Es hat sich letztes Jahr bereits abgezeichnet, nun ist es eingetreten: Jules ist die zweite Katze in unserem Haushalt mit Forl. Bemerkt haben wir es, weil er bei den Frischfleischparties (z.B. Hähnchenschenkel auf der Terasse) nur noch mit seinem Essen gespielt hat statt wie die beiden anderen Jungs herzhaft zuzubeißen. Vergangenen Freitag sind wir deshalb mit ihm zum Tierarzt. Das Ergebnis? Zehn Zähne gezogen – Kostenpunkt: knapp 500€ u.a., weil drei Stück nur schwer rausgingen. Ein Stück Wurzel ist auch noch im Gebiss und wird hoffentlich vom Körper aufgelöst. Mal schauen wie lange die restlichen Zähne noch durchhalten, wenn es aber ähnlich schnell geht wie bei Maya wird vermutlich der Rest 2021 folgen.

Er hat die Narkose aber wesentlich besser weggesteckt als Balu oder Maya. Als wir ihn Zuhause aus dem Korb ließen, war er zwar ziemlich müde aber trotzdem sicher auf den Beinen unterwegs und geistig gut bei der Sache. Pichu und Balu mussten natürlich erst einmal den Katzenkorb inspizieren (roch ja jetzt nach Tierarzt) bevor Pichu anschließend Jules ausgiebig geputzt hat. Später schlief er dann friedlich und erschöpft auf meinem Bauch während ich auf der Couch folgendes Werk geschaut habe:

(Cover)

Jodorowsky’s Dune (2013, Dokumentation, EV/FV) – Gleich Vorweg: Es gibt immer noch keine deutsche Version dieses Films und die einzige Region 2-Bluray ist der französische Originalrelease. Ansonsten gibt es meines Wissens nur eine amerikanische Variante, die aber logischerweise auf Region 1 beschränkt ist. Ja, ich hasse es auch, dass es immer noch diese blöden Regionalcodes gibt und sich die Abspielprogramme weiterhin daran halten.

Im Film spricht fast jeder Beteiligte in seiner Landessprache (H.R. Giger ist z.B. auf Deutsch zu hören). Die französische Bluray kommt jedoch ausschließlich mit französischen Untertiteln daher, die zudem leider nicht durchgängig sind. So sind der Produzent und Co-Produzent, die ausschließlich Französisch sprechen, nicht damit versehen. Entsprechend – und das gebe ich offen zu – habe ich so gut wie keinen Schimmer was die z.B. über das Treffen mit Pink Floyd erzählt haben. Der zentrale Charakter – Alejandro Jodorowsky – wechselt hier und da zwischen gebrochenem Englisch und Französisch, ist aber zumindest durchgängig untertitelt. So viel als Vorwarnung :smile: .

Der Inhalt

Jodorowsky’s Dune (Sony Pictures Classics-Promobild)

Wie der Name schon sagt beschäftigt sich die Dokumentation mit Jodorowskys Verfilmung von Der Wüstenplanet an der er ab 1975 arbeitete. Gedreht wurde aber am Ende keine einzige Szene. Stattdessen ging die Lizenz an David Lynch, der 1984 seine von vielen Fans und Kritikern verabscheute Fassung in die Kinos brachte. Alejandro Jodorowsky selbst ist ein chilenischer Künstler. Er ist eher für extrem abgehobene Sachen bekannt und hat speziell in den 60igern und 70igern für Aufsehen gesorgt mit seinen extrem unkonventionellen und absolut nicht jugendfreien Filmen wie El Topo (sein realer Sohn ist im kompletten Film nackt). Oder um es anhand einer seiner Ideen für Dune zu verdeutlichen: Es sollte eine Foltersequenz mit Herzog Leto I. Atreides geben in der der Harkonnenmentat Piter deVries ihm nacheinander mit einer riesigen Schere die Extremitäten abtrennt und anschließend Baron Harkonnen aus Frustration auch noch den Kopf. Und nein, diese Szene passierte so im Buch nicht – wie so viele, die sich Jodorowsky für den Film ausgedacht hatte. Sogar das Ende sollte komplett abweichen und Arrakis als grünen Planeten zeigen, der als der Messiah durch das Universum fliegt und andere Planeten „bekehrt“. Klingt völlig Banane – und ist es auch. Er hatte die Vorlage nicht einmal gelesen, bevor er sich dazu entschied es zu verfilmen. Ob das jetzt gute oder schlechte Voraussetzungen waren, sei mal dahingestellt…

Fakt ist: Es war ein extrem ambitioniertes aber hochkarätig besetztes Projekt (u.a. H.R. Giger für das Design der Harkonnen, Dan O’Bannon für die Spezialeffekte, Salvador Dahli als der Imperator Shaddam IV, Orson Welles als Baron Harkonnen, Soundtrack von Pink Floyd), welches rückblickend vermutlich mit den damaligen Mitteln nicht hätte realisiert werden können. Entsprechend wurde zwar die komplette Vorproduktion abgeschlossen (=ein riesiges Buch voller Storyboards und Konzeptzeichnungen, von dem angeblich nur noch zwei Kopien existieren) aber es fand sich kein Studio, das tatsächlich das Geld investieren wollte (15 Millionen US-Dollar – damals undenkbar). Mal abgesehen davon, dass Jodorowsky sich nicht in das damals übliche 90-Minuten-Korsett zwingen lassen wollte. Wenn der Film am Ende 12 oder 20 Stunden lang sein würde, dann wäre das halt so und die Zuschauer müssten das akzeptieren. Also wurde die Produktion von einem Tag auf den nächsten kurz vor Beginn der Drehaufnahmen eingestellt. Jodorowsky hofft zwar, dass vielleicht nach seinem Tod irgendjemand sein Werk als Animationsfilm realisiert aber aktuell gibt es keine Vorhaben in der Richtung (er ist auch noch nicht tot :wink: ). Stattdessen soll im Dezember eine Wüstenplanet-Adaption von Denis Villeneuve (Blade Runner 2049) in die Kinos kommen. Mal schauen ob die was wird. Ich fand David Lynchs Version zumindest in der 3-Stunden-TV-Version gar nicht so schlecht – von der er sich allerdings distanzierte. Aber ich mag ja auch die Prequel-Bücher von Brian Herbert und Kevin J. Anderson. Insofern gelte ich ja eh nicht als ein echter Wüstenplanet-Fan :tongue: .

