Sicarius

Körpertuning: Nudeln

Eine Ladung Soda Stream Sirup

Dank der aktuell noch geltenden Lockerungen kamen auch Lysanda und ich in letzter Zeit ein bisschen mehr aus dem Haus bzw. aus unserem Ort raus. So konnten wir beispielsweise nach fast einem Jahr Pause mal wieder unseren Katzenstammtisch stattfinden lassen. Sprich: Restaurantbesuche. Bislang war mein Getränk der Wahl, wenn wir auswärts gegessen haben, eine Sprite bzw. ähnliche Alternativen der Konkurrenz. Pappsüßes Zeug voller Zucker quasi. Aber ab und zu kann man es sich ja gönnen – redet man sich ein und bleibt dann sicherheitshalber eine Woche sehr weit von der Waage entfernt :wink: .

Was ich allerdings nun feststellen musste: Mir schmeckt der Kram überhaupt nicht mehr. Selbst als ich dann mal Lysandas Cola Light versuchte war da wenig Begeisterung dabei. Ich scheine echt vollkommen versaut worden zu sein durch unsere mittlerweile vollständige Umstellung auf Filterwasser und Sirup. Kann natürlich nun auch einfach eine vollständige Abhängigkeit von Aspartam oder Sucralose sein und eine dazugehörige Geschmacksveränderung aber wie Azz unter dem verlinkten Eintrag schon feststellte: “Es ist und bleibt “ein Kreuz” mit der Süße…”. Werde ich wohl in Zukunft nur noch Wasser trinken, wenn wir unterwegs sind. Schmeckt zwar mitunter ebenfalls nicht so gut aber zumindest (noch) nicht so schlimm wie scheinbar mittlerweile die Limonaden-Produkte der beiden großen Hersteller.

Schon eine krasse Sache. Gut: Die Unterschiede der einzelnen Mineralwasserhersteller konnte ich bereits früher schmecken und hatte dementsprechend bevorzugte Sorten. Aber, dass die Latte nochmal ein Stück höher gelegt werden kann finde ich durchaus beeindruckend – oder vielleicht erschreckend? Wie “schlecht” muss schließlich das uns servierte Wasser sein, wenn mein Körper mittlerweile so negativ reagiert, nur weil er “vermeintlich besseres” Wasser Zuhause bekommt? Aber um noch einmal Azzs Kommentar als Vorlage zu nehmen: Die Wahrheit hat vermutlich auch viel mit antrainiertem Verhalten zu tun. Hier den üblichen Satz über Menschen und Gewohnheitstiere einfügen. Wenn man es dann mal schafft aus diesem Trott auszubrechen entdeckt man mitunter völlig neue Welten. Ob die jedoch wirklich besser oder zumindest gesünder sind als die alte? Das ist nicht immer so eindeutig.

Mein Heiligtum

Meine Limonaden-Sucht ist freilich nicht mein einziges Laster, das ich seit Jahrzenten mit mir rumtrage. Ein weiteres ist meine Liebe zu Pasta. Zu meinen Hochzeiten habe ich fast jeden Tag einen gut gefüllten Teller Nudeln mit Maggi Delikatess Sauce zu Braten drüber als meine Tagesmahlzeit verspeist. Nein, kein Gemüse oder Fleisch dazu. Wirklich einfach nur ein riesiger Teller voll Hartweizennudeln verschiedener Sorten – allerdings bevorzugt die von 3 Glocken. Ja, es ist für normale Nudelesser möglicherweise unvorstellbar aber nur, weil es sich um Spiralnudeln handelt, schmecken die von Hersteller zu Hersteller tatsächlich nicht gleich gut. Von den Unterschieden beim Kochen der jeweiligen Nudelsorten brauchen wir erst gar nicht reden. Ich gebe offen zu, was die perfekte Nudel angeht bin ich ein hochnäsiger Besserwisser :smile: .

Vollkornweizennudeln

Jetzt ist so ein Teller voller Hartweizennudeln nicht unbedingt das Beste für die eigene Gesundheit. Also nicht nur wegen der Menge, sondern auch, weil es Nudeln aus weißem Mehl sind. Und das gilt nicht gerade als das gesündeste Mehl da draußen. Dementsprechend hat Lysanda im ersten Anlauf versucht neben der Reduzierung meiner Mengen mich zumindest auf Vollkornprodukte umzuschulen. Etwas, was meine Frau Mama in 30 Jahren nicht geschafft hatte.

Vollkorn ist Vollkorn, oder?

Ohne es groß in die Länge zu ziehen: Lysanda hat es tatsächlich geschafft mich in den meisten Fällen auf Vollkornprodukte um zu beraten. Nur Maultaschen und Tortellini, da haben wir noch nichts gefunden. Grundsätzlich ist die Suche nach solchen Produkten auch relativ einfach, denn es ist gesetzlich geregelt. Beispielsweise dürfen sich Backwaren erst bei einem Anteil von 90% Vollkornmehl/Vollkornschrot überhaupt als Vollkorn bezeichnen. Und Vollkornmehl wird ebenfalls erst erzeugt, wenn der sogenannte Ausmahlungsgrad in der Mühle bei min. 98% liegt. Sprich aus 100kg Getreide werden 98kg Mehl und damit ist quasi wie der Name schon sagt fast alles vom Korn tatsächlich enthalten. Deswegen gibt es anders als bei normalem Mehl auch keine Typen-Bezeichnung mit auf der Verpackung. Die besagen übrigens wie hoch der Mineralstoffanteil bei 100g ist. Ein Mehl vom Typ 1370 hat z.B. 1.370mg Mineralstoffe. Je niedriger der Anteil, desto “weißer” das Mehl quasi.

Warum übrigens selbst beim Einsatz von Vollkorn gerne noch weißes Mehl (meist Typ 550) dazu gekippt wird? Wegen der Verarbeitung. Der Keimling im Vollkorn ist sehr fetthaltig und das ist angeblich schlecht für die Maschinen – und die Haltbarkeit. Während Mehl vom Typ 405 vermutlich die nächste Apokalypse überlebt, wenn es geschützt gelagert wird, hält Vollkornmehl nur 4-6 Wochen bis es ranzig ist. Ein weiterer “Nachteil” von Vollkornprodukten: Sie sehen nicht so “schön” aus. Durch die ganzen Mineral- und Ballaststoffe ist die Farbe teils tiefbraun oder grau je nachdem welche Getreidesorte. Ach und sie sind selbst nach etwas längerer Kochzeit noch bissfester. Für Kaufaule ist das mitunter ein Hindernis. Und ja: Speziell die Konsistenz war für mich lange Zeit ein Grund, warum ich Vollkornnudeln aus dem Weg gegangen bin.

Es gibt allerdings auch bei Vollkorn noch eine zweite Variante: Gekeimtes Vollkorn. Normalerweise wird Getreide nach der Ernte getrocknet und dann zu Mehl verarbeitet. Weicht man die Körner stattdessen in Wasser ein und lässt sie ein paar Tage stehen, setzt der Fortpflanzungsmechanismus der Pflanze ein und sie beginnt zu keimen. In diesem Zustand kann man sie dann ebenfalls trocknen und weiterverarbeiten. Die Idee dahinter: Im gekeimten Zustand ist das Korn buchstäblich bereits aufgebrochen. Es hat ein Stoffwechselprozess inkl. der Bildung der dazugehörigen Enzyme stattgefunden. Dadurch verändert sich die Nährstoffzusammensetzung des Korns. Im Ergebnis ist es löslicher und damit angeblich leichter für unseren Körper zu verarbeiten. Ob das wirklich stimmt ist so ein Thema. Wie immer, wenn es heißt “ist leichter bekömmlich”: Es scheint noch niemand einen Weg gefunden zu haben das mal nachzuweisen/richtig zu erforschen. Zumindest sind uns keine dahingehenden Studien bekannt. Da ist man beim Thema “Urgetreide” etwas weiter. Das sind vor-industrielle Getreidesorten, die wohl ebenfalls bekömmlicher und Nährstoffreicher für uns Menschen sind. Aber empfindlicher im Anbau.

Die Mehlalternativen

Konjak-Nudeln in der Spaghetti-Variante

Auf dem Mehlmarkt gibt es noch viel mehr Dinge aus denen sich Nudeln (und andere Produkte) formen lassen. Es muss nicht immer Getreide sein. Hanf, Linsen, Reis, Mais, Konjak, Kichererbsen, Leinsamen, Soja – die Auswahl ist so riesig, dass ist der helle Wahnsinn. Und ja, da ist viel Gutes und vor allem kohlenhydratarmes dabei. Müsst nur aufpassen: Vor allem bei den Alternativmehlen kann es passieren, dass zwar auf der Packung “Hanf” steht aber die Rückseite nur einen kleinen Anteil davon ausweist und der Rest erneut mit weißem Mehl aufgefüllt wurde. Es gilt wie überall: Augen auf beim Einkauf.

