigen :wink: .

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #39

Ja, wir warten immer noch auf den Maler. Aber Handwerker haben aktuell halt extrem viel zu tun irgendwie trotz der gestiegenen Rohstoffpreise. Zum Glück ist es bei uns nicht so dringend. Er kommt irgendwann und bis dahin kommen wir auch so zurecht :smile: . In der Zwischenzeit bin ich seit langem mal wieder mit dem Kärcher über die Terrasse gegangen. Dort wo es bislang immer draufgeregnet hat, war es nach all der Zeit logischerweise wieder ziemlich dreckig geworden. Wird hoffentlich jetzt besser. Ist ja kein Teil der Terrasse mehr ohne Dach. Fließt also nur noch Wasser beim Blumen gießen drüber. Entsprechend haben wir es uns erneut gespart die Versiegelung zu erneuern – obwohl seit 2016 die Flasche im Keller steht. Wir sind schon irgendwie faul… :wink: .

Das neue Blech

Außerdem hatten wir noch eine potentielle Lücke in unserem Katzenzaun gefunden. Wurde zwar von Pichu noch nicht ausgenutzt aber wir wollten es auch nicht länger drauf ankommen lassen. Und zwar war zwischen Terrassenüberdachung und Zaun noch ein Spalt. Durch den kommt zwar kein Katzenkopf aber besagte Katze hätte auf den Zaunpfahl springen und von dort aus dann stiften gehen können. Die Lösung für das Problem war dieses Mal allerdings kein Plexiglas. Ja, ich weiß: Totaler Frefel. Stattdessen haben wir uns ein dünnes Stück Blech in der Farbe der Überdachung geholt – dieses Mal bei Blechprofi24 – und es mit zwei Schrauben am Pfosten der Überdachung befestigt. Wenig Aufwand, wenig Kosten und wieder ein Stück mehr Sicherheit, dass uns niemand stiften geht. Bleibt noch das Provisorium auf der anderen Seite. Aber dazu brauchen wir erst den Maler…

Fliegengitter, die Zweite

Unerwartet komplizierter war der Umbau des Spannrahmens für das Fenster. Zur Erinnerung: Vor rund einem Monat haben wir die Fliegengittertür an der Terrasse umgebaut und mit einer richtigen Katzenklappe versehen. Hab‘ das Ergebnis übrigens auch mal an Windhager geschickt. Sie wollten es an die Produktentwicklung weiterleiten. Wer weiß: Vielleicht kommt ja irgendwann was Offizielles raus. Bei uns im Haus hingegen wurde diese bauliche Veränderung von unseren Vierbeinern sehr positiv aufgenommen. Wir haben seitdem nur noch zusätzlich einen Klebepuffer zwischen Klappe und Terassentür angebracht. Speziell Lyssi klopft mit sehr viel Kraft an, um wieder reingelassen zu werden. Da hatten wir dann doch etwas Angst um das Glas.

Der fertig umgebaute Spannrahmen

Nun haben wir auch den Spannrahmen am Terrassenfenster entsprechend umgebaut. Die grundsätzliche Idee ist identisch: Zwei Bleche, welche in den Falz des Spannrahmens passen. Daran die Katzenklappe montiert und darüber ein Mittelsprossenprofil installiert, um das Fliegengitter wieder anbringen zu können. Die erste Schwierigkeit sind die Einhängefedern. Diese verhindern, dass ihr das Blech in den Falz stecken könnt. Eine Variante: In den Blechen entsprechend links und rechts so viel wegschneiden, dass die Einhängefedern nicht mehr stören. Noch einfacher: Ins Blech neue Löcher für die Schrauben der Einhängefedern bohren. Dann kann man das Blech in den Falz stecken und anschließend die Einhängefedern darauf montieren. Sieht wesentlich besser aus und hält weiterhin bombenfest – selbst, wenn ihr wie ich bei einer Schraube den Kopf abdreht.

Unbekannte Hürden

Dass wir uns mit den Einhängefedern beschäftigen müssen, war uns schon im Vorfeld klar. Als wir dann aber das Blech mit der Katzenklappe in den Falz stecken wollten kam die erste „böse“ Überraschung: Die Muttern an den Schrauben der Katzenklappe verhinderten, dass sich das Blech komplett reinstecken ließ. Das Profil unten war im Weg. Das Problem hatten wir bei der Spannrahmentür interessanterweise nicht. Dort ist aber auch ein weiteres Mittelsprossenprofil verbaut. Die Katzenklappe stößt dort nicht direkt an den eigentlichen Rahmen.

Die Lösung für dieses Problem war relativ zügig gefunden – solltet ihr aber unter keinen Umständen nachmachen! Warum sage ich gleich. Wir haben einfach in den Rahmen Einkerbungen reingemacht (Seitenschneider reicht), damit die Muttern dahinter versenkt werden können. Hat auch wunderbar funktioniert bis wir auf den zweiten ungeplanten Knackpunkt gestoßen sind: Der Spannrahmen passte nicht mehr ins Fenster. Der untere Teil der Katzenklappe war zu niedrig und stieß entsprechend an den Fensterrahmen. Die Einkerbungen zu machen war also völlig überflüssig. Auf der Höhe konnte die Klappe eh nicht bleiben.