Aber nur, weil Jodorowsky’s Dune nie als Film realisiert wurde, hatte es doch seine Einflüsse auf die Pop-Kultur. Jodorowsky selbst hat z.B. zusammen mit Jean Giraud (Moebius) das Script in der Comicreihe Der Incal verarbeitet. Dan O’Bannon und H.R. Giger arbeiteten hingegen zusammen an der Alien-Reihe, wo H.R. Giger so einige seiner Designs für Jodorowskys Werk „recycelt“ hat. Und es gibt noch viele weitere Werke, die sich frei an den Storyboards und Zeichnungen im Riesenwälzer bedienen. Kein Wunder: Jeder Studioboss hat so ein Ding bekommen (was allein das Drucken gekostet hat?), also haben es auch viele Leute gesehen.

Jodorowsky’s Dune (Sony Pictures Classics-Promobild)

Beim Christoph meint: Von mir gibt es für Jodorowsky’s Dune nach reiflicher Überlegung nur 2 von 5 Sics. Selbst, wenn es irgendwann mal eine deutsche Version geben sollte: Die Dokumentation ist ganz klar nur für absolute Hardcore-Dune- und/oder Jodorowsky-Fans geeignet und selbst da gibt es Einschränkungen. Es ist prinzipiell interessant zu sehen welche (abgedrehten) Visionen Jodorowsky für Dune hatte und ich hätte definitiv gerne den dazugehörigen Film erlebet. Stattdessen zu erfahren welche Auswirkungen er trotz einer fehlenden Veröffentlichung auf andere Klassiker hatte ist aber ebenfalls cool.

Doch am Ende sind 90 Minuten dann doch irgendwie viel zu wenig für dieses monumentale Werk. Ich hätte mir z.B. mehr Storyboardanimationen gewünscht, die komplette Szenen des Films zeigen (gibt 2-3 Stück – u.a. besagte Folterszene). Stattdessen kommt größtenteils nur Jodorowsky zu Wort, der böse ausgedrückt mehr darüber erzählt wie er die ganzen Leute dazu überredet hat am Film mitzumachen als über den Film selbst. Ja, es ist seine Idee und seine Vision aber es waren ja durchaus viele anderen Personen mitbeteiligt. Den restlichen Interviewpartner wird stattdessen relativ wenig Zeit eingeräumt und diese oft auch nicht gut genutzt. Auf die Szenen mit H.R. Giger hätte man beispielsweise aus meiner Sicht komplett verzichten sollen, da sie keinen informellen Mehrwert bringen und nur einen alten Mann zeigen, der sich offensichtlich sehr schwer tut noch ein Wort rauszubringen. Dafür konnte er logischerweise nichts aber ich hätte als Filmemacher trotzdem darauf verzichtet ihn so zu zeigen. Da ist die Dokumentation über ihn in den Bonus Features definitiv besser. Da sind auch noch ein paar weitere Interviews u.a. mit dem Regisseur der Dokumentation zu finden.

 

So viel zu diesem doch recht obskuren Machwerk. Ich hab‘ mich lange mit dem Kauf zurückgehalten, eben weil es nicht einmal eine rein englische Version in Europa gibt. Aber es hat mich einfach zu sehr interessiert. Zumal es von Kritikern so extrem hochgelobt wurde. Kann ich nach dem Anschauen nur bedingt nachvollziehen. Bereut ihn mal gesehen zu haben, habe ich zwar nicht. Meine Erwartungen hat er aber definitiv nicht erfüllt. Er hat es aber immerhin geschafft, dass ich jetzt noch stärker angefixt bin mehr über Jodorowsky’s Dune zu erfahren. Muss ich mir wohl als nächstes mal die Comicreihe kaufen.

The Divison (Herstellerbild)

118 Stunden zeigt der Spielzeitzähler mittlerweile für The Division und ich muss sagen: Ich bin kurz davor das mit den letzten vier Schilden einfach sein zu lassen. So fehlen mir noch vier exotische Waffen, die einfach nicht droppen wollen und von den drei notwendigen High-End-Sets habe ich sogar noch kein einziges vollständig. Und obwohl es im Spiel theoretisch 5.335 Commedations-Punkte (Mini-Achievements) zu verdienen gibt, fehlen mir immer noch 600 bis zum Ziel von 3.000 für das Schild. Das einzige Schild, welches tatsächlich in Reichweite ist, ist das wofür ich den Survival-Modus mindestens fünf Stunden lang spielen muss.

Es macht sich halt doch sehr stark bemerkbar, dass ich zum einen keine richtige Gruppe zum Zocken habe, um z.B. die Missionsherausforderungen zu meistern („Schaffe Mission X in einer Gruppe auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ohne zu sterben“). Und zum anderen die Spielerzahl grundsätzlich nicht mehr ganz so hoch ist, um es zumindest mit „Randoms“ zu versuchen. So bleibt mir nur das Farmen der stupiden Sachen wie „töte 10.000 Gegner vom Typ X“ oder „schaffe X Missionen“ und das hört sich nicht nur langwierig an, es ist es logischerweise auch. Luxusprobleme – ich weiß :smile: .

Und sonst?

Immerhin ist Mr. Subwoofer vergangenen Mittwoch erfolgreich und funktionsfähig aus Berlin zurückgekehrt. Trotz der guten Qualität des Teufel CAGE ist es definitiv sehr angenehm endlich mal wieder ohne Kopfhörer vorm Rechner sitzen und Musik hören zu können (aktuell das Album Simple Forms von The Naked and Famous). Den Karton mit dem Teufel den Subwoofer zurückgeschickt hat, werde ich mir dieses Mal logischerweise aufheben. Allerdings sichert sich Teufel erneut ab: Es liegt ein Zettel darin, der darauf hinweist, dass zwar der Außenkarton für mehrfachen Versand geeignet ist. Für die gespritzten (Styropor?)Ecken geben sie aber keinerlei Garantie. Sprich: Schick ich Subbi mit genau der Verpackung nochmal nach Berlin und er kommt wieder beschädigt an, wird DHL erneut behaupten, dass es nicht richtig verpackt wurde. Hoffen wir einfach, dass er dieses Mal wieder länger durchhält und es dann adäquaten und bezahlbaren Ersatz gibt.