Durch unser Haus sind bereits diverse Nudelsorten aus verschiedenen Mehlen gewandert. Aktuell ist beispielsweise eine große Packung aus roten Linsen (90%, Rest Leinsamenmehl) im Schrank. Da wir auch sehr auf Kohlenhydrate achten, hatten wir uns sogar mal eine gewisse Zeit mit Konjak-Nudeln eingedeckt. Leider sind die nicht so gut was die Verarbeitung angeht. Knusprig braten geht z.B. gar nicht und trotz ausgiebigem Abspülen liegen sie uns nachts irgendwie ab einer gewissen Menge schwer im Magen. Entsprechend ist meine Begeisterung sie nochmal zu verzehren praktisch bei null. Das gilt auch für die meisten Nudeln aus Alternativmehlen. Finde schon Roggen und Dinkel teilweise nicht so der Brüller aber Kichererbsen und Linsen? Danke, nein. Nur die Hanfnudeln – die waren gut. Woran das wohl liegt? 4:20 Gut, dass ich Lysanda habe, die isst die alle.

Unser Weg

Lysanda hat mich also zuerst auf Vollkorn umberaten und dann mit kleinen Erfolgen versucht mich mit Alternativmehlen zufrieden zu stellen. Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Lysanda wollte schon länger mal selbst probieren Nudeln zu machen bis uns dann mal vor einiger Zeit eingefallen ist, dass unser Entsafter nicht nur entsaften und Kaffee mahlen kann, sondern tatsächlich auch als Nudelmaschine fungiert. Dementsprechend haben wir angefangen einfach frische Vollkornnudeln selbst zu produzieren. Ja, wir haben sogar einen 25kg-Sack Bio-Weizen gekauft und jetzt im Keller stehen.

Sprich wir mahlen mit unserer Küchenmaschine Bosch MUM4427 und deren Mixer-Aufsatz den Weizen zu Mehl. Wir haben es zwar auch mit dem Entsafter, unserem Pürierstab und der Kaffeemühle probiert aber mit Entsafter/Pürierstab wurde das Mehl nicht fein genug und mit der Kaffeemühle war es zu viel Aufwand. Die hat nicht genug Power dahinter. Entsprechend musste man jedes Mal das feine Mehl raussieben und nochmal einen Durchgang machen. Gibt für die Küchenmaschine technisch gesehen sogar ein eigenes Kegelmahlwerk. Vielleicht holen wir uns das irgendwann mal (kostet so viel wie die ganze Maschine).

Das dann mit einem Ausmahlungsgrad von 99.9% (ein bisschen was bleibt immer in der Maschine zurück) frisch gemahlene Vollkornmehl verarbeiten wir direkt zu Nudeln. Das Rezept ist extrem simpel: Pro 100g Mehl ein Ei dazu und etwas Salz. Da Vollkornmehl stark saugt außerdem nach Gefühl etwas (Oliven-)Öl. Aber Vorsicht: Der Teig darf weder zu fest noch zu feucht sein. Ist er zu fest, macht ihr euch ggf. die Nudelmaschine kaputt. Der Knall war extrem laut als der Deckel vorne am Entsafter sich unsanft durch seine Befestigung gedrückt hat. Zum Glück nichts kaputt gegangen. Schafft es die Maschine, zerbröseln die zu trockenen Nudeln aber dann ggf. direkt in eurer Hand. Ist der Teig hingegen zu feucht, dann kleben die Nudeln zu stark aneinander, ihr habt nur noch einen Klumpen und hättet euch die Arbeit mit der Maschine sparen können :smile: .

Was wir bei unseren Tests gelernt haben: Anders als das was so in den gängigen Anleitungen steht niemals den Teig eine Stunde ruhen lassen und schon gar nicht im Kühlschrank. Das hat nur zu Desaster geführt. Mittlerweile haben wir es aber ganz gut raus. Ist der Teig dann durch den Entsafter durch geht es direkt ins heiße Wasser. 10 Minuten später haben wir ein wohlschmeckendes Ergebnis (und einen eingesauten Entsafter – bloß nicht antrocknen lassen!). Geht tatsächlich ziemlich fix das Ganze.

PS: Wir hatten auch mal ein gutes Rezept für LowCarb-Nudeln aus dem Backofen im Internet gefunden: 2 Eier, 50g Frischkäse, jeweils 1 EL Flohsamenschalen und Haferkleie, dann eine Messerspitze Xanthan oder Guarkernmehl und etwas Salz dazu. Mixen und auf einem Blech verteilen, dann 10 Minuten bei 60°C in den Backofen. Mit einem Pizzaschneider in Streifen schneiden und genießen.

Sirup-Vielfalt mit unterschiedlichen Deckeln.

Ende März hatte ich erwähnt, dass wir die wunderbare Welt der Sirups für unseren Wassersprudler entdeckt und mittlerweile dadurch fast komplett das Kistenschleppen hinter uns gelassen haben. Was mir damals noch nicht so bewusst war: Der Sirup-Markt ist schon wesentlich größer als wir dachten. Vor allem in der Fitness-Ecke gibt es da schon seit Jahren ein großes Angebot. Das habe ich erst so richtig realisiert als ich vor kurzem mal in einem EDEKA war, weil sie die offiziellen SodaStream-Sirups wahnsinnig günstig im Angebot hatten. Am (total versteckten) Regal angekommen war ich z.B. überrascht zu sehen, dass selbst Coca-Cola mittlerweile mitmischt – allerdings derzeit nur mit Fanta, Sprite und Mezzo Mix jeweils in der nicht-zuckerfreien Variante. Und ja, sogar Säfte gibt es. Allerdings noch nichts, was mich anmacht. Holunderblüte ist einfach nicht so meins :smile: .

Da wir allerdings nur zur zuckerfreien Variante greifen, stand dann doch nicht so viel im Regal, was ich tatsächlich eingepackt habe. Hauptsächlich Kram von der EDEKA-Gruppe-Eigenmarke Gut & Günstig, die aus unserer Sicht zwar tatsächlich günstig ist aber über das “gut” haben wir eine…sagen wir nicht ganz so zustimmende Meinung. Trotzdem hab‘ ich mir mal den Cola- und Orangengeschmack mitgenommen zum Testen. Dabei ist mir schon im Laden aufgefallen: Die Art und Weise wie man den Sirup in die Flaschen umfüllt ist sehr unterschiedlich.

Mehr oder weniger viel Sauerei

Während Coca-Cola gar keine Mess- und Füllhilfe beifügt und von euch verlangt mit Esslöffeln zu hantieren, hat selbst SodaStream zwei unterschiedliche Deckelsorten. Das Prinzip ist zwar identisch, der Deckel hat einen integrierten Messbecher, aber der in den kleinen grauen Behälter ist nicht ganz so tief. Der Nachteil: Man kriegt den Mist nicht ganz so gut in die Flasche gekippt inkl. hoher Gefahr Sauerei zu machen. Tipp: Die Flasche ebenfalls schräg halten beim Umfüllen vom Messbecher. Das ist bei den PepsiCo-Marken mit ihrem tieferen Messbecher wesentlich besser gelöst. Da muss ich nicht mit der Flasche rumhantieren.

Der ist voll.

Und bei Gut & Günstig? Der letzte Scheiß. Es ist ein Messbecher der auf der Sirupflasche draufsitzt. Am Becher selbst ist zu bemängeln, dass zumindest ich die Messlinien so gut wie nicht erkennen kann. Und dann sitzt er anders als bei SodaStream wie gesagt einfach auf der Flasche drauf. Sprich, wenn ihr ihn nicht vorher sauber und trocken macht, saut ihr euch die Flasche und den dazugehörigen Deckel ein. Keine Ahnung wer das für ein tolles Konzept hielt. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Das gilt auch für den Geschmack an sich. Speziell die zuckerfreie Orange ist irgendwie nur gelbes Wasser, selbst wenn ich mehr reinkippe als der Messbecher vorgibt für unsere Flaschengröße. Wir bleiben entsprechend vorerst weiterhin SodaStreams PepsiCo-Reihe treu trotz dem höheren Preis.

