Obwohl ich ganz klar ein Faible für Bücher über Videospiele und ihre Macher habe: Ich lese natürlich auch ab und zu mal gerne was „Normaleres”. Ganz aktuell die Werke des britischen Autors und ehemaligen MI5/MI6-Mitarbeiters John le Carré um den Geheimagenten George Smiley. Ihr erinnert euch vielleicht noch, dass mir die BBC-Miniserien mit Sir Alec Guinness von 1979 bzw. 1982 sehr gut gefallen hatten. Der Film von 2011 war nicht ganz so super. Er war aber tatsächlich jetzt der Auslöser, dass ich mir endlich mal die neun Bücher geholt und angefangen habe sie zu lesen.

Ich hatte das Werk von Tomas Alfredson vor kurzem nochmal mit Lysanda geschaut und musste feststellen, dass ich irgendwie 2013 etwas zu gutmütig zu ihm war. Beim erneuten Genuss war er tatsächlich ziemlich langweilig und ganz und gar nicht spannend oder empfehlenswert. Aber gut: Wir werden alle älter und weiser :smile: . Im Anschluss hatte ich auf jeden Fall große Lust endlich mal die Vorlage zu lesen und da ich bekanntlich keine halben Sachen mache, fing ich ganz vorne an. Der Film und die Serie basieren nämlich auf dem fünften (von neun) George-Smiley-Büchern.

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Schatten von gestern (Call for the Dead; 1961; 222 Seiten) – Der erste Band und die Geburtsstunde von George Smiley. Passenderweise eingeleitet mit einem Lebenslauf, der seinen Lebensweg bis zum Beginn der eigentlichen Geschichte nachvollzieht. Ein kleiner, weniger ansehnlicher Mann, dessen Schneider ihn offensichtlich ausnutzt (seine Klamotten sind ihm zu groß). Er hat in Oxford studiert und ist ein Liebhaber eher unbekannter deutscher Poeten aus dem 17. Jahrhundert. Wie auch immer schaffte er es eine absolute Schönheit anzulachen. Die Ehe hielt jedoch nur kurz. Sie verließ ihn für einen berühmten Rennfahrer. Schon 1928 landet er beim britischen Geheimdienst und macht sich speziell im Krieg einen Namen.

Mittlerweile ist der zweite Weltkrieg ein paar Jahre her. Stattdessen tobt der Kalte Krieg und wie überall in der westlichen Welt hat man auch in England Angst vor den Russen/Kommunisten. Das Buch beginnt mit dem Selbstmord des MI6-Agenten Samuel Fennan. Smiley hatte ihn ein paar Tage zuvor einer Unterredung unterzogen, weil er aufgrund eines anonymen Briefs verdächtig wurde ein Doppelagent zu sein. Fennans Frau und sein Abschiedsbrief erwecken den Eindruck, dass es dieses Verhör war, was ihn über die Klippe springen ließ. Also wird Smiley auf Geheiß der Obrigkeit vom Dienst entlassen und die Geschichte ist zu Ende. War ein sehr kurzes Buch…

Nein, natürlich nicht. Wir wissen doch alle, dass in den besten Krimis der gute Polizist/Detektiv/was auch immer erst einmal von den lahmen/korrupten Beamten hintergangen wird und er erst auf sich gestellt anfängt den Fall zu lösen. Es beginnt die Suche nach der Wahrheit. Hat sich Fennan tatsächlich umgebracht, wegen Smileys Verhör oder steckt doch mehr dahinter?

Beim Christoph meint: Ein fulminanter Einstieg in die Saga. Volle 5 von 5 Sics und eine klare Leseempfehlung. Der Start mit dem Lebenslauf mag einem zuerst etwas komisch vorkommen, legt aber die Grundlage für ein äußerst spannendes Katz- und Mausspiel bei dem bis zum Schluss unklar ist wer gewinnt (=überlebt) und verliert (=stirbt) – inkl. einer Art Cliffhanger, der erst in Band 3 aufgelöst wird. Smiley ist ein äußerst komischer aber auf seine Art extrem intelligenter Kauz, der nicht immer alles richtig macht und auch vorbildlich nicht alleine arbeitet – also ganz und gar nicht dem James-Bond-Klischee entspricht. Aber das macht ihn so liebenswert. Le Carré erweckt ihn mit seiner für heutige Verhältnisse vielleicht etwas Altmodischen aber für diese Zeit absolut passenden Schreibe perfekt zum Leben und lässt mich als Leser von Anfang bis Ende mit ihm mitfiebern.

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Ein Mord erster Klasse (A Murder of Quality; 1962; 186 Seiten) – Smiley hat es am Ende des 1. Bands abgelehnt in den Dienst seiner Majestät zurückzukehren. Stattdessen „genießt” er den frühen Ruhestand wie man es so als englischer Gentleman halt tut. Eines Tages kommt die Herausgeberin der kleinen Zeitschrift „Christliche Stimme”, Ailsa Brimley, auf ihn zu. Er kennt sie noch aus dem Krieg. Sie hat einen verstörenden Brief erhalten in dem die langjährige Leserin Stella Rode ihren Verdacht äußert, dass ihr Mann sie umbringen möchte. Ihr Ehemann ist Lehrer am Elite-College Carne, sie „nur” ein einfaches Mädchen vom Lande.

Und tatsächlich: Bevor es Smiley nach Carne schafft ist Ailsa bereits tot. Brutal zusammengeschlagen im Wintergarten ihres Hauses mit einem Stück Koax-Kabel, das ihr Mann als Anschauungsmaterial im Unterricht verwendet hat. Da braucht es keinen Smiley, um den Fall zu lösen. Es war eindeutig nicht der Gärtner, sondern der karrieresüchtige Ehemann, der sich von seiner so gar nicht in die Carne-Gesellschaft passende Frau zurückgehalten sah. Aber wer so denkt, hat vermutlich noch nie in seinem Leben einen Krimi konsumiert. Bis die Wahrheit ans Licht kommt hat Smiley stattdessen so einiges an Detektivarbeit zu leisten, was bei einer eingeschworenen Gesellschaft, wie es die Lehrer von Carne ist, nicht ganz so einfach ist.

Beim Christoph meint: Mit Agenten und Russen hat Ein Mord erster Klasse überhaupt nichts zu tun. Smiley ist einfach nur dabei, weil Le Carré eine ausgearbeitete Figur zur Verfügung hatte. Stattdessen erwartet euch ein klassischer Krimi, der das Genre nicht unbedingt neu erfindet. Der Autor hält sich größtenteils auf den bekannten Pfaden der typischen Leserablenkungen. Wir wissen natürlich alle, dass es am Ende anders kommt als erwartet und die eindeutigen Indizien gegen den Ehemann vermutlich nicht das sind, was sie scheinen.