Und wenn wir schon am munteren Labern sind: Der Freizeitraum im Keller ist prinzipiell fertig. Alle Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen und die Möbel und Fitnessgeräte stehen dort, wo sie hinsollen. Am Freitag haben wir auch das erste Mal dort unten trainiert (Fitnessstudio lief am 5.9. aus). Doch Details und Fotos gibt es erst in einem der kommenden Einträge. Aktuell sieht es noch etwas aus wie auf einem Schlachtfeld (überall Werkzeug), die Dekoration fehlt und eingeräumt ist ebenfalls noch nichts in die Schränke und Regale. Lysanda muss erst noch den Rauchgeruch endgültig aus den Möbeln der Nachbarn rausbekommen.

Und sonst noch?

Der alte Feuerungsmanager unserer Ölheizung.

In Sachen Tiefbau sind wir hingegen mittlerweile soweit, dass das Entwässerungsgesuch bei den Stadtwerken eingereicht werden konnte. Hat doch etwas länger gedauert vom Ingenieur die Unterlagen erstellen zu lassen (und dadurch ca. 400 Euro mehr gekostet) als erwartet aber dafür sollte es keine großen Probleme geben und wir in 2-3 Wochen die Freigabe haben. Danach kann es dann endlich losgehen – mit der zeitlichen Planung der Maßnahme. Ja, bis der Bagger kommt wird noch ein paar Wochen dauern. Muss ja alles koordiniert werden (Zuwasser darf anfangen) :smile: .

Netterweise hat uns jetzt die Ölheizung auch nochmal kurz vor ihrem Lebensende gut 120 Euro an ungeplanten Kosten verursacht. Keine Ahnung warum aber irgendwie scheinen Sachen, die man plant abzulösen, immer plötzlich kaputt zu gehen. Hatte ich in Bezug auf meine PC-Hardware schon häufiger beobachtet. Egal: Der Feuerungsmangager hatte den Geist aufgegeben. Er empfing zwar noch das Signal, dass er loslegen soll aber die Zündung kam nicht. Somit blieb der Brenner aus und die Heizung kalt. Vermutlich ist er schon länger hinüber aber dank der Solarheizung merken wir sowas logischerweise erst, wenn draußen nicht mehr genug Sonne ist, um das Wasser im Puffer warm zu machen. Das war nun quasi der Fall. Aber das Ersatzteil war zügig da und der Einbau kein großer Akt (drei Schrauben). Jetzt wird’s wieder warm.

Lesestoff

Nachdem nun die erste DINA4-Seite in Word voll mit Text ist, kommen wir nun zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Ich lese weiter fleißig Bücher. Ja, der Fernseher bleibt im Hause Lysanda aktuell sehr häufig aus (noch 42 Folgen Sailor Moon und 1 Film). Stattdessen lesen wir viel. Zum einen, um unseren Snackkonsum am Abend zu reduzieren. Zum anderen aber auch einfach, weil unsere Regale voll sind. Und da ich sonst nichts zu erzählen habe (spiele ja nur The Division), belästige ich euch eben mit einem weiteren Bericht zu einem Buch von meinem Nachtschrank:

(Cover)

Hints & Tips for Videogame Pioneers (2016, Englisch) – Andrew Hewson ist einer der Pioniere auf dem britischen Spielemarkts und sogar Mitbegründer der ELSPA – quasi von 1989 bis 2003 die britische Version der USK. 1984 hat er mehr zufällig als tatsächlich geplant mit Hewson Consultants einen Spielepublisher eröffnet – mit großem Erfolg. Hewson schaffte es sich einen sehr guten Ruf zu erarbeiten und so die besten britischen Programmierer anzulocken, die über ihn ihre Spiele veröffentlicht haben wollten. Darunter Titel von denen ich bisher nie gehört hatte wie Uridium, Pilot, Technician Ted oder Exolon. Ja, irgendwie weiß ich über die Spieleindustrie der 80iger echt wenig…

Hewson Consultants existierte bis 1991 ihm eine große deutsche Ladenkette plötzlich einen Abnahmevertrag kündigte. Der dadurch entstandene Einnahmeneinbruch zwang ihn zur Insolvenz. Anschließend gründete er mit 21st Century Entertainment einen weiteren Spielepublisher, der sich neben der Neuvermarktung der Hewson-Consultants-Bibliothek voll und ganz auf Pinball-Spiele konzentrierte (Pinball Dreams, Pinball Illussions, etc.) und damit zumindest bis 1998 erfolgreich war, dann aber in finanzielle Schwierigkeiten gerit und anno 2000 endgültig geschlossen wurde. Nach einer längeren Pause hat er mittlerweile mit seinem Sohn Rob Huey Games gegründet und hilft erneut Indie-Titeln auf den Markt.

Der Inhalt

Der Titel des Buchs ist eine Anlehnung an Hints and Tips for the ZX Spectrum, Hewsons erstem Buch und der Entstehungsgrund für Hewson Consultants. Nach der Veröffentlichung schickten ihm Hobbyprogrammierer einfach ungefragt ihre Spiele und er sah das Potential darin. Im Buch selbst erwarten euch jedoch weniger Hinweise und Tipps für Videospielepioniere als vielmehr eine Autobiographie über Andrew Hewson und seine beiden Firmen. Beginnend mit einer umfangreichen Historie zu seinem Familienstammbaum berichtet er auf den knapp 250 Seiten über seine Anfänge, den damaligen Zustand der britischen Spieleindustrie und reflektiert über die Entscheidungen, die er getroffen hat. Dazu gibt es viele Hintergrundinformationen über die Entstehung der zahlreichen Spiele, die seine Firmen über die Jahre veröffentlicht hat. Dazwischen kommen immer mal wieder die Entwickler selbst zu Wort und dürfen ihre Sicht der Dinge darlegen. Das hilft den logischerweise etwas einseitigen Blickwinkel etwas zu vergrößern. Zumal – und das rechne ich Andrew Hewson stark an – darüber auch kritische Aussagen über ihn und seine Arbeit ins Buch kommen.

