Überall Kalkflecken!

Habt ihr euch schon einmal über euer Trinkwasser Gedanken gemacht? Bitte? Ihr trinkt nur Bier/Cola/Kaffee/Tee/etc.? Pech: Da ist nicht nur auch Wasser drin – es ist höchstwahrscheinlich sogar stinknormales Leitungswasser. Zum Glück ist das in Deutschland grundsätzlich erst einmal kein Problem, denn unser Leitungswasser unterliegt strengen Kontrollen mit regelmäßigen Prüfungen gemäß der Trinkwasserverordnung (ganz frisch aktualisiert auf Basis der EG-Trinkwasserrichtlinie) und gehört mit zu den besten der Welt. Es spricht also erst einmal absolut nichts dagegen es zu trinken.

Freilich würde ich nicht diesen Eintrag schreiben, wenn es kein „aber“ dazu gäbe: Einige Grenzwerte der deutschen Trinkwasserverordnung sind immer noch höher als in der EU-Richtlinie und sie beziehen sich auf ein ganzes Jahr. Sprich wenn mal an einem Tag der Wert etwas (oder auch signifikant) höher ist, dann wird das einfach ignoriert, wenn es am nächsten Tag wieder okay ist. Ach und wenn der Grenzwert doch mal länger überschritten wird, dann kann es passieren, dass man diesen einfach etwas nach oben korrigiert statt das ursprüngliche Problem zu beheben – siehe das Thema Nitratbelastung. Und dann gibt es noch das Problem, dass zwar viel gefiltert, analysiert und so wird – aber eben nur das, was vorgeschrieben ist. Das sind in Deutschland etwa 200 Werte. Mittlerweile sind aber über 2000 möglich. Somit fallen bei der Aufbereitung so lustige Sachen wie Medikamentenreste oder irgendwelche Hormone gerne durch das Raster.

Das andere Wasser

Also doch lieber das künstlich angereicherte Tafelwasser oder die zig natürlichen Mineralwässer unterschiedlichster Preisstufen kaufen? Tatsächlich nein. Unser Leistungswasser ist zwar regional sehr unterschiedlich in seinen Inhaltsstoffen und damit auch seinem Härtegrad (wir haben hier extrem kalkhaltigen Kram) aber Deutschlandweit ziemlich sauber und – das ist das eigentlich paradoxe – strenger kontrolliert als das Wasser, was ihr im Laden kaufen könnt. Achtet beispielswiese beim nächsten Kauf mal darauf welche Angaben auf der Flasche stehen (es sind sehr wenige) und von wann diese Angaben sind. Sind diese z.B. von 2001 (sollte das Datum überhaupt draufstehen), kann man trotz dem Hinweis „Bestätigt durch laufende Kontrollanalysen“ tatsächlich davon ausgehen, dass das noch passt? Ich weiß es nicht.

Dass Leitungswasser nicht jedem schmeckt ist vermutlich ein Grund dafür, warum viele von uns lieber Kistenschleppen und einen Haufen Geld für abgepacktes Wasser ausgeben. Zumindest war es mein Grund. Mir schmeckt das 08/15-Leitungswasser auch nicht.

Inhaltsangaben Gerolsteiner

Aber der Geschmack ist freilich nicht der einzige Grund. Okay: Tafelwasser ist die größte Verarsche, da es sich bekanntlich nur um Leitungswasser mit Zusatzstoffen handelt. Wer das kauft, kann definitiv auch einfach aus dem Hahn trinken. Natürliches Mineralwasser ist allerdings durchaus ein etwas anderes Thema. Das kommt – wie der Name schon sagt – aus einer eigenen Quelle. Die geht zwar technisch gesehen auch irgendwann ins Leitungswasser über, aber sie wird vorher abgezapft, um die natürlichen Mineralien zu erhalten, die beim Fließen durch das Gestein mit aufgenommen werden. Und was haben wir im Laufe der ganzen Körpertuning-Einträge gelernt? Mineralen sind super!