Von mir gibt’s für den Roman 4 von 5 Sics. Die Geschichte ist erneut spannend und voller Wendungen sowohl für die Charaktere als auch die Leser trotz oder gerade, weil Le Carré einem das ein oder andere offensichtliche Ablenkungsmanöver hinwirft auf das selbst ein Blinder nicht hereinfallen würde. Aber natürlich hatte ich nach dem Agententhriller im ersten Band etwas anderes erwartet als einen „klassischen” Krimi. Das an sich wäre kein Problem aber gleichzeitig haben mich das Setting (ein Elite-College) und die dazugehörigen Akteure (hochnäsige Lehrer) nicht ganz so in den Bann gezogen. Verschlungen habe ich es trotzdem. Insofern… :wink:

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Der Spion, der aus der Kälte kam (The Spy Who Came In from the Cold; 1963; 276 Seiten) – Es geht zurück zum Kalten Krieg – falls ihr es nicht schon anhand des Titels erraten habt. Allerdings hat der Roman sowas von überhaupt nichts mit George Smiley zu tun. Ja, er wird hier und da auf komische Art und Weise in eher unpassenden Nebensätzen erwähnt (so in der Art übernatürlicher Drahtzieher). Aber faktisch kommt er nicht darin vor. Das mag das Marketing extrem irreführend machen aber hat zum Glück keine negativen Auswirkungen auf die Qualität der erzählten Geschichte.

Es geht um den Lenker Alex Leamas. Zuständig für Ostdeutschland hat er in den vergangenen Monaten alle seine Agenten verloren. Sein Gegenspieler ist Hans-Dieter Mundt, einer der Drahtzieher aus dem ersten Buch (der erwähnte Cliffhanger) und ein hochrangiger Spion der Sowjetunion. Die Geschichte beginnt mit dem Tod des letzten Agenten an einem Grenzübergang von Ost nach West. Leamas wird nach London zurückbeordert und in den Innendienst gesteckt. Dort gefällt es ihm aber sowas von überhaupt nicht. Es geht rapide bergab mit ihm (wird Alkoholiker, lässt sich gehen, etc.) und er beendet in Ungnade gefallen seinen Dienst. Anschließend gerät er ins Visier der Ostdeutschen und wird zum Überläufer. Spoiler Tatsächlich ist Leamas aber immer noch für ihre Majestät unterwegs. Sein Überlaufen ist nur eine Farce, um an Mundt heranzukommen.

Beim Christoph meint: Le Carré schreibt im Vorwort meiner Ausgabe, dass er den Erfolg dieses Romans ein Stück falsch findet. Aus seiner Sicht hat er eine völlig fiktive Agentengeschichte geschrieben, die überhaupt nichts mit seiner eigenen Realität beim Geheimdienst zu tun hatte. Stattdessen waren die Kritiker alle begeistert und hielten sie für die absolute Wahrheit (schließlich war Le Carré ja auch Agent). Schnell wurde versucht die Charaktere und Situationen im Buch mit echten Vorkommnissen der damaligen Zeit über ein zu bringen. Und natürlich hat man viele Parallelen gefunden. Aber auch wenn es Le Carré stört, spricht das gerade für sein Werk. Es erfüllt die Leserfantasien. So stellt man sich das Agentenleben als Normalbürger vor, der sowas nur aus Unterhaltungsmedien kennt.

Das Ergebnis ist ein vielleicht nicht akkurates Abbild der Zeit aber dafür ein extrem spannender Agententhriller. Zuerst die Frage, ob Leamas tatsächlich zum Überläufer wird und dann, ob er die zahlreichen Verhöre meistern und sein Ziel Mundt endgültig auszuschalten erreichen wird. Das Finale ist der helle Wahnsinn und überhaupt nicht das, was ich erwartet hätte. Entsprechend gibt es von mir wieder volle 5 von 5 Sics. Statt mit viel Action, hält einen Der Spion, der aus der Kälte kam mit psychologischen Spielchen bei der Stange. Jede Sekunde fiebert man mit und will wissen, wie es weitergeht. Ein wirklich geniales Werk und im direkten Vergleich sogar nochmal besser als Schatten von gestern.

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Krieg im Spiegel (The Looking Glass War; 1965; 319 Seiten) – Le Carré Reaktion auf die Kritiken des Vorgängerbands – mit entsprechendem Ergebnis. Statt Fiktion jetzt Geheimdienstrealität (mit erfundenen Figuren natürlich). Englische Kritiker und Leser fanden es überhaupt nicht gut. Nur ausländische Geheimdienste freuten sich, weil es ihre Sicht auf den britischen Geheimdienst ziemlich genau wiedergab.

Im Vergleich zu Band 3 kommt George Smiley wieder etwas öfter vor, bleibt aber dennoch eine nutzlose Randfigur, die besserwisserisch nervig daherkommt. Keine Ahnung warum. Sowieso wird der „Circus” (MI6) als ignorant und „sich für was besser haltendes” dargestellt. Die Hauptfiguren arbeiten stattdessen bei einem anderen Arm des britischen Geheimdienstes, der sich um militärische Ziele kümmert. Und ein solches soll sich gerade in Ostdeutschland aufgetan haben: Eine geheime russische Raketenbasis in Kalkstadt. Der Kurier mit den dazugehörigen Luftaufnahmen wurde (vermutlich) ermordet. Nun gilt es auf anderem Wege herauszufinden, ob an den Gerüchten was dran ist.

Die Raketenbasis dient aber lediglich als Aufhänger für Le Carré auf mehr als 300 Seiten eine sicherlich realistische aber völlig langweilige Geschichte rund um eine veraltete Truppe zu erzählen, die sich verzweifelt an ihre glorreichen Kriegszeiten klammert. Es geht um Spesen, Ressourcenverteilung, kaputte Ehen, komische Führungspersönlichkeiten, Ämterneid und das Training eines nun in England lebenden Polen, der zu Kriegszeiten bereits für den englischen Geheimdienst gearbeitet hatte. Die Aufgabe: Ihn fit dafür zu machen über die Grenze zu gehen und diese Raketenbasis zu bestätigen oder auch nicht. Und ums gleich zu verraten: Der Übertritt findet fünf Kapitel vor Ende des Buchs statt (insgesamt 23) und wird entsprechend schneller abgehandelt als ein Besuch auf dem Klo. Der Großteil der Erzählung sind wir stattdessen in einem Haus in Oxford in dem der Pole Leiser das Training erhält. Welche Methoden werden angewandt, wie wird er manipuliert, wie macht er sich und derlei Kram.

Beim Christoph meint: 1 von 5 Sics… Ja, ich stimme den damaligen Kritikern zu. Das Buch mag zwar höchst realistisch sein und zeigen, wie der britische Geheimdienst (und vermutlich viele andere) in den 50igern/60igern funktioniert hat. Aber ein guter Roman/Krimi/Thriller sieht definitiv anders aus. Keiner der Charaktere ist auch nur ansatzweise interessant und das ganze Drumherum ist mir sowas von völlig egal. Was interessiert mich wie schwer es ist der Witwe eines Agenten vom Schatzamt eine Pension zukommen zu lassen? Was bringt es mir zu wissen, dass der Nahkampftrainer 10 Schilling für seine Arbeit bekommen hat? Dass der Geheimdienst in einem heruntergekommenen Haus untergebracht ist? Und wie viele Autos jetzt die eine Klitsche zur Verfügung hat und die andere nicht?!

Dazu kommt noch, dass der Aufbau des Buchs häufig miserabel ist. Keine Ahnung ob das an der deutschen Übersetzung und dem dazugehörigen Layout liegt aber da wird fröhlich innerhalb eines Kapitels zwischen Orten und Personen hin- und hergesprungen und zwar oft ohne erkennbaren Zusammenhang und teilweise direkt im nächsten Satz – also ohne irgendeinen offensichtlichen Abstand. Als Leser bin ich dann erstmal total verwirrt wie das jetzt eigentlich mit dem vorherigen Satz zusammenpasst bis ich merke, dass sich hier ja zwei völlig andere Personen unterhalten. Gerne wird das mit Szenen aus dem Circus gemacht wo sich Control und George Smiley miteinander total verschwörerisch unterhalten (passt überhaupt nicht zum im 1. Band etablierten Charakter). Ne, Finger weg von diesem Werk. Mag sein, dass John le Carré damit seine persönliche Erfüllung fand aber das hätte er lieber als Fachbuch oder so niederschreiben sollen.