Leider flacht der Detailgrad mit zunehmender Seitenzahl stark ab. So wird die Zeit von 1991 bis 2000 auf nur 40 Seiten abgehandelt – sehr viele davon gefüllt mit O-Tönen von DICE (ja, das Battelfield-Studio), den Machern von Pinball Dreams. Und selbst davor merkt man Hewson an, dass er entweder nichts mehr zu erzählen hat oder will. Vermutlich eher letzteres, da man im Intro erfährt, dass ihn sein Sohn faktisch dazu zwingen musste das Buch zu schreiben. Er gibt offen zu, dass er eigentlich keine Lust dazu hatte und sich mehr gequält hat als mit Freude seine Lebensgeschichte nieder zu schreiben. Das ist äußerst schade und natürlich leidet die Qualität des Werks darunter merklich. Ich bin mir sicher, dass noch mindestens 50, wenn nicht sogar 100 Seiten mit interessanten Fakten hätten gefüllt werden können. So fliegt man über die Jahre und die Spiele nur so drüber und die nicht weniger spannende Zeit Ende der 80iger (u.a. Nintendos Einschlag auf dem britischen Markt) kommt nicht richtig zur Geltung.

Beim Christoph meint: Von mir gibt es magere 2 von 5 Sics. Trotz des irreführenden Titels ist das Buch prinzipiell sehr interessant und man erfährt theoretisch einiges über die Entstehung des britischen Spielemarkts und den ersten Blockbustern. Es leidet aber einfach zu stark darunter, dass der Autor keinen Bock hatte wirklich seine Geschichte zu erzählen. Das führt nicht nur dazu, dass ich selbst als Leser schon nach dem Vorwort keinen Bock mehr habe. Warum soll ich schließlich einem Autor meine wertvolle Zeit schenken, der selbst zugibt einfach nur was hingeklatscht zu haben? Viel schlimmer ist aber wie gesagt, dass dadurch nach den ersten Kapiteln die Jahre nur so verfliegen und viele spannende Details, die so jemand liefern könnte, der tatsächlich live dabei war gefühlt nicht zur Sprache kommen. Und so super es auch ist die Entwicklersicht zu erfahren: Sehr böse ausgedrückt sind diese Textboxen nur dazu da den Umfang des Buchs zu erweitern. Und dann hätte ich mir zudem den ein oder anderen Screenshot zu den besprochenen Titeln gewünscht. Nach dem Lesen blieb ich entsprechend enttäuscht zurück. Zumal das Werk definitiv sehr viel Potential gezeigt hat. Es ist grundsätzlich gut strukturiert, Hewson hat eine gute Schreibe und es gibt die Lichtblicke hier und da, wo er viel und leidenschaftlich erzählt. Es bringt aber nichts, wenn am Ende des Tages dann doch die Hälfte des Inhalts fehlt. Somit bleibt mir als Empfehlung nur: Wenn man es für wenig Geld in der Ramschkiste findet, kann man es mitnehmen. Eine absolute Leseempfehlung ist es aber nicht. Wer sich hingegen ernsthaft für die Thematik interessiert ist mit Werken wie Britsoft: An Oral History oder A Gremlin in the Works wesentlich besser bedient.

Ja, ne irgendwie war die gamescom 2019 aus meiner Sicht absolut langweilig trotz Geoff „Ich werde im Alleingang die Spieleindustrie retten“ Keighleys Opening Night. Ja, es gab natürlich ein paar interessante Neuankündigungen wie Everspace 2 oder Ghostrunner und urdeutsche Titel wie Knights of Honor II: Sovereign und Port Royale 4. Aber richtig vom Hocker gehauen hat mich heuer nichts. Also höchstens die Rückkehr von Comanche als Mehrspielershooter. Ich verstehe absolut nicht was in den Köpfen von Publishern vorgeht, um jedes Mal wieder zu solchen bekloppten Entscheidungen zu kommen was alte Marken angeht.

Naja, egal. Ich lasse die gamescom 2019 entsprechend einfach hinter mir (ihr dürft euch in den Kommentaren natürlich gerne darüber auslassen) und bin gespannt darauf, ob die Tokyo Game Show 2019 wieder mehr zu bieten hat. Widmen wir uns heute stattdessen nicht-interaktiver Unterhaltung in Form von Filmen. Dank des Schlemmerblocks gehen Lysanda und ich zumindest zweimal im Jahr ins Kino. Nein, ich werde mir Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers nicht im Kino antun. Ich habe sogar bislang keinen einzigen weiteren Star Wars-Streifen seit Episode VII gesehen (stehen aber im Regal). Ja, ich bin total out-of-touch ich weiß :wink: . Stattdessen haben wir uns in diesem Jahr die folgenden zwei Werke auf der großen Leinwand (und in fast vollständig leeren Kinosälen) angeschaut:

(Plakat)

I AM MOTHER (2019, SciFi-Thriller, DV) – Die Menschheit ist ausgelöscht. Eine Tatsache, die anscheinend vorhergesehen wurde, denn es gibt eine Wiederbesiedelungsanlage (=ein High-Tech-Bunker). Dort befinden sich 63.000 Embryonen und ein Roboter namens „Mutter“. Dessen Aufgabe ist es die Menschheit wieder in die Existenz zurückzuholen. Statt jedoch gleich mehrere Kinder heranzuzüchten (die Geburt dauert nur 24 Stunden), konzentriert er sich erst einmal auf eine Tochter (Clara Rugaard) und versucht sie nach bestem Wissen und Gewissen zu einem guten Menschen zu erziehen.