Zweierlei Ansichten

Mit oder ohne Zusatzstoffe – das ist eine der großen Glaubensfragen beim Trinkwasser. Grundsätzlich würde man ja davon ausgehen, dass es super ist, wenn im Wasser viel Magnesium, Calcium und so drin ist. Schließlich wollen wir das doch in unserem Körper haben und Wasser trinken statt Nahrungsergänzungsmittel einzuwerfen – da brauchen wir gar nicht erst drüber zu diskutieren. Ja, ne leider gehen da die Meinungen tatsächlich auseinander. Also es bestreitet keiner, dass die Mineralen im Wasser grundsätzlich gut für den Körper sind. Die Diskussion geht in eine andere Richtung:

Stellen wir uns das Wasser mal als einen LKW vor und die Mineralien als Ladung. Jetzt fährt der LKW durch unser Verdauungssystem und will seine Ladung abladen. Leider sind die Mineralien im Wasser zu groß und damit nicht „bioverfügbar“ – sprich sie passen nicht in den Briefkasten (kennen wir alle, dieses Problem…). Also nimmt er seine Ladung wieder mit obwohl er eigentlich eine neue Ladung aufnehmen sollte: Die Giftstoffe in unserem Körper. Entgiftung ist – wie schon mehrfach in diversen Einträgen erwähnt – nämlich neben dem Transport die Hauptfunktion von Wasser in unserem Körper.

Nun ist die Argumentation, dass „leeres“ Wasser (gefiltertes, reines Wasser ohne jedwede Inhalts- oder Zusatzstoffe) besser seine Funktion erfüllen kann als Mineralwasser. Um beim Beispiel zu bleiben: Kommt der LKW ohne Ladung an, kann er auch etwas mit nach draußen nehmen als wenn er schon voll ankommt. Ob das aber wirklich so ist, das weiß niemand so recht bislang. Dennoch folgen Lysanda und ich seit Mitte letzten Jahres diesem Ansatz. Aus zwei Gründen:

Der Geldbeutel

Unabhängig von der Theorie des leeren Wassers, macht es Ökonomisch tatsächlich absolut keinen Sinn natürliches Mineralwasser zu kaufen – und das sage ich als jemand, der erst seit ein paar Monaten darauf verzichtet Kisten voller Glasflaschen durch die Gegend zu schleppen. Glasflaschen deshalb, weil zwar immer mal wieder jemand behauptet, dass Plastikflaschen völlig ungefährlich wären und von den Weichmachern und sonstigen Kram nichts in den Inhalt dringen würde. Aber geglaubt habe ich das noch nie. Schon allein, weil ich tatsächlich den Unterschied schmecke zwischen Wasser aus einer Plastik- und einer Glasflasche. Außerdem kann man sie gefühlt länger offen stehen lassen als Plastikflaschen, bevor sie ganz wie Arsch und Friedrich schmecken (=nach nichts).

Ein Sprudelmacher

Zuletzt waren es durchschnittlich 30 Euro pro Monat (ohne Fahrtkosten und dergleichen), die wir in natürliches (Sprudel-)Mineralwasser investierten, da wir selbstverständlich auch hier angefangen hatten auf die Inhaltsstoffe zu schauen. Sprich wir haben die teuren Sachen beispielsweise von Gerolsteiner (1,10 bis 1,20 Euro pro 1 Liter Glasflasche) gekauft. Aber die Menge an Mineralien, die darin enthalten sind, ist immer noch verschwindend gering und nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mal ganz abgesehen davon, dass auch im Leitungswasser Mineralen enthalten sind (siehe Trinkwasseranalyse). Somit fiel der Hauptgrund für das teure Wasser weg.

Auf meinen Sprudel wollte ich aber natürlich trotzdem nicht verzichten. Deswegen steht bei uns in der Küche stattdessen ein SodaStream (129 Euro), der sich auch durchaus zügig amortisiert (im Gegensatz zu dem anderen Ding, zu dem ich gleich noch komme). Die einzigen laufenden Kosten des Geräts, ein neuer Gas-Zylinder (reicht für 60 Liter – je nachdem wie spritzig ihr euer Wasser haben wollt), kostet uns 7,50 Euro. Daraus ergeben sich nicht nur günstige 0,13 Euro pro Liter (plus die 0,15ct für das Leitungswasser – hatte ich schon erwähnt, dass Wasser in Deutschland extrem billig ist?!), sondern auch noch wesentlich weniger Rückenschmerzen :smile: . Bringt aber natürlich alles nichts, wenn euch grundsätzlich das Leitungswasser nicht schmeckt. Daran ändert auch der Sprudel nichts. Da braucht es noch eine weitere Sache:

Die Filterung

Geld sparen ist eine Sache, besser zu kontrollieren was ich in mich reinschütte eine andere. Der Grund, warum manchen Leitungswassers nicht so gut schmeckt, sind nämlich schlicht die Inhaltstoffe. Und wie oben erwähnt, gibt es trotz der guten Filteranlagen und ständigen Analysen immer noch viel Zeugs, dass durchrutscht und wir nicht haben wollen. Nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus praktischen Gründen: Hat mein Wasser weniger Kalk, muss ich mich beispielsweise weniger am Wochenende damit beschäftigen die Toilette zu reparieren, weil der Schwimmer verkalkt ist…bitte? Ich würde aus Erfahrung sprechen? Ja, ganz aktuelle Erfahrungen aber darum geht es heute nicht. Stattdessen kommen wir zum Thema „Filtersysteme“.