 

Und damit sind wir am Ende des heutigen Eintrags angekommen. Als nächstes liegt nun endlich Band 5, Dame, As, König, Spion, auf meinem Nachttisch. Mal schauen ob die Jagd nach Karla in schriftlicher Form ähnlich oder sogar noch spannender ist als auf dem Bildschirm. Ich werde euch sicherlich berichten. Was ich jetzt schon sagen kann: Ich habe es definitiv nicht bereut die ersten drei Bände vorher zu lesen. Speziell Schatten von gestern und Der Spion, der aus der Kälte kam sind wirklich erstklassig und ich hoffe, dass Le Carré auf dieser Grundlage im fünften Band aufbaut. Über Band 4 sprechen wir einfach nicht weiter.

PS: Alle vier Bände wurden verfilmt. Am berühmtesten ist wie die Vorlage Der Spion, der aus der Kälte kam mit Richard Burton von 1965, der sogar zwei Oscars erhielt. Muss ich mir wohl jetzt auch alle mal anschauen.

Es gibt aktuell nur zwei Bands deren Wirken ich genauer beobachte und wo ich der Veröffentlichung des nächsten Albums tatsächlich sehnsüchtig entgegenfiebere. Bei allen anderen schau ich ab und zu mal so “Pflichtbewusst”-mäßig, ob es seit dem letzten Mal was Neues gab aber dann war’s das auch schon wieder. Und diese zwei Bands sind die Punkrocker von The Offspring und die Symphonic-Metal-Band Beyond the Black.

Erstere sind schon seit Jahrzehnten trotz oder gerade wegen eines eher eisigen Kennenlernens meine absolute Lieblingsband. Fetziger Punk-Rock vom allerfeinsten. Lysanda findet zwar, dass Dexter Holland zu angestrengt-gequetscht und langweilig singt. Zudem versteht sie ihn kaum. Aber was weiß die schon?! Die findet männliche Sänger eh grundsätzlich doof, diese Kunstbanausin! :wink: Die Mannheimer Truppe Beyond the Black gibt es hingegen noch nicht einmal Ansatzweise so lange aber ihre ersten drei Alben waren durchgängig absolute Megabrüller und laufen in unserem Haushalt seit ihrer Entdeckung hoch und runter.

Und da vergangenen Freitag nach neun Jahren Wartezeit endlich die 10. Platte von The Offspring in die Läden gekommen ist, ist aus meiner Sicht heute ein guter Zeitpunkt die aktuellen Alben dieser beiden Bands genauer unter die Lupe zu nehmen. Zumal es bei The Offspring seit meinem Fernstudium schon fast eine Tradition ist, dass ich eine Kritik zur ihren Werken schreibe :smile: .

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Let The Bad Times Roll (The Offspring, 2021) – Neun Jahre…das ist der bislang größte Abstand zwischen zwei The Offspring-Platten. Die Gründe dafür sind vielzählig. So hat Dexter beispielsweise in der Zeit seinen Ph.D. in Molekularbiologie gemacht (jeder braucht ein Hobby), Bassist und Gründungsmitglied Greg Kriesel hat die Band verlassen und natürlich hat auch Corona den Zeitplan durcheinandergebracht. Aber angeblich war die Band in dieser Zeit immer mal wieder zusammen mit dem legendären Produzenten Bob Rock (Metallica, Mötley Crüe), uvm.) im Studio und hat am Album gefeilt. Die erste Single, Coming For You, wurde entsprechend schon Anfang 2015 veröffentlicht.

Herausgekommen sind erneut 12 Lieder aber nur mit einer Spielzeit von 33 Minuten. Also ein ähnlich kurzes Werk wie Splinter anno 2003. Und um es gleich vorwegzunehmen: Nein, es ist trotz oder gerade wegen der langen Entstehungszeit nicht das ultimative Meisterwerk geworden. Es fühlt sich tatsächlich mehr wie ein Best-Of-Album an. Das ist an sich erstmal nicht schlecht. Die Kalifornier haben in ihren 35 Jahren durchaus in Sachen Sound einiges ausprobiert und es ist entsprechend cool, dass quasi für jeden Fan auf diesem abwechslungsreichen Album etwas dabei ist. The Opioid Diaries erinnert mich beispielsweise stark an meinen absoluten Lieblingssong, Way Down The Line (1997) während We Never Have Sex Anymore auch auf dem “Mainstream-Durchbruchs-Album” Americana nicht aufgefallen wäre. So ein krasser Kontrast zwischen depressivem Text und fröhlicher Partymusik…

Es geht auch gleich richtig los mit This Is Not Utopia und Let The Bad Times Roll. Beide Tracks versprühen bis in die Poren den typischen The Offspring-Sound, rocken bis in die Knochen und sprechen einem wie es sich für Punk gehört aus der (dunklen) Seele zu den Themen Trump und Corona. Mein bisheriger Lieblingssong des Albums ist allerdings tatsächlich das wesentlich sanftere Behind Your Walls an Position Nr. 3. Leider muss ich in der zweiten Hälfte des Albums zu oft auf “weiter” drücken. Zwar sind The Offspring mittlerweile durchaus für ihre Spaßlieder bekannt aber die jeweils nur rund eine Minute langen Tracks In The Hall Of The Mountain King und Lullaby sind absolute Platzverschwendung. Die Unplugged-Variante der Ballade Gone Away (1997) hingegen ist grundsätzlich super, wäre mir als Bonus-Track jedoch lieber gewesen. Somit bleibt am Ende der halben Stunde ein äußerst fader Beigeschmack übrig.

Beim Christoph meint: Let The Bad Times Roll bekommt von mir unterm Strich tatsächlich nur 3 von 5 Sics. Würde das Album nur aus den ersten sieben Liedern bestehen, gäbe es mehr und diese Tracks werde ich sicherlich die nächsten Tage und Wochen wie gewohnt hoch- und runterhören. Aber selbst ohne die lange Wartezeit zu berücksichtigen, bin ich schlicht und einfach vom Rest massiv enttäuscht. Das hat für mich was von “uns fiel nichts mehr ein, also klatschen wir irgendwas drauf”. So sehr mich die “Fun”-Tracks auf Days Go By gestört haben: Sie waren nicht annähernd so schlimm wie das hier. Dabei hatten die letzten beiden Alben (Rise and Fall, Rage and Grace ist ein Meisterwerk) doch gezeigt, dass sie es selbst nach all der Zeit grundsätzlich noch draufhaben. Schade.

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Hørizøns (Beyond The Black, 2020) – “Kaufhausmusik” stand auf irgendeiner unbedeutenden Metal-Seite unter der absolut vernichtenden Kritik zu diesem Album. Und auch schon als die Videos zu den Single-Auskopplungen im Vorfeld auf YouTube veröffentlicht wurden, hagelte es in den Kommentaren vernichtende Bewertungen. Von wegen “was macht dieser Kuschelrock” auf dem Kanal des Über-Mega-Hardcore-Death-Metal-Verlags Napalm Records. Zum Glück ist Musik Geschmackssache.