Richtig los geht die Geschichte als die Tochter im Teenager-Alter ankommt. Sie fühlt sich einsam und hätte gerne Geschwister, was Mutter ihr jedoch verweigert. Ihre Begründung: Sie fühlt sich noch nicht sicher genug, dass sie das mit der Erziehung richtig macht. Auch nach draußen darf die namenlose Tochter nicht, da dort angeblich immer noch die Seuche kursieren würde, welche für das Ende der Menschheit verantwortlich ist. Also fristet sie weiter ihr trauriges Dasein im Bunker bis eines Tages der Strom ausfällt, weil eine Maus ein Kabel angenagt hat. Tochter fängt sie, Mutter tötet sie ohne mit den nicht-vorhandenen Wimpern zu zucken – die Saat des Misstrauens der Tochter gegenüber der Mutter wurde ausgebracht. Ein paar Tage später klopft es plötzlich an die Luftschleuse. Eine angeschossene Frau (Hilary Swank) bittet um Einlass und Hilfe. Ist also doch nicht alles so dort draußen, wie es Mutter erzählt? Tochters heile Welt bricht endgültig zusammen und sie muss sich entscheiden.

Die Erzählung

I AM MOTHER (Netflix-Promobild)

Die Geschichte wird über die knapp zwei Stunden auf eine sehr minimalistische Art und Weise erzählt. Es gibt faktisch nur drei Personen (Mutter, Tochter, fremde Frau) und der Großteil der Handlung findet in 5-6 Räumen des Bunkers statt. Etwas Aktion gibt es nur im dritten Akt, ansonsten lebt der Film durchweg von den Bildern und den Dialogen. Und trotzdem kommt richtig Spannung auf, man empfindet Mitleid mit der Tochter und rätselt selbst darüber mit was denn nun richtig oder falsch ist.

Und obwohl die schauspielerische Leistung sowohl von Carlar Rugaard und Hilary Swank selbstverständlich sehr gut ist, ist der eigentliche Star von I AM MOTHER ganz klar der Roboter. Es ist immer wieder faszinierend wie viel Emotionen man nur durch ein paar Lampen und etwas Bewegung rüberbringen kann. Übrigens ist der Roboter kein CGI-Element. Es handelt sich stattdessen um einen vom berühmten WETA Workshop entwickelten Anzug in dem der Neuseeländer Luke Hawker steckt. Die weibliche Stimme wurde dann im Nachgang von Rose Byrne eingesprochen.

Beim Christoph meint: Mir hat I AM MOTHER grundsätzlich sehr gut gefallen. Entsprechend gibt es 4 von 5 Sics und eine Schauempfehlung (es waren mit uns nur vier Personen im Saal). Der fünfte Sic bleibt dem Erstlingswerk von Regisseur Granz Sputore aus zwei Gründen verwehrt: Zum einen sind die Szenen außerhalb des physikalischen Bunkersets qualitativ sehr schlecht. Man sieht sehr deutlich, dass sie größtenteils vor Green Screen gedreht wurden und das Budget nicht für sehr gute CGI-Effekte ausreichte. Problem Nr. 2 sind die Logiklücken, die mir ab dem Twist etwas den Spaß verdorben haben. Speziell das große Finale, in das sehr viel CGI-Budget geflossen ist (deswegen fehlte es vermutlich für den Rest des Films), ergibt für mich selbst nach mehreren Tagen immer noch keinen richtigen Sinn.

Aber gut: Über beides kann man natürlich hinwegsehen und den Film trotzdem nicht nur genießen, sondern auch fleißig am Ende darüber diskutieren. Wie es häufig mit eher so „künstlerisch wertvollen“ Werken ist, kann man sehr viel in den Film reininterpretieren und für sich quasi eine „Moral der Geschicht'“ ziehen. Unterm Strich hat uns der Film auf jeden Fall gut unterhalten und ich bin gespannt, was der Herr Regisseur in Zukunft noch so auf die Leinwand bringen wird.

 

Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu

(Plakat)

Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu (Pokémon: Detective Pikachu, 2019, Fantasy-Abenteuer, DV) – Wie gefühlt jedes Kind in der Welt des Pokémon-Franchises wollte Tim Goodman früher ein Pokémon-Trainer werden. Nach dem Tod seiner Mutter und einem Vater, der ihn aus seiner Sicht alleine zurückgelassen hat, gab er diesen Traum jedoch auf und wurde…*trommelwirbel*…Versicherungsvertreter. Wenn das kein beißender Kommentar zur heutigen Gesellschaft ist, dann weiß ich auch nicht :wink: . Naja, auf jeden Fall hat sein Vater einen Autounfall und wird für Tod erklärt. Also fährt er nach Ryme City, um seinen Besitz abzuholen. Und auf was trifft er in der Wohnung seines Vaters? Auf ein sprechendes Pikachu, das aber nur er verstehen kann und an Gedächtnisverlust leidet (und deshalb seine Kräfte nicht mehr einsetzen kann). Und wie es sich für ein unfreiwilliges Filmteam (Tim hasst mittlerweile Pokémon) gehört, rutschen sie sogleich in ein Abenteuer rund um den angeblichen Tod des Vaters, einem entlaufenden Mewtwo und einem lilafarbenen Gas, das Pokémon aggressiv und gewalttätig werden lässt.

Auf dem Weg zur Lösung des Rätsels, lernen sie nicht nur mit Lucy Stevens den notwendigen weiblichen Side-Kick inkl. dem Comedy-Relief-Pokémon Enton kennen. Sie interagieren auch mit vielen Pokémon, gehen jeweils eine absolut vorhersehbare Charakterentwicklung durch, kommen einer Verschwörung auf die Spur und schlittern von einer CGI-Action-Sequenz in die nächste (u.a. ein Kampf zwischen Pikachu und einem Glurak). Typischer Kinderfilm halt. Nicht unbedingt schlecht aber halt nicht das absolute Non-Plus-Ultra. Und mit der Vorlage, dem 3DS-Download-Titel Meisterdetektiv Pikachu, hat das Ganze nur noch rudimentär zu tun aber das ist in diesem Fall sicherlich verschmerzbar.