Da kann man erst einmal in drei Arten unterscheiden: Die Hausosmoseanlage, die lokale Osmosanlage und die Filterkanne. Aber dann gibt es freilich noch Unterschiede darin, was das jeweilige Filtersystem überhaupt herausfiltert. Einen Hausfilter haben wir beispielsweise grundsätzlich erst einmal alle. Aber die filtern normalerweise nur den groben Dreck raus. Kalk & Co. kommen da einfach durch. Je nach Geldbeutel gibt es aber natürlich noch mehr, was so ein Ding filtern kann und dadurch in den Rang einer Osmoseanlage aufsteigt. Vorteil ist, dass dadurch an jedem Wasserhahn das saubere Wasser zur Verfügung steht. Aber sowas kann man natürlich nur im eigenen Haus einbauen, muss man sich erst einmal leisten können und die beste Filteranlage bringt nichts, wenn von dort aus die weitere Verteilung beispielsweise über alte Kupferrohre geht (wie bei uns).

Unsere Osmoseanlage

Lokale Filteranlagen versorgen, wie der Name schon sagt, nicht das ganze Haus. Stattdessen haben sie meist irgendwo ihren eigenen Wasserhahn oder stehen einfach auf dem Tisch und aus den normalen Hähnen kommt weiter das normale Leitungswasser.

Bei den Filterkannen dürfte der Brita Wasserfilter wohl der bekannteste sein. Er filtert unter anderem Kalk und Chlor aus dem Wasser heraus aber eben nur das. Außerdem leidet er noch mehr als andere Filteranlagen darunter, dass man zwingend regelmäßig (hier mindestens einmal im Monat) den Filter wechseln muss. Macht man das nicht, wird das Wasser noch schmutziger als vorher (weil sich die Sachen wieder aus dem Filter lösen).

Vorteil aller Osmoseanlagen und Filterkannen: Selbst durch die Grundfilterung von Kalk und Chlor verändert sich schon der Geschmack zum Positiven hin. Entsprechend ist die perfekte Kombination so ein Ding plus ein Sprudelmacher (falls man Sprudel braucht), um keine Gründe mehr zu haben kein Leitungswasser zu trinken.

Unsere Entscheidung

Eine Osmoseanlage für das ganze Haus ist natürlich schon eine super Sache. Aber wie bei uns hat es wie gesagt keinen Sinn gemacht. Deshalb haben wir uns am Ende für die artesia24 Natur pur von Hpreiss entschieden. Das Ding ist nicht ganz billig (vierstellig abhängig davon welche Filter ihr alle drin haben wollt plus 109 Euro einmal im Jahr für ein Filterset zum Tauschen) aber langfristig aus unserer Sicht die bessere Investition als ein Kannenfilter oder eben Getränkekisten kaufen, weil es mit seinen bis zu 8 Bearbeitungsstufen schon so einiges macht. Sediment-Filter (Sand, Rost, etc.), Kohle-Filter (Chlor, Pestizide, Schwermetalle, etc.), Kationenhart-Filter (Entkalkung), Qualitäts-Membrane (das Wasser wird da durchgedrückt, um auch die letzten Reste rauszupressen), Post-Mineralen-Filter (verändert den ph-Wert des Wasser auf neutral), Membran-Steril-Filter (tötet >99,99% aller Keime und Bakterien im Wasser – den wir aber nicht haben, weil die Leitungswege übersichtlich und die grundsätzliche Keimbelastung des Wassers sehr niedrig ist) sowie ein Aktivator und einen Wasservitalisierer.

Aktivator & Vitalisierer

Die ersten drei Filterstufen klingen noch logisch genauso wie der Steril-Filter, aber ab der Membran gehe ich davon aus, dass ein paar von euch angefangen haben mit dem Kopf zu schütteln. Wobei das mit dem ph-Wert durchaus erwiesen ist. Deswegen soll man eigentlich zum Essen kein Wasser trinken, weil der Magen zur Verdauung einen anderen ph-Wert braucht (hier ist z.B. Cola tatsächlich besser oder eben 30 Minuten lang nichts). Aber der Aktivator (eine Energiespule mit Mäanderführung), der Mikroverwirbelungen im Wasser erzeugt und es energetisiert? Klingt nach reichlich Blödsinn. Was es genau bringt, kann ich auch nicht sagen. Aber die Demonstration war durchaus imposant: Ein Glas Essig (Zitronenessig hatten wir da), sah trüb aus und schmeckte sauer. An diese Spule gehalten: klar und weniger sauer. Glas an die nächste Steckdose gehalten: Sofort wieder trüb und sauer. Echt krass. Den Test gab es auch mit schwarzem Tee mit dem Ergebnis, dass der Tee mit dem Spulenwasser heller war und schmeckte besser.