Ja, die Band hat seit ihrer Neuformierung (es blieb nur die Sängerin übrig) die mit Heart Of The Hurricane eingeschlagene Richtung konsequent fortgesetzt und ist mittlerweile etwas poppiger als auf ihren ersten beiden Alben. Mit der Betonung auf “etwas” und nicht allumfänglich soweit ich es beurteilen kann. Ich vermute übrigens, dass dieser Eindruck ein Stück weit auch dadurch entsteht, weil Jennifer Haben eine hellere und das Lied dominierende Stimme hat (erneut ein großer Dank an den Produzenten, der das zulässt!) im Vergleich zu mancher Konkurrenz auf dem Metal-Markt. Ich verstehe aber eh nicht, was den Fans am unverständlichen Rumgegrölle und sinnlosen, ohrenbetäubenden Geschrubbe mancher Bands gefällt. Außerdem sind die Texte auf Hørizøns gefühlt nicht so extrem depressiv und mit Tod und Verderben durchsetzt. Ja, nennt mich von mir aus ein Weichei aber ab und zu darf’s auch mal was Positiveres sein ohne gleich in schnulzige Liebesballaden umzuschwenken.

Was nicht heißt, dass es keine absoluten Headbanger mit einem gewohnt harten Schlagzeug, schnellen Gitarren und schwerem Bass gäbe. Marching On (trotz des Folk Rock/Elektronik-Einschlags) oder Coming Home kommen mir da beispielsweise in den Sinn. Auch Golden Pariahs, neben dem Duett Wounded Healer mein Lieblingstrack auf dem Album, haut richtig schön rein.

Beim Christoph meint:  5 von 5 Sics gibt es für das Werk und es ist erneut eine klare Hörempfehlung. Die 13 Tracks (55 Minuten) sind aus meiner Sicht wieder alle durchgängig genial geworden. Es ist das mittlerweile 4. Album von Beyond the Black und erneut ist kein einziges Lied dabei, dass ich selbst nach mehrmaligem Hören wegdrücken möchte. Diese Konstanz hat sonst noch keine mir bekannte Band geschafft. Wenn das für “echte” Metalheads unter “Kaufhausmusik” fällt, dann ist das halt so. Aber am Ende des Tages muss es mir gefallen und das tut es uneingeschränkt.

2023 feiert Steven Spielbergs Blockbuster Jurassic Park seinen 30. Geburtstag. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Michael Crichton, der auch zusammen mit David Koepp das Drehbuch schrieb. Ein immer noch sehr beeindruckendes und (technisch) wegweißendes Werk, auch wenn die Wissenschaft sich mittlerweile Dinosaurier etwas anders vorstellt. Es ist insofern nicht ganz zeitlos aber trotzdem: Die Dinos im Film sind selbst heute noch extrem genial. Ja, wenn man genau hinsieht merkt man, dass der imposante T-Rex sich hier und da etwas mechanisch bewegt und die Computergrafikeffekte noch nicht vollends ausgereift sind (speziell in Bezug auf Schatten und Belichtung). Aber das schadet dem Kinoerlebnis absolut nicht. Sobald die ersten Noten von John Williams’ Soundtrack durch die Boxen tönt bin ich sofort wieder mittendrin.

Doch wir wollen heute nicht über den Film (und seine eher vergesslichen Nachfolger) reden, sondern über die Buchvorlage. Die lag nämlich zuletzt inklusive der Fortsetzung im englischsprachigen Original auf meinem Nachttisch. Warum auf Englisch? Weil ich den ersten Band bereits vor Jahren auf Deutsch gelesen hatte und mich im stationären Buchhandel (ja, den gab’s vor Corona noch) ein englischsprachiger Doppelpack für wenig Geld anlachte. Sonst nix :smile: .

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Jurassic Park (Michael Crichton, 480 Seiten, Englisch) – InGen unter dem Vorsitz von John Hammond hat es erfolgreich geschafft mit Hilfe von Blut aus in Harz eingeschlossenen Mücken Dinosaurier zu erschaffen. Und da Hammond der Meinung ist, dass selbstlose Wissenschaft nicht zu gebrauchen ist, nutzt er diese bahnbrechende Erfindung auf die kapitalistischste Weise, die man sich denken kann: Er baut auf der Insel Isla Nublar vor der Küste von Costa Rica einen Freizeitpark namens Jurassic Park. Da sich dort jedoch kurz vor der Eröffnung die Unfälle häufen, werden seine Investoren nervös. Also heuert er den Paläontologen Alan Grant und die Paläobotanikerin Ellie Sattler als Berater an und lädt sie für ein Wochenende auf die Insel ein. Quasi, um zu zeigen wie toll und sicher alles ist.

Neben vielen weiteren Charakteren auch auf der Insel: Ian Malcom, ein Chaosforscher (“je komplexer das System, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es aus dem Ruder läuft“) der für Hammond eine Studie verfasst hat, Donald Gennaro – ein Anwalt der Investoren -, und Hammonds Enkelkinder Tim und Alexis (der Park ist ja total sicher). Ach und natürlich der egoistische Programmierer Nedry, der vom Konkurrenten Biosyn bestochen wird ein paar Dino-Embryos zu klauen. Der Park hat zwar schon so mit Problemen zu kämpfen aber der zum Diebstahl dazugehörige Computerausfall führt dann endgültig dazu, dass die Hölle losbricht (wie es Ian vorhergesagt hat). Speziell die als extrem intelligent dargestellten Velociraptoren richten ein buchstäbliches Massaker unter den Protagonisten und Arbeitern auf der Insel an. Ian sieht seine Chaostheorie (eine reale Sache, die im Buch ausgiebig vorgestellt wird) bestätigt, Hammond kann all das nicht fassen (Kapitalismuskritik) und Dr. Wu hat eigentlich keine Ahnung was er da tut, machts aber einfach, weil er es kann (Wissenschaftskritik).

Beim Christoph meint: Von mir gibt es für das Werk 4 von 5 Sics. Es ist grundsätzlich ein absolut geniales und äußerst spannend erzähltes Buch. Es passiert viel und bis zu Letzt ist unklar, wer aus der Sache lebend herauskommen wird. Gleichzeitig lernt man auch etwas, denn Michael Crichton hat offensichtlich ausgiebig im Vorfeld recherchiert. Ja, einiges davon ist mittlerweile veraltet, weil es seit 1990 neue Erkenntnisse gab. Aber dafür kann er ja nichts. Speziell natürlich Ians teils seitenlange Erklärungen sind nicht so trocken wie man es erwarten würde. Den fünften Sic muss ich dem Werk aber leider aus einem einfachen Grund verweigern: Es ist tatsächlich zu lang.

Was meine ich damit? Nun, zum einen sind ein paar Szenen dabei (z.B. die Flussfahrt), die irgendwie nicht so recht ins große Ganze passen und gefühlt zu lange dauern ohne, dass wirklich etwas relevantes rauskommt. Zum anderen hat Michael Crichton an der völlig falschen Stelle aufgehört. Das Stichwort hier heißt “Ausflug zum Nest“. Der hatte keinerlei Mehrwert und die Charaktere haben dort nicht einmal das gemacht, was sie angeblich tun wollten. Und sonderlich spannend ist es ebenfalls nicht. Ne, nach diesem Finale war ich tatsächlich etwas genervt. Dennoch: Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung. Vor allem, wenn man Fan des Films ist.