Meisterdetektiv Pikachu (Warner Bros. Pictures-Promobild)

Beim Christoph meint: Von mir gibt es solide 3 von 5 Sics . Die 90 Minuten waren eine nette Ablenkung und er ist was diese Art von Filmen angeht definitiv vorne mit dabei. Im direkten Vergleich fand ich ihn z.B. besser als den Animationsfilm Zoomania. Aber nochmal sehen muss ich ihn vermutlich nicht. Wie gesagt ist die Geschichte sehr vorhersehbar, die coolen Momente sind übersichtlich und teilweise eher unlogisch (Stichwort Chelterrar-Garten) und der grundsätzliche Anspruch hält sich in Grenzen. Die Kombination aus Live-Action und CGI-Pokémon funktioniert immerhin meistens sehr gut und am Ende des Tages reden wir über einen Film für eine ganz klar jüngere Zielgruppe. Entsprechend ist das schon okay so wie er ist. Dass Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu am Eröffnungswochenende mehr eingespielt hat als Avengers: Endgame finde ich hingegen sehr amüsant.

Lysanda und ihre lahmen Frauenbücher…nene, sowas würde ich nie konsumieren. Bei mir stehen selbstverständlich nur Werke von und für echte Männer im Regal *stellt sich dezent vor seine Comic-Sammlung und die Avalon-Bücher von Marion Zimmer Bradley*. Und eins davon habe ich frisch gelesen:

(Cover)

Game Engine Black Book: Wolfenstein 3D v2.1 (2019, Englisch) – Fabien Sanglard, geboren in Frankreich und mittlerweile bei Google beschäftigt, veröffentlicht auf seiner Webseite seit mittlerweile über 11 Jahren Code Reviews – nicht nur aber vor allem zu den Werken von id Software, da der Source Code dank John Carmarcks Hacker-Ethik schon seit Jahren frei verfügbar ist.

In seinen Code Reviews analysiert er – nun, den Code der die Spiele antreibt und erläutert wie die Programmierer die Action auf den Bildschirm gebracht haben. Im Falle von Wolfenstein 3D hieß das z.B. einen 386 mit DOS mit all den dazugehörigen Limitationen (z.B. nur 640KB konventionellem RAM) dazu zu bringen eine perspektivisch halbwegs korrekte 3D-Welt per Raycasting (wesentlich simpler als Raytracing) zu erzeugen, die am Ende nicht nur mit einstelligen Frames pro Sekunde dargestellt wird. Die älteren unter uns erinnern sich sicherlich noch gut an die Zeiten in denen wir uns mit CONFIG.SYS, AUTOEXEC.BAT, HIMEM.SYS (XMS) und EMM386.EXE (EMS) rumschlagen mussten, um Spiele wie Wing Commander: Privateer oder eben auch Wolfenstein 3D zum Laufen zu bringen.

Das Buch

2017 hat Fabien dann aus seiner Analyse des Source Codes von Wolfenstein 3D ein 315 Seiten langes Buch gebastelt. Darin enthalten ist nicht nur besagte Analyse, in der er anhand vieler Diagramme, Formeln, Ablaufzeichnungen, Screenshots aus einer modifizierten Wolf3D-Engine und Beispiele aus dem Code (in Assembler und Borland C geschrieben) genau erläutert wie alles funktioniert vom Startbildschirm bis zum Soundoutput. Sie kommt erst in Kapitel 4. In Kapitel 2 geht es stattdessen erst einmal darum überhaupt zu verstehen, wie die damalige Situation war. Sprich eine detaillierte Erklärung wie so ein 386 in Sachen CPU, RAM, VGA, Sound, etc. eigentlich funktioniert. Anschließend erfährt der Leser in Kapitel 3 mit welchen Tools id Software Wolfenstein 3D entwickelt hat und welche Dateien überhaupt Teil des Source Codes sind. Er schafft quasi eine Basis, um das Verständnis des Hauptteils des Buchs – das Code Review – zu verbessern.

Verteilt durch das ganze Buch sind Zitate nicht nur aber vor allem von John Carmack. In ihnen wird passend zum aktuellen Abschnitt entweder eine Anekdote zum Besten gegeben oder eine Begründung, warum die beschriebene Funktion so ist wie sie ist.

Beim Christoph meint: Sagen wir wie es ist: Ich habe von Software-Programmierung nur eine absolut rudimentäre Ahnung. Vor Jahrzehnten mal ein bisschen in QBasic rumgemacht und dann in der Berufsschule (auch schon wieder 18 Jahre her) nicht sehr viel mehr mit Microsoft Visual Basic 6.0. Während ich mir also die Funktion der Codeschnipsel mit Borland C zumindest noch grob zusammenreimen kann, verstehe ich die Auszüge in Assemblersprache überhaupt nicht. Das ist nur ein Wust aus wenigen Buchstaben („asm mov cl,bl; asm rep stosw; asm add di,dx; asm dex bh; asm jnz toploop“ Wad?!). Zu behaupten, dass ich das ganze Buch bis ins letzte Detail verstanden habe wäre also eine dreiste Lüge.

Und doch fand ich es extrem interessant zu lesen. So war ich zwar im Detail überfordert (der Abschnitt über Raycasting war echt hefitg für mich als Mathe-N00b) aber es ist aus meiner Sicht trotzdem kein Hardcore-Programmierbuch. Stattdessen schafft es Fabien die meiste Zeit die wichtigsten Informationen auch für nur zumindest Computer-affine verständlich und anschaulich rüber zu bringen. So weiß ich z.B. endlich, was XMS und EMS überhaupt bedeuten oder was eigentlich bei der Kalibrierung eines Joysticks passiert. Und natürlich ist es krass zu erfahren mit welchen Krücken, Tricks und genialen Ideen nicht nur id Software damals arbeiten musste, um selbst einen einzigen Pixel auf den Bildschirm zu bringen.

Das Alles hat natürlich für mich keinerlei praktischen Nutzen aber hey: Cool zu wissen ist es trotzdem. Wer also grundsätzlich an so etwas interessiert ist: Unbedingt reinschauen. Netterweise (die ausgedruckte Variante ist mit knapp 50 Euro nicht ganz billig) gibt es beide Game Engine Black Books (das zweite ist zu DOOM) auf seiner Homepage kostenlos zum Download. Die Einstiegshürde ist also sehr gering.