Beim Vitalisierer mit Neodym-Permanentmagneten geht es zum einen darum, dass Wasser mit negativen Ionen nach Dr. Earl Mindell anzureichern, was eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben soll. Zum anderen soll das Wasser durch Mineralerde und Bergkristalle bioenergetisch aktiviert sprich lebendiger werden (Stichwort Bovis-Einheiten). Wer mit Edelsteinen im Wasser hantiert, macht im Prinzip das Gleiche. Alle anderen werden den Sinn und Zweck sicherlich in Frage stellen. Die Hpreiss-Anlage hat auch den Vorteil, dass sie einen 7-Liter-Tank im Inneren hat. Aus dem Hahn kommt also anständig Wasserdruck und man kann erst einmal einiges abfüllen, bevor er wieder auftanken muss (was aber auch ziemlich fix geht, muss ich sagen).

Das Ergebnis dieser ganzen Investitionen ist, dass ich zumindest Zuhause das Leitungswasser aus der Osmoseanlage anstandslos und gerne trinke. Und wir benutzen es freilich auch für alles andere. Sprich Kochen und Blumen gießen. Normales Leitungswasser verwenden wir nur noch beim Waschen, Spülen und solche Sachen.

Ein Teil unseres Salzvorrats

„Ist doch egal was du isst – schmeckt doch eh alles gleich!“, „Nimm nicht so viel, das ist ungesund!“, „Willst du noch etwas Fleisch zu deinem Salz?!“ – ja, in meiner Kindheit und Jugend musste ich mir vor allem von der lieben Verwandtschaft extrem viel anhören was meinen Speisesalzkonsum anging. Am Ende war ich sogar soweit, dass ich vor allem bei Restaurantbesuchen das Essen einfach so wie es kam konsumiert habe obwohl es mir ohne das zusätzliche Salz gar nicht wirklich schmeckte, nur damit die anwesenden Personen keinen Grund hatten schon wieder ihr Maul aufzureißen. Will gar nicht wissen was für Neurosen ich alleine dadurch so bekommen habe.

Symptom ist nicht gleich Ursache

Heute ist es zum Glück anders mit der Salzgängelei. Gut, die liebe Verwandtschaft denkt sich vermutlich immer noch ihren Teil. Aber Lysanda hat mir ausschließlich die Fertiggewürzmischungen (wegen dem Geschmacksverstärker Glutamat) abgewöhnt und lässt mich ansonsten so viel Salz, Pfeffer, eigene Gewürzmischung draufkippen wie ich will. Zumal sie ebenso einen höheren Salzkonsum hat, als die Gesellschaft vermutlich als „Normal“ ansieht. Und dann trinken wir neben dem „vielen“ Salz auf dem Essen auch noch etwas Salzwasser. Eigentlich müssten wir schon tot sein, wenn es nach unseren Eltern ginge.

Aber woher kommt diese Ansicht eigentlich, dass Salz das ultimative Böse wäre und man bloß so wenig wie möglich zu sich nehmen sollte? Nun, weil man irgendwann in den 70igern festgestellt hat, dass Salz den Blutdruck erhöht. Das ist auch soweit richtig, denn Salz bindet (wie wir alle wissen) Wasser und macht dadurch natürlich das Blut dickflüssiger. Was dabei aber vergessen wird: Salz unterstützt zwar Bluthochdruck, ist aber nicht die Ursache davon. Denn zu wenig Salz führt tatsächlich im Gegenzug zu einem zu niedrigen Blutdruck (Kreislaufprobleme). Würde man die verstopften Arterien reinigen, hätte das Salz (bis zu einer gewissen Menge – zur Überdosis kommen wir noch) wesentlich weniger Auswirkungen. Bestes Beispiel: Ich nehme wie gesagt aus der Sicht anderer viel zu viel sichtbares Salz zu mir (zum unsichtbaren kommen wir auch noch) habe aber trotzdem einen etwas zu niedrigen Blutdruck (110/70).