 

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The Lost World (Michael Crichton, 432 Seiten, Englisch) – Die einzige Fortsetzung die Michael Crichton jemals geschrieben hat. Fast schon unvorstellbar heutzutage in einer Zeit in der gefühlt jedes Buch sofort mindestens als Trilogie ausgelegt wird (die meistens dann nicht erscheint, weil Teil 1 gefloppt isr). Aber die Fans (und Hollywood: Sie wollten einen zweiten Film) flehten den Autor um eine weitere Geschichte an und er gab nach. Das Ergebnis spielt auf der Vulkaninsel Isla Sorna auch bekannt als “Site B“. Während auf Isla Nublar der Park entstand, wurden auf dieser Insel die Dinosaurier gezüchtet. Und jetzt, sechs Jahre nach dem Park-Desaster, werden von dort aus unerfindlichen Gründen Kadaver an die Küsten von Costa Rica geschwemmt. Die Regierung hat entsprechend große Probleme die Sache weiter zu vertuschen und immer mehr Leute haben ein starkes Interesse daran diese geheimnisvolle Insel zu finden.

Auf der Seite der “Guten“ haben wir Dr. Richard Levine, ein eingebildeter aber reicher Paläontologe, der unter allen Umständen die Insel finden und erkunden möchte ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben. Unterstützt wird er von Doc Thorne, ein ehemaliger Professor, der nun Spezialanfertigungen für Expeditionen baut sowie dessen Angestellter Eddie Carr. Eher unfreiwillig kommt noch der Mathematiker Ian Malcom dazu, der technisch gesehen (Spoiler) den Parkunfall im ersten Buch nicht überlebt hat. Aber Michael Crichton meinte, er käme ohne seine ironische Stimme nicht aus also wurde kurzerhand die Geschichte etwas umgeschrieben. Die letzte Erwachsene im Bunde ist Sarah Harding, eine toughe Zoologin aus Afrika und ehemalige Freundin von Ian. Und natürlich – man kommt ja leider nicht ohne aus – zwei Kinder namens Kelly und Arby, die sich selbst auf die Expedition mit einladen und mehrfach den Tag retten. Die Bösewichter sind hingegen drei Vertreter von Biosyn. Die bereits oben erwähnte Konkurrenzfirma von InGen, die im ersten Buch Nedry damit beauftragten Embryos zu stehlen. Dieses Mal haben sie es auf die Eier in den Dino-Nestern abgesehen.

Insgesamt tatsächlich nur eine Handvoll Charaktere, die vorkommen und die Kinder sind weniger nervig als erwartet. Wie immer läuft am Anfang alles super duber. Alle Parteien kommen irgendwie auf Isla Sorna an, verfolgen zuerst erfolgreich ihre Ziele (Beobachten/Eier stehlen) und sind total begeistert von den verschiedenen Arten von Dinos – also außer Ian, der bekanntlich schon genug Erfahrungen mit T-Rex & Co. gemacht hat. Als die Bösewichter dann aber T-Rex-Eier an sich reißen wollen und die Eltern es nicht so durfte finden, geht die ganze Sache für alle Parteien zügig den Bach runter. Der spannende Kampf ums Überleben beginnt erneut. Ian ist dabei immer noch der Chaosforscher aber die zentralen Themen des Buchs sind eher die Theorien über das Aussterben von Arten und erneut viel Kritik an Wissenschaftlern. Zum einen, weil sie auf Site B wie im Park völlig unwissend viel Blödsinn verzapft haben. Zum anderen von wegen, dass es überhaupt keine objektive Wissenschaft gibt. Sprich sobald ich etwas beobachte, verändere ich es dabei gleichzeitig und bringe das gesamte Ökosystem durcheinander.

Der Roman ist übrigens inspiriert vom gleichnamigen Buch von Arthur Conan Doyle aus dem Jahre 1912. Auch dort geht es um eine längst vergessene Insel auf der noch Dinosaurier leben. Die Gemeinsamkeiten hören damit aber praktisch schon wieder auf.

Beim Christoph meint: Speziell die erste Hälfte des Buchs war ich nicht so gefesselt wie beim Vorgänger. Es passiert einfach zu wenig. Wenn es dann richtig losgeht wird es zwar erneut sehr spannend und der Informationsgehalt ist ebenfalls wieder ziemlich hoch. Aber trotzdem gibt es von mir nur 3 von 5 Sics, denn ich habe es definitiv öfters freiwillig weggelegt als Band 1.

Ian ist logischerweise wieder das Highlight, obwohl er dieses Mal ziemlich wenig zu tun hat. Sarah Harding ist ebenfalls super und ein gutes Frauenvorbild. Der Rest? Eher meh. Levine ist ein Arschloch aber nicht so ein interessantes Arschloch wie es Hammond war und die Bösen sind erneut nur da, um das Chaos in Gang zu bringen und spielen ansonsten keine wirkliche Rolle. Außerdem stört mich ein wenig, dass Crichton fast vollständig auf die Raptoren als Gefahr setzt. Ja, die T-Rexe haben eine zentrale Szene ganz für sich. Aber die schnell lernend Raptoren sind überall – dabei hatten wir das doch schon im Jurassic Park. Insofern: Kann man mal lesen, muss man aber nicht.

 

Buch vs. Film

Jurassic Park (Universal Pictures-Promobild)

Jetzt stellt sich der ein oder andere zum Abschluss noch die übliche Frage: Was ist besser? Die beiden Bücher oder die beiden dazugehörigen Filme? Die langweilige Antwort: Ich persönlich finde diese Frage mittlerweile doof. Man kann aus meiner Sicht beides nicht wirklich miteinander vergleichen. Jedes Format hat seine Vor- und Nachteile und ist auf seine Art und Weise eine Interpretation der Ereignisse. Im Fall von Jurassic Park erfährt man in den Büchern mehr über die Charaktere und lernt mehr Orte (und Dinos) kennen. Dafür haben die Filme beeindruckende Bilder und einen genialen Soundtrack. Gleichzeitig haben beide Werke ihre eigenen Schwächen. Beispielsweise ist das King Kong-Finale von Vergessene Welt: Jurassic Park absolut bekloppt und unpassend. Das Buch ist aber wie erwähnt jetzt auch nicht der Brüller. Unterm Strich unterhalten mich aber beide Werke auf ihre Art und Weise – und das ist das Wichtigste. Und nein, über Jurassic Park III reden wir hier zum Glück nicht. Das ist einfach nur ein schlechter Film :wink: .

Assassin’s Creed Chronicles: India (Herstellerbild)

Irgendwie bin ich was Videospiele angeht weiterhin voll auf dem Ubisoft-Trip. Seit dem damaligen Eintrag habe ich sowohl FarCry 5 (war okay) als auch FarCry: New Dawn (eher meh) erfolgreich mit allen DLCs beendet. Außerdem flimmerte der Abspann zu Assassin’s Creed Chronicles: China über meinen Monitor und jetzt bin ich mit Assassin’s Creed Chronicles: India beschäftigt, vermutlich gefolgt von Assassin’s Creed Chronicles: Russia. Aber zu den Dreien kommt dann in einem der kommenden Einträge mehr.