Weitere Kosteneinsparungsmaßnahmen

Mit der Umstellung auf Sirup drang jedoch ein neuer Faktor in den Vordergrund: Die Kosten für den CO²-Zylinder, schliesslich verbrauchen wir jetzt mehr. Seit das Patent für das SodaStream-Original abgelaufen ist (deswegen hat SodaStream nun ein neues Gerät inkl. geändertem und wieder patentiertem Zylinderdesign rausgebracht), gibt es zwar sehr viele Anbieter von Zylindern und entsprechend stark sind die Preise gefallen (5-7€). Doch wir brauchen trotzdem pro Monat durchschnittlich zwei Stück davon. Die pro Zylinder jeweils ca. 90 Flaschen mit 0,6L ergeben. Immer noch viel, viel billiger als ein Kasten Coca-Cola. Es gibt aber Optimierungspotential. Und was kann man optimieren? Na natürlich selbst die Zylinder nachfüllen statt sie im Laden zu tauschen.

Lysanda hatte das schonmal vor längerem erwähnt, dass das ginge. Aber ich hatte davor durchaus massiven Respekt. Eine Gasflasche im Haus zu haben (egal ob Propan, Kohlendioxid oder sonst was) ist schon allein so eine Sache. Was, wenn das Ding einem z.B. wegen falscher Lagerung plötzlich um die Ohren fliegt?! Und dann das Befüllen: Woher weiß der CO²-Zylinder, wenn er voll ist? Fliegt der mir um die Ohren, wenn ich nicht aufpasse und rechtzeitig abdrehe? Diese und weitere Fragen kamen mir in den Sinn als Lysanda das Thema erneut auf die Tagesordnung brachte. Aber wenn ich eins in bald fünf Jahren Ehe gelernt habe: Dieser Frau versuchen etwas auszureden ist eine Lebensaufgabe :wink: (Anm. v. Lysanda: Das sehe ich nicht so.). Außerdem arbeitet jeder Gastronom täglich mit sowas (wg. Bier) – also zumindest, wenn irgendwann die Pandemie vorbei ist. Entsprechend kann es so gefährlich auch wieder nicht sein. Also haben wir es einfach mal versucht. Spoiler: Es ist einfacher und ungefährlicher als gedacht.

Die Beschaffung

Bevor es ans erste Befüllen gehen kann, muss man das Gas erstmal haben. Dazu tauchen folgende Fragen auf: Wie groß soll die CO²-Flasche sein, woher kriegen wir sie und, viel wichtiger, wo können wir sie wieder auffüllen/tauschen lassen? In Sachen Größe war die Entscheidung relativ schnell getroffen und zwar zu Gunsten eines 10kg-Monsters. Das liegt zum einen am Preis. Die 2kg-Flasche nachzufüllen kostet bei Hornbach beispielsweise 8,25€/kg. Bei der 10kg-Flasche sind es nur 2€/kg. Zum anderen kann man mit 2kg logischerweise weniger Flaschen auffüllen bis man wieder durch die Gegend fahren muss. So gehen in einen regulären SodaStream-CO²-Zylinder theoretisch 425g. Da reichen die 2kg nicht einmal für fünf Füllungen. Bei 10kg sind es 23. Gut, dafür wiegt die 10kg dann mit 28-31kg (je nach Modell) das vierfache was den Transport mitunter etwas schwieriger macht für kleine, schwache Männer. Aber einmal im Jahr bekommt man das schon irgendwie hin.

Das Angebot von Hornbach

Nachfüllen und Transport sind übrigens gute Stichpunkte: Es bringt nichts sich bei eBay die billigste Flasche zu holen, wenn man dann nur 800km entfernt in Hintertupfingen eine Neubefüllung bekommt. Entsprechend haben wir uns in den umliegenden Bau- und Getränkemärkten umgeschaut und sind am Ende (mal wieder) bei Hornbach gelandet. Die nutzen Gas von GlobalGas, die ebenfalls bundesweit vertreten sind. Insofern sollte es auf absehbare Zeit kein Problem sein eine neue Füllung zu kriegen. Gleichzeitig hat Hornbach was das angeht tatsächlich auch einen günstigsten Preis mit besagten 20€ pro Füllung. Dazu kommen dann noch einmal 134€ Nutzungsgebühr für die Flasche.

Aufmerksame Besucher werden allerdings jetzt anmerken, dass die 20€-Füllung bei Hornbach nur “normales” Kohlendioxid ist ohne “Lebensmittelqualität”-Kennzeichnung. Diese Füllung wiederrum kostet 7€ mehr und auch die Flasche ist mit 135€ etwas teurer. Allerdings: Bei der Flasche mit Lebensmittelqualität ist es keine Nutzungsgebühr, sondern Pfand. Sprich, die bekommt ihr wieder, wenn ihr irgendwann keinen Bock mehr auf den Kram habt. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage: Wenn das “normale” Gas für Aquarien verwendet werden darf und mir die Fische nicht wegsterben, warum ist es dann nicht für Menschen geeignet?! Antwort: Ist es schon, denn lt. GlobalGas kommt der Inhalt beider Flaschen aus dem exakt gleichen Tank. Der einzige Unterschied ist, dass auf der Flasche mit “Lebensmittelqualität” ein Siegel zur Nachverfolgung draufklebt. Wenn mal was passiert, wissen sie entsprechend ganz genau aus welchem Tank es kommt. Ist also eine Versicherungssache. Bedeutet im Umkehrschluss, dass man einfach zum normalen Gas greifen? Nicht unbedingt. Dadurch, dass ihr für diese Flasche nur Pfand bezahlt, könnt ihr erstmal 19 Jahre lang für 7€ Aufpreis befüllen bevor es euch tatsächlich mehr kostet und habt in dieser Zeit eben diese zusätzliche Sicherheit sollte tatsächlich mal passieren. Aber ja: Am Ende des Tages ist es zumindest im Falle von GlobalGas was den Inhalt angeht tatsächlich Jacke wie Hose.

Die Vorbereitungen

Nun haben wir also die Gasflasche zu Hause stehen. Leider passt der CO²-Zylinder (in unserem Fall einer von Soda Trend) dort nicht einfach drauf. Es braucht einen Adapter. Und zwar einen der umsetzt von einem TR21.4-Ventil (CO²-Zylinder) auf ein W21.8-14-Ventil (CO²-Flasche). Die Beschaffung ist hier aber kein Problem. Es gibt haufenweise Angebote im Internet für einen Preis um die 30€. Die passen dann meistens für viele verschiedene Varianten von CO²-Zylinder, denn nicht unbedingt jeder ist an der Spitze gleich aufgebaut. Das gilt auch für die CO²-Flasche selbst. Die gibt es mit Steig-/Tauchrohr und Druckventil, ohne Steig-/Tauchrohr aber mit Druckventil oder komplett ohne. Im Fall von Hornbach sind es Flaschen ohne Steig-/Tauchrohr aber mit Druckventil.

Der Nachteil einer Flasche ohne Steigrohr ist, dass ihr sie auf den Kopf stellen müsst bei der Befüllung. In der Flasche ist nämlich Kohlendioxid in flüssiger Form enthalten. Das ist etwas nervig, weil wie gesagt die Flasche selbst im komplett leeren Zustand noch ihre 17-20kg hat. Funktioniert aber. Und nein: Soweit ich verstanden habe, sollte man sie nicht umgedreht lagern. Sich eine entsprechende Aufhängung im Keller an die Wand schrauben geht also scheinbar nicht – es sei denn sie ist drehbar. Mmmh… wäre sicherlich eine rückenfreundliche Überlegung sich da was zu basteln :smile: .

Geht’s endlich los?!

Noch einmal drehen, dann kann’s losgehen.

Gasflasche? Check. Adapter? Check. Gasflasche und Zylinder über Adapter miteinander verbunden? Check. Komplettes Konstrukt umgedreht? Check. Also aufdrehen und los geht’s? Ja, tatsächlich ist es so einfach – zumindest bei den Soda Trend-Universal-Zylindern in unserem Haushalt. Es macht für ein paar Sekunden psssscchhh und das war’s. Keine Angst vor Überfüllung und Explosionen, da das Ventil im Zylinder automatisch schließt. Hätte echt nicht gedacht, dass es so einfach ist. Noch kurz den Druck im Adapter ablassen und zurück in den Wassersprudler damit. Perfekt – also fast. Es gibt noch einen kleinen aber feinen Stolperstein.