Die Logik

Unsere Gewürzmischung

Betrachten wir die Sache aber doch mal genauer, um es vielleicht besser zu verstehen, was das Problem sein könnte: Grundsätzlich braucht unser Körper Salz zum Überleben. Die Menge ist je nach Individuum und auch Gesundheitszustand (wenn ihr viel Schwitzt, verliert ihr viel Salz) anders. Außerdem reguliert euer Körper jederzeit die Menge an Salz über bestimmte Hormone, um nur genau so viel in sich zu tragen wie er wirklich haben möchte. Man redet von 150 bis 300g, die durchschnittlich in uns drin sind.

Wenn wir mehr haben, möchte es der Körper loswerden. Und was haben wir in den vielen Körpertuning-Einträgen gelernt? Dass überflüssiges Zeugs größtenteils über Schweiß oder Urin nach draußen geht – sprich durch einen Wasserverlust. Das ist der Grund, warum ihr bei einem zu hohen Salzkonsum plötzlich Durst bekommt. Der Körper möchte den Wasserverlust durch die Salzabstoßung ausgleichen. Das geht allerdings tatsächlich genauso anders herum: Wenn ihr zu wenig Salz intus habt, dann versucht der Körper unbedingt das bisschen Salz was er hat in sich zu halten. Ihr bekommt entsprechend keinen Durst und könntet schlimmstenfalls Austrocknen.

Eigentlich völlig paradox, wenn man darüber nachdenkt. Aber es zeigt, dass es mit „Lass das Salz weg!“ eben nicht getan ist. Stattdessen erfüllt das Salz wichtige Funktionen wie zum Beispiel Entgiftung (es bindet neben Wasser auch Giftstoffe an sich).

Das Mengenthema

Wir haben festgestellt, dass wir Salz brauchen und unser Körper seinen Salzgehalt selbstständig regulieren kann. Nun stellt sich die Frage wie viel wir jeden Tag reinstopfen müssen, damit er arbeiten kann. Ein Otto-Normal-Mensch verliert täglich einfach so nebenbei 1-3g Salz über den Schweiß – die Menge im Urin ist da noch gar nicht mitberücksichtigt. Menschen, die beispielsweise an HPU leiden (eine Stoffwechselstörung auf die ich in einem anderen Eintrag eingehen werde) brauchen deshalb sogar grundsätzlich mehr Salz, weil durch diese Störung mehr vom Körper ausgeschieden wird als er eigentlich rausschmeißen will – und ja, dieses Problem habe ich laut einem Labortest. Es gibt wohl Untersuchungen, da haben die Leute bis zu 20g pro Tag durch starkes Schwitzen und diverse Krankheiten verloren. Und bei der Menge, die ich teilweise schon bei vergleichsweise einfachen Aktivitäten schwitze, bin ich da vermutlich auch ganz gut dabei.

Das bedeutet aber jetzt nicht, dass ihr einfach ungehemmt Salz in euch reinschaufeln solltet. Ich wollte euch erst einmal nur aufzeigen, dass es nicht zielführend ist einfach nur darauf rumzuhacken und es erst gar nicht im Haushalt vorrätig zu haben (40kg wie bei uns müssen es aber auch nicht sein :smile: ). Man sollte schon auf seinen Salzkonsum achten aber es eben nicht übertreiben und stattdessen – wie immer – auf seinen Körper hören. Schlimm ist es nur, wenn ihr eben das nicht tut oder eine exorbitante Menge auf einmal zu euch nehmt. Zum Beispiel sind 32g pures Salz auf einen Zug tödlich. Ich weiß aber nicht wie man das schafft so viel pur runterzubringen.

Die Normwerte

Das sind 5g Salz

Es heißt, der Mensch braucht mindestens 3-6g und höchstens 16 bis 20g Salz am Tag. Daraus hat die WHO dann eine Empfehlung von 5g pro Tag gemacht. Studien zufolge liegt der Durchschnittsverbrauch in Deutschland derzeit bei 12g pro Tag (und trotzdem leben noch alle…). Früher lag er mal bei 22 bis 25g weil es bekanntlich auch als Konservierungsmittel benutzt wird (bspw. für Fleisch). Und da sind wir schon beim eigentlich kritischen Thema: Das Problem ist normalerweise nicht das Salz welches ihr manuell auf euer Essen streut. Damit auf 5g zu kommen schaffe nicht einmal ich. Anders als behauptet wurde, sind meine Geschmacknerven ja nicht außer Betrieb und auch ich finde zu viel Salz auf dem Essen unangenehm und ungenießbar.