Da wir aber sowieso schon den ganzen Tag von früh bis spät am Bildschirm sitzen, gönnen wir uns mittlerweile abends auch mal 1-2 Stunden mit Büchern. Unsere Regale quillen nur nicht hoffnungslos über, weil wir entsprechend viele davon haben (14 Stück oder so) und trotzdem kommt ständig was Neues dazu. Allein auf meinem Nachttisch liegen derzeit mehrere Titel. Neu angefangen habe ich beispielsweise Jurassic Park (Michael Crichton). Das habe ich vor Jahren schonmal auf Deutsch gelesen aber den Nachfolger, The Lost World noch nicht. Also dachte ich mir, ich lese beide Bücher mal im englischen Original. Außerdem habe ich mir wie angekündigt Braving Britannia: Volume II geholt und möchte es priorisiert konsumieren. Dann kam aber eine Lieferung aus Amerika mit den letzten beiden Kollektionen des Webcomics Unshelved über das ich an dieser Stelle schon einmal berichtet hatte (und das danach noch auf Farbe geschwenkt ist). Also habe ich davon alle Bände (12) aus dem Schrank geholt und arbeite mich nun durch diese. Ich bin sogar mittlerweile bei den beiden Neuen angekommen.

Nichts Neues also von mir in der Hinsicht. Lysanda hat sich hingegen durch die Tetralogie Die Todesengel von Jim C. Hines (Hugo Award Winner) gelesen und möchte euch heute davon berichten.

Märchen mal anders

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Der Vorteil der Public Domain ist, dass jeder mit dem alten Kram machen kann, was er will. Entsprechend viele Neuinterpretationen vor allem der alten Meister wie der Gebrüder Grimm, Hans Christian Andersen oder Lewis Carroll gibt es auf dem Markt. Jim C. Hines Erzählungen fallen ebenfalls in diese Kategorie. Im Kern sind es Fortsetzungen in denen die weiblichen Charaktere nach ihren Erlebnissen in den Märchen gemeinsam Abenteuer erleben. Im Verlauf der Bücher erfährt man aber auch die “Wahrheit” darüber, was damals wirklich passiert ist. Der Buchrücken ist hier ausnahmsweise mal korrekt mit der Aussage “Drei Engel für Charlie meets Fantasy”.

Im ersten Buch, Drei Engel für Armand, geht es um Prinzessin Danielle Whiteshore, geborene de Glas, besser bekannt als Aschenputtel. Als eines Tages ihre Stiefschwester ihren Ehegatten (Prinz Armand) mittels Magie entführt, wird sie mit dem Geheimdienst der Königin bekannt gemacht. Diese stellt ihr Talia (Dornröschen) sowie Schnee (Schneewittchen) an ihre Seite um ihren Sohn zu retten. Im zweiten Band, Die fiese Meerjungfrau geht es hingegen um die namensgebende Meerjungfrau aus Hans Christian Andersens Buch. Anders als im romantisierten Original hat sie sich nämlich nicht für das Glück des Prinzen geopfert, sondern wurde aufgrund von Magie und der Abweisung des Prinzen verrückt. Als dann ein diplomatisches Treffen zwischen Menschen und Meervolk außer Kontrolle gerät liegt es an unseren drei Heldinnen das Leben ihrer Königin zu retten.

Der Titel des dritten Bands, Rotkäppchens Rache, verrät hingegen schon alles: Rotkäppchen (jetzt Roudette) ist zu einer gefürchteten Assassine herangewachsen und hat einen neuen Auftrag bekommen: Dornröschen zu töten. Das kann unser Heldentrio logischerweise nicht zulassen. Der Band erzählt Schwerpunktmäßig die Hintergrundgeschichte von Dornröschen und warum sie jetzt eine niemals schlafende Kämpferin ist, die es mit der Attentäterin Roudette durchaus aufnehmen kann. Natürlich wird auch die Geschichte von Rotkäppchen selbst erzählt. Im bislang letzten Teil, Dämon, Dämon an der Wand kommt der Feind hingegen von innen. Schneewittchen, die Expertin für Spiegelmagie im königlichen Geheimdienst, zerbricht aus Versehen ihren eigenen Spiegel. Das Resultat ist ein freigesetzter Dämon der von Schneewittchen Besitz ergreift, das halbe Schloss inklusive Armand verhext, Jakob (Sohn von Danielle) entführt und loszieht in Schnees Heimatland. Die anderen beiden Prinzessinnen machen sich auf den Weg Schnee, Jakob und alle verhexten zu retten. Insgesamt werden sechs Märchen neu Interpretiert. Das wären Aschenputtel, Schneewittchen, Dornröschen, die kleine Meerjungfrau, Rotkäppchen und die Schneekönigin.

Der Stil

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Die Bücher richten sich aus Lysandas Sicht eher an junge Erwachsene. Sie sind zwar nicht bierernst und der eine oder andere humorvolle Moment kommt durchaus vor. Aber die drei Heldinnen haben in ihrem Leben definitiv schon einiges (durchaus schlimmes) mitgemacht und es wird schnell klar, dass die Märchen eine extrem stilisierte und beschönigende Sicht der Dinge darstellen. Dabei ist schon in den Originalen nicht unbedingt nur Friede, Freude, Eierkuchen. Jim C. Hines Werke zeigen außerdem, dass das Leben nicht mit der Hochzeit und dem obligatorischen “…und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage” endet. Das ist durchaus positiv gemeint. Stattdessen erlebt ihr die Entwicklung von jungen Frauen, die nicht nur neben ihrem Prinzen hübsch aussehen, sondern durch die Hürden, die ihnen das Leben in den Weg stellt ihre eigenen Fähigkeiten entdecken und zu nutzen lernen.

Technisch gesehen ist die Erzählung in jedem Buch in sich abgeschlossen. Aber es macht definitiv mehr Spaß, wenn man sie in chronologischer Reihenfolge liest und so zusammen mit den Heldinnen wächst. Leider ist die Wahrscheinlichkeit eines fünften Buchs eher gering. Inhaltlich lässt der Autor zwar Luft für eine oder sogar mehrere Fortsetzungen – schließlich kann sich der königliche Geheimdienst noch mit vielen weiteren Märchenheldinnen auseinandersetzen. Doch der vierte Band ist bereits vor mittlerweile 10 Jahren erschienen.

Lysanda meint: Ein Kennzeichnen für ein gutes Buch ist bei mir immer, dass ich es im Anschluss zurück ins Regal stelle statt es direkt weiter zu verkaufen. Bei Jim C. Hines Tetralogie Die Todesengel habe ich mich etwas schwer getan diese Entscheidung zu treffen aber am Ende ging sie zu Gunsten des Autors aus und ich gebe der Reihe gerade so 4 von 5 Sics. Warum ich den ersten Band damals gekauft habe, weiß ich tatsächlich nicht mehr. Der steht schon länger im Regal als der Webmaster neben mir im Bett schläft. Bereut habe ich es wie ihr seht nicht ihn gekauft zu haben. Mit Verwunderung stellte ich an seinem Ende jedoch fest, dass es kein Einzelband war und ich mir daher kurzfristig noch die restlichen Bände besorgen musste. Eigentlich hatte ich ihn aus dem Schrank genommen, um ein nettes, kurzweiliges und vor allem einzelnes Buch zu lesen nachdem ich zuvor den vielteiligen Manga Tsubasa verschlungen hatte. So kanns gehen…

(Cover)

Warum ich trotzdem nur knapp vier Sics vergebe obwohl ich die vier Bände in einem Rutsch gelesen habe (abzüglich der ungeplanten Pause zwischen Band 1 und 2)? Vermutlich ist ein Hauptgrund schlicht, weil keine Figur dabei war mit der ich mich richtig identifizieren konnte. Stattdessen war es einfach “nur” eine unterm Strich nette und unterhaltsame Erzählung. Wie ein Sommerblockbuster quasi – nur mit einer tiefgründigeren Geschichte. Aber das ist völlig okay und trotzdem eine klare Leseempfehlung. Ab und zu darf es auch mal etwas leichtere Kost sein, die einfach nur unterhält. Und starke Frauen, die spannende Abenteuer erleben, sind nie verkehrt. Zudem mag ich grundsätzlich Neuinterpretationen von Märchen solange sie nicht zu gruselig sogar lieber als die Originale. Die sind mir teilweise einfach viel zu “strange” und haben für mich ein völlig veraltetes Rollenbild inkl. meist gesichtsloser Charaktere.