Die CO²-Zylinder fassen wie erwähnt 425g Kohlendioxid. Wenn ihr die Flasche aber vor und nach der Befüllung wiegt, werdet ihr feststellen, dass ihr maximal die Hälfte davon reinbekommen habt. Bei uns kam die Flasche so über 925g Gesamtgewicht einfach nicht hinaus was ca. 150g Füllgewicht entspricht. Der Grund ist simpel: Das Ventil schließt zu schnell. Die Lösung: Den Zylinder für 2-3 Stunden in den Gefrierschrank/die Truhe packen. Hat was mit Kompression und so zu tun. Das CO² ist ja sowohl in der Flasche als auch dem Zylinder flüssig. Fragt mich allerdings nicht nach dem genauen physikalischen Prozess. Das ist absolut nicht meine Ecke :smile: . Aber so bekommen wir jetzt 370g umgefüllt (ca. 1.160g Gesamtgewicht). Plus ein Rest, der noch im Zylinder war (wir machen sie nie ganz leer, da die letzten Flaschen dann mir nicht mehr spritzig genug sind) und es dürften wieder die vollen 425g sein. Astrein! Natürlich könntet ihr auch ohne Einfrieren arbeiten und entsprechend öfters nachfüllen. Allerdings geht bei jeder Füllung ein wenig Gas verloren (das, was ihr über das Ablassventil rauslasst).

Ein Risiko des Befüllens in den eigenen vier Wänden habe ich noch nicht erwähnt: Das Ventil am CO²-Zylinder. Wenn ihr ihn im Laden zurückgebt und einen neuen kauft, wird der alte vom Hersteller vor dem Neubefüllen (angeblich) überprüft und bei Defekt entsprechend ausgetauscht. Das könnt ihr natürlich nur bedingt selbst erledigen (z.B. Sichtprüfung). Ich habe leider bislang keine handfesten Informationen gefunden wie oft es Sinn macht deshalb doch den Zylinder mal wieder in den Laden zu tragen und gegen einen neuen zu tauschen. Das werden wir hoffentlich mit der Zeit noch rausfinden.

Die Kosten

Bleibt zum Abschluss noch die Frage, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt. Fassen wir also mal alle Einträge zusammen:

  • Wir haben eine Osmoseanlage, um unser Wasser zu reinigen. Die kostet uns jährlich ca. 210€ in der Wartung. Die vierstelligen Anschaffungskosten ignorieren wir, da wir das Wasser ja nicht nur zum Sprudeln verwenden.
  • Wir haben einen SodaStream, um es zu sprudeln. Das war eine einmalige Anschaffung für 129€, verursacht also an sich keine regelämssigen Kosten.
  • Wir kaufen Sirups, um den Sprudel in Erfrischungsgetränke umzuwandeln. UVP 5,99€ für 9L.
  • Lysanda nutzt Bolero, um ihr Glas Wasser aufzupimpen. Da kostet eine Packung 0,60€, die sie auf ca. vier 0,6l-Flaschen aufteilt (mehr  als vom Hersteller empfohlen).
  • Wir befüllen die CO²-Zylinder mit Hilfe einer 10kg-CO²-Flasche selbst. Macht 27€ für ca. 27 Zylinderfüllungen mit denen wir ein Jahr auskommen. Nicht jede gesprudelte Flasche wird allerdings zu einem Erfrischungsgetränk (vielleicht 3 von 9). Insgesamt kriegen wir aus einem CO²-Zylinder 80 Sprudelflaschen mit 0,6l.
  • Und natürlich verwenden wir dafür unser gefiltertes Leitungswasser. Das kostet 1,52€/m³ also zehn Flaschen mit 0,6l nicht einmal 1ct (0,000912ct pro Flasche).

Excel for the win (oder die Berechnungen)!

Ganz viele Zahlen mit denen man schön rechnen kann. Zusammengefasst gehen wir davon aus, dass wir mit einer CO²-Flasche 1.296 Liter Sprudel herstellen können. Zusammen mit den Wasserkosten und der Wartung der Osmoseanlage – auch, wenn die natürlich nicht nur Wasser zum Sprudeln herstellt – kommen wir auf einen Literpreis von ca. 0,18€. Wenn Lysanda Bolero reinpackt, wird der Liter 0,44€ teuer. Eine Flasche mit Sirup kostet uns hingegen ca. 0,85€ pro Liter. Zum Vergleich: Eine Kiste Gerolsteiner Mineralwasser in Plastikflaschen (!) schlägt laut Google aktuell mit 0,42€ zu Buche. Eine Kiste Coca-Cola in der PET-Flasche kommt auf 1,06€/l – kann aber tatsächlich im Angebot auch mal auf 0,77€ rutschen. Wäre dann also tatsächlich billiger als eine Flasche mit Sirup. Andererseits kaufen wir auch den Sirup nicht zum UVP. Insofern dürfte die Rechnung trotzdem noch knapp zu Gunsten des Sirups ausgehen. Die Realität liegt natürlich irgendwo dazwischen. Weder wird jede Flasche mit Bolero noch mit Sirup befüllt. Entsprechend sind die durchschnittlichen Kosten für uns pro Liter vermutlich bei um die 0,40€.

Ich hab‘ natürlich die Anschaffungskosten ignoriert, die man erst noch wieder reinholen muss. Aber die haben sich vergleichsweise fix amortisiert in unserem Haushalt. Vor allem, weil wir in der ganzen Rechnung noch nicht die Aspekte Umwelt und Gesundheit berücksichtigt haben. Weniger durch die Gegend fahren, keine Getränke in Kunststoffflaschen saufen, gereinigtes Wasser nutzen, weniger Verschleiß durch Kalk, etc. Die lassen sich (für mich) schlecht beziffern waren aber für uns ein noch größerer Faktor als die reinen Kosten. Insofern: Zumindest für uns lohnt sich das aktuelle Setup auf jeden Fall. Sowohl was den Geldbeutel als auch unsere Gesundheit angeht. Hat Lysanda gut gemacht :wink: (Anm. v. Lysanda: Sicarius aber auch).

Lysanda L'eau

Alles Käse oder was?

So viel reduzierter Käse – wer soll das alles essen?!

Wallace & Gromit-Fans wissen: Der Mond besteht aus Käse. Viele verschiedene Arten von Käse sogar. Und ein Roboter benutzt die Käseberge als Skipiste doch das ist ein anderes Thema. Aber nicht nur auf dem Mond gibt es haufenweise Käsesorten, sondern auch hier auf der Erde. Für jeden noch so ungewöhnlichen Geschmack ist etwas dabei und diese Geschmäcker sind wie immer was das Essen angeht extrem individuell. So kannte ich früher nur drei Käsesorten: Gouda, Butterkäse und Brie. Aber die waren alle nicht so meins. Erst als ich Edamer entdeckte, fand ich meinen ersten Lieblingskäse, der mich über viele Jahre als einziger begleiten sollte. Christoph hingegen? Nun, Käse war für ihn lange ein komplettes “Iiihhh bääh”-Thema (wie so vieles, was das Thema Essen angeht). Ich habe ihn immerhin mittlerweile davon überzeugt, dass es tatsächlich von Vorteil sein kann in bestimmten Situationen mal einen “Anfängerkäse” wie Edamer mit in die Pfanne oder den Backofen zu packen. Bei Käsespätzle z.B. oder Lasagne. Seine Palette darüber hinaus erweitert hat er aber seitdem (noch) nicht.

Seit wir jedoch damit angefangen haben im Supermarkt tegut einzukaufen und dabei ein besonderes Augenmerk auf die stark reduzierte Ware (weil nah am Mindesthaltbarkeitsdatum/Verbrauchsdatum) legen, greife zumindest ich immer häufiger in die Käsetheke nach den Produkten auf denen die -30%-, -50%- oder sogar -75%-Hinweise kleben. Nicht alle davon entpuppen sich logischerweise als ein Hit. Aber dank dieser Schnäppchen konnte ich mein Käseportfolio definitiv stark erweitern. Sogar den einen oder anderen neuen Lieblingskäse fand ich. Da es aber wie erwähnt zig Käsearten gibt, wurde es so langsam aber sicher schwierig den Überblick zu behalten. Und was macht man, wenn man den Überblick verliert? Man fängt eine Tabelle an. Diese umfasst mittlerweile 33 Einträge und natürlich obwohl oder gerade, weil die Geschmäcker verschieden sind, möchte ich euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Den Anfang macht der heutige Eintrag.