Nein, es ist bekanntlich das versteckte Salz, was uns zu Grunde bringt. Zwar nicht so schnell wie gerne behauptet wird aber ja, es ist nicht ohne. Es ist das Salz, welches wie erwähnt als Konservierungsmittel benutzt oder beim Kochen hinzugepackt wird. Zum einen schmeckt ihr hier die erhöhte Salzmenge nicht unbedingt (anders als beim Nachsalzen) und zum anderen wisst ihr überhaupt nicht wie viel tatsächlich drin ist. Selbst wenn ihr euer eigenes Essen zubereitet werdet ihr wohl kaum nachwiegen wie viel Salz ihr gerade in den Nudeltopf gepackt habt. Und bei den ganzen Fertigprodukten steht zwar Salz als Inhaltsstoff drauf aber wer achtet da schon drauf – dabei ist die (wieder Stichwort Konservierungsmittel) teilweise echt extrem hoch (100g Salamipizza von Dr. Oetker enthalten 1,8g Salz) und es handelt sich auch noch um das Schlechteste aller Salze: Industriesalz.

Die Salzarten

Grundsätzlich können wir zwischen groben und feinem Salz unterscheiden. Der Inhalt ist zwar der gleiche aber grobes Salz schmeckt manchmal intensiver, weil es sich bspw. im Brotteig nicht vollständig auflöst und so früher auf der Zunge ankommt. Das gilt genauso für das Nachsalzen mit feinem Salz. Netter Nebeneffekt: Dadurch müsst ihr weniger verstecktes Salz verwenden, weil durch das offene Salz es dem Körper vom Geschmack her schon ausreicht. Interessanter ist aber selbstverständlich aus was das grobe bzw. feine Salz eigentlich besteht:

Ab und zu sollte man die Packungsangaben auch lesen

Industriesalz ist, wie der Name schon verrät, raffiniertes und damit komplett gereinigtes Salz. Das heißt im Normalfall wirklich 100% Natriumchlorid ohne irgendeinen Rest an Spurenelementen oder Mineralien. Natürlich kann man argumentieren, dass selbst bei Himalayasalz (technisch gesehen aus den Khewra-Bergen in Pakistan) mit seinen 2-3% nur eine verschwindend geringe Menge an zusätzlichen Mineralien drin ist. Auch wenn ich die Meinung vertrete, dass wenig immer noch besser ist als gar nicht: An sich ist das reine Industriesalz genauso wie das reine Kochsalz also erst einmal nicht schädlich. Aber ich finde es schmeckt dadurch extrem langweilig.

Problematischer sind hingegen die versetzten Salze. Quasi die Regel sind beispielsweise die Rieselhilfen. Sie verhindern, dass das Salz klumpt. Das kann man zwar genauso mit ein paar Reiskörnern im Steuer verhindern, es ist aber verständlicherweise praktischer, wenn es schon von Haus aus nicht passiert. Mit der Rieselhilfe ist es aber leider wie mit allen Zusatzstoffen: Will ich die wirklich alle drin haben? Vor allem wenn es sich um so lustige Dinge wie Aluminiumoxid handelt.

Nette Zusatzstoffe?

Dann gibt es noch das Jodsalz. Wie der Name schon sagt, ist es mit 15 bis 25mg Jod pro kg versetzt. Das klingt erst einmal natürlich nicht schlecht. Ich muss wegen der HPU beispielsweise auch Jod noch zusätzlich nehmen. Aber leider enthält Salz nur Jodid und kein elementares Jod. Der Körper braucht beide Formen. Bekommt er nur eine, braucht er immer noch die andere. Außerdem kann man die Menge nur als prophylaktisch bezeichnen (0,125mg bei 5g Salz). Wenn man wirklich etwas bewirken wollen würde damit, dann müsste man da wesentlich mehr reinpacken. Es ist also nicht schädlich aber eben auch nicht sonderlich nützlich. Seit der sogenannten „Zwangsjodierung“ gibt es nur noch selten eine Kropfbildung wie früher aber es gibt immer noch sehr viele Schilddrüsenunterfunktionen, für die Jod sehr wichtig wäre.