An diesem Problem haben wir dann etwas länger geknabbert. Von „neues Blech“ über „noch ein Mittelsprossenprofil“ bis hin zu „Fensterrahmen einschneiden“ war alles Mögliche an Überlegungen dabei. Am Ende war die Lösung jedoch wesentlich einfacher und weniger destruktiv: Da nur ca. 1-2cm fehlten haben wir einfach die Katzenklappe auf dem Blech etwas höher gesetzt. Ich musste dazu nicht einmal durch das komplette Mittelsprossenprofil bohren, um die Muttern befestigen zu können. Die Schrauben halten auch so im Blech. Krise erfolgreich abgewendet. Schaden: Vier unnötige Löcher (die aber innen von der Katzenklappe verdeckt werden), ein leicht beschädigter Spannrahmen und mehr Zeitaufwand als ursprünglich gedacht. Hätte schlimmer kommen können. Dafür haben wir jetzt erfolgreich beide Windhager-Katzenklappe durch unsere DIY-Lösung ersetzt – wie gesagt sehr zur Freude unserer Vierbeiner.

Kleinvieh

Was gibt es sonst noch so zu berichten? Also außer, dass wir die Klimaanlage weiterhin super finden? Ich übrigens etwas mehr als Lysanda (sie friert früher). Nun, wir haben für die Küche einen neuen Brausekopf gebraucht. Der alte hat plötzlich einen Riss an der Seite bekommen aus dem es dann logischerweise fleißig rausspritze. Zum Glück sind die Dinger standardisiert. Es reichte ein Besuch im lokalen Baumarkt und die Abgabe von 25€ für einen brauchbaren Ersatz. Nichts worüber es sich zu berichten lohnt also.

Die aussortierten Filme

Das beträfe unter Umständen auch die zweite Kleinigkeit. Aber wir reden hier ja schließlich von mir, dem Sammler vor dem Herrn. Es war mal wieder dringend an der Zeit mein Filme-Regal aufzuräumen. Die Neuanschaffungen stapelten sich schon in allen Zwischenräumen. Aber anders als früher habe ich diese nicht einfach nur eingeräumt, nein ich habe tatsächlich erstmals in der zwanzigjährigen Geschichte meiner umfangreichen Sammlung gleichzeitig auch aussortiert. Der Webmaster trennt sich von Teilen seiner Medienbibliothek. Unfassbar, ich weiß. Aber selbst ich muss langsam aber sicher einsehen: Selbst, wenn ich die Zeit dazu hätte, würde ich bestimmte Filme nie wieder anschauen. Beispielsweise SAW oder Der Club der toten Dichter, den ich schon viel zu oft sehen musste (Schule und so). Über 80 Filme habe ich am Ende aussortiert. Darunter einige meiner ältesten Anschaffungen. Klingt bei einer Sammlung von über 1.000 Stück erstmal nach nicht viel aber hey: Es ist schon mehr als ich bislang bereit war abzugeben :smile: . Und es war genug, um am Ende eine Nullsumme zu bekommen. Sprich ich hab‘ für die Sachen, die ich eingeräumt habe, nicht mehr Regalplatz gebraucht! Zukünftig werde ich direkt nach dem Anschauen entscheiden ob ich den Film/Serie tatsächlich gut genug fürs Regal finde oder gleich aussortiere.

Die betroffenen DVDs und Blu-rays landen übrigens (erstmal) nicht bei reBuy oder momox. Stattdessen werden wir sie erstmal für einen guten Zweck in einer der Tierschutzauktionen-Gruppen wie diese auf Facebook anbieten. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr vielleicht was davon haben wollt könnt ihr mich aber auch mal direkt anschreiben und ich gebe euch die Liste.

Autosorgen

Eine Sache, die uns schon etwas länger beschäftigt ist hingegen die Klimaanlage in Lysandas Chevrolet Spark. Gut, dass „länger“ liegt schlicht daran, dass wir es aktuell weiterhin nicht so oft bewegen und Probleme entsprechend nicht bemerken. Die Kühlflüssigkeit geht nämlich flöten. Zuerst war ich vor gut einem Jahr mal bei einem Klimaanlagencheck. Den hatte das Auto in seiner 10jährigen Geschichte noch nie entsprechend konnte es ja mal sein, dass die tatsächlich von sich aus stark abgenommen hat. Aber Anfang dieses Jahrs mussten wir feststellen, dass sie schon wieder nicht geht. Also dieses Mal in eine Opel-Werkstatt (gibt es in Groß-Gerau ja einige) und siehe da: Der Klimakondensator hatte ein Leck. Keine ganz so billige Sache (~500€) aber da wir die Karre doch noch ein paar Jahre fahren wollen (kam wieder problemlos durch den TÜV) haben wir die Investition getätigt.

300€ für ein Stück Rohr…

Leider hielt die Freude über die nun wieder kühle Luft nicht lange an. Ich musste vor kurzem nämlich erneut feststellen, dass nichts Kaltes mehr aus der Lüftung kommt. Also wieder zurück in besagte Opel-Werkstatt und siehe da: Noch ein Leck gefunden. Dieses Mal am Kühlmittelrohr. Super. Warum haben sie das nicht beim ersten Besuch schon entdeckt? Egal. Werkstatt hat sich entschuldigt aber das größere Problem war, dass sie nicht alle Ersatzteile beschaffen konnten. Chevrolet hat sich bekanntlich schon vor längerer Zeit vom deutschen Markt entfernt, Opel (als deutscher Vertreter von Chevrolet) hat das Geschäft ebenfalls eingestellt und hergestellt wird er in Südkorea auch nicht mehr. Der Monteur hat mich dann mit den Teilekennzeichen losgeschickt in der Hoffnung, dass ich z.B. auf eBay oder so noch was finde. Geklappt hat es am Ende bei der genuine parts GmbH, die sowohl das Rohr als auch die dazugehörigen Dichtungsringe noch liefern konnte. Kostenpunkt? Nochmal fast 300€ allein für das Rohr *puh*. Aber gut: Im Auto schwitzen ist extrem doof und die kühle Luft entsprechend (fast) jeden Cent wert. Ich hoffe jedoch inständig, dass damit nun wirklich das Thema erledigt ist und nicht in vier Wochen dann das nächste Leck auftaucht…

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