Allgemeine Erläuterungen

Die reduzierte Ware in der Käsetheke des tegut besteht meist aus einzeln verpackten Teilstücken. Insofern sind wir abhängig davon, was tegut auf den Kassenzettel schreibt – was mitunter nicht ganz so viel ist. Somit fehlen uns beispielsweise in den meisten Fällen die genauen Herstellernamen. Die untenstehende Auflistung ist hingegen rein auf Zeit basierend. Sprich der erste Käse ist der, den ich zuerst probiert hatte als wir angefangen haben mitzuschreiben. Für mich unterscheide ich drei Käsearten: Schnittkäse, Hartkäse (der dann zu Reibekäse wird) und Weichkäse (Schmelzkäse zählen wir hier ebenfalls dazu). Die Fußkäseskala sagt hingegen aus wie stark der Käse aus meiner Sicht riecht (von Fußkäseskala 0 für “gar nicht” bis zu Fußkäseskala 3 “stinkt durch die Kühlschranktür bis zum anderen Ende der Stadt”). Meine Bewertungsskala geht von Super guter Käse (Super gut) bis Bäh-Käse(Bäh) und die Preise sind hingegen logischerweise zum einen die von tegut und zum anderen zum Zeitpunkt unseres Kaufes und ohne die Reduzierung. Kann sich in der Zwischenzeit geändert haben.

tegut Bio Heubursche Blüten & Kräuter

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Heumilch mit Gewürzblütenmischung
Preis pro kg: 18,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter KäseSchmeckt ähnlich wie Gouda und hat Streifen mit verschiedenen Arten von Kräutern in der Mitte. Diese gehen nicht im Käsegeschmack unter, sondern geben ihm tatsächlich eine spürbar “frische” Note.
Bio Manchego

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Menchega-Schafsmilch
Preis pro kg: 31,47€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Naja-KäseEin ganz milder Hartkäse, der minimal salzig schmeckt. Abseits davon kein wirklich wahrnehmbarer Eigengeschmack aber für einen Käse ohne Geschmack ist er einfach zu teuer.
Bio Fitness Rebell

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 23,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 2
Wertung: Guter KäseHat einen starken Eigenschmack und schmeckt etwas muffig. Es gibt bessere Käse aber er ist soweit okay.
Bio Landana Ziegenkäse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Ziegenmilch
Preis pro kg: 22,20€
Rinde essbar? Nein (Kunststoffüberzug)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter KäseIst soweit okay. Hat einen geringen Eigengeschmack und ist leicht salzig.
Saint Albray

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Eine Art Schimmelkäse. Er ist aromatischer als Camembert und fühlt sich auf der Zunge an wie eine Art Mischung aus Camembert und Schmierkäse.

Bio Weißer Walnuss Rebell

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Heumilch und Walnüsse
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Schmeckt wie ein Brie der mit Walnüssen durchzogen ist. Diese sind (logischerweise) nicht sonderlich knusprig aber obwohl der Käse insgesamt keinen starken Eigengeschmack hat, merkt man sie. Unterm Strich wie alle Rebell-Käse okay.

Bio Heublumen Rebell

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Heumilch
Preis pro kg: 18,90€
Rinde essbar? Ja (aus Heublumen)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Außen sind (essbare) Heublumen als Rinde dran. Ansonsten ein normaler “Rebell”. Leicht muffiger Geruch aber grundsätzlich solide im Geschmack.

Bauernkäse

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 9,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Super guter KäseBei dem vergleichsweise geringen Preis und dem unscheinbaren Namen hätte ich echt was anderes erwartet. Der Käse ist wirklich lecker, cremig, salzig und schmeckt wie Käse schmecken sollte. Der perfekte Käse, um damit Nudeln zu überbacken.
Bio Bergblütenkäse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg:  19,90€
Rinde essbar? Ja (aus Kräutern)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Naja-Käse

Etwas bitter im Geschmack durch die Kräuter, die aber gleichzeitig eine würzige Note reinbringen.

Délice d’Argental

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 21,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Bäh-Käse

Ist sehr weich und cremig schmeckt aber künstlich und irgendwie muffelig bitter. Hat zudem einen komischen Nachgeschmack. Nein, danke!

Cambozola

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Naja-Käse

Weicher als Camembert und leicht herb im Geschmack. Insgesamt okay aber nicht der Brüller.

Le Gruyère mild

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 24,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Nicht nur in der Hand, sondern auch im Mund irgendwie bröckelig. Hat aber einen sehr guten und angenehm, milden Eigengeschmack. Er schmeckt wie Parmesan auf Nudeln schmecken müsste, wenn Parmesan nicht erfunden worden wäre und entsprechend speziell für Nudelauflauf gut geeignet.

Gouda Mittelalt

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 15,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Hat einen guten und an sich angenehm, milden Eigengeschmack. Ich muss mich aber trotz oder vielleicht wegen meiner Vergangenheit mit Gouda erst wieder an diesen Geschmack gewöhnen, bevor ich ihn gut finde. Komisch, ich weiß.

President Brie

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 12,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Er ist schön weich und cremig. Sein Rand ist etwas dicker als bei normalen Brie aber abseits davon ist er eben ein typischer Brie. Sprich er schmeckt nicht sonderlich stark und schon gar nicht wirklich nach Käse.

Bio Bergkäse

Typ: Hartkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 25,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Hat einen angenehm milden Geschmack, ist etwas bröselig und nutze ich gern um Essen zu überbacken.

Géramont mit gerösteten Kürbiskernen

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 11,38€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Die Kürbiskerne sind leider nur ein optischer Gag. Man merkt sie beim Essen nicht. Es ist einfach nur ein normaler Géramont.

Bio Roccolo

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 23,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 1
Wertung: Guter Käse

Sieht von außen total eklig aus, weil er eine grün-braune Rinde hat. Kommt man jedoch darüber hinweg erwartet einen ein angenehmer Geschmack, der sich von anderen Käsesorten hauptsächlich dadurch unterscheidet, dass er etwas salziger ist.

Chavroux Ziegenkäse

Typ: Weichkäse
Grundzutat: Ziegenmilch
Preis pro kg: 19,90€
Rinde essbar? Ja
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Er ist überraschend bröckelig für einen Weichkäse hat im Mund aber eine sehr angenehm cremige Konsistenz. Geschmacklich ist er etwas auf der säuerlichen Seite, was aber für einen cremigen Käse mal was anderes ist. 

Bio Grienkenschmied

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 22,90€
Rinde essbar? Nein (Plastik)
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Guter Käse

Etwas bröckelig, was aber auch am Einfrieren liegen könnte. Geschmacklich ist er etwas bitterer als Edamer aber trotzdem angenehm und leicht.

Bio höhlengereifter Käse

Typ: Schnittkäse
Grundzutat: Kuhmilch
Preis pro kg: 15,90€
Rinde essbar? Nein
Fußkäseskala: Fußkäseskala 0
Wertung: Bäh-Käse

Etwas bröckelig aber das ist nicht sein Hauptproblem. Schlimmer ist, dass er sehr muffelig, säuerlich, bitter und ja, irgendwie gammelig schmeckt. Riecht nicht nach Fußkäse, schmeckt aber so. Oder anders ausgedrückt: Es fühlt sich auf der Zunge an als hätte man ihn zu lange in der Höhle vergessen.

 

 

Und damit habt ihr meine Meinung zu 20 verschiedenen Käsen aus der tegut-Käsetheke. Okay, sie unterscheiden sich teils nicht so stark. Hat man einen Rebell gegessen, hat man gefühlt alle gegessen. Entsprechend empfänglich bin ich für originellere Ideen wie eben eine Rinde aus Heublüten oder Wallnüssen. Schade, dass sie oft nur optisch gut sind :smile: . Und was ist mit euch? Käsefans? Oder lieber nicht? Was könnt ihr mir ans Herz legen?

Verschiedene Sorten von Aroma-Tropfen

“Künstlich” ist für viele Ohren ein total böses Wort vor allem, wenn es im Zusammenhang mit Lebensmitteln fällt. Und natürlich: Es gibt viele Erfindungen der modernen Wissenschaft, die für nicht so ganz tolle Dinge genutzt werden. Dazu gehört definitiv auch einiges, was im Bereich der Aromen, Farb- und Zusatzstoffe passiert. Ist das Hackfleisch wirklich noch intensiv rot, weil es gut und frisch ist? Oder einfach nur, weil so viel zusätzlicher Kram reingepumpt wurde, dass es gar nicht mehr grau werden kann? Schlimmstenfalls weiß es nicht einmal mehr der Hersteller des Produkts…

Zumal ich durchaus glaube, dass diese Stoffe langfristig unser Geschmacksverständnis durcheinanderbringen können. Das bekannteste Beispiel dürfte die Vanille sein. Diesen intensiven Geschmack, den die meisten beispielsweise beim Verzehr eines Vanille-Eis erwarten hat mit dem Original eher wenig zu tun. Entsprechend überrascht ist man mitunter, wenn man mal eine echte Schote im Einsatz hat und es irgendwie anders und vor allem dezenter rüberkommt. “Das soll Vanille sein?! Niemals!” Ich nehme mich davon selbstverständlich nicht aus. Ich gehöre definitiv ebenfalls zu den Banausen, die im direkten Vergleich vermutlich das “Fake”-Vanille-Eis lieber essen würden als das mit den schwarzen Punkten (=echte Vanille).