Problematisch ist hingegen Fluorid. Ich weiß, was ihr jetzt denkt: Das ist doch gut für die Zähne. Und ja, es schützt diese tatsächlich. Wir haben es aber trotzdem aus unserer Zahnpasta verbannt, denn gleichzeitig sind die Fluoride auch giftige Substanzen. Sie sind zwar nicht ganz so toxisch wie pures Fluor aber trotzdem werden sie mit so einigen netten Krankheiten wie Arthritis, Diabetes, Schilddrüsenprobleme und Nierenleiden in Verbindung gebracht. Schlimmer noch: Man kann es als Rattengift verwenden. Und wenn ich mir mit Rattengift schon nicht die Zähne putzen will, dann will ich es erst recht nicht runterschlucken. Mit 250mg pro kg ist davon zudem noch zehnmal mehr drin im Salz als Jod. Natürlich ist die Menge auf 5g mit 1,25mg technisch gesehen trotzdem immer noch nicht ganz so hoch. Aber wir nehmen es ja dann nicht nur einmal, sondern täglich zu uns und erzeugen so eine dauerhafte, völlig unnötige Belastung in unserem Körper.

Natürliches Salz

Salzstein + Wasser = Salzsole

Aber Meersalz, das ist doch super duper toll und so natürlich und alles. Nur bedingt. Zwar schmeckt es tatsächlich ganz gut. Aber es enthält wieder nur relativ wenig Mineralien und dafür bis zu 5% Restfeuchte. Außerdem wird es bekanntlich durch Vertrocknung gewonnen. Sprich der ganze Dreck, der mittlerweile im Meerwasser ist, hängt auch am Salz dran – darunter nachgewiesenermaßen Mikroplastikpartikel. Die wurden zwar aufgrund der geringen Menge als unschädlich deklariert aber da sind wir wieder beim Thema: Muss ich das wirklich freiwillig zu mir nehmen? Aus meiner Sicht nicht. Deswegen greifen wir ausschließlich zu Steinsalzen. Davon gibt es zig verschiedene Variationen je nachdem in welchem Gestein es sich gebildet hat. Aber außer Details im Geschmack gibt es keinen großen Unterschied zwischen beispielsweise schwarzem, rotem oder rosa Salz.

Wir sind beim Himalaya-Salz (rosa Salz) hängen geblieben, weil es im Großhandel vergleichsweise wenig kostet, es hübsch aussieht, es sehr gut schmeckt und als kleiner Bonus noch 2-3% Spurenelemente drin sind (Eisen, Magnesium, Schwefel, Calcium, Phosphor).

Fazit

Wenn ihr also das nächste Mal jemanden aus eurer Sicht zu viel Speisesalz auf sein Essen packen seht, dann lasst ihn einfach machen. Der eigene Salzbedarf ist nicht nur sehr individuell, die Panik vor dem Salz ist auch absolut nicht sinnvoll. Salz komplett zu verbannen ist die absolut falsche Herangehensweise. Ja, man muss vor allem auf die versteckten Salze achten (deswegen lieber selbst kochen), weil man sie mitunter nicht schmeckt und in vielen Produkten tatsächlich sehr viel davon drin ist. Aber selbst dann einfach auf den Körper hören (Stichwort trinken) und alles ist wieder gut.

Gleichzeitig lieber auf Stein-/Halitsalzarten setzen statt auf das industrielle Zeug mit seinen fragwürdigen Zusatzstoffen. Das mag global-galaktisch (abseits vom Fluorid) zwar nicht die spürbarsten Auswirkungen haben. Aber glaubt mir: Man schmeckt wirklich den Unterschied zwischen 08/15-Kochsalz und einem Steinsalz.

Unser (fast leeres) Gemüsebeet

Na, heute schon eure Vitamine zu euch genommen? Nicht? Also bitte – so langsam müsste euch doch klar sein, wie wichtig es ist darauf zu achten. Schließlich wollen doch die meisten von uns ein möglichst langes und gesundes Leben. Wenn man aber nicht zu NEMs greift, stellt sich natürlich die Frage wie man die Dosierung im jeweiligen Lebensmittel möglichst hochhält. Wir haben sicherlich alle schon einmal gehört, dass beispielsweise Gemüse im heißen Wasser zu kochen die wohl schlechteste Variante ist (dabei wird es sowieso viel zu matschig). Aber stimmt das immer oder wie reagieren die einzelnen Vitamine auf die jeweilige Zubereitungsart?

Wasser = flüchtig

Nun, fangen wir doch mit dem einfachsten an: Im letzten Eintrag hatte ich erwähnt, dass sich die 13 Vitamine noch einmal in wasserlöslich und fettlöslich aufteilen lassen. Was passiert also mit den B- und C-Vitaminen, wenn sie auf das Wasser im Kochtopf treffen? Sie lösen sich aus dem Lebensmittel und verschwinden im Kochwasser, das ihr dann anschließend in den Ausguss schüttet. Super Leistung, lieber Koch! Dann doch lieber eine Suppe draus machen oder einen Gemüsefond.