 

Letzte Woche kamen aber nicht nur die Game Engine Black Book-Bücher rein – auch eine IndieGoGo-Kampagne wurde endlich erfolgreich abgeschlossen:

(Cover)

What We Left Behind: Looking Back at Star Trek: Deep Space Nine (2019, EV) – Es ist schade aber Star Trek: Deep Space Nine hat irgendwie bis heute nicht die Anerkennung ähnlich wie Star Trek: The Original Series oder Star Trek: The Next Generation erhalten. Kein Wunder, dass wir nie einen Kinofilm bekommen haben. Konnte man auch daran sehen, dass die Lizenzinhaber zum 25. Jubiläum im vergangenen Jahr exakt gar nichts gemacht haben (soweit ich das mitbekommen habe). Immerhin gab es sieben Staffeln und ein zufriedenstellendes Finale. Vermutlich würde die Serie heute direkt nach der ersten Staffel abgesetzt werden…

Naja, egal. Ich fand und finde, dass Star Trek: Deep Space Nine eine fantastische Serie ist und sinnvoll das Star Trek-Universum über die fast schon langweilig blankgeputzte Föderation hinaus erweitert hat. Entsprechend habe ich (und 9.256 andere) nicht lange überlegt als Ira Steven Behr (einer der bekanntesten Showrunner von DS9) 2017 Geld für eine Dokumentation anlässlich zum 25. Geburtstag gesammelt hat. Und mit einem Jahr Verspätung ist sie nun zumindest in den Händen der Unterstützer.

Der Inhalt

Legen wir gleich mal die harten Fakten auf den Tisch: Auf der „Haben“-Seite stehen als aller erstes 20 Minuten Star Trek: Deep Space Nine in HD. Anders als TOS und TNG, nutzte DS9 bereits sehr intensiv CGI, weshalb die Serie genauso wie Star Trek: Voyager bis heute nicht das HD-„Treatment“ erhalten hat. Es ist Paramount schlicht zu teuer und zu aufwendig. Das letzte Stretch Goal der Crowdfunding-Kamapgne war aber genau das: Ein HD-Remaster der in der Dokumentation verwendeten Szenen inkl. der dafür notwendigen Überarbeitung der Original-CGI-Assets (darunter natürlich die Defiant). So gut sah DS9 noch nie aus.

Zweiter Punkt auf der Haben-Seite: Ein Teil der Dokumentation besteht aus Aufnahmen aus dem „Writers Room“. Ira Steven Behr hat einen Teil der Originalautoren der Serie für einen Tag in einen Raum gesperrt und sie damit beauftragt die erste Folge für die – leider nur fiktive – achte Staffel zu schreiben. Das Ergebnis bekommt der Zuschauer in animierter Form zu sehen aber natürlich stark zusammengekürzt. Es ist also leider nicht als Bonus eine 45 Minuten lange Folge enthalten. Auch deshalb nicht, weil die Schreiberlinge natürlich in nur einem Tag nicht komplett fertig wurden.

Und der dritte große Pluspunkt? Natürlich das Herz der Dokumentation: Die zahlreichen Interviews mit den Schauspielern und der Crew, die fleißig Geschichten und Anekdoten zur Serie von sich geben. Dass da viele Emotionen hochkommen, dürfte klar sein :wink: . Allerdings hat die Sache zwei Haken:

Das Negative

What We Left Behind (What We Left Behind Productions Promobild)

Avery Brooks, Captain Benjamin Sisko himself, hat am Projekt nicht teilgenommen. Von ihm gibt es entsprechend nur Ausschnitte aus ganz alten Interviews zu sehen. Immerhin wird dieser Umstand dem Zuschauer nicht verheimlicht. Im Gegenteil ist die Dokumentation nicht nur hier sehr offen und ehrlich. Auch die Gestaltung der Interviews ist nicht so stringent, wie man es sonst gewohnt ist. Stattdessen bekommt man wirklich das Gefühl, dass es einfach nur ein Gespräch unter Freunden über vergangene Zeiten ist mit entsprechenden Unterbrechungen und Themenwechseln. Schon allein deshalb ist sie um längen besser und informativer als alles was auf dem DVD-Release enthalten ist.

Noch schlimmer als das Fehlen von Avery Brooks ist aber ganz klar, dass die Dokumentation nur 116 Minuten lang ist. Ursprünglich waren sogar nur 60 Minuten geplant. Zum Glück ist daraus nichts geworden. Für eine Serie, die sowohl von offizieller als auch von Seiten der Fans keine wirklich große Beachtung erhalten hat, sind selbst knapp zwei Stunden schlichtweg zu wenig. So viel bleibt unausgesprochen, viel zu wenig beleuchtet und zu sehr wünschte ich mir am Ende, dass es nicht schon vorbei wäre. Ich hoffe entsprechend, dass da in den Bonus Features noch so einiges schlummert.

Beim Christoph meint: Speziell Azzkickr und Maverick haben hiermit den Befehl sich die Dokumentation anzuschauen, sobald sie auch für Normalsterbliche außerhalb von Amerika verfügbar ist. An eine deutsche Synchronisation glaube ich zwar nicht, aber deutsche Untertitel gibt es jetzt schon. Von mir aus können wir mit meiner Blu-ray einen Filmabend machen oder so :smile: . Aber das Werk ist ein absolutes Must-See für Fans und bekommt von mir gnadenlose 5 von 5 Sics. Zu 90% ,weil es mir beim Anschauen warm ums Herz wurde und zu 10%, weil es eine gut gemacht Dokumentation ist, die Star Trek: Deep Space Nine gebührend feiert. Mehr gibt es dazu aus meiner Sicht nicht zu sagen. Höchstens, dass ich jetzt unglaubliche Lust habe mal wieder Star Trek: Deep Space Nine von Anfang an zu schauen. Wird langsam Zeit, dass ich meinen Star-Trek-Marathon mit Lysanda beginne (sie kennt nur ein paar einzelne Folgen hauptsächlich von Star Trek: Voyager.

Der Webmaster hat letzte Woche viel über die aktuelle Mission in The Division geflucht (Anm. d. Redaktion: Die Befreiung von Grand Central Station ist halt absolut bockschwer!), die er einfach nicht schafft und hat euch entsprechend nichts Neues zu erzählen. Also muss mal wieder ich ran, eure (Anm. d. Redaktion: liebe und nette) Lysanda, und ihn einen Eintrag in meinem Namen tippen lassen. Ja, er muss selbstverständlich trotzdem Arbeiten. Wo kämen wir denn sonst hin?! Und da ich euch zwar viel über Best Fiends und Cooking Dash erzählen könnte, ihr aber schon so genug zockt, stelle ich euch mal wieder ein paar Bücher vor. Genauer gesagt die Touched-Trilogie (im Original Sense Thieves-Trilogie) von Corrine Jackson.