Andererseits lässt es sich absolut nicht leugnen, dass speziell diese künstlichen Aromastoffe irgendwie extrem praktisch sind. Schon Oma hatte schließlich fürs Kuchenbacken das kleine Fläschchen Vanille im Haushalt (vermutlich von Dr. Oetker). Und auch in der Casa Lysanda pflegen wir einen…ja, fast schon verschwenderischen Umgang mit Aromastoffen. Die Vorteile liegen schließlich auf der Hand: Wenn ich gerade Lust habe auf was Süßes habe kann ich entweder zu einem gekauften Erdbeerjoghurt mit mehr oder weniger viel Zucker greifen oder ich nehme mir einfach eine Schüssel Naturjoghurt und pack ein paar Tropfen Erdbeer-Aroma drauf. Gleicher Geschmack und Konsistenz bei wesentlich weniger Kalorien und null Zucker. Es lassen sich damit quasi Bedürfnisse auf eine Art und Weise stillen, die einen nicht gleich Dick und Fett werden lässt. Die ganze Sache hat aber einen massiven Haken: Wir gaukeln unserem Körper logischerweise damit etwas vor und das kann ein Problem sein.

Mangelernährung

Vermutlich alle Organismen auf diesem Planeten folgen ihren Bedürfnissen. Das ist wichtig fürs Überleben. Wenn ich auf die Toilette muss dann, weil mein Körper etwas loswerden möchte. Und das zeigt er mir dadurch an, dass er in mir das dazugehörige Verlangen erweckt. Wenn ich also Lust auf einen Schokoladenpudding habe, passiert das sicherlich nicht ohne Grund. Vielleicht habe ich gerade Stress und der Pudding soll meine Nerven beruhigen? Ich habe etwas geschafft und suche nun nach einer Belohnung? Oder ist irgendetwas in diesem Pudding drin (ein Mineral, ein Vitamin, eine Aminosäure, etc.) was mein Körper gerade akut braucht? Alles ist möglich. Aber während ich Stress und Belohnung mitunter mit einem Aroma besänftigen kann, schließlich ist es erst einmal eine Kopfsache, gleiche ich mit ein paar synthetischen Verbindungen die nach Schokolade schmecken z.B. keinen Magnesium-Mangel aus. Ich verarsche mich damit nur kurz selbst aber sobald mein Inneres die Täuschung durchschaut hat, tritt das Verlangen wieder hervor – unter Umständen sogar stärker.

Egal ob mit oder ohne künstliche Aromen: In so einer Situation muss ich auch mal innehalten und mich fragen, warum ich gerade dieses Bedürfnis habe. Steckt da vielleicht etwas mehr dahinter? Sucht mein Körper was bestimmtes und er weiß auf die Schnelle eben nur, dass er es z.B. durch den Griff in den Süßigkeitenschrank bekommt obwohl ein anderer Weg gesünder wäre? Das ist logischerweise nicht einfach zu entschlüsseln. Gewohnheiten und die Gesellschaft machen es sogar noch schwieriger. Mir doch egal, dass die Banane tonnenweise Fruchtzucker hat. Sie schmeckt gut, es ist “gesundes” Obst und ich hab‘ Lust drauf also rein damit, um die Kalium-Zufuhr sicherzustellen!

Und zu guter Letzt bestehen diese Aromen selbstverständlich aus ziemlich synthetischem Kram der mit Hilfe von teils sehr komplizierten chemischen Prozessen gewonnen wird, was ggf. ebenfalls nicht so super ist. Die Wissenschaft ist da ja leider noch nicht so weit mit Langzeitstudien. Beispielsweise sind Süßungsmittel wie Aspartam oder Sucralose enthalten (sollen Krebserregend sein) und der Geschmack kommt selbst bei der Aussage “Natürlicher Aromastoff” nicht unbedingt aus dem Originallebensmittel. Das Erdbeeraroma hat wahrscheinlich noch nie eine Erdbeere gesehen, sondern wurde durch andere Mittel und Wege erschaffen.

Unsere Laster

Getränkepulver

Brauchen wir den ganzen Zusatzkram? Nein. Sollten wir ihn meiden? Definitiv. Reines Wasser, Sprossen, Beeren und ab und zu ein Stück Mammut und/oder Fisch reichen zum Leben vermutlich aus. Aber irgendwo hat die Evolution das wohl versaut. Selbst unsere Katzen würden sich lieber nur von Leckerlis ernähren. Das soll nicht abwertend gemeint sein. Ein gesunder Lebensstil bedeutet nicht gleichzeitig, dass man kein erfülltes Leben hat. Wir sind aber nun einmal alles Individuen und zumindest aktuell möchten Lysanda und ich unserem Bedürfnis nach Süßem ein Stück weit nachgeben statt uns in vollständigem Verzicht zu üben. Allerdings bestenfalls so, dass es eben nicht komplett auf die Hüfte schlägt. Deshalb greifen wir derzeit auf folgende Konsumgüter zurück:

Myprotein FlavDrops, GymQueen Tasty Drops und Pure Flavour Drops

Bei allen drei Produkten handelt es sich um flüssige Aromatropfen, die in den verschiedensten Geschmacksrichtungen zur Verfügung stehen. Der Unterschied zwischen denen von Myprotein und GymQueen besteht hauptsächlich darin, dass GymQueen einige Sorten wie z.B. Mandarine hat, die es bei Myprotein nicht gibt. Pure Flavour Drops haben hingegen den Vorteil, dass sie kein Süßungsmittel enthalten im Vergleich zu den anderen beiden, die auf Sucralose setzen. Der Vorteil dürfte klar sein: Man kann sie auch dort verwenden, wo es nicht Süß schmecken soll.

Am meisten nutzen wir die von Myprotein mit eher klassischen Sorten wie Vanille, Himbeere, Erdbeere & Co. ein. Das Ergebnis ist gefühlt etwas intensiver als bei den Konkurrenzprodukten und trifft somit eher das, was wir uns unter dem jeweiligen Geschmack vorstellen. Alle drei lassen sich wunderbar einsetzen, um vor allem Frühstück oder Nachtisch zu verfeinern. Ich pack‘ z.B. ein paar Tropfen morgens in mein Glas Milch während Lysanda sich gerne etwas (ungesüßte) Vanille in den Kaffee tropft. Oder eben besagte Quark/Joghurt-Kreationen, die dabei helfen den Griff zu kalorien-haltigeren Snacks zu unterbinden. Ach und zum Backen sind die Drops natürlich ebenfalls geeignet.

BOLERO Getränkepulver

Früher habe ich hauptsächlich Wasser und Saft aus Glasflaschen sowie zuckerhaltige Erfrischungsgetränke aus PET-Flaschen konsumiert. Als Lysanda in mein Leben trat habe ich dann zumindest bei den Erfrischungsgetränken auf Light-Varianten mit Süßungsmittel (hauptsächlich Aspartam) und ggf. sogar ohne Koffein gewechselt. Aber die kamen immer noch in Plastikflaschen daher und das ist weder praktisch für die Umwelt noch ist das mit den Weichmachern und Mikroplastik so gut für den Körper. Erst vor kurzem hat Coca Cola angefangen zumindest ihre Cola-Varianten ebenfalls in Glasflaschen zu verkaufen. Entsprechend waren wir letztes Jahr auf Coke Zero in 1l Glasflaschen gewechselt. Die sind zwar wesentlich teurer als Billig-Cola-Light aus dem Discounter aber eben keine Plastikflaschen.

Beim Wasser hatte sich das Thema Kistenschleppen Anfang 2018 hingegen in Luft aufgelöst, als wir uns einen SodaStream mit Glasflaschen sowie unsere Osmoseanlage angeschafft hatten. Warum schließlich teure Kisten aus dem Getränkehandel durch die Gegend tragen, wenn man das bessere Wasser Zuhause hat (und viel Geld dafür bezahlt hat) und es bei Bedarf selbst zum Sprudeln bringen kann? Aber nur Wasser trinken ist wie gesagt ab und zu dann doch etwas langweilig. Lysanda hat für sich dahingehend BOLERO Getränkepulver entdeckt. Das sind hochkonzentrierte Getränkepulver, die es in dutzenden von Sorten gibt (nicht alle gut). Die Süße kommt hier erneut u.a. dank Sucralose aber auch Stevia ist enthalten. Lysanda löst ein Päckchen (9g) in 250ml Wasser und kippt dann einen Schuss davon in ihr normales Glas (nochmal 250-300ml Wasser), um es noch weiter zu verdünnen. Kostengünstig, nimmt wenig Platz weg und schmeckt – perfekt für sie. Für mich ist das allerdings nichts. Der Geschmack der Süße – vermutlich ist die Stevia das Problem – gefällt mir einfach nicht. Entweder es ist nicht süß genug oder schlägt um in dieses lakrizartige wofür Stevia bekannt ist. Insofern kamen wir erstmal nicht ganz vom Kistenschleppen weg.