Hightech-Gemüse-Dämpfen

Außerdem sind die wasserlöslichen Vitamine grundsätzlich nicht gerade wärmefest. Also selbst beim Dämpfen gehen vom Vitamin C im Gemüse durchschnittlich gut 30% verloren. Und das ist neben dem Dünsten noch die schonendste Zubereitungsart! Wärmt ihr es am nächsten Tag in der Mikrowelle nochmal auf, werden weitere 50% zerstört. Und das ist wörtlich gemeint, denn durch das Erhitzen wird die organische Verbindung aufgelöst.

Leider gibt es nicht nur beim Zubereiten einen Vitaminverlust. Ihr lagert eure Kartoffeln bei Raumtemperatur? Dann verlieren sie monatlich 15% ihres Vitamin-C-Gehalts. Spinat schafft es sogar über Nacht mehr als 50 Prozent seines Vitamin Cs zu vergessen. Also lieber das Gemüse trocknen? Bloß nicht! Da verschwinden gleich mal 80%. Einfrieren? Immer noch 30% Verlustrate. Weitere Feinde, die den Abbau von wasserlöslichen Vitaminen beschleunigen: Licht, Sauerstoff und ein alkalischer pH-Wert (sprich eben zum Beispiel Leitungswasser).

Ihr seht: Wenn man es nicht direkt vom Acker in den Mund packt (natürlich mitsamt Dreck – dann habt ihr auch gleich die Mineralien :smile: ), dann ist bei den wasserlöslichen Vitaminen immer ein nicht gerade kleiner Verlust da. Wie heißt es so schön? Wie man’s macht, ist es verkehrt!

Fett = resistent

Die fettlöslichen Vitamine sind da zum Glück wesentlich resistenter und genügsamer. Zwar hat ein gekochtes Ei auch 20% weniger Vitamin A als ein rohes. Aber das Provitamin A (Betacarotin) mag es sogar, wenn es heiß wird und lässt sich dann vom Körper noch besser verarbeiten. Hier macht es tatsächlich sogar einen signifikanten Unterschied in welchem Zustand ihr die Karotte esst. Am besten sind pürierte, gekochte Karotten mit etwas Öl. Dann kann der Körper bis zu 45% mehr Betacarotin aus ihnen rausholen. Die klassischen, gerne im Salat vorkommenden Karottenstückchen hingegen sind mit gerade mal 3% die wohl schlechteste Variante seine Karotten zu naschen. Die Begründung ist recht simpel: Sind die Teile kleiner, wurden mehr Zellen zerstört und das Provitamin A kann leichter „herausfallen“. Entsprechend wichtig ist es etwas zu tun, was wir alle mittlerweile nicht mehr ganz so ausführlich machen: längeres Kauen.

Ja, wir kaufen bei Discountern…

Vitamin E und Vitamin K hingegen interessiert das alles nicht die Bohne. Das sind die Ratten unter den Vitaminen. Selbst wenn ihr Vitamin E in die Fritteuse packt, sind nach 10 Stunden immer noch mindestens 25% davon im Lebensmittel erhalten. Vitamin K steht dem nicht wesentlich nach.

Fazit

Was nehmen wir also aus dem heutigen Eintrag mit? Nun, wenn ihr nicht alle eure Vitamine grundsätzlich durch Nahrungsergänzungsmitteln zu euch nehmen wollt, dann solltet ihr beim Kochen aufpassen. Also zum einen natürlich überhaupt selbst kochen, denn in den Fertiggerichten oder im FastFood sind garantiert so gut wie keine Vitamine mehr drin. Zum anderen darauf achten, wie ihr mit dem Lebensmittel umgeht: Nicht lange lagern, nur kurz und hoch erhitzen (und das Gemüse erst ins kochende Wasser werfen und nicht mit aufwärmen) und lieber dämpfen und dünsten statt kochen und braten. Und wenn ihr es doch kocht (weil ihr matschiges Gemüse aus unerfindlichen Gründen toll findet :smile: ), dann zumindest das Wasser nicht wegkippen sondern für andere Sachen aufheben.

Wir nehmen mittlerweile nur noch gefrorenes Gemüse (wenn es nicht aus dem eigenen oder dem Garten der Eltern stammt), dämpfen es in unserem „hightech“ 21-in-1-Kocher und zerstören dann doch alle Vitamine indem wir es am nächsten Tag auf der Arbeit in der Mikrowelle wieder aufwärmen :wink: .