Touched – Der Preis der Unsterblichkeit

(Cover)

Remy ist ein besonderes Mädchen, denn sie ist eine Heilerin. Allein durch ihre Berührung kann sie selbst schwerste Wunden schließen und sogar Krebs bekämpfen. Doch die Heilung hat einen Preis: Nicht nur wird ihr abhängig von der Schwere der Verletzung bei der Heilung Energie entzogen, sie übernimmt dabei die Krankheit und muss sich anschließend selbst heilen. Das bedeutet, wenn sie z.B. einen Knochenbruch in Ordnung bringt, bekommt sie selbst einen und muss versuchen sich mit ihrer verbleibenden Energie dann ebenfalls zu heilen. Je nach Art der Verletzung also keine ganz einfache und schon gar nicht ungefährliche Sache.
Doch am Anfang des Buches sind schwere Krankheiten noch nicht das Thema. Stattdessen ist sie gefangen als 17-jährige in einer Familie, in der ihre Mutter und sie von ihrem Stiefvater misshandelt werden. Sie heilt also vor allem blaue Flecken, Verbrennungen und dergleichen bis eines Tages ihr Stiefvater wieder einmal zu weit geht und sie ins Krankenhaus kommt. Dort besucht sie ihr leiblicher Vater, der sie mit zu seiner Familie nimmt und ihr so einen Neustart ermöglicht. Dabei lernt sie Asher Blackwell kennen, der sich wundert, warum sie keine Angst vor ihm hat.

Sie erfährt, dass es nicht nur noch mehr von ihrer Sorte gibt, sondern die Heilerinnen sich im Krieg mit den Beschützern befinden. Personen, die – wie der Name schon sagt – eigentlich die Aufgabe haben die Heilerinnen vor Schaden zu bewahren. Das Verhältnis zwischen beiden Gruppen hat sich jedoch schon vor Generationen zum Schlechten gewandelt. Es kam zum Krieg und die Beschützer entdeckten, dass sie durch die beim Tod einer Heilerin freigesetzten Energie unsterblich werden – mit dem Nachteil, dass sie viele ihrer Sinne verlieren. Sie könne nicht mehr riechen, nicht mehr schmecken und werden emotionslos. Nur wenn sie einer anderen Heilerin die Energie entziehen, können sie für kurze Zeit (bis die Heilerin an Kraftverlust stirbt) zu ihrem alten „ich“ zurückkehren. Und natürlich sind Asher und seine ganze Familie Beschützer.

Touched – Die Schatten der Vergangenheit

Im zweiten Buch nimmt Remy Kontakt zu ihrem Großvater Franc auf. Während ihre Mutter nicht gut auf ihn zu sprechen ist, möchte Remy mehr über den Mann erfahren und folgt ihm in sein Dorf voller Heiler. Doch hinter der schönen Fassade umgeben von vermeintlich gleichgesinnten Heilerinnen versteckt sich – wie sollte es auch anders sein – ein düsteres Geheimnis und schon bald muss Remy nicht nur um ihr eigenes Leben fürchten.

Touched – Die Macht der ewigen Lieben

Nachdem der Großvater auf freundliche Art und Weise nicht das bekommen hat, was er möchte, entführt er kurzerhand Remys Vater und versucht so Remy zu sich zu zwingen. Dabei verletzt er ihre Stiefmutter so schwer, dass sie ins Koma fällt. Remy möchte zwar ihren Vater retten, hat ihm jedoch nichts entgegen zu setzen. Also begibt sie sich zusammen mit ihren Freunden auf die Flucht quer durch das Land – verfolgt von den Beschützern und den Schergen ihres Großvaters.

(Cover)

Beim Christoph meint: Von mir gibt es für die Trilogie 3 von 5 Sics und keinen Platz im Regal. Auch wenn die deutsche Hardcover-Version schön anzuschauen ist, nehmen sie für ihre jeweils nur rund 400 Seiten einfach zu viel Platz weg. Daran merkt man schon, dass es sich um Teenie-Romane handelt, die für eine jüngere Zielgruppe konzipiert sind, die noch eine etwas größere Schriftart benötigt. Und wenn wir schon bei der Aufmachung sind: Die Rückentexte sind inhaltlich teilweise nicht richtig außerdem stören mich Bücher mit Umschlägen ehrlich gesagt von Natur aus. Umschläge sind doch zum kaputt gehen konzipiert oder welcher Sinn wird mit ihnen bitte verfolgt? Ganz nett hingegen ist das integrierte Lesezeichen.
Inhaltlich hat mich tatsächlich der fehlende Sex gestört. Die Figuren hatten zwar ganz klar ihre physiologischen Gründe dafür, aber da die Autorin so viel Wert auf die Beziehung zwischen Remy und Asher legt, war es schon anstrengend zu lesen wie sie Kapitelweise gewollt aber nicht gekonnt haben. Kann man jetzt auch wieder mit „Ist halt ein Teenie-Roman“ abtun, aber für mich definitiv genauso nervig wie die vielen unnötigen Längen in der Erzählung. Die drei Bücher hätte man gut auf zwei zusammenkürzen können und trotzdem nichts Wichtiges verloren. So durchlaufen bspw. mehrere Personen hintereinander persönliche Krisen, die aber die eigentliche Geschichte nur begrenzt weiterbringen.

Mein größtes Problem mit Touched ist allerdings, dass ich mich einfach nicht mir Remy oder einem anderen Charakter wirklich identifizieren konnte. Speziell Remy ging mir mit ihren ewig vielen Schuldgefühlen sehr auf die Nerven. Dafür habe ich schon zu viel Lebenserfahrung und halte nichts von Selbstvorwürfen. Als Jugendroman ist die Serie bestimmt ganz nett aber meiner Altersgruppe kann ich es nicht mehr ans Herz legen.

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