SodaStream Sirup

Eine Ladung Soda Stream Sirup

Doch wir haben endlich auch für mich eine Alternative gefunden: SodaStream Sirups. Die gibt es technisch gesehen schon ewig – es war damals bei unserem Gerät sogar ein Probepack dabei. Der konnte mich aber genauso wenig geschmacklich überzeugen wie die anderen Sorten im Angebot. Die Cola ohne Zucker schmeckt beispielsweise sehr Zitronig und obwohl die Cola Light-Geschmacksrichtung sehr nah an besagte Billig-Cola aus dem Discounter rankommt, ist es trotzdem nicht das Wahre.

Der Clou ist jedoch, dass sie nicht nur ihre eigenen Kreationen vermarkten, sondern seit 2018 einer kleinen Firma namens PepsiCo angehören. Dadurch gibt es nun zusätzlich noch Geschmacksrichtungen wie Pepsi MAX, Miranda, 7UP und Schwip Schwap – und was soll ich sagen? Die schmecken 1:1 wie das Original. Vermutlich, weil es exakt die gleichen Inhaltsstoffe (inkl. Sucralose und Aspartam) sind. Eine Pepsi in der Dose ist ja technisch gesehen ebenfalls nur gefärbtes und geschmacklich angepasstes Wasser.

Damit haben wir nun den heiligen Gral für mich gefunden. Wir nutzen unser gereinigtes und damit (vermutlich) gesünderes Wasser, ich muss keinerlei Kisten mehr schleppen und trotzdem bekommen wir den süßen Geschmack, den wir suchen. Ach und günstiger ist es logischerweise ebenfalls. Für 4,99€ holt man aus einer Flasche Sirup ca. 9 Liter raus (je nachdem wie intensiv ihr es haben wollt). Für eine Kiste (6x1l) legt ihr ohne Pfand hingegen mindestens 9€ auf den Tisch. Nachteil allerdings: Der Sirup kommt in Plastikbehältnissen daher, die entsprechend nach dem Verbrauch in den Müll wandern. Da würde ich mir langfristig ebenfalls einen Umstieg auf Glas wünschen. Auch, wenn es dann etwas teurer sein sollte.

Jetzt müsste es sowas nur noch für Multivitaminsaft geben und wir hätten endgültig alle Getränkekisten aus unserem Haushalt verbannt. Davon trinken wir aber auch nicht so viel.

Laut einer Studie der Uni Stuttgart landeten 2015 6,7 Millionen Tonnen an Lebensmitteln im Abfall – durchschnittlich 85,2kg pro Person. Insgesamt (mit Industrie, Landwirtschaft und so) waren es wohl sogar rund 12,7 Millionen, die einfach so weggeworfen werden. Das ist echt heftig. Die Gründe sind Vielzählig. Ein Faktor ist, dass anscheinend viele Leute auch spätabends noch volle Regale im Supermarkt erwarten. Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt (hier in der Umgebung ist zumindest im Obst- und Gemüseregal durchaus Mut zur Leere vorhanden). Ein weiterer, dass viele sich den Einkaufswagen bis oben hin vollpacken und dann gar nicht mit dem Essen hinterherkommen. Oder die “Einheitsgrößen” von Gerichten in Gaststätten, die man sich aus Scham nicht für später einpacken läßt.

Der Datumsstempel

Verbrauchsdatum

Der wohl größte Grund – zumindest sehen Lysanda und ich das so -, ist aber wohl das Missverständnis rund um das Datum auf der Packung. Das gibt es in zwei Varianten. Das einfachste ist das “Verbrauchsdatum”. Das kommt bei leicht verderblichen Produkten wie z.B. Hackfleisch zum Einsatz und muss tatsächlich beachtet werden. Darüber hinaus kann es der Gesundheit schaden. Das andere heißt auf Hochdeutsch “Mindesthaltbarkeitsdatum” (MHD), hat sich scheinbar im Volksmund aber als “Ablaufdatum” etabliert. Wie der Name schon sagt, ist es eine Gewährleistung des Herstellers, dass das Produkt sich unter Einhaltung der Lagerungsempfehlungen bis dahin hält (speziell der Geschmack). Es bedeutet nicht, dass es nach diesem Datum plötzlich ungenießbar ist und direkt in den Müll muss. Sonst wäre es ja ein “Verbrauchsdatum”. Wie heißt es so schön im Beamtendeutsch? Es ist auch nach diesem Tag noch verkehrsfähig.

Mindeshaltbarkeitsdatum

Gleichzeitig bedeutet es nicht unbedingt, dass das Zeug nicht schon vorher mal anfängt zu schimmeln oder so. Es sind nun einmal Lebensmittel – da steckt das Wort “Leben” schon im Namen :smile: . Wir haben aber beispielsweise (ungeöffneten) Joghurt im Kühlschrank, der ist mehrere Monate über dem MHD und trotzdem sieht er nicht nur noch einwandfrei aus, wir essen ihn nach und nach weg ohne eine Lebensmittelvergiftung zu bekommen. Was soll da überhaupt schlecht werden? Es ist Joghurt und guter Joghurt sollte schon eigene Bakterien mitbringen. Solang da nichts zusätzlich reinkommt, passiert dem nichts. Die Schokolade wird hingegen vielleicht etwas grau und schmeckt nicht mehr aber essbar ist sie selbst Jahre später noch. Von den ganzen Tütensuppen und ähnlichem Kram gar nicht erst zu reden. Die Überleben den nächsten Weltkrieg! Und im Zweifel frieren wir die Sachen auch einfach mal ein. Also nicht, um die Keime abzutöten (funktioniert eh nicht), sondern um es später wieder rauszuholen und umgehend zu verzehren.

Die Kunst ist es zum einen unsere Augen und Nase zu benutzen. Unser Körper ist durchaus darauf ausgerichtet ungenießbares Essen zu erkennen. Sonst wären wir vermutlich schon in der Steinzeit am verrotteten Säbelzahntigerfleisch verendet. Zum anderen aber eben auch ein wenig Verstand mitzubringen. Sprich nicht zu viel zu kaufen und wenn man doch zu viel hat, es auf diversen Wegen haltbarer zu machen. So manches lässt sich zudem durch die Nutzung von Backofen, Mikrowelle oder Toaster wieder etwas auffrischen. Trockene Brötchen sind da ein gutes Beispiel. In Wasser getunkt, anschließend ein paar Minuten in den Backofen und schon ist es wieder fluffig.

Ein Überangebot

Der magische Aufkleber

Seit die Supermärkte (löblicherweise) damit angefangen haben Produkte, die sich dem MHD nähern, herunterzusetzen (im tegut z.B. erst 30, dann 50 und zum Schluss 75%) haben wir unser Einkaufsverhalten drastisch verändert. Es wird gekauft, was laut Einkaufszettel zwingend notwendig ist und darüber hinaus halten wir fleißig Ausschau nach den roten Aufklebern. Und selbst da selektieren wir mittlerweile stark (die 30% bleiben meist liegen), weil das Angebot so groß und unsere Kühltruhe dauervoll ist. Fördert übrigens auch das Probieren von neuen Sachen. Lysanda hat so z.B. den ein oder anderen Käse für sich entdeckt, den sie zum vollen Preis nie gekauft hätte. Speziell an der Fleischtheke kriegt man an manchen Tagen echt absolute Schnäppchen. Die Bioschweinelende mit dem 75%-Aufkleber? Da dürft ihr aber glauben, dass ich da alles mitnehme, was sie da haben bei einem Normalpreis von mitunter 35€ das Kilo. Die zwei Kilo Bratwürste oder Putenschnitzel sowieso. Das wird bei uns nicht alt oder friert halt mal ein bisschen in der Kühltruhe vor sich hin, bevor es auf den Teller kommt.

Über diese Schnäppchenjagd mag der eine oder andere die Nase rümpfen. Ihr müsst euch aber über eines im Klaren sein: Was nicht verkauft wird, landet einfach im Müll – so will es das Gesetz. Und solange das in unserer Gesellschaft gefördert wird, habe ich definitiv kein schlechtes Gewissen dabei meinen Geldbeutel zu schonen. Mal ganz abgesehen davon, dass wir alle auf den nächsten Steam Sale warten. Ist nicht anders, schadet nur der Umwelt weniger.