Wir haben es endlich geschafft! Eine Reise, die vor vier Jahren begonnen hat, ist zu Ende: 200 Folgen (fünf Staffeln und inkl. der nie eingedeutschten Folge 89), drei Filme und mehrere Specials (mit Fandubs) Sailor Moon – Das Mädchen mit den Zauberkräften (1993-1997) liegen hinter uns. Bitte? Nein, 24 – Staffel 8 und Star Trek: The Original Series – Staffel 3 warten immer noch. Hetz‘ doch nicht schon wieder. Ein Schritt nach dem anderen…

Unnötige Vorgeschichte

Sailor Moon also. Warum hat es vier Jahre gedauert die Serie zu beenden obwohl jede Folge nur ca. 25 Minuten lang ist? Nun, weil ich logischerweise absolut nicht die Zielgruppe dafür bin und sie entsprechend extrem anstrengend anzuschauen fand. Das ist mir vollkommen bewusst. Der Manga ist für Mädchen/junge Frauen im Alter von 12 bis 18 Jahren konzipiert und der Anime für 10- bis 16jährige. Da passe ich als Mitdreißiger nicht ganz so rein.

Benjamin Blümchen, 1989 (Screencap aus der 1. Folge)

Erschwerend kommt vermutlich hinzu, dass Lysanda bereits in ihrer Kindheit und genau im richtigen Alter der Faszination dieser 14-jährigen Schulmädchen verfallen ist und sowohl die Serie als auch die Mangas bereits mehrfach gesehen/gelesen hat. Ich hingegen habe vergleichsweise wenig vor dem Kasten gehockt, von Anime/Manga nie was gehört und kann bis heute mit (westlichem) Zeichentrick-/Animationskram eher wenig anfangen. Ich kann mich nur an eine kurze Benjamin Blümchen-Phase erinnern. “Kurz” deshalb, weil das Original von 1989-1991 nur 13 Folgen hat. Aber weder bin ich ein echter Fan des Kultelefanten, noch hat mich die Serie dauerhaft geprägt (kann mich an nichts mehr erinnern daraus) – außer vielleicht einem kleinen Trauma im Zusammenhang mit Folge 12, Benjamin Blümchen als Taxifahrer, aber das lag nicht an der Serie, sondern meinen damaligen “Freunden”. Kinder können echt gemein sein.

Behütete Kindheit?

Abseits von Hr. Blümchen und vielleicht noch Meister Eder und sein Pumuckl habe ich meines Wissens (und das ist leider sehr begrenzt was meine Kindheit angeht) nur hin und wieder Samstagsmorgens ein bisschen vor dem Fernseher gehockt und in heutige Klassiker wie Animaniacs (ohne vermutlich auch nur ansatzweise die Witze zu verstehen), Transformers oder Teenage Mutant Hero Turtles reingezappt. Anfangs war ich stattdessen tatsächlich mehr draußen in der Natur unterwegs. Ja, vor 30 Jahren sind Kinder noch freiwillig aus dem Haus gegangen! Zumindest bis meine bis heute bestehende Faszination mit dem Ding namens Personal Computer und den dazugehörigen, virtuellen Unterhaltungsmedien mich übermannt hat. Schließlich schaffte es bereits 1990 ein 486 in unser Haus.

Stunts, One Must Fall 2097 (so viele kaputte Joysticks…), Ports of Call, TIE Fighter, Lands of Lore: The Throne of Chaos, Sam & Max: Hit the Road (auch dort habe ich damals die Witze garantiert noch nicht verstanden) und SimCity 2000 – das sind meine Kindheitserinnerungen. Ach und beim Spielen von DOOM erwischt zu werden. Die Szene habe ich noch im Kopf als wäre es erst gestern passiert :smile: . Ich kämpfte gerade gegen Cacodemons in einem Gang mit Lianen-Texturen (finde auf Anhieb den Levelnamen nicht) als meine Familie völlig überraschend wieder nach Hause kam… Aber nein, keine Spielzeugwerbung oder Superhelden in engen Kostümen die mich in ihren Bann gezogen haben.

Nun aber genug von mir. Ihr habt sicherlich verstanden was ich sagen wollte: Ich habe mir den Anime zu Sailor Moon hauptsächlich aus Liebe zu Lysanda, dem dazugehörigen Bedürfnis an ihren Vorlieben teil zu haben sowie zum Schließen einer Wissenslücke angetan. Klingt hart aber warum sollte ich euch was vorlügen? Ohne Lysanda hätte ich bis zum Ende meines Lebens keine Folge geschaut, das wissen wir alle :smile: . Grundsätzlich bin ich zwar durchaus offen für alten Kram aber auch ich habe scheinbar meine Grenzen.
Anm. v. Lysanda: Ich habe den Webmaster nicht gezwungen die Serie zu schauen. Er hat das aus freiwilligen Stücken getan, nur um das Klarzustellen!

Die Serie

(Cover)

In den fünf Staffeln des Original-Anime folgt ihr Bunny Tsukino (im Original Usagi), die zum Anfang der Serie auf die schwarze und sprechende Katze Luna trifft. Sie offenbart ihr, dass sie keine gewöhnliche 14jährige Schülerin ist, sondern die namensgebende Sailor Moon. Diese kämpft für Liebe und Gerechtigkeit und rettet im Laufe der Serie mehrfach Tokyo (der Schauplatz der Geschichte), die Erde und das ganze Universum. Allein kann sie das aber logischerweise nicht schaffen. Nicht nur, weil die Kraft der Freundschaft ein wichtiges Thema der Erzählung ist, sondern auch, weil sie eine extrem tollpatschige Heulsuse ist. Da kann man sich noch so sehr verwandeln und mit Stäben und Broschen rumfuchteln können: Die zahlreichen Bösewichter besiegt man so nicht. Stattdessen gesellen sich an ihre Seite die inneren Kriegerinnen Merkur, Mars, Jupiter und Venus – jede mit ihren eigenen Stärken und Schwächen. Gemeinsam bilden sie das Sailor-Team. Außerdem gibt es noch den ominösen Tuxedo Mask, der einzige Mann auf Seiten der Guten, der anfangs und (sehr) häufig den Sailor Kriegerinnen aus der Patsche hilft – und natürlich der “Love Interest” von Sailor Moon wird. Er bleibt aber in der Serie insgesamt ziemlich zweidimensional.

Kein Wunder, schließlich ist es (vorbildlich) eine reine Damenshow – inkl. einer lesbischen Beziehung. Extrem progressiv für die damalige Zeit und zu progressiv für die deutschen Übersetzer, die alles daran gesetzt haben daraus eine platonische Freundschaft zu machen. Auch der homosexuelle Touch auf Seiten der Bösewichter wurde mehr schlecht als recht versucht zu unterdrücken. Im Ergebnis weiß ich teilweise nicht welcher Charakter jetzt weiblich oder männlich sein soll. Auch, weil der Zeichenstil zusammen mit der deutschen Synchronstimme mitunter nicht übereinander gepasst hat. Dass sich einige von ihnen zudem ins andere Geschlecht verwandeln können ignorieren wir an dieser Stelle mal.

Der Aufbau

Sailor Moon (Screencap aus dem Blu-ray-Trailer)

Im Laufe der Zeit kommen dann noch weitere Sailor-Kriegerinnen dazu. Dabei schreckt die Erzählung nicht einmal vor Zeitsprüngen/-reisen zurück, die aus meiner Sicht mehr Logiklücken erzeugt als sie lösen. Und für mich zudem die wenigen Cliffhanger ad-absurdum führen. Schließlich haben wir ja schon die Zukunft gesehen und wissen, wer überlebt. Lysanda meint allerdings, dass das im Manga besser erklärt ist und mehr Sinn ergeben würde. Wäre zumindest nicht die einzige Abweichung der Serie zum Manga. So ist die komplett erste Hälfte der zweiten Staffel eine Erfindung von Tōei Animation, weil der Manga noch nicht so weit geschrieben war. Das Ende weicht ebenfalls von der Vorlage ab. Es gibt außerdem nicht einmal ansatzweise so viele Monster gegen die das Sailor Team kämpfen muss – womit wir zu meinem eigentlichen Problem der Serie kommen: die Gleichförmigkeit.

Manga-Fans sind etwas gespalten was die ursprüngliche Anime-Serie angeht. Während einige stört, dass die Serie zu sehr von der Vorlage abweicht, findet Lysanda z.B. gut, dass man mehr über die einzelnen Charaktere erfährt. In 200 Folgen passt schließlich mehr rein als in 18 Bände. Ich für meinen Teil finde die Abstände in der die Hauptgeschichte und auch die Charaktere vorankommen aber viel zu groß. Stattdessen wird die Serie erdrückt von ihrem immer gleichen Standardformat inkl. sehr viel Szenen- und Animationsrecycling: Zuerst wird der Schauplatz der heutigen Folge etabliert (z.B. eine Konzerthalle) und man erfährt etwas über die Charaktere. Dann finden sich alle relevanten Personen (gut wie böse) dort ein und es kommt zu einem kurzen Kampf – inkl. den teils mehrminütigen Verwandlungssequenzen der Kriegerinnen (man muss ja Zeit schinden). Dramaturgisch bedingt verlieren die Guten zuerst haushoch, können aber dann doch dank der Hilfe von Anderen/Liebe/Überzeugen/Vertrauen/was auch immer das jeweilige Thema der Folge ist die Oberhand gewinnen. Abschließend zerstört Sailor Moon das Monster des Tages (während der eigentliche Bösewicht entkommt) und alles ist wieder Gut. Erst zum Ende der jeweiligen Staffel nimmt die übergeordnete Geschichte an Fahrt auf und es wird tatsächlich interessant.

Beim Christoph meint: Selbstverständlich ist das “Monster der Tages”-Format nichts Neues. Das gab es schon Jahrzehnte vor Sailor Moon und noch Jahrzehnte danach. Erst der Trend zu kürzeren Staffeln und Binge-Watching hat den Trend zum Eindimensionalen den Gar ausgemacht. Aber es ist schon extrem anstrengend, wenn es wirklich immer und immer wieder der exakt gleiche Folgenaufbau ohne irgendeine Überraschung ist. Hätte die Serie nur 100 Folgen, sie hätte mir vermutlich wesentlich besser gefallen obwohl es mir erstaunlich schwer fiel mich auf das Universum einzulassen. Beispielsweise gibt es so viele Dinge, die offensichtlich sind und trotzdem brauchen alle Beteiligten mehrere Folgen bis sie es erkennen. Wie hatte ich im damaligen Eintrag geschrieben? Superman hat zumindest als Clark Kent eine Brille auf und selbst das ist schon purer Schwachsinn. Hier tragen die Mädels nach ihrer Verwandlung hingegen nur andere Klamotten und schon erkennt sie kein Schwein mehr?! Oder die Oberbösewichter, die über ganze Staffeln hinweg unfähige Handlanger losschicken und ihnen noch eine “letzte Chance” geben statt einfach direkt selbst Hand anzulegen. Mal ganz abgesehen davon wie logistisch bescheuert es ist (fast) immer nur einzelne Menschen herauszupicken in der Hoffnung, dass sie haben was man sucht.

Sailor Moon R (Screencap aus dem Trailer)

Gleichzeitig kann ich mich irgendwie keiner der Sailor-Kriegerinnen identifizieren oder zumindest mit ihnen mitfühlen. Und das liegt sicherlich nicht ausschließlich daran, dass sie weiblich sind. Ne, Sailor Moon – Das Mädchen mit den Zauberkräften ist definitiv nichts für mich. Vielleicht überzeugt mich der Manga mehr. Die neue Serie, Sailor Moon Crystal, soll ja ebenfalls nicht so der Brüller sein, was man so hört obwohl sie sich näher an der Vorlage orientiert. Mal schauen. Die steht logischerweise auch noch auf dem Programm – sollte sie jemals beendet werden. Der vorletzte Arc soll dieses Jahr als ein Zweiteiler ins Kino kommen. Mal schauen…

Aber um auf einer positiven Note zu enden, kann ich nur noch einmal erwähnen, dass ich einfach nicht die Zielgruppe dieses Anime bin. Das ist völlig okay, denn ich sehe verstehe durchaus warum er jungen Mädchen – vor allem, wenn sie wenige Freunde haben – gefällt. Und ich finde es gut, dass er viele positive Dinge vermittelt. Es ist eben nicht einfach nur eine Werbung für Spielzeug. Stattdessen wird am Ende des Tages eine Geschichte mit interessanten Charakteren erzählt. So glaubt Bunny immer daran, dass selbst der schlimmste Bösewicht etwas Gutes in sich trägt. Freundschaft ist wie erwähnt ein weiteres, großes Thema in vielen Folgen. Und auch Liebe und Vertrauen spielen eine wichtige Rolle, wenngleich Bunnys Eifersucht schon extrem Überzeichnet und Nervig ist… Insofern: Seine Kinder (natürlich Jungen wie Mädchen) mit Sailor Moon aufwachsen zu lassen ist definitiv nicht das Schlechteste, was man tun kann.

Lysanda meint: Auch ich weiß, dass die Serie nicht für mein Alter ist und sie für mich einiges von ihrer Faszination eingebüßt hat. Heutzutage bevorzuge ich definitiv den Manga. Für die passende Altersgruppe empfehle ich sie aber uneingeschränkt. Mir hat sie in meiner Kindheit/Jugend sehr gut gefallen und sie hat mir viele positive Werte vermittelt. Das Geschrei war entsprechend immer groß, wenn ich wegen irgendwelchen Terminen nicht pünktlich um 15 Uhr vor dem Fernseher sitzen durfte :smile: . Zeitnahe Wiederholungen gab es nicht und irgendwann wollte man ja alle Folgen gesehen haben – am besten in der richtigen Reihenfolge. Wir hatten zwar einen Videorekorder aber der hatte seine eigenen Fallstricke. Ihr heutzutage mit euren Festplattenrekordern, Blu-rays und On-Demand-Streamingplattformen habt es gut.

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