Die Retter

Das Überangebot an nicht verkaufter Ware führt aber nicht nur zu heruntergesetzter Ware in den Regalen. Es gibt auch viele Vereine, die sich auf die Rettung von Lebensmitteln spezialisiert haben. Die Tafel dürfte wohl die bekannteste Organisation in Deutschland sein. Sie holen von den Supermärkten und Geschäften die Ware ab, die zum Wegwerfen vorgesehen ist und verschenken sie. Im Falle der Tafel ausschließlich an Bedürftige. Hier bei uns gibt es hingegen seit 2017 den Verein Essen für alle.

Deren Konzept steckt schon im Namen: Nicht nur die Bedürftigen dürfen sich hier kostenlose Lebensmittel abholen, sondern alle, die das möchten (gerne gegen eine Spende). Schließlich geht es darum möglichst viel vor der Tonne zu retten. Dazu stehen die größtenteils ehrenamtlichen Helfer mehrmals pro Woche in verschiedenen Ortsteilen abends mit ihrem Marktstand und verteilen die Lebensmittel. Die erste halbe Stunde ist reserviert für die Bedürftigen, danach dürfen dann alle ran. Und ja, obwohl die Schlange hier im Ort teilweise bis um das nächste Haus geht: Es kriegt definitiv jeder mehr als genug. Auch wir stellen uns mittlerweile mit an. Diese Woche haben wir vier volle Tüten mit nach Hause gebracht. Von Brot und Brötchen über Eier und Aufschnitt bis hin zu Salat, Kartoffeln, Paprika und Bananen war alles dabei. Speziell Obst und Gemüse gibt es da immer haufenweise – größtenteils sogar in Bioqualität (demeter). Da braucht man echt nichts mehr im Laden zu kaufen und hat gleichzeitig ein gutes Gefühl ein bisschen gegen die Verschwendung getan zu haben.

Der Vorwerk-Entsafter

Jetzt höre ich schon den ein oder anderen rufen: “Wenn keiner mehr was im Laden kauft, ist klar, dass alles weggeworfen wird!!!!”. Bezweifle ich. Zum einen wird viel zu viel produziert, was mitunter gar keiner haben will und trotzdem im Regal stehen muss. Da ist es kein Wunder, dass am Ende so viel übrigbleibt. Zum anderen möchten die Leute speziell bei Obst und Gemüse gefühlt immer nur die perfekteste Ware. Aber nur, weil die Banane schon wegen schlechter Lagerung etwas schwarz ist, ist sie noch nicht schlecht. Bananen werden nämlich auch außen schwarz, wenn es ihnen zu kalt ist und ist dann trotzdem noch innen super. Und wenn sie wirklich Überreif ist, dann kann man z.B. noch prima einen Smoothie draus machen.

Die Neuanschaffung

Und damit kommen wir nach über 1.000 Wörtern endlich zum eigentlichen Thema des heutigen Eintrags: Unsere neuste Anschaffung. Nein, es ist kein Hightech-Mixer für Smoothies. Da reicht auch ein Pürierstab. Ihr seid aber nah dran. Es ist ein Entsafter oder wie es Neudeutsch heißt “Slow Juicer”. Wir hatten bereits seit einigen Monaten einen uralten Vorwerk Zentrifugal-Entsafter MOD Ve 2 Type 1 (300W) aus einer Haushaltsaufgabe in Benutzung. Da Lysanda aber aufgrund Essen für alle immer mehr Kram zum Entsaften hat (Sellerie, Karotten, Fenchel, etc.), zeigten sich doch langsam aber sicher die vielen Limitationen des Geräts:

  • Er holt nicht sehr viel Flüssigkeit aus dem Obst und Gemüse raus.
  • Man muss ihn zu zweit bedienen (sonst rüttelt er davon),
  • Man muss Angst haben, dass er aufgrund der Zentrifugalkraft einem um die Ohren fliegt (ein Metallbügel ist alles, was den Deckel draufhält) .
  • Die Lautstärke dürfte die einer Flugzeugturbine in nichts nachstehen.
  • Die Reinigung ist vergleichsweise aufwendig.

Also haben wir uns entschieden ins Portemonnaie zu greifen und uns was Anständiges zu holen. Die Wahl fiel am Ende auf den Omega EUJ 707 von Sana. Warum? Nun, er war eine der Empfehlungen in den einschlägigen Saft-Trinker-Facebook-Gruppen, ist mit 400€ im mittleren Preissegment angesiedelt und hat einen guten Funktionsumfang. Die teuersten Dinger, die Angel Juicer, fangen übrigens erst bei 1.200€ an. Kein Wunder, dass der Slogan von den Dingern “Der Rolls Royce unter den Slow Juicern” ist.

Der Grund

Der Sana Omega EUJ 707

Bevor wir aber zum Gerät selbst kommen, stellt sich natürlich die Frage: Warum entsaften und nicht einfach essen/kochen/backen? Die einfache Antwort: Habt ihr schonmal jeden Tag ein halbes Kilo Salat gegessen oder eine ganze Selleriestaude? Das macht definitiv keinen Spaß. Gleichzeitig soll man Obst und Gemüse am besten Roh essen, weil noch mehr Nährstoffe darin enthalten sind als nach dem kochen. Das Entsaften vereint quasi die Vorteile aus “Roh” mit “viel davon zu sich nehmen können” und verbindet es mit einer leichten und schnellen Verdaulichkeit weil es bereits flüssig = Saft ist.

Gleichzeitig lassen sich – wenn man möchte – die ausgedrückten Reste trotzdem weiterverwenden. Ein häufiges Beispiel ist die Gemüsesuppe. Lysanda macht sich hingegen so eine Art Gemüsefrikadellen. Einfach ein Ei (oder Eiweißpulver) dran, würzen, zusammenklatschen und mit etwas Öl in die Pfanne hauen. Je nach Grundmaterial hat man zwar ein paar Fasern zwischen den Zähnen hängen, schmeckt aber grundsätzlich sehr gut.

Das Gerät

Der Sana Omega EUJ 707 ist ein horizontaler Entsafter. Sprich ihr gebt euer Zeug zwar oben rein, die Schnecke (sieht aus wie ein großer, schwarzer Dildo…) läuft aber von links nach rechts. Bei den vertikalen drückt das Gerät stattdessen von oben nach unten. Die Unterschiede bestehen wohl hauptsächlich darin, wie viel Platz sie jeweils wegnehmen (vertikale sind logischerweise höher, horizontale breiter) und mit welcher Art von Obst und Gemüse sie besser zurechtkommen. So kommen vertikale Entsafter wohl schlechter mit langfasrigen Sachen wie Sellerie oder Gräsern zurecht. Horizontale Entsafter hingegen haben mit weichem Zeug wie Beeren zu kämpfen. Es entsteht ein Rückstau im Einfüllschacht.

Karotten-Fenchel-Saft

Im Fall des Omega EUJ 707 ist das aber kein großes Problem, denn er kommt mit mehreren Aufsätzen daher. Ein feines Sieb für besagte Gräser, langfaseriges Pressgut und ein grobes Sieb für besagte Beeren und weiches Obst. Außerdem kann der “kleine” nicht nur entsaften, sondern auch zerkleinern, pürieren und mahlen. Entsprechende Aufsätze sind mit in der Packung enthalten. So könnt ihr verschiedene Nudelvarianten herstellen, Kaffeebohnen mahlen, Hafer-/Mandel-/irgendwelche Nussmilch produzieren und sogar Eis machen – alles mit einer Geschwindigkeit von 63-75 Umdrehungen pro Minute. Die Idee ist nämlich, dass beim sogenannten schonenden Entsaften mehr Vitalstoffe im Saft erhalten bleiben als bei der “spritz und weg”-Variante. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Fakt ist: Er holt definitiv schon mit einem Durchgang mehr aus dem Sellerie raus als der Vorwerk. Und anders als beim Vorwerk kann man die Reste auch noch 2-3mal von der Auffangbox zurück in den Einfüllschacht kippen, um noch mehr Saft herauszuholen. Da wird aus der viertel Tasse Selleriesaft mit dem Vorwerk gleich mal eine dreiviertel oder gar volle Tasse mit dem Sana.

Dank seiner einfachen Zerlegbarkeit und simplen Bauteile ist die Reinigung außerdem ein Klacks. Also trotzdem nervig, weil man es wirklich nach jedem Vorgang machen sollte, aber es geht schnell und gut von der Hand. Wir können das Ding entsprechend nur empfehlen. Ja, es ist nicht ganz billig. Aber es kann dafür auch noch mehr als nur Entsaften – ein wichtiger Vorteil, da er mit seinen 32x19x42cm durchaus etwas Platz wegnimmt -, hat viel Zubehör dabei, ist sehr einfach zu bedienen und sieht echt schick aus. Die Resultate z.B. beim Entsaften oder Kaffee mahlen waren bislang ebenfalls super.

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